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MusikinstrumentEin Musikinstrument ist ein Gegenstand, der mit dem Ziel konstruiert oder verändert wurde, Musik zu erzeugen. Im Prinzip kann jeder Gegenstand, der Töne oder auch nur Geräusche hervorbringt, als Musikinstrument dienen, jedoch wird der Ausdruck normalerweise nur für solche Gegenstände verwendet, die zu diesem Zweck hergestellt oder verändert wurden.
Klassifikation
Es gibt viele verschiedene Versuche, die Vielfalt der Musikinstrumente in Gruppen einzuteilen. Bei praktisch allen Klassifikationssystemen zeigen sich Vor- und Nachteile sowie mehr oder weniger zahlreiche Ausnahmen.
Klassifikation nach Art der Tonerzeugung
- Chordophone (Saiteninstrumente / Tonerzeugung durch Saiten)
- Streichinstrumente wie die Geige
- Zupfinstrumente wie die Gitarre
- Aerophone ("Luftklinger" / Tonerzeugung durch Luftstrom)
- Blasinstrumente
- Blechblasinstrumente
- Holzblasinstrumente
- Tasten-Aerophone:
- Orgel
- Harmonium,
- Handzuginstrumente (Akkordeon und verwandte Instrumente)
- Membranophone ("Fellklinger" / Tonerzeugung durch schwingendes Fell)
- Idiophone ("Selbstklinger" / Tonerzeugung durch Klingen des gesamten Instruments)
- Elektrophone (Elektronische Instrumente)
Innerhalb dieses Schemas sind Mischformen möglich.
Im 1914 veröffentlichten Klassifikationsschema von Curt Sachs und Erich von Hornbostel werden die Instrumente ähnlich unterteilt.
Klassifikation nach Benutzung durch den Spieler
- Blasinstrumente
- Streichinstrumente
- Zupfinstrumente
- Schlaginstrumente
- Tasteninstrumente
weitere Klassifikationen
- nach geographisch-kultureller Herkunft
- nach Bestimmung (Konzert-, Übe-, Kinder-, Spielzeuginstrumente, Harmonieinstrument, Lärm-, Rhythmus- oder Effektinstrument)
- nach Musikrichtung (klassische, Popmusik-, Volksmusikinstrumente)
Siehe auch Liste der Musikinstrumente
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ja:楽器
ko:악기
simple:Musical instrument
KonstruktionsprozessUnter einem Konstruktionsprozess versteht man einen speziellen Prozess, dessen Prozessobjekt ein Modell darstellt, das innerhalb der Funktionsfolge eine wesensgestaltende Veränderung des Zustands erfährt. Der Konstruktionsprozess ist ein Teil der Produktentwicklung und sein Prozessobjekt ist das Produktmodell.
Die Konstruktion als Prozess bezeichnet also in der Technik, alle Ideen, Überlegungen, Prinzipien, Berechnungen und Verfahren, welche die Funktion eines technischen Produkts (einer Maschine oder eines Bauwerks) gewährleisten. Am übersichtlichsten, wenn auch nicht vollständig, werden diese in einem Entwurf zusammengefasst.
Unter Konstruieren versteht man in der Technik, die Summe aller Tätigkeiten, die zu einer Dokumentation führen, welche ein neues technisches Produkt vollständig beschreibt und so seine Fertigung ermöglicht. Dazu gehören Überlegungen, Konzepte, Berechnungen, Entwürfe und schließlich Stücklisten und Zeichnungen von Baugruppen und Einzelteilen mit Material-, Bearbeitungs-, Maß- und Toleranz-Angaben. Diesem Prozess schließt sich die Organisation der Fertigung an, die als Arbeitsvorbereitung bezeichnet wird, aber nicht mehr dem Konstruieren zugerechnet werden kann. In heutiger Zeit erfolgt die Tätigkeit des Konstruierens in immer stärkerem Maße am Computer (siehe auch: CAD). Das früher verwendete Zeichenbrett wird mehr und mehr durch den Bildschirm ersetzt.
Geschichte
Ebenso wie die Technik während der letzten 150 Jahre eine rasante Entwicklung genommen hat, so hat sich in dieser Zeit auch der Konstruktionsprozess verändert:
# Um 1850 war die Konstruktion werkstattorientiert: So ist zum Beispiel T. Edison bekannt für seine intensive Laborarbeit nach der Methode von Versuch und Irrtum.
# Um 1900 begann die Normierung der Bauteile mit dem Vorteil, nun nicht mehr für jede Maschine einen eigenen Werkzeugsatz zu benötigen. (Heutzutage umfasst die DIN-Norm knapp 30 000 Normen.)
# Um 1925 wurde begonnen, das methodische Vorgehen bei der Konstruktion zu lehren (siehe auch Produktentwicklung).
# Ab 1960 kam es durch Konstrukteure wie Konrad Zuse, die als erste für ihre Berechnungen Computer benötigten und diese auch gleich konstruierten, zur Entwicklung der rechnergestützten Konstruktion.
# Heutzutage werden die Produkte rechnergestützt über ihren kompletten Produktlebenszyklus modelliert.
# In Zukunft wird eine weitere Virtualisierung des Konstruktionsprozesses erwartet, um den kürzer werdenden Entwicklungszeitspannen gerecht zu werden.
Siehe auch
Anreißen, Konstrukteur, Konstruktionslehre, Technik, Integrierte Produktentwicklung
Kategorie:Konstruktionslehre
Musik
Die Musik (griechisch μουσική (τέχνη) - musiké (téchne) - Kunst der Musen, in der lateinischen (ars) musica bereits in der eingeengten Bedeutung Tonkunst, Tonwerk, musikalische Darbietung, bereits im Althochdeutschen als Lehnwort; ähnliche Entlehnung in unzähligen weiteren Sprachen) bezeichnet
- die Tonkunst: die künstlerische Erzeugung akustischer Ereignisse;
- Werke der Tonkunst;
- umgangssprachlich die Wiedergabe musikalischer Werke ("Wollen wir Musik hören?").
Für eine strukturierte Linkliste siehe: Portal:Musik.
Genauere Begriffsbestimmung und das Material der Musik
Musik ist gestaltete Zeit (im Gegensatz etwa zur bildenden Kunst, die Raum gestaltet). Musik kann nur als Ablauf in der Zeit erlebt werden. Aus diesem Grund setzt Musik beinahe begriffsnotwendig eine rhythmische Ordnung ihres Rohmaterials (Geräusche, Töne, Klänge) voraus. Außer durch Rhythmus kann musikalisches Material durch Melodie (die Abfolge verschiedener Tonhöhen) und Harmonie (die Gleichzeitigkeit bestimmter Tonhöhen) organisiert sein. In Einzelfällen wird auch ein räumlicher Effekt, der dadurch entsteht, dass jedes Instrument an einer Stelle erklingt und somit (begrenzt) ortbar ist, gezielt eingesetzt, etwa in mehrchöriger Musik mit entsprechender räumlicher Aufstellung der einzelnen Gruppen.
Eine genaue Bestimmung, was Musik ist und was nicht, ist nicht möglich. Gestaltung durch den Menschen ist keine notwendige Voraussetzung, sofern man nicht die Laute der Vögel ausschließen möchte. Gedankenloses Vor-sich-hin-pfeifen, die Fahrgeräusche einer Lokomotive und das Stimmen eines Instruments sind andere Grenzfälle, an denen jeder Versuch einer scharfen Abgrenzung von Musik und Nicht-Musik scheitern muss. Schließlich haben avantgardistische Komponisten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ganz bewusst die Grenzen dessen, was Musik ist, gesprengt, indem sie darauf verzichteten, Rhythmus, Harmonie, geschweige denn Melodie zu gestalten: Beispielsweise wurden mit dem Tonbandgerät aufgezeichnete Allerweltsgeräusche in den Konzertsaal geholt, die Beschränkung auf tonale (Dur- und Moll-)Systeme aufgegeben (Atonalität; Arnold Schönberg, Theodor W. Adorno), musikalische Werke unter Zufallsbedingungen hergestellt (Aleatorik) oder Stille als Musikstück deklariert (John Cage).
Musikwissenschaft
Die Musikwissenschaft und ihre Disziplinen behandeln mit wissenschaftlicher Methodik die Entwicklung und Entstehung von Musik (Musikgeschichte), ihre Komponisten, deren Werke und Interpreten sowie die Musikinstrumente (Instrumentenkunde).
Weitere Forschungsrichtungen der Musikwissenschaft sind die Musiktheorie, als Werkzeug der Analyse und als Kompositionskunde, mit der Königsdisziplin Harmonielehre, sowie die Musiksoziologie und Musikpsychologie.
Die Musikwissenschaften werden grob in drei Gruppen eingeteilt:
# systematische Musikwissenschaften: Musiksoziologie, Musikästhetik, musikalische Akustik, Musikpädagogik, Musikpsychologie, musikalische Volkskunde (Musikethnologie), Physiologie des Instrumentalspiels
# angewandte Musikwissenschaften: Musikkritik, Musiklehre, Instrumentenbau
# historische Musikwissenschaften: Instrumentenkunde, Notationskunde, Satzkunde, Ikonographie, Quellenkunde, Stilkunde, Biographie, musikalische Aufführungspraxis
Gattungen, Formen, Genres und Stile
Mit der Systematisierung von Musik nach intersubjektiven Kriterien beschäftigen sich die Disziplinen Gattungskunde und Formenlehre sowie die Stilkunde (siehe Stilrichtungen der Musik).
Die Musikwissenschaften haben mehrere Ordnungsdimensionen entwickelt, die mit unterschiedlichem Erfolg auf Musik angewendet werden.
Nach Art der Beteiligung:
- Vokalmusik (siehe auch a cappella)
- Instrumentalmusik
Nach wertmäßiger Einordnung:
- E-Musik (so genannte Ernste Musik),
- U-Musik (Unterhaltungsmusik, Populäre Musik).
(wobei gerade diese Unterteilung, so wie auch die ihr zu Grunde liegenden Werte, verschiedentlich hinterfragt und auch abgelehnt wurden und werden)
Nach Herkunft:
- Musik aus der europäischen Abstammungslinie (alte, klassische, romantische, zeitgenössische Musik)
- Außereuropäische Musik, heute auch Weltmusik genannt, die von der Musikethnologie untersucht wird
Nach Verwendungszweck, bzw. Anlass der Entstehung:
- Funktionale Musik, von liturgischer Musik über Militärmusik, Filmmusik bis zur Muzak
- Autonome Musik, die um ihrer selbst willen komponiert und aufgeführt wird
- Programmmusik, der ein außermusikalisches Programm zugrundeliegt
- Virtuosenmusik, die nur der Zurschaustellung der Fähigkeiten eines Virtuosen dient
- Gelegenheitskomposition, im Gegensatz zu gültigen Werken eines Komponisten
- Sakrale Musik und Liturgische Musik, z.B. Choral, Kirchenlied, Messe, Oratorium
- Profane Musik oder Weltliche Musik
Nach Tonsystemen:
- Kirchentonarten
- Neuntonmusik (speziell... siehe Osvaldo Antonio Ovejero [http://www.mica.at/person/person_detail.asp?clr=5&iID=69010 externer Link] )
- Zehntonmusik (fernöstlich)
- Zwölftonmusik (üblich)
- Vierteltöne
Nach Menge der Beteiligten:
- Solo
- Duett/Duo
- Terzett/Trio
- Quartett
- Quintett
- Sextett
- Septett
- Oktett
- Nonett
- Dezett
- Orchester
- Chormusik
- Ensemble
Als Spezialfall des 19. und 20. Jahrhunderts nach Tonalitätsvorstellung:
- Tonale Musik
- Atonale Musik
Beziehung zu anderen Kunstformen
Architektur
In der griechischen und römischen Antike waren Musik und Architektur viel enger miteinander verknüpft als dies heute der Fall ist. Architekten, Musiker und Philosophen haben in den Jahrhunderten nicht nur immer wieder Verbindungen zwischen den beiden Künsten gesucht und auch geschaffen, sondern sich auch wechselseitig neue Impulse gegeben. Der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling sagte im Jahre 1859: Architektur ist erstarrte Musik. In ähnlicher Weise ist bei Arthur Schopenhauer zu lesen: Architektur ist gefrorene Musik. Mehr zur Beziehung von Musik und Architektur siehe Architektur#Musik.
Literatur
Die Verbindung von Musik und Text/ Literatur ist in vielen Musikstilen elementarer Bestandteil bzw. konstituiert bestimmte musikalische Gattungen (Oper/ Kunstlied/ Popsong) überhaupt erst. Von Interesse dabei ist der Gesamtausdruck, der im Zusammenspiel von Musik und Text entsteht.
Es kann aber auch vorrangig um eine inhaltliche Mitteilung gehen, wie sie mit dem Liedtext scheinbar beabsichtigt ist. Liebes- und Protestlied sind solche Formen der direkten Aussage. Allerdings wird durch die musikalische "Verpackung" der Inhalt mit einer Wertung versehen, die Sender und Empfänger in der Kommunikation entweder verstehen oder missverstehen können.
Eine indirektere Verbindung von Musik und Literatur stellen Schauspilemusiken dar, die in ihrer Wirkung bereits eine gewisse Nähe zur Filmmusik aufweisen.
Anwendung
Während Musik oft als reine und zweckfreie Kunst angesehen wird, ist ihre gezielte Nutzung weit verbreitet: Zum Beispiel zum Wecken bestimmter Emotionen (z. B. Werbung, Filmmusik), zur Verdeutlichung von Inhalten, die über ein anderes Medium (z. B. Text, Stimme, Video/Animation) übermittelt werden, zu therapeutischen Zwecken (Musiktherapie), u. v. m. Auch die Kombination mit anderen Kunstformen ist in der Musik besonders häufig, z.B. mit Lyrik (Lied, Oper, Popsong usw.) oder Tanz (Ballett).
Aufgrund dieser kommunikativen Funktion bezeichnet man Musik auch als eine universelle Sprache.
Musik kann entweder spontan entstehen (Improvisation), oder nach schriftlich fixierten Aufzeichnungen ausgeübt werden (Komposition, Notenschrift).
Geschichte
Die Entwicklung der Musik kann in Epochen unterteilt werden, die sich in der konventionellen Musikgeschichte an die Formen der Bildenden Kunst und Architektur anlehnen (z.B. Musik der Antike, Renaissancemusik, Barockmusik, Klassische Musik usw.); neuere Forschungen bemühen sich jedoch, eine Historiographie zu entwickeln, die weniger von den äußeren Rahmenbedingungen als vielmehr der musikalischen Strukturen selbst ausgeht.
In der Chronologie der musikalischen Entwicklung können folgende eurozentristische Abschnitte unterschieden werden:
- Mittelalter - Musik vor dem 13. Jahrhundert, Musik des 13. Jahrhunderts
- Musik der Neuzeit - Musik des 14. Jahrhunderts, Musik des 16. Jahrhunderts, Musik des 17. Jahrhunderts, Musik des 18. Jahrhunderts, Musik des 19. Jahrhunderts
- Musik der Moderne und Postmoderne - Musik des 20. Jahrhunderts
Musiksoziologie
Musik ist nicht nur Selbstzweck und Kulturgut, sondern auch eine umsatzstarke Branche der Kulturindustrie. Die heutige Musikindustrie prägt musikalische Entwicklungen (Casting-Bands, Schaffen von Opernstars), absorbiert und kommerzialisiert unabhängig entstandene Formen (Jazz, Punk) und übt in Form von massiver Lobbyarbeit Einfluss auf politische Entscheidungen aus (Copyright). Weitere Themenbereiche der Musiksoziologie sind Identitätsbildung durch geteilte Musikpräferenzen (siehe auch Jugendmusikkultur) und die Eingebundenheit der Musikausübung und des Musikonsums in gesellschaftliche Strukturen wie Geschlecht, soziale Klasse und Lebensstil.
Musik und Mensch
Kulturhistorisch und bei der Entstehung der Säugetier-Art Mensch (Evolution) spielen Musik und ihre Wahrnehmung durch Ohr, Gehirn und die individuelle Rezeption im Sinne einer sofortigen, unvermeidbaren Bewertung eine enorme Rolle. Musikgeschmack, Musikvorlieben, musikalische Bildung haben alle hörenden Menschen - sie sind sich nur nicht einig in der Bewertung. Diese ist immer subjektiv und gleichzeitig ist sie kulturell geprägt (musikalische Sozialisation).
Ob Musik zur Kommunikation vor der Sprachentwicklung oder beide in einer wechselseitigen Beeinflussung stattfanden, wird sich nicht mehr klären lassen. Aber Musik als Kommunikationsmitttel ist weltweit verbreitet. Die Psychologie sagt, dass Musik Emotionen transportiert aber auch Emotionen verändert.
Das ist unabhängig von der Frage des Unterschieds von Vokalmusik und der Nutzung von Instrumenten zur Musikerzeugung oder -verstärkung.
Musiktechnologie
Neben den Unternehmen der Medienindustrie übt auch die Musiktechnologie zunehmenden Einfluss auf Hörgewohnheiten und das Musikangebot aus. Für die Rezeption von aufgezeichneter Musik sind Abspielgeräte (Tonbandgerät, Schallplattenspieler, CD-Spieler, MP3-Player usw.) notwendig, die sich zunehmend an den Möglichkeiten der Computertechnologie orientieren. Mit der Einführung der Audio-CD begann die Digitalisierung der Musik; durch das Aufzeichnungsformat MP3 wurde die psychoakustische Kompression von Musik eingeführt, bei der solche Anteile aus Musikdaten entfernt werden können, die für die Klangqualität als weniger wichtig erachtet werden. Da damit die Gefahr von unberechtigten Kopien (Raubkopien) heraufbeschworen wurde, werden heute Audiodateien zusehends mit Hilfe von DRM Digital Rights Management versehen, das nur eine feste Anzahl autorisierter Kopien erlauben soll.
Mit der Einführung neuer Technologien wie z. B. der DVD-Audio oder der SACD (Super Audio CD) ist die bis dato vorherrschende Wiedergabe-Technologie im Ein-Kanal- (Mono) bzw. Zwei-Kanal-Verfahren (Stereo) um mehrkanalige (im allgemeinen Fünf-Kanal-, "Surround" genannte) Wiedergabemöglichkeiten erweitert worden.
Der Einfluss der Technologie auf die Musik geht aber weit über die Verfahren zur Speicherung und Wiedergabe von Musikstücken hinaus. Wie seit jeher Instrumentenbauer die technischen Möglichkeiten ihrer Zeit auf der Suche nach dem vollendeten Klang auszuschöpfen suchten, so hat auch das 20. Jahrhundert die Elektronik zur Schaffung neuer Musikinstrumente mit eigenständigem Klangcharakter genutzt. Beispiele hierfür sind u.a. die Elektrogitarre, die Hammondorgel oder der Synthesizer. Des weiteren wird in modernen Produktionsstudios immer mehr auf Computer zur Erstellung von Musik gesetzt. Wichtig sind hier Systeme wie MIDI oder Software Synthesizer, mit denen ganze Orchester imitiert werden können.
Neben der Speicherung und Produktion von Musik wird auch das Nachschlagen durch moderne Technologie vereinfacht. In den fünfziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts erschienen Bücher wie Barlow und Morgensterns "A Dictionary of Musical Themes" und Parsons' "A Directory of Tunes and Musical Themes", die es dem Leser ermöglichen, Melodien z. B. anhand des Parsons-Codes zu identifizieren. Inzwischen gibt es aber viel bessere Methoden dafür, z. B. Musipedia, eine Online-Suchmaschine für Melodien.
Wirkungen
Der Musik werden die unterschiedlichsten emotionale und psychologische Wirkungen zugeschrieben; das Spektrum reicht von der einer heilenden Wirkung (z. B. Musik von Bach und Mozart, New Age-Musik) bis hin zu "destruktiven" Wirkungen (z. B. bei Death Metal, Gothic, Musik von Schönberg), die durchaus beabsichtigt sein können.
Bis heute konnten die Musikwissenschaft und ihre Hilfsdisziplinen nicht abschließend klären, in welchem Grad diese Wirkungen mit den kulturellen Rahmenbedingungen zusammenhängen; so wurde durch die Verbreitung der Rockmusik noch vor wenigen Jahrzehnten der Untergang des Abendlandes befürchtet; andererseits weist die Medienwirkungsforschung zumindest in speziell dispositionierten Fällen Wirkungen wie Selbsttötungen nach. Allerdings sind auch diese Forschungsergebnisse umstritten.
Auch Pflanzen und Tiere sollen auf Musik reagieren; bestimmter Musik wird eine positive Wirkung auf das Wachstum von Zimmerpflanzen nachgesagt; selbst in der Tierhaltung wird gelegentlich Musik eingesetzt.
Vollkommen im Bereich der Spekulation liegt die Unterstellung der universellen Verständlichkeit von Musik; so kommunizieren Erdenbewohner in Steven Spielbergs Spielfilm Unheimliche Begegnung der dritten Art mit außerirdischen Besuchern über Tonfolgen und Klänge. Selbst die heutigen Raumsonden der NASA und ESA enthalten Aufzeichnungen von Musik, die der Verständigung mit außerirdischen Lebensformen behilflich sein sollen (siehe Sounds of Earth).
Literatur
- MGG - Musik in Geschichte und Gegenwart: allgemeine Enzyklopädie der Musik hrsg. von Friedrich Blume. Bärenreiter Metzler. MGG Personenteil in 17 Bänden (1999 ff.), MGG Sachteil in 10 Bänden. [http://www.mgg-online.com]
- Leonard Bernstein: Musik - die offene Frage. Vorlesungen an der Harvard-Universität. München: Goldmann, 1976. ISBN 3-442-33052-1
- Hans Renner: Grundlagen der Musik - Musiklehre. Stuttgart: Reclam, 1953. ISBN 3-15-007774-5
- dtv-Atlas Musik. Bd. 1 u. 2. ISBN 3423030224
- Harenberg Komponistenlexikon. Dortmund 2001. ISBN 3-611-00978-4
"Das grosse Lexikon der Musik", herausgegeben von Marc Honegger und Günther Massenkeil, Freiburg im Breisgau 1978 und 1987
Siehe auch
- Portal:Musik
- Musikliteratur
- Universalien der Musikwahrnehmung
Weblinks
- [http://www.miz.org/ Deutsches Musikinformationszentrum, Bonn]
- [http://dma-opac.ddb.de/ Online-Katalog (OPAC)] des Deutschen Musikarchivs Berlin
- [http://www.gnoosic.com/ Gnoosic - Das webbasierte Empfehlungssystem für Musik]
- [http://www.music-map.de/ Music-Map - Die Welt der Musik nach Geschmack sortiert]
- [http://de.musipedia.org/ Musipedia - kollaborative Musikenzyklopädie, eine Art Wikipedia für Musik]
- [http://www.hirnforschung.de/Musik.php4 Newsletter zu Gehirn und Musik von hirnforschung.de]
- [http://www.gratisipodvideo.de.vu/ Seite des beliebtesten Musikplayers, des Ipods]
!Musik
Kategorie:Musiktheorie
fiu-vro:Muusiga
ja:音楽
ko:음악
ms:Muzik
simple:Music
th:ดนตรี
GeräuschEin Geräusch (von Rauschen) ist ein nichtperiodisches Schallereignis mit ungeregeltem Zeitverlauf, dem keine Tonhöhe zugeordnet werden kann. Es bildet damit einen Gegensatz zum Ton und zum Klang. Es ist ein Schallsignal, das meistens ein nicht zweckbestimmtes Schallereignis charakterisiert, z. B. Maschinengeräusche. Mit Geräusch werden alle Tongemische bezeichnet, die sich aus sehr vielen Einzeltönen zusammensetzen und wenn die Frequenzdifferenzen überwiegend kleiner als 16 Hz sind. Es ist demzufolge ein akustisches Signal mit zahlreichen Einzelfrequenzen, zwischen denen kein gesetzmäßiger Zusammenhang besteht und deren Amplituden, Phasen und Frequenzen statistisch schwanken. Das Spektrum eines Geräuschs ist demzufolge ein kontinuierliches, wobei jedoch durch periodische Vorgänge Einzeltöne auftreten können, die dem breitbandigen Geräuschanteil überlagert sind. Solche Einzeltöne erhöhen die Störwirkungen eines Geräuschs beträchtlich und müssen daher beim Messergebnis durch einen "Tonzuschlag" berücksichtigt werden.
Einige Schlaginstrumente wie Trommel, Becken erzeugen keine Klänge sondern nur Geräusche.
Als Rauschen definiert man einen Frequenzkomplex, der sämtliche Frequenzen des menschlichen Hörbereichs enthält. Beim weißen Rauschen sind alle Frequenzanteile mit gleich starker Amplitude vertreten (jede Partie gleich laut); werden die höheren Frequenzanteile stetig schwächer spricht man von rosa Rauschen, in Synthesizer trifft man oftmals auch Rauschgeneratoren mit Bezeichnungen "Red" und "Blue" über Potentiometer, welche dem Audioausgang unterschiedlich beigemischt werden können resp. das Verhältnis der Frequenzanteile in ihrem Sinne manipulieren. Mittels unterschiedlicher Filter lässt sich aus weißem Rauschen eine ungeheure Menge „Rohmaterial“ für die verschiedensten Geräusche darstellen.
Ein Geräusch definiert sich als Klangereignis, bei dem die einzelnen Frequenz(an)teile nicht auf ganzzahligen Vielfachen der tiefsten Frequenz (Grundton/Grundfrequenz) schwingen. Eine Sondergruppe bilden Glockenklänge deren erste Obertöne häufig bereits eine Terz, Quinte oder Sexte bilden, die jedoch der Harmonielehre entsprechen. Bei einem Geräusch lassen sich auch keine einfachen Schwingungsverhältnisse finden wie z. B. 2/3, 4/5. Wenn schon kommt man eher auf Verhältnisse wie 53/2469, 724/927 oder Ähnliches, jedoch nie etwas was mit der Lehre der Harmonie verknüpfbar wäre.
Auch lassen sich keine periodischen Ereignisse im Zeitverlauf einzelner Teil(klänge) finden, jedoch werden die unterschiedlichen Anteile fast in jedem Fall moduliert. Man kann sich dies gut veranschaulichen, indem man dem Klang eines sich bewegenden Körpers (Jeep mit zuviel Ladung, Schlitten, Zug, usw.) in einer Umgebung mit Reflexionsmöglichkeiten (Häuser, Berge, Tunnel, ...) vorstellt, der Schleifgeräusche auf dem Untergrund verursacht die wiederum unsere Ohren über stetig ändernde Reflektionspunkte (Flächen) erreicht. Dazu kommen die sich stetig ändernden Brummgeräusche des Antriebs. All das zusammen zeichnet das typische Geräusch z. B. einer Bergbahn, eines Flugzeugs oder eines Explosivlautes was aus. Durch die sich stetig ändernden Anteile lässt sich ein Geräusch schlussendlich auch definieren, resp. kann man es erkennen. Als Beispiel sei hier der Unterschied zwischen einem eher zufälligen zeitlichen Ablauf (natürlichen Ursprungs) oder aber periodische oder konstant sehr ähnlich verlaufende (technisch oder menschlichen Ursprungs).
Für die Musik gelten schon seit Experimenten der 1960er (Karlheinz Stockhausen, Pierre Schaeffer, Oscar Sala, usw.) Geräusche und Klänge als gleichberechtigtes Material. Ähnliches könnte man auch über klassische Musik (Trommeln, Becken, Schlagwerke) aussagen. Jedoch gibt und gab es immer wieder Musikstile die ohne Geräuschkörper funktionieren, so bei Kirchenchören (Jazzchöre schnippen ja fast immer mit Geräusch) oder mittelalterlicher Kontrapunkt Musik.
Weblinks
- [http://www.grundschule-friedrichsfehn.de/projekte/geraeusche/index.html Geräusche-Datenbank]
Kategorie:Geräusch
SaiteninstrumentEin Saiteninstrument (Fachwort: Chordophon) ist ein Musikinstrument, das zur Tonerzeugung schwingende Saiten verwendet, die in den allermeisten Fällen ihre Schwingungen auf einen den Klang verstärkenden Resonanzkörper übertragen.
Verschiedene Tonhöhen werden entweder durch Abteilen der Saiten erreicht, oder aber dadurch, dass für jeden Ton (mindestens) eine eigene Saite vorhanden ist. In jedem Fall gilt: je dünner, je kürzer und je straffer gespannt die jeweilige Saite ist, desto höher wird der resultierende Ton.
Geschichte
Bereits Sumerer, Ägypter, Griechen des Altertums spielten auf mit Saiten bespannten Schallkörpern. (Kithara, Lyra). Nach A. Buchner 1985 finden sich die ältesten Darstellungen eines einfachen Monochords oder Musikbogens bereits auf 15000 Jahre alten Höhlenzeichnungen.
Der einfache Musikbogen gilt somit als „Urform“ aller Chordophone (nicht zu verwechseln mit dem Geigenbogen). Er besteht aus einem biegsamen Holzstab, um dessen Enden ein Stück Darm oder eine Schnur gezogen ist, die so den Stab zum Bogen spannt. Mit einem kleinen Stab angeschlagen oder mit den Fingern gezupft, werden schwirrende Klänge hervorgebracht, die durch einen am Bogen angebrachten Resonanzkörper, z.B. eine getrocknete Kalebasse, extrem verstärkt werden können.
Die Weiterentwicklung vom einfachen Bogen zum komplexen modernen Saiteninstrument hat die unterschiedlichsten Typen hervorgebracht, von denen die meisten aber nur über eine begrenzte Zeitspanne hinweg in Gebrauch waren, so auch die in der Antike überaus beliebte Leier (Lyra). Schon Homer beschreibt die 4-saitige Leier, die Phorminx.
Dabei wurden mehrere Saiten aufgespannt und mit einem Resonanzkörper aus Holz, Schildkrötenpanzer, später auch aus Metall versehen. Die Saiten wurden über Stege (Joch genannt) gespannt, wovon das obere Querjoch die Saiten hielt und spannte. Saiten verliefen parallel zur Resonanzdecke. Gespielt wurde das Instrument mit den Fingern oder dem Plektrum durch zupfen oder anreissen. Mit der zweiten Hand wurden die Saiten bedämpft bzw. verkürzt und somit die Tonhöhe bestimmt.
Die historische Leier gehört mit zahlreichen antiken Funden zu den bestdokumentierten Instrumenten des Altertums. Die ältesten Funde weisen nach Mesopotamien ins 3. Jahrtausend v. Chr. Im Verlauf der Geschichte wurde die Leier den Erfordernissen angepasst und unterlag vielfältiger Wandlung. Dabei entstanden Formen mit bis zu 15 Saiten. Etwa seit dem 8.-7.Jh. v. Chr. ist sie auch auf der iberischen Halbinsel und später bei den Kelten nachweisbar. Hier ist es bereits die siebensaitige Form. Sie ist auch der Vorläufer der Mittelalterlichen Handharfe und der Drehleier.
Beispiele für andere Saiteninstrumente, die z.T. schon mit dem Bogen gespielt wurden, finden sich in allen Kulturen, so die bekannte Spießgeige in Südostasien, die Sithar in Indien oder auch in Afrika und die verschiedenen arabischen Formen.
Klassifizierung
arabischen
arabischen
arabischen
Saiteninstrumente lassen sich auf verschiedene Weisen systematisch einordnen.
Ein gebräuchlicher Ansatz ist die Klassifizierung nach der Methode, mit der die Saiten zur Schwingung angeregt werden, dann nach Bauart-Merkmalen weiter unterteilt:
- bei Zupfinstrumenten werden die Saiten mit den Fingern, einem Plektrum oder mechanischen Vorrichtungen (Kielen) gezupft:
- ohne Griffbrett: Harfe, Lyra
- mit Griffbrett: Gitarre, E-Bass, Laute, Mandoline, Banjo, Balalaika, Zither
- mit Klaviatur: Cembalo
- bei Streichinstrumenten werden die Saiten gestrichen:
- mit einem Bogen: Violine (Geige), Bratsche, Violoncello, Kontrabass, Gambe, Psalterium
- mit einem Rad: Drehleier, Leier
- außerdem gibt es Saiteninstrumente, bei denen die Saiten mit Klöppeln oder tastaturgesteuerten Hämmern angeschlagen werden:
- mit in der Hand gehaltenen Klöppeln: Hackbrett
- mit Klaviatur: Klavier, Clavichord
Der Instrumentenbauer hingegen unterscheidet unabhängig von der Spielweise zwischen drei Grundformen von Saiteninstrumenten:
- Als Harfen bezeichnet er Instrumente, bei denen die Saiten an der Resonanzdecke des Schallkörpers ziehen;
- Als Zithern bezeichnet er Instrumente, bei denen kein direkter Kontakt der schwingenden Saiten zur Resonanzdecke besteht;
- Als Lauten bezeichnet er Instrumente mit einem Hals, bei denen die Saitenschwingung über einen Steg auf die Resonanzdecke übertragen wird.
Demnach ist beispielsweise der Kistenbass eine Harfe, die Kantele eine Zither und die Geige eine Laute.
Quellen und Links
[http://www.xn--archologie-online-tqb.de/magazin/thema/2000/04/b1.php3 Aulos und Leier im prähistorischen Spanien]
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ja:弦楽器
ko:현악기
Geige
Die Violine oder Geige ist ein aus verschiedenen Hölzern gefertigtes Saiteninstrument. Ihre vier Saiten werden mit einem Bogen gestrichen (Streichinstrument). In der Tradition der klassischen europäischen Musik spielt die Violine eine eminent wichtige Rolle, fast alle Komponisten haben ihr einen wichtigen Teil ihres Schaffens gewidmet, einige waren sogar selbst Geiger, zum Beispiel Bach, Haydn oder Mozart. Violinen werden von Geigenbauern hergestellt.
Die Bezeichnung Violine bedeutet eigentlich „kleine Viola“, die Herkunft des Wortes Geige ist strittig, es könnte von einem lautmalerischen „gig“ kommen, das (ähnlich wie in „gickeln“ oder „kiecksen“) die helle Klangfarbe beschreibt. Das Wort „geigen“ für „hin- und her bewegen“ hat sich aber erst aus dem Instrumentennamen entwickelt.
Aufbau und Funktion
Die wichtigsten Bauteile
- Der Hals mit einer Länge von ca. 13 cm
- mit dem Griffbrett von ca. 27 cm Länge, welches ca. 14 cm über den Korpus (ca. 35 - 36 cm) hinaus ragt.
- Die Schnecke am Ende des Halses, oft Erkennungsmerkmal eines guten Geigenbauers.
- Die Decke, der mit den F-Löchern versehen gewölbte aus Fichtenholz gefertigte obere Teil.
Fichtenholz
- Der Bassbalken
- Der Stimmstock (die Seele), dessen präzise Platzierung den Klang der Violine erheblich beeinflusst und reguliert.
- Die Zargen: die Seitenteile des Instrumentes, meist wie der Boden aus Ahorn.
- Der Rücken: Boden meist aus Ahorn gefertigt.
- Der Lack schützt das Holz des Instrumentes vor Umwelteinflüssen und konserviert dessen Schwingungseigenschaften. Jedoch hat er kaum einen Einfluss auf den Ton eines Instrumentes (siehe Geigenlack).
Funktionsweise
Die Violine ist mit vier Saiten im Quintenabstand (g - d’ - a’ - e’’) bespannt, die am unteren Ende des Korpus am Saitenhalter, am oberen Ende des Halses auf Wirbeln im Wirbelkasten befestigt sind. In der Mitte des Korpus drücken die Saiten auf den Steg, der als Brücke zwischen der schwingenden Saite und dem Resonanzkörper dient. Hierdurch werden die Schwingungen der Saiten auf den Korpus übertragen.
Die Violine ruht auf dem linken Schlüsselbein und wird leicht von der linken Hand des Geigers gestützt; die linke Hand greift die Saiten, die rechte Hand den Bogen, mit dem die Saiten gestrichen werden.
Auf dem Griffbrett befinden sich keine Bünde. Daher muss der Violinist, um den Ton einer Saite zu erhöhen, die niederzudrückende Stelle genau treffen. Mit der Technik des Doppelgriffs können mehrere Saiten zugleich gestrichen werden und es ist möglich, mehrstimmig zu spielen.
Es gibt neben dem Streichen andere Techniken, die Saiten zum Schwingen zu bringen: Durch Zupfen (pizzicato oder pizz.) oder Schlagen mit harten oder weichen Gegenständen sowie den Ort der Anregung kann die Klangfarbe weitreichend beeinflusst werden. An der Violine kann ein Dämpfer angesetzt werden (sordino) oder es wird ein Flageolett gespielt, indem die Finger der linken Hand an bestimmten Stellen nur leicht auf die Saite gelegt werden, wodurch sie flötenartig klingt. Die Stärke der Anregung bestimmt die Lautstärke. Durch Hin- und Herbewegen des Fingers bzw. des Handgelenkes lässt sich ein Vibrato des Tons erzeugen.Dann gibt es noch Staccato, was bedeutet, dass die Töne mit dem Bogen hart, schnell und kurz gespielt werden, das Detaché, das man spielt, indem man die Töne lange und breit streicht (das Gegenteil von staccato) und das Legato,wobei die Töne miteinander verbunden werden.
Vibrato
Verwandte Instrumente
Kleinere und handlichere Abarten der Geige sind Miniaturgeige (Pochette) und Violino piccolo.
Eine größere und tiefer klingende Bauform der Violinarten ist die Bratsche, auch Viola genannt. Zur selben Instrumentenfamilie gehört das Violoncello, das aber in einer anderen Haltung gespielt wird, nämlich mit dem Hals nach oben und dem Spieler abgewandter Vorderseite. Der Kontrabass hat sowohl bauliche Eigenschaften der Gamben, zu denen er einst auch gezählt wurde, als auch der Geigenfamilie.
Geschichte
Vorläufer der Violine stammen aus dem spanisch-maurischen Raum im 8. Jahrhundert. Als weiterer Vorläufer ist das Rebec bis ins 16. Jahrhundert gespielt zu nennen. Die bis heute im Wesentlichen unveränderte Form der Violine ist seit etwa 1540 gebräuchlich.
Die erste urkundliche Erwähnung der Violine erfolgte um 1523, als in Turin am Hofe des Herzogs von Savoyen "les trompettes et vyollons de Verceil" (Trompeten und Violinen aus Vercelli) ein Honorar erhielten. Die älteste Abbildung einer Violine ist eine violinspielende Putte auf dem Altarbild in der Kirche S. Cristoforo in Vercelli.
Bekannte italienische Geigenbauer waren Andrea Amati, Nicola Amati, Guarnerius del Gesu, Antonio Stradivari. In Frankreich war es vor allem Jean Baptiste Vuillaume bekannt, dessen Kopie einer Guarneri-Geige im Kasten rechts oben zu sehen ist. Nördlich der Alpen sind Jakobus Stainer aus Absam, die Familien Klotz aus Mittenwald und die Familien Fichtl aus Füssen erwähnenswert.
Füssen
Im Laufe der Zeit unterlag die Violine einigen baulichen Veränderungen, die sich auf den Klang auswirkten. Die Bauformen des 19. Jahrhunderts haben einen längeren und schräger angesetzten Hals und einen stärkeren Bassbalken als die Violinen in der alten Mensur. Dank längerer Saiten und dem nunmehr gestreckt-konkaven Bogen erhöhte sich die Lautstärke und entsprach somit den immer größer werdenden Konzertsälen und Orchestern. Seit Beginn der 1950er Jahre kehrte man jedoch für die Aufführung Alter Musik zu den ursprünglichen Bauformen heute Barockgeige genannt zurück. Diese ermöglicht eine historische Aufführungspraxis, die uns die Klangideale des 17. und 18. Jahrhunderts nahebringt.
Der industrielle Geigenbau hatte in Japan seinen Ursprung durch Masakichi Suzuki (1859-1944), dem Vater des berühmten Violinpädagogen Shinichi Suzuki. Der Betrieb beschäftigte bereits nach kurzer Anlaufzeit über 1000 Mitarbeiter und stellte innerhalb eines Monats bis zu 400 Violinen und 4000 Bögen her.
Verwendung in der Musik
Die Violine ist mit der Entwicklung der europäischen Musik der Neuzeit eng verbunden und wurde dementsprechend reich mit Literatur beschenkt. Im folgenden kann nur ein kurzer Abriss über ihre vielfältigen Aufgaben gegeben werden:
Solistisch
Wichtige Werke für Solovioline (ohne Begleitung) gab es in der Barockzeit zuhauf, erwähnenswert sind hier als Komponisten vor allem Biber, Telemann und Bach. Hier wurde vor allem mit Doppelgriffen die Möglichkeit ausgereizt, auf einer Geige mehrere Stimmen klingen zu lassen. In der Klassik und Romantik war diese Gattung (ebenso wie Solowerke für andere Instrumente, abgesehen von Klavier oder Orgel) weniger verbreitet, im 20. Jahrhundert erlebte sie mit Kompositionen von Bartók, Stravinsky oder Hindemith eine neue Verbreitung.
Aus der im Barock sehr beliebten Sonate für Violine und Generalbass entwickelte sich bei Joseph Haydn die Violinsonate mit Klavier. Hier, wie auch in den frühen Sonaten von Mozart war die Geige zunächst als Begleitinstrument konzipiert, mit der Zeit aber wuchs ihre Bedeutung, doch auch bei den späteren Sonaten von Beethoven, Schubert, Brahms oder Debussy ist das Klavier gleichwertiger Partner, weshalb diese Gattung eher zur Kammermusik gerechnet werden muss.
Die ersten Violinkonzerte entwickelten sich zunächst aus dem zeitweisen Hervortreten des Konzertmeisters aus dem barocken Streichorchester (Siehe auch: Concerto grosso). Bald entstanden die ersten als solche deklarierten Violinkonzerte, wie jene von Vivaldi oder Bach. Alle drei großen Wiener Klassiker schrieben Violinkonzerte, ebenso die wichtigen romantischen Meister (Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Brahms oder Bruch) und auch viele spätere Komponisten wie Schönberg, Berg oder Stravinsky. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden auch einige Werke für Solovioline mit Orchesterbegleitung komponiert, die formal freier waren und sich von der reinen Konzert-Gattung abheben wollten, wie die „Symphonie espagnole“ von Lalo oder Ravels „Zigeuner“-Rhapsodie „Tsigane“.
Kammermusik
Kaum ein Werk der Streicher- oder gemischten Kammermusik kommt ohne Geige(n) aus: Die wichtigsten Gattungen sind Violinsonate, Streichtrio, Klaviertrio, Streichquartett, Klavierquartett, Streichquintett, Streichsextett. In vielen dieser Besetzungen hat die Geige die wichtigste Melodiestimme. Ihre oft konzertanten Aufgaben lassen sie dabei die sprichwörtliche „erste Geige“ spielen.
Orchester
Im Orchester gibt es seit der Barockzeit (wie im Streichquartett) zwei verschiedene Violinstimmen, die aber zumeist chorisch, also mehrfach besetzt sind: In einer groß besetzten romantischen Sinfonie spielen im allgemeinen 16 erste und 14 zweite Geigen, gelegentlich auch mehr. Beide Gruppen werden dabei üblicherweise von einem oder mehreren Stimmführer(n) am vorderen Pult geleitet. Ganz vorne in der ersten Geigengruppe sitzt der Konzertmeister, der manchmal Soli zu spielen hat und eine besondere Verantwortung für das ganze Orchester trägt.
Jazz, Band, Crossover
Auch in der neueren Unterhaltungsmusik spielt die Geige eine wichtige Rolle: Im Tango-Orchester ebenso wie in „Zigeuner“-Kapellen oder in manchen Jazz-Formationen (Stéphane Grappelli, Joe Venuti, Didier Lockwood). Viele modernen Geiger machen, ob aus musikalischem oder finanziellem Interesse, Ausflüge in Crossover-Projekte (Nigel Kennedy, Anne-Sophie Mutter). Darüber hinaus kann man die Geige auch in Bands finden, die sich stilistisch in den Richtungen Mittelalterrock oder Folk-Metal/Folk-Rock bewegen. Hier wären Fiddler's Green, Schandmaul und Skyclad anzuführen. Der Gebrauch der Geige leitet sich hier aus dem historischen Hintergrund der Verwendung im Mittelalter, sowie in der Folk-Szene ab. In der übrigen U-Musik wird die Geige eher selten als Solo-Instrument gebraucht. Man verwendet hier jedoch gerne elektronisch erzeugte Streicherpassagen um eine romantische Stimmung zu erzeugen.
Pädagogik
U-Musik
Das Violinspiel kann man schon als kleines Kind (mit ca.4 Jahren) erlernen. Damit die Kinder sich die Namen der Saiten merken können (G-D-A-E), haben sich Lehrer eine "Eselsbrücke" ausgedacht: Geh Du Alter Esel. Viele Pädagogen meinen, für eine große Karriere ist der frühestmögliche Start unerläßlich. Es existiert daher auch eine große Anzahl kindgerechter Violinschulen. Ein heute weitverbreites Beispiel ist die Suzuki-Methode, nach seinem Entwickler Shinichi Suzuki benannt.
Geschichte der Violinpädagogik
Eines der wichtigsten, großen pädagogischen Werke über die Violine entstand schon 1756, sein Autor war Leopold Mozart, der Vater von Wolfgang Amadeus. Sein Versuch einer gründlichen Violinschule wird heute vor allem als wichtige Quelle für das Studium der historischen Aufführungspraxis verwendet. Noch frühere Versuche eine Methode des Violinspiels zu erstellen, reichen in das Zeitalter des Barock zurück. So hat sich der italienische Geiger Francesco Geminiani vor allem um die Violinpädagogik verdingt gemacht. Giuseppe Tartini schrieb in seinem 50 Etuden umfassenden „L'arte dell arco“ das erste Lehrwerk über die Bogenführung. Auch berühmtere Komponisten wie Georg Philipp Telemann nahmen sich das Wohl ihrer Schüler zu Herzen und schrieben wie Letztgenannter beispielsweise die "Methodischen Sonaten", in denen die langsamen Sätze einmal einfach und schlicht und einmal mit barocker Verzierungsmöglichkeit ausgesetzt sind. Modernere und systhematische Lehrwerke entstanden im frühen 19. Jahrhundert in Frankreich, nach der Gründung des Pariser Konservatoriums. Einige der namhaften Autoren solcher Werke sind Pierre Rode, Pierre Baillot, Rodolphe Kreutzer, Charles Auguste de Bériot, Carl Flesch und in Deutschland Ludwig Spohr.
Kleine Geigen
Für kleine Hände und kurze Arme gibt es auch kleinere Instrumente, sogenannte halbe, Viertel- oder Achtel-Geigen, ja sogar 1/16- und 1/32-Instrumente werden hergestellt. Hierbei darf man aber aus dem Bruch im Namen nicht auf die reale Größe schließen, tatsächlich hat eine halbe Geige etwa 80% der Größe einer „Ganzen“ und eine Viertel ungefähr 70%.
Literatur
- Stefan Drees (Hrsg.): Lexikon der Violine, 2004, Laaber Verlag, Laaber - ISBN 3890075444
- Yehudi Menuhin, William Primrose: Violine und Viola. (Menuhins Musikführer), 1993, Ed. Sven Bergh, - ISBN 3716301752
- Hugo Pinksterboer: Pocket-Info, Violine und Viola 2003, Music Distribution Services GmbH - ISBN 3795755352
- Paul O. Apian-Bennewitz: Die Geige, der Geigenbau und die Bogenverfertigung, 1998, Simon & Wahl - ISBN 3923330340
- Leopold Mozart: Versuch einer gründlichen Violinschule, Faksimileausgabe, 1995, Bärenreiter - ISBN 3761812388
Weblinks
- [http://www.geigen.ch/de/geschichte_der_violine.htm Geschichte und Entstehung der Violine] (Webseite eines Geigenbauers)
- [http://www.lehrsaiten.de lehrsaiten.de] Portal für Violinpädagogen
- [http://icking-music-archive.org/ByComposer/Tartini.html Tartinis arte dell arco zum herunterladen]
Kategorie:Streichinstrument
ja:ヴァイオリン
ko:바이올린
Gitarre
Die Gitarre (griechisch κιθάρα, ursprünglich die Kithara, ein leierartiges Instrument) ist ein Musikinstrument, hinsichtlich der Tonerzeugung ein Saiteninstrument, von der Spieltechnik her ein Zupfinstrument.
Es kann grundsätzlich zwischen akustischen und elektrischen Gitarren unterschieden werden.
Stimmung und Tonumfang
Die sechs verschieden dicken Saiten der traditionellen Gitarre sind meistens auf E - A - d - g - h - e’ gestimmt (Standardstimmung). Jede Saite klingt somit eine Quarte, das heißt fünf Halbtöne, höher als die darunter liegende. Eine Ausnahme ist lediglich die h-Saite, die eine große Terz und damit vier Halbtöne höher als die darunter liegende g-Saite klingt. Es gibt verschiedene Merksprüche für die Standardstimmung:
- Ein Anfänger Der Gitarre Hat Eifer
- Eine Alte Dumme Gans Hat Eier
- Eine Alte Dame Ging Hering Essen
- Eine Alte Dame Ging Heute Einkaufen
- Eine Alte Deutsche Gitarre Hält Ewig
- Ein Alter Dackel Ging Honig Essen
Diese Stimmung ist erst seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gebräuchlich. Gelegentlich werden auch eine oder mehrere Saiten der Gitarre
auf andere Töne gestimmt. Eine solche veränderte Stimmung nennt man Skordatur. Häufige Skordaturen in der klassischen Gitarremusik sind
D - A - d - g - h - e’ oder seltener D - G - d - g - h - e’. Um Renaissancelautenmusik auf der Gitarre zu spielen wird oft die Skordatur E - A - d - fis - h - e’ verwendet, da so die Intervalle zwischen den Saiten
dieselben sind wie zwischen den ersten sechs Chören der Renaissancelaute.
Daneben werden in der nichtklassischen Musik Skordaturen verwendet, bei denen die leeren Saiten einen einfachen Akkord ergeben. Solche Skordaturen werden offene Stimmungen (open tunings) genannt. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das Stück Das Loch in der Banane von Klaus Weiland. Durch das Mitschwingen der leeren Saiten erhält die Gitarre einen volleren Klang. Wichtige offene Stimmungen sind:
- Offene D-Stimmung, (D - A - d - fis - a - d’)
- Offene G-Stimmung, (D - G - d - g - h - d’)
Die Stimmung D - A - d - g - h - e’ wird als Dropped D-Stimmung manchmal auch zu den offenen Stimmungen gezählt, obwohl die leeren Saiten
keinen einfachen Akkord ergeben.
Weit seltener als sechssaitige sind Gitarren mit 7, 8 oder 10 Saiten. Die recht häufige 12-saitige Gitarre besitzt zum herkömmlichen EADGHE-Saitensatz sechs Saitenpaare. Die vier tiefen Saiten (E, A, D und G) werden um höhergestimmte Oktavsaiten und die zwei hohen Saiten (H und E) um gleich gestimmte Saiten ergänzt. Die so entstehenden, jeweils eng nebeneinander liegenden Saitenpaare werden zusammen gegriffen bzw. angeschlagen. So wird ein volleres Klangbild als bei der Sechssaitigen Gitarre erzielt.
Notation
Noten für Gitarre werden im oktavierten Violinschlüssel notiert, erklingen also eine Oktave tiefer. Um Musikstücke schriftlich festzuhalten und zu lesen, wird auch heute noch neben der Notendarstellung die Darstellung in Tabulatur benutzt - jedoch im wesentlichen für Musik aus den Bereichen Rock, Pop und Folk.
Geschichte
Instrumente wie die Gitarre waren bereits vor 5.000 Jahren sehr populär. Ägyptische Zeichnungen zeigen Frauen, die Instrumente wie eine Gitarre aus der Zeit der Pharaonen spielen. Der Name Gitarre allerdings geht auf die Kithara, ein leierähnliches Instrument der griechischen Antike zurück. Davon leitete sich später das arabische Wort qitara ab, welches ein Instrument bezeichnete, das im 10. Jahrhundert von den Mauren nach Spanien gebracht wurde.
Die spanische Vihuela aus der Renaissance ist die Vorform der heutigen Gitarre. Sie hat einen schmalen Korpus und eine Wirbelplatte.
Frühgeschichte
Wann und wo zum ersten mal auf einer Vorgängerin der Gitarre gespielt wurde, ist ungewiss. Abbildungen aus Mesopotamien und Ägypten von Saiteninstrumenten mit einem Hals, sowie einem Resonanzkörper weisen jedoch auf einen Ursprung in den frühen Hochkulturen hin.
Auch die Griechen spielten auf Saiten-Instrumenten, jedoch eines anderen Typs, den so genannten Jochlauten. Diese bestanden aus einem Schallkörper, der nach oben in zwei seitliche Arme auslief, welche mit einem Querholz verbunden waren. In den so gebildeten Rahmen wurden die Saiten gespannt. Eines dieser Jochlauten-Instrumente wurde damals als „Kithara“ (κιθάρα) bezeichnet, die etymologische Herkunft ist bis heute leider ungewiss.
Das Leierinstrument erfreute sich, nach der Eroberung Griechenlands von dort importiert, im römischen Reich großer Beliebtheit. Aber auch Saiteninstrumente mit Resonanzkasten und Hals waren in Gebrauch und machten sogar einen wichtigen Schritt in ihrer Entwicklung. Der ursprünglich längs über den gesamten Resonanzkörper hinweg gehende Hals wurde nämlich stattdessen an den Körper angesetzt, wie es bei heutigen Gitarren auch noch der Fall ist. Diese Instrumente wurden hauptsächlich von der Unterschicht gespielt, also auch den Soldaten, welche das Instrument während der Punischen Kriege (264-146 vor Christus) nach Spanien brachten. Hier grenzt sich der Begriff „Kithara“ jedoch von seiner griechischen Bedeutung ab und bezieht sich von nun an nicht mehr auf die ursprüngliche Jochlaute.
Mittelalter
Durch den Einfluss des Christentums änderten sich auch die Anforderungen an die Instrumente. Besonders die Entstehung der Mehrstimmigkeit forderte eine Weiterentwicklung der Bauform. Der Resonanzkörper wurde nun vorwiegend aus Brettchen zusammen geleimt und die Seitenteile nach außen gebogen, um dem Druck, der durch den angesetzten Hals ausgeübt wurde, standhalten zu können. Außerdem hatten die Instrumente keinen bauchigen Körper mehr, sondern einen zunehmend flachen, wie wir es von den heutigen Gitarren her kennen.
Zwar waren diese Instrumente auch im übrigen Europa bekannt, doch hauptsächlich wurden sie in Spanien verwendet. Seit dem Jahr 711 herrschten dort die Mauren, welche aus ihrer Heimat ein bereits voll ausgereiftes Instrument, die Laute, mitbrachten. Von dieser übernahmen die Gitarrenbauer einige wenige, aber dennoch bedeutsame Details, wie etwa die Bünde am Hals, welche maßgebend für die Stimmung waren.
Neben der Gitarre gab es dort ein verwandtes Instrument, die „Vihuela“. Sie wurde als edlere Variante, der vierchörigen, meist von der Unterschicht gespielten, Gitarre, angesehen. Den einzigen wesentlichen Unterschied stellte die Besaitung dar: Eine „Vihuela“ hatte meist sechs oder mehr Chöre und war dadurch schwerer zu spielen.
Renaissance, Barock und Romantik
Die Musik dieser Zeit, dem 17. Jahrhundert ist uns in Form von Tabulaturen überliefert, nach denen, neben einigen damals sehr berühmten Berufsmusikern, auch viele Laien spielen konnten. Als jedoch in der Barockzeit die Musik akkordlastiger wurde, schaffte nur die „Guitarra“ die nötigen baulichen Anpassungen. Deren feinere Variante, die Vihuela, starb aus. Auch diese Entwicklung vollzog sich auf spanischem Boden, mit geprägt durch Gaspar Sanz und seine Gitarrenschule („Instrucción de música sobre la guitarra española“), und so wurde die Gitarre mit der Zeit als „Guitarra española“ – nun fünfchörig – bezeichnet.
Mit dem Fortschreiten des 17. Jahrhunderts tendierte die Spielweise wieder vom „rasgueando“, dem Schlagen von Akkorden, zum kontrapunktischem Spiel, dem „punteando“, bis ein endgültiger Bruch schließlich in die Frühklassik mündete. Während dieser Zeit änderte sich die Besaitung der Gitarre ständig, da nun die Melodie, als tragendes Element, in den Vordergrund trat und viel experimentiert wurde, um neue Erfahrungen zu gewinnen.
Auf diese Weise wandelte sich die fünfchörige Barockgitarre letztendlich zur sechssaitigen Gitarre des 19. Jahrhunderts, mit einer robusteren und, hinsichtlich der vielen Verzierungen der Barockgitarren, funktionaleren Bauweise. Klanglich war der Einbau von Resonanzleisten am prägnantesten, welche die Schwingungen auf den gesamten Körper übertrugen, sodass die Töne lauter wurden.
Spätgeschichte
Ihre klassische Epoche durchlebte die Gitarre hauptsächlich im deutschsprachigen (Wien) und französischsprachigen (Paris) Raum. Die Hauptkomponisten für das Instrument waren neben anderen in Paris Fernando Sor (1778 -1839), Dionisio Aguado (1784 - 1849) und Napoléon Coste (1805 - 1883) sowie in Wien Mauro Giuliani(1781 - 1828) und Johann Kaspar Mertz (1806 - 1856). Schon in der Romantik führen jedoch einige Entwicklungen wieder nach Spanien. Der Gitarrist Francisco Tárrega (1852 – 1909) schlug dort mit seinen bis heute üblichen Griff- und Anschlagtechniken neue Wege ein. Zur gleichen Zeit vervollkommnete der Gitarrenbauer Antonio Torres (1817 – 1892) die Gitarre in Form und Abmessungen, Anordnung der Resonanzleisten und mechanischen Details.
Zwar gab es im 20. Jahrhundert, auch bedingt durch elektronische Technologien, viele Neuerungen, doch deren Auswirkungen werden sich erst zu einem späteren Zeitpunkt beurteilen lassen. Die Torres-Gitarre ist bis heute die Grundlage einer jeden klassischen Konzertgitarre geblieben.
Aufbau
Antonio Torres
Grundform
In der Regel besteht eine Gitarre im Wesentlichen aus einem Korpus, der als
Resonanzkörper dient und einem damit verbundenen Hals, über den die Saiten laufen
und der üblicherweise in einem Kopf endet.
Hals
Während spezielle Formen der Gitarre (besonders spezielle E-Gitarren) quasi keinen Korpus und/oder keinen Kopf besitzen, ist allen der Hals gemein. Eine minimale Gitarre hat ausschließlich einen Hals, über dem zwischen Sattel (am Kopf) und Steg (auf dem Korpus) Saiten der Dicke nach geordnet aufgespannt sind. Bei heutigen Gitarren besteht der Hals meist nicht aus einem Stück, sondern hat ein aufgeleimtes Griffbrett über das die Saiten laufen. Diese Konstruktion hat zum einen Vorteile für die Stabilität des Halses, zum anderen hat die Wahl der Hölzer für Hals und Griffbrett einen erheblichen Einfluss auf den Klang und die Bespielbarkeit der Gitarre.
Bei klassischen Gitarren mit Darm- oder Kunststoffseiten besitzt ein einfacher massiver Holzhals ausreichend Stabilität, um dem Zug der Saiten ohne störende Verformung standzuhalten. Viele Instrumente mit Stahlseiten, vor allem E-Gitarren und ganz besonders E-Bässe besitzen jedoch noch einen in den Hals eingelassenen Halsspannstab (auch truss rod oder Trussrod). Dieser liegt etwa in der Mitte des Halses in einem gebogenen Kanal und bewirkt eine Vorspannung des Halses entgegen der Saitenzugspannung.
Typische Gitarren haben auf dem Hals Bünde. Diese helfen, die Saite beim Greifen zu verkürzen, um einen bestimmten Ton beim Anschlagen zu erzeugen. Jedes Bundstäbchen entspricht dabei einem Halbtonschritt. Heutzutage sind die, meist aus Metall (z.B. Nickel) bestehenden, Bünde unverrückbar in das
Griffbrett eingelassen. Diese Bauweise erlauben es eigentlich nicht, Zwischentöne zu erzeugen. Mit geeigneten Spieltechniken (z.B. Ziehen, Bottleneck bzw. Slide) ist aber auch das möglich.
Der Hals ist je nach Art der Gitarre am Griffbrett flach oder gewölbt, breit oder schmal. Hierbei haben klassische Gitarren eher einen breiten und flachen Hals, wogegen Stahlsaitengitarren eher schmale und gewölbte Hälse haben.
Kopf
Am Ende des Halses befindet sich der Kopf/die Kopfplatte, wo das eine Ende der Saiten an den Wirbeln
befestigt ist. Mittels der Wirbel werden die Saiten gespannt und durch
Regulierung der Spannung gestimmt. Der notwendige Druck auf den Sattel entsteht dabei durch die Abwinkelung der Saiten gegenüber dem Hals. Je nach Bauform wird diese Abwinkelung entweder durch die Abwinkelung der Kopfplatte oder durch andere geeignete Maßnahmen wie z.B. Seitenniederhalter oder getstaggerte Mechaniken (zum Ende der Kopfplatte niedriger werdende Wirbel) erzielt.
Spezielle Bauformen von Kopfplatten gibt es vor allem bei manchen neueren E-Gitarren. So gibt es beispielsweise Klemmsattel, bei denen die Saiten am Sattel arretiert werden, um besonderes in Verbindung mit Vibratosystemen eine bessere Stimmstabilität zu erzielen. Noch extremer ist der komplette Verzicht auf eine Kopfplatte. In beiden Fällen werden die Wirbel durch Stimmmechaniken am Steg ergänzt oder gar ersetzt. D.h. die eigentliche Stimmfunktion wandert an das andere Saitenende auf dem Korpus.
Korpus
Der Korpus ist je nach Bauform der Gitarre stark unterschiedlich ausgeprägt. Bei akustischen Instrumenten (im Gegensatz zu elektrischen) besteht er meist aus einem leichten hölzernen Resonanzkörper bestehend aus Boden, Zargen und Decke. Die Decke besitzt dabei ein meist kreisrundes Schalloch. Es gibt jedoch, vor allem im Bereich der E-Gitarren, noch zahlreiche andere Bauformen wie z.B. Halbresonanz-Gitarren oder Solidbody-Gitarren (ohne Hohlkörper).
Auf dem Korpus befindet sich der Steg. An diesem ist das andere Ende der Saiten befestigt, oder - zumeist bei elektrischen Gitarren - unterhalb davon an einem Saitenhalter. Auch für den Steg gibt es zahlreiche unterschiedliche Bauformen mit unterschiedlichen Einstellmöglichkeiten für Saitenlage, exakte Mensur einzelner Seiten oder auch mit Sonderfunktionen (z.B. Tremolo-Hebel).
spezielle Bauformen
Gitarren gibt es in unterschiedlicher Größe und Mensur. So gibt es unter
anderem Kindergitarren und auch speziell für kleinere Menschen angefertigte Instrumente wie
zum Beispiel so genannte Frauengitarren, die unter anderem von Künstlern wie Prince
gespielt werden.
Beim Bau der Gitarre werden traditionell Hölzer für den Korpus und den Hals verwendet.
Jedoch kommen auch hier vereinzelt andere Materialien, wie zum Beispiel Metall,
Verbundwerkstoffe oder Carbon zum Einsatz. Bei den Hölzern werden in der Regel
spezielle Klanghölzer verwendet, die je nach
Gitarrenart und Eigenschaft in unterschiedlichen Kombinationen beim Gitarrenbau verwendet
werden.
Speziell Flamenco-Gitarren sind mit einem Golpeador bestückt, einer dünnen Kunststoffschicht, die das Schallloch von drei Seiten umgibt und die Gitarrendecke vor Beschädigungen schützen soll, z. B. bei Verwendung der perkussiven Technik Golpe. Ein Golpeador kann auch nachträglich an einer Gitarre angebracht werden.
Akustische Gitarre
Eine akustische Gitarre ist eine Gitarre, bei der die Tonerzeugung und Tonverstärkung ohne Elektronik, rein mechanisch erfolgt.
Seit längerer Zeit gibt es auch so genannte elektroakustische Gitarren. Dabei handelt es sich um akustische Gitarren mit eingebautem Tonabnehmer. Dadurch kann der Ton wie bei der elektrischen Gitarre über einen Verstärker ausgegeben werden.
Elektrische Gitarren
Die elektrische Gitarre (E-Gitarre) ist eine Gitarre, bei der die Saitenschwingungen über elektrische Tonabnehmer abgenommen und elektronisch verstärkt werden. Dies geschieht üblicherweise mit zur Verstärkung der E-Gitarre angepassten Gitarrenverstärkern. Der Korpus ist zumeist massiv.
Halbresonanz- und Jazzgitarre
Gitarrenverstärker
Eine Halbresonanzgitarre (auch Semiakustik-Gitarre bzw. Halbakustikgitarre genannt) ist eine Zwischenstufe zwischen Solidbodygitarre (massiver Korpus) und Vollresonanz-E-Gitarre, und hat entweder (in Verlängerung des Halses) einen massiven Block in der Mitte (Center-Block/
Soustain-Block) und nur die Seitenteile des Korpus sind hohl, oder der Korpus ist massiv bis auf eine oder mehrere Resonanzkammern, was in beiden Fällen bewirkt, dass die Gitarre auch ohne Verstärkung hörbar ist. Dabei ist der Korpus oft nur so dünn wie bei einer Solidbody, bei der Konstruktion mit Center-Block oft etwas dicker. Das bei der Akustikgitarre übliche runde Schallloch ist abgelöst durch F-Löcher oder andere, die die Flanken verzieren. Die Anbringung der Tonabnehmer ist hingegen ähnlich gestaltet wie bei einer reinen E-Gitarre.
Eine E-Gitarre mit einem vollständigen Resonanzkörper bezeichnet man als Vollresonanz-E-Gitarre oder Jazzgitarre. Der Resonanzkörper ist oft, aber nicht immer, so dick wie bei einer Akustikgitarre. Dieser Gitarrentyp hat keinen Center-Block, so dass die Decke frei schwingen kann.
Bei vielen Ausführungen der Jazzgitarre und manchen der Halbresonanz-Gitarre ist der Saitenhalter nicht nahe dem Steg auf der Decke, sondern vergleichbar einem Geigensaitenhalter am unteren Ende der Gitarre befestigt.
Eindeutige Beispiele für Halbresonanz sind die abgebildete Ibanez und das Urmodell Gibson ES 335. Typische Jazzgitarren sind z. B. Gibson L-5 und ES 175 sowie die Höfner Semiakustik Modelle.
Bei der Bauart elektrischer Gitarren unterscheidet man außerdem zwischen Instrumenten mit durchgehendem Hals (neck-thru) und angeleimtem bzw. angeschraubtem Hals (bolt-on).
E-Bass
Ein E-Bass ist eine Mischung aus akustischer Bassgitarre und Kontrabass, nur elektronisch verstärkt. Er hat in der Regel vier Saiten (es gibt aber auch 5- und 6-Saiter), die den vier tiefen Saiten der Gitarre entsprechen, nur um eine Oktave tiefer gestimmt. Damit ist der E-Bass wie ein Kontrabass gestimmt.
Luftgitarre
Die Luftgitarre ist eine pantomimisch dargestellte Gitarre; ein Luftgitarrist imitiert mit oft nicht geringem Körpereinsatz das Spiel auf einer E-Gitarre. In Finnland gibt es seit einigen Jahren eine Weltmeisterschaft im Luftgitarrespielen. Imitiert wird hierbei die Bühnenshow von Rockgitarristen.
Silent/Traveller Guitar
Silent Guitar und Traveller Guitar sind die Markennamen von korpuslosen Gitarren, die sich wie eine Konzert- oder eine Folk-/Westerngitarre spielen. Durch den fehlenden Resonanzkörper sind sie wesentlich leiser, aber auch kompakter als andere Gitarren. Der Ton kann darüber hinaus auch elektrisch abgenommen und verstärkt werden.
Simulation/Synthesizer
Die Firma Roland schaffte es als erste, mit einem speziellen Tonabnehmer für Stahlsaiten und geeigneter Software verschiedenste Gitarrentypen, Formen, Bauarten, Stimmungen usw. zu simulieren. Auch konnten die Saitenschwingungen zur Klangsynthese weiterverwendet werden. Line 6 entwickelt mit der Variax als erste Firma eine Gitarre, die per Knopfdruck unterschiedliche Gitarrenmodelle simuliert.
Varianten
- abgeleitete Varianten der Gitarre:
- Steelguitar/Hawaiigitarre
- Ukulele
- Gitalele
- ähnliche Varianten aus der Lautenfamilie
- Banjo
- Mandoline
- Shamisen
Spieltechniken
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Spieltechniken, die mit der Greifhand oder der Anschlagshand ausgeführt werden. In seltenen Fällen werden einige Techniken in der Praxis auch mit beiden Händen angewendet.
Haltung
Klassische Haltung
Die Gitarre wird bei der klassischen Haltung auf dem Oberschenkel der Greifhandseite abgestützt. Der Hals zeigt dann zur Greifhandseite hin. Es ist möglich mit einem Gitarrenkasten oder mit einer Fußbank das Bein der Greifhandseite um einige Zentimeter zu erhöhen, damit eine optimale Sitzhaltung erreicht werden kann. Alternativ kann der Fuß der Greifhandseite auf dem Boden bleiben, wenn zwischen dem Auflagepunkt des Gitarrenkorpus und dem Bein der Greifhandseite eine Stütze angebracht wird, die somit ebenfalls die Position des Halses erhöht.
Der Ellenbogen der Greifhandseite sollte entspannt und um etwa 90 Grad abgewinkelt sein. Die Schlaghand sollte locker über den Bauch der Gitarre hängen. Die Greifhand sollte so positioniert werden, dass noch etwas Platz (etwa von der Größe eines Tennisballs) zwischen dem Griffbrett und dem Handgelenk ist. Der Daumen sollte auf der Rückseite des Griffbretts etwa in der Mitte aufgesetzt werden. Beim Greifen der Saiten ist in der Regel darauf zu achten, dass die Fingergelenke der Greifhand nicht durchgedrückt werden, also nicht entgegen ihrer natürlichen Abknickrichtung gedehnt werden; diese für den Anfänger möglicherweise anstrengende Handhaltung kann durch etwas Übung leicht aufrecht erhalten werden, sie ist für ein präzises Spiel und viele Techniken der Greifhand von großem Vorteil. Beim Greifen eines „Barrégriffes“, also beim Greifen mehrerer Saiten mit nur einem Finger, sollte der durchgestreckte Finger nahe am Bundstäbchen angesetzt werden.
Die Finger der Schlaghand sollten sich beim Zupfen aus den oberen Gelenken heraus bewegen, weshalb auch hier auf genügend Abstand zu den Saiten zu achten ist. Für das Akkordspiel ohne Plektrum ist es zweckmäßig, Daumen und Zeigefinger zusammen zu verwenden, wobei sich diese beiden Finger berühren und die drei restlichen Finger etwas abgespreizt werden, um das Spiel nicht zu behindern.
Techniken der Anschlagshand
Die Anschlagshand, bei Rechtshändern ist es die rechte, ist die „führende“ Hand. Sie gibt oftmals Rhythmus und Geschwindigkeit vor und produziert die Töne durch Anschlagen der Saiten. Generell lassen sich für die Anschlagshand die Spieltechniken Zupfen (engl. picking), Schlagen (engl. strumming), Dämpfen (engl. muting) und perkussive Effekte unterscheiden, die sich jeweils wieder in verschiedene Techniken aufteilen lassen:
Beim Zupfen werden einzelne Saiten mit den Fingern oder einem Plektrum angeschlagen. Auf diese Weise können nicht nur einstimmige Tonfolgen, sondern auch mehrstimmige Melodien gespielt werden. Um höhere Geschwindigkeiten zu erreichen und das Spiel flüssiger klingen zu lassen, wird dabei meist eine Form des Wechselschlags eingesetzt: Zwei oder mehr Finger schlagen die Saiten abwechselnd an. Eine besondere Form des Wechselschlags ist das Tremolo, bei dem drei oder mehr Finger in schneller Folge hintereinander dieselbe Saite zupfen. Diese Technik ist besonders von der Mandoline her bekannt und häufig zu hören in spanischer und lateinamerikanischer Gitarrenmusik. Man unterscheidet darüber hinaus die Anschlagsarten tirando (span. „schießend, ziehend“) und apoyando (span. „aufstützend“), die die Klangeigenschaften des produzierten Tones verändern. Beim tirando-Zupfen wird nur die Saite berührt, die gerade angeschlagen wird, beim apoyando-Zupfen kommt der Finger nach dem Anschlag auf der nächst unteren Saite liegen. Eine weitere Form des Zupfens ist der einhändige Flageolett-Anschlag, bei dem ein Finger der Anschlagshand die Saite an einem bestimmten Punkt berührt, während ein anderer Finger die Saite anschlägt - die genaue Funktionsweise des Flageoletts wird weiter unten ausführlicher erklärt.
- Zupfen: Beim Zupfen werden einzelne Saiten mit den Fingern gezupft bzw. mit dem Plektrum angeschlagen. Dies kann auch in Kombination von Plektrum und Fingern erfolgen. Auf diese Weise ist auch ein mehrstimmiges Melodiespiel möglich. Man unterscheidet insbes. die folgenden Zupftechniken:
- Apoyando, span. aufstützend, anlehnend: Angelegter Anschlag oder Stützschlag, bei dem der Finger nach dem Anschlagen einer Saite auf die nächste fällt. Diese Technik erzeugt einen kräftigen, voluminösen Ton. Das Gegenteil von Tirando.
- Tirando, span. werfend, schießend, ziehend: Freier Anschlag, bei dem der Finger nach dem Anschlagen einer Saite die nächste nicht berührt. Das Gegenteil von Apoyando.
- Schlagen (auch Strumming): Beim Schlagen werden mehrere Saiten gleichzeitig angeschlagen. Dies kann mit einem einzigen oder mehreren Fingern und/oder mit einem Plektrum erfolgen. So lassen sich auch Akkorde spielen. Insbes. wird die folgende Schlagtechnik unterschieden:
- Rasgueado, span. geschrammelt: Eine aus der spanischen Flamenco-Musik stammende Technik, bei der in der Regel drei oder vier Finger (außer dem Daumen) in schneller Folge dergestalt über die Saiten schlagen, dass die Anschläge in großer Geschwindigkeit aufeinander folgen und einen typisch rasselnden Effekt produzieren.
- Wechselschlag: Bezeichnung für unterschiedliche Techniken, mit denen Melodien und Läufe auf Tempo gebracht werden können:
- In der Regel den abwechselnden Auf- und Abschlag (siehe oben Schlagen).
- Bei der klassischen Spieltechnik das abwechselnde Benutzen verschiedener Finger - meist Zeige- und Mittelfinger - beim Spielen von Melodien.
- Beim Spiel einzelner Saiten mit dem Plektrum das abwechselnde nach unten und oben Anschlagen der Saite mit dem Plektrum (Diese Technik wird auch alternate picking genannt).
- Two-Hand-Tapping Auch right hand tapping genannt: Ein erweitertes normales Tapping, bei dem die rechte Hand zusätzlich zum Einsatz kommt.
- Pizzicato/Palm-Muted: Man dämpft mit dem Handballen die Saiten unmittelbar neben dem Steg ab, um beim Anschlagen einen dumpfen Ton zu erzeugen. Pizzicato/Palm-muting wird in häufig bei Metal- und Rocksongs verwendet, ist aber auch bei der klassischen Gitarre ein gern verwendeter Effekt.
- Golpe, span. Schlag (perkussiver Effekt): Schlagen mit den Fingern auf die Decke der Gitarre, bzw. den Golpeador.
- Sweep Picking (auch „sweeping“): Beim sweep picking werden mehrere Saiten mit einem Plektrumanschlag gespielt. Im Gegensatz zum Akkord klingen die Saiten aber alle einzeln, was durch Dämpfen der Greifhand erreicht wird. Mit Hilfe des sweep pickings kann man schneller spielen und erreicht etwas flüssigere Übergänge zwischen den einzelnen Noten.
- Tremolo: Sehr schnelle Wiederholung eines Tones (häufig: p-a-m-i-Anschlag), durch die der Eindruck eines durchgehenden Tones vermittelt wird. Die Technik ist besonders von der Mandoline her bekannt und häufig zu hören in spanischer und lateinamerikanischer Gitarrenliteratur.
- Dead Note (auch „rake“): Die/der Finger wird nur leicht auf die Saite(n) gelegt, so dass eigentlich gar kein richtiger Ton erzeugt wird. Ein Beispiel dafür ist Nirvana - Smells like teen spirit.
Greifhandtechniken
- Vibrato: Der greifende Finger wird in einer mehr oder wenigen schnellen "Zitterbewegung" leicht hin und her bewegt. Dadurch ändert sich die Tonhöhe nach oben hin in einer leichten Schwingung.
- Flageolett: Ist eine Technik, um das Obertonspektrum eines Tones in den Vordergrund treten zu lassen. Es wird durch eine bestimmte Dämpftechnik der Grundton ausgeblendet. Dadurch hört man die Oktave, Doppeloktav und Quinte anstatt des eigentlich angeschlagenen Tones. Bei dieser Technik berührt ein Finger nur leicht bestimmte Punkte der Saite und verlässt ganz kurz nach dem Anschlag wieder die Saite. Diese Dämpftechnik ist nur an bestimmten Punkten der Saite für das Flageolet sinnvoll einsetzbar. Bei ungegriffenen Saiten sind diese Punkte: 12. Bund Oktav 5. Bund Doppeloktav 7. und 19. Bund Quinte Je nach Qualität der Gitarre sind auch noch an anderen Stellen Flageolets möglich. Sie tendieren aber nicht mehr zu klaren einzelnen Tönen, sondern zu Multiphonics. Man unterscheidet zwischen
- natürlichen Flageoletts: (auch „natural harmonics“) Bei diesen bleiben die Saiten ungegriffen und es wird an den obengenannten Stellen gedämpft/gegriffen.
- künstliche Flageoletts: (auch „artificial harmonics“) Bei diesen werden die Saiten gegriffen. Hier verschieben sich die Anschlagspunkte um jeweils 12 Bünde (Oktav-Flageolet). Soll heißen, wenn die Saite am 3. Bund gegriffen wird, dann ist der Anschlagspunkt am 15. (12+3) Bund. Die Anschlagshand muss hier doppelte Arbeit verrichten, zum Beispiel mit dem i-Finger die Seite abdämpfen und mit dem a-Finger die Saite anschlagen. Was also bei den natürlichen Flageolets von zwei Händen verrichtet wird, muss hier von einer geleistet werden, da die linke Hand mit Greifen beschäftigt ist.
- Hammer-On (auch „Aufschlagbindung“): Ein vorher freier Finger schlägt eine Saite an einem bestimmten Bund schnell auf das Griffbrett. Die Tonerzeugung erfolgt also klopfend durch die linke Hand.
- Pull-Off (auch „Abzugsbindung“): Ein Finger, der vorher einen Ton gegriffen hat, lässt die Saite schnell los bzw. zupft sie leicht an. Dadurch erklingt der Ton, der an einem tieferen Bund auf dieser Saite gegriffen ist, oder aber der Ton der leeren Saite (= Zupfen mit der linken Hand).
- Ziehen (auch „bending“ ): Man greift eine Saite und zieht oder schiebt diese mit dem greifenden Finger entlang der Bundachse, wodurch ein höherer Ton entsteht.
- Gleiten (auch „sliden“ oder „Glissando“): Der Finger gleitet von einem Bund zu einem anderen, wobei die Saite heruntergedrückt bleibt.
- Rake: Die ersten paar Saiten werden vor dem eigentlichen Ton abgedämpft, aber trotzdem mit angeschlagen. Dadurch entstehen percussive Töne.
Gitarreneffekte
Unter Gitarreneffekten versteht man in der Regel elektronische Schaltungen bzw. Effektprozessoren, die das Gitarrensignal verändern. Hauptsächlich treten sie in Form so genannter Bodentreter oder Pedale auf, aber auch als 19"-Einbaugeräte (Racks). Genutzt werden hier vor allem verzerrende, Hall- und Modulationseffekte.
Hilfsmittel
- Kapodaster
- Plektrum
- Bottleneck
- E-Bow (E-Bogen)
- Fußbank
- Gitarrenstütze
Gitarrenhersteller
Bekannte Hersteller von Gitarren (und Verstärkern) sind (in alphabetischer Reihenfolge): Alembic,
Auerswald, Aria, Art&Lutherie, Avalon, BC Rich, Collins, Cort, Crate, Danelectro, Dreizehnter, ENGL, ESP, Dean, Epiphone, Fender, Framus, Furch, Gibson, Giussanni, Godin, Gretsch,Hamer, Heritage, Hughes & Kettner, Hopf Ibanez, Jackson, Lakewood, Lowden, Line 6, Marshall, Martin Guitar, Mesa/Boogie, Matchless, MusicMan, Musima,Orange, Ovation, Paul Reed Smith, Peavey, Roland, Siggi Guitars, Silvertone, Steinberger, Stoll Guitars, Takamine, Taylor, Vigier, VOX,Warwick, Washburn, Yairi, Yamaha
Siehe auch
- Leadgitarre
- Rhythmusgitarre
- Liste von Gitarristen
- Gitarrist
- Musikinstrument
- Gitarrenhersteller
Weblinks
- [http://www.delcamp.net/de/index.html Delcamp.net (deutsch)] Gitarrennoten, Tablatur, Forum.
- [http://bs.cyty.com/visitabilis/gitarre/gitarkrs.htm Online-Gitarrenkurs (deutsch)]
- [http://www.gitarrekonkret.de Online-Magazin (deutsch)]
- [http://www.schanzel.de Schanzels Guitar Site (deutsch)] Richtig Gitarre spielen lernen mit Workshops etc.
- [http://www.gitarrero-beginner.de Gitarre lernen am PC (deutsch)] Lernsoftware für Gitarre und Website mit Infos rund um die Gitarre
Kategorie:Gitarre
ja:ギター
ko:기타
AerophonAerophone (v. griech. ἀήρ „Luft“ und φωνή „Klang“) werden alle Musikinstrumente genannt, bei denen der Klang durch direkte Schwingungsanregung der Luft erzeugt wird.
Den Methoden der Tonerzeugung nach gibt es folgende Gruppen von Aerophonen:
Flöten
Bei Flöten wird der Luftstrom über eine Kante geführt die den Luftstrom teilt und so modifiziert, dass es zur Schallerzeugung kommt.
Beispiele: Blockflöte, Querflöte, Nay, Orgel, Panflöte.
Rohrblattinstrumente
Bei Rohrblattinstrumenten wird der Luftstrom durch die Schwingungen eines Rohrblattes regelmässig unterbrochen wodurch es zur Schallerzeugung kommt.
Diese Gruppe umfasst Aerophone mit durchschlagendem Rohrblatt, aufschlagendem Rohrblatt, und Doppelrohrblättern.
Beispiele: Bawo, Saxofon, Oboe, Akkordeon, Harmonium, Maultrommel.
Kesselmundstück-Instrumente
Bei Kesselmundstück-Instrumente wird der Luftstrom durch die Schwingungen der Lippen regelmässig unterbrochen wodurch es zur Schallerzeugung kommt.
Beispiele: Trompete, Zink, Alphorn.
Andere Aerophone
Instrumente, bei denen ein eingeschlossenes Luftvolumen schlagartig komprimiert wird
Beispiele: Udu, Ghatam.
Freie Aerophone
bei denen der Klangerzeuger durch die Luft geführt wird, im Gegensatz zu den vorher genannten Aerophonen bei denen ein Luftstrom über den Klangerzeuger geführt wird.
Schwirrholz, Peitsche, Sirene.
Weblink
http://web.uni-bamberg.de/ppp/ethnomusikologie/HS-Systematik/aerophone
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Kategorie:Akustik
Kategorie:Musik
Kategorie:Instrumentenkunde
ja:気鳴楽器
BlasinstrumentBlasinstrumente sind zu den Aerophonen gehörige Musikinstrumente, bei denen ein Spieler durch seinen Atem mit einem Mundstück die Luft innerhalb von Röhren zum Schwingen bringt. Im weiteren Sinne werden auch Aerophone, bei denen der Luftstrom mit einem Luftsack oder Blasebalg erzeugt wird, zu den Blasinstrumenten gezählt.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Vielfalt der vorhandenen Blasinstrumente in Gruppen einzuordnen.
Traditionelle Klassifikation
Die gebräuchlichste, historisch gewachsene, aber nicht ganz von inneren Widersprüchen freie Einteilung der Blasinstrumente in Holz-, Blechblasinstrumente und Durchschlagzungeninstrumente erfolgt hauptsächlich nach der Art der Tonerzeugung.
Blechblasinstrumente musizieren in der Regel mit Hilfe einer ungeteilten, schwingenden Luftsäule, das heißt, der gesamte Luftstrahl durchläuft das Instrument bis zur Schallöffnung. Der Ton wird mit den Lippen erzeugt. Bei Holzbläsern wird die Luftsäule geteilt, also an verschiedenen Stellen Luft vorher abgeleitet. Der Ton entsteht im Instrumentenmundstück.
Die Mundstücke von Holzblasinstrumenten entsprechen Bauformen, die früher ausschließlich an hölzernen Instrumenten verwendet wurden (Rohrblatt, Kernspalte). Deshalb gehören auch Querflöten mit Metallkorpus und Saxophone zu den Holzblasinstrumenten. Dem gegenüber gehören z.B. die Alphörner oder die, kaum noch gebräuchliche, Ophikleide zu den Blechblasinstrumenten, obwohl ihr Korpus aus Holz besteht, da sie mit einem Kesselmundstück angeblasen werden. Die Schwingungserzeugung erfolgt also ausschließlich mit den Lippen. Die Mundstücke der Blechblasinstrumente sind üblicherweise aus versilbertem oder vergoldetem Messing oder aus Neusilber. Daneben gibt es auch solche aus Plexiglas oder Kunststoff (Vorteile beim Spielen bei kühler Witterung).
Die Rohrlänge beeinflusst die Tonhöhe, da eine längere Luftsäule einen tieferen Ton bewirkt. Die Rohrform und das Material beeinflussen den Klang bzw. die (Klangfarbe).
Holzblasinstrumente
Klangfarbe
Die Holzblasinstrumente lassen sich unterteilen in die Flöteninstrumente (mit Anblaskante) und die Rohrblattinstrumente mit einem oder zwei schwingenden Rohrblättern. Eine vollständige Liste bietet die :Kategorie:Holzblasinstrument.
Flöteninstrumente
Die ältesten Instrumente mit Anblaskante, wahrscheinlich die ältesten Blasinstrumente überhaupt, sind jene in der Art der Blockflöte. Auch die Panflöte lässt sich weit in die Vorzeit zurückverfolgen. Die Flöte des Alten Testaments heißt Chalil. Aus der Schwegelpfeife des Mittelalters entstand die Traversflöte, die sich zur Querflöte und ihren Unterarten (Piccoloflöte, Altflöte) weiterentwickelte.
Als Lärm-, Rhythmus- und Effektinstrumente werden auch Trillerpfeifen und Blockflötenköpfe verwendet.
Rohrblattinstrumente
Die ältesten Vertreter dieser Art sind die primitiven Doppelrohrblattinstrumente in Ägypten und Griechenland (Aulos), Vertreter sind Schalmei, Rankett und Pommer. Im modernen Orchester findet man Oboen (Oboe d'amore, Heckelphon, Englischhorn) und Fagotte (Kontrafagott). Aber auch im Dudelsack und anderen Instrumenten mit Windkapsel (wie der Zurna) stecken Doppelrohrblätter.
Aus dem Chalumeau mit einfachem Rohrblatt entwickelte sich die Klarinette (und ihre Unterarten Bassklarinette und Bassetthorn). Auch das Saxophon gehört zu den Holzbläsern, weil es ein der Klarinette ähnliches Mundstück hat
Blechblasinstrumente
Saxophon
Die ersten Blechblasinstrumente (nach heutiger Anschauung) waren zwar sicherlich aus Hornsubstanz (Kuh-, Stier- oder Widderhorn), ihre handwerklichen Nachbauten aber aus Blech. Die heutige Materialverwendung spielt für die Einteilung keine Rolle. Auch die Blechblasinstrumente können in zwei Familien gegliedert werden, die Unterscheidung erfolgt nach der verwendeten | | |