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Mount Erebus
Der 3,794 Meter hohe Mount Erebus in Antarktika ist der südlichste aktive Vulkan der Erde.
Mount Erebus ist der größte der drei Schicht- oder Stratovulkanen, welche zusammen die Ross-Insel im Westen des Rossmeeres bilden.
Entdeckungsgeschichte
Der von Gletschereis bedeckte Berg wurde im Jahre 1841 von Sir James Clark Ross entdeckt, und von ihm nach dem Flaggschiff seiner kleinen Expeditionflotte, der HMS Erebus, benannt; Erebos (engl. auch Erebus) ist der griechische Gott der Finsternis. Als die Ross-Expedition bei der Insel eintraf, wurde sie Zeuge eines Ausbruchs des Mount Erebus. Dieses eindrucksvolle Ereignis und seine Schilderung in den Berichten prägte die Vorstellung der Menschen über die Antarktis, als einen Ort zwischen Feuer und Eis, für lange Zeit.
Erstmals bestiegen wurde der Berg 1908 von einer Gruppe von Teilnehmern der britischen Expedition Nimrod unter Leitung von Ernest Shackleton. Unter den Bergsteigern befanden sich die bekannten Antarktisforscher Douglas Mawson und Tannat David, letzter führte die Gruppe an.
Geologie des Mount Erebus
Tannat David
Mount Erebus ist seit 1974 ununterbrochen aktiv und wird von einer Mess-Station überwacht. In seinem Krater befindet sich einer von nur drei Lavaseen der Erde. Die langen Phasen gleichmäßiger Aktivität werden von gemäßigten, so genannten strombolianischen Eruptionen unterbrochen, die vulkanische Schlacken und Lavafetzen fördern.
Die Art des Vulkanismus des Mount Erebus und der übrigen Vulkane der Ross-Insel wird als Intraplattenvulkanismus bezeichnet. Die Ursache dieser Form des Vulkanismus ist ein Manteldiapir, eine pilzförmige Aufwölbung des heißen Erdmantels, die sich in Form eines Hot Spots in der Erdkruste darstellt und zur Bildung von Vulkanen und vulkanischen Inseln führt. Die Form des Vulkangipfels wurde durch verschiedene Ausbruchsereignisse und die sich dadurch bildenden schüsselförmigen Krater oder Calderen gestaltet. Die von Mount Erebus geförderte Lava kristallisiert zu Phonolith aus, ein Gestein, das reich an Anorthoklas (Alkalifeldspat) ist. Der Chemismus der geförderten Lava hat ich jedoch im Laufe der Zeit gewandelt. So sind die die ältesten Ergussgesteine von eher undifferenzierter basanischer Zusammensetzung und daher erheblich dünnflüssiger als die später geförderte Lava. Dies erklärt, warum die Basís von Mount Erebus als breites, flachgeneigtes Plattformschild ausgebildet ist. Die im Verhältnis dazu zähflüssigeren und daher weniger fließfreudigen phonolithischen Föderprodukte der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart formten und formen die Spitze des Vulkans und geben ihr eine steilere Neigung und eine gewölbte Form.
Auf etwa 3.200 m Höhe befindet sich ein Gipfelplateau, welches vom Rand der jüngsten Caldera gebildet wird. Dort hat sich die neue Spitze des Vulkankegels gebildet. Darin befindet sich der elliptische, sich über eine Fläche von 500 x 600 m ausbreitende, und 100 m tiefe äußere Krater. In seinem Inneren befindet sich ein weiterer Krater, dessen Durchmesser 250 m und dessen Tiefe rund 100 m beträgt. Von dem darin enthaltenen Lavasee gehen täglich mehrere kleinere Ausbrüche aus.
Am südwestlichen Rand der Insel, am Fuß des Mount Erebus, ragt der zungenförmige Erebus-Gletscher 11 bis 12 km in die Erebus-Bucht hinein.
Flugzeugabsturz am Mount Erebus
Am 28. November 1979 ereignete sich am Mount Erebus ein Flugzeugabsturz, dessen Ursache bis heute umstritten ist. Eine DC-10 der Air New Zealand (Flug 901) mit 257 Menschen an Bord prallte bei einer Rundreise über der Antarktis in den unteren Nordhang des Berges. Das Flugzeug wurde vollkommen zerstört, es gab keine Überlebenden. Einer Bergungmannschaft gelang binnen einer Woche die Identifizierung von 213 Leichen, die übrigen konnten nicht eindeutig bestimmt werden.
Ursachen
Das offizielle Untersuchungsergebnis der Fluggesellschaft wies dem Flugkapitän die alleinige Verantwortung an dem Unglück zu. Er habe sich dazu entschieden, unterhalb der erlaubten Mindesthöhe zu fliegen, obwohl sich das Flugzeug in einer Wolkendecke befunden habe und die Besatzung die Position der Maschine nicht genau habe bestimmen können.
Eine von der neuseeländischen Regierung eingesetzte „Königliche Untersuchungskommission“ gelangte jedoch zu einem vollkommen anderen Ergebnis. Sie sah die Hauptschuld bei der Fluggesellschaft, die es versäumt habe, der Besatzung eine entscheidene Änderung der im Navigationscomputer gespeicherten Flugroute mitzuteilen - der neue Kurs führte genau auf den Berg zu - und es zudem unterlassen habe, die Besatzung angemessen auf Flüge unter antarktischen Bedingungen vorzubereiten. Nach Ansicht der Kommission habe der Pilot die Maschine bei klarer Sicht unter Einhaltung der Regeln des Sichtfluges genau in Richtung des Berges gesteuert, dies aber aufgrund widriger Umstände nicht erkennen können. Die besonderen polaren Lichtverhältnisse hätten in Verbindung mit einer bestimmten Wetterlage eine optischen Täuschung verursacht, und dazu geführt, dass sich die Konturen des schneebedeckten Berges vollkommen auflösten. Zudem sei der Eindruck entstanden, das Flugzeug befände sich über offenem, flachem Gelände, entsprechend der ursprünglichen Flugroute. Infolgedessen habe niemand von der Besatzung bemerkt, dass die Maschine sich tatsächlich auf Kollisionskurs mit dem Berg befand.
Später wurde auf einem Felsen ein Gedenkkreuz mit Blick auf die Absturzstelle errichtet.
Weblinks
- [http://www.volcano.si.edu/world/volcano.cfm?vnum=1900-02= Datenblatt des Mount Erebus vom USGS (Englisch)]
- [http://vulcan.wr.usgs.gov/Volcanoes/Antarctica/description_antarctica_volcanoes.html Antarctica Volcanoes and Volcanics]
- [http://www.bbv-net.de/public/magazin/bildershow/nachrichten/wissenschaft/raetsel/324?picture_id=9 Der Erebus-Gletscher]
Kategorie:Vulkan
Kategorie:Berg (Antarktis)
Kategorie:Dreitausender
Antarktika
Die Antarktis (wörtlich: Gegen-Arktis) umfasst die um den Südpol gelegenen Land- und Meeresgebiete. Als mathematisch-astronomische Zone wird sie durch den südlichen Polarkreis begrenzt und reicht somit bis 66° 33' südlicher Breite. Als geografische Grenze gilt die antarktische Konvergenz bei etwa 50° südlicher Breite, wo das kalte antarktische unter das wärmere subtropische Oberflächenwasser absinkt.
Im Zentrum der Region liegt der Kontinent Antarktika, auch Südkontinent genannt, für den jedoch unkorrekterweise meist selbst die Bezeichnung Antarktis verwendet wird.
Die Antarktis wurde ab 1820 von verschiedenen Forschern und Seefahrern erschlossen. 1958 wird im Antarktisvertrag der politische Status der Antarktis geregelt.
politische Status der Antarktis
Geografie
Übersicht
Die Antarktis als astronomische Zone umfasst 21,2 Millionen km2; die physisch-geografische Region ist 52 Millionen km2 groß. Antarktika ist mit fast 13,2 Millionen km2 etwa 2,7 Millionen km2 größer als Europa. Die genaue Größe ist nicht bekannt, da sich unter dem Schelfeis Wasser befindet. Man unterteilt den Kontinent in einen West- und einen wesentlich größeren Ostteil.
Das höchste Gebirge ist das 5.140 m hohe Vinson-Massiv mit dem Mount Vinson im Westen (mitunter werden auch 4.897 m angegeben), der tiefste Punkt ist mit 2.538 m unter dem Meeresspiegel der subglaziale (unter dem Eis liegende) Bentleygraben im Ostteil der Antarktis.
Abgesehen von vielen kleinen Inseln ist der nächstgelegene Punkt eines anderen Kontinents Feuerland an der Südspitze Südamerikas, danach das Kap der guten Hoffnung, Tasmanien und Neuseeland.
Neuseeland
Aufteilung
(alphabetisch sortiert)
Die Antarktis ist in mehrere große Gebiete, Meere und Schelfs unterteilt:
Landschaften, Gebirge und Hochländer:
- Adelieland
- Amerikanisches Hochland
- Antarktische Halbinsel
- Antarktische Hochsee
- Grahamland
- Palmerland
- Byrd-Land (siehe Marie-Byrd-Land)
- Coatsland
- Dronning-Maud-Land
- Edith-Ronne-Land
- Ellsworthland
- Enderbyland
- Kaiser-Wilhelm-II.-Land mit Gaussberg
- Königin-Maud-Land
- Marie-Byrd-Land
- McMurdo-Sund
- Neuschwabenland
- Polarplateau
- Princess-Elisabeth-Land
- Prinz-Charles-Mountains
- Transantarktisches Gebirge
- Victorialand
- Wilkesland
Inselwelt:
Einige Inseln vor der Küste der Antarktis bzw. im Südpolarmeer:
- Alexander-I.-Insel
- Balleny-Inseln
- Berkner-Insel
- Elephant Island
- Ross-Insel
- Südgeorgien
- Südliche Orkneyinseln
- Südliche Shetlandinseln
Gletscher:
In den Randgebieten der Antarktis bewegen sich ihre Eismassen im Rahmen von zahlreichen Gletschern in Richtung der Küsten des Arktischen Ozeans; dazu zählen:
- Lambert-Gletscher - längster und größter Gletscher der Erde
- Beardmore Gletscher
Schelfe:
Im Bereich der Küsten der Antarktis - also unter anderen in den Buchten des Südpolarmeers - befinden sich die Eismassen der Schelfe, die unter anderen von den Gletschern gespeist werden; dazu zählen:
- Amery-Schelfeis
- Filchner-Ronne-Schelfeis
- Larsen-Schelfeis
- Riiser-Larsen-Schelfeis
- Ross-Schelfeis
Meere:
Die Antarktis ist umgeben vom Südlichen Ozean.
- Amundsensee
- Bellingshausensee
- Davissee
- Rossmeer
- Weddell-Meer
Ein Kontinent unter dem Eis
Das auffälligste Merkmal des antarktischen Kontinents ist die fast völlige Vereisung. Rund 90 % des irdischen Eises und 75 % der weltweiten Süßwasser-Reserven sind in der bis zu 4.500 m dicken Eisdecke enthalten. Im antarktischen Winter erstrecken sich die Schelfeisgebiete weit ins Meer, die Eisdecke erstreckt sich dabei auf ein Gebiet von bis zu 30 Millionen km2. Nur etwa 280.000 km2 des Kontinents sind eisfrei, was etwa 2,4 % der Gesamtfläche entspricht. Die mächtigsten Eisschichten liegen im Adelieland im Ostteil. Nur etwa 400 km von der Küste entfernt befindet sich ein tiefer subglazialer Graben, über dessen Grund sich das Eis 4.776 m erhebt. Die dünnsten Eisschichten findet man über den bis zu 3.500 m hohen subglazialen Gebirgen im Inneren des Kontinents.
Eisberge
Adelieland
Typisch für die Antarktis sind gigantische Tafeleisberge, die regelmäßig vom Schelfeis abbrechen („kalben“) und auf dem Meer treibend Tausende Kilometer zurücklegen können. Es kann mehrere Jahre dauern, bis ein großer Eisberg vollständig geschmolzen ist; allerdings kann ein großer Eisberg leicht in mehrere kleine auseinander brechen, zum Beispiel durch differenzielle Meeresströmungen. Diese Langlebigkeit großer Eisberge lieferte auch die Grundlage futuristischer Vorhaben, Eisberge als Süßwasserspeicher mit Schleppern etwa nach Afrika zu transportieren.
Am 30. April 1894 wurde mitten im Atlantischen Ozean bei 26° 30' S, 25° 40' W (südöstlich von Trindade) ein Eisberg gesichtet, die nördlichste Position eines antarktischen Eisberges, die je aufgezeichnet wurde.
- Siehe hierzu auch: A-38 und B-15
Erdgeschichtliche Entwicklung
Die Landflächen der Antarktis waren vor mehr als 170 Millionen Jahren Teil der Landmasse des Großkontinentes Gondwana und befanden sich in der Nähe des Äquators. Nach dem Auseinanderbrechen von Gondwana infolge der Kontinentaldrift wurde die Antarktis langsam nach Süden bewegt. Während der Kontinent zu Beginn des Tertiärs vor ca. 65 Millionen Jahren noch tropisch bis subtropisch war (und zu dem Zeitpunkt noch mit dem Australischen Kontinent eine gemeinsame Landmasse bildete), kam es infolge der Drift Richtung Süden zu einer fortschreitenden Abkühlung. Vor etwa 30 Millionen Jahren hatte sich der Kontinent dem Pol bereits so weit genähert, dass es erste nennenswerte Eisfelder gab. Vor ca. 25 Millionen Jahren an der Wende der erdgeschichtlichen Epochen von Oligozän und Miozän begann infolge der Öffnung der Drake-Passage zwischen der Antarktis und Südamerika und der dadurch ausgelösten Bildung des Zirkumpolarstroms eine verstärkte Vereisung, welche die bis dahin den Kontinent bedeckenden Wälder verdrängte, aber erst seit etwa fünf Millionen Jahren ist der Kontinent von einem dicken Eispanzer nahezu vollständig bedeckt.
Klima
Wälder
Der antarktische Kontinent ist in aller Hinsicht ein klimatischer Extremfall. Von allen Erdteilen ist er
- der kälteste: Die inländische Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei –55 Grad Celsius. Die Monatsmitteltemperaturen variieren aufgrund der Tageslänge – in der Polarnacht im antarktischen Winter scheint die Sonne gar nicht, im antarktischen Sommer hingegen 24 Stunden am Tag – auf dem Polarplateau zwischen –40 und –68 Grad Celsius, an der Küste zwischen ca. –18 Grad Celsius im Juni und einigen Grad über Null im wärmsten Monat Januar. Die tiefste jemals auf der Erde in der freien Natur gemessene Temperatur betrug –89,2 Grad Celsius und wurde am 21. Juli 1983 von der sowjetischen Wostok-Station auf dem Polarplateau, das häufig auch als Zentralplateau bezeichnet wird, aufgezeichnet.
- der niederschlagärmste: In der Regel handelt es sich bei den antarktischen Niederschlägen um Schnee. Im Jahresdurchschnitt sind das etwas über 40 l/m2 im Inneren des Erdteils. Nach rein niederschlagsorientierten Definitionen sind also diese Gebiete eine Wüste (und zwar die größte der Welt). Zur Küste hin nimmt der Schneefall jedoch deutlich zu.
- der windigste: Die Pol-Lage und die vom Polarplateau zur Küste hin wehenden konstanten Fallwinde wirken bestimmend nicht nur auf den Kontinent selbst, sondern auch auf das angrenzende Polarmeer. Im Juli 1972 wurde bei der Dumont-d’Urville-Station eine Windgeschwindigkeit von 327 km/h (91 m/s) gemessen.
Trotz der großen Kälte finden sich in der Antarktis eisfreie Zonen wie die Bunger-Oase. (vgl. Abschnitt Literatur)
Flora und Fauna
Abschnitt Literatur
Die Antarktis ist umgeben von einer riesigen Packeiszone, in der sich eines der üppigsten Ökosysteme der Welt entwickelt hat. In den Meeren wimmelt es von riesigen Schwärmen antarktischen Krills (Euphausia superba und andere). Dieser Krill bildet den Beginn der Nahrungskette für die zahlreichen Meeres- und Landtiere, wie Fische, Wale, Kalmare, Seelöwen, Seehunde, Pinguine und zahlreiche Meeresvögel.
Auf dem antarktischen Packeis brüten zwei Pinguinarten: Der Kaiserpinguin und der Adeliepinguin. Zu den auf dem antarktischen Kontinent brütenden Vögeln zählen jedoch auch 19 flugfähige Vogelarten wie beispielsweise der Königsalbatros sowie der Schneesturmvogel und der Silbersturmvogel, die beide zum Teil hundert Kilometer landeinwärts auf den auf dem antarktischen Kontinent liegenden Bergen brüten, die eisfrei hervorragen.
Unter den Robben, die in der Antarktis an Land gehen, sind vor allem die Weddellrobbe, der Krabbenfresser und der Seeleopard erwähnenswert. Im Sommer kommen noch mehr als 100 Millionen Zugvögel hinzu, die auf dem Packeis und den vorgelagerten Inseln brüten. Es wurde abgeschätzt, dass allein die Wale des Südlichen Ozeans etwa 55 Millionen Tonnen Tintenfische fressen, das entspricht etwa drei Viertel der Menge des Fischfangs der weltweiten Fischereiflotten.
Im Gegensatz zum vielfältigen Leben in den Ozeanen und an den Schelfeisrändern erscheinen die wenigen eisfreien Regionen, die auch als antarktische Oasen bezeichnet werden und die sich im Innern der Antarktis befinden, öde und leer, da hier kaum höher entwickelte Lebensformen vorgefunden werden. Stattdessen werden diese Gebiete vorwiegend von Mikroorganismen, Moosen und Flechten sowie einigen wirbellosen Tieren bevölkert. In der gesamten Antarktis gibt es nur zwei Blütenpflanzen: die Antarktische Schmiele (Deschampsia antarctica) und das Nelkengewächs Colobanthus quitensis. Durch den Menschen eingeschleppt wurden jedoch auch der Kriechende Hahnenfuß, die Wassersegge, die Rispengräser Poa annua und Poa pratensis sowie die Vogelmiere. Das größte dauerhaft landlebende Tier der Antarktis ist eine 12 Millimeter große, flügellose Zuckmückenart namens Belgica antarctica. Neben diversen Algen wurden mittlerweile mehr als 200 Flechtenarten, mehr als 100 Arten von Moosen und Lebermoosen sowie etwa 30 Macrofungi gefunden.
Die Antarktis bildet ein eigenes Florenreich, das antarktische Florenreich. Es umfasst die Südinsel Neuseelands, den süd-westlichen Teil Patagoniens und den antarktischen Kontinent und beherbergt dreizehn unterschiedliche Pflanzengattungen, wie zum Beispiel die Südbuche (Nothafagus), Gunnera oder Fuchsia, von denen die meisten allerdings nicht in der Antarktis selbst beheimatet sind.
Artenvielfalt am Meeresboden
Auch der Meeresboden der Antarktis ist von einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen bevölkert, vergleichbar mit der Vielfalt tropischer Riffe.
Einige der Tiere sind schon hunderte von Jahren alt, was zuerst darauf schließen lässt, dass der antarktische Meerboden in diesen Zeiträumen nie größeren Veränderungen unterzogen war. Aber die Eisberge des antarktischen Eisschilds, die jährlich abbrechen und sich mit gewaltiger Kraft ins Meer schieben, pflügen den Meeresboden um. Mindestens fünf Prozent des Kontinentalsockels sind durch diesen Vorgang „vernarbt“. Dies bedeutet eine durchaus große Veränderung für die lokalen Lebensformen.
Rutscht ein Eisberg ins Meer, gleitet er oft bis zu einen Kilometer über glatte Flächen, ohne im Grund steckenzubleiben. Auf seinem Weg zieht er lange Gräben im Boden, bis er an einer Erhebung zum Stehen kommt, die deshalb auch „Eisbergfriedhof“ genannt wird. Bei diesem Prozess und dem anschließenden Schmelzen wird dieser Bereich des Meeresbodens für Jahre geschädigt.
Die Wiederbesiedlung des durchzogenen Bereichs beginnen Fische, gefolgt von Seesternen und Seeigeln. Mit der Rückkehr von Glasschwämmen als letzte „Pioniere“ stellt sich nach Jahrzehnten wieder ein Gleichgewicht ein.
Dieser Vorgang wiederholt sich zum Beispiel am Eisbergfriedhof des südöstlichen Weddellmeers ungefähr alle 35 Jahre, im Bereich des Kontinentalsockels alle 230 Jahre. Obwohl die Eisberge auf kurze Sicht eine Katastrophe für die Flora und Fauna des Meeres sind, sorgen sie auf lange Sicht für eine größere Artenvielfalt, da nach jedem Durchpflügen auch andere Spezies die Gegend neu besiedeln und sich weiterentwickeln.
Bevölkerung
Die Antarktis hat keine eigene Bevölkerung im eigentlichen Sinne, in den über 80 Forschungsstationen leben jedoch im Sommer ca. 4.000 und im Winter ca. 1.000 Menschen, wobei die genaue Anzahl stark variiert. Allein auf der größten Station, McMurdo, lebten im Juli 2005 (also mitten im antarktischen Winter) 79 Frauen und 162 Männer.
In der Antarktis wurden mindestens drei Kinder geboren: 1978 ein argentinischer Junge und 1986/1987 in der chilenischen Station ein Junge und ein Mädchen.
Forschungsstationen
Hauptartikel: Forschungsstationen in der Antarktis
Im südlichen Bereich innerhalb des 60. Breitengrades existieren nach Angaben von COMNAP 82 Forschungsstationen, davon sind 37 Stationen ganzjährig und 36 Stationen nur in den Sommermonaten im Einsatz.
Hervorzuheben sind hierbei die US-amerikanischen Stationen Palmer und McMurdo, deren Häfen die logistische Grundlage der meisten Aktivitäten in der Antarktis bilden, sowie die Amundsen-Scott-Südpolstation und aus deutscher Sicht die Neumayer-Station.
Forschung
Neumayer-Station]]
Die gegenwärtigen Aktivitäten in der Antarktis liegen zum großen Teil in der Forschung. Der Grund hierfür liegt in den einzigartigen Möglichkeiten, die die Antarktis in vielen Forschungsbereichen bietet. Aufgrund der hohen Kosten durch die Abgeschiedenheit des Kontinents und des hierdurch entstehenden logistischen Aufwandes konzentriert man die Forschungen allerdings meist auf Forschungsbereiche, in denen der Standort Antarktis entweder zwingend erforderlich ist, wie zum Beispiel biologische und geologische Forschungen, oder für die bessere Bedingungen herrschen als an anderen Orten auf der Erde wie zum Beispiel astrophysikalische oder aeronomische Forschungen. Da bisher noch nicht absehbar ist, wie die Nutzung des antarktischen Kontinents in der Zukunft aussehen wird, bekräftigen viele Nationen durch ihre Präsenz mit wissenschaftlichen Stationen ihre gegenwärtigen oder zukünftigen Ansprüche auf die Ressourcen des Kontinents (siehe unter Politik).
Astrophysik
: (Hauptartikel: Geschichte der Astrophysik in der Antarktis)
Im Laufe des 20. Jahrhunderts erkannte man die Möglichkeiten, die die Antarktis für astrophysikalische Untersuchungen bietet.
1912 entdeckte Frank Bickerton, ein Mitglied der Mawson-Expedition, zufällig den ersten Meteoriten in der Antarktis. Seit 1969 wird systematisch nach Meteoriten gesucht, da die Antarktismeteoriten sehr gut konserviert sind und nur geringe Verwitterungsspuren zeigen. Seit den 1950ern werden Detektoren für kosmische Strahlung betrieben, seit den 1980ern untersucht und nutzt man den Standort auch vermehrt für die Infrarot-, Submillimeter-, Radio- und Neutrinoastronomie.
Biologie
Die Antarktis beherbergt Ökosysteme, die einzigartig auf der Erde sind. Zum einen liegen sehr extreme Umweltbedingungen vor, zum anderen ist die Region – durch Ersteres bedingt – noch weitgehend frei von menschlichen Einflüssen.
Ein ungewöhnliches und zugleich sehr einfaches Ökosystem liegt in den Trockentälern nahe der McMurdo-Station vor, das vorwiegend von Mikroorganismen, Moosen und Flechten und einigen wirbellosen Tieren bevölkert wird. Durch die wenigen vorkommenden Organismen können die Zusammenhänge und gegenseitigen Beziehungen sowie ihre Anpassung an die extremen Lebensbedingungen sehr umfassend untersucht werden.
Überraschenderweise stellte man fest, dass sich das Leben nicht nur auf die wenigen eisfreien Regionen beschränkt, sondern auch an unerwarteten Stellen nachgewiesen werden kann. In den Trockentälern wurden zum Beispiel Algen und Flechten gefunden, die innerhalb von Sandsteinfelsen leben. Selbst in den Weiten des antarktischen Eispanzers wurden in kleineren Eisspalten und Schmelzwasserseen auf den Gletschern verschiedene Algen und andere Organismen gefunden.
Im Gegensatz zum Land ist der Ozean reich an Leben. Hier interessiert die Forscher vor allem die Anpassung der Organismen an die niedrigen Temperaturen.
Geologie
Sandstein
Über die gesamte antarktische Halbinsel zieht sich ein Gürtel von immer noch aktiven Vulkanen, darunter der fast 3.800 m hohe Mount Erebus.
Antarktika setzt sich aus zwei Kontinentalplatten zusammen, der flächenmäßig weitaus größeren antarktischen Platte, die heute größtenteils von der Inlandeisplatte bedeckt ist, und einer kleineren, die hauptsächlich den westlichen Teil des Kontinents und die Antarktische Halbinsel einnimmt. Die intensive Untersuchung der Seymourinsel am Ausläufer der Halbinsel ergab reichhaltige Fossilienfunde, die auf gemäßigtere Zonen hinweisen. Diese Funde belegen, dass sich die Erdteile im Laufe der Zeit verschoben haben, und stützen damit Alfred Wegeners Modell der Kontinentaldrift (s.a. Abschnitt Erdgeschichtliche Entwicklung).
Glaziologie
Der antarktische Eisschild bedeckt nahezu den gesamten Kontinent und enthält etwa 75 % der Süßwasserreserven der Erde. Die Glaziologie untersucht die Struktur, die Geschichte und die interne Dynamik des Eispanzers. Das Ziel der Untersuchungen liegt im Verständnis der zukünftigen Entwicklung der Antarktis und des Einflusses möglicher Veränderungen auf das Weltklima. Die wichtigsten Erkenntnisse werden hierbei aus der Untersuchung von Eisbohrkernen gewonnen.
Klimatologie
Die von den Glaziologen gewonnenen Eisbohrkerne bilden auch für die Klimatologen eine wichtige Informationsquelle, da aus ihren Zusammensetzungen und ihren Schichtenaufbauten Rückschlüsse über die Klimageschichte der Erde gezogen werden können.
Diese Eisarchive reichen weiter in die Erdgeschichte zurück als an jedem anderen Ort der Erde. Zugleich liefern sie komplementäre Informationen zu den Eisbohrkernen der Nordhalbkugel, wie z.B. aus Grönland, da durch die große räumliche Distanz der Probenentnahme regionale Unterschiede identifiziert werden können.
Weiterführende Informationen zu einem Klimaforschungsprojekt findet man im Artikel des Cape-Roberts-Bohrprojekts.
Medizin
Das Personal der Antarktisstationen wird nach strengen medizinischen und psychologischen Kriterien ausgewählt, da die Stationen meist über längere Zeit von der Außenwelt isoliert sind. Die medizinische und psychologische Beobachtung der Wissenschaftler bietet einzigartige Möglichkeiten, u.a. zur Untersuchung des Einflusses des Tag-/Nachtrhythmus, der Ernährung und des psychischen Wohlbefindens von kleinen Gruppen unter hohem Stress.
Meteorologie
Die Antarktis spielt für das Wetter der Südhalbkugel eine wichtige Rolle, deshalb werden auf dem Kontinent umfangreiche meteorologische Untersuchungen durchgeführt. Diese Untersuchungen werden seit den 1950ern an die Anrainerstaaten weitergegeben, da sie eine große Bedeutung in der Wettervorhersage einnehmen.
Auch aeronomische Untersuchungen, das heißt Untersuchungen der höheren Schichten der Erdatmosphäre, vor allem der Stratosphäre, haben im ausgehenden 20. Jahrhundert an Bedeutung gewonnen. Den Schwerpunkt bilden hier Forschungen über das Ozonloch, das 1985 erstmals nachgewiesen werden konnte.
Der Südliche Ozean untergliedert sich in seiner Tiefenstruktur in drei Bereiche, das antarktische Oberflächenwasser, das zirkumpolare Tiefenwasser und eine darunter liegende stationäre Schicht. Im Bereich des Kontinentalschelfs sind hingegen nur zwei Bereiche unterscheidbar, über einer leicht modifizierten Schicht des zirkumpolaren Tiefenwassers liegt eine Schicht Schelfwasser.
Das zirkumpolare Tiefenwasser ist in das weltumspannende Zirkulationssystem der Ozeane eingebunden, so dass der Region eine große Rolle im globalen Wärmehaushalt zukommt.
Eine wesentliche Rolle spielen dabei die vertikalen Zirkulationsströme, die einen Austausch zwischen dem Tiefen- und Oberflächenwasser bewirken. Dies führt dazu, dass zum einen das Tiefenwasser durch Wärmeabgabe an die viel kältere Atmosphäre abkühlt, zum anderen aber auch mit Kohlendioxid und Sauerstoff aus der Luft angereichert wird.
Etwa 1.500 Kilometer vor den Küsten findet man mit der antarktischen Konvergenz eine stabile Strömung, den antarktischen Zirkumpolarstrom, die den Kontinent ostwärts umspült. Diese Strömung trennt das kalte antarktische Wasser von den wärmeren nördlicheren Ozeanen und sorgt dadurch für eine effektive Wärmeisolation der Antarktis, die wesentlich zu den extrem niedrigen Temperaturen des Kontinents beiträgt.
Infrastruktur
Die Entlegenheit der Antarktis und die extremen Klimaverhältnisse bedingen, dass Antarktika im Verhältnis zu ihrer Größe die bei weitem schwächste Versorgung mit Infrastruktur aller Kontinente aufweist. Unter Berücksichtigung der überaus niedrigen Bevölkerungszahl (max. rund 4.000) und der extrem niedrigen Bevölkerungsdichte (0,0001-0,0003 Einwohner/km²) ist die Kommunikations- und Verkehrsinfrastruktur aber dennoch relativ leistungsfähig, wenn auch mit enormem technischem Aufwand. Stark eingeschränkt ist aber etwa die Gesundheitsversorgung für die Bewohner: So gibt es den ganzen Winter über in der Antarktis keinen Zahnarzt.
Kommunikation
Von militärischen Kommunikationswegen und Amateurfunk abgesehen ist das Iridium-System nutzbar. Bis 2009 soll ein 1.700 km langes Glasfaserkabel zur Internetanbindung auf dem Polarplateau zwischen der Südpolstation und der ganzjährig besetzten Dome C-Station fertig gestellt sein, bei der bereits eine Anbindung an die geostationären Kommunikationssatelliten besteht.
Transport
Die US-amerikanische Marine unterhält zwei Seehäfen, McMurdo und Palmer, deren Nutzung jedoch durch die US-amerikanische Regierung stark reglementiert ist.
Die Versorgung der Festlandstationen wird überwiegend von Lockheed C-130 Hercules-Flugzeugen der New York Air National Guard übernommen. 27 Stationen besitzen Flughäfen und/oder Hubschrauberlandeplätze, eine Landebahn ist länger als drei Kilometer und sechs weitere sind zwischen zwei und drei Kilometer lang. Die Nutzung dieser Einrichtungen muss ebenfalls im Vorfeld von den betreffenden Regierungen genehmigt werden.
Weblinks: [http://www.worldaerodata.com/countries/Antarctica.php Liste der Flughäfen] (englisch)
Politik
:(Hauptartikel: Politischer Status der Antarktis)
Weit entfernt von den Welthandelsrouten, unwirtlich und lebensfeindlich, ist die Antarktis von der Kolonialisierung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts verschont geblieben. Auch die Staaten, die klassische Territorialansprüche geltend machen, mussten sich eingestehen, dass die tatsächliche Durchsetzung derartiger Ansprüche schlichtweg unrealistisch ist.
Auf Initiative des Geophysikalischen Jahres 1957/58 hin wurde daher eine Form der internationalen Zusammenarbeit gefunden, die ebenso einmalig ist wie die Antarktis selbst. Auf der Grundlage des Antarktisvertrags von 1959 hat sich das Antarktische Vertragssystem entwickelt, das unabhängig von der UNO ist und die Antarktis von wirtschaftlicher Ausbeutung und militärischer Nutzung freistellt. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges wurde ein internationales Vertragswerk geschaffen, das heute eine Schlüsselstellung in der internationalen Umweltpolitik inne hat.
Wirtschaft
Ein vollständig ausgebildetes Wirtschaftssystem existiert in der Antarktis nicht. Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Forschung, die auch die Grundlage für die meisten anderen Arbeitsplätze in der Antarktis bildet. Größter Arbeitgeber in der Antarktis ist die für die US-Stationen zuständige [http://www.polar.org/ Raytheon Polar Services Company].
Währung
Eine Besonderheit der Antarktis ist der antarktische Dollar. Er ist jedoch keine offizielle Währung, sondern lediglich eine 1996 herausgegebene Sammlerserie von selbst kreierten Banknoten des Antarctica Overseas Exchange Office. Mit einem Großteil des Erlöses wurden Forschungsprojekte in der Antarktis unterstützt.
Bodenschätze
Es wurden Lagerstätten von Eisenerz, Chrom, Kupfer, Gold, Nickel, Platin und anderer Mineralien sowie Kohle, Erdöl und Erdgas gefunden, der Antarktisvertrag verbietet jedoch bisher die wirtschaftliche Nutzung der Antarktis.
Der Vertrag der 44 Nationen wird 2041 auslaufen.
Fischerei
In den reichen antarktischen Fischgründen wurden in der Saison 1998/99 offiziell knapp 120.000 Tonnen, durch illegalen Fischfang jedoch schätzungsweise das Fünffache, gefangen. 1998 wurden von der französischen und australischen Marine acht illegale Fischtrawler aufgebracht.
Tourismus
Obwohl die Antarktis für den Menschen eine lebensfeindliche Umgebung darstellt, erfreuen sich touristische Reisen dorthin zunehmender Beliebtheit. Die Abgeschiedenheit, fehlende Infrastruktur, Witterungsverhältnisse und strenge Umweltschutzauflagen machen diese Ausflüge jedoch zu einem Vergnügen, das nur sehr zahlungskräftigen Personen vorbehalten bleibt. Es gibt einige kommerzielle Angebote für Kreuzfahrten in die Antarktisregion. Darüber hinaus bieten Veranstalter Landausflüge auf den Kontinent und die vorgelagerten Inseln an. Außerdem ist es für Touristen möglich, mit einem Kleinflugzeug die US-amerikanische Amundsen-Scott-Südpolstation zu besuchen. Für Vollprofis gibt es auch die Gelegenheit, einige Berge auf dem antarktischen Kontinent zu besteigen und für Fans extremer Outdoor-Erlebnisse bietet sich ein Aufenthalt im Zeltlager „Patriot Hills“ an, das selbstverständlich nur per Kleinflugzeug zu erreichen ist. Alle Reisen in das antarktische Gebiet (dazu zählt alles südlich des 60. Breitengrades) unterliegen den Bestimmungen des 1991 in Kraft getretenen Umweltschutzprotokolls, welches Bestandteil des internationalen Antarktisvertrages ist.
Der Tourismus beschränkt sich im Wesentlichen auf die Monate November bis Februar. Während 1990/91 nur 1.000 Touristen in die Antarktis kamen, waren es in der Saison 2002/03 bereits 14.000. Nach den USA stellt Deutschland die zweitgrößte Besuchergruppe. Beliebtester Startpunkt für Antarktisreisen ist Ushuaia am Südzipfel Argentiniens. Von dort aus ist die antarktische Halbinsel durch die Drake-Passage zu erreichen und nur ca. zwei Tagesreisen entfernt.
Als besonders außergewöhnliche touristische Aktion gibt es seit 1995 regelmäßig einen Antarktis-Marathon mit einer sehr begrenzten Teilnehmeranzahl. Außerdem findet jeden Sommer zu Neujahr auf McMurdo das Musikfestival IceStock statt.
Geschichte
Lange vor der Entdeckung der Antarktis im Jahre 1820 nahm man die Existenz eines riesigen Südkontinents an, der ein Gegengewicht zu den Landmassen der Nordhalbkugel bilden sollte. Dieser Kontinent namens Terra australis ist auf zahlreichen Weltkarten der frühen Neuzeit abgebildet. Da einige dieser Darstellungen, zum Beispiel die Karte des Piri Reis von 1513, die Karte des Oronteus Finaeus von 1531, die Karte von Gerhard Mercator von 1569 oder die Karte von Philippe Buache von 1754, verblüffende Ähnlichkeiten mit der tatsächlichen Lage und Form der Antarktis aufweisen, gibt es Autoren, die vermuten, dass die Antarktis bereits lange vor dem offiziellen Datum
1820 entdeckt wurde.
Tatsächlich aber gibt es keinerlei Beweise für die Anwesenheit von Menschen in der Antarktis vor dem 19. Jahrhundert. Allerdings wurden durchaus schon Entdeckungsreisen im Südpolargebiet unternommen, so wurden zum Beispiel die Südlichen Shetlandinseln wahrscheinlich bereits 1599 durch Dirk Gerritz entdeckt. James Cook durchkreuzte den Südlichen Ozean in den Jahren von 1772 bis 1775 und überquerte dabei 1773 als wahrscheinlich erster Mensch den Südlichen Polarkreis, aber Packeis verhinderte, dass er die Antarktis selbst zu Gesicht bekam.
Die erste Sichtung der Antarktis kann nicht mit absoluter Sicherheit an einem Ereignis festgemacht werden: Kapitän Fabian von Bellingshausen von der russischen Marine, Kapitän Edward Bransfield von der britischen Marine und der US-amerikanische Robbenjäger Nathaniel Palmer sichteten die Antarktis innerhalb weniger Tage oder Wochen, wahrscheinlich war Bransfield am 27. Januar 1820 der erste. Die erste Landung fand nur ein Jahr später durch den US-amerikanischen Robbenjäger John Davis am 7. Februar 1821 statt. Der englische Seefahrer James Weddell konnte bei guten Witterungsbedingungen 1823 im nach ihm benannten Weddell-Meer bis auf 74° 15' Süd vorstoßen. Der französische König beauftragte daraufhin Jules Dumont d’Urville diesen Rekord zu brechen, doch dessen Reise 1837-1838 war erst im zweiten Anlauf erfolgreich, wo er das Adelie-Land sichtete.
Nachdem 1831 der magnetische Nordpol lokalisiert wurde, brach James Clark Ross mit seinen Schiffen Erebus und Terror 1839 zum magnetischen Südpol auf. Auf der Suche danach konnte Ross zwar dessen ungefähre Position bestimmen, ihn aber nicht erreichen. Dabei kartierte er auch die Ross-See, eine Seeregion, die später nach ihm benannt wurde.
Die eigentliche Eroberung der Antarktis aber begann 1895 mit dem 6. Internationalem Geographischen Kongress, der in Londons Imperial Institute stattfand. Am 3. August wurde auf diesem Kongress eine Resolution verabschiedet, die festhielt „that this Congress record its opinion that the exploration of the Antarctic regions is the greatest piece of geographical exploration still to be undertaken“ und forderte die Wissenschaftler der Welt auf, Expeditionen dorthin zu planen.
:Wild wie kein anderes Land unserer Erde liegt es da, ungesehen und unbetreten. (Roald Amundsen, 1911)
In einer Zeit, in der die gesamte Welt entdeckt schien, empfand man die Antarktis als letzten unbekannten Flecken der Erde und die Eroberung dieses Teils der Erde wurde zur Metapher für den Triumph des Imperialismus. In diesem Sinne sagte Leonard Darwin, der Präsident der Royal Geographical Society während eines Abschiedsessen für Robert Falcon Scott, bevor dieser zu seiner Antarktisexpedition aufbrach: „Scott is going to prove once again that the manhood of our nation is not dead and that the characteristics of our ancestors who won the Empire still flourish among us“.
Robert Falcon Scott
Die Antarktisexpedition von Scott (1901-1904) näherte sich dem Südpol bis auf 480 Meilen. Die erste deutsche Südpolarexpedition fand von 1901 bis 1903 unter der Leitung von Erich von Drygalski statt. Ausgestattet mit dem Schiff Gauss entdeckten die Forscher das Kaiser-Wilhelm-II.-Land und sichteten aus einem Forschungsballon den Gaussberg.
Die Expedition von Ernest Henry Shackleton (1907 - 1909), ehemals ein Mitglied von Scotts Mannschaft, näherte sich dem Südpol bis auf 97 Meilen, bevor er zur Umkehr gezwungen war. Erst am 14. Dezember 1911 erreichte Roald Amundsen mit einer norwegischen Expedition als erster den Südpol, einen Monat bevor Robert Falcon Scott und sein Team dort anlangten. Scott wurde auf seinem Rückweg durch einen Schneesturm aufgehalten - er und sein ganzes Team starben. Als vierter großer Antarktisentdecker dieser Zeit gilt Douglas Mawson, der erst Mitglied der „Expedition Discovery“ unter Leitung von Shackleton war und 1911 eine eigene Expedition in die Antarktis durchführte. Die zweite deutsche Südpolarexpedition unter der Leitung von Wilhelm Filchner entdeckte 1912 mit dem für 9 Monate im Packeis eingeschlossenen Expeditionsschiff Deutschland das Filchner-Ronne-Schelfeis und das Prinzregent-Luitpold-Land. Eine der legendärsten Expeditionen der Antarktis ist jedoch die 1914 begonnene Expedition Endurance, die zum Ziel hatte, die Antarktis zu überqueren, jedoch ebenso wie das Expeditionsschiff Deutschland im Packeis eingeschlossen wurde.
Eine neue Ära der Antarktisentdeckung begann mit dem US-amerikanischen Konteradmiral Richard Evelyn Byrd, der zwischen 1928 und 1956 insgesamt fünf Expeditionen in die Antarktis führte. Am 28./29. November 1929 überflog er dabei als erster den Südpol. Bei seinen Erkundungen legte er das Hauptaugenmerk auf Forschung, und er nutzte auch als erster ein Flugzeug auf dem Kontinent. Bei der vom Dezember 1946 bis April 1947 stattfindenden Operation Highjump, der größten Antarktisexpedition aller Zeiten, brachte Byrd 4.700 Menschen, 13 Schiffe und 23 Flugzeuge zum Stützpunkt Little America im McMurdo-Sund und ließ mehr als 70.000 Luftbildaufnahmen machen. Byrds Expeditionen legten die Basis für die moderne Kartierung und Erforschung des Kontinents.
1938 plante eine deutsche Expedition unter Vorsitz des erfahrenen Polarkapitän Alfred Ritscher die Reise zum Südpol. Als Schiff wurde die „Schwabenland“ ausgewählt, der schwimmende Flugzeugstützpunkt der Lufthansa, von dem mit Hilfe von Dampfkatapulten 10t schwere Dornier-Flugboote vom Typ „Wal“ starten konnten. Diese revolutionäre Technik verwendete die Lufthansa bereits seit 1934 für den Postverkehr mit Südamerika. Die „Schwabenland“ wurde noch im Herbst 1938 in Hamburger Werften für die Expedition antarktistauglich gemacht. Nach den Umbaumaßnahmen der „Schwabenland“ (sie war vorher hauptsächlich in Tropengewässern eingesetzt worden) verließ sie Hamburg am 17. Dezember 1938 und erreichte die Antarktis am 19. Januar 1939. In den folgenden Wochen wurden auf insgesamt 15 Flügen der beiden Flugboote „Boreas“ und „Passat“ fast 600.000 Quadratkilometer Fläche überflogen und fotografiert. Dabei wurden 11.000 Bilder gemacht. Knapp 1/5 der antarktischen Fläche wurde so erstmals dokumentiert und gleichzeitig, durch Abwurf von beflaggten Aluminium-Stangen, als deutsches Reichsgebiet deklariert. Der Name des neuentdeckten Landes war „Neuschwabenland“.
Nur einmal ist es in der Antarktis tatsächlich zu Kampfhandlungen wegen Gebietsansprüchen gekommen: 1952 schossen argentinische Soldaten auf britische Forscher, als diese versuchten, eine zerstörte Forschungsstation wieder aufzubauen. Argentinien beanspruchte die Antarktische Halbinsel, da diese Landzunge an ihrem nördlichen Ende nur etwa 1.480 km von der Südspitze Südamerikas entfernt ist.
Nach Amundsen und Scott stand erst am 31. Oktober 1956 wieder ein Mensch auf dem Südpol, als der US-amerikanische Konteradmiral George Dufek dort mit einem Flugzeug vom Typ R4D Skytrain landete.
Während des Internationalen Geophysikalischen Jahres 1957 fand eine große Zahl von Expeditionen statt, unter anderem erreichte der Neuseeländer Sir Edmund Hillary mit umgebauten Traktoren als erster nach Scott den Südpol auf dem Landweg, und der Brite Sir Vivian Fuchs erreichte den Südpol auf Shackletons Route.
Der Antarktisvertrag wurde am 1. Dezember 1959 unterzeichnet und trat am 23. Juni 1961 in Kraft.
Am 7. Januar 1978 wurde in der Nähe der Hope Bay mit Emilio Marcos de Palma das erste Baby auf dem Kontinent geboren. Seine Mutter wurde von der argentinischen Regierung nur aus dem Grund in die Antarktis gesandt, die argentinischen Ansprüche zu untermauern.
Am 28. November 1979 stürzte eine DC-10 der Air New Zealand auf einem Touristenflug am Mount Erebus durch einen Navigationsfehler ab. Dieser Unfall, bei dem alle 237 Passagiere und die 20 Besatzungsmitglieder starben, beendete die Ära der kommerziellen Touristenflüge auf den Kontinent. Die Risiken waren ohne jeglichen wissenschaftlichen Nutzen nicht mehr vertretbar. Am 13. November 1998 blieb eine LC-130 Hercules-Maschine der New York Air National Guard, die sich auf einem Versorgungsflug befand, in einer Gletscherspalte stecken.
1996 wurde durch Satellitenaufnahmen ein riesiger See aus flüssigem Wasser entdeckt. Der Wostoksee liegt unter einem 3.600 Meter dicken Eispanzer in der Nähe der russischen Station Wostok.
Reinhold Messner und Arved Fuchs konnten erstmalig 1989 den gesamten Kontinent in 92 Tagen zu Fuß durchqueren. 2001 folgten ihnen die beiden Antarktis-Abenteurerinnen Ann Bancroft und Liv Arnesen auf Skiern.
Verschiedenes
- In vielen Karten ist ein Pol der Unzugänglichkeit (Pole of Inaccessibility) eingetragen, hierbei handelt es sich um den Punkt in der Antarktis, der am weitesten von einer Küste entfernt ist. Neben dem in der Karte eingetragenen Pol bei 83° 50' S, 65° 47' O, der sich auf die Eisfläche bezieht, gibt es einen weiteren Pol der Unzugänglichkeit bei 77° 15' S, 104° 39' O in der Nähe der Wostok-Station, der sich auf die Landmasse der Antarktis bezieht.
- Viele Menschen und Organisationen (NGOs, z.B. die Antarctic and Southern Ocean Coalition (ASOC)) versuchen, die Antarktis als ein von Menschenhand weitgehend unberührtes Schutzgebiet zu erhalten.
- Die USA installierten 1961 in der McMurdo-Station einen Atommeiler. Der Reaktor wurde 1972 abgeschaltet und zusammen mit mehr als 100 Fässern verseuchter Erde in die USA zurückgebracht. Obwohl die Verseuchung anfangs bagatellisiert wurde, wurden später weitere 11.000 m³ Erde abgetragen und das Gelände erst im Mai 1979 wieder für die uneingeschränkte Nutzung freigegeben.
- Die Antarktis ist praktisch frei von Schimmelpilzen und Fäulnis-Bakterien, deswegen muss zum Beispiel auch rohes Fleisch in den Küchen der Forschungsstationen nicht weiter gekühlt werden.
- Insgesamt befinden sich unter den Eismassen etwa 70 Seen. Der Größte unter ihnen ist der Wostoksee, welcher sich vor mehreren Millionen Jahren gebildet hat. Bohrkerne aus der Umgebung des Sees deuten auf Lebensformen im See hin. Somit ist er der am längsten von der übrigen Welt abgeschnittene Lebensraum auf der Erde. Aus Sorge vor einer Kontamination mit Mikroorganismen sollen Probebohrungen in den See selbst erst dann durchgeführt werden, wenn geeignete technische Mittel zur Verfügung stehen.
- Obwohl die Antarktis kein Staat ist, besitzt sie die eigene länderspezifische Top Level Domain ".aq".
Uhrzeit in der Antarktis
Die 24 Zeitzonen der Welt würden bei der Kommunikation bzw. Terminabstimmung zwischen den zahlreichen Forschungsstationen in der Antarktis große Probleme hervorrufen. Deshalb wurde für das ganze Gebiet der Antarktis als Standardzeit die UTC (Weltzeit) festgelegt. Polartag und Polarnacht machen Zeitzonen entlang der Breitengrade nahe des Polarkreises sowieso sinnlos, da es kaum Tag-/Nachtwechsel gibt. Man kann deshalb dort nicht, wie am Nordpol möglich, mit der Umschreitung des Pols alle Zeitzonen durchqueren.
Siehe auch
- Ostantarktis
- Westantarktis
Literatur
Sachbuch
- Sanford Moss und Lucia deLeiris: Antarktis. Ökologie eines Naturreservats. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg - Berlin - New York, 1992, ISBN 3-86025-051-5
- Sara Wheeler: Terra incognita - Travels in Antarctica, London : Vintage, 1996, ISBN 0-09973-181-9
- Klaus Odening: Antarktische Tierwelt, Einführung in die Biologie der Antarktis, 1. Aufl., Schriftenreihe Berliner Tierpark-Buch, 37, Leipzig : Urania, 1984
- John May: Das Greenpeace-Buch der Antarktis, Ravensburger Buchverlag 1988, ISBN 3473461660
- (Original: John May: The Greenpeace Book of Antarctica, London : Dorling Kindersley Ltd., 1988, ISBN 0-86318-283-6)
- GEO-Magazin, September 1998, S. 157–161 (Artenvielfalt)
Karten
- [http://www.itmb.com/ International Travel Maps & Books]: Antarctica Travel Refer. Map, 1:8 000 000, 3rd Edition, Vancouver 2000, ISBN 1-553-410-01-7
Belletristik
- H. P. Lovecraft: Die Berge des Wahnsinns (1936, deutsch 1970), Suhrkamp 1997, Science Fiction, ISBN 3-518-39260-3
- Jules Verne: 20 000 Meilen unter den Meeren (1870, deutsch 1874), Fischer (Tb.), Frankfurt 2002, ISBN 3596133769
Wissenschaftliche Literatur
- Wolf Dieter Blümel: Physische Geographie der Polargebiete, Stuttgart : Teubner, 1999, ISBN 3-519-03438-7
- Johannes Oerlemans, Cornelis J. van Veen: Ice Sheets and Climate, Dordrecht : Reidel, 1984, ISBN 90-277-1709-5
- Thomas Kulbe: Die Spätquartäre Klima- und Umweltgeschichte der Bunger-Oase, Ostantarktis, Bremerhaven : Alfred-Wegener-Inst. für Polar- und Meeresforschung, 1997, Zugl.: Potsdam, Univ., Diss., 1997
- Martin Melles: Der Geschichte der Bunger-Oase auf den Grund gegangen. In: Lange, G. (Hg.): Eiskalte Entdeckungen, Forschungsreisen zwischen Nord- und Südpol, 188-195, Bielefeld: Delius Klasing Verlag, 2001, ISBN 3-7688-1257-X, [http://hpkom21.geo.uni-leipzig.de/~geologie/Mitarbeiter/Melles/melles.htm Webseite des Autors]
- William. N. Krebs: Ecology of Neritic Marine Diatoms, Arthur Harbor, Antarctica, In: Micropaleontology, Vol.29, No.3, 1983, S. 267-297,
- P. J. Tilbrook: The Biology of Cryptopygusantarcticus, In: M.W, Holdgate (Editor), Antarctic Ecology, New York : Academic Press, 1970, Bd. 2, S. 871–885, ISBN 0-12-352102-5
- J. W. Wagele: Observations on Nutrition and Ultrastructure of Digestive Tract and Fat Body of the Giant Paranthurid Accalathura gigantissima Kussakin, In: Polar Biology 4 (1985) S. 33–43
- Francis. M. Auburn: Antarctic Law and Politics, London : Hurst, 1982, ISBN 0-905838-39-4
- Rüdiger Wolfrum, Klaus Bockslaff (Hrsg.): Antarctic Challenge, conflicting interests, cooperation, environmental protection, economic development; proceedings of an interdisciplinary symposium, Interdisciplinary Symposium on the Antarctic Challenge, Duncker & Humblot: Berlin, (1.) 1984, ISBN 3-428-05540-3, (2.) Antarctic challenge II, 1985, ISBN 3-428-06068-7, (3.) Antarctic challenge III, 1988, ISBN 3-428-06550-6
- Rüdiger Wolfrum: Antarktis, In: Die Internationalisierung staatsfreier Räume, die Entwicklung einer internationalen Verwaltung für Antarktis, Weltraum, Hohe See und Meeresboden, Beiträge zum ausländischen öffentlichen Recht und Völkerrecht, 85, Springer Verlag, Berlin 1984, S. 30–100, Zugl.: Bonn, Habil.-Schr., Diss., 1980, ISBN 3-540-13059-4 ISBN 0-387-13059-4
Weblinks
- [http://www.arctic.at/ Arctic Research Consortium]
- [http://www.wissenschaft.ag/Antarktis.php4 Newsletter Antarktis]
- [http://www.wissenschaft.ag/Antarktis.php4??tvsearch=Antarktis Antarktis im Fernsehprogramm]
- [http://www.antarktis.ch/ www.antarktis.ch/ dt.]
- [http://www.antarctica2003.ch/ antarctica2003.ch] (französisch)
- [http://www.br-online.de/wissen-bildung/thema/antarktis/index.xml Abenteuer Antarktis - Wissen & Bildung (BR-alpha)]
- [http://www.ecoscope.com/iceberg/index.htm Eisberg Galerie]
- [http://www.antarktis-station.de/ Deutsche Antarktis-Station O'Higgins]
- [http://www.comnap.aq/ Council Of Managers Of National Antarctic Programs (engl.)] (englisch)
- [http://www.scar.org/ Scientific Committee on Antarctic Research] (englisch)
- [http://www.antarcticconnection.com/antarctic/info-index.shtml Antarctica - The Antarctic Connection] (englisch)
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/ay.html CIA - The World Factbook -- Antarctica] (englisch)
- [http://www.bkg.bund.de/kartographie/Stagn/antarktis.htm Bundesamt für Kartographie und Geodäsie - Antarktiskarten seit 1981]
- [http://www.bkg.bund.de/kartographie/geoname-antarctic/geo_nam_ant_p2.html Verzeichnis geografischer Namen in der Antarktis]
- [http://www.markus-harder.de/galerien.html Fotosammlung Antarktis, Eis, Ozean, Pinguine, Expedition usw.]
- [http://www.yadda-yadda.com/yadda/gallery/wcl/antarctica/index.htm Beeindruckende Fotogallerie Antarktis]
!
Kategorie:Kontinent
Kategorie:Glaziologie
ja:南極大陸
ko:남극
simple:Antarctica
th:ทวีปแอนตาร์กติกา
SchichtvulkanSchichtvulkane, auch Stratovulkane genannt, erkennt man an ihrer relativ steilen, spitzkegeligen Form.
Entstehung
]
Ursache dafür ist vor allem der Kieselsäure-Gehalt des Magmas, der bei solchen Vulkane meist zwischen etwa 55% und 60% liegt. Dadurch ist das Magma relativ zähflüsssig- fließt also nicht sehr weit und bildet dicke Lavaströme. Es handelt sich dabei meist um differenziertes Magma, also Magma, das sich aus basaltischem Magma entwickelt hat oder um Magma, das durch Einschmelzung des unteren Teils der Erdkruste entsteht. Es ist mit ca. 700°C bis 900°C relativ kalt, was die Zähflüssigkeit (neben dem hohen Kieselsäuregehalt) erhöht. Der hohe Gasanteil bewirkt, dass die Eruptionen explosiv verlaufen und zwar meist im Wechsel zwischen austretendem Lockermaterial (Bomben, Lapilli, Aschen) und Lava. Eine solche Abfolge verursacht bei Erkaltung und Ablagerung die charakteristische Schichtung, die namensgebend für diesen Vulkantyp ist.
Die Gewalt der Eruptionen, auch als plinianische Eruptionen bezeichnet, ist bei dieser Form des Vulkanismus so groß, dass die vulkanischen Lockermassen als vulkanische Aschen bis in Höhen von 40 km in die Erdatmosphäre geschleudert werden können.
Vorkommen
Erdatmosphäre
Schichtvulkane machen die Mehrzahl aller Vulkane aus. Sie sind bekannter als die meisten Schildvulkane, auch rote Vulkane genannt, denn zwei Drittel aller Schichtvulkane sind auf dem Festland tätig. Meist erleben wir ihre Ausbrüche als Naturkatastrophen.
Schichtvulkane finden sich z.B. entlang des pazifischen Feuerrings, meist an Subduktionszonen, aber auch in Island, .
Einige ihrer berühmtesten Vertreter sind der Fujisan in Japan, der Mount Saint Helens in den USA, der Pinatubo auf den Philippinen, der Vesuv in Italien und der Snæfellsjökull in Island.
Der höchste Schichtvulkan der Erde ist der Nevado Ojos del Salado in Chile mit 6887 m ü.NN.
Weblinks
- http://www.vulkanismus.de
- http://www.kle.nw.schule.de/gymgoch/faecher/fahrten/ital99/root.htm
Kategorie:Vulkanismus
[[no:Stratovulkan])
Rossmeer
Das Rossmeer (engl.: Ross Sea) ist ein tiefes Randmeer im Südlichen Ozean vor der Antarktis, das zwischen Victorialand und Marie-Byrd-Land liegt.
Das Rossmeer ist etwa zur Hälfte permanent von einer festen, dicken und knapp 500.000 km² großen Eisdecke bedeckt - das Ross-Schelfeis. Es ist benannt nach James Clark Ross, der es 1841 entdeckte.
Im Westen des Rossmeers liegt die Ross-Insel mit dem Mount Erebus, einem noch aktiven Vulkan, und der McMurdo-Sund, der einen natürlichen Hafen bildet, der im antarktischen Sommer gewöhnlich frei ist von Eis. Östlich dieses Sunds befindet sich die Franklin-Insel und nordöstlich davon die Coulman-Insel.
Dort, wo das Ross-Schelfeis in die Treibeiszone übergeht, leben etwa ein Drittel aller Adeliepinguine. Starke Stürme blasen das Eis zur Seite und schaffen verstreut liegende, etliche Quadratkilometer große freie Wasserflächen, so genannte Polynyas. Diese bilden die Lebensgrundlage der Pinguine. Wo die Sonne auf das Wasser scheint, blühen die Mikroalgen, welche die Nahrungsgrundlage für den Krill ist, und der wiederum ist die Lieblingsbeute der Pinguine.
Kategorie:Meer
Kategorie:Antarktis
ja:ロス海
James Clark RossSir James Clark Ross ( - 15. April 1800 in London; † 3. April 1862 bei Aylesbury) war ein englischer Entdecker und Seefahrer.
Ross begleitete seinen Onkel John Ross 1829 auf dessen zweiter Fahrt zum Nordpol, auf der er 1831 den nördlichen Magnetpol auffand. Nach seiner Rückkehr 1834 wurde er zum Postkapitän ernannt.
Ross unternahm am 29. September 1839 mit den Schiffen Erebus und Terror eine Expedition zum Südpol. Auf dieser Südfahrt entdeckte Ross am 11. Januar 1841 unter 71° 15' südlicher Breite ein Land mit hohen Schneegebirgen, dem er den Namen Süd-Victorialand gab. Am 2. Februar drang er bis zu 78° 10' südlicher Breite vor, dem für lange Zeit südlichsten von einem Menschen erreichten Punkt. Hier musste er vor einer riesigen Eiswand umkehren. Anfang März wandte sich Ross nach Norden zurück und kam am 4. April 1841 wieder in Tasmanien an. Im November segelte die Expedition über Neuseeland erneut in den antarktischen Bereich, traf aber auf eine so hohe Eisschranke, dass sie nicht so weit wie im Jahr zuvor vordringen konnten. Er segelte daraufhin zu den Falklandinseln. Von hier aus startete er am 17. Dezember 1842 zu einem dritten Anlauf gen Südpol. Sie führte zu der Überzeugung, dass sich hinter der großen Eisschranke ein riesiges Festland befinden musste.
Ross wandte sich nun nach England zurück und kam dort am 4. September 1843 an. 1844 erhielt er die Ritterwürde.
1848 sollte Ross mit zwei Schiffen Enterprise und Investigator den verschollenen John Franklin aufsuchen. Er überwinterte in Leopoldshafen und organisierte im Frühjahr 1849 mehrere Schlittenfahrten, deren wichtigste unter der persönlichen Leitung von Ross die nördliche und westliche Küste von North Somerset bis 72° 38' nördlicher Breite aufsuchte. Wegen hohen Eisgangs musste er sich auf den Heimweg machen und erreichte am 27. September 1849 die Orkney-Inseln.
Ross wurde 1. Dezember 1856 zum Konteradmiral ernannt. Er starb am 3. April 1862 bei Aylesbury.
Das Rossmeer am Rande der Antarktis wurde nach James Clark Ross benannt.
Werke
- Narrative of the proceedings in command of the expedition through Lancaster Sound and Barrow Straits. in: Parliament Papers 35(1850)
- Voyage of discovery and research in the Southern and Antarctic Seas. 2 Bde. (London 1846)
Ross, James Clark
Ross, James Clark
Ross, James Clark
Ross, James Clark
Ross, James Clark
Ross, James Clark
Ross, James Clark
Ross, James Clark
Ross, James Clark
Ross, James Clark
FlaggschiffAls Flaggschiff wird das Führungsfahrzeug eines Kriegsschiffverbandes bezeichnet. Von diesem Schiff aus führt der Flaggoffizier, oftmals im Admiralsrang, mit seinem Stab den Verband. Das Flaggschiff führt die Flagge des Befehlshabers bei Tag und Nacht. In der Segelschiffzeit war das Flaggschiff oftmals das kampfstärkste Schiff der Flotte. Diese Flaggschiffe waren darüber hinaus meist prunkvoll verziert (z.B. die schwedische Vasa). Flaggschiffe der Segelschiffzeit führten nachts außerdem eine Flaggschiff-Laterne im Topp des Großmastes. Mit Beginn der Dampfschiffzeit waren meist Linienschiffe, später Schlachtschiffe die Flaggschiffe in den Kriegsflotten. Es wurden aber auch Schiffe anderer Klassen (z.B. Kreuzer) als Flaggschiffe eingesetzt. In der heutigen Zeit wird die Funktion eines Flaggschiffs von verschiedenen Schiffsklassen wahrgenommen, denn große Kriegsschiffeinheiten sind in den meisten Kriegsmarinen nicht mehr vorhanden.
In der Kaiserlichen deutschen Marine war außerdem noch der Begriff des Flotten-Flaggschiffs als Sitz des Befehlshabers der Flotte und des Flottenstabs gebräuchlich. Zwischen 1900 und 1918 übernahmen mehrere moderne Linienschiffe die Funktion des Flotten-Flaggschiffs.
Handelsmarine
Im übertragenen Sinne wird die Bezeichnung Flaggschiff auch für das herausragende Schiff einer Handels- oder Personenschifffahrts-Flotte, bzw. einer Reederei verwendet.
Umgangssprache
Umgangssprachlich, von der Seefahrt abgeleitet, gebräuchlich ist darüber hinaus die Verwendung für ein herausragendes und typisierendes Element eines Ganzen, wie in: "Nachrichten-Flaggschiff der ARD ist die 20:00-Uhr-Tagesschau" oder wie z.B. das luxuriöseste Fahrzeug eines Kfz-Herstellers.
Kategorie:Marine
ja:旗艦
ErebosErebos, in der griechischen Mythologie der Gott der Finsternis. Wie Gaia und Nyx entstand der Erebos aus dem Ur-Chaos.
Laut Hesiod war zuerst die Dunkelheit, der das Chaos (der gähnende, hohle Raum) entsprang. Beide paarten sich miteinander und es entstanden die Nacht (Nyx), der Tag (Hemera), die Luft (Aither) und eben Erebos als Verkörperung der Finsternis der Erdentiefe. Nach Ranke paarten sich dann Nyx und Erebos und es entstanden neben dem Schlaf und den Träumen die Übel der Welt: Verderben, Alter, Tod, Zwietracht, Ärger, Elend und Entsagung, die Nemesis, die Moiren und die Hesperiden, die hier als bedrohliche Aspekte der Mondgöttin aufscheinen, aber auch die Freude, die Freundschaft und das Mitleid. Als Tochter der beiden gilt zudem die Styx, die aber auch als Okeanine die älteste Tochter des Okeanos und der Tethys sein soll.
Literatur
- Michael Grant und John Hazel, Lexikon der antiken Mythen und Gestalten, München (dtv) 1980 (ISBN 3-423-32508-9)
- Karl Kerényi, Die Mythologie der Griechen - Die Götter- und Menschheitsgeschichten ; München (dtv) 1992 ( ISBN 3-423-30030-2)
- Robert von Ranke-Graves, Griechische Mythologie, Reinbek bei Hamburg (Rowohlt) 2003 (ISBN 3-499-55404-6)
Siehe auch: Stammbaum der griechischen Götter und Helden
Kategorie:Griechische Gottheit
Kategorie:Literarische Figur
ja:エレボス
ErstbesteigungDie Erstbesteigung ist die erste erfolgreiche Besteigung, die den Gipfel eines Bergs erreicht (siehe auch Erstbegehung).
Erstbesteigungen sind insofern bemerkenswert, da üblicherweise jahrelange Vorbereitungen und eine gründliche Erkundung des Gebietes nötig sind. In vielen Fällen scheitern die ersten Versuche der Besteigung. Durch fehlende Erfahrungen bezüglich Wetter und Geländebeschaffenheit ist auch das Risiko wesentlich höher.
Die Erstbesteigung des Mont Blanc 1786 wird heute als Geburt des modernen Alpinismus gewertet.
Die Fotokamera war schnell das wichtigste Beweismittel für die Besteigung. Das Gipfelphoto gilt als das unerlässliche Zeichen für den Gipfelerfolg. Auch zurückgelassene Gegenstände können als Beweis dienen. Etwa der Eispickel von Hermann Buhl, der am Gipfel des Nanga Parbat zurückgelassen wurde, konnte 1999 von einer japanischen Expedition gefunden werden.
Eine weitere Möglichkeit sind Zeugen.
Sehr berühmt ist die Erstbesteigung des Mount Everest und die immer noch andauernde Diskussion, ob nicht bereits 1924 George Mallory und Andrew Irvine den Gipfel erreichten. Von diesem Versuch kehrten sie niemals zurück. 1999 wurden die Überreste von George Mallory entdeckt, seine Fotokamera jedoch nicht.
Im Rahmen von Erstbesteigungen kam es auch immer wieder zu Intrigen und Aufschneiderei.
So behauptete 1906 Dr. Frederick Cook, den Gipfel des Mount McKinley erreicht zu haben.
Erst Jahre später konnten Fotos einer Expedition beweisen, dass Cook damals das Bild eines rund 3000 Meter tieferen Gipfels als Beweisfoto vorlegte.
Siehe auch: Liste der Erstbesteigungen
Kategorie:Bergsteigen
Kategorie:Klettern
Douglas MawsonSir Douglas Mawson ( - 5. Mai 1882 in Bradford, Yorkshire; † 14. Oktober 1958) war ein britischer Antarktisforscher, der die erste Antarktisexpedition von 1911 bis 1914 leitete.
Leben und Werk
Douglas Mawson wuchs in Australien auf, nachdem seine Eltern dahin emigrierten als er zwei Jahre alt war. Er studierte an der Universität Sydney und wurde 1904 Dozent und 1921 Professor an der Universität Adelaide (Australien). Hier betrieb er zunächst erfolgreich Küstenforschung. Von 1907 bis 1909 nahm er als Wissenschaftsoffizier an der Antarktis-Expedition von Shackleton teil. Während dieser Expedition erreichte er mit E. David den magnetischen Südpol und bestieg einer der ersten, die den Mount Erebus bestiegen.
Nachdem er das Angebot ausgeschlagen hatte, an Robert Falcon Scotts letzter, tödlicher, Antarktis-Expedition teilzunehmen, führte Mawson in den Jahren von 1911 bis 1914 die erste australische Antarktis-Expedition nach Terre Adelie, King-George-V.-Land und Queen-Mary-Land. Er entdeckte die nach seinen Begleitern benannten Ninnisgletscher und Mertzgletscher. Legendär ist sein einsamer Marsch über hunderte von Meilen zurück zur Basis, nachdem seine zwei Begleiter Dr. Xaver Mertz und Leutnant Ninnis während der Expedition starben: Zuerst stürzte Ninnis mit nahezu allen Nahrungsmitteln in eine Gletscherspalte. Mawson schrieb später in seinem Expeditionsbericht über diesen Moment:
:„Halb von Sinnen winkte ich Mertz zu, meinen Schlitten zu bringen...ich beugte mich vor und rief in die dunkle Tiefe hinab. Kein Laut drang zurück, nur das Winseln eines Hundes, der auf einem zufällig sichtbaren Vorsprung 45 Meter tief unten hängen geblieben war...Dicht daneben waren, wie es in der Dunkelheit schien, die Überreste eines Zeltes und eines Leinensacks mit Nahrungsmitteln für 14 Tage für drei Mann. Wir brachen die Firnbrücke ganz auf, beugten uns durch ein Seil gesichert vor und riefen in die Dunkelheit hinunter, in der Hoffnung, daß unser Kamerad noch am Leben sein möchte. Drei Stunden lang riefen wir unaufhörlich, aber keine Antwort kam zurück.“
Mertz starb wenig später an den Folgen einer Lebensmittelvergiftung. Und Mawson selber überlebte den Sturz in eine Gletscherspalte nur knapp, da sein Schlitten sich am Spaltenrand verhakte und es ihm im zweiten Versuch gelang, am Schlittenseil aus der Spalte herauszuklettern. Als er die Ausgangsbasis erreichte, hatte das Expeditionsschiff, die Aurora bereits wieder Segel gesetzt und Mawson war gezwungen, in der Antarktis bis ins Frühjahr 1914 zu überwintern. Seine Erlebnisse beschrieb er in seinem Buch „Home of the Blizzard“.
Nach seiner Rückkehr heiratete er Paquita Delprat und wurde aufgrund seiner Leistungen in den Ritterstand erhoben. Die Öffentlichkeit interessierte sich jedoch unter dem Eindruck des Desasters der Antarktis-Expedition von Scott und des Ausbruches des 1. Weltkriegs wenig für seine Leistungen. Mawson verfolgte seine wissenschaftlichen Studien weiter und leitete weitere Expedition. Als Leiter einer britisch-australisch-neuseeländischen Antarktis-Expedition erforschte er auf zwei Reisen (1929/1930) und 1930/1931) die noch unbekannten Küsten von Enderbyland bis zur Ross-See. Er verbrachte auch viel Zeit seines Lebens damit, die Geologie der Flinders Ranges im nördlichen Südaustralien zu erforschen. Er starb im Jahre 1958 im Alter von 76 Jahren.
Zu seinem Andenken wurde sein Porträt auf der früheren australischen Einhundert-Dollarnote verewigt.
Weblinks
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Mawson, Douglas
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Tannatt William Edgeworth DavidSir Tannat William Edgeworth David ( - 28. Januar 1858 in Glamorganshire, Wales; † 28. August 1934 in Sydney, Australien) war ein britischer Geologe, Landvermesser und Polarforscher.
Polarforscher
1882 emigrierte er nach Australien um eine Stelle als Geodät der Geological Survey of New South Wales anzutreten; es folgte eine Professur für Geologie an der Universität von Sydney von 1891 bis 1924.
Doch Davids eigentliche Obsession war die Feldforschung, so beteiligte er sich 1897 an einer Expedition auf das Funafuti-Atoll, wo er die Entstehung von Korallenriff-Formationen im Pazifik untersuchte.
Zwischen 1907 und 1909 nahm er an der zweiten britischen Antarktisexpedition von Ernest Henry Shackleton teil. Im Zuge dieser Mission gelang einer Gruppe unter Leitung Davids 1908 die Erstbesteigung des Mt. Erebus, 1909 hatte er maßgeblichen Anteil an der Lokalisierung des magnetischen Südpols.
Zurück in Australien verfasste David über 150 Lehrbücher, die bedeutendsten davon sind „Geographical Notes of the British Antarctic Expedition“ (1909) und „The Geology of Australia“ (1932).
1920 wurde David zum Ritter geschlagen, 1934 ehrte ihn der Commonwealth mit einem Staatsbegräbnis.
David, Tannat William Edgeworth
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Vulkanische BombeEine vulkanische Bombe (früher: Auswürfling) ist ein bei einem Vulkanausbruch ballistisch herausgeschleuderter Lavafetzen, mit einem Durchmesser von mehr als 64 mm. Im weiteren Sinn gilt in der Vulkanologie jeder auf einer ballistischen Bahn herausgeschleuderte Pyroklast als Bombe. Eckige Pyroklasten dieser Größenklasse werden als vulkanischer Block bezeichnet.
Pyroklastisches Material
Bei einem Vulkanausbruch wird sehr verschiedenartiges Material eruptiert und abgelagert (pyroklastischer Fall). Neben Lava ist das hauptsächlich vulkanisches Gas und Tephra, also vulkanische Lockermaterial. Vulkanische Bomben sind neben vulkanischen Aschen und Lapilli ein Teil dieses ausgeworfenen Lockermaterials und stellen in dieser Reihe die größten Poyroklasten. Das ausgeworfene Material wird nach dem Äquivalentdurchmesser in Klassen eingeteilt:
Vulkanische Bomben
Die Bomben können eine Größe bis zu mehreren Kubikmetern erreichen. Ihre Form ist meist ei- oder spindelförmig, da sie sich während des Fluges und der Erkaltung in der Luft um ihre eigene Achse drehen. Bei besonders gasreicher und zähflüssiger (kieselsäurereicher, "saurer") Lava entstehen so genannte Brotkrustenbomben. Die durch die hohe Fördergeschwindigkeit abrupt in die Druck- und Temperaturverhältnisse der Erdoberfläche transportierte glutflüssige Lava gast während des ballistischen Fluges hefig aus, was im Material bereits vorhandene Blasen sich vergrößern und weitere neu entstehen lässt. Die durch das Aufblähen verursachten Spannungen lassen an der durch die rasche Abkühlung bereits im Flug erstarrten Oberfläche Risse entstehen, die den Lavabrocken das Erscheinungsbild eines Brotlaibes geben.
Bedingt durch ihr verhältnismäßig hohes Gewicht fallen die Bomben in der näheren Umgebung des Vulkans zu Boden und richten daher im Vergleich zu anderen vulkanischen Begleiterscheinungen verhältnismäßig wenig Schaden an.
Kategorie:Vulkanismus
VulkanismusUnter Vulkanismus versteht man alle geologischen Vorgänge und Erscheinungen, die mit dem Aufsteigen von Magma innerhalb der äußeren Erdkruste bis zur Erdoberfläche verbunden sind. Dazu gehören alle Austrittsformen als feste (Bombe, Lapilli, Bimsstein, Aschen), flüssige (Lava, Lahar, Geysir, Maar) oder gasförmige (vulkanisches Gas, Fumarole) Stoffe. Nicht selten treten Mischformen der eruptiven Begleiterscheinungen auf wie z. B. die verheerenden pyroklastischen Ströme.
Vulkane gehören zu den imposantesten Erscheinungsformen des Vulkanismus, nicht nur auf der Erde, sondern auch auf anderen Planeten und ihren Monden unseres Sonnensystems. Es sind verschiedene aktive Vulkane außerhalb der Erde bekannt, so befinden sich Schwefelvulkane auf dem Jupitermond Io, Kryovulkane auf dem Neptunmond Triton und erloschene Vulkane z. B. auf dem Mars und der Venus.
Der Vulkanismus hat Anteil an den folgenschwersten Naturkatastrophen der Erde. Ihm sind viele der gewaltigen Umwälzungen in der Erdgeschichte zuzuschreiben, nicht zuletzt durch seinen erheblichen Einfluss auf die regionale und globale Klimaentwicklung mit den daraus resultierenden Folgen.
Siehe auch: Vulkanausbruch, Pompeji, Plinianische Eruption, Caldera, Tektonik, Erdkruste, Lithosphäre, Planetologie
Literatur
- Hans-Ulrich Schmincke: Vulkanismus, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2000, ISBN 35-3414-102-4
- Carl Christoph Beringer: Vulkanismus und andere Tiefenkräfte der Erde, Franck h, 1953, ISBN B0000BGFMR
Weblinks
- [http://www.swisseduc.ch/stromboli/index-de.html Vulkane: Virtuelle Exkursionen, Fotoglossar, Bilder und Videoclips, QTVR-Panoramen, Expeditionen]
- [http://www.parautochthon.com/100584/190915.html Vulkanologie in Kürze]
- [http://www.vulkanismus.de/ Informationen über Vulkane und ihre Tätigkeit]
- [http://www.iml.rwth-aachen.de/Petrographie/vulkanismus.htm Eruptionsmechanismen und -typen sowie den pyroklastischen Ablagerungen; Vorlesung von PD Dr. Ulrich Knittel]
- [http://www.volcano.si.edu/reports/usgs/index.cfm Weekly Volcanic Activity Report vom U.S. Geological Servey]
- [http://www.vulkanweg.de/geo-lexikon_a.html Geo-Lexikon]
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Kategorie:Geologie
als:Vulkanismus
Mantle PlumeDer Name Mantle Plume oder nur Plume entstammt dem französisch-englischen Wort für Helmbusch und beschreibt damit die Form des Aufstrombereichs heißen Magmas, die sich nach oben hin helmbuschartig verbreitert.
Was sind Plumes?
Es handelt sich bei Plumes um aufsteigende Ströme heißen Materials aus dem tiefen Erdmantel, die sich in Form einer schmalen Säule zur Erdoberfläche bewegen. Sie bilden sich nach einer verbreiteten Annahme in knapp 2900 Kilometern Tiefe an der thermischen Grenzschicht (D"-Schicht) zwischen dem äußeren Erdkern und dem Erdmantel. Neuere Untersuchungen lassen jedoch vermuten, dass wenigstens ein Teil der heute vermuteten Plumes in oder direkt unterhalb der Mantelübergangszone (410 km bis 660 km Tiefe) entstehen. Nachdem sie den zähplastischen Erdmantel durchquert haben, verbreitern sie sich pilzförmig unter der Lithosphäre. Im obersten Teil des Erdmantels
überschreitet der Plume die Soliduskurve des Mantels, d.h. seine Temperatur liegt oberhalb der Temperatur, bei der Mantelgestein unter dem herrschenden Druck anfängt zu schmelzen. Je weiter der Plume aufsteigt, desto weiter schreitet die Aufschmelzung infolge der Dekompression fort. Die Schmelzen trennen sich vom Muttergestein ab und strömen durch das Netzwerk der durch das Schmelzen gebildeten Gesteinsporen aufwärts, da sie eine geringere Dichte haben als das Gesteinsresiduum und zudem durch mechanische Spannungen im Muttergestein und den Auflastdruck ausgepreßt werden. Wenn sie schließlich die Obergrenze der Schmelzzone im Mantel erreichen, können Sie durch Dikes (Gänge) an Schwächezonen der Erdkruste bis an die Erdoberfläche gelangen und damit Verursacher von Hot-Spot-Vulkanismus werden.
'Normale' Plumes zeichnen sich durch relativ eng begrenzte vulkanische Erscheinungen aus wie z.B. der Plume unter der Vulkaneifel, unter der Inselkette von Hawaii oder unter Island.
Superplumes
Von Superplumes spricht man, wenn die entsprechenden vulkanischen Erscheinungen nicht nur relativ begrenzt sind, sondern Regionen von der Größenordnung eines Kontinents betreffen. Sie bewirken sehr großflächige Hebungen bzw. Auswölbungen des Geoids: So wird z.B. die Landmasse und der sie umgebende Ozeanboden des südlichen Afrikas seit den letzten 100 Millionen Jahren langsam gehoben, und gehört nun mit einem Durchmesser von mehr als 1600 km und einer Höhe von rund 1500 m zu den größten Plateaus der Erde.
In Folge des Superplume-Vulkanismus wurden ganze Landstriche mit mehr als zwei Kilometer dicken Basaltschichten bedeckt. Beispiele dafür sind z.B: die Paraná-Basalte in Brasilien oder der Sibirische Trapp im Norden Russlands.
Kontinentale Ausbrüche von Superplumes waren jedoch nur Einzelfälle. Viel häufiger fanden ihre Auswirkungen an den Ozeanböden statt. Darüber hinaus sind die ozeanischen Basaltplateaus wesentlich größer als die kontinentalen. So besteht das größte ozeanische Plateau (im West-Pazifik) vermutlich aus der 25-fachen Basaltmasse im Vergleich zur größten kontinentalen Decke.
Superplumes in der Kreidezeit
Aller Wahrscheinlichkeit nach haben sich in der Kreidezeit, die vor etwa 135 Millionen Jahren begann und vor ca. 65 Millionen Jahren endete, gewaltige Superplume-Aktivitäten abgespielt. Offenbar war der Westpazifik am stärksten betroffen, wie Untersuchungen des hier besonders zerfurchten Ozeanbodens zeigen. Die heiße Gesteinsschmelze muss ein mehrere tausend Kilometer großes Areal überflutet haben, das ist ein zehnfaches der Flächen, die heute von Plume-Aktivitäten geformt werden.
Die Superplume-Aktivität vor rund 120 Millionen Jahren konnte nicht ohne weitreichende Folgen bleiben:
- Durch die großflächige Hebung des Ozeanbodens, bedingt durch Volumenvergrößerung bei Erwärmung, hob sich der Meeresspiegel um 250 Meter über das heutige Niveau. Infolgedessen waren alle niedrig gelegenen Landstriche überflutet. Die Ablagerungen dieses Meeres bildeten die Kreidefelsen auf Rügen, die Gesteine des Teutoburger Waldes oder die weißen Klippen von Dover in England.
- Die meisten Gebirgsketten entlang der Westküsten Nord- und Südamerikas verdanken ihre Existenz der kreidezeitlichen Superplume-Aktivität. Durch die enorm vergrößerte Lavaproduktion und entsprechend beschleunigte Krustenbildung verstärkte sich die Subduktion. So schoben sich ungewöhnlich große Mengen ozeanischer Kruste unter die Ränder Nord- und Südamerikas. Sie erzeugten durch die einsetzenden gewaltigen Aufschmelzungsprozesse in dieser Zone die Granitkerne der Sierra Nevada (USA) und der Anden.
- Mit der austretenden Lava wurde verstärkt Kohlendioxid frei, das sich in der Atmosphäre anreicherte und damit den natürlichen Treibhauseffekt verstärkte. Die globale Durchschnittstemperatur nahm um etwa 10°C zu.
- Ein Großteil der heutigen Diamantlagerstätten hat seine Entstehung der kreidezeitlichen Plume-Aktivität zu verdanken: Die meisten Diamanten sind vor mehr als 1 Milliarde Jahren in Tiefen von rund 300 Kilometern unter der Erdoberfläche entstanden. Durch den verstärkten Vulkanismus wurden die Diamanten in abbaubare Höhen befördert wie zum Beispiel bei Kimberley in Südafrika.
- Das Erdmagnetfeld hat sich im Laufe der Erdgeschichte mehrfach umgepolt. Dieser Umpolungsprozess vollzieht sich gegenwärtig im Mittel mehr als einmal pro 1 Million Jahre. Während der ca. 40 Millionen Jahre andauernden Superplume-Aktivität behielt das Magnetfeld jedoch seine Richtung durchgängig bei. Welche globalen Folgen diese Umpolung bzw. ihr Fehlen hat, ist noch nicht geklärt.
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Andere Wortbedeutungen
Unter Plume werden auch aufsteigende Gasmassen in der Atmosphäre eines Planeten bezeichnet, die – ähnlich dem geologischen Plume – durch große und lokal begrenzte Wärmequellen entstehen, und beim Aufsteigen zumindest kurzfristig die dichteren Bereiche der Atmosphäre verlassen. Atmosphärische Plumes entstehen z.B. beim Einschlag oder atmosphärischem Zerbersten großer Asteroiden oder Kometen, wie z.B. dem Einschlag der Fragmente des Kometen Shoemaker-Levy 9 auf dem Jupiter. Auch Vulkanausbrüche oder große Atombombenexplosionen können zu atmosphärischen Plumes führen.
Weiterhin wird der Begriff Plume im Brandschutz zur Beschreibung von aufsteigenden Rauchgasen über Bränden verwendet. Zur Dimensionierung von Rauchabzugsanlagen werden sogenannte Plumeformeln verwendet.
Weblinks
- [http://www.uni-geophys.gwdg.de/~eifel/ The Eifel Plume Project]
- [http://www.geophysik.uni-frankfurt.de/geodyn/island/project.html Island Plume Dynamik]
ja:マントルプルーム
Kategorie:Geologie
Kategorie:Vulkanismus
Hot-Spot (Geologie)
Die Theorie des Hot-Spot Vulkanismus wurde 1963 vom Geologen Tuzo Wilson formuliert. Sie besagt, dass sich an vielen Stellen zwischen der Lithosphäre und der Asthenosphäre der Erde im Laufe von Jahrmillionen Magmakammern angesammelt haben, deren Inhalt durch Brüche und Erdspalten in Form von Vulkanen an der Erdoberfläche austritt. Daher die Bezeichnung "Hot-Spot" (deutsch "Heißer Fleck").
Da sich die Lithosphäre ständig über die Asthenosphäre hinwegbewegt, während sich der Hot-Spot nicht vom Fleck rührt, verursacht dieser ganze Vulkanketten, wie z.B. die Hawaii-Inseln. Hot-Spots befinden sich an Orten, die von der Plattenbewegung unabhängig sind, so dass man heutzutage davon ausgeht, dass es sich bei jedem Binnenvulkan um einen Hot-Spot Vulkan handeln muss.
Hot-Spots werden durch sogenannte "Plumes" immer mit neuer Magma "versorgt". Diese sind Magmaströme, die ihren Ursprung am äußeren Erdkern und einen Durchmesser von etwa 150 km haben. Weltweit wird die Zahl der Hot-Spots auf etwa 120 geschätzt. Man nimmt bei jedem von ihnen an, dass sich ein Mantel-Plume darunter befindet.
Aus dem Standort der Hot-Spot Vulkane kann man Richtung und Geschwindigkeit der Plattenbewegungen rekonstruieren und das Alter der durch ihn entstandenen Inseln errechnen. Das berühmteste Beispiel hierfür ist die Inselgruppe des US-Bundesstaats Hawaii.
Die ungerade Verlaufsrichtung dieser Inseln wird von Forschern damit erklärt, dass sich die Pazifische Platte nicht exakt in eine bestimmte Richtung bewegt, sondern die Bewegungsrichtung sich mit der Zeit leicht geändert haben muss. Die Pazifische Platte bewegt sich um etwa 5 Zentimeter pro Jahr. Daraus folgt, dass Hawaii, die Hauptinsel, vor etwa 0,4 Mio. Jahren und O'ahu vor etwa 3,7 Mio Jahren über dem Hot-Spot unter Loihi gestanden haben muss.
Die Insel Loihi, südlich von Hawaii, ist die aktuell durch einen Hot Spot entstehende Hawaii Insel. Sie befindet sich im Moment noch 900m unter dem Meer, wird aber nach Meinung vieler Geologen in den nächsten Jahrmillionen auf eine Größe von 4000m über NN heranwachsen und wäre mit ihren insgesamt 10 000m Höhe somit größer als der Mount Everest und exakt so groß wie der Vulkan Mauna Kea, der vor Loihi und Hawaii als letztes entstanden ist. Diese These folgt aus der Meinung Wilsons, dass das Wachstum aller Hot-Spot Inseln immer gleich verlaufen wird. Das unterschiedliche Alter der Inseln zeigt sich in den verschiedenen Verwitterungsstadien, wobei die jüngste an die Oberfläche hervorgetretene Insel Hawaii durch regelmässige Vulkanausbrüche noch im Wachsen begriffen ist und die nordwestlichen Nachbarinseln bereits wieder schrumpfen.
Das "Sterben" der meisten Hot-Spot Vulkane hat verschiedene Ursachen. Zum einen versinken sie nach weiterer Verschiebung der Platte im Wasser, da unter der Lithosphäre, wo sich zuvor der Hot-Spot befand, nun ein Hohlraum ist, der einstürzen kann. Oft entstehen so auch Atolle. Zum anderen liegt es an der Form der entstandenen Vulkane. Alle Hawaiianischen Vulkane sind Schildvulkane, d.h. sie wachsen in einem relativ hohen Abstand zueinander, können sich nicht gegenseitig stützen und stürzen im Lauf der Jahrmillionen in sich zusammen.
Weitere bekannte Beispiele für Hot Spot Vulkane sind die Eifel in Deutschland, die Galápagos-Inseln in Ecuador und der Yellowstone Nationalpark in den USA.
Weblinks
- http://pubs.usgs.gov/publications/text/hotspots.html
- http://www.geotimes.org/nov00/hotspot.html
Kategorie:Vulkanismus
Caldera (Krater)Eine Caldera (spanisch: "Kessel") ist eine kesselförmige Einbruchsstruktur vulkanischen Ursprungs.
Calderen entstehen durch den Einsturz oberflächennaher Magmakammern eines Vulkans, die zuvor durch Ausbrüche entleert worden sind. Eine Caldera kann durch ausströmende Lava wieder gefüllt werden. Auch kann sich auf dem Boden einer Caldera erneut ein Vulkankegel bilden, wie dies beim Vesuv geschehen ist. Calderen von Supervulkanen können riesige Ausmaße annehmen, so ist die Caldera des Yellowstone-Vulkan 40 km lang und 25 km breit. Zu den berühmtesten Calderen gehören die des Teide (Teneriffa), die Caldera de Taburiente (La Palma), der Lake Toba (Sumatra), die Yellowstone-Caldera (USA) und die Caldera der Insel Santorini.
Davon zu unterscheiden sind:
- Maare, die durch vulkanische Gasexplosionen, sog. phreatomagmatische Explosionen entstehen und
- Vulkankrater, die den Austrittspunkt von Magma bezeichnen
Kategorie: Vulkanismus
ja:カルデラ
Lava
Lava (ital. "Regenbach") ist die Bezeichnung für eruptiertes Magma, das an die Erdoberfläche ausgetreten ist. Lava ist ein | | |