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Notausgang

Notausgang

Ein Notausgang ist ein Ausgang aus einem Gebäude, der nur in Notfällen verwendet werden darf. Je nach Anwendung kann die Tür nur an der Innenseite Türgriffe haben. Außerdem müssen die Beschläge der Tür so montiert sein, dass die Tür sich nur in Fluchtrichtung öffnen lässt. Die Tür kann zwar ein Schloss besitzen, jedoch muss sichergestellt sein, dass sich die Tür auch in abgeschlossenem Zustand jederzeit einfach von innen öffnen lässt. Der Notausgang muss mit der Beschriftung Notausgang oder mit einem Piktogramm gekennzeichnet sein. Die Kennzeichnung erfolgt oft in Kombination mit einer Notbeleuchtung. Er muss jederzeit erreichbar sein und darf nicht durch Gegenstände verstellt werden. Der Weg zum Notausgang (Fluchtweg) muss ebenfalls deutlich gekennzeichnet sein. Ein Nachteil der Piktogramme (Rettungszeichen) ist, dass blinde oder sehbehinderte Menschen diese meist nicht wahrnehmen können. Die Größe und die Anzahl der Notausgänge muss so bemessen sein, dass die üblicherweise im Gebäude anwesenden Personen schnellstens auch bei Panikreaktionen ins Freie flüchten können, ohne dass die jeweiligen Personen stürzen und dabei durch die Nachfolgenden überrannt werden oder anderweitig zu Schaden kommen können. Diese Werte und Richtlinien für Notausgänge werden meist bei Begehungen des Gebäudes von der Baubehörde, Gewerbeaufsicht oder Feuerwehr vorgeschrieben und überprüft. Die Vorschriften und Kontrollen sind in Deutschland in den Bundesländern jeweils unterschiedlich geregelt. Sie richten sich aber immer nach den Euronormen EN179. Für Gebäude, in denen mit Panik zu rechnen ist, etwa weil dort regelmäßig viele ortsunkundige Personen anwesend sind, muss die Tür nach der Euronorm EN1125 ausgerüstet sein. Die Problemhaftigkeit solcher Notausgänge sieht man immer wieder bei zahlreichen Bränden beispielsweise in Diskotheken. In vielen Fällen werden sie vorschriftswidrig versperrt, damit keine Gäste ohne zu zahlen in das Lokal gelangen können. Wenn dann oft nur eine Kleinigkeit passiert und die Gäste nicht durch den Notausgang flüchten können, bricht sofort Panik aus, wodurch oftmals auch Tote zu beklagen sind. Auch für Sportstätten und Versammlungsorte gelten in den meisten Ländern sinngemäße Vorschriften.

Siehe auch


- Brandschutz, Ausgang
- Baupolizei, Bauverhandlung
- Portal:Architektur und Bauwesen
- Portal:Hilfsorganisationen/Feuerwehr, Themenliste Feuerwehr Kategorie:Brandschutz

Ausgang

Der Ausgang kann bedeuten: # das Herausgehen oder Hinausgehen # eine hinausführende Gebäudeöffnung, Tür (oder dgl.), siehe Ausgang (Architektur) # die Zeit zum Ausgehen von Strafgefangenen, Soldaten, Bediensteten, Internatsbewohnern usw., siehe Ausgang (Zeit) # das Ende, das Ergebnis, die Lösung eines Prozesses, einer Handlung, Verhandlung, eines Konfliktes, eines Verfahrens, eines Spiels, eines Zeitraumes usw., siehe Ausgang (Prozess)

Weblinks



Gebäude

Ein Gebäude - umgangssprachlich auch oft als Haus bezeichnet - ist ein Bauwerk, das von Menschen betreten werden kann und geeignet oder bestimmt ist, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Objekten zu dienen (so oder ähnlich werden Gebäude in den Bauordnungen der deutschen Bundesländer definiert). Ein Gebäude besitzt nicht zwingend Wände oder einen Keller, jedoch immer ein Dach. Ansonsten treffen die Eigenschaften eines Bauwerks auch auf ein Gebäude zu.

Differenzierung

Wie bei dem Begriff Bauwerk gibt es auch hier keine einheitliche oder verbindliche, allgemein anerkannte Kategorisierung. Man kann nach verschiedenen Aspekten differenzieren:

nach Konstruktion und Material

Zum Beispiel:
- Massivbau, Schottenbauweise oder Skelett-bauweise
- Mauerwerksbau, Lehmbau oder Holzbau siehe dazu auch: :Kategorie:Baukonstruktion

nach Funktion

auch bei der Unterscheidung nach Funktionen gibt es keine einheitliche oder verbindliche Kategorisierung. Einige Funktionen sind:
- Wohnen: Wohngebäude, Wohnhaus
- Arbeiten: z.B. Bürogebäude, Fabrik, Werkstatt
- Handel, Lagerung, Warenumschlag: Speicher, Kaufhaus
- Gesellschaftliches Leben: z.B. Öffentliche Gebäude wie Rathäuser, Regierungsgebäude
- Gesundheit und Fürsorge: z.B. Krankenhäuser, Heime, Strafvollzugsanstalten
- Kultur: z.B. Versammlungsgebäude, Bibliotheken, Konzerthäuser, Opernhäuser
- Religion: z.B. Sakralgebäude wie Tempel, Kirchengebäude
- Freizeit: z.B. Sporthallen, Schwimmbäder
- Verkehr: z.B. Parkhäuser, Bahnhöfe, Busbahnhöfe, Fluggastabfertigungsgebäude, siehe dazu auch: :Kategorie:Gebäude

nach Gestalt

Es existieren freistehende Gebäude (Einzelhaus) genauso wie Doppelhäuser und Reihenhäuser. Auch zusammenhängende Gebäudeeinheiten können als einzelne Gebäude gelten, wenn sie jeweils ein eigenes Erschließungssystem (eigener Eingang und eigenes Treppenhaus), ein eigenes Ver- und Entsorgungssystem besitzen und einzeln nutzbar sind. Auch Ensembles verschiedenartig genutzer Gebäude können eine gestaltliche Einheit darstellen, z.B. Dreiseithof oder Vierseithof. siehe dazu auch: :Kategorie:Bauform und :Kategorie:Gebäudeensemble

nach Energiestandard

Es gibt Niedrigenergiehäuser, Passivhäuser bis hin zu sogenannten Plusenergiehäusern. Das sind verschiedene Energiestandards, die eine Aussage über den Energiebedarf des Gebäudes treffen. siehe dazu auch: :Kategorie:Energiestandard (Gebäude)

Siehe auch


- Portal:Architektur und Bauwesen
- Architektur, Bauingenieurwesen
- Liste von Gebäuden

Weblinks

!Gebäude Kategorie:Stadtbaugeschichte ja:建築物

Tür

Eine Tür (ländlich Türe, von griech.: θύρα) trennt oder verbindet zwei Bereiche bzw. Räume. Eine Tür besteht aus einem beweglichen Flügel, dem Türblatt, das entweder an zwei oder mehr Scharnieren, den Türbändern am Türrahmen, der Zarge, auch Türfutter genannt, befestigt ist, oder als Schiebetür, die durch ein Laufschiene oben oder unten in der Führung gehalten wird. Des weiteren gibt es noch Sonderformen die z. B. nach oben wegfahren oder wegklappen (wie bei manchen Sportautos), sowie Falttüren, bei denen der oder die Türflügel durch Scharnierbänder oder flexible Streifen in mehrere Teile gegliedert ist, die sich beim Öffnen aus der Schließebene herausfalten. Ein Schließmechanismus lässt die Tür im geschlossenen Zustand einrasten. Mit Hilfe von Beschlägen (eines Türdrückers, auch Türklinke), welcher meistens auf beiden Seiten der Tür angebracht ist, lässt sich die eingerastete Schlossfalle des Türschlosses aus dem Schließblech lösen und die Tür kann geöffnet werden. Manchmal ist auch ein Knauf angebracht um die Tür nicht von Hand öffnen zu können sondern nur mit einem Schlüssel. Die Handgriffe an automatischen Fahrzeugtüren dienen auf dem heutigen Stand der Technik nur noch der Notöffnung. Ansonsten werden die Türen rechnergesteuert elektropneumatisch geöffnet und geschlossen; die Ansteuerung erfolgt über Drucktaster innen und außen, über Lichtschranken, Druckwellenschalter etc. (siehe auch Türsteuerung). Ein einfaches Schloss verwehrt unbefugten Personen den Zutritt und ist üblicherweise neben dem normalen Schließmechanismus eingebaut. Nur mit dem passenden Schlüssel lässt sich die Tür auf diese Weise verschließen und wieder öffnen. Türen unterscheidet man nach ihrer Anschlagsrichtung und der Aufschlagsrichtung. Aufschlagsrichtung

Türen nach ihrer Funktion


- Standardtür - Zimmertür mit Buntbartschloss (BB), WC-Schloss oder Profilzylinderschloss (PZ).
- Schallschutztür - die Türdecks sind meistens verarbeitet mit schallschutzhemmenden Materialien und eingebautem Schallex ( eine absenkbare Bodendichtung wird beim Schließen der Tür aktiviert und kann je nach Ausführung auch vor Rauch, Feuer und Gas schützen).
- Sicherheitstür - massive Tür mit diversen Sicherheitsmerkmalen wie Mehrfachverriegelung mit Hintergreifhacken, Profilzylinderschloss und Sicherheitsschließblech.
- Brandschutztür oder Feuerschutztür - diese Tür bietet Schutz vor Bränden, Rauch und heißen Gasen.
- Haustür - massive Tür, die mit diversen Sicherheitmerkmalen augestattet sein sollte um das Haus vor unbefugtem Zutritt zu schützen.
- Paniktüre - Tür deren Verriegelung sich von innen durch die Betätigung des Drückers lösen läßt(z. B. in öffentlichen Gebäuden). Diese Tür kann bei Gefahr immer in eine Richtung geöffnet werden (Panikschloss), um eine Flucht zu gewährleisten.
- Kerkertür - massive Tür mit Türspion (Guckloch) und Riegel.
- Tapetentür - ist eine gleichermaßen wie die Wand tapezierte und somit verkleidete und bei oberflächlicher Betrachtung nicht sofort zu erkennende Türe.
- Tresortür - massive Stahltüre mit einem oder mehreren Sicherheitsschlössern Neben der klassischen Version der Tür, welche Zimmer voneinaner abtrennt, existieren viele weitere Formen und Arten von Türen. All diese Formen haben eines gemeinsam: Eine Tür trennt zwei verschiedene Bereiche.
- Autotür (Fahrertür, Laderaumschiebetür, Heckklappe, Heckdrehtür) An Bussen und Schienenfahrzeugen finden sich (heute meist automatische) Fahrzeugtüren:
- Schiebetür (Schwenkschiebetür, Taschenschiebetür, Außenschiebetür)
- Drehtür (auch als Drehfalttür) Schließlich dient eine Tür in verkleinerter Form der manuellen Beschickung:
- Schranktür
- Ofentür
- Kühlschranktür

Türen nach ihrer Bewegungsart


- Anschlagtür häufigste Bauart
- Drehtür
- Schiebetür
- Karusseldrehtür häufig als Eingang von Einkaufszentren
- Schwingtür typisch bei Western-Saloons
- Falttür
- Falltür
- Stall- oder Klöntür geteilt in einen oberen und einen unteren Teil
- Automatiktüren mit elektrischem Antrieb (Siehe auch: Weblinks)

Türbestandteile


- Türblatt
- Türzarge
- Türband
- Türschloss
- Türspion
- Türstopper, zum Teil mit Haltehaken
- absenkbare Bodendichtung
- Türöffner, eine elektrische Vorrichtung
- Türschließer
- Türdrücker
- Türklopfer, historischer Vorläufer der heutigen elektrischen Klingel
- Standflügelverriegelung, bei zweiflügligen Türen
- Briefwurfschlitz, wenn dieser in das Türblatt mit eingebaut ist.

Siehe auch

Klappe, Tor (Architektur), Portal (Architektur)

Normen und Standards


- DIN EN 18103 Einbruchschutz: "Einbruchhemmende Fenster, Türen und sonstige Abschlüsse"
- ET-1 Widerstand gegen körperliche Gewalt Widerstandszeit 5 min.;
- ET-2 Widerstand gegen einfache Hebelwerkzeuge Widerstandszeit 7 min.;
- ET-3 Widerstand gegen Hebel- u. Schlagwerkzeuge Widerstandszeit 10 min.;

Weblinks


- [http://www.tuer-und-tor.de/thumbnails.php?album=1 Türgalerie]
- [http://www.infoline-tuerautomation.de Infoline-Automatiktüren] - Online-Lexikon mit Basiswissen, Beispielen, Terminen, Adressen, etc.
- [http://www.haustueren-hersteller.de/haustueren-abc Informationen zu Eingangstüren - Design - Technik - Hersteller] Kategorie:Tür ja:扉

Schloss (Technik)

Ein Schloss ist eine zumeist mechanische Vorrichtung, die ein Auslösen lediglich unter Verwendung des passenden Schlüssels zulassen, ohne dessen Verwendung jedoch verhindern soll. Der Begriff wird inzwischen nicht nur für den Gegenstand selbst, sondern - etwa in der Kryptologie - auch für elektronische, digitale oder mechatronische Sperren unterschiedlicher Art verwendet, siehe Schlüssel (Kryptologie) Schlösser unterscheidet man anhand der verwendeten Sperren und ihrer Bauart:

Sperrsysteme

Fallriegelschloss

Das Fallriegelschloss ist das älteste bekannte Schloss der Menschheitsgeschichte. Die ersten Hinweise auf Fallriegelschlösser sind Abbildungen auf akkadischen Siegeln des 3. Jahrtausends vor Christus, auf denen der Gott Shamash mit einem Schlüssel in der Hand dargestellt wird. Der älteste Originalfund wurde im Palast von Khorsabad gemacht und auf ca. 750 v. Chr. datiert. Im oberen Bereich des Schlosses befinden sich Stifte, Fallriegel, die durch ihr Eigengewicht in Löcher im Riegel fallen und diesen blockieren. Der bürstenartige Schlüssel hat Zinken, die die einzelnen Fallriegel anheben und den Riegel so wieder freigeben. Die Variation ergibt sich daraus, dass in den verschiedenen Schlössern unterschiedlich viele Fallriegel in ganz unterschiedlichen Abständen eingebaut werden können. Technologisch betrachtet ist das Fallriegelschloss der direkte Vorläufer des Schließzylinders. Fallriegelschlösser werden bis heute in bestimmten Regionen der Welt (Westafrika, Anatolien, Färöerinseln) hergestellt und verwendet.

Sperrfederschloss

Das Sperrfederschloss, zumeist ein Vorhängeschloss, besteht aus zwei Teilen. Im Inneren ist die Sperrfeder, oder auch Spreizfedern, versteckt, die die beiden Teile zusammenhält. Sie sieht aus wie der Widerhaken an einem Indianerpfeil. Zum Abschließen drückt man beide Teile des Schlosses zusammen, dabei wird die Sperrfeder durch ein Loch geschoben, spreizt sich auf der anderen Seite und hält so die Schlossteile zusammen. Zum Aufschließen muss man den Schlüssel ins Schlüsselloch schieben. Der Schlüssel drückt die Sperrfeder wieder zusammen und man kann die beiden Teile des Schlosses wieder auseinanderziehen. In Deutschland sind Sperrfederschlösser spätestens seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. bekannt. Die ältesten Exemplare wurden im Oppidum von Manching, einer keltischen Stadt in der Nähe von Ingolstadt, entdeckt. Wie auch das Fallriegeschloss hat diese Konstruktion eine sehr lange Laufzeit, denn Sperrfederschlösser werden in Ländern wie Indien, Marokko, der Volksrepublik China und dem Iran bis heute hergestellt.

Technische Meisterleistungen: Die Schlösser der römischen Welt

Wie so viele technische Errungenschaften der Römer, haben sicherlich auch die römischen Schlösser hellenistische Vorläufer, die allerdings aus Ausgrabungen kaum bekannt sind, so dass wir uns hier auf die römische Schließtechnik beschränken müssen. Wie bei vielen anderen technologischen Meisterleistungen, von der Fußbodenheizung bis zum Wasserklosett, gilt auch für die Schließtechnik, dass so ziemlich jede Technologie, die vor dem 19. Jahrhundert bekannt war, in römischer Zeit schon einmal existiert hat. Die meisten dieser Ideen gingen allerdings mit dem Ende der Römerherrschaft verloren und die Erfindungen mussten dann im Laufe des Mittelalters wieder mühsam ein zweites Mal gemacht werden. Die Anzahl der bekannten römischen Schlüssel ist enorm und übersteigt bei weitem alles, was aus jeder anderen Epoche des Altertums bekannt ist. Das ist besonders erstaunlich, da die Archäologen die allermeisten römischen Schlüssel, die ausgegraben werden, nie zu Gesicht bekommen. Dieser Zustand ist Teil eines allgemeinen und fatalen Problems der Altertumswissenschaft. Römische Schlüssel aus Eisen oder Bronze lassen sich im Boden leicht mit Metallsuchgeräten entdecken. Da Schlüssel beliebte Sammlerobjekte sind, können sie von den illegalen Raubgräbern leicht gewinnbringend verkauft werden. Besonders durch Auktionen im Internet erreicht der widerrechtliche Handel mit antiken Objekten zur Zeit bisher unbekannten Ausmaße. Der Boom in der Schlossherstellung, der sich uns über diese große Menge römischer Schlüssel erschließt, hatte vor allem zwei Gründe, zum einen den großen Aufschwung, den die Metallverarbeitung in dieser Epoche nahm, zum anderen die urbane Lebensweise der Römer. In allen neueroberten Provinzen legten die neuen römischen Machthaber Städte an, in denen sich die Bevölkerung konzentrierte. Der Unsicherheit und Anonymität, die mit dieser Ballung der Bevölkerung einherging, versuchte man mit mechanischen Sicherungskonstruktionen, also Schlössern, entgegenzuwirken.

Besatzungschloss

Die Besatzungen, oft auch als Eingerichte oder Gewirre bezeichnet, sind die einzigen Sicherungsmerkmale im Schlossbau, die den Untergang des römischen Reiches überlebten. Im gesamten Mittelalter und bis zu den großen Innovationen des 18. und 19. Jahrhundert blieb die Besatzung das einzige effektive Sicherheitsmerkmal, das im Schlossbau bekannt war. 19. Jahrhundert Besatzungen sind Hindernisse, Eisenstäbe oder Bleche, die innerhalb des Schlosses in den Drehkreis des Schlüssels eingebaut werden. Die interessanten Muster, die sich zuweilen in den Schlüsselbärten antiker Schlüssel finden, dienen dazu, genau diese Hindernisse zu umgehen. Nur wenn der Schlüsselbart der Form der Besatzung entspricht, kann er das Schloss aufsperren.

Buntbartschloss

Buntbartschlösser findet man zumeist in Wohnungsinnentüren. Sie weisen lediglich eine Sperre in Form einer Platte vor dem Schließkanal auf, die nur den Schlüssel mit dem richtigen Profil durchlassen soll, und sind durch Lockpicking bereits mit einfachem Werkzeug wie einem Dietrich zu öffnen. Übliche Buntbartschlösser gibt es in Deutschland mit 64 verschiedenen Profilen. Der Sperrriegel eines handelsüblichen Buntbartschlosses ist lediglich mit einer Stahlfeder blockiert, die durch die Schließfläche des Schlüssels von der Sperre abgehoben wird, so dass die Weiterbewegung des Schlüssels den Riegel bewegen kann. Buntbartschlösser in Wohnungsinnentüren haben üblicherweise zusätzlich zum Sperrriegel noch einen Schnappriegel.

Das erste Schloss der Moderne: Joseph Bramah

Joseph Bramah Joseph Bramah Nachdem im frühen Mittelalter fast alle Schlosskonstruktionen in Vergessenheit geraten waren, war Bramah der erste, der nach einer Stagnationsphase die seit ca. 450 n. Chr. angedauert hatte, wieder grundlegende Neuerungen in der Sicherheitstechnik einführte. Das Kernstück des Bramahschlosses sind Metallplättchen, die in einer bestimmten Höhe eingekerbt und radial um das Schlüsselloch angeordnet sind. Das Ende des Schlüsselhalmes besitzt unterschiedlich tiefe Einschnitte. Diese schieben die Plättchen gerade so tief ins Schloss, dass die Kerben rund um den Zylinder herum auf der selben Höhe sind, so dass er sich vom Schlüsselbart drehen lässt. Das Schloss des Joseph Bramah, 1784 erfunden, verlor im 18. Jahrhundert als Haustürschloss immer mehr an Bedeutung, da viele Komponenten nach wie vor aufwendig von Hand gefertigt werden mussten und es deshalb sehr viel teurer in der Herstellung war als die Zuhaltungsschlösser. Was den Sicherheitswert anging, war es seinen Konkurrenten aber haushoch überlegen und wurde deshalb vor allem im Tresorbau eingesetzt. Es war Alfred Charles Hobbs, der es 1851, also Jahrzehnte nach Erteilung des Patents und 41 Jahre nach dem Tod des Erfinders, als erster schaffte, ein Bramahschloss zu überwinden. Allerdings brauchte er, anders als die wenigen Minuten in denen er das Chubbsche Schloss geknackt hatte, 16 Tage, um es zu öffnen. Bramah war ein Universalgenie und machte sich besonders durch Erfindungen in der Hydraulik verdient. Er erfand eine hydraulische Presse, Pumpen für Wasserwerke und ersann die Zapfanlage, mit der noch bis heute in allen Pubs des Vereinigten Königreiches Bier ausgeschenkt wird. Sein Einfallsreichtum erscheint beinahe grenzenlos und zu seinen weiteren Patenten gehören eine Maschine zum Nummerieren von Banknoten und ein Gerät zum Anspitzen von Gänsefedern zum Schreiben.

Zuhaltungsschloss 1.: Robert Barron

Im Jahre 1778 ließ sich der Engländer Robert Barron als erster ein Zuhaltungsschloss patentieren. Die Idee, Zuhaltungen in ein Schloss einzubauen, war bahnbrechend und eine radikale Neuerung. Das Grundprinzip sollte später von Chubb weiterentwickelt werden und stellt bis heute die Grundlage für den Bau von Tresorschlössern dar. Im Barronschloss befanden sich zwei hebelartig bewegliche Zuhaltungen, Messingbleche, auf denen ein Stift aufgelötet war. Der Riegel besaß einen horizontalen Schlitz, oder Kanal, der nach oben und unten Kerben hatte, in die die Stifte der Zuhaltungen einrasteten und ihn festhielten. Der Schlüsselbart wiederum besaß Einschnitte, die die Zuhaltungsbleche gerade so weit anhoben, dass die Stifte aus den Kerben gehoben wurden und durch den Kanal im Riegel hindurchgleiten konnten. Waren die Einschnitte im Schlüsselbart nur ein wenig zu hoch oder zu niedrig, wurde der Riegel blockiert und das Schloss ließ sich nicht öffnen. In der Umsetzung seiner Idee war Barron aber noch nicht völlig konsequent und hielt am Altbewährten fest, indem er sein Schloss noch immer mit einer Besatzung versah und die Zuhaltungen dieser nur als zusätzliches Sicherheitselement hinzufügte.

Zuhaltungsschloss 2.: Jeremiah Chubb

Einen Welterfolg erreichte der englische Ingenieur Jeremia Chubb mit dem Schloss, das er sich 1818 patentieren ließ. Dass die Idee, das Grundprinzip von Barron weiter zu entwickeln, quasi in der Luft lag und anscheinend nur darauf wartete, in die Tat umgesetzt zu werden, zeigt die Tatsache, das sich zur selben Zeit wie der Engländer der Italiener Tossi ein Patent erteilen ließ, das der Chubb-Konstruktion fast völlig glich. Ob es sein kaufmännisches Geschick, oder die Tatsache war, dass Großbritannien damals das industrielle Zentrum der Welt war, lässt sich nicht genau sagen. Jedenfalls war es Chubb, der dem Zuhaltungsschloss zu seinem Weltruf verhalf. Chubb kehrte das Prinzip von Barron um und machte es so möglich, eine beliebige Anzahl von Zuhaltungen zu verwenden. Bei seinem Schloss war der Stift am Riegel angebracht und die Zuhaltungen waren mit den Schlitzen als Führungskanäle versehen. Wie viele Konstrukteure des selbstbewussten 19. Jahrhunderts, war Chubb von seiner Erfindung so grenzenlos überzeugt, dass auch er einen hohen Geldpreis für denjenigen aussetzte, der es schaffte, sein Schloss ohne den dazugehörigen Schlüssel zu öffnen. Das Schloss war vorher von Experten der englischen Regierung getestet worden. Als sich ein verurteilter Einbrecher der Herausforderung stellte, hatte man so viel Vertrauen in Chubbs Erfindung, dass man ihm, sollte er erfolgreich sein, seine Haftstrafe erlassen wollte. Der ehemalige Schlosser mühte sich über eine Woche ab, ohne jedes Ergebnis. Die Zeitungen jubelten, dieses Schloss war wirklich unüberwindbar! Um so erstaunter war die Öffentlichkeit, als am 22. Juli 1851, während der großen Weltausstellung in London, der junge Amerikaner A. C. Hobbs in den Crystal Palace spazierte und das dort ausgestellte Schloss in nur 25 Minuten öffnete, ohne es dabei zu beschädigen. Er bediente sich dabei einer Methode, die später nach ihm benannt wurde und noch heute weltweit von Schlüsseldiensten angewendet wird. Mit einem von ihm eigens entwickelten Instrument gelang es ihm, die Zuhaltungen abzutasten und in die richtige Öffnungsposition zu bringen. Crystal Palace

Doppel- und Kreuzbartschloss

Diese Schlüssel gehören zu Schlössern des Prinzips Kromer. Das Protektorschloss des deutschen Theodor Kromer wurde 1874 patentiert. Anders als sein Rivale konnte es komplett maschinell hergestellt werden und war somit preisgünstiger als das Bramahschloss. Das Protektorschloss ist im Kern ein Zuhaltungsschloss. Die Zuhaltungen sind aber nicht hebelartig aufgehängt, sondern befinden sich in einem drehbaren Kern. Der Schlüssel hat zwei Bärte, wirkt somit zweifach auf die Zuhaltungen und erreicht so eine Schließvariation von 87 Millionen. Selten als Türschloss verwendet, findet man Doppelbartschlösser in der Regel bei Schließfächern oder im Tresorbau.

Zylinderschloss / Stiftschloss

1874 Die überwiegende Mehrzahl aller Schlösser sind Stiftschlösser. Sie wurden von Linus Yale jun. 1865 in New York erfunden. Mehrere entweder durch Schwer- oder Federkraft in den Kern gedrückte Stiftsäulen (Stiftpaare), in Gehäuse- und Kernstift unterteilt (zusätzliche Unterteilungen sorgen in Schließanlagen dafür, dass verschiedene Schlüssel das gleiche Schloss aufsperren können), blockieren den Kern, bis alle durch den Schlüssel so weit in das Gehäuse gedrückt werden, dass die Unterteilung an der zwischen Kern und Gehäuse liegenden Scherung liegt. Handelsübliche Zylinderschlösser haben 5 oder 6 Stiftsäulen, Bohrmuldenschließzylinder, bei denen die Schließfläche des Schlüssels orthogonal zur Ausrichtung der Stiftsäulen liegt, haben 5 bis 25. Rohrschaftschlösser, die man häufig als Fahrradschlösser oder Aufschaltschlösser in Alarmanlagen findet, haben 7 Stiftsäulen, die kreisförmig um den Schaft angeordnet sind; der Schlüssel in Form eines kurzen Rohrs weist Ausfräsungen auf, in denen die Stifte auf der richtigen Höhe gehalten werden. Mit Sperrwerkzeug kann man aber auch diese Schlösser so manipulieren, dass sie auch ohne den Schlüssel öffnen. Die Profilierung des Schlüsselloches und des Schlüsselbartes wird auch dazu genutzt, um die Verwendung verschiedener Schlüssel zu ermöglichen: Feder Ein Schlüssel passt in mehrere gleichschließende Zylinderschlösser, bei Schließanlagen werden die Profile neben den Stiftteilungen zur Kombination verschiedener Schlüssel benutzt. Es werden immer wieder neue Gegenmittel entwickelt, die das unberechtigte Öffnen eines Zylinderschlosses erschweren. Die meisten Zylinder werden aus Messing hergestellt, aber es gibt auch teure und sichere Zylinderschlösser aus rostfreiem Stahl. Zur den verschiedenen Bauarten von Schließzylindern siehe: Profilzylinder, Ovalzylinder und Rundzylinder.

Zahlenschloss

Das älteste bekannte Zahlenschloss der Welt stammt bereits aus römischer Zeit und wurde in einem Frauengrab aus dem 3. Jahrhundert entdeckt. Zahlenschlösser finden sich in mechanischer Ausfertigung an Koffern, als Fahrradschloss sowie an Tresoren oder Waffenschränken. Mechanische Zahlenschlösser basieren in der Regel auf drehbaren Metallscheiben, die mit einer Einkerbung versehen sind. Die einzelnen Scheiben werden über einen Mechanismus in die richtige Position gedreht, ein Funktionsriegel greift in die Kerben und der Mechanimus wird entsperrt. Als mechatronische Variante findet man sie seltener an Türen und Tresoren. Die elektrische Variante findet sich bei manchen Autoradios und Alarmanlagen. Die mechanische Variante funktioniert mit Scheiben, die bei allen Zahlen außer denen der richtigen Kombination Sperren aufweisen. Die mechatronische Variante entspricht einem elektronischen Zahlenschloss mit einer Auslösung durch einen Servomotor oder eine ähnliche Einrichtung.

Magnetschloss

Mechanische Magnetschlösser haben sich nie richtig durchgesetzt. Sie funktionieren nach dem Prinzip der Verwendung gleichartig gerichteter Magneten, um eine Abstoßung des Kerns zu erreichen. Elektronische Schlösser, deren Schlüssel eine Zahl auf einer elektromagnetisch les- und beschreibbaren Schlüsselkarte darstellt, sind hingegen wesentlich verbreiteter, werden vermutlich aber in Zukunft vermehrt durch RFID-Technik abgelöst werden.

Funkschloss

Funkschlösser finden sich, meistens ergänzend zu mechanischen Schlössern für den Fall eines Stromausfalls, am häufigsten in Automobilen. Es gibt aber auch mechatronische Funkschlösser, oftmals mit RFID-Schlüsseln, in Türen.

Motorschloss

Ein Motorschloss schließt den Riegel mittels eines Elektromotors. Es gibt interne Ausführungen (so groß wie ein Schließzylinder) und externe Ausführungen, die für Schließzylinder geeignet sind, die auf der einen Seite einen Knauf (oder Ähnliches) haben. Vorteile von Motorschlössern sind, dass man nicht vergessen kann abzuschließen und dass der Zugriff auch mit einem anderen System (Zahlenschloss, Transponder, Chipkarte, etc.) erfolgen kann.

digitaler Schließzylinder

Ein digitaler Schließzylinder hat die Form eines normalen Schließzylinders, wird allerdings mittels Transponder aktiviert. Es gibt (meist) kein normales Schlüsselloch. Gespeist wird er mittels einer (oder mehrerer) Batterie(n). Erstmals wurde ein digitaler, batteriebetriebener Schließzylinder von SimonsVoss (heute SimonsVoss Technologies AG) 1997 vorgestellt.

Vexierschloss

Ein Vexierschloss ist eine Vorrichtung in Schlossform, bei der die Öffnung mit einer verdeckten/getarnten Einrichtung erfolgen kann, wenn das Schloss nicht vorher noch mit einem Schlüssel verschlossen wurde. Die ältesten bekannten Trick- oder Vexierschlösser sind die römischen Hangschlösser mit Maskendeckel aus dem 2. bis 3. Jahrhundert.

Durchsteckschloss

Das Durchsteckschloss ist eine Berliner Erfindung. Es wird auch Schließzwangschloss genannt. Erfunden hat es ca. 1912 der Schlossermeister Johann Schweiger. Das Durchsteckschloss wird heute noch in Berlin-Wedding bei Albert Kerfin & Co GmbH hergestellt. Zum Durchsteckschloss gibt es den passenden Durchsteckschlüssel.

Bauarten


- Vorhängeschloss
- Kastenschloss (Schloss im Schlosskasten an der Innenseite von Türen oder Möbelstücken)
  - Mauskastenschloss (Kastenschloss, bei dem die Falle nicht in das Schloss eingezogen, sondern gehoben wird)
- Einstemmschloss für Türen - siehe Türschloss
- Im Auto
  - Zündschloss mit Lenkrad- und oder Wegfahrsperre
  - Türen und Heckklappe mit Zentralverriegelung mit Funkfernsteuerung
  - Beim Dachträger bei den Befestigungsschrauben
- Beim Fahrrad
  - Mit Schlüssel oder Zahlenkombination und Stahlseil, das durch Rahmen, ein Rad und den hoffentlich fest montierten Fahrradständer geführt wird.
  - Mit Kette (meist mit einem Schlauch gepolstert) und einem Vorhängeschloss.
- In Handschellen ist ein Schloss fest eingebaut

Andere Verwendungen des Begriffes


- Steinschloss bzw. Gewehrschloss in Repetiergewehren oder (halb-)automatischen Gewehren
- Gürtelschloss (nicht gesichert - aber im Gegensatz zur Gürtelschnalle, die aus einem Ring und einem beweglichen Dorn besteht, hat das Gürtelschloss eine Platte, unter der die Befestigung mittels Klemmvorrichtung oder festem Dorn erfolgt)
- Kastenschloss bei Schmuckstücken
- Kettenschloss (besonderes Kettenglied, mit dem eine Kette geschlossen wird - nicht versperrbar)

Berufe


- Schlosser
- Schlüsseldienst
- Aufsperrdienst

Weblinks


- [http://www.lockpicking.org Sportsfreunde der Sperrtechnik Deutschland e.V.]
- [http://www.schlossgeschichte.de/geschichte.htm Geschichte des Schlosses]
- [http://www.wdrmaus.de/sachgeschichten/zylinderschloss/ Wdrmaus erklärt ein Zylinderschloss]
- [http://www.velbert.de/kultur-freizeit/schloss-beschlaege/default.asp Schloss- und Beschlägemuseum, Velbert] Kategorie:Sicherheitstechnik ja:鍵 (道具)

Notbeleuchtung

Die Notbeleuchtung ist eine Beleuchtung, die bei Störung der Stromversorgung der allgemeinen künstlichen Beleuchtung wirksam wird.

Allgemeines

Bei der Notbeleuchtung wird unterschieden zwischen Sicherheitsbeleuchtung und Ersatzbeleuchtung. Bei der Sicherheitsbeleuchtung kann unterschieden werden zwischen "Sicherheitsbeleuchtung für Rettungswege", "Antipanikbeleuchtung" und "Sicherheitsbeleuchtung für Arbeitsplätze mit besonderer Gefährdung".

Sicherheitsbeleuchtung

Rettungsweg Die Sicherheitsbeleuchtung ermöglicht es Personen, einen Raum oder ein Gebäude im Gefahrenfall sicher zu verlassen, zum Beispiel einen Notausgang zu finden, oder einen gefährlichen Arbeitsablauf zu beenden. Teil der Sicherheitsbeleuchtung sind die "kleinen, rennenden Männchen auf grünem Grund" die aus Kaufhäusern oder Kinos bekannt sind. Dies sind auch Sicherheitsleitsysteme.

Sicherheitsbeleuchtung für Rettungswege

Die "Sicherheitsbeleuchtung für Rettungswege" ermöglicht es, einen Ort gefahrlos zu verlassen (Evakuierung). Sie ermöglicht es, Brandbekämpfungs- und Sicherheitseinrichtungen zu finden.

Antipanikbeleuchtung

Die "Antipanikbeleuchtung" soll der Vermeidung von Panik dienen. Eine Antipanikbeleuchtung muss gleichmäßig verteilt werden, höchstens darf das Verhältnis der größten zur kleinsten Beleuchtungsstärke, 40:1 betragen. Nach fünf Sekunden muss 50% der geforderten Beleuchtungsstärke vorhanden sein nach einer Minute 100%. (VKF Norm CH)

Sicherheitsbeleuchtung für Arbeitsplätze mit besonderer Gefährdung

Soll der Sicherheit von Personen in potentiell gefährlichen Arbeitsabläufen dienen.

Ersatzbeleuchtung

Die Ersatzbeleuchtung ist nicht von Bedeutung für die Sicherheit.

Stromversorgung

Die Stromversorgung erfolgt aus einer Ersatzstromquelle. Dies kann ein Notstromgenerator oder eine Batterie sein. Die Notbeleuchtung kann entweder dauernd brennen und bei Stromausfall auf Batterie umschalten (Dauerschaltung) oder überhaupt nur bei Stromausfall eingeschaltet werden (Bereitschaftsschaltung).

Normen

Die "Notbeleuchtung" ist sehr stark durch Normen beeinflusst. Beispiel für relevante Normen sind:
- EN 1838
- DIN VDE 0108
  - DIN VDE 0108-2 für Versammlungsstätten
  - DIN VDE 0108-3 für Geschäftshäuser und Ausstellungsstätten
  - DIN VDE 0108-4 für Hochhäuser
  - DIN VDE 0108-5 für Gaststätten und Hotels
  - DIN VDE 0108-6 für Geschlossenen Großgaragen
  - DIN VDE 0108-7 für Arbeitsstätten Die Normenreihe DIN VDE 0108 ist ersetzt durch DIN VDE 0100-718 in Verbindung mit DIN VDE 0100-560 und DIN EN 50172, darf aber noch bis 01.03.2007 angewendet werden.
- EN 50171
- EN 60598-2-22
- EN 50172 Siehe auch: Portal:Feuerwehr

Weblinks


- [http://www.fgl.de/fileadmin/shop-downloads/notbeleuchtung.zip Eine Präsentation der "Fördergemeinschaft Gutes Licht"]
- [http://www.zvei.de/index.php?id=887 Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.] Kategorie:Lichttechnik

Fluchtweg

Ein Fluchtweg oder Rettungsweg ist ein besonders gekennzeichneter Weg - meist innerhalb eines Gebäudes - der im Falle einer notwendigen Flucht am schnellsten zum nächsten Ausgang ins Freie bzw. zu einem Notausgang führt. Dieser Weg ist entlang des Verlaufs mit selbstleuchtenden oder beleuchteten Piktogrammen gekennzeichnet. Die Kennzeichnung ist oft mit einer Notbeleuchtung gekoppelt. Diese Wege müssen so bemessen sein, dass die Personen, die sich zum Zeitpunkt einer besonderen Gefahr, wie einem Brand, in einem Gebäude oder einem anderen Objekt aufhalten, dieses möglichst schnell verlassen können. Fluchtwege dürfen weder vorübergehend, noch dauernd verstellt werden. Das Bauordnungsrecht stellt an Fluchtwege je nach Sonderbau und Wertigkeit des jeweiligen Fluchtwegs (Treppenhäuser sind z. B. höherwertig als Flure) unterschiedliche Anforderungen an Abtrennung mit Brand- oder Rauchschutztüren zu Bereichen mit höherer Brandgefahr und Minimierung von Brandlasten in den Fluchtwegen (schwer entflammbare oder nicht brennbare Bodenbeläge etc.). Versorgungsleitungen (z. B. Kabel) dürfen nur in sehr eingeschränkter Menge durch Fluchtwege verlegt werden. Im Regelfall sind elektrische Notbeleuchtung und Fluchtwegkennzeichnung erforderlich. Türen in Rettungswegen dürfen während der Betriebszeiten eines Gebäudes nicht verschlossen sein bzw. müssen sich einfach mit einem Handgriff in Fluchtrichtung öffnen lassen. Der Fluchtweg muss so ausgeführt sein, dass sich Personen auch bei einer Verrauchung des Weges nicht verletzen oder verirren können. Schwierig ist dies oft in Einkaufszentren, da sich dort viele ortsunkundige Personen aufhalten und es viele, teils unübersichtliche, enge Gänge gibt. Für die Mindestabmessungen von Rettungswegen gibt es Verordnungen, Normen und Richtlinien, die beim Bau von Gebäuden zwingend einzuhalten sind. So ist in Deutschland beispielsweise in der Muster-Versammlungsstättenverordnung der ARGEBAU (Fassung Mai 2002) folgende Regelung enthalten: Die lichte Breite eines jeden Teiles von Rettungswegen muss mindestens 1,20 m betragen. Die lichte Breite eines jeden Teiles von Rettungswegen muss für die darauf angewiesenen Personen mindestens betragen bei 1. Versammlungsstätten im Freien sowie Sportstadien 1,20 m je 600 Personen, 2. anderen Versammlungsstätten 1,20 m je 200 Personen. Staffelungen sind nur in Schritten von 0,60 m zulässig. In Gebäude werden für jede Nutzungseinheit mit Aufenthaltsräumen (z. B. Wohnung) zwei Rettungswege gefordert, wobei in vielen Fällen auch die Drehleiter der Feuerwehr den zweiten Rettungsweg darstellen kann. Da mit Drehleitern nur eine geringe Personenanzahl im Gefahrenfall gerettet werden könnennn, ist in Gebäuden, bei denen mit einer größeren Personenzahl zu rechnen ist (z. B. Versammlungsstätten) ein zweiter baulicher Rettungsweg notwendig. Bei mehrgeschossigen Gebäuden werden die beiden Rettungswege über zwei notwendige Treppen realisiert. Ein bedeutendes Thema ist der Fluchtweg bei Tunnelanlagen oder auf Autobahnen innerhalb von Lärmschutzwänden. Fehlende Fluchtwege können bei Bränden zu Katastrophen wie am Kitzsteinhorn führen. Dort ist es am 11. November 2000 zum Vollbrand einer Standseilbahn in einem Tunnel gekommen, in dessen Folge 155 Menschen zu Tode kamen, weil Rauch den Fluchtweg nach oben hin unpassierbar machte und Löschangriffe zu diesem Zeitpunkt nicht möglich waren.

Siehe auch


- Portal:Architektur und Bauwesen
- Portal:Hilfsorganisationen/Feuerwehr, Themenliste Feuerwehr Kategorie:Brandschutz

Blind

Unter Blindheit versteht man den Verlust der Sehfähigkeit, die Einschränkung der Sehfähigkeit auf unter 2 Prozent oder die Einschränkung des Gesichtsfeldes auf 5 Grad und weniger. Nicht zur Blindheit nach obiger Definition gehören die Farbenblindheit und die Nachtblindheit. Diese Krankheitsbilder werden der Kategorie Sehbehinderungen zugeordnet. Außerdem wird blind gelegentlich als Adjektiv benutzt um Dinge ohne Fortsatz zu beschreiben (vgl. Blinddarm, Blindschacht, Blindgänger, Blindflansch; auch blinder Alarm, blinder Passagier).

Ursachen für Blindheit


- angeborene
  - fehlende Elemente des Sehapparates
  - fehlende Verbindung zwischen Auge und Gehirn
  - unerkannte Erkrankungen wie z.B. der angeborene grüne Star
  - genetische Veranlagungen, die im Laufe des Lebens zur Erblindung führen können (z.B. Retinitis Pigmentosa, Makuladegeneration ...)
- erworbene
  - am häufigsten ist der graue Star, die alterungsbedingte Trübung der Linse
  - Altersblindheit bedingt durch Diabetes oder altersbedingte Makuladegeneration, kurz AMD
  - langanhaltender unbehandelter Bluthochdruck
  - Embolien in den versorgenden Blutgefäßen
  - Verletzungen (Amaurose)

Medien für Blinde

Die von Louis Braille entwickelte Blindenschrift, die so genannte Brailleschrift, ermöglicht blinden Menschen das Lesen und Schreiben von Texten. Das Moonalphabet, eine weitere Blindenschrift, wurde fast vollständig von der Brailleschrift verdrängt. Das Schreiben von Texten ist z. B. mithilfe der Blindenschreibmaschine möglich, welche bereits 1899 von Oskar Picht erfunden wurde. Es gibt heute auch Braille-Drucker für den PC. Es gibt diverse Zeitschriften für Blinde. Die Zeitschrift Brigitte war die erste deutsche Frauenzeitschrift, die es vollständig in Blindenschrift gibt. Auch wird diese in elektronischer Form als Textdatei angeboten, um sie mithilfe eines durch Sprachausgabe, Braillezeile und/oder Schriftvergrößerung (für Sehbehinderte) modifizierten PCs lesbar zu machen. Viele Zeitschriften, auch Hörzeitschriften (auf Cassette oder DAISY-CD aufgesprochene Beiträge), werden durch Blindenbüchereien oder gemeinnützige Vereine vertrieben. Aber auch die immer mehr aufkommenden Hörbücher ermöglichen blinden Menschen einen weiteren Zugang zur Literatur. In vielen bekannten Bauwerken werden auch Modelle zum taktilen Erleben aufgestellt. Auf Bahnhöfen werden die Bahnsteige mit speziellen Einkerbungen, sog. Leitlinien, versehen, die es Blinden ermöglichen, sich dort zurecht zu finden. In der Kartographie arbeitet man intensiv an Blindenkarten, die helfen sollen, die räumliche Situation der Umgebung für Blinde erfahrbar zu machen. Einige Fernsehsender senden Filme im Zweikanalton, bei denen auf dem zweiten Kanal per Audiodeskription die Handlung erzählt wird. Das jüngste Medium für Blinde heißt DAISY. DAISY ist der Name eines weltweiten Standards für navigierbare, zugängliche Multimedia-Dokumente. Die Abkürzung [http://www.sbs-online.ch/daisy/produkt/daisy2_was.html DAISY] steht für "Digital Accessible Information System", zu deutsch: digitales System für den Zugang zu Informationen. Im Frühjahr 2004 wurde die DAISY-CD im deutschsprachigen Raum eingeführt, welche die veraltete Kompaktkassette bald ersetzen soll.

Allgemeine Hilfsmittel

Blinde Menschen benutzen einen Langstock (umgangssprachlich oft als Blindenstock bezeichnet), (siehe auch Tag des weißen Stockes). Dieser dient nicht nur zur Orientierung, sondern auch als Kennzeichen im Straßenverkehr, damit jeder Verkehrsteilnehmer auf die Behinderung aufmerksam gemacht wird. Zusätzlich tragen Blinde meist einen Anstecker oder zwei Armbinden. Dort sind auf gelben Untergrund drei schwarze Punkte abgebildet. Einige Blinde vertrauen sich auch einem Blindenführhund an. Um sich völlig selbständig orientieren und bewegen zu können, muss die Umgebung allerdings so ausgestattet sein, dass sie akustisch oder taktil ausgewertet werden kann. Dazu dienen Markierungsstreifen auf Gehwegen, ergänzende akustische oder vibrierende Signaleinrichtungen bei Verkehrsampeln, Geländer und Handläufe, aber auch eine vorschriftsmäßige Absicherung von Gefahrenstellen wie Baustellen oder Bodenöffnungen. Das Zurechtfinden in unvertrauten Gegenden bleibt für Blinde aber trotzdem oft schwierig.

Elektronische Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte

Um den Computer für Blinde nutzbar zu machen, wurde ein spezielles Ausgabegerät entwickelt, das so genannte Braille-Display oder Braillezeile, mit dem der Text auf dem Bildschirm in Brailleschrift Zeile für Zeile ertastbar wird. Das Braille-Display kann, je nach Bauform, bis zu 80 Zeichen abbilden und benötigt eine spezielle Übersetzungssoftware wie z.B. Blindows (Screenreader). Grafische Benutzeroberflächen erschweren den Umgang für Blinde gegenüber dem klassischen Textmodus. Screenreader aber werden ständig weiterentwickelt, die Betriebssysteme arbeiten besser mit ihnen zusammen, sodass inzwischen auch die meisten Blinden den Umstieg zu Betriebssystemen mit grafischer Benutzeroberfläche gemeistert haben. Dank dieser Technik ist es ihnen möglich, viele Funktionen eines PCs zu nutzen. Vorlesesysteme setzen Bildschirminhalte in synthetische Sprache um, so dass Sehbehinderte, die die Brailleschrift nicht beherrschen (viele Späterblindete haben nie eine Blindenschule besucht), komfortabel mit diesen Systemen arbeiten können. Auch für das alltägliche Leben gibt es viele verschiedene Hilfsmittel. Das fängt bei einfachen Dingen wie sprechenden Uhren und Weckern an und geht über den Milchalarm, der das Überkochen der Milch verhindert bis hin zu einer Herdüberwachung, die piept, wenn der Herd zu lange angeschaltet ist oder die Kochplatten gefährlich heiß werden. Viele Spielehersteller bieten mitlerweile auch Versionen ihrer Spiele für Blinde an. Schon seit geraumer Zeit gibt es Skat-Karten, die mit einer Plastikfolie überzogen sind, so dass Sehende wie gewohnt spielen und Blinde die Karten gleichzeitig ertasten können. Auch für den Computer gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Soundgames, bei denen der Spieler die Informationen über den Spielverlauf über die Lautsprecher erhält statt über den Bildschirm. Diese Art der Spiele wird auch bei Sehenden immer beliebter.

Berühmte Blinde


- David Blunkett
- Jorge Luis Borges
- Louis Braille
- Ray Charles
- Appius Claudius Caecus
- Georg V.
- Homer
- Aldous Huxley
- Helen Keller
- Leslie Lemke
- Tom Wiggins
- Stevie Wonder Auch sagenhafte Figuren wie der griechische Seher Teiresias und der alte Ödipus wurden als blind beschrieben. Desgleichen stehen Blinde im Zentrum literarischer Werke (z. B. in Vladimir Nabokovs Roman "König Dame Bube").

Formen


- Achromatopsie
- Anopsie

Museen

AnopsieAnopsie
- Blindenmuseum Berlin, Steglitz, Rothenburgstr. 14
- Blindenmuseum Hannover, Bleekstraße 22
- Dialog im Dunkeln, Hamburg, Am Wandrahm 4
- http://www.stiftadmont.at Stift Admont, A-8911 Admont 1 Im neuen Museum des Stiftes Admont bilden grundsätzlich für Blinde konzipierte multimediale Kunstwerke besondere Stationen.

Zitate


- "Blindheit trennt von Dingen, Taubheit trennt von Menschen", (Helen Keller)

Redensarten

Im übertragenen Sinne steht die Fähigkeit zu sehen oft für die Fähigkeit, die Wirklichkeit überhaupt wahrzunehmen. Die selbe Metapher gilt für das Fehlen der beiden Fähigkeiten. "Ich will die Sache im Auge behalten" oder "Ich will ein Auge darauf haben." bedeutet: "Ich will dafür sorgen, dass die Sache zufriedenstellend weiterkommt." "Nachsicht üben, nicht genau hinschauen, ein Auge zudrücken, durch die Finger sehen" bedeutet "Mängel oder Verstöße nicht so behandeln, wie es richtig wäre." "Jemand ist politikblind, wirklichkeitsblind." bedeutet: "Er versteht nicht die Zusammenhänge der Politik, der Wirklichkeit." "Liebe macht blind" bedeutet: "Wer liebt, erkennt die oder den Geliebten nicht so wie sie oder er wirklich ist." "Die waren auf dem rechten (auf dem linken) Auge blind." weist auf eine parteiliche Haltung hin, welche gegenüber der politischen "Rechten" (der politischen "Linken") zu Duldsamkeit und Nachsicht neigt. "Dem muss ich mal die Augen öffnen." bedeutet: "Dem will ich erklären, was wirklich geschieht und womit das zusammenhängt." Wenn ein Sachverhalt ganz und gar eindeutig ist, sagt man volkstümlich derb: "Das sieht doch ein Blinder mit dem Krückstock."

Literaturhinweis


- "Enzyklopädie des Blinden- und Sehbehindertenwesens" - 516 Seiten mit Abbildungen, 3,50 Euro

siehe auch


- Blindenanstalt, Christoffel-Blindenmission,

Weblinks


- [http://de.dmoz.org/World/Deutsch/Gesellschaft/Menschen/Behinderte/Blinde_und_Sehbehinderte/ Verweisliste von Dmoz.org]
- [http://www.kriegsblindenbund.de/ Bund der Kriegsblinden Deutschlands e.V. (BKD)]
- [http://www.szb.ch/ Dachverband der Schweizer Blindenorganisationen SZB]
- [http://www.dbsv.org/ Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)]
- [http://www.pro-retina.de/ Pro Retina Deutschland e.V.]
- [http://www.milina-radio.de/ Erstes bundesweites Blindenradio] Kategorie:Augenheilkunde Kategorie:Blindheit ja:失明 simple:Blindness

Panik

Panik ist ein Zustand äußerster Angst vor gegenwärtiger Gefahr. Die Wahrnehmung einer wirklich oder vermeintlich ernsten Bedrohung kann im Hirn die besonnene Aufmerksamkeit einschränken oder ausschalten zugunsten eines der drei archaischen Notfallprogramme, welches dann ohne bewusste Kontrolle abläuft: Flucht, Kampf oder Starre (flight, fight, or freeze). Besonders gefährlich sind Massenpaniken, wenn beispielsweise bei Feuer in einem geschlossenen Raum viele Menschen gleichzeitig ihre Selbstkontrolle verlieren. Im übermächtigen Fluchtreflex werden dann oft Schwächere blindlings umgerannt und niedergetrampelt. Türen werden durch Menschenknäuel verstopft, weil der Drang hinaus ein befreiendes Nacheinander verhindert. Das Konzept der Massenpanik ist allerdings wissenschaftlich umstritten.

Symptome

Panik (im Sinne einer Panikattacke) ist ein individualpsychologisches Phänomen. Empirische Untersuchungen (Harbst 1996) haben gezeigt, dass selbst bei Lebensgefahr nur ein geringer Anteil der betroffenen Menschen in diesem Sinne panisch reagiert. Paniken müssen aber nicht nach außen wirken, sondern können sich auch allein in starken vegetativen Reaktionen (Hyperventilation, Angstschweiß) ausdrücken, wobei sich die Menschen dabei wie gelähmt und komplett hilflos fühlen können (die Reaktion "Starre" bei Furcht).

Panikattacken

Panikattacken sind gekennzeichnet durch heftige und überwältigende Unruhe oder Furcht. Sie werden begleitet von körperlichen Symptomen wie Herzklopfen, Schwitzen, Atemnot, Muskelzittern oder Schwindelgefühlen. Betroffene Menschen können den Eindruck haben, dem Tod nahe zu sein. Folgende drei neurotische Krankheitsbilder sind mit Panikattacken verbunden:
- Generalisierte Angststörung
- Panikstörung
- Phobien Die Reaktion bei Phobien (z.B. Agoraphobie - die Angst vor großen, offenen Plätzen - oder Klaustrophobie - die Angst vor engen Räumen) kann von starkem Unbehagen bis zur Panik reichen.

Ursachen

Krankhafte Panikattacken müssen keinen externen Anlass haben, werden aber oft durch scheinbar unbedeutende Umstände und vor allem durch Fehlinterpretation körperlicher Reaktionen ausgelöst. Psychisch bedingte Angstzustände bzw. Phobien können bei Nichtbehandlung Panikzustände zur Folge haben. Auch körperliche Erkrankungen, wie zum Beispiel ein Asthma-Anfall, ein Hörsturz oder Hyperventilation, können Angstzustände auslösen.

Begriff

Der Begriff leitet sich vom Namen des griechischen Hirtengotts Pan ab, vor welchem die Nymphen in "pan'scher Angst" Reißaus nahmen. Wenn eine Tierherde in einen Zustand plötzlicher erregter Angst geriet, schrieb man das ebenfalls seiner Intervention zu. Siehe auch: Stampede

Siehe auch

Panikattacke, Panikstörung, Panikforschung, Phobie, Angstneurose, Klaustrophobie, Psychose, Masse (Soziologie), Doppelbindungstheorie

Weblinks


- [http://panikcafe.vol4u.de Panik-Café - Forum für Menschen mit Angst und Panikattacken]
- http://www.angst-community.de.vu ( Angst & Panik Community )
- http://www.wege-aus-der-angst.de.vu (Alles über Angst, Panik etc.)
- [http://www.panikattacken.at/ Psychologische Sicht auf Panikattacken und Angststörungen] - umfangreiche Informationen und praktische Hinweise, auch für Laien geeignet
- [http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/EMOTION/Angst.shtml Angst] Psychologische Erklärungsmodelle
- [http://www.kummerboard.com Kummerboard.com - Gegen Kummer, Angst und Depressionen]
- http://www.wbpaterok.de
- http://www.shg-depression.at Ausführliche Grundinformationen und Aktuelles zu den Themen Depression, Manie, Angst- und Panikstörungen, umfangreiche Literatur- und Linkliste
- http://www.angst-informationen.de

Referenzen

J. Harbst and F. Madsen: The behaviour of passengers in a critical situation on board a passenger vessel or ferry. Danish Investment Foundation, Kopenhagen, 1996. --> Zurück zu Portal Medizin Kategorie:Emotion Kategorie:Krise Kategorie:Psychopathologie ja:パニック

Begehung

Begehung steht für:
- Begehung (Strafrecht)
- Begehung (Bauwesen)
- Begehung (Arbeitssicherheit)

Gewerbeaufsicht

Unter Gewerbeaufsicht versteht man die Überwachung der Einhaltung von Gesetzen zum technischen und sozialen Arbeitsschutz durch eine staatliche Behörde. International ist die Gewerbeaufsicht unter dem Namen Arbeitsinspektion oder Arbeitsschutzinspektion bekannt. Nicht zu verwechseln mit Ordnungsämtern. In Deutschland heißt es je nach Bundesland Gewerbeaufsichtsamt oder Amt für Arbeitschutz, die vorgesetzte Behörde ist meist das Regierungspräsidium( in NRW Bezirksregierung, darüber die "Ministerien für Soziales" und "Umweltministerien" (unter den verschiedensten Namen). In Bayern vollziehen die dem Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz unterstellten und den Regierungen angegliederten Gewerbeaufsichtsämter auch den technischen und stofflichen Verbraucherschutz. In Baden-Württemberg wurde die Gewerbeaufsicht zum 01.01.2005 aufgelöst und in die 4 Regierungspräsidien sowie in 44 Land- und Stadtkreise eingegliedert. Diese Entscheidung der Landesregierung hat die Schlagkraft der Gewerbeaufsicht natürlich stark geschwächt, was allerdings von Politik und Wirtschaft gewünscht wurde. In Österreich gibt es verschiedene Kompetenzen:
- für das Baurecht: die Gemeinde
- für das Gewerberecht: die Bezirkshauptmannschaft oder der Magistrat
- für den Arbeitsschutz das Arbeitsinspektorat
- für den Umweltschutz die Landesregierung

Gesetze/Verordnungen/Regeln der Technik zum technischen Arbeitschutz in Deutschland:


- Arbeitsstättenverordnung
- Betriebssicherheitsverordnung
- Unfallverhütungsvorschriften
- Handwerksordnung
- Gewerbeordnung
- usw.

Gesetze zum sozialen Arbeitsschutz:


- Arbeitszeitgesetz
- Jugendarbeitsschutzgesetz
- Mutterschutzgesetz
- usw. Siehe auch: Berufsgenossenschaft

Weblinks

http://www.lfas.bayern.de http://www.gewerbeaufsicht.baden-wuerttemberg.de Kategorie:Arbeitsschutz

Feuerwehr

Notrufnummern Arten :Freiwillige Feuerwehr :Jugendfeuerwehr :Berufsfeuerwehr :Pflichtfeuerwehr :Betriebsfeuerwehr :Werkfeuerwehr :Militärische Feuerwehr :Flughafenfeuerwehr :
Flughafenfeuerwehr]] Statistik ;Gesamtanzahl Feuerwehren :Deutschland 25.513 :Luxemburg 211 :Österreich 4.876 :Schweiz 2.500 :Südtirol 305 :Liechtenstein 10 ;Gesamtanzahl Aktive :Deutschland 1.383.730 :Österreich 247.227 :Schweiz 125.000 :Südtirol 12.500 :Liechtenstein (Stand 2001) ;Gesamtzahl der Brände und Brandeinsätze :Deutschland 750.000 - 200.000 Einsätze (Stand 2003)
Hier finden Sie allgemein gültige Informationen zur Feuerwehr. Spezielle Informationen zu bestimmten Feuerwehren finden Sie in den jeweiligen Länderseiten. ---- Die Feuerwehr ist eine Hilfsorganisation, deren Aufgabe es ist, dem Einzelnen und der Allgemeinheit im Notfall und bei öffentlichen Notständen Hilfe zu leisten, Menschen zu retten, Tiere und Sachwerte zu bergen oder vor Schaden zu schützen, Brände zu bekämpfen und technische Hilfe zu leisten. Da sich in den letzten Jahrzehnten die Zahl der Brände stark zurückentwickelt hat, übernimmt die Feuerwehr zunehmend Aufgaben, die über die traditionelle Brandbekämpfung hinausgehen, wie zum Beispiel Rettungseinsätze. Die Art der neu übernommenen Aufgaben und die Strukturen der Feuerwehren sind regional sehr unterschiedlich.

Organisationsformen

Eine Feuerwehr kann sein:
- eine Einrichtung der Kommune (Körperschaft des öffentlichen Rechtes).
- eine betriebliche Einrichtung (Werk- und Betriebsfeuerwehr).
- ein privates Unternehmen, das im Auftrag der Kommune oder des Betriebes die Aufgaben einer Feuerwehr wahrnimmt (beispielsweise Falck in Dänemark).

Gründe für Unterschiede in der Welt

Dänemark Der Aufbau einer Feuerwehr ist von den ihr gesetzlich übertragenen Aufgaben abhängig. Neben dem abwehrenden Brandschutz kann die Feuerwehr auch zuständig sein für den vorbeugenden Brandschutz, die technische und allgemeine Hilfeleistung, den Rettungsdienst, sowie den Umweltschutz und den Katastrophenschutz. Für die unterschiedlichen möglichen Einsatzarten muss die Feuerwehr entsprechend ausgestattet sein. Dies macht insbesondere eine Auswahl und Anpassung der Technik bezüglich der Topographie (z.B. Seen, Gebirge, Waldflächen) und der Bebauung (z.B. Hochhäuser, Gewerbegebiete) notwendig. Die Leistungsfähigkeit einer Feuerwehr ist abhängig von der von ihr verwendeten Technik und vom Ausbildungsstand des Personals. Gerade Feuerwehren in Entwicklungsländern können ihre Aufgaben auf Grund fehlender Geldmittel oftmals nicht flächendeckend und nicht optimal erfüllen. Abhängig von der Bevölkerungsstruktur und -dichte sind auch die Strukturen der Feuerwehrorganisationen. Sind es im deutschsprachigen Raum die freiwilligen Feuerwehren, die den flächenmäßig größten Teil des Brandschutzes abdecken, haben andere Länder auf Stützpunktfeuerwehren mit hauptamtlichem Personal gesetzt. Wieder andere setzen auf den Brandschutz durch militärische Strukturen. Hauptartikel:
- Feuerwehr in Deutschland
- Feuerwehr in Luxemburg
- Feuerwehr in Lettland
- Feuerwehr in Österreich
- Feuerwehr in der Schweiz
- Feuerwehr in Südtirol Feuerwehr in Südtirol

Aufgaben

Die Aufgabe der Feuerwehren ist die Gefahrenabwehr, der Auftrag wird in den Gesetzen der jeweiligen Staaten geregelt. International weit verbreitet, sind ihre Aufgaben in den vier Worten Retten, Löschen, Bergen und Schützen als Leitbild enthalten. In Deutschland sind die Aufgaben: Abwehrender Brandschutz, Vorbeugender Brandschutz und Technische Hilfeleistung. Nachfolgend werden Aufgaben, die für einen Großteil der Feuerwehren grundlegend sind, beschrieben.

Retten

Retten ist die Abwendung einer Lebensgefahr von Menschen durch Sofortmaßnahmen (Erste Hilfe), die der Erhaltung oder Wiederherstellung von Atmung, Kreislauf oder Herztätigkeit dienen und/oder Befreien aus einer Zwangslage durch technische Rettungsmaßnahmen. Tätigkeitsfelder hierfür sind z.B. Feuer, Überschwemmungen oder Verkehrsunfälle.

Löschen

Verkehrsunfälle Das Löschen ist die älteste Aufgabe der Feuerwehr. Bei diesem so genannten abwehrenden Brandschutz werden unterschiedlichste Brände mit Hilfe der technischen Feuerwehrausrüstung bekämpft. Im Laufe der Zeit ist jedoch die Zahl der Brandbekämpfungen weltweit zurückgegangen. Aufgrund der zunehmenden Aufgabenvielfalt der Feuerwehr nehmen die Technischen Hilfeleistungen stark zu und die Feuerwehr entwickelt sich zur Hilfeleistungsorganisation.

Bergen

bekämpft Die Feuerwehr kann weiterhin für das Bergen von Sachgütern, Tieren oder Toten, zum Beispiel bei Hochwasser, technischen Hilfeleistungen wie das Auspumpen von Kellern, Hilfe bei Verkehrsunfällen und Unwettern verantwortlich sein.

Schützen

Zum vorbeugenden Brandschutz kann die Bereitstellung von Brandsicherheitswachen bei öffentlichen Veranstaltungen und die Kontrolle von Hydranten und Löscheinrichtungen gehören. Der vorbeugende Brandschutz ist eine wichtige Einrichtung, um Brände im Vorfeld zu vermeiden und die Bevölkerung schon im Kindesalter auf Gefahren aufmerksam zu machen und das richtige Verhalten in Notsituationen aufzuzeigen. So wird Brandschutzerziehung in Kindergärten und Grundschulen durchgeführt. Besonders in Industrienationen wird dem Betriebsbrandschutz immer mehr Augenmerk geschenkt, sei es durch eigene betriebliche oder auch durch öffentliche Feuerwehren. Grundschule Darüber hinaus wird die Feuerwehr im Rahmen behördlicher Baugenehmigungsverfahren größerer Bauvorhaben häufig hinzugezogen und um Stellungnahme gebeten (Stellungnahmeersuchen). Außerdem kann die Feuerwehr aktiven Umweltschutz betreiben, wie die Eindämmung von Ölunfällen, Beseitigung von Ölspuren auf Straßen und Eindämmung chemischer, biologischer und atomarer Gefahren (siehe Gefahrgut). Auch bei der Erstellung von Alarmplänen oder bei verschiedenen Genehmigungsverfahren kann es nötig sein, die Feuerwehr heranzuziehen. Weiterhin bringt die Feuerwehr bei der Erstellung von Standards in verschiedenen Fachgebieten ihre Erfahrung und Verbesserungsvorschläge ein.

Allgemein

Um einem alten Vorurteil gegenüber der Feuerwehr, das besagt Was das Feuer nicht kaputt machte, erledigte das Löschwasser entgegenzuwirken, musste auch die Feuerwehr ihre Arbeitsweise bei allen Einsatzarten ändern, um professioneller zu arbeiten. Es muss bei jeder Art von Einsätzen darauf geachtet werden, dass nicht nur die unmittelbare Gefahr gebannt wird, sondern auch die Folgeschäden (u. a. verursacht durch Rauch und Löschwasser), die oft wesentlich die Primärschäden übersteigen, möglichst gering zu halten. Dadurch wirkt ein Einsatz oft wesentlich unspektakulärer als früher, weil nicht mehr nur die Geschwindigkeit sondern auch ein überlegtes, manchmal langsamer erscheinendes Handeln zählt.

Geschichte

Standard]] Standard] Bereits die alten Ägypter hatten die ersten organisierten Feuerlöscheinheiten. Im Römischen Reich entstanden Millionenstädte wie Rom. Die Häuser waren meist mehrstöckig und standen sehr eng beieinander, auch die Gassen waren sehr eng. Vielfach wurden hölzerne An- und Vorbauten an den Häusern errichtet. Etliche Male vernichteten Feuersbrünste ganze Stadtteile von Rom. Im Jahr 21 v. Chr. wurde eine erste Feuerwehr mit 600 Sklaven gegründet. Siehe auch: Feuerwehren im Römischen Reich Schon im Mittelalter waren die Gemeinden verpflichtet, den Brandschutz aufzubauen. So wurden zuerst die Innungen und Zünfte dazu verpflichtet im Notfall einzugreifen. Da sehr viele Gebäude Fachwerkbauten aus Holz waren und oft innerhalb der Stadtmauern auf engstem Raum errichtet wurden, kamen Großbrände, bei denen ganze Stadtviertel abbrannten, sehr oft vor. Es wurden auch erstmals Feuerknechte in den Feuerlöschverordnungen verankert, so dass von den ersten Berufsfeuerwehren gesprochen werden kann, wie zum Beispiel in Wien 1685. Die feuerwehrtechnische Ausrüstung war in der vorindustriellen Zeit auf einfache Hilfsmittel wie Eimer, Leitern oder Einreißhaken beschränkt. Im 17. Jahrhundert wurde der Schlauch erfunden, der zuerst aus genähtem Leder angefertigt wurde; später wurde das Leder vernietet. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurden noch Handpumpen, sogenannte Feuerspritzen verwendet, die von Pferden oder der Löschmannschaft an die Einsatzstelle gezogen wurden. Mit der Erfindung des Verbrennungsmotors verbesserte sich auch die Ausrüstung der Feuerwehren erheblich: Motorspritzen und selbstfahrende Feuerwehrfahrzeuge erhöhten die Leistungsfähigkeit um ein Vielfaches. In den USA wurden erst Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten, privatwirtschaftlich organisierten, Berufsfeuerwehren gegründet. Teilweise wurden nur Häuser, die die Plakette eines solchen Unternehmens trugen, gelöscht. Hauptartikel: Geschichte der Feuerwehr und Feuerwehren im Römischen Reich

Ausrüstung

Feuerwehren im Römischen Reich] Feuerwehren im Römischen Reich] Zur Erfüllung der ihr übertragenen Aufgaben verfügt die Feuerwehr in der Neuzeit über eine Vielzahl von technischem Gerät, dies umfasst neben den Feuerwehrfahrzeugen auch deren Beladung und die persönliche Ausrüstung eines jeden Feuerwehrmannes, die in einer so genannten Feuerwache untergebracht sind. Darüber hinaus kommen bei der Feuerwehr auch Kommunikationssysteme, wie das BOS-Funksystem und Technik zur Alarmierung der Feuerwehrangehörigen zum Einsatz. In manchen Ländern gehören auch Rettungshunde zur Feuerwehr. Sie werden hauptsächlich im Katastrophenhilfsdienst nach Erdbeben oder anderen Katastrophen, aber auch bei der Suche nach einzelnen vermissten Personen eingesetzt. In einigen Ländern ist die Feuerwehr auch für den Rettungsdienst zuständig und hält somit entsprechende Fahrzeuge und Geräte vor. In Deutschland wird diese Aufgabe überwiegend im Bereich von Berufsfeuerwehren wahrgenommen.

Struktur

Die Feuerwehr muss nach bestimmten Kriterien in Einheiten strukturiert sein, damit die Mitglieder der Feuerwehr möglichst effizient zusammen arbeiten können. In einigen Ländern wurden die Strukturen vom dortigen Militär übernommen, in anderen Ländern wurden neue Strukturen geschaffen. Hauptartikel: Feuerwehreinheiten

Ausbildung und Dienst

Da die Feuerwehren einerseits effektiv und professionell arbeiten sollen, andererseits auch der Selbstschutz nicht zu kurz kommen darf, ist eine gute Ausbildung notwendig. Deshalb müssen Lehrgänge, Übungen und Dienste von den Feuerwehrleuten besucht werden. Der größte Teil der Ausbildung erfolgt in so genannten Feuerwehrschulen. Außerdem muss eine körperliche und geistige Eignung vorhanden sein. Diese kann je nach Gesetzeslage durch ärztliche Tests und Untersuchungen festgestellt werden. ärztliche Tests und Untersuchungen]] ärztliche Tests und Untersuchungen Durch die verstärkte Technisierung der gesamten Gesellschaft ist die Art der Einsätze wesentlich komplizierter geworden. So werden immer mehr Spezialisten benötigt. Aus diesem Grund bilden sich in manchen Feuerwehren Schwerpunkte heraus, wie zum Beispiel im Chemiebereich oder im Strahlenschutz. Diese Feuerwehren können andere mit Fachleuten unterstützen. Der aktive Dienst kann in einigen Ländern schon mit 16 Jahren beginnen, in anderen Ländern erst ab 18. Da der Dienst körperlich sehr viel abverlangt, gibt es auch bei Freiwilligen ein bestimmtes Höchstalter. Meist endet er mit dem Erreichen des 60. oder 65. Lebensjahres. Der Übungsbetrieb ist nicht leicht durchzuführen da die Übungssituationen möglichst realistisch sein sollen, und es nicht einfach möglich ist Übungsobjekte anzünden oder Fahrzeuge zu zerschneiden. Noch schwieriger wird es, wenn es um Menschenrettung geht. So bleibt jede Übung nur ein Trockentraining,das den Feuerwehrleuten in Fleisch und Blut übergehen muss, um im Ernstfall richtig entscheiden zu können. Nur in sehr wenigen Fällen können so genannte Heißübungen durchgeführt werden; diese sind jedoch sehr wichtig um Feuerwehrpersonal an den Umgang mit dem Feuer zu gewöhnen.
Da auch sehr viel theoretisches und rechtliches Wissen abverlangt wird, finden zusätzlich zu den zahlreichen praktischen Übungen auch theoretische Unterrichtseinheiten statt, in der Regel während der kalten Jahreszeit. Um in den einfachen Handgriffen sattelfest zu werden, werden regelmäßig Feuerwehrleistungsbewerbe durchgeführt, die schon nahe dem Leistungssport liegen. Sie werden bis zu Weltmeisterschaften durchgeführt.

Jugendarbeit

Weltmeisterschaften In vielen Ländern gibt es Abteilungen der Feuerwehr, die sich speziell um die Anwerbung von jungen Menschen kümmern. Damit können sie leichter Nachwuchs rekrutieren, andererseits fällt ihnen auch bei der Jugenderziehung eine verantwortungsvolle Tätigkeit zu. Hauptartikel: Jugendfeuerwehr

Kameradschaft

Jugendfeuerwehr] In der Öffentlichkeit ist die Feuerwehr auch durch ihre Kameradschaft bekannt. Da Feuerwehrleute sich während ihrer Einsatztätigkeit aufeinander verlassen müssen und unter Umständen einander ihr Leben gegenseitig anvertrauen, ist eine ausgeprägte Vertrauensbasis wichtig. Das soziale Miteinander und das oft starke Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Feuerwehrleuten wird als Kameradschaft bezeichnet. Vor allem bei den freiwilligen Feuerwehren hält diese Kameradschaft auch über den aktiven Dienst hinaus und manifestiert sich in gemeinsamer Freizeitgestaltung. Gerade in kleinen Orten ist die Feuerwehr häufig ein gesellschaftlicher Mittelpunkt. Der Prozentsatz, den die Feuerwehrkameraden an der Ortsbevölkerung stellt, ist in diesen Orten wesentlich höher als in städtischen Gebieten. Oft hat die Mitgliedschaft in der Feuerwehr Familientradition. Die meisten Feuerwehrleute verlassen nach Ende ihre aktiven Dienstzeit die Wehr nicht einfach, sondern wechseln in die Seniorengruppe, die - regional unterschiedlich - Alters-, Reserve- oder Ehrenabteilung genannt wird. Während die freiwilligen Feuerwehrangehörigen sich als Kameraden bezeichnen, wird bei Berufsfeuerwehrleuten meist, wie in jedem anderen Unternehmen auch, der Begriff "Kollegen" verwendet.

Probleme der Feuerwehr

Finanzielle Situation

Besonders in Zeiten fehlender Investitionen (vor allem Kapital) durch die Träger des Brandschutzes (Kommunen, Städte), ist es vielen freiwilligen Feuerwehren heutzutage nicht mehr möglich, all ihre Aufgaben wirkungsvoll und der Gesetzgebung entsprechend zu erfüllen. Unter Umständen kann dies Menschen in Not zusätzlich in Gefahr bringen bzw. ihre Notlage verschlimmern, wenn die Kameraden der Feuerwehr nicht schnellstmöglich am Einsatzort eintreffen können. Es kam schon vor, dass während eines Einsatzes die Feuerwehrleute ihr Fahrzeug zum Einsatzort schieben mußten. Eine Verschlechterung ihres Rufes in der Bevölkerung ist somit die Folge. Aber auch die Unversehrtheit von Leib und Leben der Feuerwehrkameraden, die letztendlich ihren Dienst uneigennützig für die Allgemeinheit versehen, ist in Gefahr, wenn schlechte und veraltete Technik genutzt werden muss. Viele Feuerwehren sind auch auf die finanzielle Mithilfe der Bevölkerung angewiesen, da die Feuerwehren vor allem in finanziell schwachen Gemeinden sonst nicht ausreichend unterhalten werden können. Berlin zum Beispiel hat heute weniger hauptberufliche Feuerwehrleute als der Ost- und der Westteil der Stadt vor der Wiedervereinigung jeweils alleine hatten. Hier wirkt sich besonders einschneidend aus, dass eine hauptamtliche Stelle jährlich z.T. so viel kostet wie eine ganze Freiwillige Feuerwehr. Wiedervereinigung So sind gerade Berufsfeuerwehren gezwungen, starke Etatkürzungen einsatztaktisch bestmöglich zu kompensieren. Die Sparzwänge erstrecken sich jedoch ebenso auf ehrenamtlich unterhaltene Feuerwehren: Bei der reinen Betrachtung der großen Anzahl freiwilliger Feuerwehren könnten Außenstehende die Notwendigkeit einzelner Wehren anzweifeln. Jedoch zeigen gerade Katastrophen wie das Jahrhunderthochwasser 2002 wie wichtig jede helfende Hand ist. Zum anderen muss beachtet werden, dass jeder einzelne Standort der Einhaltung der Hilfsfrist in seinem Einsatzbereich dient, d. h. das Eintreffen der Feuerwehr innerhalb einer vorgeschriebenen Zeitspanne ab der Alarmierung garantiert. In anderen Ländern, wo ein freiwilliges System nicht existiert, hört man dagegen den Ruf nach einem solchen System, da es in vielen Bereichen doch kostengünstiger als eine Berufsfeuerwehr ist. Ein freiwilliges System lässt sich aber kaum durch Gesetze verordnen, sondern muss langsam wachsen. So gibt es in Griechenland Sommercamps, von der ESEPA veranstaltet, mit freiwilligen Feuerwehrleuten aus anderen Ländern, die helfen, die zahlreichen Waldbrände zu bekämpfen.

Vereinbarkeit von Feuerwehr und Beruf im Ehrenamt

Waldbrände Auch durch die Arbeitsmarktssituation im 21. Jahrhundert wird die Einsatzfähigkeit von in vielen Ländern vorkommenden Freiwilligen Feuerwehren verringert. So wird manchen ehrenamtlichen Feuerwehrleuten von ihren Arbeitgebern untersagt, während ihrer Arbeitszeit die Arbeit wegen eines Feuerwehreinsatzes zu verlassen, obwohl dies in einigen Ländern eindeutigen gesetzlichen Regelungen widerspricht. Auch das vermehrte Auspendeln zu den Arbeitsplätzen vermindert vor allem die Tagesbereitschaften. Obwohl die Feuerwehr immer eine Männerdomäne war und es auch in Feuerwehrkreisen noch immer einige Vorurteile gibt, werden aus diesem Grund auch immer mehr Frauen bei den Feuerwehren aufgenommen. Allerdings gibt es auch etliche Unternehmen, die die Eigenschaften von Feuerwehrangehörigen schätzen und bevorzugt aufnehmen, da diese aus dem Feuerwehrdienst Kenntnisse mitbringen, die nicht unmittelbar als zur allgemeinen Berufsausbildung zählen. So sticht besonders die Teamfähigkeit von Feuerwehrleuten heraus (siehe oben: Kameradschaft in der Feuerwehr). In einigen Ländern, wie Deutschland, haben deren Führungsorganisationen angesichts der stetig zurückgehenden Zahl von freiwilligen Helfern die Notwendigkeit erkannt, durch groß angelegte Werbe- und Imagekampagnen neue Mitglieder hinzuzugewinnen. Ob sich dies wirklich auf Dauer auszahlt, wird sich zeigen. Das System des Brandschutzes, wie es in der Vergangenheit gab und bewährt hat, ist allerdings wohl in dieser Form nicht mehr aufrecht zu erhalten. Bessere Fahrzeugtechnik, bessere persönliche Ausrüstung die Umstellung auf Digitalfunk zwingen die Kommunen zum Spagat zwischen knappen Haushaltsmitteln und moderner Ausstattung. Technische ausgefeiltere und umfangreiche zu bedienende Gerätschaften erfordern gut ausgebildetes Personal, das sich ständig weiterbilden muss. Auch ein Problem von Freiwilligen, die im zivilen Berufsleben auch immer höheren Anforderungen gegenüberstehen. Ernsthaft betriebene Feuerwehrarbeit bedeutet immer mehr, einer massiven Doppelbelastung ausgesetzt zu sein.

Vorurteile gegen Feuerwehrmitglieder

Kameradschaft in der Feuerwehr Oftmals wird angenommen, dass besonders viele Brandstifter selber Mitglied in einer Feuerwehr seien. So haben Pyromanen aufgrund ihrer Krankheit sicher eine gesteigerte Motivation, in eine Feuerwehr einzutreten, doch wird versucht, dies durch eine geeignete soziale und strafrechtliche (Führungszeugnis) Mitgliederauswahl zu verhindern. Auch eine gegenseitige Kontrolle innerhalb der Feuerwehr kann dies verhindern. Jedoch ist dieses Problem keine Besonderheit der Feuerwehr – auch andere Gruppen können ähnliche Anziehungspunkte für nicht geeignete Mitglieder darstellen (vgl. Vorurteile: Schützenverein, Bundeswehr). Deshalb ist ein professioneller und differenzierter Umgang mit dem Thema notwendig. Der Großteil der Brandstiftungen geht auf ganz andere Motivationen als Pyromanie zurück, wie Vertuschung von anderen Verbrechen oder Grundstück- beziehungsweise Gebäudespekulationen. Diese Taten sind nicht krankhaft motiviert und die Tätergruppen sind gar nicht interessiert, beim Feuer zuzuschauen, haben daher keine besonderen Kontakte zur Feuerwehr. Allerdings gibt es das Problem, dass Feuerwehrleute aufgrund falscher Motivation Brände legen, um diese dann selbst zu löschen und so soziale Anerkennung (Heldenstatus) zu bekommen. Dieses Problem ist, im Gegensatz zu Pyromanen in der Feuerwehr, schon ein „eigenes“ Problem, welches nicht tabuisiert, aber auch nicht zu übertrieben gesehen werden darf, da es sich auch zahlenmäßig um eine Randerscheinung handelt (beispielsweise in Deutschland: Etwa 12 der 36.000 Brandstiftungen im Jahr gehen auf Feuerwehrleute zurück - zum Vergleich: 12.000 auf Kinder). Ein anderes Vorurteil ist, dass die Feuerwehrmitglieder besonders gerne den Durst löschen würden. Der Prozentsatz an Personen mit erhöhter Neigung zum Alkoholkonsum ist allerdings bei der Feuerwehr nicht größer als anderswo. Bei Berufsfeuerwehren herrscht wie in jedem gewerblichen Betrieb ein striktes Alkoholverbot; dies wird zunehmend auch von Freiwilligen Feuerwehren übernommen. Freiwillige Feuerwehren bilden neben der Bedeutung für die Gefahrenabwehr auch eine soziale Gruppe, also wie Vereine, in diesen ist natürlich ein gemeinsamer Genuss genau so vorhanden wie in jeder anderen Gruppe. Auch wenn zur Stärkung der Gemeinschaft interne Feste gefeiert werden, so fällt dort der Alkoholkonsum in keiner Weise höher aus als auf anderen Festlichkeiten oder Partys, eher wird sogar weniger Alkohol konsumiert. Es wird aber auf eine strenge Trennung zwischen Dienstlichem und Privatem geachtet. Als Faktor nicht zu unterschätzen ist, dass die Getränke nach Übungen etc. oftmals auf Feuerwehrkosten gehen und nur deshalb ein verstärkter Konsum zu verzeichnen ist. Trotz dieser Schwierigkeiten identifizieren sich viele Feuerwehrleute stark mit ihrer Tätigkeit. Auch an kleinen Äußerlichkeiten wie Aufklebern auf den Privatfahrzeugen mit Retten – Schützen – Löschen – Bergen oder ähnlichen Texten kann man einen gewissen Stolz erkennen. In der Bevölkerung rangiert der Beruf des Feuerwehrmannes im Ansehen unter den zehn meist geachteten Berufen. In der "Reader’s Digest European Trusted Brands 2005" Studie wurden Feuerwehrleute zu Deutschlands vertrauenswürdigstem Berufsstand gewählt. In Österreich wurde der "Beruf" des Feuerwehrmannes sogar von 100 % der Bevölkerung so beurteilt. So mancher Kindertraum ist es, ein Feuerwehrmann zu werden. Viele Feuerwehrmänner/Feuerwehrfrauen haben sich mit ihrem erstmaligen Beitritt zu ihrer Organisation einen Kindertraum erfüllt.

Leitsprüche

Alkohol Die Tätigkeit und Kameradschaft unter den Feuerwehrmitgliedern selbst wird auch oft durch Leitsprüche, die regional verschieden sind, ausgedrückt. An diesen Leitsprüchen sieht man auch ungefähr die Zeit wann sie entstanden sind. Neben ernsten Leitsprüchen haben sich gerade in neuerer Zeit auch humorvolle bis ironische Sprüche entwickelt. Hier sollen nur einige aus dem deutschsprachigen Raum zitiert werden:
- Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr
- Den Jungen zur Lehr, den Alten zur Ehr
- Einer für alle, alle für einen
- Retten-Löschen-Bergen-Schützen
- Freiwillig, und doch professionell
- Unsere Freizeit für ihre Sicherheit!
- Wo andere rausrennen, gehen wir rein (mehrere Variationen bekannt)
- Wir machen Hausbesuche
- Ohne uns wird's brenzlig
- Helfen in Not ist unser Gebot
- Stell' dir vor, wenn Feuer wär', und es gäb' keine Feuerwehr... Was DAS für ein Feuer wär'!
- Wir werden nachts aus den schönsten Träumen gerissen, um so manchen Albtraum zu erleben
- Freiwillig, stark und fair
- 24 Stunden Vor-Ort-Service
- Die Feuerwehr hilft, vorbeugen musst Du!
- Erst wenn das letzte Feuerwehrauto eingespart wurde und kein Freiwilliger mehr ein Ehrenamt ausübt, dann merken wir, dass Geld allein kein Feuer löschen kann!
- Feuerwehr ist nicht alles, aber ohne Feuerwehr ist Alles nichts!!!

Gruß

Zum Abschluss noch der Gruß, mit dem sich Feuerwehrkameraden im deutschsprachigen Raum begrüßen. Die Grüße sind regional unterschiedlich verbreitet.
-
Gut Wehr (Für offizielle Anlässe die richtige Wahl)
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Gut Schlauch
-
Immer eine Handbreit Wasser im Tank
-
Gut Heil (Gruß der Feuerwehren in Kärnten und der Steiermark)

Siehe auch


- Portal:Hilfsorganisationen/Feuerwehr, Themenliste Feuerwehr, CTIF, THW, Brandmelder, Feuerspritze

Literatur


- Feuerwehrkatalog
Spezial-Literatur zu den Themen Feuerwehr und Rettungsdienst - (http://www.feuerwehrkatalog.de)
- Wolf-Dieter Prendke, Hermann Schröder:
Lexikon der Feuerwehr. Stuttgart 2001, ISBN 3-170-15767-1
- Rainer Crummenerl:
WAS IST WAS Band 114: Feuerwehr. München 2002, ISBN 3-788-61501-X
- Wolfgang Jendsch u.a., Weltrundschau-Verlag:
BRAND - Die Feuerwehren der Welt", Chroniken 1-8, Bände 2001-2004 (http://www.feuerwehrpresse.de/literatur.htm#Brand)
- Wolfgang Jendsch: Feuerwehrfahrzeuge in Europa. 1991, ISBN 3-88776-048-4
- Wolfgang Jendsch: Diverse Veröffentlichungen zum Thema Brandschutz/Rettungsdienst (pdf) - (http://www.feuerwehrpresse.de/Fachbeitraege-Downloads.html)
- Wolfgang Jendsch: Diverse Veröffentlichungen zum Thema Wald- und Flächenbrandbekämpfung (pdf) - (http://www.feuerwehrpresse.de/Fachbeitraege-Downloads.html#Waldbrand)
- Hamilton, Handbuch für den Feuerwehrmann, Boorberg-Verlag, ISBN 3-415-01705-2

Weblinks

Hier finden Sie nur Weblinks von internationalen Feuerwehrseiten, nationale finden sie unter den jeweiligen Länderseiten.
- [http://www.feuerwehr.net/ Feuerwehr-Links-Weltweit] Große Linksammlung von Feuerwehren weltweit
- [http://www.feuerwehr.de/wiki/ FeuerwehrWiki] ein Feuerwehr-Wiki
- [http://www.sbznet.de/?rubrik=magazin&thema=03-08-19-01 Berufsbild Feuerwehrmann: Als Retter auf die Karriereleiter]
- [http://www.feuerwehrpresse.de/Europa.html Feuerwehren in Europa] Informationsseite mit Überblick über Tätigkeitsbereiche im internationalen Brandschutz- und Rettungswesen
- [http://www.feuerwehrhistorik.de Feuerwehrgeschichte u.a.m.]
- [http://www.feuerwehr-land.de Feuerwehr-Land] Feuerwehr Portal Seite
- [http://www.faszination-feuerwehr.de.vu Faszination Feuerwehr] Infos rund um die Feuerwehr

Deutschland

Deutschland (die Langform der amtlichen Staatsbezeichnung lautet Bundesrepublik Deutschland) ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Im Norden bilden die Nordsee und die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen. Bundeshauptstadt und Regierungssitz ist Berlin; einige Bundesministerien befinden sich in der Bundesstadt Bonn, dem ehemaligen Regierungssitz. Das politische System ist föderal und als parlamentarische Demokratie organisiert: Nach Artikel 20 des Grundgesetzes versteht sich Deutschland als demokratischer und sozialer Bundesstaat und Rechtsstaat. Dieser Bundesstaat besteht aus 16 teilsouveränen Bundesländern. Deutschland ist mit über 82 Mio. Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Europas. Die Bundesrepublik Deutschland ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der NATO und der G8. Viele Links zu Artikeln mit Deutschlandbezug finden sich im Portal Deutschland.

Geografie

Lage

Deutschland liegt in Mitteleuropa zwischen 47°16′15″ und 55°05′33″ nördlicher Breite und 5°52′01″ und 15°02′37″ östlicher Länge. Die Nord-Süd-Ausdehnung reicht von List auf Sylt (Schleswig-Holstein) bis Oberstdorf (Bayern) und beträgt 876 km; die West-Ost-Ausdehnung zwischen der Gemeinde Selfkant (NRW) und Deschka (Sachsen) beträgt 640 km. Nachfolgend sind die an Deutschland angrenzenden Staaten und Meere im Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge (insgesamt 3.757 km lang) ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben. Im Norden grenzt Deutschland an Dänemark (67 km), im Nordosten an Polen (442 km), im Osten an Tschechien (811 km), im Südosten an Österreich (815; ohne Grenze im Bodensee), im Süden an die Schweiz (316 km; mit Grenzen der Exklave Büsingen, aber ohne Grenze im Bodensee), im Südwesten an Frankreich (448 km), im Westen an Luxemburg (135 km) und Belgien (156 km) und im Nordwesten an die Niederlande (567 km). Während im Nordwesten die Küsten der Nordsee und im Nordosten die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen bilden, hat Deutschland im Süden Anteil an den Alpen.

Exklaven

Eine Exklave Deutschlands ist das am Hochrhein gelegene Büsingen, das zum Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg gehört. Sie ist 7,62 km² groß und gänzlich von den drei Schweizer Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich umgeben. Daneben existiert eine zweite Exklave auf irischem Territorium, unweit von Dublin. Es handelt sich um einen Friedhof, auf dem während des Zweiten Weltkrieg gefallene deutsche Soldaten beerdigt wurden. Um nach dem Krieg eine kostspielige und aufwändige Überführung der Leichen zu vermeiden, wurde das Gebiet an die Bundesrepublik Deutschland übergeben.

Mittelpunkt Deutschlands

Der geographische Mittelpunkt Deutschlands liegt laut dem Statistischen Jahrbuch Deutschland (Stand: 2000) in der Gemeinde Niederdorla im westlichen Thüringen auf der .

Großlandschaften

Die landschaftlichen Großräume unterscheiden sich vor allem in der Abfolge von Nord nach Süd, da das Gelände nach Süden hin tendenziell höher und steiler wird. Der nördliche Teil Deutschlands, die Norddeutsche Tiefebene, ist ein hauptsächlich von den Eiszeiten geformtes Tiefland, an das sich nach Süden die bewaldeten Mittelgebirge im Zentrum und in südlicheren Teilen des Landes anschließen. Insbesondere in Bayern, aber auch in Baden-Württemberg, gehen diese Landschaften in das relativ hoch liegende Nördliche Alpenvorland und dies wiederum in das Hochgebirge der Alpen über.

Geologie

Deutschland ist geologisch vielgestaltig. Während die glazial geprägten Landschaften, die Flussniederungen und -becken erst ab dem Tertiär ihre Gestalt annahmen, sind die Mittelgebirge deutlich älteren Datums. Die kristallinen Rumpfgebirge (z. B. der Schwarzwald) sind bereits im Erdaltertum entstanden und bestehen hauptsächlich aus metamorphem und Tiefengestein wie Gneisen und Granit. Ähnlich alt ist das Rheinische Schiefergebirge, dessen Entstehung auf Silur und Devon zu datieren ist. An dessen Nordrand finden sich auch Formationen aus dem Karbon, in denen die gewaltigen Steinkohlevorkommen im Ruhrgebiet eingelagert waren. Die süddeutsche Landschaft ist größtenteils auf die Entwicklungen im Erdmittelalter zurück zu führen: Während die Pfalz, Thüringen, Teile Bayerns und Sachsens geologisch im Trias gebildet wurden, ist die sich quer durch den süddeutschen Raum ziehende Schwäbische und Fränkische Alb ein Ergebnis der Auffaltung und Hebung von Meeresboden aus dem Jurazeitalter. Erstere Regionen weisen Sandstein, letztere Kalkstein als vorherrschende geologische Formation auf. Vulkanismus wird in Deutschland nicht beobachtet. Dennoch findet sich in einigen Gebieten vulkanisches Gestein aus früherer Aktivität, insbesondere in der Vulkaneifel und auf dem Vogelsberg in Hessen. Auch Erdbeben mit schweren Folgen kommen praktisch nicht vor, da Deutschland vollständig auf der Eurasischen Platte liegt. Das Land wird daher nicht von Grenzen zwischen aneinander anstoßenden großen Platten der Erdkruste durchzogen. Dennoch ist der Rheingraben in Nordrhein-Westfalen als mäßig gefährdete Erdbebenzone eingestuft, die sich bis in die Nachbarländer Belgien und Niederlande erstreckt (siehe auch Erdbebengebiet Kölner Bucht).

Gewässer

Erdbebengebiet Kölner Bucht bei Koblenz (Deutsches Eck)]] Deutschland grenzt mit den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein an die Nordsee. Diese ist ein Randmeer des Atlantiks und das am dichtesten befahrene Seegebiet der Erde. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein liegen an der Ostsee, einem Binnenmeer, das über den Skagerrak mit der Nordsee verbunden ist. Der Tidenhub an der Ostsee ist wesentlich geringer als an der Nordsee. Die deutschen Flüsse gehören zu sechs großen Flusssystemen, deren Einzugsbereiche fast die gesamte Fläche einnehmen. Diese sind der Rhein, die Donau, die Elbe, die Oder, die Weser, und die Ems. Der längste dieser Flüsse ist die Donau; sie ist mit 2.845 km ab dem Zusammenfluss von Brigach, Breg und der Donauquelle in Donaueschingen beziehungsweise 2.888 km ab der Breg-Quelle am Rande des Schwarzwaldes nach der Wolga der zweitlängste Strom in Europa. Allerdings verläuft nur ein kleiner Teil der Donau-Gesamtstrecke durch Deutschland. Die Donau mündet ins Schwarze Meer. Alle anderen deutschen Flüsse entwässern in die Nord- oder Ostsee. Der Abschnitt der Europäischen Wasserscheide durch Deutschland verläuft östlich des Oberrheingrabens über den Hauptkamm des Schwarzwaldes, danach folgt sie der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Der Rhein ist von diesen Strömen derjenige, der die längste Strecke innerhalb Deutschlands zurücklegt: Von seinem 1.320 km langen Flusslauf führen 852 km durch Deutschland. Er hat zudem für die Deutschen eine identitätsstiftende Rolle inne, die sich aus der Geschichte und zahlreichen Mythen und Sagen speist. Auch seine wirtschaftliche Funktion ist bedeutend: er ist eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen Europas. Die Elbe entspringt im Riesengebirge an der Grenze Tschechiens zu Polen und mündet nach ungefähr 1.165 km – davon 770 km in Deutschland – bei Cuxhaven in die Nordsee. Sie gehörte zeitweilig zu den am meisten mit Schadstoffen belasteten Flüssen Europas, doch mittlerweile hat sich die Wasserqualität deutlich verbessert. Die Oderquellen befinden sich in den tschechischen Beskiden. Nach wenigen Kilometern fließt die Oder nach Polen und in ihrem Mittellauf durch Schlesien. In ihrem Unterlauf bildet sie die deutsch-polnische Grenze um dann wieder in Polen bei Stettin in das Stettiner Haff zu münden. Als Swine fließt sie schließlich zwischen den Inseln Usedom und Wollin durch Swinemünde in die Ostsee. Die Weser speist sich aus den Flüssen Werra und Fulda und entwässert den mittleren Teil Deutschlands. Die Einzugsgebiete von Oder und Ems liegen im äußersten Osten bzw. Westen. Die Seen in Deutschland sind größtenteils in der Folge der Eiszeit entstanden, nach dere