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Nachfrage

Nachfrage

Unter Nachfrage versteht man in der Ökonomie zunächst allgemein die Menge jeder Art von Gut oder Leistung, die wirtschaftliche Akteure zu einem bestimmten Preis im Austausch gegen Geld oder andere Güter bereit sind zu erwerben. Für einzelne Güter unterscheidet man die individuelle Nachfrage eines Gutes durch einen einzelnen Akteur von der Gesamtnachfrage, die durch die Addition der Nachfrage aller Nachfrager des entsprechenden Gutes bestimmt wird. Das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage schafft das Marktgleichgewicht.

Definitionen

Diese einfachste Definition von Nachfrage setzt die Vorstellung der Homogenität des jeweils betrachteten Guts voraus, da nur so von verschiedenen Mengen eines Gutes die Rede sein kann und nur so die Nachfrage verschiedener Akteure mengenmäßig zusammengefasst werden kann. In einem abgeleiteten Sinn spricht man auch von der aggregierten (zusammengefassten) Nachfrage nach verschiedenen Gütern etwa eines ganzen Industriezweigs oder der gesamten Volkswirtschaft, die als Summe der preislich bewerteten Nachfrage nach den einzelnen Gütern bestimmt wird. Entsprechend wird der dieser so bestimmten aggregierten Nachfrage zugeordnete Preis als mit der gegebenen Nachfragestruktur gewichteter Durchschnittspreis bestimmt. Die Konsumgüternachfrage bezeichnet die Nachfrage privater oder öffentlicher Haushalte nach Konsumgütern (z.B. Nahrung, Kleidung, technische Geräte). Im Gegensatz dazu unterscheidet man die Investitionsgüternachfrage, die Nachfrage von Unternehmen nach Gütern zur Erweiterung oder Erhaltung der Produktionsfähigkeit (z.B. Maschinen, Rohstoffe, Patente etc.). In den Wirtschaftswissenschaften geht man in der Regel davon aus, dass - ceteris paribus - ein systematischer Zusammenhang zwischen
- den Preisen,
- dem Einkommen und der nachgefragten Gütermenge besteht. Dieser Zusammenhang wird in Nachfragefunktionen oder Nachfragekurven dargestellt. Diese ordnen üblicher Weise bei gegebenem Einkommen jedem Preis die bei ihm nachgefragte Gütermenge zu. Veränderungen des Einkommens führen zu Verschiebungen der Nachfragekurven.

Zusammenhang von Preis und Nachfrage

Es wird bei den meisten Gütern angenommen, dass bei steigendem Preis die Nachfrage zurückgeht, die Nachfragekurven verlaufen also fallend (Gesetz der Nachfrage). Wie stark die Preissteigerung auf die Nachfrage durchschlagen wird, wird mit Hilfe der Preiselastizität der Nachfrage gemessen, die folglich üblicher Weise negativ ist (Sonderfall z.B. Giffen-Paradoxon, siehe auch Nachfrageverhalten weiter unten). Während sich ein fallender Verlauf der Nachfragekurven für die Nachfrage nach Produktionsfaktoren aus der neoklassischen Theorie der Unternehmung herleiten lässt, folgt die fallende Nachfrage nach Konsumgütern nicht aus der neoklassischen Theorie der Haushalte, da die Existenz von Giffen-Gütern nicht ausgeschlossen werden kann. Unter den üblichen Annahmen der mikroökonomischen Theorie lässt sich allerdings nachweisen, dass Haushalte ihre Nachfrage nach einem im Preis steigenden Produkt vermindern, wenn ihr reales Einkommen konstant gehalten wird, d.h. wenn die steigenden Preise durch ein höheres Einkommen ausgeglichen werden.

Zusammenhang zwischen Einkommen und Nachfrage

Der Zusammenhang zwischen Nachfrage und Einkommen wird durch die Einkommenselastizität der Nachfrage beschrieben. Dieser ist üblicherweise positiv, d.h. bei Einkommenssteigerungen nimmt auch die Nachfrage zu. : Sonderfälle: Bei lebensnotwendigen Gütern ist sie aber kleiner als 1 (Engel'sches Gesetz): Steigt das Einkommen um 10 Prozent, steigt beispielsweise die Nachfrage nach Lebensmitteln um 7 Prozent. Bei Luxusgütern ist entsprechend die Einkommenselastizität größer als 1. Negative Einkommenselastizitäten werden beobachtet für inferiore Güter, bei denen bei gegebenen Preisen und steigendem Einkommen die Nachfrage sinkt, sowie für Prestigegüter, die gekauft werden, weil der hohe Preis als soziales Signal dient (Snob-Effekt). Ob sich die von der Theorie unterstellten Nachfrageverläufe für bestimmte Konsumgüter auch empirisch beobachten lassen, ist umstritten, da man am Markt nie die Nachfrage als solches beobachten kann, sondern nur Marktergebnisse, die sich aus dem Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage ergeben (sog. Identifikationsproblem). In der neoklassischen Preistheorie wird angenommen, dass unter Wettbewerbsbedingungen (partialanalytisch) der aktuelle Preis eines Gutes durch die Schnittstelle der Gesamtangebots- und Gesamtnachfragekurve für dieses Gut bestimmt wird. In der allgemeinen Gleichgewichtsanalyse werden die Preise aller Güter durch die simultane Gleichsetzung des Gesamtangebots und der Gesamtnachfrage auf allen Märkten bestimmt. Wie weit die gesamtwirtschaftliche Nachfrage durch Lohnerhöhungen langfristig gesteigert werden kann, wie dies von Gewerkschaften gelegentlich mit Bezug auf die Kaufkrafttheorie der Löhne vorgebracht wird, ist fraglich. Höhere Löhne führen zwar einerseits kurzfristig zu mehr Einkommen, sie können aber auch dazu führen, dass Unternehmen Arbeitskräfte durch Kapital ersetzen und die Produktivität steigern. Dadurch geht dann die Zahl der Einkommensbezieher zurück. In der Bundesrepublik lässt sich allerdings empirisch nicht nachweisen, dass höhere Arbeitnehmereinkommen zu Arbeitslosigkeit führen. Eher lässt sich zumindest für die ersten Jahrzehnte das Gegenteil nachweisen.

Nachfrageverhalten

Das Nachfrageverhalten ist das Verhalten von Konsumenten in Abhängigkeit von Preis (Ausgaben) oder Einkommen (Einnahmen). je nach Gut unterscheidet man nach Einkommenseffekt und Preiseffekt Die Nachfrage ist aber noch von vielen sozialen Faktoren beeinflusst, wie Geltungskonsum oder Mitläufereffekten.

Probleme der Trennung von Preiseffekt und Einkommenseffekt

Bei der ökonomischen Analyse ist zu beachten, dass mit steigendem Aggregationsgrad (d. h. je mehr individuelle Akteure und einzelne Güter zusammengefasst werden), die ceteris paribus Klausel immer problematischer wird, da eben nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass übrige Umstände (Einkommen, Nachfragestruktur) von den in einer aggregierten Nachfragefunktion oder -kurve darstellbaren Änderungen von Preisen und Nachfragemengen unberührt bleiben. Diese Schwierigkeit umgehen Modelle eines allgemeinen Gleichgewichts. Siehe auch: Slutsky-Zerlegung

Siehe auch


- Preiseffekt (Alternative Erklärungsansätze zum Nachfrageverhalten von Haushalten)
- Binnennachfrage
- Angebot ---- Dieser Text basiert teilweise auf dem [http://www.mikrooekonomie.de/gl/gl.htm Mikroökonomie-Glossar] von Professor Wilhelm Lorenz und ist unter GNU-FDL lizenziert. Kategorie:Volkswirtschaftslehre ja:需要と供給

Ökonomie

Der Begriff Wirtschaft (Wortbedeutung: "Wert schaffen") umschreibt alle Einrichtungen und Handlungen von Menschen mit dem Ziel, die in der Umwelt vorhandenen Ressourcen und die vom Menschen geschaffenen Ressourcen zu nutzen, um die Erhaltung und Sicherheit des Lebens der Menschen zu garantieren und zu fördern sowie ihre materiellen und immateriellen Bedürfnisse zu befriedigen. Die Bedürfnisse des Menschen können in drei Bereiche aufgeteilt werden, deren Reihenfolge eine Priorisierung bei der Zuteilung von Gütern ermöglicht:
- Existenzbedürfnisse umfassen unter anderem das Bedürfnis nach ausreichender Nahrung, Flüssigkeit, Wohnraum und Sicherheit;
- Grundbedürfnisse umfassen unter anderem das Bedürfnis nach Gesundheit, Umwelt und Kleidung und Ähnlichem.
- Luxusbedürfnisse können dagegen nicht generalisiert beschrieben werden. Sie hängen vom Stand der jeweiligen Gesellschaft ab. So kann in einer modernen westlichen Wirtschaft die internationale Mobilität bereits als Grundbedürfnis angesehen werden, in anderen Gesellschaften dagegen noch als Luxusbedürfnis. Siehe dazu auch Lebensstandard. Die Wirtschaft hat eine Verantwortung als eine der gestaltenden Kräfte in der Gesellschaft. Mit dieser Dimension der Gestaltung ist die Wirtschaftsethik befasst. Viele Unternehmensberater weisen auf die Gefahren hin, in die sich Unternehmen begeben, wenn sie offensichtlich egoistisch handeln und dadurch ihr Image bei potenziellen Kunden und Geschäftspartnern schädigen.

Entwicklung zur modernen Wirtschaft

Eine typologisierende Geschichte der Wirtschaft beginnt mit der Ausnutzung der in der Natur vorhandenen Güter, beispielsweise der Nahrung und der Rohstoffe. Diese Bereiche der Wirtschaft - Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Bergbau - bilden bis heute einen fundamentalen Bestandteil der Gesamtwirtschaft. Sie dienen der Bevölkerung primär zur Befriedigung ihrer elementaren Bedürfnisse, der sog. Existenzbedürfnisse. Darauf aufbauend wird eine Wirtschaft entwickelt, die bereits vorhandene Güter in andere Güter umwandelt. Dieser Bereich wird als "gewerbliche Wirtschaft" bezeichnet und umfasst Handwerk und Industrie. Produkte der gewerblichen Wirtschaft befriedigen üblicherweise andere Bedürfnisse als die, die mit den Ausgangsgütern befriedigt werden. Um die Befriedigung der Bedürfnisse einer Bevölkerung sicherzustellen, müssen die vorhandenen Güter jedoch auch an verschiedenen Orten verfügbar sein. Hierzu dienen die Wirtschaftsbereiche des Handels und die Verkehrswirtschaft. Schließlich reichen materielle Güter alleine nicht zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse aus. So umfasst der Bereich der Dienstleistungswirtschaft ein weites Spektrum an immateriellen Gütern. In der modernen Wirtschaft wird zudem oftmals die Informationswirtschaft als neuer, eigenständiger Bereich aufgeführt, der die Versorgung von Menschen mit den richtigen Informationen zur gewünschten Zeit sicherstellen soll.

Wirtschaftsformen

Mehr in einem typologischen als historischen Sinn kann die Selbstversorgung als ursprüngliche Wirtschaftsform angesehen werden, in der jeder Mensch oder kleine Gruppen von Menschen jeweils alle Aufgaben übernehmen, die zur Befriedigung der Bedürfnisse notwendig sind. Auf Basis größerer sozialer Gemeinschaften entwickelt sich das Prinzip der Tauschwirtschaft, in der einzelne Menschen die Rolle eines Spezialisten ausüben und sich auf die Produktion oder Umwandlung eines speziellen Gutes konzentrieren. Die Befriedigung der Bedürfnisse erfolgt dabei im gegenseitigen Austausch dieser Güter. Das Prinzip der Tauschwirtschaft ist die Grundlage für praktisch alle heutigen Wirtschaftsformen. Die meisten modernen Wirtschaftsformen lassen sich grundsätzlich weiter in die Bereiche Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft aufteilen. Die ursprüngliche Naturalwirtschaft ermöglicht den Austausch von Gütern nur zwischen Personen, die gegenseitig über Güter zur Befriedigung der Bedürfnisse des jeweils anderen verfügen. Die Geldwirtschaft führt das neutrale Tauschmittel Geld ein, das die Suche nach einem geeigneten Tauschpartner erleichtert. Die Realität zeigt heute in den meisten großen Wirtschaftsnationen einen überwiegenden Anteil an Geldwirtschaft. Dabei ist jedoch in den meisten Fällen auch ein oftmals nicht unbedeutender Teil an Naturalwirtschaft zu beobachten, der auf dem Austausch von gegenseitigen Leistungen basiert. Insbesondere in Vereinen, sozialen Organisationen, aber auch im Bereich der Schwarzarbeit lassen sich noch heute oftmals Tauschgeschäfte ohne Verwendung von Geld feststellen. Der Bereich der Geldwirtschaft kann zudem grob noch weiter unterteilt werden in die Formen der Marktwirtschaft und der Planwirtschaft. Dabei überlässt die Marktwirtschaft den Beteiligten das eigenverantwortliche Handeln in Form eines - mehr oder weniger freien - Marktes, der den Ausgleich zwischen Bedürfnissen und Gütern schaffen soll. Die Planwirtschaft hingegen ist darauf angelegt, mit Hilfe einer zentralen Steuerung die Bedürfnisse der Menschen zu ermitteln und die vorhandenen Ressourcen zu einer gerechten Verteilung der produzierten Güter einzusetzen. In der Realität lassen sich in den meisten Wirtschaftssystemen jedoch wiederum Elemente beider Ansätze finden. So sind auch in den westlichen Dienstleistungsnationen stets einzelne Wirtschaftsbereiche in Form der Planwirtschaft abgedeckt worden, beispielsweise das Postwesen. Auch gelten heute in praktisch allen modernen Wirtschaften die Güter "Sicherheit" und "öffentlicher Verkehr" als Aufgabe des Staates und werden zentral verwaltet. Um trotz des planwirtschaftlichen Ansatzes die Vorteile der Marktwirtschaft zur Optimierung des Mitteleinsatzes zu nutzen, wird vermehrt zur Form des regulierten Marktes gegriffen, in dem die Beteiligten weitgehende wirtschaftliche Freiheit genießen, jedoch einer gewissen staatlichen Kontrolle unterworfen sind, indem sie z.B. zur Erbringung gewisser Mindestleistungen zu festgelegten Preisen gezwungen sind. In Westeuropa ist hierbei oftmals von sozialer Marktwirtschaft die Rede. Dieser Begriff wurde weitgehend von Ludwig Erhard, dem ersten deutschen Bundeswirtschaftsminister nach dem Zweiten Weltkrieg und späteren Bundeskanzler, in den 1950er Jahren geprägt.

Wirtschaftswissenschaften

Zur Untersuchung wirtschaftlichen Handelns, der Gesetze der wirtschaftlichen Entwicklung und zur wissenschaftlichen Unterstützung staatlichen und betrieblichen Entscheidens haben sich die Wirtschaftswissenschaften (Ökonomik) entwickelt. Sie werden üblicherweise in zwei Bereiche aufgeteilt, die Volkswirtschaftslehre und die Betriebswirtschaftslehre. Die Volkswirtschaftslehre untersucht gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge in der Mikroökonomie als Resultat rationaler Entscheidungen individueller Akteure (Haushalte, Unternehmen) und in der Makroökonomie als Ergebnis des systematischen Zusammenspiels gesamtwirtschaftlicher Aggregate (gesamtwirtschaftliche Nachfrage, Investitionen, Preisniveau etc.). Die Betriebswirtschaft hingegen befasst sich mit dem Verhalten einer wirtschaftlichen Einheit, dem Unternehmen, im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten und Mittel. Als Begründer der modernen Wirtschaftswissenschaften wird zumeist der Schotte Adam Smith angesehen, der 1776 sein berühmtes Buch An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations veröffentlichte. In diesem Buch kritisierte Smith den bis dahin zumeist vorherrschenden Merkantilismus. Sein weit verbreitetes Werk fand in Großbritannien und den USA große Anerkennung und vermittelte erstmals die Idee einer neuen Wissenschaftsrichtung zur Untersuchung des wirtschaftlichen Handelns. Smith brachte insbesondere bereits existierende Ideen der Gewaltenteilung von Montesquieu und die Ideen des Historikers David Hume über menschliche Motive und Handlungsweisen zusammen. Die moderne Volkswirtschaftslehre beruht zum einen auf den Untersuchungen und Veröffentlichungen von John Maynard Keynes, der in seinem umstrittenen Werk The Economic Consequences of the Peace die Reparationszahlungen nach dem 1. Weltkrieg als Ruin für die Volkswirtschaft Deutschlands kritisierte. Vor allem seine Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes dominierte über mehrere Jahrzehnte die makroökonomische Diskussion. Neben dieser nachfrageorientierten (keynesianischen) Volkswirtschaftslehre hat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend eine angebotsorientierte Orientierung (Monetarismus) Verbreitung und Anerkennung gefunden, die auf den Ökonomen Milton Friedman zurückgeht. Im wirtschaftspolitischen Bereich wurden diese angebotsorientierten Sichtweisen am deutlichsten in England von der Premierministerin Margaret Thatcher (Thatcherismus) und in den USA von dem Präsidenten Ronald Reagan (Reaganomics) umgesetzt. In den Wirtschaftswissenschaften wird heute meistens davon ausgegangen, dass die Bedürfnisse des Menschen theoretisch unbegrenzt sind. Da die Mittel zur Befriedigung dieser Bedürfnisse jedoch begrenzt sind, können zwangsläufig nicht alle Bedürfnisse befriedigt werden. Die Güter zur Befriedigung der Bedürfnisse sind also knapp (Prinzip der Güterknappheit), die Wirtschaft umschreibt in dieser Sicht die Aufgabe, die vorhandenen Güter optimal zu nutzen.

Das Prinzip der Nachhaltigkeit: Die Christliche Soziallehre

Unter kritischer Abkehr von nachweislich falschen libertären Wirtschaftstheorien entwickelten die Kirchen gemeinsam mit sozialen Organisation ein alternatives, weniger marktfundamentalistisches Wirtschaftskonzept, welches, aufbauend auf die christlichen Grundüberzeugungen, das Leben der Menschen solidarischer und nachhaltiger gestalten helfen soll. Ökologie, Ökonomie - Dem Wohl und dem Überleben dienen Dieses Leitbild verbindet die ökologische Frage mit der sozialen und ökonomischen Frage und dem Thema des Überlebens der Menschheit. "Dauerhafte Entwicklung" bzw. "Nachhaltigkeit" vernetzt folgende Gesichtspunkte: -Gerechtigkeit und Frieden: ein weltweites Entwicklungskonzept für alle Menschen - besonders in den wirtschaftlich schwachen und armen Ländern - in ihrem staaten- und länderübergreifenden Zusammenleben -Ökologie: die Rückkopplung der weltweiten wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsprozesse an die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen -Gegenwart: die Sicherung der Grundversorgung für alle heute lebenden Menschen und die Teilhabe aller Menschen an den Gütern der Erde -Zukunft und Vorsorge: die Sicherung der Existenzvoraussetzungen für ein menschenwürdiges Leben künftiger Genera- tionen, also der vorsorgliche Umgang mit Natur und Umwelt zugunsten der Lebensmöglichkeiten der Menschen in der Zukunft. Auf diese Weise schließt die Leitvorstellung der Nachhaltigkeit das Anliegen der ökologischen Vorsorge und der Prävention ein. Unter anderem leitet sie dazu an, die Ressourcen der Natur zu schonen sowie erneuerbare Energien (z.B. Sonnen- und Windenergie) zu nutzen, um einer Erwärmung der Erdatmosphäre vorzubeugen. Auch in Kirche und Theologie findet der Begriff der Nachhaltigkeit bzw. der ökologischen Vorsorge zunehmend Beachtung. Er ergänzt, vervollständigt und vernetzt die ethischen Werte und Prinzipien, die für Kirche und Theologie traditionell leitend sind, wie z.B. die Würde der Person, Gerechtigkeit, Solidarität, Gemeinwohl, Bewahrung der Schöpfung. In diesem Sinn betont das Wort "Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit", das der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz 1997 zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland verabschiedet haben: "Die christliche Soziallehre muß künftig mehr als bisher das Bewußtsein von der Vernetzung der sozialen, ökonomischen und ökologischen Problematik wekken. Sie muß den Grundgedanken der Bewahrung der Schöpfung mit dem einer Weltgestaltung verbinden, welche der Einbindung aller gesellschaftlichen Prozesse in das - allem menschlichen Tun vorgegebene - umgreifende Netzwerk der Natur Rechnung trägt. Nur so können die Menschen ihrer Verantwortung für die nachfolgenden Generationen gerecht werden. Eben dies will der Leitbegriff einer nachhaltigen, d. h. dauerhaft umweltgerechten Entwicklung zum Ausdruck bringen" (Nr.125).

Siehe auch


- Wirtschaftsordnung
- Portal:Wirtschaft

Literatur


- Heinz-J. Bontrup: Arbeit, Kapital und Staat. - Plädoyer für eine demokratische Wirtschaft. PapyRossa-Verlag Köln. Zweite Auflage 2005. ISBN 3-89438-326-7
- Heinz-J. Bontrup: Volkswirtschaftslehre. Grundlagen der Mikro- und Makroökonomie. Oldenbourg Verlag. Zweite Auflage, München, Wien 2004. ISBN 3-486-57576-7
- Johannes M. Waidfeld: Wachstum, der Irrtum; Wohlstand, eine gesellschaftliche Betrachtung, Fischer & Fischer Medien AG, Frankfurt 2005, ISBN 3-89950-076-8

Weblinks


- [http://www.bdvb.de bdvb] - Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e.V.
- Telepolis special: [http://www.heise.de/tp/deutsch/special/eco/default.html Ökonomie]
- [http://www.wirtschaftswiki.de/index.php?title=Hauptseite] - Wirtschaftswiki des Handelsblatt
- [http://www.wertekommission.de Wertekommission] - Initiative 25-45jähriger Fach- und Führungskräfte zum Thema Werte in der Wirtschaft ! ja:経済学 ko:경제학 simple:Economics th:เศรษฐศาสตร์

Gut (ökonomisch)

Als ökonomisches Gut oder auch wirtschaftliches Gut bezeichnet man allgemein alle Mittel oder Leistungen (Sachgüter, Dienstleistungen und Nutzungsrechte), die direkt oder indirekt der Bedürfnisbefriedigung dienen.

Güterarten nach dem Kriterium der Verfügbarkeit

Freie und knappe Güter

Hier lassen sich freie und knappe (wirtschaftliche) Güter unterscheiden. Ein Gut ist frei, wenn es im betreffenden Gebiet zur betrachteten Zeit in so großer Menge vorhanden ist, dass jeder Mensch so viele Einheiten des Gutes konsumieren kann, wie er will, beziehungsweise bis seine Sättigungsmenge erreicht ist. Ein Beispiel dafür ist Sand in der Wüste oder Salzwasser im Meer. Freie Güter haben die Eigenschaft, dass man für sie keinen Preis verlangen kann. Allerdings ist die Trennung zwischen beiden Gütertypen unscharf: Ein normalerweise freies Gut ist unter anderen Umständen möglicherweise nicht mehr frei (Salzwasser in der Wüste oder Sand im Meer) und kostet Geld.

Knappe Güter und Wirtschaften

Da freie Güter keinen Preis haben, sind Wirtschaften und wirtschaftliche Organisation nur im Zusammenhang mit knappen Gütern von Bedeutung (Knappheit). Zu deren Erwerb muss sparsam mit den verfügbaren Mitteln umgegangen werden (haushalten). Allgemein lehrt die Theorie des Tausches als Ursprungsgedanke des wirtschaftlichen Handelns, dass Güter nur dann wirtschaftlich genutzt (getauscht) werden können, wenn der Tausch Ziel eines Ausgleich unterschiedlicher Grenzraten der Substitution ist. Hierfür sind für den jeweiligen Tauschpartner folgende Kriterien wichtig, welche ein Gut zur Tauschfähigkeit und damit zur Wirtschaftsreife werden lassen: Verfügbarkeit, Begehrtheit, Knappheit, Tauschbarkeit.

Güterarten nach Ausschließbarkeit und Rivalität

Güterarten nach dem Kriterium der Ausschließbarkeit (Exkludierbarkeit) anderer potenzieller Nutzer

Hier kann man unterscheiden in Ausschluss ermöglichende Güter und Ausschluss nicht ermöglichende Güter. Die meisten Güter des täglichen Lebens machen es möglich, Personen von ihrem Konsum auszuschließen. Nicht der Fall ist dies jedoch bspw. bei Luft; um eine Person vom Konsum der Luft auszuschließen, müsste die in ihrem Umfeld befindliche Luft abgepumpt werden. Typische andere Beispiele für Güter, die einen Ausschluss einzelner nicht ermöglichen, sind Landesverteidigung (man kann nicht einen einzelnen Bürger davon ausschließen, dass er im Falle eines Angriffs militärisch verteidigt wird) oder Deiche (alle Menschen, die hinter einem Deich wohnen, werden vor Hochwasser geschützt - der Ausschluss einzelner ist nicht möglich). Jedoch zeigt sich eine Tendenz zu zunehmender Ausschließbarkeit: Güter wie Fernsehen oder die Benutzung von Straßen erlauben heute, anders als früher, den Ausschluss einzelner (über Bezahlfernsehen und Maut). Anders ausgedrückt: Das Erreichen von Ausschließbarkeit ist lediglich eine Frage des Preises - durch hohe Kosten könnte der erwähnte Deich beispielsweise um ein bestimmtes Haus herum gebaut werden und dieses somit vom Schutz ausschließen.

Güterarten nach der Rivalität im Konsum

Man unterscheidet hier in rivale Güter und nicht-rivale Güter. Rivale Güter zeichnen sich dadurch aus, dass der Konsum eines Gutes durch einen Konsumenten den Konsum desselben Gutes durch einen anderen Konsumenten be- oder verhindert. Typische nicht-rivale Güter sind z. B. Fernsehen (wenn im Nachbarhaus ferngesehen wird, verschlechtert sich der eigene Empfang dadurch nicht) oder Atmen. Hingegen kann ein Brot, das ein Konsument isst, nicht gleichzeitig in vollem Umfang von einer anderen Person konsumiert werden. Auch in dieser Kategorie ergeben sich Grauzonen: So ist das Gut Autobahnbenutzung zunächst nicht rival, da ein zweites Auto auf der Autobahn den einzelnen Fahrer nicht stört. Bei stark zunehmendem Verkehr jedoch wird auch die Autobahnbenutzung rival.

Güterklassifikation nach Ausschließbarkeit und Rivalität

Aus den beiden letztgenannten Kriterien lässt sich eine Vier-Felder-Matrix erstellen (so genannte politisierte Güter und politische Clubgüter werden hierin nicht berücksichtigt).

Güterarten nach der Gegenständlichkeit (Materialität)

Man unterscheidet diesbezüglich in materielle Güter (auch als "Sachgüter" oder "Waren" bezeichnet, z.B. Haus) und immaterielle Güter. Letztere lassen sich wiederum unterteilen in Dienstleistungen (z.B. Arztbesuch) und ideelle Güter (wie z.B. Patente). Auch hier ist der Übergang fließend. So ist ein Auto zweifelsohne ein Sachgut, während der Kundendienst an besagtem Auto eine Dienstleistung ist.

Güterarten nach dem Verwendungszweck

Trennung nach Konsumgütern und Produktionsmitteln

Unterschieden wird hier in Konsumgüter (z.B. Nahrungsmittel, Bücher) und Produktionsmittel (z.B. eine kommerzielle Eismaschine), durch welche die Konsumgüter erst hergestellt werden.

Weitere Aufteilung der Produktionsmittel

Auch die Produktionsmittel weisen unterschiedliche Eigenschaften auf. Manche Produktionsmittel werden während des Produktionsprozesses explizit verbraucht (Rohstoffe (z.B. Eisenerz), Betriebsstoffe (beispielsweise Kohle) und Hilfsstoffe (z.B. Schutzanzug)). Bei anderen Gütern, die bei der Produktion eingesetzt werden, steht nicht der Verbrauch im Vordergrund, sondern deren Gebrauch. Diese Güter bezeichnet man als Investitionsgüter.

Güterarten nach ihrer Produktionseigenschaft

Trennung in direkte Güter oder auch Rohstoffe, die direkt in eine Produktion fließen (z.B. Metall für ein Autowerk) und indirekte Güter, die zur Aufrechterhaltung des Betriebes dienen (z.B. Schleifpapier, Büromöbel); Letztere werden im Kontext des E-Procurement oft als MRO-Güter genannt (vom englischen Maintain - Repair - Operate).

Güterarten nach dem Nachfrageverhalten

Nachfrageverhalten in Abhängigkeit vom Preis des Gutes

Normale Güter zeichen sich dadurch aus, dass sie bei steigendem Preis in geringerem Umfang nachgefragt werden (negative Preiselastizität). Hingegen wird ein Superiores Gut bei steigendem Preis vermehrt konsumiert (positive Preiselastizität). siehe auch: Preiseffekt

Nachfrageverhalten in Abhängigkeit vom Einkommen

Giffen-Güter (oder Luxusgüter) stellen einen Extremfall inferiorer Güter dar - sie werden bei steigendem Einkommen in geringerem Umfang nachgefragt (negative Einkommenselastizität). Das Gegenteil von Giffen-Gütern sind lebensnotwendige Güter. Sie weisen eine Einkommenselastizität größer 0, aber kleiner 1 auf. siehe auch: Einkommenseffekt

Nachfrageverhalten zwischen zwei Gütern

Substitutionsgüter zeichnen sich dadurch aus, dass sie aus der Sicht des Konsumenten ähnliche oder sogar dieselben Bedürfnisse stillen und somit im Wettbewerb einem "entweder oder" unterliegen. Folglich steigt bei einem Substitutionsgut die Nachfrage, wenn sich das andere Gut verteuert. Dabei können verschiedene Grade an Substituierbarkeit unterschieden werden: Können zwei Güter vollkommen gegenseitig ersetzt werden, ohne dass zusätzliche Kosten, Qualitätsunterschiede oder ähnliche Anreize auftreten, die den Konsumenten dazu veranlassen könnten, ein Produkt zu bevorzugen, spricht man von einem perfekten oder vollkommenen Substitutionsgut. Die Grenzrate der Substitution des einen Guts für das andere ist konstant. Typische Substitutionsgüter sind Brot und Brötchen. Sind beide Güter nicht vollkommen durch das jeweils andere ersetzbar, so spricht man von unvollständigen Substituten. Zurückzuführen ist die nicht vollständige Substituierbarkeit auf qualitative oder preisliche Unterschiede zwischen den Gütern. Beispiele für unvollständige Substitute sind CDs und Audio-Kassetten; zwar ermöglichen beide das Aufnehmen und Wiedergeben von Musik, allerdings unterscheiden sie sich in Qualität und Speicherplatz. Komplementärgüter werden hingegen gemeinsam nachgefragt. Sie stillen nicht dieselben Bedürfnisse, sondern ergänzen sich. Folglich sinkt die Nachfrage nach einem Gut, wenn der Preis seines Komplementärguts steigt. Auch hier lassen sich verschiedene Grade unterscheiden: Können zwei Güter nur zusammen konsumiert werden, so spricht man von perfekten Komplementen - der Kauf des einen Gutes macht ohne gleichzeitigen Kauf des anderen Gutes überhaupt keinen Sinn. Mathematisch ausgedrückt ergibt sich der Nutzen des Konsumenten (U) also aus U(x1,x2)=min. Beispiele für perfekte Komplemente sind rechte und linke Handschuhe. Im Gegensatz dazu sind unvollständige Komplemente solche Güter, die sich zwar ergänzen, aber auch einzeln am Markt nachgefragt werden - z.B. Computer, Drucker und Bildschirm.

Güterarten nach Nachfragerpräferenzen

Güter lassen sich auch danach unterscheiden, ob ein Nachfrager für verschiedene Fabrikate einer Gutsklasse unterschiedliche Präferenzen aufweist. Wenn ja, so spricht man von heterogenen Gütern, wenn nein von homogenen Gütern. Die unterschiedlichen Präferenzen können sowohl durch objektive Produktunterschiede (Größe, Zweck, Qualität etc.) begründet sein als auch durch subjektive Produktunterschiede (z.B. Markenimage). Typische Beispiele sind elektrischer Strom (für homogene Güter) und Autos (für heterogene Güter). Homogene Güter sind vollkommen gegeneinander austauschbar. Dabei existieren weder objektive Unterschiede (d.h. die Güter sind materiell, von ihrem Zweck, ihrem Kaufort etc. gleichartig) noch subjektive Unterschiede (d.h. die Nachfrager haben auch keinerlei Präferenzen für bestimmte Anbieter). Liegt ein homogenes Gut vor, bestimmt also allein der Preis die Kaufentscheidung. Die Homogenität der Güter ist eine notwendige Voraussetzung für den vollkommenen Markt. Beispiele für homogene Güter sind Call-by-Call-Telefontarife, Elektrische Energie, Aktien vom gleichen Unternehmen. Von der Beschaffenheit weitgehend homogen sind Banknoten der gleichen Währung und Kraftstoffe, solange sie nicht durch Additive und/oder durch die Werbung heterogen gemacht wurden. Weisen Güter hingegen unterschiedliche Eigenschaften auf, so sind sie nicht mehr beliebig austauschbar. Dies mindert den Wettbewerb zwischen den Anbietern. Materielle Güter sind im Allgemeinen nicht homogen, da ihre Beschaffung standortabhängig ist und mit unterschiedlichen Kauferlebnissen verbunden ist. Ein typisches Beispiel für heterogene Güter sind Autos, die sich in Qualität, Ausstattung, Markenimage etc. unterscheiden.

Güterarten nach der Möglichkeit des Transports

Handelbare und nicht handelbare Güter

Es existieren handelbare (so genannte Tradeables) und nicht handelbare Güter (so genannte Non-Tradeables), wobei nicht handelbare Güter durch zu hohe Transportkosten oder andere Gründe nicht international gehandelt werden. Beispiele für nicht handelbare Güter sind in vielen Fällen bestimmte Dienstleistungen. Per Definition sind alle Immobilien nicht handelbare Güter.

Mobilien und Immobilien

Bezogen auf Sachgüter haben sich für denselben Sachverhalt zwei weitere Bezeichnungen eingebürgert: Mobilien zeichnen dadurch aus, dass sie transportiert werden können, während der Standort von Immobilien nicht verändert werden kann. Damit ist der volkswirtschaftliche Immobilien-Begriff breiter aufzufassen als der des allgemeinen Sprachgebrauchs. Volkswirtschaftlich zählen hierzu nicht nur Gebäude oder Grundstücke, sondern auch Straßen und Stromleitungen.

Güterarten nach Wohlfahrtswirkungen

Jeder Konsument eines Gutes misst diesem einen bestimmten individuellen Nutzen zu, welcher in der VWL über die marginale Zahlungsbereitschaft des Nachfragers quantifiziert wird. Neben dem individuell zugemessenen Nutzen, welcher sich von Nutzer zu Nutzer unterscheidet, kann Gütern auch ein allgemeiner Nutzen, eine gesellschaftliche Wohlfahrtswirkung zugewiesen werden. Unterscheidet sich diese hinreichend stark von dem individuellen Nutzen, der einem Gut zumindest von Teilen der Gesellschaft beigemessen wird, so greift der Staat durch Regulierung ein: Güter, denen er einen hohen Nutzen beimisst, fördert er, während er Güter, die er für schädlich erachtet, verbietet oder beschränkt. Um einen Eingriff in den freien Markt so rechtfertigen zu können, muss der Staat über ein gegenüber den Individuen superiores Wissen verfügen. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass diese Form des Staatseingriffs eine u.U. massive Einschränkung der Konsumentensouveränität mit sich bringt. Aufgrunddessen ist diese Form des Staatseingriffs kritisch zu hinterfragen. Ein meritorisches Gut (s. dort) ist ein Gut, das aus gesellschaftlicher Sicht nicht in ausreichendem Maß nachgefragt wird. Ein demeritorisches Gut hingegen wird zu stark nachgefragt.

Güterarten nach Zurechenbarkeit zu einem Kostenträger

Im Rechnungswesen lassen sich Einzel- und Gemeinkosten unterscheiden. Gemeinkosten sind Kosten, die einem Kostenträger (z.B. Produkt oder Dienstleistung) - anders als Einzelkosten - nicht direkt zugerechnet werden können. Güter, die den Gemeinkosten zugerechnet werden, bezeichnet man auch als indirekte Güter. Einzelkosten-Güter werden als direkte Güter bezeichnet.

Sonstige Güterarten

Im Bereich Marketing gibt es weitere Güterarten beziehungsweise Produkttypolgien (vgl. Geml/Lauer: Das kleine Marketing-Lexikon, 3. Aufl., Düsseldorf 2004). Siehe auch: Gut (juristisch) Okonomisches Gut Okonomisches Gut ja:財

Leistung

Der Ausdruck Leistung bezeichnet eine gezielte Handlung, die zu einem bestimmten Ergebnis bzw. der Lösung einer Aufgabe führt. Eine Handlung wird dann zu einer Leistung, wenn eine allgemeine Übereinstimmung über ihre Bedingungen und die technische Qualität ihrer Ausführung besteht. Die erbrachte Leistung kann definiert sein in Gestalt eines hervorgebrachten gegenständlichen oder ideellen Produktes oder in der Erreichung eines bestimmten gesellschaftlichen oder soziologischen Zustandes oder Status. Von Bedeutung für eine Leistung kann ferner die Methode sein: z.B. ein effizienter Lösungsweg mit hohem Nutzen bei geringem Aufwand. Der Begriff der Leistung wird in unterschiedlichen Bereichen verschieden definiert und verwendet.

Leistung in der Pädagogik

Das Vermitteln, Erwerben und Üben von Kompetenzen bildet den Kern des pädagogischen Prozesses. Erfolgserlebnisse spielen eine wichtige Rolle für die Lernleistung. Das Leistungsprinzip mit Leistungsvergleichen und Leistungstests verbunden mit entsprechender Förderung kann eine motivierende Rolle für das Lernen spielen. Aus dem Leistungsprinzip kann durch Konkurrenzdruck Leistungsdruck entstehen.

Leistung (Physik)

In der Physik ist die Leistung P (power) allg. definiert als
P = \frac.
Die erste Ableitung (Differenziation) der Arbeit W (work) nach der Zeit t (time) ergibt die Leistung. Für lineare Zusammenhänge lässt sich vereinfachen:
P = \frac. Typischerweise wird die Leistung angegeben in Nm/s = J/s = W (Watt). Ein Beispiel:
:Heben wir einen Kasten Sprudel vom Boden auf die 1 m hohe Ladentheke, so ist zunächst die Arbeit W bei einem angenommenen Gewicht von 10 kg stets etwa 100 Nm = 100 J (Joule), unabhängig von der Zeit, die wir dafür benötigen. Dagegen ist die Leistung bspw. im Falle einer "Hubzeit" von 1 s gleich 100 W (Watt), im Falle einer benötigten Zeit von 0,2 s hingegen bereits 500 W. Gegenbeispiel: :Tragen wir hingegen denselben Kasten Sprudel vom Auto bis zur Haustüre, so ist folgende Rechnung falsch: ::Wir verrichten Arbeit in Höhe von "Kraft x Weg" mit F als Kraft sowie s als zurückgelegte Strecke. :Hier wurde nicht berücksichtigt, daß der Richtungsvektor der Kraft parallel zum Richtungsvektor des Weges sein muß. Eine Berechnung der hier verrichteten Arbeit und demzufolge auch der Leistung ist nur über die Berechnung der physiologischen Haltearbeit, die verrichtet wird, möglich. Tatsächlich wird nämlich beim Halten eines Gegenstandes physikalisch definierte Arbeit geleistet, indem die Muskulatur in schneller Folge angespannt und wieder leicht entspannt wird. Die Berechnung ist allerdings sehr komplex und aufwendig, daher ist dieses Beispiel zur Erläuterung der Begriffe Arbeit und Leistung im physikalischen Sinne nicht geeignet.

Der Leistungsbegriff im Sport

Im Sport findet der Leistungsbegriff zunächst in einem sehr weiten Sinne Anwendung: Als höhere Leistung gelten u.a. größere Geschwindigkeiten, größere Höhen und Weiten in den Sprung- und Wurfdisziplinen, aber auch höhere Punktzahlen bei technischen Sportarten, bei denen nicht nur die Schwierigkeitsgrade sondern auch der „künstlerische Ausdruck“ bewertet werden. In den Ausdauer-Sportarten, aber beispielsweise auch in den Sprint-Disziplinen des Radsports wird der Begriff auch in seinem engeren, physikalischen Sinne angewandt. In einigen Sportarten, beispielsweise im Rudern, besonders aber im Radsport korreliert die vom Sportler zu erbringende, physiologische Leistung (Energieumsatz pro Zeiteinheit) besonders eng mit der effektiv messbaren physikalischen Leistung. Infolgedessen sind in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Leistungstests und Verfahren der Leistungsdiagnostik entwickelt worden, die in erster Linie auf Fahrradergometern bzw. der Rolle, aber auch auf Laufbändern durchgeführt werden. Die hier erbrachte physikalische Leistung wird dabei ins Verhältnis zu verschiedenen anderen Parametern wie Sauerstoff-Aufnahme, Herzfrequenz, Atem-Volumen, gepumptes Blutvolumen/Zeiteinheit, Laktat-Konzentration usw. gesetzt. Von der Leistungsdiagnostik ausgehend werden umfangreiche Anregungen zur Trainingsgestaltung entwickelt. Demgegenüber wird von kritischen Vertretern der Trainingslehre und Sportwissenschaft eingewandt, daß es hierbei zu einer Überbetonung der physikalischen Aspekte der Leistungserbringung kommt. Während weitere i.w.S. leistungsbestimmende Faktoren wie Erholungsfähigkeit, Laktatabbau u. dergl. durchaus einbezogen werden können, bleiben wesentliche Aspekte wie Willenskraft, „Tagesform“ usw. außen vor.

Leistung (Erfüllung)

Das Erbringen eines Versprechens und seine Erfüllung, s. hierzu Leistung (Erfüllung)!

Leistung (Recht)


- die ziel- und zweckgerichtete Mehrung fremden Vermögens

Leistung (Rechnungswesen)


- Ertrag eines wirtschaftlichen Leistungsprozesses (Erlös +/- Bestandsveränderung), sowie Kosten- und Leistungsrechnung, bewertete sachzielbezogene ordentliche Gütererstellung eines Unternehmens in einer Periode

Leistung (Nachrichtentechnik)


- Verkehrswert in der Verkehrstheorie

Leistung (Verwaltung)


- Dienstleistungsverwaltung

Siehe auch


- Dienstleistung
- Leistungsgesellschaft Kategorie:Tätigkeit Kategorie:Wertvorstellung

Preis (Wirtschaft)

Insbesondere die Gliederung erscheint mir wirr. Für einen derart wichtige volkswirtschaftliche Größe wie den Preis sollte die Wikipedia m. E. einen besseren Artikel aufweisen können. --Kai (Benutzer:Geisslr) 08:21, 18. Jul 2005 (CEST) Kai (Benutzer:Geisslr) Der Preis , auch Verkaufspreis ist in der Wirtschaftswissenschaft der Indikator für die Knappheit von Gütern, gemessen an den verfügbaren Mengen und am Bedarf. Preise geben an, auf welche Mengen anderer Güter man verzichten muss, um eine Einheit des nachgefragten Gutes zu erlangen. Im Sinne von Einstandspreis wird Preis auch im Gegensatz zu Kosten verstanden, wobei Preis den Verkaufspreis eines Gutes und Kosten den in Geld ausgedrückten Aufwand zur Herstellung der Ware beschreibt. In der Literatur werden auch die Begriffe Räumungs- und Ausgleichsfunktion für den Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage sowie Informations- bzw. Signalfunktion benutzt.

Preisbildung

Die Preisbildung auf einem polypolistischen freien Markt erfolgt durch die Wechselwirkung von Angebot und Nachfrage. Dabei pendelt sich der Preis auf einem kompetitiven Markt so ein, dass er Angebot und Nachfrage ausgleicht (Marktgleichgewicht). Ist das Angebot größer als die Nachfrage, so sinkt der Preis. Zu einem tieferen Preis sind mehr Nachfrager bereit, das Produkt zu kaufen, aber weniger Anbieter bereit, das Gut anzubieten. Die Nachfrage steigt und das Angebot sinkt. Den Preis, bei dem Nachfrage und Angebot gleich groß sind, nennt man Gleichgewichtspreis. Preise entstehen jedes Mal, wenn Käufer und Verkäufer einen Vertrag über den Eigentumswechsel eines Gutes (Ware, Dienstleistung, Forderung etc.) zu bestimmten (monetären und anderen) Konditionen schließen. So ist der Kurs der Preis von Wertpapieren, der Zins der Preis für geliehenes Geld. Mit abnehmender Zahl der Anbieter und Abnehmer eines Gutes wird auch die Preisbildung schwieriger und unstetiger; bei einem unilateralen Monopol bestimmt der Anbieter bzw. der Abnehmer alleinig den Preis; in einem bilateralen Monopol ist die Preisfindung oft willkürlich.

Preisfunktionen

Signalfunktion des Preises

Preise dienen in der Wirtschaft als Wertmaßstab für Güter. Als Bezugsgröße für den Preis dient in der Regel Geld, welches den Tauschwert von Gütern angibt. Preise werden insbesondere in der Volkswirtschaftslehre als Indikatoren für die Knappheit von Gütern angesehen. Aus den Kosten eines Gutes (Preisuntergrenze) einerseits und der Begehrtheit eines Gutes andererseits (Nachfrage) ergibt sich sein Wert. Beispiel: Die Kosten eines Handys können bei 100 € liegen, sein Wert dagegen kann wesentlich über dem Selbstkostenpreis liegen. Hat der Wert eines Gutes zum Beispiel ein negatives Maß, dann ist es nicht marktfähig. Ist das Maß der Begehrtheit zum Beispiel nicht an die Marke, sondern nur an die Art des Gutes gebunden, dann kann der Preis beim Selbstkostenpreis oder sogar darunter liegen. In der Praxis wird die Werbung über den Preis und die Qualität geführt. Dabei ist es die Aufgabe der Marketingabteilungen, dem Gut ein vorteilhaftes Image zu geben. In Zeiten der Rezession vermitteln Slogans wie "Geiz ist geil" das Gefühl, besonders günstig beziehungsweise preiswert einzukaufen.

Koordinierungsfunktion

Die Haushalte und Unternehmen nutzen den Preis, um ihre individuellen Pläne aufeinander abzustimmen.

Anreizfunktion

Durch niedrige Preise soll der Kunde animiert werden, ein Gut zu erwerben. Mit der Frage, wie mit Hilfe der Preisgestaltung Kaufanreize gesetzt werden, beschäftigt sich die Preispolitik. Hohe Preise sollen Unternehmen ermuntern, die Produktion auszuweiten.

Lenkungsfunktion

Der durch Angebot und Nachfrage gebildete Gleichgewichtspreis gewährleistet bei entsprechenden Annahmen und unter den normativen Zielvorstellungen der Neoklassik, dass die zu einem gegebenen Zeitpunkt vorhandenen Produktionsfaktoren (z. B. Arbeitskraft) dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen bringen (effiziente Allokation).

Kosten (Minimum) und Begehrtheit (Maximum)

Kosten: Kosten des einzelnen Betriebes dürfen nicht mit den volkswirtschaftlichen Kosten verwechselt werden. Die Kosten bilden die Preisuntergrenze, wenn ohne Verlust gewirtschaftet werden soll. Für den Umsatz sind die Kosten aber nicht alles. Dazu kommt noch die Begehrtheit eines Gutes, um Gewinne zu erzielen, die über die kalkulatorischen Zinsen und den Unternehmerlohn (Bestandteile des Selbstkostenpreises) hinausgehen. Die Begehrtheit eines Gutes ist seine Wertschätzung, eine bestimmte Geldmenge an den Anbieter zu übertragen. Es gibt in der Volkswirtschaft Phasen, wenn zum Beispiel die Erwartungen der Nachfrager durch eine negative Einschätzung der Zukunft beeinträchtigt sind, den Kauf eines Gutes zu verschieben oder ganz darauf zu verzichten. Wenn Güter weltweit angeboten werden, dann kommt noch das Wechselkursverhältnis ins Spiel. Deshalb muss die Währungsrelation Bestandteil von Kalkulationen werden.

Währungsrelationen

Die Güter können zum Beispiel in Euro, US-Dollar oder Yen angeboten werden. Die Umrechnung eines Gutes in die jeweilige Landeswährung kann zu einem Preisvorteil führen, der das Gut für den Nachfrager besonders attraktiv macht. Damit kann sich ein Arbitragevorteil realisieren lassen. Allerdings wird dieser Vorteil kleiner, wenn die Nachfrage nach Gütern aus einem bestimmten Währungsraum zu einer starken Devisennachfrage führt und sich damit der Preis der Devise verteuert. Der Anbieter / Verkäufer beziehungsweise Nachfrager / Käufer in einem Währungsgebiet (beispielsweise Europäische Union) kann Preisvorteile durch unterschiedliche Selbstkosten je Region realisieren, wenn die Währungsrelation außer Kraft gesetzt worden ist. Eine Abpufferung von Kostenunterschieden durch nationale Währungen entfällt in diesen Fällen. Beispiel: In der Europäischen Union sind die Relationen der nationalen Währungen untereinander zeitpunktabhängig festgeschrieben worden, so dass die unterschiedlichen Selbstkosten je Gut dem Nachfrager einen unmitelbaren Preisvorteil einbringen können, wenn der Anbieter den Preisvorteil weitergeben würde. Der Nachfrager gibt weniger Geld aus und kann damit zusätzlichen Bedarf decken. Auch der Anbieter kann Ersparungen realisieren, die er anderweitig anlegen kann, wenn der Wettbewerb dies zulässt (Arbitragevorteil). Allerdings provoziert die Festschreibung der Währungsunterschiede in der EU dann Anpassungssubventionen aus Steuermitteln, wodurch die Ersparnis beim Kauf durch Steuererhöhungen abgeschöpft werden kann.

Spezialgebiete

Die Preispolitik verfolgt hauptsächlich das Ziel mit Hilfe der Preisgestaltung Kaufanreize zu setzen. Bevor ein Produkt in den Markt eingeführt wird, sollte eine Festlegung auf eine Preisstrategie erfolgen. Ein Preisindex ist ein statistisches Konstrukt, das eine Aussage über die Höhe der Inflation (Preisniveau) in einem volkswirtschaftlichen Bereich machen soll.

Weblinks

[http://www.personal.uni-jena.de/~dps/preis.html Der Preis – Einige Gedanken] von John Ruskin [http://www.vernunft-schweiz.ch/document.php?cid=5 Preisbildung mit Angebot und Nachfrage]

Siehe auch


- Preisindex
- Preis-Absatzmengen-Funktion
- Tarif
- Kosten
- Wert
- Wertschöpfung
- UVP
- Währung
- Mikroökonomie Kategorie:Wirtschaft ja:価格

Marktgleichgewicht

Marktgleichgewicht nennt man in der Ökonomie die Situation auf einem Markt, in der der Preis eines Gutes zu einer gleich hohen Angebots- wie Nachfragemenge führt. Der Preis wird dann Gleichgewichtspreis, die Menge Gleichgewichtsmenge genannt. Da es umso weniger Verkäufer gibt, je niedriger der Preis ist und umso weniger Nachfrager, je höher der Preis ist, reguliert sich der Markt so, dass er ein Marktgleichgewicht bildet - der Preis fungiert als markträumende Variable. Die Gleichgewichtsbildungen sind ein zentrales Element der Neoklassischen Theorie und der Allgemeinen Gleichgewichtstheorie.

Annahmen und Definitionen

Die Theorie geht von mehreren Annahmen aus, die zur Markträumung und zur Herausbildung eines Gleichgewichtspreises erfüllt sein müssen. Diese Voraussetzung ist nicht streng erfüllbar, weswegen es den Gleichgewichtspreis in der Realität selten gibt. In einem vollkommenen Markt, das heißt einem Markt mit vielen kleinen rational handelnden Anbietern und Abnehmern, von denen keiner den Marktpreis nach eigenem Ermessen beeinflussen kann, stellt sich ein Gleichgewichtspreis ein. Diese Annahme ist grundlegend für die einfache Theorie des Gleichgewichtspreises, wie sie in einführenden Wirtschaftsvorlesungen gelehrt wird. In vielen realen Märkten trifft diese Annahme jedoch nicht zu, weil einzelne Käufer oder Verkäufer genügend Marktmacht haben, um den Preis zu ihren Gunsten zu beeinflussen. In solchen Situationen ist das einfache Modell des Gleichgewichtspreises ungenügend und bedarf weiterer Untersuchungen. Des Weiteren wird angenommen, dass keine Transaktionskosten existieren, was in der Realität auch selten der Fall ist. Transaktionskosten bezeichnen diejenigen Kosten, die neben dem eigentlichen Kauf entstehen, also etwa die Kosten für die Preisinformation und die Transportkosten. In vielen Fällen ist das Modell jedoch als erste Approximation für das Marktgeschehen verwendbar. Die Volkswirtschaftslehre widmet besonders solchen Fällen viel Aufmerksamkeit, in denen sogenanntes Marktversagen zu einer suboptimalen Allokation, also einer nicht-optimalen Aufteilung knapper Ressourcen, führt. Zum Beispiel wird ein Monopolist immer überhöhte Preise fordern, wodurch es zu einer Verknappung der angebotenen Menge kommt. In solchen Fällen können Ökonomen versuchen, Regeln zu finden, die dieses Marktversagen und den daraus resultierenden Wohlfahrtsverlust für die Gesellschaft vermeiden oder wenigstens vermindern sollen. Der Staat könnte direkt durch gesetzliche Maßnahmen oder indirekt durch Marktregulierung, zum Beispiel in Form von Höchstpreisen oder Steuern, eingreifen.

Nachfrage

Steuern Nachfrage ist die Menge an Gütern, die die Konsumenten zu einem bestimmten Preis kaufen wollen. Ein Beispiel: Es gibt 30 Verbraucher, die jeweils eine Tüte Kartoffelchips kaufen wollen, wenn der Preis 1 EUR pro Tüte beträgt. Aber nur 15 Verbraucher, denen der Geschmack von Kartoffelchips 2 EUR pro Tüte wert ist. Man kann eine Nachfragetabelle erstellen, die die nachgefragte Menge zu allen möglichen Preisen zeigt. Diese Tabelle kann ebenso als Graph oder als mathematische Formel dargestellt werden. Die Hauptkriterien des Preises, der bezahlt wird, sind typischerweise die Menge des Gutes, die Höhe des eigenen Einkommens, persönlicher Geschmack, der Preis von Substitutionsgütern („Ersatz“) und komplementären Gütern. Die Güter „Auto“ und „Benzin“ sind beispielsweise komplementär, da sich ihr Konsum gegenseitig verstärkt.

Angebot

Angebot bezeichnet die Menge, die Erzeuger zu einem bestimmten Preis zu produzieren bereit sind. Beispielsweise gibt es nur einen Hersteller von Kartoffelchips, der für 1 EUR pro Tüte produzieren kann, aber erheblich mehr Hersteller können Chips für 2 EUR herstellen. Je höher der Marktpreis eines Gutes ist, desto höher ist in der Regel auch das Gesamtangebot aller Erzeuger.

Bestimmung des Gleichgewichtspreises

Die Angebotslinie startet mit kleinem Angebot bei einem niedrigen Minimalpreis und wächst mit steigendem Preis. Die Nachfragelinie startet mit einer kleinen Nachfrage bei einem hohen Maximalpreis und nimmt mit fallendem Preis immer weiter an Menge zu. Wie an diesen zwei Linien zu erkennen, gibt es immer mehr Anbieter und Ware je höher der verlangte Preis ist. Umgekehrt gibt es immer mehr Abnehmer, die immer mehr kaufen, je niedriger der für die Ware verlangte Preis ist. Da die Preiswünsche von Anbietern und Abnehmern gegenläufig sind, stellt sich im Markt ein Gleichgewicht an der Schnittstelle von Angebot und Nachfrage ein, die den Gleichgewichtspreis und das Maximum des Umsatzes festlegt.

Veränderung der Nachfrage

Angebot Wenn mehr Leute ein bestimmtes Gut haben wollen, wird sich die nachgefragte Menge zu allen Preisen erhöhen, das heißt die Nachfragelinie in der Grafik verschiebt sich nach rechts. Die Ursache einer höheren Nachfrage können zum Beispiel eine neue Mode, andere Lebensumstände oder höheres Einkommen sein. Infolge der höheren Nachfrage und der damit verbundenen Rechtsverschiebung der Nachfragelinie steigt der Gleichgewichtspreis und die umgesetzte Menge. Eine sinkende Nachfrage verschiebt die Linie nach links, was einen niedrigeren Preis und eine geringere Umsatzmenge zur Folge hat. Wenn etwa mehr Menschen Kaffee kaufen wollen, werden die Anbieter zunächst den Preis erhöhen können, da mehr Nachfrage als Angebot vorhanden ist. Als Folge der Preiserhöhung werden weitere Anbieter hinzukommen oder bestehende Anbieter ihr Angebot vergrößern, da es sich bei dem höheren Preis nun für sie lohnt. Durch diese Reaktion des Marktes entsteht ein neues Marktgleichgewicht mit neuem Gleichgewichtspreis und neuer Umsatzmenge. Wenn umgekehrt die Nachfrage sinkt, geschieht das Gegenteil. Die Nachfragekurve verschiebt sich nach links, der Gleichgewichtspreis sinkt, und als Folge davon wird auch das Angebot sinken.

Veränderung des Angebots

Angebot Wenn sich hingegen das Angebot verändert, verschiebt sich die Angebotslinie der Grafik. Ein steigendes Angebot verschiebt die Linie nach rechts, was den Preis drückt und die umgesetzte Menge erhöht. Ein sinkendes Angebot verschiebt die Angebotslinie nach links. In der Folge steigt der Preis und sinkt die Menge. Wenn beispielsweise ein verbessertes, kostengünstigeres Verfahren zum Weizenanbau eingeführt wird, könnten mehr Anbieter für den gebotenen Preis Weizen verkaufen. Dies führt zu einem Überangebot an Weizen. Um ihren ganzen Weizen verkaufen zu können, müssen die Anbieter den Preis reduzieren. Dies führt dazu, dass der Weizen für mehr Abnehmer, zum Beispiel für Bäcker, interessant wird, da diese damit günstigeres Brot herstellen können und ihrerseits mehr verkaufen können. In der Folge bildet sich ein neues Gleichgewicht im Weizenmarkt mit einem niedrigeren Gleichgewichtspreis und einem größeren Marktvolumen.

Elastizität

Ein wichtiges Konzept für das Verständnis des Gleichgewichtspreises, ist die Preiselastizität. Sie gibt an, wie stark sich eine Preisänderung eines Produktes oder einer Dienstleistung auf die Nachfrage auswirkt beziehungsweise wie stark sich die Änderung der Nachfrage auf den Preis niederschlägt. Bemerkenswert ist, dass es als Reaktion auf eine Erhöhung des Preises auch zu einer Erhöhung der Nachfrage kommen kann. Diese Anomalie bezeichnet man als Giffen-Paradoxon.

Ein Preisberechnungsbeispiel

Die obige Thematik lässt sich gut an einem konkreten Beispiel durchrechnen. Man nimmt beispielsweise an, dass sich auf dem Wochenmarkt von Volksdorf die folgenden Anbieter und Abnehmer treffen: Für ein Kilo Kartoffeln
- will Anna maximal 10 EUR bezahlen
- will Berta maximal 20 EUR bezahlen
- will Carla maximal 30 EUR bezahlen
- will Daniel mindestens 5 EUR einnehmen
- will Eckhard mindestens 15 EUR einnehmen
- will Fred mindestens 25 EUR einnehmen Durch diese Konstellation sind viele Kaufhandlungen möglich, einige aber auch unmöglich. Beispielsweise kann Fred problemlos an Carla verkaufen, wird sich aber mit Berta nicht auf einen Preis einigen können. Alle sechs treffen sich nun auf dem Wochenmarkt. Fred trifft auf Carla und bietet ihr sein Kilo Kartoffeln für 25 EUR an. Anna und Berta sind zu diesem Preis nicht interessiert, aber Daniel und Eckhard wollen zu diesen Preisen auch gerne verkaufen - also gibt es bei 25 EUR drei Anbieter und eine Abnehmerin. Carla zückt schon ihr Geld, da bietet ihr Eckhard das Kilo zu 24 EUR an. Gern zahlt Carla weniger, und da Fred nicht unter 25 EUR verkaufen will, steigt er aus. Nun unterbietet Daniel aber Eckhard und bietet das Kilo Kartoffeln für 12 EUR an. Eckhard will mindestens 15 EUR bekommen und steigt aus. Carla freut sich schon, da bietet Berta 14 EUR für Daniels Kartoffeln, denn bei einem Preis unter 20 EUR hat auch sie Interesse am Kauf. Bei 14 EUR gibt es immer noch einen Anbieter und zwei Abnehmer, das Verhältnis Anbieter zu Abnehmer hat sich also im Vergleich zur Anfangssituation umgedreht. Damit feilschen Berta und Carla um das gleiche Kilo Kartoffeln, und Carla erhöht ihr Angebot auf 15 EUR. Bei diesem Preis steigt auch Eckhard wieder mit ein, so dass sich nun zwei Anbieter und zwei Abnehmer gegenüberstehen, die alle mit einem Preis von 15 EUR zufrieden sind. Das Gleichgewicht hat sich eingestellt und die zwei Kilo Kartoffeln werden für je 15 EUR verkauft. Fred und Anna gehen unverrichteter Dinge nach Hause, denn ihre Preiswünsche konnten nicht erfüllt werden. Giffen-Paradoxon Um dieses Beispiel wieder als Grafik abzubilden, muss man zunächst feststellen, an welchen Punkten sich die Angebots- und die Nachfragelinien ändern. Dabei erhält man statt zweier Geraden zwei stufenförmige Linien. Je mehr Marktteilnehmer in das Beispiel aufgenommen werden, desto mehr nähern sich die stufenförmigen Linien den Geraden an, da sie immer mehr und immer kleinere Stufen bekommen. Die Stufen für die Nachfrage sind:
- 1 kg Nachfrage bei 30 EUR (Carla)
- 2 kg Nachfrage bei 20 EUR (Carla und Berta)
- 3 kg Nachfrage bei 10 EUR (Carla, Berta und Anna) Entsprechend die für das Angebot:
- 1 kg Angebot bei 5 EUR (Daniel)
- 2 kg Angebot bei 15 EUR (Daniel und Eckhard)
- 3 kg Angebot bei 25 EUR (Daniel, Eckkard und Fred) Die orangefarbene Linie markiert den Abschnitt, bei dem ein Gleichgewicht vorliegt. Dies ist bei einem Preis zwischen 15 und 20 EUR der Fall. Ob Daniel nun an Berta und Eckhard und Carla verkauft oder umgekehrt und wo genau nun die Preise zwischen 15 und 20 EUR liegen, läßt sich nicht weiter vorhersagen.

Verschiebungen und Verzerrungen in der Praxis


- Die idealisierte Theorie geht davon aus, dass der komplette Handel zum Gleichgewichtspreis stattfindet. Dies setzt zum einen voraus, dass alle Marktteilnehmer den Markt jederzeit komplett überschauen können, wie das in obigem Fall ist, wo sich alle 6 Marktteilnehmer gegenüberstehen und natürlich keiner einen höheren Preis zahlen will als der andere. Fast immer ist jedoch nur ein Teil des Gesamtmarktes für die Handelnden einzusehen. Zum anderen findet auch ein Handel neben dem Gleichgewichtspreis statt, wenn auch mit verringerten Umsätzen. In obigem Beispiel wirken sich beide Punkte etwa so aus: Wenn Carla etwas Verspätung hat und die anderen schon handelseinig sind, wird sie auch das übriggebliebene kg für 25 EUR von Fred kaufen, weil das noch in Ihrem Rahmen liegt. Möglicherweise kann auch Anna ihr kg bekommen, weil Daniel einen ungünstigen Standplatz hat und von den anderen nicht zuerst gefunden wird.
- Auf der Angebotsseite gibt es Verschiebungen, weil der mögliche Preis sehr stark von der nachher auch verkauften (nicht nur angebotenen) Menge abhängt. Ein Hersteller kann bei gleichen Fixkosten leicht die doppelte Menge produzieren, so dass sich die Fixkosten auf eine wesentlich größere Menge aufteilen.
- Das Überschauen des Marktes kostet sowohl Nachfrager wie auch Anbieter nicht unerheblich Geld, wie beispielsweise Fahrtkosten oder Werbung. Deshalb ist es für die Hersteller interessanter, an weniger Nachfrager höhere Stückzahlen abzusetzen. Gleichzeitig können Nachfrager ihre Nachfrage bündeln und ebendies so ausnutzen.
- Verknappung des Angebots oder der Nachfrage:Ein Markt, auf dem es nur wenige Nachfrager oder nur wenige Anbieter gibt, reagiert anders als das Polypol. Im beiden Fällen entsteht eine Marktmacht, die es erlaubt, den Preis zu seinen Gunsten zu verändern. In der Theorie ist es egal, ob jetzt ein Hersteller mehr zu einem niedrigeren Preis oder weniger zu einem höheren Preis verkauft. Aufgrund der Stückzahlen (s.o.) ist dies aber nicht linear, sondern der Wegfall eines Großkunden (bei gleichem Marktvolumen) kann ein Unternehmen ruinieren, weil es dann zum Marktpreis nicht mehr produzieren kann. Umgekehrt gibt es unter wenigen Herstellern weniger Konkurrenz, da alle sehr effektiv produzieren können. Es kommt eher zu Preisabsprachen oder gleichzeitigen Preiserhöhungen, da niemand Angst hat, ihm könnten Marktanteile deshalb verloren gehen.
- Monopol: Es gibt nur noch einen Hersteller oder Nachfrager, der den Preis im Prinzip nach Belieben bestimmen kann. Es gibt in diesem Falle tatsächlich nur noch einen Preis, dieser wird jedoch nicht mehr am Markt bestimmt. Durch die Marktgesetze bestimmt sich dann nur noch die nachgefragte bzw. angebotene Menge. Dies führt zum Marktversagen, da hier die vorhandenen Resourcen nicht mehr optimal ausgenutzt werden und das Marktvolumen beschnitten wird.
- Entkoppelung von Nachfrage und Bedarf: Das Modell setzt voraus, dass entsprechend dem möglichen Preis auch Nachfrage am Markt entsteht. Dies gilt vor allem bei Luxusgütern, wie zum Beispiel einer CD. Diese möchte man zwar vielleicht gerne besitzen, aber nicht für jeden Preis. Eine Preiserhöhung bei Benzin wird dagegen nur langfristig zu Verhaltensänderungen als Reaktion auf den höheren Preis führen. Eine gewisse Grund-Nachfrage nach Trinkwasser gibt es prinzipiell sogar unabhängig vom Preis, da niemand das Trinken unterlassen kann, weil es zu teuer ist.

Kritik

Kritiker der Theorie der Gleichgewichtspreisbildung bezeichnen sie als theoretisches Modell, das in der Praxis nicht angewendet werden könne. Sie verweisen dabei u. a. auf tatsächliche Abweichungen von der Modellannahme, dass ein höherer Preis zu weniger Nachfrage, aber mehr Angebot führt. Als Beispiel werden die Finanzmärkte genannt, auf denen manche Akteure Wertpapiere verkaufen, wenn diese unter einen bestimmten Kurs fallen. Kritikern zufolge ist das Modell der Gleichgewichtspreisbildung daher (wenn überhaupt) nur auf Güter anwendbar, die einen immanenten direkten Nutzen haben, wie etwa Brot vom Bäcker, und die nicht als Spekulationsobjekte "missbraucht" werden können. Allerdings zeigt gerade der Finanzmarkt den Realitätsbezug des Modells: Würde die Mehrheit der Wertpapier-Besitzer unter einem bestimmten Kurs verkaufen wollen, so würde der Kurs auf Null sinken. Dies ist in der Realität jedoch nur dann zu beobachten, wenn dem Wertpapier von Seiten der Anleger tatsächlich kein Wert mehr beigemessen wird - vielmehr finden die verkaufsbereiten Wertpapierbesitzer im Regelfall in ausreichendem Umfang Kaufinteressenten, so dass sich ein neuer (niedriger) Gleichgewichtspreis einstellt. Modellbefürworter erklären dieses Verkaufsverhalten daher ausschließlich mit dem Vorliegen neuer Informationen und einer daraus folgenden Neubewertung des Gutes durch die Besitzer. Die beschriebene Gleichgewichtsbildung durch Angebot und Nachfrage setzt Ceteris-paribus-Bedingungen voraus. Das bedeutet, dass sich weder auf der Angebotsseite noch auf der Nachfrageseite durch die Preisänderung die Bedingungen für die Bildung von Angebot und Preis ändern. Trotz der Kritik liefert das Modell gerade durch die vereinfachten Annahmen einen hohen Erklärungsgehalt für viele Alltagsbeispiele, wie sie auch in obigen Abschnitten genannt waren. Aber es muss immer geprüft werden, ob die Voraussetzungen der Anwendbarkeit gegeben sind. Mit den entsprechenden Erweiterungen bei speziellen Marktsituationen ist sie für die meisten Fälle anwendbar, wenn man die Spekulationsobjekte außen vor lässt.

Geschichte

Modell] Versuche, zu bestimmen, wie Angebot und Nachfrage zusammenhängen, nehmen ihren Ursprung im Buch Wohlstand der Nationen von Adam Smith, das erstmals 1776 veröffentlicht wurde. In diesem Buch ging Smith davon aus, dass die Nachfrage zwar vom Preis des Gutes abhänge, jedoch umgekehrt keine Beeinflussung des Preises von der Nachfrage existiere. David Ricardo veröffentlichte 1817 das Buch Principles of Political Economy and Taxation, in dem die erste Idee eines ökonomischen Modells vorgeschlagen wurde. In ihm legte er die Grundgedanken der Annahmen dar, die zur Bildung der Theorie des Gleichgewichtspreises führten. Im späten 19. Jahrhundert entstand die Idee des Grenzpreises. Gründer dieser neuen Schule waren im Wesentlichen Stanley Jevons, Carl Menger und Léon Walras. Der Grundgedanke daran war, dass der Preis durch den höchsten Preis festgesetzt wurde, den ein Käufer zu zahlen bereit war, das heißt den Grenzpreis. Das war eine substanzielle Verbesserung gegenüber den Gedanken Adam Smiths zur Bestimmung des Angebotspreises. Letztendlich kombinierten Alfred Marshall und Léon Walras ihre Ideen über den Angebots- und Nachfragepreis und betrachteten den Gleichgewichtspunkt, an dem sich die beiden Kurven schnitten. Sie begannen ebenfalls damit, die Einflüsse verschiedener Märkte untereinander zu betrachten. Seit dem späten 19. Jahrhundert hat die Theorie von Angebot und Nachfrage kaum noch Veränderungen erfahren. Die größte Aufmerksamkeit richtet sich nun auf Fälle, in denen Marktversagen entsteht, etwa bei Monopolen oder irrationalen Handlungsweisen der Marktteilnehmer und auf die Betrachtung der Transaktionskosten.

Literatur


- Hal R. Varian: Grundzüge der Mikroökonomie. Oldenbourg Verlag, München 2003, ISBN 3-486-27453-8

Weblinks


- [http://gutenberg.net/1/0/6/1/10612/10612-h/10612-h.htm Supply and Demand] (engl.) von Hubert D. Henderson (Project Gutenberg).
- [http://www.daviddfriedman.com/Academic/Price_Theory/PThy_ToC.html David D. Friedman: Price Theory]
- [http://www.vernunft-schweiz.ch/document.php?cid=5 Theorie von Angebot und Nachfrage]
- [http://www.wagner-berlin.de/am2.htm Markt und Marktmechanismus] Ralf Wagner: Leitfaden Volkswirtschaftslehre
- [http://www.rmoser.ch/downloads/t05.pdf Darstellungsformen eines Marktes (pdf)] Kategorie:Mikroökonomie ja:需要と供給

Konsum

Der Begriff Konsum (lat.: consumere = verbrauchen) bezeichnet
- in der Volkswirtschaftslehre den Erwerb bzw. Verbrauch von Gütern zur Befriedigung persönlicher Bedürfnisse (siehe Konsum (Volkswirtschaft)),
- unterschiedliche Lebensmittelketten in der alten BRD, der DDR und Österreich (siehe Konsum (Lebensmittelgeschäft)),
- in der Schweiz volkstümlich die zweitgrößte Detailhandelskette (siehe Coop (Schweiz)).

Ökonomisches Gut

Als ökonomisches Gut oder auch wirtschaftliches Gut bezeichnet man allgemein alle Mittel oder Leistungen (Sachgüter, Dienstleistungen und Nutzungsrechte), die direkt oder indirekt der Bedürfnisbefriedigung dienen.

Güterarten nach dem Kriterium der Verfügbarkeit

Freie und knappe Güter

Hier lassen sich freie und knappe (wirtschaftliche) Güter unterscheiden. Ein Gut ist frei, wenn es im betreffenden Gebiet zur betrachteten Zeit in so großer Menge vorhanden ist, dass jeder Mensch so viele Einheiten des Gutes konsumieren kann, wie er will, beziehungsweise bis seine Sättigungsmenge erreicht ist. Ein Beispiel dafür ist Sand in der Wüste oder Salzwasser im Meer. Freie Güter haben die Eigenschaft, dass man für sie keinen Preis verlangen kann. Allerdings ist die Trennung zwischen beiden Gütertypen unscharf: Ein normalerweise freies Gut ist unter anderen Umständen möglicherweise nicht mehr frei (Salzwasser in der Wüste oder Sand im Meer) und kostet Geld.

Knappe Güter und Wirtschaften

Da freie Güter keinen Preis haben, sind Wirtschaften und wirtschaftliche Organisation nur im Zusammenhang mit knappen Gütern von Bedeutung (Knappheit). Zu deren Erwerb muss sparsam mit den verfügbaren Mitteln umgegangen werden (haushalten). Allgemein lehrt die Theorie des Tausches als Ursprungsgedanke des wirtschaftlichen Handelns, dass Güter nur dann wirtschaftlich genutzt (getauscht) werden können, wenn der Tausch Ziel eines Ausgleich unterschiedlicher Grenzraten der Substitution ist. Hierfür sind für den jeweiligen Tauschpartner folgende Kriterien wichtig, welche ein Gut zur Tauschfähigkeit und damit zur Wirtschaftsreife werden lassen: Verfügbarkeit, Begehrtheit, Knappheit, Tauschbarkeit.

Güterarten nach Ausschließbarkeit und Rivalität

Güterarten nach dem Kriterium der Ausschließbarkeit (Exkludierbarkeit) anderer potenzieller Nutzer

Hier kann man unterscheiden in Ausschluss ermöglichende Güter und Ausschluss nicht ermöglichende Güter. Die meisten Güter des täglichen Lebens machen es möglich, Personen von ihrem Konsum auszuschließen. Nicht der Fall ist dies jedoch bspw. bei Luft; um eine Person vom Konsum der Luft auszuschließen, müsste die in ihrem Umfeld befindliche Luft abgepumpt werden. Typische andere Beispiele für Güter, die einen Ausschluss einzelner nicht ermöglichen, sind Landesverteidigung (man kann nicht einen einzelnen Bürger davon ausschließen, dass er im Falle eines Angriffs militärisch verteidigt wird) oder Deiche (alle Menschen, die hinter einem Deich wohnen, werden vor Hochwasser geschützt - der Ausschluss einzelner ist nicht möglich). Jedoch zeigt sich eine Tendenz zu zunehmender Ausschließbarkeit: Güter wie Fernsehen oder die Benutzung von Straßen erlauben heute, anders als früher, den Ausschluss einzelner (über Bezahlfernsehen und Maut). Anders ausgedrückt: Das Erreichen von Ausschließbarkeit ist lediglich eine Frage des Preises - durch hohe Kosten könnte der erwähnte Deich beispielsweise um ein bestimmtes Haus herum gebaut werden und dieses somit vom Schutz ausschließen.

Güterarten nach der Rivalität im Konsum

Man unterscheidet hier in rivale Güter und nicht-rivale Güter. Rivale Güter zeichnen sich dadurch aus, dass der Konsum eines Gutes durch einen Konsumenten den Konsum desselben Gutes durch einen anderen Konsumenten be- oder verhindert. Typische nicht-rivale Güter sind z. B. Fernsehen (wenn im Nachbarhaus ferngesehen wird, verschlechtert sich der eigene Empfang dadurch nicht) oder Atmen. Hingegen kann ein Brot, das ein Konsument isst, nicht gleichzeitig in vollem Umfang von einer anderen Person konsumiert werden. Auch in dieser Kategorie ergeben sich Grauzonen: So ist das Gut Autobahnbenutzung zunächst nicht rival, da ein zweites Auto auf der Autobahn den einzelnen Fahrer nicht stört. Bei stark zunehmendem Verkehr jedoch wird auch die Autobahnbenutzung rival.

Güterklassifikation nach Ausschließbarkeit und Rivalität

Aus den beiden letztgenannten Kriterien lässt sich eine Vier-Felder-Matrix erstellen (so genannte politisierte Güter und politische Clubgüter werden hierin nicht berücksichtigt).

Güterarten nach der Gegenständlichkeit (Materialität)

Man unterscheidet diesbezüglich in materielle Güter (auch als "Sachgüter" oder "Waren" bezeichnet, z.B. Haus) und immaterielle Güter. Letztere lassen sich wiederum unterteilen in Dienstleistungen (z.B. Arztbesuch) und ideelle Güter (wie z.B. Patente). Auch hier ist der Übergang fließend. So ist ein Auto zweifelsohne ein Sachgut, während der Kundendienst an besagtem Auto eine Dienstleistung ist.

Güterarten nach dem Verwendungszweck

Trennung nach Konsumgütern und Produktionsmitteln

Unterschieden wird hier in Konsumgüter (z.B. Nahrungsmittel, Bücher) und Produktionsmittel (z.B. eine kommerzielle Eismaschine), durch welche die Konsumgüter erst hergestellt werden.

Weitere Aufteilung der Produktionsmittel

Auch die Produktionsmittel weisen unterschiedliche Eigenschaften auf. Manche Produktionsmittel werden während des Produktionsprozesses explizit verbraucht (Rohstoffe (z.B. Eisenerz), Betriebsstoffe (beispielsweise Kohle) und Hilfsstoffe (z.B. Schutzanzug)). Bei anderen Gütern, die bei der Produktion eingesetzt werden, steht nicht der Verbrauch im Vordergrund, sondern deren Gebrauch. Diese Güter bezeichnet man als Investitionsgüter.

Güterarten nach ihrer Produktionseigenschaft

Trennung in direkte Güter oder auch Rohstoffe, die direkt in eine Produktion fließen (z.B. Metall für ein Autowerk) und indirekte Güter, die zur Aufrechterhaltung des Betriebes dienen (z.B. Schleifpapier, Büromöbel); Letztere werden im Kontext des E-Procurement oft als MRO-Güter genannt (vom englischen Maintain - Repair - Operate).

Güterarten nach dem Nachfrageverhalten

Nachfrageverhalten in Abhängigkeit vom Preis des Gutes

Normale Güter zeichen sich dadurch aus, dass sie bei steigendem Preis in geringerem Umfang nachgefragt werden (negative Preiselastizität). Hingegen wird ein Superiores Gut bei steigendem Preis vermehrt konsumiert (positive Preiselastizität). siehe auch: Preiseffekt

Nachfrageverhalten in Abhängigkeit vom Einkommen

Giffen-Güter (oder Luxusgüter) stellen einen Extremfall inferiorer Güter dar - sie werden bei steigendem Einkommen in geringerem Umfang nachgefragt (negative Einkommenselastizität). Das Gegenteil von Giffen-Gütern sind lebensnotwendige Güter. Sie weisen eine Einkommenselastizität größer 0, aber kleiner 1 auf. siehe auch: Einkommenseffekt

Nachfrageverhalten zwischen zwei Gütern

Substitutionsgüter zeichnen sich dadurch aus, dass sie aus der Sicht des Konsumenten ähnliche oder sogar dieselben Bedürfnisse stillen und somit im Wettbewerb einem "entweder oder" unterliegen. Folglich steigt bei einem Substitutionsgut die Nachfrage, wenn sich das andere Gut verteuert. Dabei können verschiedene Grade an Substituierbarkeit unterschieden werden: Können zwei Güter vollkommen gegenseitig ersetzt werden, ohne dass zusätzliche Kosten, Qualitätsunterschiede oder ähnliche Anreize auftreten, die den Konsumenten dazu veranlassen könnten, ein Produkt zu bevorzugen, spricht man von einem perfekten oder vollkommenen Substitutionsgut. Die Grenzrate der Substitution des einen Guts für das andere ist konstant. Typische Substitutionsgüter sind Brot und Brötchen. Sind beide Güter nicht vollkommen durch das jeweils andere ersetzbar, so spricht man von unvollständigen Substituten. Zurückzuführen ist die nicht vollständige Substituierbarkeit auf qualitative oder preisliche Unterschiede zwischen den Gütern. Beispiele für unvollständige Substitute sind CDs und Audio-Kassetten; zwar ermöglichen beide das Aufnehmen und Wiedergeben von Musik, allerdings unterscheiden sie sich in Qualität und Speicherplatz. Komplementärgüter werden hingegen gemeinsam nachgefragt. Sie stillen nicht dieselben Bedürfnisse, sondern ergänzen sich. Folglich sinkt die Nachfrage nach einem Gut, wenn der Preis seines Komplementärguts steigt. Auch hier lassen sich verschiedene Grade unterscheiden: Können zwei Güter nur zusammen konsumiert werden, so spricht man von perfekten Komplementen - der Kauf des einen Gutes macht ohne gleichzeitigen Kauf des anderen Gutes überhaupt keinen Sinn. Mathematisch ausgedrückt ergibt sich der Nutzen des Konsumenten (U) also aus U(x1,x2)=min. Beispiele für perfekte Komplemente sind rechte und linke Handschuhe. Im Gegensatz dazu sind unvollständige Komplemente solche Güter, die sich zwar ergänzen, aber auch einzeln am Markt nachgefragt werden - z.B. Computer, Drucker und Bildschirm.

Güterarten nach Nachfragerpräferenzen

Güter lassen sich auch danach unterscheiden, ob ein Nachfrager für verschiedene Fabrikate einer Gutsklasse unterschiedliche Präferenzen aufweist. Wenn ja, so spricht man von heterogenen Gütern, wenn nein von homogenen Gütern. Die unterschiedlichen Präferenzen können sowohl durch objektive Produktunterschiede (Größe, Zweck, Qualität etc.) begründet sein als auch durch subjektive Produktunterschiede (z.B. Markenimage). Typische Beispiele sind elektrischer Strom (für homogene Güter) und Autos (für heterogene Güter). Homogene Güter sind vollkommen gegeneinander austauschbar. Dabei existieren weder objektive Unterschiede (d.h. die Güter sind materiell, von ihrem Zweck, ihrem Kaufort etc. gleichartig) noch subjektive Unterschiede (d.h. die Nachfrager haben auch keinerlei Präferenzen für bestimmte Anbieter). Liegt ein homogenes Gut vor, bestimmt also allein der Preis die Kaufentscheidung. Die Homogenität der Güter ist eine notwendige Voraussetzung für den vollkommenen Markt. Beispiele für homogene Güter sind Call-by-Call-Telefontarife, Elektrische Energie, Aktien vom gleichen Unternehmen. Von der Beschaffenheit weitgehend homogen sind Banknoten der gleichen Währung und Kraftstoffe, solange sie nicht durch Additive und/oder durch die Werbung heterogen gemacht wurden. Weisen Güter hingegen unterschiedliche Eigenschaften auf, so sind sie nicht mehr beliebig austauschbar. Dies mindert den Wettbewerb zwischen den Anbietern. Materielle Güter sind im Allgemeinen nicht homogen, da ihre Beschaffung standortabhängig ist und mit unterschiedlichen Kauferlebnissen verbunden ist. Ein typisches Beispiel für heterogene Güter sind Autos, die sich in Qualität, Ausstattung, Markenimage etc. unterscheiden.

Güterarten nach der Möglichkeit des Transports

Handelbare und nicht handelbare Güter

Es existieren handelbare (so genannte Tradeables) und nicht handelbare Güter (so genannte Non-Tradeables), wobei nicht handelbare Güter durch zu hohe Transportkosten oder andere Gründe nicht international gehandelt werden. Beispiele für nicht handelbare Güter sind in vielen Fällen bestimmte Dienstleistungen. Per Definition sind alle Immobilien nicht handelbare Güter.

Mobilien und Immobilien

Bezogen auf Sachgüter haben sich für denselben Sachverhalt zwei weitere Bezeichnungen eingebürgert: Mobilien zeichnen dadurch aus, dass sie transportiert werden können, während der Standort von Immobilien nicht verändert werden kann. Damit ist der volkswirtschaftliche Immobilien-Begriff breiter aufzufassen als der des allgemeinen Sprachgebrauchs. Volkswirtschaftlich zählen hierzu nicht nur Gebäude oder Grundstücke, sondern auch Straßen und Stromleitungen.

Güterarten nach Wohlfahrtswirkungen

Jeder Konsument eines Gutes misst diesem einen bestimmten individuellen Nutzen zu, welcher in der VWL über die marginale Zahlungsbereitschaft des Nachfragers quantifiziert wird. Neben dem individuell zugemessenen Nutzen, welcher sich von Nutzer zu Nutzer unterscheidet, kann Gütern auch ein allgemeiner Nutzen, eine gesellschaftliche Wohlfahrtswirkung zugewiesen werden. Unterscheidet sich diese hinreichend stark von dem individuellen Nutzen, der einem Gut zumindest von Teilen der Gesellschaft beigemessen wird, so greift der Staat durch Regulierung ein: Güter, denen er einen hohen Nutzen beimisst, fördert er, während er Güter, die er für schädlich erachtet, verbietet oder beschränkt. Um einen Eingriff in den freien Markt so rechtfertigen zu können, muss der Staat über ein gegenüber den Individuen superiores Wissen verfügen. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass diese Form des Staatseingriffs eine u.U. massive Einschränkung der Konsumentensouveränität mit sich bringt. Aufgrunddessen ist diese Form des Staatseingriffs kritisch zu hinterfragen. Ein meritorisches Gut (s. dort) ist ein Gut, das aus gesellschaftlicher Sicht nicht in ausreichendem Maß nachgefragt wird. Ein demeritorisches Gut hingegen wird zu stark nachgefragt.

Güterarten nach Zurechenbarkeit zu einem Kostenträger

Im Rechnungswesen lassen sich Einzel- und Gemeinkosten unterscheiden. Gemeinkosten sind Kosten, die einem Kostenträger (z.B. Produkt oder Dienstleistung) - anders als Einzelkosten - nicht direkt zugerechnet werden können. Güter, die den Gemeinkosten zugerechnet werden, bezeichnet man auch als indirekte Güter. Einzelkosten-Güter werden als direkte Güter bezeichnet.

Sonstige Güterarten

Im Bereich Marketing gibt es weitere Güterarten beziehungsweise Produkttypolgien (vgl. Geml/Lauer: Das kleine Marketing-Lexikon, 3. Aufl., Düsseldorf 2004). Siehe auch: Gut (juristisch) Okonomisches Gut Okonomisches Gut ja:財

Einkommen

Als Einkommen bezeichnet man umgangssprachlich regelmäßige Zahlungseingänge eines Haushalts. In der Volkswirtschaftslehre stellt das Einkommen sowohl in der Mikroökonomie als auch in der Makroökonomie eine zentrale Größe zur Messung der ökonomischen Wohlfahrt dar, da das Einkommen es einem Haushalt ermöglicht, über Konsum und Sparen heute bzw. in Zukunft seinen Wohlstand zu mehren. Darüber hinaus wird der Begriff auch im Steuerrecht verwendet.

Volkswirtschaftliche Einkommensbegriffe

Einkommen in der Mikroökonomie

Als Einkommen wird der Reinvermögenszugang einer natürlichen Person oder eines Haushalts im volkswirtschaftlichen Sinne innerhalb eines bestimmten Zeitraums verstanden. Der Zeitraum, über den das Einkommen gemessen wird, umfasst im Allgemeinen ein Kalenderjahr bzw. ein Geschäftsjahr. Das Einkommen besteht in dem Unterschied des Reinvermögens am Ende des Jahres zum Reinvermögen am Anfang des Jahres zuzüglich des während dieser Zeit Konsumierten. Arbeitseinkommen entsteht durch die Produktion oder den Tausch von Gütern, Leistung abhängiger Arbeit gegen Arbeitsentgelt und anderen Ansprüchen in einem Markt. Kapitaleinkommen entsteht durch Zinsen, Dividenden, Einnahmen durch Miete und Pacht. Als Transfereinkommen bezeichnet man Einkommen, welches durch den Staat oder andere Institutionen bereitgestellt wird ohne dass eine konkrete Gegenleistung erfolgt. (Beispiel: Sozialhilfe, Arbeitslosengeld etc.) Das Gegenstück dazu sind Steuerzahlungen und Einzahlungen zur Sozialversicherung. Aber auch durch Erbschaft oder Schenkungen lässt sich Einkommen erzielen.

Einkommen in der Makroökonomie

In der Makroökonomie berücksichtigt man das Einkommen zur kumulierten Messung der Vermögenszugänge einer Volkswirtschaft. Hierzu findet sich der Einkommensbegriff in einer ganzen Reihe von Größen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR). Über die Verteilungsrechnung lassen sich die verschiedenen Einkommensbestandteile berechnen. Die beiden wichtigsten makroökonomischen Größen zur Messung des Einkommens sind das Bruttonationaleinkommen und das Bruttoinlandsprodukt. Der Einkommensbegriff taucht darüber hinaus auch in anderen VGR-Größen auf - so z. B. Volkseinkommen, Nettonationaleinkommen, Primäreinkommen.

Inflationsbereinigung des Einkommens

Da Einkommenszuwächse bei Vorliegen von Inflation nicht zwingend Wohlstandszuwächse nach sich ziehen, misst man neben dem oben hergeleiteten (Nominal-)Einkommen auch das Realeinkommen. Das Realeinkommen wird ermittelt, indem das Nominaleinkommen eines Wirtschaftssubjektes oder einer Volkswirtschaft durch einen passenden Preisindex (beispielsweise den Konsumentenpreisindex) geteilt wird. Das Realeinkommen ist somit als ein Index definiert; sein absoluter Wert hat also keinen Aussagewert.

Bereinigung des Einkommens um Steuern und Abgaben

siehe Hauptartikel verfügbares Einkommen Nicht das gesamte Einkommen kann für wohlfahrtssteigernde Zwecke genutzt werden, da ein großer Teil des Einkommens z. B. durch Steuern und Abgaben verbraucht wird. Aus diesem Grund berücksichtigt das verfügbare Einkommen lediglich die für Konsum bzw. Sparen verbleibenden Teile des Einkommens. Einkommens- und Vermögenssteuern, geleistete Sozialbeiträge und sonstige laufende geleistete Transfers werden hierzu vom Einkommen abgezogen, empfangene Sozialbeiträge und empfangene laufende Transfers hinzuaddiert.

Steuerlicher Einkommensbegriff

Das Einkommensteuerrecht unterscheidet zwischen Einnahmen, Einkünften, Einkommen und zu versteuerndem Einkommen.
Einkommen ist der Gesamtbetrag der Einkünfte, vermindert um die Sonderausgaben und die außergewöhnlichen Belastungen. Kategorie:Volkswirtschaftslehre Kategorie:Steuerrecht

Giffen-Paradoxon

Das Giffen-Paradoxon (Giffen-Fall) ist eine erstmals von Robert Giffen beschriebene Anomalie des Nachfrageverhaltens. Giffen beobachtete, dass Haushalte, die am Existenzminimum leben, auf eine Erhöhung des Brotpreises mit einer steigenden Nachfrage nach Brot reagierten. Begründen lässt sich dies damit, dass ein steigender Preis für ein Grundnahrungsmittel bei diesen Haushalten das für andere Nahrungsmittel verfügbare Einkommen so stark sinken lässt, dass sie auf diese verzichten müssen und mehr Brot kaufen müssen, um ihre Ernährungsgrundlage sicher zu stellen. So genannte Giffen-Güter sind immer auch inferiore Güter. Beispiel: Jemand hat 3 Euro am Tag zur Verfügung. Er kauft jeden Tag 1 Laib Brot für 1 Euro und 1 Stück Fleisch für 2 Euro. Jetzt steigt der Brotpreis auf 1,50 Euro. Da er nach einem Laib Brot nicht mehr genug Geld für Fleisch übrig hat, kauft er stattdessen einen weiteren Laib Brot. Siehe auch: Preiselastizität, Preiseffekt, Paradoxon Kategorie:Paradoxon Kategorie:Mikroökonomie

Einkommenselastizität

Die Einkommenselastizität der Nachfrage gibt an, wie stark sich die Nachfrage nach einem Gut relativ ändert, wenn sich das Einkommen eines Haushaltes (relativ) ändert. Beispiel: Wenn sich die Nachfrage nach einem Gut um 12 Prozent erhöht, wenn das Einkommen um 10 Prozent gestiegen ist, beträgt die Einkommenselastizität 1,2. Üblicherweise ist die Einkommenselastizität positiv, eine Ausnahme bilden inferiore Güter. Bei lebensnotwendigen Gütern ist die Einkommenselastizität kleiner als 1 (Engelsches Gesetz), bei Luxusgütern größer als 1. (siehe auch Nachfrageelastizität). Formal lässt sich die Einkommenselastizität \eta_ folgendermaßen darstellen: \eta_ = \frac\cdot\frac, wobei x die nachgefragte Menge des Gutes und e das Einkommen bezeichnet. siehe auch: Einkommenseffekt Kategorie:Mikroökonomie Man kann die Formel auch vereinfacht darstellen: Einkommenselastizität = Veränderung der nachgefragten Menge in % / Veränderung des Einkommens in %

Luxusgüter

Superiore Güter sind in der Haushaltstheorie der Mikroökonomie Güter, die bei steigendem Einkommen absolut stärker nachgefragt werden. Mit einer Einkommenselastizität größer Eins steigt darüber hinaus auch ihr relativer Anteil am Haushaltseinkommen. Ein normales Gut ist ein Gut, bei dem - sonst unveränderte Randbedingungen vorausgesetzt - die Nachfrage bei steigendem Einkommen ebenfalls absolut steigt. Mit einer Einkommenselastizität zwischen Null und Eins sinkt allerdings der relative Anteil am Haushaltseinkommen. Bei einer Einkommenselastizität von 0,5 bspw. würde bei einprozentiger Einkommenssteigerung die Nachfrage nach dem normalen Gut um 0,5 % steigen. Normale Güter werden auch als relativ inferiore Güter bezeichnet. Das Gegenteil von superioren Gütern sind inferiore Güter. Es handelt sich bei hohen Einkommen um Luxusgüter, denn inferiore Güter werden bei höheren Einkommen durch Luxusgüter ersetzt (substituiert - Substitut).

Beispiel

Bei einem Einkommen von 2.000 Euro wird im Monat für 30 Euro Champagner getrunken. Nachdem das Einkommen auf 4.000 Euro gestiegen ist, wird Champagner für 120 Euro konsumiert. Das Einkommen ist also um 100 Prozent gewachsen, die Ausgaben für Champagner sind sogar um 300 Prozent gestiegen. Der Champagner ist in diesem Beispiel das superiore Gut, da der prozentuale Anstieg der Ausgaben für Champagner größer ist als der prozentuale Anstieg des Einkommens. Stattdessen geht der Sekt-Konsum von 50 auf 10 Euro zurück, wenn das Einkommen von 4.000 auf 2.000 Euro pro Monat sinkt. Sekt ist also das inferiore Gut.

Siehe auch


- Preiselastizität
- Giffen-Paradoxon Kategorie:Mikroökonomie

Snob-Effekt

right Der Snobeffekt (von engl. Snob: Wichtigtuer) gehört zu den anormalen Nachfrageverhalten. Der Effekt entsteht immer dann, wenn die Konsumenten den Gütern erst ab einem gewissen Preis Beachtung schenken und zusätzlich davon ausgehen, dass das Gut für eine breite Schicht von Konsumenten nicht erworben wird (engl.: snob-value). Dabei ist der Preis eher nebensächlich; entscheidend ist das Verhalten anderer Verbraucher. Normalerweise geht die mikroökonomische Haushaltstheorie davon aus, dass die Wirtschaftssubjekte vollkommen unabhängig voneinander handeln. Bei dem Snobeffekt ist jedoch eine Abhängigkeit der Konsumentenentscheidungen vorhanden. Das heißt, eine bestimmte Gruppe der Verbraucher kauft von einem Gut um so mehr, wenn sie wissen, dass eine andere Verbrauchergruppe von dem Gut weniger kauft. Beispielsweise erwirbt ein „Snob“ einen bestimmten PKW nur dann, wenn er weiß, dass nur er oder wenige andere diesen Wagen besitzen werden. Ein weiterer Grund kann darin liegen, dass der Verbraucher den Preis als Maßstab für Qualität hernimmt. Betrachtet man die entsprechende Nachfragefunktion, so steigt die Zahl der abgesetzten Gütermenge mit dem Erhöhen des Preises. Wird der Preis jedoch weiter erhöht, so kippt das Nachfrageverhalten wieder, weil der Konsument eventuell nicht bereit ist, den hohen Preis zu bezahlen. Die daraus resultierende Nachfrageelastizität nennt man auch inverse Nachfrageelastizität. Der Geltungskonsum zielt darauf ab, zu Konsumieren und zu zeigen was man sich leisten kann, um dadurch den sozialen Status zu definieren. Der Snob(-effekt) dagegen dreht sich um die Einzigartigkeit des konsumierten Gutes.

Siehe auch


- Giffen-Paradoxon
- Vebleneffekt Kategorie:Mikroökonomie

Wettbewerb

Das Wort Wettbewerb bezeichnet
- im allgemeinen Sprachgebrauch jede Form des Wettstreitens (z. B. zwischen Parteien um Wählerstimmen, zwischen Interessengruppen um Vergünstigungen etc.),
- in der Wirtschaft das Wettstreiten verschiedener Anbieter um die Nachfrager (siehe Wettbewerb (Wirtschaft)),
- im Bauwesen den organisierten Wettstreit zwischen Architekten um den besten Entwurf für ein Bauwerk (siehe Wettbewerb (Architektur)),
- unter anderem im Sport ein Turnier (z. B. Pokal-, Schönheits- oder Mathematikwettbewerbe).

Siehe auch


- Konkurrenz ! ja:競技

Angebot (Volkswirtschaftslehre)

Unter Angebot versteht man in der Volkswirtschaftslehre allgemein die Menge jeder Art von Gut oder Leistung, die ein einzelner wirtschaftlicher Akteur oder eine Mehrheit von Akteuren zu einem bestimmten Preis im Austausch gegen Geld oder andere Güter und Leistungen herzugeben interessiert und bereit ist. Diese primäre Definition von Angebot setzt die Vorstellung der Homogenität des jeweils betrachteten Guts voraus, da nur so von verschiedenen Mengen eines Gutes die Rede sein kann und nur so das Angebot verschiedener Akteure mengenmäßig und in der nachgefragten Qualität zusammengefasst werden kann. In einem abgeleiteten Sinn spricht man auch von dem aggregierten (zusammengefassten) Angebot verschiedener Güter etwa eines ganzen Industriezweigs oder der gesamten Volkswirtschaft, die als Summe des preislich bewerteten Angebots der einzelnen Güter bestimmt wird. Entsprechend wird der diesem so bestimmten aggregierten Angebot zugeordnete Preis als mit der gegebenen Angebotsstruktur gewichtete Durchschnittspreis bestimmt.

Wirtschaftswissenschaftliche Darlegung

In den Wirtschaftswissenschaften geht man in der Regel davon aus, dass - ceteris paribus - ein systematischer Zusammenhang zwischen den Preisen und den angebotenen Gütermengen besteht. Dieser Zusammenhang wird in Angebotsfunktionen oder Angebotskurven, die jedem Preis die bei diesem Preis angebotene Gütermenge zuordnen, dargestellt. Dabei wird allgemein angenommen, dass bei steigendem Preis das Angebot zunimmt, die Angebotskurven verlaufen also steigend (Gesetz des Angebots). Während sich ein steigender Verlauf der Angebotskurven für das Güterangebot eines Unternehmens bei geeigneten Annahmen (insbesondere die Annahme sinkender Skalenerträge) aus der neoklassischen Theorie der Unternehmung herleiten lässt, folgt das steigende Angebot an Produktionsfaktoren (wie z.B. Arbeit) nicht aus der neoklassischen Theorie der Haushalte. Ob sich z.B. ein mit den Löhnen fallendes Arbeitsangebot auch empirisch beobachten lässt, ist umstritten.

Ökonomische Analyse des Angebotsbegriffs

Bei der ökonomischen Analyse ist zu beachten, dass mit steigendem Aggregationsgrad (d.h. je mehr individuelle Akteure und einzelne Güter zusammengefasst werden), die ceteris paribus Klausel immer problematischer wird, da eben nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass übrige Umstände (Einkommen, Angebotsstruktur) von den in einer aggregierten Angebotsfunktion oder -kurve darstellbaren Änderungen von Preisen und Angebotsmengen unberührt bleiben. Diese Schwierigkeit umgehen Modelle eines allgemeinen Gleichgewichts. Für einzelne Güter unterscheidet man das individuelle Angebot eines Gutes durch einen einzelnen Akteur vom Gesamtangebot, das durch die Addition des Angebots aller Anbieter des entsprechenden Gutes bestimmt wird.

Angebot und Preistheorie

In der neoklassischen Preistheorie wird angenommen, dass unter Wettbewerbsbedingungen (partialanalytisch) der aktuelle Preis eines Gutes durch die Schnittstelle der Gesamtangebots- und Gesamtnachfragekurve für dieses Gut bestimmt wird. In der allgemeinen Gleichgewichtsanalyse werden die Preise aller Güter durch die simultane Gleichsetzung des Gesamtangebots und der Gesamtnachfrage auf allen Märkten bestimmt.

Weblinks


- [http://www.vernunft-schweiz.ch/document.php?cid=5 Theorie von Angebot und Nachfrage] Kategorie:Volkswirtschaftslehre

Gewerkschaft

In einer Gewerkschaft sind Arbeitnehmer zu einem Interessenverband zusammengeschlossen. Ziel der Vereinigung ist es, die wirtschaftlichen und sozialen Interessen der Mitglieder zu vertreten und Tarifverträge abzuschließen. Abhängig von den nationalen Regelungen kann der Beitritt zu einer Gewerkschaft freiwillig sein oder durch Zwang erfolgen. In einigen Ländern ist der Zutritt für alle Arbeitnehmer in die für sie zuständige Gewerkschaft gesetzlich geregelt. Von freien Vereinigungen, die in Deutschland durch positive und negative Koalitionsfreiheit gewährleistet sind, spricht man, wenn der Ein- oder Austritt aus einer Gewerkschaft jederzeit möglich ist. Gewerkschaften lassen sich in Berufs- und Fachverbände, Industrieverbände und Betriebsverbände unterteilen. In Berufsverbänden sind Arbeitnehmer nach Berufsgruppen zusammengeschlossen (z.B. Techniker + Schreiner), unabhängig davon, in welchem Wirtschaftszweig sie beschäftigt sind. Die größten Gewerkschaften in Deutschland sind im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) zusammengeschlossen. Dieser vereinte im Jahre 2001 nahezu 84% aller Gewerkschaftsmitglieder unter sich. Als Dachverband besteht er aus einem bundesweiten Zusammenschluss von unabhängigen Industriegewerkschaften, wie z.B. der IG Metall, der IG Bergbau, Chemie, Energie sowie der Vereinten Dienstleitungsgewerkschaft. Unter den Bedingungen des freien Markts ist die Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer naturgemäß asymmetrisch:
- Stellt ein Arbeitnehmer seine Leistungen gegenüber dem Arbeitgeber ein, so stellt dies für den Arbeitgeber zwar ein Problem dar, jedoch kann dieser Ausfall oft kompensiert werden durch die anderen Arbeitnehmer, die der Arbeitgeber hat. Zudem sind diese Ausfälle sogar üblich, etwa durch Krankheit oder Urlaub von Arbeitnehmern.
- Stellt ein Arbeitgeber seine Leistungen gegenüber dem Arbeitnehmer ein, so bricht in der Regel für den Arbeitnehmer seine einzige wesentliche Einnahmequelle weg. Demzufolge stellt ein solches