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| Nürtinger Vertrag |
Nürtinger VertragDer Nürtinger Vertrag wurde am 25. Januar 1442 zwischen den beiden württembergischen Grafen Ludwig I. und seinem Bruder Ulrich V. geschlossen. Der Vertrag spaltete Württemberg dauerhaft in zwei Teile. Der Stuttgarter Teil unter Ulrich V. umfasste unter anderem die Städte Cannstatt, Göppingen, Marbach, Neuffen, Nürtingen, Schorndorf und Waiblingen; zum Uracher Teil unter Ludwig I. gehörten unter anderem die Städte Balingen, Calw, Herrenberg, Münsingen, Tuttlingen und Tübingen. Bereits ein Jahr vor dem Nürtinger Vertrag kurz nach der Hochzeit Ulrichs V. mit Margarethe von Cleve fand bereits eine Landesteilung statt, die allerdings nur auf vier Jahre befristet war und nicht dieselben territorialen Grenzen vorsah.
Die Teilung wurde mit dem Münsinger Vertrag vom 14. Dezember 1482 und im Esslinger Vertrag von 1492 wieder aufgehoben.
Kategorie:Geschichte Baden-Württembergs
Kategorie:Historisches Territorium
Kategorie:Graf (Württemberg)
25. JanuarDer 25. Januar (in Österreich: 25. Jänner) ist der 25. Tag des Gregorianischen Kalenders - somit bleiben 340 Tage (in Schaltjahren 341 Tage) bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 750 - die Umayyaden werden in der Schlacht am Großen Zab (seit dem 16. Januar) entscheidend geschlagen
- 1442 - Nürtinger Vertrag zur Teilung des Landes Württemberg zwischen Ludwig I. und seinem Bruder Ulrich V.
- 1774 - London. David Low eröffnet das erste Hotel der Welt
- 1890 - Der Deutsche Reichstag lehnt mit 167 zu 98 Stimmen eine Regierungsvorlage zur Verlängerung des Sozialistengesetzes auf unbestimmte Zeit ab.
- 1952 - Island. Tod von Staatspräsident Sveinn Bjørnsson.
- 1955 - UdSSR beendet Kriegszustand mit Deutschland mit dem "Erlaß des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR"
- 1971 - Putsch in Uganda
- 1974 - UN-Truppen rücken in die von den Israelis frei gemachten Stellungen am Sueskanal ein.
- 1987 - Bei der Bundestagswahl in Deutschland wird die Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP in ihrem Amt bestätigt
- 1993 - Offizieller Besuch von Bundeskanzler Helmut Kohl in den Niederlanden
- 1995 - Albanien unterzeichnet mit der NATO ein individuelles Partnerschaftsabkommen.
- 1995 - Bulgarien. Shan Videnov wird Ministerpräsident.
- 1996 - Deutschlands Bundespräsident Roman Herzog auf Staatsbesuch in Äthiopien.
- 2001 - Armenien und Aserbaidschan werden Mitglieder des Europarats.
- 2002 - In Kabul findet ein Treffen zwischen dem UN-Generalsekretär Kofi Annan und dem afghanischen Regierungschef Hamid Karzai statt.
- 2002 - Indien testet eine atomare Kurzstreckenrakete mit einer Reichweite bis 700 km.
- 2004 - Georgien. Micheil Saakaschwili wird Staatspräsident
Wirtschaft
- 1949 - UdSSR, Bulgarien, Polen, Rumänien, Tschechoslowakei und Ungarn gründen die Wirtschaftsgemeinschaft COMECON (Council for Mutual Economic Assistance).
- 1984 - Der Apple Macintosh wird vorgestellt.
Wissenschaft und Technik
- 1977 - Frankreich. In den Pyrenäen geht weltweit das erste Solarkraftwerk in Betrieb.
- 2004 - Landung der Sonde Opportunity auf dem Planeten Mars.
Kultur
- 1694 - Uraufführung der Oper Xerse von Giovanni Bononcini im Tordinona in Rom.
- 1782 - Uraufführung der Oper Armida abbandonata von Luigi Cherubini in Florenz.
- 1861 - Uraufführung der Operette Les Musiciens d'orchestre von Léo Delibes am Théâtre des Bouffes-Parisiens in Paris.
- 1884 - Uraufführung der Operette Gasparone von Karl Millöcker am Theater an der Wien in Wien.
- 2002 - Magnus Manske-Tag, Einführung der Wikipedia Software Version 2.
Religion
Katastrophen
- 1939 - Erdbeben der Stärke 8,3 in Chillan (Chile) fordert rund 28.000 Todesopfer.
- 1990 - New York, USA. Einer Boeing 707 der Luftfahrtgesellschaft Avianca geht beim Anflug auf den John F. Kennedy International Airport der Treibstoff aus. Beim Absturz sterben 73 Menschen, 74 werden gerettet.
- 1999 - Erdbeben der Stärke 6,2 in Kolumbien, 1.185 Tote
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1997 - In Stuttgart gewinnen die Brüder Vitali und Wladimir Klitschko ihre Boxkämpfe gegen Mike Acklie bzw. Troy Weida jewils vorzeitig durch KO.
Geboren
- 1459 - Paul Hofhaimer, österreichischer Komponist
- 1477 - Anne de Bretagne, Königin von Frankreich
Anne de Bretagne
- 1488 - Georg Truchsess von Waldburg-Zeil, deutscher Heerführer
- 1526 - Adolf I., Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf
- 1540 - Edmund Campion, Mönch im Jesuitenorden und Märtyrer der katholischen Kirche
- 1615 - Govert Flink, holländischer Maler
- 1627 - Robert Boyle, irischer Chemiker und Naturwissenschaftler
- 1630 - Ludwig VI. (Hessen-Darmstadt), Landgraf von Hessen-Darmstadt
- 1635 - Daniel Casper von Lohenstein, deutscher Dichter
- 1695 - Franz Ernst von Hessen-Darmstadt, deutscher Adliger
- 1708 - Pompeo Batoni, italienischer Maler
- 1723 - Mademoiselle Clairon, französische Tragödin
- 1736 - Joseph-Louis Lagrange, italienischer Mathematiker und Astronom
- 1743 - Friedrich Heinrich Jacobi, deutscher Philosoph und Schriftsteller
- 1750 - Johann Gottfried Vierling, deutscher Organist und Komponist
- 1752 - Friedrich Valentin, deutscher Bildhauer
- 1759 - Robert Burns, schottischer Schriftsteller und Poet
- 1776 - Joseph Görres, deutscher Publizist
- 1777 - Karoline Jagemann, deutsche Sängerin
- 1820 - Adalbert Heinrich Graf von Baudissin, deutscher Schriftsteller
- 1825 - George Edward Picket, Major-General in der Armee der Konföderierten Staaten von Amerika
- 1832 - Paul Bronsart von Schellendorff, preußischer General und Kriegsminister
- 1841 - John Arbuthnot Fisher, als 1. Seelord und Admiral prägte er die Royal Navy.
- 1843 - Hermann Amandus Schwarz, deutscher Mathematiker
- 1851 - Jan Blockx, belgischer Komponist
- 1855 - Eduard Meyer, deutscher Althistoriker
- 1866 - Emile Vandervelde, belgischer Politiker
- 1869 - Max Hoffmann, deutscher General
- 1870 - Helge von Koch, schwedischer Mathematiker
Helge von Koch
- 1874 - William Somerset Maugham, englischer Dramatiker, und Schriftsteller
- 1875 - Karl August Nerger, Fregattenkapitän und Träger des Ordens Pour-le-Mérite
- 1876 - Herbert Eulenberg, deutscher Dichter und Schriftsteller
- 1880 - Arthur Schütz, österreichischer Ingenieur und Schriftsteller
- 1880 - Bernhard Raestrup, deutscher Politiker
- 1881 - Elly Heuss-Knapp, deutsche Politikerin, Gründerin des Müttergenesungswerks
- 1881 - Emil Ludwig, deutscher Schriftsteller
- 1882 - Virginia Woolf, britische Schriftstellerin und Idol der Frauenbewegung
- 1886 - Wilhelm Furtwängler, deutscher Dirigent und Komponist
- 1892 - Takeo Takagi, Vizeadmiral der kaiserlich japanischen Marine
- 1894 - Micheil Tschiaureli, georgischer Filmregisseur
- 1895 - Heinrich Landahl, Hamburger Schulsenator
- 1895 - Paolo Marella, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1898 - Anton Diel, deutscher Politiker und MdB
- 1899 - Paul-Henri Spaak, belgischer Politiker und Staatsmann
- 1899 - Sleepy John Estes, US-amerikanischer Musiker
- 1900 - Theodosius Dobzhansky, russisch-amerikanischer Genetiker and Evolutionsbiologe
- 1904 - Géza Fried, ungarischer Pianist und Komponist
- 1909 - Reinhold Münzenberg, deutscher Fußballspieler
- 1910 - Henri Louveau, französischer Rennfahrer
- 1913 - Jürgen Aschoff, deutscher Biologe
- 1913 - Witold Lutosławski, polnischer Komponist und Dirigent
- 1916 - Hans Coppi, Mitglied der Widerstandsgruppe Rote Kapelle
- 1917 - Ilya Prigogine, russisch-belgischer Physikochemiker
- 1917 - Jânio Quadros, Staatspräsident von Brasilien
- 1922 - Luigi Luca Cavalli-Sforza, italienischer Biologe, Genetiker
- 1923 - Eva Zeller, deutsche Schriftstellerin
- 1925 - Paul Pörtner, deutscher Dramatiker und Lyriker
- 1926 - Youssef Chahine, ägyptischer Filmregisseur
- 1927 - Antônio Carlos Jobim, brasilianischer Sänger und Komponist
Antônio Carlos Jobim
- 1928 - Eduard Schewardnadse, Außenminister der Sowjetunion und Präsident Georgiens
- 1929 - Benny Golson, US-amerikanischer Jazz-Tenorsaxophonist, Komponist und Arrangeur
- 1929 - Michael Mitchai Kitbunchu, Erzbischof von Bangkok und Kardinal
- 1929 - Robert Faurisson, französischer Professor für Literatur, Revisionist (Holocaustleugner)
- 1930 - Hans-Günther Toetemeyer, deutscher Politiker und MdB
- 1930 - Raymund Schmitt, Präsident des Bezirkstages von Unterfranken
- 1931 - Günter Biermann, deutscher Politiker und MdB
- 1932 - Jochen Brauer, deutscher Musiker
- 1933 - Corazon Aquino, philippinische Staatspräsidentin
- 1935 - António Ramalho Eanes, Präsident von Portugal
- 1937 - Werner Schneyder, österreichischer Kabarettist
- 1938 - Etta James, US-amerikanischer Sängerin
- 1938 - Wladimir Semjonowitsch Wyssozki, russischer Schauspieler, Dicher und Sänger
- 1939 - Otto Wesendonck (Bildhauer), deutscher Bildhauer
- 1940 - Wolfgang Paul (Fußballspieler), deutscher Fußballspieler
- 1942 - Eusébio, portugiesischer Fußballspieler
- 1942 - Martin Dolde, Ingenieur und Kirchenpolitiker
- 1943 - Dagmar Berghoff, deutsche Hörfunk- und Fernsehmoderatorin
- 1943 - Norbert Königshofen, deutscher Politiker und MdB
- 1943 - Roy Black, deutscher Schlagersänger und Schauspieler
- 1944 - Tom Koenigs, deutscher Politiker
- 1945 - Jason Dark, deutscher Trivialautor
- 1946 - Ronnie Brandon, US-amerikanischer Musiker
- 1947 - Anton Mang, Motorradrennfahrer
- 1949 - Paul M. Nurse, britischer Mediziner und Nobelpreisträger
- 1951 - Bill Viola, US-amerikanischer Video- und Installationskünstler
- 1951 - Hans-Jürgen Dörner (Fußballspieler), deutscher Fußballtrainer und -spieler (DDR)
- 1952 - Malan Marnersdóttir, erste feministische färöische Literaturwissenschaftlerin
- 1954 - Richard Finch, US-amerikanischer Musiker
- 1955 - Jürgen Renfordt, deutscher Schlagesänger
- 1955 - Olivier Assayas, französischer Regisseur und Drehbuchautor
- 1955 - Petra Gerster, deutsche Fernsehjournalistin und Moderatorin
- 1957 - Luis Alfredo Garavito Cubillos, kolumbianischer Serienmörder
- 1958 - Alessandro Baricco, italienischer Schriftsteller
- 1958 - Harti Weirather, österreichischer Skirennläufer
- 1958 - Jürgen Hingsen, deutscher Zehnkämpfer
- 1958 - Paulus Manker, österreichischer Schauspieler und Regisseur
- 1962 - Chris Chelios, US-amerikanischer Eishockeyspieler
- 1972 - Pauli Jaks, Schweizer Eishockeyspieler
- 1972 - Silke Rottenberg, deutsche Fußballspielerin
- 1974 - Marek Mastic, slowakischer Eishockeyspieler
- 1975 - Martin Laciga, Schweizer Beachvolleyballspieler
- 1977 - Lidia Chojecka, polnische Leichtathletin
- 1978 - Denis Nikolajewitsch Menschow, russischer Radrennfahrer
- 1980 - Christian Olsson, schwedischer Leichtathlet
- 1981 - Alicia Keys, US-amerikanische Pop- und Soulsängerin
- 1983 - Sarah Günther, deutsche Fußballspielerin
- 1984 - Stefan Kießling, deutscher Fußballspieler
Gestorben
Stefan Kießling
- 390 - Gregor von Nazianz, Bischof und Kirchenlehrer
- 840 - Gregor IV., Papst
- 1138 - Anaklet II. (Gegenpapst), Gegenpapst zu Papst Innozenz II.
- 1138 - Pietro Pierleoni, Gegenpapst zu Papst Innozenz II.
- 1366 - Heinrich Seuse, mittelalterlicher Mystiker
- 1494 - Ferdinand I. (Neapel), König von Neapel
- 1559 - Christian II. (Dänemark), König von Dänemark
- 1586 - Lucas Cranach der Jüngere, deutscher Maler und Graphiker
- 1640 - Robert Burton, englischer Schriftsteller und anglikanischer Geistlicher
- 1681 - Petronio Franceschini, italienischer Komponist
- 1821 - Maciej Kamieński, polnischer Komponist
- 1831 - Ernst August Friedrich Klingemann, deutscher Schriftsteller der Romantik
- 1844 - Jean-Baptiste Drouet d'Erlon, französischer General und Marschall von Frankreich
Jean-Baptiste Drouet d'Erlon
- 1870 - Victor de Broglie, französischer Staatsmann und Diplomat
- 1871 - Wilhelm Weitling, Frühsozialist
- 1884 - Johann Gottfried Piefke, Militärmusiker und Komponist
- 1885 - Alois Emanuel Biedermann, reformierter Theologe aus der Schweiz
- 1907 - René Pottier, französischer Radrennfahrer
- 1908 - Michail Iwanowitsch Tschigorin, russischer Schachspieler
Michail Iwanowitsch Tschigorin
- 1908 - Michail Tschigorin, russischer Schachspieler
- 1912 - Karl Junker, deutscher Maler, Bildhauer und Architekt
- 1936 - Titus Maria Horten, katholischer Priester und Heiliger
- 1947 - Al Capone, legendärer Chicagoer Mafioso während der Prohibition
- 1952 - Sveinn Björnsson, erster Präsident Islands
- 1960 - Ernst Gehrcke, deutscher Physiker
- 1963 - Robert Leibbrand, deutscher KPD-Politiker
- 1972 - Erhard Milch, deutscher Generalfeldmarschall im Dritten Reich
- 1972 - Ludwig Tügel, deutscher Schriftsteller
- 1973 - Elinor Hubert, deutsche SPD-Politikerin
- 1975 - Gottlob Berger, deutscher General. SA- und SS-Mitglied
- 1975 - Yvonne Georgi, deutsche Ballett-Tänzerin und Choreographin
- 1976 - Chris Kenner, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1976 - Erwin Schoettle, deutscher Politiker
- 1990 - Ava Gardner, US-amerikanische Schauspielerin
- 1992 - Raban Adelmann, MdR
- 1992 - Raban Graf Adelmann, deutscher Politiker und MdB
- 1993 - Robert Jacobsen, dänischer Bildhauer
- 1995 - Fritz Dorls, deutscher Politiker
- 1996 - Ruth Berghaus, deutsche Regisseurin des Musiktheaters
- 1996 - Siegfried Sommer, deutscher Schriftsteller
- 1999 - Rudi Glöckner, deutscher Fußballschiedsrichter
- 2004 - Fanny Blankers-Koen, niederländische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 2004 - Miklós Fehér, ungarischer Fußballnationalspieler
- 2005 - Dieter Zehentmayr, österreichischer Karikaturist
- 2005 - Lothar Löffler, deutscher SPD-Politiker und MdB
- 2005 - Max Velthuijs, niederländischer Autor und Zeichner
- 2005 - Netty Witziers-Timmer, niederländische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 2005 - Philip Johnson, US-amerikanischer Architekt
Feier- und Gedenktage
- Kirchliche Gedenktage
- Bekehrung des Hl. Apostels Paulus (katholisch, evangelisch, anglikanisch)
- Sel. Heinrich Seuse, Mönch, Mystiker (katholisch, evangelisch) Im deutschen Sprachgebiet wird der katholische Gedenktag verlegt auf den 23. Januar
- Hl. Gregor von Nazianz, Bischof, Kirchenlehrer (orthodox)
- Namenstage: Adelviva, Amarin, Paul
- Burns Supper zu Ehren des Dichters Robert Burns.
Siehe auch
- 24. Januar - 26. Januar
- 25. Dezember - 25. Februar
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0125
ja:1月25日
ko:1월 25일
simple:January 25
th:25 มกราคม
1442
Politik und Weltgeschehen
25. Januar: Nürtinger Vertrag zur Teilung des Landes Württemberg zwischen Ludwig I. und seinem Bruder Ulrich V.
- 28. April: Eduard IV., König von England († 1483)
- 3. Juli: Go-Tsuchimikado, 103. Kaiser Japans († 1500)
- 18. Dezember: Pierre Cauchon, Bischof von Beauvais ( - 1370)
ko:1442년
Württemberg
Württemberg war ein Land des Deutschen Reichs auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Baden-Württemberg. Die Hauptstadt war Stuttgart.
Namensgebung
Stuttgart
Der Name Württemberg leitet sich vom Wirtemberg in Stuttgart-Rotenberg (Stadtbezirk Stuttgart-Untertürkheim) ab. Dieser wiederum ist eventuell nach dem in Luxemburg, der möglichen Heimat des Geschlechts der Württemberger, gelegenen Wirdeberg benannt oder lokalen, keltischen Ursprungs ( - Wirodunum). Auf dem Wirtemberg stand bis 1819 die ehemalige Stammburg Wirtemberg aus dem 11. Jahrhundert, an deren Stelle 1824 eine Grabkapelle für Königin Katharina von Württemberg errichtet wurde.
Württemberg bezeichnet auch ein deutsches Weinanbaugebiet – siehe Württemberg (Weinanbaugebiet) und Württemberger Weinstraße.
Geschichte
Das Haus Württemberg tritt erstmals in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts auf. Erster urkundlich benannter Vertreter ist 1081 Konrad I., der vermutlich auch der Erbauer der Burg Wirtemberg war.
Grafschaft bis 1495
Im 12. Jahrhundert erlangten die Württemberger das Grafenamt. Mit dem Ende der Stauferherrschaft in Schwaben um 1250 waren die Voraussetzungen für die territoriale Erweiterung der Grafschaft Württemberg geschaffen. Durch die Heirat des Grafen Ulrich I. mit Mechthild von Baden im Jahr 1251 kam die spätere Hauptstadt Stuttgart zu Württemberg. Weitere Vergrößerungen der Herrschaft wurden hauptsächlich unter Graf Ulrich III. (1325–1344) und unter Graf Eberhard III. (Eberhard der Milde) (1392–1417) erreicht. Herausragend ist dabei die Erwerbung der Grafschaft Mömpelgard durch das Eheversprechen des späteren Grafen Eberhard IV. mit Henriette von Mömpelgard am 13. November 1397. Am 25. Januar 1442 wurde der Nürtinger Vertrag zwischen Ludwig I. und seinem Bruder Ulrich V. geschlossen. Dieser spaltete Württemberg in zwei Teile. Der Stuttgarter Teil unter Ulrich V. umfasste die Städte Cannstatt, Göppingen, Marbach, Neuffen, Nürtingen, Schorndorf und Waiblingen; zum Uracher Teil unter Ludwig I. gehörten die Städte Balingen, Calw, Herrenberg, Münsingen, Tuttlingen und Tübingen. Mömpelgard wurde nach dem Tod der Mutter der beiden Grafen Henriette von Mömpelgard 1444 zunächst dem Uracher Landesteil zugeschlagen.
Mit dem Münsinger Vertrag vom 14. Dezember 1482 und dem Esslinger Vertrag vom 2. September 1492 gelang es dem Grafen von Württemberg-Urach und späteren Herzog Eberhard im Bart, die Teilung Württembergs wieder aufzuheben. Der kinderlose Eberhard im Bart wurde alleiniger Herrscher des wiedervereinigten Lands. Die Nachfolge wurde auf den amtierenden Graf von Württemberg-Stuttgart Eberhard VI. festgelegt, der das Land aber gemeinsam mit einem Zwölferausschuss aus der sogenannten Ehrbarkeit, den Vertretern der adeligen und nicht-adeligen Stände im Land, regieren sollte.
Herzogtum von 1495 bis 1806
1806
Am 21. Juli 1495 wurde Württemberg zum Herzogtum erhoben. Noch im selben Jahr gab Eberhard I. (Eberhard im Bart) dem Herzogtum seine erste Landesordnung. Nach seinem Tod 1496 und dem Putsch der Ehrbarkeit gegen Eberhard II. 1498 war die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts unter Herzog Ulrich von Krisen und militärischen Auseinandersetzungen gekennzeichnet, die erst unter Herzog Christoph ihren Abschluss fanden. Nach Steuererhöhungen kam es 1514 zu Aufständen der Bauern („Armer Konrad“), die Ulrich blutig niederschlug. Nachdem er 1519 die Freie Reichsstadt Reutlingen überfiel, wurde er von den Truppen des Schwäbischen Bundes unter Anführung von Georg Truchsess von Waldburg-Zeil (genannt „Bauern-Jörg“) aus Württemberg vertrieben. Erst 1534 gelang es ihm mit Hilfe des hessischen Landgrafen Philipp I., sein Land zurückzuerobern. Nach seiner Rückkehr aus dem Exil führte er ab 1534 die Reformation in Württemberg ein. Hierbei standen ihm die Reformatoren Ambrosius Blarer, Johannes Brenz und Erhard Schnepf zur Seite. Anfänglich war die württembergische Reformation der Versuch einer Vermittlung zwischen der zwinglianischen und der lutherischen Ausrichtung. Mit der Entlassung Blarers 1538 war jedoch der Weg frei für eine rein lutherisch geprägte Fürstenreformation, die mit der Säkularisierung von Kirchengut einherging. Herzog Christoph setzte den Aufbau der staatlichen Strukturen konsequent fort, die bereits unter Eberhard I. begonnen wurde. Sehr viele Regelwerke und Gesetze wurden unter seiner Regentschaft erarbeitet. Herausragend sind dabei die Große Kirchenordnung von 1559, die alle bisherigen staatlichen und kirchlichen Regelungen kodifizierte und erweiterte. Nachdem Christophs Sohn Herzog Ludwig 1593 kinderlos verstarb, ging die Herrschaft auf Friedrich I. aus der Seitenlinie Württemberg-Mömpelgard über. Seine Politik war darauf ausgerichtet, die Privilegien der Ehrbarkeit zurückzuführen und den Adel zu stärken. Dies und seine merkantilistische Wirtschaftspolitik weisen Friedrich klar als Vertreter des frühen Absolutismus aus. Unter seinem Baumeister Heinrich Schickhardt entstanden viele Bauwerke im Stil der Renaissance.
Im Dreißigjährigen Krieg 1618 bis 1648 gehörte Württemberg zu einer der meistbetroffenen Regionen überhaupt. Ab 1628 stand das Land mehr oder weniger dauerhaft unter der Kontrolle fremder Truppen. Durch das Restitutionsedikt Kaiser Ferdinands II. verlor Württemberg etwa ein Drittel seines Territoriums. Nach der Schlacht bei Nördlingen 1634, bei der das württembergische Heer auf der Seite der unterlegenen Schweden gekämpft hatte, kam es zu Plünderungen und Brandschatzungen im Land. Herzog Eberhard III. floh ins Exil nach Straßburg. In der Folgezeit wurde das Land durch Armut, Hunger und die Pestepidemie 1637 entvölkert (ca. 120.000 Einwohner 1648 nach 350.000 im Jahr 1618). Mit dem Westfälischen Frieden 1648, bei dem der württembergische Gesandte Johann Konrad Varnbüler die territoriale Wiederherstellung des Landes in seinen alten Grenzen aushandelte, begann der Wiederaufbau und die Wiederherstellung der wirtschaftlichen und administrativen Strukturen des Landes. Diese richteten sich zwar stark an den Gegebenheiten der Vorkriegszeit aus, stärkten aber erneut die Stellung der Ehrbarkeit. Ende des 17. Jahrhunderts wurde Württemberg in die kriegerischen Auseinandersetzungen des Deutschen Reiches mit Frankreich, den Pfälzer Erbfolgekrieg, den fünften Österreichischen Türkenkrieg und den Spanischen Erbfolgekrieg hineingezogen. Im Westen des Landes kam es dabei zu größeren Verwüstungen durch die marodierenden Truppen des französischen Generals Ezéchiel de Mélac (zum Beispiel 1692 bei der Zerstörung des Schlosses und der Klosteranlagen in Hirsau).
Hirsau]
Die Regentschaft Herzogs Eberhard Ludwig, dessen Vater nur neun Monate nach seiner Geburt starb, war ein starker Kontrast und zugleich Nährboden für den sich herausbildenden württembergischen Pietismus. Hierzu gehörte vor allem der prunkvolle Bau des Schlosses Ludwigsburg ab 1704, wo sich Eberhard Ludwig mit seiner einflussreichen langjährigen Mätresse Wilhelmine von Grävenitz niederließ, während seine Ehefrau weiterhin in Stuttgart blieb. Eine Provokation der herrschenden Kreise und Moralvorstellungen war sicher auch die Ansiedlung der 1700 aus Frankreich vertriebenen Waldenser in Württemberg und die Verlegung der Hauptstadt 1724 in das damals satirisch häufig als „Lumpenburg“ bezeichnete Ludwigsburg. Nachfolger Eberhard Ludwigs, dessen einziger Sohn und Enkel bereits vor ihm verstarben, war 1733 der zur katholischen Kirche konvertierte Karl Alexander aus der Seitenlinie Württemberg-Winnental. Karl Alexander, der bereits im Alter von zwölf Jahren in den kaiserlichen Militärdienst eintrat und dort bereits mit 33 Jahren zum Generalfeldmarschall ernannt wurde, hatte durch seine auch nach seinem Amtsantritt andauernden militärischen Engagements und seinen aufwändigen höfischen Stil einen sehr hohen Finanzbedarf und machte deshalb den Juden Joseph Süß Oppenheimer zu seinem Finanzberater mit weitgehenden Entscheidungsbefugnissen in der Wirtschafts- und Finanzpolitik des Landes. Nach dem unerwarteten Tod Karl Alexanders am 12. März 1737 wurde der als „Jud Süß“ diffamierte Oppenheimer noch am selben Tag festgenommen. Der darauffolgende Prozess gegen ihn, in dem sich der aufgestaute Neid und Hass der evangelischen württembergischen Oberschicht gegen Oppenheimer und den katholischen Herzog entlud, endete mit seiner Hinrichtung am 4. Februar 1738 und hatte stark antisemitische Züge.
antisemitische]
Beim Tode Karl Alexanders war sein Sohn und Nachfolger Herzog Karl Eugen gerade erst neun Jahre alt. Er wuchs in Brüssel auf und wurde von 1741 bis zu seinem eigentlichen Amtsantritt 1744 am Hof Friedrichs des Großen in Potsdam und Berlin erzogen. Von seinem Amtsantritt im Jahr 1744 bis um 1770 war Karl Eugen ein stark absolutistisch geprägter despotischer Herrscher, der keine freie Meinungsäußerung und Opposition duldete. Die tyrannische Art seiner Regierung in dieser Zeit wurde auch in den frühen Werken des 1759 in Marbach geborenen Friedrich Schiller reflektiert. Politisch schloss sich Karl Eugen im Siebenjährigen Krieg dem Habsburgischen Österreich gegen Preußen an. Die außenpolitische Niederlage bei Kriegsende 1763 und das damit verbundene innenpolitische Wiedererstarken der Ehrbarkeit sowie die durch seinen prunkvollen Regierungsstil zerütteten Staatsfinanzen zwangen Karl Eugen zum Umdenken. Zu seinem 50. Geburtstag 1778 ruft er selbst den Neubeginn und die Umkehr aus. Abrüstung des Heeres, außenpolitische Zurückhaltung und die Rückführung der Staatsausgaben einerseits sowie andererseits die Förderung des Bildungswesens und der Kultur waren die Eckpfeiler des zweiten Teils seiner Regierung bis zu seinem Tod 1793. Diese Wende schrieb das Volk seiner bis heute im Land noch verehrten in morganatischer Ehe mit ihm verheirateten zweiten Ehefrau Franziska von Hohenheim zu. Nach seinem Tod regierten seine beiden Brüder Ludwig Eugen und Friedrich Eugen das Land jeweils für zwei Jahre, bevor die Regentschaft auf den späteren König Friedrich I. überging.
Ende des 18. Jahrhunderts stand Württemberg vor großen territorialen Veränderungen. Im Pariser Vertrag vom 20. Mai 1802 wurden die 1793 vom revolutionären Frankreich annektierten linksrheinischen Besitzungen Mömpelgard und Reichenweiher endgültig an Frankreich abgegeben. Gleichzeitig wurden aber Gebietserweiterungen zugesichert, die 1803 und 1806 nach dem Reichsdeputationshauptschluss umgesetzt wurden. Zahlreiche kleine Herrschaften wurden aufgelöst und dem Herzogtum Württemberg einverleibt, das gleichzeitig zum Kurfürstentum erhoben wurde. Zu Württemberg kamen dabei die Reichsstädte Ulm, Heilbronn, Esslingen am Neckar, Reutlingen, Ravensburg, Schwäbisch Gmünd, Biberach an der Riß, Schwäbisch Hall, Rottweil, Aalen, Isny im Allgäu, Wangen im Allgäu, Giengen an der Brenz, Weil der Stadt, Buchau, Buchhorn und Leutkirch im Allgäu. Weitere Zugewinne waren Teile von Vorderösterreich nach dem Frieden von Preßburg am 26. Dezember 1805, das Gebiet des Deutschen Ordens um Bad Mergentheim, die meisten hohenlohischen Gebiete im Nordosten, die Benediktinerklöster Comburg bei Schwäbisch Hall, Ochsenhausen, Weingarten, Zwiefalten, die Prämonstratenserklöster Schussenried und Rot an der Rot, das Zisterzienserinnenkloster Heiligkreuztal und die Deutschordenskommende Altshausen. Württemberg gab Exklaven im mittleren Schwarzwald ( Amt Hornberg mit Gutach, Kirnbach, Schiltach u. a. ) an Baden ab. Das zuvor rein und streng lutherische Württemberg erhielt durch die territorialen Zugewinne eine beträchtliche katholische Minderheit.
Königreich 1806 bis 1918
1806 wurde Württemberg zum Königreich erhoben. Die Gebietszuwächse des Landes wurden durch den Wiener Kongress 1815 völkerrechtlich bestätigt. Der erste König Friedrich I. verbündete sich ab 1805 mit Napoléon und beteiligte sich 1812/13 an dessen Krieg gegen Russland, aus dem von 15.800 württembergischen Soldaten nur etwa 300 zurückkehrten. Seine Bündnistreue mit Napoléon sicherte ihm weitgehende Handlungsfreiheit in der Innenpolitik, deren Ziel die konsequente Modernisierung des Staates und die Abschaffung der Privilegien der Ehrbarkeit in Altwürttemberg sowie der Adligen in den hinzugewonnenen Gebieten war. Mit dem Amtsantritt seines Sohnes König Wilhelm I. am 30. Oktober 1816 kam es zu einem Politikwechsel. Wilhelm erließ eine Amnestie, senkte die Steuern und setzte 1819 eine umfassende Verwaltungsreform auf der Basis einer neuen modernen Verfassung durch. Gemeinsam mit seiner Frau Königin Katharina, einer Tochter des russischen Zaren Paul I. war die Politik der ersten Jahre stark auf die Linderung der wirtschaftlichen Not breiter Bevölkerungskreise ausgerichtet. Katharina, die am 9. Januar 1819 im Alter von nur 30 Jahren starb, widmete sich mit großem Engagement der Sozialfürsorge. So gehen die Gründung des Katharinenstifts als Mädchenschule, des Katharinenhospitals, der Württembergischen Landessparkasse, der Universität Hohenheim und weiterer Institutionen auf sie zurück. Auf Basis der Verfassung von 1819 und der kommunalen Selbstverwaltung bildete sich ein bürgerlicher Liberalismus in Württemberg heraus, der sich häufig in der Gründung von Gesangvereinen manifestierte. Als Protagonisten dieser Bewegung sind Ludwig Uhland und Friedrich Silcher zu nennen. Außenpolitisch verfolgte Wilhelm das Ziel, die staatlichen Strukturen in Deutschland weiter zu bereinigen und auf sechs Staaten zu begrenzen. Mittel zu diesem nie erreichten Ziel war eine starke Verbindung mit Russland. Thronfolger Karl heiratete folgerichtig am 13. Juli 1846 die Zarentochter Olga. Karl, der die Regierung 1864 antrat, war allerdings ein Verfechter der Bildung eines deutschen Nationalstaats, der 1871 mit der Gründung des Kaiserreichs verwirklicht wurde. Der politische Machtverlust des Landes und des Herrscherhauses, der mit der Reichsgründung einherging, wurde durch eine starke Besinnung auf die württembergische Identität kompensiert. Württemberg war als Folge davon bereits in der Monarchie demokratischer organisiert als Preußen und andere deutsche Bundesstaaten. Der letzte württembergische König Wilhelm II. war deshalb nach seiner Abdankung am 9. November 1918 in der Bevölkerung sehr angesehen.
Republik und Drittes Reich 1918 bis 1945
Nach dem Ersten Weltkrieg und nach dem Amtsverzicht von König Wilhelm II. wurde am 9. November 1918 der Volksstaat Württemberg ausgerufen. Chef der provisorischen Regierung war der Sozialdemokrat Wilhelm Blos. Die neue Verfassung wurde am 26. April 1919 verabschiedet, aus den ersten Wahlen gingen das Zentrum, die SPD, die Demokratische Volkspartei, wie die DDP in Württemberg hieß, und bürgerliche Regionalparteien als stärkste Fraktionen hervor. Bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde das Land von bürgerlichen Koalitionen regiert. Die SPD blieb in der Opposition; Oppositionsführer ab 1924 war Kurt Schumacher. Die folgende Übersicht zeigt die Ergebnisse sämtlicher Landtagswahlen in Württemberg während der Weimarer Republik:
:1919: SPD 34,5 % – 52 Sitze | Demokratische Volkspartei 25,0 % – 38 Sitze | Zentrum 20,8 % – 31 Sitze | WBP 7,4 % – 11 Sitze | WBB 5,8 % – 10 Sitze | USPD 3,1 % – 4 Sitze | WBWB 2,7 % – 4 Sitze 1920: Zentrum 22,5 % – 23 Sitze | WBB 17,7 % – 18 Sitze | SPD 16,1 % – 17 Sitze | Demokratische Volkspartei 14,7 % – 15 Sitze | USPD 13,3 % – 14 Sitze | WBP 9,3 % – 10 Sitze | Deutsche Volkspartei 3,4 % – 4 Sitze 1924: Zentrum 20,9 % – 17 Sitze | WBWB 20,2 % – 17 Sitze | SPD 16,0 % – 13 Sitze | KPD 11,7 % – 10 Sitze | Demokratische Volkspartei 10,6 % – 9 Sitze | DNVP/WBP 10,4 % – 8 Sitze | Deutsche Volkspartei 4,6 % – 3 Sitze | VSB 4,0 % – 3 Sitze 1928: SPD 23,8 % – 22 Sitze | Zentrum 19,6 % – 17 Sitze | WBWB 18,1 % – 16 Sitze | Demokratische Volkspartei 10,1 % – 8 Sitze | KPD 7,4 % – 6 Sitze | DNVP/WBP 5,7 % – 4 Sitze | Deutsche Volkspartei 5,2 % – 4 Sitze | CSVD 3,9 % – 3 Sitze 1932: NSDAP 26,4 % – 23 Sitze | Zentrum 20,5 % – 17 Sitze | SPD 16,6 % – 14 Sitze | WBWB 10,7 % – 9 Sitze | KPD 9,4 % – 7 Sitze | Demokratische Volkspartei 4,8 % – 4 Sitze | DNVP 4,3 % – 3 Sitze | CSVD 4,2 % – 3 Sitze
CSVD]
Bei allen Reichstagswahlen blieb das Ergebnis der NSDAP deutlich hinter dem Gesamtergebnis im Reich zurück. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 setzte die Reichsregierung am 8. März Dietrich von Jagow als Polizeikommissar für Württemberg ein. Daraufhin wurden viele Oppositionelle festgenommen und ins Konzentrationslager Heuberg am Kalten Markt gebracht. Am 15. März wurde der Gauleiter der NSDAP Wilhelm Murr zum Staatspräsidenten gewählt. Das Ermächtigungsgesetz vom 24. März und das „Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich“ vom 31. März führten zur faktischen Bedeutungslosigkeit der Länder. Wie im übrigen Reich kam es zur Verfolgung und Vernichtung von Juden, zur Ausschaltung der Opposition, zur Gleichschaltung der Verwaltung und zur Emigration. Widerstandskämpfer aus Württemberg waren zum Beispiel Georg Elser, die Geschwister Hans und Sophie Scholl, die Brüder Berthold und Claus Graf Schenk von Stauffenberg, Fritz Elsas sowie der frühere Staatspräsident Eugen Bolz. Im Bombenkrieg des Zweiten Weltkriegs ab 1944 litten auch die Städte und Gemeinden Württembergs unter den verstärkten Bombardierungen; am 4. Dezember 1944 wurde Heilbronn nahezu vollständig zerstört.
Nachkriegsdeutschland 1945 bis 1952
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der nördliche Teil von Württemberg Teil der amerikanischen, der südliche Teil der französischen Besatzungszone. Die Südgrenze der amerikanischen Besatzungszone wurde so gewählt, dass die Autobahn Karlsruhe-München (heutige A8) auf der ganzen Strecke innerhalb der amerikanischen Besatzungszone lag. Grenzen waren die jeweiligen Kreisgrenzen. Die Militärregierungen der Besatzungszonen gründeten 1945/46 die Länder Württemberg-Baden in der amerikanischen, sowie Baden und Württemberg-Hohenzollern in der französischen Zone. Diese Länder wurden im Zuge der Gründung der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949 zu Bundesländern.
Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland forderte über Artikel 118 Maßnahmen zur Neugliederung der drei Länder. Im Zuge dessen kam es am 25. April 1952 zur Fusion der Länder Württemberg-Baden, Baden (d. h. Südbaden) und Württemberg-Hohenzollern zum Bundesland Baden-Württemberg. Nähere Details zu diesem Thema sowie die weitere Geschichte sind unter Baden-Württemberg aufgeführt.
Verwaltungsgliederung
Das Königreich Württemberg wurde 1810 in zwölf Landvogteien eingeteilt, die sich in 64 Oberämter gliederten. 1818 wurden die zwölf Landvogteien durch vier Kreise ersetzt: Donaukreis (Ulm), Neckarkreis (Ludwigsburg), Jagstkreis (Ellwangen) und Schwarzwaldkreis (Reutlingen), welche erst zum 1. April 1924 aufgelöst wurden. 1938 wurden die noch bestehenden 61 Oberämter und der Stadtdirektionsbezirk Stuttgart zu 34 Landkreisen und drei Stadtkreisen zusammen gefasst. 1939 zählte Württemberg fast 2,9 Millionen Einwohner, davon 1,84 Millionen Evangelische und 0,94 Millionen Katholiken.
Eine ausführliche Darstellung ist unter Verwaltungsgliederung Württembergs zu finden.
Siehe auch
- Liste der Herrscher von Württemberg
- Liste der Staatspräsidenten von Württemberg
Weblinks
- [http://www.s-line.de/homepages/ebener/index.htm „Kleines Lexikon“ zur Geschichte in Baden und Württemberg]
- [http://wirtemberg.de/wirtemberg.htm Der Name WÜRTTEMBERG in der Geschichte]
- [http://www.petermangold.de/schwab71.htm Württembergische Geschichte auf www.petermangold.de]
Kategorie:Geschichte Baden-Württembergs
Kategorie:Historisches Territorium
ja:ヴュルテンベルク
ko:뷔르템베르크
nb:Württemberg
Ludwig I. (Württemberg-Urach)
Ludwig I. ( - vor dem 31. Oktober 1412; † 23. September 1450 in Urach) war von 1419 bis 1450 Graf von Württemberg.
Leben und politisches Wirken
Nach dem Tod seines Vaters Graf Eberhard IV. von Württemberg wurde er gemeinsam mit seinem Bruder Ulrich V. von 1419-1426 unter Vormundschaft gestellt. Neben seiner Mutter Henriette von Mömpelgard wurde die Vormundschaft von Beamten, so genannten Regentschaftsräten, übernommen. Nach seiner Volljährigkeit regierte er Württemberg ab 1426 zunächst alleine und ab 1433 gemeinsam mit seinem Bruder Ulrich V. Nach der Heirat Ulrichs mit Margarethe von Cleve vereinbarten die Brüder 1441 die Teilung Württembergs, die im Nürtinger Vertrag vom 25. Januar 1442 endgültig festgeschrieben wurde. Ludwig erhielt den Uracher Teil mit den Gebieten im Westen und Süden des Landes inklusive der Gebiete im Elsass. Mömpelgard wurde nach dem Tod Henriettes von Mömpelgards 1444 ebenfalls Ludwig zugeschlagen. Ludwig baute Urach zur Residenzstadt aus und betrieb eine aktive Politik zur Stärkung der Klöster in seinem Einflussbereich. Bündnispolitisch näherte er sich den Wittelsbachern und den Habsburgern an. Er unterstützte zum Beispiel Herzog Albrecht VI. von Österreich im Kampf gegen die Eidgenossen.
Nachkommen
Ludwig war verheiratet mit Mechthild von der Pfalz. Die Hochzeit fand am 21. Oktober 1436 in Stuttgart statt. Nach seinem Tod heiratete sie am 10. August 1452 Herzog Albrecht VI. von Österreich. Aus der Ehe mit Ludwig gingen folgende Kinder hervor:
- Mechthild ( - nach 1436; † 1495), verheiratet ab 1454 mit Ludwig II., Landgraf von Hessen (1438-1471)
- Ludwig II. ( - 1439; † 1457), ab 1450 Graf von Württemberg-Urach
- Andreas ( - und † 1443)
- Eberhard V. ( - 1445; † 1496), ab 1457 Graf von Württemberg-Urach, ab 1495 Herzog Eberhard I. von Württemberg
- Elisabeth ( - 1447; † 1505), verheiratet ab 1470 mit Johann III., Graf von Nassau in Saarbrücken (1423-1472), und ab 1474 mit Heinrich dem Älteren, Graf zu Stolberg (1436-1511)
Kategorie:Mann
Kategorie:Graf (Württemberg)
Kategorie:Gestorben 1450
Ulrich V. (Württemberg)
Ulrich V. "der Vielgeliebte" ( - 1413, † 1. September 1480 in Leonberg) war von 1433 bis 1441 Graf von Württemberg und von 1441 bis 1480 Graf von Württemberg-Stuttgart.
Leben und politisches Wirken
Ulrich war der Sohn von Graf Eberhard IV. von Württemberg und Henriette von Mömpelgard.
Nach dem frühen Tod seines Vaters übernahm für Ulrich und seinen älteren Bruder Ludwig seine Mutter gemeinsam mit württembergischen Räten die Vormundschaft. Ludwig wurde bereits im Jahr 1426 für mündig erklärt, womit er alleine die Regierungsgeschäfte übernahm, bis sein Bruder Ulrich 1433 zur Mitregierung zugelassen wurde. Nach einigen Jahren der gemeinsamen Regierung setzte Ulrich im Jahr 1441 nach seiner Hochzeit mit Margarete von Cleve die Teilung des Landes durch, die am 23. April 1441 beurkundet wurde. Ulrich erhielt den östlichen und nördlichen Landesteil mit der Residenzstadt Stuttgart, Ludwig den westlichen und südlichen Landesteil mit der Residenzstadt Urach. Die Teilung, die ursprünglich auf vier Jahre befristet worden war, wurde bereits am 25. Januar 1442 durch den Nürtinger Vertrag als unbegrenzte Teilung festgeschrieben.
1444 unterstützte Ulrich das Haus Habsburg unter König Friedrich III. im Alten Zürichkrieg im Kampf gegen die schweizerischen Eidgenossen. Gemeinsam mit seinen Verbündeten, dem Markgrafen Albrecht Achilles von Brandenburg, dem Mainzer Erzbischof Dietrich Schenk von Erbach sowie dem Markgrafen Jakob I. von Baden bildete er den Kern des Mergentheimer Bundes, der mehr und mehr gegen die Reichsstädte vorging. Seinen Höhepunkt fanden diese Spannungen in der Fehde zwischen Markgraf Albrecht und der Reichsstadt Nürnberg 1449. Graf Ulrichs Hauptgegner unter den Reichsstädten war Esslingen, das durch die Erhöhung seiner Zölle Einnahmen der Grafschaft Württemberg deutlich verringerte. Ulrich gelang es aber trotz mehrfacher Siege gegen Esslingen und weitere Reichsstädte nicht, einen entscheidenden Vorteil zu gewinnen.
1450 fiel Ulrich nach dem Tod seines Bruders Ludwig die Vormundschaft über seine beiden Neffen die künftigen Grafen von Württemberg-Urach Ludwig II. und Eberhard V. zu. Dies führte bald zu einem Streit mit Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz, der ebenfalls Anspruch auf die Vormundschaft geltend machte. Ludwig II. starb bereits 1457. Die Uracher Landstände hoben 1459 auch die Vormundschaft Ulrichs über Graf Eberhard V. auf.
1458 ließ Ulrich die Burg Widdern zerstören, auf der sich pfälzische Lehnsleute befanden. Dies verstärkte die Auseinandersetzungen zwischen Ulrich und Friedrich I. von der Pfalz. Im Deutschen Reich bildeten sich damals zwei Bündnisblöcke heraus. Ulrich schloss sich der Allianz zwischen dem 1452 zum Kaiser gekrönten Friedrich III. und Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg an. Deren Hauptgegner waren der Bruder des Kaisers Herzog Albrecht VI. von Österreich, Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz und Herzog Ludwig IX. von Bayern-Landshut. 1460 kam es zu ersten militärischen Auseinandersetzungen zwischen beiden Bündnisblöcken. Nach einem kurzen Waffenstillstand rief Friedrich III. 1461 erneut den Reichskrieg gegen Bayern aus. Ulrich übernahm gemeinsam mit Albrecht Achilles die Reichshauptmannschaft gegen Bayern. In der kurz danach ausbrechenden Mainzer Stiftsfehde von 1461 bis 1463 unterstützte er Erzbischof Adolf II. von Nassau gegen dessen abgesetzten Vorgänger Diether von Isenburg und Friedrich I. von der Pfalz . Nach verschiedenen Kämpfen kam es am 30. Juni 1462 zur Schlacht bei Seckenheim, in der Ulrich mit seinen Verbündeten besiegt wurde. Sie gerieten in pfälzische Gefangenschaft. Erst am 27. April 1463 kehrte Ulrich nach einer Lösegeldzahlung zurück nach Stuttgart .
1473 gingen Ulrich und Eberhard V. einen Hausvertrag ein, der die gemeinsame Erbfolge regeln sollte und bereits auf die Wiedervereinigung der beiden württembergischen Landesteile hinzielte. Ulrich erhielt später bei Eberhard V. auch Unterstützung gegen seinen eigenen renitenten Sohn, Eberhard VI., wodurch Eberhard V. auch Einfluss im Stuttgarter Landesteil gewann.
Familie
Ulrich V. war dreimal verheiratet. Im Jahr 1441 heiratete er Margarethe von Cleve. Aus der Ehe stammte die Tochter:
: - Katharina, - 7. Dezember 1441, † 28. Juni 1497 in Würzburg zunächst Prämonstratenserin, später Dominikanerin, am Ende aus dem Kloster geflohen unter dem Schutz des Bischofs Rudolf von Würzburg.
Nach dem Tod Margarethes am 20. Mai 1444 traf Ulrich bereits am 9. September 1444 die Eheabrede mit Elisabeth von Bayern-Landshut. Aus dieser Ehe gingen folgende Kinder hervor:
: - Graf Eberhard VI. (Herzog Eberhard II.)
: - Margarethe, - zwischen 1445 und 1450, † 21. Juli 1479 im Kloster St. Agnes in Liebenau bei Worms, Dominikanerin.
: - Graf Heinrich von Württemberg, Domkanoniker in Mainz und Eichstätt, ab 1473 bis 1482 Graf von Mömpelgard.
: - Elisabeth, - 23. Dezember 1450 in Landshut, † 6. April 1501, verheiratet am 13. September 1469 mit Graf Friedrich II. von Henneberg-Aschach
Elisabeth starb nach der Geburt ihrer Tochter Elisabeth im Wochenbett am 1. Januar 1451. Ulrich heiratete daraufhin am 11. November 1453 Margarethe von Savoyen, die bereits mit Herzog Ludwig III. von Anjou und Kurfürst Ludwig IV. von der Pfalz verheiratet war. Mit Ulrich hatte sie folgende Kinder:
: - Helene, - nach 1453, † 19. Februar 1506, verheiratet mit Graf Kraft VI. von Hohenlohe.
: - Margarethe, - nach 1453, † 21. April 1470, verheiratet am 23. April 1469 mit Graf Philipp von Eppstein-Königstein.
: - Philippine, - nach 1453, † 4. Juni 1475 in Weert, verheiratet mit Graf Jakob II. von Horn.
Literatur
- Thomas Fritz: Ulrich V. der Vielgeliebte; in :Sönke Lorenz, Dieter Mertens, Volker Press (Hrsg.): Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon. Kohlhammer, Stuttgart 1997, ISBN 3-17-013605-4, S. 86-89
- Thomas Fritz, Ulrich der Vielgeliebte (1441-1480). Leinfelden-Echterdingen 1999, ISBN 3-87181-425-3
Kategorie:Mann
Kategorie:Graf (Württemberg)
Stuttgart-Bad Cannstatt
Cannstatt, seit 1933 Bad Cannstatt, früher auch Kannstadt, Canstadt oder Cannstadt genannt, ist heute der einwohnerstärkste Stadtbezirk der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart. Bad Cannstatt liegt am rechten, nordöstlichen Ufer des Neckars und wurde bereits in der Römerzeit gegründet.
Übersicht
Abgesehen vom Botanisch-Zoologischen Garten Wilhelma, den 19 Mineralquellen ("Sauerwasserstadt") und den Kurbetrieben ist Bad Cannstatt bekannt für das alljährlich im Herbst auf dem Cannstatter Wasen stattfindende Cannstatter Volksfest, das Gottlieb-Daimler-Stadion (VfB Stuttgart) und die Hanns-Martin-Schleyer-Halle. Außerdem gilt Cannstatt dank Gottlieb Daimler als Geburtsort von Motorrad und Automobil.
Scherzhaft ist auch heute noch anstatt der korrekten Bezeichnung Stuttgart-Bad Cannstatt von Stuttgart bei Cannstatt die Rede, da die Landeshauptstadt im Talkessel des Nesenbachs auf der anderen Seite des Neckars erst wesentlich später gegründet wurde und Cannstatt bis zur Vereinigung 1905 als Oberamtsstadt selbstständig war.
Als Neckname werden die Cannstatter auch "Mondlöscher" genannt (nach einem "Mondlöscher-Einsatz" der Cannstatter Feuerwehr am Karsamstag 1887).
Geschichte
Bereits in der letzten Eiszeit wurde die Gegend um den Seelberg von Mammutjägern als Lagerstätte genutzt wie Funde im Travertinsteinbruch an der heutigen Seelbergstraße ergaben.
Der Steinbruch wurde bereits im 18.Jahrhundert ausgebeutet. Heute entsteht dort ein modernes Einkaufszentrum.1887In Vorrömischer Zeit gab es auf dem Hallschlag auf dem Gelände der Reiterkaserne eine keltische Siedlung, deren Name leider nicht überliefert ist. In römischer Zeit war Bad Cannstatt eine bedeutende Stadt, vermutlich sogar der Hauptort einer Civitas ("Regierungsbezirk"). Die Gegend kam um das Jahr 90 unter römische Herrschaft. Bis in die 1990er Jahre vermutete man das Jahr 85 n.Chr., heute eher das Jahr 98 n.Chr. als Beginn der römischen Präsenz in diesem Raum. In Bad Cannstatt errichten die Römer auf der Altenburg ein Reiterkastell ("Alenkastell", vlg. Ala). Hier lag mit der Ala I Subulorum eine der stärksten römischen Militäreinheiten zwischen den römischen Legionslagern Mainz und Augsburg. Das Kastell bestand bis zur Vorverlegung des Neckar-Odenwald-Limes um rund 30 km nach Osten, wahrscheinlich im Jahre 159 n.Chr.. Auch als Zivilsiedlung war das römische Cannstatt sehr bedeutend, Streufunde belegen eine Größe von mindestens 19, wenn nicht 30 Hektar. Damit war Bad Cannstatt eine der größten römischen Städte im heutigen Baden-Württemberg nach Ladenburg und Rottenburg, etwa gleichauf mit Bad Wimpfen, Rottweil und Heidenheim. Allerdings sind römische Großbauten (Wasserleitungen, Thermen, Theater, Stadtmauer, Forumsbauten o.ä.) bis heute nicht nachgewiesen. Das Ende des römischen Cannstatt kam mit dem großen Alemanneneinfall von 259/260 n.Chr. Der lateinische Name der Stadt ist unbekannt. In den Metzer Annalen des 8. Jahrhunderts wird Cannstatt im Zusammenhang mit den Ereignissen von 746 (s.u.) "condistat" geschrieben. Für diesen Namen gibt es kaum eine plausible germanische, aber naheliegende lateinische Etymologien (vgl. lat. "condita" = die Gegründete). Von daher stammt die Hypothese, der lateinische Name der Stadt könne mit Condi- begonnen haben. Der Archäologe C.S.Sommer wiederum identifiziert Cannstatt mit der "Civitas Aurelia G", die in einer bei Öhringen gefundenen römischen Inschrift erwähnt wird. Auch eine keltische Herkunft wird vorgeschlagen: der Name soll sich aus - Kondâti- (keltisch: „Zusammenfluss“) zu alemannisch - Chandez entwickelt haben, das später verdeutlichend um stat ergänzt wurde. Gestützt wird diese These durch weitere, mutmaßlich keltische Ortsbezeichnungen in der näheren Umgebung (ehemalige Vorstadt +Brey, Prag-Sattel und Burg Wirtemberg). Siehe Aufsatz A. Greule (Literatur).
Burg Wirtemberg
Burg Wirtemberg
- Bad Cannstatt besitzt nach Budapest das zweitgrößte Mineralwasservorkommen Europas. Diese Quellen mit teilweise stark mineralhaltigem Wasser hatten bereits die Römer genutzt.
- Aus der Völkerwanderungszeit fehlen Nachrichten über Bad Cannstatt. Man kann aber davon ausgehen, dass an dem günstig gelegenen Platz kontinuierlich eine städtische Siedlung bestand. Dafür sprechen auch die sehr frühen Erwähnungen des 8. Jahrhunderts.
- Im Jahre 700 wird Cannstatt in einer Schenkungsurkunde an das Kloster St. Gallen erstmals urkundlich erwähnt.
- Um 708 wird erstmals die Siedlung als „Canstat ad Neccarum" bezeichnet.
- Das sogenannte Blutgericht zu Cannstatt im Jahr 746 bedeutete das Ende von Theudebalds Macht; die karolingischen Hausmeier hatten endgültig über die Alamannen gesiegt. Die Metzer Annalen nennen Cannstatt in diesem Zusammenhang "condistat".
- Erhebung zur Stadt durch Kaiser Ludwig IV. (der Bayer) im Jahr 1330
- Alle Bemühungen der Grafen von Württemberg im 15. Jahrhundert, den Neckar bis Cannstatt schiffbar zu machen, scheiterten am hartnäckigen Widerstand der damaligen Reichsstadt Heilbronn. Zwar kam 1557 mit Hilfe Kaiser Karl V. ein Vergleich zustande, aber eine Schiffbarmachung des Neckars zwischen Cannstatt und Heilbronn war erst 1713 abgeschlossen.
- Einweihung des ersten Cannstatter Hafens am Mühlgrün durch Herzog Eberhard Ludwig (Württemberg) im Jahre 1713
- Eine Blüte erlebte die Oberamtsstadt Cannstatt im 18. und 19. Jahrhundert als Kur- und Erholungsort für viele prominente und gutsituierte Gäste, unter ihnen beispielsweise Honoré de Balzac.
- Am 22. Oktober 1845 fährt die erste württembergische Eisenbahn von Cannstatt nach Untertürkheim.
- Im Jahre 1862 gründet Charles Terrot zusammen mit dem Kaufmann Wilhelm Stücklen in Cannstatt die Firma “Stücklen u. Terrot” zur Herstellung von Textilmaschinen, die ab 1878 unter “C. Terrot” firmiert und bis heute als Terrot-Werke existiert.
- Der "Reitwagen" von Gottlieb Daimler fährt 1885 als erstes Motorrad der Welt durch Cannstatt.
- 1886 fährt Daimlers Motorkutsche mit eingebauter "Standuhr" von Cannstatt nach Untertürkheim
- 1887 lässt Gottlieb Daimler die erste motorisierte Straßenbahn der Welt verkehren, zwischen Kursaal und Wilhelmsplatz. Link: [http://www.seelberg.de/mobil/sbahn/index.html Daimler-Straßenbahn]
- Am 10. August 1888 erhebt sich zum ersten Mal Daimlers motorisiertes Luftschiff von Cannstatt nach Kornwestheim mit Pilot Gotthilf Wirsum vom Seelberg. Link: [http://www.seelberg.de/mobil/luft/index.html Daimler-Luftschiff vom Seelberg]
- Die Cannstatter Firma ASTO (Erste Württembergische Locomobilfabrik Assmann & Stockder GmbH) stellt ab 1901 u. a. Dampf-Lokomobile für die Landwirtschaft her.
- Am 1. April 1905 wird die Oberamtsstadt Cannstatt mit der Residenzstadt Stuttgart vereinigt (nicht eingemeindet).
- 1933 erhält der Stadtbezirk Cannstatt den offiziellen Titel "Bad" Cannstatt.
Stadtteile
- Bei der Einteilung der Stadt Stuttgart in Stadtbezirke im Jahre 1956 wird der Stadtteil Bad Cannstatt mit den Stadtteilen
:Burgholzhof (1831 als Gutshof angelegt),
:Sommerrain und
:Steinhaldenfeld (beide ab 1932 entstanden)
:zum Stadtbezirk Bad Cannstatt vereinigt.
- Bei der Neugliederung der Stuttgarter Stadtteile zum 1. Januar 2001 wird der Stadtteil Bad Cannstatt in die Stadtteile Altenburg, Birkenäcker, Cannstatt-Mitte, Espan, Hallschlag, Im Geiger, Kurpark, Muckensturm, Neckarvorstadt, Pragstraße, Schmidener Vorstadt, Seelberg, Veielbrunnen, Wasen und Winterhalde aufgeteilt. Seither verwaltet das Bezirksrathaus in Bad Cannstatt insgesamt 18 Stadtteile des Stadtbezirks Bad Cannstatt.
- Heute ist der Stadtbezirk Bad Cannstatt der größte und geschichtlich älteste Stadtbezirk Stuttgarts mit derzeit 68.175 Einwohnern (Stand 31.12.2002).
Sehenswürdigkeiten
Stadtteil
Stadtteil]
- Wilhelma - Zoologisch-Botanischer Garten mit Wilhelma-Theater
- Schloss Rosenstein im weitläufigen Rosensteinpark wurde 1824-1829 von Giovanni Salucci als Königliches Landhaus erbaut. Es beherbergt heute das Naturkundemuseum.
- Im oberen Bereich des Rosensteinparks beim Löwentor wurde 1985 das Staatliche Museum für Naturkunde - das Museum am Löwentor eröffnet.
- Mineralquellen und das Mineral-Thermalbad am Kurpark.
- Der Große Kursaaal im Kurpark wurde nach Plänen von Nikolaus Friedrich von Thouret (1767 - 1845) im Stil des Klassizismus erbaut.
- Mercedes-Benz Museum im Motorenwerk DaimlerChrysler
- Mercedes-Benz Welt mit dem Neuen Mercedes-Benz Museum (in Bau bis 2006) gegenüber dem Gottlieb-Daimler-Stadion
- Gottlieb Daimler-Gedächtnisstätte im Kurpark, Nachbau der Werkstatt in der Daimler seinen Reitwagen baute am Originalplatz.
- Evangelische Stadtkirche von 1471-1506, von Aberlin Jörg an der Stelle eines spätromanischen Vorgängerbaus erbaut. Der zunächst unvollendete Turm der Nordseite wurde erst 1612-13 durch Heinrich Schickhardt als Renaissance-Turm vollendet.
- Das "Klösterle" in der Marktstraße wurde 1463 erbaut, es ist das einzige Beginenhaus Europas mit integrierter gotischer Kapelle. Es ist das älteste Wohnhaus der Landeshauptstadt und im Inneren bis heute im Originalzustand. Der Name "Klösterle" rührt von den bis zur Reformation hier wirkenden Beginen her, einem mildtätigen Frauenorden ohne Ordensregeln. [http://deu.archinform.net/projekte/12505.htm Weblink]
- Der 25 m hohe Aussichtsturm Burgholzhof im gleichnamigen Stadtteil wurde 1891 erbaut und bietet eine weite Aussicht in das Neckartal bis Esslingen am Neckar
- Siehe auch Württemberg (Weinanbaugebiet) und Württemberger Weinstraße.
Veranstaltungsorte
- Cannstatter Wasen
- NeckarPark
- Gottlieb-Daimler-Stadion
- Hanns-Martin-Schleyer-Halle
- Porsche Arena (im Bau)
- Carl Benz Center mit Carl Benz Arena (im Bau)
- SpOrt - Haus des Sports
- Mercedes-Benz Museum
- Mercedes-Benz Welt (im Bau)
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter von Cannstatt
- Salomon Idler - 11. Februar 1610 in Cannstatt, † wahrscheinlich 1669 in Augsburg, war ein gescheiterter Flugpionier
- Christian Zais ( - 1770 in Cannstatt; † 1820 in Wiesbaden) war ein klassizistischer Architekt und Städtebauer.
- Pauline Kurz ( - 8. Februar 1858 in Cannstatt; † 20. Februar 1920 in Berlin) war die Mutter Albert Einsteins. Sie heiratete am 8. August 1876 in der Cannstatter Synagoge Hermann Einstein (1847-1902). [http://www.einstein-website.de/biographien/einsteinpauline_inhalt.html]
- Der Lyriker Hermann Ferdinand Freiligrath ( - 17. Juni 1810 in Detmold) stirbt am 18. März 1876 in Cannstatt (Freiligrath-Denkmal im Uff-Kirchhof).
- Carl Wilhelm von Heine ( - 26. April 1838 in Cannstatt; † 9. September 1877 in Cannstatt) war Mediziner, Chirurg und Präsident der deutschen Ärzteschaft in Prag.
- Der Schriftsteller Hermann Hesse, einer der bedeutendsten deutschen Autoren, lebte vom 7. November 1892 bis 18. Oktober 1893 in Cannstatt, wo er das Gymnasium besuchte.
- Der Autokonstrukteur Gottlieb Daimler ( - 17. März 1834, in Schorndorf (Württemberg)) stirbt am 6. März 1900) in Cannstatt.
- Der Autokonstrukteur Wilhelm Maybach ( - 9. Februar 1846 in Heilbronn) stirbt am 29. Dezember 1929 in Cannstatt.
- Otto Riethmüller - 26. Februar 1889 in Cannstatt; † 19. November 1938 in Berlin, Pfarrer, Hrsg. von Liederbüchern, Dichter (Lied: "Herr wir stehen Hand in Hand") und Liedbearbeiter ("Sonne der Gerechtigkeit")
- Leopold Marx - 8. Dezember 1889 in Cannstatt; gest. 25. Januar 1983 in Shavej Zion, Israel, Fabrikant, Chawer und Litarat (Gedichtbände, Roman "Franz und Elisabeth", "Mein Sohn Erich Jehoschua"), bedeutende Rolle als schwäbisch-jüdischer und deutsch-israelischer Schriftsteller.
- Fritz Elsas ( - 11. Juli 1890 in Cannstatt; † Januar 1945 im Konzentrationslager Sachsenhausen) war ein deutscher Politiker und Widerstandskämpfer.
- Kabarettist und Schriftsteller Dr. Hans Bayer (Pseudonym: Thaddäus Troll) ( - 18. März 1914 in Cannstatt; † 5. Juli 1980 in Stuttgart) lebte bis 1932 in seinem Geburtsort; sein Grab liegt auf dem Cannstatter Steigfriedhof.
- Hermann Lang ( - 6. April 1909 Cannstatt; † 19. Oktober 1987 Bad Cannstatt) war Rennfahrer.
- Prof. Dr.-Ing. Karl Steinbuch ( - 15. Juni 1917 in Stuttgart-Cannstatt) ist Kybernetiker, Nachrichtentechniker und Informationstheoretiker.
- Der deutsche Politiker Manfred Wörner wurde am 24. September 1934 in Stuttgart-Bad Cannstatt geboren, er starb am 13. August 1994 in Brüssel.
Ehrenbürger
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