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November
Der November ist der elfte Monat des Jahres im Gregorianischen Kalender.
Er hat 30 Tage.
Alte deutsche Namen für den November sind Windmond (eingeführt von Karl dem Großen im 8. Jahrhundert) und Nebelung. In den Niederlanden wurde der Monat auch Schlachtmond oder Schlachtemonat genannt, da zu dieser Zeit das Einschlachten der Schweine üblich war.
Im römischen Kalender war der November ursprünglich der neunte Monat (lat. novem = neun).
Im Jahr 153 v. Chr. wurde der Jahresbeginn allerdings um zwei Monate vorverlegt, so dass die direkte Namens- und Zählbeziehung entfiel.
Im Kirchenjahr gilt der November als ein Monat der Besinnung und des Gedenkens.
An Allerheiligen gedenkt die römisch-katholische Kirche aller ihrer Heiligen, dieser Gedenktag wird immer am 1. November gegangen. Darauf folgt am 2. November Allerseelen, an dem die römisch-katholische Kirche der Verstorbenen gedenkt.
Der 11. November ist der sog. Martinstag, ein Festtag der römisch-katholischen Kirche zu Ehren ihres Heiligen Martin von Tours. Ebenfalls 11.11. um 11:11:11 Uhr wird die neue Kampagne im Karneval ausgerufen.
Der Volkstrauertag wird immer zwei Sonntage vor dem 1. Advent begangen und ist der Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten der beiden Weltkriege.
Am Mittwoch zwischen Volkstrauertag und Totensonntag liegt der Buß- und Bettag, ein Feiertag der evangelischen Kirche an welchem man sich wieder mehr Gott zuwenden soll.
Einen Sonntag vor dem 1. Advent liegt der Totensonntag, an dem die evangelische Kirche der Verstorbenen gedenkt.
Der 1. Advent, also der erste Adventssonntag, liegt in vier von sieben Fällen als Sonntag immer im November. Mit dem 1. Advent beginnt die Adventszeit und das Warten auf Weihnachten.
Der Sonntag vor dem 1. Advent bildet auch den letzten Sonntag des Kirchenjahres. Der letzte Tag im Kirchenjahr jedoch liegt, gemäß der kirchlichen Wochendefinition (abweichend von der DIN-Norm), am darauffolgenden Samstag; dieser kann damit spätestens am 2. Dezember liegen, in 5 von 7 Fällen liegt er aber im November.
Der November beginnt mit dem selben Wochentag wie der März und außer in Schaltjahren auch wie der Februar.
Im November dominiert das Tierkreiszeichen bzw. Sternzeichen des Skorpion (24.10. bis 22.11.), gegen Ende des Monats geht es zum Schütze (23.11. bis 21.12.) über.
Siehe auch
- bewegliche Feiertage
- bewegliche Gedenktage
Weblinks
- http://www.feste-der-religionen.de/Kalender/November.html
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Kategorie:Kalender
als:November
ja:11月
ko:11월
ms:November
simple:November
th:พฤศจิกายน
MonatEin Monat ist ein Teil des Jahres.
Das Wort stammt von "Mond" ab und bezeichnete ursprünglich die Zeit zwischen zwei gleichen Mondphasen (ca. 29,5 Tage). Solche Synodischen Monate bildeten die Grundbausteine der ersten Kalender, welche Lunar- oder Mondkalender waren, und später teilweise zu Lunisolarkalender weiterentwickelt wurden. Solche Kalender sind auch heute noch in weiten Teilen der Welt gebräuchlich, und beispielsweise der jüdische Kalender, der islamische Kalender und der traditionelle chinesische Kalender bezeichnen weiterhin einen Phasendurchlauf des Mondes als Monat.
Indes liegt in der Zeit eines Sonnenjahres eine unganzzahlige Menge von Mondmonaten, so dass man bei Einführung eines Solar- oder Sonnenkalenders die Länge der Monate entsprechend anpassen musste. Eine solche Bindung der Jahrlänge an die Dauer eines Erdumlaufs um die Sonne und die damit verbundene Trennung der Monate vom Mondlauf erfolgten zuerst im alten Ägypten im Jahre 238 v. Chr. und wurde von Julius Cäsar im Jahre 46 v.Chr. auch für die römische Republik übernommen [womit diese Jahre eigentlich sinnvolle Epochen für die Zeitrechnung des juliano-gregorianischen Kalenders wären].
Neben diesem julianischen Kalender und dem ihn ablösenden und heute für die meisten Menschen alltäglichen gregorianischen Kalender sind auch noch einige andere Sonnenkalender in Gebrauch, bei denen ein (Kalender-)Monat als ein bestimmter Teil des Sonnenjahres mit einer festgelegten Anzahl von Tagen definiert wird, beispielsweise der griechisch-orthodoxe Kalender, der koptische Kalender, der zoroastrische Kalender, der iranische Kalender, der Malayalam-Kalender sowie verschiedene südasiatische Kalender.
Da der Julianisch-Gregorianische Kalender von den Römern auf uns gekommen ist, sind auch die heute im allgemeinen gebräuchlichen Monatsnamen lateinischen Ursprungs, und die meisten davon lassen sich auf den altrömischen Kalender, den Vorläufer des julianischen Kalenders, zurückführen.
Auch bei den wahrscheinlich meisten anderen Völkern, die den Julianisch-Gregorianischen Kalender benutzen sind die allgemein verwandten Monatnamen von den lateinischen abgeleitet. Indes bestanden in etlichen Sprachen auch nebenher eigene Monatsbezeichnungen (die neueren Formen der deutschen sind unten angegeben) oder wurden zeitweise eingeführt, wie beispielsweise im französischen Revolutionskalender.
Monate
Heute bezeichnet der Begriff im gregorianischen Kalender nur noch festgelegte Jahresabschnitte, deren Länge von der eines Mondzyklus mehr oder weniger stark abweicht.
Die 12 Monate sind (die alten deutschen Namen in Klammern):
#Januar, Jänner (Hartung, Eismond)
#Februar, Feber (Hornung, Schmelzmond, Taumond, Narrenmond, Rebmond, Hintester)
#März (Lenzing, Lenzmond)
#April (Ostermond)
#Mai (Wonnemond)
#Juni (Brachet, Brachmond)
#Juli (Heuert, Heumond)
#August (Ernting, Erntemond, Bisemond)
#September (Scheiding, Herbstmond)
#Oktober (Gilbhart, Gilbhard, Weinmond)
#November (Nebelung, Windmond, Wintermond)
#Dezember (Julmond, Heilmond, Christmond, Dustermond)
Bedeutung der Monatsnamen
Januar
(auch Jänner) nach Janus, dem Beschützer der Stadttore, Gott des Aus- und Einganges, im übertragenen Sinne des Anfangs und des Endes, doppelköpfig dargestellt, blickt nach zwei Seiten, nämlich vorwärts und rückwärts. Ianua - Schwelle (zum neuen Jahr).
Februar
(auch Feber) der Reinigungs- bzw. Sühnemonat, weil in der zweiten Hälfte die Reinigung der Lebenden und die Sühnung der Verstorbenen vorgenommen wurde lat. februare = reinigen.
März
benannt nach Mars, dem Gott des Krieges und der Vegetation. Im altrömischen Kalender begann das Jahr mit dem März, daraus ergibt sich die Verschiebung der numerischen Monate September bis Dezember.
April
wird abgeleitet von lat. aperire = öffnen, der Monat der Öffnung bzw. des Aufblühens.
Mai
Maia (Mythologie), eine Bergnymphe, Tochter des Atlas und der Pleione gab diesem Monat den Namen. Auf dem arkadischen Berg Kyllene vermählte sich Zeus, der Göttervater, mit ihr. Hermes, der Götterbote ist ihr Sohn. Maia war zuständig für Wachstum und Vermehrung.
Juni
benannt nach Juno, einer altitalischen Gottheit, der die meisten Eigenschaften der griechischen Götterkönigin Hera übertragen wurden.
Juli
Ursprünglich Quintilis, der fünfte Monat. Geburtsmonat Cäsars. Nach ihm wurde dieser Monat seit 44 v. Chr. Julius (Juli) genannt.
August
Dies war ursprünglich der sechste Monat, dementsprechend Sextilis genannt, des alten römischen Kalenders. Er wurde zu Ehren des ersten römischen Kaisers Augustus im Jahre 8 v. Chr. in Augustus umbenannt. Dies war verbunden mit einer Verlängerung des Monats um einen Tag, der dem Februar genommen wurde, nach welcher der Monat des Augustus ebenso lang war wie der Caesars. 22 Jahre später, 14 n.Chr., wurde der August der Sterbemonat seines Namenspatrons. [Die Reihenfolge der Ereignisse scheint sonderbar, aber zumindest die letzte Jahreszahl darf als sicher gelten.]
September
(lat. septem - sieben) der siebte Monat im Römischen Kalender. An diesem und den folgenden Monatsnamen kann man erkennen, dass man mit der Zählung ursprünglich im Monat März begann. Seit 153 v. Chr. traten in Rom die für ein Jahr gewählten Konsuln ihr Amt jeweils am 1. Januar an, der sich bald als Jahresbeginn einbürgerte.
Oktober
der achte Monat (lat. octo - acht) nach dem Römischen Kalender. Auch hier konnte sich die Bezeichnung "Domitianus" nicht durchsetzen.
November
Monat neun (lat.novem = neun).
Dezember
der 10. Monat (lat.decem = 10) im Julianischen Kalender
Quellen
- http://de.wikipedia.org/
- http://wiki-de.genealogy.net/wiki/Kategorie:Kalender
- Irmscher, Johannes & Johne, Renate [Hrsg.]: "Lexikon der Antike" VEB Verlag Enzyklopädie Leipzig, 1977.
- . . .
Siehe auch
- Kalenderdatum
- Datumsformat - die Form, in der ein Kalenderdatum schriftlich fixiert wird
- Kalender (Gregorianischer Kalender) - die Festlegung der Zeiteinteilung eines Jahres
- Zeitrechnung (Chronologie) - die zyklische sowie die lineare Strukturierung der Zeit
- Monatsnamen in anderen Sprachen
- Alte isländische Monatsnamen
Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit
Kategorie:Kalender
Kategorie:Zeitbegriff
Kategorie:Maßeinheit
ja:月 (暦)
simple:Month
JahrDas Jahr (lat. annus) ist eine Bezeichnung für Zeit. Aus mathematischer Sicht stellt ein Jahr ein Vielfaches der SI-Basiseinheit Sekunde dar.
Ein Jahr ist die Zeitspanne zwischen zwei Wiederholungen eines Ereignisses, das mit dem Orbit der Erde um die Sonne zusammenhängt. Unser Erdenjahr dauert je nach Definition (siehe unten) ca. 365,25 Tage; ein Marsjahr dauert ca. 686,98 Tage.
:Einheitenzeichen: a
::Ma ist eine Abkürzung für „Millionen Jahre“ (Mega-Jahr).
::Ga ist eine Abkürzung für „Milliarden Jahre“ (Giga-Jahr).
:Formelzeichen: t
Der Begriff „Jahr“ wird sowohl zur Bezeichnung von Zeitspannen als auch von Zeitpunkten in unserem Kalendersystem verwendet.
Beispielsweise wurde der Physiker Albert Einstein im Jahr 1879 (Zeitpunkt) geboren und starb 1955 im Alter von 76 Jahren (Zeitspanne).
Je nach Definition ist ein Jahr von unterschiedlicher Dauer. Im Alltag verstehen wir unter dem Begriff „Jahr“ das Gemeinjahr mit einer Dauer von 365 Tagen. Kalender verwenden Jahre zur Zeiteinteilung. Unser Kalender ist der gregorianische Kalender mit einer mittleren Jahreslänge von 365 Tagen, 5 Stunden, 49 Minuten und 12 Sekunden. Ein Jahr im gregorianischen Kalender kann unterschiedlich lang sein. Normale Jahre – die Gemeinjahre – haben eine Dauer von 365 Tagen; Schaltjahre dauern 366 Tage. Gelegentlich wird die Jahreslänge durch das Einfügen von Schaltsekunden korrigiert. Diese Anpassungen synchronisieren den auf Tag-Nacht-Zyklen der rotierenden Erde beruhenden Kalender mit dem Tropischen Jahr.
Das Jahr kann Bestandteil eines Kalenderdatums sein. Dabei wird es entweder zwei- oder vierstellig aufgeführt. Wo das Jahr im Kalenderdatum steht, wird über das Datumsformat bestimmt.
Definitionen
- Siderisches Jahr: Die Zeit für einen Umlauf der Erde um die Sonne in Bezug auf eine feste Richtung im Raum, d. h. eine volle Drehung um die Sonne, wie sie sich aus der Himmelsposition der Sonne relativ zu einem Fixstern bestimmen lässt. Das ist also eine vollständige Revolution der Erde um die Sonne, ohne Rücksichtnahme auf das (durch ein "Taumeln" der Erdachse bedingte und) schon seit Hipparchos Zeiten bekannte notable Vorrücken des tropischen (jahreszeitlichen) Jahres, Präzession genannt. Dauer: 365,25636042 Tage = 365 d 6 h 9 m 9,54 s
- Tropisches Jahr: Die Zeit von einer Frühlings-Tagundnachtgleiche zur nächsten, also bis die Erdachse wieder den gleichen Winkel zur Sonne hat. Das Tropische Jahr unterscheidet sich vom siderischen Jahr, weil die Erdachse langsam ihre Richtung ändert (Präzession). Jeder Sonnenkalender sollte sich nach dem tropischen Jahr richten. (cf. Johann Heinrich von Mädler) Das tatsächliche tropische Jahr nimmt aber säkular ganz langsam ab, aktuell um etwa 532 ms pro Jahrhundert. Dauer 2000.0: 365,242190517 Tage = 365 d 5 h 48 m 45,26 s.
- Anomalistisches Jahr: Zeit zwischen zwei aufeinander folgenden Periheldurchgängen der Erde, also von einem sonnennächsten Punkt zum nächsten. Dauer: 365,26 Tage, etwas mehr als 5 Minuten länger als das siderische Jahr, denn das Perihel der Erde verschiebt sich pro Jahr um 11 Bogensekunden.
- Zyklus der Präzession, der unwissenschaftlich oft auch "Platonisches Jahr" genannt wird, ist die Zeit für den vollständigen Umlauf der Erdachse auf dem Kegelmantel, der durch die Präzession beschrieben wird. Anders ausgedrückt: Die Zeit nach der man genau ein tropisches Jahr mehr zählt als siderische Jahre. Dauer: in etwa 25700 Tropische Jahre.
Definitionen in Kalendern
- Julianisches Jahr: Mittlere Länge des Jahres nach dem julianischen Kalender Dauer: 365,25 Tage oder 365 d 6 h.
- Gregorianisches Jahr: Mittlere Länge des Jahres nach dem gregorianischen Kalender Dauer: 365,2425 Tage oder 365 d 5 h 49 m 12 s).
- Bürgerliches Jahr: unser Kalenderjahr. Dauer: 365 Tage oder 366 Tage (Schaltjahr), eingeteilt in 12 Monate und in 52 oder 53 Wochen.
- Traditionelles chinesisches Jahr: Länge variiert zwischen 353 und 385 Tagen, siehe Chinesischer Kalender
Betriebswirtschaftliche Definitionen
- Wirtschaftsjahr/ Fiskaljahr: der Zeitraum für ein Geschäftsjahr eines Unternehmens. Ein Fiskaljahr muss nicht unbedingt mit einem Kalenderjahr beginnen, es kann z.B. auch mit dem 1. April starten. Die Dauer eines Fiskaljahres entspricht der des gregorianischen Kalenders.
- In der Zinsrechnung dauert ein Jahr 360 Tage.
Religiöse Definitionen
- Kirchenjahr
Siehe auch
- Jahreszeiten
- Jubeljahr
- Sabbatjahr
Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit
Kategorie:Astronomische Größe der Zeit
Kategorie:Kalender
Kategorie:Maßeinheit
ja:年
ms:Tahun
simple:Year
zh-min-nan:Nî
Tag
Mit Tag (althochdeutsch: Zeit, wo die Sonne brennt) bezeichnet man
- den Kalendertag
- im gregorianischen Kalender die Zeit von einer Mitternacht bis zur nächsten Mitternacht Eine Zeitspanne von 24 Stunden, die um 00:00 beginnt und um 24:00 endet. 24:00 Uhr fällt mit dem Beginn des nächsten Tages zusammen (ISO 8601).
- im jüdischen Kalender die Zeit von einem Sonnenuntergang bis zum nächsten Sonnenuntergang. Diese Auffassung war im europäisch-vorderasiatischen Raum insgesamt lange vorherrschend. Die römische Zählung der Nachtstunden (vigiliae) und bestimmte Elemente des christlichen Ritus können als Beispiele genannt werden.
- die sonnenerhellte Zeit eines Kalendertages (Gegensatz zur Nacht)
- von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang; z.T. werden auch die Dämmerungszeiten mit einbezogen.
In der Astronomie ist ein Sonnentag die Zeit von einem Sonnenhöchststand bis zum nächsten Sonnenhöchststand. Auf dem Sonnentag basiert die Sonnenzeit. Dagegen wird die Umdrehungszeit der Erde in Bezug auf die Fixsterne (23 Stunden, 56 Minuten und 4 Sekunden) Sterntag oder Siderischer Tag genannt. Dieser ist die Basis für die Sternzeit. Besondere Bedeutung haben bzw. hatten die Sonnen- und Sternzeit des Nullmeridians für die Festlegung der Weltzeit oder zur Angabe von Sternorten.
Der bürgerliche Tagesablauf gliedert sich in die Abschnitte Nacht, Morgen, Vormittag, Mittag bzw. Mittagsstunde, Nachmittag, Vorabend, Abend und Mitternacht. Die Grenzen zwischen diesen Abschnitten sind fließend und sowohl vom Kulturkreis als auch von den persönlichen Lebensumständen beeinflußt. Auf "heute", den aktuellen Tag bezogen, bezeichnet "gestern" den vergangenen und "morgen" den folgenden Tag.
Die Namensgebung und Reihenfolge der Wochentage
basiert auf folgender antiken Regel, die über babylonische, alt-indische, jüdische, dann griechisch-römische Wege auch nach Nordeuropa kam:
Jeder Stunde des Tages wurde ein Planetengott als Stunden-Herrscher zugeordnet.
Der Herrscher über die jeweils 1. Stunde gibt dem Tag den Namen.
Zum besseren Verständnis des Weiteren fertige man sich zuvor eine Skizze an:
Die sichtbar wandelnden Himmelskörper (insofern werden hier auch Sonne und Mond als Planeten bezeichnet) werden in der Reihenfolge zunehmender Geschwindigkeit (geozentrisch gesehen) auf einem Kreis im Uhrzeigersinn notiert :
Saturn Jupiter Mars Sonne Venus Merkur Mond.
(Anordnung in Form der Spitzen eines 7-Sternes)
Als Beispiel fangen wir bei Saturn als Stundenherrscher der ersten Stunde eines Tages an. Der Tagesname ist demnach
'Saturn-Tag' = Saturday (= Samstag).
(Die 1. Stunde des Tages wird von Saturn beherrscht.)
Die 2. vom nächstschnelleren Planeten = Jupiter.
Die 3. vom nächstschnelleren = Mars.
Etc.
Zählt man nun im Uhrzeigersinn bis zum Herrscher der 25. Stunde, ist man bei der Sonne angelangt.
Die '25. Stunde eines Tages' ist aber die 1. des darauffolgenden Tages. Also heißt dieser: Sonntag.
Nun wieder - mit der Sonne beginnend - bis zum 25. 'Herrscher' zählen.
Man erreicht den Mond. Der nächste Tag heißt also Mond-tag.
Man kann sich das Abzählen anhand der Skizze erleichtern:
Es ist festzustellen, dass man immer zum 25. Herrscher kommt, wenn man beim jeweiligen 'Tagesherrscher' beginnend, in Uhrzeiger- (oder Lese-) Richtung (d.h. zunehmender Geschwindigkeit) 2 Planeten überspringt.
Überspringt man also vom Mond aus 2 Planeten, landet man bei Mars. Mars ist Herrscher über die erste Stunde des neuen Tages = Marstag. Entspricht französisch Mardi, italienisch Martedi, (Dienstag von thiu, germanischer Kriegsgott ~ vgl. engl. Tuesday).
Wieder 2 überspringen: Merkur ~ Mercredi, Mercoledi. Der dt. Name Mittwoch geht auf die ahd. Missionierung zurück, die wie bei Sonnabend/Samstag Anklänge an vorchristliche Gottheiten zu eliminieren suchte.
Jupiter ~ frz.Jeudi, ital.Giovedi; germ.Donar entspricht Jupiter, daher dt. Donnerstag, engl. Thursday.
Venus ~ Vendredi, Venerdi; germ. Freya entspricht Venus, daher Freitag bzw. Friday.
Zu Saturn vgl. Samstag.
Im germanischen Kulturkreis sind die Namen nicht so offensichtlich erhalten wie in den romanischen Sprachen, der Heimat der klassischen, latinisierten Planeten- bzw. Götter-Namen. Die Germanischen Götternamen entsprechen aber in ihrer Bedeutung den romanischen; so sind z. B. Freya (für Freitag) und Venus (für venerdi, vendredi) 'inhaltlich' Verwandte.
Wer allerdings (und wann) z. B. zum ersten Male festgelegt hat: 'Heute ist Montag', kann nicht zurück verfolgt werden.
- Tage (Plural): Zeitraum, den jmd. durchlebt (die schönen Tage von Neapel)
- Tage (Plural): in der Umgangssprache verhüllend die "Zeit der Menstruation".
Im Messwesen wird der Tag formelhaft beschrieben als eine
Maßeinheit der Zeit mit dem
Einheitenzeichen: d.
Formelzeichen für die physikalische Größe Zeit ist: t.
1 d = 24 h = 1440 min = 86400 s
Siehe auch
Siderischer Tag, Nacht, Abend, Dämmerung, Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, Nachmittag, Dunkelheit, Tag-Nacht-Grenze
Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit
Weblinks
- http://www.fourmilab.ch/cgi-bin/uncgi/Earth/action?opt=-p&img=learth.evif
Kategorie:Kalender
Kategorie:Astronomische Größe der Zeit
Kategorie:Zeitbegriff
Kategorie:Maßeinheit
als:Tag
ja:日
simple:Day
th:วัน
8. Jahrhundert
Das 8. Jahrhundert begann am 1. Januar 701 und endete am 31. Dezember 800.
In Europa ist es die Epoche des Frühmittelalters.
Zeitalter/Epoche
- Islamische Expansion:
- Eroberung des Westgoten-Reichs auf der iberischen Halbinsel (Schlacht am Guadalete, 711)
- Asturien kann sich als "Widerstandsnest" behaupten (Schlacht von Covadonga, 722)
- Endgültiges Ende der arabischen Expansion im Westen nach der Niederlage gegen die Franken (Schlacht bei Tours und Poitiers, 732)
- Zweite Belagerung Konstantinopels scheitert (717/18)
- Industal wird erobert; Zentralasien wird nach der Schlacht am Talas gehalten; die Zerstörung der indischen Hochkultur durch die islamischen Eroberer beginnt
- Als Reaktion auf die Einfälle islamischer Eroberer in Indien wird der indische Mahayana -und Vajrayana-Buddhismus in Tibet eingeführt, durch König Trisong Detsen, den tantrischen Meisters Padmasambhava und den indischen Abts Santarakshita. Aus dieser Zeit geht die Nyingma-Schule des tibetischen Buddhismus hervor.
- Tod des tibetischen Königs Ligmincha, Untergang der tibetischen Bön-Königsdynastie von Zhang Zhung
- Byzantinischer Bilderstreit: Theologische Auseinandersetzung über die Anbetung von Ikonen
- Fortschreitende Entmachtung der merowingischen Könige durch die karolingischen Hausmeier; Absetzung des letzten Merowingers 751 durch Pippin.
- Beginn der Wikinger-Raubzüge nach West- und Südeuropa; Überfall auf das Kloster Lindisfarne im Sommer 793
Ereignisse/Entwicklungen
- Der fränkische König Karl der Große wird am 24. Dezember 800 in Rom vom Papst zum Kaiser gekrönt.
Persönlichkeiten
- Beda Venerabilis (dt. Beda der Ehrwürdige) ( - um 673 bei Wearmouth in Northumbria; † 26. Mai 735 Kloster Jarrow), englischer Benediktinermönch, Theologe und Geschichtsschreiber
- Leo III. ( - um 680; † 741) byzantinischer Kaiser
- Karl Martell (Karl der Hammer) ( - um 689; † 22. Oktober 741 in Quierzy) war ein fränkischer Hausmeier aus dem nach ihm benannten Geschlecht der Karolinger
- Hischam ( - 691; † 741) Kalif der Umayyaden
- Du Fu ( - 712; † 770), einer der bedeutendsten Dichter der chinesischen Tang-Dynastie
- Alkuin von York ( - 732; † um 804), Bischof von Tours und Berater Karls des Großen
- Karl der Große ( - um 748; † 814), König der Franken, römischer Kaiser
- Hrabanus Maurus ( - um 750; † 856), Mainzer Gelehrter und Erzbischof
- Harun ar-Raschid (Harun der Rechtgeleitete) ( - um 768; † 809), Kalif aus dem Geschlecht der Abbasiden
- Einhard ( - 770; † um 840), fränkischer Geschichtsschreiber und Biograph Karls des Großen.
- Hadrian I. († 795) Papst der römisch-katholischen Kirche
- Guru Rinpoche (Geburts- und Sterbedaten unbekannt), Meister des tantrischen Buddhismus, er führte den Vajrayana-Buddhismus im 8. und 9. Jahrhundert in Tibet ein
- König Trisong Detsen(† 858), regierender König von Tibet, auf dessen Wunsch die Übertragung des Buddhismus aus dem indischen Sanskrit ins Tibetische erfolgte
- Abt Santarakshita, Abt der indischen Klosteruniversität von Nalanda, führte die Übersetzung der buddhistischen Sutren aus und weihte die ersten sieben buddhistischen Mönche in Tibet
- Vairocana, bedeutendste Übersetzter buddhistischer Lehren zur Zeit der ersten Übersetzungsphase buddhistischer Schriften aus dem indischen Sanskrit ins Tibetische
- Vimalamitra, großer buddhistischer Gelehrter des 7./8. Jahrhunderts
Erfindungen und Entdeckungen
- Im Kaiserreich China wird von Bi Sheng die Technik des Setzens von Büchern mit beweglichen Lettern erfunden. Mit Hilfe von Wachs werden dabei einzeln hergestellte Druckstempel aus Keramik auf einer Eisenform angeordnet.
- In der Schlacht am Talas (östlich von Samarkand gelegen) geraten im Jahr 751 Chinesen in persische Kriegsgefangenschaft, mit denen die Kenntnis der Papierherstellung in den arabischen Raum gelangt sein soll.
- Die karolingische Minuskel setzt sich im Handschriftenwesen als Schrifttype durch.
01-08
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ja:8世紀
ko:8세기
simple:8th century
th:คริสต์ศตวรรษที่ 8
Niederlande
Die Niederlande (niederländisch Nederland) sind Teil des Königreichs der Niederlande in Westeuropa. Sie sind einer der am dichtesten besiedelten Staaten der Welt. Rund ein Viertel des Landes liegt unterhalb des Meeresspiegels und ist mit rund 3.000 km Deichen geschützt.
Im deutsch- und englischsprachigen Raum wie auch in den Niederlanden selbst wird anstelle der offiziellen und korrekten Bezeichnung Niederlande umgangssprachlich häufig der Name Holland für das gesamte Staatsgebiet verwendet. Diese Bezeichnung stammt von der alten Grafschaft Holland her und bezieht sich eigentlich nur auf die heutigen Provinzen Nord- und Südholland. - Siehe dazu auch die Rubrik "Die Niederlande im deutschen Sprachgebrauch" am Seitenende.
Geografie
Räumliche Lage
Das ganze Landes liegt weniger als einen Meter über, einige Gebiete sogar unterhalb des Meeresspiegels.
Der höchste Punkt des Landes, der Vaalserberg im Südosten, befindet sich 322 m über dem Amsterdamer Pegel, dort liegt auch gleichzeitig das Dreiländereck zu Deutschland und Belgien. Die flachen Gebiete werden in der Regel durch Deiche vor Sturmfluten geschützt.
Teile der Niederlande, wie zum Beispiel fast die gesamte Provinz Flevoland, wurden durch Landgewinnung dem Meer abgewonnen. Sie werden als Polder bezeichnet.
Ungefähr ein Fünftel (18,41 %) der Landesfläche ist mit Wasser bedeckt, wovon den größten Teil das IJsselmeer ausmacht, eine ehemalige Nordsee-Bucht, die 1932 durch einen 29 km langen Abschlussdeich eingepoldert wurde.
Die wichtigsten Flüsse in den Niederlanden sind der Rhein, die Waal und die Maas.
Maas
Die Hauptwindrichtung in den Niederlanden ist Südwest, daraus resultiert ein gemäßigtes maritimes Klima mit kühlen Sommern und milden Wintern.
Siehe auch: Niederländische Inseln, Westfriesische Inseln
Nachbarländer
Die Niederlande grenzen im Westen und Norden an die Nordsee, im Osten an Deutschland und im Süden an Belgien.
Siehe auch: Städte in den Niederlanden
Bevölkerung
Die Niederlande sind mit etwa 480 Einwohnern pro Quadratkilometer Landfläche eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt (zum Vergleich: Deutschland 236, Monaco 16.435, Namibia 2).
Niederländisch ist die Amtssprache im gesamten Staat; daneben werden niederdeutsche Mundarten gesprochen. Das Friesische ist Amtssprache in der Provinsje Fryslân und dort auch Rundfunk- und Verwaltungssprache. Im Nordosten werden niedersächsische Dialekte gesprochen, im Südosten hochdeutsche Mundarten.
In den Niederlanden wohnen Einwanderer aus der ganzen Welt: Indonesien, Karibik, Südamerika, Afrika, Türkei, Polen etc.
Die wichtigsten Religionen (Stand: 2002) sind der Katholizismus (31 %), der Protestantismus (21 %) und der Islam (5,5 %). Die meisten Protestanten gehören einer calvinistischen Kirche an.
40 % der Niederländer fühlen sich keiner Religionsgemeinschaft zugehörig.
Die katholische Bevölkerung lebt vor allem im Süden, die protestantische vor allem im Norden des Landes.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Niederlande
Nach der Aufteilung des Frankenreiches gehörten die niederen Lande zum ostfränkischen Königreich (Regnum Teutonicae) und danach zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Unter Kaiser Karl V., der zugleich spanischer König war, war das Land in siebzehn Provinzen aufgeteilt und umfasste auch den Großteil des heutigen Belgiens. Nach der Unabhängigkeitserklärung der sieben nördlichen Provinzen (Allianz von Utrecht) vom 23. Januar 1579 und dem folgenden Achtzigjährigen Krieg gegen die spanischen Habsburger wurde die formelle Unabhängigkeit von Spanien im Westfälischen Frieden am 15. Mai 1648 besiegelt, der, gleichzeitig mit der Schweiz, zur Trennung vom mittelalterlichen deutschen Reich führte. Dieses Datum gilt als Geburtstag der heutigen Niederlande.
In der Folge wuchsen die Niederlande (de nederen duitsche landen) als Republik der Vereinigten Niederlande, zu einer der größten See- und Wirtschaftsmächte des 17. Jahrhunderts. Während dieser Zeit wurden Kolonien und Handelsposten auf der ganzen Welt errichtet. Bekannt ist die Gründung von Nieuw Amsterdam, welches später in New York umbenannt wurde. In Asien schufen die Niederländer ihr Kolonialreich 'Nederlands-Indie', das heutige Indonesien, welches erst 1946 unabhängig wurde. Auch im nordöstlichen Südamerika (Surinam) und der Karibik entstanden Niederländische Kolonien (Aruba, Curaçao), (Bonaire), (Saba), (St. Eustatius) und (St. Maarten); diese Inseln sind heute stiller Teil der niederländischen Monarchie (Königreich).
1796 wurde mit französischer Unterstützung die Batavische Republik gegründet (benannt nach dem germanischen Stamm, der das Gebiet zwischen Rhein und Maas zuerst besiedelt hatte, den Batavern); 1806 machte Napoleon daraus das Königreich Holland.
Nach der Einverleibung durch Frankreich unter Napoleon I. wurde 1815 das Königreich der Niederlande gegründet, das auch das heutige Belgien umfasste. Erster König wurde Wilhelm I. aus dem Haus Oranien-Nassau. Belgien und damit das die niederfränkischen Flandern erlangte nach der belgischen Revolution von 1830 seine Unabhängigkeit, die allerdings erst 1839 von Wilhelm I. anerkannt wurde.
Der niederländische König war gleichzeitig Großherzog von Luxemburg, wo das Salische Gesetz kein weibliches Staatsoberhaupt zuließ. Als Wilhelm III. bei seinem Tod 1890 nur eine Tochter (Königin Wilhelmina) hinterließ, ging der Luxemburger Thron auf eine andere Erbfolgelinie im Haus Nassau über und Wilhelms Vetter Adolf von Nassau übernahm dort die Regierung.
Die Niederlande blieben im Ersten Weltkrieg offiziell neutral und konnten sich auch erfolgreich aus dem Krieg halten. Sie hielten ihre Truppen aber dennoch bis zum Kriegsende mobilisiert und hatten überdies mit einer großen Flüchtlingswelle zu tun.
Auch im Zweiten Weltkrieg versuchte die niederländische Regierung zunächst, sich aus dem Krieg herauszuhalten. Anderslautenden Warnungen glaubte sie nicht. Hitler jedoch befahl die Okkupation der Niederlande um so Frankreich unter Umgehung der "Maginot Linie" von Norden her einnehmen zu können. Nach dreitägigem Kampf zwangen die deutschen Truppen am Abend des 14.Mai 1940 die Niederlande mit dem Bombardement von Rotterdam zur Aufgabe. Die Innenstadt wurde durch Bomben und durch die anschließenden Brände weitgehend zerstört. Es war das erste Flächenbombardement im zweiten Weltkrieg. Die Niederlande waren von Mai 1940 bis Mai 1945 besetzt. Viele Niederländer arrangierten sich mit dem Regime und viele Mitläufer verinnerlichten auch die Ideologie eines großdeutschen bzw. großgermanischen Reiches. Die Judenverfolgung schlug in den Niederlanden besonders heftig zu: aus keinem anderen europäischen Land wurde ein so großer Bevölkerungsanteil abtransportiert. Noch immer ist die Rolle niederländischer Verwaltungsstellen und etwa der Niederländischen Eisenbahn beim Abstransport der Juden nicht restlos geklärt. Die Bevölkerung hatte aber mehrheitlich unter der Besatzung zu leiden und auch unter der Judenverfolgung (Anne Frank). Der südliche Teil der Niederlande wurde in der zweiten Hälfte des Jahres 1944 von den Alliierten befreit, der Norden des Landes erst durch das Kriegsende. 1949 kam die westdeutsche Stadt Elten (bei Kleve) mit Umgebung bis 1963 unter niederländische Verwaltung. Deren Bewohner blieben formal bundesdeutsche Staatsbürger, erhielten allerdings niederländische Pässe und wurden auch niederländischen Staatsbürgern rechtlich gleichgestellt. Forderungen nach Angliederung von Teilen des Münsterlandes und des grenznahen Rheinlandes an die Niederlande, deren Bürger niedersächsische und niederfränkische Dialekte - ebenso wie in den Niederlanden - sprachen, konnte sich in den Niederlanden letztlich jedoch nicht durchsetzen.
Im Februar 1953 verheerte eine Sturmflut den Südwesten der Niederlande und forderte 1800 Tote.
Die Niederlande sind Gründungsmitglied der Benelux-Wirtschaftsunion (seit 1944 geplant, am 3. Februar 1958 festgelegt und am 1. November 1960 in Kraft getreten). Sie waren ebenfalls Mitbegründer der NATO und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (und damit der Europäischen Union).
In der jüngsten Vergangenheit stand das multikulturelle politische Toleranzmodell der Niederlande auf dem Prüfstand. Ihre liberale Politik machte den Weg auch für eingewanderte radikale Islamisten und so genannte Hassprediger frei: Am 2. November 2004 kam es zum Mord an dem Regisseur Theo van Gogh. Die Folge des Mordes waren Anschläge auf Moscheen und Hassbekundungen gegen muslimische Bürger. Große Bevölkerungsteile fordern seither eine rigorose Politik gegen gewalttätige Einwanderer und eine Änderung der zu liberalen Einwanderungspolitik. Zahlreiche Politiker können seither nur noch unter Polizeischutz arbeiten und werden weiterhin von Islamisten bedroht.
Politik
Seit dem Ende der französischen Revolution im Jahre 1815 sind die Niederlande eine konstitutionelle Monarchie mit dem Königshaus Oranien-Nassau an der Spitze. Es herrscht allgemeines Wahlrecht ab 18 Jahren.
Staatsoberhaupt
Staatsoberhaupt seit 1980 ist Königin Beatrix von Oranien-Nassau.
Gemäß der Verfassung ist sie Mitglied der Regierung und ernennt die Minister. In der Praxis lässt sie nach Wahlen einen informateur (meist ein hoher Beamter) die Parlamentsfraktionen befragen. Nach dessen Berichterstattung bestellt die Königin einen formateur, der das Kabinett zusammenstellt. Dabei kann es sich bereits um den künftigen Ministerpräsidenten handeln.
Parlament
Das Parlament (Staten-Generaal, Generalstände) besteht aus zwei Kammern.
Die Wahl der 150 Mitglieder der Zweiten Kammer (Tweede Kamer) findet im Normalfall alle vier Jahre statt. Diese Kammer ist das Parlament im eigentlichen Sinne, als Volksvertretung und Kontrolle der Regierung.
Die Erste Kammer (Eerste Kamer), inoffiziell auch Senat genannt, setzt sich aus 75 Vertretern der Provinzparlamente zusammen, die ebenfalls alle vier Jahre gewählt werden. Die Arbeit der Ersten Kammer besteht vor allem in der Begutachtung von Gesetzen, die die Zweite Kammer erarbeitet hat; unter Umständen kann die Erste Kammer ein Gesetz durch ein Veto blockieren.
Der heutige Ministerpräsident Jan Peter Balkenende von den Christdemokraten ist seit 2002 im Amt.
Parteien
- Christlich-Demokratischer Apell/CDA (christlich-konservativ)
- Partei der Arbeit/PvdA (sozialdemokratisch)
- Volkspartei für Freiheit und Demokratie/VVD (liberal-konservativ)
- Sozialistische Partei/SP (links)
- Liste Pim Fortuyn/LPF (rechtspopulistisch)
- Grüne Linke/GL (ökologisch und sozialistisch)
- Democraten 66/D66 (sozial-liberal)
- Christen Union/CU (extrem christlich-konservativ)
- Staatskundig Reformierte Partei/SGP (extrem christlich-konservativ)
- Neue Kommunistische Partei der Niederlanden/NCPN (kommunistisch)
Siehe auch: Liste der niederländischen Ministerpräsidenten
Gesellschaftspolitik
In den letzten Jahrzehnten wurden die Niederlande unter anderem für ihre liberale gesetzliche Reglementierung weicher Drogen (siehe Coffee Shop), der Prostitution (sie ist ein gesetzlich anerkanntes Gewerbe und Prostituierte sind daher sozialversichert), von Abtreibung und Sterbehilfe bekannt. Die Niederlande gehörten auch zu den ersten Staaten, die die Ehe für Homosexuelle ermöglichten.
Mit Ausnahme der so genannten Randstad (Amsterdam, Rotterdam und Den Haag) hinken Offenheit und Toleranz in der Bevölkerung der eigenen liberalen Gesetzgebung jedoch noch Jahrzehnte hinterher und die Intoleranz wird hinter der vor allem in den Medien und der Politik demonstrativ vorgetragenen Political Correctness versteckt. So ist es in einigen Teilen des Landes um die Akzeptanz offen gelebter Homosexualität weit schlechter bestellt als in den meisten Teilen Deutschlands und oftmals finden verbale oder gar gewalttätige Übergriffe gegenüber Homosexuellen statt.
Am 2. November 2004 wurde der islamkritische Filmregisseur Theo van Gogh in Amsterdam ermordet. In Folge kam es zu Brandanschlägen auf Moscheen und zu moslemischen Übergriffen auf Kirchen. Die Vorfälle lösten heftige Diskussionen über die Integration von Ausländern und über das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen aus.
Militär
Es besteht keine allgemeine Wehrpflicht. Die Streitkräfte umfassen insgesamt 53.130 Personen, davon entfallen auf das Heer 23.150, auf die Luftwaffe 11.050 und auf die Marine 12.130 Soldaten. Die Militärausgaben betragen 1,6 % des BIP (zum Vergleich, Deutschland: 1,5 %, USA: 3,4 %). Die Führung des niederländischen Heeres ("Koninklijke Landmacht") ist durch das 1. D/NL-Korps eng mit der Deutschen Bundeswehr verzahnt.
Provinzen
1579 mit sieben Provinzen begonnen, kamen später die sogenannten Generalitätslande (NL: generaliteitslanden) als Provinzen Nord-Brabant und Limburg hinzu. Drenthe wurde ebenfalls eine eigene Provinz, und die dominierende Provinz Holland wurde 1840 aufgespalten in Nord-Holland und Süd-Holland. Die jüngste Provinz ist Flevoland, das erst 1986 als Provinz gegründet wurde. Seit dem 1. Januar 1986 gliedern sich die Niederlande in 12 Provinzen (NL: provincies).
Die Provinzen wiederum gliedern sich in 483 Gemeinden (gemeenten).
Wirtschaft
Hauptartikel: Wirtschaft der Niederlande
Die Niederlande haben ein gut funktionierendes, offenes Wirtschaftssystem.
Seit den 1980er Jahren hat die Regierung ihre ökonomischen Eingriffe weitgehend zurückgenommen.
Beim produzierenden Gewerbe dominieren Nahrungsmittel- und chemische Industrie, Erdölraffinerien und die Herstellung von Elektrogeräten.
Lange vor seinen europäischen Nachbarn sorgte das Land für einen ausgewogenen Staatshaushalt und bekämpfte erfolgreich die Stagnation im Arbeitsmarkt.
Die moderne und hoch technologisierte Landwirtschaft ist außerordentlich produktiv: neben Getreide-, Gemüse-, Früchte- und Schnittblumenanbau - die Tulpenzüchtung beeinflusste sogar die Geschichte des Landes - gibt es noch Milchviehhaltung in großem Maßstab. Letztere liefert die Grundlage für den Holländer Käse als wichtiges Exportprodukt.
Die niederländische Landwirtschaft beschäftigt knapp unter 4 % der Arbeitnehmer, trägt jedoch erheblich zum Export bei. Die Niederlande sind nach den USA und Frankreich der weltweit drittgrößte Exporteur landwirtschaftlicher Erzeugnisse.
Als Mitbegründer der Euro-Zone wurde in den Niederlanden für Bankgeschäfte am 1. Januar 1999 die vorherige Währung, der Gulden, durch den Euro ergänzt.
Drei Jahre später, am 1. Januar 2002, ersetzen die Euromünzen und -banknoten für die Konsumenten den Gulden als Zahlungsmittel.
Naturressourcen
Die Niederlande verfügen über Erdgaslager, aus denen nahe Groningen sowie in der südlichen Nordsee in großem Maßstab gefördert wird. 1996 wurden 75,8 Mrd. m³ (nach BP) gefördert. Damit stehen die Niederlande im Ländervergleich bei der Erdgasförderung auf Platz fünf, nach Russland (561,1 Mrd. m³), USA (546,9 Mrd. m³), Kanada (153,0 Mrd. m³) und Großbritannien (84,6 Mrd. m³). Weiterhin gibt es an der emsländischen Grenze kleinere Erdölreserven und größere Salzlagerstätten bei Delfzijl und Hengelo. Abgesehen von Torf (u. a. im Bourtanger Moor) verfügen die Niederlande über keine weiteren nennenswerten Bodenschätze.
Kultur
Feiertage
Malerei
Viele weltberühmte Maler waren Niederländer.
Die Blütezeit der Republik im 17. Jahrhundert, das sogenannte Goldene Zeitalter brachte große Künstler wie Rembrandt van Rijn, Johannes Vermeer, Frans Hals, Carel Fabritius, Gerard Dou, Paulus Potter oder Jan Steen hervor.
Berühmte Maler späterer Epochen waren Vincent van Gogh und Piet Mondriaan. M. C. Escher ist ein bekannter Grafiker.
Architektur
Niederländische Architekten gaben wichtige Impulse für die Architektur des 20. Jahrhunderts. Hervorzuheben sind vor allem Hendrik Petrus Berlage und die Architekten der De Stijl-Gruppe (Robert van't Hoff, J.J.P. Oud, Gerrit Rietveld). Johannes Duiker war ein Vertreter des Neuen Bauens. Die sogenannte Amsterdamer Schule (Michel de Klerk) leistete einen bemerkenswerten Beitrag zur expressionistischen Architektur.
Auch nach dem Zweiten Weltkrieg traten innovative niederländische Architekten hervor. Aldo van Eyck und Herman Hertzberger prägten die Architekturströmung Strukturalismus. Piet Blom wurde durch seine eigenwilligen Baumhäuser bekannt.
Wissenschaft
Aus den Niederlanden stammten Erasmus von Rotterdam, Baruch Spinoza und Christiaan Huygens. René Descartes verbrachte den Großteil seiner Schaffenszeit in den Niederlanden. Überhaupt fanden seit der frühen Neuzeit zahlreiche verfolgte Wissenschaftler in den Niederlanden Asyl und Wirkungsmöglichkeiten.
Die moderne Soziologie verdankt ihrem niederländischen Begründer S. Rudolf Steinmetz bedeutende Anregungen.
Literatur
Im "Goldenen Zeitalter" (De Gouden Eeuw) der Niederlande blühte neben der Malerei auch die Literatur, als bekannteste Vertreter wären Joost van den Vondel und P. C. Hooft zu nennen.
Wichtige Autoren im 20. Jahrhundert waren Harry Mulisch, Jan Wolkers und Simon Vestdijk.
Und während der deutschen Besatzung verfasste Anne Frank in Amsterdam ihr weltbekanntes Tagebuch.
Musik
Das niederländische Musikleben war im Bereich der klassischen Musik lange Zeit nicht auf dem Niveau anderer europäischer Staaten organisiert. Erst Ende des 19. Jahrhunderts fand eine Professionalisierung statt und es bildeten sich zahlreiche Orchester und Kammerensembles. Wichtige Komponisten im 20. Jahrhundert sind Julius Röntgen, Willem Pijper, Mathijs Vermeulen, Louis Andriessen, Otto Ketting, Ton de Leeuw, Theo Loevendie, Misha Mengelberg, Tristan Keuris und Klaas de Vries (Liste niederländischer und flämischer Komponisten). Die wohl bekannteste niederländische Rockband Golden Earring hatte in den 1970er Jahren ihren größten Hit mit "Radar Love".
Die Niederlande haben eine sehr lebendige Musik-Szene auf hohem Niveau. Es gibt zahlreiche Veranstaltungslokale und in den Medien wird den Künstlern viel Raum gegeben. Seit einigen Jahren ist "nederlandstalige muziek", Musik in der Landessprache sehr erfolgreich. Die berühmtesten Pop/Rockbands sind Blof, die meistgespielte Band im niederländischen Radio der vergangenen Jahre, und [http://www.acdaendemunnik.nl/ Acda en de Munnik], ein Duo, das mit Kleinkunstprogrammen bekannt geworden ist. Noch höhere Plattenverkaufszahlen erzielen Schlagerkünstler, wie Marco Borsato und [http://www.fransbauer.nl/ Frans Bauer]. Bekannte niederländische Rapper sind Ali B und Lange Frans & Baas B.
Natursehenswürdigkeiten
- De Hollandse Biesbosch, eine Fluss- und Sumpflandschaft
- Keukenhof
- die Nationalparks De Hoge Veluwe und Veluwezoon in der Veluwe
- die Naturschutzgebiete auf Texel
- Reeuwijkse Plassen bei Gouda
- Schiermonnikoog
- Die Deltawerke Schutzwehre gegen Sturmfluten. Gebaut nach der Sturmflut von 1953
Landesübliche Küche
Das inoffizielle Nationalgericht Stamppot ist zumeist eine passierte Mischung aus Kartoffeln und Gemüse. Häufig wird dabei Grünkohl (niederl. Boerenkool) verwendet. Teilweise werden auch angebratene Zwiebeln mit Schinkenspeck untergemengt.
Eine regelrechte Snackbarkultur ist in den letzten Jahrzehnten entstanden. In diesen Fastfoodrestaurants erhält man Pommes Frites (niederl. Patat) mit Mayonnaise, Ketchup (auch gemischt mit Zwiebeln = special) oder Erdnusssoße (niederl. Pindasaus).
Letztere hat sich durch die Einflüsse der Kolonialzeit etabliert. Überhaupt sind indonesische Einflüsse in der niederländischen Küche kaum zu übersehen, auch wenn die meisten Gerichte dem holländischen Geschmacksempfinden angepasst wurden.
Neben den Pommes Frites werden in den Snackbars auch fritierte Fleisch- und Käsegerichte angeboten.
Eine wirkliche Einzigartigkeit stellt der "Hollandse Nieuwe" dar. Dabei handelt es sich um rohe Heringsfilets, die am Schwanz gehalten über Kopf verzehrt werden, und über viele wertgebende Inhaltsstoffe verfügen sollen.
International bekannt ist der niederländische Käse (niederl. Kaas), der sowohl als Brotbelag als auch in Stücke geschnitten verzehrt wird. Am weitesten verbreitet ist der Gouda, der seinen Ursprung in der gleichnamigen Stadt hat. Er ist in unterschiedliche Reifegrade eingeteilt. Jonger Kaas ist am kürzesten gelagert und schmeckt sahnig mild. Belegen ist die nächste Stufe mit einem würzigem Geschmack und einer festen Konsistenz. Oude Kaas ist die teuerste und aromatischste Lagerstufe. Besonders bekannt ist der "Oud Amsterdam".
Das niederländische Frühstück ist eher spärlich und besteht meist aus einem Brot und einer Tasse Kaffee. Mittags gibt es ebenfalls belegte Brote dazu Milch oder Buttermilch.
Die Hauptmahlzeit stellt das Abendbrot dar, welches aus warmen Speisen besteht und gegen fünf Uhr nachmittags eingenommen wird.
Die Niederlande im deutschen Sprachgebrauch
Der grammatikalisch richtige Gebrauch des Namens Niederlande ist vielen Sprechern nicht geläufig, was zu der fälschlichen Verwendung des Namens Holland beiträgt. Niederlande stellt eine Pluralform dar; vergleichbar mit den USA (die USA). Den Ländernamen gibt es im Singular nicht.
Die Deklinationstabelle lautet wie folgt:
- Nominativ Plural: die Niederlande
- Genitiv Plural: der Niederlande
- Dativ Plural: den Niederlanden
- Akkusativ Plural: die Niederlande
Beispielsätze
- Nominativ: Die Niederlande sind Mitglied der EU.
- Genitiv: Das Bruttosozialprodukt der Niederlande beträgt x Euro.
- Dativ: Deutschland hat den Niederlanden Hilfe versprochen.
- Akkusativ: Viele deutsche Touristen besuchen die Niederlande.
Bei Satzkonstruktionen mit in ist zu beachten, dass in sowohl mit richtungsanzeigendem Akkusativ als auch mit ortsanzeigendem Dativ gebraucht werden kann:
- Ich fahre in die Niederlande. (richtungsanzeigender Akkusativ)
- Ich bin in den Niederlanden. (ortsanzeigender Dativ)
Weitere Themen
- Tourismus in den Niederlanden
- Nationalparks in den Niederlanden
- Liste der Bahnhöfe in den Niederlanden
- Niederländische Kolonien
- Niederländisch-Indien
- Liste der Königinnen und Könige der Niederlande
- Liste bekannter Niederländer
- Portal:Niederlande
- Portal:Benelux
- Niederlandistik Über Niederländische Sprache und Kultur
Weblinks
- [http://www.government.nl Offizielle Netzpräsenz der Regierung der Niederlande (englisch)]
- [http://www.koninklijkhuis.nl/ Offizielle Netzpräsenz des niederländischen Königshauses]
- [http://www.niederlandenet.de NiederlandeNet.de: Größtes Informationsportal über die Niederlande und die deutsch-niederländischen Beziehungen in deutscher Sprache]
- [http://www.niederlandeweb.de Offizielle Netzpräsenz der niederländischen Botschaft und Generalkonsulate in Deutschland]
- [http://www.netherlands-embassy.at Offizielle Netzpräsenz der niederländischen Botschaft in Wien]
- [http://www.niederlande-im-unterricht.de Deutsches Unterrichtsmaterial über die Niederlande für diverse Fächer, ausgerichtet auf die Lehrpläne Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=123 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes - [http://www.datenmatrix.de/cgi-local/hdbg-karten/karten.cgi?action=detail&templ=01_01_karten_detail&id=29 Karte: Die Niederlande um 1620 : Historische Karten (Haus der Bayerischen Geschichte)]
Kategorie:Staat
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Kategorie:Monarchie
Kategorie:Land in der EU
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Kalender (Römisches Reich)Der Ursprung des alten römischen Kalenders ist nicht sicher geklärt, vermutlich wurde er aber von den Griechen übernommen.
Die Tradition schrieb den Kalender Romulus, dem legendären Gründer der Stadt Rom, zu.
In der Frühzeit der Römischen Republik wurden die Jahre nicht gezählt, sondern nach den regierenden Konsuln benannt. Seit dem 4. vorchristlichen Jahrhundert war eine Zählung von der Einweihung des Jupitertempels im Jahre 507 v. Chr. üblich. Erst später wurden die Jahre "von der Gründung der Stadt Rom an" (lat. ab urbe condita, abgekürzt a.u.c.) im Jahre 753 v. Chr. gezählt. Im Römischen Kaiserreich wurden die Jahre zusätzlich noch per Anno Diocletiani (abgekürzt A.D.) gezählt; diese Abkürzung ist identisch zum seit 525 n. Chr. gebräuchlichen Anno Domini (auch A.D.), und sollte nicht verwechselt werden.
In seiner ältesten Form war der römische Kalender ein Mondkalender mit 10 Monaten, der bald darauf auf 12 Monate erweitert und schließlich durch den nach Julius Cäsar benannten Julianischen Kalender abgelöst wurde.
Der älteste Kalender
Das Jahr begann an der Tagundnachtgleiche im Frühling und dauerte ursprünglich 10 Monate: Martius (31 Tage), Aprilis (30 Tage), Maius (31 Tage), Junius (30 Tage), Quintilis (31 Tage), Sextilis (30 Tage), September (30 Tage), October (31 Tage), November (30 Tage) und December (30 Tage).
Das Jahr hatte somit 304 Tage; die 61 fehlenden Tage wurden im Winter stillschweigend ergänzt, so dass die Feldbestellung wieder zu Frühlingsbeginn im Martius (März) stattfand. (Nach Ovids Fasti)
Kalenderreform
Schon um das Jahr 713 v. Chr. wurde das Problem der fehlenden Tage angegangen, der Tradition nach durch Numa Pompilius, dem legendären zweiten der sieben Könige Roms. Allerdings gilt es als wahrscheinlicher, dass der fünfte König, Lucius Tarquinius Priscus, für diese Reform verantwortlich war.
Die sechs Monate mit je 30 Tagen wurden auf 29 Tage gekürzt, und am Jahresende wurden der Ianuarius (nach dem Gott Ianus) mit 29 Tagen und der Februarius (nach dem Reinigungsfest Februa am Jahresende) mit 28 Tagen angehängt. Damit ergab sich ein Jahr von 355 Tagen.
Die fehlenden 10 Tage wurden durch einen Schaltmonat, Mercedinus (Intercalaris), ausgeglichen. Der Mercedinus, mit einer Dauer von 27 oder 28 Tagen, wurde jedes zweite Jahr eingefügt. In diesen Jahren wurde der Februar auf 23 Tage verkürzt, worauf dann der Mercedinus folgte.
Mit einer abwechselnden Dauer von 28 bzw. 27 Tagen war die Länge von vier aufeinanderfolgenden Jahren damit durch 355, 378, 355 und 377 Tage gegeben.
Insgesamt sind dies 1465 Tage, vier mehr als vier Tropische Jahre enthalten.
Diese sehr unhandlich anmutende Konstruktion sollte die Beachtung religiöser Festtage sicherstellen.
Bedingt durch die überzähligen vier Tage verschoben sich im Laufe der Zeit die Jahreszeiten. Anfang des 6. Jh. v. Chr. wurden erste Korrekturen durchgeführt. Die sich weiterhin anhäufenden Verschiebungen wurden "nach Bedarf" in unregelmäßigen Abständen durch weitere Korrekturen mehr oder weniger gut angepasst.
Auch der Jahresbeginn, ursprünglich am 1. März, wurde seit dem Jahre 153 v. Chr. auf den 1. Januar, den Amtsbeginn der Konsuln, verschoben.
Damit verloren auch die Zählmonate (September, soviel wie siebter, Oktober, der achte, November, der neunte, Dezember, der zehnte) ihre entsprechenden Positionen.
Der Julianische Kalender
Das Durcheinander des Kalenders veranlasste schließlich Julius Cäsar, eine grundlegende Reform durchzuführen und so den später nach ihm benannten Julianischen Kalender einzuführen. Der Kalender wurde von dem hellenistischen Astronomen Sosigenes in Alexandria entworfen. Die 12 Monate haben fast alle die heute noch gebräuchliche Anzahl an Tagen, nur der Sextilis wurde bei seiner Umbenennung in August um einen Tag verlängert, der dem Februar genommen wurde. Das Standardjahr hatte damit 365 Tage. Jedes vierte Jahr wurde ein zusätzlicher Tag nach dem 24. Februar eingefügt (in den ersten Jahren versehentlich etwas häufiger).
Dieser Kalender wurde am 1. Januar 45 v. Chr. eingeführt. Da der römische Kalender zu diesem Zeitpunkt um 67 Tage vom vorgesehenen Frühlingsbeginn abwich und das Jahr 46 v. Chr. ein Schaltjahr war, hatte dieses letzte Jahr des römischen Kalenders 445 Tage ('annus confusionis').
Der Monat Quintilis wurde im folgenden Jahr nach Julius Cäsar in Julius umbenannt (Lex Antonia de mense Quintili („über den Monat Quintilis“) des Konsuls Marcus Antonius). Der Sextilis wurde später Kaiser Augustus zu Ehren zum Augustus. Als der Senat vorschlug, den September zu seinen Ehren ebenfalls umzubenennen, lehnte Tiberius mit der Frage ab, was denn dann mit dem dreizehnten Caesar sei.
Die Tage im Monat
Der römische Kalender kannte keine 'durchlaufende' Woche, wie sie heute üblich ist. Ebenso wurden die Tage im Monat nicht fortlaufend gezählt.
Drei Tage innerhalb jedes Monats waren speziell ausgezeichnet:
Der erste Tag, Kalendae genannt, der fünfte bzw. siebte, Nonae genannt, und der 13. bzw. 15. Tag, Idus genannt.
In den Monaten März, Mai, Juli und Oktober waren die Nonae am siebten Monatstag und die Iden am 15. Tag. Alle anderen Monate hatten die Nonae am fünften und die Iden am 13. Tag.
Die ursprüngliche Entsprechung dieser Tage mit speziellen Mondphasen (Kalendae am Neumond, Nonae am zunehmenden Halbmond, Iden am Vollmond) ging schnell verloren.
(Die Iden sind von den "Iden des März", an denen Brutus Julius Cäsar ermordet haben soll, bekannt).
Alle anderen Tage wurden mit Bezug auf diese festen Daten dargestellt, und zwar immer rückwärts vom nächsten Festdatum gezählt, wobei der Ausgangstag mitzählte. Es war also zum Beispiel der 15. Mai die "Idus des Mai", der 7. Mai war die "Nonae des Mai". Der 5. Mai war also (inklusive Tageszählung) "drei Tage vor den Nonae des Mai", der 10. Mai war "sechs Tage vor den Mai-Idus", der 20. Mai war "12 Tage vor den Kalendae des Juni".
Der Tag direkt vor dem Festdatum wurde als "Pridie" bezeichnet.
Zur Umrechnung des römischen Kalender in unseren modernen gibt es einige einfache Faustregeln:
Daten die vor den Nonen liegen werden in normalen Monaten von 5 + 1 abgezogen, in den Monaten März, Mai, Juli und Oktober (MOMJUL) von 7 + 1 abgezogen, da ja die Nonen auf den 5. oder 7. eines Monats fallen können.
Daten die vor den Iden liegen werden von 13 + 1 abgezogen, in den Monaten März, Mai, Juli und Oktober (MOMJUL) von 15 + 1, da eben die Iden auf den 13. oder 15. fallen können.
Daten vor den Kalenden (1. jeden Monats) werden von der um 2 vermehrten Tageszahl unseres Monats abgezogen.
Bsp.: Unser 21. April ist nach römischer Rechnung: 30 Tage des April + 2= 32 Tage - 21 = 11 Tage vor den Kalenden des Mai
Siehe auch
- Portal:Rom
- Themenliste Rom
- Römische Zahlen
- Zeitrechnung
Weblinks
- [http://www.die-roemer-online.de/verschiedenes/kalender.html die-roemer-online Der römische Kalender]
Kategorie:Kalender Kategorie:Römisches Reich
ja:ローマ暦
153 v. Chr.
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Ereignisse
- 1. Januar - römische Konsuln beginnen ihre Amtsgeschäfte bereits am 1. Januar (vorher immer am 1. März). Dadurch gilt heute der 1. Januar als Jahresanfang.
Geboren
- Gaius Sempronius Gracchus, römischer Volkstribun und Agrareformer (erm. 121 v. Chr.)
Gestorben
-
5-0153
KirchenjahrDas Kirchenjahr (auch Festjahr, liturgisches Jahr oder Herrenjahr genannt) prägt und gestaltet die Zeitstruktur des vom Christentum beeinflussten Kulturkreises. Der Begriff entstand im 16. Jahrhundert, als kirchliche und bürgerliche Kalenderordnung auseinanderzufallen begannen.
Das liturgische Gedächtnis der einzelnen Stationen des Lebens Jesu ist wesentlich deren Vergegenwärtigung für die Feiernden. Das Urwort des liturgischen Jahres heißt "heute": "Heute ist Christus geboren" - "Dies ist die Nacht der Erlösung". Aus der Erinnerung wird wirksames Geschehen. Spätere Jahrhunderte pädagogisierten und moralisierten das Kirchenjahr. Aus den nach-erfahrenen Ereignissen wurde Lehre.
Die Woche, die sich vom jüdischen Siebentageschema herleitet, beginnt mit dem Sonntag als dem ursprünglichen Auferstehungsgedenken.
Gliederung des Kirchenjahres
Das Kirchenjahr enthält zwei große Festkreise, die in der katholischen und evangelischen Kirche weitgehend übereinstimmen. Es beginnt am 1. Advent. Das orthodoxe Kirchenjahr ist ähnlich aufgebaut, beginnt jedoch am 1. September.
- Weihnachtsfestkreis Das solare Schema prägt den an feste Kalenderdaten (Weihnachten 25. Dezember, Epiphanie 6. Januar) gebundenen Weihnachtsfestkreis, der ebenfalls mit einer vorlaufenden Adventszeit und einer folgenden Freudenzeit verläuft, die in der evangelischen Kirche jedoch länger ausfällt als in der katholischen.
- Osterfestkreis Das älteste und wichtigste kirchliche Jahresfest ist Ostern, das Fest der Auferstehung Christi. Das Osterdatum orientiert sich an der jüdischen Berechnung des Pessachfestes, das nach dem Eintritt des Vollmondes am 15. Nissan stattfindet. Ostern wird dementsprechend am ersten Sonntag nach Frühlingsvollmond gefeiert. Dem Osterfest geht die Passionszeit als Fastenzeit voran; ihm folgt die mit der Feier des Lebens über den Tod verbundene österliche Freudenzeit. Diese endet mit dem ebenfalls am jüdischen Kalender orientierten Pfingstfest.
Vor dem Ende des Kirchenjahres wird gemäß der Jahreszeit Erntedank gefeiert und der Toten des letzten Jahres gedacht. Während in der katholischen Kirche das Totengedenken an Allerseelen (2. November) stattfindet, findet dieser Gedenktag in der evangelischen Kirche am Ewigkeitssonntag statt, der gleichzeitig der letzte Sonntag im Jahreskreis ist. In der katholischen Kirche wird dieser letzte Sonntag nicht als Totengedenktag, sondern als Fest der Königsherrschaft Jesu Christi (Christkönig) begangen.
Darüber hinaus sind die einzelnen Kalendertage historischen Persönlichkeiten, Heiligen oder bestimmten Ereignissen gewidmet (Reformation, Kirchweihfeste), die sich zwischen den Konfessionen jedoch stark unterscheiden.
Den einzelnen Festen und Festzeiten sind spezifische liturgische Farben zugeordnet.
Das liturgische Jahr (katholisch)
Der liturgische Kalender der katholischen Kirche setzt sich aus den geprägten Zeiten (Weihnachts- und Osterfestkreis) und der Zeit im Jahreskreis zusammen, deren Sonntage als Tage des Herrn begangen werden. In dieses Schema eingeordnet werden zahlreiche Feste des Herrn, der Mutter Gottes und der Heiligen.
Die liturgischen Texte für alle Tage des Kirchenjahres sind in einer Leseordnung festgelegt, so dass die wichtigsten Schrifttexte in einem dreijährigen Rhythmus gelesen werden.
Weihnachtsfestkreis
Der Weihnachtsfestkreis beginnt am 1. Advent und endet mit dem Fest der Taufe des Herrn.
- Adventszeit
- 1. - 4. Adventssonntag
- Weihnachtszeit
- 25. Dezember: Hochfest der Geburt des Herrn (Weihnachten). Der Heilige Abend ist kein eigenes Fest, sondern lediglich die Vigil (Nachtwache) des Weihnachtsfestes.
- Wochentage der Weihnachtsoktav
- Fest der Heiligen Familie (am Sonntag in der Weihnachtsoktav oder am 30. Dezember, wenn Weihnachten und Oktavtag selbst auf einen Sonntag fallen)
- 1. Januar: Neujahr, Oktavtag von Weihnachten, Namensgebung Jesu, Hochfest der Gottesmutter Maria
- 6. Januar: Hochfest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie)
- Fest der Taufe des Herrn (Sonntag nach dem 6. Januar)
Mit der weihnachtlichen Zeit wird auch das Fest der Darstellung des Herrn im Tempel, volkstümlich „Mariä (oder sprachfauler: Maria) Lichtmeß“ genannt (früher die offizielle Bezeichnung), das am 2. Februar gefeiert wird, verbunden.
Osterfestkreis
Der Osterfestkreis beginnt am Aschermittwoch und endet Pfingsten.
- Fastenzeit (Österliche Bußzeit)
- Aschermittwoch (7. Mittwoch vor Ostern)
- 1. - 5. Fastensonntag
- Palmsonntag: Feier des Einzugs Jesu in Jerusalem; Passionslesung
- Wochentage der Karwoche
- Gründonnerstag: Am Abend Feier des Letzten Abendmahls Jesu
- Karfreitag: Am Nachmittag Liturgie vom Leiden und Sterben des Herrn, keine Messe
- Karsamstag: Tag der Grabesruhe Jesu, keine Messe
- Osterzeit
- Hochfest der Auferstehung des Herrn (Ostern). Die Osternacht wird meist schon am Samstagabend gefeiert, ist aber wie der Heilige Abend kein eigenes Fest, sondern die Vigil (Nachtwache) zum Ostersonntag und gleichzeitig Abschluss und Höhepunkt des Ostertriduums, das am Gründonnerstag begonnen wurde. In einigen Pfarreien wird die Osternacht jedoch auch sehr früh am Morgen gefeiert.
- Wochentage der Osteroktav
- 2. - 6. Sonntag der Osterzeit (2. Sonntag: Weißer Sonntag und Fest der Göttlichen Barmherzigkeit)
- Christi Himmelfahrt (Donnerstag 40 Tage nach Ostern)
- 7. Sonntag der Osterzeit
- Pfingsten (50 Tage nach Ostern)
Zeit im Jahreskreis
Die Zeit im Jahreskreis umfasst die Sonn- und Werktage außerhalb der geprägten Zeiten.
Die Sonntage werden durchgezählt vom 2. (die 1. Woche im Jahreskreis beginnt erst am Montag nach dem Fest der Taufe des Herrn) bis zum 33. Sonntag im Jahreskreis (der 34. Sonntag wird regelmäßig vom Christkönigssonntag verdrängt).
Die Reihe wird (im Jahr 2004 nach dem 7. Sonntag) vom Osterfestkreis und dem Dreifaltigkeitssonntag unterbrochen, wodurch in der Zählung zwei bis drei Sonntage entfallen. Fallen Hochfeste oder Herrenfeste zufällig auf einen Sonntag im Jahreskreis, so wird hingegen die Zählung nicht unterbrochen, sondern der betreffende Sonntag entfällt.
Herrenfeste im Jahreskreis
- Dreifaltigkeitssonntag Sonntag nach Pfingsten
- Hochfest des Leibes und Blutes Christi - Fronleichnam Donnerstag der 2. Woche nach Pfingsten
- Heiligstes Herz Jesu Freitag der 3. Woche nach Pfingsten
- Christkönigssonntag 34. und letzter Sonntag im Jahreskreis
Feste und Gedenktage im Laufe des Jahres (Proprium)
In dieses Schema eingeordnet werden zahlreiche Hochfeste, Feste und Gedenktage, die teilweise weltweit, teilweise nur in einzelnen Regionen, Diözesen oder Ordensgemeinschaften oder gar nur in einzelnen Kirchen gefeiert werden.
Siehe: Allgemeiner Römischer Kalender, Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet, Nicht gebotener Feiertag
Das Kirchenjahr (evangelisch)
Der Weihnachtsfestkreis
:4 Adventssonntage, beginnend mit dem 4. Sonntag vor dem 25. Dezember (der 4. Sonntag im Advent kann auf den 24. Dezember fallen, denn Heiligabend ist nur der Vorabend des Christfestes). Der Advent ist eine Vorbereitungszeit, ähnlich wie die Fastenzeit vor Ostern.
:24. Dezember Heiliger Abend
:25. Dezember 1. Weihnachtsfeiertag
:26. Dezember 2. Weihnachtsfeiertag
:6. Januar Epiphanias
:bis zu 6 Sonntage nach Epiphanias (in Abhängigkeit von Ostern; bei einem frühen Ostertermin entfallen ein oder mehrere Sonntage nach Epiphanias, jedoch nicht der erste und der letzte.)
Der Osterfestkreis
- Sonntage vor der Passionszeit
:Septuagesimae
:Sexagesimae
:Estomihi oder Quinquagesimae
- Passionszeit
:Aschermittwoch
:Invocavit
:Reminiscere
:Oculi
:Laetare
:Judica
:Palmarum (Palmsonntag): Einzug Jesu in Jerusalem
:Gründonnerstag : Gedenktag der Einsetzung des Abendmahls
:Karfreitag: Leiden und Sterben Jesu
- Osterfest
:Ostersonntag (Sonntag der dem Frühlingsvollmond folgt, d.h. 14 Tage nach Neumond)
:Ostermontag
- Sonn-/Feiertage nach Ostern
:Quasimodogeniti
:Misericordias Domini
:Jubilate
:Kantate
:Rogate
:Christi Himmelfahrt (Donnerstag)
:Exaudi
- Pfingsten (Aussendung des heiligen Geistes)
:Pfingstsonntag
:Pfingstmontag
Die Namen der Sonntage von Estomihi bis Exaudi, ausgenommen Palmarum, stammen von den (lateinischen) Anfängen des jeweiligen Sonntagspsalms.
Trinitatiszeit
:Trinitatis (Dreifaltigkeitssonntag)
:bis zu 24 Trinitatis-Sonntage (in Abhängigkeit von Ostern) vom 1. bis zum 24. Sonntag nach Trinitatis
:Eidgenössischer Dank-, Buss- und Bettag (Schweiz, dritter Sonntag im September)
:Erntedank (meist am 1. Sonntag im Oktober, es gibt aber regionale Besonderheiten)
:31. Oktober Reformationstag
Kirchenjahresende
Die drei Sonntage vor dem 1. Advent
:Drittletzter Sonntag im Kirchenjahr
:Vorletzter Sonntag im Kirchenjahr (An diesem Sonntag wird der Volkstrauertag begangen, der allerdings kein kirchlicher Feiertag ist)
:Buß- und Bettag (Deutschland, Mittwoch vor letztem Sonntag des Kirchenjahres, in Deutschland nicht überall Feiertag)
:Ewigkeitssonntag (im Volksmund auch als Totensonntag bezeichnet)
Das Kirchenjahr in der Geschichte
Ein Beispiel für die Veränderungen im Kirchenjahr im Laufe der Zeit sind Kirchliche Festtage im Leipzig Johann Sebastian Bachs (1723-1750). Dort wurden als evangelische Festtage gefeiert:
:Johannis am 24.6.
:Mariä Heimsuchung am 2.7.
:Michaelis am 29. 9.
:Mariä Reinigung am 2.2.
:Mariä Verkündigung am 25.3.
Alle diese Tage stehen auch heute noch im Liturgischen Kalender des Evangelischen Gesangbuchs (1993), werden von den meisten evangelischen Christen aber eher als "katholisch" empfunden.
Das orthodoxe Kirchenjahr
- Geburt der Gottesmutter 8. September
- Tempelgang der Gottesmutter 21. November
- Verkündigung der Gottesmutter 25. März
- Christi Geburt 25. Dezember
- Epiphanie 6. Januar
- Darstellung Christi 2. Februar
- Verklärung Christi 6. August
- Einzug in Jerusalem – - Palmsonntag
- Ostern: 1. Sonntag nach Frühlingsbeginn
- Christi Himmelfahrt – 40. Tag nach Ostern
- Pfingsten 50. Tag = Dreifaltigkeitssonntag + Tag des Heiligen Geistes
- Entschlafung der Gottesmutter 15. August
- Kreuzerhöhung 14. September
FASTENZEITEN
- Weihnachtsfastenzeit (15. / 28. November)
- Große Fastenzeit (vor Ostern): 48 Tage
- Fastenzeit Hl. Peter und Paul: Montag nach Allerheiligen (1. Sonntag nach Pfingsten) bis 29. Juni
- Entschlafung der Gottesmutter (1. August bis 14. August)
Kirchlicher Feiertag und Staat
Unter einem Kirchlichen Feiertag versteht man in Deutschland jene Feiertage, die es nur aufgrund von Staats-Kirchlichen Verträgen gibt. Diese Verträge garantieren den beiden großen Kirchen, Katholische Kirche und Evangelische Kirche, dass ihre Angehörigen an den besagten Tagen den Gottesdienst besuchen und ihn als religiösen Feiertag auch begehen können.
In den letzten Jahren gab es vermehrt Bestrebungen, einzelne Feiertage abzuschaffen, wie es z.B. mit dem Buß- und Bettag (Stand 2005) schon geschehen ist.
Unter die kirchlichen Feiertage muss man genau genommen auch noch die Sonntage rechnen, die es in nichtchristlichen Ländern nicht gibt.
Weblinks
- [http://www.katholisch.de/2548.htm katholische Kirche in Deutschland: Kirchenjahr]
- [http://www.daskirchenjahr.de/ Umfangreiche Infos zu allen Sonn- und Festtagen; evangelisch]
- [http://www.festjahr.de/ Umfangreiche Infos zu allen Sonn- und Festtagen; (katholisch)]
- [http://www.theology.de/kirchenjahr.html Umfangreiche Infos zu allen Sonn- und Festtagen; überkonfessionell]
- [http://www.salesianer.de/util/liturkal.html Unendlicher liturgischer Kalender, katholisch]
- [http://erzabtei-beuron.de/schott/index.php Schott-Messbuch, katholisch]
- [http://www.familien-feiern-kirchenjahr.at Impulse und Anregungen für Familien]
Kategorie:Christentum
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Kirchenjahr
Allerheiligen
Das Fest Allerheiligen (lat.: Omnium Sanctorum), begangen am 1. November, ist ein Hochfest der Römisch-Katholischen Kirche.
Allerheiligen als gesetzlicher Feiertag
In Österreich, katholisch geprägten Kantonen der Schweiz, Liechtenstein sowie den deutschen Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland ist Allerheiligen ein gesetzlicher Feiertag.
Bedeutung
An Allerheiligen gedenkt die katholische Kirche aller ihrer Heiligen, also nicht nur derer, die offiziell heilig gesprochen sind, sondern auch (und insbesondere) der Heiligen, "um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott".
Geschichte
Das Fest wurde eingeführt, da es unmöglich war, jeden Heiligen an einem besonderen Tag zu feiern.
Jährliche Gedenktage für Verstorbene - ob Märtyrer, Heilige oder "Normalsterbliche" - gab es bereits im antiken Christentum.
In den östlichen Kirchen finden sich seit Anfang des 4. Jahrhundert dann ausdrücklich Allerheiligenfeste, die allerdings als "Herrentag aller Heiligen" am 1. Sonntag nach Pfingsten gefeiert wurden.
In der westlichen Kirche weihte Bonifatius IV. am 13. Mai 609 oder 610 das heidnische römische Pantheon in Rom - zuvor das Heiligtum der antiken Götterwelt - der Jungfrau Maria und allen Heiligen und ordnete eine jährliche Feier an, zunächst am Freitag nach Ostern.
Papst Gregor III. weihte schließlich eine Kapelle in der Basilika St. Peter allen Heiligen und legte daher für die Stadt Rom den Feiertag auf den 1. November.
Ende des 8. Jahrhunderts begann man an diesem Tag dieses Fest vor allem auch in Frankreich zu feiern. Allmählich verbreitete sich in der gesamten Westkirche der 1. November.
Papst Gregor IV. legt 835 (839?) Allerheiligen für die gesamte Westkirche auf den 1. November fest.
Andere Konfessionen
Die orthodoxen Kirchen feiern ihr Allerheiligenfest nach am 1. Sonntag nach Pfingsten.
Die Lutheraner feiern das Allerheiligenfest nicht, allerdings ist am Vortag der Reformationstag.
Brauchtum
Am Tag nach Allerheiligen begeht die Katholische Kirche den Allerseelentag.
Aufgrund der staatlichen Feiertagsregelung hat sich nach und nach das Brauchtum des tags darauf gefeierten Allerseelentages, seit Jahrhunderten Gedenk- und Gebetstag für die Verstorbenen, auf das Allerheiligenfest verlagert. Auf blumengeschmückten Grabhügeln sollen kleine flackernde Grablichter liebe Erinnerungen an die Verstorbenen zum Ausdruck bringen.
Zu den alten Bräuchen gehörte auch, dass in den Bauernhöfen verschiedene Brote in größerer Anzahl gebacken und mit den Worten "Gesegnet für die Armen Seelen" an die Verwandten und Bediensteten verteilt wurden. Das Brot wurde dann mit den Worten "Vergelt’s Gott für die Armen Seelen!" in Empfang genommen.
Vom oberösterreichischen Inn- und Hausruckviertel bis zum südostbayerischen Chiem- und Rupertigau waren ebenfalls aus Hefeteig geflochtene Zöpfe sehr beliebt als Allerheiligengebäck. Dieser Brauch hat sich bis heute erhalten.
Allerheiligen und Halloween
Am Vorabend, am 31. Oktober, wird Halloween gefeiert, das kein christliches Fest im eigentlichen Sinne ist, jedoch auf ältere europäische Bräuche am Vorabend von Allerheiligen zurück geht. In der heutigen aus Amerika zurückgekommenen Form ist es jedoch eine Verballhornung des christlichen Allerheiligenfestes.
Kategorie:Feiertag
ja:諸聖人の日
1. NovemberDer 1. November ist der 305. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 306. in Schaltjahren) - somit bleiben 60 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 996 - Erste urkundliche Erwähnung von "Ostarrichi" - älteste Form des Namen Österreichs - in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Otto III. an den Freisinger Bischof.
Otto III.
- 1248 - Wilhelm von Holland wird in Aachen gekrönt.
- 1368 - Elisabeth von Pommern wird zur Kaiserin gekrönt.
- 1512 - In der Sixtinischen Kapelle in Rom werden die Deckenfresken von Michelangelo enthüllt.
- 1800 - US-Präsident John Adams bezieht seinen neuen Amtssitz, das spätere Weiße Haus.
- 1809 - Andreas Hofer unterliegt mit 8.500 Tirolern am Bergisel bei Innsbruck gegen 20.000 mit den Franzosen verbündete Bayern.
- 1849 – Das Königreich Bayern gibt mit dem Schwarzen Einser die erste deutsche Briefmarke heraus.
- 1874 - Auf dem Wiener Zentralfriedhof finden erstmals Bestattungen statt.
- 1914 - Das deutsche Ostasiengeschwader siegt im Seegefecht bei Coronel über ein britisches Geschwader.
- 1945 - Australien wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 1946 - Gründung des Landes Niedersachsen durch Verordnung Nr. 55 der britischen Militärregierung.
- 1949 – Die erste Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erscheint.
- 1954 – Die algerische Befreiungsfront (FLN) beginnt den Algerienkrieg.
- 1956 - Ungarn erklärt seinen Austritt aus dem Warschauer Pakt
- 1961 - In Deutschland wird mit den vierstelligen Postleitzahlen zum ersten Mal weltweit ein vollständiges Postleitzahlensystem eingeführt.
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