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Moselle

Moselle

Das französische Département Moselle [] ist das 57. Département in der alphabetischen Reihenfolge. Es ist benannt nach dem Fluss Mosel und liegt im Osten Frankreichs, in der Region Lothringen. Es grenzt an die Départements Bas-Rhin (Elsass) und Meurthe-et-Moselle und an das Saarland, Rheinland-Pfalz und Luxemburg. Die Hauptstadt ist Metz (gleichzeitig Hauptstadt Lothringens).

Geschichte

Moselle ist eines der 83 zur Zeit der französischen Revolution im Jahre 1790 errichteten Départements. Bis 1815 gab es verschiedene Veränderungen im Verlauf der Grenzen, so lagen die heute deutschen Städte Saarbrücken und Saarlouis zeitweise in Moselle. Untergliedert war das Département in vier Arrondissements: Metz, Briey, Sarreguemines und Thionville. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg wurde Moselle am 18. Mai 1871 gemäß dem Frieden von Frankfurt aufgelöst, das Deutsche Kaiserreich annektierte den größten Teil und vereinigte ihn mit den beiden Arrondissements Château-Salins und Sarrebourg des ebenfalls aufgelösten Départements Meurthe zum lothringischen Teil des Reichslands Elsass-Lothringen. Nur ein kleiner Teil im Westen, das Arrondissement Briey, blieb französisch und bildete zusammen mit nicht annektierten Teilen des Départements Meurthe das neue Département Meurthe-et-Moselle. Im 1919 nach dem Ersten Weltkrieg abgeschlossenen Vertrag von Versailles wurde die Annexion rückgängig gemacht, Frankreich erhielt die verlorenen Gebiete zurück, die Verwaltungsgrenzen wurden aber wegen der Zusammengehörigkeit der Gebiete in den vergangenen fünf Jahrzehnten beibehalten, Meurthe-et-Moselle wurde nicht wieder aufgelöst. Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurde Moselle nach dem Waffenstillstand vom 22. Juni 1940 erneut vom Deutschen Reich annektiert, unter eine besondere Zivilverwaltung gestellt und sollte zusammen mit dem Saarland und der Pfalz den Gau Westmark bilden. Auch weil die Bevölkerung in den Jahren seit 1919 eher frankophil geworden war, stieß die Regermanisierungspolitik Nazi-Deutschlands in den Bereichen Sprache und Kultur auf Widerstand und ging einher mit Ausweisung derer, die ausschließlich französisch sprachen oder der deutschen Obrigkeit offen feindlich gegenüberstanden, in das vom Vichy-Regime verwaltete Gebiet. Moselle wurde zum größten Teil 1944 von der amerikanischen Armee befreit, in einigen Dörfern hielt sich die deutsche Wehrmacht bis zum März 1945.

Sprachen

Sprachen des Départements sind traditionell das romanische Lothringische, das Moselfränkische und das fränkische Lothringische. Ersteres ist nahe mit dem Französischen verwandt, das letztere ist eine rheinfränkische Dialektgruppe. Heute spricht man aber überwiegend Französisch.

Städte


- Bitche (Bitsch)
- Boulay (Bolchen)
- Château-Salins (Hüdingen)
- Forbach
- Metz
- Sarrebourg (Saarburg)
- Sarreguemines (Saargemünd)
- Thionville (Diedenhofen)

Verwaltungsgliederung

Sehenswürdigkeiten


- Das 3000-jährige Metz mit seiner gotischen Kathedrale, der Templerkapelle, dem Ludwigsplatz, dem Museum La Cour d’Or und vielem anderen, das einen Besuch lohnt.
- Schloss Malbrouck in Manderen.
- Das Schloss der Grafen von Lothringen in Sierck-les-Bains.
- Das mittelalterliche Städtchen Rodemack.
- Die Zitadelle in Bitche mit den Friedensgärten.
- Der archäologische Park in Bliesbruck.
- Der römische Aquädukt in Jouy-aux-Arches.
- Das Artilleriebauwerk Fort Simserhof.
- Das Fort Hackenberg in Vrecking, Teil der Maginot-Linie.
- Das Schloss "La Grange" in Manom
- Die Chapelle des Cordeliers in Sarrebourg mit dem großen Glasfenster von Marc Chagall.
- Der schräge Schiffsaufzug des Rhein-Marne-Kanals in Saint-Louis-Arzviller.
- Das Haus von Robert Schuman, dem Vater Europas, in Scy-Chazelles. Schuman bewohnte das Haus, das heute ein Museum ist, von 1926 bis zu seinem Tod 1963.
- Etliche Lothringer Bauernhäuser, die heute als Museen hergerichtet sind, z. B. in Oberdorff oder Gomelange.
- Das Museum Georges de la Tour in Vic-sur-Seille.
- Das Kohlemuseum in Petite-Rosselle.
- Das Fayencemuseum in Sarreguemines.
- Das Glas- und Kristallmuseum in Meisenthal.
- Und nicht zuletzt die regionalen Naturparks Vosges du Nord (nördliche Vogesen) und Lorraine (Lothringen). Letzterer umfasst ein Gebiet mit vielen Weihern und Seen, die beliebte Ausflugsziele sind.

Siehe auch


- Liste deutsch-französischer Ortsnamen in Lothringen

Weblinks


- [http://www.cdt-moselle.fr Fremdenverkehrsverein des Französischen Mosellandes (Comité Départemental du Tourisme de la Moselle – CDT)] Kategorie:Französisches Département Kategorie:Lothringen ja:モゼル県

Département

Frankreich ist in 100 Départements unterteilt, denen 26 Regionen (22 davon in Europa) zugeordnet sind. 96 der 100 Départements liegen auf dem europäischen Kontinent, die restlichen 4 sind Überseedépartements (Martinique, Guadeloupe, Réunion, Guyane). Jedes der vier letztgenannten bildet zugleich auch eine eigene Region. Die meisten Départements haben eine Fläche zwischen 4.000 und 8.000 km² und eine Bevölkerung zwischen 250.000 und einer Million Einwohnern. Das flächenmäßig größte ist Gironde (10.000 km²), das kleinste Paris (105 km² - ohne Vororte, die zu anderen Départements gehören); das bevölkerungsreichste ist Nord (2.550.000), das bevölkerungsärmste Lozère (74.000). Alle Départements sind in alphabetischer Reihenfolge durchnummeriert, wobei die Nummer gleichzeitig die letzten beiden Stellen der Kfz-Kennzeichen sowie die ersten beiden Stellen der Postleitzahl bildet. Hier gibt es jedoch zwei Ausnahmen zu beachten. Die Region Korsika ("Corse") ist in die Départements 2A (Corse-du-sud, eigentlich 20A) und 2B (Haute-Corse, eigentlich 20B) unterteilt. Die Postleitzahl beginnt jedoch in beiden Teilen Korsikas mit 20. Auf den Kfz-Kennzeichen steht 2A bzw. 2B. Die Übersee-Départements liegen alle auf Position 97 und unterscheiden sich in der dritten Stelle (1-4) - sowohl in Bezug auf die Postleitzahl als auch auf die Kennzeichen. Beispiel: 205 ANY 971.

Innere Organisation

Der oberste Verwaltungsbeamte eines Départements ist der von der Regierung ernannte Präfekt (frz. Préfet), der die Präfektur (frz. préfecture) leitet. Das oberste gewählte Gremium eines Départements ist der Generalrat (frz. conseil général). Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 wurde die Stellung des Generalrates gegenüber dem Präfekten gestärkt. Die Départements sind zu administrativen Zwecken in Arrondissements (insgesamt 342) und in Kantone (frz. canton) (2004: 4039) gegliedert. Die Arrondissments dienen der Dezentralisierung der Départementsverwaltung. In den Hauptorten von Arrondissements, die nicht zugleich Hauptort des Départements sind, hat eine Unterpräfektur (frz. sous-préfecture) ihren Sitz, die von einem Unterpräfekten (frz. sous-préfet) geleitet wird. Die Kantone dienen in erster Linie als Wahlbezirke für die Wahl der Mitglieder des Generalrates (die so genannten Kantonalwahlen). Selbstverwaltungseinheiten wie die Regionen, Départements und Gemeinden sind Arrondissements und Kantone nicht. Die 36 679 (Stand: 2002) Gemeinden (communes), in die die Départements untergliedert sind, sind die unterste Ebene der Selbstverwaltung. Eine Sonderstellung hat die Stadt Paris, die gleichzeitig Département und Gemeinde ist. Hier übt der Stadtrat auch die Funktion des Generalrates aus.

Listen der französischen Départements


- Liste der französischen Départements (gruppiert nach den Regionen).
- Liste der französischen Départements (nach Ordnungsnummer bzw. in alphabetischer Reihenfolge).
- Liste der französischen Départements (sortiert nach Einwohnerzahl).
- Liste der französischen Départements (sortiert nach Fläche).

Geschichte

Die Départements wurden ebenso wie die Gemeinden 1789/1790 im Laufe der Französischen Revolution eingeführt. Durch ein Gesetz vom 22. Dezember 1789 traten sie an die Stelle der historischen Provinzen, die sich in Rechtsstatus und Größe stark voneinander unterschieden hatten. Am 26. Februar 1790 wurde Frankreich in 83 ungefähr gleich große Départements aufgeteilt. Als Größe wurde dabei festgelegt, dass die Grenze von der Hauptstadt des Départements nicht weiter als einen Tagesritt zu Pferd entfernt sein dürfe. Diese Neugliederung Frankreichs in Départements trat am 4. März 1790 in Kraft. Um den vollständigen Bruch mit der Tradition deutlich zu machen, wurden die Départements einheitlich nach den sie durchquerenden Flüssen oder nach Bergen benannt. Davon wurde nur 1860 nach der Angliederung Savoyens mit den neuen Départements Savoie und Haute-Savoie abgewichen; dies geschah wohl, weil Napoleon III. den Gebietsgewinn dauerhaft propagandistisch ausschlachten wollte. (1792 hatte Savoyen bei der ersten Annexion noch den Namen Mont-Blanc bekommen.) Jedes Département erhielt 1790 eine Versammlung (assemblée) aus 36 gewählten Mitgliedern, die ihrerseits einen Präsidenten und ein ständiges Exekutivdirektorium (directoire exécutif permanent) wählten. Die Départements wurden ihrerseits in jeweils bis zu 9 Distrikte und die Distrikte in jeweils bis zu 9 Kantone gegliedert. Im Jahre 1795 wurde die innere Organisation der Départements neu geordnet. Die Distrikte wurden abgeschafft, und die Verwaltung wurde zu Lasten der Gemeinden auf der Ebene der Hauptorte der Kantone konzentriert. Durch Gesetz vom 17. Februar 1800 (bzw. 28. Pluviôse des Jahres VIII) wurde die innere Struktur der Départements erneut geändert. Die Départements wurden in Arrondissements und Kantone aufgeteilt, deren Anzahl geringer als diejenige der Distrikte bzw. Kantone von 1790 war. Es wurden die Präfekturen und Unterpräfekturen sowie die Generalräte geschaffen. Der von der Regierung ernannte Präfekt (frz. Préfet) wurde der oberste Verwaltungsbeamte eines Départements mit sehr weitgehenden Befugnissen. Diese Struktur blieb auch nach der Restauration der Bourbonen 1814/1815 bestehen. Durch Gesetz vom 10. August 1871 wurde die Wahl der Generalräte nach allgemeinem Wahlrecht mit den Kantonen als Wahlkreisen eingeführt. Danach blieb die innere Organisation der Départements mehr als 100 Jahre lang unverändert. Durch das Dezentralisierungsgesetz von 1982 wurden die Kompetenzen der Départements erweitert. Die Dezentralisierung übertrug zahlreiche Kompetenzen unter anderem auf den Gebieten der Städteplanung und Raumordnung, des Wohnungsbaus, der Verkehrs- und Umweltpolitik und des Sozial- und Gesundheitswesens auf die gewählten Körperschaften der Gemeinden (conseil municipal - Gemeinderat), Départements (conseil général - Generalrat) und Regionen (conseil régional - Regionalrat). Der Präfekt (vorübergehend Commissaire de la République genannt) musste große Teile seiner Befugnisse an den Präsidenten des Generalrats abgeben, dem durch Gesetz vom 2. März 1985 die Leitung der Exekutive des Départements übertragen wurde.

Neugliederungen und Umbenennungen von Départements

Die Mehrzahl der 1790 geschaffenen Départements bestehen in unveränderter Form bis heute - eine im Vergleich zu anderen Ländern bemerkenswerte territoriale Kontinuität. Eine Reihe von Départements sind jedoch im Laufe der vergangenen 200 Jahre aufgeteilt, neugeschaffen oder umbenannt worden. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts bemerkt man die Tendenz zu einer politisch korrekten Benennung: fast alle Départements mit den Namenbestandteilen -Inférieur ("Nieder-", aber auch "schlecht") und Bas- ("Unter-; Nieder-") erhielten neue Namen.
- 1791: Umbenennung des Départements Mayenne-et-Loire in Maine-et-Loire.
- 1792: Aus dem von Frankreich annektierten Savoyen wird das Département Mont-Blanc (Hauptort: Chambéry) gebildet
- 1793: Umbenennung des Départements Gironde in Bec-d'Ambès (aus Anlass der Verhaftung der Girondisten).
- 1793: Teilung des Départements Corse (Korsika) (Hauptort: Bastia) zwei Départements, Golo (Hauptort: Bastia) und Liamone (Hauptort: Ajaccio).
- 1793: Teilung des Départements Rhône-et-Loire in die Départements Rhône und Loire.
- 1793: Nach der Annexion der Grafschaft Venaissin (frühere päpstliche Enklave), des Fürstentums Orange und von Avignon wird das Département Vaucluse geschaffen.
- 1793: Nach der Annexion von Nizza wird das Département Alpes-Maritimes (Hauptort: Nizza) geschaffen.
- 1795: Das Département Bec-d'Ambès erhält wieder den Namen Gironde. Das Département de Paris wird in Seine umbenannt.
- 1798: Nach der Annexion von Genf wird aus der Stadt, dem nördlichen Teil des Départements Mont-Blanc und einem Teil des Départements Ain das Département Léman (Hauptort: Genf) gebildet.
- 1808: Aus Teilen der Départements Aveyron, Haute-Garonne, Gers, Lot und Lot-et-Garonne wird das Département Tarn-et-Garonne gebildet.
- 1811: Die Départements Golo und Liamone werden wieder zum Départements Corse (Korsika) vereinigt (Hauptort jetzt: Ajaccio).
- 1814: Da Genf wieder zur Schweiz kommt, wird das Département Léman aufgelöst, und die Départements Ain und Mont-Blanc erhalten wieder die Grenzen von vor 1798.
- 1815: Da Savoyen und Nizza wieder zum Königreich Sardinien kommen, werden die Départements Mont-Blanc und Alpes-Maritimes aufgelöst.
- 1860: Nach der Abtretung von Savoyen und der Grafschaft Nizza durch das Königreich Sardinien werden die Départements Savoie, Haute-Savoie und Alpes-Maritimes neu geschaffen; zum Département Alpes-Maritimes kommt neben der vormaligen Grafschaft Nizza auch das Arrondissement Grasse, das bis dahin zum Département Var gehörte.
- 1871: Das gesamte Département Bas-Rhin, der größte Teil der Départements Haut-Rhin und Moselle sowie ein Teil des Départements Meurthe werden als Elsass-Lothringen an das Deutsche Reich abgetreten. Die bei Frankreich gebliebenen Teile der Départements Meurthe und Moselle werden zum Département Meurthe-et-Moselle vereinigt. Der bei Frankreich gebliebene Teil des Départements Haut-Rhin bildet das Territoire-de-Belfort, das den Status eines verbliebenen Arrondissements von Haut-Rhin mit einem Administrateur anstelle des Präfekten und einer Commission départementale anstelle des Generalrates hat .
- 1919: Bei der Wiedereingliederung von Elsass-Lothringen werden die Départements Bas-Rhin, Haut-Rhin (ohne das Territoire-de-Belfort) und Moselle (einschließlich des zwischenzeitlich zum Deutschen Reich gehörenden Teiles des vormaligen Départements Meurthe) neu gebildet.
- 1922: Das Territoire-de-Belfort wird ein reguläres Département.
- 1941: Umbenennung des Départements Charente-Inférieure in Charente-Maritime.
- 1946: Die Überseegebiete Guadeloupe, Französisch-Guayana (Guyane française), Martinique und Réunion werden Überseedépartements (départements d'outre-mer).
- 1955: Umbenennung des Départements Seine-Inférieure in Seine-Maritime.
- 1957: Umbenennung des Départements Loire-Inférieure in Loire-Atlantique.
- 1968 (aufgrund eines Gesetzes von 1964): Neugliederung der Départements der Île-de-France. Das Département Seine wird in vier neue Départements aufgeteilt: Paris (nur aus der Stadt Paris bestehend), Hauts-de-Seine, Seine-Saint-Denis und Val-de-Marne. Die drei letztgenannten Départements umfassen auch einige Gemeinden, die vorher zum Département Seine-et-Oise gehörten. Das Département Seine-et-Oise wird in drei neue Départements aufgeteilt: Yvelines, Essonne und Val-d'Oise.
- 1969: Umbenennung des Départements Basses-Pyrénées in Pyrénées-Atlantiques.
- 1970: Umbenennung des Départements Basses-Alpes in Alpes-de-Haute-Provence.
- 1975: Das Département Corse (Korsika) wird in die Départements Corse-du-Sud und Haute-Corse aufgeteilt.
- 1990: Umbenennung des Départements Côtes-du-Nord in Côtes-d'Armor.

Départements in vorübergehend dem französischen Staat angegliederten Gebieten

Départements zur Zeit der Revolutionskriege und in der Ära Napoleons

Côtes-d'Armor Ab 1792, zur Zeit der Revolutionskriege und der Ära Napoleons I., wurden weite Gebiete West- und Mitteleuropas von Frankreich annektiert und nach und nach in die Departementsstruktur integriert. Dies betraf die heutigen Benelux-Staaten, Teile Deutschlands (das gesamte linke Rheinufer und ab 1811 die Mündungsgebiete von Weser und Elbe), der Schweiz und Italiens. Auf dem Höhepunkt der französischen Eroberungen (1811) gab es 130 Departements und Städte wie Brüssel, Amsterdam, Hamburg, Aachen, Genf, Turin oder Rom waren Teil des französischen Kaiserreichs. Alle diese Gebiete gingen 1814 mit dem Sturz Napoleons wieder verloren. Die folgende Tabelle zeigt die angegliederten Gebiete mit Jahr der Annexion und heutiger Staatszugehörigkeit.

Départements in Algerien

1848 wurde das von Frankreich annektierte Algerien in drei Départements gegeliedert; 1955 kam ein viertes hinzu. Die vier Départements wurden 1957 in 17 neue gegliedert. 1962 wurde Algerien unabhängig, bewahrte jedoch bis 1978 die unter französischer Herrschaft geschaffene Verwaltungsgliederung. Vor 1957: 1957 bis 1962:

Départements in den ehemaligen Kolonien

Kategorie:Politik (Frankreich) Kategorie:Verwaltung (Frankreich) !Departement ja:フランスの地方行政区画 ko:데파르트망 (프랑스)

Mosel

Die Mosel ist ein Fluss in Frankreich, Luxemburg und Deutschland (Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz).

Geografie

Die Mosel (lateinisch Mosella (die kleine Maas (=Mosa), französisch la Moselle) entspringt am Col de Bussang oberhalb von Rupt-sur-Moselle in den Vogesen auf 735 m Höhe und mündet nach 544 km am Deutschen Eck in Koblenz von links in den Rhein.

Flussabschnitte

Der Abschnitt der Mosel bis zur Einmündung der Saar kurz vor Trier wird in Deutschland als Obermosel bezeichnet; dabei handelt es sich jedoch geographisch nicht mehr um den Oberlauf des Flusses. Der Bereich von Trier bis Briedel wird Mittelmosel genannt. Der Abschnitt zwischen Briedel und der Mündung in Koblenz ist die sogenannte Untermosel. Charakteristisch sind die Mäander, insbesondere im Gebiet zwischen Bremm und Cochem, dem 'Cochemer Krampen'. Typisch sind an der gesamten Untermosel die Weinbergsterrassen. Daher nennt man diesen Bereich auch 'Terrassenmosel'.

Angrenzende Mittelgebirge

Von Trier an abwärts trennt die Mosel die beiden Mittelgebirge Eifel (nordwestlich) und Hunsrück (südöstlich).

Nebenflüsse der Mosel

Hunsrück
- in Frankreich: Moselotte, Vologne, Madon, Meurthe, Seille, Orne
- in Luxemburg (Grenze zu Deutschland): Sauer
- in Deutschland: Sauer, Saar, Ruwer, Kyll, Dhron, Salm, Lieser, Alf

Wichtige Orte an der Mosel


- in Frankreich: Épinal, Toul, Pont-à-Mousson, Metz, Thionville, Cattenom
- in Luxemburg: Schengen, Remich, Grevenmacher
- in Deutschland: Trier, Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach, Cochem, Kobern-Gondorf, Winningen, Koblenz

Name

Der Name Mosel leitet sich ab von der keltischen Namensform Mosea über lateinisch Mosella, das eine Verkleinerungsform von Mosa, der lateinischen Bezeichnung des anfangs parallel fließenden Flusses Maas darstellt. Der römische Dichter Ausonius setzte ihr bereits im 4. Jahrhundert in Neumagen-Dhron ein literarisches Denkmal.

Wirtschaft

Schifffahrt

Insbesondere Frankreich war interessiert an einer Befahrbarkeit der Mosel mit größeren Schiffen, um die lothringischen Industriegebiete anbinden zu können. Es erreichte per Vertrag mit der Bundesrepublik die Kanalisierung der Mosel und gestand Deutschland im Gegenzug die sogenannte Schlingenlösung am Oberrhein zu (anstatt eines Weiterbaus des Rheinseitenkanals). 1967 wurde die Mosel von Metz bis Koblenz als Schifffahrtsstraße mit 18 Schleusen freigegeben. Für die Schifffahrt ist die [http://www.moselkommission.org Moselkommission] mit Sitz in Trier zuständig. Neben der Güterschiffahrt kreuzen Ausflugsschiffe zwischen den touristisch teilweise sehr intensiv erschlossenen Weindörfern und kleinen Städtchen der Mittel- und Untermosel.

Staustufen

Metz] Die Staustufen sind derart gebaut, dass sich an einem Ende des Stauwehrs eine Schiffsschleuse mit Fischtreppe und am anderen Ende ein Wasserkraftwerk befindet. Die Stauwehre und Wasserkraftwerke auf deutschem Gebiet werden in der Zentralwarte bei Fankel gesteuert.

Tourismus

Das Moseltal verfügt über einen durchgehenden Radweg. Von Palzem an der luxemburgischen Grenze bis Koblenz ist der Weg auf 235 km durchgehend befahrbar. Jedes Jahr am Sonntag nach Pfingsten ist dies auf den 140 km zwischen Schweich und Cochem auch autofrei im Rahmen des "Happy Mosel"-Tages möglich. Anschluss in andere Richtungen bieten der Lahntal-Radweg, der Rhein-Radweg und der Ruwer-Hochwald-Radweg. Eine Reihe bemerkenswerter Burgen und Ruinen zieren die Höhen über dem Moseltal. Auch eine Besichtigungstour per Schiff lohnt sich. Eine besondere Wanderung führt von Ediger aus über den Klettersteig "Calmont" durch den steilsten Weinberg Europas. Festes Schuhwerk ist ein Muss.

Weinbau

An der Mosel befindet sich ein wichtiges Weinbaugebiet, dessen deutscher Teil zum Gebiet Mosel-Saar-Ruwer zählt. Das Landschaftsbild der Mosel ist geprägt von den angrenzenden Weinbergen. Besonders eindrucksvoll zeigen sie sich im Bereich der Mittelmosel, wo an den - am Calmont bei Bremm bis zu 55 Grad - steilen Schieferhängen vor allem Riesling angebaut wird. Hier wachsen einzigartige Weine, die von vielschichtiger Mineralität geprägt sind. Der Weinbau an der Mosel befindet sich zur Zeit in einer Phase des Umbruchs. Mit viel Engagement und einer hochwertigen Ausbildung nimmt die junge Winzergeneration Abstand von der Massenproduktion alter Tage und konzentriert sich auf die Herstellung individueller Spitzengewächse des Rieslings, der hier ein weltweit einzigartes Qualitätspotential besitzt. Winzer]]

Siehe auch


- Liste der Flüsse in Deutschland
- Moselbahn, die Eisenbahnstrecken an der Mosel

Literatur


- Schommers, Reinhold: Die Mosel, DuMont Reiseverlag; Ostfildern, 2001. ISBN 3770137418

Weblinks


- [http://www.die-mosel.de Reiseinformationen zur Mosel]
- [http://www.mosel.de Internet-Portal der Mosel]
- [http://www.moseltouren.de Alle deutschen Orte an der Mosel]
- [http://ubt.opus.hbz-nrw.de/frontdoor.php?source_opus=287 Das Bild der Mosel im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit] Kategorie:Fluss in Deutschland Kategorie:Fluss in Frankreich Kategorie:Fluss in Luxemburg Kategorie:Fluss in Rheinland-Pfalz Kategorie:Lothringen Kategorie:Nebenfluss des Rheins simple:Moselle River

Lothringen

Lothringen (frz.: Lorraine []) ist eine historische Landschaft im Osten Frankreichs am Oberlauf von Maas, Mosel und Saar. Es ist außerdem eine politische Region, bestehend aus den Regierungsbezirken (Départements) Meurthe-et-Moselle (54), Meuse (55), Moselle (57) und Vosges (88). Hauptstadt ist Metz.

Geschichte

Schon in der Steinzeit sind erste Besiedlungsspuren nachweisbar.

Entstehung Lotharingiens

843, nach dem Tod Kaiser Ludwig, wird das Fränkische Reich im Vertrag von Verdun unter seinen Söhnen aufgeteilt. Das Mittelreich fällt mit der Kaiserwürde an Lothar I. und erhält von diesem seinen neuen Namen "Lotharii Regnum (Herrschaft zu Lotharingien)". Es erstreckte sich von den niederen Landen (heute Niederlande und Belgien) über Burgund bis zur Kaiserstadt Rom in Italien. 855 wird dieses Reich in der Prümer Teilung erneut aufgeteilt. Lothar II. erhält den Teil zwischen Maas und Rhein, der Nordseeküste und Besançon, das Lotharingien im engeren Sinne. Dieses karolingische Lotharingien umfasste außer dem heutigen Lothringen noch das Saarland, Luxemburg, Trier und die (deutsche) Mosel, Wallonien, den Niederrhein mit Aachen, Köln und Duisburg und den Süden der Niederlande im Bereich Maastricht, Eindhoven, Breda. Nach dem Tod Lothars II. wird Lotharingien zunächst zwischen dem Ostfrankenreich und dem Westfrankenreich aufgeteilt (Vertrag von Mersen. Dabei fällt der reiche Osten mit Utrecht, Köln und Straßburg, vor allem aber mit der Kaiserstadt Aachen, an das Ostfrankenreich, 870. 876, nach dem Tode des ostfränkischen Königs Ludwig des Deutschen, versuchte der westfränkische König Karl der Kahle auch die Osthälfte Lotharingiens zu erobern. In der Schlacht bei Andernach wurde er aber von Ludwig III., einem Sohn Ludwigs des Deutschen, geschlagen. 877 starb Karl der Kahle, und sein Sohn Ludwig der Stammler starb ebenfalls schon 879. Daraufhin riss Ludwig der III. auch den Westteil Lotharingiens an sich (Vertrag von Ribemont, 880). Fortan gehörte ganz Lotharingien dem Ostfrankenreich an. Zwischen 900 und 911 zerfällt im Ostfrankenreich unter Ludwig dem Kind die Zentralgewalt, und es bilden sich Stammesherzogtümer. Auch Lotharingien wird Herzogtum. Nach dem Aussterben der Karolinger im Ostfrankenreich (911) schließt sich das Herzogtum Lothringen wieder dem Westfrankreich an. Nachdem König Heinrich I. die Zentralgewalt im Ostfrankenreich wiederhergestellt hat, unterwirft sich ihm 925 auch der lothringische Herzog Giselbert. Heinrich gliedert das Herzogtum Lothringen als fünftes Stammesherzogtum in das Ostfrankenreich ein und stellt damit die territorialen Verhältnisse des Jahres 880 wieder her. Die Karolinger aus dem Westfrankreich versuchen mehrfach, Lothringen zurückzugewinnen. 942 muss Ludwig IV. nach dem Krieg von 940 auf Lothringen verzichten.

Aufteilung in Ober- und Niederlothringen

959 wird das Herzogtum in zwei Herzogtümer aufgeteilt: Oberlothringen (umfasst das heutige Lothringen, die Saar, Luxemburg, Trier, Prüm und Koblenz) und Niederlothringen (im Norden). 978 versucht König Lothar von Frankreich abermals Lothringen zu vereinnahmen, nachdem Otto der Große gestorben war (Überfall auf Otto II. in Aachen). 980, Vergeltungszug Otto II. bis kurz vor Paris. Frankreich stellt (vorläufig) seine Eroberungsversuche ein. (Wohl) im 12. Jahrhundert wird der Grenzverlauf zwischen Ober- und Niederlothringen geändert: Luxemburg, Trier, Prüm und Koblenz fallen an Niederlothringen. Im Zuge der Entwicklung von Territorien innerhalb des (Deutschen) Reichs (Heiliges Römisches Reich, ca. 1210-1360) zerfällt Niederlothringen in die Herzogtümer Luxemburg, Jülich und Brabant sowie zahllosen weiteren Herrschaften. In Oberlothringen spaltet sich mit dem Herzogtum Bar ebenfalls ein Herzogtum ab, ein großer Teil des Landes bleibt aber unter dem Namen "Herzogtum Lothringen" eine politische Einheit (Hauptstadt Nancy). Metz, Toul und Werden (Verdun) werden freie Reichsstädte; die Bischöfe von Metz, Toul und Verdun erwerben ebenfalls kleinere reichsunmittelbare Territorien. 1380 kommt es zur Wiedervereinigung der deutschen Hälfte des Herzogtums Bar mit dem Herzogtum Lothringen. 1430-1473 erwerben die Herzöge von Burgund den größten Teil Niederlothringens, nämlich den Hennegau, Brabant, Limburg, Luxemburg, Holland, Seeland und Geldern. Diese Teile Niederlothringens fallen später (1477) in das burgundische Erbe und damit an das deutsche Fürstenhaus Habsburg, später an Spanien bzw. die Niederlande und entfremden sich dem Römisch-Deutschen Reich (HRR). Der Rest Niederlothringens (Niederrhein, Aachen, Trier) bleibt beim Reich, der Name Niederlothringen ist aber nicht mehr gebräuchlich. Der Name "Lothringen" beschränkt sich nunmehr auf Oberlothringen bzw. auf das dortige Herzogtum Lothringen. 1475 erobert Herzog Karl der Kühne von Burgund auch das Herzogtum Lothringen, woraufhin Bern ihm den Krieg erklärt, ihn 1477 in der Schlacht bei Nancy besiegt und die Unabhängigkeit Lothringens innerhalb des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation wieder herstellt. 1542 wird im Vertrag von Nürnberg die Bindung Lothringens zum Reich durch Herzog Anton den Guten gelockert, der in den Jahren zuvor schon ein Übergreifen der Reformation auf Lothringen verhindern konnte.

Wachsender Einfluss Frankreichs

1552 "verkauft" Moritz von Sachsen in einem Komplott gegen den Kaiser das Vikariat über die drei (mehrheitlich französischsprachigen) Reichsstädte Metz, Toul und Verdun an Frankreich (Vertrag von Chambord). 1552-1556 kommt es zum Krieg zwischen dem Deutschen Reich (HRRDN) und Frankreich um diese drei Städte. Der neue Kaiser Ferdinand I. stellt den Krieg ein und die Städte bleiben französisch. Auch die bischöflichen Territorien fallen an Frankreich. Im Zuge der Fronde wird Lothringen auf Geheiß Richelieus besetzt. Im Westfälischen Frieden von 1648 bleibt es unberücksichtigt und erst im Frieden von Vincennes 1661 wird der Abzug der Franzosen festgelegt. Dabei verbleiben strategisch wichtige Orte bei Frankreich, das eine Landverbindung von Verdun und eine von Toul bis ins Elsass erhält, wodurch Lothringen in drei unverbundene Territorien aufgespalten wird. Herzog Franz Stephan beabsichtigt, Maria Theresia zu heiraten. Weil diese nach dem Willen ihres Vaters Thronerbin werden soll (Pragmatische Sanktion) protestiert Frankreich, das ein Wiedererstarken des österreichischen Erzherzogs am Rhein befürchtet. Daraufhin tauscht Franz Stephan sein Land im Vertrag von Wien 1735 (der den Polnischen Thronfolgekrieg beendet) gegen das Großherzogtum Toskana ein, heiratet 1737 und wird 1745 an der Seite Maria Theresias deutscher Kaiser (Franz I.). Lothringen fällt an Stanislaus I. Leszczynski und nach dessen Tod 1766 an Frankreich. Der deutschsprachige Teil Lothringens ist im 18. Jahrhundert wie die benachbarten deutschsprachigen Territorien Ausgangspunkt von Auswanderungen nach Osteuropa. Viele Lothringer siedeln sich in der Vojvodina an und werden danach zu den Donauschwaben gezählt. In der Siedlung Batsch-Sentiwan (Prigrevica Sveti Ivan) wurde z.B. bis zur Vertreibung der Volksdeutschen aus Jugoslawien nach dem Zweiten Weltkrieg ein dem Lothringischen (Moselfränkisch) verwandter Dialekt gesprochen.

Industrialisierung, Elsass-Lothringen, Erster Weltkrieg

Um 1850 beginnt die Industrialisierung in der Region Nancy. 1850 wird die Bahnstrecke Nancy-Metz eröffnet, 1851/52 die durchgehende Eisenbahnstrecke von Reims über Nancy nach Straßburg und von Metz über Saarbrücken nach Mannheim. 1871 werden die mehrheitlich deutschsprachigen Gebiete im Nordosten Lothringens zusammen mit dem Elsass von Preußen und seinen Verbündeten erobert (Deutsch-Französischer Krieg) und als Reichsland Elsass-Lothringen dem neu gegründeten Deutschen Reich einverleibt. Es entsteht eine leistungsfähige Schwerindustrie beiderseits der Grenze im Bereich Metz, Diedenhofen, Nancy. 1893 wird der Marne-Rhein-Kanal von Reims über Nancy und die Zaberner Steige nach Straßburg eröffnet. 1914-1918 im „großen Krieg” (Erster Weltkrieg) ist Lothringen Schauplatz fürchterlicher Schlachten, wie der Schlacht in Lothringen (1914) und der Schlacht um Verdun (1916). Nach dem (für das DR verlorenen) Krieg wird 1918 der nordöstliche Teil Lothringens durch den Versailler Vertrag vom Deutschen Reich getrennt und wieder Teil Frankreichs. Beginn der Unterdrückung der deutschen Sprache und Kultur: die französische Sprache gilt gesetzlich als alleinige Amts- und Schulsprache, auch für die mehrheitlich deutschsprachige Bevölkerung.

Zweiter Weltkrieg

Nach der Kapitulation Frankreichs zu Beginn des Zweiten Weltkriegs im Krieg gegen das „Dritte Reich” wird Lothringen 1940 von Truppen der reichsdeutschen Wehrmacht besetzt, der Regierungsbezirk Mosel (Département Moselle) als „CdZ-Gebiet Lothringen“ wird (faktisch) wieder an das Deutsche Reich angeschlossen und die deutschen Bewohner daher unter einem Chef der Zivilverwaltung als Reichsdeutsche behandelt (eine förmliche Eingliederung des Gebietes in das DR erfolgt nicht). Von 1944 bis 1945 wird Lothringen von alliierten Streitkräften besetzt und vom nationalsozialistischen Regime befreit. Die Region Lothringen wird wieder Teil der Republik Frankreich.

Bevölkerung

Die Region Lothringen hat heute ca. 2,3 Mio Einwohner. Die südlichen, zentralen und westlichen Teile Lothringens gehören von Alters her zum französischen, die nordöstlichen Teile Lothringens zum deutschen Sprachgebiet. Die französische Sprache, die der deutschlothringischen Bevölkerung im Nordosten Lothringens seinerzeit von Frankreich als Amts- und Schulsprache verordnet wurde, hat jedoch die deutsche Sprache (mittelfränkische Dialekte) mittlerweile weitestgehend verdrängt. In einigen (ländlichen) Gebieten werden allerdings noch - vorwiegend von der älteren Generation - die deutschen Mundarten (lothringisch, moselfränkischen und rheinfränkisch) gesprochen.

Wirtschaft

Die Region Lothringen erbringt 3,4% des französischen BIP (40,4 Mrd Euro). Schwerpunkt des wirtschaftlichen Lebens ist der Dienstleistungssektor, gefolgt von der Industrie. Die Montanindustrie hat ihre frühere Bedeutung verloren.

Bildung

In Lothringen gibt es zwei Universitäten, und zwar in Nancy und in Metz.

Lothringer Kreuz

Das Lothringer Kreuz war das Zeichen des Hauses Anjou, die bis 1473 in Lothringen herrschten. Bekannt wurde es vor allem als Symbol der französischen Exil-Regierung unter Charles de Gaulle.

Siehe auch


- Liste der Herzöge von Lothringen
- Liste der Präsidenten des Regionalrates von Lothringen seit 1986
- Liste deutsch-französischer Ortsnamen in Lothringen
- Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerkes "Lothringen" in (Bochum-) Gerthe, später Bergbau-A.G. "Lothringen", auch genannt "Lothringen"-Konzern, untergegangen in der Weltwirtschaftskrise Kategorie:Historisches Territorium Kategorie:Historische Landschaft ja:ロレーヌ地域圏 ko:로렌느 ms:Lorraine

Bas-Rhin

Das französische Département Bas-Rhin [] (dt. Unterelsass) ist das 67. Département in alphabetischer Reihenfolge. Es liegt im Osten Frankreichs, in der Region Elsass. Es ist benannt nach dem die Grenze zu Deutschland bildenden Rhein (Nieder-/Unterrhein).

Geographie

Das Département liegt im Norden der Region Elsass. Die östliche Grenze des Départements bildet der Rhein, im Westen ziehen sich die nördlichen Ausläufer der Vogesen (franz.: Vosges) durch das Departement. Im Norden grenzt es an den Pfälzerwald. Das Département grenzt im Norden (Rheinland-Pfalz, ehemaliger Reg.Bez. Rheinhessen-Pfalz) und Osten (Baden-Württemberg, Reg.Bez. Karlsruhe und Freiburg) an Deutschland, im Süden liegt das elsässische Département Haut-Rhin, im Westen das Département Moselle der Region Lothringen.

Geschichte

Das Département wurde während der französischen Revolution am 4. März 1790 aus dem nördlichen Teil der bis dahin bestehenden Provinz Alsace gebildet. Es untergliederte sich in 4 Distrikte (frz.: district), den Vorläufern der Arrondissements. Die 4 Distrikte waren Haguenau, Benfeld, Strasbourg und Wissembourg. Das Département und die Distrikte untergliederten sich in 32 Kantone und hatten ca. 400.000 Einwohner (?). Hauptstadt war bereits damals Strasbourg. Nach der Annexion der Grafschaft Saarwerden durch Frankreich 1794 (heute Alsace bossu/Krummes Elsaß) wurde als 5. Distrikt Sarre-Union gegründet. Aus dem Distrikt Benfeld wurde der Distrikt Schlestadt. Die Arrondissements wurden am 17. Februar 1800 eingerichtet. Es waren zunächst Barr (anstelle von Schlestadt), Saverne (anstelle von Sarre-Union), Strasbourg und Wissembourg. Am 10.Februar 1806 wurde Barr wieder durch Schlestadt ersetzt. Vom 10. Mai 1871 (Friede von Frankfurt) bis zum 28. Juni 1919 (Vertrag von Versailles) war das Département ein Teil des Deutschen Reiches. Als "Bezirk Unterelsaß" gehörte er zum Reichsland Elsass-Lothringen. Der Bezirk (=Département) untergliederte sich in 8 Kreise (=Arrondissement). Es waren Erstein, Haguenau, Molsheim, Schlettstadt, Straßburg (Stadt), Straßburg (Land), Weißenburg (wie gehabt) und Zabern (wie gehabt, der deutsche Name von Saverne). Der Bezirk umfasste damals 4.778 km² und hatte (1885) 612.077 Einwohner. Mit der Wiedereingliederung des Départements nach Frankreich wurde die Untergliederung in Arrondissemets (=Kreise) komplett übernommen. Zabern wurde wieder zu Saverne, Straßburg (Stadt) zu Strasbourg-Ville, Straßburg (Land) zu Strasbourg-Campagne und Schlettstadt zu Sélestat (der neue Name von Schlestadt). Am 24. Mai 1974 wurden die Arrondissements Erstein und Sélestat zu Sélestat-Erstein mit dem Verwaltungssitz Sélestat zusammengelegt.

Verwaltungsgliederung

Sélestat Das Département Bas-Rhin untergliedert sich in 7 Arrondissements. Siehe auch:
- Kantone im Département Bas-Rhin
- Gemeinden im Département Bas-Rhin

Städte

Die größten Städte des Départements sind (> 10.000 Einwohner (1999)):
- Strasbourg (Straßburg) (264.115)
- Haguenau (32.242)
- Schiltigheim (30.841)
- Illkirch-Graffenstaden (23.815)
- Sélestat (Schlettstadt) (17.179)
- Lingolsheim (16.860)
- Bischheim (16.763)
- Bischwiller (11.596)
- Saverne (11.201)
- Ostwald (10.761)
- Hoenheim (10.726)
- Obernai (10.471)

Weblinks


- [http://www.Bas-Rhin.pref.gouv.fr/ Präfektur des Départements Bas-Rhin (frz.)]
- [http://www.cg67.fr/ Generalrat des Départements Bas-Rhin (frz.)] Kategorie:Französisches Département Kategorie:Elsass ja:バ=ラン県

Meurthe-et-Moselle

Der französische Regierungsbezirk Meurthe und Mosel (Département Meurthe-et-Moselle []) ist der 54. in alphabetischer Reihenfolge. Er ist nach den gleichnamigen Flüssen benannt. Die Hauptstadt (Präfektur\ préfecture) ist Nancy. Unterpräfekturen sind Briey, Lunéville und Toul. Meurthe-et-Moselle gehört zur Region Lothringen. Es grenzt an die „Départements” Meuse, Moselle und Vosges und an die Staaten Belgien und Luxemburg.

Wappen

In Gold ein roter Schrägrechtsbalken belegt mit drei gestümmelten silbernen Adlern, begleitet von zwei blauen schrägrechts liegenden Wellenleisten. Dies ist das Wappen des alten Herzogtums Lothringen, in dessen Zentrum sich das Département befindet, ergänzt um die beiden blauen Wellenleisten, die die Flüsse Meurthe und Mosel symbolisieren.

Verwaltungsgliederung

Weblinks


- [http://www.cg54.fr/ Conseil Général de la Meurthe et Moselle]
- [http://www.meurthe-et-moselle.pref.gouv.fr/ Préfecture de la Meurthe et Moselle]
- [http://www.college-europeen.net/ Collège Européen de Technologie] Kategorie:Lothringen Kategorie:Französisches Département ja:ムルト=エ=モゼル県

Saarland

Das Saarland ist ein Bundesland im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland. Angrenzend liegen das Bundesland Rheinland-Pfalz sowie die Staaten Frankreich und Luxemburg.

Geografie

Das Saarland liegt im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland. Ein Drittel der Fläche des Saarlandes ist mit sommergrünem Mischwald bedeckt. Damit hat das Saarland gemeinsam mit Hessen und Baden-Württemberg die prozentual größte Waldfläche Deutschlands. Darüber hinaus nimmt hier der Laubwald im Vergleich zu allen anderen Bundesländern den größten Anteil der Gesamtwaldfläche ein. Das Saarland erstreckt sich über Teile des Hunsrücks mit dem Schwarzwälder Hochwald, des lothringischen Schichtstufenlandes und des Saar-Nahe-Berglandes. Außerdem dringen die Ausläufer des Pfälzer Waldes weit in das Land ein. Die höchste Erhebung ist der Dollberg (695 m), nördlich von Nonnweiler in den Dollbergen; zweithöchster ist der Schimmelkopf (694,9 m) im Schwarzwälder Hochwald. Weitere wichtige Gebiete sind der Bliesgau und der Saargau mit ihren fruchtbaren Kalksteinböden. Der längste Fluss ist die Saar, die ihren Mittel- und Unterlauf im Saarland hat und dem Land den Namen verliehen hat. Weitere wichtige Flüsse sind Blies, Prims, Nied und Nahe. Das Klima ist gemäßigt ozeanisch. Die Niederschläge liegen im Durchschnitt bei 800 Litern pro Quadratmeter. Das Saarland gehört zudem zu den wärmsten Regionen Deutschlands.

Staatsaufbau

Grundlagen

Die Verfassung des Saarlandes wurde am 16. September 1947 verabschiedet. Laut Verfassung ist das Saarland eine freiheitliche Demokratie und ein sozialer Rechtsstaat in der Bundesrepublik Deutschland. Wie in allen westlichen Verfassungen üblich sind die staatlichen Gewalten getrennt in Legislative, Exekutive und Judikative. Alle Macht geht vom Volke aus. Siehe auch: Verfassung des Saarlandes

Landtag

Der Landtag des Saarlandes besteht aus 51 Abgeordneten, die in unmittelbarer, geheimer, allgemeiner, freier und gleicher Verhältniswahl vom Volk gewählt sind. Derzeit entfallen auf die CDU 27 Sitze, auf die SPD 18 Sitze, auf Bündnis 90/Die Grünen 3 Sitze und auf die FDP ebenfalls 3 Sitze. Die Abgeordneten sind Vertreter des ganzen Volkes und nur ihrem Gewissen unterworfen und an Aufträge und Weisungen nicht gebunden. Wählbar ist jeder Stimmberechtigte der das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Landtag übt laut Verfassung die gesetzgebende Gewalt aus, soweit sie nicht dem Volke unmittelbar vorbehalten ist. Außerdem kann sich der Landtag seines Auftrages nicht entäußern. Im Weiteren obliegt dem Landtag die Kontrolle der ausführenden Gewalt. Die Landtagswahlen finden in der Regel alle 5 Jahre statt. Siehe auch: Wahlen im Saarland

Landesregierung

Die Landesregierung setzt sich nach Artikel 86 der Verfassung aus dem Ministerpräsidenten, den Ministern und Staatssekretären zusammen. Erst im Jahre 2001 wurden Staatssekretäre auch zu Regierungsmitgliedern. Der Ministerpräsident wird mit der Mehrheit der gesetzlichen Mitgliederzahl vom Landtag gewählt. Die Wahl ist gültig für die gesamte Legislaturperiode. Er ernennt und entlässt mit Zustimmung des Landtages die Minister. Die Zahl der weiteren Mitglieder der Landesregierung darf jedoch ein Drittel der Zahl der Minister nicht übersteigen. Der Ministerpräsident sitzt der Landesregierung vor und leitet ihre Geschäfte. Das Land wird beim Bund durch einen Bevollmächtigten vertreten.

Verfassungsgerichtshof

Die Judikative wird durch den Verfassungsgerichtshof sowie durch weitere Gerichte des Landes repräsentiert. Der Verfassungsgerichtshof besteht aus acht Mitgliedern, die mit Zweidrittelmehrheit vom Landtag gewählt werden. Seinen Sitz hat er verfassungsgemäß in Saarbrücken. Siehe auch: Verfassungsgerichtshof des Saarlandes

Gesetzgebung

Gesetzesvorlagen werden vom Ministerpräsidenten namens der Landesregierung, von einem Mitglied des Landtages oder einer Fraktion eingebracht Verfassungsändernde Gesetze bedürfen der Zustimmung von zwei Dritteln der Mitglieder des Landtages. Die Verfassung kann jedoch nur durch ein Gesetz geändert werden, das ihren Wortlaut ausdrücklich ändert oder ergänzt. Außerdem darf die Änderung den Grundsätzen des demokratischen und sozialen Rechtsstaates nicht widersprechen. Bei Unstimmigkeiten entscheidet der Verfassungsgerichtshof.

Volksbegehren

Volksbegehren können darauf gerichtet werden, Gesetze zu erlassen, zu ändern oder aufzuheben. Ein Volksbegehren ist nur auf Gebieten zulässig, die der Gesetzgebung des Landes unterliegen. Über finanzwirksame Gesetze, insbesondere Gesetze über Abgaben, Besoldung, Staatsleistungen und den Staatshaushalt, finden Volksbegehren generell nicht statt. Dem Volksbegehren muss ein ausgearbeiteter und mit Gründen versehener Gesetzentwurf zu Grunde liegen. Es ist einzuleiten, wenn fünftausend Stimmberechtigte es beantragen. Das Volksbegehren ist zu Stande gekommen, wenn es von mindestens einem Fünftel der Stimmberechtigten unterstützt wird. Über Zulässigkeit und Zustandekommen des Volksbegehrens entscheidet die Landesregierung. Gegen ihre Entscheidungen kann der Verfassungsgerichtshof angerufen werden. Das Volksbegehren muss dann unverzüglich dem Landtag unterbreitet werden. Entspricht der Landtag binnen drei Monaten dem Volksbegehren nicht, so ist innerhalb von weiteren drei Monaten ein Volksentscheid herbeizuführen. Der dem Volk zur Entscheidung vorgelegte Gesetzentwurf ist mit einer Stellungnahme der Landesregierung zu begleiten, die bündig und sachlich sowohl die Begründung der Antragsteller wie die Auffassung der Landesregierung über den Gegenstand darlegt. Der Landtag kann einen eigenen Gesetzentwurf dem Volk zur Entscheidung mit vorlegen. Das Gesetz ist durch Volksentscheid beschlossen, wenn ihm mehr als die Hälfte der Stimmberechtigten zustimmt. Über ein Volksbegehren, das auf Änderung der Verfassung gerichtet ist, findet ein Volksentscheid nicht statt.

Hoheitszeichen

Landeswappen

Das Wappen des Saarlandes besteht aus einem gevierten Schild, der die Schildbilder der Landesherren zur Zeit des alten Deutschen Reiches zeigt. Im rechten Obereck ein silberner doppelschwänziger Löwe (golden bewehrt und gekrönt, rot gezüngt) auf blauem mit neun silbernen Kreuzen besähtem Grund (Grafschaft Nassau-Saarbrücken), im linken Obereck ein rotes Kreuz auf silbernem Grund (Kurfürstentum Trier), im rechten Untereck auf goldenem Grund ein roter Diagonalstreifen belegt mit drei silbernen Adlerrümpfen (Herzogtum Lothringen) und im linken Untereck einen goldenen Löwen (rot bewehrt, gezüngt und gekrönt) auf schwarzem Grund (wittelsbacherer Herzogtum Pfalz-Zweibrücken). (Richtungsangaben aus Sicht des Trägers.)
Das Landeswappen darf nur von Landesbehörden geführt werden.

Landesflagge

Die Landesflagge des Saarlandes besteht aus der Bundesflagge, darauf, etwas zum Mast hin verschoben, in den schwarzen und den goldfarbenen Streifen je bis zu einem Fünftel übergreifend, das Landeswappen, die rechte Seite (aus Sicht des Betrachters die linke Seite) zum Mast gewendet.
Nach dem Beitritt des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland wurde diese Kombination als Landesflagge gewählt, um demonstrativ auf die Zugehörigkeit des Saarlandes zu Deutschland hinzuweisen. Zu Zeiten der Unabhängigkeit nach dem zweiten Weltkrieg bestand die Flagge des Saargebiets aus einem silbernen (weißen) skandinavischen Kreuz, der Untergrund zum Mast hin blau, zur anderen Seite hin rot (also die Farben Frankreichs auf Nachdruck desselben).
Obwohl die Flagge das Landeswappen enthält, darf die Landesflagge von jedem Landesbürger verwendet werden (im Gegensatz zu anderen Landesflaggen mit Wappen, z.B. Berlin oder Baden-Württemberg).

Bevölkerung

Der größte Ballungsraum im Saarland ist die Achse Dillingen/ Saar, Saarbrücken und Neunkirchen/Saar. Die Bevölkerungsdichte ist im Norden, Südwesten und Westen des Landes geringer. Im Saarland werden vor allem rhein- und mittelfränkische Mundarten gesprochen (siehe: Saarländisch). Entgegen der weitverbreiteten Meinung, dass die Saarländer Französisch sprechen können, können die meisten von zu Hause aus kein Wort Französisch. Das Saarland hat bundesweit die höchste Eigentumsrate beim Grundbesitz. 74 % der Bevölkerung sind katholisch und 21 % Prozent evangelisch. Das Saarland hat prozentual den größten katholischen Bevölkerungsanteil in Deutschland.

Geschichte

Saarländisch Hauptartikel: Geschichte des Saarlandes Das Saargebiet war in seiner Geschichte meist deutsch, stand aber immer wieder zeitweise unter französischem Einfluss. Im 20. Jahrhundert wurde es nach dem Ersten Weltkrieg dem Völkerbund unterstellt und nach dem Zweiten Weltkrieg autonom, blieb allerdings wirtschaftlich an Frankreich angebunden, kehrte jedoch beide Male nach Volksabstimmung wieder zu Deutschland zurück. Seit 1957 ist es das zehnte Land der Bundesrepublik Deutschland. (Anmerkung: Betreffend die Vermutung dass das Saarland „französisch besetzt“ war: Nach dem ersten Weltkrieg trifft dies bedingt zu; rechtlich jedoch war das Saargebiet, welchem damals noch einige Teile der heutigen Landkreise Merzig-Wadern und St. Wendel fehlten, dem Völkerbund unterstellt. Ab 1947 war der Terminus „französische Besatzung“ rein formal unzutreffend, da das Saarland politisch autonom und wirtschaftlich an Frankreich angebunden war, auf Grundlage einer eigenen Verfassung. Allerdings war die Annahme dieser Verfassung eher dem Druck des französischen Gouverneurs Gilbert Grandval zu verdanken als den Wahlen vom 5. Oktober 1947, die von der Bundesrepublik nicht als frei und unabhängig anerkannt wurden (s. das deutsche Weißbuch zur Saarfrage von 1950). Wegen der großen Nähe zu Frankreich und auch als Reminiszenz an die „französische“ Zeit wird an den meisten saarländischen Schulen immer noch Französisch als erste Fremdsprache vor Englisch gelehrt.)

Regionen


- Bliesgau
- Saargau
- Schwarzwälder Hochwald
- Sankt Ingbert - Kirkeler Waldgebiet
- Sankt Wendel
- Warndt
- Saarbrücken
- Illingen

Politik

Mit der Landtagswahl am 5. September 1999 fand an der Saar ein Regierungswechsel statt. Die SPD-geführte Regierung wurde durch die CDU abgelöst, die die absolute Mehrheit mit 26 Sitzen erringen konnte. Seit der letzten Landtagswahl vom 5. September 2004 sind wieder die Grünen (5,6% der Stimmen, 3 Sitze im Landesparlament) und die FDP/DPS (5,2%, ebenfalls 3 Sitze) im saarländischen Landtag vertreten. Die CDU (47,5%) konnte ihren Vorsprung um einen Sitz ausbauen, die SPD (30,8) musste 7 Plätze abgeben. Auf kommunaler Ebene konnten die freien Wähler in Kreis- und Gemeinderäte einziehen. freien Wähler Die Regierung des Saarlandes besteht aus folgenden Ministern und Ministerinnen, die alle der CDU angehören:
- Ministerpräsident: Peter Müller
- Minister der Finanzen: Peter Jacoby (Stellvertreter des Ministerpräsidenten)
- Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei: Karl Rauber
- Ministerin für Inneres, Familie, Frauen und Sport: Annegret Kramp-Karrenbauer
- Minister für Justiz, Gesundheit und Soziales: Josef Hecken
- Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft: Jürgen Schreier
- Minister für Wirtschaft und Arbeit: Dr. Hanspeter Georgi
- Minister für Umwelt: Stefan Mörsdorf Siehe auch: Liste saarländischer Ministerpräsidenten

Bildung und Forschung

Das Saarland verfügt über die Universität des Saarlandes, die 1948 unter der französischen Verwaltung gegründet wurde, mit den Standorten Saarbrücken und Homburg/Saar. In Saarbrücken sitzt die Verwaltung, sowie in Saarbrücken auch die meisten Studiengänge angesiedelt sind. Die rechtswissenschaftliche Fakultät und die Informatik haben deutschlandweit einen sehr guten Ruf. Der Campus in Homburg/Saar ist Sitz der medizinischen Fakultät. Die medizinische Forschung in Homburg ist eine der führenden in Deutschland. Die Deutsch-Französische Hochschule, gegründet 1999, bietet Studiengänge an, die mit einem Doppel- oder Dreifachdiplom (deutsch, französisch, luxemburgisch) abschließen. Die Lehre wird dabei von der Universität des Saarlandes, der Université Henri Poincaré in Nancy und dem Centre Universitaire zu Lëtzebuerg in Luxemburg/Luxemburg übernommen.
Darüberhinaus gibt es die École Européenne d'Ingénieurs en Génie des Materiaux (EEIGM), die den Studiengang Werkstoffwissenschaften als europäischen Studiengang durch die Universität des Saarlandes, das Institut National Polytechnique de Lorraine in Nancy/Frankreich, die Universitat Polytècnica de Catalunya und die Escola Tècnica Superior d'Engenyers Industrials des Barcelona in Barcelona/Katalonien(Spanien) und die Luleå Tekniska Universitet in Luleå/Schweden anbietet. Daneben gibt es die Hochschule der Bildenden Künste Saar, gegründet 1989, sowie die Hochschule für Musik Saar, gegründet 1947 als Staatliches Konservatorium. Nach Einrichtung eines Instituts für Katholische Kirchenmusik und eines Instituts für Schulmusik wurde es 1957 in eine Staatliche Hochschule für Musik umgewandelt und 1971 in die Trägerschaft des Saarlandes überführt. Außerdem gibt es vier Fachhochschulen: Die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, gegründet 1971 durch Zusammenschluss der Höheren Wirtschaftsschule, der Staatlichen Ingenieurschule und der Staatlichen Werkkunstschule, erhielt sie 1991 ihren heutigen Namen. Einen guten Ruf hat der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen. Auch hier gibt es deutsch-französische Kooperationen (z.B. mit der Grenoble École de Management). Die Fachhochschule für Bergbau Saar wurde 1807 unter napoleonischer Besetzung gegründet und 1816 in königlich-preußische Bergschule umbenannt. Später hieß sie lediglich Bergschule zu Saarbrücken, dann Bergingenieurschule und 1990 erhielt sie schließlich ihre heutige Bezeichnung. Die Katholische Hochschule für Soziale Arbeit wurde 1971 gegründet und steht in Trägerschaft des Bistums Trier. Die Fachhochschule für Verwaltung des Saarlandes bildet in Dudweiler Landesbeamten des gehobenen Dienstes aus. An der Universität des Saarlandes angesiedelt sind folgende privatrechtliche Forschungsinstitute:
- das Max-Planck-Institut für Informatik, gegründet 1988, und
- das Max-Planck-Institut für Softwaresysteme, gegründet 2004, der Max-Planck-Gesellschaft;
- das Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren (IzfP) und
- das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) (in St. Ingbert) der Fraunhofer-Gesellschaft;
- das Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI);
- das Korean Institute of Science and Technology Europe, der 1996 gegründete europäische Ableger eines der größten koreanischen Forschungsinistitute. Die 1970 gegründete Arbeitsstelle für Österreichische Literatur und Kultur (AfÖLK)/Robert-Musil-Forschung innerhalb der Germanistik an der Universität des Saarlandes verfügt über eine eigene Bibliothek (über 12.000 Bände mit Österreich-Bezug) und ein Archiv (mehrere Nachlässe). Der von Prof. Dr. Pierre Béhar geleiteten Forschungseinrichtung wurde im Jahre 2004 durch die Republik Österreich der Titel einer „Wissenschaftlichen Österreich-Bibliothek Robert Musil“ verliehen.

Wirtschaft und Verkehr

Unternehmen und Wirtschaft

Robert Musil] Bedeutendster wirtschaftlicher Bereich an der Saar ist die Automobil- (z. B. Ford in Saarlouis) bzw. Automobil-Zuliefererindustrie (z. B. Bosch und Michelin in Homburg). Mit der Saarstahl AG und der AG der Dillinger Hüttenwerke sind gleich zwei große Stahlunternehmen hier beheimatet. Eine wichtige wirtschaftliche Rolle spielte der Bergbau im Saarland. Auch die Keramikindustrie (Villeroy & Boch) spielt eine bedeutende Rolle in der Wirtschaft des Saarlandes. Stark gefördert und im Wachstum begriffen ist der Bereich der Informatik und der Informationsindustrie (z. B. IDS in Saarbrücken und SAP in St. Ingbert). Aktuell beeindruckt das Saarland durch die höchsten wirtschaftlichen Zuwachsraten beim Bruttoinlandsprodukt. Es lag im 1. Halbjahr 2005 real um 2,8 % über dem Vorjahreszeitraum, während im Bundesdurchschnitt nur 0,6 % Wachstum erreicht wurden. Des Weiteren gewann das Saarland mehrmals das Dynamikranking der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, das die Veränderungen in den Bundesländern bewertet. Ministerpräsident Peter Müller bewertet dies als Erfolg seiner Reformpolitik, die zur Ansiedlung neuer Industrie- und Dienstleistungszweige führe.

Verkehr

Durch seine frühe Industrialisierung besteht im Saarland eine sehr gute Infrastruktur. So durchqueren das Land sechs gut ausgebaute Autobahnen. Auch das Schienennetz ist sehr dicht. So besteht eine Direktverbindung per Autobahn und Bahn in die Metropole Paris. Außerdem gibt es in Saarbrücken-Ensheim einen internationalen Verkehrsflughafen. Trotz der überschaubaren Fläche gibt es im Saarland erst seit dem 1. August 2005 einen Verkehrsverbund. Auf 1.000 Einwohner kommen durchschnittlich 704 Kraftfahrzeuge. Damit hat das Saarland eine extrem hohe Fahrzeugdichte. Das Saarland wird von folgenden Autobahnen durchquert: A 1, A 6, A 8, A 62, A 620, A 623. Bundesstraßen (Auswahl): B 10, B 268, B 269, B 40, B 405, B 406, B 407, B 41, B 420, B 423, B 51. Betriebene Bahnstrecken:
- Saarbrücken - Homburg (Saar) -> Mannheim
- Pirmasens - Zweibrücken - Rohrbach (Saar) -> Saarbrücken
- Mainz - Türkismühle - St. Wendel - Neunkirchen (Saar) - Saarbrücken - Forbach (Frankreich) Metz (Frankreich) => Paris (Frankreich)
- Saarbrücken - Saarlouis - Merzig - Trier
- Saarbrücken - Illingen - Lebach
- Homburg/Saar - Bexbach - Illingen
- Saarlouis - Dillingen/ Saar - Niedaltdorf - Thionville (Frankreich)
- Saarbrücken - Sarreguemines (Frankreich)
- Trier - Perl - Grenze Frankreich :sowie die Saarbahnstrecke :
- Riegelsberg - Saarbrücken - Brebach mit Anschluss an die obige Bahnlinie nach Sarreguemines (Frankreich)

Verwaltungsgliederung

Landkreise

Sarreguemines

Kfz-Kennzeichen

Die Verteilung der Autokennzeichen ist etwas komplizierter als in Deutschland sonst üblich, da im Saarland nicht nur jedem Kreis ein Kfz-Kennzeichen zugeordnet ist, sondern auch den Mittelstädten. Daher haben nur die Kreise Merzig-Wadern (MZG), Neunkirchen (NK), Sankt Wendel (WND) und Saarlouis (SLS) ein einheitliches Kennzeichen; im Stadtverband Saarbrücken hingegen gibt es das Kennzeichen VK für die Stadt Völklingen und SB für den übrigen Stadtverband, im Saarpfalz-Kreis gibt es IGB für die Stadt St. Ingbert und HOM (nach dem Hauptort Homburg) für den übrigen Kreis. Nicht mehr vergeben wird das Kennzeichen OTW für Ottweiler im Kreis Neunkirchen, mit dem aber nach wie vor einige Oldtimer unterwegs sind. Außerdem gibt es das Kennzeichen SAL für offizielle Stellen des Landes.

Verwaltungsgliederung vor der Kreisreform

#Kreisfreie Stadt Saarbrücken (SB) #Landkreis Homburg (HOM) #Landkreis Merzig (MZG) #Landkreis Ottweiler (OTW) mit Mittelstadt Neunkirchen (NK) #Landkreis Saarbrücken (SB) mit Mittelstadt Völklingen (VK) #Landkreis Saarlouis (SLS) #Landkreis Sankt Ingbert (IGB) - nach 1974 immer noch Mittelstadt #Landkreis Sankt Wendel (WND) Neunkirchen besitzt seit 1968 ein eigenes KFZ-Kennzeichen (NK, vorher OTW), ebenso Völklingen (VK, vorher SB).

Verwaltungsgliederung nach der Kreisreform

#Landkreis Merzig-Wadern (MZG) #Landkreis Neunkirchen (NK) #Landkreis Saarlouis (SLS) #Saarpfalz-Kreis (HOM) mit Mittelstadt St. Ingbert (IGB) #Landkreis St. Wendel (WND) #Stadtverband Saarbrücken (SB) mit Mittelstadt Völklingen (VK)

Größte Städte und Gemeinden

Persönlichkeiten

Siehe: Liste bedeutender Saarländer

Saarländische Spezialitäten

Die ursprüngliche saarländische Küche ist recht einfach: Eintopf, Kartoffeln, Sauerkraut, Wurst und Fleisch aus Hausschlachtung. Nur wenige Speisen und Getränke gelten als typisch saarländisch:
- Dibbelabbes
- Schales
- Lyoner (Fleischwurst) im Ring
- Hoorische
- Gefillde (gefüllte Kartoffelklöse)
- Geheiratete
- Schwenker (typisches Schwenksteak)
- Bettsaiersalat (Löwenzahnsalat)
- Bekannte saarländische Biere kommen und kamen zum Beispiel von den Brauereien Becker (St. Ingbert), Bruch (Saarbrücken), Donner (Saarlouis), Großwald (Heusweiler-Eiweiler), Karlsberg (Homburg), Ottweiler Brauerei, Paqué (St. Wendel), Saarfürst (Merzig), Schäfer (Dirmingen), Schloss (Neunkirchen) und Walsheim (Walsheim). Karlsberg dominiert heute (2004) den Getränkemarkt im Saarland.
- Die Saar-Weine (Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer) stammen nicht aus dem Saarland, sondern vom Unterlauf der Saar in Rheinland-Pfalz. Saarländische Weine werden an dem kurzen Moselabschnitt namens Obermosel (zur Weinvermarktung auch: „Südliche Weinmosel“) angebaut, der die Grenze zwischen dem Saarland und Luxemburg darstellt.
- Zudem gibt es hauptsächlich im Merziger Raum und im Saargau den Viez (Apfelwein)
- Obstschnäpse werden insbesondere auf dem Saargau gebrannt (zum Beispiel Quetsch (Zwetschge), Mirabelle, Trester oder auch die seltene Spezialität Hundsärsch ein Mispel-Brannt).
- Doppelweck
- Schneebällchen

Mentalität

Die Grenzlage und jahrhundertelange Fremdherrschaft, sei sie nun deutsch (preußisch oder bayerisch) oder französisch, haben die saarländische Mentalität stark beeinflusst. Die jahrhundertelange Erfahrung, alles durch Krieg und Eroberung verlieren zu können, führte zur der Einstellung, alles was man hat im „Hier und Jetzt“ zu genießen. Immer wieder wechselnde Herren führten zu der Tendenz, Neuankömmlinge zu „umarmen“ und zu integrieren, vorteilhaft erscheinende Neuerungen anzunehmen oder aber mit sturer, manchmal irrationaler Kooperationsverweigerung die als unerwünschte Besatzer betrachteten Herren aus dem Land zu treiben. Diese Taktik hat sich auf lange Sicht bis heute bewährt. Die Winzigkeit des Saarlandes ist Segen und Fluch zugleich und führt zu einer „jeder kennt jeden“-Mentalität. Zwei sich (noch) fremde Saarländer werden zwangsläufig im Gespräch einen gemeinsamen Bekannten ausfindig machen. Das bedeutet auf der einen Seite manchmal schmerzhaft fehlende Anonymität, erzeugt auf der anderen Seite ein starkes Wir-Gefühl. Dem Nicht-Saarländer erschwert dieses wiederum zunächst die Integration (zumal er anhand des fehlenden Dialektes leicht zu erkennen ist), doch hat er sich erst einmal mit dem einen oder anderen Saarländer angefreundet, geht es umso schneller.

Literatur

Literatur über das Saarland


- Dieter Staerk (Hrsg.): Das Saarlandbuch. Minerva-Verlag, Saarbrücken, 1981. ISBN 3477000668
- Dietrich Soyez (Hrsg.): Das Saarland. Bd. 1 Beharrung und Wandel in einem peripheren Grenzraum. Saarbrücken, 1989. ISBN 3924525366
- Dietrich Soyez (Hrsg.): Das Saarland. Bd. 2 Die Saar – eine Flusslandschaft verändert ihr Gesicht. Saarbrücken, 1989. ISBN 3924525374
- Jürgen Hartmann (Hrsg.): Handbuch der deutschen Bundesländer. Bonn, 1997. ISBN 3893310835

Das Saarland in der Literatur


- Johann Michael Moscherosch: Soldatenleben. Hrsg. und bearb. von Walter E. Schäfer unter dem Titel Unter Räubern. Braun, Karlsruhe, 1996. ISBN 3765081701
- Johann Wolfgang von Goethe: Dichtung und Wahrheit, 2. Teil, 10. Buch
- Ludwig Harig: Die saarländische Freude - Ein Lesebuch über die gute Art zu leben und zu denken. dtv, 1979. ISBN 3446123377
- Holger Willi Montag: Reisen mit Pippo. mandarin-verlag, 2003. ISBN 3980932508

Siehe auch


- Römische Ausgrabungen im Saarland
- Saarland-Rundwanderweg
- Saarländische Sagen und Legenden
- Separatismus
- Tourismus im Saarland
- Universität des Saarlandes

Weblinks


- [http://www.saarland.de/ Saarland, offizielle Seite]
- [http://www.landtag-saar.de/ Landtag des Saarlandes]
- [http://www.wahlen.saarland.de/ Wahlergebnisse (Landeswahlleiter)]
- [http://www.tourismus.saarland.de/ Tourismus Zentrale Saarland]
- [http://woerterbuch.saarlaendisch.de/ Saarländisches Wörterbuch]
als:Saarland ja:ザールラント州 ko:자를란트 주 simple:Saarland

Großherzogtum Luxemburg

Das Großherzogtum Luxemburg ist ein Staat in Mitteleuropa. Es grenzt an Frankreich und Belgien sowie an die deutschen Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland.

Geographie

Der Norden des Landes ist ein Teil der Ardennen und wird Ösling genannt. Es liegt auf durchschnittlich 400 bis 500 Metern über dem Meeresspiegel. Die Landschaft im Ösling ist geprägt von bewaldeten Bergen und Hügeln und tiefen Flusstälern, wie zum Beispiel der Sauer. Mit 558,35 Metern stellt der „Burgplatz“ in Huldange (deutsch: Huldingen) die höchste Erhebung des Landes dar. Im Süden liegt das fruchtbare Gutland, das zum Lothringer Stufenland gehört. Dieses Gebiet weist eine höhere Bevölkerungs- und Industriedichte als das Ösling auf. Der niedrigste Punkt des Landes, Spatz genannt (129 Meter ü.M.), befindet sich am Zusammenfluss von Sauer und Mosel in Wasserbillig. Da das Klima des Landes durch atlantische Westwinde beeinflusst wird, sind die Temperaturen und Niederschlagswerte im allgemeinen mäßig. Wichtige Flüsse Luxemburgs sind die Mosel, die im Südosten den Grenzfluss zu Deutschland bildet, die Sauer, die Our und die Alzette. Siehe auch: Flüsse in Luxemburg

Bevölkerung

Luxemburg hat etwa 462.500 Einwohner. Nationalsprache ist Luxemburgisch („Lëtzebuergesch“), ein moselfränkischer Dialekt des Hochdeutschen. Nach Schätzungen bekennen sich etwa 90 Prozent der Bevölkerung zum römisch-katholischen Glauben. Luxemburg besitzt einen hohen Ausländeranteil von 39,0 Prozent (2005). 14,1 Prozent der Gesamtbevölkerung sind Portugiesen, 4,8 Prozent Franzosen, 4,2 Prozent Italiener, 3,5 Prozent Belgier, 2,3 Prozent Deutsche und 1,0 Prozent Briten (2004). 7.500 Ausländer arbeiten bei den in Luxemburg angesiedelten europäischen Institutionen. Den niedrigsten Anteil hat die ausländische Bevölkerung in der Gemeinde Hoscheid – auf deren 418 Einwohner kommen 12,2 Prozent Ausländer – den höchsten hat Fels (franz. Larochette) mit 61,5 Prozent. In der Hauptstadt liegt er bei circa 53,7 Prozent. Dem Patriotismus und der Verbundenheit mit der Heimat wird in Luxemburg trotz allem ein sehr hoher Stellenwert zugesprochen, unter anderem in der (aus der Zeit der Okkupation übernommenen) Parole „roude Léiw huel se“ oder aber auch „Mir wëlle bleiwen wat mir sin“ (wir wollen bleiben was wir sind). Des Weiteren arbeiten in Luxemburg knapp über 113000 Grenzpendler aus den umliegenden Nachbarregionen (2005). 52,3 Prozent der Pendler kommen aus dem französischen Lothringen, 27,3 Prozent aus Belgien und 20,3 Prozent aus Deutschland (2003). Insgesamt macht dieser Anteil der Arbeitnehmer 40 % der in Luxemburg Beschäftigten aus. Die Sprachsituation in Luxemburg ist sehr komplex. Da Luxemburgisch geographisch auf sehr begrenztem Raum gesprochen bzw. verstanden wird, sieht sich die Bevölkerung gezwungen, mindestens eine weitere Fremdsprache, z. B. Deutsch, Französisch oder Englisch zu beherrschen. Dazu kommt, dass in der Justiz ausschließlich Deutsch, in Banken oder Geschäften ausschließlich Französich gesprochen wird. (Ausnahme: Kleine Geschäfte in Dörfern etc. oder Kassiererinnen aus dem Ausland) Laut einer Erhebung des Eurobarmoter 2005, beherrschen 99 % der Befragten eine weitere Fremdsprache. Damit ist Luxemburg Spitzenreiter in Europa. Im Jahr 1986 wurde das Volk Luxemburgs mit dem Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Hiermit wurde anerkannt, dass Luxemburger zu überzeugten Europäern der ersten Stunde zählen und luxemburgische Politiker wichtige Beiträge zur europäischen Einigung geleistet haben. Der Text, der an Jean (Johann) Großherzog von Luxemburg stellvertretend für sein Volk überreichten Medaille lautet: Karlspreis der Stadt Aachen 1986. Das Volk Luxemburgs, Vorbild der Beharrlichkeit auf dem Weg zur Einheit Europas.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Luxemburgs Die ersten Besiedlungsspuren im Gebiet des heutigen Luxemburg stammen von den Kelten, die schon im 2. Jahrhundert v. Chr. hier siedelten. Um 58–51 v. Chr. eroberte Gaius Julius Cäsar Gallien und so gehörte auch Luxemburg zum Imperium Romanum. Im 5. Jahrhundert n. Chr. verdrängten die Franken, wie in ganz Gallien, die römische Herrschaft. Wandermönche sorgten für eine allmähliche Christianisierung. 698 wurde bereits das Kloster Echternach von dem angelsächsischen Missionar Willibrord gegründet. 963 wurde die Stadt Luxemburg und die Grafschaft Luxemburg von Graf Siegfried gegründet. Er erwarb den kleinen Bockfelsen im Alzettetal durch einen Tauschhandel mit dem St.-Maximin-Kloster in Trier, dem er dafür Land im heutigen Ösling (Feulen) gab. Damit war der Grundstein für das Haus Luxemburg gelegt, woraus später 5 römisch-deutsche Kaiser oder Könige entspringen sollten (Heinrich VII. (1308), Karl IV. (1346, zweite Wahl 1347; Kaiser seit 1355), Wenzel (Wahl zum römisch-deutschen König erfolgte noch zu Lebzeiten Karls 1376), Jobst von Mähren (1410; umstrittene Wahl zwischen ihm und Sigismund) und Sigismund (1410 und noch einmal 1411 gewählt)). Im Jahre 1354 wurde Luxemburg unter der Herrschaft Wenzels I. von Kaiser Kaiser Karl IV. zum Herzogtum erhoben. Unter Karl IV. gehörten Luxemburg und Teile Belgiens zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. 1482 fiel es an die Habsburger, 1555 an deren spanische Linie, die 1659 im Pyrenäenfrieden den Süden von Diedenhofen bis Montmédy an Frankreich abtreten musste (1. Luxemburger Teilung). 1684 bis 1697 war das Land infolge der Reunionen Ludwigs XIV. in französischem Besitz. Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg fällt Luxemburg 1713 an die Österreichischen Niederlande, 1795/1801 bis 1814 gehörte es zu Frankreich. Auf dem Wiener Kongress wird das Großherzogtum in den Deutschen Bund und gleichzeitig in Personalunion mit dem Königreich der Niederlande verbunden (2. Teilung). Jedoch wird es ein souveränes Großherzogtum. 1830 schloss es sich der belgischen Revolution an; die wallonische Westhälfte wurde 1839 an Belgien abgetreten. Diese 3. Teilung wird allerding erst als der Beginn der eigentlichen Souveränität gesehen. Auch nach der Auflösung des Deutschen Bundes (1866) blieb Luxemburg weiterhin im Deutschen Zollverein (1843–1919). Die sogenannte Luxemburgkrise, bei der Napoleons III. versucht hatte Luxemburg zu kaufen mündete in den zweiten Londoner Vertrag</