Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Nullmeridian

Nullmeridian

Der Nullmeridian ist ein senkrecht zum Äquator stehender und von Nord- zu Südpol verlaufender Halbkreis, von dem aus die geographische Länge nach Osten (Zusatz E (für East) zur Gradangabe) und Westen (Zusatz W) bestimmt wird. Seit 1884 wird der durch die Sternwarte in Greenwich verlaufende Meridian Nullmeridian genannt. Seine Länge ist, wie bei jedem Meridian, die des halben Erdumfangs, also ca. 20.000 km. Mit seinem "gegenüber liegenden" Meridian (180°, ohne Zusatz E oder W, der Meridian, der grob dem Verlauf der Datumsgrenze entspricht), ergänzt sich der Nullmeridian zu einem Großkreis auf der Erde. Die Festlegung des Nullmeridians erfolgte willkürlich, prinzipiell könnte er auch durch jeden anderen Ort laufen. So waren bis ins 19. Jahrhundert auch zahlreiche nationale Systeme in Gebrauch. In Frankreich lief der Nullmeridian zum Beispiel durch Paris. Mit dem zunehmenden internationalen Reiseverkehr wurde jedoch eine Vereinheitlichung der bestehenden Systeme notwendig. Zudem wurde es immer wichtiger, eine genaue internationale Zeit (Weltzeit) zur Verfügung zu haben. Auf der Internationalen Meridian-Konferenz im Oktober 1884 in Washington, D.C. mit Vertretern aus 25 Nationen wurde deshalb der von Sir George Biddell Airy bereits 1851 festgelegte Meridian als Basis des internationalen Koordinatensystems eingeführt. Die mittlere Sonnenzeit am Nullmeridian wurde maßgeblich für die Weltzeit (GMT, "Greenwich Mean Time"), die erst 1972 durch die koordinierte Weltzeit (UTC) abgelöst wurde.

Historisches

UTC
- Erste Einteilung der Welt in Längen und Breiten durch Hipparch von Nikaia (190 - 120 v. Chr.): Rhodos (sein astronomischer Beobachtungsort)
- Claudius Ptolemaeus verlegte ihn um 150 an die westlichste Grenze der bekannten Welt: Isla del Meridiano (El Hierro oder Ferro), die westlichste Insel der Hesperiden (heute Kanarische Inseln)
- Arabische Astronomen legten den Nullmeridian zuerst durch die Westspitze von Afrika, 1075 dann 10° westlich von Bagdad.
- Es gab danach immer wieder Versuche einer Verlegung, z. B. als 1432 die Azoren und 1492 Amerika entdeckt wurden.
- Im April 1634 wurde von einem Gelehrtenkongress aller seefahrenden Nationen die Insel Ferro bestätigt.
- Ab 1738 wird in England der Meridian von Greenwich angewandt.
- In Deutschland wird er 1885 übernommen, in Frankreich um 1900. Österreich-Ungarn verwendet ihn bis 1918 parallel mit dem alten Ferro-Meridian.

Siehe auch

Zentralmeridian

Weblinks


- [http://www.rog.nmm.ac.uk/ Royal Observatory], Greenwich Kategorie:Zeitzone ja:グリニッジ子午線

Nordpol

Der Nordpol ist im allgemeinen Sprachgebrauch der nördlichste Punkt der Erde, dies wird auch als geographischer Nordpol bezeichnet. Darüber hinaus gibt es weitere Definitionen des magnetischen- und geomagnetischen Nordpols sowie des Nordpols der Unzugänglichkeit.

Geographische Lage

Derzeit liegen die vier verschiedenen Nordpole bei jeder Definition im Arktischen Ozean (auch Nordpolarmeer genannt) bzw. auf dessen Inseln. Mit Verschiebung des Erdmagnetfeldes ändert sich die Lage des magnetischen- und des geomagnetischen Nordpol, was im Lauf der Erdgeschichte bereits mehrmals vorkam.

Die 4 Nordpole

Geographischer Nordpol

Der geographische Nordpol (1) ist der nördlichste Punkt der Erde und wird als Pol durch die Planetenrotation festgelegt. Er liegt auf der Erdachse und hat eine feste Position bei der geografischen Breite von . An dieser Stelle der Erde befindet sich kein Festland, sondern nur Eis und Wasser; etwa unterhalb dieses Pols ist das Nordpolarmeer bis 4.087 m tief.

Magnetischer Nordpol

Der magnetische Nordpol (2) ist der Punkt, an dem die magnetischen Feldlinien vertikal zur Erdoberfläche stehen und zu dem der Kompass weist. Da er den Nordpol der Kompassnadel anzieht, handelt es sich aus physikalischer Sicht um einen Südpol. Er lag im Jahr 2003 bei , nahe der Insel Ellef-Ringnes-Insel, eine von den Königin-Elisabeth-Inseln in Kanada. Jährlich verlagert sich der magnetische Nordpol derzeit nordwärts um 40 Kilometer und hat Kanada 2005 verlassen.

Geomagnetischer Nordpol

Der geomagnetische Nordpol (3) auf der nördlichen Halbkugel ist ein berechneter Pol des unregelmässigen Erdmagnetfeldes unter Annahme, dass sich im Erdmittelpunkt ein Stabmagnet befindet. Er liegt zur Zeit bei , nahe Thule auf Grönland.

Nordpol der Unzugänglichkeit

Der Nordpol der Unzugänglichkeit ("Northern Pole of Inaccessibility"; 4) ist per Definition der fixe Punkt der Arktis, der am weitesten von allen Küstenlinien entfernt liegt. Er befindet sich bei und wurde das erste Mal 1927 erreicht; für den Südpol in der Antarktis ist dies entsprechend der Punkt, der auf dem antarktischen Festland am weitesten von allen Küstenlinien entfernt liegt. Unterhalb des Nordpols der Unzugänglichkeit befindet sich kein Festland, sondern nur Eis und Wasser des hier etwa 3.000 m tiefen Nordpolarmeers.

Uhrzeit am Nordpol

Bezüglich der Uhrzeit gelten in der Arktis, im Gegensatz zur Antarktis, keine speziellen Regelungen. Es ist deshalb möglich, am geographischen Nordpol bei dessen Umkreisung alle Zeitzonen in kürzester Zeit zu durchschreiten.

Nordpole auf Kompanden und im Erdmagnetfeld

Antarktis Die Nadel eines Kompanden ist ein Magnet, der in zwei Teile, die Nord- und Südhälfte, aufgeteilt ist. Die nach Norden weisende Hälfte wird immer als Nordpol bezeichnet. Sie wird vom magnetischen Pol im Norden angezogen. Physikalisch gesehen ziehen sich nur ungleichnamige Pole an, ein Nord- wird also von einem Südpol angezogen und umgekehrt. Gleichnamige Pole stoßen sich ab. Der nördliche Pol muss daher im physikalischen Sinn ein Südpol sein. Der Magnet im Erdinnern, der das Erdmagnetfeld erzeugt, weist mit seinem Südpol nach Norden, mit seinem Nordpol aber nach Süden.

Erforschung

Der geographische Nordpol wurde am 6. April 1909 vom US-amerikanischen Forscher Robert Edwin Peary erreicht. Er kam dem Nordpol näher als jeder andere Mensch zuvor.

Siehe auch


- Arktis
- Pole der südlichen Hemisphäre

Weblinks


- [http://bujack.de/berichte/historie/nordpol.htm Wer war der Erste am Nordpol?] Der Nordpol aus Sicht der Arktishistorie (deutsch/private Homepage) Kategorie:Geographischer Begriff Kategorie:Arktis ja:北極点 ko:북극점 simple:North Pole

Südpol

Der Südpol ist der südlichste Punkt der Erde und liegt je nach Definition auf oder in der Nähe der Antarktis. Er kann auf unterschiedliche Arten definiert werden.

Geographischer Südpol

Der Geographische Südpol wird durch die Planetenrotation festgelegt. Er liegt auf der Erdachse, hat eine feste Position bei einer geographischen Breite von und liegt auf dem Festland der Antarktis unter dem ewigen Eis. Er liegt auf 2800 m über dem Meeresspiegel. Die ersten Menschen, die den Geographischen Südpol im Rahmen einer wissenschaftlichen Expedition erreichten, waren Roald Amundsen und sein Team am 14. Dezember 1911. Amundsens Konkurrent Robert Falcon Scott erreichte den Pol einen Monat später. Auf dem Rückweg starben Scott und sein Team wegen Hunger und der extremen Kälte. Nach ihnen ist die Amundsen-Scott-Südpolstation benannt.

Der südliche magnetische Pol

Der südliche magnetische Pol ist der südlichste Punkt, an dem die magnetischen Feldlinien vertikal zur Erdoberfläche stehen und zu dem die Südspitze der Kompassnadel weist. Da er den Südpol der Nadel anzieht, handelt es sich im physikalischen Sinn um einen Nordpol. Er bewegt sich ständig und liegt zurzeit nicht mehr auf dem Festland, sondern im Meer bei ca. . Er wurde zum ersten Mal von einer Expedition unter der Leitung von Ernest Henry Shackleton am 16. Januar 1909 erreicht.

Der südliche geomagnetische Pol

Der geomagnetische Pol auf der südlichen Halbkugel ist ein berechneter Pol des unregelmässigen Erdmagnetfeldes unter Annahme, dass sich im Erdmittelpunkt ein Stabmagnet befindet. Er liegt zurzeit bei ca. , in der Antarktis. Auch dieser ist wie der magnetische Pol im physikalischen Sinne ein magnetischer Nordpol.

Der Südpol der Unzugänglichkeit

Der Südpol der Unzugänglichkeit (Southern Pole of Inaccessibility) ist per Definition der Punkt der Antarktis, der am weitesten von allen Küstenlinien entfernt liegt. Er befindet sich bei 83°50' Süd, 65°47' Ost (bezogen auf die Eisfläche) bzw. (Landmasse). Für den Nordpol in der Arktis ist dies entsprechend der Punkt, der im arktischen Meer am weitesten von allen Küstenlinien entfernt liegt.

Welche Uhrzeit gilt am Südpol?

Auf Grund der zahlreichen Forschungsstationen und den Problemen bei der Kommunikation bzw. Terminabstimmung untereinander, durch die zahlreichen Zeitzonen, wurde für das ganze Gebiet der Antarktis die UTC (Weltzeit) festgelegt. Man kann deshalb dort nicht, wie am Nordpol möglich, mit der Umschreitung des geographischen Südpols alle Zeitzonen durchqueren. Kategorie:Geographischer Begriff ja:南極点 ko:남극점 simple:South Pole

1884

Ereignisse


- 9. Juni: Grundsteinlegung des Reichstagsgebäudes in Berlin durch Wilhelm, den späteren Wilhelm II.
- 7. August: Die Kriegsschiffe Leipzig und Elisabeth nehmen in der Bucht von Angra Pequena die Kolonie Südwestafrika für das Deutsche Reich in Besitz
- 16. September: Eröffnung der Lößnitzgrundbahn als 3. sächsische Schmalspurbahn
- 13. Oktober: Die Internationale Meridian Konferenz in Washinghton, DC faellt einen Beschluss über die Zeitzonen. Der Meridian von Greenwich wird internationaler Nullmeridian
- 15. November: Es beginnt die Berliner Kongokonferenz, an deren Ende die Aufteilung Afrikas in Kolonialgebiete steht
- Weltausstellung in New Orleans, Louisiana
- Aufstand der Métis gegen die kanadische Regierung
- Ludwig Boltzmann begründet das von Josef Stefan gefundene Gesetz über die Gesamtstrahlungsleistung (Stefan-Boltzmann-Gesetz, siehe 1879)
- In Neumarkt in der Oberpfalz wird die erste Fahrradfabrik Europas gegründet: Die „Express-Werke“

Kultur


- 25. Januar: Uraufführung der Operette Gasparone von Karl Millöcker am Theater an der Wien in Wien
- 31. Januar: Uraufführung der Oper Pedro de Zalaméa von Benjamin Godard am Théâtre Royal in Antwerpen
- 15. Februar: Uraufführung der Oper Maseppa von Pjotr Iljitsch Tschaikowski am Bolschoi-Theater in Moskau
- 31. Mai: Uraufführung der Oper Le Villi von Giacomo Puccini am Teatro Dal Verme in Mailand
- 31. Oktober: Uraufführung der Operette Der Feldprediger von Karl Millöcker am Theater an der Wien in Wien
- Mark Twain schreibt The Adventures of Huckleberry Finn
- Edwin Abbott Abbott schreibt Flatland

Geboren


- 2. Januar: Auguste Piccard, Schweizer Wissenschaftler, Physiker und Erfinder († 1962)
- 4. Januar: Max Brose, Kaufmann und Industrieller († 1968)
- 8. Januar: Viktor Geramb, österreichischer Volkskundler († 1958)
- 15. Januar: Erwin Jacobi, deutscher Staats- und Kirchenrechtler († 1965)
- 16. Januar: Alfred Grünwald, österreichischer Operettenlibrettist († 1951)
- 16. Januar: Frederick Dewhurst Yates, englischer Schachspieler († 1932)
- 20. Januar: Jewgeni Iwanowitsch Samjatin, russischer Revolutionär und Schriftsteller († 1937)
- 26. Januar: Edward Sapir, US-amerikanischer Ethnologe und Linguist († 1939)
- 31. Januar: Theodor Heuss, 1. Bundespräsident der BRD († 1963)
- 12. Februar: Max Beckmann, deutscher Maler und Graphiker († 1950)
- 23. Februar: Casimir Funk, polnischer Biochemiker († 1967)
- 24. Februar: William Theodore Heard, Kardinal der römisch-katholischen Kirche († 1973)
- 26. Februar: Francesco Borgongini Duca, Kardinal der römisch-katholischen Kirche († 1954)
- 10. März: Franz Kuhn, deutscher Jurist, Sinologe und literarischer Übersetzer († 1961)
- 13. März: Hugh Walpole, britischer Schriftsteller († 1941)
- 15. März: Walter Thomas Layton, britischer Zeitungsverleger und Nationalökonom († 1966)
- 23. März: Else von Hollander-Lossow, deutsche Übersetzerin und Erzählerin
- 24. März: Eugène Gabriel Gervais Laurent Tisserant, Kardinaldekan der katholischen Kirche († 1972)
- 24. März: Petrus Josephus Wilhelmus Debye, niederländischer Physiker und Chemiker († 1966)
- 25. März: Georges Imbert, Chemiker und Erfinder († 1950)
- 26. März: Wilhelm Backhaus, deutscher Pianist († 1969)
- 28. März: Fritz Heckert, Abgeordneter im deutschen Reichstag (Weimarer Republik), KPD-Mitglied († 1936)
- 2. April: Dolf Kessler, niederländischer Fußballspieler
- 4. April: Isoroku Yamamoto, japanischer Großadmiral († 1943)
- 5. April: Hans Ewers, deutscher Politiker der DP († 1968)
- 6. April: Walter Huston, kanadischer Schauspieler († 1950)
- 7. April: Bronislaw Malinowski, britischer Sozialanthropologe († 1942)
- 12. April: Otto Fritz Meyerhof, Deutsch-amerikanischer Biochemiker, Nobelpreisträger († 1951)
- 18. April: Ludwig Meidner, deutscher Maler, Dichter und Grafiker († 1966)
- 21. April: Kees van Nieuwenhuizen, niederländischer Fußballspieler († 1981)
- 24. April: Otto Froitzheim, deutscher Tennisspieler († 1962)
- 27. April: Arthur Wieferich, deutscher Mathematiker († 1954)
- 1. Mai: Felipe Boero, argentinischer Komponist († 1958)
- 8. Mai: Harry S. Truman, der 33. Präsident der USA († 1972)
- 10. Mai: Roberto Firpo, Argentinischer Tango-Musiker († 1969)
- 11. Mai: Charlot Strasser, ; Schweizerischer Psychiater und Schriftsteller († 1950)
- 12. Mai: Josef Brönner, deutscher Politiker († 1958)
- 14. Mai: Claudius Dornier, deutscher Flugzeugkonstrukteur († 1969)
- 18. Mai: Martin Elsaesser, deutscher Architekturprofessor († 1957)
- 23. Mai: Josef Nadler, deutscher Germanist und Literaturhistoriker († 1963)
- 27. Mai: Max Brod, tschechischer Schriftsteller († 1968)
- 28. Mai: Edvard Beneš, tschechoslowakischer Politiker († 1948)
- 4. Juni: Fjodor Iwanowitsch Tolbuchin, Sowjetischer Feldherr und Marschall († 1949)
- 5. Juni: Ralph Benatzky, österreichischer Komponist († 1957)
- 10. Juni: Walther Schreiber, deutscher Politiker († 1958)
- 13. Juni: Anton Drexler, Mitbegründer der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) († 1942)
- 13. Juni: Burrill Crohn, Arzt und der Erstbeschreiber des Morbus Crohn († 1905)
- 15. Juni: Harry Langdon, Schauspieler († 1944)
- 17. Juni: Karl Wilhelm, Herzog von Södermanland († 1965)
- 18. Juni: Édouard Daladier, französischer Politiker (Parti Radical Socialiste) († 1970)
- 19. Juni: Agnes von Zahn-Harnack, deutsche Lehrerin, Schriftstellerin und Frauenrechtlerin († 1950)
- 20. Juni: Johannes Heinrich Schultz, deutscher Neurologe († 1970)
- 23. Juni: Werner Krauß, deutscher Schauspieler († 1959)
- 25. Juni: Wilhelm Diess, bayerischer Erzähler, Jurist und Theaterdirektor († 1957)
- 26. Juni: Peter Petersen, Reformpädagoge († 1952)
- 30. Juni: Franz Halder, General der deutschen Wehrmacht im 2. Weltkrieg († 1972)
- 2. Juli: Alfons Maria Jakob, deutscher Neurologe († 1931)
- 4. Juli: Fritz ter Meer, deutscher Chemiker († 1967)
- 6. Juli: Willem Marinus Dudok, Niederlande Architekt aus den Niederlanden († 1974)
- 7. Juli: Lion Feuchtwanger, deutscher Schriftsteller († 1958)
- 12. Juli: Amedeo Modigliani, italienischer Maler und Bildhauer († 1920)
- 15. Juli: Enrique Soro Barriga, chilenischer Komponist († 1954)
- 17. Juli: Boris Wladimirowitsch Assafjew, russischer Komponist († 1949)
- 18. Juli: Alberto di Joric, Kardinal der römisch-katholischen Kirche († 1979)
- 18. Juli: Herman Jurgens, niederländischer Fußballspieler († 1964)
- 19. Juli: Carl Eduard (Sachsen-Coburg-Gotha), Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha († 1954)
- 23. Juli: Emil Jannings, deutscher Schauspieler († 1950)
- 24. Juli: Jakob Sprenger (NS-Politiker), nationalsozialistischer Politiker († 1945)
- 28. Juli: Zenzl Mühsam, Frau des Dichters Erich Mühsam († 1962)
- 29. Juli: Fritz Neumayer, deutscher Politiker (FDP und FVP) († 1973)
- 30. Juli: Ernö Szép, ungarischer Dichter, schriftsteller und Jounalist († 1953)
- 31. Juli: Carl Friedrich Goerdeler, deutscher Politiker und Widerstandskämpfer († 1945)
- 3. August: Constant Feith, niederländischer Fußballspieler († 1958)
- 3. August: Josias Braun-Blanquet, Schweizer Botaniker († 1980)
- 4. August: Dora Herxheimer, bildende Künstlerin († 1905)
- 4. August: Henri Cornet, französischer Radrennfahrer († 1941)
- 5. August: Ludwik Hirszfeld, Mediziner und Immunologe
- 10. August: Robert Pohl, deutscher Physiker († 1976)
- 13. August: Guus Lutjens, niederländischer Fußballspieler († 1974)
- 16. August: Hugo Gernsback, Verleger und Schriftsteller († 1967)
- 20. August: Rudolf Karl Bultmann, Philosoph, Evangelischer Theologe, Neutestamentler († 1976)
- 22. August: Raymonde de Laroche, erste Frau der Welt, die einen Pilotenschein machte († 1919)
- 24. August: Earl Derr Biggers, US-amerikanischer Krimi-Schriftsteller († 1933)
- 27. August: Vincent Auriol, Politiker und Präsident der französischen Republik († 1966)
- 28. August: Christian Stock, deutscher Politiker und erster Ministerpräsident von Hessen († 1967)
- 29. August: Ehm Welk, deutscher Schriftsteller († 1966)
- 30. August: Theodor Svedberg, schwedischer Chemiker († 1971)
- 9. September: Arthur Lieutenant, deutscher Politiker. († 1968)
- 24. September: Gustave Garrigou, französischer Radrennfahrer († 1963)
- 29. September: Wilhelm Bendow, deutscher Schauspieler und Komiker († 1950)
- 7. Oktober: Fritz Noether, deutscher Mathematiker († 1941)
- 8. Oktober: Walter von Reichenau, Generalfeldmarschall im Dritten Reich († 1942)
- 11. Oktober: Friedrich Bergius, deutscher Chemiker, Nobelpreisträger († 1949)
- 11. Oktober: Sig Ruman, Schauspieler († 1967)
- 15. Oktober: Wilhelm Schapp, deutscher Philosoph und Jurist († 1965)
- 16. Oktober: Rembrandt Bugatti, italienischer Bildhauer († 1916)
- 21. Oktober: Claire Waldoff, bekannte deutsche Chanson-Sängerin. († 1957)
- 30. Oktober: Rudolf Forster, österreichischer Schauspieler († 1968)
- 8. November: Christian Mergenthaler, Ministerpräsident von Württemberg († 1980)
- 8. November: Hermann Rorschach, Schweizer Psychiater († 1922)
- 24. November: Michel de Klerk, Niederlande Architekt aus den Niederlanden († 1923)
- 27. November: Paul Alexandre Arnoux, französischer Schriftsteller († 1973)
- 28. November: Anton Lens, niederländischer Fußballspieler († 1955)
- 30. November: John Maurice Clark, US-amerikanischer Ökonom († 1963)
- 1. Dezember: Karl Schmidt-Rottluff, deutscher Maler des Expressionismus († 1976)
- 2. Dezember: Johannes Popitz, Preußischer Finanzminister und Widerstandskämpfer († 1945)
- 3. Dezember: Rajendra Prasad, indischer Politiker und 1. Staatspräsident († 1963)
- 3. Dezember: Walter Stampfli, Schweizer Politiker († 1965)
- 6. Dezember: Izhak Ben Zwi, jüdischer Politiker und Staatspräsident († 1963)
- 11. Dezember: Otto Kneipp, deutscher Politiker der FDP († 1965)
- 12. Dezember: John Heijning, niederländischer Fußballspieler († 1947)
- 14. Dezember: Albert Steffen, Anthroposoph und Literat († 1963)
- 14. Dezember: Erich Ponto, deutscher Schauspieler († 1957)
- 17. Dezember: Heinrich Scholz, Evangelischer Theologe und Philosoph († 1956)
- 18. Dezember: Hans Meyer (Philosoph), deutscher Philosoph († 1966)
- 19. Dezember: Antonín Zápotocký, tschechoslowakischer Politiker († 1957)
- 30. Dezember: Hideki Tojo, 40. japanischer Premierminister und General († 1948)

Gestorben


- 2. Januar: Johann Gerhard Oncken, Begründer der deutschen Baptistengemeinden (
- 1800)
- 5. Januar: Eduard Lasker, Politiker und Jurist (
- 1829)
- 6. Januar: Gregor Mendel, Abt und Naturforscher (
- 1822)
- 6. Januar: Johann Gregor Mendel, Mönch, Genetiker (
- 1822)
- 9. Januar: Daniel Harrwitz, deutscher Schachmeister (
- 1823)
- 10. Januar: Graf Alexei Sergejewitsch Uwarow, russischer Archäologe (
- 1825)
- 22. Januar: Karl Georg Ludwig Guido, Graf von Usedom, war ein preußischer Diplomat (
- 1805)
- 25. Januar: Johann Gottfried Piefke, Militärmusiker und Komponist (
- 1817)
- 2. Februar: Julius Köbner, Mitbegründer der deutschen Baptistengemeinden (
- 1806)
- 3. Februar: Josefine Gallmeyer, österreichische Schauspielerin (
- 1838)
- 12. Februar: Aaron Bernstein, deutscher Schriftsteller (
- 1812)
- 24. Februar: Georg Büchmann, deutscher Philologe (
- 1822)
- 26. Februar: Johann Daniel Eschenburg, Senator der Freien und Hansestadt Lübeck (
- 1809)
- 10. März: Wladimir Fjodorowitsch Adlerberg, russischer General und Minister (
- 1791)
- 14. März: Robert Oettel, Kaufmann, Stadtverordneter, Begründer der dt. Rassegeflügelzucht (
- 1798)
- 16. März: Paul Pogge, Afrikareisender (
- 1838)
- 19. März: Elias Lönnrot, finnischer Mediziner (
- 1802)
- 31. März: Konrad Deubler, österreichischer Landwirt, Bauernphilosoph (
- 1814)
- 6. April: Emanuel Geibel, deutscher Lyriker (
- 1815)
- 22. April: Marie Taglioni, italienische Tänzerin (
- 1804)
- 12. Mai: Bedrich Smetana, Musiker (
- 1824)
- 12. Mai: Friedrich Smetana, böhmischer Komponist (
- 1824)
- 15. Mai: Georg Friedrich Kolb, deutscher Politiker (
- 1808)
- 18. Mai: Heinrich Göppert, deutscher Botaniker, Paläontologe und Professor (
- 1800)
- 26. Mai: Joaquim António de Aguiar, portugiesischer Politiker (
- 1792)
- 26. Mai: Wilhelm Achtermann, deutscher Bildhauer (
- 1799)
- 31. Mai: Bethel Henry Strousberg, deutscher Unternehmer der Gründerzeit (
- 1823)
- 13. Juni: Anton Zwengauer, deutscher Maler (
- 1810)
- 19. Juni: Johann Gustav Droysen, deutscher Historiker (
- 1808)
- 25. Juni: Hans Rott, österreichischer Komponist und Organist (
- 1858)
- 1. Juli: Allan Pinkerton, Gründer einer Privatdetektei (
- 1819)
- 8. Juli: Prof. Georg Eberlein, deutscher Baumeister und Maler (
- 1819)
- 10. Juli: Karl Richard Lepsius, deutscher Ägyptologe und Afrikaforscher (
- 1810)
- 10. Juli: Paul Morphy, amerikanischer Schachspieler (
- 1837)
- 10. Juli: Paul Morphy, US-amerikanischer Schachspieler (
- 1837)
- 18. Juli: Ferdinand von Hochstetter, Geologe, Naturforscher und Entdecker (
- 1829)
- 30. Juli: Mark Pattison, englischer Autor (
- 1813)
- 1. August: Heinrich Laube, deutscher Schriftsteller und Dramatiker (
- 1806)
- 3. August: Paul Abadie d. J., französischer Baumeister (
- 1812)
- 13. August: Arthur Wellesley, 2. Duke of Wellington, britischer General (
- 1807)
- 14. August: Moritz Thausing, Kunstschriftsteller. (
- 1838)
- 30. September: Louis Lacombe, französischer Komponist (
- 1818)
- 3. Oktober: Hans Makart, österreichischer Maler und Dekorationskünstler (
- 1840)
- 25. Oktober: Carlo Alberto Castigliano, italienischer Baumeister, Ingenieur und Wissenschaftler (
- 1847)
- 29. Oktober: Albert Dulk, deutscher Freidenker, Dramatiker, Revolutionär (
- 1819)
- 31. Oktober: Marie Bashkirtseff, russische Malerin, Schriftstellerin und Philosophin (
- 1858)
- 11. November: Alfred Brehm, deutscher Zoologe (
- 1829)
- 25. November: Adolph Wilhelm Hermann Kolbe, deutscher Chemiker (
- 1818)
- 25. November: Mathilde F. Anneke, Herausgeberin einer deutschen Frauenzeitungen (
- 1817)
- 25. November: Mathilde Franziska Anneke, Schriftstellerin und Journalistin (
- 1817)
- 10. Dezember: Jules Bastien-Lepage, französischer Maler (
- 1848)

Staatsoberhäupter

Amerika


- Mexiko: Porfirio Diaz, Präsident (1884–1911)

Asien


- Afghanistan (Barakzai-Dynastie): Emir Abdur Rahman Khan
- Japan: Mutsuhito, Kaiser (18671912)

Europa


- Portugal: Ludwig I., König von Portugal, (18611889)
- Schweiz: Emil Welti, Bundespräsident der Schweiz, (1884) ko:1884년 simple:1884 th:พ.ศ. 2427

Datumsgrenze

Die feste Datumsgrenze ist eine gedachte Linie auf der Erdoberfläche, an deren westlicher Seite jedes Datum auf der Erdkugel zuerst in Erscheinung tritt. In Folge dessen wird nach ihrer Überquerung in östliche Richtung das Datum des vorherigen Tages vorgefunden und bei Überquerung in westlicher Richtung entsprechend der nächste Tag. Diese Grenze verläuft seit dem Jahre 1845 ungefähr entlang des 180. Längengrads. Neben dieser festen Datumsgrenze existiert auch eine bewegliche Datumsgrenze. Die bewegliche Datumsgrenze ist die 24-Uhr-Linie; sie umkreist die Erde ständig von Osten nach Westen. Wenn an einem Ort die Uhrzeit 23:59 ist, so ist an einem weiter im Osten gelegenen Ort die Uhrzeit (beispielsweise) 0:59 des folgenden Tages, und irgendwo zwischen den beiden Orten verläuft die bewegliche Datumsgrenze. Interessant wird es aber, wenn man bei einer Reise die ebenfalls den Ländergrenzen folgende Datumslinie überschreitet, also von Längen östlich der Datumsgrenze auf solche westlich davon übergeht oder umgekehrt. Dafür gilt der kleine Merkspruch: :Von Ost nach West halts Datum fest, :Von West nach Ost lass Datum los. Fährt man also von Japan nach Amerika (Wechsel von Ost- zu Westlänge), so muss man dasselbe Datum zweimal zählen, umgekehrt muss man einen Tag wegfallen lassen. Auf Schiffen führt man den Wechsel meistens um Mitternacht aus, so dass man, wenn man etwa am 1. August die Datumslinie passiert, bei Fahrtrichtung Amerika den neuen Tag wieder als 1. August bezeichnet, umgekehrt bei Fahrtrichtung Japan aber zu dem neuen Tag sogleich 3. August sagen muss, denn ein Tag, der 2. August, muss ja ausfallen.

Notwendigkeit der festen Datumsgrenze

Die Welt ist in 24 Zeitzonen unterteilt, ausgehend vom Null-Meridian von Greenwich. Da die Erde in 360 Längengrade eingeteilt ist, entspricht eine Zeitzone theoretisch einem Bereich von 15 Längengraden. Schreitet man nun vom Null-Meridian ausgehend in Richtung Osten vorwärts, wird es immer später – man verliert gewissermaßen Zeit; nach 180 Längengraden ist man so um 12 Stunden in der Zeit vorangerückt. Begeht man die gleiche Reise Richtung Westen, gewinnt man Zeit hinzu. Nach 180 Längengraden hat man so 12 Stunden Zeit gewonnen. Die Differenz zwischen diesen beiden „Zeitreisen“ beträgt nun also am 180. Längengrad genau einen Tag. Alternativ kann man sich folgendes vorstellen: Bei einer 24-stündigen Reise westwärts um die Erde müßte man nach jeder Stunde die Uhr um eine Stunde zurückstellen. Nach Ankunft am Ausgangspunkt wäre exakt wieder der Zeitpunkt der Abreise – und das ist unmöglich. Also muß man irgendwo auf der Welt einen Sprung um 24 Stunden nach vorne machen. Bei einer Reise ostwärts gilt analog das Gleiche, ohne einen Sprung um 24 Stunden zurück, wäre man nach der 24-stündigen Reise erst 48 Stunden nach Abreise angekommen. Da es nicht möglich ist, in der Zeit immer weiter voran oder zurück zu reisen, wurde entlang des 180. Längengrades die Datumsgrenze festgelegt. Beim Überschreiten dieser Grenze Richtung Westen wird der ganze Zeitgewinn, den man bis dahin erhielt, in einen Zeitverlust der gleichen Höhe umgewandelt – man verliert einen Tag. Beim Überschreiten in Richtung Osten dagegen wird der aufgelaufene Zeitverlust in einen Zeitgewinn umgewandelt, man gewinnt einen Tag hinzu.

Kuriositäten entlang der Datumsgrenze

Stunde Der 180. Längengrad verläuft zwar überwiegend durch Gewässer – deswegen wurde er auch als Datumsgrenze bestimmt. Wo er jedoch übers Land verläuft, bringt er als Datumsgrenze verwaltungstechnisch Probleme mit sich. Aus diesem Grund wurde die Datumsgrenze bereits mehrfach „ausgebeult“, um ein einheitliches Datum innerhalb eines Staates zu garantieren. So verläuft die Datumsgrenze statt über die zu Russland gehörende Tschuktschenhalbinsel weiter östlich durch die Beringstraße. Die etwas weiter südlich liegenden Alëuten-Inseln – Hoheitsgebiet der USA – werden dagegen westlich von der Datumsgrenze umlaufen. Auch einige neuseeländische Inseln sorgten dafür, dass die Datumsgrenze auf der Südhalbkugel leicht in Richtung Osten verschoben wurde. Lange Zeit war der mikronesische Inselstaat Kiribati, dessen winzige Eilande sich über mehrere Millionen Quadratkilometer Pazifik verteilen, durch die Datumsgrenze geteilt, was zunächst kein großes Problem darstellte. Im Zuge der Entwicklung des Staates aber war auch hier eine Festlegung auf ein Datum nötig. So entschied sich Kiribati, dass es komplett westlich der Datumsgrenze liegen sollte. Dies führte zur bisher stärksten Verschiebung der Datumsgrenze Richtung Osten, die am 1. Januar 1995 aktiv wurde. Allerdings sind leider auch über 10 Jahre nach dieser Änderung die meisten Grafiken zur Datumsgrenze im Web immer noch nicht aktualisiert. Die Anpassung führte dazu, dass das östlichste Eiland Kiribatis offiziell der erste Teil der Welt war, der das Jahr 2000 als erster begrüßen konnte. Werbeträchtig wurde diese Insel daher in „Millennium Island“ (deutsch etwa Jahrtausendwendeinsel) umbenannt. Quasi einen ganzen Tag in der Geschichte übersprungen haben die Philippinen. Da sie von 1898 bis 1946 eine Kolonie der USA waren, „tickten“ sie daher nach deren Datum. Mit der Unabhängigkeit aber entschloss man sich, den asiatischen Nachbarstaaten vom Datum her gleichzuziehen und übersprang somit die Datumsgrenze Richtung Westen, verlor also einen Tag. Kategorie:Kalender ja:国際日付変更線 ms:Garisan Tarikh Antarabangsa

Großkreis

Ein Großkreis ist ein größtmöglicher Kreis auf einer Kugeloberfläche. Sein Mittelpunkt fällt immer mit dem Mittelpunkt der Kugel zusammen und ein Schnitt auf dem Großkreis teilt die Kugel in jedem Fall in zwei ("gleichgroße") Hälften. Da es unendlich viele Möglichkeiten gibt, eine Kugel so zu zerschneiden, dass die Schnittebene den Kugelmittelpunkt trifft, gibt es auch unendlich viele Großkreise. Im geografischen Koordinatensystem der Erde sind der Äquator (blau) sowie jedes Paar von sich "gegenüberliegenden" Längengraden, (Längengrade = Meridiane, hier gelb), wie z. B. Nullmeridian (0°) und Datumsgrenze (180°), Großkreise. Die weiteren Breitengrade (gestrichelte Linien) sind keine Großkreise, sondern kleiner als der maximale Kugelumfang. Man nennt sie deshalb Klein- oder Nebenkreise. Auf Großkreisen der Erde entspricht eine Bogenminute einer Seemeile, abgekürzt sm (engl. [nautical mile] = nm oder NM). Sie wird (also als "Breitenminute" bzw. als "Längenminute am Äquator") mit 1852 Metern errechenbar bei einem angenommenen Erdumfang von 40.000 km. Der mittlere Erdradius beträgt 6371 km. Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten auf einer Kugeloberfläche - die sogenannte Orthodrome - ist immer Teil eines Großkreises (der sogenannte Hauptbogen). Deshalb führen Schifffahrts- und vor allem Flugrouten meist entlang von Großkreisen. Das Befahren der Erdkugel auf Orthodromen wird Großkreissegeln genannt; die "Großkreiskurse" erreichen etwas größere Breiten als der jeweilige Start- und Zielpunkt (z.B. München-Peking über Sibirien). Da viele Landkarten (z.B. bei der Mercatorkarte) so dargestellt werden, dass die Breitengrade als gerade, waagrechte Linien erscheinen, wirken die Flugrouten trotz ihrer Kürze gekrümmt und verlaufen weiter polwärts (siehe auch Loxodrome). Um das Zeichnen zu vereinfachen gibt es spezielle Großkreiskarten (siehe Gnomonische Projektion), auf denen alle Großkreise als Gerade erscheinen, die Umgebung allerdings etwas verzerrt ist. Auf dem Erdellipsoid und anderen Flächen wird die Orthodrome Geodätische Linie genannt. Sie ist eine Kurve höherer Ordnung (Abweichung vom Großkreis einer Kugel einige Promille) und entspricht dem Verlauf eines straff gespannten, reibungsfreien Fadens. Auf Seekarten ist am rechten und linken Rand die geografische Breite aufgetragen, d.h. der jeweilige Ausschnitt des betreffenden Längen-Großkreises. Hier greift der Nautiker mit dem Stechzirkel eine Distanz ab und überträgt sie in die Seekarte oder anders herum. Der Abstand zwischen den Punkten 1 und 2 mit den Breitenkoordinaten φ und den Längenkoordinaten λ auf dem Großkreis berechnet sich wie folgt (Koordinaten im Bogenmaß): \mathrm=\mathrm\cdot\arccos\left(\sin\phi_1\cdot\sin\phi_2+\cos\phi_1\cdot\cos\phi_2\cdot\cos\left(\lambda_1-\lambda_2\right)\right) Siehe auch: Kleinkreis, Orthodrome Kategorie:Kartografie Kategorie:Astronomisches Koordinatensystem Kategorie:Geometrie zh-min-nan:Tōa-îⁿ

Frankreich

Frankreich (franz.: La France) ist ein demokratischer, noch immer stark zentralistischer Einheitsstaat im Westen Europas. Es grenzt an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Spanien, Andorra, an den Atlantik mit dem Ärmelkanal und an das Mittelmeer. Neben dem Territorium in Europa gehören zu Frankreich Überseegebiete in der Karibik (u. a. Saint-Martin, das eine Landgrenze mit dem niederländischen Sint Marteen aufweist), Südamerika (Französisch-Guayana, das Landgrenzen zu Brasilien und Surinam hat), vor der Küste Nordamerikas, im Indischen Ozean und in Ozeanien.

Geographie

Hauptartikel: Geographie Frankreichs Insgesamt hat das „französische Mutterland” in Europa eine Fläche von 543.965 km². Frankreichs Landschaftsbild prägen überwiegend Ebenen oder sanfte Hügel im Norden und Westen. Der Rest ist gebirgig, Hauptgebirge sind die Pyrenäen im Südwesten, das Zentralmassiv und die Alpen im Südosten. Der höchste Berg Frankreichs und höchster Berg Europas ist der Mont Blanc (4.808 Meter). Aufgrund seiner Form wird Frankreich auch als l'Hexagone (Sechseck) bezeichnet. Mit Abstand wichtigste und größte Stadt in Frankreich ist die Hauptstadt Paris mit rund 12 Millionen Einwohnern im Großraum Paris (Region Île-de-France). Die Großräume um Marseille, Lille und Lyon haben ebenfalls mehr als eine Million Einwohner. Siehe auch: Städte in Frankreich, Nationalparks in Frankreich

Geschichte

Nationalparks in Frankreich Hauptartikel: Geschichte Frankreichs Durch die Französische Revolution 1789 wurde die mehr als 1.200 Jahre währende Monarchie gestürzt. So begann eine Periode des Umbruchs, in der wechselnd republikanische, napoleonisch-imperiale und monarchistische Staatsformen herrschten. Seit der Niederlage Napoleons III. 1870 ist Frankreich endgültig Republik. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war Frankreich einer der Hauptgegner Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Frankreich seine größten Kolonien, Vietnam und Algerien, nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit 1958 (Fünfte Republik) hat der Präsident umfassende Exekutivgewalt. Beim europäischen Einigungsprozess spielt Frankreich heute gemeinsam mit Deutschland eine tragende Rolle.

Politik

Politisches System

Frankreich ist eine zentralistisch organisierte Demokratie mit einem semi-präsidentiellen Regierungssystem. In der Verfassung der V. Republik nimmt der direkt durchs Volk gewählte Staatspräsident eine starke Stellung ein. Er ernennt den Premierminister und das Kabinett, hat gegenüber Gesetzbeschlüssen des Parlaments ein Veto-Recht und kann die Nationalversammlung auflösen. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, der Nationalversammlung (Assemblée Nationale) mit 577 vom Volk gewählten Abgeordneten und dem indirekt gewählten Senat mit 331 Mitgliedern. Siehe auch: Politisches System Frankreichs, französische Regierung, Francophonie, französische Präsidenten, französische Premierminister, Cohabitation, Finanzministerium

Aktuelle politische Lage

Finanzministerium Momentan stellt die Partei UMP unter Führung des früheren Wirtschaftsministers und aktuellen Innenministers Nicolas Sarkozy mit 363 Sitzen die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung. Am 29. Mai 2005 wurde die neue EU-Verfassung mit 54,87% Gegenstimmen von der Bevölkerung abgelehnt. Darauf trat die Regierung des seit 2002 amtierenden Premierministers Jean-Pierre Raffarin zurück. Als neuer Premierminister wurde Dominique de Villepin eingesetzt. Seit dem 27. Oktober 2005 wird Frankreich von einer Welle gewalttätiger Ausschreitungen heimgesucht. Angefangen in der Pariser Banlieue, griffen die Unruhen inzwischen auf viele, über das gesamte Land verteilte, Großstädte wie Lille, Rouen, Nizza oder Marseille über. Auslöser war der Tod zweier Jugendlicher im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois, welche sich vor der Polizei in einem Starkstromhaus verstecken wollten. Die Regierung hat zwischenzeitlich den Notstand ausgerufen und es somit den Präfekten der Départements ermöglicht, in besonders stark betroffenen Gebieten Ausgangssperren zu verhängen. Bisher haben die Ausschreitungen einem Menschen das Leben gekostet und viele Schwerverletzte hervorgebracht.

Außen- und Sicherheitspolitik

Frankreich war 1949 Gründungsmitglied des Nordatlantikvertrages (NATO) und erhielt militärischen Schutz durch die USA. Mit der Machtübernahme von de Gaulle 1958 änderten sich die Beziehungen zu den USA und zu der von den USA dominierten NATO. Unter de Gaulles Führung entwickelte sich Frankreich 1960 zu einer Atommacht und verfügte ab 1965 mit der Force de Frappe über Atomstreitkräfte, die zunächst 50 mit Atombomben (Kernwaffen) ausgestattete Flugzeuge in Dienst stellte. 1968 hatte Frankreich bereits 18 Abschussrampen für Mittelstreckenraketen aufgestellt, die 1970 und 1971 mit Atomsprengköpfen ausgestattet wurden. 1968 verlässt Frankreich den militärischen Teil der NATO, bleibt aber im politischen Teil des Bündnisses integriert. In den 1970er Jahren erweiterte Frankreich ihre Atommacht auch auf See. Vier Atom-U-Boote verfügten über jeweils 16 atomar bestückten Mittelstreckenraketen. In der aktuellen Außenpolitik bemüht sich Frankreich um ein gutes Verhältnis zu seinem Nachbarn Deutschland (siehe auch „Kerneuropa“) und steht mit diesem gemeinsam der Vormachtstellung der USA mit einer gewissen Skepsis gegenüber. Dies führte zu einem Austritt Frankreichs aus der militärischen Organisation der NATO und vielen Eigeninitiativen Frankreichs in weltpolitischen Entscheidungen. Hinzu kommt ein Engagement auch nach Ende der Kolonialherrschaften in Afrika, wo Frankreich bis heute in vielen Ländern die bestimmende Ordnungsmacht geblieben ist. Frankreich ist zudem ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat mit Vetorecht. Die Todesstrafe wurde in Frankreich 1981 abgeschafft. Siehe auch: Fremdenlegion, Gendarmerie Nationale

Administrative Gliederung

Frankreich ist in 26 Regionen aufgeteilt, welche sich ihrerseits in 100 Départements untergliedern. Zweiundzwanzig dieser Regionen befinden sich im europäischen Kernland (France métropolitaine), darunter auch die Mittelmeerinsel Korsika, welche allerdings als collectivité territoriale einen Sonderstatus hat. Die übrigen vier Regionen bestehen aus jeweils nur einem Département und werden daher Départements et régions d'outre-mer (D.R.O.M.) genannt (bis zur Verfassungsänderung 2003 Départements d'outre-mer, Abk. D.O.M.). Im Deutschen spricht man von Überseedépartements. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Guadeloupe (971), Martinique (972), Französisch-Guayana (973) und La Réunion (974). Abgesehen davon gibt es
- die Départementskörperschaft (Collectivité départementale, Abk. C.D.) Mayotte (976)
- die Gebietskörperschaft (Collectivité territoriale, Abk. C.T.) Saint-Pierre und Miquelon (SPM)
- die vier Überseeterritorien (Territoires d'outre-mer, Abk. T.O.M.) Französisch Polynesien (P), Neukaledonien (NC), Wallis und Futuna (WF) und die Französischen Süd- und Antarktisgebiete (Terres australes et antarctiques françaises, T.A.A.F.)
- die Îles éparses und die Insel Clipperton Die D.R.O.M. sind wie das französische Kernland Teil der EU, für die T.O.M. gilt das nicht. Auch in Frankreich erlassene Gesetze gelten in den TOM nur, wenn dies ausdrücklich erwähnt ist. Siehe auch: Liste der französischen Regionen, Liste der französischen Départements (nach Regionen geordnet)

Demographie

Zum 1. Januar 2004 wurde die Bevölkerung, einschließlich der Menschen in den Überseegebieten, auf 61,9 Millionen geschätzt. Nach Deutschland nimmt Frankreich in der EU den zweiten Platz bei der Bevölkerungszahl ein. Innerhalb der EU hat Frankreich einen Bevölkerungsanteil von 13 %. Im Jahre 2003 kamen auf 792.600 Geburten 560.300 Sterbefälle, das entspricht einem Überschuss von 232.300 Personen. 2004 betrug die Geburtenrate 1,9. Am Stichtag 1. Januar 2004 waren 16,2 % der Bevölkerung älter als 65 Jahre, gegenüber 14,6 % im Jahre 1994. Im selben Zeitraum ist der Anteil der unter 20-Jährigen von 26,7 % auf 25,3 % gesunken. 2003 wurden 280.300 Ehen geschlossen, das sind 6.000 (-2,1 %) weniger als 2002, wobei das Durchschnittsalter bei den Männern 30,4 Jahre und bei den Frauen 28,3 Jahre betrug. Die Kindersterblichkeit beträgt zur Zeit 4,28 ‰. Der durchschnittliche männliche französische Staatsbürger hat eine Lebenserwartung von 76,7 Jahren, während die Frauen auf 83,8 Jahre kommen.

Ethnische Gruppen


- Franzosen
- Bretonen
- Basken
- Italiener (einschließlich Korsen)
- Elsässer/Alemannen, Rheinfranken/Franken
- Flamen (Niederfranken)
- 4,5 Millionen Araber
- Katalanen
- Flamen
- Polen
- andere Ausländer

Sprachen

Neben der (einzigen) Amtssprache Französisch gibt es zahlreiche Minderheitssprachen, über deren Sprecherzahlen aber keine auch nur halbwegs gesicherten Daten vorliegen:
- Bretonisch,
- Deutsch in den Dialekten
  - Elsässisch (Elsass)
  - Rheinfränkisch bzw. Lothringisch (nördliches und östliches Lothringen),
- Niederfränkisch bzw. Flämisch (Flandern, an der Grenze zu Belgien),
- Baskisch (in den zentralen und östlichen Pyrenäen),
- Katalanisch (im Roussillon),
- Korsisch,
- Italienisch (an der französischen Riviera),
- Okzitanisch (in Südfrankreich) mit dem Dialekt
  - Provenzalisch (nur noch wenige Sprecher)
- Polnisch Daneben existieren in Nordfrankreich mehrere enger mit dem Französischen verwandte romanische Oïl-Sprachen, die teilweise als französische Dialekte angesehen werden: Picard, Normannisch, Gallo, Poitevin-Saintongeais, Champanois und Morvandiau.

Religionen

Frankreich ist offiziell ein laizistischer Staat, das heißt, Staat und Religionsgemeinschaften sind vollkommen voneinander getrennt. Da von staatlicher Seite keine Daten über die Religionszugehörigkeit der Einwohner erhoben werden, beruhen alle Angaben über die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung auf Schätzungen oder den Angaben der Religionsgemeinschaften selbst und weichen deshalb oft erheblich voneinander ab, weshalb auch die folgenden Zahlen mit Vorsicht zu behandeln sind. 85 % der Franzosen sind katholisch (also etwa 51 Mio.) und etwa 8 % Muslime (etwa 4,8 Mio.). Daneben gibt es protestantische und jüdische Minderheiten, die zusammen etwa 3 % ausmachen. 4 % gehören keiner Religion an, Tendenz davon steigend. Das sind jedoch Schätzungen.

Bildungswesen

Wie in fast allen europäischen Staaten (Ausnahme: z. B. Deutschland) herrscht eine Bildungspflicht, die im Ggs. zur Schulpflicht auch durch Hausunterricht (Homeschooling) oder durch selbstständiges Lernen abgegolten werden kann. Die Zahl der unbeschulten Kinder und Jugendlichen wird gegenwärtig auf etwa 10.000 geschätzt. Der Staat bietet folgende Schulformen an: Lernen
- Vorschule: Maternelle
- Grundschule: école élémentaire
- weiterführende Schulen: collège (das mit dem brevet abgeschlossen wird), gefolgt von
  - lycée
  - lycée professionnel
  - oder CFA für Auszubildende in Betrieben
- Hochschulreife:
  - baccalauréat nach insgesamt 12 Schuljahren; nach elf Schuljahren wird je nach Schulzweig (naturwissenschaftlich, wirtschaftlich oder literarisch) schon ein Teil der Prüfungen bewältigt
  - baccalauréat professionnel nach 13 Schuljahren für Abgänger des lycée professionnel oder des CFA
- Studium (1. und 2. Jahr):
  - Normalweg: DEUG
  - Eliteweg: classe préparatoire (zur Vorbereitung auf Grande école)
- Studium (3. und 4. Jahr):
  - Normalweg: licence und maîtrise oder école d'ingenieur oder école de commerce
  - Eliteweg: Grande école (ENS, ENA etc.)
- Studium (5. Jahr):
  - DESS oder DEA. Letzteres dient auch zur Auswahl für eine eventuell sich anschließende Doktorarbeit (thèse) Im Zuge der europaweiten Harmonisierung der Studienabschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozess wird auch an französischen Hochschulen das System LMD eingeführt. LMD bedeutet, dass nacheinander die Licence bzw. Bachelor (nach 3 Jahren), der Master (nach 5 Jahren) und das Doktorat (nach 8 Jahren) erworben werden können. Die bisherigen nationalen Diplome (DEUG, Maîtrise, DEA/DESS) werden an manchen Universitäten übergangsweise noch bescheinigt, fallen ab Ende 2006 aber weg. Siehe auch: Schulsystem in Frankreich, Liste der Bildungsminister von Frankreich, Liste der Universitäten in Frankreich, École Polytechnique (Paris), Kindergeld

Wirtschaft

Traditionell ist in Frankreich die Wirtschaftspolitik von vergleichsweise starken staatlichen Eingriffen gelenkt. Hier spielt die historische Rolle des Merkantilismus – im Speziellen des Colbertismus – im Land eine Rolle. Frankreich ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Die Schlüsselindustrien, besonders Energiewirtschaft, sind bislang unter staatlicher Kontrolle; Frankreich ist ein bedeutender Produzent von Atomstrom, und Deutschland sein wichtigster Kunde. In Frankreich wird ca. 80 Prozent der Elektrizität mit Atomkraftwerken produziert. Damit hat Frankreich neben Litauen momentan (Anfang 2005) den höchsten Prozentsatz an Atomstromproduktion der Welt. (Siehe auch: Liste der Kernkraftanlagen) Wein steht in der französischen Ausfuhrliste an fünfter Stelle: nach Autos, Flugzeugen, pharmazeutischen Produkten und Elektronik. (Siehe auch: Weinbaugebiete in Frankreich)
- Tourismus (z. B. Logis de France) Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im 1. Quartal 2004 um 0,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im 4. Quartal 2003 waren es 0,6 Prozentpunkte. Die Erwerbstätigenstruktur hat sich gegenüber früher grundlegend gewandelt, so arbeiteten 2003 nur mehr 4 % der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei, in der Industrie waren es 24 %, wohingegen 72 % im Dienstleistungsbereich tätig waren. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Frankreichs (2003): Es exportiert 14,9 % seines Exportvolumens nach Deutschland, das seinerseits am Import mit 19,1 % beteiligt ist. Die Inflationsrate betrug 2,1 % (2004). Die Arbeitslosenzahl belief sich im Januar 2005 auf 10 %, das sind 2.716.000 Erwerbslose.

Die größten französischen Unternehmen 2003 (ohne Banken und Versicherungen)

# Total – Umsatz 104,7 Mrd. € – 11.000 Beschäftigte # Carrefour – Umsatz 70,5 Mrd. € – 419.000 Beschäftigte # PSA Peugeot Citroën – Umsatz 54,2 Mrd. € – 200.000 Beschäftigte # France Télécom – Umsatz 46,1 Mrd. € – 222.000 Beschäftigte # EDF – Umsatz 44,9 Mrd. € – 167.000 Beschäftigte # Suez – Umsatz 39,6 Mrd. € – 171.000 Beschäftigte # Les Mousquetaires – Umsatz 38,4 Mrd. € – 112.000 Beschäftigte # Renault – Umsatz 37,5 Mrd. € – 140.000 Beschäftigte # Publicis Groupe – Umsatz 32,2 Mrd. € – 35.000 Beschäftigte # Saint-Gobain – Umsatz 29,6 Mrd. € – 172.000 Beschäftigte # Groupe Auchan – Umsatz 28,7 Mrd. € – 156.000 Beschäftigte # Veolia Environnement – Umsatz 28,6 Mrd. € – 257.000 Beschäftigte # Centres Leclerc – Umsatz 27,2 Mrd. € – 84.000 Beschäftigte

Kultur

Frankreich leitet seinen Rang in Europa und der Welt auch aus den Eigenheiten seiner Kultur ab, die sich insbesondere über die Sprache definiert (Sprachschutz- und -pflegegesetzgebung). In der Medienpolitik wird die eigene Kultur und Sprache durch Quoten für Filme und Musik gefördert. Frankreich verfolgt in der Europäischen Union, der UNESCO und der WTO mit Nachdruck seine Konzeption der Verteidigung der kulturellen Vielfalt („diversité culturelle“): Kultur ist keine Ware, die schrankenlos frei gehandelt werden kann. Landesweite Pflege und Erhalt des reichen materiellen kulturellen Erbes wird als Aufgabe von nationalem Rang angesehen. Dieses Verständnis wird durch staatlich organisierte oder geförderte Maßnahmen, die zur Bildung eines nationalen kulturellen Bewusstseins beitragen, wirksam in die Öffentlichkeit transportiert. Im jährlichen Kulturkalender fest verankerte Tage des nationalen Erbes, der Musik oder des Kinos beispielsweise finden lebhaften Zuspruch in der Bevölkerung. Großzügig zugeschnittene kulturelle Veranstaltungen entsprechen dem Selbstverständnis Frankreichs als Kulturnation und von Paris als Kulturmetropole. Die Förderung eines kulturellen Profils der regionalen Zentren in der Provinz wird verstetigt. Siehe auch: Liste französischer Schriftsteller, Liste französischer Komponisten, Burgen und Schlösser in Frankreich

Nationalparks

Die heutigen Nationalparks haben eine Gesamtfläche von 992.000 ha. Die Kernbereiche, die rund 371.000 ha ausmachen, stehen unter strengem Schutz. Es gibt 30 regionale Naturparks, die eine Fläche von 5.020.000 ha haben.
- Naturreservat Cap Sizun
- Regionalpark Armorique
- Naturreservat Les Sept lles
- Naturreservat Cap Frehel
- Naturreservat Pointe d' Arcay
- Naturreservat Golfe du Morbihan
- Regionalpark Briere
- Naturreservat Baie de Bourgneuf
- Naturreservat St. Denis-du-Payre
- Naturreservat Baie de l' Aiguillon
- Naturreservat Banc d' Arguin
- Vogel-Naturreservat Marquenterre
- Naturreservat Vallee de La Grande Pierre et de Vitain
- Naturreservat Le Lac de La Foret d'Orient
- Pyrenäen -Nationalpark
- Regionalpark Vosges du Nord
- Regionalpark Volcans d'Auvergne
- Nationalpark Cevennen
- Naturreservat und Vogelschutzpark Villars-les-Dombes
- Regionalpark Pilat
- Regionalpark Vercors
- Naturreservat Aiguilles Rouges
- Naturreservat Marais du Bout du Lac d' Annecy
- Nationalpark Vanoise
- Nationalpark Ecrins
- Regionalpark Luberon
- Nationalpark Mercantour
- Naturreservat und Regionalpark Camargue
- Nationalpark Port-Cros
- Korsischer Regionalpark
- Scandola Naturreservat
- Korsischer Nationalpark

Sport

Die populärste Sportart Frankreichs ist der Fußball. Als identitätsstiftendes Band gerade zwischen den verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen Frankreichs gilt die französische Fußball-Nationalmannschaft, die so genannte équipe tricolore (siehe auch: Fußball in Frankreich). Aktuell stellt Lyon den französischen Fussballmeister. Weitere populäre Sportarten sind der Radsport (insbesondere im Juli, während der dreiwöchigen Tour de France), Rugby, Leichtathletik, Formel 1 (Großer Preis von Frankreich in Magny Cours) und Tennis (French Open in Paris). In Frankreich fanden bereits mehrmals Olympische Spiele statt: Sommerspiele 1900 und 1924 in Paris, Winterspiele in Chamonix 1924, Grenoble 1968 und Albertville 1992. Siehe auch: Skigebiete in Frankreich

Medien

Die wichtigsten französischen Printmedien sind die nationalen Tageszeitungen:
- Le Monde und Libération (linksorientiert, Druckauflage 2003 ca. 500.000 bzw. 200.000 Exemplare)
- Le Figaro (konservativ, Auflage: 450.000 Exemplare)
- Les Echos, La Tribune (Wirtschaft, 180.000 bzw. 125.000 Exemplare)
- L'Humanité (kommunistisch, 74.000 Exemplare)
- La Croix (katholisch, 114.000 Exemplare)
- L'Equipe (Sport, 485.000 Exemplare und damit die meistgelesene Zeitung überhaupt mit sieben Lesern pro Ausgabe) Die wichtigsten Nachrichtenmagazine in Frankreich:
- Le Nouvel Observateur (400.000 Exemplare)
- L'Express (400.000 Exemplare)
- Le Point (400.000 Exemplare)
- L'événement du Jeudi Größte Regionalzeitung ist die Ouest France mit einer Druckauflage von 900.000 Exemplaren. Bedeutend ist auch das jeweils mittwochs erscheinende Investigations- und Satireblatt Le Canard enchaîné mit einer Auflage von 550.000 Exemplaren.

Feiertage

Militär

Frankreich hat eine Berufsarmee mit 300.000 Soldaten.

Siehe auch


- Chronologie französischsprachiger Zeitungen und Zeitschriften
- Französische Küche
- Nachrichtendienste Frankreichs
- Liste bedeutender Franzosen
- Liste der Präsidenten Frankreichs
- Die schönsten Dörfer Frankreichs
- Weinbaugebiete in Frankreich

Literatur


- Alfred Pletsch: Länderkunde Frankreich. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), 2. Auflage 2003, ISBN 3534116917
- Wilfried Loth: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. Frankfurt am Main, 1995 ISBN 3-596-10860-8
- Bernhard Schmidt, Jürgen Doll, Walther Fekl, Siegfried Loewe und Fritz Taubert: Frankreich-Lexikon. Schlüsselbegriffe zu Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Geschichte, Kultur, Presse- und Bildungswesen. 2. überarbeitete Auflage 2005, 1224 Seiten, ISBN 3-503-06184-3
- Ralf Nestmeyer: Französische Dichter und ihre Häuser. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-458-34793-3

Weblinks

20px Portal:Frankreich
- [http://www.diplomatie.gouv.fr/index.de.html Website des französischen Außenministeriums]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=46 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.frankreich-forum.de/ Frankreich Forum]
- [http://www.lesvilles.de/ Lokalportal für alle französischen Regionen und Städte]
- [http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanistik/ Romanistik im Internet: Kultur, Literatur und Politik]
Kategorie:Staat !Frankreich Kategorie:Land in der EU Kategorie:Mittelmeer als:Frankreich fiu-vro:Prantsusmaa ja:フランス ko:프랑스 ms:Perancis simple:France th:ประเทศฝรั่งเศส zh-min-nan:Hoat-kok

Paris

Paris (dt. [], frz. []) ist die Hauptstadt Frankreichs und der Region Île-de-France. Der Fluss Seine teilt die Stadt in einen nördlichen Teil (rive droite „rechtes Seineufer“) und einen südlichen Teil (rive gauche „linkes Seineufer“). Paris hat im separat verwalteten Stadtgebiet offiziell 2.138.551 Einwohner, in der Agglomeration leben 11.564.680 Menschen (Stand jeweils 1. Januar 2005). Die außerhalb der Ringautobahn (französisch boulevard périphérique, umschließt die 20 arrondissements) liegenden Ortschaften der Banlieue sind selbständig verwaltet und zählen dadurch nicht zur Stadt Paris im verwaltungsrechtlichen Sinne. Paris ist eine der bedeutendsten Weltstädte und das überragende politische, wirtschaftliche sowie kulturelle Zentrum eines zentralistisch organisierten Landes und sein größter Verkehrsknotenpunkt (unter anderem mit drei Flughäfen und sechs Kopfbahnhöfen). Paris ist auch UN-Stadt (UNESCO).

Geografie

Geografische Lage

UNESCO UNESCO] Die Stadt liegt im Zentrum des Pariser Beckens durchschnittlich 65 Meter über dem Meeresspiegel. Sie ist umgeben von großen Wäldern, die der Bevölkerung als Naherholungsgebiete dienen. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 105,4 Quadratkilometern. Die höchste natürliche Erhebung innerhalb der Stadtgrenzen ist der Hügel Butte Montmartre mit einer Höhe von 129 Metern.

Stadtgliederung

Im Jahre 1790 wurde Paris Verwaltungssitz des Départements Seine (75). Seit der Neugliederung der Départements der Île-de-France im Jahre 1968 ist Paris gleichzeitig Stadt und Département. Die Stadt ist in 20 nummerierte Gebiete aufgeteilt, die Arrondissements genannt werden und die Postleitzahlen 75001 bis 75020 tragen. Jedes Arrondissement besteht aus vier Quartiers. Die Arrondissements von Paris sind: Louvre, Bourse, Temple, l'Hôtel de Ville, Panthéon, Luxembourg, Palais Bourbon, l'Élysée, l'Opéra, l'Entrepôt, Popincourt, Reuilly, Gobelins, l'Observatoire, Vaugirard, Passy, Batignolles-Monceaux, Butte-Montmartre, Buttes-Chaumont und Ménilmontant.

Klima

Paris befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 10,6 Grad Celsius und die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge 639 Millimeter. Der wärmste Monat ist der Juli mit 18,4 Grad Celsius im Mittel, der kälteste der Januar mit durchschnittlich 3,4 Grad Celsius. Der meiste Niederschlag fällt im Monat Juni mit 65 Millimeter im Mittel, der wenigste im Februar und April mit jeweils durchschnittlich 45 Millimeter.

Geschichte

April]] Die Stadt entwickelte sich seit Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. aus der keltischen Siedlung Lutuhezi des Stammes der Parisier auf der Seine-Insel, die heute Île de la Cité heißt. Der erste Bestandteil des Namens stammt von der keltischen Wurzel luta „Sumpf“, so dass der gesamte keltisch-römische Name Lutetia Parisiorum, also „Sumpfebene der Parisier“ bedeutet. Der Hinweis auf den Sumpf ging im Laufe der Zeit verloren. Nach der Eroberung der Siedlung durch die Römer im Jahr 52 v. Chr. brannten die Parisii ihr Inselfort nieder und überließen es den Römern. Diese bauten die Stadt als Lutetia wieder auf und dehnten die nunmehr befestigte Stadt auf das linke Seineufer aus. Dort entstanden Thermen, ein Forum und ein Amphitheater. Die Stadt wurde im römischen Reich als Civitas Parisiorum oder Parisia bekannt, blieb aber im besetzten Gallien zunächst recht unbedeutend. 52 v. Chr. Im 5. Jahrhundert wurde die römische Herrschaft durch die Merowinger beendet. Im Jahre 508 ist Paris Hauptstadt des Merowingerreiches unter Chlodwig I. (466-511) geworden. Danach wurde sie unter einem seiner Söhne zu einem fränkischen Teilkönigreich Paris. Während der Karolingerherrschaft überfielen die Normannen wiederholt die Stadt. Die Kapetinger machten Paris zur Hauptstadt Frankreichs. Philipp II. Augustus (1165-1223) ließ die Stadt befestigen. 1190 wurden eine Mauer am rechten Ufer der Seine und im Jahre 1210 ein Wall am linken Ufer errichtet. Zu jener Zeit gab es am rechten Seineufer zahlreiche Händler. Auf Veranlassung Philipp II. entstand am westlichen Stadtrand der Louvre. 1181 ist die erste überdachte Markthalle eröffnet worden und 1301 ist auf der Île de la Cité ein Königspalast gebaut worden. Die Sorbonne im Süden von Paris hat sich aus mehreren kleinen Schulen entwickelt. Karl V. (1338-1380) ließ am linken Seineufer die Mauer zum Schutz der Stadt vor den Engländern erneuern. 1370 ist auf seine Veranlassung am rechten Ufer, wo heute die grands boulevards verlaufen, ebenfalls eine Mauer errichtet worden. Während des Hundertjährigen Krieges war Paris von 1420 bis 1436 von englischen Streitkräften besetzt. 1436] Während der Hugenottenkriege zwischen 1562 und 1598 blieb die Stadt in katholischem Besitz. In der Bartholomäusnacht am 24. August 1572 sind in Paris Tausende von Hugenotten ermordet worden. Auf Veranlassung Ludwig XIV. (1638-1715) sind Straßenbeleuchtungen angebracht, die Wasserversorgung modernisiert und die Krankenhäuser Invalides und Salpêtrière erbaut worden. Er ließ die Stadtmauern von Paris abtragen und an deren Stelle die „Großen Boulevards“ errichten. Die Residenz des Königs wurde nach Versailles verlegt. Dennoch blieb Paris das politische Zentrum Frankreichs, was auf seine hohe Bevölkerungszahl und seine führende wirtschaftliche Rolle im Land zurückzuführen war. Als im Jahre 1789 die Französische Revolution ausbrach, war es die Bevölkerung von Paris, die den Weg zur Abschaffung der Monarchie und zur Einführung der ersten französischen Republik ebnete. 1844 ist zu Verteidigungszwecken an Stelle des heutigen Boulevard Périphérique eine neue Stadtbefestigung errichtet worden. Diese hatte eine Länge von 39 Kilometern und ist mit ihren 94 Bastionen und 16 Forts die größte Befestigungsanlage der Welt gewesen. Paris war in den Jahren 1855, 1867, 1878, 1889, 1900 und 1937 Veranstaltungsort von sechs Weltausstellungen, welche die kulturelle und politische Bedeutung der Stadt unterstrichen. Nach dem Niedergang des 2. Kaiserreiches und der Einnahme der Stadt durch deutsche Truppen erhob sich 1871 die so genannte Pariser Kommune, die sich aus Arbeitern, Handwerkern und Kleinbürgern zusammensetzte, gegen die konservative provisorische Regierung der Republik. Paris erlebte zwischen 1871 und 1914 eine Blütezeit in der belle époque. Am Gare de Lyon, der Pont Alexandre III. und den U-Bahnstationen ist der Stil dieser Zeit beispielhaft zu erkennen. 1921 hatte Paris mit knapp drei Millionen die höchste Einwohnerzahl seiner Geschichte erreicht. Der städtische Wohnungsbau konnte mit der Nachfrage nicht mehr Schritt halten. Während des 2. Weltkrieges war die Stadt zwischen 1940 und 1945 von der deutschen Wehrmacht besetzt. 1968 kam es in der Stadt zu Studentenrevolten und Massenstreiks. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Paris zu einer multikulturellen, kosmopolitischen Stadt. Kamen anfangs noch Italiener, so gibt es mittlerweile eine kulturelle Vielfalt, die in einigen Gegenden die Quartiers dominiert. Sehr bekannt sind vor allem das ostasiatisch-chinesisch geprägte 13. Arrondissement und das afrikanisch-maghrebinisch geprägte 18. Arrondissement. Darüber hinaus gibt es auch jüdisch, japanisch und tamilisch dominierte Viertel. 2005 kommt es zu großen Ausschreitungen von Randalierern in den Vorstädten von Paris, die sich zu einem Flächenbrand über ganz Frankreich ausweiteten.

Einwohnerentwicklung

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1784 handelt es sich um Schätzungen, von 1790 bis 1999 um Volkszählungs