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| Norweger |
NorwegerMit Norweger bezeichnet man
- ein Herrenschuhmodell (siehe Norweger-Schuh)
- Menschen mit norwegischer Staatsangehörigkeit (siehe unten)
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"Norweger und Norwegerinnen sind Staatsbürger Norwegens, beziehungsweise Menschen im Ausland, welche die norwegische Sprache als ihre Muttersprache ansehen. Das dürften über 5 Millionen Menschen auf der Welt sein.
Die Norweger bzw. Norwegerinnen sind Nachfahren der Wikinger und somit ein Stamm der Germanen, die schon vor Christi Geburt nach Skandinavien zogen und sich an seiner Süd- und Westküste mit ihren Fjorden niederließen. Ein Großteil des in Finnmark lebenden Volkes der Saami ist auch norwegischer Staatsangehörigkeit.
Durch ihre Sprache sind Norweger im Vorteil, wenn sie mit ihren skandinavischen Nachbarn kommunizieren. Sie verstehen sowohl Dänen als auch Schweden leichter, als diese sich untereinander.
Norweger bzw. Norwegerinnen gelten als ein Volk von Freiluftsportlern. Der Skisport ist durch die natürlichen Bedingungen äußerst populär und wurde von den Norwegern erfunden. Norweger sind darüber hinaus ein Volk von Seefahrern, und sie haben große Wissenschaftler, Entdecker und Künstler in ihren Reihen.
Weltberühmte Norweger bzw. Norwegerinnen
- Roald Amundsen, Polarforscher
- Erik der Rote, Entdecker
- Jan Garbarek, Jazzmusiker
- Edvard Grieg, Komponist
- Knut Hamsun, Schriftsteller
- Harald V., Monarch und Segelsportler
- Thor Heyerdahl, Anthropologe und Abenteurer
- Edvard Munch, Maler
- Fridtjof Nansen, Polarforscher, Politiker und Friedensnobelpreisträger
- Henrik Ibsen, Dramatiker
Siehe auch
das Schuhmodell Norweger
Kategorie:Europäische Ethnie
Norweger-SchuhDas Schuhmodell mit der Bezeichnung Norweger ist ein Herrenhalbschuh im Derbyschnitt mit einem Blatteinsatz auf dem Fußrücken und einer senkrechten Naht an der Schuhspitze.
Derbyschnitt
Historisches
Das Norgweger-Schuhmodell ist von den Arbeitsschuhen der norwegischen Fischer entlehnt. Die ursprüngliche Konstruktionsweise des Schuhs mit unsichtbaren bestochenen Nähten stammt von den Inuit und die original zwiegenähte Konstruktionsweise des Schuhs wird in der englischen Sprache auch norwegian welt genannt.
Varianten
Beim Norweger sind drei Modellvarianten bekannt:
- Die rustikale Variante mit nach außen gebogenen, dadurch auffälligen und wulstigen Schaftteilkanten
- Die französische Variante mit einer weit auf den Zehenrücken hinaufreichenden vertikalen Naht an der Schuhspitze (und dadurch bedingt mit einem kleineren Vorderblatteinsatzteil oberhalb des Fußrückens), sowie dezent gehaltenen Nähten und nach innen umgebuggten Schaftteilkanten.
- Die ursprüngliche Variante mit unsichtbar bestochenen Nähten (hohe Wasserdichtigkeit, da von außen weder Nahtfaden noch Nahtlöcher sichtbar sind) und in zwiegenähter Machart (wasserdichtere Verbindung von Schuhschaft und -boden)
Sonstiges
Norweger in der französischen Art werden zu eleganter Kleidung (Anzüge, Kombinationen) kombiniert. Norweger in der rustikalen und in der ursprünglichen Variante werden mit Freizeitkleidung getragen. Die hochwertigen Norweger-Schuhe werden entweder in der rahmengenähten oder in der zwiegenähten Machart angeboten. Die etwas derber anmutenden Modelle oft mit einem Schaft der Oberleder mit Scotchgrainprägung hat und mit Krepp- oder Profilgummisohlen.
Der Norweger zählt zu den Grundmodellen klassischer Herrenschuhe.
Literatur
- Helge Sternke: Alles über Herrenschuhe. Nicolai Verlag, Berlin, Nov. oder Dez. 2005, 550 S., 450 Abb., ISBN 3-89479-252-3.
- Jill Oakes und Rick Riewe: Die Kunst der Inuit Frauen – Stolze Stiefel, Schätze aus Fell. Frederking & Thaler, München, 1996, ISBN 3-89405-352-6
Siehe auch
Derby, Schuh, Schuhmodell
Kategorie:Fußbekleidung
Norwegische Sprache
Die norwegische Sprache (Eigenbezeichnung: norsk, sprich: [norsk] bzw. [noschk]) gehört zum nordgermanischen Zweig der indogermanischen Sprachen. Sie wird von etwa 5 Millionen Norwegern als Muttersprache gesprochen, von denen der größte Teil in Norwegen lebt, wo es Amtssprache ist.
Norwegisch wurde in drei Formen standardisiert, wovon heute zwei offiziellen Status haben:
- Bokmål (Buchsprache)
- Nynorsk (Neunorwegisch)
- Riksmål (Reichssprache; ohne offiziellen Status).
Bokmål/Riksmål, oft in fehlerhafter Vereinfachung Norsk („Norwegisch“) genannt, wird von rund 85-90 Prozent der Bevölkerung geschrieben und ist linguistisch gesehen keine ursprüngliche Einzelsprache, sondern ein teilweise norwegisiertes Dänisch und somit eine Tochtersprache desselben. Das Riksmål ist eine nicht-offizielle Variante, die dem moderaten Bokmål ähnlich ist. Es ist der dänisch-norwegischen literarischen Tradition verpflichtet und daher zum Teil weniger „norwegisiert“.
Nynorsk hingegen hat einige Gemeinsamkeiten mit den westskandinavischen Sprachen Färöisch und Isländisch. Beide Varianten haben im Weiteren jeweils Elemente, die sie mit dem Schwedischen teilen. Norweger, Dänen und Schweden verstehen sich gegenseitig relativ gut, wobei Norweger beide Völker sprachlich besser verstehen als diese sich untereinander. Auch haben Norweger die besseren Voraussetzungen, sich mit Färingern und Isländern zu unterhalten.
Geschichte
In Norwegen gab es immer eine Vielzahl verschiedener Dialekte. Wegen der komplizierten Topographie mit vielen Gebirgen und Tälern und schlechten Verkehrswegen über Land konnten sich die Dialekte sehr unterschiedlich voneinander entwickeln, auch wenn die Abstände zwischen zwei Orten oft nur relativ gering waren.
Aus diesem Grunde, aber auch wegen der dänischen Vorherrschaft mit Dänisch als Amtssprache über Jahrhunderte hinweg, konnte sich nie eine einheitliche Aussprache etablieren, die dem Standarddeutschen vergleichbar wäre. Das macht heutzutage in Norwegen die Verständigung nicht unbedingt einfacher, gibt dem Norwegisch Lernenden aber auch eine gewisse Freiheit im Erlernen der korrekten Aussprache, da das norwegische Ohr gewisse Schwankungsbreiten gewöhnt ist.
Was die norwegische Schriftsprache betrifft, so muss von zwei norwegischen Sprachen gesprochen werden.
Der Ursprung der norwegischen Sprache liegt im Altnordischen, das dem Isländischen sehr ähnlich ist. In der Hansezeit war Niederdeutsch (Plattdeutsch) die Verkehrssprache des Nordens. Viele niederdeutsche Wörter wurden als Fremdwörter und Lehnwörter integriert. Von 1380 bis 1814 war Norwegen mit Dänemark vereinigt und wurde von Kopenhagen aus regiert. Durch diese Periode, die als Personalunion begann, wurde Norwegen immer schwächer und 1450 das Norwegische offiziell durch Dänisch ersetzt.
Die auf dem Lande gesprochenen Dialekte wurden aber weiterhin gesprochen. Nach der Trennung von Dänemark 1814 entstand eine im Laufe des 19. Jahrhunderts wie in anderen jungen Staaten Europas eine national-romantische Welle, die hauptsächlich an die „glorreiche“ Vergangenheit im Mittelalter (also vor der Vereinigung mit Dänemark) anknüpfen wollte. Dies betraf auch die Sprache: Die Anhänger dieser Bewegung forderten, dass zum Zeichen der Emanzipation Norwegens die ursprüngliche norwegische Sprache des Mittelalters wieder zum Leben erweckt werden solle.
Schließlich wurde in den 1850er Jahren vom Dichter und Sprachwissenschaftler Ivar Aasen das Landsmål entwickelt (das seit 1929 offiziell Nynorsk heißt). Seit 1885 ist Landsmål / Nynorsk offizielle Schriftsprache in Norwegen. Die Grundlage für diese neue Sprache bildeten vor allem die westlichen norwegischen Dialekte, die am altertümlichsten sind. Was das neu geschaffene Landsmål jedoch von einer Plansprache unterscheidet, ist die Tatsache, dass dieses auf eng verwandte, gemeinsame sprachliche Wurzeln zurückgreift, denen nur aus äußeren Gründen die natürliche Entwicklung zu einer gemeinsamen Sprache verwehrt blieb.
Allerdings hatte sich das Dänische inzwischen als Amtssprache und auch allgemeines Kommunikationsinstrument breiter Schichten vor allem in der Hauptstadt Oslo schon so tief verwurzelt, dass das neue Landsmål das Dänische nicht zu verdrängen vermochte. Dazu kommen zwei weitere Nachteile der neuen Sprache:
- dieses hatte für Stadtbewohner einen „bäurischen“ Klang und wurde deshalb abgelehnt
- für die Sprecher anderer, nicht-westnorwegischer Dialekte klingt das Landsmål ebenfalls fremd.
So trennte sich die norwegische Sprache in zwei Varietäten:
# Riksmål („Reichssprache“ oder „Standardnorwegisch“)
# Landsmål (Landessprache).
Die Erste war bis Anfang des 20. Jahrhunderts nahezu reines Dänisch, später passte es sich aber in immer mehr Zügen an das Landsmål an (dano-norwegisch).
Seit 1929 heißt Riksmål offiziell Bokmål und Landsmål wird als Nynorsk bezeichnet.
Die sog. Samnorsk-Bewegung beanspruchte weiterhin den Namen Samnorsk für einen inoffiziellen, norwegischen Dialekt.
Aufgrund des erstarkten Nationalbewusstseins konnte Nynorsk bis 1944 immer mehr Anhänger gewinnen und hatte seinerzeit knapp ein Drittel der Norweger auf seiner Seite. Inzwischen ist deren Anteil bevölkerungsmäßig auf etwa 12–15 Prozent geschrumpft. Dies hat mehrere Gründe: In den urbanen Gebieten, also vor allem in der Region Oslo, wird Nynorsk als befremdliche Sprache empfunden. Das städtische Bürgertum hat das auf ländlichen Mundarten basierende Nynorsk ohnehin stets abgelehnt. Folglich fehlt dem Nynorsk bis heute eine wirkliche Verankerung in den wirtschaftlichen und politischen Zentren. Zum anderen wird von manchen Landbewohnern besonders Ostnorwegens Nynorsk eher als Kunstprodukt angesehen, da es eben nur so etwas wie ein kleinster gemeinsamer Nenner der Dialekte ist. Und schließlich ist die Grammatik des Nynorsk schwieriger als die des Bokmål. Bekanntlich wird oft der Weg des Einfacheren beschritten.
Umgekehrt muss gesagt werden, dass dennoch die meisten norwegischen Dialekte dem Nynorsk näher stehen als dem Bokmål, welches einige dem Norwegischen zum Teil ganz fremde phonologische, morphologische und sonstige grammatische Züge aufweist. Nynorsk ist Amtssprache für 27 Prozent der Gemeinden mit ca. 12-15 % der Bevölkerung. Es handelt sich dabei um die allerdings dünn besiedelten Täler des fjordreichen Westens und des gebirgigen Landesinnern. Seitens des Staates sind beide Sprachformen offiziell anerkannt; gemäß Sprachengesetz darf keine Behörde eine der beiden zu mehr als 75 % gebrauchen (was in der Praxis allerdings oft nicht befolgt wird), und Anfragen müssen in der gleichen Sprachform beantwortet werden.
Das Sprachabkommen im Nordischen Rat garantiert zudem, dass Dänisch und Schwedisch im offiziellen Schriftverkehr erlaubt sind. Das gilt gegenseitig.
Es wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrere Rechtschreibreformen durchgeführt mit dem Versuch, beide Schriftsprachen einander anzunähern.
So wurde in der Reform von 1917 auf Druck der Nynorsk-Bewegung eine Reihe spezifisch „norwegischer“ Ausdrücke propagiert, die traditionelle dänische Begriffe ersetzen sollten.
Da dies nicht in dem Maße geschah, wie man es sich vorgestellt hatte, wurde 1938 eine weitere Reform verabschiedet: zahlreiche traditionelle dänische Elemente durften nicht mehr gebraucht werden.
Diese Sprache wurde aber von keiner der beiden Seiten angenommen. Es kam zu großen Streitigkeiten, Eltern korrigierten beispielsweise die Schulbücher ihrer Kinder, weil der Konflikt sehr stark von Gefühlen geprägt war und auch nach wie vor ist.
1959 und 1981 fanden weitere Reformen statt, die dann auch wieder die traditionell dänischen Begriffe zuließen. Ergebnis ist die Existenz von „moderaten“ und „radikalen“ Formen im Rechtschreibnormal, zwischen denen man wählen darf, wobei beide Sprachen offiziell unterrichtet werden.
Modernes Norwegisch
Bokmål und Nynorsk
Ein Beispiel für den Unterschied zwischen Bokmål und Nynorsk:
B: Jeg kommer fra Norge. (wie im Dänischen: Jeg kommer fra Norge)
N: Eg kjem frå Noreg.
D: „Ich komme aus Norwegen.“
B: Hva heter du? (dänisch: Hvad hedder du?, wobei das d in hvad kaum hörbar ist)
N: Kva heiter du?
D: „Wie heißt du?“
Riksmål
Gegner der Sprachreformen, die Bokmål näher an Nynorsk bringen sollten, benutzen den Namen Riksmål weiter.
Høgnorsk
Es gibt noch eine weitere inoffizielle Form des Nynorsk, das sog. Høgnorsk (etwa Hochnorwegisch); eine Sprache, die dem originalen Landsmål von Ivar Aasen ähnlich ist. Die Høgnorsk-Bewegung missachtet die Reformen des Nynorsk nach 1917.
Diese Sprache wird nur von einer sehr kleinen Gruppe Norweger verwendet und wird, weil sie sehr archaisch wirkt und sich von den heutigen Mundarten sehr unterscheidet, von der Mehrheit der Norweger als unverständlich bzw, komisch empfunden. Sprachsoziologisch kann man die Høgnorsk-Bewegung als sektiererisch charakterisieren.
Grammatik
Die Geschlechter
Die norwegische Sprache kennt offiziell die drei Geschlechter männlich, weiblich und sächlich (Riksmål und konservatives Bokmål kennt aber wie Dänisch nur das männlich-weibliche (utrum) und das sächliche Geschlecht (neutrum)). Die Substantive geben in der Regel aber keinen Hinweis darauf, welches Geschlecht sie haben.
Auch kennt das Norwegische den unbestimmten Artikel, für jedes Geschlecht existiert eine eigene Form:
Bokmål: Nynorsk: Deutsch:
en dag ein dag ein Tag
ei/en flaske ei flaske eine Flasche
et hus eit hus ein Haus
et minutt eit minutt eine Minute
Weibliche Substantive werden im Bokmål aber oft auch wie männliche behandelt.
Anstelle von:
ei flaske = en flaske – eine Flasche
In der unbestimmten Mehrzahlform enden männliche, weibliche und (im Bokmål) mehrsilbige sächliche Substative auf „-er“ (im Nynorsk gibt es die Endungen „-ar“ und „-er“), einsilbige sächliche bleiben endungslos. Ausnahmen bestätigen die Regel:
Bokmål: Nynorsk: Deutsch:
dager dagar Tage
flasker flasker Flaschen
hus hus Häuser
minutter minutt Minuten
Im Gegensatz zum Deutschen gibt es den bestimmten Artikel nicht als eigenständiges Wort vor dem Substantiv, sondern es wird ein Flexionssuffix angehängt, an dem auch das Geschlecht des Substantivs zu erkennen ist:
Bokmål: Nynorsk: Deutsch:
dagen dagen der Tag
flaska/flasken flaska die Flasche
huset huset das Haus
minuttet minuttet die Minute
Bei den weiblichen Substantiven besteht im Bokmål somit auch die Möglichkeit, statt des männlichen „-en“ ein weibliches „-a“ anzufügen; im Nynorsk ist dies obligatorisch:
flaska = flasken – die Flasche.
Um die Mehrzahl der bestimmten Formen zu bilden, wird im Bokmål geschlechtsübergreifend ein „-ene“ angefügt. Nynorsk kennt „-ane“, „-ene“, „-o“ und „-a“. Natürlich gibt es auch hier einige Ausnahmen:
Bokmål: Nynorsk: Deutsch:
dagene dagane die Tage
flaskene flaskene die Flaschen
husene (seltener: husa) husa die Häuser
øynene augo/auga die Augen
minuttene minutta die Minuten
Sonstiges
Der Sprachcode nach ISO 639 ist für bokmål nb beziehungsweise nob (früher no) und für nynorsk nn beziehungsweise nno. Für die norwegische Sprache insgesamt gibt es die Codes no beziehungsweise nor.
Siehe auch
- Liste norwegischsprachiger Schriftsteller
Weblinks
- http://www.sprakrad.no/ – Rat für Norwegische Sprache (norwegisch, auch Information in: englisch, deutsch, französisch)
- http://odin.dep.no/odin/tysk/om_odin/stillinger/032005-990160/index-dok000-b-n-a.html Norwegisches Außenministerium: Wenige Einwohner – zwei Schriftsprachen
- http://www.heinzelnisse.info – Deutsch-Norwegisches Wörterbuch inklusive Vokabelspiele, Sprachführer-Wiki und Forum
Kategorie:Einzelsprache
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ja:ノルウェー語
ko:노르웨이어
zh-min-nan:Norge-gí
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Wikinger
Wikinger (auch Nordmänner, Normannen, Waräger oder Rus) waren keine geschlossene ethnische Gruppe, sondern ursprünglich küstennahe Bauern aus verschieden Gebieten Skandinaviens. Diese entwickelten einen entscheidenden Vorsprung im Schiffbau und benutzten ihre allen anderen weit überlegenen Wikingerschiffe auch für Raubzüge, wodurch sie geschichtlich in Erscheinung traten. So wurden sie nach und nach seefahrende Krieger, die primär zwischen 517 und 1066 vornehmlich Küstengebiete und Inseln Europas plünderten und teilweise kolonisierten, und ein weitreichendes Handelsnetz errichteten.
Handel
Überblick
Der Begriff Wikinger leitet sich vermutlich von dem altnordischen Substantiv víkingr ab. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, warum sie Wikinger genannt wurden und wer den Begriff zuerst verwendete. Wikinger bezeichnet u. U. auch nur den Teil der Normannen, der auf Heerfahrt ging.
(vikva = von der Stelle rücken, bewegen, sich bewegen; norw. vige = weichen; Vík ist eine kleine Bucht, wo das Ufer zurückweicht; Fritz Askeberg in "Norden och kontinenten i gammal tid" (Uppsala 1944) leitet davon víking (vom Verb víkja) als "Reise von Zuhause" ab; víkingr wäre danach einer, der eine Reise macht. [vgl. Korsar zu lat. cursus und Pirat uspr. verwandt mit "fara" = reisen]; die Viking (feminin!) wird gleichbedeutend mit hernaðr "Kriegszug, kriegerischer Überfall". Das Wort ist älter als die Wikingerzeit und bereits im angelsächsischen Wídsíð [altenglischer Text im Exeter-Book des 10. Jh.] belegt. Auch wenn sie allgemein für Raub und Zerstörung bekannt sind, siedelten und handelten sie auch ebenso friedlich und hatten eine hohe Kultur. Die Wikingerzeit bezeichnet den jüngsten Teil der skandinavischen Eisenzeit, sie endet mit der Erobung Englands durch Wilhelm und der etwa gleichzeitigen Christianisierung der letzten Nordgermanen.
Eine Neigung der staatenbildenden Wikinger zum Handel zeigt sich an Handelshäfen wie Birka, Kaupang, Ribe, Ralswiek, Seeburg oder Sigtuna, die auch zum kulturellen Austausch zwischen Skandinaviern, Slawen, Sachsen Balten und Franken beitrugen. Oder Haithabu (nahe Schleswig), bis es schließlich 1055 in einer Schlacht zwischen Harald Hardraada und Sweyn II. zerstört und 1066 von Westslawen endgültig dem Erdboden gleichgemacht wurde. Dennoch fand Handel mit Griechen, Arabern usw. statt. Ein Zentrum für den Handel mit dem Baltikum und Osteuropa war auch die schwedische Insel Gotland.
Eine der wichtigen wenn auch parteiischen zeitgenössischen Quellen ist die Geschichte des Erzbistums Hamburg von Adam von Bremen, anno 1076, in der erstmals die Entdeckung Amerikas (Vinland genannt) durch die Wikinger schriftlich erwähnt wird.
Vinland
Der erste schriftlich bezeugte Wikingerüberfall wird von Gregor von Tours in seiner Historia Francorum beschrieben: Im Jahr 517 überfiel ein dänischer Kleinkönig mit Namen Chlochilaichum mit seiner Flotte Gallien. Er verwüstete und beraubte das Gebiet des austrasischen Frankenkönigs Theoderich I. und nahm etliche Gefangene. Die Flotte stach in See, der König blieb jedoch am Strand und musste auf die Flut warten. So konnte Theudoricus Sohn Theudobertus, der mit einem starken Heer und Flotte anrückte, den König töten, die Dänen in einem Seegefecht besiegen und die Beute zurückholen. Der zweite Bericht stammt erst wieder aus dem Jahr 793, als das Kloster Lindisfarne auf einer Insel vor der Nordostküste Englands von fremden Seefahrern geplündert wurde.
Für die nächsten 200 Jahre ist die Europäische Geschichte voll mit Berichten über die Plünderungen der Wikinger. Sie eroberten den größten Teil Finnlands und des Baltikums sowie große Teile Englands und erichteten Stützpunkte in Irland. Raubzüge führten sie jedoch auch flussaufwärts, weit ins Binnenland von Holland nach Dorestad, in Frankreich z.B. nach Paris, in das Landesinnere von Spanien und selbst nach Kiew in Zentralrussland, wo sie die Kontrolle über dortige Gebiete erlangten. Berichte erzählen außerdem von Überfällen im Mittelmeer (siehe Wikingerraubzüge ins Mittelmeer) und im Kaspischen Meer.
Sie besiedelten Island und Grönland und durch archäologische Funde und deren Auswertung ist mittlerweile belegt, dass sie Neufundland, also Nordamerika, erreichten und dort für kurze Zeit (etwa 50 Jahre) siedelten.
Ab etwa 900 n. Chr. kam es zu Reichsgründungen. In Skandinavien auf den drei Gebieten die heute in etwa denen der modernen Staaten entsprechen.
Die dänischen Wikinger
Die Dänen segelten südlich nach Friesland, Frankreich und um 900 n. Chr. ins südliche England. Knut der Große war König über Dänemark, Norwegen und Teile Englands, als sein Reich seine größte Ausdehnung erreichte. Den Grundstein für dieses Großreich hatten bereits sein Vater, Sven Gabelbart und sein Großvater, Harald Blauzahn. Ein gewisser Rollo dessen genaue Herkunft unklar ist setzte sich 911 in der Normandie fest.
Die norwegischen Wikinger
Die Norweger segelten nach Nordwesten und Westen zu den Färöern, Orkney, Shetlands und nach Irland und Nordengland. Interne Auseinandersetzungen in Norwegen führten im Jahre 970 zur Emigration nach Island, wo sie unbewohnte Gebiete vorfanden und siedelten.
Erik der Rote musste Island verlassen und segelte Richtung Westen, wo er nach einer beschwerlichen Seefahrt Grönland fand und ab 985 besiedelte. Etwa um 1000 wurde Nordamerika vermutlich von Leif Eriksson, dem Sohn Eriks des Roten, von Grönland aus entdeckt, der es Vinland nannte. Eine kleine Siedlung wurde auf der nördlichen Halbinsel von Neufundland bei L'Anse aux Meadows angelegt, aber die Gegenwehr der Ureinwohner führte innerhalb einiger Jahre zu ihrem Ende. Die archäologischen Überreste sind nun UNESCO-Weltkulturerbe.
Siehe auch Geschichte Norwegens
Die schwedischen Wikinger
Die Schweden richteten ihren Blick mitunter nach Schleswig und auf die südliche Ostseeküste primär aber nach Osten. Schon in der Vendelzeit bestand ein intensiver Austausch über Osteuropa bis ins Schwarze Meer, wovon unter anderem die Übernahme von Helmarten wie dem Spangenhelm und Nasalhelm oder dem später für die Wikinger so charakteristischen Brillenhelm zeugen, die auf byzantinische Vorbilder zurückgehen.
Die Wikinger nutzten das verzweigte Flusssystem, um sich in Osteuropa zu bewegen. So kamen sie übers Schwarze Meer nach Konstantinopel (Byzanz) und trieben selbst mit Bagdad Handel. Mit den Ostslawen tauschten sie Honig, Wachs, Bernstein, Felle, Waffen und Sklaven, und verkauften diese für Silber, Seide, Brokat, Gewürze, Helme und Rüstungen. Die Finnen und Slawen nannten diese Skandinavier Rus oder Warjagi (Waräger), von den Byzantinern wurden sie Rhos und Waragoi genannt, und die Araber bezeichneten sie als Al-Madjus, Ruser oder auch Saqaliba.
Die wikingischen Händler-Abenteurer kooperierten mit den Slawen, mitunter schwangen sich kampferfahrene Skandinavier zu lokalen Stammesfürsten auf. Manchmal kam es daher auch zu bewaffneten Auseinandersetzungen. So heißt es in der Nestorchronik, die Slawen hätten die Waräger über das Meer verjagt, sie dann später zurückgerufen, um die Ordnung wiederherzustellen und über sie zu herrschen. Sie erwählten Rurik zu ihrem Fürsten. Viele Nordmänner ließen sich auf Dauer in Russland nieder. Von diesen Rus hat Russland seinen Namen (siehe Kiewer Rus).
Zusammen mit den Slawen überfielen die Rus mit ihren Schiffen ab 860 immer wieder Konstantinopel, so dass sie im Byzantinischen Reich bald gefürchtet waren. Die Byzantiner erkauften sich mit Handelsprivilegien den Frieden und sicherten sich die Dienste der Rus in der kaiserlichen Warägergarde. Ein Häuptlingsbegräbnis mit ritueller Opferung einer Sklavin sowie einer Schiffverbrennung auf dem Lande - und nicht auf dem Wasser wie in vielen Filmen oft fälschlicherweise dargestellt - hat im Jahre 922 der arabische Reisende Ahmad Ibn Fadlān akkurat beschrieben.
Die Wikingerschiffe
Der Bau des Wikingerschiffs erfolgte ohne Pläne nur aus dem mündlich überlieferten Gedächtnis der Väter. Es werden zwei Arten von Schiffen unterschieden:
- Langschiffe, auch als Kriegs- oder Kampfschiffe bezeichnet und auf Grund ihres Stevenschmucks oft "Drachen" genannt
- und Handelsschiffe, so genannte Knorren.
Langschiffe waren die Kriegs- bzw. Kampfschiffe der Wikinger. Sie konnten mit ihnen schnell und unerwartet angreifen - sich aber wieder zurückziehen, bevor ein Vergeltungsschlag organisiert werden konnte. Dieser Schiffstyp war ein ca. 20 m langer Verdränger, deren Holzplanken überlappend in Klinkertechnik verbaut wurden. An den Überlappungen wurden die Planken mit Metallnieten zusammengehalten. Sämtliche hölzernen Schiffsteile aller Schiffstypen wurden mit verschiedenen Beilen aus Baumstämmen nach der jeweiligen Maserung gehackt. Daraus ergab sich insgesamt eine enorme Festigkeit und Belastbarkeit. Auch die Planken wurden nicht gesägt. Die Langschiffe wurden gerudert und gesegelt; sie hatten einen umlegbaren Segelmast, der in kürzester Zeit (ca. 1,5 Minuten) auf- und abgebaut werden konnte. Der Tiefgang aller Schiffe betrug nicht mehr als 1,5 m und sie erreichten eine Maximalgeschwindigkeit von ca. 20 Knoten! Neben der Möglichkeit von Fahrten über lange Entfernungen konnten die Wikinger daher mit ihren Schiffen nicht nur in flachen Gewässern segeln, sondern zusätzlich entlang der Flüsse, selbst unter Brücken hindurch, tief in das jeweilige Landesinnere vordringen.
Mit den Handelsschiffen, die breiter und hochbordiger als die Langschiffe waren, brachen die Wikinger z. B. zu ihren Entdeckungsfahrten nach Grönland und zum Handel in das heutige Russland auf.
Das Steuerruder aller Schiffstypen war auf der rechten Seite, davon leitet sich die Richtungsangabe steuerbord in der allgemeinen Schifffahrt her. Aus der Saga von Riem lässt sich entnehmen, dass die Wikinger schon damals wussten, dass die Erde eine Kugel ist. Ein archäologischer Fund lässt auf die Verwendung einer kompassähnlichen Navigationshilfe schließen. Auch die Gezeiten haben sie gekannt. Insgesamt waren die Wikinger in der Navigation und dem Schiffbau nicht nur für ihre Zeit richtungsweisend, vielmehr stammen viele noch heute verwendete Begriffe aus dem Bereich letztlich von ihnen.
Siehe auch: Geschichte des Wikingerschiffbaus, Langschiffe, Knorren
Gründe der Expansion
Den Grund für die Überfälle sehen einige, neben dem erheblichen Vorsprung im Schiffbau und den damit verbundenen Möglichkeiten, in einer Überbevölkerung, die durch die technischen Fortschritte (wie etwa die Verwendung von Eisen), aber auch durch die seit 800 n. Chr. einsetzende Klimaverbesserung hervorgerufen wurde. Eine Ursache könnten auch Notlagen gewesen sein. So verließen in Frühgeschichtlicher Zeit Kimbern und Teutonen (wahrscheinlich auch Vandalen) Jütland. Etwa zur selben Zeit gingen auch die Goten aufs Festland. Jahrhunderte später verließen Angeln, Jüten und Sachsen die Halbinsel.
Ein weiterer Grund war, dass sich zu dieser Zeit einige Länder (besonders England und Irland) destabilisiert und somit leichte Beute für Überfälle waren. Das Frankenreich hatte besser verteidigte Küsten und befestigte Häfen, was die Wikinger aber nicht von ihren Raubzügen abhielt.
Mythologie und Literatur
Klimaverbesserung
Die germanische Mythologie und die altnordische Literatur berichten uns über ihre heidnische Religion und ihre kühnen Helden.
Das bedeutendste Beispiel für die germanische Mythologie stellt wohl die Edda (Ältere Edda und Jüngere Edda) dar.
In dieser Sammlung sind die verschiedensten Erzählungen der Wikinger zusammengefasst.
Allgemein war Thor der wichtigste Gott der Wikinger und regional hatte dieser sogar eine wichtigerere Position als Odin, der germanische Göttervater. Die Wikinger im Gebiet des heutigen Schwedens verehrten Freyr als einen ihrer wichtigsten Götter, der daher sein Hauptheiligtum im heutigen Uppsala besaß. Außerdem kannten die Wikinger keine Priester.
Sitten und Gebräuche
Sehr oft wurden bei den Wikingern weibliche Säuglinge kurz nach der Geburt getötet. Das hatte den Zweck, dass die Frauen bald wieder schwanger werden konnten, um einen erhofften Knaben zu gebären. Für Ihre kriegerischen Raubzüge waren sie besonders auf männlichen Nachwuchs angewiesen.
Auf ihren Raubzügen nahmen sie Gefangene jeden Alters und Geschlechts mit nach Hause und hielten sie als Sklaven. Mit diesen wurde auch regelrechter Handel betrieben bis in den vorderen Orient. Dort waren besonders blonde Kinder und Frauen begehrt.
Ende der Wikinger
Nach Jahrzehnten des Plünderns wurde der Widerstand in allen Teilen Europas wirkungsvoller und der Druck der deutschen Kaiser förderte die Christianisierung Skandinaviens und führte zu einem milderen Verhalten. Es etablierten sich die großen Königreiche Norwegen, Dänemark und später auch Schweden und man kann annehmen, dass ihre Könige friedlichere Verhältnisse schaffen wollten.
Zeitlich wird das Ende der Wikingerzeit mit der Schlacht bei Hastings im Jahre 1066 festgelegt.
Weiter könnte die zu hohe Bevölkerungszahl und der damit verbundenen Ressourcenknappheit und Bodenknappheit ein Grund für das Ende der Wikinger sein.
Die Normandie
Um 911 bekamen der Wikingerfürst Rollo die Normandie als Lehen im Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte vom französischen König Karl dem Einfältigen zugesprochen, nachdem sie lange das Seine-Gebiet rund um Paris verwüstet hatten.
Sie sollten nun Frankreich vor weiteren Überfallen durch Wikinger schützen.
Aufgrund ihrer Herkunft wurden sie Nordmänner oder Normannen genannt; so erhielt die Normandie ihren Namen. Die Normannen nahmen die französische Sprache an und entwickelten im Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung eine neue kulturelle Identität. Zur weiteren Geschichte, insbesondere zur Eroberung Englands 1066 durch den normannischen Herzog Wilhelm der Eroberer und zur Ausbreitung der Normannen bis nach Sizilien, siehe Normannen.
Erfinderreichtum der Wikinger
Schon die Wikinger haben die Linse erfunden. Sie war aus Bergkristall geschliffen und perfekt gearbeitet. Vermutlich hatten die Wikinger auch dafür ein eigenes Gerät entwickelt. Es wurde mit dem Fuß angetrieben und konnte den Bergristall schleifen. Mir der Linse hätten sie theoretisch auch das Fernrohr erfinden können, vielmehr wird aber vermutet dass die Linse zum ausbrennen von Krankheiten und zum Feuerzünden dienlich war. Eine weitere "Erfindung" der Wikinger war die Hochseefischerei. Die Wikinger fischten im grossen Stile auch auf dem Meer und nicht nur mit Reusen und ähnlichem vom Land aus.
Andere Bedeutungen
Der Begriff "Wikinger" ist auch unter Modelleisenbahn-Freunden bekannt : für die kleinen Automodelle im Maßstab 1 zu 87 H0 (gesprochen: "Ha-Null") als Zubehör zur Modellbahn.
- siehe auch: Wiking
Literatur
- Ian Heath, David Nicolle, Angus McBride: Wikinger und Normannen, St. Augustin, Siegler 2003. ISBN 3-87748-630-4
- Benjamin Hudson: Viking pirates and Christian princes. Dynasty, religion, and empire in the North Atlantic, Oxford, Oxford Univ. Press 2005. ISBN 0-19516-237-4
- Angus Konstam: Atlas der Wikinger. Geschichte, Eroberungen und Kultur der Wikinger, Wien, Tosa 2002. ISBN 3-85492-555-7
- Peter H. Sawyer (Hrsg.): Die Wikinger. Geschichte und Kultur eines Seefahrervolkes, Stuttgart, Theis 2001. ISBN 3-8062-1688-6
Siehe auch: Wikinger-Museum Haithabu, Berserker, Jomswikinger, Runenstein, Wickie und die starken Männer :Kategorie:Wikinger
Weblinks
- [http://www.heimskringla.no heimskringla.no - «Kulturformidlingen norrøne tekster og kvad»]
- http://www.vikingnet.de/
- http://www.wikinger.org/
- http://www.uni-tuebingen.de/mittelalter/links/links22.htm
- http://www.norwegen-service.de/Kultur/Die_Wikinger/die_wikinger.htm
- http://www.blinde-kuh.de/wikinger/ (für Kinder)
- http://www.jordheim.info/
Kategorie:Germanischer Stamm
Kategorie:Europäische Ethnie
!Wikinger
als:Wikinger
ja:ヴァイキング
ko:바이킹
ms:Viking
simple:Vikings
zh-min-nan:Viking-lâng
Christi Geburt
An Weihnachten feiern Christen die Geburt des Jesus von Nazareth. Die heutigen Weihnachtsbräuche sind größtenteils erst im 19. Jahrhundert entstanden, als Weihnachten als Fest nicht nur der heiligen sondern faktisch auch der bürgerlichen Familie zunehmend an Bedeutung gewann. Durch das postmoderne, übersteigerte Konsumverhalten gewann Weihnachten in der öffentlichen Wahrnehmung weiter an Gewicht wodurch die akademisch theologische Einstufung von Ostern als bedeutungsvollstem Fest der Christenheit in der Öffentlichkeit weitgehend verloren gegangen ist. Historisch wurzelt das Weihnachtsfest in der keltischen und germanischen Feier der Wintersonnenwende. Die Umdeutung und Integration dieses Festes in den neuen Glauben (und damit Germanisierung des Christentums) war ein strategisches Element der ersten mitteleuropäischen Missionare zur Christianisierung von Germanen und Kelten.
Das Wort Weihnachten leitet sich ab von der mittelhochdeutschen Wendung (ze den) wîhen nahten ("(in den) heiligen Nächten"), also von einem Dativ Plural, und ist erstmals aus den Jahren um 1170 literarisch belegt. Der Spruchdichter Spervogel sagte, dass Christus ze wihen naht geborn wart.
Geschichte
Zum Sonnwendfest der Römer wurden Feuer angezündet und zur Freude auch Andersgläubige, wozu damals auch die Christen zählten, eingeladen. Das Fest soll sich so auf das Christentum übertragen haben. In Anlehnung an die Feier des spätrömischen Sol Invictus bzw. Mithras am 25. Dezember hat die Kirche (zunächst in Rom) eine Ersetzung des römischen Sonnengottes durch Christus als dem "Licht der Welt" vollzogen. Man legte den Termin der Geburt des Sinnstifters Christus auf dieses Fest. Das Sonnenfest erhielt nun also die Bedeutung als Fest der neuen Sonne, Jesu Christi. Die Integration der christlichen Theologie der Geburt Christi in den Sonnenkult fand unter Kaiser Konstantin I. (285–337) statt. Konstantin war insbesondere aus politischen Gesichtspunkten an dieser Integration interessiert. Unter Konstantin erhielt übrigens auch der Sonntag die Bedeutung als Tag des Herrn. Das Weihnachtsfest als christliches Fest wurde erst ab dem 4. Jahrhundert gefeiert, nachdem das Christentum im Römischen Reich schließlich zur alleinigen Staatsreligion erhoben worden war.
Diese Entwicklung erfolgte allerdings nicht widerspruchsfrei. Leo der Große zeigte sich in seiner siebten Predigt (In nativitate) sogar besorgt darüber, dass Christen sich für "heidnische" Bräuche interessierten. Auch gab es Distanzierungsversuche, die das Datum besser von seiner nichtchristlichen Vergangenheit loslösen sollten. Insbesondere Augustinus erklärte, dass Jesus nicht mit der Sonne gleichzusetzen sei, wenngleich er sie geschaffen hätte. Gleichzeitig bekämpfte er in der 190. Predigt jene, die Weihnachten nicht feierten.
Im Germanien wurde das Julfest gleichfalls Mitte Dezember gefeiert, so dass es verschiedentlich Versuche von nichtchristlicher Seite gab, das christliche Weihnachtsfest durch das Julfest zu ersetzen.
Historisch und nicht aus kirchenhistorischer Sicht betrachtet, sind die Weihnächte oder auch Rauhnächte ein uraltes heidnisches Ritual. Dieses Ritual dürfte mindestens so alt wie Stonehenge sein, also über 5000 Jahre. Erst Karl der Große machte in Mitteleuropa um 800 das Weihnachtsfest zum Kirchenfest, wer demnach die alten Riten feierte, wurde mit dem Tod bestraft. Seinen Ursprung hat dieses Fest in der germanischen Zeitberechnung. Die Germanen kannten das Mond- und das Sonnenjahr, wobei sie in Mondzyklen (ca. 29,5 Tage) rechneten. Da das Sonnenjahr aber 365 Tage hat, besteht eine Differenz von 11 Tagen und 12 Nächten. Die 12 Nächte sind die 12 Weihnächte oder auch 12 Rauhnächte. Eine jede steht für einen Mondzyklus. Zur Mitte der Weihnächte, nämlich zu Silvester, sollte Wotan mit den Toten zur wilden Jagd aufbrechen. Daher auch der Brauch, zu Silvester Lärm zu erzeugen. Die indogermanischen Kelten feierten diesen Brauch zu Samhain, was in der Neuzeit zum verkitschten Halloween avancierte. Wotan war nicht nur oberste Gottheit der Germanen, sondern auch der Weltenwanderer, der es verstand, sich zu verwandeln. In der Mythologie verwandelte er sich u.a. in eine Fichte; daher ist die Fichte Symbol bei heidnischen Julfeiern. Zur Herkunft des Christbaums aus dem den Paradiesspielen am 24. Dezember vgl. Weihnachtsbaum.
Die Kirche feierte die Geburt Jesus nicht immer zu Weihnachten. Es gab im Verlauf der Kirchengeschichte verschiedene Doktrinen, eine davon hielt an der Geburt Jesu im März fest.
Problematik der Datierung der Geburt Jesu Christi
Die Geburt Christi gilt als Beginn der abendländischen Zeitrechnung. Allerdings liegt das tatsächliche Datum der Geburt Jesu wahrscheinlich früher, und zwar zwischen 7 v. Chr. und 2 v. Chr.. Da der Stern von Betlehem von einigen Wissenschaftlern mit einer speziellen Konstellation aus Saturn und Jupiter im Sternzeichen der Fische gleichgesetzt wird, die nur alle 805 Jahre zu sehen ist, wie auch Johannes Kepler festgestellt hatte, mutmaßen manche, dass Jesus im Jahr 7 v. Chr. geboren wurde, als diese Planetenkonstellation wieder einmal aufgetreten war .
Wie das Jahr der Geburt Christi lässt sich
auch der Tag seiner Geburt nicht genau feststellen. Es handelt sich somit für Christen bei Weihnachten vielmehr um eine symbolische Feier als Ausdruck der Freude über dessen Geburt. Im Kirchenkalender gut gelegen im dunklen Dezember (am Ende des gregorianischen Kalenderjahres) und ein paar Monate vor Ostern, der Feier der Auferstehung Christi. Eine historisch sichere Datierung des Geburtstages Christi ist mit dem Weihnachtstermin nicht beabsichtigt.
Nach einigen Hinweisen des Lukasevangeliums lässt sich sogar, ausgehend vom Tempeldienst des Zacharias, des Vaters von Johannes dem Täufer, berechnen, dass die Geburt Jesu nicht im Dezember, sondern etwa zur Zeit des jüdischen Laubhüttenfests stattgefunden haben muss: Zacharias hatte Priesterdienst im Tempel zu Jerusalem, als ihm die Geburt seines Sohnes Johannes angesagt wird; seine Frau Elisabeth wird darauf schwanger. Maria, die Mutter Jesu, erfährt, nachdem Elisabeth bereits seit fünf Monaten schwanger ist (Tempeldienst + 150 Tage), dass sie, obwohl Jungfrau, mit einem Sohn, den sie Jesus nennen soll, schwanger werden soll. Jesus kam 9 Monate später auf die Welt (Tempeldienst + 150 Tage + 270 Tage). Lukas erwähnt, dass Zacharias zur Familie der Abija gehörte, und in 1. Chronik 24,10 wird angegeben, dass die Familie Abija in der Amtsordnung das achte Los hatte, das heißt also, dass Zacharias 8 Wochen nach dem Passah-Fest Tempeldienst hatte, etwa Mitte Juni. Das bringt die Empfängnis von Jesus (+ 150 Tage) in den Dezember und seine Geburt gut 9 Monate später in die Zeit des Laubhüttenfests. Eine solche Rechnung setzt jedoch eine genaue Kenntnis des Alten Testaments der Bibel und der jüdischen priesterlichen Tempelordnung voraus. Eine alternative Berechnung wäre, dass Zacharias 8 Wochen nach dem YomKippur Dienst im Tempel war womit Jeshua im März/April geboren worden wäre. Dies kommt daher, dass die Priester zwei Mal jährlich im Tempel gedient hatten.
Hinzu kommt, dass nach Lukas 2,8 zur Zeit der Geburt Jesu "Hirten auf dem freien Feld [lagerten] und Nachtwache bei ihrer Herde [hielten]", was eine Geburt im Dezember ebenfalls unwahrscheinlich erscheinen lässt.
Der Weihnachtstermin in den ersten Jahrhunderten
Zunächst galt der 6. Januar, Epiphanias, als der Weihnachtstermin. Auch hat man in den Anfängen des Christentums verschiedene andere Tage wie den 20. April, den 20. Mai oder den 18. November als den Tag der Geburt des Herrn gefeiert.
In Anlehnung an die Feier des spätrömischen Sol Invictus bzw. Mithras am 25. Dezember hat die Kirche (zunächst in Rom) eine Ersetzung des römischen Sonnengottes durch Christus als dem "Licht der Welt" vollzogen. Die erste Kalendernotiz, die die Geburt Jesu auf den 25. Dezember festlegt, findet sich beim Kopisten Furius Dionysius Filocalus aus dem Jahre 354. Demnach hat man das erste Weihnachtsfest im Jahr 336 in Rom gefeiert. Die Christen waren davon überzeugt, dass Jesus Christus die wahre Sonne ist; deshalb haben sie wohl das Fest des Sol Invictus vom 25. Dezember schließlich für sich beansprucht.
Mit einer Weihnachtspredigt des Johannes Chrysostomos am 25. Dezember 386 beginnt dann die schriftliche Überlieferung des Datums als christliches Weihnachtsfest. Die etwas obskure offizielle Begründung für das Datum war, dass die Empfängnis exakt am Jahresanfang stattgefunden haben soll, damals also am 25. März. Addiert man 9 Monate, ergibt sich der 25. Dezember.
Die Festlegung auf den Heiligabend geschah erst, seit unter Bonifatius das heidnische Germanien missioniert wurde. Weil der 24. Dezember der erste Tag ist, der wieder länger wird, feierten die Germanen das Fest der Sonnenwende (Solstitium). Bonifatius wollte diesen Umstand nutzen und genau an diesem Termin die Geburt Jesu feiern.
Der Mithrakult und das Weihnachtsfest
Einige Ähnlichkeiten zwischen Christentum und Mithraismus waren so stark, daß St. Augustin erklärte, die Mithra Priester beten denselben Gott an wie die Christen.
Mithra wurde am 25. Dezember geboren, genannt "Geburtstag der unbesiegten Sonne", was endlich von den Christen im vierten Jahrhundert AD als Geburtstag von Christus übernommen wurde. Einige sagen daß Mithras der blutschänderischen Vereinigung zwischen dem Sonnengott und seiner eigenen Mutter entsprang. Einige behaupten Mithras Mutter war eine sterbliche Jungfrau. Andere hingegen sagen, daß Mithras keine Mutter hatte sondern wundersam einem weiblichen Felsen entsprang, dem "petra genetix", der vom phallischen Blitz des himmlischen Vaters befruchtet wurde.
Die Zeugen von Mithras Geburt waren Schafhirten, sowie Weise die Geschenke zur heiligen Geburts-Höhle des Felsens brachten. Der Mithrakult ist ein alter iranischer Kult, der im römischen Reich als Mitraskult übernommen wurde. Dieser geht möglicherweise auf einen noch älteren indogermanischen Kult zurück.
Weihnachten in den Westkirchen
Heute wird in fast allen westlichen Staaten, also in der EU und in USA, am 25. Dezember der Geburtstag von Jesus Christus gefeiert.
In einigen Ländern (so auch in den deutschsprachigen) feiert man das Fest bereits am 24. Dezember als Heiliger Abend, obwohl meist der offizielle Feiertag am 25. Dezember gesetzlich festgelegt ist. Der Grund hierfür liegt in der Begehung der Vigilien, die stets am Abend vor dem eigentlichen Fest beginnen (so z.B. auch an Ostern („Osternacht“).
Weihnachten in den Ostkirchen
Diejenigen orthodoxen Kirchen, die liturgisch am julianischen Kalender festhalten (Altkalendarier), feiern Weihnachten derzeit an unserem 7. Januar (dem 25. Dezember des julianischen Kalenders) und Epiphanias an unserem 19. Januar (dem julianischen 6. Januar). Die armenisch-orthodoxe Kirche feiert Epiphanias am 18. Januar.
Die übrigen orthodoxen Kirchen, die Neukalendarier, die sich liturgisch am gregorianischen bzw. weltlichen Kalender orientieren, feiern Weihnachten auch an unserem 25. Dezember.
Nichtchristen und das Weihnachtsfest
Die weihnachtlichen Bräuche werden von Angehörigen nichtchristlicher Religionen oder Atheisten begangen und sind auch in weitgehend unkirchlichen Regionen und Ländern Europas und darüber hinaus verbreitet. Weihnachten wird also oft primär als Folklore und nicht mehr als christliches Fest gefeiert. So ist der Brauch, am Heiligabend in den Gottesdienst zu gehen, teilweise auch unter Atheisten verbreitet.
Islam und Weihnachten
Jesus Christus wird im Islam als Isa der Prophet, aber nicht als der Sohn Gottes anerkannt: "Gott hat nicht gezeugt und wurde nicht gezeugt" heißt es in Sure 112:3. Daher ist seine Bedeutung im Islam mit der im Christentum nicht vergleichbar. Ein eigener islamischer Feiertag, der dem christlichen Weihnachtsfest gleichzusetzen wäre, existiert daher nicht.
Gleichwohl kennt der Koran eine Weihnachtsgeschichte; sie wird in den Suren 3:45ff und 19:16-34 überliefert (Ayat 19): Gabriel "sprach: 'Ich bin der Bote deines Herrn. (Er hat mich zu dir geschickt,) auf daß ich dir einen reinen Sohn beschere.'" (Text der Koranübersetzung auf islam.de)
Die Nähe zum Christus-Hymnus Johannes 1, der die Weihnachtsgeschichte ersetzt, fällt auf:
:1Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. 2Dasselbe war im Anfang bei Gott. 3Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. 4In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen.
:9Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. 14Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
:(Lutherübersetzung)
Gleichfalls zu Lukas 1:
:26Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, 27zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. 28Der Engel kam zu ihr hinein und sprach: "Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir!
:29Sie aber erschrak über die Rede und dachte: "Welch ein Gruß ist das?"
:30Und der Engel sprach zu ihr: "Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. 31Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. 32Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, 33und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben."
:(Lutherübersetzung)
Die Herabsendung des Koran und die Sendung Christi in die Welt werden in vergleichbaren Bildern und Begriffen dargestellt. Es geht um das göttliche Licht in der Nacht. Von großer Bedeutung dabei ist der Engel Gabriel. Dem Koran kommt im Islam eine Stellung zu, die der Christi im Christentum nahe kommt. Er ist die Offenbarungsquelle, an der sich alles andere zu messen hat. Die von Religionswissenschaftlern zuweilen behauptete Parallelität von Koran zu Jesus Christus und Mohammed zur Bibel - beide geben Zeugnis vom "Wort Gottes" - lässt sich hier nachvollziehen.
Das Weihnachtsfest
Die Weihnachtsfeiertage gelten in den meisten abendländisch geprägten Ländern als das wichtigste Fest im Jahr. Zu dem hat es sich seit dem 18. Jahrhundert entwickelt. Die Weihnachtsfeiertage sind eine Zeit, in der traditionell die Mitglieder der Familie zusammenkommen. Verwandten und Freunden macht man Geschenke.
Dabei fällt das Weihnachtsfest gelegentlich auch mit dem Neujahrsfest zusammen, wie das russische Jiolka-Feste. Säkularisierung und Kommerzialisierung sorgen dafür, dass das Weihnachtsgeschäft die umsatzstärkste Zeit des Einzelhandels ist.
Im Jahr 2004 gaben die Deutschen laut Umfragen und Schätzungen durchschnittlich ca. 350 Euro aus (-38% im Vergleich zum Vorjahr). Während in Deutschland bei den Weihnachtseinkäufen somit ein Rückgang zu verzeichnen war, ließen sich andere Nationen die Weihnachtsgeschenke durchaus etwas kosten. Ein US-Amerikaner gab durchschnittlich 1288 Euro für Geschenke aus (-5% gegenüber 2003), Iren 1270 Euro (+19%), Engländer 1223 (+14%), Italiener 716 Euro (-20%), Belgier 582 Euro (-14%), Franzosen 551 Euro (-2%), Niederländer 386 Euro (-35%).
In der Werbesprache wird seit einigen Jahren der Begriff Weihnachten manchmal durch den Anglizismus "Xmas", einer Verkürzung von "Christmas", ersetzt.
Weihnachtsmann und Christkind
Während vor allem in mehrheitlich katholischen Regionen (z.B. in Süddeutschland) das Christkind den "artigen Kindern" die Geschenke bringt, geht der heutige Weihnachtsmann vor allem auf die europäischen Volkslegenden um den Heiligen Nikolaus zurück. Nikolaus von Myra war ein Bischof im 4. Jahrhundert, der Kern zahlreicher Legendenbildungen war. Unter anderem wird er als Schutzpatron der Kinder verehrt. In den 1920ern setzte sich mehr und mehr die rot-weiße Robe des Weihnachtsmanns durch. Dieses Bild wurde von dem Cartoonisten Haddon Sundblom aufgegriffen, der 1931 für die Coca-Cola Company im Rahmen einer Werbekampagne den Weihnachtsmann zeichnete. Diese Werbung war so erfolgreich, dass vielfach fälschlicherweise behauptet wird, Coca-Cola hätte den modernen Weihnachtsmann erfunden (siehe auch Hintergrund-Artikel in DIE ZEIT [http://www.zeit.de/stimmts/1999/199952_stimmts_cola_wei]).
Weihnachtsbräuche
Nikolaus von Myra
Weihnachtsbräuche sind feste tradierte Bestandteile des Weihnachtsfestes, die sich um das Geschehen und die Geschichte von Weihnachten herausgebildet haben.
Zu Weihnachtsbräuchen gehört z. B. der Weihnachtsbaum (Christbaum). Das Grün der immergrünen Tanne (in der Praxis oft eine Fichte) symbolisiert das auch im Winter nicht absterbende Leben, die Kerzen die Wiederkehr des Lichtes und die Hoffnung auf die hellere Jahreszeit. Der ganze Baum kann auch als Symbol für den Baum des Lebens im Paradies verstanden werden. Die erste Tanne als Symbol für Weihnachten wird urkundlich erstmals Anfang des 17. Jahrhunderts in Straßburg erwähnt. Weitere weihnachtliche Symbole sind u. a. der Schwibbogen und der Adventsstern.
Ein seit Jahrhunderten in Island gepflegter Adventsbrauch ist das Verzehren von fermentiertem Rochen am Tag vor Weihnachten.
Konsumfest
Aufgrund des Brauches, zum Weihnachtsfest Geschenke auszutauschen, weckt das Weihnachtsfest auch hohe Erwartungen bei Händlern und Konsumenten. Das Weihnachtsgeschäft, zu dem mit weihnachtlichen Symbolen bereits im Herbst offensives Marketing betrieben wird, ist für den Einzelhandel zu einer festen wirtschaftlichen Größe geworden, wobei die dem Fest früher zugeschriebenen Bedeutungen kaum noch eine Rolle spielen. Insbesondere der Austausch besonders teurer Geschenke oder der sogenannte Weihnachtsstress bei der zeitgerechten Erfüllung der materiellen und immateriellen Erwartung der Familienmitglieder ruft Kritik an der heutigen Praxis des Weihnachtsfestes auf den Plan. So wird das Fest oftmals als "Konsumfest" bezeichnet, um damit die Entfernung von den christlichen Inhalten auszudrücken.
Literatur
- Cullmann, Oscar: Die Entstehung des Weihnachtsfestes und die Herkunft des Weihnachtsbaumes; Stuttgart: Quell-Verlag, 19944; ISBN 3-79182326-4 (eine sehr solide und allgemeinverständliche Erklärung des Weihnachtsfestes aus christlicher Sicht)
- Lama Thubten Yeshe: Weihnachten. Gedanken eines tibetischen Lamas über Weihnachten; Berlin: Theseus Verlag; ISBN 3-89620-008-9
- Förster, Hans: Weihnachten - Eine Spurensuche; Berlin: Kadmos Verlag, 20052; ISBN 3-93165-947-X
- Hanan Isachar: Zeremonien im Heiligen Land; Neu-Isenburg: Melzer Verlag, 2005; ISBN 3-937389-62-8
- Usener, Hermann: Das Weihnachtsfest; Bonn: H. Bouvier Verlag, 19693
- Wormer, Holger; Filser, Hubert: Schöne Bescherung!; Freiburg: Herder, 2004; ISBN 3-45128-539-8
Siehe auch
- Siehe Portal:Weihnachten als Wegweiser zu Artikeln rund um Weihnachten
- Advent, Heiligabend, Nikolaustag
- Stille Nacht, heilige Nacht, Weihnachtsbaum
- Barbaratag
- Brauchtum zu Weihnachten
- Weihnachtskrippe, Weihnachtsfrieden
Weblinks
- [http://www.lexi-tv.de/lexikon/thema.asp?InhaltID=1008 MDR, Sendung "Lexi TV", Stichwort: Weihnachten/Weihnachtsbräuche]
- [http://www.planet-wissen.de/pw/Artikel,,,,,,,B1FFA9FF75404E9FE034080009B14B8F,,,,,,,,,,,,,,,.html WDR, Sendung "Planet Wissen", Stichwort: Weihnachten]
- [http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=h&ressort=ws&id=458067 Die Presse - Weihnachtsfest. Doch nicht heidnisch inspiriert?]
- [http://www.katholisch.de/2548_7557.htm Katholische Kirche in Deutschland: Weihnachten]
- [http://www.ratgeber-weihnachten.de Weihnachtslinks thematisch geordnet]
- [http://www.weihnachtsoffice.de/htm/braeuche.htm Weihnachten weltweit]
- [http://www.brunnvalla.ch/d/weihnachtsbilder2.htm Weihnachtsbilder]
- [http://www.flw.com/merry.htm Der Weihnachtsgruß "Frohe Weihnachten!" in über 350 Sprachen]
Kategorie:Familienfest
ja:クリスマス
ko:크리스마스
ms:Krismas
simple:Christmas
Skandinavien
Skandinavien ist ein Begriff für eine geographische Region. Es umfasst, Dänemark, Norwegen und Schweden, die sich durch ähnliche Sprachen von den benachbarten, durch die Geschichte verbundenen heutigen Staaten Nordeuropas unterscheiden, mit Ausnahme von Island und den Färöern. Deren Sprachen (Isländisch als Landes- wie Amtssprache, Färöisch als Landessprache, aber nicht als Amtssprache) werden ebenfalls zu den skandinavischen Sprachen gezählt.
Die Nordischen Länder umfassen darüberhinaus Finnland, Island, Grönland und die Färöer. In diesen Ländern wird neben den anderen Sprachen auch Schwedisch bzw. Dänisch (Schwedisch in Finnland als zweite Landes- wie Amtssprache und Dänisch in Grönland und auf Färöern als Amtssprache) gesprochen. Alle Nordischen Länder sind Mitglieder des Nordischen Rats.
Manchmal wird im deutschen Sprachgebrauch auch Finnland zu Skandinavien gezählt. Skandinavien und Finnland werden allerdings korrekterweise unter dem Begriff Fennoskandinavien zusammengefasst.
Finnland bildete jahrhundertelang die Osthälfte Schwedens (lat. Ostrobothnia, schwed. Österbotten). Auch gibt es in Finnland eine trotz kleinem Bevölkerungsanteil politisch nicht unbedeutende schwedische Minderheit, und Schwedisch (Finnlandschwedisch) ist zweite Landessprache in Finnland. Die finnische Sprache unterscheidet sich allerdings sehr vom Schwedischen und zählt nicht zu den germanischen, noch nicht einmal zu den indogermanischen Sprachen, sondern zur Familie der finnougrischen Sprachen, zu der auch Ungarisch zählt. Aufgrund der langen gemeinsamen Geschichte hören es manche Finnen nicht gerne, mit den Schweden begrifflich subsumiert zu werden. Genauso wenig wie manche Schweden mit Finnland in Verbindung gebracht werden wollen.
Im Norden Schleswig-Holsteins (Südschleswig) lebt zudem eine dänische Minderheit.
Zusammen mit den britischen Inseln, dem Baltikum und dem Nordwesten Russlands bilden die nordischen Länder Nordeuropa. Skandinavien war in der Antike als Scandza bekannt.
Bekannt für die skandinavischen Länder sind die Kreuzflaggen, die jeder heutige offizielle Staat Skandinaviens hat.
Der Begriff Skandinavien kommt von der latinisierten Form des altschwedischen Begriffes Skathinawjö. Hierbei bedeutet Skathin- "Gefahr" oder "Schaden" und -awjö "Insel" oder "Halbinsel". Der Name Skandinavien bedeutet also etwa die gefährliche Halbinsel, was sich wahrscheinlich auf gefährliche Meeresströme um die schonische Halbinsel bezieht. Der Begriff Skandinavien ist etymologisch verwandt mit Schonen, und Skanör. Andere sehen den Wortursprung bei der germanischen Göttin Skadi.
Weblinks
- [http://www.lysator.liu.se/nordic/ Nordic FAQ] (engl.)
- [http://www.norden.org/ Nordic Council] (engl.)
Kategorie:Europa
als:Skandinavien
ja:スカンディナヴィア
ko:스칸디나비아
simple:Scandinavia
zh-min-nan:Skandinavia
FinnmarkDer Begriff Finnmark bezeichnet:
# die ehemalige Währungseinheit von Finnland, siehe: Markka
# einen Verwaltungsbezirk (Fylke) in Norwegen, siehe: Finnmark (Verwaltungsbezirk)
# die Orsa-Finnmark ist eine Region in Zentralschweden
Saami
]
Die Sámi sind ein in Lappland - in Norwegen (40.000), Schweden (20.000), Finnland (6.500) und Russland (4.000, auf der Halbinsel Kola) - lebendes indigenes Volk.
Die Sprache der ca. 70.000 Sámi gehört zum samojedischen Zweig der Finno-ugrischen Sprachen und ist eine der kleinsten in Europa.
Andere Bezeichnungen/Schreibweisen: Lappen, Samen, Samit, Sami, Saami, Sámi
Geschichte
Frühgeschichte
Schon seit der Jungsteinzeit bewohnten die Sámi große Teile Skandinaviens. Beweise dafür liefern 10.000 Jahre alte Funde von Menschen, zum Beispiel Reste von Feuerplätzen oder Pfeilspitzen. Man hat auch 6.000 Jahre alte Felsmalereien im nordnorwegischen Alta gefunden. In dieser Zeit lebten die Sámi als Jäger, Sammler und Fischer. Ihr damaliges Siedlungsgebiet erstreckte sich vom Norden bis weit in den Süden Skandinaviens und bis zum Weißen Meer in Russland.
Aus der Zeit von 1500 v. Chr. bis 300 n. Chr. haben Archäologen Asbestkeramik gefunden, die ein Merkmal der samischen Bevölkerung ist. Daneben wurden auch Fanggruben entdeckt. Mit ganzen Fanggrubensystemen hat man Elche und Rentiere gefangen. Aber auch in Schriften aus dieser Zeit gibt es Hinweise auf die Sámi, so werden sie von Tacitus im Jahre 98 n. Chr. und vom griechischen Historiker Prokopius 555 n. Chr. als Skrithfinoi erwähnt.
Mittelalter
Im Mittelalter begann das Zeitalter der Wikinger, welches auch für die Sámi Auswirkungen hatte. Zu dieser Zeit bevölkerten sie zwei Drittel der Fläche Skandinaviens. In samischen Erzählungen wird erkennbar, dass es einen lang andauernden Konflikt zwischen ihnen und den Wikingern gegeben haben muss.
Später begannen die Sámi mit den Wikingern Handel zu treiben. Tierhäute und Felle tauschte man gegen Salz, Edelmetalle zur Schmuckherstellung und Metallklingen ein. Mit der Zeit begann man auch mit Reisenden aus dem Norden des europäischen Festlandes zu handeln. Diese Beziehungen bewirkten einen kulturellen Sprung in der samischen Gesellschaft. Von einem steinzeitlich geprägten Volk entwickelten sie sich zu einer Gesellschaft mit einem eigenen Währungssystem. Ihre Währung wurde als Tjoervie bezeichnet.
Allerdings beginnt im Mittelalter auch die Unterwerfung der Sámi durch die benachbarten größeren Völker. Schon damals begannen der norwegische König und der russische Zar damit, Steuern zu erheben. So begann mit dem Ende des Mittelalters für die Sámi nicht das Zeitalter der Aufklärung und Erleuchtung wie für viele Teile Europas, sondern im Gegenteil die systematische Eroberung des samischen Siedlungsgebietes durch die angrenzenden Nationen.
Frühe Neuzeit
Zuerst versuchte man, die Sámi durch Christianisierung in die Nationalstaaten einzugliedern. So wurde 1603 die erste Kirche in Lappland errichtet.
1635 wurde in Nasafjäll eine Mine eröffnet, in der Eisenerz abgebaut werden sollte. Die Sámi wurden gezwungen, in der Mine zu arbeiten. Wer sich widersetzte, wurde brutal bestraft. Weil daraufhin viele versuchten, aus diesem Gebiet zu fliehen, schickte die Regierung Truppen um diese Abwanderung an „Arbeitskräften“ zu verhindern.
1673 war der offizielle Start zur Kolonisation des heutigen Lappland. Die Regierung schickte Siedler in die Gebiete der Sámi und gab ihnen das Recht auf Nutzung ihres Bodens und der Gewässer. Die Siedler durften von den Sámi sogar Abgaben fordern. Durch die unkontrollierte Jagd, die die Siedler betrieben, verkleinerten sich die Bestände der Tiere rasant; einige Arten wurden beinahe ausgerottet. Aufgrunddessen kam es bei den Sámi teilweise zu Nahrungsknappheit und Hungersnöten.
Die Christianisierung wurde so radikalisiert, dass solche Sámi, die sich nicht bekehren wollten und ihrem eigenen Glauben nachgingen, zum Tode verurteilt wurden. Auch die religiösen Stätten der Sámi wurden zerstört.
Von 1720 bis 1729 wurde ein Teil der Sámi in für sie vorgesehene Gebiete umgesiedelt. Dies wurde so vom schwedischen König angeordnet.
Durch einen weiteren königlichen Beschluss wurde 1751 mit einem Gesetz „Lappland“ gegründet. Durch dieses Gesetz wurden die Jagdrechte zwischen den Siedlern und den Sami aufgeteilt. Trotzdem blieben die Sami stark benachteiligt und es sollte noch länger dauern, bis die wirkliche Gleichstellung vollzogen sein würde.
1755 wurde das Neue und 1811 das Alte Testament in die samische Sprache übersetzt.
1809 begann eine weitere schwierige Zeit für die Sami. Im Norden wurde die Grenze zwischen Finnland und Norwegen festgesetzt, was sich ab 1852 negativ für die Sámi auswirken sollte: Durch einen religiösen Streit in der Grenzregion wurden die Grenzen geschlossen. Dies bedeutete, dass die Sami von den Rentierherden abgeschnitten wurden, was zu Nahrungsmangel führte.
20. und 21. Jahrhundert
In der Zeit von 1860 bis 1920 wurde versucht, Gesetze und Verordnungen zu schaffen, die eine Verbesserung der Lage der Sámi bewirken sollten. Es wurden jedoch auch viele Gesetze geschaffen, die den Siedlern Vorteile gewährten. Auch als 1917 und 1918 erste nationale Sámi-Konferenzen stattfanden, blieben die Sámi offiziell ein minderwertiges Volk. Einige versuchten sich aus diesem Schicksal zu befreien und sich in die schwedische Gesellschaft zu integrieren oder neben der Rentierzucht zu einem Nebenverdienst zu kommen. 1952 ging in Schweden das erste Radio von und für Sámi auf Sendung.
Als sich 1986 die Katastrophe von Tschernobyl ereignete, wurden 73.000 Rentiere allein in Schweden radioaktiv belastet und somit fehlten den Sami wichtige Nahrungsquellen. Die Regierungen versprachen Entschädigungen, die jedoch weit niedriger ausfielen als benötigt wurde.
In den 1980er Jahren wurden in Norwegen der Samische Rechtsausschuss und der Samische Kulturausschuss gegründet. Ein Samisches Parlament (Samediggi) wurde vom Samischen Rechtsausschuss geschaffen und schließlich im September 1989 gewählt. 1993 wurde auch in Schweden ein Parlament von den Sámi gewählt.
In einer öffentlichen Ansprache des norwegischen Königs Harald V. im Jahre 1997 entschuldigte er sich für die Art und Weise, mit der die samische Bevölkerung in der Vergangenheit behandelt wurde.
Im Jahre 2000 wurde ein samischer Nationalfond in der Höhe von 75 Millionen norwegischen Kronen (ca. 10 Mio. Euro) eingerichtet. Er soll zu Stärkung der samischen Sprache und Kultur verwendet werden und als Entschädigung für die durch Unterdrückung verursachten Schäden und Ungerechtigkeiten dienen.
In Schweden gab es jedoch in der letzten Zeit noch einige Konflikte im Zusammenhang mit den Rentieren und deren Besitzer.
Die Stellung der Sámi hat sich also in den letzten 20 Jahren stark verbessert. Dennoch gibt es in Vielem noch Handlungsbedarf.
Gegenwart
Die Lebensweise der verbliebenen von der Rentierzucht lebenden Sámi (sie machen etwa 8% aus) ist zunehmend von Konflikten mit privaten Landbesitzern bedroht, die ihnen den Zugang zu den traditionellen Winterweiden versagen.
1956 gründeten Sámi aus Finnland, Norwegen und Schweden als Interessenvertretung den Nordischen Sámi-Rat.
Sprache
siehe dazu den Hauptartikel Samische Sprachen
Kultur
Zur Kultur der Sámi gehört die Pflege des in Europa einzigartigen Joik-Gesangs. Das Joiken gehört u. a. auch zum Repertoire der zur Zeit bekanntesten Sámi-Musikerin, der in Norwegen geborenen Mari Boine. Ein anderer bemerkenswerter Sámi-Musiker ist der in Finnland geborene Wimme. Beide mischen die traditionellen Lieder ihrer Vorfahren und Stammesbrüder mit modernen Elementen und Rhythmen und werden deswegen auch den so genannten Weltmusik-Künstlern zugerechnet.
Der deutsche Völkerkundler Erich Wustmann hat viele Jahre in Lappland gelebt und mehrere Filme und Bücher über Lappland und die Sámi veröffentlicht.
Eine umfangreiche Sammlung zu Kultur und Geschichte der Sámi beherbergt das Siida Sámi Museum in Inari, Finnland.
Siehe auch: Flagge der Sami
Weblinks
- [http://www.idresameby.se/ Seite der Idre Sámi Siida, der südlichsten Samengemeinschaft Schwedens]
- [http://lotta.yle.fi/srwebanar.nsf/sivut/frontpage Sami Radio des Finnischen Rundfunks] (engl.)
- [http://www.itv.se/boreale/samieng.htm An introduction to the Sami people] (engl.)
- [http://www.lysator.liu.se/nordic/scn/faq23.html Artikel über die Sámi in der Nordic FAQ] (engl.)
- [http://www.nrk.no/lyd Sami Radio des norwegischen Rundfunks als Webradio] (Streaming-Links)
Literatur
- Hemmer, I. (1996): Die samische Rentierwirtschaft 10 Jahre nach Tschernobyl. In: Geographische Rundschau, Band 48, Heft 7/8, S.461-465
- Lindemann, R. (1990): Die Samen - eine Minderheit in Nordeuropa. In: Geographie heute, Band 85, S. 28-31
Kategorie:Finnougrier
Kategorie:Europäische Ethnie
Kategorie:Indigenes Volk in Russland
Kategorie:Indigene Völker
Kategorie:Lappland
als:Saami
ko:사미인
Dänen
Die Dänen sprechen Dänisch, eine nordgermanische Sprache. Die Mehrzahl der 5,5 bis 6 Mio. Dänen lebt in Dänemark; daneben gibt es Minderheiten in Südschleswig (Bundesland Schleswig-Holstein), Grönland, den Färöer, sowie in den Einwanderungsländern USA und Kanada.
Zwischen 200 und 500 n. Chr. wanderten die skandinavischen Vorfahren der Dänen aus Norwegen und Schweden in das heutige Dänemark ein. Bis in das 9. Jahrhundert kam es zu Eroberungszügen und Besiedelung von Teilen Englands durch dänische Wikinger. 960 lässt sich der Dänische König Harald Blauzahn taufen. Die Dänen werden Christen. 1536 werden die Dänen evangelisch-lutherisch.
Die 50.000 Dänen in Südschleswig sind wie Sorben, Friesen und Sinti und Roma als nationale Minderheit in der Bundesrepublik Deutschland anerkannt.
Siehe auch: Geschichte Dänemarks, Südschleswigscher Wählerverband, Dänische Sprache
Kategorie:Europäische Ethnie
Kategorie:Germanischer Stamm
Kategorie:Dänemark
SkisportSkisport ist der Sammelbegriff für alle Sportarten, zu deren Ausübung das Sportgerät Ski benötigt wird. Skisport zählt zusammen mit dem Snowboardsport zum Schneesport und ist eine Wintersportart.
Man unterscheidet beim Skisport den Wettkampfsport und den Breitensport. Zum Wettkampf-Skisport zählen die folgenden Disziplinen:
- Alpiner Skisport mit den Wettbewerben Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Slalom und Alpine Kombination
- Nordischer Skisport mit den Disziplinen Langlauf, Skispringen und Nordische Kombination
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Kategorie:Ski
Roald Amundsen
Roald Engebreth Gravning Amundsen ( - 16. Juli 1872 in Hvidsten/Fredrikstad bei Oslo, verschollen und vermutlich † 18. Juni 1928) war ein norwegischer Polarforscher. Er erreichte am 14. Dezember 1911, vor seinem britischen Rivalen Robert Falcon Scott, als erster Mensch den Südpol.
Biographie
Südpol
Frühe Expeditionen
Nach einem abgebrochenen Medizinstudium fuhr Amundsen mehrere Jahre zur See und nahm auch an Polarexpeditionen teil. So begleitete er auch Adrien de Gerlache de Gomery als zweiter Offizier auf der Belgica-Expedition in die Antarktis.
Von 1903–1906 durchquerte das Schiff Gjøa unter der Leitung von Amundsen und mit sechs Mann Besatzung erfolgreich die Nordwestpassage, die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet, nachdem viele andere erfolglos nach ihr gesucht hatten. Unglücklicherweise war die von ihm gefundene Route von der Baffin Bay über Lancaster und Peel Sounds für die regelmäßige Schifffahrt nicht besonders brauchbar, an einigen Stellen betrug die Tiefe weniger als einen Meter. Sie fanden bei ihrer Reise Skelettreste und Geräte der verschollenen Expedition von John Franklin. Die Expeditionsmitglieder verbrachten zwei Winter in der Arktis und erforschten von ihrer Station „Gjøa Heaven“ in Nunavut, Kanada, das umliegende Land. Amundsen erforschte dabei die Lebensgewohnheiten der ansässigen Netsilik-Inuit, um die Überlebensanpassungen des Volkes zu ergründen. Die Inuit brachten ihm den Umgang mit Hundeschlitten bei und er übernahm ihre Kleidung zum Schutz vor der Kälte. Am 17. August 1905 hatte das Schiff die arktischen Inseln durchquert, musste jedoch wieder einen Winter warten. Amundsen reiste 800 Kilometer über Land bis zu dem Ort Eagle City in Alaska, um seinen Erfolg am 5. Dezember 1905 zu telegrafieren, 1906 erreichte das Schiff schließlich Nome in Alaska.
Der Südpol
Nome
Nach der erfolgreichen Expedition in der Norwestpassage begann Amundsen mit seinen Plänen für eine Expedition zum Nordpol, verwarf sie jedoch, nachdem er von den Erfolgen von Frederick Cook und Robert Peary hörte. Da er aber große Schulden hatte, brauchte er einen Erfolg, den er vorweisen konnte, und faßte kurzerhand den Entschluß, stattdessen zur Antarktis zu fahren und zu versuchen, als erster den Südpol zu erreichen. Am 9. August 1910 stach er mit der „Fram“ in See, dem Schiff des Polarforschers Fridtjof Nansen. An Bord waren 97 grönländische Schlittenhunde, die Bauteile für eine Hütte und Proviant für 2 Jahre. Eigentlich wäre für die Nordpolfahrt keine Hütte gebraucht worden, aber Amundsen behauptete, es wäre eine Beobachtungshütte, die auf dem Packeis aufgestellt werden sollte. Daß sie zur Überwinterung in der Antarktis dienen sollte, erfuhren alle erst später. Von seinen neuen Plänen unterrichtete er nur seinen Bruder Leon, da er zum einen vermeiden wollte, dass Nansen ihm das Schiff wieder verweigern könnte und wahrscheinlich auch, um seinen Rivalen Robert Falcon Scott nicht zu informieren, der 8 Wochen vor ihm mit dem gleichen Ziel aufgebrochen war. Der Schiffscrew teilte er die Planänderung erst auf See in Höhe von Madeira mit, wobei alle Mitglieder den Plan akzeptierten. Leon Amundsen teilte das Ziel der Reise der Presse am 2. Oktober 1910 mit.
Am 14. Januar erreichte das Schiff das Ross-Schelfeis an der Bay of Whales. Hier baute Amundsen sein Basislager auf, welches er Framheim nannte. Die Position lag etwa 100 Kilometer näher am Pol als die von Scott gewählte Station am McMurdo-Sund. Im Gegensatz zu Amundson hatte Scott allerdings eine bereits durch Ernest Shackleton erforschte Route über den Beardmore-Gletscher in das Antarktische Plateau. Amundsen musste seinen Weg durch das Transantarktische Gebirge erst noch suchen. Die Monate nach seiner Ankunft in der Antarktis nutzte Amundsen, um mehrere Depots für die Reise anzulegen und sich an die antarktischen Verhältnisse zu gewöhnen. Den antarktischen Winter nutzte die Crew, um die Ausrüstung zu verbessern, insbesondere die von Amundsen mitgebrachten Hundeschlitten.
Der Aufbruch zum Südpol erfolgte am 20 Oktober 1911 gemeinsam mit Olav Bjaaland, Helmer Hanssen, Sverre Hassel und Oscar Wisting und sie erreichten den Pol am 14. Dezember 1911, die Entdeckung wurde jedoch erst am 7. März 1912 bekannt gegeben. Die Gruppe kam dabei den Rivalen aus dem Vereinigten Königreich um 35 Tage zuvor. Amundsen schlug sein Camp am Pol auf und nannte es „Polheim“, Scott fand bei seinem Eintreffen nur noch das Zelt und einen Brief von Amundsen vor. Während Scott seine Expedition zwar zu Ende führte, auf dem Rückweg allerdings gemeinsam mit seinen Partnern das Leben verlor, war die Expedition von Amundsen verhältnismäßig glatt abgelaufen. Dies lag vor allem an seiner besseren Planung sowie an den Hundeschlitten. Amundsen beschrieb seine Reise in dem Buch Die Eroberung des Südpols, 1910-1912.
Eine genaue Untersuchung der Daten aus den Tagebüchern der Expeditionsteilnehmer zeigten später, dass Amundsen den Südpol sehr präzise mit maximal 200 Meter Abweichung erreicht hatte, Scotts Abweichung betrug etwa 450 Meter.
Weitere Expeditionen
Scott
Mit dem Schiff Maud erfolgte 1918–1925 die zweite Durchfahrt der Nordostpassage, die Expedition schlug allerdings fehl. 1925 flog Amundsen gemeinsam mit Lincoln Ellsworth mit zwei Flugbooten des Typs Dornier-Wal an die Position 87° 44' nördlicher Breite und erreichte damit die bis dahin nächste Position zum Nordpol mit einem Flugzeug. Bei der Landung wurde eines der Flugzeuge beschädigt und Amundsen und seine Crew brauchten mehr als drei Wochen um eine Startpiste für ihr Flugzeug zu bauen. Mit etwa 400 Gramm Nahrung pro Tag schafften sie über 600 Tonnen Eis und Schnee zur Seite. Mit sechs Mann bestiegen sie das verbleibende Flugzeug und kehrten heim, wo sie bereits verloren geglaubt waren.
Im folgenden Jahr unternahmen Amundsen und Ellsworth gemeinsam mit Umberto Nobile die erste Überquerung der Arktis in dem Luftschiff „Norge“. Sie starteten in Spitzbergen am 11. Mai 1926 und landeten zwei Wochen später in Alaska. Wahrscheinlich waren sie zugleich die ersten, die den Nordpol auf dem Luftweg erreicht hatten, da an dem Erfolg von Richard Byrd wenige Tage vor ihnen starke Zweifel aufkamen.
Amundsen starb vermutlich 1928 als sein Flugzeug, eine Latham 47, in der Arktis nahe der Bäreninsel verloren ging. Er war aufgebrochen, um den italienischen Forscher Umberto Nobile, dessen Luftschiff „Italia“ zu Boden gegangen war, zu retten, und zwar auf den Tag genau 25 Jahre, nachdem er seine Tätigkeit als Polarforscher auf der Gjøa begann. Amundsens Flugzeug, eine „Latham 47“ mit 1000 PS, eine französische Leihgabe, ist bis heute nicht gefunden worden. Man fand jedoch einen Schwimmer des Flugzeugs, der Bearbeitungsspuren trug. Wahrscheinlich hatten Amundsen und seine Gefährten versucht sich damit zu retten.
Ehrung
Die Amundsen-Scott-Südpolstation ist nach Roald Amundsen und seinem Rivalen benannt, die Amundsen-See im Südpolarmeer trägt ebenfalls seinen Namen. Auch einer der größeren Krater am Südpol des Mondes heißt Amundsen-Krater. Ebenso fährt die einzige Brigg unter den deutschen Traditionsseglern unter seinem Namen. Das Geburtshaus außerhalb von Fredrikstad ist heute Gedenkstätte und Museum und wird durch eine gemeinnützige Stiftung verwaltet.
Werke
- Die Eroberung des Südpols. Berlin, Verlag Neues Leben, 1987 (Nachdruck der Ausgabe München 1912)
- Mein Leben als Entdecker. Leipzig, Tal, 1929
Literatur
- Calic, Edouard: Kapitän Amundsen. Rostock, Hinstorff, 1961, ISBN B0000BH1U7
- Brennecke, Detlef: Roald Amundsen. Reinbek, Rowohlt, 1995, ISBN 3499505185
- Fischer, Heinrich: Amundsen am Südpol. München, Bayer. Rundfunk, 1989
- Huntford, Roland: Scott & Amundsen. München, Heyne, 2000, ISBN 3453177908
- Langner, Rainer-K.: Duell im ewigen Eis. Frankfurt, Fischer, 2005, ISBN 3596149088
Weblinks
- [http://www.gutenberg.org/browse/authors/a#a1189 Werke von Amundsen bei Gutenberg]
- [http://odin.dep.no/odin/engelsk/norway/history/032005-990461/index-dok000-b-n-a.html Biographie] (englisch)
- [http://www.bujack.de/berichte/historie/amundsen.htm Biographie, Wetterprotokoll u.a.]
- [http://www.roaldamundsen.no/ Amundsenmuseum (norwegisch)]
- [http://www.sailtraining.de/ die "Roald Amundsen" - eine klassische Brigg mit der Takelung des ausgehenden 19.Jh.].
Amundsen, Roald
Amundsen, Roald
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Amundsen, Roald
Amundsen, Roald
Amundsen, Roald
Amundsen, Roald
ja:ロアルド・アムンゼン
ko:로알 아문센
simple:Roald Amundsen
th:โรอัลด์ อะมุนด์เซน
Erik der Rote----
Erik der Rote (Eiríkur Rauði, - ca. 950, † 1003) war der Gründer der ersten Wikinger-Siedlungen in Grönland.
Sein Beiname der Rote entstand aufgrund seines roten Haupt- und Barthaares und weil "Blut an seinen Händen klebte". Erik wurde in Norwegen als Sohn von Thorvald Asvaldsson geboren, daher war sein eigentlicher Name Erik Thorvaldsson "Rauti" (Eiríkur Þorvaldsson "Rauði"). Wie in den alten skandinavischen Sprachen üblich, stellen Þorvaldsson bzw. Asvaldsson keine Nachnamen, sondern ein Patronym, also einen Vatersnamen, dar.
Um 960 musste Eriks Vater aus Norwegen fliehen, da er einen Mord begangen hatte. Die Familie ließ sich in Island nieder. Erik wurde 982 ausgestoßen, da er ebenfalls einen Mord begangen hatte. Er entschied sich, ein Land im Westen zu suchen, das bereits früher von einem Wikinger namens Gunnbjörn gesichtet worden und als Gunnbjarnarskar (Gunnbjörns Schären) bekannt war.
Nach der Saga verbrachte er drei Jahre in der Verbannung, während der er die Küsten Grönlands erkundete. Danach kehrte er zurück nach Island und warb Kolonisten an. Ihm wird die werbewirksame Bezeichnung Grönland (grünes Land) zugeschrieben. Mit 25 Schiffen und vielen Leuten fuhr er 985 nach Grönland. 14 Schiffe kamen an. Die Wikinger gründeten zwei Siedlungen, die Austbygd im Süden bei Narssarsuaq und Vestbygd nahe Nuuk. In Austbygd errichtete Erik seinen Hof Brattahlid.
Die Siedlungen blühten und wuchsen auf über 3000 Einwohner an, da es weiteren Zuzug aus Island gab. Ein schwerer Schlag war eine Epidemie, die Neukolonisten 1002 nach Grönland brachten und der auch Erik 1003 zum Opfer fiel. Die Kolonie erholte sich jedoch und bestand bis zum 15. Jahrhundert, wenngleich der regelmäßige Schiffsverkehr mit Europa schon früher abbrach.
Soweit bekannt, hatte Erik vier Kinder: Leif Eriksson, den Entdecker Vinlands, Thorvald Eriksson, Thorstein Eriksson und Freydis Eriksdottir.
Literatur
- Hans-Jürgen Krüger: Erik der Rote und Leif der Glückliche: eine Biographie der Eriksfamilie. Hamburg 1990. ISBN 3-927858-05-6
Weblinks
- [http://www.heimskringla.no/original/islendingesagaene/eirikssagarauda.php Eiríks saga rauða in altnordisch Sprache]
- [http://www.danewerk.de/wik37.htm Erik der Rote siedelt in Grönland]
- [http://zbtms1.ew.tu-dresden.de/seminare/internet/webs/a2000a/seidel/webseiten/Erik%20der%20Rote-html.htm Erik der Rote]
Kategorie:Mann
Kategorie:Gestorben 1003
Kategorie:Isländer
Kategorie:Norweger
Kategorie:Wikinger
Kategorie:Entdecker
Kategorie:Seefahrer
Kategorie:Grönländische Geschichte
ko:붉은 에이리크
Jan GarbarekJan Garbarek ( - 4. März 1947 in Mysen/Norwegen) ist ein norwegischer Jazz-Saxophonist polnischer Abstammung. Er gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Jazzmusiker und gilt als Vater der skandinavischen Jazz-Szene.
In den 1970er Jahren trat Garbarek zusammen mit dem Pianisten Keith Jarrett, dem Bassisten Palle Danielsson und dem Schlagzeuger Jon Christensen als European Quartet auf. Später trat Garbarek zunehmend als Solomusiker in Erscheinung.
1994 veröffentlichte Garbarek das wegweisende Album Officium. Auf der Aufnahme begeleitete er mit seinem Saxophon als "fünfte Stimme" das Hilliard Ensemble bei Werken von Gregorianik bis Renaissance.
Als wichtigste Einflüsse für das Spiel Garbareks gilt neben den klassischen amerikanischen Jazzgrößen vor allem auch die traditionelle norwegische Folklore, die Garbareks Spiel einen völlig eigenen, unverwechselbaren Sound verleiht. Er selber sieht John Coltrane als musikalisches Vorbild aus seiner Jugend. Fast alle Alben Garbareks erscheinen bei dem Label ECM und wurden in enger künstlerischer Zusammenarbeit mit dem Musikproduzenten Manfred Eicher aufgenommen.
Garbareks Tochter Anja ist ebenfalls in der Musikszene vertreten.
Diskografie
Garbarek, Jan
Garbarek, Jan
Garbarek, Jan
Garbarek, Jan
Garbarek, Jan
Knut Hamsun
Knut Hamsun ( - 4. August 1859 in Lom, Norwegen; † 19. Februar 1952 in Nørholm) war einer der bedeutendsten norwegischen Schriftsteller und erhielt 1920 den Literaturnobelpreis.
Leben
Knut Hamsun wurde 1859 als viertes von sieben Kindern eines Schneiders geboren. Mit bürgerlichen Namen hieß er ursprünglich Knud Pedersen. Nach einer unbeschwerten Kindheit auf einem Bauernhof kam er als Neunjähriger für mehrere Jahre zu seinem Onkel Hans Ohlsen in Presteide, um im Pfarrhof aus dem Bibelboten vorzulesen. In seiner Erzählung Bjørger verarbeitete er Teile seiner finsteren Zeit, die er rückblickend als Martyrium bezeichnet. Später, nach seiner Konfirmation, war er bei dem Kaufmann Walsöe in Tranöy als Ladegehilfe beschäftigt und bekritzelte die Türrahmen des Ladens mit ersten Versen.
Die ersten literarischen Versuche unternahm Hamsun Ende der 70-er Jahre des 19. Jahrhunderts. Zu Beginn der 80-er Jahre wanderte er nach Amerika aus, arbeitete dort u. a. als Straßenbahnschaffner in San Francisco und kam 1885 schwer erkrankt nach Norwegen zurück. Nach seiner Genesung reiste er im folgenden Jahr erneut in die USA und kehrte 1888 nach Norwegen zurück. Hamsun vermochte in Amerika nie richtig Fuß zu fassen. Der "american way of life" stieß ihn von vornherein ab. Dies wird auch in mehreren Essays aus jener Zeit deutlich.
1890 erschien Hamsuns erster Roman Hunger, mit dem er seine literarische Anerkennung erreicht. In den nächsten Jahren lebte er für mehrere Jahre in Paris und unternahm danach ausgedehnte Reisen in verschiedene Länder (Finnland, Russland, Türkei, Persien).
1898 ehelichte er Bergljot Bech, von der er sich bereits 1906 wieder scheiden ließ. Drei Jahre später heiratete er die 22 Jahre jüngere Schauspielerin Marie Andersen. Danach wurde Hamsun sesshaft und erwarb einen Hof bei Grimstad an der Südküste Norwegens.
1917 erschien sein bekanntester Roman, Segen der Erde, für den er 1920 den Literaturnobelpreis erhielt.
Hamsun war von Deutschland fasziniert. Er war auch Anhänger des Nationalsozialismus und griff 1934 und 1935 Carl von Ossietzky, der in dem deutschen KZ Papenburg-Esterwegen gefangen saß, mehrfach scharf an, u.a. in der Zeitung "Aftenposten". "Wenn die (deutsche) Regierung Konzentrationslager einrichtet, so sollten Sie und die Welt verstehen, dass das gute Gründe hat", schrieb er an einen Ingenieur, der sich für Ossietzky eingesetzt hatte. Als Carl von Ossietzky 1936 den Friedensnobelpreis erhielt, äußerte Hamsun öffentlich schärfste Kritik. 33 norwegische Schriftsteller (u.a. | | |