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Mysterienkult

Mysterienkult

Zu den Mysterienkulten gehören u.a. in Griechenland die Eleusinischen Mysterien, der Dionysoskult, die Orphik, in Rom der Mithras-Kult oder in Ägypten der Isiskult. Diese religiösen Strömungen der griechisch-römischen Antike stammen originär aus dem Orient und stehen der homerischen Religion mit ihrer Betonung der Diesseitigkeit, der Helle, gegenüber. Sie betonen das Jenseits, kennen Begriffe wie Sünde, Buße, Reinigung und haben den Charakter von Geheimlehren. Im Rahmen der Mysterien wurden Kulthandlungen vollzogen. Diese Kulthandlungen hatten meist den Zweck, die Frömmigkeit der Eingeweihten zu fördern und das Verhältnis zwischen verehrter Gottheit und Gläubigem neu zu bestimmen. Den Eingeweihten war es bei Androhung der Todesstrafe verboten, über vollzogene Kulthandlungen zu sprechen. Daher gibt es zu den Mysterien keine Quellen sondern nur Vermutungen. Große Teile der griechischen und später der römischen Bevölkerung waren Anhänger von Mysterienkulten. Die ursprüngliche Poleisreligion (d.h. die fiktive Abstammung von antiken Göttern) reichte nicht mehr aus. In den Mysterienkulten waren die verehrten Gottheiten nicht von Geburt an göttlich; sie hatten wie ein Mensch Schmerz und Tod erfahren und diesen dann überwunden. Dadurch waren sie dem Menschen näher als die Götter der alten Poleisreligion. Außerdem konnte jeder dem Mysterienkult betreten; die Kultgemeinschaften waren weder sozial- noch geschlechterspezifisch. Von ihnen ist in der Philosophie einiger Einfluss zu erkennen, so bei den Phythagoreern, bei Platon und im Neuplatonismus.

Literatur


- Marion Giebel: Das Geheimnis der Mysterien, Düsseldorf 2003, ISBN 3491691060
- Micea Eliade: Geschichte der religiösen Ideen, Freiburg 1978 Kategorie:Religion

Mysterien von Eleusis

Die Mysterien von Eleusis waren Initiations- und Weiheriten des Demeter- und Persephonekultes die ihren Ursprung in Eleusis im antiken Griechenland hatten. Diese Mysterien und Rituale verbreiteten sich später auch ins römische Reich. Die Teilnehmer der Mysterienfeiern mussten die Geschehnisse geheim halten und wurden dadurch zu einem exklusiven Zirkel geeint. Sie glaubten, dadurch an der göttlichen Macht teilzuhaben und im Leben nach dem Tode davon zu profitieren. Trotz der Geheimhaltungspflicht konnte aus archäologischen Funden und überlieferten Texten die Abläufe der Feiern weitgehend rekonstruiert werden. Die Mysterien bestanden aus umfangreichen kultischen Vorbereitungen auf die ein Umzug von bis zu 3.000 Teilnehmern auf der heiligen Straße von Athen nach Eleusis folgte. Während des Zuges wurden Szenen nachgestellt, die die Geschichten der Demeter, Persephone und des Dionysos darstellen. Pausanias berichtet in seinen Reisebeschreibungen Buch X, 31: :"Die älteren Griechen hielten nämlich die Feier in Eleusis um so viel höher in Ehren als alles, was sonst zur Frömmigkeit gehört,..."

Hintergrund

Die Mysterien basieren auf einer Legende, die sich um Demeter, die Göttin des Lebens und der Fruchtbarkeit, dreht. Ihre Tochter Persephone wurde durch den Gott des Todes und der Unterwelt Hades entführt. Während Demeter nach ihr suchte, vernachlässigte sie ihre Pflichten - die Erde gefror und die Menschen hungerten - der erste Winter. Während dieser Zeit lehrte Demeter Triptolemus die Geheimnisse der Landwirtschaft. Am Ende gelang es ihr, Persephone zurückzuholen und die Erde begann wieder zu leben - der erste Frühling ereignete sich. Während ihrer Entführung gab ihr Hades einen Granatapfel, von dem sie ein paar Samen aß und deshalb konnte sie seitdem nicht mehr ständig im Land der Lebenden weilen, ein Drittel des Jahres zog es sie in die Unterwelt, den Rest des Jahres verbrachte sie mit ihrer Mutter - so entstanden die Jahreszeiten (die Griechen kannten allerdings nur drei Jahreszeiten, den Herbst unterschlugen sie). Mit den Mysterien von Eleusia wurde Persephones Rückkehr in die Welt der Lebenden gefeiert, also der Frühlingsbeginn. Da sie während ihres Aufenthaltes in der Unterwelt Samen aß, ein Symbol des Lebens, steht ihre Wiedergeburt symbolisch für die Wiedergeburt allen pflanzlichen Lebens im Frühjahr und im größeren Rahmen allen Lebens auf Erden. Im homerischen Hymnus an Demeter war König Celeus einer der ursprünglichen Demeter-Priester und einer der ersten, die in die geheimen Riten und Mysterien ihres Kultes eingeweiht wurden. Die anderen der ursprünglichen Priester waren Diokles, Eumolpos, Triptolemus und Polyxeinus. Triptolemus, der das Wissen um die Landwirtschaft ja direkt von Demeter erhalten hatte gab dieses an das ganze Volk der Griechen weiter.

Ablauf der Mysterien

Es gab zwei Mysterien von Eleusis: die größeren und die kleineren Mysterien. Die Kleineren Mysterien wurden im Monat Anthesterion (März) abgehalten, wobei sich das genaue Datum bei Bedarf gelegentlich änderte. Die Priester läuterten die Kandidaten für die Initiation. Dem voran ging die Opferung eines Schweines und danach reinigten sich die Priester selbst rituell. Die größeren Mysterien fanden im Monat Boedromion statt, dem ersten Monat des Attischen Kalenders. Sie dauerten neun Tage. Zu ihrem Auftakt wurden die geheiligten Gegenstände am 14. Boedromion von Eleusis zum Eleusinion, einem Tempel am Fuße der Akropolis in Athen gebracht. Am 15. Boedromion erklärten die Hierophanten, die Priester Prorrhesis, den offiziellen Beginn der Riten. Die Zeremonien begannen in Athen am 16 Boderomion mit der feierlichen Waschung der Priester im Meer bei Phaleron und der Opferung eines jungen Schweins im Eleusinion am 17. Boedromion. Zwei Tage später, am 19. Boedromion begann am Athener Friedhof Kerameikos die Prozession zurück nach Eleusis. Hinter den Priestern, die Tafeln des Dionysos hochhielten zog die Bevölkerung entlang der heiligen Straße und passierten dabei Abschnitte, die man Bakchoi nannte. An einem bestimmten Punkt des Weges riefen sie Obszönitäten angedenk Iambes, einer Magd, die Demeters Trauer um den Verlust ihrer Tochter mit einem derben Scherz auflockerte und sie so lächeln ließ. Immer wieder schrieen die Teilnehmer Iakch´ o Iakche!, vermutlich als Referenz an Dionysos. Nachdem die Prozession in Eleusis angekommen war, folgte ein Tag des Fastens in Erinnerung an Demeters Fasten während ihrer Suche nach Persephone. Mit dem Genuss eines besonderen Getränks aus Gerste und Frauenminze, dem Kykeon, wurde das Fasten gebrochen. Am 20. und 21. betraten die zukünftigen Priester die große Halle, das Telesterion, wo ihnen die heiligen Reliquien der Demeter gezeigt wurden und die Priesterinnen ihre Visionen der heiligen Nacht bekannt gaben. Im Zentrum des Telesterions befand sich der Anaktoron, der Palast, bei dem es sich um ein schmales Steingebäude handelte, zu dem nur die Herophanten zutritt hatten. Im Anaktoron wurden die heiligen Objekte der Demeter aufbewahrt. Die Geschehnisse im Telesterion gehörten zu den geheimsten Teilen der Mysterien und auf Verrat der Geheimnisse stand die Todesstrafe. Abends folgte die Pannychis, ein großes Fest, das die ganze Nacht andauerte und von Tanz und Fröhlichkeit begleitet wurde. Die zur Weihe bestimmten Jünglinge tanzten auf den Rharischen Feldern wie Dionysos in Mädchenkleidern. Es ging die Sage, die Felder seien der erste Fleck Erde, auf dem Getreide wuchs. Nachts oder am frühen Morgen wurde ein Stier geopfert. Am Tag nach dem Fest, dem 22. Boedromion, ehrten die Initiaten den Tod durch ein Trankopfer aus besonderen Behältnissen. Die Mysterien von Eleusis endetetn am 23. Bodromion und alle Besucher kehrten wieder heim.

Teilnehmer

Es gab vier Arten von Teilnehmern an den Mysterien von Eleusia: # die Priester, Priesterinnen und Hierophanten # die zur Weihe bestimmten Jünglinge, die an der Zeremonie zum ersten mal teilnahmen # Andere, die schon einmal an der Zeremonie teilnahmen # Diejenigen, die an der Epopteia teilgenommen hatten und von den großen Geheimnissen der Demeter erfahren hatten Die Besucher, die die Feiern und insbesondere den Zug entlang der heiligen Straße begleiteten nahmen nicht direkt an den Mysterien teil.

Zeit und Ende der Mysterienfeiern

Man vermutet, dass die Mysterien seit dem Mykenischen Zeitalter, seit 1500 v. Chr. gefeiert wurden. Sie wurden jährlich über eine Zeit von rund zweitausend Jahren abgehalten. Unter Pisistratos von Athen wurden die Mysterien von Eleusis zu einer panhellenischen Veranstaltung und Pilger aus ganz Griechenland und darüber hinaus nahmen an den Feiern teil. Ungefähr seit 300 v. Chr. lag die Kontrolle der Mysterien beim Staat und insbesondere zwei Familien hatten besonderen Einfluss auf die Veranstaltung: die Eumolpidae und die Kerykes. Das führte zu einem starken Ansteigen der Weiheadepten, deren einzige Voraussetzungen war, dass sie keine Blutschuld haben und keine Barbaren sein durften. Das heißt, sie durften nie einen Mord begangen haben und mussten griechisch sprechen können. Männer, Frauen und auch Sklaven war es erlaubt, als Adepten die Weihen empfangen zu dürfen. Augustus wurde in die eleusischen Mysterien eingeweiht und Claudius wollte den Kult nach Rom verlegen. Nero, in Griechenland weilend, vermeidet den Besuch in Eleusis nach dem Mord an seiner Mutter. Der letzte römische Kaiser der in die Mysterien eingeweiht wurde war Julian II.. Die Feiern wurden im Jahr 392 nach Christus durch den römischen Kaiser Theodosius I. per Dekret verboten. Mit der Zerstörung des Tempels in Eleusis durch den Gotenkönig Alarich 395 , in dessen Gefolge sich arianische Christen befanden, geraten diese Mysterien in Vergessenheit. Vom Ende der Mysterien von Eleusia berichtete im vierten Jahrhundert Eunapios, ein Historiker und Biograph griechischer Philosophen. Eunapios selbst wurde vom letzten legitimen Hierophanten geweiht.

Literatur


- O. A.: Herder Lexikon. Griechische und römische Mythologie. Götter, Helden, Ereignisse, Schauplätze. Freiburg im Breisgau 2001 (1981)
- Preka Alexandri: Eleusis 1991
- J. N. Bremmer: Götter, Mythen und Heiligtümer im antiken Griechenland. 1996
- W. Burkert: Antike Mysterien. Funktionen und Gehalt. 1990
- K. Clinton: Myth and Cult. The Iconography of the Eleusian Mysteries. 1992
- K. Clinton: Stages of initiation in the Eleusinian and Samothracian Mysteries; In: Greek Mysteries. The Archaeology and Ritual of Ancient Greek Secret Cult. 2002, S. 50-78.
- H. Gsänger: Mysterienstätten der Menschheit – Eleusis. 1961
- Carl Kerenyi: Eleusis: archetypal image of mother and daughter, (in seiner Reihe Archetypal Images in Greek religion) 1967
- Hans Kloft: Mysterienkulte der Antike. Götter - Menschen - Rituale. München 1999
- K. Kourouniotes: Eleusis. A guide to the Excavations and the Museum 1936
- Diether Lauenstein: "Die Mysterien von Eleusis", Urachhaus 1987
- E. Mircea: Schamanen, Götter und Mysterien. Die Welt der alten Griechen. 1992
- George E. Mylonas.: Eleusis and the eleusinian Mysteries. Princeton 1961
- F. Noack: Eleusis. Die Baugeschichtliche Entwicklung des Heiligtums. 1927
- Carl Schneider: Die antiken Mysterien in ihrer Einheit und Vielfalt. Wesen und Wirkung der Einweihung. Hamburg 1979
- Wasson, Ruck, Hofmann: "Der Weg nach Eleusis. Das Geheimnis der Mysterien" Insel-Verlag, Frankfurt/M. 1984

Weblinks


- [http://matriarchat.info/index.php?option=com_content&task=view&id=141&Itemid=256 Eleusinische Mysterien]
- [http://www.classics.upenn.edu/myth/hymns/eleusis.php A description of the Mysteries]
- [http://www.uwec.edu/philrel/faculty/beach/publications/eleusis.html Edward A. Beach on the Eleusinian mysteries]
- [http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?doc=Perseus%3Atext%3A1999.04.0009&query=head%3D%23168 Thomas R. Martin on the Eleusinian Mysteries] from An Overview of Classical Greek History from Homer to Alexander
- [http://www.culture.gr/2/21/211/21103a/e211ca04.html Ministry of Culture Eleusis website (English)Remains of the site as it has been cleared by archaeologists] Kategorie:Antike Kategorie:Mysterienreligion

Dionysos

Dionysos ist in der griechischen Götterwelt der Name für zwei sagenhafte Figuren, Dionysos Zagreus und Dionysos als „Gott des Weines“. Der zweite Dionysos ist weit bekannter; er wurde von den Griechen und Römern auch Bakchos bzw. Bacchus genannt.

Dionysos Zagreus

Die orphische Theologie schuf die Geschichte von Dionysos Zagreus. (Bei den Eleusinischen Mysterien wird er Iakchos genannt.) Dionysos war der Sohn des Zeus und der Semele. Zeus liebte seinen Sohn, was die Eifersucht der Hera heraufbeschwor. Sie trieb die Titanen an, Dionysos zu töten. Durch verschiedene Verwandlungen versuchte er dem Zorn der Hera zu entfliehen, doch letztlich wurde er in der Gestalt eines Stieres aufgespürt und von den Titanen zerrissen und verschlungen. Nur das Herz des Zagreus konnte Zeus retten. Zeus strafte diese Tat, indem er die Titanen mit einem Blitz vernichtete. Aus der Vermischung der Asche des Zagreus und der der Titanen soll das Menschengeschlecht entsprungen sein, Gutes und Böses, gemäß seinem Ursprung, vereinend. Zum absolut Gutem fehlt dem Menschen das Herz des Zagreus.

Der zweite Dionysos

Ein zweiter Dionysos ist in der griechischen Mythologie ebenfalls bekannt als der Sohn des Zeus und seiner Geliebten Semele. Zeus hatte zuvor das Herz des Zagreus inkorporiert und zeugte so seinen Sohn erneut. Dionysos entspricht dem römischen Gott Bacchus und gilt als Gott des Weins und der Fruchtbarkeit. Die eifersüchtige Hera habe Semele in einer Verkleidung überredet, sie möge sich von Zeus erbitten, sich ihr ebenso zu zeigen, wie er sich Hera zeige. Zeus habe sich ihr somit als Blitz „genähert“ und sie verbrannt. Da sie mit Dionysos schwanger gewesen sei, habe Zeus ihr Kind zu sich genommen. An der Stelle wo Semele starb, sei später ein Weinstock gestanden. Zeus nähte sich die unreife Leibesfrucht der Semele in seinen eigenen Schenkel. Nachdem Zeus den Dionysos geboren hatte, wurde er von drei Ammen groß gezogen, in der Obhut der Nymphen von Nysa und später dem Silenos. Auf einer Überfahrt von Ikaria nach Naxos fesselten tyrrhenische Seeräuber Dionysos, um ihn in Italien als Sklaven zu verkaufen. Doch die Fesseln lösten sich von selbst und das Schiff wurde durch Efeu- und Weinranken, die sich um den Mast und die Segel rankten, zum Stillstand gebracht. Erschreckt stürzten sich die Seeräuber ins Meer und wurden in Delphine verwandelt. Auf Naxos angelangt wurde Dionysos von einem Gefolge aus Nymphen, Satyrn und Bakchai (Mänaden, Thyiaden oder Bakchantinnen) geschmückt mit Efeukränzen, Rehfellen und Thyrsosstäben - alles ausschließlich Frauen - empfangen und begleitet. Zu Ehren des Gottes feierte das Gefolge zügellose Orgien. Im orgiastischen Taumel zerfleischten sie junge Rehkälbchen und verzehrten das rohe Fleisch. Dionysos erschien dabei in Tiergestalt, zumeist als Bock oder Stier. Er ließ mit der göttlichen Macht Wein, Milch und Honig aus dem Boden sprudeln. Als „Löser“ (Lysios, Lyaios) entfesselte er die Menschen, befreite sie von Sorgen und ließ Mauern einstürzen. Männer, die sich gegen die Einführung dieses dionysischen Schwärmens zur Wehr setzen, wurden von Dionysos vernichtet. Ihm zu Ehren wurden in Griechenland die Dionysien, im antiken Rom die Bacchanalien gefeiert. Dionysos werden auch verschiedene Wundertaten zugeschrieben: So die Verwandlung von Wasser zu Wein oder die Wiederauferstehung nach drei Tagen. Eine Nähe zu der Geschichte von Jesus Christus ist sicher nicht zufällig. Es gibt zahlreiche antike Darstellungen von Dionysos und seinem Gefolge, beispielsweise auf den römischen Campanareliefs. Dionysos ist auch der Gott der Masken. Seine Maske hängt an einem Pfahl, seine Gefolgschaft trägt Masken und es werden Masken als Opfergaben gebracht. Dieser Umstand macht ihn, mit der Tatsache dass anlässlich der Dionysien unzählige Tetralogien (3 Tragödien und ein Satyrspiel) veranstaltet wurden, auch zum Gott der Tragödie.

Nachkommen


- mit Aphrodite
  - Chariten (Aglaea,Euphrosyne,Thalia)
  - Hymenaios
  - Priapus
- mit Ariadne
  - Oenopion
- mit Nyx
  - Phthonus
- mit einer unbekannten Mutter
  - Acis Siehe auch Osiris, Amun, Portal:Mythologie, Omphalos Kategorie:Thrakisch

Literatur


- Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen - Die Götter- und Menschheitsgeschichten, dtv, München 1994. ISBN 3-423-30030-2 <[http://z3950gw.dbf.ddb.de/z3950/zfo_search_scan.cgi ddb]>
- Michael Grant und John Hazel: Lexikon der antiken Mythen und Gestalten. dtv, München 2004. ISBN 3-423-32508-9 <[http://cbsprod.rz.uni-frankfurt.de/DB=2.1/CHARSET=ISO-8859-1/IMPLAND=Y/LNG=DU/SRT=YOP/TTL=1/SID=3e99dc86-6/SET=1/SHW?FRST=. kvk]>
- Robert von Ranke-Graves: Griechische Mythologie - Quellen und Deutung. rororo, Hamburg 2001. ISBN 3-499-55404-6 <[http://z3950gw.dbf.ddb.de/z3950/zfo_search_scan.cgi ddb]>

Weblinks

[http://www.texttexturen.de/arbeiten/apollon_dionysos/ Das Apollinische und das Dionysische: Nietzsches Gegensatzpaar im antiken Mythos] Kategorie:Griechische Gottheit Kategorie:Wein ja:ディオニュソス ko:디오니소스

Orpheus

Orpheus war der berühmteste Sänger in der griechischen Mythologie. Nach ihm wurde die Orphik und der Orphismus benannt.

Die Sage

Orpheus lebte im Thrakien als Sohn der Muse Kalliope. Sein Vater war Apollon, Gott der Musik. Von ihm bekam er eine Lyra geschenkt, die Apollon von seinem Halbbruder Hermes erhalten hatte. Unter den Sängern galt er als der beste. Man sagte, Bäume und Berge hörten ihm zu und kamen zu ihm, wenn er spielte. Es gibt auch Quellen, die den Flussgott Oiagros als seinen Vater nennen. Der Sage nach hat Orpheus auch am Argonautenzug teilgenommen. Seine Braut war die Nymphe Eurydike. Als diese auf dem Hochzeitsfest durch einen Schlangenbiss starb, stieg Orpheus in die Unterwelt, um durch seinen Gesang und das Spiel seiner Lyra den Gott Hades zu bewegen, sie ihm zurück zu geben. Seine Kunst war so groß, dass ihm dies tatsächlich gewährt wurde - jedoch unter der von Persephone gestellten Bedingung, dass er beim Aufstieg in die Oberwelt voran gehen und sich nicht nach ihr umschauen dürfe. Da Eurydike seine Hand berührte und er sich darauf hin umsah (ein Motiv der Bildhauerei schon in der Antike), musste Eurydike wieder hinab. Der Sänger stand den Musen und somit dem Gott Apollon nahe, nicht aber dem Dionysos, dem Gott des Rausches und ausschweifend-wilder Umzüge und Gesänge. So wurde Orpheus in seiner Heimat von "Mänaden", thrakischen Anhängerinnen des Dionysos, zerrissen. Nach antiker Vorstellung war es kein Trost, dass er nun als Schatten sich zum Schatten der Eurydike gesellen konnte. Sein Kopf jedoch wurde mitsamt seiner Leier in den Fluss Hebros geworfen, sie schwammen hinab in das Ägäische Meer und wurden auf der Insel Lesbos an Land gespült. Sein Grab soll sich in der Stadt Leibethra befunden haben - andere Quellen nennen diese Stadt auch als Geburtsort des Orpheus. Seine Lyra wurde als Sternbild an den Himmel gesetzt. Nach ihm wurde auch das Zupfinstrument Orpheoreon benannt. Da Orpheus im Hades auf Persephone trifft, ist anzunehmen, dass Orpheus sich im Winter auf den Weg in den Hades gemacht hat, denn Persephone thront nur die drei Monate des Winters in der Unterwelt.

Der Mythos in der Kunst

Literatur

Die tragische Geschichte des Sängers Orpheus wurde in der antiken Literatur von
- Ovid in den Metamorphosen und von
- Vergil in den Georgica erzählt. Von
- Gustav Schwab stammt die Bekannteste literarische Fassung der Neuzeit. ferner
- Die Gedichtzyklen Sonette an Orpheus von Rainer Maria Rilke
- Orphée, Film von Jean Cocteau (1949)
- Orpheus und Eurydike, ein neueres Werk von Jean Cocteau (1950)
- Der Film Orfeu Negro von Marcel Camus (1959)
- Der Film Vom Suchen und Finden der Liebe (2004) ist eine deutsche Adaption des Themas von Helmut Dietl. In der schönen, aber mit viel Pathos und Kitsch ausgestatteten Romanze spielen Moritz Bleibtreu und Alexandra Maria Lara.

Musik

Besonders Musiker griffen die Geschichte des Sängers, der mit seiner Musik wilde Tiere und sogar die Götter der Unterwelt besänftigte, als Thema auf:
- Claudio Monteverdi schuf mit L’Orfeo die erste Oper mit diesem Stoff, eine neue Fassung gibt es von Carl Orff.
- Die Kantate Orphée von Jean-Philippe Rameau (c.1721).
- Christoph Willibald Glucks tragische Oper Orfeo ed Euridice (1762)
- Joseph Haydns Oper L'anima del filosofo ossia Orfeo ed Euridice (1791, Uraufführung erst 1951)
- Jacques Offenbach: Orpheus in der Unterwelt. Operette.
- Igor Strawinsky: Orpheus. Ballet von (1948)
- Philip Glass: Die Kammeroper Orphée nach dem Film von Jean Cocteau (1993).
- Nick Cave - The Lyre of Orpheus (eine "sehr" moderne Version)
- Philipp Birzele und Michael Odendahl: Orpheus und Eurydike, ein Musical von (2005).
- Reinhard Mey: Ich wollte wie Orpheus singen (1967). Album und Lied.

Bildende Kunst


- Orpheus im Kreis wilder Tiere, die seiner Musik lauschen, ist ein beliebtes Thema der römischen Mosaikkunst.
- Jan Brueghel d.Ä.: Orpheus in der Unterwelt
- Jean-Baptiste Camille Corot: Orpheus rettet Eurydice aus der Unterwelt
- Henryk Siemiradzki: Orpheus in der Unterwelt
- [http://www.wga.hu/art/p/poussin/3/32landsc.jpg Landschaft mit Orpheus und Eurydice]
- [http://www.wga.hu/art/a/abbate/orpheus.jpg Orpheus and Eurydice]

Siehe auch

Orphische Dichtung, Orphik, Orphismus, L’Orfeo, Orpheus in der Unterwelt, Orfeo ed Euridice, Thraker

Literatur


- [http://gutenberg.spiegel.de/schwab/sagen/sch371d.htm Gustav Schwab: Orpheus und Eurydike. (online)]
- [http://gutenberg.spiegel.de/ovid/metamor/meta101.htm Ovid: Orpheus und Eurydice. in: Metamorphosen. (online)]
- Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen - Die Götter- und Menschheitsgeschichten, dtv, München 1994. ISBN 3-423-30030-2 <[http://z3950gw.dbf.ddb.de/z3950/zfo_search_scan.cgi ddb]>
- Michael Grant und John Hazel: Lexikon der antiken Mythen und Gestalten. dtv, München 2004. ISBN 3-423-32508-9 <[http://cbsprod.rz.uni-frankfurt.de/DB=2.1/CHARSET=ISO-8859-1/IMPLAND=Y/LNG=DU/SRT=YOP/TTL=1/SID=3e99dc86-6/SET=1/SHW?FRST=. kvk]>
- Robert von Ranke-Graves: Griechische Mythologie - Quellen und Deutung. rororo, Hamburg 2001. ISBN 3-499-55404-6 <[http://z3950gw.dbf.ddb.de/z3950/zfo_search_scan.cgi ddb]> Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Thrakisch ja:オルペウス

Mithraismus

Der Mithraismus oder Mithraskult war ein zunächst in Kleinasien, später im ganzen Römischen Reich verbreiteter Mysterienkult, in dessen Zentrum die Gestalt des Mithras stand. Ob diese Gestalt mit dem persischen Gott oder Heros Mithra identifiziert oder aus ihr abgeleitet werden kann, wie bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts allgemein angenommen wurde, ist ungewiss, denn der kleinasisch-römische Mithraskult weist in seiner Mythologie und religiösen Praxis deutliche Unterschiede zur indisch-persischen Mithra-Verehrung auf. Somit ist umstritten, ob sich der Mithraskult aus einer Seitenströmung des Zarathustrismus oder eigenständig entwickelt hat. Während die Göttergestalt Mithra in Kleinasien seit dem 14. Jahrhundert v. Chr. belegt ist, wurde der römische Mithraismus erstmals vom römischen Dichter Statius († 96) erwähnt. Die ältesten Mithräen stammen aus der Mitte des 2. Jahrhunderts, die spätesten aus der Mitte des 5. Jahrhunderts. Seinen Höhepunkt erreichte der Kult Ende des 2. Jahrhunderts und im 3. Jahrhundert, nachdem sich Kaiser Commodus (180-192) ihm angeschlossen hatte. Als Sol Invictus Mithras wurde der Gott besonders seit Aurelian von zahlreichen Kaisern verehrt, so auch noch vom jungen Konstantin I. (306-337). Mit dem Aufblühen des Christentums im Römischen Reich verschwand der Mithraismus innerhalb weniger Generationen und geriet in fast vollständige Vergessenheit, bis er in der Neuzeit durch archäologische Funde wiederentdeckt wurde. Der Mithraskult war zu seiner Blütezeit im ganzen Römischen Reich verbreitet. Die Mithras-Tempel werden Mithräen genannt und waren oft unterirdisch angelegt oder höhlenartig in Fels gehauen. Die Zeremonien fanden nicht öffentlich statt. Wie die übrigen Mysterienkulte der griechisch-römischen Welt kreiste auch der Mithraismus um ein Geheimnis, das nur Eingeweihten enthüllt wurde. Bei Eintritt in den Kult wurde jedes neue Mitglied zum strengsten Stillschweigen verpflichtet. Deshalb gründet sich unser Wissen über den Mithraismus nur auf die Beschreibungen außenstehender Chronisten und auf die zahlreich erhaltenen Bildwerke der Mithras-Heiligtümer. Der Mithraismus erfreute sich vor allem unter den Legionären großer Popularität, umfasste jedoch auch sonstige Staatsdiener, Kaufleute und sogar Sklaven. Dagegen waren Frauen strikt ausgeschlossen. Die Organisation des Kults bestand aus sieben Weihestufen oder Initiationsebenen, die der Gläubige bei seinem Aufstieg durchlief.

Die Stiertötungsszene

Weihe Das Hauptmotiv auf Mithrasdenkmälern und Wandmalereien in Mithräen, die so genannte Tauroktonie oder Stiertötungsszene, zeigt Mithras beim Töten eines Stieres. Nach der mithräischen Mythologie hat Mithras diesen Stier verfolgt, eingefangen und auf seinen Schultern in eine Höhle getragen, wo er ihn zur Erneuerung der Welt opfert. Aus dem Blut und Samen des Stiers regenerieren sich die Erde und alles Leben. Mithras wird als Jüngling dargestellt und ist mit einer römischen Tunika und einer phrygischen Mütze bekleidet. Er kniet in der Stiertötungsszene mit einem Bein auf dem Rücken des Stiers. Mit dem anderen Bein stemmt er sich ab, mit der linken Hand reißt er den Kopf des Stieres nach hinten und mit der rechten Hand tötet er das Tier durch einen Dolchstoß in die Schulter. Dabei wendet Mithras sein Gesicht vom Stier ab, ähnlich wie Perseus beim Töten der Medusa. Die Innenseite von Mithras' Mantel ist oft wie ein Sternenhimmel dekoriert. Außer Mithras und dem Stier sind auf der Tauroktonie eine Reihe anderer Gestalten abgebildet: eine Schlange, ein Hund, ein Rabe, ein Skorpion, sowie manchmal ein Löwe und ein Kelch. Die Deutung dieser Gestalten ist umstritten: während der belgische Mithrasforscher F. Cumont in seinen Publikationen von 1896 und 1899 darin Gestalten aus der altiranischen Mythologie sah, deuteten andere Forscher vor allem in neuer Zeit diese als Sternbilder. Dabei entspricht der Stier dem Sternbild Stier, die Schlange dem Sternbild Wasserschlange, der Hund dem Sternbild Kleiner Hund, der Rabe dem Sternbild Rabe und der Skorpion dem Sternbild Skorpion. Der Löwe entspricht dem Sternbild Löwe und der Kelch entweder dem Sternbild Becher oder Wassermann. Am Nachthimmel zeigen die Plejaden im Sternbild Stier die Stelle an, an der der Dolch von Mithras in die Schulter des Tieres eindringt. Ebenfalls werden in der Stiertötungsszene fast immer zwei Fackelträger namens Cautes und Cautopates dargestellt, wobei einer die Fackel nach oben und einer die Fackel nach unten hält. Diese symbolisieren die Tagundnachtgleichen: Cautes mit der erhobenen Fackel symbolisiert die Frühlings-Tagundnachtgleiche, Cautopates mit der gesenkten Fackel die Herbst-Tagundnachtgleiche. Die Fackelträger sind wie Mithras gekleidet und haben ihre Beine gekreuzt, was möglicherweise den Schnittpunkt des Himmelsäquators mit der Ekliptik am Frühlings- und Herbstpunkt symbolisiert. Die gesamte Stiertötungsszene entspricht nach der Deutung des US-amerikanischen Religionshistorikers David Ulansey (siehe Literatur) die mit dem Himmelsäquator verbundene astronomische Konstellation, die vorlag, als sich der Frühlingspunkt im Sternbild Taurus befand.

Möglicher Ursprung

Die Römer glaubten, dass der Mithraskult aus Persien stamme, und diese Annahme teilten auch die meisten Religionshistoriker bis in die 1970er Jahre. Es wurde angenommen, dass die Römer den persischen Kult um Mithra übernahmen und adaptierten; heute ist man vielfach vorsichtiger. Zweifelsohne ist „Mithras“ die hellenisierte Form des Namens „Mithra“, und viele Elemente des Mithraskults sind mit der persischen Kultur verbunden. Zum Beispiel gibt es den mithräischen Weihegrad „Perser“, und Mithras selbst trägt in der Ikonographie das Gewand eines Persers. Jedoch zeichnet sich der römische Mithraskult durch Merkmale aus, die dem persischen Kult um Mithra völlig fehlen: die Weihestufen, die Geheimhaltung der Glaubenslehre, die Betonung der Astronomie, die höhlenartigen Tempel und die Stiertötungsszene. Das Motiv der Stiertötung existiert zwar in der altpersischen Mythologie (wie auch in vielen anderen antiken Kulturen). Aber es gibt keine Hinweise dafür, dass der iranische Licht- und Bündnisgott Mithra irgend etwas mit einer Stiertötung zu tun hatte. Laut Plutarch wurde der Mithraskult von Seeräubern aus Kilikien den Römern überliefert. Nach Ulansey gibt es eine Theorie, dass der römische Stiertötungsgott Mithras gar nicht auf dem altiranischen Mithra basiert, sondern vielmehr eine Verbindung zum Gott und Sternbild Perseus hat. Möglicherweise geht die Entstehung des Mithraskults auf den Perseuskult in Tarsos zurück. Der griechische Astronom Hipparch hatte um 128 v. Chr. die bedeutende Entdeckung gemacht, dass die Fixsternsphäre nicht unverrückbar fest ist, sondern insgesamt eine gewaltige und langsame Bewegung, die Präzession, durchführt. Gemäß heutiger astronomischer Auffassung ist die Präzession eine langsame Taumelbewegung der Erdachse (ein Zyklus dauert 25.920 Jahre). Von den Astronomen damals wurde sie als Bewegung des Himmelsäquators beobachtet, womit eine Verschiebung der beiden Schnittpunkte des Himmelsäquators mit der Ekliptik verbunden war. Durch Hipparchs Entdeckung wurde bekannt, dass sich der Frühlingspunkt, der zu Hipparchs Zeit im Sternbild Widder stand und im 1. Jahrhundert in das Sternbild Fische überging, in der vorhergegangenen Ära im Sternbild Stier befunden haben muss.
- Stierzeitalter: ca. 4000 v. Chr. bis ca. 2000 v. Chr.
- Widderzeitalter: ca. 2000 v. Chr. bis ca. 1. Jahrhundert n. Chr.
- Fischezeitalter: ca. 1. Jahrhundert n. Chr. bis ca. 2000 n. Chr.
- Wassermannzeitalter: ca. 2000 n. Chr. bis ca. 4000 n. Chr. Es war naheliegend, den Untergang des Stierzeitalters durch die Tötung eines Stieres zu symbolisieren. Bei den Stoikern, die traditionell ein großes Interesse an Astrologie, Astralreligion und astronomischen Zyklen hatten, war es üblich, ein göttliches Wesen als die Quelle aller Naturkräfte anzusehen. Da die Präzession (scheinbar) die gesamte Fixsternspäre bewegt, musste der ihr zugrunde liegende Gott mächtiger als die Götter der Sterne und Planeten sein. So ist die Entstehung eines Kultes um diesen "neu entdeckten Gott", der offenbar die größte Macht über den gesamten Kosmos hatte, plausibel. Dabei bot sich der Gott Perseus besonders an, die Stiertöterfigur darzustellen, da sich sein Sternbild genau oberhalb des Sternbilds des Stiers befindet. Da Perseus aufgrund seines Namens mit Persien assoziiert wurde, ist es denkbar, dass er durch den einer persischen Gottheit, Mithra, ersetzt wurde. Zudem herrschte damals in Kleinasien der König Mithridates VI. Eupator, dessen Name "von Mithra gegeben" bedeutet und der seine Abstammung (in mystischer Weise) auf Perseus zurückführte. Auch durch diesen Umstand könnte Perseus mit Mithra assoziiert worden sein.

Mithras als Sonnengott

Viele antike Abbildungen zeigen Mithras gleichrangig mit dem Sonnengott Helios oder als Sieger über den sich ihm unterwerfenden Helios. Mithras bekam den Beinamen Sol invictus, d.h. „unbesiegter Sonnengott“, wohl um auszudrücken, dass er die Rolle des neuen Kosmokrators (Beherrschers des Kosmos) übernommen hatte, die vorher Helios besaß. Auch der persische Gott Mithra war Jahrhunderte zuvor schon oft mit der Sonne gleichgesetzt und als Sonnengott verehrt worden.

Der löwenköpfige Gott

In der mithrischen Kunst wird häufig auch eine andere Göttergestalt dargestellt, deren Name und Bedeutung unklar ist. Sie stellt eine nackte, aufrecht stehende Menschenfigur mit Löwenkopf dar, um dessen Leib sich spiralförmig eine Schlange windet. Möglicherweise stellt auch diese Figur eine von Mithras unterworfene Macht dar, ähnlich wie Perseus die Gorgo/Medusa besiegte. Es wird vermutet, dass der löwenköpfige Gott die Ordnung des Kosmos in seiner Gesamtheit symbolisiert.

Bräuche im Mithraismus

Bei den Römern bekam Mithras auch den Beinamen Sol invictus (lat. „der unbesiegbare Sonnengott“). Als Sonnengott wurde Mithras am Sonntag angebetet. Einmal im Jahr opferten die Mithras-Anhänger symbolisch einen Stier. Die zwei großen mithräischen Jahresfeste feierten die Geburt des Sol Invictus am 25. Dezember (dem Abend der Wintersonnenwende nach dem Julianischen Kalender) und den Tod und die Auferstehung Mithras zur Frühlings-Tagundnachtgleiche. Die sieben Initiationsstufen oder Weihegrade des Mithraismus sind: # Corax (Rabe) # Nymphus (Bräutigam) # Miles (Soldat) # Leo (Löwe) # Perses (Perser) # Heliodromus (Sonnenläufer) # Pater (Vater) Diese Weihegrade wurden auch den sieben Wandelgestirnen Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Sonne und Mond zugeordnet und waren eine Metapher für die Reise der Seele durch die Planetensphären zum Licht, zu den Fixsternen. Die Weihen waren von Zeremonien begleitet wie z.B. Bekränzungen, Handauflegungen, Handschlägen, Weihrauchopfern oder der Bestreichung der Zunge mit Honig. Entgegen der in vielen populärwissenschaftlichen Büchern vertretenen These, gehörte der römische religiöse Ritus des Tauroboliums nicht zum Mithraskult - die Mithräen waren zu klein, als dass ein Stier darin Platz gefunden hätte.

Mithraismus und Christentum

Von manchen Religionswissenschaftlern werden Parallelen zwischen dem Mithraismus und dem Christentum, und insbesondere zwischen der Figur des Mithras und Jesus von Nazareth aufgeführt. Beide Religionen entstanden etwa im gleichen Zeitraum und in der gleichen geographischen Region. Nach manchen Historikern und Religionswissenschaftlern war der Mithraismus einer der Hauptkonkurrenten des Christentums. Nach Ernest Renan (Marc Aurèle ou la fin du monde antique, Seite 390) wäre die westliche Welt mithras-gläubig geworden, wenn das Christentum durch einen Zufall des Schicksals in seiner Ausbreitung gehemmt worden wäre. Andere Autoren gehen davon aus, dass der Mithraskult keine wirkliche Gefahr für das Christentum darstellte. Die seltenen Erwähnungen in Texten der Kirchenväter lassen nicht auf eine wirkliche Auseinandersetzung zwischen den beiden Religionen schließen, auch hat sich der Mithraskult gerade in den schon früh christlich geprägten Gegenden, wie Kleinasien, Nordafrika und Griechenland kaum verbreitet. Auch soziologisch war der Mithraskult in anderen Schichten verbreitet als das Christentum. Von den glaubensmässigen Inhalten des Mithraskults und der Bedeutung der Rituale ist sehr wenig überliefert, da es ein Geheimkult war, gibt es kaum schriftliche Zeugnisse. Von daher sind diese Parallelen in vielen Fällen nicht historisch dokumentiert sondern moderne Interpretationen der mithraischen Kultgegenstände. Von manchen Historikern aufgestellte Parallelen zwischen Mithraismus und Christentum:
- Mithras wurde von einem Vatergott ausgeschickt, um als Weltretter das Dunkle und Böse in der Welt zu überwinden.
- Mithras wurde von einer Jungfrau in einer Felshöhle (nach anderer Überlieferung in einem Stall) geboren; bei seiner Geburt waren Hirten und Tiere anwesend.
- Mithras hielt mit 12 seiner Anhänger ein letztes Abendmahl bevor er starb, wurde begraben, und auferstand von den Toten.
- Mithras wurde als "der Weg", "die Wahrheit", "das Licht", "der Sohn Gottes" und "der gute Hirte" bezeichnet, und wurde oft ein Lamm auf seinen Schultern tragend abgebildet.
- Als "Sol invictus" wurde Mithras mit einem Strahlenschein dargestellt (vgl. Heiligenschein).
- die Mithraisten glaubten an Himmel und Hölle, an ein Jüngstes Gericht, eine Auferstehung der Toten und eine Wiederkehr Mithras zur endgültigen Überwindung des Bösen.
- die Mithraisten feierten ein Untertauch-Ritual zur Aufnahme in die Religionsgemeinschaft (vgl. Taufe)
- die Mithraisten feierten wöchentliche Gottesdienste am Sonntag.
- die Mithraisten feierten einen Ritus mit Brot und Wasser oder Wein, vgl. Abendmahl
- das Kreuz war ein wichtiges mithräisches Symbol.
- die beiden größten mithräischen Feste feierten die Geburt Mithras am 25. Dezember und den Tod und die Auferstehung Mithras zur Frühlings-Tagundnachtgleiche (vgl. Weihnachten, Ostern).
- Der höchste Priester des Mithrakults wurde „Papa“ genannt und trug als Amtszeichen eine rote phrygische Mütze (die „Mitra“, der Vorläufer der Bischofsmütze), ein rotes Gewand, einen Ring und einen Hirtenstab, so wie auch die ersten christlichen Päpste. Angesichts so vieler Parallelen liegt die Vermutung nahe, dass das frühe Christentum einige seiner Lehren und Bräuche aus dem Mithraismus entlehnt hat, oder umgekehrt der Mithraskult einige seiner Lehren und Bräuche aus dem Christentum oder eine Kombination von beidem. So ist die Übernahme des 25. Dezembers durch das Christentum, festgelegt durch einen Bischof von Rom im 4. Jahrhundert, weitgehend unbestritten. (Es dauerte allerdings noch bis ins Mittelalter, bis das Weihnachtsfest das ältere Epiphaniasfest an Bedeutung übertraf). Anderseits ist im Fall von Ostern eine Übernahme vom Mithraskult praktisch auszuschließen, da die Passion Jesu direkt mit dem vom Mithraskult völlig unabhängigen Datum des jüdischen Pessach verbunden ist. Die Ansichten darüber sind unter Religionswissenschaftlern, Historikern und Theologen geteilt. Manche Religionshistoriker sehen rückblickend im Mithraismus nicht nur einen Konkurrenten, sondern auch einen Wegbereiter des Christentums im Römischen Reich, andere weisen darauf hin, dass bereits zeitgenössische Kirchenväter (Tertullian, Hieronymus) den Mithraskult als Nachahmung des Christentums bezeichneten (obwohl der Mithraismus die ältere Religion der beiden ist). Es gibt auch deutliche Unterschiede zwischen dem Mithraismus und dem Christentum, u.a.:
- der Mithraismus basiert nicht auf dem Judentum.
- Mithras erlebt keine Passion, sondern tritt als unbesiegter Held auf.
- Zentrales Thema Opferung: Mithras opfert einen Stier, während Jesus "sich selbst" opfert.
- das Christentum ist kein astronomischer/astrologischer Kult.
- das Christentum ist kein Mysterienkult.
- das Christentum nahm auch Frauen in die Gemeinschaft auf. Anders als das Christentum wurde der Mithraskult im Römischen Reich zunächst nicht verfolgt. Kaiser Aurelian (römischer Kaiser von 270 bis 275) machte den Mithraismus sogar kurzzeitig zur Staatsreligion. Erst 391, als das Christentum durch Kaiser Theodosius I. zur Staatsreligion wurde, wurde die Ausübung anderer Religionen bei Todesstrafe verboten. Als Folge davon ging der Mithraismus offenbar innerhalb kürzester Zeit unter. Viele Mithräen wurden in christliche Kirchen umgewandelt. Zum Beispiel steht der Petersdom in Rom und der Kölner Dom auf den Fundamenten eines Mithräums. Seit dem 19. Jahrhundert ist immer wieder, insbesondere auch von Ernest Renan, auf auffallende Parallelen zwischen den Mysterien des Mithras und manchen Symbolen und Ritualen der Freimaurerei hingewiesen worden. Im freimaurerischen Schrifttum wird eine direkte historische Verbindung überwiegend abgelehnt. Laut Meyers Konversationslexikon haben sich Reste mithräischer Bräuche in der armenischen Kirche erhalten. Armenien wurde 301 der erste christliche Staat der Welt. Siehe auch: Portal:Rom, Themenliste Rom, Geschichte Armeniens.

Literatur


- David Ulansey: Die Ursprünge des Mithraskults, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1998, ISBN 3806213100
- Reinhold Merkelbach: Mithras. Ein persisch-römischer Mysterienkult, Wiesbaden 1998
- Manfred Clauss: Mithras: Kult und Mysterien, München 1990
- Maarten J. Vermaseren: Mithras. Geschichte eines Kultes, Stuttgart 1965
- Franz Cumont: Die Mysterien des Mithra, Darmstadt 1963
- Eugen Lennhoff/Oskar Posner: Internationales Freimaurerlexikon, Wien 1932 (Nachdruck 1980)
- Franz Cumont: Die orientalischen Religionen im römischen Heidentum. Teubner Verlag Leipzig und Berlin. 3. Auflage 1931
- Alfred Jeremias: Handbuch der altorientalischen Geisteskultur, Leipzig 1913.
- Ernest Renan: Marc Aurèle ou la fin du monde antique, 3. Aufl. Paris 1882

Weblinks


- [http://www.iranica.com/articles/sup/Mithraism.html MITHRAISM in der Encyclopaedia Iranica (englisch)]
- [http://www.spinfo.uni-koeln.de/lehre/HKIV-Arbeiten/Brandt-Ohrmann-Schmitt/mithras/einfuehrung.html Brandt-Ohrmann-Schmitt: Mithraskult in Köln]
- [http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/geschichte/roemer/religion/mithras/mithras.htm Zentrale für Unterrichtsmedien: Mithras, der persische Lichtgott]
- [http://hikwww2.fzk.de/avka/pdf-files/45mithras.pdf Astronomische Vereinigung Karlsruhe: Astronomische Grundlagen des Mithraskults]
- [http://www.vii.at/TAWAN/D102_Tawan_Herbst2004.htm#_Toc94116085 Javad Parsay: Mithrakult in Iran und in Europa]
- [http://www.well.com/user/davidu/mithras.html David Ulansey:The Cosmic Mysteries of Mithras (englisch)]
- [http://www2.evansville.edu/ecoleweb/articles/mithraism.html Ecole initiative: Mithraism (englisch)]
- [http://www.mithraeum.org/history.htm Mithraic History (englisch)]
- [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Gazetteer/Periods/Roman/Topics/Religion/Mithraism/David_Fingrut
  - .htmlDavid David Fingrut: Mithraism, The Legacy of the Roman Empire's Final Pagan State Religion (englisch)] ! ja:ミトラ教

Isis

Isis (auch Iset) (ägypt.: 'Sitz, Thron') war in der ägyptischen Mythologie die Tochter des Geb und der Nut, Schwester der Nephthys und des Seth, sowie Schwester und Gemahlin des Osiris. Von diesem empfing sie ihren Sohn Horus, den sie in der Einsamkeit der Nilsümpfe, versteckt vor dem Gott Seth, zur Welt brachte. Da sie den toten Osiris beklagte und bewachte, der von Seth getötet wurde, war sie auch Göttin der Toten.
Den Ägyptern galt sie als "Göttin der Liebe", als "Meergöttin", als "Gottesmutter", "Mutter der Sonne", "Königin des westlichen Himmels", sowie als die "Zauberreiche", da sie sich in ihrer Beziehung zu Horus und Osiris der Zauberei bediente. Von dieser mütterlichen Gottheit erbaten viele Mütter den Segen für ihre Kinder. Außerdem galt sie als beinahe allmächtige Zauberin, die alle Geheimnisse und zukünftigen Ereignisse kannte. In Inschriften wird gesagt, sie sei "klüger als alle Götter". So hatte sie für die Ägypter auch dunkle Seiten. Der Sage nach stahl sie dem gealterten Gott Ra die Magie, um sich so zur Herrscherin über die Welt aufzuschwingen. Die ägyptischen Pharaoen beriefen sich darauf Söhne der Isis zu sein und ihr Schoß wurde als königlicher Thron angesehen. Der Nektar, der aus ihrer Brust floss, verlieh das Recht zur Herrschaft. Im Laufe der Zeit wurde ihre Gestalt in Ägypten mit anderen ägyptischen Göttheiten vermischt. Durch die Missionierungssarbeit der ägyptischen Isis-Priesterschaft breitete sich ihr Kult unter den Ptolemäern bis nach Rom aus. Der Tempel der Isis stand auf der Insel Philae, welche tief im Süden Ägyptens liegt. Wegen des Baus des Assuan-Staudamm wurde der Tempel Stein für Stein weiter nördlich, auf der Insel Angilkia, wieder aufgebaut. Isis wurde bis ins 5. oder 6. Jahrhundert in Ägypten verehrt und ihr dienten nur Priesterinnen. Ihr Symbol war der Sirius. Durch die spätere Vermischung mit der Hathor erhielt sie außerdem als Kopfzierde Kuhhörner mit einer Sonnenscheibe. Oft wurde sie auf Gruft- und Sargophagwänden mit ausgebreiteten Flügeln dargestellt, mit denen sie den Toten Schutz gewährte und Lebensluft zuwedelte.

Bedeutung in Griechenland

Im Hellenismus setzte man den lebenden König, den man mit Horus gleichsetzte, mit dem Osiris als dem verstorbenen König in Verbindung, so wurde Isis auch mit dem Osirismythos in Beziehung gebracht, und dadurch Teil des so genannten Isis- und Osiriskultes. Der griechische Historiker Plutarch beschrieb sie im 2. Jahrhundert als das weibliche Prinzip in der Natur und bei Apuleius, einem ekklektischen Platoniker, wird sie zur universellen Allgöttin, die in die Mysterienkulte einweiht. Siehe auch: Liste ägyptischer Götter, Portal:Mythologie ---- ISIS (Abk.: Intermediate System - Intermediate System) ist ein Link-State Routingprotokoll (siehe auch BGP, RIP, OSPF)

Weblinks


- [http://www.derjemen.de/pdf/isisosirisHA.pdf Einführung in den Isis- und Sarapiskult.]
- [http://www.mein-altaegypten.de/internet/Alt_Aegypten_2/allegoetter/isis.html Mehr Informationen wie Ikonografie, Hymne an Isis,...] Kategorie:Ägyptische Gottheit ja:イシス ko:이시스

Jenseits

Mit dem Begriff des Jenseits bezeichnet die Sprache den anderen Bereich, den Bereich des „Übernatürlichen“. Dieser Bereich, der sich einerseits einem unmittelbaren Zugang sinnlicher Rezeption wie andererseits einem unmittelbaren Zugriff durch aktive Einflussnahme entzieht, begleitet gleichwohl die Geschichte der menschlichen Kultur als ihr Geheimnis.

Allgemein

Der Bereich des Jenseits wird örtlich unterschiedlich lokalisiert. Das kann für bestimmte, schwer zugängliche Orte (Berge, Höhlen, Wälder) oder andere Tabu-Bezirke und Heiligtümer gelten. Man kann ihn sich unter der Erde in einer Unterwelt oder über der Erde im Himmel vorstellen. Schließlich sprechen Einige von nur einem feineren Empfinden zugänglichen Lokalisierungen im menschlichen „Herzen“ (mit „Herz“ bezeichnet übertragener Wortgebrauch das seelisch-geistige Innenleben eines Menschen) oder im zwischenmenschlichen Bereich. Ebenso wird dem Jenseitsbereich ein zeitlicher Raum jenseits des irdischen Lebens zugeordnet (zum Beispiel als Totenreich oder Himmelreich). Am augenfälligsten dokumentieren sich die Jenseitsvorstellungen in der menschlichen Bestattungskultur. Schon die Beigaben der ältesten Grabfunde (Waffen, Speise, Trank, Schmuck etc.) belegen, dass das irdische Leben als Teil eines größeren Ganzen angesehen wurde. Dieses Ganze - das belegen zahlreiche Monumentalfunde - hatte in der Regel seine wesentliche Bedeutung in der jenseitigen Welt; die ihrerseits das Diesseits in den Schatten stellte. Beschreibungen des Jenseits entstammen den Berichten schamanischer Himmelsreisender (siehe Ekstase) und werden zum anderen in den Mythen und heiligen Schriften der Völker und Religion überliefert.

Hinduismus, Buddhismus

Der Hinduismus entfaltet ein hochkomplexes Jenseitsbild. Die vedische Religion hatte ein Paradies bereit, das allen Opfernden bereit stand. Später setzte man neben die Götterwelt der Unsterblichen eine dem Kreislauf der Reinkarnationen unterworfene Väterwelt der Unsterblichen. Zahlreiche Höllen lösten einander ab, die das wahre Jenseits zum fernen Endziel (Nirvana) machten.

Judentum

Das Judentum entwickelte nie eine eindeutige Vorstellung über das Geschehen im Jenseits, nach dem Tode. Es haben sich vielmehr wesentlich zwei Lehrmeinungen herausgebildet, die sich auf eine unbestimmte Menge von Hinweisen im Tanach beziehen. #Die eine Lehrmeinung nimmt die Auferstehung der Toten an, d. h. die Menschen sterben mit Leib und Seele, aber werden in der messianischen Zeit wiederbelebt und leiblich auferstehen (Daniel 12,2; Sanhedrin 10,1). Die Auffassung von einer Auferstehung der Toten entwickelte sich im nachexilischen Judentum (Diaspora, Babylonische Gefangenschaft). In der jüdischen Apokalyptik wurde diese Vorstellung weiter ausgebaut zu einer Auferstehung in Verbindung mit einem Gericht Gottes über die Welt. Mit dieser Auferstehung war nach jüdischen Begriffen eine körperliche Auferstehung gemeint - entweder die körperliche Auferstehung aller Menschen oder die körperliche Auferstehung der Menschen, die im Bund Israels mit Gott eingeschlossen sind. Das Schicksal des einzelnen Menschen trat in dieser kollektiven Sicht zurück, war aber darin eingeschlossen. Das Pharisäertum zur Zeit Jesu bejahte den Glauben an eine Auferstehung; das herrschende Priestertum (vorwiegend aus der Gruppe der Sadduzäer, die mit der römischen Besatzungsmacht kollaborierte) lehnte sie ab. #Die andere jüdische Lehrmeinung nimmt an, dass die reine Seele, unbefleckt durch Geburt, Leben und Tod, wieder rein zu Gott zurückkehrt. Sie geht von der Unsterblichkeit der Seele aus und davon, dass diese nach dem Tod unabhängig vom Körper weiterlebt (Schabbat 152b, Proverbien 12,28). Das herrschende Priestertum (vorwiegend aus der Gruppe der Sadduzäer), kollaborierend mit der römischen Besatzung, zur Zeit Jesu, lehnte die fleischliche Auferstehung ab. #Weiterhin gab es eine Vermengung dieser beiden Lehrmeinungen zur folgenden, dass nämlich die Seele den Tod des Menschen überlebe und bis zur messianischen Zeit weiterlebe und sich schließlich mit dem Körper neu vereinige und leibhaftig auferstehe.

Christentum

Besatzung Das Christentum stellt das Jenseits als endzeitlich hereinbrechendes vor, an dessen Ende die volle Gemeinschaft mit Christus steht. (siehe Eschatologie). Das Neue Testament beschreibt es jedoch eher zurückhaltend gleichnishaft und hält sich bei Details zurück. Das Christentum glaubt an die Auferstehung von den Toten. Die Seele wandert aus dem irdischen, verweslichen Körper in einen himmlischen, unverweslichen Körper (siehe z.B. Matthäus 22, 1 Korinther 15). Es betont das Gericht, dem eine Scheidung in Himmel und Hölle entspricht. Der Begriff der Hölle ist im Christentum sehr umstritten (siehe Hölle). Vermittler in Gestalt von Engeln und Dämonen können zum Jenseits Kontakt herstellen. Eine besondere Bedeutung erlangte das Fegefeuer (siehe: Dante, Göttliche Komödie). Nach dem neuen Testament ist es nicht einfach, in das Himmelreich zu kommen. Im Gleichnis spricht Jesus davon, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr schlüpfen kann, als das ein Reicher in das Himmelreich kommt ([Nachzulesen unter Markus 10,17-27) Die offizielle Lehre der römisch-katholischen Kirche vom Jenseits ist im Katechismus der Katholischen Kirche niedergelegt. Darüber hinaus sind in der Volksfrömmigkeit verschiedene bildhafte Vorstellungen vom Jenseits entstanden. Das Jenseits beschreibt darin den Ort, welchen die Seele nach Eintreten des körperlichen Todes erreicht. Das Diesseits, in dem der menschliche Körper mit der Seele lebt, ist demnach nur einer von drei Bereichen (Diesseits, Jenseits oder Himmelreich), in die der Mensch gelangen kann. ;Apokryphe Vorstellungen Nach manchen Vorstellungen wird das Jenseits in zehn Sphären eingeteilt, welchen der Mensch je nach dem Reifegrad seiner Seele (in zehn Stufen von gut - schlechter bis am schlechtesten) von Engeln zugeteilt wird. Im Jenseits wartet demnach die Seele darauf, in einem auf sie zugeschnittenen Körper, als Baby wiedergeboren zu werden -- sofern sie nicht so gut war bzw. zu Lebzeiten soviel Reife erreicht hatte, dass sie in das Himmelreich eingehen durfte. Wer in das Himmelreich eingehen darf, ist gerettet. Er war zu Lebzeiten so gläubig, dass er es geschafft hat, seine Seele mit Gott zu vereinigen. Solche Ansichten lehnen sich an den Buddhismus an und werden nur sehr vereinzelt von Menschen mit christlichem Hintergrund geteilt.

Islam

Nach dem Tod folgt für die Muslime die Grabesstrafe, nach einem Verhör durch Engel wird das Grab erweitert, resp. verengt. Erst mit dem Jüngsten Gericht erfolgt die Zuweisung in das Paradies al-ganna bzw. die Gehenna. Freuden und Qualen werden in Sure 56 detailliert beschrieben. Die Erlösten sitzen zum Beispiel "auf kostbaren Teppichen", erhalten leckere Speisen, verkehren "mit schönen Jungfrauen" und bekommen "jeden Wunsch erfüllt". Klare Wasserbäche fließen durch das Paradies, in dem sich üppige Gärten befinden. Die Verdammten dagegen erleiden schreckliche Qualen. Die Hölle "bäumt sich auf vor Wut" über die "Ungläubigen". Die Verworfenen werden "von Skorpionen gestochen, deren Stich noch vierzig Jahre lang spürbar ist". Als Nahrung erhalten sie bittere Kräuter und "Disteln, die den Hunger nicht stillen" und "ihr Getränk ist trübes Wasser". Es ertönt ein ohrenbetäubendes Geschrei "wie das eines Kamels aus Baktrien". Die besonders schmerzempfindliche Stelle zwischen dem Ohrläppchen und der Schulter wird "groß wie ein Berg", damit sie den Qualen mehr Angriffsfläche bietet. Der Koran macht aber auch deutlich, dass die Höllenstrafen nicht ewig andauern werden. "Es wird eine Zeit kommen, da werden die Tore der Hölle im Wind klappern und es wird niemand mehr darinnen sein."

Literatur


- Bernhard Lang, Colleen McDannell: Der Himmel. Eine Kulturgeschichte des ewigen Lebens. Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1990, ISBN 3-518-11586-3. - Eine Geschichte der menschlichen Vorstellungen über das Jenseits.
- Bô Yin Râ (Joseph Anton Schneiderfranken): Das Buch vom Jenseits. 7. Aufl. Kobersche Verlagsbuchhandlung, Bern 1990, ISBN 3-85767-099-1, ISBN 3-85767-077-0 Kategorie:Metaphysik Kategorie:Religion Kategorie:Religionsphilosophie

Buße (Christentum)

Im Christentum ist Buße die von Gott bewirkte Umkehr des Menschen zu Gott, von dem er sich durch die Sünde entfernt hat. Dieser Begriff ist so unterschiedlich vom Alltagsgebrauch des Worts Buße, dass er fast im Gegensatz dazu steht. Buße führt über die Erkenntnis der eigenen Schuld (Ijob 42,6) zu den rechtschaffenen Werken des neuen Lebens (Apg 26,20), die die Abkehr von der bisherigen Lebensführung einschließen (Röm 6,1f).

Herkunft des Begriffs

Die Wörter, die in verschiedenen Sprachen für diesen Begriff gebraucht werden, haben in der jeweiligen Alltagssprache sehr unterschiedliche Bedeutungen, was leicht zu Missverständnissen führen kann.
- Das griechische Wort, das im Neuen Testament mit Buße übersetzt wird, ist μετανοια metanoia, von noein = denken und meta= um oder nach, wörtlich also etwa: Umdenken, Sinnesänderung, Umkehr des Denkens.
- Der hebräische Begriff schub, der in der Septuaginta mit μετανοια übersetzt wird, umfasst eine Umkehr zu Gott nicht nur im Denken sondern in der ganzen Existenz, was Gehorsam gegenüber Gott, neues Vertrauen zu ihm ebenso einschließt wie die Abkehr von allem Bösen und Widergöttlichen.
- Ins Lateinische wurde μετανοια mit poenitentia Reue (von poena, Strafe) übersetzt.
- Im Deutschen wurde das Wort Buße verwendet, was eine von außen auferlegte Strafe oder Wiedergutmachung bezeichnet, die unabhängig von der inneren Einstellung ist.

Buße in der katholischen Kirche

In der katholischen Kirche kann der Begriff Buße folgendes bedeuten:
- eine radikale innere Umkehr und Neuausrichtung des ganzen Lebens, Umkehr zu Gott, Verzicht auf Sünde und Abwendung vom Bösen;
- ein Sakrament, das Umkehr, Beichte und Versöhnung beinhaltet (siehe Bußsakrament);
- ein Werk der Wiedergutmachung um nach der Vergebung die volle geistliche Gesundheit wiederzuerlangen. Das kann Gebet, Almosen, Dienst am Nächsten, oder freiwilliger Verzicht sein;
- in der alten Kirche eine von der Kirche auferlegte Strafe für ein Fehlverhalten, um den Sünder durch dieses äußere Bußwerk zu innerer Umkehr zu führen und ihn wieder mit Gott und der Kirche zu versöhnen.

Buße in der evangelischen Kirche

In der evangelischen Kirche wird Buße vor allem als Änderung der inneren Haltung verstanden und betont, dass Buße von Gott bewirkt wird. Nicht der Mensch kehrt aus eigenem Entschluss um, sondern Gott ist Ursache der Umkehr. Äußere Handlungen sind zwar mit dieser Umkehr verbunden, aber nicht als Voraussetzung, sondern als natürliche Folge einer grundlegenden Veränderung der inneren Haltung. Das Wort Buße kann angewandt werden auf besondere Tage oder Akte der Umkehr oder auf eine ständige Lebenshaltung (vgl. die erste der 95 Thesen Luthers: "Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: "Tut Buße" usw. [Matth. 4,17], hat er gewollt, daß das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.")

Buße in der orthodoxen Kirche

In der orthodoxen Kirche wird unter der metanoia vor allem eine Änderung der Lebenseinstellung verstanden, die durch die freiwillige Zusammenarbeit des Heiligen Geistes auf der einen Seite und des einzelnen Menschen auf der anderen Seite zustandekommt. Ziel ist dabei, die Vergebung Gottes anzunehmen, den Zorn gegen Gott und die Mitmenschen hinter sich zu lassen, und so von einer widernatürlichen, unmenschlichen "Todeshaltung" zu einer natürlichen, menschlichen Lebenshaltung zu gelangen. Die im Sündenfall verdorbene Welt zieht den Menschen jedoch immer wieder in die falsche, seiner eigentlichen Natur als Bild und Gleichnis Gottes zuwiderlaufende Richtung, sodass die metanoia eine lebenslange Anstrengung gegen das eigene geistlose Mitläufertum ist. Die Mysterien (Sakramente) sowie Fasten und Beten helfen dabei, indem sie schon im "hier und jetzt" ein Gegenbild zur gefallenen Welt darstellen.

Buße im Pietismus

Der Pietismus und manche Evangelikalen verstehen unter Buße auch eine einmalige, grundlegende Bekehrung zu Jesus Christus, die in einem veränderten Leben resultiert. Diese bewusste Lebenswende ist Antwort auf das Angebot der Gnade Gottes, beendet das bisherige Leben als ungläubiger Mensch und beginnt mit Hilfe des Heiligen Geistes ein Leben in Orientierung an Gott.

Siehe auch


- Fasten, Kasteiung, Buß- und Bettag Eidgenössischer Dank-, Buss- und Bettag, Cilicium

Weblinks


- [http://www.katholisch.de/3785.htm katholische Kirche in Deutschland: Buße und Versöhnung]
- [http://www.theologie-systematisch.de/sakramentenlehre/7versoehnung.htm Aktuelle Literatur zum Bußsakrament] Kategorie:Christentum Kategorie:Christliche Ethik

Frömmigkeit

Frömmigkeit bezeichnet das richtige, oft vorbildliche religiöse Verhalten des Menschen, seine Gesinnung und sein Handeln in der Beziehung zu Gott. Der fromme Mensch zeichnet sich dadurch aus, dass sein Denken und Tun wahrhaftig sind, dass sie im Einklang mit seiner Person und Persönlichkeit stehen. Wenn das nicht der Fall ist, aber versucht wird den Eindruck von Frömmigkeit zu erreichen, spricht man von Frömmelei, Bigotterie und Scheinheiligkeit.

Etymologie

Das Wort leitet sich von althochdeutsch "fruma" her und wurde zu mittelhochdeutsch frum. Fruma und frum bedeuteten jedoch "voranstehend, bevorzugt". Diese Bedeutung hielt sich bis ins16. Jahrhundert. Noch Luther benutzte es in diesem Sinne. Wenn Luther "fromm" im heute gebräuchlichen Sinn sagen wollte, benutzte er das Wort "gottselig". Die ursprüngliche Wortbedeutung hat sich auch in Wörtern wie "sich frommen", was soviel wie "nützen, helfen" bedeutet, erhalten und in Formulierungen wie fromme Hände, frommer Knecht oder frommes Tier, wo es "gut, nützlich oder ehrlich" bedeutet. Seit dem 17. Jahrhundert wird "Frömmigkeit" hauptsächlich in dem noch heute geläufigen Zusammenhang gebraucht.

Frömmigkeit in verschiedenen Religionen

Das Phänomen Frömmigkeit findet sich in jeder Religion. Man kann zwischen innerer mystischer und expressiver ekstatischer Frömmigkeit unterscheiden. In der Regel drückt sich Frömmigkeit einerseits religiös in Gebet, Opfer, der (regelmäßigen) Teilnahme an religiösen (Kult)Handlungen, und andererseits praktisch in respektvollem und barmherzigem Umgang mit den Lebenden und Toten aus. Die Stärke der religiösen Ausübung und die Anforderungen an den einzelnen Gläubigen können stark variieren. Bereits im antiken Rom umfasst die "pietas" die äußere kultische Handlung und die ihr zugrunde liegende innere Gesinnung. (Cicero: De domo sua)

Judentum

Im Alten Testament macht die Gottesfurcht den Kern der Frömmigkeit aus. Scheu vor dem strafenden, zürnenden Gott und Jubel über sein Erbarmen kennzeichnen die innere Haltung Israels im Alten Testament. Abraham gilt als der Idealtypus der israelitischen Frömmigkeit, die aus der Bewährung in der Tat gepaart mit Demut und Gottvertrauen besteht und in völlige Hingabe mündet. Im späteren Judentum ist der Frömmigkeitsbegriff eng mit dem Begriff der Gesetzestreue verbunden, was bedeutet, dass der fromme Jude sich an die Vorschriften und Gesetze seiner Vorväter, in erster Linie, wie sie in den fünf Büchern Mose festgehalten sind, hält. z. B. den Sabbat einzuhalten, die Reinheitsgebote genau zu beachten, zu fasten, Almosen zu geben usw. Dieser Frömmigkeitsbegriff, den die Pharisäer vertraten, führte -- falsch verstanden -- zur Gesetzes-Frömmigkeit, die aus rein formalem Gehorsam bestand, und durch deren Einhaltung sich gewisse Menschen berechtigt fühlten, Gott gegenüber auch Ansprüche zu stellen. Allerdings wird so eine Haltung von fast allen jüdischen Autoritäten abgelehnt -- das Einhalten des Gesetzes ist ihnen zwar in der Tat sehr wichtig, ersetzt aber keineswegs die nötige innerliche Haltung zu Gott. Im Ostjudentum der frühen Neuzeit entwickelte sich die ekstatische Frömmigkeit des Chassidismus.

Christentum

Im Neuen Testament finden sich viele Belege dafür, dass Jesus sich vehement gegen eine rein äußerliche Gesetzes-Frömmigkeit aussprach, vor allem in Gesprächen, in die ihn Pharisäer oftmals verwickelten. Er forderte uneingeschränkte Hingabe an den Vater, die nur durch das stete Bemühen in der sittlich-religiösen Tat verbunden mit einer tiefempfundenen Gottes- und Nächstenliebe zu verwirklichen ist. Bereits seit der Veräußerlichung des Christentums der Alten Kirche galt vor allem das von der "Welt" abgewandte zurückgezogene Leben z. B. im Kloster als Ausdruck tiefer Frömmigkeit und erst im Laufe der Zeit erweiterte sich das Verständnis der Frömmigkeit dahin, dass jeder Gläubige als fromm gelten kann, ohne dass seine Frömmigkeit an bestimmte äußere Gegebenheiten, z. B. das Leben im Kloster, gebunden sein musste. Seit der Aufklärung wird, vorwiegend im Protestantismus, immer mehr die "Innerlichkeit" betont, das religiöse Gefühl des einzelnen Gläubigen, der auch im "stillen Kämmerlein" seine Frömmigkeit leben kann, wird wichtig. Hieraus entstand im 18. Jahrhundert die große Bewegung des Pietismus, die in ihren Anfängen ganz von dieser persönlichen, privaten Frömmigkeit geprägt war. Jeder muss vor sich selbst und seinem Schöpfer vertreten, wie intensiv und wahrhaftig er seinen Dienst für Gott und die Menschen versieht. Im 19. Jahrhundert wird Frömmigkeit noch weiter verengt als "Bestimmtheit des Gefühls", so Schleiermacher. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Frömmigkeit der einzelnen Gläubigen sehr unterschiedlich sein kann, dass sie sich aber immer auf Gott, seine Schöpfung und Gnade und auf seinen Sohn, Jesus Christus, bezieht und die Teilhabe an der christlichen Gemeinschaft beinhaltet.

Islam

siehe auch: Sufismus

siehe auch

Spiritualität, Volksfrömmigkeit, Religiosität, Glaube, Mystik

Literatur


- P. Pourrat: La spiritualité chrétienne. Vier Bände. Paris 1947-51
- Johannes Heide, Henning Schröer, Friedrich Wintzer u.a. (Hg.): Frömmigkeit und Freiheit. Theologische, ethische und seelsorgerliche Anfragen. Festschrift für Gert Bastian zum 65. Geburtstag. Rheinbach-Merzbach (CMZ-Verlag) 1995. ISBN 3-87062-021-8 Kategorie:Religion

Gott

Unter Gott versteht man entweder allgemein ein (meist) unsterbliches, übernatürliches und mit großer Macht ausgestattetes Wesen (im Polytheismus), oder im besonderen ein einziges höchstes personales Wesen (im Monotheismus), das zugleich als der unendliche Grund allen Seins verstanden wird. Es gibt keinen allgemein anerkannten Beweis für die Existenz eines solchen Wesens. Weniger personalisiert lässt er sich auffassen als das Bestehen überindividueller Zusammenhänge (vgl. Gregory Bateson, Ökologie des Geistes). Die polytheistische Vorstellung von Göttern manifestierte sich u.a. in den Mythologien der Antike und prägt bis heute schamanistische oder Indigene Religionen in Afrika und Asien, etwa den japanischen Shintoismus. Es gibt aber mit dem Buddhismus, Jainismus und teilweise auch Taoismus religiöse Traditionen, die sich nicht auf einen Gott oder Gottheiten beziehen. Der Monotheismus, der sich zuerst in den Lehren Zarathustras, im Aton-Kult (Religion) des Echnaton und im Judentum ausgebildet hat, wird vor allem von den relativ jungen Religionen wie Christentum und Islam repräsentiert. Verschiedene Formen monotheistischer Gottesvorstellungen sind:
- der Theismus, der Glaube an einen persönlichen Gott, der die Welt erschaffen hat, sie erhält und lenkt;
- der Deismus, nach dem Gott zwar Schöpfer der Welt ist, aber seit der Schöpfung nicht mehr in das Geschehen der Welt eingreift und sich nicht mehr offenbart;
- der Pantheismus, dessen Anhänger Gott als den nicht transzendenten Inbegriff allen universalen Seins und aller wirkenden Kräfte definieren;
- der Theokratismus, der Glaube, dass Gott Herrscher aber nicht Schöpfer des Universums ist. Historisch fand in vielen Kulturkreisen eine Verdrängung des Polytheismus durch den Monotheismus statt. Im Abendland erfolgte im Zuge der Aufklärung eine weitgehende Säkularisierung, eine Trennung von Staat und Kirche. Religion und Gottesglaube werden seither in höherem Maße als Privatsache gesehen. Im 19. Jahrhundert formulierte Ludwig Feuerbach in Umkehrung des biblischen Schöpfungsberichts die These, der Mensch habe Gott nach seinem Bilde geschaffen. Friedrich Nietzsche lehnte schließlich jede Gottesvorstellung ab mit dem Ausspruch „Gott ist tot“ (aus „Die fröhliche Wissenschaft“).

Atheistische Sicht

Atheisten lehnen den Glauben an Götter oder ähnliches ab oder vertreten die Auffassung, dass gottartige Wesen nicht existieren bzw. gar nicht existieren können. Begründet wird dies meist mit wissenschaftlichen oder logischen Argumenten (siehe auch Theodizee). Agnostiker dagegen schließen die Existenz höherer Wesen nicht grundsätzlich aus; sie halten sie entweder für unbekannt oder für unerkennbar.

Vorstellungen im Juden- und Christentum

Das hebräische Wort „El“, das wahrscheinlich „Mächtiger“ oder „Starker“ bedeutet, wird in der Bibel in der Pluralform „Elohim“ in Bezug auf den Schöpfer des Universums, im Singular auch auf andere Götterwesen und sogar auf Menschen gebraucht. Oft wird der Begriff für eine „höchste Erscheinung“ verwendet. Dabei wird dieser inklusive Allgemeinbegriff für etwas Göttliches vom exklusiven Namen des einzigen Gottes Jahwe, der mit seiner Rettungstat an Israel untrennbar verbunden ist (Ex 3,14), unterschieden. „Theos“, das griechische Wort für Gott, entstammt wohl dem Verb „theo“, platzieren. „Theos“ ist demnach wörtlich ein Platzierer, ein Unterordner. Im Neuen Testament kommt es daher auf den Kontext an, um zu erkennen, wer damit gemeint ist. Jesus als Herrscher auf dem Thron wird Gott genannt (Heb. 1:8) und Paulus (Ap. 28,6), als durch ihn ein Wunder gewirkt wurde. Auch der eigene Körper kann ein Gott sein (Phil. 3,19). Jesus wird „einziggezeugter Gott“ (Joh. 1,18) genannt. Sein Vater ist aber der Gott aller (Eph. 4,6, 1. Kor. 8,4). Dem jüdischen und christlichen Gott werden (wie auch dem Gott des Islam und der Baha'i) die Attribute Allmacht (Omnipotenz), Wissen (Allwissenheit), Güte, Liebe, Ewigkeit, Unveränderlichkeit und Unendlichkeit zugeschrieben. Siehe auch: Monotheismus Der jüdische und christliche Gott trägt den Eigennamen Jahwe (fälschlicherweise oft Jehova), der – alter jüdischer Praxis folgend – auch in modernen Bibeln oft durch den Titel „HERR“ ersetzt ist. Außerdem werden einige weitere Namen und Namenszusätze für Jahwe verwendet, darunter Zebaot (auch "Sabaoth", deutsch: "Herr der Heerscharen"). Jesus Christus wird im Neuen Testament als „Sohn Gottes“ bezeichnet. Die Evangelien berichten, dass er diesen Titel auch für sich selbst beansprucht habe. Die christliche Reflexion führte zur Lehre von der Dreieinigkeit Gottes: Der eine Gott ist Gemeinschaft von Vater, Sohn und Heiligem Geist; der Sohn hat Menschenschicksal bis zum Tod am Kreuz geteilt (Menschwerdung Gottes) und nimmt durch seinen Tod und die Wiederauferstehung alle, die unter der Macht des Todes stehen und ihm vertrauen, in die Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott auf.

Kritische Sicht des jüdischen, christlichen und islamischen Gottes

Solange es Religion gibt, gibt es kritische Äußerungen zu ihr. Die unterschiedlichen Philosophien und Glaubensarten, die sich mit der Kritik am jeweiligen Gottesbild auseinandersetzen, werden unter dem Begriff Religionskritik behandelt. Im Licht der Aufklärung lässt sich die „Natur Gottes“ auch als die Glaubensbewegung erkennen, die ihn jeweils verehrt. Er ist insoweit die Manifestation des transzendenten (über die Wahrnehmung des Einzelnen und des Gegenwärtigen hinausreichenden) Wesens der „kulturellen Masse“ und ihres gemeinschaftlichen Sinngefüges (vergleiche: Gesetz; Weltbild; Sitte; Gruppengefühlsordnung; oftmals verbunden mit dem Anspruch auf Universalität und absoluter Wahrheit). Aus der Sicht einiger Religionswissenschaftler und Atheisten steht das Verhalten Jahwehs teilweise im Gegensatz zu seinen Eigenschaften: Das Alte Testament berichtet von Situationen, in denen Gott Bruder- und Kindermord und in Kriegen sogar Völkermord angeordnet hat, da die Völker okkulte Praktiken ausübten die "der HERR verabscheut" ( 5. Mose 18, 12 ) In der Religionswissenschaft wird der Jahwe-Glauben manchmal auf externe Quellen zurückgeführt: als Wurzeln bezeichnet werden u. a. Babylon (Inanna; heutiger Irak, die Heimat Abrahams), Ägypten (die Heimat des Mose), Persien (starker Dualismus Gott – Teufel, Ahura MasdaAhriman), phönizisch (El, Baal (hebr. ba-al zevuv „Herr der Fliegen“), und schließlich Kanaan (Fruchtbarkeitsgottheiten Aschera/Astarte/Astaroth und Dagon, sowie Moloch/Melech hebr. „Herr“, der Kinderopfer fordert). Konservative Theologen bestreiten eine solche Abhängigkeit. Das Alte Testament bezeugt eine kritische Auseinandersetzung mit und eine Absetzung von diesen Gottheiten, so werden die Israeliten in der Bibel ausdrücklich von Gott davor gewarnt dem Götzen Moloch ihre Kinder zu opfern, denn "das verabscheut der HERR euer Gott". Für gläubige Monotheisten stellt sich die essentielle Frage, warum ein allmächtiger, guter Gott Leiden und Unglück auf der Welt nicht verhindert. Dieses Theodizee-Problem beschäftigt seit Jahrhunderten die Theologen und gilt als ein Argument der Atheisten, Pantheisten und Deisten. (siehe Leibniz) Wie auch gegen andere religiöse Phänomene oder allgemein den Glauben an übersinnliche Wesen oder Gegebenheiten, wird auch gegen den monotheistischen Gottesglauben von Atheisten religionskritisch eingewendet, es handle sich um bloße Projektion.

Sprachwissenschaftliche Bedeutung

Der Wortstamm von Gott ist sehr alt und ausschließlich im germanischen Raum entstanden. Bezeichnungen sind mittelhochdeutsch, althochdeutsch Got, gotisch Guth, englisch God, schwedisch Gud. Sämtliche Bezeichnungen gehen auf das germanische
- guda- (Anruf) Gott zurück, welches ursprünglich sächliches Geschlecht hatte, weil es männliche und weibliche Gottheiten zusammenfaßte. Nach der Christianisierung wurde das Wort umgedeutet und im gesamten germanischen Sprachbereich als Bezeichnung des meist als männlich empfundenen Christengottes verwendet. Seitdem ist es nur noch unter Der Gott bekannt und würde dem Ursprung nach Das Gott heißen. Die Herkunft des germanischen Wortes ist bis heute nicht völlig geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass der Begriff aus dem substantivierten zweiten Partizip des indogermanischen
- ghuto-m der Verbalwurzel
- ghau (= [an]rufen) entstanden ist. Nach dieser These wäre Gott das [durch Zauberwort] angerufene Wesen. Weiter kann es auf die indogermanische Wurzel
- gheu- (= gießen) zurück geführt werden, wonach Gott als das, dem [mit] Trankopfer geopfert wird zu verstehen wäre. Vgl. Deutsches Wörterbuch von Jakob Grimm, siehe http://www.dwb.uni-trier.de/index.html

Wortverwendung im allgemeinen Sprachgebrauch

Das Wort Gott findet im deutschen Sprachgebrauch auch außerhalb der Religion Verwendung, gewöhnlich in Formeln, die früher einmal religiöse Bedeutung hatten, heute aber ohne religiösen Beiklang verwendet werden, z. B. in Ausrufen wie „Oh Gott!“, „Gott sei Dank!“, „Um Gottes Willen!“ oder Grußformeln wie „Grüß Gott!“. Im Niederländischen und Bairischen findet es auch Verwendung in Schimpfwörtern.

Zitate


- „Du hast uns zu deinem Eigentum erschaffen und ruhelos ist unser Herz, bis es ruht in dir.“ (Augustinus von Hippo)
- „Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott.“ (Martin Luther)
- „Wenige Menschen ahnen, was Gott aus ihnen machen würde, wenn sie sich der Führung der Gnade rückhaltlos übergäben.“ (Ignatius von Loyola)
- „Der eigentliche Gott, den die Christenheit anbetet, ist sie daselbst.“ (Ludwig Feuerbach)
- „Gott ist tot, aber so wie die Art der Menschen ist, wird es vielleicht noch Jahrtausende lang Höhlen geben, in denen man seinen Schatten zeigt, und wir, wir müssen auch noch seinen Schatten besiegen.“ (Friedrich Nietzsche)
- „Je mehr wir einander lieben, desto näher sind wir Gott.“ (Abdul Baha)
- „Ich glaube übrigens, dass das gesamte Universum mitsamt allen unseren Erinnerungen, Theorien und Religionen vor 20 Minuten vom Gott Quitzlipochtli erschaffen wurde. Wer kann mir das Gegenteil beweisen?“ (Bertrand Russell)
- „Es gibt nichts, was die Vorstellung von einem persönlichen Gotte unterstützen könnte. Ich bin Atheist. Es gab große Evolutionsbiologen, die an Gott geglaubt haben. Aber ich habe nie verstanden, wie man im Gehirn zwei völlig getrennte Fächer haben kann, und in einem liegt die Wissenschaft und im anderen die Religion.“ (Ernst Mayr)
- „Oh, mein Gott!“ (Umgangssprache)
- „Gott würfelt nicht!“ (Albert Einstein)

Literatur


- Die Bibel
- Der Koran
- Markus Witte (Hrsg.): „Der eine Gott und die Welt der Religionen“. 1. Aufl. Religion & Kultur-Verlag, Würzburg 2003 ISBN 3933891140
- Campbell Joseph: „Die Masken Gottes, 4 Bde. – neuere Erkenntnisse aus Archäologie, Ethnologie und Anthropologie“ ISBN 3-423-59034-3
- Jack Miles: „Gott, eine Biographie“ [über den Gott des Alten Testamentes]. Das Alte Testament als eine Literaturschöpfung der Menschheit; ein Gott, der mit einer großen Verwandlungsfähigkeit in Erscheinung tritt. ISBN 3423307110
- Wolfgang Cramer: „Gottesbeweise und ihre Kritik – Prüfung ihrer Beweiskraft“, Frankfurt am Main 1967 ISBN 3525774109
- John A.T. Robinson: „Gott ist anders“, 1967, B0000BMW32
- Tilman Moser: „Von der Gottesvergiftung zu einem erträglichen Gott“
- Bandini: „Who's who im Himmel“ (Die Götterwelt von A-Z) ISBN 3-423-32539-9
- Pascal Boyer: „Und Mensch schuf Gott“, 2004, ISBN 3608940324
- Reinhard Schmidt: Der Gott der Liebe ist für Leid, Schmerz und Tod nicht verantwortlich. Texte und Gedichte im Spannungsfeld zwischen natürlicher Evolution und christlichem Glauben. Helmbrechts 2004 ISBN 3-8311-0704-1
- Bô Yin Râ: „Das Buch vom Lebendigen Gott“, ISBN 3-85767-073-8
- Friedrich Nietzsche: „Der Antichrist“

Siehe auch


- Gottesbeweis
- Japanische Götter
- Mythologie
- Natürliche Theologie
- Portal:Bibel
- Portal:Religion

Weblinks


- [http://www.autobahnkirche.de/info-container/glauben-leben/gott/gott-info.html Katholische Glaubensinformation zum Thema „Gott“]
- [http://ekd.de/leben_glauben/14.html Informationen der Evangelischen Kirche in Deutschland zum Thema Leben und Glauben]
- [http://www.wo-bist-du-gott.net/ Wo bist Du Gott?] (Wege zur christlichen Glaubenerfahrung)
- [http://www.theologie-systematisch.de/gotteslehre.html Aktuelle Literatur zur Gotteslehre]
- [http://watchtower.org/languages/deutsch/library/w/2002/5/15/article_02.htm Wer ist Gott eigentlich?] (Sicht der Zeugen Jehovas) Contra Gottesglaube:
- [http://www.forum.jesus.ch/thread.php?threadid=4654&boardid=21 Einsichten und Thesen aufgeklärter Christen]
- [http://www.madeasy.de/1/2nkmgott.htm#n10 An welchen Gott kann man als kritischer und naturwissenschaftlich geprägter Mensch noch glauben ?]
- [http://www.dittmar-online.net/religion/gott/weristgott.html Wer ist eigentlich Gott?] Kategorie:Theologie Kategorie:Metaphysik Kategorie:Religion ja:神 ko:하느님 simple:God

Griechische Mythologie

Die Griechische Mythologie umfasst Geschichten der Götter und Helden (Heroen) des antiken Griechenlands. Die Religion der antiken Griechen entstand aus den Religionen der eingewanderten Griechen und der vorgriechischen Bevölkerung in Kleinasien und Griechenland. Im Vergleich zu den großen monotheistischen Religionen ist das Fehlen klarer Gebote und Verbote auffallend, wenngleich die Göttin Nemesis und die Erinnyen (Eumeniden) Zuwiderhandlungen gegen die Natur und vor allem den Muttermord bestrafen. Es kann, in der Antike seit Xenophanes, von einem Anthropomorphismus - einer Vermenschlichung der Götter - gesprochen werden, sie sind also durch ihren Ursprung als mythologische Gestalten den Menschen vor allem in ihren Schwächen ähnlicher, als der eine Gott der Juden, Christen und Moslems sein kann. Die Religion war in ihrem Kern polytheistisch, mit verschiedenen Göttergeschlechtern (zum Beispiel dem der Titanen), zahlreichen Naturdämonen, Ortsgöttern und Halbgöttern. Einen geschlossenen Priesterstand gab es nicht, sondern bestimmten Heiligtümern zugeordnete Priester, ferner Seher und Wahrsager. Die ältesten Quellen sind unter anderem Homers Ilias und Odyssee sowie Hesiods Theogonie. Homer und Hesiod brachten die Götter in eine bestimmte Ordnung: Aus lokalen Götterkulten mit weit gehenden Zuständigkeiten wird ein funktional differenzierter Götterkosmos. Im hellenistischen Zeitalter vermischte sich die Religion mit orientalischen Elementen. Diese Mythologie wurde von den Römern unter analoger Götter-Zuordnung griechischer zu römischen Gottheiten teilweise übernommen (siehe römische Mythologie, auch: Etrusker). Sie hat trotz Christianisierung und Wegfall der Götterverehrung die Jahrtausende überdauert. Die Gestalten der griechischen Mythologie haben immer wieder die Vorlagen für neuere Werke der Kultur geliefert. Ungezählt sind die Gemälde, Opern oder Theaterstücke, die den antiken Stoff neu aufnehmen und verarbeiten. Mythos (griechisch mýthos) bedeutet ursprünglich "Rede", "Kunde" oder "Überlieferung", später verschiebt sich die Bedeutung mehr auf das Unwahrscheinliche. Bereits antike Autoren verändern den Stoff erheblich, so dass man teilweise unterschiedliche Abstammungen und/oder Nachkommen bei den einzelnen Gestalten finden kann.

Griechischer Götterhimmel

Mythos

Schöpfungsgötter


- Chaos - ungeordneter und ungeformter Weltzustand, aus dem die Götter hervorgingen
- Nyx - die Nacht, entstand aus dem Chaos; nach anderen Quellen auch aus der Paarung des Chaos mit der Dunkelheit
- Gaia - die Erde in Göttergestalt, entstand aus dem Chaos
- Erebos - die Finsternis, entsand aus dem Chaos; nach anderen Quellen auch aus der Paarung des Chaos mit der Dunkelheit
- Aether - Sohn von Erebus und Nyx die reine Luft des oberen Himmels, die die Götter atmen und in der die Gestirne schweben
- Uranos - Himmel in Göttergestalt, durch Gaia ohne Zeugungsakt geboren
- Hemera - der Tag, Tochter des Erebos und der Nyx

Titanen

Die Titanen stammen der Sage nach von Uranos und Gaia ab.
- Okeanos - Herr des Ozean, stärkster der Titanen, zeugte mit seiner Schwester und Gattin Tethys die Flussgötter, Meeres- und Quellnymphen
- Koios - wurde nach der Niederlage gegen die olympischen Götter in den Tartaros gestoßen
- Hyperion - Licht- und Sonnengott, zeugte mit Gattin Theia den Sonnengott Helios, die Mondgöttin Selene und die Göttin der Morgenröte Eos
- Kreios - Gatte der Eurybia
- Iapetos - Gatte der Nymphe Klymene (Tochter des Okeanos), wurde nach der Niederlage gegen die olympischen Götter in den Tartaros verbannt
- Kronos - Vater des Zeus, wurde nach der Entmannung des Vaters Uranos zum Herrscher der Welt; Gatte von Rhea; wurde von seinem Sohn Zeus entmachtet und herrscht nun auf der Insel der Seligen
- Tethys - Meeresgöttin, Gattin des Okeanos, als Amme der Hera verfluchte sie Hera zuliebe die Sternbilder, immer über den Himmel zu wandern
- Rheia - Mutter von Hestia, Demeter, Hera, Hades, Poseidon und Zeus; herrscht mit Gatte Kronos seit dessen Entmachtung auf der Insel der Seligen
- Themis - Göttin der Gerechtigkeit und der Ordnung, zweite Gattin (nach Methis) des Zeus, sie kennt die Zukunft und ermöglicht so Deukalion und Pyrrha, die Sintflut zu überleben und die Erde neu zu bevölkern
- Mnemosyne - Mutter der neun Musen
- Phoibe - Frau des Koios, Mondgöttin
- Theia - Gattin des Koios, fordert für ihre Kinder einen Herrschaftsanspruch neben den Titanen, woraufhin Hyperion und Helios getötet werden und Selene Selbstmord begeht
- Atlas - Sohn von Iapetos und Klymene, musste als Strafe für seine Teilnahme am Titanenkampf das Himmelsgebirge tragen, nachdem er von Perseus versteinert wurde trägt er als Atlasgebirge den Himmel auf seinen Schultern

Olympische Götter

Olympische Götter
- Zeus - Sohn von Kronos und Rhea, Göttervater
- Hera - Tochter von Kronos und Rhea, Gattin des Zeus, Göttin der Ehe und der Niederkunft
- Poseidon - Sohn von Kronos und Rhea, wurde durch Zeus vor Kronos gerettet, Gott des Meeres
- Aphrodite - entstand aus dem Samen des durch Kronos abgeschnittenen Geschlechts des Uranos, Göttin der Liebe und Schönheit
- Hephaistos - Sohn von Zeus und Hera, von Meernymphen aufgezogen, Gott des Feuers und der Schmiede
- Dionysos - Sohn von Zeus und Semele, Gott des Weines, der Masken und somit der Tragödie
- Apollon - Sohn von Zeus und Leto, Gott des Frühlings, des Lichts, der Sittlichkeit und der Künste
- Hermes - Sohn von Zeus und Maia, Götterbote, somit Schutzgott der Wege, Wanderer, Kaufleute und Diebe
- Demeter - Tochter von Kronos und Rhea, Göttin der Fruchtbarkeit der Erde, des Getreides, der Saat und der Jahreszeiten
- Artemis - Tochter von Zeus und Leto, Göttin der Jagd, des Wachstums und der Geburt
- Athene - Tochter von Zeus und Methis, Göttin der Weisheit, der Wissenschaft, der Web- und Zimmererkunst
- Ares - Sohn von Zeus und Hera, Gott des Krieges
- Hestia - Tochter von Kronos und Rhea, Göttin des Feuers, des Herdes und der Familieneintracht
- Eris - Göttin der Zwietracht und des Streites
- Hades - Ort und Gott der Toten, der Unterwelt

Mythologische Gestalten (andere Götter/Halbgötter/Heroen/Menschen)

Hades Hades
- Achilleus, Achilles
- Acheloos
- Agamemnon
- Agenor
- Aias
- Aigisthos
- Aletheia
- Alkmene
- Amazone
- Amphitryon
- Andromeda
- Arachne
- Ariadne
- Asklepios
- Atalanta
- Bellerophon
- Chloris
- Dädalus
- Danaiden
- Deukalion
- Elektra
- Euro