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Nördlingen
Nördlingen, alte Freie Reichsstadt im Landkreis Donau-Ries. Nördlingen ist eine Große Kreisstadt im Westen Bayerns im berühmten Nördlinger Ries, dem Einschlagskrater eines urzeitlichen Meteoriten.
Geographie
Die historische Stadt Nördlingen liegt im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben, 66 km nordwestlich von Augsburg. Der Krater hat 23 km Durchmesser, ist ringsum als Hügelkette sichtbar und wird von der Wörnitz und Eger durchflossen. Erstere mündet bei Donauwörth, 30 km südöstlich, in die Donau.
Geschichte
Bereits um das Jahr 85 n. Chr. entstand hier ein römisches Kastell mit Siedlung, die jedoch im Jahre 259/260 bei der Eroberung des heutigen Süddeutschlands durch die Alemannen unterging. Der Name dieser Siedlung lautete wahrscheinlich Septemiacum. Dieser lateinische Ortsname ist durch die Peutingertafel (Tabula Peutingeriana) für die Gegend von Nördlingen zuverlässig überliefert, er kann aber bisher nicht ganz sicher der römischen Siedlung im heutigen Nördlingen zugeordnet werden. Das römische Nördlingen ist bislang generell kaum erforscht.
Im 6. und 7. Jahrhundert lässt sich eine alemannische Besiedlung nachweisen.
"Nordilinga" wird im Jahr 898 zum ersten Mal urkundlich als karolingischer Königshof erwähnt.
1215 wurde Nördlingen freie Reichsstadt.
Ein historischer Wendepunkt im Dreißigjährigen Krieg war die Schlacht bei Nördlingen im Jahre 1634, in der die Schwedisch-Protestantischen Kräfte erstmals entscheidend von den Kaiserlich-Habsburgischen Truppen geschlagen wurden.
Städtepartnerschaften
Nördlingen unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- Wagga Wagga im Bundesstaat New South Wales, (Australien), seit 1967
- Riom in der Region Auvergne im Département Puy-de-Dôme (Frankreich), seit 1970
- Stollberg in Sachsen, seit 1991
- Markham in der Provinz Ontario (Kanada), seit 2001
Persönlichkeiten
- 1537, Sebastian Röttinger, Bürgermeister und Hexenjäger
- 1945, 3. November, Gerd Müller, Fußballspieler, Rekordtorschütze der deutschen Nationalmannschaft und der Fußball-Bundesliga
Söhne und Töchter der Stadt
- Johann Hermann ( - 1527 - † 1605 in Breslau) Mediziner
Städte in der Umgebung
- Bopfingen
- Neresheim
- Aalen
- Donauwörth
- Heidenheim an der Brenz
- Wemding
- Oettingen
- Harburg
Sehenswürdigkeiten
- Nördlingen hat eine sehr schöne mittelalterliche Altstadt mit einer komplett erhaltenen Stadtmauer. Die Stadtmauer hat 5 Tore, 16 Türme und 2 Bastionen. Der Wehrgang ist noch vollständig erhalten und kann begangen werden.
- Das Rieskrater-Museum bietet interessantes Anschauungsmaterial über die geologische Entwicklung der Umgebung und eine Simulation des Meteoriteneinschlags vor etwa 15 Mio. Jahren, bei dem das Nördlinger Ries entstand. Außerdem kann dort ein echter Mondstein besichtigt werden, den die Stadt Nördlingen als Dauerleihgabe von der NASA erhielt. Diese trainierte 1971 die Astronauten der Apollo 14-Mission im Ries. Ziel der Mondmission war es, näheren Aufschluss über die Entstehung der Mondkrater zu erhalten. Da sich das im Ries in Steinbrüchen zu findende Suevit-Gestein nur bei extremen Drücken und Temperaturen (wie sie z.B. bei Meteoriteneinschlägen vorkommen) bildet, ist es ein hervorragender Indikator zur Beurteilung. Die Astronauten haben also im Ries das Erkennen und Beurteilen von Suevit-Gestein geübt.
Suevit
- Das Wahrzeichen Nördlingens ist der ca. 90 m hohe Kirchturm der St.-Georgs-Kirche (gotischer Baustil), der "Daniel" genannt wird. Dieser Name geht auf die biblische Figur Daniel zurück, über die im Buch Daniel 2,48 geschrieben steht: Und der König erhöhte Daniel und (...) machte ihn zum Fürsten über das ganze Land.
Der Turm der St.-Georgs-Kirche ist ständig von einem Türmer besetzt, ein Beruf, den es in Europa heute nur noch in zwei weiteren Städten (Münster und Krakau) gibt. Der Türmer von Nördlingen ruft von 20 bis 22 Uhr halbstündlich den Spruch So G'sell So! vom Turm, der seinen Ursprung in einer Legende hat:
1440 versuchte Graf Hans von Wallerstein aufgrund finanzieller Probleme, Nördlingen zu erobern. Um unbemerkt in die Stadt gelangen zu können, bestach er einen Torwächter, damit dieser das Tor nicht abschloss. Als eine Webersfrau in der Nacht nach draußen ging, um in einer Wirtschaft Bier zu holen, entdeckte sie das offene Tor, da sich gerade ein entflohenes Schwein daran rieb. Daraufhin sagte die sie Worte So G'sell So!, die als eine Art Drohung gegen den verräterischen Torwächter zu verstehen sind.
- Im dreijährigen Turnus kann man in Nördlingen das Historische Stadtmauerfest der ehemals Freien Reichsstadt besuchen. Neben alter Handwerkskunst sind Ritter- und Reiterspiele des Mittelalters zu sehen. Das letzte Stadtmauerfest fand im September 2004 statt.
- Bayerisches Eisenbahnmuseum Nördlingen
- Stadtmauermuseum
- Stadtmuseum (mit Nachbildung der Schlacht von 1634)
Stadtmauermuseum
Verkehrsverbindungen
- Nördlingen liegt an der Romantischen Straße, die Würzburg mit den Königsschlössern bei Füssen verbindet, und an der Schwäbischen Albstraße.
- B 466 Gunzenhausen - Ulm
- Bundesautobahn 7 (Würzburg/Ulm) ca. 25 km westlich von Nördlingen
- Eisenbahnlinie Aalen - Donauwörth (Riesbahn).
Früher war Nördlingen ein Eisenbahnknoten, es gab zusätzlich Strecken über Dinkelsbühl und Dombühl nach Rothenburg ob der Tauber und über Gunzenhausen nach Nürnberg. Diese sind heute nahezu bedeutungslos und teilweise stillgelegt.
Weblinks
- [http://www.noerdlingen.de/ Internetpräsenz von Nördlingen mit einem schönen Luftbild der Stadt]
- [http://www.riescrater-museum.de/ Rieskrater-Museum]
- [http://www.stadtmuseum-noerdlingen.de/ Stadtmuseum]
- [http://www.iwoe.de/noerdlingen Aus der Geschichte]
- [http://www.bayerisches-eisenbahnmuseum.de/ Bayerisches Eisenbahnmuseum in Nördlingen]
- [http://www.rieskrater-museum.de/ Rieskrater-Museum von Nördlingen]
-
Kategorie:Ort in Bayern
Kategorie:Donau-Ries
Kategorie:Reichsstadt
Freie ReichsstadtDer Begriff Freie Reichsstadt bezeichnet im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation sowohl jene Kommunen, die keinem Reichsfürsten, sondern direkt dem Kaiser unterstanden, als auch manche Bischofsstädte, die eine gewisse Autonomie erworben hatten, zum Beispiel dem Kaiser keine Heerfolge leisten mussten. Erstere wurden ursprünglich als Reichsstädte bezeichnet, letztere als Freie Städte.
Aus dem Status der Reichsunmittelbarkeit ergab sich für die Reichsstädte eine Reihe von Freiheiten und Privilegien. Sie waren im Inneren weitgehend autonom und verfügten im Allgemeinen über eine eigene niedere und hohe Gerichtsbarkeit. Insbesondere die Hochgerichtsbarkeit stellte sie den Fürsten gleich und unterschied sie von den landständischen Städten, die einem Landesherren untertan waren. Als Reichsstände hatten die Reichsstädte aber auch besondere Pflichten gegenüber dem Kaiser. So hatten sie ihre Steuern direkt an ihn abzuführen und auf Verlangen Heerfolge zu leisten.
Die Freien Städte erhielten ihren Status durch vom Kaiser und/ oder dem Bischof gewährte Freiheitsprivilegien. Sie waren denen der Reichsstädte meist ähnlich, mit dem Unterschied, dass sie auch von der Heerfolge (außer bei Kreuzzügen) und den Steuern befreit waren.
Geschichte
Wie bereits beschrieben wurde ursprünglich zwischen Reichsstädten, die reichsunmittelbar waren, und den Freien Städten, die sich von einem bischöflichen Stadtregiment im 13. und 14. Jahrhundert befreit hatten, unterschieden. Die Freien Städte waren nicht zur Steuerzahlung an den Kaiser verpflichtet und unterlagen nicht dem Gefolgszwang gegenüber diesem. Zu ihnen gehörten unter anderem Köln, Augsburg, Mainz (bis 1462), Worms, Speyer, Straßburg, Basel und Regensburg. Formal blieb der Bischof dort meist jedoch weiterhin Stadtoberhaupt.
Im Laufe der Zeit konnten sich viele Freie Städte von diesem Rest geistlicher Stadtherrschaft emanzipieren (bei anderen ging der Status der Freien Stadt wieder verloren). Da die Freien Städte zusammen mit den Reichsstädten an den Reichstagen teilnahmen, wurden sie dort unter dem Begriff „Freie- und Reichsstädte“ zusammengefasst. Im Sprachgebrauch verschmolz diese Formel im Laufe der Zeit zur „Freien Reichsstadt“.
Aufschwung
Nach dem Interregnum 1273 errangen die Reichsstädte und die Freien Städte auch Sitz und Stimme auf den Reichstagen. Seit 1489 bildeten sie das Reichsstädtekollegium und nahmen über Vertreter regelmäßig an den Reichstagen teil. Große Städte wie Dortmund, Frankfurt am Main und Nürnberg konnten ihr Territorium über die Stadtgrenzen hinaus ausdehnen. Die größte territoriale Ausdehnung erreichten die freien Reichsstädte im Südwesten Deutschlands, wo es keine großen Fürstentümer gab. Die größte territoriale Ausdehnung aller freien Reichsstädte erreichte die Stadt Bern.
Etliche Reichsstädte wurden allerdings im Laufe der Zeit von der Königsherrschaft an benachbarte Landesherrschaften verpfändet, so wie beispielsweise die niederländische Stadt Nimwegen im Jahre 1247 an die Grafen von Geldern, und die Stadt Duisburg im Jahre 1290 an die Grafen von Kleve. Da das Königtum meist nicht genügend Finanzmittel aufbringen konnte, um diese Pfandsummen abzulösen, konnte dies das Ende der Reichsunmittelbarkeit für die betroffenen Städte bedeuten. In vielen Städten wurde seit der Verwaltungsreform unter Kaiser Karl V. der so genannte Hasenrat eingeführt, der durch den Adel und die Patrizier gebildet wurde und die Ständeversammlung nach und nach unwirksam machte.
Niedergang
Mit dem westfälischen Frieden 1648 ging die Landvogtei über die elsässischen Reichsstädte an Frankreich, und im Rahmen der Reunionen besetzte Frankreich 1681 das Elsass. 1718 wurde das die Reichsstadt Zell am Harmersbach umgebende Gebiet als freies Reichstal Harmersbach von der Stadt unabhängig. Die reichsstädtischen Freiheiten wurden zunehmend beschnitten und im Zuge der französischen Revolution 1789 entfielen sie ganz.
Das belgische Dorf Kessenich war eine -in Deutschland vergessene- Freie Reichsstadt bis am 5. April 1795 Frankreich das linke Rheinufer annektierte, damit auch preußische, kurkölnische und jülicher Gebiete, sowie die große Reichsstädte Köln und Aachen und kleinere reichsunmittelbare kirchliche und weltliche Herrschaften.
Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wurden 45 der 51 noch bestehenden Reichsstädte mediatisiert und benachbarten Fürstentümern eingegliedert. Lediglich Augsburg, Nürnberg, Frankfurt am Main, Bremen, Hamburg und Lübeck behielten den Status mit verminderten Rechten bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806.
Lange Zeit wurde die Reichsstadt der Frühen Neuzeit von den Historikern als einsamer Vorläufer der bürgerlichen Welt inmitten der aristokratischen Umwelt bewertet, was immer wieder zu vielen Missverständnissen geführt hat. Mit modernen Republiken, aber auch mit den vormodernen Republiken wie Venedig oder den Vereinigten Niederlanden, hatten die Reichsstädte indes nichts zu tun. Die Tendenz, selbst als Glied der adligen Welt anerkannt zu werden, bestimmte die Politik vieler Reichsstädte, darunter Augsburg, Nürnberg, Köln, Frankfurt, Bremen und selbst kleinere Kommunen wie Schwäbisch Hall. Das herkömmliche Bild über die angeblich düsteren Zustände in den Reichsstädten des 18. Jahrhunderts hat seinen Ursprung ebenfalls in der Projektion ökonomischer Rationalität im modernen Sinne, die aber gerade nicht das Handeln von Ratsherren, Zünften und Bürgern bestimmte. Ebenso wie die Beschreibung der deutschen Geschichte in der Frühen Neuzeit als Verfallsgeschichte einem historischen Missverständnis entspricht, folgt auch die negative Bewertung der Reichsstädte in dieser Epoche zum Teil anachronistischen Vorstellungen („Niedergang“). Für viele epochale historische Prozesse boten Reichsstädte die Bühne (Buchdruck, die Reformation, Friedenskongresse). Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts behaupteten Reichsstädte ihre kulturelle, soziale und politische Stellung, insofern man sie, wie auch die Reichsgrafen und Reichsritter, als mindermächtige Glieder des Reiches versteht.
Reichsstädte nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches
Nach 1815 gab es im Deutschen Bund noch vier Freie Städte: Hamburg, Bremen, Lübeck und Frankfurt am Main. Frankfurt am Main verlor seine Unabhängigkeit 1866 nach der Besetzung durch Preußen; Lübeck wurde 1937 ebenfalls an Preußen angegliedert. Die Bundesländer Bremen und Hamburg konnten ihre auf reichsstädtischen Traditionen beruhende Stellung als eigenständige Stadtstaaten bis heute bewahren. Der Status Berlins als eigenes Bundesland geht dagegen auf die Zoneneinteilung nach dem Zweiten Weltkrieg zurück.
Als Freie Stadt wurde auch Danzig bezeichnet, als die Stadt von 1920 - 1939 unter Hoheit des Völkerbunds stand.
Liste von Reichsstädten am Beginn des 19. Jahrhunderts
Die Reichsunmittelbarkeit konnte zu- und wieder aberkannt werden, die Zahl der Reichsstädte schwankte deshalb. Die höchste Zahl betrug 83 Reichsstädte (unter dem Titel "Frei- und reichsstett" verzeichnet die auf dem Wormser Reichstag von 1521 aufgestellte Reichsmatrikel 85 Städte). Um das Jahr 1800 gab es im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation noch folgende 51 Freie Reichsstädte:
Mit reichsstadtähnlichen Rechten war auch Waldsee (heute Bad Waldsee) ausgestattet.
Außerdem gab es bis zur französischen Revolution elf elsässische Reichsstädte, die bis auf Straßburg seit 1354 den Zehnstädtebund bildeten. Ihm gehörten an:
Siehe auch
- Liste der deutschen Hauptstädte
- Paritätische Reichsstadt
!
Kategorie:Heiliges Römisches Reich
Kategorie:Mittelalter
Landkreis Donau-Ries
Der Landkreis Donau-Ries ist der nördlichste Landkreis des Regierungsbezirks Schwaben in Bayern.
Geografie
Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Ansbach und der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, im Nordosten der Landkreis Eichstätt, im Osten der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, im Süden die Landkreise Aichach-Friedberg, Augsburg und Dillingen an der Donau und im Westen die baden-württembergischen Landkreise Heidenheim und Ostalbkreis.
Geschichte
Der Landkreis entstand 1972 durch Zusammenschluss der Landkreise Nördlingen und Donauwörth.
Politik
Landrat
- 1972 - 1984 Andreas Popp
- 1984 - 30. April 2002 Alfons Braun
- Seit dem 1. Mai 2002 ist Stefan Rößle der Landrat des Kreises.
Kreistag
Sitzverteilung im Kreistag des Landkreises Donau-Ries:
- CSU 28 Sitze
- SPD 12 Sitze
- Grüne 2 Sitze
- FDP 1 Sitz
- PWG 7 Sitze
- Frauenliste 2 Sitze
- Müll, Umwelt, Tiefflug (MUT)/ödp 2 Sitze
- Junge Bürger 5 Sitze
Wappen
Geteilt: oben in Gold ein wachsender rot bewehrter schwarzer Adler, unten gespalten, vorne in Rot ein goldenes Andreaskreuz, hinten die bayerischen Rauten.
Städte und Gemeinden
(Einwohnerzahlen vom 30. Juni 2005, Fläche in km² am 31. Dezember 2001)
Siehe auch
- Nördlinger Ries
Weblinks
- [http://www.donau-ries.de/ Offizielle Website]
- [http://www.ferienland.donau-ries.de/ Tourismus-Website von Landkreis Donau-Ries]
Donau-Ries
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Nördlinger Ries
Das Nördlinger Ries ist eine Region im Grenzgebiet zwischen Schwäbisch-Fränkischen Alb. Die nahezu kreisrunde Ebene stellt die Überreste eines etwa 15 Millionen Jahre alten Einschlagskraters dar.
Aussehen
Einschlagskrater
Das Nördlinger Ries ist nahezu kreisrund (Abmessung etwa 22 x 24 Kilometer). Der Krater ist aufgrund seiner Größe und der starken Verwitterung nur aus der Luft deutlich zu erkennen. Vom Boden aus sieht man den Kraterrand als eine Art Hügelkette, die rings um den Horizont entlang läuft und von Wald bewachsen ist. Der heutige Kraterboden liegt rund 100 Meter unterhalb der umgebenden Hochflächen der schwäbischen Alb und fällt in der hügeligen Alblandschaft durch das fast völlige Fehlen von größeren Erhebungen auf. Eine Ausnahme bildet lediglich eine ringförmige Hügelkette im Inneren des Kraters, die das Nördlinger Ries als komplexen Impaktkrater kennzeichnet. Bestandteile sind z. B. die Marienhöhe bei Nördlingen, der Wallersteiner Felsen oder der Wennenberg bei Alerheim. Der innere Ring kommt durch die Rückfederung des Grundgesteins nach dem Meteoriteneinschlag zustande, ähnlich wie wenn ein Tropfen in eine Kaffeetasse fällt.
Im Nördlinger Ries liegen einige Städte und Gemeinden, darunter als größte Nördlingen, Harburg, Oettingen und Wemding. Die Wörnitz durchquert in zahlreichen Mäandern den flachen Rieskessel.
Entstehung
Lange Zeit war nicht klar, ob es sich beim Nördlinger Ries um einen Einschlags- oder einen Vulkankrater handelt. 1960 konnte der US-amerikanische Geologe Eugene Shoemaker durch Gesteinsproben nachweisen, dass der Krater durch einen Einschlag, das sogenannte Ries-Ereignis, entstanden sein muss. Der Nachweis erfolgte primär durch das Auffinden von Stishovit und Coesit, beides Hochdruckmodifikationen von Quarz, die nur unter den extremen Bedingungen eines Meteoriteneinschlags entstehen können, nicht aber durch Vulkanismus. Daraufhin wurde der bayerische Krater zur weltweiten Sensation: Die Apollo-Missionen der NASA machten hier vor der Mondlandung ihre ersten Kratererfahrungen. Später wurden das Schwerefeld und die Lotabweichung gemessen, doch ist keine dichte Masse im Untergrund nachzuweisen. Sie ist beim Aufschlag verdampft (wie auch bei anderen Kratern) oder als Gesteinsregen nach außen geschleudert worden.
Der Meteorit, der vor 14,7 Millionen Jahren das Nördlinger Ries erzeugte, dürfte etwa einen Kilometer Durchmesser gehabt haben und mit einer Geschwindigkeit von 25 bis 30 Kilometern pro Sekunde eingeschlagen sein. Einzelne Steine des Auswurfs sind in 300 Kilometer Entfernung gefunden worden. Die Explosion beim Einschlag des Meteoriten hatte die Kraft von 300.000 Hiroshima-Bomben: 150 Kubikkilometer Gestein wurden durch den Einschlag bewegt. Trümmermassen aus einigen Hundert Meter Tiefe wurden herausgeschleudert, teilweise sogar aus dem kristallinen Grundgebirge: Das 600 Meter starke Deckgebirge wurde von dem Meteoriten einfach durchschlagen.
Hiroshima.]]
Der Suevit (Schwabenstein) wurde nach diesem Krater in Schwaben benannt. Er ist eine Gesteinsart, die nur unter dem extremen Druck eines Meteoriteneinschlags entsteht und ein festes Gemisch aus Gesteinsmehl, Quarz und Glas. In Nördlingen und Umgebung war Suevit ein geschätztes Baumaterial. Beim Einschlag entstanden darüber hinaus Gläser, die Moldavite, die bis zum Gebiet der Moldau im heutigen Tschechien geschleudert wurden.
Der Suevit wurde früher als Ries-Traß bezeichnet und bis etwa 1950 für ein vulkanisches Gestein gehalten.
In der Zeit nach dem Einschlag füllte sich der Krater mit Wasser und wurde dadurch einer der größten europäischen Seen. Aus dieser Zeit findet man Süßwasser- und Muschelkalke. Schließlich schuf sich der See bei Harburg einen natürlichen Abfluss.
Nachbarereignis
Etwa 40 Kilometer südwestlich vom Nördlinger Ries liegt das Steinheimer Becken, ein weiterer Einschlagskrater mit 3,5 Kilometer Durchmesser. Er ist ebenfalls rund 15 Millionen Jahre alt und dürfte auf das gleiche Ereignis wie das Ries zurückgehen. Demnach handelte sich beim dem kosmischen Körper, dessen Einschlag die beiden Krater hinterließ, um einen Asteroiden, der von einem kleineren Mond begleitet wurde. Möglicherweise ist der Körper aber auch erst in der Erdatmosphäre in zwei Teile zerbrochen. Dass beide Krater unabhängig voneinander etwa zur gleichen Zeit entstanden erscheint unwahrscheinlich.
Siehe auch
Landkreis Donau-Ries, Ries-Ereignis, Mondkrater, Rieser Kulturpreis
Weblinks
- [http://www.rieskrater-museum.de Rieskrater-Museum Nördlingen]
- [http://www.br-online.de/wissen-bildung/thema/meteor/bayern.xml Kosmisches Geschoß auf Bayern, Luftbilder]
Kategorie:Region in Bayern
Kategorie:Einschlagkrater (Erde)
Kategorie:Donau-Ries
Kategorie:Historische Landschaft
Regierungsbezirk Schwaben
Schwaben ist einer von 7 Regierungsbezirken in Bayern und nicht zu verwechseln mit dem deckungsgleichen Bezirk Schwaben. Er liegt in Südwestbayern und grenzt im Norden an Mittelfranken, im Osten an Oberbayern, im Süden an Österreich und im Westen an Baden-Württemberg. Der bayerische Regierungbezirk ist allerdings nur der Teil Schwabens, der heute zu Bayern gehört - er wird daher landläufig bisweilen auch Bayerisch-Schwaben genannt.
Besser beschrieben wird das Gebiet allerdings damit, dass dort im Gegensatz zu Altbayern der schwäbische Dialekt gesprochen wird. Östliche Sprachgrenze gegenüber dem baierischen Dialekt ist der Lech mit einigen Verlagerungen um Augsburg, Landsberg/Lech, Schongau und Füssen. Dies ist sogar auf einer Landkarte erkennbar: Viele Orte westlich des Lechs enden auf -ingen (schwäbisch/alemannisch), während östlich des Lechs die Endung -ing (baierisch) vorherrscht.
Wichtige Städte Bayerisch-Schwabens sind Augsburg, Aichach, Donauwörth, Neu-Ulm, Friedberg, Füssen, Günzburg, Illertissen, Kaufbeuren, Kempten im Allgäu, Lindau, Memmingen, Dillingen a.d.Donau, Krumbach, Bad Wörishofen und Mindelheim.
Die größten Flüsse sind Donau, Lech, Iller, Wertach, Günz, Mindel und Wörnitz.
Geschichte
1803 wurde die "Baierische Provinz Schwaben" unter eine Landesdirektion in Ulm aus schwäbischen Gebieten, die durch den Reichsdeputationshauptschluss an Bayern fielen, gebildet. Teile wurden allerdings erst zwei Jahr später mit dem Frieden von Preßburg bayerisch. 1808 wurde diese in drei Kreise untergliedert
(Oberdonaukreis, Lechkreis, Illerkreis), die 1817 zum Oberdonaukreis mit Verwaltungssitz Augsburg vereinigt wurden. 1837 wurde dieser in Kreis Schwaben und Neuburg umbenannt, wobei Neuburg an der Donau neu zum Kreis kamen, Aichach, Friedberg und Rain aber an Oberbayern fielen. Rain kam 1879 wieder an den Kreis. 1939 wurde der Kreis in Regierungsbezirk Schwaben umbenannt, an den 1944 Friedberg fiel. Lindau war 1945-1955 aus dem Regierungsbezirk ausgegliedert, da es Teil der französischen Besatzungszone war.
1972 fielen Stadt und Landkreis Neuburg a.d. Donau sowie die Fuchstalgemeinden des einstigen Landkreises Kaufbeuren an Oberbayern und der Hauptteil des ehemaligen Landkreises Aichach an Schwaben.
Landschaften in Bayerisch-Schwaben
- Allgäu
- Lechfeld
- Mittelschwaben
- westliche Wälder
- Nördlinger Ries
- Augsburg
- Kaufbeuren
- Kempten (Allgäu)
- Memmingen
Sonstige Städte in Bayerisch-Schwaben (in Auswahl)
- Bobingen
- Fischen im Allgäu
- Friedberg
- Gersthofen
- Oberstdorf
- Schwabmünchen
Gemeinden in Bayerisch-Schwaben
(unvollständige Liste, insgesamt gibt es 334 Gemeinden)
- Adelsried (A)
- Aichach (AIC)
- Aislingen (DLG)
- Allmannshofen (A)
- Altenmünster (A)
- Altenstadt (NU)
- Asbach-Bäumenheim (DON)
- Augsburg (A)
- Aystetten (A)
- Babenhausen (MN)
- Bad Grönenbach (MN)
- Bellenberg (NU)
- Benningen (MN)
- Biberbach (A)
- Bibertal (GZ)
- Bissingen (DLG)
- Bobingen (A)
- Bonstetten (A)
- Boos (MN)
- Buch (NU)
- Buchloe (OAL)
- Burgau (GZ)
- Buxheim (MN)
- Diedorf (A)
- Dillingen (DLG)
- Dinkelscherben (A)
- Donauwörth (DON)
- Egg an der Günz (MN)
- Ehingen (A)
- Elchingen (NU)
- Ellgau (A)
- Emersacker (A)
- Erkheim (MN)
- Ettringen (Wertach) (MN)
- Fellheim (MN)
- Fischach (A)
- Fremdingen (DON)
- Friedberg (AIC)
- Füssen (OAL)
- Gablingen (A)
- Gersthofen (A)
- Gessertshausen (A)
- Graben (A)
- Großaitingen (A)
- Günzburg (GZ)
- Gundelfingen (DLG)
- Harburg (DON)
- Heimertingen (MN)
- Heretsried (A)
- Hiltenfingen (A)
- Höchstädt an der Donau (DLG)
- Holzgünz (MN)
- Holzheim (NU)
- Horgau (A)
- Ichenhausen (GZ)
- Illertissen (NU)
- Irsee (OAL)
- Kaisheim (DON)
- Kaltental (OAL)
- Kammlach (MN)
- Kaufbeuren (KF)
- Kellmünz (NU)
- Kempten (KE)
- Kirchheim (MN)
- Kleinaitingen (A)
- Klosterlechfeld (A)
- Königsbrunn (A)
- Krumbach (GZ)
- Kühlenthal (A)
- Kutzenhausen (A)
- Lachen (MN)
- Langenneufnach (A)
- Langerringen (A)
- Langweid a.Lech (A)
- Lauben (MN)
- Lauingen (DLG)
- Legau (MN)
- Leipheim (GZ)
- Lindau (LI)
- Marktoberdorf (OAL)
- Marxheim (DON)
- Meitingen (A)
- Memmingen (MM)
- Memmingerberg (MN)
- Mertingen (DON)
- Mickhausen (A)
- Mindelheim (MN)
- Mittelneufnach (A)
- Möttingen (DON)
- Monheim (DON)
- Nersingen (NU)
- Nesselwang (OAL)
- Neu-Ulm (NU)
- Neusäß (A)
- Niederrieden (MN)
- Nördlingen (DON)
- Nordendorf (A)
- Obergünzburg (OAL)
- Oberndorf am Lech (DON)
- Oberottmarshausen (A)
- Oberroth (NU)
- Oberstdorf (OA)
- Oettingen (DON)
- Osterberg (NU)
- Ottobeuren (MN)
- Pfaffenhofen (NU)
- Pleß (MN)
- Rain (DON)
- Roggenburg (NU)
- Ronsberg (OAL)
- Scherstetten (A)
- Schwabmünchen (A)
- Senden (NU)
- Sonthofen (OA)
- Stadtbergen (A)
- Tapfheim (DON)
- Thierhaupten (A)
- Trunkelsberg (MN)
- Ungerhausen (MN)
- Untermeitingen (A)
- Unterroth (NU)
- Unterthingau (OAL)
- Ustersbach (A)
- Vöhringen (NU)
- Waal (OAL)
- Walkertshofen (A)
- Wallerstein (DON)
- Wehringen (A)
- Weißenhorn (NU)
- Welden (A)
- Wemding (DON)
- Wertingen (DLG)
- Westendorf (A)
- Westerheim (MN)
- Winterrieden (MN)
- Wittislingen (DLG)
- Zusmarshausen (A)
Landkreise in Bayerisch-Schwaben
- Aichach-Friedberg
- Augsburg
- Dillingen a.d.Donau
- Donau-Ries
- Günzburg
- Lindau (Bodensee)
- Neu-Ulm
- Oberallgäu
- Ostallgäu
- Unterallgäu
Flüsse in Bayerisch-Schwaben
- Donau
- Lech
- Wertach
- Paar
- Iller
- Wörnitz
- Kessel
- Mindel
- Günz
- Kammel
- Schmutter
Seen in Bayerisch-Schwaben
- Alpsee
- Bodensee (teilw.)
- Niedersonthofenersee
- Rottachsee
- Grüntensee
- Hopfensee
- Forggensee
- Weißensee
- Schwansee
- Alpsee (bei Füssen)
- Bannwaldsee
- Haslacher See
- Deutensee
- Rohrsee
- Rothsee
Wirtschaft
Industrie in Bayerisch-Schwaben
- Textilindustrie
- Tourismus
- chemische Industrie
- Maschinenbau
Verkehr
Straßen in Bayerisch-Schwaben
Autobahn:
- A 7
- A 8
- A 96
- A 980
Bundesstraße:(wichtige)
- B 2
- B 12
- B 16
- B 17
- B 19
- B 31
- B 32
- B 300
Bahnlinien (Auswahl)
- Augsburg - Nürnberg
- München - Augsburg - Ulm - Stuttgart
- Augsburg - Buchloe - Kempten - Lindau
- München - Buchloe - Memmingen - Lindau
- Ulm - Memmingen - Kempten - Oberstdorf
- Ulm - Günzburg - Donauwörth - Regensburg
- Donauwörth - Nördlingen - Aalen
- Günzburg - Krumbach - Mindelheim
- Augsburg - Aichach - Ingolstadt
- Türkheim - Bad Wörishofen
- Kempten - Reutte - Garmisch-Partenkirchen
Radwege in Bayerisch-Schwaben
- Donau-Radweg
- Bodensee-Königsee-Radweg 410 km
- Radweg Romantische Straße 420 km
- 7-Schwaben-Tour 220 km
- Iller-Radweg 150 km
- Radweg Schwäbische Alb-Altmühltal 90 km
- Günztalradweg 88 km
- Kammeltalradweg
- Dampflokrunde 78 km
- Kneipp-Radweg 56 km
- Zusam-Radwanderweg 50 km
- Westallgäuer Käsestraße 40 km
- Forggenseerundweg 32 km
Wanderwege
- Lech-Höhenweg
- Allgäu-Schwäbischer-Fernwanderweg
- Augsburg - Landsberg - Schongau - Füssen
- schlecht markiert, aber trotzdem recht schön zu laufen
Literatur
- Schwaben 1987. Ein Regierungsbezirk stellt sich vor, Möglingen 1987 (Globel-Verlag, Walter Heubach)
- Schwaben. Textheft zur Wandzeitung "Gesellschaft und Staat", München 1994
- Bessler, Dietrich: Der Bezirk - Partner seiner Bürger, in: Bayerisch Schwaben, Konstanz (Stadler-Verlag) 1996, Seite 265 - 275.
- Draf, Dieter u. a.: (hrsg.) Schwaben - Bayern - Europa. Zukunftsperspektiven der bayerischen Bezirke. Festschrift für Georg Simnacher, St. Otilien 1992. - Fried, Pankraz: Bayerisch Schwaben. Grundzüge der geschichtlichen Entwicklung. München 1994.
- Hagel, Bernhard u. a.: Geschichte des Bezirkstags Schwaben, Bände I - V, Augsburg 1978 bis 1987.
- Hagel, Bernhard und Peter Klimm: Der Bezirk Schwaben: Vom Landrath zur modernen Selbstverwaltung, in: ebbes 2/1994, Seite 20 - 22.
- Heinze, Stefan: Die Region Bayerisch Schwaben. Studien zum schwäbischen Regionalismus im 19. und 20. Jh., Augsburg 1995.
- Simnacher, Georg: Schwaben und Europa, in: Bayerisch Schwaben, Konstanz 1996, S. 101 - 110.
- Simnacher, Georg: 150 Jahre bayerische Bezirke ? ein Jubiläum am Beginn der vollen Selbstverwaltung, in: "Schwaben ? Tradition und Fortschritt", Seiten 1 ? 10, Konrad Verlag Weißenhorn 1997
- Simnacher, Georg: Universität Augsburg und Bezirk Schwaben, in: "Schwaben ? Tradition und Fortschritt", Seiten 11 ? 16, Konrad Verlag Weißenhorn 1997
- Stammen, Theo: Beneidenswert: Der Bezirk, die dritte kommunale Ebene in Bayern, in: ebbes 2/1994, Seite 23.
Verwaltungsgliederung des Regierungsbezirks Schwaben vor der Kreisreform
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Weblinks
- http://www.regierung.schwaben.bayern.de/
Schwaben
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Wörnitz (Fluss)
Die Wörnitz ist ein linker Nebenfluss der Donau.
Sie entspringt im westlichen Bayern in Schillingsfürst auf der Frankenhöhe und fließt über Dinkelsbühl und Wassertrüdingen durch das Nördlinger Ries nach Süden. Bekannt ist die Wörnitz für ihre Vielzahl an Schleifen und Bögen und wird deshalb auch „Schlangenfluss“ genannt. In Donauwörth mündet sie nach gut 132,5 km in die Donau.
Wornitz
Wornitz
Wornitz
Donauwörth
Donauwörth ist eine Große Kreisstadt an der Donau im Regierungsbezirk Schwaben in Bayern.
Geographie
Geographische Lage
Sie liegt an den Mündungen von Wörnitz, Zusam und Schmutter in die Donau. Etwa 9 km östlich von Donauwörth fließt der Lech in die Donau. Die Stadt liegt an den östlichen Ausläufern der Schwäbischen Alb.
- Höhe ü. NN: 401-517 m
Stadtgliederung
Die Gemeinde hat 9 Stadtteile:
Geschichte
Schon um 500 gibt es erste Siedlungskerne im Donauried. Der günstig gelegene Flecken an der Wörnitzmündung entwickelt sich gut und um 1000 werden ihm die Marktrechte verliehen. 1030 wird die Siedlung Werd erstmals urkundlich erwähnt. 1049 wird das Kloster Heilig Kreuz geweiht, ein wichtiger Baustein der weiteren Entwicklung zu Schwäbischwörth, das 1090 Stadtrechte erhält. Zwischenzeitlich trug die Stadt auch den Namen "Thonauwörth", bevor sie den heutigen Namen "Donauwörth" erhielt.
1178-1268 wird die Stadt als Reichslehen direkt den herrschenden Staufern zugeordnet, die sie 1268 an das Herzogtum Bayern verpfänden. Auch das 1540 verliehene Stadtwappen zeigt mit dem Doppeladler die stauffischen Wurzeln der Stadt.
1256 ließ der Wittelsbacher Herzog Ludwig I. in Donauwörth seine Frau Maria von Brabant auf einen zweifelhaften Brief hin aus Eifersucht als Ehebrecherin enthaupten. Regelmäßige Theateraufführungen bringen die tragische Begebenheit auch heute noch in Erinnerung.
1301 wird die Stadt reichsfrei, das heißt zur freien Reichsstadt und damit direkt dem Kaiser untertan.
In der Folge der Religionswirren, in denen die Stadt die Sache der Reformation unterstützt hatte, kommt sie 1606 unter Reichsacht und wird von Herzog Maximilian von Bayern in bayerischen Pfandbesitz umgewandelt. 1632 wird die Stadt von Gustav II. Adolf erobert.
Von 1705 bis zum Frieden von Rastatt und Baden 1714 folgt noch einmal eine kurze Zeit als freie Reichsstadt, bis Donauwörth endgültig bayerisch wird.
Kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges wird die Stadt in zwei Luftangriffen am 11. und 19. April 1945 vor allem im Bereich des Bahnhofs und der Reichsstraße schwer zerstört. Der Wiederaufbau der historischen Reichsstraße beginnt 1946.
Donauwörth hält mit der Alfred-Delp-Kaserne eine wichtige Garnison der Bundeswehr.
Sehenswürdigkeiten
Bundeswehr
- Deutschordenshaus, 1197 wurde in Donauwörth eine der ältesten Niederlassungen des Deutschen Ritterordens gegründet
- Rathaus mit Glockenspiel
- Münster Zu unserer lieben Frau, dreischiffige gotische Backstein-Hallenkirche
- Kloster Heilig Kreuz, die Wallfahrtskirche ist ein Musterbeispiel der spätbarocken Wessobrunner Schule, dort wird eine Monstranz mit einem Partikel vom Kreuz Christi aufbewahrt.
- Reichsstraße, Ensemble bürgerlicher Giebelhäuser und Teil der "Romantischen Straße"
- Tanzhaus, um 1400 erbautes städtisches Kauf- und Tanzhaus, später Kornspeicher
- Rieder Tor
- Freilichtbühne am Mangoldfelsen, jedes Jahr im Sommer jeweils 2 verschiedene Inszenierungen
- Kreuzweg am Kalvarienberg
Wiederkehrende Feste und Veranstaltungen in und um Donauwörth
- Schwäbischwerder Kindertag (jährlich)
- "Bilderbuch der Stadtgeschichte": über 1000 Schüler in Historischen Gewändern spielen die Geschichte der Stadt nach (im Rahmen des "Schwäbischwerter Kindertages")
- Reichstraßenfest (alle 2 Jahre)
Persönlichkeiten
- Werner Egk, Komponist, wurde im heutigen Stadtteil Auchsesheim geboren. An ihn erinnern der Zaubergeigenbrunnen und die Werner-Egk-Begegnungsstätte in Donauwörth.
- Käthe Kruse, Puppenmacherin, Mutter des Schriftstellers Max Kruse.
Söhne und Töchter der Stadt
- Sebastian Franck, deutscher Chronist, Publizist, Geograf und Sprichwortsammler und gilt als der bedeutendste mystische Schriftsteller des 16. Jhdt.
- Carolin Hingst, deutsche Leichtathletin (Stabhochsprung)
- Manfred G. Schmidt, deutscher Politologe
- Sercan Güvenisik, Profi Fussballer
Wirtschaft und Verkehr
Verkehr
Hier kreuzen sich die Bundesstraßen 2 (Nürnberg-Augsburg), 16 (Ulm-Regensburg) und 25 (Uffenheim-Donauwörth). Auch mehrere Bahnstrecken treffen sich hier: Stuttgart-Aalen-Nördlingen-Donauwörth, Ulm-Donauwörth-Ingolstadt-Regensburg, Augsburg-Donauwörth-Treuchtlingen-Nürnberg/Würzburg.
Ansässige Unternehmen
- Eurocopter
- Käthe Kruse Puppenfabrik und Puppenklinik
- Gubi Fleischwerk
- Agco - Fendt Werk 3
- VALEO - Wemding
- Grenzebach
- Aviko
Städtepartnerschaften
- seit dem 1. Oktober 1973 mit Perchtoldsdorf bei Wien (Österreich)
Literatur
- Landkreis Donauwörth (Hg.): Landkreis Donauwörth. Werden und Wesen eines Landkreises, München/Aßling, 1966
Weblinks
- [http://www.donauwoerth.de/ Homepage der Stadt Donauwörth]
- http://www.maria-von-brabant.de/
-
Kategorie:Ort in Bayern
Kategorie:Reichsstadt
Kategorie:Donau-Ries
ja:ドナウヴェルト
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Politik und Weltgeschehen
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Politik und Weltgeschehen
- Die Alamannen überwinden in breiter Front den obergermanisch-raetischen Limes, dessen Besatzung wegen der innerrömischen Auseinandersetzung zwischen Kaiser Gallienus und dem Usurpator Postumus erheblich reduziert war.
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AlemannenDie Alamannen oder Alemannen sind ein westgermanischer Stammesverband. Ihr Siedlungs- und Herrschaftsgebiet wurde im Frühmittelalter als Alamannien bezeichnet. Die Bedeutung des Namens, der erstmals 289 n. Chr. in seiner lateinischen Form Alamanni (später auch Alemanni) erscheint, ist umstritten. Wahrscheinlich bedeutet er einfach «die Männer allgemein». Denkbar sind jedoch auch «alle (wehrfähigen) Männer» oder abwertend «zusammengelaufene, vermischte Männer». Der historische Stammesverband der Alamannen ging über in den altdeutschen Stamm der Schwaben. Heute bezeichnen sich ein Teil der Bewohner im süddeutschen Raum als «Alemannen». Sie sprechen Dialekte, welche in der Linguistik als Alemannischen Dialekte bezeichnet werden und pflegen «alemannisches» Brauchtum wie die Alemannische Fasnacht. In Baden-Württemberg grenzen sich die Bewohner des alten Baden oft als «Alemannen» gegen die «Schwaben» aus Württemberg ab.
Herkunft der Alamannen
Die Alamannen bildeten sich wahrscheinlich im 3. Jahrhundert n. Chr. aus verschiedenen elbgermanischen und suebischen (verm. Semnonen, Juthungen usw.) Stammesgruppen, Heerhaufen und Gefolgschaften im Gebiet zwischen Rhein, Main und Lech. Die früher oft geäusserte Vermutung, die Alamannen hätten sich im inneren Germaniens gebildet gilt heute als überholt. Gesicherte Erkenntnisse darüber gibt es jedenfalls keine, da nur archäologische Funde und keine schriftlichen Quellen vorliegen. Die Deutung des Namens als «die Männer allgemein» nach dem römischen Historiker Asinius Quadratus wäre so zu deuten, dass damit ein Unterschied zu den nach spezifischen Stämmen unterschiedenen Männern gemacht wurde. Er verweist also auf die Entstehung des Volkes durch die Vermischung von Männern (mit ihren Sippen) aus verschiedenen Stämmen. Die Alamannen gliederten sich in die Bucinobantes, Brisigavi, Lentienses, Raetovarii und Juthungen. Bis um 500 wurden Alamannen und Sueben ebenfalls unterschieden. Es ist anzunehmen, dass der alte Name Sueben zum Teil weiter verwendet wurde. Er taucht später wieder auf, als das Siedlungsgebiet der Alamannen, das bis dahin als Alamannia betitelt worden war, im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zum Herzogtum Schwaben wurde.
Der Name Alamannen wird pars pro toto (ein Teil [steht] für das Ganze), im Französischen (les Allemands), im Türkischen (Almanlar), im Spanischen (los alemanes) und im Portugiesischen (os alemães) als Bezeichnung für die Deutschen verwendet.
Siehe auch: Liste der germanischen Stämme, Schwaben
Geschichte
Die Stammesbildung der Alamannen fand wahrscheinlich erst im fortgeschrittenen 3. Jahrhundert statt. Der Einfall der Alamannen nach Italien und Gallien unter dem König Chrocus 268 n. Chr. soll gemäss den Berichten von Gregor von Tours (Historia Francorum, lib. I, 32-34) das Land völlig verwüstet zurückgelassen haben. Kaiser Gallienus gelangen es mehrmals (259 bei Mailand und 260 bei Augsburg) die Alamannen zu bezwingen, dennoch konnte das Römische Reich danach den Limes und damit das Gebiet nördlich und östlich des Rheins in Süddeutschland, das Dekumatland nicht mehr halten. Das Dekumatland war wohl schon zuvor von verschiedenen germanischen bzw. alamannischen Sippen unter römischer Duldung oder Förderung besiedelt worden, da es sich hier um ein vernachlässigtes, strukturschwaches und krisengeschütteltes Grenzgebiet handelte. Die alamannischen Ansiedlungen entstanden oftmals in oder bei den Ruinen der römischen Kastelle und Villen. Vereinzelt wurden auch so genannte Höhenburgen errichtet wie auf dem Glauberg und Runden Berg bei Bad Urach. Am 21. April 289 n. Chr. hielt Mamertinus in Augusta Treverorum (Trier) eine Lobrede auf Kaiser Maximianus und erwähnte dabei die Alamanni. Dies ist die erste zeitgenössische Erwähnung der Alamannen. Ab 289 ist für das Gebiet nördlich des Rheins die Bezeichnung Alamannia nachweisbar. Eine erste Nennung der Alamannen zum Jahr 213, als nach dem römischen Historiker Dio Cassius Kaiser M. Aurelius Antoninus Caracalla nach einem Sieg über die Alamannen den Beinamen Alamannicus angenommen haben soll, ist nicht zeitgenössisch und deshalb unzuverlässig.
Vom ehemaligen Dekumatland aus unternahmen die Alamannen wiederholte Raubzüge in die angrenzenden Provinzen des römischen Reiches Raetia und Maxima Sequanorum, aber auch bis weit nach Gallien hinein. Sie erlitten dabei wiederholt Niederlagen gegen römische Heere, so durch Kaiser Constantius 298 bei Langres und bei Vindonissa (Windisch). Nach der verlustreichen Schlacht bei Mursa 351 zwischen dem gallischen Usurpator Magnentius und Kaiser Constantius II. brachen die Franken und Alamannen gemeinsam über die Rheingrenze. Die Alamannen besetzten die Pfalz, das Elsass und die Nordostschweiz. Erst der Sieg des Caesar (Unterkaiser) Julian in der Schlacht von Argentoratum (Straßburg) 357 gegen die vereinigten Alamannen unter Chnodomar sicherte die Rheingrenze erneut. Während der Regierungszeit Kaiser Valentinians I. gelang es den Alamannen zweimal, 365 und 368, ins Reichsgebiet einzudringen und unter anderem Mogontiacum (Mainz) zu plündern. Nach einem Vergeltungsfeldzug, der 369 Valentinian I. den Beinamen Alamannicus einbrachte, ließ er die Rheingrenze durch eine neue Reihe von Kastellen sichern, so in Altrip, Breisach am Rhein und gegenüber von Basel (Robur). Die Grenze am Hochrhein wurde mit einer Kette von Wachttürmen (burgi) verstärkt. 374 schlossen die Alamannen unter ihrem König Makrian einen dauerhaften Frieden mit Valentinian I. Dennoch musste sein Nachfolger, Kaiser Gratian 378 wiederum einen Feldzug gegen die Alamannen führen, der als letzter Vorstoß römischer Truppen über die Rheingrenze gilt. Danach standen die Alamannen in einem Foederaten-Verhältnis mit dem römischen Reich.
Die Usurpation durch Magnus Maximus in Britannien und der Krieg mit den Franken erlaubte 383 einen Einbruch der Alamannen in Rätien, das Kaiser Valentinian II. nur mit Unterstützung der Alanen und der Hunnen wieder sichern konnte. Weitere interne römische Machtkämpfe unter Kaiser Theodosius I. schwächten die römische Position am Rhein. Dem Heermeister Stilicho gelang es zwar 396/398, die Verträge mit den Alamannen zu erneuern, dennoch musste er zum Schutz Italiens vor den Goten ab 401 die römischen Truppen von der Reichsgrenze abziehen. Es scheint nach neuesten Erkenntnissen danach jedoch nicht zu einem sofortigen «Alamannensturm» in die ehemals römischen Gebiete gekommen zu sein. Archäologische Funde weisen darauf hin, dass die föderierten Alamannen zumindest eine Zeit lang noch die Grenze schützten. Insbesondere Rätien wurde als «Schutzschild Italiens» noch bis Mitte des 5. Jahrhunderts verteidigt: Römische Truppen wehrten 430 unter Flavius Aetius und 457 unter Kaiser Majorian alamannische Einfälle nach Rätien und Italien ab. Gallien war den Plünderungszügen der Alamannen hingegen mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert und wurde gemäss dem Chronisten Fredegar nach 406 wiederholt verwüstet.
Ab 455 setzte eine West- und Ostexpansion der Alamannen nach Gallien und Noricum ein, über die nur ungesicherte Informationen vorliegen. Ein Konflikt mit den benachbarten Franken führte nach Gregor von Tours zwischen 496 und 507 zur entscheidenden Niederlage der Alamannen bei Zülpich gegen den fränkischen König Chlodwig I.. Chlodwig habe danach in Zusammenhang mit diesem Sieg den christlichen Glauben angenommen. Die Alamannen fielen danach unter die Hoheit der Franken und der Ostgoten. 536/537 überließ der Ostgotenkönig Witigis dem Frankenkönig Theudebert I. unter anderem Churrätien und das Protektorat über «die Alamannen und andere benachbarte Stämme». Damit befanden sich alle Alamannen unter fränkischer Herrschaft.
Siehe auch: Römisches Reich, Spätantike, Fränkisches Reich, Heiliges Römisches Reich, Geschichte der Schweiz
Alamannien – Königreich und Herzogtum
Geschichte der Schweiz
Bis 496/497 herrschte ein König (rex) oder ein Herzog (dux) über die Alamannen, manchmal auch mehrere gleichzeitig über verschiedene Teile des Stammes. Die Titel wurden ihnen von römischen Chronisten zugeordnet. Mit der Unterwerfung der Alamannen durch die Franken endete deren Souveränität und es wurden unregelmäßig durch den fränkischen König Herzöge für das alamannische Gebiet eingesetzt. Eine lückenlose lineare Liste zu erstellen ist aufgrund der Quellenlage jedoch nicht möglich.
Alamannien wurde durch seinen autonomen Status im Frankenreich als Herzogtum in einem Gebiet gefestigt, das wohl grösstenteils mit dem späteren Herzogtum Schwaben übereinstimmt. Das Elsass wurde jedoch meist als eigenes Herzogtum geführt und gehörte eigentlich nicht zu Alamannien. Die Herzöge stammten verschiedentlich noch aus vornehmen alamannischen Familien und standen nicht immer in Konkurrenz zu fränkischen Adligen. So gründete z.B. ein alamannischer Herzog zusammen mit dem fränkischen Hausmeier das Kloster Reichenau. Der Schwerpunkt des fränkischen Herzogtums lag im Gebiet südlich des Hochrheins und im Bodenseegebiet. Die Franken mussten wiederholt gegen aufständische alamannische Herzöge ins Feld ziehen. Im so genannten Blutsgerichtstag zu Cannstatt 746 wurde der Widerstand endgültig gebrochen: Das Herzogtum Alamannien wurde aufgehoben und direkt von den Franken beherrscht. Damit verschwand der alamannische Herzogstitel längere Zeit. Allerdings versuchte Kaiser Ludwig der Fromme seinem Sohn Karl zwischen 829 und 838 ein KönigreichAlamannia zu schaffen. Im 10. Jahrhundert wurde das ostfränkisch/deutsche Herzogtum Schwaben gegründet, für das die lateinischen Bezeichnungen Suevia und Alamannia bis weit ins Hochmittelalter gleichbedeutend verwendet wurden. Dieses Herzogtum lässt sich einigermassen eingrenzen. Auch ist seine fränkische Gaueinteilung einigermassen gesichert. Umstrittene Gebiete waren nach wie vor das Elsass und der Aargau, die vom benachbarten Herzogtum Lothringen bzw. vom Königreich Burgund beansprucht wurden. Nach dem Schwabenkrieg 1499 wurde Alamannien nur noch für den südlich des Rheins gelegenen, eidgenössischen Teil des alten Herzogtums verwendet.
Siehe weiter: Herzogtum Schwaben, Geschichte der Schweiz
Die Religion der Alamannen
Die Alamannen verehrten noch im 5. Jahrhundert die altgermanischen Gottheiten, hauptsächlich den Ziu. Nach der Eroberung durch die Franken setzte die Missionierung der Alamannen ein, insbesondere durch den irischen Missionar Kolumban und seine Gefolgsleute. Sie gründeten die Klöster St. Gallen (614), St. Trudpert, Säckingen und Reichenau (724). In Alamannien bestanden noch aus römischer Zeit Bischofssitze in Basel (früher in Augusta Raurica bei Basel), Konstanz, Straßburg und Augsburg. Die kirchlichen Verhältnisse wurden zum ersten Mal in der Lex Alamannorum, einer frühen Kodifikation des alamannischen Rechts im 7. Jahrhundert festgelegt. Es gab wahrscheinlich eine ununterbrochene Existenz von Christen in den alten römischen Gebieten südlich und westlich des Rheins, zumindest in den Städten und in den Alpentälern. Untergegangen war in Alamannien seit der Römerzeit nur der Bischofssitz in Vindonissa (Windisch).
Siehe weiter: Germanische Mythologie
Siedlungsgebiet der historischen Alamannen und der heutigen Alemannen
Germanische Mythologie
Betreffend das Siedlungsgebiet der Alamannen gilt es klar zu unterscheiden zwischen denjenigen Gebieten, in denen archäologische Funde und Flurnamen auf eine mindestens zeitweise Ansiedlung von alamannischen Sippen deuten und denjenigen Gebieten, die von den Sprechern der modernen alemannischen Dialekte bewohnt werden. Die Flurnamen und Funde liegen zwischen Mainz, Würzburg, Alpennordkamm, Vogesen und jenseits der Burgundischen Pforte in der Franche-Comté bis Dijon. In der Schweiz bildet der Raum zwischen Bern und Freiburg im Üechtland im Westen und der Walen- und Bodensee die Grenze. Die Linguistik bezeichnet eine Reihe von heutigenoberdeutschen Sprachen bzw. Großdialekten, die auf den Volksstamm der Alamannen zurückgehen als «Alemannisch». Die Alamannen vermischten sich in den von ihnen besiedelten Gebieten mit der bereits ansässigen romanisierten keltischen Bevölkerung, wobei sich meist das Alamannische als Umgangssprache durchsetzte. Vor allem das Rätoromanische wurde und wird bis heute von den alamannischen Dialekten im Alpenraum stark zurückgedrängt. Manche Gebiete wie das Wallis wurden erst im Mittelalter von alamannischsprechenden Siedlern erschlossen. Gegenüber dem Französischen ist eher ein umgekehrter Trend festzustellen, insbesondere im Elsass und im Raum Neuenburg und Freiburg im Üechtland scheint sich das Alemannische eher zurückzuziehen.
Siehe weiter: Alemannische Dialekte, Schwäbisch-alemannische Fastnacht, Alemannischer Separatismus
Museen
- Alamannenmuseum Ellwangen
- Alamannenmuseum Weingarten
- Württembergisches Landesmuseum in Stuttgart
Literatur
- R. Christlein: Die Alamannen. Archäologie eines lebendigen Volkes, Stuttgart u.a. 1978.
- K. Fuchs, M. Kempa, R. Redies: Die Alamannen (Ausstellungskatalog), Verlag Theiss, Stuttgart 2001, ISBN 3806215359.
- D. Geuenich: Geschichte der Alemannen, Verlag Kohlhammer, Stuttgart 2004, ISBN 3170182277 / ISBN 3170120956.
- D. Geuenich: Die Franken und die Alemannen bis zur "Schlacht bei Zülpich" (496/497), Reallexikon der Germanischen Altertumskunde - Ergänzungsband 19, Mainz 1998.
- W. Müller: Zur Geschichte der Alamannen (Wege der Forschung), Darmstadt 1979.
- Lexikon des Mittelalters, Bd. 1, Sp. 263 ff. (mit Literaturübersicht).
- P. Paulsen: Alamannische Adelsgräber von Niederstotzingen Kr. Heidenheim, Bd. I und II Veröffentlichungen des staatlichen Amtes für Denkmalpflege Stuttgart, Verlag Müller & Gräff, Stuttgart.
- H. Siebenmorgen u.a.: Imperium Romanum. Römer, Christen, Alamannen - Die Spätantike am Oberrhein. Herausgegeben vom Badischen Landesmuseum Karlsruhe, Stuttgart 2005.
- B. Krusch (Hg.): Fredegarii et aliorum Chronica. Vitae sanctorum. Monumenta Germaniae Historica. Scriptores. 1888, Nachdruck 1984
- Gregor von Tours: Zehn Bücher Geschichten, Bd.1, Buch 1-5, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1991, ISBN 3534068092
- R. Wörner: Das alamannische Ortsgräberfeld von Oberndorf-Beffendorf, Kreis Rottweil / Renate Wörner, Stuttgart 1999. (=Materialhefte zur Archäologie in Baden-Württemberg ; 44) Zugl.: Tübingen, Univ., Diss., 1996.
Weblinks
- [http://www.archaeologie-online.de/thema/2001/01/index.php3 Archäologie Online: An der Schwelle von der Antike zum Mittelalter: Die Alemannen]
- [http://www.uni-duisburg.de/FB1/GESCHICHTE/AleZeit.htm Zeittafel zur Geschichte der Alamannen]
- [http://www.novaesium.de/glossar/alamannen.htm Geschichte der Alamannen]
- [http://www.alamannenmuseum-ellwangen.de Alamannenmuseum Ellwangen]
- [http://www.weingarten-online.de/kultur/f_museen.html Alamannenmuseum Weingarten]
- [http://www.cityinfonetz.de/alamannen/inhalt.html Landesausstellung Die Alamannen]
- [http://www.mittelalter-genealogie.de/alamannen_herzoege/alamannen.html Mittelalter-Genealogie: Alamannen]
- [http://www.mittelalter-genealogie.de/alamannen_herzoege/familie_der_alamannen_herzoege.html Mittelalter-Genealogie: Alamannenherzöge]
- [http://www.mittelalter-genealogie.de/alamannen_koenige/familie_der_alamannen_koenige.html Mittelalter-Genealogie: Alamannenkönige]
- [http://www.lexhist.ch/externe/protect/textes/d/D8027-1-39.html Historisches Lexikon der Schweiz: Alemannen]
- [http://www.archaeologie-online.de/thema/2001/01/ Archaeologie-online – Die Herkunft der Alamannen]
- [http://als.wikipedia.org/ Alemannische Wikipedia]
- [http://www.alemannisch.de Muettersproch-Gsellschaft]
- [http://www.alemannisches-institut.de Alemannisches Institut Freiburg]
- [http://www.bad-bad.de/gesch/alaman.htm Alemannen im Gebiet von Baden-Baden]
- [http://www.deheim.de/alemannisch/ Alemannisch und Alemannen: Infos & Alemannische Gedichte]
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Kategorie:Schweizerische Geschichte
Kategorie:Germanischer Stamm
Kategorie:Historisches Territorium
Kategorie:Europäische Ethnie
als:Alamannen
Tabula Peutingeriana
Die Tabula Peutingeriana, auch Peutingersche Tafel, ist eine Karte, die das Straßennetz (Römerstraße) im spätrömischen Weltreich von den britischen Inseln über den Mittelmeerraum und den nahen Osten bis nach Indien mit dem Ganges, der Insel Sri Lanka (Insula Trapobane) im Indischen Ozean und China wiedergibt.
Geschichte
Eine Vorlage für die Tabula Peutingeriana könnte die Weltkarte von Marcus Vipsanius Agrippa (64 v. Chr. - 12 n. Chr.), einem engen Freund des römischen Kaisers Augustus, gewesen sein. Nach seinem Tod war diese Karte in den Grabstein eingemeißelt worden, welcher sich im Porticus Vipsaniae, nicht weit von Friedensaltar, an der Via Flaminia befindet.
Das einzige heute erhaltene Exemplar dieser ursprünglich römischen Weltkarte aus dem 4. Jhdt. n. Chr. ist eine mittelalterliche Kopie aus dem 13. Jahrhundert. Es ist das Werk eines anonymen Kopisten aus Colmar, der damit um 1265 eine ältere Vorlage reproduzierte. Die Originalkarte muss nach 328 angefertigt worden sein, da sie die Stadt Konstantinopel zeigt, welche in diesem Jahr gegründet worden war. Jedoch war sie nicht auf dem damals aktuellen Stand, da auch die Stadt Pompeji zu sehen ist, die nach dem Ausbruch des Vesuv 79 nicht wieder aufgebaut worden war. Andererseits sind einige Orte in der Provinz Germania Inferior eingezeichnet, welche im 5. Jahrhundert zerstört worden waren.
Der Wiener Humanist Conrad Celtis (andere Schreibweise: Konrad Bickel) (1459-1508) fand sie in einer Bibliothek und übergab 1507 sie seinem Freund dem Augsburger Ratsherren Konrad Peutinger (1465-1547). Peutinger hatte vor, diese Karte zu veröffentlichen, doch er verstarb bevor er diese Aufgabe zu Ende führen konnte. Da sie erstmals nach seinem Tode publiziert wurde, benannte man sie nach ihm. 1591 wurde die Karte im belgischen Anvers im bekannten Verlagshaus von Johannes Moretus unter dem Namen "fragmenta tabulae antiquae" gedruckt.
Im weiteren Verlauf wechselte die Karte mehrmals den Besitzer, bis sie im Auftrag von Prinz Eugen von Savoyen 1717 von einem Leipziger Antiquariat gekauft wurde. Nach seinem Tode 1736 ging sie in den Besitz der kaiserlichen Hofbibliothek über und liegt deshalb heute in der österreichischen Nationalbibliothek in Wien.
Kartenaufbau
Ursprünglich wurde diese Kopie aufgerollt und hatte eine Breite von 34 cm und eine Länge von 6,75 m. Sie bestand wahrscheinlich aus zwölf zusammengesetzten Pergamentstücken. 1863 wurde die noch erhaltenen elf Teile zerlegt, damit die Karte nicht durch das Aufrollen weiter strapaziert wird.
Das erste Blatt zeigt die Britischen Inseln, die Niederlande, Belgien, einen Teil Frankreichs und den Westen Marokkos. Die Tatsache, dass die Iberische Halbinsel auf keinem der Blätter vorhanden ist, lässt vermuten, dass es ein zwölftes, heute verlorenes Blatt gegeben hat, welches die Gebiete Spaniens und Portugals sowie einen Teil Westenglands gezeigt hat.
Karteninhalt
Die Karte ist von großer Bedeutung, da auf ihr zahlreiche Ortschaften eingezeichnet sind und sie so die Besiedlung und die Verkehrsachsen zu dieser Zeit sehr gut wiedergibt. Sie zeigt über 200.000 Kilometer Straßen, aber auch Ortschaften, Meere, Flüsse, Waldgebiete und Gebirge. Aufgrund ihres Formats können Entfernungen und Landschaften nicht realistisch wiedergegeben werden, was allerdings auch nicht die Absicht des Erstellers. Die Tabula muss vielmehr als stilisierte Karte gesehen werden, ähnlich den heutigen Nahverkehrsplänen wie zum Beispiel städtischen S-Bahn-Plänen. Sie dient einzig der Übersicht über das vorhandene Straßennetz und dazu, Entfernungen zwischen zwei Orten zu kennen.
Etwa 555 Städte und Dörfer sowie 3500 weitere geografische Objekte wie zum Beispiel Leuchttürme und wichtige Heiligtümer sind eingezeichnet und häufig auch mit kleinen Abbildungen versehen. Städte sind durch zwei Häuser gekennzeichnet, große Metropolen wie Rom, Konstantinopel und Antiochia sind mit einem Medaillon versehen. Die Entfernungsangaben sind mehr oder weniger genau in unterschiedlichen Einheiten angegeben.
- Iteneraria Romana: Römische Reisewege an der Hand der Tabula Peutingeriana dargestellt von Konrad Miller, Stuttgart 1941.
Weblinks
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/Chronologia/Lspost03/Tabula/tab_intr.html Bibliotheca Augustana: Tabula Peutingeriana]
Kategorie:Historische Karte
7. Jahrhundert
Das 7. Jahrhundert begann am 1. Januar 601 und endete am 31. Dezember 700.
Es ist die Epoche des Frühmittelalters.
Zeitalter/Epoche
- Beginn der Arabischen Expansion -9. Jahrhundert
Ereignisse/Entwicklungen
- Der japanische Prinzregent Shōtoku Taishi erlässt 604 die 17-Artikel-Verfassung (憲法十七条 Kenpō-jūshichi-jō).
- Erste christliche Missionierungsversuche der Alemannen im Bodenseegebiet durch irische Wandermönche.
- Die erste Einwanderungswelle der Friesen besiedelt die Nordseeinseln Amrum, Föhr, Sylt und Helgoland.
- 16. Juli 622: Hedschra, Auswanderung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina.
- 8. Juni 632: Tod Mohammeds.
- Die südlichen Provinzen des Byzantinischen Reiches werden von arabischen Heeren überrannt, und die Mauren bringen die islamische Kultur an die gesamte europäische Mittelmeerküste.
- 643: Eroberung Tripolitaniens durch die Araber.
- 645 Das japanische Adelshaus der Nakatomi beendet die politische Herrschaft der Familie Soga. Im Jahr darauf werden die Taika-Reformen erlassen die Verwaltung, Steuerrecht und die Grundbesitzverhältnisse neu ordnete.
- 656: Das Gebiet des heutigen Irak, ursprünglich Teil des Persischen Reiches, wird muslimisch.
- 681: Gründung des Bulgarischen Reiches auf der östlichen Balkan-Halbinsel durch die Wolgabulgaren.
- 687: Durch seinen Sieg in der Schlacht bei Tertry gewinnt Pippin der Mittlere das Hausmeieramt im gesamten Frankenreich und legt damit die Grundlage zum Aufstieg der Pippiniden, der späteren karolinigschen Dynastie.
- Der Kalif Abd al-Malik macht in den 690er-Jahren Arabisch zur offiziellen Verwaltungssprache des islamischen Reiches.
- Ende der Mochica-Kultur in Peru, Südamerika.
- Das buddhistische Königreich Srivijaya wird auf Sumatra errichtet.
- Entwicklung der Khmer-Kultur in Kambodscha.
- Ōsaka wird japanische Hauptstadt.
- Huayan wird gegründet
Persönlichkeiten
- Mohammed, Gründer des Islam
- Sri Singha, buddhistischer Meister und Linienhalter der Dzogchen-Tradition
- Vimalamitra, großer buddhistischer Gelehrter des 7. und 8.Jahrhunderts
Erfindungen und Entdeckungen
- Im Kaiserreich China kommt erstmals in kleineren Mengen Papiergeld in Umlauf.
- Araber verkochten erstmals Öl und Lauge miteinander und schufen somit die Seife in ihrer heute bekannten Form.
- Entwicklung der Windmühle in Persien.
- Die Masoreten (jüdische Schriftgelehrte) entwickeln ein Vokalpunktierungssystem, um die korrekte Aussprache des Hebräischen fest zu halten.
- 622: Beginn des islamischen Kalenders.
- Erforschung Indiens auf dem Landweg durch den chinesischen Entdecker Xuanzang.
- In der chinesischen Provinz Jiangsu wird zwischen dem Chang Jiang und dem Huang He der "Kaiserkanal" erbaut.
- Erste schriftliche Zeugnisse der altmalaiischen Sprache.
01-07
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ja:7世紀
ko:7세기
AlemannenDie Alamannen oder Alemannen sind ein westgermanischer Stammesverband. Ihr Siedlungs- und Herrschaftsgebiet wurde im Frühmittelalter als Alamannien bezeichnet. Die Bedeutung des Namens, der erstmals 289 n. Chr. in seiner lateinischen Form Alamanni (später auch Alemanni) erscheint, ist umstritten. Wahrscheinlich bedeutet er einfach «die Männer allgemein». Denkbar sind jedoch auch «alle (wehrfähigen) Männer» oder abwertend «zusammengelaufene, vermischte Männer». Der historische Stammesverband der Alamannen ging über in den altdeutschen Stamm der Schwaben. Heute bezeichnen sich ein Teil der Bewohner im süddeutschen Raum als «Alemannen». Sie sprechen Dialekte, welche in der Linguistik als Alemannischen Dialekte bezeichnet werden und pflegen «alemannisches» Brauchtum wie die Alemannische Fasnacht. In Baden-Württemberg grenzen sich die Bewohner des alten Baden oft als «Alemannen» gegen die «Schwaben» aus Württemberg ab.
Herkunft der Alamannen
Die Alamannen bildeten sich wahrscheinlich im 3. Jahrhundert n. Chr. aus verschiedenen elbgermanischen und suebischen (verm. Semnonen, Juthungen usw.) Stammesgruppen, Heerhaufen und Gefolgschaften im Gebiet zwischen Rhein, Main und Lech. Die früher oft geäusserte Vermutung, die Alamannen hätten sich im inneren Germaniens gebildet gilt heute als überholt. Gesicherte Erkenntnisse darüber gibt es jedenfalls keine, da nur archäologische Funde und keine schriftlichen Quellen vorliegen. Die Deutung des Namens als «die Männer allgemein» nach dem römischen Historiker Asinius Quadratus wäre so zu deuten, dass damit ein Unterschied zu den nach spezifischen Stämmen unterschiedenen Männern gemacht wurde. Er verweist also auf die Entstehung des Volkes durch die Vermischung von Männern (mit ihren Sippen) aus verschiedenen Stämmen. Die Alamannen gliederten sich in die Bucinobantes, Brisigavi, Lentienses, Raetovarii und Juthungen. Bis um 500 wurden Alamannen und Sueben ebenfalls unterschieden. Es ist anzunehmen, dass der alte Name Sueben zum Teil weiter verwendet wurde. Er taucht später wieder auf, als das Siedlungsgebiet der Alamannen, das bis dahin als Alamannia betitelt worden war, im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zum Herzogtum Schwaben wurde.
Der Name Alamannen wird pars pro toto (ein Teil [steht] für das Ganze), im Französischen (les Allemands), im Türkischen (Almanlar), im Spanischen (los alemanes) und im Portugiesischen (os alemães) als Bezeichnung für die Deutschen verwendet.
Siehe auch: Liste der germanischen Stämme, Schwaben
Geschichte
Die Stammesbildung der Alamannen fand wahrscheinlich erst im fortgeschrittenen 3. Jahrhundert statt. Der Einfall der Alamannen nach Italien und Gallien unter dem König Chrocus 268 n. Chr. soll gemäss den Berichten von Gregor von Tours (Historia Francorum, lib. I, 32-34) das Land völlig verwüstet zurückgelassen haben. Kaiser Gallienus gelangen es mehrmals (259 bei Mailand und 260 bei Augsburg) die Alamannen zu bezwingen, dennoch konnte das Römische Reich danach den Limes und damit das Gebiet nördlich und östlich des Rheins in Süddeutschland, das Dekumatland nicht mehr halten. Das Dekumatland war wohl schon zuvor von verschiedenen germanischen bzw. alamannischen Sippen unter römischer Duldung oder Förderung besiedelt worden, da es sich hier um ein vernachlässigtes, strukturschwaches und krisengeschütteltes Grenzgebiet handelte. Die alamannischen Ansiedlungen entstanden oftmals in oder bei den Ruinen der römischen Kastelle und Villen. Vereinzelt wurden auch so genannte Höhenburgen errichtet wie auf dem Glauberg und Runden Berg bei Bad Urach. Am 21. April 289 n. Chr. hielt Mamertinus in Augusta Treverorum (Trier) eine Lobrede auf Kaiser Maximianus und erwähnte dabei die Alamanni. Dies ist die erste zeitgenössische Erwähnung der Alamannen. Ab 289 ist für das Gebiet nördlich des Rheins die Bezeichnung Alamannia nachweisbar. Eine erste Nennung der Alamannen zum Jahr 213, als nach dem römischen Historiker Dio Cassius Kaiser M. Aurelius Antoninus Caracalla nach einem Sieg über die Alamannen den Beinamen Alamannicus angenommen haben soll, ist nicht zeitgenössisch und deshalb unzuverlässig.
Vom ehemaligen Dekumatland aus unternahmen die Alamannen wiederholte Raubzüge in die angrenzenden Provinzen des römischen Reiches Raetia und Maxima Sequanorum, aber auch bis weit nach Gallien hinein. Sie erlitten dabei wiederholt Niederlagen gegen römische Heere, so durch Kaiser Constantius 298 bei Langres und bei Vindonissa (Windisch). Nach der verlustreichen Schlacht bei Mursa 351 zwischen dem gallischen Usurpator Magnentius und Kaiser Constantius II. brachen die Franken und Alamannen gemeinsam über die Rheingrenze. Die Alamannen besetzten die Pfalz, das Elsass und die Nordostschweiz. Erst der Sieg des Caesar (Unterkaiser) Julian in der Schlacht von Argentoratum (Straßburg) 357 gegen die vereinigten Alamannen unter Chnodomar sicherte die Rheingrenze erneut. Während der Regierungszeit Kaiser Valentinians I. gelang es den Alamannen zweimal, 365 und 368, ins Reichsgebiet einzudringen und unter anderem Mogontiacum (Mainz) zu plündern. Nach einem Vergeltungsfeldzug, der 369 Valentinian I. den Beinamen Alamannicus einbrachte, ließ er die Rheingrenze durch eine neue Reihe von Kastellen sichern, so in Altrip, Breisach am Rhein und gegenüber von Basel (Robur). Die Grenze am Hochrhein wurde mit einer Kette von Wachttürmen (burgi) verstärkt. 374 schlossen die Alamannen unter ihrem König Makrian einen dauerhaften Frieden mit Valentinian I. Dennoch musste sein Nachfolger, Kaiser Gratian 378 wiederum einen Feldzug gegen die Alamannen führen, der als letzter Vorstoß römischer Truppen über die Rheingrenze gilt. Danach standen die Alamannen in einem Foederaten-Verhältnis mit dem römischen Reich.
Die Usurpation durch Magnus Maximus in Britannien und der Krieg mit den Franken erlaubte 383 einen Einbruch der Alamannen in Rätien, das Kaiser Valentinian II. nur mit Unterstützung der Alanen und der Hunnen wieder sichern konnte. Weitere interne römische Machtkämpfe unter Kaiser Theodosius I. schwächten die römische Position am Rhein. Dem Heermeister Stilicho gelang es zwar 396/398, die Verträge mit den Alamannen zu erneuern, dennoch musste er zum Schutz Italiens vor den Goten ab 401 die römischen Truppen von der Reichsgrenze abziehen. Es scheint nach neuesten Erkenntnissen danach jedoch nicht zu einem sofortigen «Alamannensturm» in die ehemals römischen Gebiete gekommen zu sein. Archäologische Funde weisen darauf hin, dass die föderierten Alamannen zumindest eine Zeit lang noch die Grenze schützten. Insbesondere Rätien wurde als «Schutzschild Italiens» noch bis Mitte des 5. Jahrhunderts verteidigt: Römische Truppen wehrten 430 unter Flavius Aetius und 457 unter Kaiser Majorian alamannische Einfälle nach Rätien und Italien ab. Gallien war den Plünderungszügen der Alamannen hingegen mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert und wurde gemäss dem Chronisten Fredegar nach 406 wiederholt verwüstet.
Ab 455 setzte eine West- und Ostexpansion der Alamannen nach Gallien und Noricum ein, über die nur ungesicherte Informationen vorliegen. Ein Konflikt mit den benachbarten Franken führte nach Gregor von Tours zwischen 496 und 507 zur entscheidenden Niederlage der Alamannen bei Zülpich gegen den fränkischen König Chlodwig I.. Chlodwig habe danach in Zusammenhang mit diesem Sieg den christlichen Glauben angenommen. Die Alamannen fielen danach unter die Hoheit der Franken und der Ostgoten | | |