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| Niedermoor |
NiedermoorDas Niedermoor (auch: Flachmoor) bezeichnet die erste Stufe in der Entwicklung eines Moores .
In diesem Stadium wird das Moor von nährstoffreichem aber sauerstoffarmem Grundwasser und Oberflächenwasser gespeist. Seine Höhe erreicht die Wasseroberfläche. Das Niedermoor ist klimaunabhängig. Es kann sich zum Zwischenmoor und zum Hochmoor entwickeln.
Entstehung
Niedermoore entstehen durch Verlandung von Gewässern, in feuchten Senken oder im Einflussbereich von Quellen. Diese Biotope sind meist sehr nährstoffreich (eutroph). Das führt zu einer schnellen Produktion von Biomasse. Unter dem herrschenden Sauerstoffmangel verläuft der Abbau von Pflanzenresten langsamer als deren Zugewinn. Die unvollständig abgebauten Pflanzenreste bilden den Torf. Zum Abbau der Zellulose muss auch das Lignin zersetzt werden was zur Produktion von Huminsäure führt. Daher kommt es zu einer allmählichen Versauerung des Moores. Niedermoore haben einen pH-Wert von 3,5 - 7,0.
Entstehen durch fließendes, hoch stehendes nährstoffreiches Grundwasser, austretendes Quellwasser oder Verlandung von Gewässern. Niedermoore sind heute häufig flachgründige und mäßig fruchtbare Torfbildungen der Niederungen. Niedermoore können auch in Bruchwälder übergehen bzw. in Streuwiesen (oder Feuchtwiesen). Die moderne Landwirtschaft hat Niedermoorflächen durch Tiefumbruch sogar in humose Äcker verwandelt. In ihrer natürlichen Form sind Niedermoore in Mitteleuropa praktisch nicht mehr in ihrer ursprünglichen Ausprägung vorhanden.
Kategorie:Biotop
Kategorie:Bodentyp
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Moor
Moore (norddeutsch Bruch, Fehn, Fenn oder Luch süddeutsch Filz, Moos, Ried) sind natürliche Lagerstätten von Torf oder anderen mineralarmen Humusansammlungen. Moore sind, oder waren mindestens zu ihrer Entstehung, mit Wasser durchtränkt, so dass hauptsächlich Torfmoose und andere typische Pflanzengesellschaften gedeihen können bzw. konnten. Die Reste dieser Pflanzen können sich durch den Sauerstoffabschluss unter Wasser nicht oder nicht vollständig zersetzen und bilden so den Torfkörper.
Moore entstehen, wenn Flächen anhaltend überschwemmt werden. Mann kann sie ökologisch grob in Anmoor, Niedermoor, Zwischen- oder Übergangsmoor und Hochmoor einteilen. Eine weitere Einteilung geschieht oft nach hydrologischer und geologischer Situation (hydrologische Moortypen). Eine pflanzensoziologische Einteilung ist schwierig, da die meisten Moore heute nicht mehr leben. Die Abgrenzung zu Bruchwäldern und Sümpfen ist fließend und die Unterteilung in Waldmooren, Grasmoore und Heidemoore schwierig.
Obwohl Moore keine Mineralböden darstellen, werden sie von der Bodenkunde als Moorböden bzw. organische Böden (Hochmoor, Niedermoor oder Zwischenmoor) erfasst.
Vorkommen
Moore kommen in Deutschland v.a. im Nordwesten und im Alpenvorland vor, es gibt aber auch Hochmoore in den Mittelgebirgen. Besonderen Reichtum an Mooren haben Finnland, Teile Russlands und Alaska. Moore sind aber nicht nur auf kalte oder gemäßigte Breiten beschränkt, sondern kommen auch in subtropischen und tropischen Regionen vor.
Genetisch-ökologische Einteilung der Moore - Mineralstoffregimetypen
- Niedermoor - minerogen
Nieder- oder Flachmoore werden von Mineralbodenwasser d. h. durch mineralstoffhaltiges Grundwasser bzw. Bodenwasser, gespeist. Das Grundwasser ist meist sauerstoffarm und gleichmäßig temperiert. Die dünne Torfschichten des Niedermoores liegen auf dem Mineralboden auf und können auch periodisch trockenfallen. Die Oberfläche des Moores folgt dem Grundwasserstand um mehrere Dezimeter (Mooratmung). Hierbei können Gehölze keimen, jedoch sterben diese in einem ausreichend feuchten Niedermoor rasch wieder ab.
Sonderformen von Niedermooren sind Quell- und Überflutungsmoore. Quellmoore werden durch Wasser aus tiefer liegenden Grundwasserschichten gespeist (lithogen); Überflutungsmoore sind durch Fremdwassereintrag aus Flüssen, Bächen oder Seen überprägt (fluviogen).
- Übergangsmoor - ombrominerogen
Übergangsmoore liegen zeitlich oder räumlich zwischen Hochmooren und Niedermooren. Sie werden sowohl vom Grundwasser, als auch vom Regenwasser gespeist und können sich bei Niederschlagsüberschuss zum Hochmoor entwickeln. Der Zwischenmoorbegriff wird häufig synonym verwendet; in der Pflanzensoziologie werden damit Fadenseggenriede (Caricion lasiocarpae) bezeichnet.
- Regenwassermoor (Hochmmoor) - ombrogen
Regenwassermoore decken ihren Nährstoffbedarf ausschließlich durch Niederschlagswasser. Der Begriff Hochmoor wird häufig synonym verwendet, streng genommen fallen hierunter aber nur uhrglasförmig aufgewölbte Regenwassermoore. Für Regenwassermoore bezeichnend sind Torfmoose, von denen einige Arten (z.B. Sphagnum magellanicum, S. rubellum, S. capillifolium) ihren Nährstoffbedarf alleine durch Regenwasser decken können und bei Niederschlagsüberschuss über den Grundwasserspiegel aufwachsen. Durch ihr schnelles und dichtes Wachstum verdrängen sie z.T. andere Pflanzen und bewirken so die Ausbreitung eines Moores. Neue Hochmoore enstehen nur bei hohen Niederschlägen (über 1000 mm / Jahr) und sind empfindlich gegenüber Schwankungen im Grundwasserspiegel.
Einteilung der Moore nach ihrem Wasserregime - Hydrologische Moortypen
Neben Herkunft und Mineralstoffgehalt des Wassers beeinflussen Wasserstand und -bewegung den aktuellen Torfbildungsprozess. Nach der horizontalen Wasserströmung im Torfkörper und nach Wasserstand können folgende hydrologischen Moortypen unterschieden werden:
- Verlandungsmoor
- Versumpfungsmoor
- Durchströmungsmoor
- Überrieselungsmoor
Bei nicht oder kaum geneigtem Grundwasserspiegel besteht i. d. R. Verlandungs- oder Versumpfungsregime. Verlandungsmoore entstehen durch fortschreitende Verlandung von Stillgewässern, Versumpfungsmoore durch flach austretendes Wasser direkt über dem anstehenden Mineralboden. Bei stärker geneigtem Grundwasserspiegel besteht Durchströmungs- oder Überrieselungsregime. Ebenso kann in horizontalem Gelände durch Quellwasser Strömung verursacht werden.
Einteilung der Moore nach Lage und Geländeform - Topographische Moortypen
Je nach Betrachtungsmaßstab kann eine Vielzahl topographischer Moortypen unterschieden werden, z.B
- Hangmoor
- Plateaumoor
- Sattelmoor
- Kesselmoor
- Talmoor
- Tieflandsmoor
- Gebirgsmoor
Ökologie der Moore
Eine besondere Rolle spielt der Nährstoffgehalt und der pH-Wert des Wassers, Regenwassers und Grundwassers (Mineralbodenwasser), also der anstehende Mineralboden.
Die Hauptpflanzen des Moores sind Sauergräser (Cyperaceae), Braunmoose (Amblystegiaceae) oder Torfmoose (Sphagnum); bei nicht so starker Nässe, z. B. an den Rändern können verstärkt Gehölze wachsen wie z.B. Fichte, Birke, Bergkiefer, Waldkiefer oder Erle. Auch verschiedene Beeren, wie Heidelbeere, Preiselbeere oder Moosbeere kommen in Mooren häufig vor. Die Fauna des Moores ist eher arm an Arten, die aber spezialisiert sind und woanders nicht vorkommen.
Geschichte der Moore in Mitteleuropa
In Deutschland bildeten sich Moore nach dem Ende der letzten Eiszeit, im Norden auf ca. 30 Prozent der Fläche. Mit der kompletten Eindeichung der Nordsee um ca. 1200 („Goldener Ring“) wurde eine Entwässerung der Küstenregionen über Siele auf das Niveau der Ebbe möglich. Obwohl hierdurch bereits das Ende der Moore begann, blieben sie wegen ihrer Unzugänglichkeit und des geringen wirtschaftlichem Nutzen noch lange intakt. Nur gelegentlich wurden Bruchwälder in der Nähe der Siedlungen für Brennholz genutzt und in Mähwiesen oder Streuwiesen umgewandelt.
Der wachsende Brennholzbedarf machte erst in der Neuzeit eine Abtorfung der tieferligenden Torfschichten mit hohem Brennwert interessant, da die technischen Voraussetzungen für eine großflächige Entwässerung gegeben waren. Der wachsende Bevölkerungsdruck Ende des 17. Jahrhunderts und die so genannte landwirtschaftliche Revolution im 20. Jahrhundert führten zur Trockenlegung der meisten Moore.
In der heutigen Zeit werden Moore in Deutschland nur noch sehr selten trocken gelegt, da sie zur Regulierung des Wasserhaushalts beitragen. Oftmals bilden sie auch die letzten Rückzugsgebiete für bedrohte Pflanzen- und Tierarten, weshalb sie heute unter gesetzlichem Schutz stehen. Einige Moore, zum Beispiel das Rote Moor in der Rhön, das Georgenfelder Hochmoor im Osterzgebirge oder kleinere Gebiete wie das Haspelmoor in der Nähe von Augsburg/Fürstenfeld, sind für Besucher erschlossen.
Moore in der Kulturgeschichte
In der Vergangenheit wurden Moore als Sitz von Göttern und Geistern angesehen, denen auch Gegenstände und seltener Tiere, aber vermutlich auch Menschen geopfert wurden.
Um Moore, die einen sumpfigen und wenig tragfähigen Untergrund haben, begehbar zu machen, legte man seit alters her Knüppeldämme an, also durch Holzbohlen befestigte Wege.
Begünstigt durch die Wirkung des Luftabschlusses werden Dinge, die im Moor untergehen, für sehr lange Zeit konserviert.
Aus untergegangenem Holz, z.B. von Knüppeldämmen, können dendrochronologische, aus der Analyse von Moorleichen kulturelle und anthropologische Erkenntnisse gewonnen werden.
Auch in der Literatur und Poesie gibt es viele Bezüge zum Moor. Als weithin bekannte Beispiele seien die Ballade "Der Knabe im Moor" von Annette von Droste-Hülshoff ("O, schaurig ist's, übers Moor zu gehn /...) oder der - auch verfilmte - Kriminalroman "Der Hund von Baskerville" von Arthur Conan Doyle genannt.
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Literatur
- Succow, M., 1988: Landschaftsökologische Moorkunde. Gustav Fischer Verlag, Jena.
- Ellenberg, H., 1996: Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen. Ulmer, Stuttgart.
Ellenberg, H.
Weblinks
- [http://www.moormuseum.de Moormuseum Geeste-Groß Hesepe, Emsland]
- [http://www.wsl.ch/land/inventory/mireprot/besmos/moorbiotope/moorbiotope-de.ehtml Definition und Entstehung von Mooren (WSL - Schweiz)]
- [http://moorschutz.de Moorschutzprojekt für Schulen, Entstehung von Mooren]
- [http://www.wagner-ugau.de/data/moore/links/links.html Linksammlung zu Mooren und Moorschutz]
- [http://www.nordwestreisemagazin.de/moor/index.htm Moor - Naturlandschaft Nordwestdeutschlands]
- [http://www.wagner-ugau.de/data/moore/moore.html Moore und Moorschutz in Süddeutschland und im Alpenraum]
- [http://www.grundschule-friedrichsfehn.de/projekte/moorlehrpfad/index.html Virtueller Moorlehrpfad der Grundschule Friedrichsfehn]
- [http://www.dgmtev.de Deutsche Gesellschaft für Moor- und Torfkunde]
- [http://www.imcg.net International Mire Conservation Group (engl.)]
Kategorie:Biotop
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Grundwasser Definition
Grundwasser wird nach DIN 4049 definiert als "unterirdisches Wasser, das die Hohlräume der Erdrinde zusammenhängend ausfüllt und dessen Bewegung ausschließlich oder nahezu ausschließlich von der Schwerkraft und den durch die Bewegung selbst ausgelösten Reibungskräften bestimmt wird".
Grundwasser unterliegt nur der Gravitationskraft und dem hydrostatischen Druck. Es bewegt sich (fließt) vorwiegend horizontal durch die Hohlräume des Untergrunds.
Nicht zum Grundwasser zählt das hygroskopisch, durch die Oberflächenspannung sowie durch Kapillareffekte gebundene unterirdische Wasser der ungesättigten Bodenzone (Bodenfeuchte, Haftwasser). Auch das sich vorwiegend vertikal bewegende Sickerwasser in der ungesättigten Bodenzone gehört nicht zum Grundwasser.
Die in der Definition genannten "Hohlräume der Erdrinde" sind je nach geologischer Beschaffenheit des Untergrunds Poren (Klastische Sedimente und Sedimentgesteine: z.B. Sand, Kies, Sandsteine), Klüfte (Festgesteine: z.B. Granit, Quarzit, Gneiss) oder durch Lösung entstandene große Hohlräume (z.B. Kalkstein). Dem entsprechend unterscheidet man Porengrundwasser, Kluftgrundwasser und Karstgrundwasser.
Grundwasserneubildung
Grundwasser entsteht dadurch, dass Niederschläge versickern oder Wasser im Uferbereich von Oberflächengewässern (Fluss, See, siehe auch Uferfiltrat) in den Untergrund infiltriert. Bei der lang andauernden Bodenpassage wird das Grundwasser durch physikalische, chemische und mikrobiologische Prozesse verändert; es stellt sich ein chemisches und physikalisches Gleichgewicht zwischen der festen und flüssigen Phase ein. Diese Prozesse sind aus wasserwirtschaftlicher Sicht überwiegend positiv für die Qualität des Grundwassers und werden daher summarisch auch als Selbstreinigung bezeichnet. Bei genügend langer Verweilzeit können pathogene Mikroorganismen (Bakterien, Viren) so weit eliminiert werden, dass sie keine Gefährdung mehr darstellen.
Hydrogeologische Begriffe
Der Gesteinskörper, in dem sich das Grundwasser aufhält und fließt, ist der Grundwasserleiter (aus dem englischen auch: Aquifer). Er wird nach unten durch einen Gesteinskörper begrenzt, der wasserundurchlässig ist oder als wasserundurchlässig angesehen werden kann, einen Grundwassernichtleiter. Bei vertikaler Abfolge von mehreren Grundwasserleitern und Grundwassernichtleitern können mehrere übereinander liegende Grundwasserstockwerke vorliegen.
Die obere Begrenzung des Grundwassers in einem Grundwasserleiter ist die Grundwasseroberfläche. Liegt die Grundwasseroberfläche frei, beispielsweise in einem Brunnen oder einer Grundwassermessstelle, bezeichnet man sie als Grundwasserspiegel. Der Abstand zwischen Geländeoberkante und Grundwasseroberfläche ist der Flurabstand oder Grundwasserflurabstand. Sofern die obere Begrenzung eines Grundwasserleiters, die Grundwasserüberdeckung, keine wasserundurchlässigen Schichten sind, herrschen ungespannte Verhältnisse vor. Ist die Grundwasserüberdeckung ein Grundwassernichtleiter, können gespannte Verhältnisse vorliegen, was bedeutet, dass das sog. hydraulische Potential höher liegt als die tatsächliche Grundwasseroberfläche (artesich gespanntes Grundwasser).
Wie Oberflächengewässer folgt auch Grundwasser der Schwerkraft und fließt in Richtung des größten Gefälles (Grundwassergefälle). Dieses lässt sich aus Karten ermitteln, auf denen Standrohrspiegelhöhen als Isohypsen dargestellt sind (= Grundwassergleichen bzw. Grundwassergleichenplan). Das größte Gefälle und damit die Grundwasserstromrichtung bzw. die Grundwasserstromlinien liegen immer im rechten Winkel zu den Grundwassergleichen. Im Gegensatz zu Oberflächengewässern fließt Grundwasser zumeist mit sehr viel niedrigeren Fließgeschwindigkeiten (Unterschied Filtergeschwindigkeit - Abstandsgeschwindigkeit). In Kies (Korngrößen 2 - 63 mm) beträgt die Durchgangszeit zwischen 5 - 20 m/Tag, in feinporigeren Sedimenten wie Sand (Korngrößen 0,063 - 2 mm) nur etwa 1 m/Tag, da Kapillar- und Porensaugkräfte das nutzbare Porenvolumen verringern.
Grundwasserbewirtschaftung
Wegen seiner geschützten Lage im Untergrund und wegen der bereits angesprochenen Selbstreinigungskräfte des Untergrundes hat natürliches Grundwasser eine hervorragende Qualität und wird vielfältig genutzt, insbesondere zur Trinkwassergewinnung. In Deutschland stammen rund zwei Drittel des Trinkwassers aus Grundwasser.
Besonders große Grundwasservorräte enthalten Porengrundwasserleiter, z.B. Lockersedimente wie Schotter, Kies oder Sand (insbesondere alluviale und diluviale Kiese und Sande). Dem entsprechend befinden sich die größten Grundwasservorräte in Deutschland im Oberrheingraben, dem Alpenvorland und den norddeutschen Urstromtälern. Im Alpenvorland erreichen die grundwasserführenden Schichten Mächtigkeiten von bis zu 100 m.
Örtlich begrenzt tritt Grundwasser in Quellen an die Erdoberfläche, die, wenn sie gefasst werden, auch zur Trinkwassergewinnung genutzt werden können. An anderen Stellen müssen zur Nutzung des Grundwassers Brunnen angelegt werden, Pumpschächte, die bis unter die Grundwasseroberfläche reichen.
Gefahren für das Grundwasser und Grundwasserschutz
Menschliche Aktivitäten gefährden Qualität und Quantität des Grundwassers. Nur lokal von Bedeutung sind mengenmäßige Engpässe durch übermäßige Grundwasserentnahme. Gefahren für die Grundwasserqualität sind beispielsweise die Deposition und Bodenpassage von Luftschadstoffen, die übermäßige Ausbringung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln durch die Landwirtschaft oder hochkonzentrierte Schadstofffahnen aus Altlasten.
Der vorbeugende (kurative) und wiederherstellende (sanierende) Grundwasserschutz hat daher eine wichtige Bedeutung im Umweltschutz. Zum vorbeugenden Grundwasserschutz zählt die Ausweisung von Wasserschutzzonen im Einzugsgebiet von Wasserwerken. Die Sanierung von Grundwasserschäden ist meist teuer und zeitaufwändig.
Literatur
- G. Mattheß & K. Ubell: Lehrbuch der Hydrogeologie, Band 1: Allgemeine Hydrogeologie, Grundwasserhaushalt. 1983, Gebr. Borntraeger, Berlin/Stuttgart, ISBN 3-443-01005-9.
- B. Hölting: Hydrogeologie. seit 1980 mehrere Auflagen, Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart, ISBN 3-432-90793-1.
- Gudrun Preuß, Horst Kurt Schminke: Grundwasser lebt! Chemie in unserer Zeit 38(5), S. 340 - 347 (2004), .
- R. Schleyer & H. Kerndorff: Die Grundwasserqualität westdeutscher Trinkwasserressourcen. 1992, VCH, Weinheim, ISBN 3-527-28527-X.
- Werner Aeschbach-Hertig: Klimaarchiv im Grundwasser. Physik in unserer Zeit 33(4), 160 - 166 (2002), .
Weblinks
- [http://www3.stzh.ch/internet/wvz/home/wasserwerke/grund.html Grundwasserwerk Hardhof in Zürich] ([http://www.martinsteiger.ch/files/mensa_ch/wvz_2005/ Bilder])
Kategorie:Wasser
Kategorie:Hydrologie
ja:地下水
ko:지하수
OberflächenwasserAls Oberflächenwasser wird Wasser bezeichnet, das sich offen und ungebunden auf der Erdoberfläche befindet. Dazu zählen Gewässer wie Flüsse oder Seen und noch nicht versickertes Niederschlagswasser.
Oberflächenwasser ist meistens durch Schwebstoffe oder gelöste Schadstoffe verschmutzt und kann erst nach einer Wasseraufbereitung als Trinkwasser genutzt werden.
Kategorie:Limnologie
Kategorie:Wasserwirtschaft
Zwischenmoor Das Zwischenmoor (auch: Übergangsmoor) bezeichnet die zweite Stufe in der Entwicklung eines Moores. Sie liegt zeitlich oder räumlich zwischen dem Niedermoor und dem Hochmoor.
Entwicklung
In niederschlagsreichen Regionen kann sich aus einem Niedermoor ein Hochmoor entwickeln. Die Übergangsphase, in der es sowohl vom Grundwasser oder Oberflächenwasser als auch vom Regenwasser gespeist wird, nennt man Übergangsmoor.
Der im Niedermoor ständig neu entstehende Torf presst die darunterliegenden Torfschichten zusammen. Diese bilden mehr und mehr eine Barriere für einströmendes Grundwasser. Das Pflanzenwachstum entzieht dem Boden Nährstoffe. Durch mangelnde Zersetzung der Pflanzen können diese dem Nahrungskreislauf nicht wieder zugeführt werden. Auch der Regen trägt keine nennenswerten Nährstoffmengen ein. Die saure, feuchte und nährstoffarme Umgebung ist eine ideale Bedingung für das Wachstum von Torfmoosen. Das Moor wächst in die Höhe und wird zum Hochmoor.
Tier- und Pflanzenarten
In dieser Phase treten Pflanzen- und Tierarten auf, die für beide Moortypen charakteristisch sind.
Beispiele für Zwischenmoore
- Bullenkuhle
- Maujahn
- Schwemm
Kategorie:Biotop
Kategorie:Bodenkunde
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VerlandungVerlandung oder auch Aggradation nennt sich ein Prozess, bei dem Flüsse im Verlauf der Jahrhunderte einen See zuschütten.
Flüsse, die in einen See oder in ein Meer mit geringem Tidenhub fließen, lagern dabei ihr Geschiebe nahe der Mündung ab. Dabei entsteht zunächst ein Delta, diese Deltas der verschiedenen Zuflüsse können den See schließlich vollkommen zuschütten.
Bei Meeren mit großem Tidenhub wird das Geschiebe alle 12 Stunden von der abziehenden Flut ins Meer hinausgeschwemmt, so dass sich der Prozess umkehrt, und Ästuare entstehen (zum Beispiel Themse-Mündung).
Auch Seen verlanden, indem sich der Seegrund, das Profundal, durch Ablagerungen von Biomasse aus dem Detritus, die bei Sauerstoffmangel nicht vollständig abgebaut wird, anhebt. Die dabei entstehenden Mudde, riechen häufig nach Wasserstoffsulfid. Auch die Seeufer werden in einem eutrophen See durch unvollständig abgebaute Biomasse der abgestorbenen Ufervegetation flacher. Pflanzen des Schilfgürtels (Röhrichtzone) und der Schwimmpflanzenzone können immer weiter in Richtung Seemitte vordringen, bis am Ende einer solchen Sukzession die gesamte Fläche des ursprünglichen Sees zugewachsen ist. Weiter aufwachsende Torfmoose wandeln den verlandeten See schließlich in ein Hochmoor um.
Siehe auch: Hydrologie, Limnologie, Trophiensystem, Eutrophierung
Kategorie:Geologie
GewässerEin Gewässer ist nach DIN 4049 Teil 1 Nr. 1.10 ein in der Natur fließendes oder stehendes Wasser einschließlich Gewässerbett und Grundwasserleiter. Es ist in den natürlichen Wasserkreislauf eingebunden.
Man unterscheidet
#Oberflächenwasser (siehe unten) und
#Grundwasser
Es gibt folgende Arten von Oberflächengewässern:
Grundwasser während eines Hochwassers]]
- Fließgewässer:
- Rinnsal
- Bach
- Fluss
- Strom
- Stillgewässer:
- Pfütze
- Tümpel
- Teich
- Weiher
- See
- Stausee
- Binnengewässer
- Meer:
- Nebenmeer (= Oberbegriff für):
- Binnenmeer
- Binnensee
- Mittelmeer
- Randmeer
- Ozeane
Eine andere Möglichkeit der Unterscheidung von Gewässern ist beispielsweise die Bezeichnung nach der Wasserqualität als
- Cyprinidengewässer
- Salmonidengewässer
Siehe auch: Offenes Gewässer, Gewässergütewirtschaft
Kategorie:Hydrologie
Kategorie:Wasser
Kategorie:Wassersport
BiotopBiotop (grammatikalisch mask., oft aber inkorrekt neutr. benutzt; von griech. bios = Leben + topos = Ort)
Der Begriff Biotop, wörtlich übersetzt, meint einen Lebensort oder den Raum des Lebens; eine kleine räumlich abgrenzbare Einheit, wobei maßgeblich deren abiotische Faktoren (nicht belebte Bestandteile) einen Lebensraum prägen. Die an einem Ort (Topos) vorkommende, durch abiotische Faktoren geprägte, Biozönose (die Lebensgemeinschaft meist mehrerer Arten von Pflanzen und Tieren) ist das Kriterium der räumlichen Abgrenzung. Die Vegetation hat sich wegen ihrer deutlichen Charakterisierbarkeit als Unterscheidungsmerkmal von terrestrischen (land-) Biotopen durchgesetzt.
Abgrenzung
Zu unterscheiden ist aber Habitat (=Lebensraum), dessen Kriterium zur räumlichen Abgrenzung die Ansprüche aus Sicht eines Individuums oder einer Population einer Art ist. Habitate und Biotope müssen nicht deckungsgleich sein. Ein Biotop kann mehrere unterschiedliche Habitate (ein Wald hat Strukturen wie Astlöcher, Kronen- und Krautschicht, Boden...) bereitstellen, z.B. für Insekten, oder ein Habitat umfasst mehrere Biotope, z.B. komplementäre Habitate, wie bei Vögeln oder vielen Säugetieren, die Winter- und Sommerquartiere oder Biotope nur zur Nahrungssuche aufsuchen.
Durch die Ausprägung der Biozönose können abiotische und menschliche (hemeroben) Einflüsse eines Ortes erfasst werden. Dennoch sind auch (vermeintlich) unbelebte Orte, wie Wüsten oder nackte Felsen Biotope, die aber durch abiotische Merkmale abgegrenzt werden müssen. Diese Definition geht davon aus, dass jeder Ort der Erde besiedelbar ist. Unter welchen Umständen sich eine Biozönose etablieren kann, ist Gegenstand von Diskussionen in der Ökologie und im Naturschutz.
Der Begriff Biotop ist wertfrei. Als Biotope bezeichnet man sowohl natürlich entstandene Landschaftsbestandteile wie Bäche, ein Bergwald, Nadelwald, Mischwald etc., als auch – entgegen des umgangssprachlichen Gebrauchs – vom Menschen erschaffene Landschaftsbestandteile wie "Betonwüsten" (beispielsweise Autobahnen). Weitere gängige Beispiele von Biotopen sind etwa ein Bachlauf, ein Wald, ein Teich, ein Süßwasserwatt oder eine Streuobstwiese.
Ein Biotop kann sowohl Raum verschiedener Habitate (faunistische oder floristische „Wohnräume“), als auch selbst Bestandteil ein oder mehrerer Habitate sein. Es kann die vorhandene Biozönose (Lebensgemeinschaft) prägen, als auch von ihr geprägt werden, weshalb man immer von einer Wechselwirkung zwischen Leben und Lebensraum ausgehen darf.
Systematik
In der Systematik der Ökologie setzt sich ein Biotop aus Phytotopen (Pflanzenstandort) und Zootopen (Wohnort) zusammen. Einem Biotop sind damit charakteristische Arten von Pflanzen, Pilzen und Tieren zuzuordnen. Ein Biotop ist die kleinste räumliche Einheit in der Landschaftsökologie. Ein sehr kleines Biotop kann z. B. ein Kirchturm oder ein absterbender Baum sein (Habitat für z. B. Fledermaus und Insekten). Trotzdem können manche Biotope je nach Systematik der Erfassung (Biotopkartierung) eine sehr große Fläche einnehmen (z. B. Seen, Watt). Mehrere Biotope mitsamt den darin lebenden Tieren und Pflanzen und den Interaktionen zwischen ihnen bilden ein Ökosystem. Ausgedehnte Gebiete, wie etwa eine Steppe, ein Regenwald oder das Meer bestehen als Ökosysteme aus einer Vielzahl unterschiedlicher Biotope und Biozönosen (Lebensgemeinschaften).
Liste besonders typischer Biotope
Zuweilen ist die Abgrenzung zu Ökosystemen schwierig. Weitere Biotope siehe unten: Kategorie Biotop.
- Auenwiese
- Bach (Gewässer)
- Bergwald
- Bodden
- Brachfläche mit Ruderalflora
- Brackwasser-See
- Bruchwald
- Buchenwald
- Düne
- Eisscholle
- Felsen
- Feuchtwiese
- Fluss (Gewässer)
- Flussmündung
- Friedhof
- Garten
- Hecke
- Heide (Landschaft)
- Magerrasen
- Mischwald
- Nadelwald
- Obstwiese
- Park
- Quelle (Gewässer)
- Salzwiese
- Seegraswiese
- Süßwasserwatt
- Sumpf
- Teich
- Tiefsee
- Totholz
- tropischer Regenwald (einzelne Zonen)
- tropisches Korallenriff (einzelne Zonen)
- Tümpel
- Viehweide
- Waldrand
- Watt (Küste)
- Wegrand
Bewertung und Gefährdung
Biotope werden häufig nach ihrer Seltenheit (bzw. Flächenentwicklung und funktionaler Stellung im Ökosystem), nach ihrer Eignung als Lebensraum für bedrohte Arten bzw. nach dem Grad ihrer Beeinflussung durch den Menschen Hemerobie bewertet.
Habitate (Lebensräume) mobiler Tierarten setzen sich oft aus mehreren Biotopen zusammen. Dabei entstehen bei räumlicher Nachbarschaft von verschiedenen natürlichen Biotopen kleinerere Flächen artenreiche Ökosysteme. Solche mosaikartig zusammengesetzten Kulturlandschaften aus extensiven Wirtschaftsformen ersetzen teilweise Biotope, die sich ohne Beeinflussung des Menschen durch Naturgewalten im Verlauf der Sukzession (Ökosystementwicklung) von alleine entstehen könnten (Naturlandschaften) (siehe auch: Mosaik-Zyklus-Konzept, Megaherbivorentheorie). Kleinräumige und strukturreiche Landschaften dieser Art sind vor allem durch wirtschaftliche Interessen der Gesellschaft bedroht (Landnahme durch Verkehr, Siedlung, Rohstoffe, Intensivierung von Agrar und Forst). Einzelne Biotope oder Ökosysteme leiden zu dem unter den Eintrag von Schadstoffen aus der Luft oder durch direkte Einleitungen.
Im Gegensatz dazu haben manche mobile Tierarten einen Minimalbedarf an Flächengröße. Vor allem Tierarten, die sich am Boden fortbewegen oder sehr scheu sind, benötigen größere, zusammenhängende Ökosysteme bzw. Biotope. Verkehrstrassen, landwirtschaftliche oder forstwirtschaftliche Monokulturen und Siedlungen oder Einzelbauwerke (z. B. Wasserkraftwerke) stellen nicht nur einen Verlust von Biotopfläche dar, was zu einem Aussterben von relativ unempfindlichen Arten (die meisten massenhaft auftretenden Insekten, Spinnen, Kleinstlebewesen) in Teilräumen führen kann. Durch Zerschneidungen und negative Randzoneneinflüsse mindern sie die Qualität und Erreichbarkeit der verbleibenden Biotope (Isolation), so dass viele empfindliche und mobile Arten (beispielsweise Luchs, Wolf, Seeadler, viele Fischarten) ausgestorben oder gefährdet sind und trotz intensivster Bemühungen die Biotope nicht wieder besiedeln können. Dies wird als Unterschreitung der kritischen Verbunddistanz bezeichnet.
Biotopschutz und Biotopverbund
Biotopschutz ist eine Maßnahme des Artenschutzes und Ökosystemschutzes. Als Ziel des Naturschutzes dient er dazu, den Naturhaushalt zu erhalten. Da die menschlichen Lebensgrundlagen durch einen zerstörten Naturhaushalt gefährdet sind, ist der Schutz von Biotopen und der Biotopverbund als gesetzliches Ziel in Deutschland definiert worden. Der wesentliche Berührungspunkt zum Umweltschutz ergibt sich hier in der Minimierung der Emissionen von Industrie, Verkehr und Haushalten, die durch ihre Schadstoffe die Biotope gefährden oder zerstören.
Das Naturschutzgesetz definiert besonders wertvolle Biotope, die ohne weitere Schutzgebietsausweisung geschützt sind. Das sind vor allem Biotope, die selten sind und eine sehr lange Regenerationszeit (Zeit zur Wiederentstehung) haben, wie z. B. Moore. Störungen und Zerstörungen sind generell verboten. Sofern „überwiegendes öffentliches Interesse“ besteht, müssen Beeinträchtigungen „gleichwertig“ ausgeglichen werden.
Der Erfolg anfänglicher Bemühungen des Biotopschutzes, der sich auf den Erhalt und die Wiederherstellung wertvoller Biotope beschränkte, war durch die Isolation der Biotope durch Verkehr und Siedlungen stark eingeschränkt. Wegen des zunehmenden Drucks wirtschaftlicher Landnutzungen lassen sich Minimalansprüche an Habitatsgrößen oder die kritische Verbunddistanzen mancher Arten nicht befriedigen. Die Tiere können ihre komplementären Habitate (z. B. Laichplätze) nicht mehr erreichen oder sind von anderen Populationen isoliert (genetische Verarmung). Daher ist der Biotopverbund seit der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes 2001 ein weiteres wesentliches Ziel des Naturschutzes geworden.
Der Biotopverbund soll die Barrieren für Tierarten abbauen und besteht aus sogenannten Trittsteinen (für mobile Arten, wie z. B. Vögel), aus linearen Elementen (z. B. Hecken, Flüsse, Bäche etc.), Verbundflächen (z. B. strukturreiche Gebiete für Wild), und aus den eigentlich zu schützenden Biotopen oder Kernflächen eines Naturschutzgebietes. Der Biotopverbund beansprucht dabei insbesondere Flächen innerhalb der Siedlungen oder an Verkehrsanlagen, um deren negative Barrierewirkung abzubauen. Einzelmaßnahmen sind z. B. Grünbrücken oder Krötentunnel, die Tiere in die Lage versetzen sollen, trotz der intensiven Landnutzung ihre Lebensraumansprüche ersatzweise zu erhalten.
Seit 1988 wird in Hessen das Biotop des Jahres ausgerufen, um die Öffentlichkeit auf gefährdete oder besonders wertvolle Biotope aufmerksam zu machen.
Kritik und Widerstände
Das Ziel des Biotopschutzes ist gesetzlich definiert und demokratisch legitimiert. Andererseits machen Erhalt und Pflege von wertvollen Biotopen einen finanziell und energetisch hohen Aufwand notwendig, der externe, also meist von der Allgemeinheit zu tragende, Kosten bedeutet. Die wertvolle, künstliche Kulturlandschaft ist vor allem, entgegen wirtschaftlicher Interessen flächenintensiver Nutzungen (Land- und Forstwirtschaft, Bau- und Siedlungen, Rohstoffabbau), nur durch politische Instrumente zu erhalten. Die Wirksamkeit von Pflegemaßnahmen erschließt sich dem fachlich nicht gebildeten Beobachter nicht immer, und so werden Maßnahmen häufig als „unsinnige Verschwendung“ oder als „Zumutung“ empfunden.
Dass diese externen Kosten nicht internalisiert (dem Verursacher (Verbraucher, Autofahrer) angelastet) werden, ist, nach dem Druck durch Landnahme, ein wesentlicher gesellschaftlicher Widerstand gegen den Biotopschutz. Diese aufwändige Pflege von Biotopen wäre in einem wesentlich geringerem Maße notwendig, wenn ihre Bewirtschaftung durch höhere Preise bezahlt (und gefördert) würde. Durch gesteigerte Effizienz, die mit einer Verschlechterung des Zustandes von Natur und Landschaft einherging, wurden Ressourcen freigestellt. Diese Ressourcen werden aber nicht im ausreichendem Maße zum Erhalt des Zustandes der Natur als Lebensgrundlage des Menschen genutzt.
Eine weitere Möglichkeit wäre die Einrichtung von Großschutzgebieten, in denen sich solche Biotope von selbst einstellen könnten. Stattdessen nimmt der Bebauungs- und Siedlungsdruck zu. Die flächige Zersiedelung und der Erholungsbedarf der Bevölkerung machen wirksame Großschutzgebiete, in denen die Natur wirklich in letzter Konsequenz sich selbst überlassen bleiben könnte, scheinbar unmöglich.
Weblinks
- [http://www.nlwkn.niedersachsen.de/master/C7533817_N5512539_L20_D0_I5231158.html Erläuterungen zu gesetzlich besonders geschützten Biotopen des Landes Niedersachsen]
Siehe auch
Neobiota, Sukzession, Biotopkartierung, Biotopwertverfahren
Kategorie:Biotop
Kategorie:Ökologie
Kategorie:Naturschutz
ja:ビオトープ
EutrophMit dem Trophiensystem wird der Zustand von Stillgewässern dargestellt. Die Gewässergüte basiert auf dem Gehalt an organischen und anorganischen Nährstoffen.
In der Limnologie wird das Gewässer anhand der Jahresdurchschnittswerte an Chlorophyll und Gesamtphosphorgehalt in vier Trophiestufen eingeteilt. Daneben spielen Sauerstoffsättigung, Farbe und Sichttiefe eine Rolle:
Charakterisierungen
- Oligotroph (Trophiestufe I): Oligotroph sind Gewässer mit wenig Nährstoffen und daher geringer organischer Produktion. Die geringe Phosphatzufuhr begrenzt das Pflanzenwachstum; in sauerstoffreichem Wasser enthaltene freie Eisenionen binden Phosphat und entziehen es dem Stoffkreislauf (Phosphatfalle). Das Plankton ist zwar artenreich aber individuenarm. Das Gewässer bietet nur wenigen Fischen Lebensraum. Oligotrophe Gewässer haben meist bekieste Ufer mit geringem Pflanzenbewuchs, sie sind sehr klar. Das Wasser erscheint blau bis grün. Die Sauerstoffsättigung am Ende der Sommerstagnation liegt bei mehr als 70%. Die Sichttiefe ist größer als 6 m, allerdings mindestens 3 m).
- Mesotroph (Trophiestufe II): Mesotroph werden Gewässer genannt, die sich in einem Übergangsstadium von der Oligotrophie zur Eutrophie befinden. Der Nährstoffgehalt ist höher und Licht kann noch in tiefere Wasserschichten eindringen. Mit zunehmender Dichte des Phytoplanktons ändert sich die Eindringtiefe des Lichtes. Die Sichttiefe beträgt noch mehr als zwei Meter und die Sauerstoffsättigung am Ende der Sommerstagnation zwischen 30 und 70%.
- Eutroph (Trophiestufe III): Eutroph sind Gewässer mit hohem Nährstoffgehalt und daher hoher Produktion von Biomasse. Das Hypolimnion eutropher Gewässer ist im Sommer sehr sauerstoffarm, das Epilimnion dagegen übersättigt mit Sauerstoff. Das Plankton ist sehr arten- und individuenreich. Der Grund des Gewässers ist mit einer anaeroben Faulschlammschicht (Mudde, Gyttja) bedeckt, die massenhaft mit Schlammröhrenwürmern und Zuckmückenlarven besiedelt sind. Nach der Frühjahrs-Vollzirkulation tritt häufig Algenblüte auf. Das Wasser ist trüb und meist grünlich bis gelbbraun gefärbt. Die Sichttiefe liegt in der Regel unter zwei Metern und die Sauerstoffsättigung am Ende der Sommerstagnation unter 30%.
- Hypertroph (Trophiestufe IV, auch Polytroph): Hypertroph nennt man Gewässer, bei welchen die Eutrophierung so weit fortgeschritten ist, dass im Gewässer zum Ende der Sommerstagnation der Sauerstoff weitgehend aufgebraucht ist. Nur die obersten Wasserschichten des Epilimnions weisen für spezialisierte Organismen noch tolerierbare Wachstumsbedingungen auf. Nachts und morgens kommt es häufig zu Fischsterben. Die Sichttiefe liegt unter einem Meter.
BSBx: Biologischer Sauerstoffbedarf in x Tagen
CSB: chemischer Sauerstoffbedarf (Bestimmung mit Kaliumdichromat K2Cr2O7)
Da die biologische Zonierung sich in Fließgewässern von stehenden Gewässern unterscheidet, wird anstelle des Trophiensystems eine auf dem Saprobiensystem beruhende Einteilung in Gewässergüteklassen verwendet.
siehe auch
- Ökosystem See, Trophierung, Eutrophierung
Kategorie:Ökologie
kategorie:Limnologie
Kategorie:Ozeanologie
BiomasseBiomasse bezeichnet die Gesamtheit der Masse an organischem Material in einem definierten Ökosystem, das biochemisch synthetisiert wurde. Sie enthält also die Masse aller Lebewesen, der abgestorbenen Organismen (Detritus) und die organischen Stoffwechselprodukte. Etwa 60% der Biomasse der Erde wird durch Mikroorganismen dargestellt.
Biologen und Geologen definieren Biomasse als Teil der obersten Erdkruste und der Atmosphäre, die von lebenden Organismen bewohnt wird bzw. bewohnt werden kann.
Die Gesamtmasse des Kohlenstoffs in lebenden Organismen wird mit 280 · 109 Tonnen angegeben. Nach neueren Schätzungen wird die jährliche Gesamtproduktion der Biomasse auf der Erde an organischem Kohlenstoff auf 173 · 109 Tonnen geschätzt. Dabei entfallen auf den Festlandbereich 118 · 109, auf den marinen Bereich 55 · 109 Tonnen (Krumsiek, K., Neumann, H.G., 2005).
Biomasse wird als Frischgewicht oder Trockengewicht pro Kubikmeter Volumen oder Quadratmeter Oberfläche ermittelt.
Herkunft
Primärproduzenten (Pflanzen) sind durch die Photosynthese in der Lage aus für die Energiegewinnung nicht nutzbaren Stoffen (CO2, H2O, Mineralstoffe) unter Energiezufuhr Biomasse (vor allem in Form von Zuckern Glucose) aufzubauen. Die Primärproduzenten werden als Nahrung von Konsumenten genutzt zur Produktion von tierischer Biomasse.
Bedeutung für den Menschen
Die in der Biomasse biochemisch gespeicherte Sonnenenergie kann auch als sich selbst erneuernder Energielieferant (nachwachsenden Energieträger) für die Gewinnung elektrischer Energie oder als Kraftstoff genutzt werden (Regenerative Energie). Die Verwendung von Biomasse zur Erzeugung von Wärme, elektrischer Energie oder als Kraftstoff ermöglicht eine ausgeglichene CO2-Bilanz, da nur die Menge CO2 ausgestoßen wird, die kurz zuvor biochemisch gebunden wurde. Zudem sind die biogenen Kraftstoffe von vergleichsweise hoher Reinheit und erzeugen deutlich weniger Schadstoffe als ihre Pendants mineralischen Ursprungs (Stickoxide, Schwefelverbindungen, Aromate, Rußpartikel).
In Entwicklungsländern ist Biomasse in Form von Holz, Pflanzenabfällen und Dung der wichtigste Energieträger. Biomasse kann auch als Flüssigbrennstoff genutzt werden, so in Brasilien, wo man aus Zuckerrohr Alkohol herstellt, der als Treibstoff eingesetzt wird. In der chinesischen Provinz Sichuan dient Tierdung zur Gewinnung von Biogas. Verschiedene Forschungsprojekte haben das Ziel, die Energiegewinnung aus Biomasse weiter voranzutreiben. Die wirtschaftliche Konkurrenz zum Erdöl hat jedoch bisher dazu geführt, dass solche Vorhaben noch nicht über ein frühes Entwicklungsstadium hinausgelangt sind.
Kraftstoffe auf Biomasse-Basis
- Biodiesel
- Bio-Ethanol
- Bio-Wasserstoff
- Biogas
- BtL-Kraftstoff
- Pöl Pflanzenöl als Kraftstoff
Siehe auch
- Biomasseheizkraftwerk
- Kohlenstoffzyklus, Terra preta
- Nahrungspyramide
- Globale Erwärmung
- Das Dorf Jühnde bezieht seinen gesamten Energiebedarf aus Biomasse.
Weblinks
- [http://www.bioenergiedorf.info Aktionsforschungsprojekt "Das Bioenergiedorf": Anwendungsbeispiel zur Nutzung von Biomasse.]
- [http://energieberatung.ibs-hlk.de/plan_biomasse.htm] weitere Infos zu Biomasseheizungen und Verbrennungsgrundlagen
- [http://www.bio-wasserstoff.de Bio-Wasserstoff]
- [http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/biomassev/index.html Biomasseverordnung BRD]
- [http://www.bine.info/magazin_folgeseite.php?id_thema=25&id=234 Mag@zin: Soll Wachstum fördern – die Biomasse-Verordnung]
- [http://www.bine.info/templ_main.php/erneuerbare_energien/biomasse Portal zur Energieforschung: Thema Biomasse]
- [http://www.thema-energie.de/category/show_category.cfm?cid=20 Wissenskatalog Energie: Biomasse]
- [http://www.energie-zeitung.de Wissensammlung]
- [http://www.iwr.de/bio Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR)]
- [http://www.iwr.de/biogas/eeg-rechner EEG-Vergütungsrechner Biogas]
- [http://www.nature.com/nature/journal/v437/n7056/edsumm/e050908-11.html Environmental science: Carbon unlocked from soils]
- [http://www.carmen-ev.de/ C.A.R.M.E.N.], die bayerische Koordinierungsstelle für Nachwachsende Rohstoffe, organisiert die [http://www.biomasse-tage.org/de/index-de.htm Biomasse-Tage] federführend mit 13 weiteren Institutionen in Deutschland und europaweit mit dem Europäischen Biomasseverband [http://www.ecop.ucl.ac.be/aebiom/ (AEBIOM)] und dessen Mitgliedern.
Kategorie:Ökologie
Kategorie:Biomasse
Kategorie:Brennstoff
ja:バイオマス
TorfTorf ist ein organisches Material, das in Mooren abgebaut wird. Er entsteht aus der Ansammlung pflanzlicher Substanzen in verschiedenem Grade der Zersetzung.
Moor]
Entstehung
Durch einen niedrigen pH-Wert und Luftabschluss durch Wassersättigung wird die Zersetzung pflanzlicher Substanzen extrem verlangsamt. Die Bildung von Torf geht dadurch so langsam vor sich, dass es bis zur Entstehung beispielsweise des norddeutschen Teufelsmoores ca. 8000 Jahre dauerte (ca. 1 m pro 1000 Jahre). So entsteht ein Mittelzustand zwischen Land und Wasser: die Moore (regionale Bezeichnungen sind unter anderem Lohden in der Oberpfalz, Ried in Schwaben und Thüringen und Moos in Bayern).
In den ersten Stadien der Bildung lässt der Torf die Struktur der Pflanzen noch deutlich erkennen, es entsteht der so genannte Weißtorf; bei weiterer Zersetzung entsteht ein homogener, wenigstens bei Betrachtung mit bloßem Auge strukturloser Körper, Brauntorf oder auch Bunttorf genannt. Die älteste Torfschicht ist der so genannte Schwarztorf. Die unteren Schichten eines Torflagers sind dabei (weil älter und größerem Druck ausgesetzt) in der Zersetzung weiter vorgeschritten (reifer) als die oberen (unreifen). Wo die Bodenbeschaffenheit eine Ansammlung von stehendem seichtem Wasser gestattet, wird dieses durch Pflanzen überwuchert, die dann ihrerseits wiederum das Wasser vor schneller Verdunstung schützen.
Verdunstung
Die Torfmoorbildung wird begünstigt durch eine Einsenkung des Bodens oder Verbindung mit benachbarten Gewässern sowie einen undurchlässigen Untergrund.
Auch auf spaltenfreien Gesteinen, die ein Versickern des Wassers nicht gestatten, und auf solchen, welche bei ihrer Verwitterung einen undurchlässigen Ton liefern, können Moore entstehen. Ferner müssen die klimatischen Bedingungen mehr Wasser nachliefern als durch Verdunstung und Abfluss entzogen werden, wie in regen- und nebelreichen Gegenden, weshalb die gemäßigten Zonen die eigentliche Heimat der Moore bilden, während sie sich in der heißen Zone auf hoch gelegene Plateaus und auf regenreiche Wälder beschränken.
Außer durch die atmosphärischen Niederschläge beziehen die Moore das Wasser aus Seen, Schnee- und Eisfeldern oder aus Flüssen, welche sie oft saumartig umgeben. Moore tragen auch zur allmählichen Verlandung von Gewässern durch Torfbildung bei. So besitzt der Federsee in Oberschwaben heute nur noch eine Wasseroberfläche von 256 Hektar, während er noch gegen das Ende des 18. Jahrhunderts 1100 Hektar groß war.
18. Jahrhundert
Die Pflanzen, die zur Vermoorung und Vertorfung führen, sind solche, welche in großer Anzahl vorkommen und stark wuchern, besonders aber verfilzte Wurzeln treiben: die Heiden (Besenheide, Glockenheide), Sauergräser (besonders Seggen-Arten und Wollgräser und Simsen), Binsen, Schwarzerlen, vor allem aber Torfmoose (Sphagnum). In hoch gelegenen Regionen kann auch die Bergkiefer (Pinus mugo) eine Rolle spielen. Je nach Beteiligung einzelner der genannten Pflanzen an der Moorbildung und den hydrologischen Verhältnissen unterscheidet man Niedermoore, Zwischenmoore sowie Hochmoore. In ersteren dominieren Seggenriede, Röhrichte und Bruchwälder, in den nährstoffärmeren Zwischen- und Hochmooren sind Torfmoose die Haupttorfbildner.
Torfabbau
Bruchwälder
Bruchwälder] Bruchwälder]
Torf wird nach dem Tagebauverfahren in einem so genannten Torfstich gewonnen.
Traditionell wurde Torf vor allem als Heizmaterial verwendet. Da Moore heute als bewahrenswerte Biotope angesehen werden, findet in Deutschland ein Abbau in großem Umfang kaum noch statt. In Skandinavien und Irland wird Torf noch regelmäßig zur Energie- und Wärmegewinnung abgebaut und dient vor allem der lokalen Versorgung.
Die Eigenschaften von Niedermoor- und Hochmoortorfen unterscheiden sich beträchtlich. Niedermoore spielen (außer bei Urbarmachung) wirtschaftlich keine Rolle, nur in geringen Mengen wird Niedermoortorf für balneologische Zwecke abgebaut. Die Nutzung von Torf als Brennstoff an der Nordseeküste wird bereits von Plinius überliefert; auch ein arabischer Reisender des 10. Jahrhunderts berichtet von "brennbarer Erde". Hochmoortorf hat seit dem 15. Jahrhundert bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts sowie in Notzeiten des 20. Jahrhunderts als Brennstoff in Form des minderwertigen Splinttorfes große Bedeutung besessen. Heute wird er hauptsächlich in der Pflanzenindustrie und sowohl von Berufs- wie Hobbygärtnern in großen Mengen verwandt. Durch den Abbau des Torfes, der in der Regel eine Entwässerung voraussetzt, werden die betroffenen Moore großflächig zerstört. Angesichts ihrer Langsamwüchsigkeit und des schweren Eingriffs, den der Abbau bedeutet, können sie sich oft nicht mehr erholen. In einigen Ländern, wie beispielsweise Kanada und Finnland, gibt es Anstrengungen, abgetorfte Flächen zu regenerieren. Aufgrund des gestiegenen Umweltbewusstseins der Bevölkerung treibt die Torfindustrie in vielen Ländern Projekte zur Wiedervernässung, Regenerierung oder zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung ehemaliger Torfabbaugebiete voran. Die Zulassung neuer Flächen unterliegt strengen Auflagen.
Weißtorf ist wenig zersetzter Hochmoortorf, ist also eher faserig. Schwarztorf ist dagegen stärker zersetzt.
Torfnutzung
Heizmaterial
Man kann Torf direkt als Heizmaterial verwenden, oder es zu Torfkohle umwandeln. Dies geschah ähnlich wie bei der Herstellung von Holzkohle, in dem der Torf unter geringer Luft- bzw. Sauerstoffzufuhr langsam in einem Kohlenmeiler brannte. Es hat einen Energieinhalt von 20-22 MJ/kg.
Im 18. Jahrhundert setze man Torfkohle in der Erzverhüttung ein, um so die teuer gewordene Holzkohle zu strecken. Ziegeleien und weitere Industrien mit hohem Bedarf an Brennmaterial verwendeten damals auch Torfkohle. Holzkohle war knapp geworden, da damals großflächig Wälder abgeholzt waren (siehe auch: Waldzustand um das Jahr 1800) und erst nach der Aufforstung mit schnellwachsenden Nadelbäumen Mitte des 19. Jahrhunderts ging der Bedarf nach Torfkohle zurück. Torf, an der Luft getrocknet, war bis ins 20. Jahrhundert hinein als Heizmaterial in Verwendung. Bis zum 18. Jahrhundert wurde es vorwiegend für den lokalen Bedarf gebraucht. Im 18. Jahrhundert, während des Holzmangels durch die aufkommende Industrie, wurde Torf zum wichtigen überregionalen Handelsgut und erst mit der Erfindung der Eisenbahn im 19. Jahrhundert konnte Kohle Torf als Heizmaterial verdrängen. Heute heizt man mit Torf noch in europäischen Staaten, wie Finnland, Irland, Russland und Schweden.
Da Torfasche lange nachglüht, führte dies zu vielen Bränden. Die Wärmeausbeute ist vergleichbar mit Braunkohle, allerdings riecht Torffeuer stark.
Whisky-Herstellung
Viele Whisky-Sorten, vor allem schottische, erfordern das Trocknen des Malzes über einem Torffeuer, da nur so der spezielle rauchige Geschmack erzielt werden kann.
Brennstoff für Dampflokomotiven
Torf wurde in verschiedenen Gegenden auch als Heizmaterial für Dampflokomotiven verwendet. Wegen des (bereits erwähnten) langen Nachglühens der Torfasche hatten diese Dampflokomotiven zur Verhinderung von Waldbränden charakteristisch birnenförmige Schornsteine. Um eine entsprechende Menge von Torf mitführen zu können, führten Dampflokomotiven teilweise mehrere geschlossene Torftender oder auch sogenannte Torfmunitionswagen hinter sich her.
Kultursubstrat
Da Torf ein vielfaches des Eigengewichtes an Wasser speichern kann, wird er mit Kalk neutralistiert und mit Nährsalzen und weiteren Zuschlagstoffen wie Ton oder Sand aufgemischt und so zum Kultursubstrat weiterverarbeitet. Einige Pflanzen wie Azaleen benötigen einen sauren Boden und so dient die Beimischung von Torf üblicher Weise auch zur präzisen Regelung des Säurehaushaltes des Bodens. In der Berufsgärtnerei gibt es in diesem Bereich kaum Ersatzmöglichkeiten für Torf.
Kritisiert wird von Naturschützern insbesondere der Einsatz von Torf im privaten Garten. Von Hobbygärtnern werden jedes Jahr zur Bodenverbesserung rund 2,3 Millionen Kubikmeter Torf ausgebracht. Ohne Neutralisieren und Düngen kann dieser lediglich die Durchlüftung des Bodens verbessern, sonst jedoch durchaus die Bodenqualität verschlechtern, da Hochmoortorf extrem nährstoffarm ist und zur Bodenversauerung führt.
Torfbett
Torf wurde früher gelegentlich auch als preiswerte Schlafunterlage verwendet und eignete sich besonders für Bettnässer und Kleinkinder. Auch in jüngster Zeit werden Torffasern als natürlicher Rohstoff für Matratzen, Bettdecken und Kissen wieder verwendet.
Medizin, Kosmetik
Torf wird vielfach in der Medizin und Körperpflege eingesetzt, vor allem als Moorbad, Moorpackungen und sogar als Torfsauna. Badetorf unterscheidet sich von normalem Torf durch seine geringe Zahl an gesundheitlich gefährdenden Mikroorganismen. Die heilende Wirkung des Torfes ist noch nicht vollständig erforscht. Balneologen vermuten eine heilende Wirkung, wenn der Torf als dickflüssiger Moorbrei mit Temperaturen von 38 °C bis 40 °C auf die Haut aufgebracht wird. Insbesondere von der damit verbundenen Wärmebehandlung, daneben auch von den enthaltenen Huminsäuren, verspricht man sich einen positiven Einfluss auf das Endokrine System und eine Förderung der Durchblutung des Körpers.
Weitere Nutzung
Aus Torffasern lassen sich Textilien herstellen, die besonders leicht und warm sind. Des weiteren kann Schwarztorf zur Herstellung von Aktivkohle verwendet werden.
Früher wurde Torf auch als Streu in Ställen verwendet.
In den Ländern
Weltweit gibt es etwa 271 Millionen Hektar Torfboden. In Afrika 6 Millionen Hektar, in Nordamerika 135 Millionen Hektar, Südamerika 6 Millionen Hektar, Asien 33 Millionen Hektar, Europa 88 Millionen Hektar, Mittlerer Osten 2 Millionen Hektar und Ozeanien 1 Millionen Hektar.
Finnland
In Finnland wird Torf im großen Umfang genutzt, da etwa ein Drittel des Landes aus Torfboden besteht. Es sind etwa 800.000 ha industriell nutzbar, allerdings ist die durchschnittliche Tiefe des Torfes nur etwa 1,4 m. Etwa 8 % des Stromes und 6 % des gesamten Energiebedarfs im Jahr 2003 wurden aus Torf erzeugt. Es gibt etwa 40 Kraftwerke, die Torf und Holz verfeuern, und 10 % der Bevölkerung heizt mit Torf, welches in der Regel als Pellet angeliefert wird. Die größten Unternehmen sind Vapo Oy Energia in der Stadt Jyväskylä und Turveruukki Oy in der Stadt Oulu.
Produziert wurden im Jahr 2001 6 Millionen Tonnen Torf zur Energieproduktion und 0,5 Millionen Tonnen Torf für den landwirtschaftlichen Bedarf.
Irland
Torf findet man in Irland auf etwa einem sechstel der Landfläche. Die Produktion betrug 1999 etwa 4,7 Millionen Tonnen.
Die Mehrheit des hier vorkommenden Torfes ist nicht in einer Senke entstanden, sondern auf einer Hügelspitze. Diese unnatürliche Lage entstand durch menschlichen Einfluss. So holzte man vor einigen tausend Jahren die Hügel ab und nutzte den oberen Teil als Weideland. Um Abspülungen durch Bodenerosion zu vermeiden, staute man das Wasser mit Mauern aus Feldsteinen. Dies führte dann über die Jahrtausende zum Wachsen von Torf auf den Hügeln. Heute gibt es etwa 1 Millionen Hektar derartigen Bodens, der durchschnittlich 3 m dick ist.
Moore, welche in einer Senke entstanden sind, gibt es in Irland nur mit einer Fläche von ca. 200.000 Hektar. Da diese aber im Durchschnitt 7 m dick sind, entstanden kurz nach dem Ende der Weichsel-Eiszeit vor 10.000 Jahren, wurde deren Torf vorrangig abgebaut. Seit dem 18. Jahrhundert versorgte man sich so mit Brennstoff, Wälder gab es schon lange nicht mehr, und so sind diese Moore heute so gut wie verschwunden.
Im Jahr 1946 entstand das halb-staatliche Unternehmen :en:Bord na Móna durch den Turf Development Act, wodurch die industrielle Torfnutzung gefördert werden sollte. Heute betreibt es ein sehr großes Schienennetz von etwa 1200 Meilen, welches für den Torfabbau benötigt wurde.
Natürliche Torffeuer
Natürliche Torffeuer können fremdentzündet oder selbstentzündet sein. In der Regel wird Torf dort in Brand geraten, wo das Grundwasser künstlich abgesenkt wird, kein Regen fällt und Brandrodung betrieben wird. Es gibt beispielsweise in Afrika Gebiete, wo während der Regenzeit große Wassermassen in Trockengebiete abgeleitet werden und dort für einige Monate im Jahr ein Sumpfgebiet entsteht, welches zur Bildung von Torf führt. Dies ist so in Mali und in Botswana. Wenn dann das Wasser verdunstet und der Torf von oben her abtrocknet, reichen normale Temperaturen von ca. 40 °C aus, die oberste Torfschicht durch Selbstentzündung in Brand zu setzen. Der Vorgang ist dabei der selbe wie beim selbstentzündeten Kohlebrand.
Ausgiebige Torfbrände verursachten bis ins 19. Jahrhundert den Heerrauch.
Indonesien
In Indonesien gibt es große Torfwälder, die auf mehrere Meter tiefen Torfflöze wachsen. Nach der Entwässerung von 1 Millionen Hektar Sumpfland im Rahmen des "Mega-Rice" Projektes auf der Insel Borneo kam es dort zu Wald- und Torfbränden, wodurch wenigstens 40 cm Torf auf einer Fläche von 500.000 ha verloren gingen.
Im Jahr 1997/98 brannten beispielsweise etwa 10 Millionen Hektar und hüllten Indonesien und Teile Südostasiens 10 Monate lang in dunklen Rauch ein. Die Brände ließen sich kaum löschen, da unterirdische Brandnester im Torf immer wieder das Feuer neu entfachten.
Mali
In Mali, im Überschwemmungsgebiet des Flusses Niger, finden sich unterirdische Torffeuer, die speziell in der Trockenzeit immer wieder in Brand geraten und dabei sämtliche organische Materie, auch Baumwurzeln, zerstören. Dabei treten an der Oberfläche Temperaturen bis 765 °C auf. Seit 1960 vermuteten einige Wissenschaftler einen Vulkan in der Gegend, doch im Jahr 2001 konnte diese Annahme widerlegt werden und Torffeuer als Ursache genannt werden.
Okawango-Delta
Der Okawango ist ein durchschnittlich 1.700 km langer Fluss im südlichen Afrika, der in den Sümpfen des (oberirdisch) abflusslosen 15.000 km² großen und sumpfigen Okawango-Beckens in Botswana im Nordosten der Sandwüste Kalahari versickert. Während der Regenzeit überschwemmt er das Becken durchschnittlich etwas mehr als einen Meter hoch.
Durch die großen Mengen an verdunstetem Wasser reichert sich Salz an den während der Regenzeit überschwemmten höchsten Landerhebungen an, wodurch dort mit der Zeit die Pflanzen absterben. Dies führt dazu, dass sich der vom Fluß mitgeschwemmte Sand dort sammelt, eine Insel entsteht und somit kommt es immer seltener zu Überschwemmungen, bis schließlich die Insel ganzjährig trocken bleibt. Damit trocknet auch der sich im Untergrund gebildete Torf aus und die Voraussetzung für ein selbstentzündendes Torffeuer ist gegeben. Der Brand zerstört die Insel und spült das Salz und den Sand in den entstandenen unterirdischen Hohlraum. Damit kann der Zyklus von neuem beginnen, der etwa 150 Jahre lang ist. Dieser natürliche Vorgang verhindert die bei der hohen Verdunstung eigentlich zu erwartende Bildung eines lebensfeindlichen Salzsees oder einer Salztonebene.
Siehe auch
- Moorleiche
- Die Moorsoldaten
- Moorheilbad
- Permafrostboden
Weblinks
- [http://www.dgmtev.de Deutsche Gesellschaft für Moor- und Torfkunde]
- [http://moorschutz.de/wie-entstehen-moore.html Wie entstehen Moore?]
- [http://www.fire.uni-freiburg.de/media/2004/news_20040128_ger.htm Torfwaldbrände in Indonesien]
- [http://www.wits.ac.za/geosciences/okavango/wetlands.htm Torfbrände in der Kalahari]
- [http://folk.uio.no/dagkd/Publications/Mali/svensen_et_al.pdf Torfbrände in Mali (pdf)]
- [http://www.worldenergy.org/wec-geis/publications/reports/ser/peat/peat.asp Statistiken]
Kategorie:Naturschutz
Kategorie:Bodenkunde
Kategorie:Moor
Kategorie:Brennstoff
LigninLignin (zu lateinisch lignum "Holz") ist ein fester, farbloser Stoff, der in die pflanzliche Zellwand eingelagert wird und dadurch die Verholzung der Zelle bewirkt (Lignifizierung). Lignin ist damit neben der Zellulose der häufigste organische Stoff der Erde.
Struktur und Zusammensetzung
Lignin kann als höhermolekularer (MR ca. 5000 bis 10000) Abkömmling des Phenylpropans betrachtet werden, die je nach Holzart aus Strukturen zusammensetzt, welche auf Cumarylalkohol, Coniferylalkohol oder Sinapylalkohol zurückführen lässt. Das Lignin verschiedener Holz- bzw. Pflanzenarten (Gräser, Laub- oder Nadelbäume) unterscheidet sich durch den prozentualen Anteil der Alkohole. Die Bestandteile vernetzen sich in vielfältiger Form miteinander (Ether- und C-C-Bindungen).
Analytik
Folgende Nachweisreaktionen für Lignin sind bekannt:
- Rotfärbung durch salzsaure Phloroglucinlösung.
- Gelbfärbung mit Anilin/Schwefelsäure
- Violettfärbung mit Schiffs Reagenz
Kategorie:Holz
ja:リグニン
VersauerungVon Bodenversauerung spricht man, wenn von außen oder durch bodeninterne Prozesse mehr Protonen eingetragen werden, als der Boden neutralisieren kann, und die basischen Reaktionsprodukte von Neutralisationsreaktionen ausgewaschen werden. In der Folge sinkt der Boden-pH ab.
Böden in humiden Klimabereichen versauern im Laufe ihrer Entwicklung (der Pedogenese).
Dieser an sich natürliche Vorgang kann durch menschliche Einflussnahme verstärkt werden.
Natürliche Einflüsse auf den pH-Wert des Bodens
- Aufgrund hoher CO2-Konzentrationen durch Oxidation von Biomasse und Atmung von Wurzeln und Bodenlebewesen entsteht Kohlensäure, die den pH auf 5,6 einstellt. H2CO3 ist die größte Protonenquelle für landwirtschaftlich genutzte Böden (pH zwischen 5 und 7), da unterhalb von pH 5 keine Kohlensäure mehr gebildet wird.
- Organische Säuren, insbesondere Fulvosäuren, die entweder von Pflanzenwurzeln ausgeschieden werden, oder Zwischenprodukte beim Abbau organischer Substanz sind (daher leicht abbaubar) können zu einer Versauerung beitragen.
- Wird in eisensulfidhaltigen Böden Fe2+ zu Fe3+ oxidiert und dann hydrolysiert, werden Protonen freigesetzt.
- Wenn Pflanzen für ihre Ernährung mehr Kationen als Anionen aufnehmen, geben sie Protonen an den Boden ab, damit die elektrische Neutralität erhalten wird. Gleichzeitig bilden sie in ihrem Inneren Salze schwacher organischer Säuren. Verrotten die Pflanzen vor Ort, vereinigen sich Salze und Protonen wieder. Es kommt nur zu einer dauerhaften pH-Absenkung, wenn die Pflanzen durch Ernte/Holzschlag entfernt werden (Basenentzug).
- Die Pufferkapazität des Ausgangssubstrates beeinflusst die Geschwindigkeit der Versauerung maßgeblich. Vor allem ein hoher Anteil an Karbonaten und Tonmineralen (beladen mit Kationen wie Ca, Mg) bewirkt, das der pH sich auf hohem Niveau hält. Wenn diese Puffersysteme “verbraucht“ sind oder von vornherein fehlen, treten andere an ihre Stelle, der pH sinkt.
Anthropogene Faktoren
- Durch Säureeintrag aus der Atmosphäre (saurer Regen) sinkt der pH-Wert vieler Böden zusätzlich ab, und zwar umso stärker, je höher der Ausgangs-pH lag.
- Übermäßiger Ammoniumeintrag durch organische Dünger (Gülle), mineralische Dünger und über die Atmosphäre beschleunigt
ebenfalls die Versauerung. Das Ammonium wird mikrobiell oxidiert: NH4+ + 2O2 ↔ NO3- + 2H+ + H2O
Nehmen die Pflanzen das Nitrat nicht auf, wird es mit dem Sickerwasser ausgetragen und die Versauerungseffekte sind noch
gravierender (Basenauswaschung).
- In der Umgebung von Bergbaugebieten bedingt die Verwitterung von Pyrit (einem Eisensulfid) eine deutliche pH-Absenkung durch Bildung von schwefliger Säure.
Folgen
Viele Pflanzen sind gegenüber zunehmender Versauerung nicht tolerant. Auf landwirtschaftlich genutzten Böden sinken die Erträge. Das Pflanzenwachstum wird bei pH-Werten unter 3 eingestellt. Im Bereich niedriger pH-Werte steigt zudem die Mobilität toxischer Schwermetalle. Wasser, welches durch versauerte Böden sickert, hat ebenfalls einen niedrigen pH. Das wirkt sich auf die daraus gespeisten Oberflächengewässer aus. Ein Beispiel sind die sauren Seen in Skandinavien.
Maßnahmen
Mit der Kalkung von Äckern, Gärten und Wäldern sowie strengeren Vorgaben zur Abluftreinigung versucht man, die Bodenversauerung einzudämmen. Der Kalk kann bis zu einem bestimmten Punkt die saure Wirkung der Abwässer aufheben. Eine ähnliche Wirkung hat auch Magnesium.
Kategorie:Bodenkunde
Bruchwald
Bruchwälder (Bruch für sumpfiges Gebiet), auch Moorwälder genannt, stocken als natürliche azonale Waldgesellschaft auf Böden, in denen das Grundwasser dauernd nahe der Oberfläche steht und nur ausnahmsweise mehr als 1 m schwankt. Der "echte Bruchwald" stockt in der Regel auf mindestens 10-20 cm Bruchwaldtorf, Seggentorfen und zum Teil anmoorigen Gleyen bzw. Nassgleyen.
Artenzusammensetzung und Untergesellschaften
Erlenbruchwälder zeichnen sich durch die Dominanz der Schwarzerle (Alnus glutinosa) und das Fehlen oder fast völlige Fehlen anderer bezeichnender Baumarten aus. In der Krautschicht von Bruchwäldern findet sich ein hoher Anteil an Niedermoor-, Röhricht- und Großseggenarten. Die Schwarzerle kann die hohe Feuchtigkeit und dank ihrer Adventivwurzeln auch schwankende Wasserstände vergleichsweise gut verkraften.
Die Differenzierung in Untergesellschaften ist trophiebedingt. Es werden der Iris-Erlenbruchwald, der Schaumkraut-Erlenbruchwald, der Typischer Erlenbruchwald, sowie der Moorbirken-Erlenbruchwald unterschieden. Nach Entwässerung finden sich je nach Untergesellschaft brombeer-, farn- oder brennnesselreiche Degenerationsstadien des Erlenbruchwaldes
Anders als der Erlenbruchwald der zumeist auf nährstoffreichen Standorten anzutreffen ist findet sich der Birkenbruchwald als lichter Birkenwald auf nährstoffarmen Torfböden am Rande von Hoch- und Zwischenmooren sowie an dystrophen Gewässern im naß-oligotrophen Bereich zu finden. Übergänge zwischen beiden Bruchwaldtypen werden als Birken-Erlen-Bruchwald bezeichnet.
Verbreitung
Der Erlenbruchwald hat Verbreitungsschwerpunkte im planaren bis submontanen Bereich.
siehe auch:
- Erlenbruchwälder in Brandenburg
Gefährdung
Erlenbruchwälder in Brandenburg
Gefährdet sind Erlenbruchwälder insbesondere durch Entwässerung, intensive forstwirtschaftliche Nutzung und Aufforstung mit biotopfremden Baumarten. Eutrophierung ist als weitere Gefährdungsursache insbesondere der nährstoffarmen Untergesellschaften anzusehen.
Sonstiges
Insbesondere in Brandenburg werden die noch erhaltenen Erlenbrüche auch als Elsbruch bezeichnet. Els ist der niederdeutsche Ausdruck für Erle.
Kategorie:Forstwirtschaft
Kategorie:Biotop
Kategorie:Wald
FeuchtwieseFeuchtwiesen sind Halbkulturformationen, die durch menschliche Nutzung entstanden sind.
Früher gehörten Feuchtwiesen zu den häufigen Biotopen, bis Mitte des 18. Jahrhunderts die Melioration begann und bis Ende des 20. Jahrhunderts großflächig fortgeführt wurde. Diese Wiesen wurden kaum oder gar nicht gedüngt, ein- bis zweimal im Jahr gemäht oder extensiv beweidet.
Feuchtwiesen sind Standorte auf Anmoor, Moor und seltener mineralischem Boden und zählen zu den an Pflanzenarten reichsten Biotopen Mitteleuropas. Sie sind streng geschützt, müssen aber bewirtschaftet werden, um den Artenreichtum zu erhalten. Die Sukzession führt sonst zur Ausbildung von Hochstaudenfluren, später Gebüschen und zu Bruchwäldern.
Feuchtwiesen sind für die Landwirtschaft Grenzertragsstandorte.
Siehe auch: Salzwiese, Blumenwiese, Feuchtgebiet, Streuwiese
Kategorie:Biotop
Kategorie:BiotopIn dieser Kategorie sollten Artikel eingeordnet werden, die Biotope beschreiben. Ökosysteme (Ökotope) sollten in der :Kategorie:Ökosystem eingeordnet werden; Zweifelsfälle sind Großbiotope, die auch als Ökosystem angesehen werden, können auch in die :Kategorie:Biotop eingeordnet werden.
Grundbegriffe und Fachgebiete der Ökologie bitte in die :Kategorie:Ökologie einordnen.
Kategorie:Ökosystem
Kategorie:Biogeografie
Kategorie:MoorHauptartikel: Moor
Moor
Kategorie:Biotop
Nuri al-Said, during the Paris Peace Conference of 1919. At the center, from left to right: Nuri as-Said, Prince Feisal, T.E. Lawrence.]]
Nuri al-Said (1888 – July 14, 1958) (نوري السعيد) was an Iraqi politician during the British Mandate and monarchy, who served in various key cabinet positions, including fourteen times as prime minister:
# March 23, 1930 – October 19, 1932
# October 20, 1932 – October 27, 1932
# December 25, 1938 – April 6, 1939
# April 7, 1939 – February 21, 1940
# February 22, 1940 – March 21, 1940
# October 9, 1941 – October 8, 1942
# October 9, 1942 – December 25, 1943
# December 26, 1943 – June 3, 1944
# November 21, 1946 – March 11, 1947
# January 6, 1949 – December 10, 1949
# September 15, 1950 – July 10, 1952
# August 2, 1954 – December 17, 1955
# December 18, 1955 – June 8, 1957
# March 3, 1958 – May 13, 1958
From his first appointment as prime minister in 1930, Nuri was the preeminent political figure in Iraq under the monarchy. During his various terms in office, he was involved in some of the key policy decisions that shaped the modern Iraqi state. In 1930, during his first term, he signed the Anglo-Iraqi Treaty, reducing British involvement in Iraq's internal affairs and defense policies, thereby leading the way to official independence upon the completion of the Mandate in 1932. It also ensured Iraq membership in the League of Nations and international recognition upon the termination of the Mandate. Britain retained a considerable role in Iraqi affairs, which Nuri would in later years support, and this was to be a matter of great contention.
Nuri was a controversial figure, with many enemies, and had to flee Iraq twice in the aftermath of coups. By the overthrow of the monarchy in 1958, he was deeply unpopular, having failed to adapt government policy to the country's changed social circumstances. Poverty and social injustice were widespread, and Nuri had become a symbol of the regime that, instead of addressing them, repressed protest and protected the interests of the well-off. On 15 July 1958, the day after the revolution, he was captured while trying to escape disguised as a woman and killed.
Early career
Nuri al-Sa'id was born into a lower middle class Sunni Muslim family in Baghdad, his father being a minor government accountant. He trained at the staff college in Constantinople as an officer in the Ottoman army, and was among the Ottoman officers dispatched to Libya in 1912 to raise resistance against the Italian occupation of that province. During the First World War he was converted to the Arab nationalist cause and fought in the Arab Revolt under Emir Faisal ibn Abd Allah of the Hijaz, who would later reign briefly as king of Syria before becoming king of Iraq. Along with other Iraqi officers who had served under Faisal, he would become part of a new political elite.
Initial positions under the new Iraqi monarchy
Nuri al-Sa'id headed the Arab troops who took Damascus for Faisal in the wake of the retreating Turkish forces in 1918. After the French deposed Faisal from the Syrian throne in 1920, Nuri followed him to Iraq, and in 1922 became first director general of the Iraqi police force. He used this position to fill the force with his placemen, a tactic he would repeat in subsequent positions and which was one of the bases of his considerable political power in later years.
He was a close and trusted ally of Faisal, who in 1924, feeling the need to keep the military under close and loyal control, appointed him deputy commander in chief of the army. Again Nuri used this position to build up his own power base. During the 1920s, he supported the King's policy, shared with his fellow ex-officers of the Arab revolt, to strengthen Iraqi independence vis-à-vis the English, and to build up its armed forces.
Prime minister for the first time, 1930
In 1929 the King proposed appointing him as prime minister, but the British objected. In 1930, they were persuaded, and he took office as prime minister for the first time. As he had done in his previous appointments, he quickly exercised his powers to appoint supporters to government positions. But this resulted in a weakening of the King's own base in the civil service, and the previously close relationship between the two men began to suffer. One of his earlier acts was to sign the 1930 Anglo-Iraqi Treaty, an unpopular step since it essentially confirmed Britain's mandatory powers and military prerogatives in Iraq. In 1932 he presented the Iraqi case for greater independence to the United Nations.
In October 1932, Faisal dismissed Nuri as prime minister, replacing him with Naji Shawkat. His influence waned somewhat, and after the death of Faisal in September 1933 and accession of King Ghazi, his access to the palace was rather diminished. His influence was also counterbalanced by that of Yasin al-Hashimi, who would become prime minister for the first time in 1935. Nevertheless, Nuri's influence in the army and his position as a trusted ally of the British meant that he was never far from power, and in 1933 the British persuaded Ghazi to appoint him as foreign minister, a post he held until the Bakr Sidqi coup in 1936. However, the close links with Britain which helped him remain in important positions of state also destroyed any remaining popularity he might have hoped for.
Intriguing with the army, 1937 - 1940
The Bakr Sidqi coup showed the extent to which Nuri had tied his fate to that of the British role in Iraq: he was the only politician of the overthrown government to seek refuge in the British embassy, and his hosts sent him into exile in Egypt. He returned to Baghdad in August 1937 and began intriguing to return to power, discussing possible steps with Colonel Salah al-Din al-Sabbagh. This perturbed the then prime minister, Jamil al-Midfa'i, sufficiently that he persuaded the British that Nuri was a disruptive influence who would be better off abroad, and they obliged by persuading him to take up the position of Iraqi ambassador to Britain. Despairing perhaps of his relationship with Ghazi, he now began to secretly suggest co-operation with the Saudi royal family.
Back in Baghdad in October 1938, Nuri again contacted al-Sabbagh, and persuaded him to overthrow the al-Midfa'i government. Al-Sabbagh and his cohorts accordingly launched their coup on the 24 December 1938, and Nuri was reinstated as prime minister. In this position, he sought to sideline the king, and promote the position, and possible succession, of the latter's half-brother Prince Zaid. Meanwhile Ghazi was also annoying the British, with increasingly nationalistic broadcasts on his private radio station. In January 1939 the king further aggrieved Nuri by appointing Rashid `Ali al-Gailani head of the Royal Diwan. Nuri’s campaign against rivals continued in March that year, when he claimed to have unmasked a plot to murder Ghazi, and used it as an excuse to carry out a purge of the army officer corps.
King Ghazi died in a car crash on 4 April 1939. Nuri was widely suspected to have been involved in his death, and at the king’s funeral crowds chanted “You will answer for the blood of Ghazi, Nuri”. He supported the accession of `Abd al-Ilah as regent for Ghazi’s successor, Faisal II, who was still a minor. The new regent was initially susceptible to Nuri’s influence.
Affairs in Europe now began to add to the factors already troubling Iraq, with the Fall of France in June 1940 encouraging some patriotic elements to place their hopes in a German victory in Second World War. While Nuri remained loyal to Britain, al-Sabbagh moved into the pro-German camp. This loss of his main military ally meant that Nuri “quickly lost his ability to affect events” (Batatu, p. 345).
Coexistence with the regent in the 1940s
In April 1941, the pro-Axis elements seized power, installing Rashid `Ali as prime minister. Nuri fled to British-controlled Jordan; his protectors then sent him to Cairo, but after occupying Baghdad brought him back in October and he was reinstated as prime minister, a post he would on this occasion retain for over two and half years. However, from 1943 on, the regent gained more power in selecting ministers and started to act with greater independence.
The regent's brief flirtation with more liberal policies in 1946 did little to stave off the problems that the established order was facing. The social and economic structures of the country had changed considerably since the establishment of the monarchy, with an increased urban population, a rapidly growing middle class, and increasing political consciousness among the peasants and the working class, in which the Iraqi Communist Party was playing a growing role. However, the political elite, with its strong ties and shared interests with the dominant classes, were unable to take radical measures that might have preserved the monarchy (Batatu, pp. 350-351). In this elite's attempts to retain power over the last ten years of the monarchy, until it fell in 1958, Nuri rather than the regent would increasingly play the dominant role, thanks largely to his superior political skills.
The regime resists growing political unrest
In November 1946, an oil workers’ strike culminated in a massacre of the strikers by the police, and Nuri was brought back as premier. He briefly brought the Liberals and National Democrats into the cabinet, but soon reverted to the more repressive approach he generally favoured, ordering the arrest of numerous communists in January 1947. Those captured included party secretary Fahd. Meanwhile, both Nuri and the regent increasingly saw the unpopular link with Great Britain as the best guarantee of their own position, and accordingly set about renegotiating the Anglo-Iraqi Treaty. In early January 1948 Nuri himself joined the negotiating delegation in England, and on 15 January the new treaty was signed.
The response on the streets of Baghdad was immediate and furious. Demonstrations broke out the day after, with students playing a prominent part and the Communist Party clearly guiding much of the protest activity. They built up over the following days and on the 20 January, a mass demonstration was fired on by the police with many casualties. On the 21st, `Abd al-Ilah disowned the new treaty. Nuri returned on the 26th, and insisted on a policy of repression; the following day, large demonstrations again took place and again the police killed protestors.
The next major political demarche with which Nuri's name would be associated was the Baghdad Pact. A series of agreements concluded between 1954 and 1955 which tied Iraq politically and militarily with the Western powers and their regional allies, notably Turkey, the pact was close to his heart. It was also contrary to all the political aspirations of his main enemies, the Communists and the National Democrats, and he simultaneously stepped up political repression and censorship. However, there was less reaction than in 1948, something Batatu attributes to the slightly more favourable economic circumstances as well as the weakness of the Communist Party, damaged by police repression and internal division.
The political situation deteriorated in 1956, with uprisings in the cities of Najaf and Hayy, while the attack on Egypt by Israel, Britain and France in response to the nationalisation of the Suez Canal did not improve the light in which the Iraqi people saw the Baghdad Pact. Nuri’s political position was weakened, while the opposition began to coordinate its activities: in February 1957 a Front of National Union was established bringing together the National Democrats, the Independents, the Communists and the Ba'th Party. A similar process within the military officer corps followed, with the formation of the Supreme Committee of Free Officers.
The Iraqi monarchy and its Hashemite ally in Jordan reacted to the union between Egypt and Syria of February 1958 by forming the Arab Federation of Iraq and Jordan. Nuri was the first prime minister of the new federation, which was soon ended by the coup that toppled the Iraqi monarchy on July 14, 1958.
Fall of the monarchy and Nuri's death
On the morning of 14 May 1958, the revolutionary officers launched a coup, which promptly received the support of the Baghdad populace. The monarchy fell and in the confusion of events, the royal family was killed, something that the revolutionaries had not apparently intended. Nuri went into hiding, and was captured the next day as he sought to make his escape disguised as a woman. He was shot dead that same day, 15 May 1958, and buried, but an angry crowd disinterred his body and dragged it through the streets of the capital, where it was hung up, burned and mutilated.
Sources
- The Old Social Classes and New Revolutionary Movements of Iraq, Hanna Batatu, London, al-Saqi Books, 2000. ISBN 0863565204
- A History of Iraq, Charles Tripp, Cambridge, Cambridge University Press, 2002. ISBN 052152900X
Category:1888 births
Category:1958 deaths
Category:Prime Ministers of Iraq
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