Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Norfolkinsel

Norfolkinsel

Die Norfolkinsel ist eine Insel im Pazifischen Ozean, die zu Australien gehört. Nördlich von ihr liegt Neukaledonien, westlich Australien, südlich Neuseeland.

Geschichte

Als der britische Seefahrer James Cook 1774 als erster Europäer das abgelegene Eiland betrat, dem er später zu Ehren des neunten Herzogs von Norfolk den Namen Norfolkinsel gab, fand er eine paradiesische, jedoch unbewohnte Landschaft vor. Die britische Krone nahm das Gebiet erst 1788 in Besitz und gliederte es in die australische Verwaltungseinheit New South Wales ein. Auf Grund seiner abgelegenen Lage sowie den zahlreichen für die Seefahrt nützlichen Ressourcen (beispielsweise Flachs und Nadelhölzer) eignete sich die Insel hervorragend als Sträflingskolonie, weshalb am 6. März 1788 eine Gruppe von 15 Gefangenen unter der Führung von Leutnant Philip G. King auf der Norfolkinsel landete und eine erste Siedlung gründete. Anfangs ein Gefängnis für Verbrecher, die sich durch gute Führung auf dem Festland die Versetzung verdient hatten, entwickelte sich das Eiland immer mehr zur meist gefürchteten Sträflingsanstalt des Pazifik. Der permanente Nachschub an Sträflingen sorgte für Platzmangel und Hungersnöte, die Kommandanten reagierten mit drakonischen Strafen auf jede Form von Widerstand. Mit dem Zusammenbruch der Holz- und Flachsverarbeitung wurde die Sträflingskolonie 1813 komplett aufgegeben, alle Gebäude abgerissen, alle Güter in die Heimat verschifft und die Insel quasi in ihren Urzustand zurückversetzt. Viele Jahre sollten vergehen, bis die Norfolkinsel abermals für die britische Regierung interessant wurde. Bedingt durch den sprunghaften Anstieg der Kriminalitätsrate im eigenen Land wurden erneut Rufe nach einer Sträflingskolonie in den Weiten des Ozeans laut. Wieder wurde die Norfolkinsel auserkoren, diesmal jedoch als Gefängnis für Schwerstkriminelle. 1825 eingerichtet, war die Umsiedlung auf die Insel fortan die Höchststrafe für jeden Verbrecher. In einem Arbeitslager ließ man die Gefangenen unter extremsten Bedingungen schuften, Unmengen an Verletzten und Toten gab es zu beklagen. 1844 wurde die Norfolkinsel Teil Tasmaniens. Damals wusste noch kaum jemand in der englischen Heimat von den Geschehnissen in der Sträflingskolonie. Nach und nach drangen jedoch Berichte an die Öffentlichkeit, es kam zu zahlreichen Protesten, und so musste die Strafanstalt im Mai 1855 geschlossen werden. Durch die Goldfunde auf dem australischen Kontinent hatte der Pazifikraum ohnehin seine abschreckende Wirkung verloren, der Mythos von der unwirtlichen und trostlosen Meeresregion war jetzt nicht mehr aufrecht zu erhalten, viele Briten zog es nun aus freien Stücken nach Ozeanien. Am 8. Juni 1856 trafen die 194 Nachkommen der Bounty-Meuterer, die bis dato auf der 6000 km entfernten Insel Pitcairn gelebt hatten, auf der Norfolkinsel ein, da Pitcairn diese Menge kaum mehr ernähren konnte. Insgesamt fünf Familien kehrten zwar 1858 und 1864 nach Pitcairn zurück, die meisten blieben jedoch und betrachteten das Gebiet fortan als ihre Heimat (siehe Norfolker und Pitcairner). Auch politisch wurden Fortschritte erzielt: Die Norfolkinsel wurde am 1. November 1856 zu einem eigenen, New South Wales untergeordneten Territorium mit weitestgehender Autonomie. 1897 hob man die Selbstverwaltung jedoch wieder auf, und am 1. Juli 1914 wurde die Insel zu einer australischen Region. Zwar erhielt sie mit dem so genannten Norfolk-Insel-Gesetz (Norfolk Island Act) am 10. August 1979 erneut einen gewissen Grad an Selbstständigkeit, dennoch betrachtet sie Australien nach wie vor als sein Besitz, erfüllte zahlreiche Versprechen in Bezug auf das Streben der Einheimischen nach Selbstbestimmung nicht und setze auch die 1979 beschlossenen Gesetze zum Großteil nicht praktisch um.

Geographie

1979 Die Norfolkinsel ist bis auf das Südgebiet mit der Hauptstadt Kingston von unzugänglichen Klippen umgeben. Höchste Erhebungen sind die beiden Berge Bates (318 m) und Pitt (316 m). Zum Staatsgebiet gehören neben der Norfolkinsel auch noch die kleineren, unbewohnten Inseln Nepean und Philip. Alle drei sind vulkanischen Ursprungs und stellen darum einen fruchtbaren Boden für die Landwirtschaft zur Verfügung. Es herrscht subtropisches Klima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 19 °C und 1350 mm Jahresniederschlag. Eine besondere Gefahr stellen die Taifune dar, die insbesondere von Mai bis Juli Angst und Schrecken verbreiten.

Politik

Als australisches Gebiet wird die Norfolkinsel vom Ministerium für Umwelt, Sport und Territorien verwaltet. Gültige Verfassung ist das Norfolkinsel-Gesetz (Norfolk Island Act) von 1979, welcher der Insel ein bestimmtes Maß an Selbständigkeit einräumt, so beispielsweise die Einrichtung einer eigenen Legislative, Polizei, Judikative und Zollbehörde. Rechtliches Fundament sind die australischen Gesetze, daneben existiert eine Vielzahl an lokalen Verordnungen. In öffentlichen Bereichen, die nicht durch australisches Recht geregelt werden, greift britisches Recht. Gerichtsorgane sind der Oberste Gerichtshof (Supreme Court) sowie ein Gericht für kleinere Vergehen, der Court of Petty Sessions. Staatsoberhaupt ist die britische Königin Elisabeth II., als Vertreter Australiens und Großbritanniens auf der Insel fungiert der vom australischen Generalgouverneur ernannte Administrator (seit dem 1. November 2003 Grant Tambling). Alle drei Jahre wird ein neun Sitze starkes Parlament von allen Personen über 18 Jahren gewählt. Dabei stehen jedem Wähler neun gleichwertige Stimmen zur Verfügung, von denen er einem Kandidaten maximal vier zukommen lassen kann. Das Parlament wählt den Premierminister, welcher an der Spitze einer fünfköpfigen Regierung steht. Liste der Regierungschefs beziehungsweise Premierminister:
- 10. August 1979 - 21. Mai 1986: David Ernest Buffett
- 21. Mai 1986 - 22. Mai 1989: John Terence Brown
- 22. Mai 1989 - 20. Mai 1992: David Ernest Buffett
- 20. Mai 1992 - 4. Mai 1994: John Terence Brown
- 4. Mai 1994 - 5. Mai 1997: Michael William King
- 5. Mai 1997 - 28. Februar 2000: George Charles Smith
- 28. Februar 2000 - 5. Dezember 2001: Ronald Coane Nobbs
- seit 5. Dezember 2001: Geoffrey Robert Gardner

Wirtschaft

Wichtigster Wirtschaftsfaktor des Landes ist der Tourismus, welcher der Bevölkerung einen gewissen Wohlstand und vor allem den Anschluss an den Rest der Welt gebracht hat. Insbesondere die mittlerweile restaurierten Gebäude der ehemaligen Sträflingssiedlung in Kingston und die ein Viertel der Insel ausmachenden Naturschutzgebiete (beispielsweise das Vogelreservat auf der Philip-Insel) sind beliebte Anlaufstellen für Besucher. Die von der Regierung beschlossene Beschränkung der Besucherzahlen auf ein Maximum garantiert ganzjährig eine hohe Tourismusqualität. Die Insel ist über einen Flughafen zu erreichen; echte Häfen gibt es keine, sondern lediglich zwei Anlegestellen in Kingston und Cascade. Der zweite bedeutsame Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft. Durch den Anbau von Getreide, Obst und Gemüse sowie der Erzeugung von Rindfleisch, Geflügel und Eiern kann sich die Insel größtenteils selbst versorgen. Exportiert werden vor allem die Samen der für die Norfolkinsel charakteristischen Zimmertannen, Rhopalostylispalmen, Avocados und für Philatelisten in aller Welt interessante Briefmarken. Abnehmer finden sich in den anderen Pazifikstaaten, Europa und Asien. Asien

Bevölkerung

Die Bevölkerung setzt sich zu einem Drittel aus den Nachkommen der Bounty-Meuterer (Pitcairner) und zu zwei Dritteln aus im Laufe der Zeit zugewanderten Australiern, Neuseeländern und Polynesiern zusammen. Zwischen den beiden Gruppen kommt es oftmals zu Streitigkeiten. Während die Deszendenten der 1856 auf die Insel übersiedelten Pitcairner, die sich in der Tradition ihrer Ahnen sehen, für eine konservative Politik mit der Unabhängigkeit der Norfolkinsel als Ziel eintreten, sind die Nachfahren der Zuwanderer progressiv und auf Grund ihrer Herkunft weltoffener, das heißt sie hegen enge Kontakte zum Festland. Die Mehrzahl der Bevölkerung spricht englisch, nur wenige sind noch des Norfolk mächtig, einer Mischung aus der englischen Sprache des 18. Jahrhunderts und altem Tahitianisch. Der anglikanischen Kirche gehört über ein Drittel der Einwohner an, der Rest verteilt sich auf die australische Unitarier-Kirche, die römisch-katholische Konfession, die Siebenten-Tags-Adventisten, Atheisten und Angehörige anderer Glaubensgemeinschaften.

Feiertage

Landesspezifische Feiertage sind der Gründungstag 6. März (im Jahre 1788 kamen an diesem Tag die ersten Sträflinge auf der Insel an) und der Nationalfeiertag "Bounty Day" (Ankunft der ehemaligen Bewohner der Pitcairninsel 1856) am 8. Juni. Daneben besitzen zahlreiche australische und englische Feiertage Gültigkeit.

Weblinks


- [http://www.pitcairners.org/index.html Norfolk Island Homepage mit virtueller Tour]
Kategorie:Insel (Australien) ! Kategorie:Abhängiges Gebiet (Australien) ja:ノーフォーク島 zh-min-nan:Norfolk-tó

Pazifischer Ozean

Der bis 11.034 m tiefe Pazifische Ozean bzw. Pazifik (auch Stiller Ozean, zu lat. pacificus = Frieden schließend, oder auch Großer Ozean genannt) ist mit 179,7 Mio km² Fläche der größte Ozean der Erde.

Geografie

Der Pazifik, der sich auf der West- und Osthalbkugel der Erde befindet, liegt zwischen der Arktis im Norden, Nordamerika im Nordosten, Mittelamerika im Osten, Südamerika im Südosten, der Antarktis im Süden, Australien im Südwesten, Ozeanien im Westen und Asien im Nordwesten. Im Norden grenzt er an das Nordpolarmeer, im Süden an das Südpolarmeer.

Daten

Die Fläche des Pazifischen Ozeans beträgt 179,7 Mio. km², was rund 35 Prozent der gesamten Erdoberfläche und die Hälfte der Meeresfläche der Erde ausmacht. Das Wasservolumen beträgt 723,7 Mio. km³. Während seine mittlere Tiefe 4.028 m (andere Angaben siehe hier) beträgt, liegt seine tiefste Stelle bei 11.034 m unter NN (s.u.).

Tiefste Stelle des Weltmeeres

Im Pazifik liegt die tiefste Stelle des Weltmeeres, die sich im Marianengraben befindet; dies ist die 11.034 m unter NN liegende Witjastief 1.

Meeresboden

Innerhalb des Pazifiks bzw. auf dessen Meeresboden befinden sich teils hohe und langgestreckte Mittelozeanische Rücken, viele niedrigere Schwellen, riesige Tiefseebecken, Tiefseerinnen, verschiedene Meerestiefs und der Pazifische Feuerring. Pazifische Feuerring] Zu den Mittelozeanischen Rücken gehört insbesondere der Ostpazifische Rücken, der sich durch den Südosten des Stillen Ozeans zieht. Zu den Tiefseerinnen bzw. Meerestiefs gehört der Marianengraben mit seiner 11.034 m unter NN liegenden Witjastief 1, welche die tiefste Stelle des Pazifiks darstellt. Zu den Tiefseebecken gehört das äußerst große Nordpazifische Becken, das den Großteil des nördlichen Pazifiks ausmacht, in Richtung Süden sogar über den Äquator hinaus reicht und nur wenig von Mittelozeanischer Rücken und Schwellen durchzogen ist. Am Pazifischer Feuerring (Ring of Fire), ein weitausgedehnter bzw. um den Ozean verlaufender Ring von aktiven Vulkanen verbunden mit Tiefseerinnen (Grabenbruchzonen - siehe Plattentektonik), fanden bezeichnenderweise einige der gewaltigsten Erdbeben des 20. Jahrhunderts statt (z. B. in Chile 1960 und 1923 in der japanischen Stadt Kobe). Eine weitere Gefahr sind die Seebeben, die meterhohe Flutwellen mit vernichtender Wirkung auslösen können, die Tsunamis.

Inseln

Die zahllosen Inseln der Südsee werden mehr nach kulturellen als nach geographischen Gesichtspunkten in die Archipele Melanesien, Polynesien und Mikronesien unterteilt.

Nebenmeere

Die meisten Randmeere des Pazifiks liegen vor der asiatisch-australischen Seite und werden zum Ozean hin durch eine Kette von Inseln und Tiefseegräben getrennt. Randmeere des Pazifik sind: Beringmeer, Ochotskisches Meer, Japanisches Meer/Ostmeer, Ostchinesisches Meer, Südchinesisches Meer (ein Teil des Australasiatischen Mittelmeers), Tasmansee, Golf von Kalifornien, Golf von Alaska, Korallenmeer.

Küstenstaaten

Die am Pazifik und an seinen Randmeeren liegenden Küstenstaaten sind: Russland, Japan, Nordkorea, Südkorea, Volksrepublik China, Taiwan, Philippinen, Vietnam, Thailand, Kambodscha, Malaysia, Singapur, Brunei, Indonesien, Palau, Mikronesien, Marshallinseln, Australien, Neuseeland, Papua-Neuguinea, Salomonen, Vanuatu, Nauru, Tuvalu, Kiribati, Fidschi, Tonga, Samoa, Chile, Peru, Ecuador, Kolumbien, Panama, Costa Rica, Nicaragua, Honduras, El Salvador, Guatemala, Mexiko, USA, Kanada.

Siehe auch


- Globales Förderband
- Meerestief
- Meerestiefe
- Pazifischer Feuerring
- Plattentektonik
- Tiefseebecken
- Tiefseerinne
- Wasser Kategorie:Ozean ja:太平洋 ko:태평양 simple:Pacific Ocean th:มหาสมุทรแปซิฟิก zh-min-nan:Thài-pêng-iûⁿ

Australien

Australien (engl. und lat.: Australia = Land im Süden gelegen) ist flächenmäßig der sechstgrößte Staat der Erde und nimmt die Hauptlandmasse des Kontinents Australien ein. Australien wird auch als Down Under oder schlicht Oz (Abk. von Australia) bezeichnet . Australien liegt auf der Südhalbkugel nordwestlich von Neuseeland und südlich von Indonesien, Timor-Leste, West-Papua und Papua-Neuguinea. Es umfasst die gesamte Hauptlandmasse des Kontinents Australien sowie die vorgelagerte Insel Tasmanien und einige kleinere Inseln. Darüber hinaus gehören noch die pazifische Norfolkinsel, die Kokosinseln, die Weihnachtsinsel und die Ashmore- und Cartier-Inseln im Indischen Ozean sowie das australische Antarktisterritorium und die subantarktischen Inseln Macquarieinsel und Heard- und McDonald-Inseln als „Außengebiete“ zum Australischen Bund.

Geographie

Hauptartikel: Geographie Australiens Die Gesamtfläche des Landes umfasst etwa 7,7 Millionen Quadratkilometer. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 3.700 km, die West-Ost-Ausdehnung ungefähr 4.000 km. Geographisch lassen sich drei Großlandschaften unterscheiden. Das Tafelland des Westaustralischen Plateaus nimmt etwa 60 Prozent des Kontinents ein. Hier liegen die großen Trockengebiete der Großen Sandwüste, der Gibsonwüste, der Großen Victoriawüste und der Nullarbor-Wüste. Kleinere Gebirge wie die MacDonnell Ranges und Inselberge wie der Uluru überragen das Plateau. Im Osten schließt sich das Sedimentbecken der Mittelaustralischen Senke an. Hier findet man mit der Simpsonwüste sowohl die trockenste Region des Landes als auch das größte Flußsystem, das Murray-Darling-Becken. Der Osten des Landes ist von der Great Dividing Range geprägt, die sich über 3.200 km von Norden nach Süden erstreckt. Auch Tasmanien kann als Teil dieser Gebirgskette angesehen werden. Mit 2.229 m befindet sich in den zur Great Dividing Range gehörenden Snowy Mountains der höchste Berg des Kontinents, der Mount Kosciuszko. Der höchste Berg und gleichzeitig der einzige Vulkan auf australischem Hoheitsgebiet ist mit 2.745 m der auf der unbewohnten Insel Heard gelegene Big Ben. Ein Großteil der westlichen und zentralen Landesteile sind unbewohnbar, im Outback findet sich Platz für extensive Weidewirtschaft – 130 Mio. Schafe und 25 Mio. Rinder. Die Hauptstadt Canberra (308.700 Einwohner) ist eine eigens angelegte Stadt (Planhauptstadt) zwischen Sydney und Melbourne, da diese beiden Städte sich nicht einigen konnten, welche die Hauptstadt sein sollte. Die größten und bekanntesten Städte sind Sydney (4,2 Mio. Ew.), Melbourne (3,6 Mio. Ew.), Brisbane (1,7 Mio. Ew.), Perth (1,4 Mio. Ew.) und Adelaide (1,1 Mio. Ew.). Siehe auch Liste der Flüsse in Australien, Liste der Seen in Australien, Liste der Städte in Australien

Klima

Aufgrund der großen Nord-Südausdehnung des Landes finden sich hier sehr unterschiedliche Klimazonen. Der Norden ist tropisch, es schließt sich ein subtropisches Gebiet an, im Süden ist das Klima gemäßigt. Wetter und Klima werden hauptsächlich von drei Phänomenen bestimmt, dem Tropischen Tiefdruckgürtel, der Passatwindzone und den Subpolaren Westwinden. Im Sommerhalbjahr von November bis April treten im Norden aufgrund eines Hitzetiefs starke Regenfälle auf. Zusätzlich kommt es über der Timorsee zu Wirbelstürmen. Südaustralien liegt zu dieser Zeit im subtropischen Hochdruckgürtel und bleibt weitgehend niederschlagsfrei. Im Winterhalbjahr, Mai bis Oktober, bleibt dagegen der Norden aufgrund eines Hochdruckgebiets trocken, Süden und Südwesten des Landes liegen in der Westwindzone und sind Niederschlägen ausgesetzt. Südostpassatwinde bringen den Gebirgen des Ostens ganzjährig Steigungsregen. Das Zentrum des Landes bleibt ganzjährig weitgehend trocken, 80 Prozent der Fläche Australiens sind semiaride und aride Gebiete mit weniger als 250 mm Niederschlägen im Jahr.

Flora und Fauna

arid siehe auch den Hauptartikel Fauna Australiens Auf dem australischen Kontinent, der seit über 200 Millionen Jahren durch Ozeane von der übrigen Welt getrennt ist, konnte sich eine große Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren entwickeln. Zeugnis dieser isolierten Entwicklung sind z.B. die Beuteltiere (engl.: marsupials) Australiens, die ansonsten nur noch in Süd- und Nordamerika vertreten sind. Von den rund 20.000 heimischen Pflanzenarten in Australien sind ca. 85 % ausschließlich auf diesem Kontinent zu finden. Typisch für die australische Vegetation sind die Eukalyptus- und Akazienbäume, von beiden gibt es über 600 Arten. Der schnellwüchsige und anspruchslose Eukalyptusbaum kommt in den verschiedensten Umgebungen vor, auch im heißen und trockenen Zentralaustralien. Die Größe variiert von Buschhöhe bis zu 90 m. Im Südosten von Australien gibt es ausgedehnte Waldgebiete, die dichteste Vegetation findet sich in den tropischen Regenwäldern von Nordqueensland. Starke Abholzung führt zu einer Gefährdung des Bestandes und bedroht die Artenvielfalt in den Wäldern. In Trockengebieten Westaustraliens kommt der Baobab-Baum vor, auch Flaschenbaum genannt, der in seinem Stamm Wasser speichern kann. Weite Flächen des Landesinneren sind von Grasland geprägt, die bedeutendste Pflanzengesellschaft hier ist das Spinifex-Grasland, das etwa ein Viertel der Landesfläche einnimmt. Typische Vertreter der australischen Tierwelt sind die Beuteltiere. Bekannte Vertreter sind die Kängurus mit über 40 Arten, der Koala, der Wombat, der Tasmanische Teufel oder Beutelteufel, die Beutelmaus und die Gattung der Kletterbeutler (Possums). Einzigartig auf der ganzen Welt sind Eier legende Säugetiere (Kloakentiere), die nur in Australien und Neuguinea vorkommen, in Australien vertreten durch das Schnabeltier (engl. Platypus) und den Ameisenigel (engl. Echidna). Vor der Besiedlung Australiens durch den Menschen waren Plazentatiere nur durch Fledermäuse, Flughunde, Robben und Nagetiere vertreten. Durch den Menschen eingeführte Säugetiere wie Dingos, Kaninchen, Kamele, Füchse usw. stellen heute allerdings eine starke Gefährdung für die australische Fauna dar, vor allem für kleinere heimische Säuger, die der Konkurrenz und dem erhöhten Raubdruck nicht gewachsen sind. Die Vogelwelt Australiens mit den zahlreichen Papageien (Wellensittiche, Lories, Kakadus) und dem australischen Eisvogel (Kookaburra) ist sehr artenreich. Reptilien sind vor allem mit Schlangen, Schildkröten, Krokodilen und Echsen vertreten. Einen einzigartigen Lebensraum bildet auch das Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens, mit einer Länge von 2.012 km das größte Korallenriff der Erde. Auch hier besteht die Gefahr einer nachhaltigen Störung des ökologischen Gleichgewichts durch die intensive industrielle Fischerei in den umliegenden Gewässern und den Tourismus. ökologischen Gleichgewichts Australien reagierte auf die Gefährdung von Fauna und Flora schon früh mit dem Einrichten von großflächigen Naturschutzgebieten, die auch Teile des Meeres umfassen. Der schon 1879 gegründete Royal National Park südlich von Sydney gilt als ältester Nationalpark der Welt. Rund 12 % der Landesfläche sind zu Schutzzonen erklärt worden. Elf Gebiete gehören dem Weltkulturerbe an. Dazu gehören unter anderem der Uluru-Kata Tjuta National Park mit dem Uluru (auch: Ayers Rock), das Great Barrier Reef und die Blue Mountains. Siehe auch Nationalparks in Australien

Bevölkerung

Nationalparks in Australien Die Zusammensetzung der australischen Bevölkerung spiegelt die Einwanderungsmuster des Landes wieder. Rund 92% der Bevölkerung sind europäischer, 7% asiatischer Abstammung. 2,4% der Bevölkerung bezeichnen sich als zumindest teilweise indigener Abstammung. Rund 15% der Weißen sind nicht britischer oder irischer Abstammung. Insbesondere Einwanderer aus Ex-Jugoslawien (ca. 800.000), Griechenland (ca. 600.000), Italien (ca. 600.000) und Polen (ca. 200.000) bilden eigene Minderheiten in Australien. Über 1,3 Millionen Australier haben mindestens einen deutschen Vorfahren. Englisch ist mit etwa 79% der Bevölkerung die am meisten gesprochene Sprache, jeweils rund 2% sprechen chinesische Dialekte oder Italienisch. Seitdem in den 60er Jahren die 'weiße' Einwanderungspolitik Australiens allmählich aufgehoben wurde, verstärkt sich vor allem die Immigration aus den asiatischen Ländern. In den 90er Jahren wuchs die Bevölkerung durch Einwanderung um 1,4% jährlich. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung sind nicht im Land geboren. Die australische Geburtenrate beträgt 1,8 Kinder pro Frau. Die Lebenserwartung beträgt 75 Jahre für Männer, 81 Jahre für Frauen, bei Aborigines 20 Jahre weniger (WHO, 1999). Australien ist sehr stark urbanisiert, 92% der Bevölkerung leben in Städten, vor allem in den großen Zentren an der Südostküste, auf Tasmanien und im Großraum Perth. Das Zentrum des Landes ist nahezu menschenleer. Die Mehrheit der Australier gehört christlichen Religionsgemeinschaften an (Quelle: Volkszählung 2001). 26,6% bezeichneten sich als römisch-katholisch, 20,7% als Anglikaner, weitere 20,7% als Mitglieder anderer christlicher Kirchen. Zum Buddhismus bekennen sich 1,9% der Bevölkerung, zum Islam 1,5%, zu traditionellen australischen Aborigines-Religionen 0,3%. 15,3% bezeichnen sich als areligiös. Von 12,7% wurde die entsprechende Frage in der Volkszählung nicht beantwortet.

Indigene Bevölkerung

Die indigene Bevölkerung des australischen Kontinents setzt sich aus den Aborigines des Festlands und den Torres-Strait-Insulanern, die auf den Inseln der Torres-Strait zwischen Queensland und Papua-Neuguinea leben, zusammen. Vor der Ankunft der Europäer betrug ihre Zahl Schätzungen zufolge zwischen 300.000 und 1 Million Menschen. Diese stellten jedoch kein einheitliches Volk dar sondern gehörten einer Vielzahl verschiedener Kulturen mit über 200 unterschiedlichen Sprachen an, Die britische Krone deklarierte Australien als terra nullius, also unbewohntes Land, als sie das Land für sich in Anspruch nahm. Damit verloren die Aborigines jegliche Rechte auf ihr Land. Erst 1967 erhielten die Aborigines den Status als Staatsbürger. Mit der Errichtung einer Zeltbotschaft vor dem Parlamentsgebäude in Canberra 1972 sollte der Dialog zwischen indigener Bevölkerung und Regierung gefördert werden. Allerdings wurde erst 1992 mit dem Mabo-Urteil die Bezeichnung Australiens als terra nullius revidiert, wodurch es für Aborigines und Torres-Strait-Insulaner möglich wurde, unter bestimmten Voraussetzungen Ansprüche auf Land zu erheben. Trotz dieser Verbesserungen im Status unterscheidet sich die indigene Bevölkerung Australiens auch heute noch vom Rest der Bevölkerung, vor allem in der Gesundheits-, Kriminalitäts- und Arbeitslosenstatistik. Heute bezeichnen sich 410.003 Australier selbst als indigenen Ursprungs (Stand 2001), also 2,4% der Bevölkerung. 29% von ihnen leben in New South Wales, 27% in Queensland, 14% in Western Australia und 13% im Northern Territory. Im letztgenannten Territorium stellen sie 29% der Gesamtbevölkerung, South Australia und Victoria haben nur geringe Anteile indigener Bevölkerung. Die meisten Aborigines haben ihre traditionelle Lebensweise zum größten Teil aufgegeben, das heißt sie leben heute nicht mehr in der ursprünglichen Stammesform wie sie seit Tausenden von Jahren existiert. Mehr als 70% der Aborigines leben in Städten. Die Interessen der indigenen Bevölkerung gegenüber der Regierung werden heute vor allem von der ATSIC (Aborigine and Torres Strait Islander Commission) vertreten.

Geschichte

Wann die Besiedlung Australiens durch Menschen begann, ist bis heute umstritten. Spuren davon werden auf bis zu 120.000 Jahre zurück datiert. Die Aborigines leben seit mindestens 50.000 bis 60.000 Jahren auf dem Kontinent und gehören damit zu den ältesten Kulturen der Welt. Trotz der isolierten Lage des Kontinents standen die Aborigines in Kontakt zu anderen Kulturen. Bis zur Überflutung der Landbrücke zu Neuguinea vor ungefähr 6.000 Jahren bestand ein fast ungehinderter kultureller Austausch zwischen Neuguinea und dem Norden Australiens. Nachdem die neu entstandenen Inseln der Torres Strait vor etwa 1.000 Jahren durch melanesische Seefahrer besiedelt wurden, kam es erneut zu Interaktionen mit Bewohnern des nördlichen Australien. Auch chinesische und indische Händler sowie indonesische Fischer besuchten vermutlich die australischen Küsten seit mehreren Jahrhunderten. Der kulturelle Einfluss dieser Besucher wird in vielen Fels- und Rindenmalereien der Aborigines deutlich. Ein weiteres Zeugnis dieser Handelsbeziehungen ist der Dingo, der wahrscheinlich vor etwa 6.000 Jahren durch südostasiatische Seefahrer eingeführt wurde.

Entdeckung

Dingo Lange vor der Entdeckung Australiens hatten Gelehrte im alten Europa die Existenz eines Südkontinentes behauptet. Häufig wird das rätselhafte "Südland" (lat. terra australis) erwähnt. Marco Polo segelt 1292 von China zurück nach Venedig und erwähnt ein an Gold und Muscheln reiches Land südlich von Java. Im 16. und 17. Jahrhundert erreichen vermutlich portugiesische, französische und spanische Seefahrer die Küsten Australiens und gehen an Land. Als gesichert gilt allerdings erst die Entdeckung der Cape York Peninsula durch den Niederländer Willem Jansz im Jahre 1606. Im Juli 1629 strandete das Handelsschiff Batavia der Niederländischen Ostindienkompanie an der Westküste, aber dessen Kapitän Francisco Pelsaert maß seiner Entdeckung keine entscheidende Bedeutung zu. Erst im Jahre 1642 entschloss sich die Niederländische Ostindien-Kompanie, den Kontinent durch eine geplante Expedition zu erforschen. Abel Tasman entdeckte dabei das heutige Tasmanien. Eine weitere Expedition, die im Jahre 1696 unter Willem de Vlamingh begann, kartografierte Teile der Westküste Australiens. Da die Landschaft aber trocken und unfruchtbar wirkt, zeigten die Holländer kein Interesse, Australien zu kolonisieren. Tasman prägte 1644 die Bezeichnung "Neuholland", die bis 1824 in Gebrauch war, erst dann führten die Briten den heute gültigen Namen ein.

Kolonisation

Im April oder Mai 1770 erreichte schließlich Kapitän James Cook die fruchtbarere Ostküste Australiens und nahm das Land formell als britische Kolonie New South Wales für die Krone in Besitz. Der Zweck seiner Reise war das Auffinden der sog. Terra Australis, die nach einer in der Zeit gängigen Theorie als Gegengewicht zu den Landmassen im Norden der Erdkugel vorhanden sein müsse. Nachdem die USA von Großbritannien unabhängig war, suchte die britische Regierung nach neuen Möglichkeiten, Kolonien für ihre Sträflinge einzurichten. Am 26. Januar 1788 trafen daher die ersten 11 Schiffe der "First Fleet" ("Ersten Flotte") mit Siedlern und Verurteilten unter der Führung von Captain Arthur Phillip im Port Jackson ein. Die neue Ansiedlung wurde Sydney genannt, nach dem Viscount Sydney, dem obersten Kolonialbeamten Australiens. Bis 1868 wurden 160.000 Gefangene dorthin verbannt. 1801-1803 umsegelte Matthew Flinders als erster den gesamten Kontinent.

Gründung neuer Kolonien

1792 landet eine französische Expedition auf Tasmanien, um das Land zu erkunden. Daraufhin entscheiden sich die Briten, auch hier möglichst schnell eine Kolonie einzurichten. 1803 errichten sie Risdon Cove am Derwent River, ein Jahr später Hobart Town, ebenfalls am Derwent, und George Town am Tamar River. 1825 wird das damalige Van-Diemen's-Land zu einer eigenständigen Kolonie erklärt. 1824 entsteht eine neue Strafkolonie in der Mündung des Brisbane River. Die Abgeschiedenheit dieser Lage soll die Sicherheit der Kolonie erhöhen. Nachdem jedoch auch freie Siedler verstärkt zu den fruchtbaren Weidegründen des Nordens drängen, gibt die Kolonie das Land 1842 auch zur Besiedlung frei. 1859 wird Queensland dann als von New South Wales unabhängige Kolonie ausgerufen. 1835 handeln tasmanische Geschäftsleute den Aborigines 240.000 Hektar in der Gegend des heutigen Melbourne ab und gründen Port Phillip. Obwohl dieser Handel als illegal gilt, gibt die Kolonieführung dem Druck der wachsenden Bevölkerung nach und muss auch hier das Land offiziell zur Besiedlung freigeben. 1851 separiert sich die neue Kolonie Victoria offiziell von New South Wales. Die Kolonie New South Wales nahm zunächst den gesamten östlichen Teil des Kontinents ein, nur das westliche Drittel blieb weiterhin als Neuholland von den Briten unbeansprucht. Um die Gefahr einer Kolonisierung Westaustraliens durch Frankreich zu verhindern, gründeten die Briten 1826 auch hier eine Siedlung, Albany. Die Kolonie Western Australia wurde 1829 mit Gründung von Perth ausgerufen. Obwohl ursprünglich keine Sträflinge hierher verschickt werden sollten, forderten die freien Siedler 1850 die Aufhebung dieser Praxis, um die neue Kolonie mit billigen Arbeitskräften auszustatten. South Australia wurde ebenfalls als sträflingsfreie Kolonie geplant. Im Zuge der systematischen Kolonisierung nach Plänen von Edward Gibbon Wakefield wurde Land verkauft, die Erlöse wurden darauf verwandt, freie Siedler in die Kolonie zu bringen. 1836 wurde Adelaide gegründet, im selben Jahr wurde South Australia als Provinz Großbritanniens ernannt.

Weg zur Nation

Nordöstlich von Melbourne wird am 22. August 1851 in Victoria Gold gefunden, die Geschichte Australiens prägt mehrere Jahre ein Goldrausch. Minenarbeiter in Ballarat initiieren im November 1854 den Eureka Stockade-Aufstand, den einzigen bewaffneten Aufstand der australischen Geschichte. Die Aufständischen forderten demokratische Reformen, der Aufstand wurde allerdings am 3. Dezember 1854 endgültig von britischen Militärs und lokalen Polizeikräften niedergeschlagen. Zwischen 1855 und 1890 erhielten die einzelnen Kolonien das Privileg des Responsible Government und damit eine größere Unabhängigkeit vom britischen Empire. London behielt allerdings vorerst die Kontrolle über Außenpolitik, Verteidigung und Außenhandel. Nach einem großen Schafschererstreik entstand 1898 "Waltzing Matilda", die heimliche Nationalhymne Australiens. In den Kolonien beginnen die Planungen für einen Zusammenschluss der Einzelstaaten.

Der Australische Bund

Am 1. Januar 1901 formierten sich die einst voneinander unabhängigen Kolonien zum Commonwealth of Australia. Erste Hauptstadt Australiens wird Melbourne. Am 26. September 1907 erhält der Australische Bund mit dem Dominionstatus die nahezu vollständige Unabhängigkeit vom Mutterland Großbritannien. 1911 wird das Australian Capital Territory geschaffen, um die neue Hauptstadt Canberra aufzunehmen. Melbourne bleibt aufgrund der langandauernden Bauarbeiten in Canberra aber noch bis 1927 Regierungssitz. Auch das 1863 gegründete Northern Territory wird aus der Kontrolle der Provinz South Australia in den Commonwealth überführt. Aus Loyalität zu Großbritannien entsandte Australien sowohl im ersten wie auch im zweiten Weltkrieg Truppen nach Europa. Australien hatte im ersten Weltkrieg von allen Alliierten proportional zur Bevölkerung die höchste Zahl an Gefallenen zu beklagen. Die Niederlage des Australian and New Zealand Army Corps (ANZAC) im ersten Militäreinsatz des Landes in der Schlacht von Gallipoli 1915 gilt vielen Australiern als Geburt der Nation. Mit dem Statut von Westminster von 1931 wurde den Dominions des Empire formal die Unabhängigkeit verliehen. Das australische Parlament stimmte dem aber erst 1942 zu. Nach der britischen Niederlage in Asien 1942 und der drohenden japanischen Invasion verlagerten sich die militärischen Aktivitäten ab 1942 von Europa auf den australischen Kontinent. Australien wandte sich verstärkt den USA als neuen starken Alliierten zu. Dies wurde 1951 mit dem ANZUS-Abkommen formalisiert. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde eine progressive Einwanderungspolitik betrieben, die zur Massenimmigration aus Europa führte, nach Aufgabe der weißen Einwanderungspolitik auch aus Asien und anderen Erdteilen. Dies führte in kurzer Zeit zu starken demographischen Veränderungen, aber auch zu wirtschaftlichem Aufschwung. 1986 gibt Großbritannien mit dem Australia Act die letzten Kompetenzen bezüglich der australischen Verfassung ab. 1999 stimmt die Bevölkerung in einem Referendum mit einer Mehrheit von 55 Prozent jedoch gegen die Schaffung einer Republik und bleibt somit formal eine Monarchie. 2004 gewinnt die national-liberale Koalitionsregierung von Premierminister John Winston Howard erneut die Parlamentswahlen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind vergleichsweise gut. Mit der Verschärfung des Anti-Terrorgesetzes Ende Oktober 2005 auf Betreiben des australischen Geheimdienstes ASIO und einer großangelegten Razzia in den Vorstädten von Sydney und Melbourne mit Verhaftungen von 16 verdächtigen Moslems zur Verhinderung eines bevorstehenden Attentats am 8. November 2005 verabschiedet sich die Regierung von der liberalen Innenpolitik. Siehe auch: Geschichte Australiens

Militär

In den vergangenen Jahrzehnten war Australiens Außen- und Militärpolitik bestimmt durch eine enge Partnerschaft mit den USA. Australien ist Mitglied des ANZUS-Bündnisses. Australiens Streitkräfte (Australian Defence Force - ADF) bestehen aus der Marine (Royal Australian Navy - RAN), dem Heer (Australian Army) und der Luftwaffe (Royal Australian Air Force - RAAF). Alle Teilstreitkräfte sind in derzeitige UN-Friedensmissionen in Osttimor und auf den Solomonen involviert. Das Budget für 2005/2006 beträgt 17,5 Mrd. AUD.

Politik

Royal Australian Air Force Der Australische Bund ist eine parlamentarische Monarchie auf demokratisch-parlamentarischer Grundlage. Der Staat ist föderal organisiert, die einzelnen Bundesstaaten besitzen jeweils eigene Parlamente mit weitgehenden Kompetenzen zur Gesetzgebung.

Bundesverfassung

Das Zweikammern-System des australischen Parlaments setzt sich aus dem Repräsentantenhaus, dem Senat als Oberhaus und Königin Elisabeth II. als Staatsoberhaupt zusammen. Die Königin wird, wie in jedem Commonwealth Realm, durch einen Generalgouverneur vertreten (seit 11. August 2003: Major General Michael Jeffery) der jedoch in der Regel keine Macht über das Parlament ausübt. Die 150 Abgeordneten des Repräsentantenhauses werden alle drei Jahre in Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt. Die Abgeordnetensitze werden der Bevölkerungszahl entsprechend auf die Bundesstaaten und Territorien verteilt. Im Senat ist jeder Staat mit zwölf Senatoren vertreten, die beiden Territorien mit jeweils zwei. Die Senatoren werden jeweils für sechs Jahre gewählt, alle drei Jahre finden Wahlen für die Hälfte der Sitze des Senats statt. Für alle Wahlen auf Bundes- und Bundesstaatsebene besteht eine Wahlpflicht. Die am stärksten vertretene Partei stellt die Regierung, der Vorsitzende dieser Partei wird Premierminister.

Bundesstaaten

Jeder Staat und jedes Territorium (mit Ausnahme von Queensland) besitzt ein Zweikammerparlament, das in der Regel nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt wird. Das Verhältniswahlrecht wird nur in Tasmanien angewendet. Der Chef der Landesregierung wird ebenfalls als Premierminister bezeichnet. Die Bundesstaaten besitzen die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz für Bildung, Gesundheit, Justiz, Polizei und Verkehrswesen.

Parteien

Die größten Parteien sind die [http://www.Liberal.org.au/ Liberal Party], [http://www.ALP.org.au/ Labor Party], [http://www.Nationals.org.au/ National Party] und die [http://www.Greens.org.au/ Grünen]. Kleinere Parteien wie die [http://www.Democrats.org.au/ Demokraten] und [http://www.familyfirst.org.au/ Family First] sind auch in australischen Parlamenten vertreten, vor allem in den Senaten auf Bundes- und Landesebene. Es gibt nur noch eine weitere bundesweit registrierte Partei - das 2001 neu gegründete Linksbündnis [http://www.Socialist-Alliance.org/ Socialist Alliance].

Politische Entwicklung

Seit 1996 heißt der Premierminister des Australischen Bundes John Howard von der Liberal Party; er regiert gemeinsam mit der kleinen Nationalen Partei (Stand: 2005). Mit den Wahlen 2004 gewann die Regierungskoalition zusätzlich die Mehrheit im Senat. Alle Bundesstaaten und Territorien werden jedoch von Labor regiert. Trotz der in der Bevölkerung heftig umstrittenen Beteiligung am Irak-Krieg gewann Howard im Oktober 2004 zum vierten Mal die Wahlen gegen die damals von Mark Latham geführte Labor Party, was einen politischen Rekord darstellt. Wahlentscheidend wirkte sich das anhaltende Wirtschaftswachstum aus. Australiens Liberale sind gesellschaftspolitisch konservativ eingestellt; wirtschaftspolitisch setzen sie auf Liberalisierung und Privatisierung. International kritisiert wird Howard vor allem wegen seiner Pacific Solution sowie seiner engen Anlehnung an die USA. Nachdem US-Präsident Bush im Herbst 2003 Australien als "Amerikas Sheriff" in Südostasien bezeichnet hatte, beeilten sich vor allem malaysische Politiker, sich einmal mehr einer ökonomischen Integration des "westlichen Transplant" Australien in Ostasien zu widersetzen.

Nationalfarben

Der Generalgouverneur Sir Stephen Ninian erklärte am 19. April 1984 Gold und Grün zu den offiziellen Nationalfarben von Australien (nicht zu verwechseln mit den amtlichen Farben der Flagge Australiens), denn bis dahin hatte Australien keine eigenen Nationalfarben. Die Gestaltung der Nationalflagge und die offiziellen Wappen von Regierungsstellen sind an den Insignien des britischen Königshauses angelehnt. Um ihre Eigenständigkeit gegenüber der britischen Königin zu demonstrieren, verwenden die Australier bei den Vereinsfarben und Farben ihrer Sportklubs sehr oft die Nationalfarben und dies auch bei internationalen Wettkämpfen.

Nationalhymne

Advance Australia Fair ist seit 1977 die offizielle Nationalhymne Australiens. Schon 1984 wurden an Ihr Änderungen vorgenommen, weil vielen Bürgern die britische Ausrichtung der ursprünglichen Version zu weit ging. Die Komposition geht auf Peter Dodds McCormick zurück. Die erste Aufführung fand im Jahre 1878 statt.

Liste der australischen Staatsoberhäupter

Siehe auch:
- Liste der Generalgouverneure Australiens
- Liste der Premierminister Australiens

Regionale Untergliederungen

Jeder Bundesstaat hat – neben eigenem Parlament und Regierung – einen Gouverneur als direkten Repräsentanten des Monarchen.

Infrastruktur

Liste der Premierminister Australiens Australiens Verkehrswesen wird durch die großen Entfernungen im Landesinneren und der hohen Bevölkerungsdichte entlang des schmalen Streifens der Ost- und Südküste geprägt. Bezogen auf die Einwohnerzahl verfügt das Land über sehr viele Kilometer an Straßen und Wegen, weist einen hohen Motorisierungsgrad auf und besitzt ein engmaschiges Flugnetz. Australien gehört zu den Ländern mit dem dichtesten Flugnetz überhaupt. Es gibt etwa 400 öffentliche und privat verwaltete Flugplätze. Wichtigste Fluggesellschaft ist die 1920 gegründete QANTAS. Der Inlands-Flugverkehr ist seit 1990 dereguliert, d.h. Flugpreise werden ohne Mitwirken seitens der Regierung durch den freien Wettbewerb bestimmt. Allerdings spielt, besonders im dicht besiedelten Südosten des Landes, auch der Straßenverkehr eine bedeutende Rolle. Die erste Straße Australiens wurde 1789 bis 1791 von Sydney nach Parramatta gebaut. Das heutige Straßennetz beläuft sich auf etwa 913.000 km, davon sind etwa 353.000 km befestigt, das heißt asphaltiert oder betoniert. Ein großer Teil des Warenverkehrs im Outback wird über die so genannten Road Trains transportiert, das sind große Sattelschlepper mit zwei bis drei Anhängern bis zu 52,5 m Länge und bis zu 140 Tonnen Gewicht. 1854 verkehrte die erste Dampfeisenbahn zwischen der Innenstadt und dem Hafen Melbournes. Zahlreiche private Gesellschaften betrieben in der Folgezeit die Eisenbahnlinien des Landes. Dies führte dazu, dass zum Zeitpunkt der Föderationsbildung (1901), drei voneinander abweichende Spurweiten vorlagen, was zu großen Problemen führte. Erst seit ca. 1970 ist die Durchfahrt von Sydney nach Perth ohne systembedingtes Umsteigen möglich. Außer einigen nostalgischen Touristenstrecken sind heute keine Dampflokomotiven im Einsatz. Das staatliche Eisenbahnnetz beträgt ca. 34000 km, das private Schienennetz (vor allem Eisenerztransport in der Pilbara-Region, Kohle und Zuckerrohrzüge in Queensland) beläuft sich auf ca. 5500 km. In den Ballungsräumen Brisbane, Melbourne, Perth und Sydney, in denen die Hälfte der Bevölkerung lebt, existieren gut ausgebaute S-Bahn-Netze. Das Straßenbahnnetz in Melbourne gehört zu den längsten Straßenbahnnetzen der Welt. Verglichen mit dem Straßenverkehr, spielt der Personen- und Gütertransport auf den Schienen inzwischen eine untergeordnete Rolle. Es gibt dennoch Neubauprojekte, so beispielsweise die kürzlich fertig gestellte Eisenbahnlinie von Alice Springs nach Darwin, bekannt unter dem Namen The Ghan. Die Transaustralische Eisenbahn von Sydney nach Perth ist für den Fracht- und den Fremdenverkehr von Bedeutung. Australien plant zudem den Einsatz von Hochgeschwindigkeitszügen.

Wirtschaft

Fremdenverkehr Australien ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. In den 1980er Jahren begann die Labor Party unter Premierminister Bob Hawke und Finanzminister Paul Keating, Australiens Wirtschaft zu modernisieren. Nach einem schweren Wirtschaftseinbruch – Keating nannte ihn „die Rezession, die wir haben mussten“ – erholte sich Australien rasch und weist seit den 1990er Jahren eine der höchsten Wirtschaftswachstumsraten unter den OECD-Staaten auf. Die Arbeitslosigkeit ging markant zurück und die Wettbewerbsfähigkeit australischer Unternehmen stieg an. Die Liberalen unter John Howard hielten seit 1996 an der liberalen Wirtschaftspolitik fest. Am 1. Januar 1966 löste der Australische Dollar das Pfund Sterling als Landeswährung ab.

Außenhandel

Die große Fläche des Landes in Verbindung mit dem kleinen Binnenmarkt prädestiniert Australien zum Exportland für Primärprodukte. Wichtige Exportgüter sind daher landwirtschaftliche Produkte und Bodenschätze. Diese Tatsache macht das Land aber auch empfindlich gegenüber starken Schwankungen der Weltmarktpreise dieser Güter. Die Großunternehmen in Australien prägen die Exportbilanz. Die 100 größten Unternehmen des Landes haben 2001 für rund 50 Mrd. A$ Waren- und Dienstleistungsexporte erbracht und liefern damit rund ein Drittel der gesamten Ausfuhr des Landes. Im Jahre 2001 lag der australische Export bei rund 154 Mrd. A$ und macht damit über 20 Prozent des BIP aus. Australien bildet mit seinem Nachbarland Neuseeland unter der Bezeichnung Closer Economic Relations seit 1983 eine Freihandelszone.

Landwirtschaft

Große Flächen des Landes dienen als Weideland für über 100 Millionen Schafe und mehr als 25 Millionen Rinder. Australien ist führend in der Produktion von Wolle, 29 Prozent der Weltproduktion stammen von hier. Nur sechs Prozent der Landesfläche werden zum Anbau von Nahrungs- und Futterpflanzen genutzt. Weizenanbau hat daran mit 45 Prozent den größten Anteil. Abgesehen von den klimatisch begünstigteren Gebieten des Südostens sind die meisten Anbaugebiete von Bewässerung abhängig. Neben Weizen mit einer jährlichen Produktion von über 20 Millionen Tonnen spielt der Zuckerrohranbau mit mehr als 30 Millionen Tonnen eine große Rolle.

Bodenschätze

In der Geschichte Australiens war die Förderung von Bodenschätzen neben der Fleisch- und Wollproduktion wichtigster Wirtschaftszweig. Obwohl inzwischen die herstellende Industrie sowie Dienstleistungen die Wirtschaft dominieren, ist die Produktion von Kohle, Eisenerz, Gold, Diamanten, Uran, und anderen Mineralien weiterhin von großer Bedeutung. Mit 282 Tonnen stammen zwölf Prozent des Goldes auf dem Weltmarkt aus Australien. 2002 produzierten australische Minen 343 Millionen Tonnen Kohle sowie 116 Millionen Tonnen Eisenerz.

Tourismus

Seit den siebziger Jahren steigt das Touristenaufkommen des Landes stark an. 2003 besuchten 4,35 Millionen Touristen Australien. Hauptziele der ausländischen Besucher sind neben Sydney vor allem die einzigartigen Naturlandschaften wie das Great Barrier Reef, Uluru und der Kakadu National Park.

Energieerzeugung

Die Stromerzeugung in Australien wird zu 80% mit Kohlekraftwerken gewährleistet, die restlichen 20% werden hauptsächlich durch Gas- und Wasserkraftwerke gedeckt. Aufgrund der hohen Förderungsmengen fossiler Brennstoffe ist das Land von Importen dieser Bodenschätze nahezu unabhängig.

Kultur

Anfangs war die Kultur des australischen Kontinents stark von der Kolonialmacht geprägt. Mit dem Entstehen einer eigenen nationalen Identität entstand auch eine abgegrenzte nationale Kultur Australiens. Heute ist sie in allen Bereichen geprägt von den Einflüssen unterschiedlicher Einwanderergruppen, vermischt mit den Ausdrucksformen der indigenen Kultur der Aborigines.

Kunst

Älteste Zeugnisse abbildender Kunst in Australien sind Felsgravierungen der Aborigines, die teilweise bis zu 30.000 Jahre zurückdatiert werden. Damit stellt dies die älteste Kulturtradition der Welt dar. Mit dem Übergang von der ursprünglichen Rindenmalerei mit natürlichen Pigmenten zu Arbeiten mit Acryl auf Leinwand stieg die internationale Aufmerksamkeit und das Ansehen der Aboriginal Art seit den frühen siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts stark an. Die ersten Gemälde europäischer Siedler verwendeten meist Tiere oder Aborigines als Motive, waren stilistisch und farblich aber an europäischen Vorbildern orientiert. Conrad Martens, der an Darwins Beagle-Expedition teilnahm, passte allerdings die europäische Malerei an die australischen Verhältnisse an. Mit der Aneignung des französischen Impressionismus durch die Heidelberger Schule in Melbourne gegen Ende des 19. Jahrhunderts gelang australischer Kunst erstmals internationale Anerkennung. Die expressionistische Bewegung in den vierziger Jahren, vertreten unter anderem durch Sydney Nolan und Arthur Boyd, beeinflusste auch die Werke etablierter Maler wie Russell Drysdale und William Dobell. Bis in die sechziger Jahre dominierte der abstrakte Expressionismus die abbildende Kunst Australiens. Heutige Arbeiten australischer Künstler werden zunehmend von Kunstformen der asiatischen Nachbarländer beeinflusst. Zeitgenössische Kunst verwendet darüberhinaus vielfältige Medien, um vor allem aktuelle Themen darzustellen, wie die Umweltproblematik oder gesellschaftliche Veränderungen.

Literatur

Die Entwicklung einer eigenständigen australischen Literatur beginnt erst Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Gedichte und Balladen der frühen Autoren, wie Henry Lawson oder A.B. 'Banjo' Paterson behandeln vor allem das Leben im australischen Busch. Auch später richtete sich der Fokus vor allem auf den australischen Kontinent und seine Bewohner. Mit der Aufnahme internationaler und sozialer Themen nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Literatur des Landes auch international stärker beachtet. Patrick White erhielt 1973 als bisher einziger Australier den Literatur-Nobelpreis, australische Träger des Booker Prize sind Peter Carey und Thomas Keneally. Wichtigste nationale Auszeichnung der Literaturszene ist der Miles Franklin Award. siehe auch Liste australischer Schriftsteller

Film

Schon 1896 wurde in Sydney das erste Kino des Landes eröffnet. Der 1906 von der australischen Heilsarmee gedrehte Film Soldiers of the cross gilt als erster 'echter' Film der Welt. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es schon eine boomende Filmindustrie. Bis in die dreißiger Jahre wurden über 250 Stummfilme produziert. Mit der Übernahme des Vertriebs durch britische und US-amerikanische Firmen kam es jedoch zur Krise der australischen Filmproduktion. Trotzdem wurden auch weiterhin Produktionsfirmen gegründet, die in den dreißiger Jahren Tonfilme vor allem zu australischen Themen drehten. Bekannte Regisseure dieser Zeit sind Ken G. Hall und Charles Chauvel. Chauvel drehte auch den ersten australischen Farbfilm, Jedda, ein vor allem mit Aborigines besetztes Drama. 1969 beschloss die australische Regierung eine Verstärkung der Filmförderung. In den folgenden Jahren konnten dann Filme mit australischer Thematik internationale Erfolge feiern. Die Mad Max-Reihe von George Miller entstand in dieser Zeit, Breaker Morant von Bruce Beresford und Gallipoli von Peter Weir, der inzwischen auch in Hollywood erfolgreich Regie führt. Seit 1999 die Fox Studios in Sydney eröffnet wurden, wird die Produktion vieler Hollywood-Filme nach Australien verlagert. Hier wurden unter anderem Mission: Impossible 2 gedreht sowie die zweite und dritte Episode der Star Wars-Serie.

Musik

Klassische Ensembles mit internationalem Ansehen sind die Symphonieorchester Sydneys, Melbournes und Tasmaniens sowie das Australische Jugendorchester und das Australische Kammerorchester. Die Komponisten Peter Sculthorpe und Geoffroy Parsons übernehmen in ihre Werke auch Einflüsse der Aborigines und der asiatischen Nachbarländer. Country-Musik im US-amerikanischen Stil ist vor allem in ländlichen Gebieten des Südostens beliebt. Das jährlich in Tamworth stattfindende zehntägige Country Music Festival ist das zentrale Ereignis dieser Musik-Szene. Ein Vertreter des australischen Jazz ist Graeme Bell. International bekannte Stars der Pop-Industrie sind INXS, Midnight Oil, Kylie Minogue, Silverchair, The Dissociatives, Delta Goodrem und Nick Cave. Bands mit Aborigine-Hintergrund wie Yothu Yindi oder Archie Roach versuchen eine Fusion von traditioneller indigener Musik mit Rock-Elementen.

Tanz und Theater

Rock Die Australische Oper mit Sitz in Sydney bringt etwa 300 Vorstellungen jährlich auf die Bühne. Die Koloratursopranistin Joan Sutherland gilt als bekanntestes Mitglied des Ensembles. Das nationale Ballett-Ensemble ist das 1961 gegründete Australian Ballett in Melbourne. Auf Tourneen durch Australien werden jährlich etwa 185 Aufführungen klassischen und modernen Balletts angeboten. Das Ballett gilt als eines der besten der Welt. Bedeutende Choreographen sind Robert Helpmann und Graeme Murphy. Murphy gründete auch die Sydney Dance Company, die auf dem Gebiet modernen Tanzes in Australien führend ist. Das Bangarra Dance Theatre und das Aboriginal and Islander Dance Theatre verschmelzen traditionelle Tänze der indigenen Bevölkerung und modernen Tanz. Klassisches Theater, aber auch moderne Inszenierungen, werden von der Sydney Theatre Company aufgeführt. Der führende Theaterautor Australiens ist David Williamson, der unter anderem der australischen Mittelklasse in seinen Stücken den Spiegel vorhält. In den fünf Sälen des 1973 eröffneten Sydney Opera House werden neben Konzerten und Opern auch Theaterstücke und Filme vorgeführt.

Museen

Das älteste Museum Australiens ist das 1827 am Hyde Park in Sydney errichtete Australian Museum. Es enthält umfangreiche naturhistorische Sammlungen, aber auch Sammlungen zur Geschichte und Kultur der indigenen Bevölkerung. Ein weiteres naturhistorisches Museum von Bedeutung ist das Museum Victoria, gegründet 1854 in Melbourne, mit einer 12 Millionen Exemplare umfassenden Sammlung. Australische Kunst von den kolonialen Anfängen bis zu zeitgenössischen Künstlern beherbergt die National Gallery of New South Wales, gebaut um 1880 in Sydney. Auch europäische und asiatische Werke zählen zu den Objekten dieses Museums. Die hier angeschlossene Yiribana Gallery ist die weltweit größte Sammlung indigener australischer Kunst.

Medien

Australiens Medien sind die am meisten monopolisierten der Welt. Die Superreichen Rupert Murdoch (NewsCorp) und Kerry Packer teilen sich den TV-Markt, Murdoch und die Fairfax Group die Printmedien (also beides Duopole). The Australian und The Australian Financial Review sind die beiden nationalen Zeitungen, andere Tageszeitungen mit hoher Auflage sind The Sydney Morning Herald und The Age (Melbourne). Australian Consolidate Press ist der größte Zeitschriftenverlag des Landes. Australien hat pro Kopf eine der höchsten Auflagenzahlen für Printmedien der Welt. Zuständig für die Pressefreiheit ist das Australian Press Council. Die beiden nationalen Rundfunkanstalten sind die Australian Broadcasting Corporation (ABC) und der Special Broadcasting Service (SBS). Diese bieten neben mehreren Radioprogrammen jeweils ein landesweit zu empfangendes Fernsehprogramm. Zusätzlich sind 53 kommerzielle TV-Sender zu empfangen, davon drei auf nationaler Ebene, Channel 7, 9 und ten.

Sport

Sport ist ein wichtiger Teil der australischen Kultur, gefördert durch ein Klima, welches Outdoor-Aktivitäten begünstigt. 23.5% der über fünfzehnjährigen Australier sind regelmäßig im organisierten Sport aktiv. National und international erfolgreich sind besonders die Teams von Australian Rules Football, Rugby League, Rugby Union, Cricket und Netball, aber auch im Rad- und Schwimmsport werden herausragende Leistungen erbracht. Australien hat an sämtlichen modernen Olympischen Spielen und allen Commonwealth Games teilgenommen und war 1956 und 2000 Gastgeber der Olympischen Som

Neuseeland

Neuseeland (
englisch New Zealand, maori Aotearoa) ist ein Inselstaat im Pazifischen Ozean. Er liegt etwa 2.000 km südöstlich von Australien und wird dem australischen Kontinent zugerechnet. Geografisch gehört Neuseeland aber nicht zum australischen Kontinent, da sich zwischen beiden Landmassen eine Tiefseezone befindet. Gesellschaftlich zählt sich Neuseeland selbst zum Gebiet (aber nicht zum Kontinent) Ozeanien. Neuseeland umfasst neben vielen kleineren im wesentlichen die zwei Hauptinseln: Die Nord- und die Südinsel.

Geographie

Hauptartikel: Geographie Neuseelands Neuseeland (auf Maori: Aotearoa — Land der langen weißen Wolke) ist derjenige Staat, der am weitesten von Deutschland entfernt ist (Teile des Landes liegen auf der Erde exakt gegenüber von Nord-Spanien.) Es ist ein Land mit gemäßigtem Klima. Neuseeland besteht aus zwei Hauptinseln, die durch die Cookstraße voneinander getrennt werden, und einer Anzahl kleinerer Inseln in der Südsee und im sub-antarktischen Gebiet, von denen einige recht weit entfernt liegen, wie beispielsweise die Chatham-Inseln. Unmittelbar südlich der Südinsel liegt Stewart Island. Das Land erstreckt sich entlang der nord-nordöstlichen Hauptachse über mehr als 1.600 km. Die gesamte Landfläche Neuseelands, 270.500 km², ist etwas kleiner als die Japans oder der britischen Inseln. Japan Die Südinsel ist zwar die größere der beiden ungleichen Inseln, aber auch von weniger Menschen bewohnt. Ihr Gesicht wird von den Neuseeländischen Alpen geprägt, die sich über fast die gesamte Länge der Insel erstrecken. Ihr höchster Gipfel ist der Mount Cook mit einer Höhe von 3.754 m. Insgesamt sind achtzehn Gipfel höher als 3.000 m. Westlich dieser Wolkenbarriere erstreckt sich ein schmaler Streifen Land, im Süden mit zahlreichen Fjorden, Westcoast genannt. Auf dieser Seite wächst eindrucksvoller Regenwald, während die Ostseite mit ihren weiten Ebenen insbesondere Ackerbau und Viehzucht dient. Die größte Stadt der Südinsel ist Christchurch an der Ostküste. Die Nordinsel steht ganz im Zeichen der Vulkane. Das Hochland im Zentrum der Insel wird von den Bergen des Tongariro National Park beherrscht, der westliche Ausleger vom Taranaki. Der höchste Berg der Nordinsel ist der Ruapehu (2.797 m), ein aktiver Stratovulkan. In Richtung der Bay of Plenty nördlich des Zentrums ist die Erdkruste dünn wie kaum anderswo auf der Welt, so dass hier geothermische Aktivitäten jeglicher Art anzutreffen sind. Siehe auch: Nationalparks in Neuseeland, Liste der Wanderwege in Neuseeland

Klima

Neuseeland liegt in den gemäßigten Breiten der Südhalbkugel, so dass das Klima mild ist. Dennoch unterscheidet sich das Klima auf den beiden Hauptinseln: auf der North Island herrscht subtropisches Klima mit geringen Temperaturunterschieden, auf der South Island gemäßigtes Klima mit kalten Wintern. Dank der großen das Land umgebenden Wassermassen halten sich die Temperaturschwankungen in Grenzen. Im Flachland schwanken die durchschnittlichen Temperaturen im Norden zwischen etwa 15 °C im Winter und 25 °C im Sommer. Auf der Südinsel liegen die Temperaturen etwa 5 bis 10 °C darunter. Insgesamt sind westliche Winde vorherrschend, Neuseeland liegt in einer Zone starker westlicher Winde, der Roaring Forties. Dadurch bedingt regnen sich die über dem Tasman-Meer angesammelten Wassermassen an den Bergen der Südinsel ab. Die Durchschnittswerte liegen an der Westküste der Südinsel bei 7.000 mm pro Jahr, auf der Ostseite der Berge ist es erheblich trockener.

Fauna

Roaring Forties Aufgrund der verhältnismäßigen Isolation hat sich in Neuseeland ein einzigartiges Ökosystem entwickelt, dessen herausragendstes Merkmal vor der polynesischen Kolonisation das Fehlen jeglicher Art von Landsäugetieren war, ausgenommen von drei Fledermausarten (die zwei Arten der Neuseelandfledermäuse und Chalinolobus tuberculatus). Viele der Nischen, die normalerweise von Säugetieren besetzt würden, sind von Vögeln belegt worden. Zu den flugunfähigen Vögeln gehören Kakapo, Kiwi, Takahe, Weka und der ausgestorbene Moa. Einige dieser Arten kommen nur noch auf raubtierfreien Inseln vor der Küste Neuseelands vor. Weniger Probleme haben die kräftigen Papageienarten Kea und Kaka. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Vögel, die über die riesigen Weiten des Pazifiks fliegen, um Teile des Jahres in Neuseeland zu verbringen, wie der Westlandsturmvogel. Auch Königsalbatrosse und Australtölpel nisten hier. Die Küsten teilen sich verschiedene Pinguin-Arten wie der Dickschnabelpinguin, der Gelbaugenpinguin und der Zwergpinguin mit Neuseeländischen Pelzrobben, Elephantenrobben und Neuseeländischen Seelöwen. Vor den Küsten schließlich sind Delfine und Wale anzutreffen. Vor der neuseeländischen Küste gibt es eine seltene Kleindelfinart, die Hector-Delfin genannt wird. In etwa zehn Generationen wird sie wahrscheinlich ausgestorben sein. Des Weiteren ist Neuseeland die Heimat des Tuatara (auch Tuatera genannt), einer uralten Reptilienart, und des Weta, eines Insekts, das bis zu 8 cm oder länger werden kann. Neuseeland ist eins der wenigen Länder dieser Erde, in dem es keine Schlangen gibt. Die Ankunft erst der Maori und später auch der Europäer hat aufgrund der Eingriffe des Menschen in die Natur und wegen absichtlich und unabsichtlich mitgebrachter Tiere (Neozoen) zu zwei spektakulären Aussterbewellen geführt.

Flora

Aussterbewellen Aussterbewellen Als die Europäer ins Land kamen, waren etwa 70 % der Landesfläche bewaldet. Mittlerweile sind noch etwa 15 % des Landes von einheimischen Wäldern bedeckt, dazu kommen weitere etwa 5 % Fläche mit schnellwachsenden importierten Bäumen wie Monterey Pine (Pinus radiata) und Redwood für die neuseeländische Forstwirtschaft. Wesentliche Teile der ursprünglichen Wälder stehen unter Naturschutz, zu guten Teilen in Nationalparks und so genannten Forest Parks. Zu den bemerkenswertesten Bäumen gehören im Norden der Kauri. Sie sind wie die meisten anderen Bäume immergrün, wie beispielsweise die Südbuchenarten, die hauptsächlich auf der Südinsel anzutreffen sind. Ebenfalls zu den größeren Bäumen gehören die Podocarpaceen, die in tieferen Lagen beider Inseln vorkommen, sowie die Nikau-Palme. Besonders auffällig sind schließlich noch der Pohutukawa und der Cabbage Tree. In den niederschlagsreichen Gebieten insbesondere im Westen der Südinsel prägen Regenwälder das Bild. Die dort vorherrschenden Rimu und Südbuchen sind in vielen Fällen von Epiphyten wie dem Rata umschlungen. Unterhalb des dichten Walddaches machen sich zahlreiche, meist endemische Farne breit. Am imposantesten sind zweifellos die Baumfarne, die bis über 10 Meter hoch werden. Der bekannteste unter den Farnen ist der Ponga oder Silberfarn.

Bevölkerung

Nach den Daten der letzten Volkszählung besteht die Bevölkerung Neuseelands zu ungefähr 75 % aus Nachfahren europäischer (vor allem britischer, ferner irischer und polnischer) Einwanderer. Die zweitgrößte Gruppe bilden die indigenen Maori zu denen sich rund 15 % der Einwohner zählen. Weitere größere ethnische Gruppen von Einwanderern stammen aus Asien (ca. 6,6 %) und von den polynesichen Inseln (ca. 6,5 %). Bei diesen Zahlen ist zu beachten, dass es in Neuseeland einer Person möglich ist sich mehreren ethnischen Gruppen zuzuordnen. Größte Städte sind Auckland (rund 1.200.000 Einwohner), Hamilton (100.000 Einwohner) und die Hauptstadt Wellington (rund 300.000 Einwohner) auf der Nordinsel, sowie Christchurch (300.000) und Dunedin (100.000) auf der Südinsel. Insgesamt hat Neuseeland etwa 4 Mio. Einwohner (drei auf der Nord- und eine Mio. Einwohner auf der Südinsel) oder 15 Einwohner pro km² im Vergleich zu etwa 82,5 Mio. Einwohnern beziehungsweise 231 Einwohnern pro km² in Deutschland. Siehe auch: Liste der Städte in Neuseeland

Sprache

Amts- und Umgangssprache ist Englisch (siehe auch Neuseeländisches Englisch). Zweite Amtssprache ist Maori, das allerdings nur noch von einer kleinen Minderheit der Neuseeländer maorischer Abstammung gesprochen wird. Weiters ist es geplant ab dem 1. Januar 2006 bzw. 1. März 2006 die Neuseeländische Gebärdensprache als dritte Amtssprache einzuführen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Neuseelands Neuseeland wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts von Polynesiern entdeckt und besiedelt. Die ersten Europäer, die Neuseeland erblickten, war die Mannschaft einer Expedition unter Leitung des Holländers Abel Tasman (1642). Zum ersten Mal neuseeländischen Boden betraten Europäer 1769 während einer Expedition unter James Cook. 1840 erkannten die Maori-Häuptlinge die Souveränität der britischen Krone an (Vertrag von Waitangi). Als erstes Land der Welt führte Neuseeland 1893 das Frauenwahlrecht ein. 1907 wurde aus der Kolonie ein Dominion. Im ersten Weltkrieg wurde die Kolonie Samoa von neuseeländischen Truppen besetzt (1914). Seit 1948 ist Neuseeland ein eigenständiger Staat. 1967 wurde der Neuseeländische Dollar (NZD) als Landeswährung im Dezimalsystem eingeführt. Wegen Differenzen über Neuseelands Anti-Atompolitik erfolgte die Suspendierung des ANZUS-Sicherheitspakts durch die USA im Jahr 1984. Das Greenpeace-Flaggschiff „Rainbow Warrior“ wurde 1985 im Hafen von Auckland von französischen Geheimagenten versenkt, zwei Jahre später erklärte sich Neuseeland zur atomfreien Zone. 1996 erfolgten erste Parlamentswahlen nach einem neuen, gemischten Verhältniswahlrecht nach deutschem Muster. 1999 endeten die Parlamentswahlen mit einem Sieg der Arbeiterpartei. Die neue Premierministerin Helen Clark bildete eine Minderheitsregierung, die bei den Parlamentswahlen von 2002 im Amt bestätigt wurde.

Politik

Hauptartikel: Politisches System Neuseelands Neuseeland ist eine unabhängige parlamentarische Monarchie, die sich am britischen Vorbild orientiert, wobei es jedoch nur eine Kammer (also kein Oberhaus) gibt. Das Parlament besteht aus 120 Abgeordneten, die alle drei Jahre gewählt werden. Eine kleine Anzahl von Sitzen im Parlament ist dabei für Maori-Abgeordnete reserviert. Seit 1996 wird nach dem Verhältniswahlrecht gewählt, das das zuvor angewandte Mehrheitswahlrecht nach englischem Vorbild ablöste. Die Exekutive in Form eines zwanzigköpfigen Kabinetts wird von dem Premierminister geführt. Derzeit ist dies Helen Elizabeth Clark, die von einer Koalition aus Labour Party und Alliance Party unterstützt wird. Als dieser Artikel verfasst wurde, befanden sich im Parlament Neuseelands fünf weitere Parteien. Die britische Monarchin, Königin Elizabeth II. ist Staatsoberhaupt in ihrer Funktion als Königin von Neuseeland, die vom Generalgouverneur, Dame Silvia Cartwright, repräsentiert wird. Außenpolitisch hat sich Neuseeland einerseits durch seine regelmäßige Beteiligung an Kriegen auf Seiten Großbritanniens profiliert. Das militärische Verteidigungsbündnis ANZUS mit den USA und Australien war zwischenzeitlich wegen der strikten Anti-Atom-Politik Neuseelands, in deren Rahmen sich das Land auch gegen die französischen Atomtests im Südpazifik stark machte, ausgesetzt.

Verwaltungsgliederung

Unterhalb der nationalen Ebene wird die Verwaltung in Neuseeland durch zwölf Regionen und fünf so genannte "unitary authorities" geregelt. Die lokale Ebene des Staatsaufbaus stellen 16 Stadt- und 57 Bezirksverwaltungen sowie die Verwaltung der Chathaminseln dar. Bei fünf Verwaltungen sind regionale und lokale Verwaltung zu einer Behörde zusammengelegt. Dies sind die schon erwähnten "unitary authorities".
siehe auch: Regionen Neuseelands

Infrastruktur

Neuseeland ist verkehrsmäßig (im Hinblick auf die dünne Besiedelung) sehr gut erschlossen. In Neuseeland gilt der Linksverkehr. Eine besondere Bedeutung aufgrund der Insellage besitzt der Küstenschiffsverkehr und der Luftverkehr. Zwischen der Nord- und der Südinsel verkehren Auto- und Eisenbahnfähren.

Wirtschaft

Seit Beginn der europäischen Besiedlung ist die Landwirtschaft in Form der Schafzucht ein wichtiges Standbein der neuseeländischen Gesellschaft. Zunächst dienten Schafe ausschließlich als Wolllieferant, seit den 1880er Jahren, als der Export per Kühlschiff möglich wurde, zusätzlich als Fleischlieferant. Zwischenzeitlich hatte Neuseeland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen Goldrausch auf der Südinsel und eine Wirtschaftskrise wegen einbrechender Wollpreise miterlebt. Dennoch blieb die Landwirtschaft über lange Zeit der bedeutendste Wirtschaftszweig. Wichtigster Handelspartner auch für Molkereiprodukte, Obst und Früchte war trotz der großen Entfernungen Großbritannien, bis dessen EG-Beitritt Neuseeland in den 1970er Jahren in eine Wirtschaftskrise stürzte. In den folgenden Jahren wurde der Wohlfahrtsstaat verschlankt, so dass Neuseeland mittlerweile ein nach neoliberaler Vorstellung modernes industrialisiertes Land ist, das zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt zählt. Subventionen wurden radikal gestrichen, die Sozialsysteme stark zurückgebaut. Außerdem wurden zahlreiche staatliche Einrichtungen wie die Eisenbahngesellschaft privatisiert. Die Arbeitslosenquote stieg aufgrund dieser Maßnahmen kurzfristig zwar bis auf 15 %, Ende 2004 betrug die Arbeitslosenquote allerdings nur noch 3,6%, der niedrigste Wert innerhalb der OECD. Die Inflationsrate lag bei 2,4% , das Wirtschaftswachstum betrug von Juli 2003 bis Juni 2004 4,4 %. Letztlich führten die Reformen zu einem ungeahnten Wirtschaftsboom im Land, der bei den Wahlen 2005 Amtinhaberin Helen Clark zu einer zweiten Amtszeit verhalf, Neuseeland zu dem Industrieland mit der niedrigsten Arbeitslosenquote machte und Kritiker der Deregulierung im Land verstummen ließ. Mittlerweile sind Australien, Japan, die USA sowie die ostasiatischen Tigerstaaten die wichtigsten Handelspartner. Die Wirtschaftskrise in Ostasien 1998/1999 hat daher auch Neuseeland einigermaßen schwer getroffen. Die bedeutendsten Haupt-Exportindustrien sind derzeit Agrarwirtschaft, Gartenbau, Fischerei, Forstwirtschaft. Weiterhin besitzt Neuseeland nennenswerte produzierende Tourismus- und Dienstleistungsindustrien. Seit 1983 besteht zwischen Neuseeland und seinem Nachbarland Australien unter dem Namen Closer Economic Relations eine Freihandelszone. Die Stromerzeugung in Neuseeland findet überwiegend durch Wasserkraft und geothermische Kraftwerke statt. Neuseeland hat keine Atomkraftwerke.
Siehe auch: Weinbau in Neuseeland

Kultur

Nationalfeiertag ist seit 1960 der 6. Februar (
Waitangi Day), der an den Vertrag von Waitangi erinnert. In Neuseeland gilt das metrische System.

Film

Auf den Inseln Neuseelands wurde die mit fünfzehn Oscars prämierte Trilogie "Der Herr der Ringe" (Lord of the Rings) vom einheimischen Regisseur Peter Jackson gedreht. Neuseeland hat aber auch eine eigene Filmindustrie: Bekannt sind beispielsweise der Science-Fiction-Film Quiet Earth und die neuseeländisch-deutsche Co-Produktion Whale Rider sowie das mit 3 Oscars und der Goldenen Palme preisgekrönte Drama Das Piano der Regisseurin Jane Campion. Heavenly Creatures, auch von Jackson, ist ebenfalls zu einiger Bekanntheit gelangt.

Literatur

Hauptartikel: Neuseeländische Literatur Neuseeland nimmt für sich in Anspruch, viele Autoren zu haben. Darin werden selbst Einwanderer, die im Ausland geboren wurden und Staatsbürger, die ausgewandert sind, miteingerechnet. Ein Großteil der neuseeländischen Literatur ist in englisch geschrieben, aber Veröffentlichungen in der Sprache Maori nehmen ständig zu.

Sport

Das Rugby-Nationalteam von Neuseeland wird "All Blacks" genannt, in Anlehnung an die schwarzen Nationaltrikots. Die "All Blacks" sind für den "Haka" bekannt, einen auf die Ureinwohner Neuseelands zurückgehenden (Maori) Kriegstanz, der vor jeder Partie zelebriert wird.

Literatur


- Tom Brooking (Hrsg.):
The history of New Zealand. Westport, Conn.: Greenwood Press 2004, ISBN 0-313-32356-9
- Paul Smitz, Martin Robinson, Nina Rousseau, Richard Watkins und andere:
New Zealand. Lonely Planet Publications, Footscray (Victoria), Australien 2004, ISBN 1-740-59766-4 - englischsprachiger Reiseführer, der oftmals als der Standard für Neuseeland beurteilt wird

Siehe auch


- Portal:Neuseeland

Weblinks


- [http://www.govt.nz Neuseeländisches Regierungsportal (englisch)]
- [http://www.nzembassy.com/home.cfm?&l=36&c=1 Neuseeländische Botschaft in Berlin]
- [http://www.neuseeland.de/ Fakten und Daten zu Neuseeland (Deutsch)]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=121 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.newzealand.com Offizielles Wirtschafts- und Tourismusportal (englisch, Tourismus auch deutsch)]
- [http://wikitravel.org/de/Neuseeland Reiseinfos zu Neuseeland] auf Wikitravel
-
Kategorie:Monarchie Kategorie:Staat Kategorie:Polynesien Kategorie:Australien und Ozeanien als:Neuseeland ja:ニュージーランド ko:뉴질랜드 ms:New Zealand simple:New Zealand th:ประเทศนิวซีแลนด์ zh-min-nan:Aotearoa


James Cook

James Cook (
- 27. Oktober 1728 in Marton bei Middlesbrough; † 14. Februar 1779 auf Hawaii) war ein britischer Seefahrer und Entdecker. Berühmt wurde er durch drei Fahrten in den Pazifischen Ozean, auf denen er zahlreiche Inseln entdeckte und weitere Inseln vermaß und kartografierte.

Leben

Seine Geburt ist im Pfarrregister von St. Cuthbert in Yorkshire, Yorkshire, verzeichnet mit dem Eintrag „27. Oktober 1728. James, Sohn des Tagelöhners James Cook und seiner Frau Grace“. Der Knabe, eines von neun Kindern, durfte auf Kosten des Dienstherrn seines Vaters die Dorfschule besuchen und hatte entsprechende Kenntnisse im Lesen, Rechnen, Schreiben und der Arithmetik. Als er siebzehn Jahre alt war, wurde er auf Wunsch seines Vaters Gehilfe in einer Gemischtwarenhandlung.

Der Seemann

Cooks seemännische Laufbahn begann im Alter von 18 Jahren auf Kohletransportschiffen zwischen Newcastle upon Tyne und London, die in Whitby beheimatet waren. Seine Fähigkeiten brachten ihn zwar gut voran, er wechselte aber Mitte 1755 unter finanziellen Einbußen zur Royal Navy, wo er zunächst als Matrose auf der HMS Eagle anheuern musste. Nur der Dienst für die Krone ermöglichte die Aussicht auf einen erheblichen sozialen Aufstieg

Der Seeoffizier

Cook bekam ein erstes kleines Kommando am 5. April 1756 und bestand 1757 die Prüfung zum Master (eigenverantwortlichen Schiffsführer). Sein überragendes Talent als Kartograf offenbarte sich ab 1758 bei der Erkundung und Vermessung vor allem des St. Lorenz-Stromes, Neufundländischer Gewässer und anderer Teile der Ostküste Kanadas während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763). Seine präzisen Karten verhalfen den britischen Truppen unter General James Wolfe im September 1759 zum entscheidenden Sieg über die Franzosen bei Quebec. Von 1764 bis zum Ende des Jahres 1767 hatte er für seine Vermessungsarbeit durch die Vermittlung von Sir Hugh Palliser, damals Gouverneur von Neufundland, das Kommando über den kleinen Schoner Grenville erhalten, den er auch mehrmals und schnell über den Atlantik segelte, was seine Qualitäten als Seemann bewies. Während der Winterzeit war er nämlich im Auftrag der Admiralität in England mit dem Erarbeiten von Seekarten und Segelhandbüchern anhand seiner Messdaten vom Sommer befasst. Sein Ruf als Schiffsführer und Kartograf brachte dem ehrgeizigen jungen Leutnant die Berufung zur berühmten Pazifikreise ein, die ihm von mancher Seite geneidet wurde, beispielsweise von Alexander Dalrymple, dem späteren ersten Hydrografen der Admiralität.

Erste Südseereise (1768-1771)

Alexander Dalrymple Diese Expedition wurde auf Empfehlung der Royal Society unternommen, um im Rahmen eines international angelegten Großprojekts den Durchgang des Planeten Venus vor der Sonnenscheibe (Venustransit vom 3. Juni 1769) auf Tahiti zu beobachten. Diese astronomischen Vermessungen hatten die Bestimmung der Entfernung Erde-Sonne zum Ziel. Cooks Aufgabe war vor allem, eine Anzahl von Wissenschaftlern (darunter den Astronomen Charles Green) samt ihren Instrumenten sicher nach Tahiti und zurück zu bringen. Er brauchte dafür ein geräumiges Schiff mit geringem Tiefgang. Die Admiralität erwarb den Kohletransporter Earl of Pembroke, der umgebaut wurde und den Namen Endeavour erhielt. Darüber hinaus hatte Cook den geheimen Auftrag, den Ozean um den 40. südlichen Breitengrad zu erforschen und einen von Kartografen postulierten „Südkontinent“, die Terra Australis incognita, zu finden. Zudem war die von Spanien geheim gehaltene Existenz der Torresstraße zwar der Admiralität bekannt, jedoch noch von keinem ihrer Schiffe bestätigt worden. Auf eigene Kosten (in ähnlicher Höhe, wie die Krone in die Expedition investierte) nahm auch der 25-jährige Joseph Banks an dieser Expedition teil, vor allem um Botanische Sammlungen anzulegen. Er hatte dafür einen Stab von sieben Personen organisiert, darunter den schwedischen Botaniker Daniel Solander, wie Banks Mitglied der Royal Society. Die Reise begann am 26. August 1768 in Plymouth. Nach dreiwöchigem Zwischenaufenthalt in Rio de Janeiro, wo das Schiff gründlich überholt wurde, fuhr Cook Anfang Dezember wieder aus und war Anfang Januar 1769 in der Bay of Good Success, Le-Maire-Straße, Feuerland. Ende Januar hatte er mit Glück Kap Hoorn gerundet und stand am 60. Breitengrad, dem südlichsten Punkt dieser Reise. Mitte April war Tahiti erreicht, die HMS Endeavour lag in der Matavai-Bucht, und man begann Fort