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Nottingham
Nottingham ist eine Stadt in den East Midlands in England mit rund 270.000 Einwohnern (2002). Sie ist Verwaltungssitz der Grafschaft Nottinghamshire, gehört seit 1998 allerdings selbst nicht mehr zur Grafschaft, sondern ist eine kreisfreie Stadt. Nottingham ist bekannt für die Legende um den Räuber Robin Hood.
Geschichte
Robin Hood
Nottingham wurde als angelsächsische Siedlung gegründet und im 9. Jahrhundert durch die Dänen (Wikinger) erobert. Unter dem Danelaw war Nottingham eine von fünf boroughs (befestigte Stadt). Von Anbeginn bestanden Teile der Siedlung aus Höhlen, die aus dem weichen Sandstein herausgehauen wurden. Der Ort trug Namen wie Tigguo Cobauc (Haus der Höhlen) und Snottingham (benannt nach dem angelsächsischen Häuptling Snot). Die heutigen Bewohner der Stadt sind sicherlich dankbar, dass das S mit der Zeit verloren ging, denn snotty heißt auf Englisch so viel wie rotzig oder gemein.
Auf Befehl von Wilhelm dem Eroberer wurde im Jahre 1068 auf einem 40 Meter hohen Sandsteinfelsen ein Schloss errichtet. Die Holzkonstruktion wurde nach einigen Jahrzehnten durch ein Gebäude aus Stein ersetzt. Um das Schloss herum wuchs die Stadt heran. Das Höhlensystem wurde ständig erweitert, dort wohnten die Armen, welche vor allem in den Gerbereien beschäftigt waren. Die Höhlen wurden während des 18. Jahrhunderts verlassen, dienten aber während des Zweiten Weltkriegs als Luftschutzkeller. Ein Teil des Höhlensystems wurde als Touristenattraktion zugänglich gemacht, dient für diverse Pubs als Keller und beherbergt einen Schießstand.
Eines der Pubs, die in den Fels gehauen sind, das Ye Olde Trip to Jerusalem Inn, stammt aus der Zeit der Kreuzzüge und behauptet von sich, das älteste in Großbritannien zu sein. Zwei andere Pubs namens Ye Olde Salutation Inn und Bell Inn behaupten hingegen beide, das älteste Pub in Nottingham zu sein . . .
Die Legende von Robin Hood tauchte erstmals im Mittelalter auf. Er lebte angeblich im Sherwood Forest nördlich der Stadt, der Sheriff von Nottingham soll sein größter Gegner gewesen sein. Die Legenden sind zwar größtenteils frei erfunden (vor allem die Details), doch dient Robin Hood vielen ortsansässigen Unternehmen als Werbeträger. Auch die Tourismusindustrie profitiert davon.
Der englische Bürgerkrieg begann 1642 in Nottingham, als König Karl I. sein Banner auf dem Schloss hisste. 1651 wurde das Schloss durch die siegreichen Parlamentarier zerstört. Auf dem Schlosshügel wurde stattdessen ein Landsitz errichtet. Dieses wurde dann 1831 bei einem Arbeiteraufstand niedergebrannt.
Im 19. Jahrhundert war Nottingham in der Herstellung von Spitzen führend und wurde weltweit bekannt. Heute jedoch hat dieser Industriezweig keine große Bedeutung mehr.
Industrie
In Nottingham befindet sich das Hauptquartier von Boots, der größten Drogerie-Kette des Landes. Weitere bedeutende Arbeitgeber sind die Kreditprüfungsagentur Experian, der Elektrizitätskonzern Powergen und der Tabakkonzern Imperial Tobacco. Bis vor kurzem war auch die Herstellung von Fahrrädern ein bedeutender Industriezweig, die Fabrik von Raleigh Cycles wurde jedoch im Sommer 2003 geschlossen.
Bildung
Nottingham besitzt zwei Universitäten, die University of Nottingham und die Nottingham Trent University. Das zur University of Nottingham gehörende Krankenhaus ist das größte in Großbritannien.
Kultur und Sport
In Nottingham gibt es zwei Theater, das Nottingham Playhouse und das Theatre Royal. Es gibt auch mehrere Galerien von nationaler Bedeutung, besonders erwähnenswert sind das Castle Museum und die Angel Row Gallery. In den Universitäten finden oft Theateraufführungen, Konzerte und andere Veranstaltungen statt.
Jährlich findet in der ersten Oktoberwoche der Goose Fair statt, einer der größten Jahrmärkte des Landes. Der Name geht auf die Tausenden von Gänsen zurück, die im Mittelalter durch ganz Nottinghamshire in die Stadt getrieben wurden.
Die beiden ältesten Fußballvereine der Welt sind aus Nottingham: Zum einen Notts County (1862) und Nottingham Forest (1865). Beide Vereine hatten früher große Erfolge, allerdings spielen sie heute in der vierten bzw. in der dritten englischen Liga. Der bekannteste Sportclub ist der Fußballverein Nottingham Forest, welcher 1979 und 1980 den Europapokal der Landesmeister gewann, den Vorläufer der Champions League. Auch Cricket und Rugby sind in Nottingham sehr beliebte Sportarten.
Im Nationalen Eislaufzentrum in Nottingham begann die Karriere von Jayne Torvill und Christopher Dean, welche an den Olympischen Winterspielen 1984 in Sarajevo Gold in der Disziplin Eistanzen gewannen.
Verkehr
Nottingham liegt an der Autobahn M1. Der Flughafen Nottingham East Midlands liegt zwischen Nottingham und der Nachbarstadt Derby. Seit März 2004 verkehrt in Nottingham eine Straßenbahn namens Nottingham Express Transit.
Auf der Schiene wird Nottingham im Personenverkehr durch die Bahngesellschaften Central Trains (Regionalverkehr, überregionaler Verkehr nach Westen und Osten) und Midland Mainline (Fernverkehr nach London, Sheffield und York) bedient.
Söhne und Töchter der Stadt
- Michael Argyle, englischer Sozialpsychologie|Sozialpsychologe
- William Booth, Gründer und erste General der Heilsarmee
- Susanna Clarke, britische Schriftstellerin
- Andrew Cole, englischer Fußballspieler
- George Green, britischer Mathematiker und Physiker
- Anthony Hamilton (Snookerspieler), englischer Snookerspieler
- Alister Hardy, englischer Meeresbiologe
- Robert Harris, britischer Journalist und Schriftsteller
- David F. Hendry, britischer Ökonometriker
- John Russell Hind, britischer Astronom
- Christopher Hogwood, britischer Dirigent und Cembalist
- Alvin Lee, britischer Gitarrist (Ten Years After)
- Samantha Morton, britische Schauspielerin
- Ian Paice, Schlagzeuger der Gruppe Deep Purple
- Norman Robert Pogson, englischer Astronom
- Harold Shipman, britischer Mediziner
- Alan Sillitoe, englischer Schriftsteller
- Rudolf Sühnel, deutscher Philologe
Partnerstädte
- Gent, Belgien
- Harare, Zimbabwe
- Karlsruhe, Deutschland
- Ljubljana, Slowenien
- Minsk, Weißrussland
Weblinks
- [http://www.nottinghamcity.gov.uk Nottingham City Council] (Stadtverwaltung)
- [http://www.nottshistory.org.uk Die Geschichte von Nottinghamshire]
- [http://www.nottingham.ac.uk University of Nottingham]
- [http://www.ntu.ac.uk Nottingham Trent University]
Kategorie:Ort in England
Kategorie:Unitary Authority (England)
East Midlands
East Midlands ist eine der neun Regionen Englands und besteht aus dem größten Teil der östlichen Midlands.
Die größten Städte sind Derby, Leicester und Nottingham, wo auch der Verwaltungssitz ist. Zwischen diesen Städten liegt der Flughafen East Midlands. Die Region ist mit den Hochgeschwindigkeitszügen der Midland Mainline mit London verbunden. Außerdem verläuft der Motorway M1 durch die Region.
Weitere Städte und Orte: Bolsover, Boston, Chesterfield, Corby, Daventry, Kettering, Hinckley, Lincoln, Long Eaton, Loughborough, Lutterworth, Oakham, Mansfield, Matlock, Market Harborough, Melton Mowbray, Newark, Northampton, Rushden, Sutton-in-Ashfield, Uppingham, Wellingborough, Worksop.
Zur Region gehören folgende Grafschaften und Unitary Authorities
Siehe auch: Verwaltungsgliederung Englands
Weblinks
- http://www.go-em.gov.uk - Government Office for the East Midlands
Kategorie:England
2002
Jahreswidmungen
- 2002 ist „Jahr des Kulturerbes“ (UNESCO)
- 2002 ist „Internationales Jahr des Ökotourismus“ (UNO)
- 2002 ist „Internationales Jahr der Berge“ (UNO)
- Der Orangefuchsige Rauhkopf (Cortinarius orellanus) ist Pilz des Jahres (Deutsche Gesellschaft für Mykologie)
- Der Haussperling (Passer domesticus) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- Der Wacholder (Juniperus communis) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Die Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis) ist Orchidee des Jahres (Arbeitskreis Heimische Orchideen/Deutschland)
- Der Rothirsch (Cervus elaphus) ist Tier des Jahres (Schutzgemeinschaft Deutsches Wild)
- Die Aster (Aster) ist Staude des Jahres (Bund deutscher Staudengärtner)
Politik
Januar
- 1. Januar: Kaspar Villiger wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Afghanistan. Hamid Karzai übernimmt die Übergangsregierung
- 1. Januar: Deutscher Botschafter in Kabul, Afghanistan, akkreditiert
- 1. Januar: Abkommen über Zollerleichterungen im Textilbereich zwischen Pakistan und der EU
- 1. Januar: Die EU hebt die Visapflicht für Rumänien auf
- 1. Januar: Inkrafttreten des bilateralen Abkommens zwischen der EU und der Schweiz
- 2. Januar: Levy Mwanawasa wird Staatspräsident von Sambia
- 2. Januar: Argentinien. Eduardo Duhalde wird neuer Staatspräsident
- 11. Januar: Argentinien beendete die Konvertibilität seiner Währung gegenüber dem US-Dollar
- 12. Januar: Pakistan. In einer Grundsatzrede verurteilt Präsident Pervez Musharraf Terror und Intoleranz
Februar
- 10. Februar: Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Staatsbesuch in Mexiko
- 11. Februar: Parlamentswahlen in Liechtenstein
- 13. Februar: Deutschland übernimmt führende Rolle beim Aufbau der Polizei in Afghanistan
- 14. Februar: Bundeskanzler Gerhard Schröder besuchte Argentinien
- 14. Februar: Bahrain wird Königreich. Erster König ist Scheich Hamad ibn Isa al-Khalifa
- 22. Februar: Angola. Tod von UNITA-Führer Jonas Savimbi
- 24. Februar: Laos. Parlamentswahlen
März
- 1. März: Neues Kindschaftsrecht in Kenia
- 3. März: Volksabstimmung in der Schweiz über Zugehörigkeit zu den Vereinten Nationen
- 10. März: Parlamentswahlen in Kolumbien
- 15. März: Erneute Waffenstillstandsverhandlungen in Angola
- 17. März: Parlamentswahlen in Portugal
- 19. März: Bundespräsident Johannes Rau besucht Rumänien
- 19. März: Der italienische Regierungsberater Marco Biagi wird in Bologna von einer Splittergruppe der Roten Brigaden ermordet
- 21. März: In Liaoyang in Nordchina protestieren Tausende von entlassenen Arbeitern und fordern die Freilassung eines inhaftierten Arbeiterführers
- 21. März: Eine Autobombe in der Nähe der USA-Botschaft in Lima tötet neun Menschen und verletzt mindestens 25 weitere. Der Anschlag erfolgt wenige Tage vor dem Eintreffen des US-amerikanischen Präsidenten George W. Bush
- 22. März: Bei der Bundesratsabstimmung über das Zuwanderungsgesetz kam es im Bundesrat zum Eklat, als das Bundesland Brandenburg uneinheitlich abstimmte und der Bundesratspräsident dieses Votum dann als Ja Stimme wertete. Mit seiner Entscheidung vom 18. Dezember 2002 hob das Bundesverfassungsgericht diese Entscheidung auf
- 25. März: Abdullah Tarmugi wird Parlamentspräsident in Singapur
April
- 4. April: Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommen zwischen der militärischen UNITA und Regierungsstreitkräften in Angola
- 6. April: Dr. José Manuel Durão Barroso wird Ministerpräsident in Portugal
- 8. April: Der Staatspräsident der Volksrepublik China, Jiang Zemin, stattet Deutschland einen Staatsbesuch ab
- 11. April: Tunesien. Anschlag auf die Synagoge „Al Ghriba“ auf Djerba
- 12. April: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Oman
- 14. April: Das Investitionsförderungs- und -schutzabkommen zwischen Deutschland und Kambodscha tritt in Kraft
- 14. April: Komoren. Präsidentschaftswahlen
- 20. April: Parlamentswahlen auf Niue
- 22. April: Algerien. Assoziierungsabkommen mit der EU
- 30. April: Algerien und Deutschland treffen Rahmenabkommen zur technischen Zusammenarbeit
- 30. April: Parlamentswahlen in Albanien. Präsident wurde Servet Pellumbi
Mai
- 1. Mai: Das Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Jordanien tritt in Kraft
- 2. Mai: Bahamas. Perry Christie wird Premierminister
- 2. Mai: Young Vivian wird Premierminister von Niue
- 5. Mai: Frankreich. Jacques Chirac wird als Staatspräsident wiedergewählt
- 6. Mai: Frankreich. Staatspräsident Jacques Chirac ernennt Jean-Pierre Raffarin zum Ministerpräsidenten
- 6. Mai: Marc Ravalomanana wird Staatspräsident in Madagaskar
- 6. Mai: Niederlande. Ermordung des Politikers Pim Fortuyn
- 8. Mai: Dr. Abel Pacheco de la Espriella wird Staatspräsident in Costa Rica
- 12. Mai: Amadou Toumani Touré wird Staatspräsident von Mali
- 14. Mai: Dr. Ahmad Tejan Kabbah wird als Staatspräsident in Sierra Leone in seinem Amt bestätigt
- 14. Mai: Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Sierra Leone
- 16. Mai: Dominikanische Republik. Parlamentswahlen
- 20. Mai: Timor-Leste wird unabhängig
- 21. Mai: Der zweite Rundbrief der ISO erscheint
- 22. Mai: Das Unterhaus in Nepal wird aufgelöst
- 24. Mai: Vertrag zur Reduzierung strategischer Offensivwaffen wird von Russland und den USA unterzeichnet
- 25. Mai: Lesotho. Parlamentswahlen
- 29. Mai: Bundespräsident Dr. Johannes Rau besucht Slowenien
- 30. Mai: Parlamentswahlen in Algerien
Juni
- 13. Juni: Die USA treten einseitig vom ABM-Vertrag zurück
- 13. Juni: Erste Ratsversammlung aller afghanischen Stammesführer in Kabul, Afghanistan
- 14. Juni: Regierungsabkommen über filmwirtschaftliche Beziehungen zwischen Luxemburg und Deutschland
- 17. Juni: Das Assoziierungsabkommen zwischen der EU und dem Libanon wird unterzeichnet
- 24. Juni: Albanien. Das Parlament wählt den ehemaligen Verteidigungsminister Dr. Alfred Moisiu zum Präsidenten
- 24. Juni: Neuer Investitionsförderungs und -schutzvertrag zwischen Deutschland und Thailand
- 30. Juni: Parlamentswahlen in Kamerun
- 30. Juni: Das „Obere Mittelrheintal“ zwischen Bingen/Rüdesheim und Koblenz wird von der UNESCO zum „Weltkulturerbe der Menschheit“ erklärt
Juli
- 5. Juli: Angola ratifiziert das Ottawa-Abkommen über die Ächtung von Anti-Personen-Minen
- 7. Juli: Algerien lässt 101 marokkanischen Kriegsgefangene nach über 20 Jahren Gefangenschaft frei
- 16. Juli: Die republikanische Untergrundorganisation Nordirlands IRA, entschuldigt sich erstmals für die zivilen Opfer der eigenen Terroraktionen
- 22. Juli: Das Kulturabkommen zwischen Deutschland und Kirgisistan tritt in Kraft
- 23. Juli: Taiwan bricht die diplomatischen Beziehungen zu Nauru ab
- 25. Juli: Avul Pakir Jainulabdeen Abdul Kalam wird Staatspräsident in Indien
- 27. Juli: Fatos Nano wird Regierungschef in Albanien
- 30. Juli: Demokratische Republik Kongo. Unterzeichnung des Friedensabkommens in Pretoria, Südafrika mit Ruanda
- 30. Juli: 5. Besuch von Papst Johannes Paul II. in Mexiko
August
- 1. August: Erbach (Donau) erhält das Stadtrecht
- 3. August: Bolivien. Sánchez de Lozada wurde zum Präsidenten gewählt
- 7. August: Álvaro Uribe Vélez wird Staatspräsident in Kolumbien
- 15. August: Michael Somare wird Regierungschef in Papua-Neuguinea
- 22. August: Einweihung der Polizeiakademie in Kabul, Afghanistan durch Präsident Hamid Karsai und Innenminister Taj Mohammad Wardak
- 23. August: Angola. Übereinkommen zwischen Regierung und UNITA, das Lusaka-Protokoll innerhalb von 45 Tagen umzusetzen
- 23. August: Der erste deutsche Botschafter in Timor-Leste ist Dr. Fulda
- 24. August: Regierungsneubildung in Kamerun
September
- 5. September: Eröffnung der deutsch-rumänischen Handelskammer in Bukarest, Rumänien
- 6. September: Prof. Iajuddin Ahmed wird Präsident von Bangladesch
- 10. September: Schweiz wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 12. September: UNO, Der US-Präsident George W. Bush erklärt vor der UNO, dass die USA gegebenenfalls auch im Alleingang militärisch gegen den Irak vorgehen werden
- 15. September: Parlamentswahlen in Mazedonien
- 15. September: Regierungsumbildung in Mazedonien
- 16. September: Ibrahim Boubacar Keita wird Ministerpräsident von Mali
- 19. September: Erneuter Putschversuch in Côte d'Ivoire
- 20. September: Lettland. 67 % der Wahlberechtigten sprechen sich für einen Beitritt zur EU aus
- 22. September: Bundestagswahl 2002. SPD und Grüne können ihre Regierungsmehrheit knapp behaupten, SPD = 251 Mandate, CDU/CSU = 248, Grüne = 55, FDP = 48. Die PDS scheitert an der 5%-Klausel, kann aber in Berlin zwei Direktmandate erringen
- 24. September: In Bahrain wird ein Gesetz zur Gründung von freien Gewerkschaften erlassen
- 27. September: Parlamentswahlen in Marokko
- 27. September: Entlassung der Regierung durch den Staatspräsidenten in São Tomé und Príncipe
Oktober
- 4. Oktober: Maria das Neves Ceita a Baista de Sousa wird Staatsoberhaupt in São Tomé und Príncipe
- 5. Oktober: Parlamentswahlen in Lettland
- 5. Oktober: Ruanda. Alle militärischen Truppen aus dem Kongo sind zurück
- 6. Oktober: Niederlande. Tod von Prinz Claus von Amsberg, Prinz der Niederlande
- 8. Oktober: Senatswahlen in Kasachstan
- 8. Oktober: Der Außenminister von Israel besucht Mauretanien
- 10. Oktober: Kommunalwahlen in Algerien, aus denen die FLN erneut siegreich hervorging
- 10. Oktober: Parlamentswahlen in Pakistan
- 11. Oktober: Lokendra Bahadur Chand wird neuer Premierminister in Nepal
- 16. Oktober: Eröffnung der „Bibliotheca Alexandrina“ in Kairo, Ägypten
- 21. Oktober: König Abdullah II. von Jordanien auf Staatsbesuch in Deutschland
- 21. Oktober: In Mexiko beginnt des Asia-Pacific Economic Cooperation-Gipfels APEC
- 24. Oktober: Bahrain. Erster Wahlgang für Parlamentswahlen seit fast 30 Jahren. 2. Gang: 31. Oktober
November
- 1. November: Branco Crvenkovski wird Ministerpräsident in Mazedonien
- 1. November: (bis 15. November. Volkszählung in Mazedonien
- 7. November: Idrissa Seck wird Premierminister von Senegal
- 11. November: Bundespräsident Johannes Rau zum Staatsbesuch in Spanien
- 12. November: Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Brandenburg
- 15. November: Ruanda. Kabinettsumbildung
- 17. November: Kommunalwahlen in Peru
- 18. November: Chile unterzeichnet das Assoziationsabkommen mit der EU in Brüssel
- 20. November: Angola. Offizieller Abschluss der Umsetzung des Lusaka-Protokolls
- 21. November: Estland wird zu Beitrittsverhandlungen in die NATO eingeladen
- 21. November: Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Bremen
- 21. November: Mir Zafarullah Khan Jamali wird Regierungschef in Pakistan
- 21. November: Wiktor Janukowytsch wird Ministerpräsident in der Ukraine
- 24. November: Nationalratswahlen in Österreich
- 27. November: Dänemark. Anders Fogh Rasmussen wird Ministerpräsident
- 29. November: Bundespräsident Johannes Rau besuchte Budapest, Ungarn
Dezember
- 12. Dezember: Beschluss des Europarats in Kopenhagen über die Mitgliedschaft Estlands in der EU zum 1. Mai 2004
- 13. Dezember: Der EU-Gipfel in Kopenhagen beschließt die Aufnahme von zehn neuen Mitgliedern am 1. Mai 2004 („Osterweiterung“)
- 15. Dezember: Äquatorialguinea Präsident Teodoro Obiang Nguema Mbasogo wurde für weitere sieben Jahre in seinem Amt bestätigt
- 15. Dezember: Parlamentswahlen in Madagaskar
- 19. Dezember: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Mazedonien
- 21. Dezember: Absturz eines Bundeswehrhubschraubers
- 22. Dezember: Dr. Janez Drnovšek wird Staatspräsident in Slowenien
- 30. Dezember: Mwai Kibaki wird Staatspräsident in Kenia
- 30. Dezember: Verfassungsänderung in Togo
Katastrophen
- 28. Januar: Nähe Tulcan, Kolumbien. Eine Boeing 727 Militärmaschine stürzte etwa 30 km vor ihrem Bestimmungsort ins Gebirge. Alle 92 Menschen an Bord starben
- 3. Februar: Ein Erdbeben der Stärke 6,5 im Westen der Türkei. 44 Tote
- 19. Februar: La Paz, Bolivien. Schwere Überschwemmung, ca. 60 Tote
- 3. März: Ein Erdbeben der Stärke 7,4 in der Region Hindukusch, Afghanistan. 166 Tote
- 5. März: Ein Erdbeben der Stärke 7,5 auf Mindanao, Philippinen. 15 Tote
- 25. März: Erdbeben der Stärke 6,1 in der Region Hindukusch, Afghanistan, ca. 1.000 Tote
- 11. April: Caracas, Venezuela. Putsch gegen die Chavez-Regierung nach einer Massendemonstration in den Straßen der Hauptstadt, ca. 15 Tote, Übergangsregierung
- 12. April: Ein Erdbeben der Stärke 5,9 in der Region Hindukusch, Afghanistan. 50 Tote
- 13. April: Caracas, Venezuela. Nach weiteren Massendemonstrationen Rückkehr Hugo R. Chavez an die Macht
- 15. April: Busan, Südkorea. Eine Boeing 767 der Air China, aus Peking kommend, stürzte beim letzten Landeanflugversuch in ein Waldgebiet. 128 Menschen starben, 39 konnten gerettet werden
- 4. Mai: Kano, Nigeria. Eine Verkehrsmaschine stürzte Augenblicke nach dem Start in bewohntes Gebiet. 74 der 76 sich an Bord befindlichen Personen starben
- 7. Mai: Tunis, Tunesien. Eine Boeing 737 der Egypt Air, auf dem planmäßigen Flug von Kairo nach Tunis, prallte etwa 6 km vor dem Flughafen gegen einen Berg. 15 Menschen starben, mehr als 30 wurden gerettet
- 7. Mai: Dalian, Liaoning, Volksrepublik China. Eine MD-82 der China Northern Airlines stürzte kurz vor der Küste ins Meer. Alle 112 Menschen an Bord starben
- 4. Juni: Die Zeyzoun-Talsperre in Syrien bricht. Durch die Flutwelle gibt es bis zu 100 Todesopfer
- 22. Juni: Ein Erdbeben der Stärke 6,5 im Iran. 261 Tote
- 1. Juli: Ein russisches Passagierflugzeug vom Typ Tupolew Tu-154 und eine Frachtmaschine der DHL vom Typ Boeing 757 stießen in 11.000 m Höhe über dem Bodensee bei Überlingen zusammen und stürzten ab. Es gab 71 Tote. Als Ursache wurde ein Fehler der zuständigen schweizerischen Luftüberwachung Skyguide angegeben. Es war das schwerste Flugzeugunglück über Deutschland in neuerer Zeit
- 4. Juli: Bangui, Zentralafrikanische Republik. Eine Boeing 707 der New Gomair, kombiniert als Fracht- und Passagierflugzeug unterwegs, auf dem Weg nach Brazzaville, Kongo. Bereits kurz nach dem Start berichtete der Pilot von technischen Schwierigkeiten. 4 km vor Erreichen der Rollbahn stürzte die Maschine ab. 23 der 25 Menschen an Bord starben
- August: Jahrhundertflut an der Elbe und einigen ihrer Nebenflüsse, sowie Nieder- und Oberösterreich, in der Obersteiermark und in Wien, sowie in Tschechien durch die Donau und ihre Zuflüsse
- 29. August: Ayan, Russland. Eine Antonow-28 der Wostok Aviakompania, aus Chabarowsk kommend, stürzte beim Landeanflug ab. Alle 16 Menschen an Bord starben
- 30. August: Rio Branco, Brasilien. Eine Verkehrmaschine stürzte etwa 1,5 km vor dem Erreichen der Landebahn wegen schlechter Wetterbedingungen ab. 23 Menschen starben, 8 konnten gerettet werden
- 26. September: Untergang der senegalesischen Fähre Joola, der einzigen Fähre zwischen Casamance und Dakar dabei über 1800 Todesopfer
- 23. Oktober: Moskau, Russland. Geiselnahme durch tschetschenische Terroristen während einer Aufführung des Musicals „Nord-Ost“ im Dubrowka-Theater. Etwa 120 der ca. 800 Geiseln sterben bei der Befreiung durch russische Sicherheitskräfte
- 31. Oktober: Ein Erdbeben der Stärke 5,9 im Süden Italiens. 29 Tote
- 6. November: Niederanven, Luxemburg. Eine Fokker 50 der Luxair, auf dem planmäßigen Flug von Berlin, Deutschland, nach Luxemburg, stürzte etwa 5 km vor Erreichen des Ziels ab. 20 der 22 Menschen an Bord starben. Nur der Pilot und ein Passagier überlebten
- 11. November: Manila, Philippinen. Eine Fokker F-27 stürzte kurz nach dem Start in die Manila Bay und sank etwa 20 Meter tief. 19 Menschen starben, 15 konnten gerettet werden
- 23. Dezember: Isfahan, Iran. Eine neue ukrainische Antonow An-140 der Aeromist Khakiv stürzte während des Landeanflugs bei schlechtem Wetter und dichtem Nebel ab. Alle 46 Menschen an Bord starben
Kultur
- September: die Pinakothek der Moderne wird eingeweiht
- Günter Grass: Im Krebsgang
- Martin Walser: Tod eines Kritikers
- Die belgische Stadt Brügge und die spanische Stadt Salamanca sind gemeinsam europäische Kulturhauptstadt
- 15.Mai bis 20.Oktober Schweizerische Landesausstellung Expo.02
Wirtschaft
- 1. Januar: Der Euro wird in 12 Staaten der Europäischen Union als gemeinsame Währung eingeführt. Das Euro-Bargeld ist seitdem gesetzliches Zahlungsmittel
- 20. September: Der Dax (Deutscher Aktienindex) sinkt erstmals seit 1996 wieder unter 3000 Punkte
Sport
Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 5. Januar: Luan Krasniqi wird Schwergewichts-Europameister im Boxen, er besiegt René Monse nach Punkten
- 8. bis 24. Februar: XIX. Olympischen Winterspiele in Salt Lake City, USA
- 8. Februar: Vitali Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Vaughn Bean in der Volkswagen-Halle, Braunschweig, Deutschland, durch technischen KO
- 16. März: Wladimir Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Francois Botha in der Hanns-Martin Schleyer Halle in Stuttgart, Deutschland, durch technischen KO
- 31. Mai bis 30. Juni: Fußball-WM in Japan und Südkorea; Brasilien gewinnt das Endspiel gegen Underdog Deutschland mit 2:0 Toren und wird zum fünften Mal Weltmeister. Ein Großteil der Favoriten wie Frankreich und Italien kamen nicht über die Vorrunde hinaus
- Juli: Tour de France-Sieger: Lance Armstrong
- 23. November: Vitali Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Larry Donald in der Westfalenhalle, Dortmund, Deutschland, durch technischen KO
- 7. Dezember: Wladimir Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Jameel McCline in Mandalay Bay, Las Vegas, Nevada, USA, durch technischen KO
- 12. Dezember: Mit Oak Hill gegen St.Vincent-St.Mary (siehe LeBron James) wird erstmals ein Highschool-Basketball-Spiel live im US-Fernsehen übertragen
- 22. Dezember: Zu Sportler des Jahres in Deutschland wurden gewählt: Franziska van Almsick, Sven Hannawald, Deutsche Fußball-Nationalmannschaft
Sonstiges
- 23. Februar: Bei einer Polizeiaktion kann die Himmelsscheibe von Nebra sichergestellt werden
- 26. April: Der 19-jährige ehemalige Schüler Robert Steinhäuser tötet während eines zehnminütigen Amoklaufs am Erfurter Gutenberg-Gymnasium 16 Menschen und anschließend sich selbst (siehe Amoklauf von Erfurt)
- 4. Mai: Start des Forschungssatelliten Aqua der US-amerikanischen NASA zur Erforschung der Rolle des Wassers im komplexen Ökosystem unserer Erde
- 12. Mai: Eine der letzten russischen Buran-Raumfähren wird auf dem Raumbahnhof in Baikonur zerstört, als die Decke des aufgegebenen Hangars einbricht
- 5. Juni: Osttimor wird Mitglied in der UNESCO
- 10. Juni: Ringförmige Sonnenfinsternis im Nordpazifik
- 18. Juni: Am dritten „Sozialen Tag“ von Schüler Helfen Leben tauschen 210.000 Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen Ihre Schulbank gegen einen bezahlten Job: und spenden über 3,8 Millionen Euro für mildtätige Zwecke
- 19. Juni: Steve Fossett startet zu seiner erfolgreichen Weltumrundung mit einem Ballon
- 3. Juli: Steve Fossett gelingt in dreizehneinhalb Tagen die erste erfolgreiche Weltumrundung mit einem Ballon
- 1. Oktober Wiedereintritt der Vereinigten Staaten von Amerika in die UNESCO
- 12. Oktober: Bali. Bei Sprengstoffattentaten auf zwei Diskotheken in Kuta werden 202 Menschen, vor allem australische Touristen, getötet
- 4. Dezember: Totale Sonnenfinsternis im südlichen Afrika und in Australien
- 13. Mai: Elisabeth Maria Angela Tatjana, Tochter von Prinzessin Tatjana von Liechtenstein und Philipp von Lattorf
- 24. Februar: Arietta, Tochter von Prinzessin Alexia von Griechenland und Carlos Morales
- 30. April: Miguel Urdangarín Borbón, Sohn von Infantin Cristina von Spanien und Iñaki Urdangarín
- 22. Juli: Felix Henrik Valdemar Christian Prinz von Dänemark, Sohn von Prinz Joachim von Dänemark und Alexandra Manley
- 12. August: Prinz Achileas-Andreas, Sohn von Kronprinz Pavlos von Griechenland, und Kronprinzessin Marie-Chantal von Griechenland
Dies ist eine Liste der bedeutendsten Persönlichkeiten, die 2002 verstorben sind. Für eine ausführlichere Liste siehe Nekrolog 2002.
- 1. Januar: Paul Hubschmid, Schweizer Film- und Theaterschauspieler
- 8. Januar: Alexander Michailowitsch Prochorow, russischer Physiker
- 12. Januar: Cyrus Vance, US-amerikanischer Politiker
- 17. Januar: Camilo José Cela, spanischer Schriftsteller
- 21. Januar: Peggy Lee, US-amerikanische Jazzsängerin
- 23. Januar: Pierre Bourdieu, französischer Soziologe
- 24. Januar: Franz Innerhofer, österreichischer Schriftsteller
- 27. Januar: Franz Meyers, deutscher Politiker
- 27. Januar: Alain Vanzo, französischer Opernsänger ( - 1928)
- 28. Januar: Astrid Lindgren, schwedische Kinderbuchautorin ( - 1907)
- 30. Januar: Inge Morath, US-amerikanische Fotografin
- 1. Februar: Hildegard Knef, deutsche Schauspielerin ( - 1925)
- 6. Februar: Max Ferdinand Perutz, britischer Chemiker
- 8. Februar: Elisabeth Mann Borgese, deutsche Meeresbiologin und Tochter von Thomas Mann
- 8. Februar: Joachim Hoffmann, deutscher Historiker ( - 1930)
- 9. Februar: Prinzessin Margaret, Schwester von Queen Elisabeth II. ( - 1930)
- 14. Februar: Abdul Rahman, afghanischer Politiker
- 14. Februar: Günter Wand, deutscher Dirigent
- 17. Februar: Heinz Kaminski, deutscher Chemie-Ingenieur und Weltraumforscher
- 22. Februar: Barbara Valentin, deutsche Schauspielerin ( - 1940)
- 22. Februar: Jonas Savimbi, angolanischer Politiker und Rebellenführer ( - 1966)
- 22. Februar: Chuck Jones, US-amerikanischer Comiczeichner und Filmregisseur
- 24. Februar: Eva Hoffmann-Aleith, deutsche Pastorin und Schriftstellerin ( - 1910)
- 24. Februar: Leo Ornstein, russischer Pianist und Komponist ( - 1895)
- 27. Februar: Oskar Sala, deutscher Komponist und Physiker ( - 1910)
- 28. Februar: Helmut Zacharias, deutscher Violinist ( - 1920)
- 4. März: Margarete Neumann, deutsche Schriftstellerin ( - 1917)
- 11. März: James Tobin, US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler ( - 1918)
- 11. März: Marion Gräfin Dönhoff, deutsche Journalistin und Publizistin ( - 1909)
- 13. März: Hans-Georg Gadamer, deutscher Philosoph ( - 1900)
- 13. März: Christian Graf von Krockow, deutscher Politikwissenschaftler ( - 1927)
- 18. März: Maud Farris-Luse, älteste Frau der Welt, Alter: 115 Jahren und 56 Tagen ( - 1887)
- 18. März: Gösta Winbergh, Sänger ( - 1943)
- 19. März: Marco Biagi, italienischer Politiker, Wissenschaftler und Publizist ( - 1951)
- 19. März: Mirza Tahir Ahmad, islamischer Anführer ( - 1928)
- 24. März: César Milstein, britischer Molekularbiologe und Nobelpreisträger ( - 1927)
- 27. März: Billy Wilder, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent ( - 1906)
- 27. März: Matthias Beltz, deutscher Kabarettist ( - 1945)
- 30. März: Elizabeth Bowes-Lyon, Mutter von Queen Elisabeth II. ( - 1900)
- 1. April: Heinrich Popitz, deutscher Soziologe ( - 1925)
- 3. April: Heinz Drache, deutscher Schauspieler
- 3. April: Frank Tovey, britischer Musiker
- 6. April: Martin Sperr, deutscher Schriftsteller und Schauspieler
- 8. April: Josef Svoboda, Bühnenarchitekt und Mitgründer der Prager Laterna Magika
- 10. April: Manfred Köhnlechner, deutscher Heilpraktiker
- 13. April: Ivan Desny
- 16. April: Herbert
Unitary AuthorityUnitary authority (deutsch Einheitliche Behörde) heißt ein ab 1996 eingeführter Typ von Gebietskörperschaften im Vereinigten Königreich.
Dabei handelt es sich um ein Gebiet, das von der Aufgabenstellung her sowohl Grafschaft (County) als auch Distrikt (District) ist oder anders ausgedrückt, es sind eigentlich Counties, die jeweils nur aus einem District bestehen. Sie wurden quasi aus der County herausgelöst und erledigen alle Aufgaben einer Lokal- bzw. Gemeindeverwaltung ("einstufige Verwaltung"). Die Gebiete sind meist größere Städte. Es kann sich jedoch auch um einen größeren Bezirk handeln, der nur im Kern ein städtisches Gepräge hat (z.B. East Riding of Yorkshire, das mit einer Fläche von mehr als 2.400 km² fast so groß wie das Saarland ist). Im Gegensatz zu Counties, welche in Districts unterteilt sind ("zweistufige Verwaltung") gibt es bei Unitary Authorities keine Verwaltungsebene über oder unter ihnen. Man unterscheidet zwar teilweise noch Towns und Villages, jedoch haben diese keine eigene Verwaltung.
Tatsächlich gab es in England ähnliche Verwaltungseinheiten auch schon vor 1996, jedoch hatten diese andere Bezeichnungen, etwa County Borough.
Heute (2004) gibt es in England insgesamt 40 Unitary Authorities. Jedoch müsste man eigentlich die 36 Metropolitan Districts, die 1975 als Untergliederung der Metropolitan Counties gebildet wurden, dort hinzuzählen, denn seit der Auflösung der Räte der Metropolitan Counties 1986, haben die Metropolitan Districts deren Aufgaben übernommen. Trotz der verwaltungsmäßigen Ähnlichkeiten wird der Begriff "Unitary Authority" hier aber meist nicht verwendet.
Ebenso müssen im weiteren Sinne auch die zur County Berkshire gehörigen Districts als Unitary Authorities bezeichnet werden, weil der Rat der County Berkshire 1998 aufgelöst wurde und die Districts nunmehr deren Aufgaben wahrnehmen, d.h. über den 6 Districts West Berkshire, Reading, Wokingham (District), Bracknell Forest, Windsor and Maidenhead und Slough der County Berkshire gibt es keine Verwaltungsebene mehr.
Auch die 1996 in Schottland und Wales eingeführten Districts sind von ihrer Aufgabenstellung Unitary Authorities.
In Neuseeland existieren ebenfalls fünf Unitary Authorities, die gleichzeitig regionale und lokale Verwaltungsaufgaben wahrnehmen.
In Deutschland könnte man die Unitary Authorities mit kreisfreien Städten vergleichen.
Siehe auch
- Regionen Neuseelands
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Kategorie:Politische Geographie
Robin Hood
Robin Hood ist ein englischer Volksheld, ein Geächteter, der nach der Legende von den Reichen stahl und den Armen gab. Er wird auch Robin von Locksley genannt. Seine Braut wird Lady Marian (engl. Maid Marian) genannt und soll ein Mündel des Königs gewesen sein. Mit seinen Gesellen lebte er der Erzählung nach in Sherwood Forest. Die von ihm gelebte Philosophie der umverteilenden Form beeinflusste die Arbeit von Schriftstellern über hunderte von Jahren bis in unsere Zeit, z.B. die Werke von Pierre J. Proudhon und Karl Marx.
Hintergrund
Die historische Existenz von Robin Hood ist nicht bewiesen. Die Geschichten, die im Zusammenhang mit Robin Hood erzählt werden, haben vermutlich keinen realen Hintergrund und streifen oftmals die Mythologie. Möglicherweise stammen einzelne Motive des Charakters und seiner Abenteuer aus der Biographie von William Wallace. Das erste Mal in einem Manuskript wird er erwähnt in William Langlands Piers Plowman (1377), in welchem Sloth, der faule Priester, behauptet: "Ich kenne Reime von Robin Hood". Drei Jahre später schreibt der schottische Chronist John Fordun, dass Robin Hood "in den Balladen für das größte Entzücken sorgt".
Gedruckte Versionen von Balladen über Robin Hood erscheinen kurz nach der Einführung des Buchdrucks in England im frühen 16. Jahrhundert. In diesen Balladen ist Robin Hood (gelegentlich auch Robyne Hode) ein Freisasse, was zu dieser Zeit gleichbedeutend mit einem unabhängigen Handelsvertreter oder einem Großbauern ist. Erst am Ende des 16. Jahrhunderts wird er zu einem Edelmann namens Earl of Huntington, Robert von Locksley oder, nochmals später, Robert Fitz Ooth oder auch Robert Fitzood.
Seine romantische Verbindung zu Maid Marian (oder "Marion", "Marionne", "Marianne" oder auch "Marie-Anne", ursprünglich bekannt als Mathilda) ist ebenso ein Produkt dieser späteren Periode und hat vielleicht mit dem französischen Theaterstück Jeu de Robin et Marion, das etwa 1280 entstand, zu tun. Neben den Namen besteht hier jedoch keine erkennbare Verbindung zu Robin Hood.
Im späten 16. Jahrhundert wird auch die Geschichte Robin Hoods zeitlich zurück versetzt in die 1190er Jahre, als Richard Löwenherz sich auf einem Kreuzzug befindet. Eine der originalen Robin-Hood-Balladen bezieht sich auf König Edward, Edward II. und Edward III., die England von 1272 bis 1377 regierten. Das Bild Robin Hoods als eines edelmütigen Sachsen, der die Normannen bekämpft, stammt aus dem 19. Jahrhundert, was besonders deutlich wird, wenn man die Rolle betrachtet, die Robin Hood in Sir Walter Scotts Roman Ivanhoe spielt.
Der bäuerliche Robin Hood wurde vom schurkischen Sheriff von Nottingham um sein Land gebracht und so zum Geächteten. Der Sheriff erscheint in den frühen Balladen (Robin tötet und enthauptet ihn), aber keine Angaben sind so deutlich wie im Zusammenhang mit dem Sheriff. Robins andere Feinde umfassen die reichen Äbte der katholischen Kirche und einen Baron und Kopfgeldjäger namens Guy de Gisbourne. Robin tötet und enthauptet ihn ebenfalls. Die frühen Balladen erwähnen nicht, dass Robin seine Beute an die Armen weitergab, obwohl er einem armen Ritter eine große Summe Geld überlässt.
Die Legende sagt, dass Robin sich im Sherwood Forest versteckte. Dies ist eine relativ wahrscheinliche Behauptung. Die ursprünglichen Balladen sprechen von seinem Aufenthalt in Barnsdale, das etwa fünfzig Meilen nördlich von Sherwood liegt. Andere behaupten, dann könne er niemals etwas mit dem Sheriff von Nottingham zu tun gehabt haben, der zwei Tagesritte im Süden wohnte.
In den Balladen werden ursprünglich viele andere "fröhliche Gesellen" erwähnt: Bruder Tuck, Will Scarlet oder auch Scathlock, Much der Sohn des Müllers und Little John, eigentlich "John Small", ein hünenhafter Geächteter, dessen Nachname dazu führte, dass man ihn später ironisch "little" (klein) nannte, weil er es eben gerade nicht war. Alan-a-Dale ist eine spätere Erfindung zu den Theaterstücken mit dem Robin Hood Thema.
Lieder, Theaterstücke, Spiele und später auch Romane, Musicals, Filme und Fernsehserien haben Robin Hood und seine Leute je nach den Bedürfnissen der Zeit angepasst, und der Mythos war Mittel ausgiebiger ideologischer Manipulation. Maid Marian beispielsweise, die in der frühen viktorianischen Zeit so etwas wie eine Amazone war, wurde in ihrem Benehmen bis zur völligen Passivität verändert, besonders in der ersten Zeit des Frauenwahlrechts. Als die Emanzipierung an Kraft gewann, machte Marian wieder eine komplette Wandlung durch und bekam eine aktivere Rolle.
Legende
Robin Hood selbst war in den ersten Erzählungen ein Bandit mit gelegentlichen Anfällen von Großzügigkeit, heute wird er eher als ein mittelalterlicher Che Guevara dargestellt, der eine kleine Rebellentruppe anführt, um einen Guerillakrieg gegen Prinz Johann und den Sheriff zu führen und dem bedrängten König Richard I. Löwenherz bei der erneuten Thronbesteigung zu helfen.
Wenn man annimmt, es habe ihn tatsächlich gegeben, ist es am wahrscheinlichsten, dass es sich um einen enteigneten angelsächsischen Adligen handelte, der im Zuge der sich verschlechternden Lebensbedingungen dieser Zeit versuchte, seinen Besitz zurück zu gewinnen. Nach der Gefangennahme von König Richard I. Plantagenet durch Kaiser Heinrich VI. aufgrund eines normannischen Erbfolgestreits forderte dieser neben der Anerkennung der Lehnsherrschaft die immense Summe von 100.000 Silbermark als Lösegeld. Um diese aufzubringen, blieb Richards Vertreter Prinz Jean (auch als "Prinz John" oder späterer König Johann bekannt) nichts anderes übrig als die Steuern zu erhöhen, um einen drohenden Staatsbankrott abzuwenden.
Durch die erhöhte Abgabenlast entstand in der ohnehin bereits weitgehend in Armut lebenden Bevölkerung große Unzufriedenheit. Hood schürte diese noch weiter, indem er behauptete, die (reichen) Normannen wollten nun die (ärmeren) Angelsachsen endgültig ausplündern. Dies war eine Politik, die ganz und gar nicht mit Richards Vorstellungen übereinstimmte, hatte dieser doch großes Interesse daran, die Differenzen zwischen Normannen und Angelsachsen beizulegen, um eine militärische Stärkung Englands zu erreichen.
In diesem Klima des Unmuts hätte Hood ein leichtes Spiel bei der Ansammlung einer aufstandsbereiten Truppe gehabt. Als adeliger Angelsachse wäre er auf Grund seiner Autorität, seiner Bildung und militärischen Kenntnisse der unangefochtene Führer.
Die Horde könnte inzwischen so stark angewachsen und in den riesigen Wäldern gut verborgen sein, dass eine Zerschlagung durch reguläre Kräfte nicht mehr möglich wäre. Die damaligen Heere, die für offene Feldschlachten geschaffen wurden, wären einem Guerillakampf mit getarnten Kriegern, seien sie auch noch so schlecht ausgebildet, hoffnungslos unterlegen gewesen. Die Kavallerie und die Langbogenschützen hätten im Wald keinerlei Entfaltungs- und Wirkungsmöglichkeit, die Infanterie wären zu langsam und schwer und hätte Mühe im teilweise sumpfigen Waldgelände voranzukommen und sich zu gruppieren; die militärischen Führer hätte keinen Überblick und wären in den unendlichen Wäldern völlig orientierungslos. Vordringende Soldaten könnten durch mit kleineren und leichteren, selbstgebauten Bögen bewaffneten Angelsachsen immer wieder furchtbar dezimiert werden.
Somit verzichtete die Führung auf weitere verlustreiche und sinnlose Vorstöße in das Waldgebiet. Jedoch verliefen durch den Sherwood Forest wichtige Handelsadern, auf denen die Aufständischen immer wieder Reisende und Handelskarawanen ausplündern konnten. Vielleicht verteilte Hood die Beute - aber nur unter den Seinen. Die bislang Verarmten und Rechtlosen erlangten so Selbstbewusstsein und bescheidenen Wohlstand. Mit den Erfolgen wüchsen auch Hoods Truppe und Autorität weiter. Viele Angelsachsen würden zu dieser Zeit von den Überfällen hören und sich insgeheim freuen, dass die verhassten Normannen, die nun auch noch die Steuern erhöht haben, ihrerseits "Abgaben" zu leisten haben. Das erhöhte den Zulauf mehr und mehr.
Mit dem Tode Hoods, möglicherweise durch einen vergifteten Pfeil, deren Einsatz in den damaligen Armeen durchaus üblich war, oder seiner Ermordung durch einen eifersüchtigen Unterführer fehlte es nun an einem militärisch versierten und operativ begabten Nachfolger. Die Horde zerbröckelte recht schnell und Robin Hood könnte aus den aktuellen Gesprächen und Erzählungen verschwunden sein. Dann konnte geschehen, was sich bei jeder Legendenbildung entwickelt: Aus Erinnerungen und Verklärungen von Angehörigen und Nachkommen der Horde und mündlichen Überlieferungen, bei denen man ständig Neues hinzuerfindet, wird deren Leben glorifiziert und Untaten nachträglich gerechtfertigt. Und so könnte letztlich die Legende von Robin Hood ihren Lauf genommen haben.
Filme und TV-Serien
- 1912: Erste Verfilmung als Stummfilm
- 1922: Regie: Allan Dwan, Douglas Fairbanks, ebenfalls noch ein Stummfilm. In dieser Version ist Robin Hood der athletische, frauenfürchtende "All-American-Boy" der 20er. Sam De Grasse spielte den Schurken König John. Das Schloss soll die größte je für einen Stummfilm gebaute Dekoration gewesen sein.
- 1938: Die Abenteuer von Robin Hood (The adventures of Robin Hood): Errol Flynn ist ein gewitzter, mehr redegewandter Robin Hood - der sich des Feindes, den er bekämpft, sehr bewusst ist sowie der Zeiten und Menschen, die in dieser etwas düstereren Geschichte um ihn herum sind. Maid Marian beschuldigt Robin: "Du lügst!". Er antwortet: "Fließend". Oscars 1938 für beste Regie, bester Schnitt und beste Filmmusik (von Erich Wolfgang Korngold).
- 1948: The Prince of Thieves mit Jon Hall
- 1951: Tales of Robin Hood mit Robert Clarke.
- 1952: Ivanhoe, der schwarze Ritter mit Robert Taylor, Elizabeth Taylor. Die Rolle des Robin Hood ist hier eher eine Nebenrolle.
- 1955-1960 Die englische Serie Adventures of Robin Hood (bestehend aus einer wöchentlichen halbstündigen Sendung, die auch in den USA gezeigt wurde) zeigt in der Hauptrolle Richard Greene. Episoden, die von Hollywood-Autoren geschrieben wurden, die auf der schwarzen Liste standen, weisen einen hohen Grad an sozialem Gewissen auf. Einige der Episoden wurden zu längeren Spezialfolgen in Farbe umgewandelt:
- Robin Hood's Greatest Adventures (1956) (mit Donald Pleasence)
- Robin Hood, the Movie (1958)
- Robin Hood: The Quest for the Crown (1958)
- 1958 'Robin Hood Daffy,' ein von Chuck Jones animierter Cartoon, in dem Daffy Duck die Tradition von Errol Flynn fortführt und in dem ihn Porky Pig als Bruder Tuck nicht ernst nehmen will. Gesprochen werden beide Rollen von Mel Blanc.
- 1960 spielt in Robin Hood e i pirati (Robin Hood und die Piraten) Ex-Tarzan und Ex-Old Shatterhand Lex Barker den Robin Hood in komplett mediterraner Umgebung. Mit den bekannten Robin Hood-Geschichten hat der Film nichts gemein.
- 1971 spielt in L'Arciere di Sherwood (Der feurige Pfeil der Rache) Italo-Western-Star Giuliano Gemma den Robin Hood und Mario Adorf den Bruder Tuck.
- 1973: Walt Disney produzierte die bekannteste animierte Version der Legende, in der die verschiedenen Charaktere als Tiere (bevorzugt kuschelige) dargestellt wurden, wie etwa Robin Hood und Maid Marian als Füchse, Prinz John und König Richard als Löwen (beide gesprochen von Peter Ustinov, auch in der deutschen Fassung!). Oscar 1974 für den besten Filmsong.
- 1976: Sean Connery und Audrey Hepburn spielten das Paar am Ende seines Lebens im Film Robin and Marian.
- 1981: Time Bandits, mit John Cleese, Sean Connery, Shelley Duvall; Regie und Buch von Terry Gilliam; Die Zeit Robin Hoods ist dabei eine von mehreren Epochen, in die die Zeit-Banditen reisen.
- 1984: Der TV-Klamauk The Zany Adventures of Robin Hood mit George Segal (Robin), Morgan Fairchild (Marian), Roddy McDowall (Prinz John), und Janet Suzman (Königin Eleanor von Aquitanien), und Robert Hardy (der sich am Schluss als König Richard entpuppte).
- 1984 - 1986: Die englische Serie Robin of Sherwood, auch bekannt unter dem Namen Robin Hood, war eine New-Age-Fantasyserie mit Michael Praed als Robin, später ersetzt durch Jason Connery (dem Sohn von Sean Connery) als Robert, genannt Robin. In dieser Version tragen die beiden Robins nur selten Hüte. Die Filmmusik von Clannad gewann 1985 den BAFTA TV Award für die beste Original Fernseh-Filmmusik. Autor Richard Carpenter (Catweazle) fügte viele mystische Elemente hinzu, ebenso entstand die Figur des Nasir, eines mit zwei Schwertern kämpfenden Sarazenen. Dieser Begleiter von Robin Hood wurde für die Costner-Verfilmung 1991 für die Rolle von Morgan Freeman übernommen.
- 1989 - 1994: Die englische Kinder-TV-Serie Maid Marian and her Merry Men schrieb die Legende etwas um.
- 1991: Robin Hood: König der Diebe, mit Kevin Costner (Robin Hood), Alan Rickman (Sheriff von Nottingham) und Sean Connery (er war für das mittlerweile übliche Erscheinen von König Richard im Finale verantwortlich). Die Rolle der Lady Marian wurde von Mary Elizabeth Mastrantonio gespielt. Morgan Freeman spielte den arabischen Begleiter Robin Hoods und Christian Slater Robins jüngeren Halbbruder Will.
Trivia: Die meisten Szenen mit Rickman wurden stark gekürzt bzw. herausgeschnitten und sind nur auf der Special Edition der DVD zu sehen (es gibt zwei Ausführungen), da Rickman nicht nur wieder einmal vom Script abwich ("and call off Christmas", "keep the stiches small", "...and bring a friend", Ehevollzugsszene mit Marian), sondern ihm nachgesagt wurde, Costner an die Wand gespielt zu haben.
Auszeichnungen für Costners Robin Hood:
- ASCAP Film- und Fernsehmusikpreis 1992 für den besten Filmsong.
- Goldene Leinwand 1991 in Deutschland.
- Grammy 1992 für den besten Filmsong.
- 1991: John Irwins Robin Hood, mit Patrick Bergin und Uma Thurman, verwendet sehr originell das Beste aus den Überlieferungen über Robin Hood.
- 1993: Eine weitere Comedy-Version war Mel Brooks' Robin Hood, Helden in Strumpfhosen (Men in Tights), die Teile seiner kurzlebigen TV-Serie von 1975, When Things Were Rotten, wiederaufbereitete. Carey Elwes spielt in diesem Film Robin und Patrick Stewart erscheint am Ende, um Sean Connerys Rolle im Film von 1991 als König Richard zu veralbern.
- 2004: Im März 2004 strahlte der Kinderkanal (KiKa) der ARD die fünfteilige Serie "Drei für Robin Hood" aus. Neben den drei Hauptakteuren Bernd das Brot, Briegel der Busch und Chili das Schaf waren bekannte deutsche Comedy-Größen zu sehen. Hugo Egon Balder spielte den Sheriff von Nottingham.
Computerspiele
- 1987: Defender of the Crown, Jim Sachs, Cinemaware
- 1993: Conquests of the Longbow: The Legend of Robin Hood, Christy Marx, Sierra On-Line
- 2002:
- Defender of the Crown - Digitally Remastered Edition, Cinemaware
- Robin Hood: Die Legende von Sherwood, Spellbound Entertainment AG
- 2003: Robin Hood - Defender of the Crown, Cinemaware
Literatur
- Stephanie L.Barczewski: Myth and national identity in nineteenth-century Britain : the legends of King Arthur and Robin Hood, Oxford [u.a.] : Oxford University Press 2000, 274 S., ISBN 0-19-820728-X
- James C. Holt: Robin Hood. Die Legende von Sherwood Forest, Düsseldorf [u.a.] 1991. ISBN 3-430-14771-9 (Sachbuch über die historische Wahrheit hinter dem Mythos)
- Howard Pyle: Robin Hood, Bindlach 2004. ISBN 3-8112-2438-7 (Die klassische Robin-Hood-Legende)
Weblinks
- Deutsche, sehr ausführliche und liebevoll gestaltete Seite: [http://www.sherwood-forest.de Tief im Sherwood Forest]befasst sich sowohl mit Hintergrund als auch der Verarbeitung des Themas Robin Hood
- Allen Wrights ausführliche Seite: [http://www.boldoutlaw.com Robin Hood, Bold Outlaw of Barnsdale and Sherwood]
- Auch sehr ausführlich: [http://www.lib.rochester.edu/camelot/rh/rhhome.stm Das Robin Hood Project an der University of Rochester]
- [http://www.textbookleague.org/94robin.htm Einige historische Fakten aus The Textbook Letter Sept.-Okt. 1998.]
Sonstiges
- Robin Hood wird durch Otto Waalkes humoristisch in seinem Kurz-Hörspiel "Robin Hood, der Beschützer von Witwen und Waisen" interpretiert.
- Der Name der Umweltschutzorganisation Robin Wood ist angelehnt an die Figur des Robin Hood.
- Einen Treffer beim Bogenschießen, welcher einen bereits in der Scheibe steckenden Pfeil "aufspiesst", nennt man ebenfalls Robin.
Hood, Robin
Hood, Robin
Hood, Robin
Hood, Robin
Kategorie:Filmtitel
ja:ロビン・フッド
AngelsachsenDie Angelsachsen waren ein Mischvolk aus Sachsen, Angeln, Jüten, Friesen und Niederfranken, das nach dem Ende des Römischen Reiches in England entstand und zu den Vorfahren der heutigen Engländer gehört.
Die Auswanderung der Sachsen und Angeln aus dem Gebiet des heutigen Schleswig-Holstein und der Jüten aus Jütland begann im 5. Jahrhundert. Ein Teil der Sachsen blieb im Stammland und expandierte nach Süden und Südwesten (siehe Herzogtum Sachsen) und ein kleinerer Teil der Angeln wanderte in die Nordhälfte des heutigen Sachsen-Anhalt. Siedlungen mit den Endungen -leben und -legen sind anglische Gründungen. Hintergrund der Auswanderung war ein Hilfeersuchen der keltorömischen Bevölkerung nach Abzug der Römischen Legionen, um Angriffe der keltischen Pikten und Skoten abzuwehren. Die Angeln und Sachsen eroberten sodann, angeblich unter Führung der legendären Krieger Hengest und Horsa, das bisher von den Römern gehaltene Gebiet. Der Sage nach sollen Hengest und Horsa ihren Entschluss zur Invasion in Britannien auf den Feldern bei der Stadt Bünde getroffen haben. In Wahrheit stießen die Angelsachsen in kleinen Gruppen nach Britannien vor, wo die Römer zu Beginn des 5. Jahrhunderts abzogen.
Einen Überblick über die Siedlungsgeschichte gab der Mönch Beda in seiner Historia Ecclesiastica Gentis Anglorum, deren Aussagekraft äußerst vorsichtig betrachtet werden muß, da sie erst um das Jahr 730 n. Chr. geschrieben wurde, während die Völker, die später als Angelsachsen bezeichnet wurden, schon ab dem 5. Jahrhundert n. Chr. nach England überwanderten.
Nach Beda siedelten die Angeln primär nördlich der Themse in East Anglia, Middle Anglia, Mercia und an der Ostküste bis südlich von Edinburgh. Die Sachsen gründeten Essex, Wessex und Sussex im Tal der Themse und südlich bis zum Ärmelkanal. Die Jüten siedelten vornehmlich in Kent und auf der Insel Wight. Schon bald nach der Ankunft gab es Vermischungen, wie archäologische Befunde zeigten.
Die Christianisierung begann um 597 mit Augustinus von Canterbury, sie war Ende des 7. Jahrhunderts - im Gegensatz zum Festland - weitgehend abgeschlossen. Die Angelsachsen bildeten mehrere Königreiche. Im 8. Jahrhundert profilierte Mercia sich als Vormacht, König Offa von Mercia gilt als erster König von England.
Gegen Ende dieses Jahrhunderts nahmen die Wikingerzüge nach England zu, im Norden etablierten sich die Dänen im Danelag. Im Jahr 1066 wurde das Gebiet der Angelsachsen von den Normannen erobert. Gleichwohl hielten sich angelsächsische Kultur und Sprache noch längere Zeit, bis eine Vermischung mit der französischen Sprache der Normannen eintrat. Ein Beispiel für die Auseinandersetzung zwischen Angelsachsen und Normannen ist die Legendenfigur Robin Hood, der die Angelsachsen im Widerstand gegen die Normannenherrschaft symbolisierte.
Die angelsächsische Sprache, die der altsächsischen Sprache ähnlich ist, stellt eine wesentliche Wurzel der englischen Sprache dar. Noch heute, trotz 1500 jähriger Parallelentwicklung, sind Gemeinsamkeiten zwischen der englischen Sprache und der niedersächsischen Sprache zu erkennen, die sich ebenfalls aus der altsächsischen Sprache entwickelt hat.
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Kategorie:Europäische Ethnie
Kategorie:Englische Geschichte
ja:アングロ・サクソン人
9. Jahrhundert
Das 9. Jahrhundert begann am 1. Januar 801 und endete am 31. Dezember 900.
In Europa ist es die Epoche des Frühmittelalters.
Zeitalter/Epoche
Ereignisse/Entwicklungen
- Besiedlung der Färöer durch Spelleraner
- Beginn des historischen Khmer-Reiches in Angkor (Kambodscha) durch Vereinigung zuvor eigenständiger Königreiche
- In Japan beginnt 858 die Herrschaft der Familie Fujiwara die das Kaiserhaus kontrolliert und somit zur tatsächlichen Regierung wird.
- Durch den Bau der Hammaburg wird die Stadt Hamburg begründet.
- Nach 884: Gründung der Theelacht zu Norden (Niedersachsen) - die wohl älteste und heute noch blühende Genossenschaft
- Die Wikinger fallen in der zweiten Hälfte des 9.Jh in Frankreich ein
- Einweihung des ersten buddhistischen Klosters Samye in Tibet durch den tantrischen Meister Padmasambhava im Jahr 814
Persönlichkeiten
- Karl der Große, fränkischer Kaiser
- Photius der Große, byzantinischer Patriarch
- Nikolaus I., römisch-katholischer Papst
Erfindungen und Entdeckungen
- Entdeckung Islands durch Gardar Svavarsson (um 875)
- Erste Windmühle um 900
01-09
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ja:9世紀
ko:9세기
Wilhelm der ErobererWilhelm I. ( - 1027/28 in Falaise; † 9. September 1087 im Kloster Saint-Gervais nahe Rouen, Frankreich), auch als Wilhelm der Eroberer (engl. William the Conqueror) und Wilhelm der Bastard (frz. Guillaume le Bastard) bekannt, war König von England und Herzog der Normandie. Er war der illegitime Sohn von Herzog Robert der Normandie und Herleva (oder „Arlette“), der Tochter eines Gerbers names Fulbert. Robert der Normandie und Robert, (um 1070).]]
Leben
Wilhelm heiratete Mathilde von Flandern, Tochter des mächtigen Grafen Balduin V. von Flandern, mit der er fünf Söhne und sechs Töchter hatte. 1035 folgte Wilhelm seinem Vater als kleiner Junge auf den Herzogsthron und wurde bekannt als Herzog Wilhelm II. der Normandie. Sofort nach seinem Amtsantritt wurde er von seinen Vasallen und benachbarten Fürsten angegriffen. Mit der Unterstützung König Heinrichs I. von Frankreich gegen die aufständischen normannischen Barone 1047 bei Caen in der Schlacht von Val-ès-Dunes konnte er sich am Ende die Kontrolle über die Normandie sichern. Sofort begann er, sein Herrschaftsgebiet durch Angriffe auf benachbarte französische Gebiete auszuweiten. Dabei nutzte er immer wieder erfolgreich die Taktik, Nachschubwege seiner Gegner abzuschneiden und sie so zur Aufgabe zu bewegen.
Während eines Besuchs Wilhelms in England um 1052 soll ihm sein kinderloser Cousin und König Eduard der Bekenner den Thron Englands versprochen haben. Als der englische Adlige Harold, Earl von Wessex, 1064 an der normannischen Küste strandete, konnte Wilhelm ihn gefangen nehmen. (Harold wurde laut Teppich von Bayeux von Graf Guy de Ponthieu gefangengenommen und anschließend an Wilhelm übergeben). Für seine Freilassung versprach Harold, Wilhelms Ansprüche auf den englischen Thron zu unterstützen. Da er dieses Versprechen aber in Gefangenschaft abgab und möglicherweise auch noch auf die Gebeine eines Heiligen schwören musste, war er frei, es zu brechen, da es unter Zwang abgegeben worden war (so die Argumentation Harolds).
Teppich von Bayeux
Nach dem Tod Eduards im Januar 1066 beanspruchte nun Wilhelm den Thron, jedoch wurde Harold vom Witenagemot (königlicher Rat) zum König gewählt. Daraufhin holte sich Wilhelm die Erlaubnis Papst Alexanders II., England anzugreifen. Am 28. September 1066 begann er seine Invasion in England und er besiegte König Harold Godwinson am 14. Oktober in der Schlacht von Hastings, wobei dieser durch die gleichzeitige Invasion der Norweger unter Harald dem Hartherzigen im Norden des Landes erheblich geschwächt war. Nach der weitgehenden Vernichtung des angelsächsischen Heeres und dem Tod Harolds auf dem Schlachtfeld war der Weg zur Königswürde frei. Am Weihnachtstag 1066 wurde er in London in der Westminster Abbey gekrönt. Dies war der Anfang von dem, was heute als die Normannische Eroberung bekannt ist. An Wilhelms Sieg wird auf dem berühmten Teppich von Bayeux (Detaillierte Darstellung der Schlacht) erinnert.
Wilhelm herrschte als Reisekönig in seinem von der Normandie bis nach Wales reichenden Imperium. Er führte viele größere Änderungen ein, unter anderem eine fundamentale Prüfung des herrschenden angelsächsischen Rechtssystems, das er mit dem Normannischen verschmolz. Um die Ausdehnung seines Herrschaftsgebietes zu ermitteln, ließ er 1085 das Domesday Book anfertigen, eine Erfassung des gesamten Grundbesitzes in England. Er teilte das Land in Grafschaften auf, dessen Verwaltung er seinen Anhängern überließ. Die heutige Einteilung Englands in Counties geht auf diese Verwaltungsreform zurück. Außerdem entstanden erste feste Ämter im königlichen Haushalt, vor allem Exchequer (Schatzamt) und Kanzlei. Seine Nachfolger, insbesondere Heinrich I., bauten diese Strukturen weiter aus. Wilhelm ordnete den Bau zahlreicher Burgen an, unter ihnen auch den Tower von London. Auch nach der Eroberung der angelsächsischen Gebiete trieb Wilhelm die Herrschaftsexpansion fort: 1072 griff er die Schotten zu Lande und zu Wasser an, 1081 marschierten seine Truppen in Wales ein und stießen bis Cardiff vor. Unter Wilhelms Herrschaft setzte sich eine dünne normannische Herrscherschicht in England fest. Mit den Normannen kam auch die Tradition von Adelsversammlungen, die den König beraten, nach England - Vorläufer der späteren Parlamente.
Wilhelm erlag am 9. September 1087 im Kloster Saint-Gervais nahe Rouen (Frankreich) seinen Verletzungen, die er durch einen Sturz vom Pferd bei der Belagerung von Mantes erlitten hatte. (Davon berichtet nur Wilhelm von Malmesbury, der behauptet, Wilhelm habe sich den Sattelknauf in den Bauch gerammt; andere Chronisten wie Orderic Vitalis, die Anglo-Saxon-Chronicle und andere Quellen sagen davon nichts). Auf dem Totenbett verfügte er, dass seine politischen Gefangenen freigelassen werden sollten. Bei seinem Tod soll er so stark übergewichtig gewesen sein, dass der Leichnam aufplatzte. Er liegt in der Abtei Saint-Stephan in Caën begraben. 1522 wurden seine Knochen aus dem Sarg entfernt. Ihre Größe ließ darauf schließen, dass er ein Mann von enormer Körpergröße gewesen sein muss.
Der Nachfolger Wilhelms wurde 1087 sein jüngerer Sohn Wilhelm I | | |