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| Nördliche Kalkalpen |
Nördliche KalkalpenDer Begriff Nördliche Kalkalpen wird verwendet im Rahmen einer Dreiteilung der Ostalpen in der Längsrichtung. Die Definition und Umgrenzung der Nördlichen Kalkalpen orientiert sich sowohl nach geologischen als auch nach geographischen Kriterien. Außer den nördlichen Kalkalpen umfassen die Ostalpen gemäß der Dreiteilung noch die Zentralalpen und die Südlichen Kalkalpen.
Die Einteilung der Ostalpen parallel zum Verlauf des Hauptkamms in der Längsrichtung ist passend und sinnvoll. Im Gegensatz zu vielen anderen Gebirgen der Welt werden die Ostalpen von einer Reihe von Längstälern geprägt. Dazu gehören das Inntal, das Salzachtal, das Ennstal und das Murtal. Die Grenze zwischen den Nördlichen Kalkalpen und den Zentralalpen folgt auf weiten Strecken diesen Längstälern.
Der Begriff der Nördlichen Kalkalpen bezeugt den zweifachen Bezug zur Geologie und zur Geographie. Einerseits umfassen sie die im nördlichen Drittel der Ostalpen gelegenen Untergruppen. Andererseits nimmt der Name Bezug auf die vorherrschende Gesteinsart in diesem Alpengebiet. Jedoch sind weder die geographischen noch die geologischen Verhältnisse im Sinne eines Ausschließlichkeitskriteriums zu sehen.
So gibt es Kalkberge auch in den Zentralalpen. Einige Untergruppen der Stubaier Alpen (zu den Zentralalpen gehörend) zum Beispiel bestehen ebenfalls aus Kalk. Das Rätikon gehört zu den Zentralalpen, obwohl über zwei Drittel der Untergruppe aus Sedimentgesteinen bestehen. Jedoch ist das Rätikon geographisch so eindeutig mit der Silvretta und damit mit den Zentralalpen zusammenhängend, dass das geologische Kriterium bei der Zugehörigkeit nur eine untergeordnete Rolle spielen kann. Andererseits gibt es innerhalb der Untergruppen der Nördlichen Kalkalpen Gebiete, die aus anderen Sedimentgesteinen als Kalk bestehen. Die Untergruppen Karwendel, Wetterstein oder Totes Gebirge bestehen überwiegend aus einer Gesteinsart. Demgegenüber gibt es Untergruppen mit einem häufigen Wechsel der Gesteine, wie z.B. die Allgäuer Alpen, die Lechtaler Alpen, das Lechquellengebirge oder das Bregenzerwaldgebirge. Dort gibt es neben dem Kalk den Dolomit, Mergel, Liasgesteine, Flysch und Molasse.
Um den geologischen Einordnungsproblemen aus dem Weg zu gehen, wird in der Literatur auch die Bezeichnung "Nordalpen" für die Nördlichen Kalkalpen verwendet. Der Begriff der Nördlichen Kalkalpen wie auch die Definition der Ostalpen stellen Bezeichnungen dar, die über viele Jahrzehnte bei deutschsprachigen Bergsteigern und Touristen (ohne die Schweiz) Anwendung gefunden haben. Sie haben auch Niederschlag gefunden in "offiziellen" Einteilungen der Alpen bzw. Ostalpen. Die nach wie vor für den deutschsprachigen Raum (ohne die Schweiz) gültige Einteilung ist die "AVE", die Alpenvereinseinteilung der Ostalpen, die vom Deutschen, Österreichischen und Südtiroler Alpenverein erarbeitet wurde. Diese Einteilung mag ebenfalls teilweise Schwachstellen aufweisen. Mangels anderer und besserer Einteilungen vor allem auf internationaler Ebene müssen die AVE jedoch nach wie vor als gültig angesehen werden.
Verlauf der Nördlichen Kalkalpen
Die Nördlichen Kalkalpen erstrecken sich vom Alpenrheintal in einer Breite von 25 bis 45 km durch Vorarlberg, Tirol, die bayerischen Bezirke Schwaben und Oberbayern, durch Salzburg, die nördliche Steiermark, Ober- und Niederösterreich. Jenseits des Wiener Beckens taucht nochmals Kalk im Leithagebirge des Burgenlandes auf.
Im Süden werden die Nördlichen Kalkalpen von einer markanten Längsfurche begleitet, im Westen zunächst von der Arlberglinie, nach Osten anschließend dann von Landeck über Innsbruck bis Wörgl vom Inntal. Weiter ostwärts verläuft die Furche weniger markant über St. Johann und Dienten nach Bischofshofen, folgt dann wieder sehr markant dem oberen Ennstal bis etwa zur Pyhrn-Autobahn, anschließend über den Schoberpaß an die Mur, und über den Semmering bis gegen Wiener Neustadt. Lediglich das Rätikon ganz im Westen ist ohne eine entsprechende Abgrenzung nach Süden.
Die Gipfelhöhen der Nördlichen Kalkalpen sind zwischen Alpenrhein und Steiermark im wesentlichen bei etwa 2700 - 3000 m konstant und nehmen dann ostwärts gegen das Wiener Becken bis auf rund 2000 m ab. Die hohen Ketten der Nördlichen Kalkalpen werden nördlich von den niedrigeren, bewaldeten, etwa 1700 m hohen Kalkvoralpen begleitet.
Territoriale Gliederung
Anteil an den Nördlichen Kalkalpen haben Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Schweiz hat nur insofern Anteil, als durch die Rheinbegradigung eine Rheinschlinge abgeschnitten worden ist und das Gebiet mit dem Schweizer Ort Diepoldsau jetzt nicht mehr linksrheinisch, sondern rechtsrheinisch, also in den Ostalpen und Nördlichen Kalkalpen liegt.
In Deutschland hat der Freistaat Bayern Anteil an den Nördlichen Kalkalpen. Bayern ist das einzige deutsche Bundesland, das Anteil an den Nördlichen Kalkalpen wie auch den Alpen insgesamt hat. Das Bundesland Baden-Württemberg hat nur dann einen kleinen Anteil an den Nördlichen Kalkalpen, wenn die Nordgrenze der Allgäuer Alpen nicht im engeren Sinne (also zwischen Immenstadt und Oberstaufen), sondern in einem weiteren Sinne gezogen wird und die Erhebung des Adelegg bei Isny mit einschließt.
In Österreich haben die Bundesländer Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Steiermark, Niederösterreich und Wien Anteil an den Nördlichen Kalkalpen.
In Bayern befinden sich die folgenden Untergruppen der Nördlichen Kalkalpen:
Allgäuer Alpen (teilweise), Wettersteingebirge (teilweise), Karwendel (teilweise), Ammergauer Alpen (teilweise), Bayerische Voralpen (teilweise), Berchtesgadener Alpen (teilweise), Chiemgauer Alpen (teilweise)
In Vorarlberg befinden sich die folgenden Untergruppen der Nördlichen Kalkalpen: Bregenzerwaldgebirge (ganz), Allgäuer Alpen (teilweise), Lechquellengebirge (ganz), Lechtaler Alpen (teilweise).
In Tirol befinden sich die folgenden Untergruppen der Nördlichen Kalkalpen:
Allgäuer Alpen (teilweise), Lechtaler Alpen (teilweise), Wettersteingebirge (teilweise), Mieminger Kette (ganz), Karwendel (teilweise), Rofangebirge (ganz), Ammergauer Alpen (teilweise), Bayerische Voralpen (teilweise), Kaisergebirge (ganz), Loferer und Leoganger Steinberge (teilweise), Chiemgauer Alpen (teilweise).
Im Bundesland Salzburg befinden sich die folgenden Untergruppen der Nördlichen Kalkalpen:
Loferer und Leoganger Steinberge (teilweise), Berchtesgadener Alpen (teilweise), Chiemgauer Alpen (teilweise), Salzburger Schieferalpen (teilweise), Tennengebirge (ganz), Dachsteingebirge (teilweise), Salzkammergut-Berge (teilweise).
In Oberösterreich befinden sich die folgenden Untergruppen der Nördlichen Kalkalpen:
Dachsteingebirge (teilweise), Totes Gebirge (teilweise), Ennstaler Alpen (teilweise), Salzkammergut-Berge (teilweise), Oberösterreichische Voralpen (teilweise), Ybbstaler Alpen (teilweise).
In der Steiermark befinden sich die folgenden Untergruppen der Nördlichen Kalkalpen:
Salzburger Schieferalpen (teilweise), Dachsteingebirge (teilweise), Totes Gebirge (teilweise), Ennstaler Alpen (teilweise), Hochschwab-Gruppe (ganz), Mürzsteger Alpen (ganz), Rax-Schneeberg-Gruppe (teilweise), Ybbstaler Alpen (teilweise), Türnitzer Alpen (teilweise).
In Niederösterreich befinden sich die folgenden Untergruppen der Nördlichen Kalkalpen:
Oberösterreichische Voralpen (teilweise), Rax-Schneeberg-Gruppe (teilweise), Ybbstaler Alpen (teilweise), Türnitzer Alpen (teilweise), Gutensteiner Alpen (ganz), Wienerwald (ganz).
Das Bundesland Wien hat nur Anteil am Wienerwald und teilt diese Untergruppe mit Niederösterreich.
Gebirgsgruppen
Für die Definition der Nördlichen Kalkalpen und ihre Unterteilung in einzelne Gebirgsgruppen ist die "AVE" maßgebend, die Alpenvereinseinteilung der Ostalpen. Sie wurde im Jahr 1984 vom Deutschen, Österreichischen und Südtiroler Alpenverein veröffentlicht. Bereits Jahrzehnte vorher wurden wichtige Vorarbeiten für diese Einteilung der Nördlichen Kalkalpen geleistet.
In anderen Ländern des Alpenraums wie auch außerhalb (z.B. Großbritannien) werden die Alpen teilweise anders eingeteilt. Maßgebend für eine deutschsprachige Enzyklopädie muss jedoch die AVE sein. Denn die nördlichen Kalkalpen befinden sich vollumfänglich im deutschen Sprachraum und im Arbeitsgebiet der genannten Alpenvereine.
Eine international anerkannte Einteilung der Alpen ist nach wie vor nicht vorhanden. Sollten die UIAA oder sogar die EU eines Tages eine solche Einteilung vornehmen, wird diese selbstverständlich hier übernommen werden.
Nach der AVE werden die Nördlichen Kalkalpen in die folgenden Untergruppen unterteilt (die Reihenfolge und Nummerierung der Untergruppen verläuft von West nach Ost):
- 1) Bregenzerwaldgebirge, höchster Berg: Glatthorn, 2134 m
- 2) Allgäuer Alpen, höchster Berg: Großer Krottenkopf, 2657 m
- 3a) Lechquellengebirge, höchster Berg: Große Wildgrubenspitze, 2753 m
- 3b) Lechtaler Alpen, höchster Berg: Parseierspitze, 3036 m
- 4) Wettersteingebirge und Mieminger Kette, höchster Berg: Zugspitze, 2964 m
- 5) Karwendel, höchster Berg: Birkkarspitze, 2749 m
- 6) Brandenberger Alpen oder Rofangebirge, höchster Berg: Hochiß, 2299 m
- 7a) Ammergauer Alpen, höchster Berg: Daniel, 2340 m
- 7b) Bayerische Voralpen, höchster Berg: Krottenkopf im Estergebirge, 2086 m
- 8) Kaisergebirge, höchster Berg: Ellmauer Halt, 2344 m
- 9) Loferer und Leoganger Steinberge, höchster Berg: Birnhorn, 2634 m
- 10) Berchtesgadener Alpen, höchster Berg: Hochkönig, 2941 m
- 11) Chiemgauer Alpen, höchster Berg: Sonntagshorn, 1960 m
- 12) Salzburger Schieferalpen, höchster Berg: Hundstein, 2117 m
- 13) Tennengebirge, höchster Berg: Raucheck, 2431 m
- 14) Dachsteingebirge, höchster Berg: Hoher Dachstein, 2995 m
- 15) Totes Gebirge, höchster Berg: Großer Priel, 2513 m
- 16) Ennstaler Alpen, höchster Berg: Hochtor, 2365 m
- 17a) Salzkammergut-Berge, höchster Berg: Gamsfeld, 2028 m
- 17b) Oberösterreichische Voralpen, höchster Berg: Hohe Nock, 1963 m
- 18) Hochschwab-Gruppe, höchster Berg: Hochschwab, 2277 m
- 19) Mürzsteger Alpen, höchster Berg: Hohe Veitsch, 1982 m
- 20) Rax - Schneeberg - Gruppe, höchster Berg: Schneeberg, 2075 m
- 21) Ybbstaler Alpen, höchster Berg: Hochstadl, 1910 m
- 22) Türnitzer Alpen, höchster Berg: Tiroler Kogel, 1377 m
- 23) Gutensteiner Alpen, höchster Berg: Reisalpe, 1399 m
- 24) Wienerwald, höchster Berg: Schöpfl, 893 m
Gipfel
Der höchste Gipfel der Nördlichen Kalkalpen ist die Parseierspitze, 3036 m in den Lechtaler Alpen.
Die international bekanntesten Gipfel sind:
- Pfänder, 1064 m bei Bregenz (Allgäuer Alpen)
- Nebelhorn, 2224 m bei Oberstdorf (Allgäuer Alpen)
- Zugspitze, 2961 m bei Garmisch-Partenkirchen (Wetterstein)
- Wendelstein, 1838 m bei Bayrischzell (Bayerische Voralpen)
- Watzmann, 2713 m bei Berchtesgaden (Berchtesgadener Alpen)
- Dachstein, 2995 m bei Schladming (Dachsteingebirge)
- Schafberg, 1783 m bei Sankt Wolfgang (Salzkammergut-Berge)
- Hochkar, 1808 m bei Göstling an der Ybbs (Ybbstaler Alpen)
- Schneeberg, 2076 m bei Puchberg (Rax-Schneeberg-Gruppe)
- Kahlenberg, 425 m bei Wien (Wienerwald)
Naturausstattung
Gletscher
In den Nördlichen Kalkalpen gibt es einige kleine und kleinste Gletscher.
Der größte Teil der Nördlichen Kalkalpen ist jedoch gletscherfrei. Die noch verbliebenen Gletscher der Nördlichen Kalkalpen sind zudem sehr klein im Vergleich zu den Gletschern der zentralen Ostalpen oder gar der Westalpen. Selbst in den südlichen Kalkalpen der Ostalpen gibt es größere Gletscher.
Die Gletscher der Nördlichen Kalkalpen sind - wie viele andere Gletscher der Alpen und weltweit - in einem Schrumpfungsprozess begriffen. Nur noch wenige Gletscher, die diesen Namen tragen, weisen in den Nördlichen Kalkalpen die für Gletscher typischen Eigenschaften auf, wie Spalten, Randkluft und Fließen des Eises. Bei einem Anhalten der gegenwärtigen Klimatendenz werden die letzten Gletscher der Nördlichen Kalkalpen spätestens in 50 bis 100 Jahren verschwunden sein.
Im bajuwarischen Sprachbereich - in Bayern und in Tirol - werden die Gletscher mit "Ferner" bezeichnet. In den anderen Gebieten der Nördlichen Kalkalpen wird der hochdeutsche Begriff verwendet.
Die mit Abstand größten Gletscher der Nördlichen Kalkalpen befinden sich in der Dachstein-Gruppe. Der Hallstätter Gletscher ist der größte Gletscher des Dachstein. Die Untergruppe beherbergt noch zwei weitere größere Gletscher, den Großen Gosaugletscher und den Schladminger Gletscher. Die anderen Gletscher des Dachsteingebirges sind heute kaum mehr als Schneefelder, wie der Edelgrießgletscher, der Südliche und Nördliche Torsteingletscher, der Gosaugletscher und der Schneelochgletscher.
Der Schneeferner im Wettersteingebirge ist der größte deutsche Gletscher. Vor Jahren noch wurde hier Sommerskilauf betrieben. Jedoch ist auch dieser Gletscher inzwischen so geschrumpft, dass er sich längst in zwei Teile gespalten hat (Nördlicher und Südlicher Schneeferner) und kaum mehr als ein Eisfeld darstellt. Das Schmelzen dieses Gletschers vor allem im Sommer während der aperen Periode kann live unter http://www.zugspitze.de mitverfolgt werden. Das Wetterstein beherbergt mit dem Höllentalferner noch einen weiteren Gletscher, über den der berühmte Höllentalanstieg auf die Zugspitze führt.
In den Berchtesgadener Alpen befindet sich an der Nordabdachung des Hochkönig die Übergossene Alm, ein ehemaliger Plateaugletscher. Er ist dabei, sich in einzelne Schneefelder aufzuteilen. Das Blaueis am Hochkalter gilt (oder galt?) als nördlichster Gletscher der Alpen. Inzwischen dürfte hier die Bezeichnung Gletscher ebenfalls nicht mehr zutreffend sein.
In den Allgäuer Alpen befindet sich am Südhang(!) der Mädelegabel der Schwarzmilzferner, heute ebenfalls nur noch ein großes Schneefeld. Der berühmte Heilbronner Weg führt am Rande vorbei.
Auch die Gletscher der Lechtaler Alpen sind heute kaum mehr als größere Schnee- bzw. Eisfelder. Dies gilt für den Fallenbacher Ferner, den Vorderseeferner, den Parseierferner und den Grinner Ferner.
Im Lechquellengebirge befindet sich am Nordhang der Roten Wand ein ewiges Schneefeld, das diesen Berg von Norden her gesehen unverwechselbar macht. Auch hier ist die Bezeichnung Gletscher nicht mehr passend.
Die ewigen Schneefelder sind also im steten Schwinden begriffen. Für die jährliche Schneebedeckung der Berge scheint dies jedoch nur eingeschränkt zu gelten. Es ist kaum festzustellen, dass die Hochregionen der Berge früher im Jahr schneefrei werden.
Geologie
Die Nördlichen Kalkalpen sind zum größeren Teil aus Kalkstein aufgebaut. Daneben gibt es aber auch andere Gesteine wie Tonschiefer, Dolomit, Mergel und Sandstein. An Mineralen kommen vor Calcit, Quarz und Fluorit.
Die Nördlichen Kalkalpen sind im Gegensatz zu den Kalkalpen der Schweiz (Helvetikum) nicht, auch nicht annähernd, autochton, sondern von Süden her überschoben.
Im Süden grenzen die sie an ihre ursprüngliche geologische Unterlage, eine Grauwackenzone. Sie sind ein typisches Deckengebirge, das durch Aufschiebung über die Zentralalpen auf die nördlich gelegene Flyschzone und die Molasse entstand.
Wesentliche Bestandteile sind Gesteine des Mesozoikums, zu denen die alpine Trias die größten Kalkmassen beisteuert. Bekannte Formationen und stratigrafisch markante Ausbildungen sind der Wettersteinkalk, die Werfener Schichten und Lunzer Schichten, sowie Dachsteinkalk und Hauptdolomit).
Es handelt sich um das Ostalpin.
Im Gegensatz dazu bestehen die schweizerischen Kalkalpen (Helvetikum) fast ausschließlich aus Kalken der Jura- und Kreidezeit.
Schutzgebiete
Nationalparks
Kreide in den Ammergauer Alpen]]
In den Nördlichen Kalkalpen befinden sich drei Nationalparks.
Der Nationalpark Berchtesgaden liegt südlich des gleichnamigen Orts in Deutschland im Freistaat Bayern in den Berchtesgadener Alpen. Er wurde im Jahr 1978 gegründet und hat eine Fläche von 20.808 ha.
Der Nationalpark Kalkalpen liegt südlich von Steyr in Österreich im Bundesland Oberösterreich in den Oberösterreichischen Voralpen. Er wurde im Jahr 1997 gegründet und hat eine Fläche von 23.221 ha.
Der Nationalpark Gesäuse liegt bei Admont in Österreich im Bundesland Steiermark in den Ennstaler Alpen. Er wurde im Jahr 2002 gegründet und hat eine Fläche von 11.052 ha.
Biosphärenreservate
In den Nördlichen Kalkalpen befinden sich zur Zeit zwei Biosphärenreservate, ein weiteres ist geplant.
Das Biosphärenreservat Großes Walsertal umfasst das gleichnamige Tal mit der umgebenden Bergwelt in Österreich im Bundesland Vorarlberg in Teilen des Bregenzerwaldgebirges und des Lechquellengebirges. Die Gesamtfläche beträgt 19.200 ha. Davon befinden sich 4.010 ha in den Kernzonen, 12.366 ha in den Pufferzonen und 2.824 ha in der Entwicklungszone.
Das Biosphärenreservat Berchtesgadener Alpen umfasst größere Teil der Berchtesgadener Alpen in Deutschland im Freistaat Bayern. Die Gesamtfläche beträgt 46.742 ha. Davon befinden sich 16.982 ha in der Kernzone (Nationalpark Berchtesgaden), 3.835 ha in der Pufferzone und 25.925 ha in der Entwicklungszone.
Das Biosphärenreservat Wienerwald ist geplant.
Tourismus
Fern-/ Weitwanderwege
Die Via Alpina, ein grenzüberschreitender Weitwanderweg mit fünf Teilwegen durch die ganzen Alpen, verläuft auch durch die Nördlichen Kalkalpen
Der Rote Weg der Via Alpina erreicht die Nördlichen Kalkalpen bei Schwaz im Inntal. Er verläuft durch das Karwendel, das Wetterstein, die Mieminger Kette, die Lechtaler Alpen, die Allgäuer Alpen, das Lechquellengebirge und das Bregenzerwaldgebirge bis Feldkirch, wo er die Nördlichen Kalkalpen verlässt.
Der Gelbe Weg der Via Alpina erreicht die Nördlichen Kalkalpen bei Zams am Inn. Er verläuft durch die Lechtaler Alpen und die Allgäuer Alpen, wo er in Oberstdorf endet.
Der Violette Weg der Via Alpina erreicht die Nördlichen Kalkalpen bei Trieben. Er verläuft durch die Ennstaler Alpen, das Tote Gebirge, die Salzkammergut-Berge, das Dachsteingebirge, das Tennengebirge, die Berchtesgadener Alpen, die Chiemgauer Alpen, die Bayerischen Voralpen, die Ammergauer Alpen und die Allgäuer Alpen, wo er in Oberstdorf endet.
Der europäische Fernwanderweg E5 (Atlantik - Bodensee - Alpen - Adria) erreicht die Nördlichen Kalkalpen bei Bregenz. Er führt durch die Allgäuer Alpen und die Lechtaler Alpen bis Zams im Inntal, wo er in die Zentralalpen übertritt.
Bergbahnen
Zahnradbahnen
In den Nördlichen Kalkalpen gibt es fünf Zahnradbahnen.
- Die bayerische Zugspitzbahn befindet sich in Bayern im Wettersteingebirge.
- Die Wendelsteinbahn befindet sich in Bayern in den Bayerischen Voralpen.
- Die Achenseebahn befindet sich in Tirol am Rand des Rofangebirges.
- Die Schafbergbahn befindet sich im Bundesland Salzburg in den Salzkammergut-Bergen.
- Die Schneebergbahn führt auf den höchsten niederösterreichischen Berg, dem Schneeberg.
Hinweis:
Die Berchtesgadener-, Chiemgauer-, Ammergauer- sowie Teile der Allgäuer Alpen und anderer Gebirgseinheiten werden oft auch als Bayerische Alpen bezeichnet. Für die Berchtesgadener Alpen, die Loferer und Leoganger Steinberge, Tennengebirge und die Berge des Salzkammerguts wird oft der Begriff Salzburger Kalkalpen verwendet.
Kategorie:Region in Österreich
Kategorie:Gebirgsgruppe in Österreich
Kategorie:Gebirgsgruppe (Alpen)
Ostalpen
Die Alpen sind das größte und höchste Gebirge Europas, an dem Frankreich, Italien, die Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Österreich und Slowenien Anteil haben. Sie entstanden vor etwa 30 Millionen Jahren, als die Adriatische Platte mit der europäischen Platte kollidierte. Im Maximum der Faltung wuchs das Gebirge um etwa 5 mm/Jahr in die Höhe. Dieser Druck dauert bis heute an, der Wuchs beträgt jedoch weniger als 0,5 mm/Jahr.
Die Alpen sind Klima- und Wasserscheide zwischen Mitteleuropa und dem zentralen Mittelmeerraum. Sie schließen nördlich des Golfs von Genua an den Apennin an, umfassen in weitem Bogen nach Westen die Poebene, verzweigen sich beim Lac du Bourget in den Französischen und Schweizer Jura und enden nach 750 km westöstlicher Erstreckung fächerförmig im Osten vor dem westpannonischen Berg- und Hügelland an der Donau bei Wien. Im Nordosten sind die Alpen durch das Wiener Becken von den geologisch verwandten Karpaten getrennt, im Südosten gehen sie in das Dinarisches Gebirge aus Karst über. Im Norden fallen die Alpen allmählich zum österreichischen und deutschen Alpenvorland ab. Im Süden ist der Abfall zur Poebene steiler. Die Gesamtlänge der Alpen von Genua bis Wien beträgt etwa 1.200 km, die Breite 150 bis 200 km, im Osten bis 300 km. Die Gipfelhöhen in den westlichen Gebirgsstöcken liegen meist zwischen 3.000 und 4.300 m, in den Ostalpen sind die Berge etwas niedriger. Der höchste Gipfel der Alpen ist der Mont Blanc mit 4.808 m. Die höchsten Berge der Alpen findet man in der Liste der Viertausender in den Alpen.
Liste der Viertausender in den Alpen
Liste der Viertausender in den Alpen
Gliederung
Vertikal gliedert man die Alpen in die Region des Alpenvorlandes bis zur oberen Waldgrenze (1.500 bis 2.000 m), in die Mittelalpen bis zur Schneegrenze (2.400 bis 3.100 m), darüber in die Hochalpen. Horizontal gesehen gilt die Linie Rheintal-Splügen-Comer See als Grenze zwischen den Ost- und Westalpen.
Ostalpen
Als Ostalpen bezeichnet man den Teil der Alpen östlich einer gedachten Linie vom Bodensee entlang des Rheins über den Splügenpass zum Comersee (Comosee) und Lago Maggiore. Sie sind im Vergleich zu den Westalpen niedriger und "sanfter", mit niedrigeren Übergängen (Pässen). Die Ostalpen durchziehen ganz Österreich - von Vorarlberg bis hin zum Burgenland.
Im Gegensatz zu den Westalpen schließen die Ostalpen keine autochthonen Massen ein; sie sind ein Decken- und Faltgebirge, in dem westalpine Decken nur randlich und in geologischen Fenstern hervortreten.
Drei Deckensysteme werden über den breiten Rand der Böhmischen Masse nach Norden geschoben:
- Helvetisches System: Die helvetische Decke tritt am Nordrand der Alpen zu Tage.
- Penninisches System: Die penninische Decke baut die Sandsteinzone (Flyschzone) auf und erscheint mit kristallinen Gesteinen in geologischen Fenstern, z.B. Unterengadiner Fenster, bis Prutz in Tirol hereinreichend; Tauernfenster zwischen Brennerfurche und Liesertal; Fenster von Rechnitz (Günser Berge).
- Ostalpines System: Sie bauen die Nördliche Kalkzone, Schieferzone (Grauwackenzone), kristalline Zone (Zentralzone) auf - mit Ausnahme der geologischen Fenster, Gailtaler Alpen und dem nördlichen Zug der Karawanken. Südlich der Störungslinie Gailtal-Eiskappl ("alpin-dinarische Narbe") folgen südbewegte dinarische Decken (sie zeigen nur kleine Überschiebungen).
Geografische Gliederung der Ostalpen
Nordalpen
Die Nordalpen umfassen Sandsteinzone, die nördliche Kalkzone und den Hauptteil der nördlichen Schieferzone.
Die Sandsteinzone, auch Flyschzone genannt, besteht aus Gesteinen der Kreidezeit und des Alttertiärs. Sie erhebt sich deutlich über das Alpenvorland. Die Sandsteinzone ist schmal, verbreitert sich nur im Wiener- und Bregenzerwald und ist ungefähr 1000 m hoch. Es gibt zwar weit höherere Berge im Bregenzerwald - doch diese bestehen aus Kalkstein. Die Zone besteht aus wenig widerstandsfähigen Gesteinen wie Sandstein, Mergel und Tonschiefer. Sie bilden die Rücken und Kuppen; und im Westen auch Schneiden. Diese Rücken, Kuppen, etc. tragen vorwiegend Laubmischwälder und Wiesen. Die dicke, lehmige Verwitterungsdecke neigt zu Rutschungen und begünstigt durch den raschen Abfluss die Entstehung von Hochwässern.
Nördliche Kalkalpen
Die nördlichen Kalkalpen bestehen aus mesozoischen Gesteinen (besonders Trias). Die Kalkalpen kann man in die Kalkvoralpen und die Kalkhochalpen unterteilen.
Die Kalkvoralpen bestehen aus Dolomiten und Kalken und sind ein Mittelgebirge mit Schneiden, Kegeln und Stöcken, welche bis zu 1600 m hoch werden können. Die nördlichen Kalkalpen sind vorwiegend von Fichtenmischwäldern bedeckt. Im Kalk entstehen Karsterscheinungen. Der wasserundurchlässige Dolomit hingegen ist stark zertalt, mit brüchigen Felsbildungen und Schutthalden aus feinem Grus versehen. In den Kalkvoralpen gibt es einzelne höhere Erhebungen wie den Ötscher oder das Sengsengebirge. Ihre Zuordnung zu den Voralpen oder den Kalkhochalpen ist jedoch strittig.
Etwas südlich der Kalkvoralpen erstrecken sich die felsigen Kalkhochalpen, die vorwiegend aus Kalken (im Westen Wettersteinkalk, im Osten Dachsteinkalk) sowie Dolomiten bestehen.
Vom Wilden Kaiser gegen Westen bestehen sie vorwiegend aus wasserarmen Ketten, die steil geschichtet und mit Waldfluchten versehen sind. Außerdem sind die Kalkhochalpen mit Graten, Spitzen, Türmen, tief eingefressenen Karen und mächtigen Schutthalden versehen. Der Kettencharakter, der in den westlicheren Kalkhochalpen überwiegt, ist in den Lechtaler Alpen (mit dem höchsten Berg der Nordalpen), dem Wettersteingebirge und dem Karwendelgebirge besonders ausgeprägt.
Vom Zahmen Kaiser gegen Osten finden sich Kalkstöcke mit verkarsteten, wasserlosen, öden Hochflächen mit Karrenfeldern und Dolinen. Darauf wachsen weite Bestände von Legföhren (Latschen). Zwischen den Kalkplateaus liegt ein weitmaschiges Flussnetz in tiefen Tälern und Schluchten. Die Hochflächen zeigen eine buckelige, kuppige Altlandschaft (im Osten auch "Raxlandschaft" genannt) und konservieren des flachere Relief der tertiären Alpen, das infolge der Verkarstung bei und nach Hebung des Gebirges nicht zerschnitten, jedoch eiszeitlich überformt wurde. Die östlichen Kalkhochalpen weisen Plateaucharakter auf. Viele Höhlen sind als Reste ehemaliger unterirdischer Entwässerung übrig geblieben. An der Basis der Kalkberge befinden sich Salz- und Gipslager, sowie Quellhorizonte (Karstquellen) über Schiefern.
Schiefer-Grauwacken-Zone
Die Schiefer-Grauwackenzone ist ein schmaler Streifen paläozoischer Schiefer, Sandsteine und Kalke. Im Westen zeigen die Schieferalpen almen- und quellenreiche Rücken und Schneiden, darüber stellenweise Grate und Spitzen in härteren Schiefern und Kalken: Kitzbühler Alpen (von Bevölkerung als "Grasberge" bezeichnet). In den Eisenerzer Alpen dominieren dagegen Kalkklötze. Die Schieferzone enthält Lager von Eisen- und Kupfererz, Magnesit, Graphit und Talk. Die Schieferalpen liegen großteils südlich der Längstalflucht und werden daher meist zu den Zentralalpen gerechnet.
Nördlicher Längstalzug
Der nördliche Längstalzug bildet die ungefähre Grenze zwischen Nord- und Zentralalpen. Sie verläuft weithin innerhalb der Schieferzone oder an ihrem Rande: Walgau (untere Ill) - Klostertal - Arlberg - Stanzertal - Inntal - Zillertal - Gerlospass (oder Inntal - Talfurche von Ellmau - Pass von Grießen - Saalachtal - Talwasserscheide von Zell - Salzachtal) - Wagrainer Höhe - (oder Fritzbachtal) - Ennstal - Paltental - Schoberpass - Liesingtal - Murtal - Mürztal - Semmering - Schwarzatal. Der Talzug ist von Westen bis zum Schobersattel meist breit, eiszeitlich ausgestaltet und zeigt Schwemmkegel der Seitenbäche und Terrassen.
Zentralalpen
Die Zentralalpen sind weitgehend identisch mit der kristallinen Zone bestehend aus präkambrischen und paläozoischen Resten eines variszischen Gebirges ("Altkristallin") und dem Tauernfenster. Sie bestehen hauptsächlich aus harten, wasserundurchlässigen Gneisen und Granitgneisen (grobes Blockwerk) sowie Glimmerschiefern; stellenweise Kalkschollen (zum Beispiel südlich von Innsbruck) und Kalkbändern.
Die Zentralalpen sind reich an Quellen, Bächen und Karseen; im Westen auch an Gletschern. Bedeutende Unterschiede in Höhe und Formbild zwischen Westen und Osten.
Im Westen befindet sich die stark zerschnitte Silvrettagruppe mit schroffen "Hörnern"; die massigen, asymmetrischen Ötztaler und die Stubaier Alpen mit langen Seitenkämmen nach Norden sind stark vergletschert; Wildspitze (zweithöchster Berg Österreichs); Weißkugel und Zuckerhütl (nach Firnbedeckung benannt). Östlich der Brennerfurche befinden sich fiederförmig angeordnete, langgestreckte Ketten und werden wegen der Vergletscherungen auch "Keesberge" als bezeichnet: Zillertaler Alpen, Hohe Tauern. Ebenso sind den westlichen Zentralalpen (bis zum Katschberg) Pyramidengipfel, weite Firnfelder, die von Felsgraten getrennt werden; tiefer unten Kare mit Seen, z.T. weite Karplatten; in Talanfänge reichende Gletscherzungen; tiefe, stufen- und wasserreiche Trogtäler; ausgedehnte Almmatten, Lärchen- und Fichtenwälder gemeinsam.
Die östlichen Zentralalpen sind niedgriger und in mehrere Kämme aufgeteilt. Dazwischen befinden sich auch Senkungsfelder. Die Niederen Tauern sind heute unvergletschert, doch mit Karen und Karseen, Graten und Pyramidengipfeln (besonders im widerstandsfähigen Granitgneis) versehen. Südlich der Mur-Mürz-Furche überwiegen trotz Höhen über 2000 m die Mittelgebirgsformen: breite Rücken sind vermutliche Reste eines tertiären Flachreliefs und zeigen nur stellenweise Karbildungen. Ebenso sind mehr Matten- als Felsregionen und weite Fichtenwälder zu finden. Die Gurktaler Alpen werden im Südwestteil ihrer Formen wegen "Nockberge" genannt. Die Steirischen Randgebirge umfassen im Halbkreis die Grazer Bucht und endet an der ungarischen Grenze in waldbedeckten Mittelgebirgsspornen. Inselgebirge (Leithagebirge und Hainburger Berge) bilden eine Brücke zu den Karpaten.
Südliche Kalkalpen
Die Grenze zwischen Zentralalpen und südlichen Kalkalpen wird durch die Störungslinie der periadriatischen Naht gebildet. Die Abgrenzung zu den nördlichen Kalkalpen ist durch die Grauwackenzone gegeben.
Südlicher Längstalzug
Der südliche Längstalzug bildet die Grenze zwischen Zentral- und Südalpen. Er verläuft vom Pustertal (Rienztal - Toblacher Feld - oberes Drautal) durch das Drautal weiter in das Klagenfurter Becken bis ins Tal der Mieß/Meza. Der Längstalzug ist glazial verbreitert und mit großen Schwemmkegeln und nassen Talböden durchzogen.
Südliche Ostalpen
Die südlichen Ostalpen sind nicht so deutlich zonal gegliedert wie die Nordalpen. Infolge der S-förmigen Krümmung streichen Gesteinszüge in Südtirol von Süden heran. Das tief zerschnittene Bozener Porphyrplateau geht im Norden in die kristallinen Sarntaler Alpen über. Östlich schließen die südlichen Kalkalpen aus mesozoischen Gesteinen an. Formenreiche Dolomiten aus Riffkalken und Dolomiten bilden Zinnen, Türme, Stöcke (Marmolata). Davor befinden sich almenreiche Vorberge aus Schiefer. Die Gailtaler Alpen aus Kalk und Dolomit gipfeln in den wildzerissenen Lienzer Dolomiten und enden im Osten in einem Plateauberg (Dobratsch). Im Süden wird es von geradlinigem Tal der Gail begrenzt; die alpin-dinarische Narbe (periadriatische Naht) folgt.
Südliche Schieferzone
Die südliche Schieferzone besteht aus den Karnischen Alpen mit gerundeten Schieferbergen und -sätteln, die von schroffen Klötzen und Zähnen aus paläozoischen Kalken überragt werden (Hohe Warte). Östlich der Gailitzfurche befinden sich die Kalkketten der Karawanken (Hochstuhl). Unter Felsmauern befindet sich meist dichter Fichtenwald mit relativ wenig Almen. Der Südzipfel Österreichs erreicht noch die Steiner Alpen.
Die Zuordnung in Nord-, Zentral- und Südalpen sützt sich auf die bereits genannten großen Längstalzuge. Diese folgen zwar oft den Gesteinsgrenzen, durchschneiden aber stellenweise die Zonen. Daher ist die Zuordnung bei manchen Gruppen ist umstritten.
Die wichtigste Verbindung durch die Alpen ist der Schräge Durchgang (Wiener Becken - Semmering - Mürztal - Murtal - Neumarkter Sattel - Klagenfurter Becken - Gailtal - Kanaltal (Gailitztal - Talwasserscheide von Tarvis - Fellatal).
Das größte inneralpine Senkungsfeld ist das Klagenfurter Becken, welches von stehengebliebnen Pfeilern des Grundgebirges, tertiären Konglomeratrücken, Moränen und Schotterfeldern des eiszeitlichen Draugletschers erfüllt ist. Es ist ebenso reich an Seen (Kärntner Seen) und Mooren.
Geologische Gliederung der Ostalpen
- Sandstein-Flyschzone - etwa zur Hälfte in Bayern
- Nördliche Kalkzone - zum kleinen Teil in Bayern
- Nördliche Schiefer-Grauwackenzone - Zentralalpen
- Kristalline Zone - Zentralalpen
- Südliche Schiefer-Grauwackenzone - an der Südgrenze Österreichs in den Zentralalpen
- Südliche Kalkzone - großteils in Jugoslawien und Italien
- Südliche Sandsteinzone - kaum ausgebildet; in Italien
In Osttirol und Kärnten stimmen Deckengliederung und diese Gesteinszonen nicht überein. Die Gailtaler Alpen liegen nördlich der "alpin-dinarischen Narbe", bestehen aber aus Kalkgestein, werden daher meist zur südlichen Kalkzone (und damit zu Südalpen) gerechnet. Die Südliche Schieferzone wird in Karnische Alpen im Norden und Süden von Zügen der südlichen Kalkzone eingefasst.
Im Westen Österreichs befindet sich eine auffällige S-förmige Krümmung der Gesteinszonen. Die kristalline Zone streicht Silvretta von Süden heran, biegt dann gegen Osten. Das Kalkgebirge des Rätikons liegt südlich der großen Längstalflucht. Das Etschtal südlich von Bozen ist dem Gesteinsstreichen nach ein Längstal.
Der höchste Berg der Ostalpen ist der Piz Bernina, mit 4.052 m der einzige 4000er der Ostalpen.
4000er
Teile der Ostalpen liegen in
- Deutschland; höchster Berg: Zugspitze - (Wetterstein-Gebirge),
- Italien; höchster Berg: Piz Bernina (La Spalla oder Spedla - Bernina),
- Liechtenstein; höchster Berg: Grauspitz (Rätikon),
- Österreich; höchster Berg: Großglockner (Glocknergruppe),
- Slowenien; höchster Berg: Triglav (Julische Alpen),
- Schweiz; höchster Berg der Ostalpen: Piz Bernina (Hauptgipfel) - (Bernina).
In den Ostalpen werden die vorwiegend kristallinen Zentralalpen (Rätische Alpen, Bernina, Ortlergruppe, Ötztaler Alpen, Zillertaler Alpen, Hohe und Niedere Tauern und Lavanttaler oder Norische Alpen) durch große Tälerlinien von den Nördlichen Kalkalpen und den Südlichen Kalkalpen getrennt.
Die Nördlichen Kalkalpen umfassen (von West nach Ost) den Bregenzerwald, das Rätikon, das Lechquellengebirge, die Allgäuer, Lechtaler und Ammergauer Alpen, das Wetterstein-, Karwendel- und Rofangebirge, die Bayerischen Voralpen, das Kaisergebirge, die Berchtesgadener Alpen, das Salzkammergut sowie die Niederösterreichischen Kalkalpen.
Die Südlichen Kalkalpen bestehen aus (von West nach Ost) den Bergamasker Alpen, Trienter Alpen, Dolomiten, Karnischen und Julischen Alpen sowie den Karawanken.
Westalpen
Die Westalpen sind der Teil der Alpen, der westlich der Linie Bodensee - Rhein - Splügenpass - Comersee liegt.
In den Westalpen wird eine Reihe kristalliner Zentralmassive (Mercantour, Pelvoux, Belledonne, Grandes Rousses, Mont Blanc, Aare- und Gotthardmassiv) durch Täler mehr oder weniger scharf von einer Gneiszone im Süden (Meer-, Cottische, Grajische, Walliser und Tessiner Alpen) sowie einer Kalkzone im Westen und Norden (Provençalische Voralpen, Dauphinéer, Savoyer, Berner, Glarner Alpen) abgetrennt.
Teile der Westalpen liegen in:
- Frankreich, höchster Berg ist der Mont Blanc
- Italien, höchster Berg ist ebenfalls der Mont Blanc, allerdings nicht die eigentliche Gipfelregion, die zu Frankreich gehört
- Schweiz, höchster Berg ist die Dufourspitze im Monte Rosa-Stock der Walliser Alpen
Flora und Fauna
Die Alpen gestatten durch ihre vielfältigen Lebensräume einer reichhaltigen und speziell angepassten Tier- und Pflanzenwelt Heimat. Typische Alpenpflanzen sind Enziane, Edelweiß, Almenrausch, Primeln, Steinbreche, Hauswurze, Grünerlen und Latschen-Kiefern (siehe auch :Kategorie:Alpenflora). Typische Alpentiere sind Steinbock, Steinadler, Gämse, Murmeltier und Alpensalamander (siehe auch :Kategorie:Alpenfauna).
Wie die Alpengletscher sind besonders die in den höheren Regionen wachsenden Alpenpflanzen und die daran angepassten Tiere durch die globale Erwärmung bedroht.
Tourismus
globale Erwärmung
globale Erwärmung
Die Alpen sind sehr intensiv touristisch erschlossen. Bereits im 19. Jahrhundert prägten die Engländer den Begriff von den Alpen als playground of Europe (siehe Alpinismus). Besondere Bedeutung für die Alpen hat der Wintersporttourismus, beispielsweise in den Kitzbüheler Alpen, Davos, Arosa, Zermatt, Saas-Fee, St. Moritz, Dolomiten, Savoyen, aber auch Bergsteigertourismus, Erholung an Alpenseen, Städtetouren (Innsbruck, Zürich, Luzern, Interlaken, Ljubljana, Meran, Aosta) oder Tourismus für Extremsportarten (Chamonix). Für viele Alpengemeinden ist der Tourismus die einzige Einnahmequelle geworden. Umweltschützer und auch viele Einheimische bemängeln jedoch inzwischen immer öfter die Schäden, die der Massentourismus in den Alpen hervorruft und weisen immer häufiger auf die Grenzen der touristischen Nutzung der Alpen hin. So werden immer mehr Verkehrswege durch die Alpen gebaut und Dorfstrukturen zerstört. Hinzu kommt das immer stärker in Erscheinung tretende Müllproblem. Der weitere Ausbau der touristischen Infrastrukturen stößt bereits in vielen Alpentälern an seine Grenzen, vor allem, da durch Naturgefahren (z.B. Lawinen, Muren) das Flächenangebot begrenzt ist. Einige tragische Unglücke in den letzten Jahren (z.B. in Galtür (Tirol)) im Februar 1999 haben diese Problematik aufgezeigt.
Wanderurlaub gilt hingegen als Musterbeispiel für ökologisch verträglichen Tourismus ("sanfter Tourismus"); insbesondere, wenn er in abgelegene, von Abwanderung bedrohte Talregionen führt und dazu beiträgt, der einheimischen Bevölkerung eine Einkommensquelle zu sichern. Solcher Tourismus wird exemplarisch mit dem Weitwanderweg Grande Traversata delle Alpi im Piemont propagiert.
Voraussetzungen
Die landschaftliche Vielfalt, kulturelle Sehenswürdigkeiten sowie die besonderen klimatischen Verhältnisse bieten beinahe optimale Voraussetzungen für die touristische Nutzung der Alpen, da eine denkbar große Anzahl an touristischen Zielgruppen (z.B. Erholungssuchende, Aktivurlauber, Kurtouristen, Kulturbegeisterte etc.) mit entsprechenden Angeboten bedient werden kann. Im Sommer finden sich die diversen Spielarten des aktiven und passiven Erholungstourismus (Wandern, Badeurlaub an den randalpinen Seen) und vor allem der sportliche Urlaub in Form des Alpinismus. Letzterer war es auch, der die touristische Entwicklung des Alpenraums initiiert hat. Insbesondere englische Touristen haben im und vor allem gegen Ende des 19. Jahrhunderts den Alpentourismus entscheidend geprägt. Bereits im 19. Jahrhundert wurden vom Engländer Thomas Cook organisierte Massenreisen von England in die Alpen durchgeführt. Im Winter sind die Alpen ein weltweit attraktives Ziel für den Wintersport, wobei diesbezüglich der Skisport und seine diversen Ausformungen dominieren. In den letzten Jahrzehnten hat in vielen Teilen der Alpen der Tourismus im Winter dem klassischen Sommertourismus den Rang abgelaufen.
Nutzen und Gefahren
Durch den Massentourismus werden Arbeitsplätze geschaffen und regionale Einkommen generiert, wodurch die Gefahr einer Abwanderung verringert werden kann. Allerdings ist der Tourismus in den Alpen oft nur punktuell (auf bestimmte Dörfer, Städte und Skiressorts konzentriert) ausgeprägt. In den (flächig größeren) Gebieten ohne Massentourismus kommt es erst recht zu Abwanderung. Tatsächlich findet sich oft ein Nebeneinander von touristisch intensiv erschlossenen Gebieten und touristischem Niemandsland. Dies trifft vor allem auf das italienische Alpengebiet zu.
Die Menschen in den Alpen sind vom Massentourismus sehr abhängig, es entstehen touristische Monostrukturen. Dem Massentourismus werden sämtliche Lebensbereiche unterworfen. Regionale Eigenheiten bzw. Besonderheiten verkommen unter Umständen zu einem bloßen Klischee. Zudem sind die Arbeitsbedingungen im Tourismus oft wenig attraktiv (ungeregelte Arbeitszeiten, geringe Löhne, viele Saisonarbeitsplätze). Menschen, die sich diesen Arbeitsbedingungen nicht unterwerfen wollen, sind mangels alternativer Beschäftigungsmöglichkeiten erst recht zum Abwandern (oder zum Auspendeln) gezwungen.
Der intensive Massentourismus führt auch zu ökologischen Problemen wie Müll- und Abwasserbelastung, Verkehrsproblematik und zu "optischer Umweltverschmutzung" durch technische Infrastrukturen wie beispielsweise Seilbahnen.
Verkehrswege
Die Alpen stellen für den transeuropäischen Verkehr ein natürliches Hindernis dar. Sie können nur auf bestimmten Routen über Gebirgspässe oder Tunnel überquert werden. Einige wichtige Verbindungen von Süddeutschland nach Oberitalien sind:
- Karlsruhe - Freiburg im Breisgau - Basel - Zürich - Sankt Gotthard - Bellinzona - Mailand
- Stuttgart - Singen - Konstanz - Zürich - Sankt Gotthard - Bellinzona - Mailand
- Ulm - Memmingen - Lindau - Bregenz - Chur - San Bernardino - Bellinzona - Mailand
- München - Garmisch-Partenkirchen - Innsbruck - Brenner - Bozen - Verona
- München - Rosenheim - Kufstein - Innsbruck - Brenner - Bozen - Verona
- München - Rosenheim - Bad Reichenhall - Salzburg - Villach - Udine - Portogruaro - Mestre
Siehe auch
- Planet Alpen
- Alpenkonvention
- Alpenglühen
- Alpenpässe zu römischer Zeit
- Schweizerisches Alpines Museum
- Liste von Alpenvereinen
- Liste der Alpentunnel
- Liste der Alpenpässe
- Liste der Viertausender in den Alpen
Literatur
- Gerhard Leeb, Planet Alpen-Magazin - Das neue Bild vom Lebensraum, vierteljährliche Zeitschrift [http://www.leebenszeichen.org Planet Alpen-Magazin]
- Werner Bätzing, Die Alpen - Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft, C.H.Beck, 2003, ISBN 3-406-50185-0
Weblinks
- [http://www.leebenszeichen.org Planet Alpen-Magazin]
- [http://www.diealpen.at/ Bilder der Alpen - auf dieAlpen.at] DE EN FR IT
- [http://www.geolba.ac.at/RockyAustria/entstehung_der_alpen.htm Entstehung der Alpen]
- [http://www.cipra.org/cipra_international.htm Internationale Alpenschutzkommission]
- [http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0011/gm04x.htm Entstehung der Alpen - Animationen]
- [http://www.kfunigraz.ac.at/geowww/exkursion/alpenex/geologie.htm Geologie der Ostalpen]
- [http://home.datacomm.ch/marsteam/gg/geologie.htm Geologie der Schweiz]
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D8569.html Kulturgeschichte der Schweizer Alpen]
- [http://www.bergalbum.de/alpeneinteilung.htm Einteilung der Alpen in Gebirgsgruppen]
- [http://www.monarpop.at/ Schadstoffmonitoring im Alpenraum (englischsprachig)]
- - [http://www.geol-alp.com/h_vercors/general_vercors/0_vercors.html Ausführliche Geologie der französischen Alpen]
Kategorie:Gebirge in Europa
Kategorie:Ökosystem
Kategorie:Geographie (Deutschland)
Kategorie:Geographie (Frankreich)
Kategorie:Geographie (Schweiz)
Kategorie:Geographie (Italien)
Kategorie:Geographie (Slowenien)
Kategorie:Geographie (Österreich)
als:Alpen
ja:アルプス山脈
ko:알프스 산맥
ZentralalpenDie Zentralalpen ziehen sich mittig durch den östlichen Teil des Alpenbogens. Sie bergen die höchsten Gipfel und sind am stärksten vergletschert. Am Rande gehören jedoch auch weniger hohe, oft sanfte Gebirgszüge dazu wie etwa die Gurktaler Alpen.
Den Zentralalpen ordnet man den Alpenhauptkamm zu.
Geologie
Die Zentralalpen bestehen hauptsächlich aus Gneis und Schiefer der verschiedenen Ostalpinen Decken, im Tauernfenster und im Engadiner Fenster großenteils aus Jura-Kalken, örtlich (Bergell und Rieserferner) auch aus Granit. Die Ostalpinen Decken sind im Grenzbereich zu den Westalpen auf das Penninikum aufgeschoben, weshalb sie die Umgebung nach Westen deutlich überragen (Piz d'Err, Piz Roseg). Massive von ortsansässigem, während der Alpenfaltung kaum verschobenem Kristallin gibt es in den Zentralalpen - anders als in den Westalpen - nicht. Die genannten Granite drangen nahe der Bruchzone der Periadriatischen Naht ein.
Gliederung
Zu den Zentralalpen zählt man folgende Gebirsgruppen, von Ost nach West:
West
- Randgebirge östlich der Mur (mit Hochwechsel, Fischbacher Alpen, Grazer Bergland) (1)
- Lavanttaler Alpen (2)
- Niedere Tauern (3)
- Nockberge (mit den Gurktaler Alpen) (4)
- Hohe Tauern (mit Ankogelgruppe, Kreuzeckgruppe, Goldberggruppe, Schobergruppe, Glocknergruppe, Granatspitzgruppe, Vilgratner Berge, Rieserfernergruppe und Venedigergruppe) (5)
- Kitzbüheler Alpen (6)
- Zillertaler Alpen (7)
- Tuxer Alpen (8)
- Stubaier Alpen (9)
- Sarntaler Alpen (10)
- Ötztaler Alpen (11)
- Samnaungruppe (12)
- Verwallgruppe (13)
- Silvretta (15)
- Sesvennagruppe (16)
- Albula-Alpen (17)
- Plessur-Alpen (18)
- Oberhalbsteiner Alpen (19)
- Livignoalpen (20)
- Bernina (21)
Die Westalpen kennen diese Gliederung in Zentralalpen, Nördliche und Südliche Kalkalpen nicht.
Kategorie:Alpen
Südliche Kalkalpen]]
Die Südlichen Kalkalpen sind der Teil der Kalkalpen, der in den Ostalpen dem Alpenhauptkamm südlich vorgelagert ist. Sie bilden eine Serie von Bergketten, die linear gerechnet etwa 450 Kilometer lang ist und auf österreichischem, slowenischem und italienischem Territorium gelegen ist.
Gliederung
Von Ost nach West sind es folgende Hochgebirge:
- Bachergebirge (Pohorje) in Slowenien (1)
- Steiner Alpen (2)
- Karawanken und Karawankenvorberge (Südgrenze des österreichischen Bundeslandes Kärnten) (3)
- Julische Alpen in Slowenien und in der italienischen Region Friaul) (4)
- Gailtaler Alpen (mit den Lienzer Dolomiten) (5)
- Karnischer Alpenhauptkamm (Südgrenze von Kärnten) (6)
- Südliche Karnische Alpen (7)
- Dolomiten (mit Sextener Dolomiten, Marmolada, Sella) (8)
- Fleimstaler Alpen (9)
- Vizentiner Alpen (10)
- Nonsberggruppe (11)
- Brenta(12)
- Gardasee-Berge (13)
Gardasee-Berge
Kategorie:Alpen
Kategorie:Region in Österreich
Kategorie:Geographie (Slowenien)
Inntal]
, 1823]]
Das Inntal ist ein von Südwesten nach Nordosten die Ostalpen durchquerendes Tal, das vom Inn durchflossen wird.
Es wird eingeteilt in das Ober- und Unterengadin im schweizerischen Kanton Graubünden, das Tiroler Oberinntal und Unterinntal und das bayerische Inntal, bevor es bei Rosenheim in das Alpenvorland übergeht. Gelegentlich wird das Inntal im Großraum Innsbruck auch als Mittelinntal bezeichnet, mehr in kultureller denn in geografischer Hinsicht.
Kategorie:Tal
Kategorie:Tal in Nordtirol
Salzachtal
Die Salzach ist mit 225 Kilometern Länge der längste Nebenfluss des Inn. Sie entspringt in den Kitzbüheler Alpen am Salzachgeier in der Nähe von Krimml und mündet bei Haiming in den Inn.
Sie bildet auf ca. 59 km die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Österreich und hat ein Einzugsgebiet von ca. 6.700 km². Grenzübergänge (Brücken) über die Salzach gibt es in Laufen/Oberndorf, Tittmoning/Tarsdorf und Burghausen/Ach.
Die Salzach verdankt wie auch Salzburg ihren Namen der Salzschifffahrt, die bis ins 18. Jahrhundert auf der Salzach betrieben wurde.
Noch 1791 hieß der Fluss (Hübner, 1791) Salza; noch ältere Bezeichnungen sind Iuarum, Viarum, Igonta.
Städte an der Salzach
- St. Johann im Pongau
- Bischofshofen
- Hallein
- Salzburg
- Burghausen
- Tittmoning
- Laufen (Salzach)
- Oberndorf bei Salzburg
Nebenflüsse (ab Ursprung)
Oberndorf bei Salzburg
Krimmler Ache, Obersulzbach, Dürrbach, Untersulzbach, Habach, Mühlbach, Hollersbach, Felberbach, Stubache, Kapruner Ache, Fuscher Ache, Rauriser Ache, Gasteiner Ache, Großarlbach, Kleinarl Bach, Fritzbach, Lammer, Almbach, Torrener Bach, Tauglbach, Königsseeache, Saalach
Freizeitaktivitäten an der Salzach
- Von Laufen über Tittmoning führt ein Uferweg bis nach Burghausen (insgesamt ca. 40 km), der sich auf der deutschen Seite sehr gut bewandern lässt.
- In Anlehnung an die Salzschifffahrt können sog. Plättenfahrten bei den lokalen Touristenbüros gebucht werden, die im Sommer mehrmals pro Monat stattfinden.
siehe auch: Salzachöfen
Weblinks
- [http://www.bayern.de/wwa-ts/daten/fliessgew_salzach.htm www.bayern.de / Salzach]
Kategorie:Fluss in Deutschland
Kategorie:Fluss in Bayern
Kategorie:Fluss in Österreich
Kategorie:Fluss in Salzburg
EnnstalDie Enns ist ein südlicher Nebenfluss der Donau und ist 254 km lang.
Geographie
Sie entspringt in den Radstädter Tauern im Bundesland Salzburg. Von dort fließt sie in einem in der Eiszeit entstandenen Tal an der Grenze zwischen den Nördlichen Kalkalpen und der Zentralalpen in östlicher Richtung durch die Steiermark und passiert das Dachsteinmassiv auf der Südseite. Zwischen Admont und Hieflau durchbricht sie in einer etwa 15 km langen Schlucht, dem so genannten Gesäuse, den Kalkalpenstock der Ennstaler Alpen. Danach biegt sie nach Norden ab, und erreicht an der Einmündung des Laußabachs das Bundesland Oberösterreich. Nördlich von Steyr bildet sie die Grenze zwischen Oberösterreich und Niederösterreich (früher auch Österreich ob der Enns und Österreich unter der Enns). Schließlich mündet sie bei Mauthausen und der Stadt Enns in die Donau.
Die Enns ist ein typischer Wildwasserfluss und hat mit über 6.000 km² das fünftgrößte Einzugsgebiet Österreichs. An der Mündung beträgt die durchschnittliche Wasserführung 201 m³ pro Sekunde.
Geschichte
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde begonnen, durch
Kanalisierung auf der rund 70 km langen Strecke zwischen Weißenbach und dem Gesäuse land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen zu erhalten.
Insgesamt wurden an der Enns 10 Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 345 MW durch die Ennskraftwerke AG errichtet.
Städte am Fluss
- Radstadt
- Schladming
- Gröbming
- Liezen
- Selzthal
- Admont
- Großraming
- Ternberg
- Garsten
- Steyr
- Enns
Weblinks
- [http://www.kalkalpen.at/ www.kalkalpen.at]
- [http://www.nationalparkregion.com Nationalpark Kalkalpen Region Ennstal]
- [http://www.wanderwege.at Wanderwege in der Nationalpark Region]
Kraftwerke
- Schönau
- Weyer
- Großraming
- Losenstein
- Ternberg
- Rosenau
- Garsten - Sankt Ulrich bei Steyr
- Staning
- Mühlrading
- St. Pantaleon
Zuflüsse
Große Zuflüsse sind die Palten, die Salza und die Steyr.
Verkehr
Durch das obere Ennstal verläuft eine wichtige Transitstraße von Deutschland nach Slowenien.
Im Abschnitt zwischen Hieflau und Enns verläuft die sog. "Eisenstraße", entlang der der Erztransport vom steirischen Erzberg in die Stahlhütte in Linz erfolgt.
Kategorie:Fluss in Österreich
Kategorie:Fluss in Salzburg
Kategorie:Fluss in der Steiermark
Kategorie:Fluss in Oberösterreich
Kategorie:Fluss in Niederösterreich
Kategorie:Nebenfluss der Donau
Stubaier Alpen Die Stubaier Alpen sind eine Untergruppe der Zentralalpen in den Ostalpen. Sie befinden sich südwestlich von Innsbruck zwischen dem Wipptal (Brenner) und dem Ötztal. Anteil haben Österreich mit dem Bundesland Tirol und Italien mit der Provinz Südtirol. Bedeutende Teile der Stubaier Alpen weisen eine Vergletscherung auf.
Der nördliche Teil rund um das Sellraintal ist nur noch gering vergletschert und ein beliebtes Skitourenziel (Zischgeles, Lampsenspitze, Pirschkogel, Sulzkogel).
Das Hochstubai rund um das hintere Stubaital ist noch stark vergletschert und ein klassisches Hochtourengebiet der Ostalpen. Dort findet sich auch ein Gletscherskigebiet.
Das Stubai besteht vorwiegend aus Urgestein, im Osten sind aber auch Kalkberge auf den Urgesteinsockel aufgeschoben (Kalkkögel, Serleskamm, Tribulaune). Die Innsbrucker Hütte steht genau an der Nahtstelle zwischen Urgestein und Kalk.
Benachbarte Gebirgsgruppen
Die Stubaier Alpen grenzen an die folgenden anderen Gebirgsgruppen der Alpen:
- Tuxer Alpen (im Osten)
- Zillertaler Alpen (im Südosten)
- Sarntaler Alpen (im Süden)
- Ötztaler Alpen (im Westen)
- Mieminger Kette (im Norden)
- Karwendel (im Nordosten)
Karwendel]
Gipfel
Die 10 höchsten Gipfel der Stubaier Alpen:
- Zuckerhütl, 3505 m
- Schrankogel, 3496 m
- Pfaffenschneid, 3488 m
- Ruderhofspitze, 3473 m
- Sonklarspitze, 3467 m
- Wilder Pfaff, 3458 m
- Wilder Freiger, 3418 m
- Östliche Seespitze, 3416 m
- Schrandele, 3393 m
- Hohes Eis, 3388 m
In den Stubaier Alpen gibt es knapp 500 benannte und mit Höhenkote versehene Gipfel. Zu den bekannteren gehören (georndet nach der Höhe):
- Wilde Leck, 3361 m
- Stubaier Wildspitze, 3340 m
- Schaufelspitze, 3333 m
- Breiter Grieskogel, 3295 m
- Habicht, 3277 m
- Östlicher Feuerstein, 3268 m
- Pflerscher Tribulaun, 3096 m
- Hohe Villerspitze, 3092 m
- Schlicker Seespitze, 2808 m
- Serles, 2718 m
- Hoher Burgstall, 2613 m
- Saile, 2406 m
Die Stubaier Alpen erreicht man durch das Stubaital, das Ötztal, das Gschnitztal und das Sellraintal.
Weblinks
[http://www.tirol.gv.at/themen/umwelt/naturschutz/schutzgebiete/ruhegebiet-stubaier-alpen.shtml Land Tirol - Ruhegebiet Stubaier Alpen]
Kategorie:Alpen
Silvretta; Großversion: [http://www.m-klueber.de/Foto/Panorama/Silvretta_Ochsenkopf.htm hier] ]]
Die Silvretta ist eine Gebirgsgruppe in den Zentralalpen der Ostalpen. Anteil haben Österreich mit den Bundesländern Tirol und Vorarlberg und die Schweiz mit dem Kanton Graubünden. Auf dem Gipfel der Dreiländerspitze stoßen die Gebiete von Tirol, Vorarlberg und Graubünden zusammen. Die Silvretta besitzt viele Dreitausender. Vor allem auf der Nordseite in Österreich sowie in der Schweiz nördlich des Flüelapasses gibt es eine Vielzahl größerer und kleinerer Gletscher. Deshalb wird das Gebiet auch "Die Blaue Silvretta" genannt.
Die Silvretta hat zwei Gesichter. Der größere Teil des Gebiets befindet sich in der Schweiz. Der österreichische Anteil ist dagegen der bei den Bergsteigern und Touristen bekanntere Teil. Der höchste Gipfel der Silvretta, der Piz Linard, befindet sich ebenfalls in der Schweiz und kann nur von dort bestiegen werden. Die bergsteigerische Schauseite mit der größten Vergletscherung und dem alpinsten Anblick ist dagegen in Österreich. Fast alle bewirtschafteten Alpenvereinshütten konzentrieren sich auf den österreichischen Teil. Teile des Schweizer Anteils sind dagegen durch eine absolute Weltenferne gekennzeichnet.
Benachbarte Gebirgsgruppen
Die Silvretta grenzt an die folgenden anderen Gebirgsgruppen der Alpen:
- Rätikon (im Nordwesten)
- Verwall (im Norden
- Samnaungruppe (im Osten)
- Sesvennagruppe (im Süden)
- Albulaalpen (im Südwesten)
- Plessuralpen (im Westen)
Umgrenzung
Im Süden bildet der Inn im Unterengadin die Grenze von Ramosch bis Susch. Von dort geht die Grenze im Südwesten über das Val Susasca zum Flüelapass und das Flüelatal abwärts bis Davos. Die Grenze im Westen verläuft von Davos über den Davoser See bis zum Wolfgangpass und über den Lareter Bach nach Klosters Platz. Entlang der Landquart geht es nach Klosters Dorf. Von dort verläuft die Grenze entlang des Schlappiner Bachs hinauf zum Schlappiner Joch. Von diesem Joch geht die Grenze abwärts im Verlauf des Gargellentals entlang des Valzifenzer Bachs und des Suggadins bis zur Einmündung in die Ill bei St. Gallenkirch. Im Norden verläuft die Grenze im Montafon von St. Gallenkirch über Gaschurn und Partenen zum Zeinisjoch. Vom Zeinisjoch geht es abwärts durch das Paznauntal nach Galtür und entlang der Trisanna bis Ischgl. Im Osten verläuft die Grenze von Ischgl entlang des Fimberbachs aufwärts bis zum Fimberpass und entlang des Val Chöglias und des Val Sinestra bis zur Einmündung des Branclabachs in den Inn.
Das Zeinisjoch verbindet die Silvretta mit dem Verwall. Der Fimberpass stellt die Verbindung zur Samnaungruppe her. Der Flüelapass und der Wolfgangpass bei Davos verbinden die Silvretta mit den Plessuralpen. Das Schlappiner Joch stellt die Verbindung mit dem Rätikon her.
Eine international anerkannte Einteilung der Alpen in Untergruppen ist nach wie vor nicht vorhanden. Die hier beschriebene Umgrenzung der Silvretta wie auch die Definition der Silvretta als eigenständige Untergruppe der Alpen entspricht der Sichtweise der Alpinisten und Touristen aus dem deutschsprachigen Raum (ohne die Schweiz), wie sie sich im Verlauf von vielen Jahrzehnten herausgebildet hat. In anderen Staaten des Alpenraums oder außerhalb sowie bei anderen Interessengruppen sind teilweise andere Einteilungen der Alpen und Umgrenzungen von Untergruppen gebräuchlich.
Ischgl
Untergruppen
Der Alpenvereinsführer Silvretta teilt die Gebirgsgruppe zunächst in die fünf Untergruppen Westsilvretta, Mittelsilvretta, Ostsilvretta, Nordsilvretta und Südsilvretta. Die Grenze zwischen der West- und Mittelsilvretta bildet die Rotfurka. Die Grenze zwischen der Mittel- und Ostsilvretta wird durch den Futschölpass gebildet. Die Grenze zwischen der Mittelsilvretta und der Nordsilvretta bildet die Bielerhöhe. Die Grenze zwischen der Mittelsilvretta und der Südsilvretta bildet das Verstanklator.
Die Westsilvretta wird in die folgenden Untergruppen weiter unterteilt:
- Heimspitz-Valisera-Grupppe
- Rotbühlspitzgruppe
- Garneragruppe
- Valgraggeskamm
- Hochmaderergruppe
- Litzner-Seehörner-Gruppe
- Fergengruppe
Die Mittelsilvretta wird in die folgenden Untergruppen weiter unterteilt:
- Gruppe des Silvrettahorns
- Buingruppe und Flianakamm
- Gruppe der Dreiländerspitze mit dem Cotschen
- Augstenberggruppe
- Vermuntkamm
Die Ostsilvretta wird in die folgenden Untergruppen weiter unterteilt:
- Fluchthorngruppe
- Jamtalkamm
- Larainkamm
- Tasnagruppe mit den südöstlichen Ausläufern
Die Nordsilvretta besteht nur aus einer Untergruppe:
- Vallülagruppe
Die Südsilvretta wird in die folgenden Untergruppen weiter unterteilt:
- Verstanklagruppe und Vereinakamm
- Vernelakamm
- Flessgruppe
- Flüelagruppe
Gipfel
Die 10 höchsten Gipfel der Silvretta:
- Piz Linard - 3.411 m
- Fluchthorn, Südgipfel - 3.398 m
- Fluchthorn, Mittelgipfel - 3.397 m
- Großer Piz Buin - 3.312 m
- Fluchthorn, Nordgipfel - 3.309 m
- Verstanklahorn - 3.297 m
- Piz Fliana - 3.281 m
- Kleiner Piz Buin - 3.255 m
- Silvrettahorn - 3.244 m
- Chapütschin - 3.232 m
In der Silvretta gibt es über 300 benannte und mit Höhenkote versehene Gipfel. Zu den bekannteren gehören (geordnet nach der Höhe):
- Augstenberg - 3.228 m
- Schneeglocke - 3.223 m
- Dreiländerspitze - 3.197 m
- Großes Seehorn - 3.121 m
- Großlitzner - 3.109 m
- Flüela-Weißhorn - 3.085 m
- Pischahorn - 2.979 m
- Hohes Rad - 2.934 m
- Vallüla - 2.813 m
- Bielerspitze - 2.545 m
Schutzgebiete
Landschaften von nationaler Bedeutung im Schweizer Teil
Gemäß Artikel 5 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz führt die Schweiz ein Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung.
In der Silvretta gibt es zur Zeit zwei dieser Landschaften:
- Nr. 1909, Bezeichnung: Piz Arina, Jahr der Aufnahme in das Inventar: 1983, Größe: 4.936 ha, dieses Gebiet befindet sich nur zu einem kleinen Teil in der Silvretta, der größere Teil ist in der benachbarten Samnaungruppe.
- Nr. 1910, Bezeichnung: Silvretta-Vereina, Jahr der Aufnahme in das Inventar: 1983, Größe: 14.168 ha
Tourismus
Hütten
Im Österreichischen Teil der Silvretta gibt es die folgenden Hütten des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins:
- Jamtalhütte bei Galtür
- Madlener Haus auf der Bielerhöhe
- Saarbrücker Hütte bei Partenen
- Tübinger Hütte bei Gaschurn
- Wiesbadener Hütte bei der Bielerhöhe
Eine Besonderheit stellt die Heidelberger Hütte bei Ischgl dar. Als einzige der Hütten des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins überhaupt befindet sie sich auf Schweizer Boden.
Der Talort der Hütte befindet sich jedoch in Österreich.
Im Schweizer Teil der Silvretta gibt es die folgenden Hütten des Schweizer Alpen-Club:
- Linardhütte bei Lavin
- Fergenhütte bei Klosters
- Seetalhütte bei Klosters
- Silvrettahütten bei Klosters
- Tuoihütte bei Guarda
Die Hütten sind meist zwischen Anfang Juli und Mitte September geöffnet. Einige Hütten haben offene oder mit besonderem Schlüssel zugängliche Winterräume. Es ist ratsam, sich bei den Alpenvereinen oder in den Talorten über den Zustand der Hütten sowie die Verpflegungsmöglichkeiten zu erkundigen.
Fern-/ Weitwanderwege
Die Via Alpina, ein grenzüberschreitender Weitwanderweg mit fünf Teilwegen durch die ganzen Alpen, verläuft auch durch die Silvretta.
Der Rote Weg der Via Alpina verläuft mit vier Etappen durch die Silvretta wie folgt:
- Etappe R63 verläuft von Gargellen zur Tübinger Hütte über das Vergaldner Joch
- Etappe R64 verläuft von der Tübinger Hütte zum Madlener Haus auf der Bielerhöhe über das Hochmadererjoch
- Etappe R65 verläuft vom Madlener Haus zur Jamtalhütte über die Gletschnerscharte
- Etappe R66 verläuft von der Jamtalhütte nach Scuol über den Futschölpass
Weblinks
- [http://www.m-klueber.de/Foto/Panorama/Silvretta_Ochsenkopf.htm 360°-Panorama der Silvretta auf Marco Klüber Fotografie]
- [http://www.aletschhorn.de/berge/2004/silvretta.html Tourenbericht über eine Silvrettadurchquerung auf Ski]
Kategorie:Berg in der Schweiz
Kategorie:Gebirgsgruppe in Tirol
Kategorie:Gebirgsgruppe in Vorarlberg
Kategorie:Alpenpass
Kategorie:Gebirgspass
Kategorie:Pass in Österreich
Wetterstein
Das Wettersteingebirge ist eine Gebirgsgruppe der Nördlichen Kalkalpen in den Ostalpen. Es ist ein relativ kompaktes Gebirge zwischen Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald, Seefeld und Ehrwald. Anteil haben Deutschland mit dem Freistaat Bayern und Österreich mit dem Bundesland Tirol. Im Wetterstein befindet sich der höchste Berg Deutschlands, die Zugspitze.
Das Wettersteingebirge ist ein ideales Revier für Bergsteiger und für Kletterer. Bergwanderer müssen teilweise große Höhenunterschiede bewältigen. Die Nähe des Gebirges zu den süddeutschen Ballungszentren, die landschaftliche Attraktivität und die gute Erschließung mit Seilbahnen bewirken, dass das Gebirge zu manchen Zeiten überlaufen ist. Wie fast überall gibt es jedoch auch im Wetterstein Gebiete, wo der Naturfreund (fast) alleine mit der gewaltigen Hochgebirgsnatur sein kann.
Benachbarte Gebirgsgruppen
Das Wetterstein grenzt an die folgenden anderen Gebirgsgruppen der Alpen:
- Ammergauer Alpen (im Westen und Norden)
- Bayerische Voralpen (im Nordosten)
- Karwendel (im Osten)
- Mieminger Kette (im Süden)
In der "AVE", der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen, veröffentlicht im Jahr 1984, sind das Wetterstein und die Mieminger Kette als eine einzige Gebirgsgruppe dargestellt.
Umgrenzung
Im Westen und Norden bildet die Loisach die Grenze vom Ehrwalder Becken bis Garmisch-Partenkirchen. Im Nordosten verläuft die Grenze von Garmisch-Partenkirchen bis Mittenwald entlang des Kankerbachs, des Kranzbachs und der Isar. Im Osten bildet die Isar die Grenze von Mittenwald bis Scharnitz. Südlich von Scharnitz setzt sich die Grenze entlang des Drahnbachs fort bis auf Höhe Seestadeln. Im Süden verläuft die Grenze von Ehrwald entlang des Gaisbachs und über die Ehrwalder Alm bis ins Gaistal (Leutascher Ache) und weiter über Leutasch - Oberweidach und nördlich des Simmelbergs vorbei zum Drahnbach.
Der Sattel zwischen dem Kankerbach und dem Kranzbach (Wasserscheide Loisach - Isar) verbindet das Wetterstein mit den Bayerischen Voralpen. Der Sattel bei der Ehrwalder Alm stellt die Verbindung zwischen Wetterstein und Mieminger Kette her.
Untergruppen
Der Alpenvereinsführer teilt das Wetterstein in die folgenden Untergruppen ein:
- Zugspitze und Plattumrahmung (die Gipfel rund um das Zugspitzplatt)
- Riffelwandkamm (der nördlichste der von der Zugspitze ausgehenden Seitenkämme)
- Waxensteinkamm (die Fortsetzung des Riffelwandkamms)
- Blassenkamm (der mittlere der Kämme des Wetterstein, von der Zugspitze zur Alpspitze und darüber hinaus)
- Wettersteinkamm (der südlichste und längste der drei Kämme des Wetterstein)
- Arnstock (ein einzelstehender Gebirgsstock bei Scharnitz)
Gipfel
Scharnitz]
Die 10 höchsten Gipfel des Wetterstein:
- Zugspitze, 2964 m
- Schneefernerkopf, 2875 m
- Zugspitzeck, 2820 m
- Nördliche Wetterspitze, 2750 m
- Mittlere Wetterspitze, 2750 m
- Hochwanner, 2746 m
- Mittlere Höllentalspitze, 2745 m
- Innere Höllentalspitze, 2743 m
- Äußere Höllentalspitze, 2721 m
- Östliche Wetterspitze, 2720 m
Im Wetterstein gibt es über 150 benannte und mit Höhenkote versehene Gipfel. Zu den bekannteren gehören (geordnet nach der Höhe):
- Hochblassen, 2706 m
- Leutascher Dreitorspitze, 2682 m
- Partenkirchner Dreitorspitze, 2633 m
- Alpspitze, 2629 m
- Schüsselkarspitze, 2538 m
- Oberreintalschrofen, 2522 m
- Ofelekopf, 2479 m
- Musterstein, 2478 m
- Großer Waxenstein, 2277 m
- Große Arnspitze, 2196 m
- Osterfelderkopf, 2050 m
- Schachen, 1866 m
- Hoher Kranzberg, 1391 m
- Eckbauer, 1239 m
Der Jubiläumsgrat ist der Ostgrat der Zugspitze und verbindet den höchsten deutschen Berg über die Gipfel Innere, Mittlere und Äußere Höllentalspitze mit der Alpspitze.
Die Zugspitze wird auf verschiedenen Routen sehr häufig bestiegen, auch die Alpspitze ist durch mehrere Steiganlagen ein beliebtes Gipfelziel. Das Gebiet rund um die Oberreintalhütte sowie die Südseite der Schüsselkarspitze und der Scharnitzspitze sind bekannt für alpine Kletterrouten aller Schwierigkeitsgrade in festem plattigem Kalk. Die Südseite über dem Gaistal ist deutlich ruhiger als die Nordseite.
Für den Kletter sind die Berge nördlich von Leutasch sehr interessant, im Besonderen der Oberreintal-Schrofen, die Scharnizspitze, sowie die Schüsselkarspitze. In den Südwänden dieser drei Grenzberge sind alpine Kletterrouten in großer Zahl vorhanden. In den letzten Jahren wurde von Heinz Zak mit der Sanierung einiger alpiner Klassiker begonnen. Diese Tatsache lockt immer mehr Kletterer in dieses Gebiet.
Tourismus
Hütten
Der Deutsche Alpenverein unterhält sechs bewirtschaftete Alpenvereinshütten mit Übernachtungsmöglichkeit im Wettersteingebirge: Das Münchner Haus (2964 m), die Meilerhütte (2366 m), die Knorrhütte (2052 m), das Kreuzeckhaus (auch: Adolf-Zoeppritz-Haus, 1652 m), die Höllentalangerhütte (1379 m) und die Reintalangerhütte (1366 m). Darüber hinaus bieten das privat bewirtschaftete Schachenhaus (1866 m) und die Wiener Neustädter Hütte (2209 m, unterhalten vom österreichischen Touristenklub) Verpflegung, Schutz und Unterkunft für Bergsteiger und Wanderer. Die Sektion München des Deutschen Alpenvereins pachtet seit 1920 die Waxensteinhütte (auch Alpl- oder Aiplehütte) und betreibt sie als Selbstversorgerunterkunft.
Fern-/ Weitwanderwege
Die Via Alpina, ein grenzüberschreitender Weitwanderweg mit fünf Teilwegen durch die ganzen Alpen, verläuft auch durch das Wetterstein.
Der Rote Weg der Via Alpina verläuft mit drei Etappen durch das Wetterstein wie folgt:
- Etappe R44 verläuft von Scharnitz zur Meilerhütte über Leutasch Gasse
- Etappe R45 verläuft von der Meilerhütte zur Reintalangerhütte über das Schachenhaus
- Etappe R46 verläuft von der Reintalangerhütte zur Coburger Hütte (der zweite Teil dieser Etappe befindet sich in der Mieminger Kette)
Der Nordalpine Weitwanderweg 01 (Kalkalpenweg) verläuft mit seiner Teilstrecke 15 in zwei Varianten durch das Wetterstein.
Von Scharnitz über den Hohen Sattel nach Puidbach Arn haben beide Varianten den gleichen Verlauf. In Puidbach Arn gabelt sich der Weitwanderweg in eine hochalpine und in eine leichtere Variante. Die hochalpine Variante führt über die Meiler Hütte ins Reintal und weiter zum Zugspitzgipfel. Von dort wird nach Ehrwald abgestiegen. Die leichtere Variante führt durch das Leutascher Achental und über die Ehrwalder Alm ebenfalls nach Ehrwald.
Klettersteige
Im Wetterstein gibt es die folgenden Klettersteige:
- Steig auf die Riffelscharte
- Klettersteig durch das Höllental auf die Zugspitze
- Klettersteig über die Wiener Neustädter Hütte auf die Zugspitze
- Steig auf den Schneefernerkopf
- Alpspitz-Ferrata
- Brunntalgratsteig von der Knorrhütte auf den Jubiläumsgrat
- Klettersteig auf die Dreitorspitze (Hermann-Von-Barth-Weg)
Weblink
- [http://www.alpic.net/ Informationsseite über das Wettersteingebirge]
Kategorie:Alpen
Kategorie:Geographie (Bayern)
Kategorie:Garmisch-Partenkirchen
Kategorie:Gebirge
Totes Gebirge
Das Tote Gebirge ist eine Gebirgsgruppe der Nördlichen Kalkalpen in den Ostalpen. Es ist ein Plateaugebirge im Bereich der nördlichen Steiermark und des südlichen Oberösterreich zwischen Trauntal im Westen und Stodertal im Osten. Erwähnenswert ist auch die Warscheneckgruppe als Ausläufer im Osten.
Politisch gesehen teilt sich das 1130km² Gebiet auf die Bezirke Gmunden, Ki | | |