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Okkultismus
Okkultismus (v. lat.: occultus = verborgen, geheim) ist ein Teilbereich der Esoterik. Es ist ein Sammelbegriff für die Beschäftigung mit und den Glauben an Theorien, Praktiken und Rituale, die sich auf die Existenz und Wirkung transzendenter Kräfte beziehen. In der westlichen Kultur bezeichnet der Begriff Okkultismus die Beschäftigung mit Geheimwissen oder verborgenem Wissen und ist der tradierte Ausdruck für den Sammelbegriff der heutigen Esoterik. Er bezieht sich jedoch heutzutage im allgemeinen auf westliche Schulen und Traditionen und ist somit nur ein Teil der Esoterik.
Das Praktizieren von Okkultismus geht oft einher mit einer erwachenden Spiritualität und dem daraus resultierenden Interesse an esoterischem Wissen. Von der Naturwissenschaft werden die behaupteten Wirkweisen zumeist als Illusion bezeichnet oder ins Reich der Autosuggestion und der Psychologie verwiesen.
Je nach Zielrichtung ihrer Anwendung kann eine okkultistische Praktik als weißmagisch oder schwarzmagisch eingestuft werden. In ersterem Fall wird angenommen, die Verbindung zur Beseeltheit der Natur für positive und altruistische Zwecke zu gebrauchen. Als schwarzmagisch wird sie bezeichnet, wenn eine bewusste oder unbewusste Schädigungsabsicht gegenüber sich selbst oder anderen besteht - der Versuch, egoistische Ziele zu erreichen.
Darüber hinausgehend gibt es auch noch die Unterscheidung der häufig als Pfad der rechten Hand bzw. Pfad zur linken Hand bezeichneten geistigen Ausrichtung.
Geschichte und Personen
Als Blütezeit des Okkulten in der Neuzeit kann der Anfang des 20. Jahrhunderts gelten. In den 1920er Jahren wurden in Deutschland sogenannte okkulte Logen gegründet.
Eine berühmt-berüchtigte Figur des Okkultismus des 20. Jahrhunderts ist der Brite Aleister Crowley, jedoch gehören auch Personen wie Arthur Edward Waite, Dion Fortune, Gareth Knight und Israel Regardie dazu.
Einige Formen
- Blick in die Zukunft
:: Tarot, Pendeln [2.], Glaskugel
- Kontakt mit dem Jenseits
:: Spiritismus, Kontakt mit Geistern (z.B. Gläserrücken, Geisterbeschwörung)
- Übernatürliche Kräfte
:: Telepathie, Telekinese, Parapsychologie, übernatürliche Heilung
- Okkulter Glaube
:: Geheimwissen, Hexenglaube, Teufelsglaube/Satanismus, Heiliger Gral, Akasha-Chronik, Wassermannzeitalter
Philosophische Kritik
Die Neigung zum Okkultismus ist ein Symptom der Rückbildung des Bewußtseins. Es hat die Kraft verloren, das Unbedingte zu denken und das Bedingte zu ertragen. Anstatt beides, nach Einheit und Differenz, in der Arbeit des Begriffs zu bestimmen, vermischt es beides unterschiedslos. Das Unbedingte wird zum Faktum, das Bedingte unmittelbar wesenhaft. (Theodor W. Adorno)
"Der Okkultismus beruht zum einen auf dem Glauben an die Übermacht menschlicher Seelenkräfte gegenüber den Naturgesetzen und an die Existenz von Geistern. Er nimmt ferner eine Beseeltheit der Natur an und rechnet schließlich mit der Möglichkeit eines Entsprechungszusammenhanges von menschlicher Seele und beseelter Natur." (Duden: Die Religionen, München 1980, S. 312) =)
Literatur
- Gareth Knight: Das Okkulte - eine Einführung. Hamburg 2004, ISBN 3-937392-08-4 (hervorragender historischer Überblick inkl. okkultem Stichwortregister)
- Ralph Tegtmaier: Magie und Sternenzauber. Okkultismus im Abendland, Köln 1995, ISBN 3-7701-2666-1
- Wolfgang Hund: Falsche Geister - Echte SchwindlerWürzburg: Echter, 2000, ISBN 3-4290-2259-2
- Eberhard Bauer, Michael Schetsche (Hrsg.): Alltägliche Wunder. Erfahrungen mit dem Übersinnlichen – wissenschaftliche Befunde, 2003, Würzburg: Ergon ISBN 3-89913-311-0
- Hansjörg Hemminger: Geister, Hexen, Halloween. Esoterik und Okkultismus im Alltag. Ein Ratgeber für Eltern, 2002, ISBN 3-7655-1276-1
- Johannes Mischo: Okkultismus bei Jugendlichen. Grünewald-Verlag, 1991, ISBN 3786715254
Siehe auch
- Gespenst, Geist, Magie
- Esoterik, Spiritualität
Weblinks
- [http://www.relinfo.ch/okkultismus/philosophie.html Evangelische Informationsstelle (CH)] (christliche Information zum Okkultismus)
- [http://www.gwup.org/themen/texte/okkultismus/ GWUP-Themeineintrag Okkultismus]
- [http://www.stjosef.at/morallexikon/okkultis.htm Okkultismus] (Lexikon der christlichen Moral)
- [http://www.karl-leisner-jugend.de/Okkultismus.htm Okkultismus aus katholischer Sicht] (eine Stellungnahme der Karl-Leisner-Jugend)
- [http://www.horst-koch.de/okkult.htm Okkultismus aus Sicht der Seelsorge]
- [http://www.religio.de/okk/a.html Kleines Lexikon des Okkultismus]
- [http://www.igpp.de Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene]
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Kategorie:Esoterik
ja:オカルト
Latein
Als Latein bzw. Lateinisch (lat. lingua Latina: „lateinische Sprache“) bezeichnet man die Sprache, die ursprünglich vom Volksstamm der Latiner gesprochen wurde, der Bewohner von Latium mit Rom als Zentrum.
Innerhalb der indogermanischen Sprachen gehört Latein zur Gruppe der italischen Sprachen. Es bildete die Grundlage für alle heutigen romanischen Sprachen.
Entwicklung
romanischen Sprachen
Ursprünglich in Rom und dem umliegenden Gebiet (Latium) gesprochen, wurde Latein später an humanistischen Gymnasien unterrichtet. Neben Griechisch war Latein die Amtssprache des römischen Reiches. Wegen der kulturellen Überlegenheit des Ostens verlor es dabei zeitweise in Nordafrika und selbst in Rom seine Vorrangstellung. So war die Liturgiesprache der römischen Christen bis um 300 das Griechische. In dieser Zeit drangen viele griechische Lehnwörter ins Lateinische ein.
Während der Spätantike begannen sich verschiedene Volkssprachen, aus denen im Mittelalter die romanischen Sprachen entstehen sollten, phonetisch und grammatikalisch von der lateinischen Hochsprache wegzuentwickeln. Doch noch im 6. Jahrhundert entstanden hochsprachliche lateinische Werke. Im Oströmischen Reich war Latein bis ins frühe 7. Jahrhundert neben Griechisch eine der beiden Amtssprachen.
Im Westen übernahmen die Germanen mit den Grundelementen der spätrömischen Verwaltung auch die lateinische Sprache, die in der Administration bis in die frühe Neuzeit vorherrschend blieb. Seit der Völkerwanderung und der Christianisierung der (zunächst zumeist arianischen) Germanenvölker wurde Latein im Westen des früheren Römischen Reiches und in den römisch-katholischen Folgestaaten die Sprache des Klerus (Kirchenlatein), der Rechtswissenschaft (Glossatoren) und der sich bildenden Hochschulen (studia generalia). Es bildete somit die Schriftsprache, vor allem für das kirchliche und weltliche Urkundenwesen (Diplomatik) im frühen Europa.
In völkerrechtlichen Verträgen (z. B. im Westfälischen Frieden von 1648) dominierte Latein bis in das 17. Jahrhundert hinein. Es bildet noch bis ins 20. Jahrhundert den Affixvorrat für die Fachterminologie in den Wissenschaften und verliert durch die fortschreitende Absorption in die englische und andere Sprachen lediglich an direkter, nicht jedoch an indirekter Bedeutung. Es wird noch an vielen Schulen unterrichtet.
Antike
Antike Schreibweise
Die lateinische Sprache wurde ursprünglich als scriptio continua, d. h. als zusammenhängender Fluss von Zeichen ohne Zwischenräume geschrieben. Auch Satzzeichen und Kleinbuchstaben wurden in der Antike nicht verwendet. Auf Wachstafeln war nämlich wenig Platz zum Schreiben, und Papyrus war teuer. Die antiken lateinischen Texte sind für uns heute daher schwer zu lesen.
Vergleiche folgendes Beispiel:
Alte Schreibweise:
AVREAPRIMASATAESTAETASQVAEVINDICENVLLO
SPONTESVASINELEGEFIDEMRECTVMQVECOLEBAT
POENAMETVSQVEABERANTNECVERBAMINANTIAFIXO
AERELEGEBANTVRNECSVPPLEXTVRBATIMEBAT
IVDICISORASVISEDERANTSINEVINDICETVTI
NONDVMCAESASVISPEREGRINVMVTVISERETORBEM
MONTIBVSINLIQVIDASPINVSDESCENDERATVNDAS
NVLLAQVEMORTALESPRAETERSVALITORANORANT
NONDVMPRAECIPITESCINGEBANTOPPIDAFOSSAE
NONTVBADIRECTINONAERISCORNVAFLEXI
NONGALEAENONENSISERANTSINEMILITISVSV
MOLLIASECVRAEPERAGEBANTOTIAGENTES
Heutige Schreibweise:
Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo,
sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat.
poena metusque aberant nec verba minantia fixo
aere legebantur, nec supplex turba timebat
iudicis ora sui, sed erant sine vindice tuti.
nondum caesa suis, peregrinum ut viseret orbem,
montibus in liquidas pinus descenderat undas,
nullaque mortales praeter sua litora norant.
nondum praecipites cingebant oppida fossae,
non tuba directi, non aeris cornua flexi,
non galeae, non ensis erant: sine militis usu
mollia securae peragebant otia gentes.
Auszug aus Ovids Metamorphosen: Die Schöpfung (Das goldene Zeitalter)
Details zu den verwendeten Buchstaben finden sich in dem Artikel Lateinisches Alphabet. Siehe zu diesem Thema auch: Paläografie (dort Lateinische Paläografie), Capitalis, Versalschrift und Majuskel.
Antike Aussprache
Auf die antike Aussprache der lateinischen Sprache wird im Artikel Lateinische Aussprache eingegangen.
Literatur
Mit Antiker Literatur des Lateinischen beschäftigt sich u. a. der Artikel Lateinische Literatur.
Gegenwart
Auch heute ist Latein noch an vielen Gymnasien aller Fachrichtungen zu finden. Etwa ein Drittel aller Gymnasiasten im deutschen Sprachraum lernt Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache. An humanistischen Gymnasien wird dem Lateinischen, neben dem Griechischen, noch eine herausgehobene Bedeutung zugemessen, was früher auf eine aktive Beherrschung des Lateinischen zielte.
Tatsächlich werden auch heute noch für zahlreiche Studiengänge das Latinum oder Lateinkenntnisse gefordert, insbesondere in zahlreichen geisteswissenschaftlichen Fächern. Das Latinum ist als Studienvoraussetzung für die Fächer Medizin und Jura weitestgehend abgeschafft, häufig aber nicht in Fächern wie Anglistik, Philosophie oder sogar Musikwissenschaften.
Unabhängig von den Studienanforderungen wird von Befürwortern des Lateins betont, dass das Erlernen der lateinischen Sprache weiterhin Basis für die korrekte Verwendung von Fremdwörtern sei, das Erlernen anderer romanischer Sprachen wesentlich erleichtere und erhebliche Transfer-Effekte für die Denkschulung aufträten. Das Übersetzen lateinischer Texte fördere auf Grund der erheblichen Komplexität vieler lateinischer Sätze auch das logische Denken. Von den Gegnern ist hingegen zu hören, dass die Auseinandersetzung mit jeder Art von Grammatik, egal welcher Sprache, das strukturierte Denken fördere, und dass das Erlernen moderner romanischer Sprachen, welche im Gegensatz zu Latein noch gebraucht werden, mindestens ebenso gut dazu geeignet sei, die zahlreichen lateinischen Lehnwörter im Deutschen korrekt zu verwenden und andere romanische Sprachen zu erlernen. In der Tat sind viele gesamtromanische, also in allen romanischen Sprachen auftretende Wörter nicht im klassischen Latein vorhanden und müssen dann neu gelernt werden: guerra „Krieg“, testa „Kopf“, cavallo „Pferd“, mangiare/manger „essen“, andare - „gehen“ , boc(c)a/bouche „Mund“, blanco/blanc „weiß“, die Himmelsrichtungen etc. Viele dieser Wörter erklären sich nämlich aus dem umgangssprachlichen oder dem späten Latein oder stammen aus der Soldatensprache, also aus Varietäten, die nicht in der Schule gelehrt werden.
Aus deutschen und US-amerikanischen Untersuchungen geht hervor, dass zwischen absolviertem Lateinunterricht und der Beherrschung der englischen Sprache in Schrift und vor allem Wort eine signifikante Korrelation besteht. Ein kausaler Zusammenhang ist allerdings nicht nachgewiesen worden – möglicherweise macht eine hohe sprachliche Begabung eines Kindes die Wahl des als schwierig geltenden Latein wahrscheinlicher.
Da auch im modernen Lateinunterricht die Sprachproduktion eindeutig der Rezeption (Leseverstehen) untergeordnet ist, glauben viele, Latein falle Menschen mit ausgeprägter Begabung für Mathematik und formelle Denkvorgänge generell leichter als andere Fremdsprachen, wohingegen Menschen mit ausgeprägter Begabung für intuitives Erlernen von Sprachen andere Fremdsprachen leichter fänden. Dieser Zusammenhang lässt sich allerdings nicht häufig verifizieren: Die Erfahrung zeigt, dass die Schülerleistungen in Latein überwiegend Hand in Hand mit denen in der Muttersprache und anderen Fremdsprachen gehen.
Modernes Latein
Auch heute werden deutsch-lateinische Lexika aufgrund neulateinischen Wortgutes herausgegeben, z. B. das „lexicon auxiliare“ oder das vom Vatikan herausgegebene „lexicon recentis latinitatis“, welches erst im Jahre 2004 eine Neubearbeitung erfuhr.
Der finnische Rundfunksender YLE (Yleisradio) verbreitet Wochennachrichten in neulateinischer Sprache. Radio Bremen veröffentlicht regelmäßig die Nuntii Latini in schriftlicher und gesprochener Version. Seit April 2004 veröffentlicht auch die deutschsprachige Redaktion bei Radio Vatikan Nachrichten auf Lateinisch. Dabei handelt es sich um ursprünglich deutsche Meldungen. Gero P. Weishaupt übersetzt sie für die Redaktion ins Lateinische. Sehr beliebt ist auch die lateinische Fassung der Asterix-Comics, die der deutsche Altphilologe Graf v. Rothenburg (Rubricastellanus) verfasst hat.
Der Autor Nikolaus Groß, beruflich seit zehn Jahren Deutsch-Lektor in der südkoreanischen Hauptstadt, hat 2004 eine komplett latinisierte Übertragung von Patrick Süskinds Das Parfum im Brüsseler Verlag der Fundatio Melissa, einem überregionalen Verein zur Pflege des gesprochenen Lateins, veröffentlicht. Dem Buch ist mit dem „Glossarium Fragrantiae“ eine größere Liste aktualisierter Neuschöpfungen beigegeben. Vom selben Wortartisten existiert des weiteren ein Buch über den Baron Mynchusanus (Münchhausen). 2003 erschien bereits der erste Teil der Harry Potter-Bücher von J. K. Rowling auf Latein (Harrius Potter et Philosophi Lapis). Daneben gibt es noch viele weitere Übersetzungen „klassischer“ Werke ins Lateinische, so zum Beispiel Karl Mays Winnetou III, oder Der kleine Prinz (Regulus) von St. Exupéry.
Durch das Internet ist die Verfügbarkeit alter lateinischer Texte sowie das Entstehen neuer lateinischer Texte erheblich begünstigt worden. Inzwischen gibt es sogar lateinische Fassungen von Popsongs. Daneben entstehen auch neue Popsongs in lateinischer Sprache, etwa Cursum Perficio, gesungen von Enya, Liberatio, eines von vielen lateinischen Musikstücken der Gruppe „Krypteria“, oder bei Gruppen der Dark Wave bzw. Gothic (Jugendkultur). Roma Ryan hat neben Cursum Perficio für Enya noch weitere Songs in lateinischer Sprache verfasst. In Internetforen wie Grex Latine Loquentium kommunizieren Teilnehmer aus vielen Ländern ausschließlich in Latein.
In der klassischen beziehungsweise neoklassischen Musik findet Latein ebenfalls Verwendung. So hat etwa der niederländische Komponist Nicholas Lens auf seinem Werk Flamma Flamma ein lateinisches Libretto vertont, für sein Werk Terra Terra hat Lens selbst ein Libretto in lateinischer Sprache verfasst. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Vertonungen lateinischer Gedichte wie z. B. von Jan Novák. Carl Orff unterlegte mehreren seiner Vokal-Kompositionen Texte in Latein oder Griechisch. Igor Strawinski ließ das nach Sophokles von Jean Cocteau in französischen Versen verfasste Libretto zu „Ödipus Rex“ von Jean Daniélou ins Lateinische übersetzen.
Das Lehrbuch Lingua Latina per se illustrata des dänischen Autors Hans H. Ørberg hat die bisher hauptsächlich für den Unterricht in modernen Sprachen eingesetzte einsprachige Lehrmethode auf den altsprachlichen Unterricht übertragen. Das Lehrbuch erfreut sich in verschiedenen Ländern einer steigenden Beliebtheit.
Latein in den Wissenschaften
In der Biologie erfolgt die Namensbildung der wissenschaftlichen Namen lateinisch und griechisch, wobei neuere Vorschläge vorsehen, die Regeln nur aus der lateinischen Sprache zu entnehmen. In der Medizin sind die anatomischen Fachbegriffe lateinisch, für die einzelnen Organe wird zusätzlich auch latinisiertes Griechisch verwendet. Die Krankheitsbezeichnungen leiten sich aus dem Griechischen ab. Zahlreiche Sprichwörter haben einen lateinischen Ursprung und sind teilweise auch in der deutschen Übersetzung zu geflügelten Worten geworden. In den Rechtswissenschaften existieren verschiedene lateinische Lehrsätze und Fachbegriffe (Latein im Recht). Auch in der Geschichtswissenschaft spielt vor allem Latein weiterhin eine große Rolle. In der Meteorologie werden lateinische Begriffe in der Wolkenklassifikation eingesetzt.
Latein in der katholischen Kirche
Latein ist neben Italienisch die Amtssprache des Vatikanstaats. Die katholische Kirche veröffentlicht alle amtlichen Texte von weltkirchlicher Bedeutung in Latein. Das gilt für die liturgischen Bücher, den Katechismus, den Codex des kanonischen Rechts sowie die päpstlichen Rechtsvorschriften (canones, decretales) und Rundschreiben (Enzykliken).
Bis zum zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) war Latein die offizielle Gottesdienstsprache und ist dies (laut Sacrosanctum Concilium) offiziell noch heute, wobei andere Sprachen jedoch gleichfalls erlaubt sind. Tatsächlich werden nur noch sehr wenige Gottesdienste in Latein gehalten. Der gegenwärtig amtierende Papst Benedikt XVI. bevorzugt bei seinen Messen aber das Lateinische vor dem Italienischen.
Siehe auch: Lateinische Kirche
Referenzlisten
- Lateinische Präpositionen
- Liste lateinischer Ortsnamen
- Liste lateinischer Präfixe
- Liste lateinischer Redewendungen
- Liste lateinischer Suffixe
- Liste von lateinischen Palindromen
- Lateinische Zahlwörter
Siehe auch
- Grammatik des Lateinischen
- Lateinische Aussprache
- Lateinische Sprichwörter
- Küchenlatein
- Vulgärlatein
- Mittellatein
- Lateinische Literatur
- Sprachen im Römischen Reich
- Jägerlatein
- Panlatinismus
Weblinks
- [http://www.commtec.de/wb/ Wörterbuch Latein-Deutsch-Latein auxilium online (mit Download-Möglichkeit)]
- [http://www.latein-pagina.de/iexplorer/stil.htm Lateinische Stilblüten]
- [http://www.thelatinlibrary.com/ The Latin Library – klassische Texte im Original]
- [http://www.albertmartin.de/latein/ Latein-Deutsch-, Deutsch-Latein-Wörterbuch mit hilfreichen Extras]
- [http://www.radiobremen.de/online/latein/ Nuntii latini bei Radio Bremen]
- [http://www.latein-pagina.de/ Latein-Pagina]
- [http://www.antikeundeuropa.de/Alte_Sprachen_heute/alte_sprachen_heute.html Alte Sprachen heute]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/a_chron.html Sammlung lateinischer Texte/bibliotheca Augustana]
- [http://www.music.indiana.edu/tml/ Lateinische Musiktraktate im Original]
- [http://www.lateinservice.de/index.htm Die deutsche Latein-Seite]
- [http://www.alcuinus.net/GLL/ Grex Latine Loquentium (Internetforum in lateinischer Sprache)]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.latein24.de/ Übersetzungen vieler klassischer lateinischer Texte bei Latein24.de]
Kategorie:Einzelsprache
-
als:Latein
ja:ラテン語
ko:라틴어
simple:Latin language
th:ภาษาละติน
zh-min-nan:Latin-gí
RitualEin Ritual ist eine kulturell gebundene menschliche Handlung, die durch strukturierte Mittel die Wandlung eines Lebensbereiches in, über den Alltag hinaus reichende, Zusammenhänge bewirkt.
Rituale sind ein menschheitliches Phänomen. Sie ermöglichen durch den Umgang mit Grundfragen der Existenz das menschliche Miteinander. Dazu zählen Sicherheit, Ordnung ebenso wie die Sterblichkeit. Sie vermögen die Welt einfacher und handhabbarer zu machen und erleichtern Entscheidungen. Manchmal verkehren sich ihre Wirkungen aber auch ins Negative, dann setzt Ritualkritik ein.
Rituale dienen zumal der Rhythmisierung sozialer Abläufe (vgl. Karl Bücher: Arbeit und Rhythmus). So gibt es
- Zyklische Rituale, die dem tageszeitlichen, wöchentlichen, monatlichen oder jährlichen Kalender folgen, (z.B. das Sonnenwendfest);
- Lebenszyklische Rituale, z.B. Initiationsrituale (bei Geburt, Mannbarkeit etc.).
- ereignisbezogene Rituale, die z.B. bei bestimmten Krisen Anwendung finden (z.B. der Tod, eine Hungersnot etc.);
Zur Technologie des Rituals
Das Ritual weist nach Wallace die Aspekte der Technologie, Therapie und Antitherapie, der Ideologie bzw. sozialen Kontrolle, der Salvation und der Revitalisierung auf.
#Das Ritual als Technologie bezieht sich auf den Umgang mit der Umwelt. So werden durch Weissagungen Hinweise von höchster Instanz erwartet, die zur Entscheidungsfindung beitragen. Das Intensivierungsritual erstreckt sich auf Jagd-, Vieh-, Acker-, und Wetterzauber. Das Schutzritual soll Unglück und Katastrophen abwenden.
#Das Ritual als Therapie bzw. Antitherapie bezieht sich auf die Kontrolle des menschlichen Gesundheitsbereichs. Dabei meint Antitherapie Hexerei: übernatürliche Krankheitsursachen werden gefunden, Personen wird die Fähigkeit zugesprochen, andere negativ beeinflussen zu können. Der Hexenglaube fördert in einer Gesellschaft die soziale Kontrolle: Man vermeidet Anstößigkeit, um nicht verhext zu werden. Man sucht auf der anderen Seite die Unauffälligkeit, um nicht als Hexe verdächtigt zu werden. Antitherapeutischen Rituale der Hexen erhöhen Stress und Krankheitsrisiko, therapeutische Rituale verringern dieselben.
#Das Ritual als Ideologie bezieht sich auf Verhalten, Gefühle, Werte und Moralvorstellungen der Gesellschaft. Dies kann auf verschiedenen Wegen erreicht werden: Übergangsriten beziehen sich auf die Rollenveränderung einer Person oder Gruppe im sozialen oder territorialen Bereich.
#Das Ritual als soziale Intensivierung betont die Identität einer Gruppe, es befriedet sie. Es ist wiederholbar wie die Kommunion oder der Gruß. Ebenso stabilisiert das Tabu das Miteinander. Rebellionsrituale bieten durch ritualisierte soziale Umkehrung eine "Ventilsitte" (Richard Thurnwald) und stabilisieren somit die bestehende Gesellschaft (vgl. die Saturnalien, den Karneval). Soziologisch gesehen sind Rituale geeignet, Widersprüchliches zu vereinen, wofür typisch ist, dass die Teilnehmer ihm kundig folgen können und wollen, obwohl sie die darin integrierten sozialen Konflikte im Einzelnen gar nicht nachvollziehen müssen; dem kundigen Feldforscher (etwa dem Ethnologen) sind jedoch die Signale des anders als rituell nicht zu Vereinbarenden erkennbar - z. B. verneigen sich (wie in Japan) beim Gruß die Grüßenden voreinander, davon ist der Kaiser nicht ausgenommen, aber der niedriger Stehende verbeugt sich tiefer. Lars Clausen: Das Ritual zeigt, was es verbirgt.
#Das Ritual als Salvation ("Heilung") bietet die Chance, Abweichungen wie Psychosen etc. zu integrieren und zu akzeptieren, da auf diesem Wege neue Schamanen geschaffen werden, welche durch den Kontakt zum Übernatürlichen hohe Bedeutung erlangen.
#Das Ritual als Revitalisierung Bestimmte Gruppen, die gesellschaftliche oder ethnische Unterdrückung und damit das Schwinden ihrer Normen erfahren (religiöse) Erweckungsbewegungen, die mittels Lösungsritualen ein besseres Leben bieten.
Religiöse Rituale
Rituale sind häufig im Bereich der Religion verankert. (siehe Ritus) Rituale fördern den Zusammenhalt religiöser Gruppen. So ergab die Auswertung von Daten über 83 us-amerikanischen Religionsgemeinschaften aus dem 19. Jahrhundert, dass Religionsgemeinschaften umso langlebiger sind je mehr Rituale, Erschränkungen und Anforderungen in ihr praktiziert werden. Für weltliche Gemeinschaften läßt sich ein solcher Zusammenhang nicht feststellen. (Quelle: Gehirn & Geist Nr. 1-2/2005)
In Einzelwissenschaften
Der Begriff "Ritual" findet sich als wissenschaftlicher auch in der Ethnologie und Soziologie, ferner in der Psychotherapie und Pädagogik.
Zur Ethnologie und Soziologie
Ethnologisch sind beobachtbare Rituale ein vielfacher Einstieg in die Erforschung von Stammeskulturen.
Doch finden sich, wie es die Soziologie erschlossen hat, Rituale in allen Gesellschaften. Sie sind einem ständigen Wandel unterworfen. Sie erneuern sich und treten in veränderter Gestalt in die gewandelte gesellschaftliche Wirklichkeit. So treten bestimmte Rituale sowohl in den Bereichen Religion, Sport, im Starkult oder in der Werbung auf.
In der Jugendkultur oder dem Bereich Esoterik ist ein bemerkenswertes Aufleben von Ritualen zu verzeichnen.
Zur Psychotherapie und Pädagogik
Im Bereich von Therapie spielt Ritualisierung eine wichtige Rolle. Ordnungen sollen wiederhergestellt werden, wo sie nicht mehr als soziale Struktur vorhanden sind. Die Struktur- und Bedeutung gebende Kraft von Ritualen für den sozialen Zusammenhang in Gruppen sollen auch im therapeutischen Raum nutzbar gemacht werden. Auf symbolische Weise wird der Kern der Gesamtproblematik herausgearbeitet. Im Modus der Spieltherapie werden die beteiligten familiären Rollen aufgestellt; Veränderungen werden durch eine symbolische Handlung unterstützt (z.B. mit einer Versöhnungsgeste).
Auch in der Schulpädagogik und insbesondere in der Grundschule werden zunehmend Rituale bewusst zur Strukturierung von Unterricht und zur Schaffung eines lebendigen Schullebens eingeführt.
Siehe auch
- Ritus, Passageritus
- Ritualmagie, Ritualität
- Institution, Brauch, Brauchtum, Zeremonie, Umgangsformen
- Religionssoziologie
Literatur
- M. Douglas: Ritual, Tabu und Körpersymbolik. Sozialanthropologische Studien in Industriegesellschaft und Stammeskultur. Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1981.
- Damon Rigor, Athara Nokei, Pfade in die Anderswelten, ISBN 3-89094-390-X
- Daniel B. Lee: "Ritual and the Social Meaning and Meaninglessness of Religion", in: Soziale Welt, 2005 (LVI), H. 1, S. 5-16
- Roy A. Rappaport: Ritual and Religion in the Making of Humanity. Cambridge Studies in Social and Cultural Anthropology. Cambridge: University Press
Weblinks
- http://www.ritualdynamik.uni-hd.de/
Kategorie:Ritus
Kategorie:Ethnologie
Kategorie:Soziologie
Transzendenz
Transzendenz (von lat. transcendere „überschreiten“) bezeichnet die Bereiche des Denkens, die die Wahrnehmung und das Vorstellungsvermögen überschreiten.
Der Gegensatz von transzendent ist immanent; Transzendenz ist also ein Antonym von Immanenz.
Transzendenz in der Mathematik
In der Mathematik wird das Attribut transzendent in folgenden Bedeutungen verwendet:
- Transzendente Zahl, Gegenteil von algebraische Zahl: Eine Zahl, die nicht Nullstelle eines Polynoms mit rationalen Koeffizienten ist, das heißt, sie lässt sich nicht durch eine Polynomgleichung beschreiben. Zu dieser Zahlengruppe gehören zum Beispiel die Eulersche Zahl e und die Kreiszahl π (pi).
- Transzendentes Element, Gegenteil von algebraisches Element: Element einer Körpererweiterung, das nicht Nullstelle eines Polynoms mit Koeffizienten aus dem zu erweiternden Körper ist.
Transzendenz in der Philosophie
Der Begriff transzendent (lat. transcendere: überschreiten) eigentlich: hinübersteigend, hinüberschreitend - bezeichnete in der Philosophie, insbesondere seit bzw. in der Scholastik diejenigen Wesensmerkmale, die uneingeschränkt allem Seienden zukommen; die so genannten Transzendentalien sind:
- (ens - das Seiende)
- unum - das Eine
- verum - das Wahre
- bonum - das Gute
Teilweise wird außerdem hinzugezählt
- res - das Ding
- aliquid - Etwas
- pulchrum - das Schöne etwas
Transzendental bei Kant
In Kants Kritik der reinen Vernunft ist transzendental „die Untersuchung der Möglichkeit einer jeden Erfahrung“ und bezieht sich auf das Erkenntnisvermögen (vgl. Transzendentalphilosophie).
Transzendent und transzendental sind nicht deckungsgleich, sondern streng zu unterscheiden. Will man diesen Unterschied mit pointierter Verkürzung formulieren, so versteht man unter Transzendenz das denkende über sich Hinausgehen. Dies ist vor allem im Platonismus das Motiv, welches als Ziel des Denkens das Eine als den Ursprung des Kosmos anvisiert. Transzendental hingegen bezeichnet die kantische Umkehrung dieses Motivs zu einem in sich Hineingehen, um vor dem Denken zuerst die Möglichkeiten des Denkens zu erfahren. Analog zum Ziel des Einen in der Transzendenz steht bei Kant das Selbstbewusstsein des Denkenden Subjekts.
Eine transzendentale Erkenntnis beinhaltet die Frage nach der Bedingung der Möglichkeit der Erfahrung, befasst sich also mit den Voraussetzungen ihrer Möglichkeit (vor aller Erfahrung bzw. Erkenntnis liegend, diese aber erst ermöglichend, bedingend), und so definiert Kant den Begriff transzendental wie folgt:
"Ich nenne alle Erkenntnis transzendental, die sich nicht sowohl mit Gegenständen, sondern mit unserer Erkenntnis von Gegenständen, sofern diese a priori möglich sein soll, beschäftigt". (Kritik der reinen Vernunft)
Für Kant war eine Metaphysik, die auf transzendente Gegenstände ausgerichtet ist, spekulativ.
Siehe auch: transzendente Logik, transzendentale Methode
Transzendenz in der Religion
Christentum
Das, was über die sinnliche Erfahrung mit dem Gegenständlichen hinausgeht; das Jenseitige, das die Grenzen des menschlichen Verstandes und Bewusstseins überschreitet und sprachlich nur in Ansätzen zu vermitteln ist. Diese Transzendenz mit dem Jenseits ist ein wesentlicher Unterschied zwischen christlicher Religion und Philosophie. Eine Philosophie ist im Allgemeinen auf das Diesseits beschränkt.
In der christlichen Religion gibt es ein irdisches und ein himmlisches Leben. (z.B. Matthäus 22, 1 Korinther 15) Das Überschreiten dieser Grenze, Kontakte der einen Welt zu der anderen, wird als Transzendenz bezeichnet. Dazu gehören z.B. der 'Heiliger Geist'. Die Evangelikalen reduzieren diese Transzendenz im Allgemeinen auf die Bibel, die vom Menschen geschrieben, aber von Gottes Geist inspiriert wurde. Die größten christlichen Gruppierungen wie römisch-katholische Christen und orthodoxe Christen glauben auch an eine sehr konkrete, heutige Transzendenz z.B. über den 'Heiligen Geist', der in einem Menschen auch heute unter bestimmten Voraussetzungen wirksam werden kann. (z.B. prophetisches Sprechen, Heilung, Wunderwirken) . Man sucht nach Heiligen, die als Gesandte Gottes, von Gott begnadet und von Gott geleitet gesehen werden, als Zeichen für die glaubenden Menschen. Auch steht man in diesen Gruppen Kontakten zum Jenseits oft sehr offen gegenüber, z.B. Marienerscheinungen in Lourdes, Fatima, Medjugorje. Papstbesuche an diesen Orten unterstreichen von offizieller Seite diese Bedeutung. Heilungen von Menschen (z.B. Lourdes) wie dies von Jesus, später von Mitgliedern der christlichen Urgemeinde (z.B. Paulus) praktiziert wurde, werden durch Gott bewirkt und sind - im Verständnis dieses Glaubens - auch heute möglich. Erscheinungen von und Kontakte zu Engeln, Heiligen, Verstorbenen gehören ebenfalls dazu. So wie es der christlichen Urgemeinde geschah, ist dies auch heute - im Verständnis dieses Glaubens - möglich.
Buddhismus
Im Buddhismus tritt das Transzendenz-Prinzip in der Darlegung von relativer und absoluter Wirklichkeit auf. Die relative Wirklichkeit bezeichnet dabei die Welt so, wie sie von unerleuchteten Wesen wahrgenommen wird. Die Erfahrung absoluter Wirklichkeit manifestiert sich in Nirvana und wird mit Eintritt der Erleuchtung dauerhaft. Das buddhistische Transzendenzprinzip leitet sich von tranzendieren - über einen Bereich (den der relativen Wirklichkeit) hinaus in einen anderen (die absolute Wirklichkeit) übergehend - ab und darf nicht mit der klassischen philosophischen Transzendenz verwechselt werden. Philosophisch handelt es sich eher um eine transzendentale Erfahrung nach Kant, welche die (subjektive) Bedingtheit aller Gegenständlichenerkenntnis und damit ihre Fehler- bzw. Leidhaftigkeit direkt erkennt.
Es handelt sich auch nicht um Hinüberwechseln oder Hereinschauen in eine andere (jenseitige) Welt wie z.B. bei der christlichen Transzendenz. Dies wäre ein Austausch einer relativen Wirklichkeit gegen eine andere.
Ikonographisch werden transzendente Bereiche als bildlicher Ausdruck absoluter Wirklichkeit dargestellt. Es finden sich verschiedene Buddha-Formen und verschiedene Buddhabereiche (Reine Länder) wie z.B. das reine Land von Dewachen.
Es gibt im Mahayana-Buddhismus darüber hinaus eine klar definierte Strukturierung der Inkonographie transzendenter Buddhas, sog. Adibuddhas, und auch die Lehre von den "drei Buddhakörpern" (Trikaya), in der sich die transzendente Manifestation von Buddhas wiederfindet.
Literatur
- Hans-Peter Dürr (Hrsg.): Physik und Transzendenz, Die großen Physiker unseres Jahrhunderts über ihre Begegnung mit dem Wunderbaren. Sonderausgabe. Bern u.a. 1988.
Siehe auch
Diesseits, Jenseits, Natürliche Theologie
Kategorie: Metaphysik
Kategorie: Ontologie
Kategorie: Religionsphilosophie
Kategorie: Theologie
th:อุตรภาพ
SpiritualitätSpiritualitismus (v. lat.: spiritus = Geist, Hauch) bezeichnet das Bewusstsein, dass die menschliche Seele ihren oder der menschliche Geist seinen Ursprung einer göttlichen oder transzendenten Instanz verdankt oder zu einer absoluten höheren Wirklichkeit in Beziehung steht. Sie ist die besondere, nicht notwendig im konfessionellen Sinne verstandene religiöse Lebenseinstellung eines Menschen, der sich auf das transzendente oder immanente göttliche Sein konzentriert bzw. auf das Prinzip der transzendenten, inpersonalen letzten Wahrheit oder höchsten Wirklichkeit.
Traditionen
In den verschiedenen Religionen gibt es unterschiedliche Bezeichnungen für diese Instanz oder höhere Wirklichkeit: Gott, eine Gottheit, Tao, Brahman, Maha-Atman, Shunyata, Großer Geist, Pneuma, Prajna, Maha-Purusha, Sugmad, u.a. Einige Religionen teilen "dieses Eine" auch in verschiedene Gottheiten auf. In Zwölf-Schritte-Gruppen wie Anonyme Alkoholiker, Emotions Anonymous und Narcotics Anonymous wird Spiritualität losgelöst von Religiösität gesehen, in diesem Zusammenhang wird ein individueller, von jedem einzelnen Mitglied frei auszuwählender liebender Gott als Höhere Macht bezeichnet. Im Unterschied zu religiösen Vereinigungen ist hier der Glaube an eine selbstgewählte höhere Macht auch nicht Voraussetzung für eine Mitgliedschaft.
- Eucharistie
- verschiedene Gebetsformen (s. Gebet)
- Bibelstudium
- Sündenbekenntnis (s. Beichte)
- Kontemplation
- persönliche Heiligung
- Fasten
- Diakonie
- Pilgerfahrt oder
- Charismatik.
Islamische spirituelle Traditionen
- Gebete
- rituelle Waschungen
- Pilgerfahrt
- Fasten
- Almosen
Siehe auch: Sufismus
- Meditation
- Kontemplation
- Yoga
- Zen oder
- Tantra
Abgrenzung
Im Unterschied zur Religion oder Esoterik, bei der es um das Wissen, um Lehre über oder Methodik von Spiritualität geht, ist die Spiritualität selbst die tatsächlich ausgeübte Praxis, aus der heraus ein Mensch eine vertiefte Beziehung zu Gott oder Zugang zu einer letztendlichen absoluter Wirklichkeit, eine innere Erleuchtung oder eine religiös begründete Emotion erlebt. So identifizieren sich die im westlichen Kulturkreis etablierten Hauptreligionen durchaus mit ihrem eigenen spirituellem Verständnis, während sie esoterischen Methoden oder Lehren traditionell eher kritisch gegenüber stehen. Heute gibt es auch verschiedene esoterische Formen der Spiritualität, die Elemente aus verschiedenen Religionen und Weltanschauungen verbinden.
Jede Religion, im Christentum sogar jede Konfession, hat ihre eigene Ausprägung von Spiritualität. Wie die Beschreibungen oder Definitionen der göttlichen Instanz oder absoluten Wirklichkeit bei verschiedenen Religionen so unterschiedlich sein können, dass es sich nicht notwendigerweise in allen Fällen um das Gleiche handelt, können auch die spirituellen Ausprägungen und die resultierenden Praktiken kompatibel sein oder so unterschiedlich, dass sie sich nicht gemeinsam ausüben lassen.
Spirituelle Fortschritte oder Vertiefungen werden in manchen Religionen als Erwachen, Neu- oder Wiedergeburt (nach dem Tod des alten Ich), Selbstrealisation, Gottrealisation oder Erleuchtung bezeichnet. Sie können in ahnungsvoller Schau (Gnosis) oder als ergreifende Erfahrung empfunden werden und gehen immer mit einer inneren, nicht beleg- oder bezeugbaren Veränderung des Menschen einher, der sie erfahren hat.
Eine theoretische übergreifende Zusammenschau der Spiritualität des Ostens und des Westens versucht in letzter Zeit der Philosoph Ken Wilber.
Alltägliche Bedeutung
Für manche Menschen ist die göttliche Instanz oder der Zugang zu absoluter letztendlicher Wirklichkeit so sehr Ursprung und Ziel des Lebens, dass die ständig vertiefte Spiritualität Lebensführung im Alltag, Verantwortlichkeit und Ethik deutlich prägt - andere suchen in der Spiritualität Erlebnisse, die sie aus dem Alltag herauslösen und mit dem Alltag in keiner Verbindung stehen müssen. Auch individuelle Spiritualität ist immer verknüpft mit Vorstellungen über Mensch, Gesellschaft und Welt und ihren Ausdeutungen. Auf dem spirituellen Weg versucht der Gläubige sein Bewusstsein zu entfalten oder seine Beziehung zu Gott zu vertiefen (also kein Eskapismus).
Siehe auch
- Mystik
- Portal:Religion
- Portal:Mythologie
- Religiosität
- Spirituelle Krise
Kategorie:Spiritualität
Kategorie:Religion
simple:Spirituality
Esoterik
Esoterik (griechisch εσωτερική) ist ein Sammelbegriff für ein weites Spektrum an Weltanschauungen, welche die spirituelle Entwicklung des Individuums betonen, jedoch keine Religion im engeren Sinn sind.
Den sich teilweise deutlich unterscheidenden Lehren ist gemeinsam, dass sie die Existenz von Kräften und Einflüssen außerhalb des naturwissenschaftlich messbaren voraussetzen und Wissenschaft und traditionelle Religionen als zu beschränkt ansehen, um die Welt vollständig zu erklären. Die esoterische Denkweise steht somit außerhalb des wissenschaftlichen Weltbildes.
Wortbedeutung und Etymologie
Wörtlich bedeutet das griechische Adjektiv εσωτερική [γνώση] „das innere, innerliche, verborgene, geheime Wissen“ und „zum inneren Kreis gehörig“ (esôteros – das Innere). Das Wort „Esoterik“ bezeichnet traditionell und nach seiner Etymologie demnach eine Geheimlehre, die nur Eingeweihten zugänglich gemacht wird; im Gegensatz dazu bezeichnet der Begriff der Exoterik eine offene und für jeden zugängliche Lehre. Im heutigen Sprachgebrauch wird die Bedeutung des Wortes aber meist übergangen, und das eigentlich Exoterische wird esoterisch genannt.
Esoteriker verstehen meist Esoterik als die auf das Innere bezogene Lehre, also auf seelische, spirituelle Ursachen. Exoterisch sind nach dieser Deutung Betrachtungsweisen, die sich auf die fünf Sinne des Menschen und den Verstand konzentrieren und spirituelle Ursachen ablehnen.
Geschichte
Die klassische Lehre der Esoterik wurde in der Tradition der auf Hermes Trismegistos zurückgehenden antiken Geheimlehre auch als Hermetik bezeichnet. Die klassische Esoterik war in Orden, Logen und esoterischen Schulen organisiert und machte ihre Lehren nur Mitgliedern zugänglich. Neben okkulter Praxis überlieferte sie vor allem überliefertes Gedankengut im Bereich Tarot, Astrologie und Zahlenmystik. Auch die Lehren der Gnosis, Hermetik, Kabbala, Alchemie und der Rosenkreuzer zählten neben zum Teil lokal bedeutenden Strömungen zu den esoterischen Überlieferungen.
Im viktorianischen Zeitalter erlebten Okkultismus und verschiedenste Formen von Orakeln eine Blütezeit. Etwas gemäßigter war demgegenüber die Bewegung des Spiritualismus, die auch eine Brücke zu den fernöstlichen Religionen schlug.
In den letzten 150 Jahren hat sich die Esoterik inhaltlich zu einer Weltanschauung gewandelt, deren Anhänger sie oft als allumfassend und universalreligiös und als Vereinigung der Urlehren aller Religionen sehen. Seit den 1980er Jahren ist die Esoterik – insbesondere im westlichen Kulturkreis – zu einer Massenbewegung mit Breitenwirkung geworden, die viele teilweise widersprüchliche Teilströmungen umfasst.
Esoterische Weltanschauung
Da es sich, im Gegensatz zur Spiritualität, bei der Esoterik nicht unbedingt um ein persönliches religiöses Erleben handelt, sondern um eine Vielzahl einzelner Angebote und Wege zur Realisation einer individuellen religiösen Erfahrung, lässt sie sich kulturell und soziologisch nur sehr beschränkt festlegen.
Die traditionelle Aufteilung in eine öffentliche und eine geheime Lehre, wie sie zum Beispiel von den Rosenkreuzern praktiziert wird, gilt für die heutige Esoterik meist nicht mehr. Allerdings wird von vielen Esoterikern behauptet, man könne esoterische Lehren nur nach langjährigem Studium verstehen und beurteilen.
Verbreitung heute
Esoterik ist eine Pseudowissenschaft, jedoch als Ausdruck individueller Spiritualität gesellschaftlich teilweise akzeptiert. Eine gewisse Bedeutung für die Entwicklung in der Nachkriegszeit hatte hier die Vereinigung OARCA (Omnia Arkana), die Zeitschrift esotera, sowie die Veröffentlichungen der Psychotherapeuten Thorwald Dethlefsen und Rüdiger Dahlke. In der Schweiz üben das Medium Oskar Rudolf Schlag, der Ex-Pfarrer Hans-Dieter Leuenberger sowie die Zeitschrift Spuren mit dem Herausgeber Martin Frischknecht Einfluss aus.
Richtungen, Strömungen, Bereiche
Esoterische Strömungen
Es gibt zahlreiche unterschiedliche Strömungen der Esoterik, die sich teilweise überlappen, teilweise nicht viel miteinander zu tun haben. Nicht alle von ihnen können vollständig zur Esoterik gerechnet werden. Zu den wichtigsten gehören:
- Anthroposophie
- Astrologie
- Gnostizismus
- Kabbalismus
- Magie
- Neopaganismus
- New Age
- Okkultismus
- Reiki
- Neoschamanismus
- Spiritismus
- Yoga
- Tantra und Neotantra
Die meisten esoterischen Richtungen betonen Spiritualität und Erleuchtung (Erkennen von Metaphysischem) des Individuums.
Esoterische Weltanschauungen beziehen sich meist auf fünf Bereiche:
- Praktische Entscheidungshilfen für die Lebensplanung, teilweise auch für Alltagsentscheidungen. In diesen Bereich fallen vor allem Techniken wie Astrologie, Tarot, Pendeln oder Handlesen.
- Selbsterkenntnis. Manche Anhänger der Esoterik versuchen, ihren Charakter und ihre Bedürfnisse mithilfe esoterischer Welterklärungskonzepte zu bestimmen, vor allem der verschiedenen Spielarten der Astrologie.
- Medizinische Hilfe. Mit Techniken der alternativen Medizin wird versucht, das körperliche und seelische Wohlbefinden zu verbessern, zum Beispiel mit Aromatherapie, Bach-Blütentherapie oder Homöopathie. Die Esoterik nimmt sich dabei vor allem Bereichen an, die die klassische Medizin nicht abdeckt (zum Beispiel ‚Hilfe beim Wohlfühlen‘) oder in denen deren Erfolge als unzureichend empfunden werden, wie bei der Behandlung chronischer Schmerzen oder von Krebs.
- Spirituelle Hilfe. Die meisten esoterischen Richtungen postulieren das Vorhandensein einer unsterblichen menschlichen Seele und befassen sich mit Wegen, deren Schicksal zu verbessern. Bei vielen dieser Richtungen kommen Konzepte indischer Religionen wie Karma und Reinkarnation vor. Häufig wird gelehrt, dass eine ‚Reinigung‘ oder eine ‚Erleuchtung‘ des Anhängers nötig sei, um in dieser Welt oder nach dem Tod einen besseren Zustand zu erreichen.
- Verbesserung der Welt insgesamt. Unter manchen esoterischen Richtungen ist die Ansicht verbreitet, dass man durch Verhalten entsprechend esoterischer Lehren die Welt insgesamt grundlegend verändern und somit verbessern könne. Solche Ansichten sind zum Beispiel Grundlage der ‚New Age‘-Bewegung, die das Wassermannzeitalter anbrechen sieht oder erwartet, und finden sich auch in den Lehren des Maharishi Mahesh Yogi.
Esoterische Anschauungen betonen grundsätzlich die spirituelle oder intuitive Erfahrung gegenüber wissenschaftlichen Methoden des Erkenntnisgewinns.
Quellen esoterischer Weltanschauung
Wichtige Quellen esoterischer Ansichten sind Religion und Mystik. Umgekehrt wird der Begriff Esoterik in manchen esoterischen Kreisen aber auch im Sinne eines ursprünglichen Kerns aller Mystik und Religion verwendet.
Die einzelnen esoterischen Strömungen gründen ihre Anschauungen und Lehren auf recht unterschiedliche Quellen. Es lassen sich aber einige häufige Grundlagen feststellen:
- Esoterische Lehren im früheren Sinne von Geheimlehren wie die Kabbala
- Religionen wie Buddhismus, Hinduismus, Taoismus oder Schamanismus, die für Angehörige einer westlichen Industriegesellschaft exotisch sind
- Mystische Strömungen der Hauptreligionen wie Sufismus (islamische Mystik), christliche Mystik oder Tantrismus
- Protowissenschaften wie die Alchemie und die mittelalterliche (und frühere) Astrologie
- Meditationstechniken und -hilfen wie Yoga, I Ging oder Tarot
Lehre und Prinzipien
Es gibt keine einheitliche esoterische Lehre. Vielfach werden aber von Esoterikern einige oder alle aus einer Gruppe von allgemein gehaltenen Prinzipien als gültig akzeptiert, die oft dem mythischen Hermes Trismegistos zugeschrieben werden. Das Innenleben des Menschen und die Seele wird in esoterischer Praxis im Vergleich zum äußeren Leben sehr stark thematisiert. Viele Esoteriker sind der Meinung, das Leben von sich und anderen (z.B. bei Krankheit oder psychischen Beschwerden) mittels der persönlichen Einstellung und Gedankenkraft sehr stark beeinflussen zu können. Was aus diesen Prinzipien im Einzelfall konkret folgt, wird von Esoterikern oft unterschiedlich gesehen.
- Prinzip des Geistes. Ein Schöpfergeist ist die Quelle des Lebens, Geist herrscht über Materie
- Prinzip von Ursache und Wirkung. Handlungen des Menschen wirken über sein Karma auf ihn selbst zurück
- Prinzip der Entsprechung. Dinge hängen über Analogien zusammen: wie oben, so unten; wie innen, so außen; wie im großen, so im kleinen
- Prinzip der Resonanz. Gleiches hängt mit Gleichem zusammen und verstärkt sich; Ungleiches stößt sich ab
- Prinzip der Harmonie. Alles strebt zur Harmonie und zum Ausgleich; das Schwächere passt sich dem Stärkeren an
- Prinzip des Rhythmus. Alles unterliegt einem Kommen und Gehen; alles hat Gezeiten
- Prinzip der Polarität. Alles besitzt jeweils ein Paar von Gegensätzen oder Polen, gleich und ungleich sind dasselbe, Gegensätze tragen nur entgegengesetzte Vorzeichen.
Esoterik zu Gott und Wiedergeburt
Gott wird in der Esoterik nicht durchgängig als persönliches Gegenüber, sondern auch als „die höchste Schwingung“, als „die vollkommene Liebe“ und ähnliches aufgefasst. Der Unterschied zwischen Gott, Mensch, Tier, Pflanze, Erde wird häufig nur graduell gesehen, die naturalistische Wirklichkeit wird als Erscheinungsform "fließender Energie" aufgefasst. Chakren sind nach dieser Auffassung die Energiezentren eines jeden Lebewesens mit denen es mit dem gesamten Sein im Austausch steht. Gott wird im esoterischen Umfeld eher als universelle Quelle allen Seins empfunden, ähnlich der Auffassung im Hinduismus oder im Yoga.
Heutige Esoteriker glauben oft an Reinkarnation, verbunden mit der Vorstellung, dass sich die Seele von Leben zu Leben evolutionär in Richtung Vollkommenheit entwickle. Schicksalsschläge werden von diesen Menschen als „Folge des Karmas“ und als Möglichkeiten zum Lernen oder zur Läuterung betrachtet, die auch vor Antritt des Lebens selbst ausgesucht bzw. akzeptiert wurden. Für solche Esoteriker ist vieles im heutigen Leben eine karmische Folge eigener Handlungen in vorangegangenen Leben. Esoteriker sehen darin das Prinzip von Ursache und Wirkung, das auch für vermeintliche Zufälle einen Grund liefere, die sich mit den bekannten Naturgesetzen nicht erklären ließen. Nach dem Leitspruch „wie oben so unten“ sollen Reaktionen darauf basieren, dass Gleiches Gleiches hervorrufe. Daher rührt zum Beispiel auch die Auffassung, dass Frieden auf Dauer nie mit gewalttätigen Mitteln erreicht oder gesichert werden kann und das Missverständnis, Esoteriker seien grundsätzlich fatalistisch ausgerichtet.
Kritik
Gemeinhin gelten esoterische Lehren als pseudowissenschaftlich.
Kritiker bemängeln an der Esoterik, dass sie wegen ihrer Betonung der spirituellen und intuitiven Erkenntnis im Gegensatz zur wissenschaftlichen Methode keine Möglichkeit biete, zutreffende Erkenntnisse von Fehlschlüssen zu unterscheiden.
Behauptungen und Annahmen der esoterischen Lehren können weder belegt noch widerlegt werden, sind also gegenüber wissenschaftlicher Kritik immun. So sind in der alternativen Medizin viele angebliche Heileffekte nicht von Placebo-Effekten zu unterscheiden und schneiden in empirischen Studien sogar teilweise schlechter ab; eine Heilwirkung der Therapie ist somit nicht belegbar und teilweise kann sogar eine Schädigung der Patienten gezeigt werden.
Das große Angebot zeigt die Nachfrage nach spirituellen Themen. Gegenüber der Schulmedizin, die oft nicht weiterhelfen kann, suchen Menschen Alternativen und stoßen oft auf nur finanzielle Interessen. Wenige Angebote die hilfreich wären, ersticken in diesem Angebot und werden meistens nicht entdeckt.
Einige Religionen, wie das Christentum, der Islam oder das Judentum lehnen esoterische Ansichten als Irrglauben ab. Auch von verstandesbetonten Menschen mit naturwissenschaftlicher Überzeugung und atheistischer Lebensauffassung wird die Esoterik als rückschrittlich und Irrtum kritisiert, den die Aufklärung und die Wissenschaft eigentlich schon überwunden hätten.
Es wird zudem kritisiert, dass die Esoterik wegen der mangelnden objektiven Überprüfbarkeit der meisten Behauptungen ein gutes Betätigungsfeld für Scharlatane biete, die es relativ leicht hätten, mit erfundenen Aussagen andere Menschen finanziell oder emotional auszunutzen. Dies kann bis zu weitgehender Abhängigkeit in Sekten gehen.
Gegner, aber auch manche Esoteriker selber beklagen auch einen „Supermarkt der Spiritualität“: Verschiedene, teils widersprüchliche spirituelle Traditionen, die über Jahrhunderte in unterschiedlichen Kulturen der Welt entstanden, würden in der Konsumgesellschaft zur Ware, wobei sich verschiedene Trends und Moden schnell abwechselten („gestern Yoga, heute Reiki, morgen Kabbala“), und als Produkt auf dem Markt ihres eigentlichen Inhalts beraubt würden (Lifestyle). Dieser Umgang sei oberflächlich, reduziere Spiritualität auf Klischees und beraube sie ihres eigentlichen Sinns.
Trotz Berufung auf ein ‚gemeinsames Urwissen‘ werden einzelne Begriffe von einzelnen esoterischen Strömungen oft sehr unterschiedlich gebraucht.
Literatur
- Helmut Werner: Lexikon der Esoterik. Wiesbaden, Fourier, 1991, ISBN 3925037578
- Hans-Dieter Leuenberger: Das ist Esoterik, ISBN 3762607222
- Marc Roberts: Das neue Lexikon der Esoterik. München, Goldmann, 1995, ISBN 3442126657
- Martin Lambeck: Irrt die Physik? Über alternative Medizin und Esoterik, Beck, 2003, ISBN 3406494692
- Thorwald Dethlefsen: Schicksal als Chance, (Esoterische Psychologie - das Urwissen zur Vollkommenheit des Menschen), erstmalig erschienen 1979 bei Bertelsmann
- Margit und Rüdiger Dahlke: Die spirituelle Herausforderung. Eine Einführung in die zeitgenössische Esoterik. München, Heyne, 1990, ISBN 3453069382
- Hugo Stamm, Achtung Esoterik. Zwischen Spiritualität und Verführung. 2000, Pendo-Verlag, ISBN 3858423882
- Jörg Wichmann: Die Renaissance der Esoterik. Eine kritische Orientierung. Stuttgart, Kreuz-Verlag, 1990, ISBN 3783110149
- Jutta Ditfurth: Entspannt in die Barbarei. Esoterik, (Öko-)Faschismus und Biozentrismus. Konkret Literatur Verlag, zuerst 1996, 2. Aufl. 2002, ISBN 3-89458-148-4
- Georg Feuerstein: Heilige Narren - Über die Weisheit ungewöhnlicher Lehrer. Frankfurt 1996. ISBN 381050632X
- Kocku von Stuckrad: Was ist Esoterik? - Kleine Geschichte des geheimen Wissens. München, C.H.Beck, 2004. ISBN 3406521738
- Wouter J. Hanegraaff in collaboration with Antoine Faivre, Roelof van den Broek and Jean-Pierre Brach (Ed.): Dictionary of Gnosis & Western Esotericism. Vol. 1/ 2. Brill, Leiden, Boston 2005, ISBN 9004141871
- Colin Goldner: Die Psycho-Szene. Aschaffenburg, Alibri Verlag, 2000, ISBN 3-932710-25-8
Weblinks
Pro
- [http://www.puramaryam.de/indexdt.html Puramayam.de, Esoterische Lehrseite mit weiterführenden Erläuterungen und Verweisen]
- [http://home.arcor.de/elias_erdmann/esoterik.htm Alternative und ausführliche Erklärung der Esoterik]
- [http://www.esopedia.de/ Esopedia Wiki]
- [http://www.sphinx-suche.de/ Sortierter Katalog esoterischer Internetadressen der Buchhandlung Sphinx]
Kritisch
- [http://www.relinfo.ch/index/esoterik.html RelInfo - Informationsstelle der Schweizer evangelischen Kirche]
- [http://www.ekd.de/download/EZW_KI_Esoterik.pdf Faltblatt von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (PDF)]
- [http://www.anomalistik.de/vreligio.shtml Literaturliste der Gesellschaft für Anomalistik zu Esoterik und neuen religiösen Bewegungen]
- [http://www.gwup.org/ GWUP - Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften]
- [http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/behoerden/inneres/landesjugendbehoerde/veroeffentlichungen/esoterik-pdf,property=source.pdf Studie der Hamburger Innenbehörde zu Okkultismus, Satanismus und Rechtsradikalismus] (PDF, 760 KB)
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Kategorie:Pseudowissenschaft
Kategorie:Selbsthilfe
NaturwissenschaftNaturwissenschaften sind Wissenschaften, die sich mit der unbelebten und belebten Natur befassen, diese zu beschreiben und zu erklären versuchen. Die traditionellen Gebiete der Naturwissenschaften – Physik, Chemie und Biologie – prägen auch heute noch nachhaltig das verbreitete Bild der Naturwissenschaften. In der Gegenwart wird der Begriff Naturwissenschaften jedoch deutlich weiter gezogen. Ein Beispiel für eine Erweiterung ist die Astronomie, die sich von ihrer historischen Rolle als Astrologie zu einer modernen Naturwissenschaft entwickelt hat. Eine systematische Zusammenstellung der modernen Auffassung findet sich im Artikel Wissenschaft.
Einordnung als Wissenschaft
Die Naturwissenschaften stehen nach traditioneller Auffassung den Geisteswissenschaften gegenüber. Allerdings ist diese ausschließliche Zweiteilung der Wissenschaften in zwei große Kategorien heute weitgehend nicht mehr begriffliche Grundlage: Als prominentestes Beispiel für eine Wissenschaft, die weder als Natur- noch als Geisteswissenschaft einzuordnen ist, gilt die Mathematik, die den Strukturwissenschaften zugeordnet wird.
Entwicklung
Zu den Naturwissenschaften wurden historisch zunächst nur die Wissenschaften gezählt, die sich mit den materiellen Dingen der unbelebten Natur beschäftigen. Die Ansicht, was materiell (physisch) zu erklären sei, und was metaphysich, also jenseits der materiellen Phänome liegend und damit der materiellen Erklärung nicht zugänglich sei, unterliegt einem beständigen Wandel. Auch die Erweiterung auf neue Wissenschaftsgebiete gehört zu den Aspekten dieser Entwicklung. Ein zentrales Thema für die Naturwissenschaften war und ist die Frage nach der objektiven Erkenntnis, also einer Erkenntnis, deren Gültigkeit über das erkennende Subjekt hinausgeht und Allgemeingültigkeit erlangt.
Prinzipien der Naturwissenschaften
Heute definieren sich die Naturwissenschaften über ihre Methoden und den Wissenschaftsprozess. Es werden Hypothesen gebildet und systematische Experimente durchgeführt, um diese Hypothesen zu überprüfen. Die Hypothesen werden möglichst präzise formuliert, was in der Praxis heißt, dass die Hypothese als mathematisches Modell formuliert wird. "Mathematisches Modell" darf hierbei nicht zu eng verstanden werden, denn neben der klassischen Differentialgleichung, können solche Modelle statistische Natur haben und entsprechend formuliert werden, oder es kann sich um Abläufe handeln, die als Graphen dargestellt werden. Die Hypothese (= Modell) muss kausal und nachprüfbar sein. Die Hypothese sollte bekannte Phänomene erklären und, idealer Weise, neue Phänomene vorhersagen oder mehr Phänomene erklären als die bekannten Modelle. Ist die Hypothese erfolgreich ("sie bewährt sich") wird ihr im Laufe der Zeit immer mehr Vertrauen entgegengebracht. Bewährte Hypothesen werden oft auch als Theorie bezeichnet. Theorien, die lange Zeit und in verschiedenen Gebieten ihre Tests immer wieder bestanden haben, werden auch Naturgesetz genannt. Häufig haben sogenannte Naturgesetze aber weitere Attribute, die wissenschaftstheoretisch nur schwierig exakt zu fassen sind. Zu diesen gehören Einfachheit, großer Geltungsbereich, elegante mathematische Formulierung und hoher Erklärungswert. Erklärungswert heißt, dass die Theorie möglichst wenig freie Parameter enthält, die erst durch Messungen und Experimente bestimmt werden müssen. Als Beispiele für weithin anerkannte Naturgesetze können der Energieerhaltungssatz und die Relativitätstheorie angeführt werden. Dagegen würde man das eigentlich sehr erfolgreiche Standardmodell der Elementarteilchenphysik noch nicht als "Naturgesetz" bezeichnen, denn es mangelt ihm an Erklärungswert, da es mindestens 19 freie Parameter hat, die durch Messung und Experiment bestimmt werden müssen.
Der naturwissenschaftliche Prozess benötigt zu seiner Funktion weitere Spielregeln. Dazu gehören Veröffentlichung in etablierten wissenschaftlichen Zeitschriften, Respekt vor dem Wissenschaftler ohne Vorurteile, genaue Dokumentation der Versuchs- und Messbedingungen, sorgfältige Fehleranalyse und Freiheit der Information. Angesehene wissenschaftliche Zeitschriften unterhalten kompetente Stäbe von Gutachtern, die dafür sorgen, dass die Veröffentlichungen bestimmte Qualitätsmerkmale erfüllen (Neuigkeit, Fehlerfreiheit, Sorgfalt, korrekte und vollständige Zitate etc.). Die Gutachter sind selbst aktive Wissenschaftler, was eine selbstregulierende Fairness garantiert. Dieser Teilprozess heißt "Peer Review".
Die drei klassischen Naturwissenschaften Physik – Chemie – Biologie
- Physik: Die Physik (griechisch φυσική, physike „die Natürliche“) ist die am meisten grundlegende der Naturwissenschaften. Sie beschreibt elementare Gebiete der Natur und deren Zusammenhänge, zum Beispiel Kräfte und die Bewegung von Körpern, aber auch komplexe Zusammenhänge wie die Dynamik von Raum und Zeit oder den Atombau.
- Chemie: Die Chemie (von arabisch al-kimiya', dieses von griechisch χημεία, chemeia) ist die Lehre von den Elementen. Sie beschreibt deren Eigenschaften, Verhalten und ihre Veränderung. Zu einer tiefergehenden Erklärung dieser Vorgänge greift sie auf die Physik zurück.
- Biologie: Die Biologie (griech. βίος, bíos Leben und λόγος, lógos Lehre) befasst sich mit lebenden Organismen, angefangen bei den kleinsten Organismen wie Bakterien bis hin zum Menschen. Sie baut dabei einerseits auf Erkenntnisse der Chemie auf und beschreibt und erklärt die stofflichen Vorgänge in lebenden Organismen. Andererseits formuliert sie übergreifende Gesetze über die Entwicklung, die Lebensweise und Fortpflanzung und andere Vorgänge und Erscheinungen.
Heutige Auffassung, exakte Wissenschaften, Science
Der oben beschriebene Prozess wird auch in anderen Wissenschaftsgebieten angewendet, die nicht zu den klassischen Naturwissenschaften zählen oder zu den Naturwissenschaften aus der erweiterten Aufstellung im Artikel Wissenschaft zählen. Diese erhalten im angelsächsischen üblicherweise den Zusatz "Science". Eine Eins-zu-Eins-Übersetzung ins Deutsche ist nicht möglich, nahe kommt vielleicht der Begriff der "Exakten Wissenschaft". Als Beispiel sei "Cognitive Science" genannt, ein Teilgebiet der Psychologie, welches mit naturwissenschaftlichen Methoden arbeitet.
Anmerkungen
Der Zugang zur Information ist heute leichter, aber auch erheblich unübersichtlicher als zu früheren Zeiten. Insbesondere das Internet hat hier zu einem enormen Informationsschub geführt. Freiheit und leichter Zugang zu Information können schnell zu Verwirrung und Desinformation führen. Das Verständnis des naturwissenschaftlichen Prozesses gibt hier eine Hilfestellung, der eine Wertung der präsentierten Information ermöglicht. Sind Erfordernisse des beschriebenen Prozesses verletzt, darf man der präsentierten Information nicht die Qualität einer naturwissenschaftlichen Tatsache oder Theorie zumessen. Um Missverständnissen gleich vorzubeugen, sei gesagt, dass es natürlich viele wertvolle und nützliche Informationen gibt, die nicht naturwissenschaftlich begründet sind.
Kritiker des naturwissenschaftlichen Prozesses führen häufig die Machtstrukturen und Interessenkonflikte im realen Leben an, die wesentlichen Einfluss auf den Gang der Wissenschaft nehmen. Die sachfremden Einflüsse führen zu Umwegen und Verzögerungen, die zusammen mit dem sprunghaften und unberechenbaren (kreativen) Prozess der Hypothesenfindung zu einer starken chaotischen Komponente in der Weiterentwicklung des Wissens führen. Dies führt Kuhn zu seiner These eines sprunghaften Fortgangs des Erkenntnisgewinns. Ein solcher Sprung ist jeweils mit einem Paradigmenwechsel verbunden, der die Interpretation großer Teile der Naturwissenschaft verändert.
Zitate
"Der Beginn aller Wissenschaften ist das Erstaunen, dass die Dinge sind, wie sie sind." Aristoteles
"Das Ziel der Wissenschaft ist es immer gewesen, die Komplexität der Welt auf simple Regeln zu reduzieren." Benoit Mandelbrot
"Die naturwissenschaftliche Frage ist die logische Hypothese, welche von einem bekannten Gesetz durch Analogie und Induction weiterschreitet; die Antwort darauf gibt das Experiment, welches in der Frage selbst vorgeschrieben liegt. ... Die Naturforschung setzt also Kenntnis der Thatsachen, logisches Denken und Material voraus; diese drei, in methodischer Verknüpfung, erzeugen die Naturwissenschaft". Rudolf Virchow
"Jeder Fortschritt, den eine Kirche in dem Aufbau ihrer Dogmen macht, führt zu einer ... Bändigung des freien Geistes; jedes neue Dogma ... verengt den Kreis des freien Denkens ... Die Naturwissenschaft umgekehrt befreit mit jedem Schritte ihrer Entwickelung ... Sie gestattet ... dem Einzelnen in vollem Maße wahr zu sein". Rudolf Virchow
Literatur
Monographien:
- Karl Popper: Logik der Forschung, Mohr Siebeck, 2005, ISBN 316148410X
- Karl Popper: Objektive Erkenntnis, Hoffmann und Campe 1998, ISBN 3455103065
- Thomas S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, Suhrkamp, Frankfurt/M. 2003, (stw; Bd. 25) ISBN 3-518-27625-5
:Kuhns Thema ist der Prozess, in dem wissenschaftliche Erkenntnisse erzielt werden. Fortschritt in der Wissenschaft - das ist seine These - vollzieht sich nicht durch kontinuierliche Veränderung, sondern durch revolutionäre Prozesse. Dabei beschreibt der Begriff der wissenschaftlichen Revolution den Vorgang, bei dem bestehende Erklärungsmodelle, an denen und mit denen die wissenschaftliche Welt bis dahin gearbeitet hat, abgelöst und durch andere ersetzt werden: es findet ein Paradigmenwechsel statt.
- Wolfgang Kullmann: Aristoteles und die moderne Wissenschaft, Steiner, Stuttgart 2001, ISBN 3-515-06620-9
- Peter Mittelstädt u.a. (Hrsg.): Was sind und warum gelten Naturgesetze?, Klostermann, Frankfurt/M. 2000, (Philosophia naturalis; Bd. 37,2) ISBN 3-465-03118-0
- Gregor Markl: Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften - Verbündete, nicht Kontrahenten, in: Florian Keisinger u.a. (Hrsg.): Wozu Geisteswissenschaften? Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte, Campus Verl., Frankfurt/M. 2003, ISBN 3-593-37336-X
- Erwin Schrödinger: Was ist ein Naturgesetz? Beiträge zum naturwissenschaftlichen Weltbild, Oldenbourg, München 1997, ISBN 3-486-46275-X (Scientia Nova)
Zeitschriften:
- Philosophia naturalis. Archiv für Naturphilosophie und die philosophischen Grenzgebiete der exakten Wissenschaften und Wissenschaftsgeschichte, Klostermann, Frankfurt/M. 1. (1950/52) ff.
Siehe auch
In den Wikibooks gibt es ein Buch zum naturwissenschaftlichen Weltbild:
- Wissenschaft
- Wissenschaftssoziologie
- Natur
- Experiment
- Sozialwissenschaften
Weblinks
- [http://www.wissen-news.de Naturwissenschaft-Newsblog (dt.)]
- [http://www.wissenschaft24.info/themen.php4 Naturwissenschafts-Newsticker (dt.)]
- [http://www.lsw.uni-heidelberg.de/users/amueller/wissen.html Private Website zur wissenschaftlichen Methode]
- [http://www.physik-lexikon.de Physikforum]
Kategorie:Wissenschaftstheorie
ja:自然科学
ko:자연과학
th:วิทยาศาสตร์ธรรมชาติ
Illusion
Im Begriff Illusion steckt das ältere und heute ungebräuchliche Zeitwort "illudieren" (von lat.: ludere spielen): sein Spiel mit jemandem treiben, ihn verspotten, ein Gesetz umgehen.
Eine Illusion bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch eine mit technischen Mitteln herbeigeführte Sinnestäuschung. Illusionisten zeigen dem Menschen scheinbar Unmögliches, indem zum Beispiel ein Bild oder eine Grafik perspektivisch inkonsistent gezeichnet wird und damit ein geschlossenes System scheinbar offen ist. Berühmte Illusionisten sind David Copperfield (Zauberkunst) und Maurits Cornelis Escher (optische Täuschung).
Im Alltag spricht man von einer Illusion als einem "schönen Schein": "Jemand macht sich Illusionen", "jemand lebt in der Illusion"...
In der Psychiatrie ist Illusion synonym zu Verkennung (sogenannte illusionäre Verkennung). Damit meint man eine Sinnestäuschung, die (im Gegensatz zur Halluzination) mit einer gestörten Wahrnehmung realer Objekte einhergeht: hierbei werden Gegenstände umgedeutet (z.B. erscheint ein - realer - Hund als Werwolf oder Objektmerkmale erscheinen entfremdet).
Illusionen können als Symptom bei allen Arten der Psychose auftreten, v.a. aber bei organischen Psychosen (z.B. im Rahmen einer Alkoholvergiftung oder Hirnverletzung), aber auch bei Migräne, als epileptische Aura oder bei Übermüdung.
Zitat
- Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind Illusionen, wenn auch hartnäckige. - Albert Einstein (Korrespondenz mit Michele Besso 1903-1955)
Kategorie:Täuschung
ja:錯覚
AutosuggestionAutosuggestion ist der Prozess, durch den eine Person ihr Unterbewusstsein trainiert, an etwas zu glauben. Dies wird erreicht durch Selbsthypnose oder wiederholte Selbst-Affirmationen, und kann als eine Form von selbst-induzierter Gehirnwäsche angesehen werden. Die Akzeptanz von Autosuggestionen durch den Geist kann durch mentale Visualisierungen des erwünschten Ziels beschleunigt werden. Der Erfolg der Autosuggestion wird umso wahrscheinlicher, je konsistenter und länger (bzw. öfter) sie angewendet wird.
Autosuggestion wird meistens so durchgeführt, dass man im Geist immer den gleichen Gedanken wiederholt, bis der Geist ihn akzeptiert hat. Dabei ist es egal, ob es sich um einen positiven oder negativen Gedanken handelt. Man hofft dann, dass sich dieser Gedanke in Überzeugungen oder Tatsachen verwandelt. Dieser Prozess kann sowohl absichtlich wie auch unabsichtlich erfolgen, obwohl Autosuggestion normalerweise die bewusste Anwendung bedeutet. Sich die Auswirkungen einer Überzeugung bildlich vorzustellen, sie verbal zu bekräftigen oder sie zu denken indem man seine innere Stimme benutzt sind typische Wege, den eigenen Geist durch Autosuggestion zu beeinflussen.
Die Lehre der Autosuggestion wurde von dem französischen Apotheker Emile Coué im 19. Jahrhundert entwickelt. Er bemerkte, dass die Wirkung der Medikamente, die er seinen Kunden gab, davon beeinflusst wurde, mit welchen Worten er sie ihnen überreichte. Aus dieser Beobachtung entwickelte er den Gedanken, dass jeder Mensch sein Wohlbefinden steigern kann, indem er sich selbst Suggestionsformeln vorsagt.
Zu den Anwendungsgebieten der Autosuggestion zählen unter anderem das Autogene Training und das Positive Denken.
Kategorie:Psychotherapie
Kategorie:Selbsthilfe
Weiße MagieWeiße Magie (Theurgie) bezeichnet den Versuch, mit Hilfe von Magie Positives zu erreichen, in Bezug auf die Vervollkomnung der eigenen Person oder in Bezug auf Hilfe für andere. Die weiße Magie ist mit einem Bezug zum Konstruktiven ausgestattet und besitzt oft einen religiösen Hintergrund, da auch Praktiken gemeint sein können, das Göttliche zum Handeln zu nötigen oder zu überreden.
So lässt sich der Chassid Choni, der Kreiszeichner, auch als "weißer Magier" bezeichnen, da er der Legende nach in der Lage war, Gott durch sein Gebet im eigens dafür gezeichneten Kreis zu veranlassen, Chonis Bitten zu erfüllen.
Abraham von Worms wurde zum Urbild der weißen Magie. Seine schriftliche Überlieferung stellt die vollständigste erhaltene Überlieferung magischen Lebens dar. Abraham vermittelt alles magisches Tun ausschließlich zur höheren Ehre Gottes. Vor möglichem Schadzauber wird ausdrücklich gewarnt. Seine Magie dient (dem jüdischen) Gott und wirkt zum Besten der Menschen.
Für viele Menschen, die sich mit Magie beschäftigen, gibt es die Unterteilung in schwarze oder weiße Magie nicht. Sie lehnen Schwarz-Weiß-Denken ab, und vertreten den Standpunkt, Magie sei ein Werkzeug wie ein Messer, welches sowohl der Nahrunggszubereitung als auch dem Töten dienen könne.
Aus spritueller Sicht rührt die Ausübung magischer Rituale auf der einen Seite an den Begriff des Gebetes, womit hier eine sehr schwache Form der Magie durch einfache Bitten an das Göttliche gemeint ist. Auf der anderen Seite rührt sie an den Okkultismus, der sich unmittelbar mit esoterischen Praktiken zur Veränderung der geistigen bzw. physischen Welt mit Hilfe übersinnlicher Praktiken befasst.
Innerhalb verschiedener religiöser Konzepte steht die sog. weiße Magie weniger im Verdacht negatives Karma auszulösen bzw. man spricht gar nicht über mögliche Kausalfolgen auf der geistigen Ebene. In anderen Bereichen wird behauptet, dass jedwede Einmischung in die Angelegenheiten anderer Wesen, egal ob mit oder ohne ihre Zustimmung, zu Folge habe, dass der Praktizierende in Folge seiner Einmischung nun selbst die umgangenen Erfahrungen des anderen im gegenwärtigen oder einem folgenden Leben durchleben müsse. Es gibt keine einheitliche Meinung innerhalb der Esoterik darüber, inwieweit z.B. sehr engagierte Angehörige der Heilberufe auch diese Grenze mitunter sogar unwissentlich überschreiten.
siehe auch: Schwarze Magie, Abraham von Worms
Kategorie:Okkultismus
Kategorie:Magie
Pfad der rechten HandDer Pfad zur rechten Hand (sanskrit: Dakshina Marga) oder Right Hand Path (RHP) ist ein aus dem Hindu-Tantra entlehnter Begriff, welcher eine gesellschaftskonforme Ausübung von Religion bezeichnet.
Der RHP fußt in der Regel auf einem Erlösungsgedanken, welcher im Bewusstsein des individuellen Ichs die Wurzel allen Leidens sieht und ist somit geeignet, die gängigen Religionssysteme wie Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum und Islam unter einer gemeinsamen Kategorie zusammenzufassen.
Parallel dazu können philosophisch-religiöse Strömungen, welche mit dem RHP nicht vereinbar sind, oftmals dem Pfad zur linken Hand zugeordnet werden.
Die Begriffe Pfad der linken Hand und Pfad der rechten Hand werden praktisch immer von Vertretern "linkspfadiger" Glaubensrichtungen verwendet. Auch hat dieser Dualismus im Westen einen eher antithetischen Charakter, d.h. er stellt beide Richtungen als sich gegenseitig ausschließend dar. In ihrem Ursprungsgebiet werden beide Pole eher als sich gegenseitig ergänzend angesehen.
Kategorie:Hinduismus
Kategorie:Esoterik
1920er
- Einführung des Rundfunk, Langwelle, Mittelwelle
- Goldene Zwanziger
- 25. Oktober 1929: am schwarzen Freitag kommt es zu drastischen Kursverlusten an der New Yorker Börse. Als Folge darauf stürzt die Welt in die Weltwirtschaftskrise
Übersicht: Hits der 1920er
1920
: Mamie Smith: Crazy Blues
: Charles Harrison: I'll Be With You in Apple Blossom Time
: Jerome Kern: Look for the Silver Lining
: Ted Lewis Jazz Band: When My Baby Smiles at Me
: Ben Selvin: The Charleston
1921
: Ted Snyder: Sheik of Araby
: Vaughn De Leath: I'm Just Wild About Harry
: Paul Whiteman and Orchestra: Song of India
: Van and Schenck: Ain't We Got Fun
1922
: Jazzbos Carolina Serenaders: Chicago (That Toddlin Town)
: Al Jolson: Toot, Toot, Tootsie Goodbye
: Blossom Seeley: Way Down Yonder in New Orleans
: Fats Waller: I Wish I Could Shimmy Like Sister Kate
: Van and Schenck: Carolina in the Morning
1923
: Louis Prima: Yes! We Have No Bananas!
: Ted Snyder: Who's Sorry Now?
: Ray Henderson: That Old Gang of Mine
: Bessie Smith: Down-Hearted Blues
: Bessie Smith: Gulf Coast Blues
1924
: Louis Armstrong & Bessie Smith: St. Louis Blues
: Paul Whiteman and Orchestra: Indian Love Call
: George Gershwin: Fascinatin' Rhythm
: Harry Conick Jr.: It Had To Be You
: Marion Harris: Tea for Two
: Benny Goodman: California Here I Come
1925
: Art Gillham: I'm Sittin' On Top of the World
: Goofus Five: Alabamy Bound
: Eddie Cantor: If You Knew Susie Like I Knew Susie
: Ethel Waters: Sweet Georgia Brown
: Goofus Five: Yes Sir, That's My Baby
: Fats Waller: Squeeze Me
1926
: Al Jolson: Are You Lonesome Tonight
: Duke Ellington: Bye, Bye Blackbird
: Jean Goldkette: Tip Toe Through the Tulips
: Gertrude Lawrence: Someone to Watch Over Me
1927
: Paul Robeson: Old Man River
: Fats Waller: The Digah's Stomp
: Gene Austin: My Blue Heaven
: Henry James Allen Jr.: Swonderful
: Johnny Marvin: Me and My Shadow
1928
: Cliff Edwards: I Can't Give You Anything But Love
: Ben Selvin: You're the Cream in My Coffee
: Eddie Cantor: Makin' Whoopee
: Helen Kane: I Wanna Be Loved by You
1929
: Fred Astaire: Puttin' On the Ritz
: Fats Waller & Douglas Watt: Ain't Misbehavin'
: Cliff Edwards, The Brox Sisters, Charles King, Gus Edwards, Marie Dressler, Bessie Love, Polly Moran: Singin' in the Rain
: Howard Carmichael: Star Dust
1930
: King Oliver's Creole Jazz Band: Boogie Woogie
: Count Basie: I Got Rhythm
: Red Nichols: Embraceable You
: Ted Lewis: Sunny Side of the Street
Persönlichkeiten
- Albert Einstein
- Johannes Heesters
- Lenin
- Erich Ludendorff
- Hans Luther
- Wilhelm Marx
- Benito Mussolini
- Josef Stalin
- Gustav Stresemann
- Kurt Tucholsky
- Auguste Viktoria
- Josef Wirth
ja:1920年代
ko:1920년대
simple:1920s
LogeDer Begriff Loge hat - bereits seit dem 18. Jahrhundert - mehrere Bedeutungen:
- ein kleines, vorn offenes oder zum Hinausschauen eingerichtetes Zimmer, z.B. für einen Pförtner (siehe auch Concierge)
- ein vorn offener und mit einer Brüstung versehener, seitwärts aber abgeschlossener Sitzraum in Oper, Theater und ähnlichen Veranstaltungsräumen: Logenplatz
- eine von Faszien umschlossene Gruppe von Muskeln (Muskelloge)
- ein Versammlungsort der Freimaurer, Rosenkreuzer des AMORC und der Odd Fellows.
- und auch der in diesem Versammlungort tagende Freimaurerverein selbst: Freimaurerloge
- Druidenorden, Gründung 1781 in London; Deutscher Druiden-Orden, Gründung 1872 in Berlin: http://www.vaod.de
- ein Zusammenschluss von Künstlern i.w.S. (vgl. die „Internationale Artistenloge")
- alternativer Name des germanischen Halbgotts des Feuers; vor allem als Loki bekannt, aber auch als Lodur.
Aleister Crowley
Aleister Crowley [] ( - 12. Oktober 1875 in Leamington Spa, England; † 1. Dezember 1947 in Hastings, England; eigentlich Edward Alexander Crowley), war ein Okkultist, Magier, Mystiker, Poet, Künstler, Künstler-Manager und Sozialkritiker. Er wird fälschlicherweise oft als Begründer des „modernen“ Satanismus eingestuft.
In seinen jungen Jahren war er ein sehr erfahrener und begeisterter Bergsteiger, der an einigen Expeditionen teilnahm. Später führte er ein höchst wechselhaftes Leben an vielen Orten der Welt.
Er war Mitglied im Hermetic Order of the Golden Dawn und leitete später den Ordo Templi Orientis. Er begründete das philosophisch/religiöse System von Thelema, welches auf seinem Buch Liber AL vel Legis (Buch des Gesetzes) basiert.
Leben
Crowley stammt aus einer frommen puritanischen Brauer-Familie, die den Plymouth Brethren angehört.
Bereits als kleines Kind (ungefähr 1879) musste er regelmäßig an der morgendlichen Bibelstunde teilnehmen. Er stellte als Jugendlicher fest, dass ihn Schilderungen blutiger Folterungen und die Vorstellung, selber unter Todesqualen zu leiden, erregten. Sein Vater starb 1886, als Crowley 11 Jahre alt war. Seine Mutter gab ihn 1888 als 13-Jährigen in ein christliches Internat. Dort versuchte man ihn, nachdem er durch Sexspiele mit anderen Kindern gegen die lokalen Tabus verstieß, mit Gewalt (anderthalbjährige Isolation) „umzuerziehen“. Vermutlich resultiert seine spätere Abneigung allem Christlichen gegenüber aus dieser Zeit. 1890 wurde er aus dem Internat hinausgeworfen. Von 1891 berichtete er über sexuelle Erlebnisse mit einem Dienstmädchen.
1895 begann er ein Studium der Geisteswissenschaften am Trinity College der Universität Cambridge. Im gleichen Jahr bestieg Crowley, der ein leidenschaftlicher Bergsteiger war, das Eigerjoch in den Alpen; auch unternahm er erste dichterische Versuche. 1896 erwachte er angeblich in einem Hotel in Stockholm mit dem Wissen um seine „magische Macht“. Er brach sein Studium ohne Abschluss ab und begann, sich keltisierend Aleister zu nennen.
1898 hielt er sich als Bergsteiger in der Schweiz auf. Dort lernte er Julian L. Baker kennen, der ihn in den Hermetic Order of the Golden Dawn (Hermetischer Orden der goldenen Morgendämmerung) einführte, einen der vielen rosenkreuzerisch-freimaurerischen „Geheimbünde“ dieser Zeit. Diesem trat er am 18. November bei. Im Dezember übersprang er zwei Grade und nannte sich Perdurabo (= „ich werde ausharren bis zum Ende“). Sein pornografischer Gedichtband White Stains erschien.
1899 zog Crowley in London mit Allen Bennet zusammen. Beide zelebrierten die Zeremonien des Ordens. Crowley hatte in diesem Jahr erste Kontakte mit Drogen (Opium, Kokain, Morphium, Ether, Chloroform). 1900 zog Bennet aus Gesundheitsgründen nach Ceylon (heute Sri Lanka), Crowley zog nach Boleskine House am Strand von Loch Ness in Schottland. Er nannte sich fortan Laird of Boleskine und kleidete sich wie ein schottischer Edelmann.
Da ihm die Londonder Mitglieder des Golden Dawn den Aufstieg zum 5. Grade, dem Adeptus Minor wegen homosexueller Affären verweigerten, besuchte Crowley im Januar 1900 Samuel Liddel Mathers, den Gründer des Golden Dawn, in Paris. Dieser nahm, gegen einen Eid der Loyalität, die entsprechende Zeremonie vor und Crowley stieg zum 5. Grad auf. Die Bruderschaft in London erkannte diese Weihe nicht an und revoltierte gegen Mathers, der aus dem Golden Dawn ausgeschlossen wurde, allerdings nicht nur deswegen. Crowley versuchte im Namen Mathers' entweder die Kontrolle über den Golden Dawn oder über Eigentum des Golden Dawn zu erringen. So unterbrach er ein Ritual, gekleidet in vollen Highlander-Regalia und eine Kapuze tragend. Angeblich kam es während dieser Auseinandersetzung auch zu magischen Attacken. Crowley berichtete, die Rebellen hätten feindliche Magie gegen ihn gerichtet; sein Regenmantel habe spontan in Flammen gestanden, und er sei grundlos in Zorn geraten, dass selbst Pferde vor Schreck davonrannten. Am Ende zerfiel der Golden Dawn, woran neben feindlicher Magie (nach Meinung der Mitglieder) auch Presse und Polizei ihren Anteil gehabt hätten.
Im Mai 1900 brach Crowley nach Mexiko auf, einerseits nach Mexiko-Stadt, um dort seinen okkulten Neigungen nachzugehen, andererseits zum Bergsteigen. 1901/1902 reiste er nach Indien und ins Himalaya-Gebirge. Er nahm an einer Expedition von Oscar Eckenstein zur Erstbesteigung des K2 im Karakorum teil, die Expedition scheiterte aber.
Am 11. August 1903 traf Crowley die verwitwete Rose Kelly, die Schwester seines Freundes Sir Edward Kelly. Von ihrer Familie wurde sie bedrängt, wieder zu heiraten, eine Eheschließung war bereits arrangiert. Crowley wollte Rose aus dieser Situation befreien und versprach ihr selber die Ehe. Daher heirateten die beiden am nächsten Morgen, dem 12. August, in einer fast wörtlich zu nehmenden Nacht- und Nebelaktion. Im Anschluss wurde eine Hochzeitsreise geplant und in Angriff genommen. Diese führte das Paar über London nach Paris, dann über Marseille weiter ins ägyptische Kairo. Das Paar war schon früh damit beschäftigt, zusammen Beschwörungen diverser Mächte vorzunehmen. In Kairo, im April 1904, entdeckte Rose hellseherische Fähigkeiten in sich. Diese führten nach Crowleys Angaben dazu, dass das Paar im ehemaligen Boulak-Museum auf eine Holzstele aufmerksam wurde. Diese Stele von etwa 650 v. Chr. war die so genannte Stele des Ankh-f-n-khonsu (heute im Ägyptischen Nationalmuseum, Kairo). Sie stellt eine Opferszene dar, bei der der Besitzer der Stele vor dem ägyptischen Gott Re-Harachte steht. Die Tatsache, dass diese Stele im Ausstellungskatalog die Nummer 666 trug, betrachtete Crowley als ein Zeichen, da er selber sich mit dieser Zahl, auch die Zahl des (großen) Tieres (vgl. Bibel, Offenbarung des Johannes) genannt, bereits früher identifiziert hatte. Laut Crowley wurde ihm, nach einer Anrufung des Horus, am 8., 9. und 10. April in Kairo von einem Abgesandten des von ihm in Ra-Hoor-Khuit umgemünzten Re-Harachte mit dem Namen Aiwaz ein Buch dikitiert, das Liber Legis ( | | |