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OpenOffice
OpenOffice.org ist ein freies Office-Paket, also eine Kombination aus verschiedenen Programmen zur Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation, zum Zeichnen und zur Datenbankverwaltung.
Das Programm wird oft auch kurz OpenOffice genannt. Da dieser Begriff in der Schweiz jedoch markenrechtlich geschützt ist, wird als Name OpenOffice.org verwendet.
Ziel des Open-Source-Projektes OpenOffice.org ist es, das international führende Office-Paket zu werden und für alle wichtigen Betriebssysteme verfügbar zu sein. Dabei soll der Zugang zu Funktionen und Daten durch offengelegte Schnittstellen und ein XML-basiertes Dateiformat ermöglicht werden.
OpenOffice.org ist für Microsoft Windows, Apple Mac OS X (derzeit als X11-Version und als Nebenprojekt NeoOffice/J, erhältlich unter [http://www.neooffice.org/]), Linux und Unix-Systeme erhältlich. Daneben existiert eine Portierung für IBM OS/2 bzw. eComStation. Auch an einer Unterstützung von ReactOS wird seitens des ReactOS-Teams gearbeitet. Auf dem Code von OpenOffice.org basiert die Office-Software IBM Workplace.
OpenOffice.org kann die Daten vieler anderer Programme sowie die verbreiteten Dateiformate von Microsoft Word (.doc), Microsoft Excel (.xls) und Microsoft PowerPoint (.ppt) zumeist ohne Probleme importieren und exportieren. Mehr noch: es lassen sich sogar "Legacy-Formate" importieren, an denen etablierte Office-Pakete scheitern. OpenOffice.org kann problemlos parallel zu anderen Office-Paketen installiert und benutzt werden.
Programmpaket
Die Office-Suite enthält die folgenden Programme:
# Writer (Textverarbeitung)
# Calc (Tabellenkalkulation)
# Web (HTML-Editor)
# Impress (Präsentationsprogramm)
# Draw (Grafikprogramm)
# Math (Formel-Editor)
# Base (Datenbankprogramm, ab Version 2.0)
Geschichte
Marco Börries gründete 1984 im Alter von 16 Jahren die Firma Star Division, deren Hauptprodukt das Office-Paket StarOffice wurde [http://de.openoffice.org/about-ooo/about-history.html]. Nachdem StarOffice mehr als 25 Millionen mal verkauft worden war, erwarb Sun Microsystems 1999 die Firma Star Division für über 70 Millionen Dollar und bot StarOffice 5.2 zum kostenlosen Download an. Am 19. Juli 2000 wurde das OpenOffice.org Projekt von Sun Microsystems öffentlich bekanntgegeben und am 13. Oktober 2000 ging die Website OpenOffice.org online, über die der Quellcode einer Vorversion von StarOffice 6.0 bezogen werden konnte. Er war zu diesem Zeitpunkt etwa 400 MByte groß und enthielt über 35.000 Dateien mit insgesamt rund 7.500.000 Zeilen C++-Code. Von Drittanbietern lizenzierte Komponenten waren zuvor aus dem Quellcode entfernt worden.
Build 638c – die erste funktionierende Version – wurde im Oktober 2001 veröffentlicht. OpenOffice.org 1.0 wurde am 1. Mai 2002 und OpenOffice.org 1.1 am 2. September 2003 herausgegeben. Die Version OpenOffice.org 1.1.5 wurde im September 2005 fertig. Am 20. Oktober 2005 ist der Schritt auf Version 2.0 erfolgt.
Die heutigen Versionen von StarOffice basieren auf OpenOffice.org, werden von Sun aber u. a. um die aus dem OpenOffice.org-Quellcode entfernten Komponenten (z. B. Rechtschreibkorrektur, Thesaurus, Datenbankmodul Adabas D und Cliparts) erweitert. Die Verwendung des OpenOffice.org-Codes für das nicht quelloffene StarOffice ist möglich, da Sun neben der GNU Lesser General Public License (LGPL) auch nach der Sun Industry Standards Source License (SISSL) Lizenzen vergibt. Seit September 2005 steht OpenOffice.org nunmehr unter der LGPL Lizenz.
Versionen
OpenOffice.org 1
OpenOffice.org 1.0 wurde am 1. Mai 2002 veröffentlicht. Im Oktober 2003 wurde die Version 1.1 freigegeben, die mittlerweile in der überarbeiteten [http://de.openoffice.org/about-downloads.html#suite Version 1.1.5] vom September 2005 vorliegt. Wichtige Änderungen in der Version 1.1 waren:
- Dateien im PDF-Format können ohne zusätzliche Software erstellt werden. Das ist besonders wichtig für den Austausch von Dokumenten, da für PDF-Dokumente unter beinahe jedem Betriebssystem ein Programm zum Öffnen vorhanden ist und das Layout (Aussehen) immer gleich bleibt.
- Man kann Dateien über XSLT in andere XML-Formate exportieren. Derzeit existieren XSLT-Filter für DocBook, XHTML, Word 2003, u. a.
- Ein Makrorecorder ermöglicht das Aufzeichnen von Arbeitsabläufen.
Die am 14. September 2005 erschienene Version 1.1.5 enthält neben zahlreichen Fehlerkorrekturen als wichtigste Neuerung Importfilter für die OpenDocument-Formate, wie sie von OpenOffice.org 2 als Standardformat genutzt werden.
OpenOffice.org 2
OpenDocument
Die Entwicklung an Version 2 von OpenOffice.org begann bereits im Juli 2003. Seit Oktober 2003 erschienen immer wieder sogenannte Snapshots, die nur für Entwickler oder Nutzer, die die neuen Funktionen testen wollten, gedacht waren. Die erste Betaversion von OpenOffice.org 2.0 erschien im Februar 2005, die zweite im August 2005. Es folgte Ende September 2005 der erste Release Candidate, Anfang Oktober der zweite und Ende Oktober kurz vor Freigabe der endgültigen Version der dritte. Diesem folgten zwei weitere Release Candidates. Die Final-Version wurde am 20. Oktober 2005 freigegeben.
Wichtigste Neuerungen sind die eigene Datenbankanwendung (Base), das neue Dateiformat OpenDocument und eine sich den Desktop-Einstellungen anpassende Oberfläche. Außerdem wurde die Benutzerführung optimiert, um Benutzern von Microsoft Office eine möglichst einfache Migration auf OpenOffice.org zu ermöglichen.
Wichtige Änderungen in der Version 2.0 sind:
- XML-Dateiformat nach offenem Standard (OASIS OpenDocument)
- Die neue "Multi-pane"-Ansicht
- Neue CustomShapes (kompatibel zu Microsoft AutoShapes)
- Mehr Diashow-Übergänge und Animationseffekte
- Erweiterter PDF-Export
- Neues erweitertes Datenbank-Frontend
- Serienbrief-Assistent
- Erweiterte Wortzählfunktion
- Verbesserung der Tabellen in Writer
- Unterstützung für verschachtelte Tabellen
- Unterstützung für Seitenumbrüche in Tabellenzellen
- Unterstützung für digitale Signaturen
- XForms-Unterstützung
- WordPerfect-Filter
- Bis zu 65.536 Zeilen in Calc
- Erweiterte Unterstützung für Pivot-Tabellen
- Plattformspezifische Installationsprogramme
- Integration in die Arbeitsumgebung
- Schwebende Werkzeugleisten (In OOo 1.1.x konnten nur selbst erstellte Leisten frei an- und abgedockt werden)
Dateiformat
Das Dateiformat von OpenOffice.org wurde von der Organization for the Advancement of Structured Information Standards (OASIS) als Basis für das neue offene Austauschformat OpenDocument verwendet, welches auch das Standardformat von OpenOffice.org ab Version 2.0 ist. Die XML-Dateien sind gepackt und belegen deshalb sehr wenig Festplattenspeicherplatz. Zudem kann man diese Dateien auch entpacken und den Inhalt mit jedem beliebigen Texteditor ansehen oder auch mit eigenen Programmen verändern.
So ist es zum Beispiel möglich, Programme zu schreiben, die Formulare mit Inhalten einer Datenbank automatisch ausfüllen. Außerdem kann man sich sicher sein, dass man auf seine Dateien auch in vielen Jahren noch uneingeschränkt zugreifen kann - gerade im kommerziellen und behördlichen Einsatz aufgrund der langen Aufbewahrungsfristen für Unterlagen ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Derzeit steigen immer mehr öffentliche europäische Einrichtungen auf OpenOffice.org um. So hat die französische Polizei angekündigt, 80.000 Desktoprechner von Microsoft Office auf OpenOffice.org zu migrieren. Die Europäische Union plant, das OASIS-Dateiformat als einheitliches Standarddatenformat für ihre Dokumente einzusetzen.
Die OpenDocument-Dateiformate sind nicht identisch mit den vorher in OpenOffice.org benutzten Dateiformaten. Dateien, die mit Version 2.0 im OpenDocument-Format gespeichert wurden, können mit Versionen bis 1.1.4 nicht geöffnet werden. Mit Version 1.1.5 ist es jedoch möglich, entsprechende Dateien zu öffnen, zu bearbeiten und in den Dateiformaten der Version 1.x abzuspeichern.
Umgekehrt kann Version 2.0 alle Dateiformate früherer Versionen verlustfrei lesen und schreiben.
Derzeit ist die ISO-Standardisierung im Gange, dabei liegt die unveränderte OASIS-OpenDocument 1.0 Spezifikation zu Prüfung durch die ISO-Mitglieder vor. Diese Phase dauert einige Monate, anschließend stimmen diese ISO-Mitglieder darüber ab, ob dieser Entwurf zum ISO-Standard wird.
Migrationsproblematik für Endanwender
Da OpenOffice.org aus lizenzrechtlichen Gründen keine deutschsprachige Rechtschreibprüfung beiliegt, muss diese nachinstalliert werden, was direkt in der Anwendung möglich ist. Dabei werden automatisch die gewünschten Wörterbücher, die für eine große Anzahl Sprachen zur Verfügung stehen, über das Internet nachgeladen.
Der Duden-Verlag hat eine Duden OpenOffice.org Suite im Angebot, die um eigene Rechtschreib-, Stil- und Grammatikprüfungsfunktionen erweitert wurde. Hierbei erfolgt die Prüfung nicht nur wortweise sondern im Kontext des ganzen Satzes. Die Duden-Variante der Office-Suite ist für die OpenOffice.org-Version 2.0 vorgesehen.
Zur Erweiterung der Programmfunktionalität stehen eine Vielzahl von Vorlagen, Addins und Makros in den Sprachen BASIC, Python, Java und JavaScript zur Verfügung. Wie bei jeder Software-Umstellung benötigt der Benutzer eine gewisse Einarbeitungszeit, ehe er mit den teilweise von anderen Programmen abweichenden Menüstrukturen und Vorgehensweisen vertraut ist.
Einschränkungen
OpenOffice.org ist ein sehr umfangreiches Office-Programm. Wer lediglich schnell einen Brief schreiben will, ist auch mit Office-Programmen der einfacheren Art gut bedient (z. B. AbiWord). Ein Nachteil der OpenOffice.org-Suite ist, dass das Programm relativ hohe Ansprüche an den Rechner stellt. Dies ist jedoch kein auf OpenOffice.org beschränktes Problem.
Literatur
- Tobias Berndt, OpenOffice.org 2.0 (mit CD), 2005, ISBN 3897213818
- Franz Böhm, Writer-Tuning, 194 clevere Tipps und Tricks für OpenOffice.org 2 und StarOffice 8, 2005, ISBN 3936546401
- Ramin Assisi, OpenOffice für Ein- und Umsteiger, 2004, ISBN 3446229353
- Thomas Krumbein, OpenOffice.org - Einstieg und Umstieg (mit CD inkl. Open Office), 2003, ISBN 3898424316
- Günter Born, StarOffice/OpenOffice.org - Für Linux und Windows, 2004, ISBN 389990124X
- Malte Borges, Jörg Schumacher, Torsten Redeker, StarOffice 7.0 / OpenOffice.org Kompendium (mit 2 CD), 2004, ISBN 3827266696
- Wolfgang Soltendick, OpenOffice.org Basic, ISBN 3936546142
- Franz Böhm, StarOffice 7 - kreativ - , auch für OpenOffice.org, 2004, ISBN 3895761532
Weblinks
- [http://de.openoffice.org/ de.openoffice.org] Offizielle Webpräsenz
- [http://www.ooo-portal.de/ ooo-portal.de] Deutsches OpenOffice.org-Portal
- [http://www.ooowiki.de/ ooowiki.de] Deutschsprachiges OpenOffice.org-Wiki
- [http://www.prooo-box.org prooo-box.org] Die OpenOffice.org PrOOo-Box
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Computer/Software/Standardsoftware/OpenOffice.org/ dmoz.org/...] Kategorie OpenOffice.org beim Open Directory Project
- [http://oooconv.free.fr/wikipedia/wikipedia_en.html oooconv.free.fr/...] OOoWikipedia-Plugin (englisch)
- [http://wiki.services.openoffice.org/twiki/bin/view/Main/SVGImportFilter wiki.services.openoffice.org/...] SVG-Import-Plugin für OpenOffice.org 2.0 (englisch)
Kategorie:Softwarehersteller
Kategorie:Freie Software
Kategorie:Büroanwendung
ja:OpenOffice.org
ko:오픈오피스
ms:OpenOffice
simple:OpenOffice.org
th:โอเพนออฟฟิศดอทอ็อก
Freie Software
Freie Software ist Software, die beliebig benutzt, kopiert, studiert, verändert und weiterverteilt werden kann. Der Quellcode ist frei zugänglich. Werden diese Freiheiten (vor allem lizenzrechtlich) eingeschränkt, so wird die Software als proprietär oder unfrei bezeichnet.
Frei heißt dabei nicht kostenlos. Richard Stallman prägte den Ausspruch: Free as in freedom, not as in free beer (frei wie in Freiheit, nicht wie in Freibier). Freie Software ist daher deutlich zu unterscheiden vom Begriff Freeware, dem „Freibier“ der Softwareindustrie.
Geschichte
In den 1960 und 1970er Jahren wurde Software als Zugabe zu Computern gesehen, um sie nützlich zu machen. Programmierer tauschten die Software dabei frei untereinander aus und gaben häufig den entsprechenden Quelltext weiter. Insbesondere in großen Benutzergruppen wie der DEC User Group (DECUS) war das üblich.
In den späten 1970er Jahren begannen Firmen „Softwarelizenzen“ einzuführen, welche den Nutzen, die Weitergabe und die Möglichkeit der Veränderung der Programme einschränkte. Außerdem wurden viele Programme nicht mehr im Quellcode geliefert, sondern nur noch in Maschinenlesbarer Form, was eine Veränderung nahezu unmöglich machte. Damit wurden die angestellten Programmierer sowie die Nutzer der entsprechenden Software beschränkt, Software wurde zu einem künstlich verknappten Gut.
In diese Zeit fiel die Arbeit von Richard Stallman am „AI Lab“ (Abteilung für Künstliche Intelligenz) des Massachusetts Institute of Technology. Als dort ebenfalls proprietäre Software in den Laboren eingeführt wurden, bemühte Stallman sich darum, durch das Programmieren alternativer Software eine Monopolstellung proprietärer Anbieter zu verhindern. Er folgte damit seinen Prinzipien einer wissenschaftlichen Zusammenarbeit, die einen freien und ungehinderten Austausch von Software vorsahen.
Dies gipfelte im September 1983 in der Ankündigung des GNU-Projekts, das einen freien UNIX-Klon namens GNU erstellen wollte. Kurze Zeit später gründete er die Free Software Foundation, die sich der Förderung und Produktion freier Software verschrieb.
Um die im GNU-Projekt geschriebene Software anderen Programmierern frei zugänglich zu machen und zu verhindern, dass das Recht auf freien Zugang, freie Verbreitung und die Möglichkeit zur Abänderung nicht verloren gehen konnte, entwarf Stallman das Copyleft-Prinzip, und wandte darauf aufbauende Lizenzen auf die geschriebene GNU-Software an. 1989 fasste er die jeweils programmabhängigen Lizenzen mit Hilfe des Rechtsprofessors Eben Moglen zu einer einzigen Lizenz, der GNU General Public License (GPL) zusammen, die meist verbreitete Freie-Software-Lizenz.
1993 stellte Linus Torvalds den von ihm geschriebenen Betriebssystem-Kern Linux unter die GPL: Seitdem entwickelte sich Linux zu einem der bekanntesten Stücke freier Software (siehe auch Geschichte von Linux).
1997 veröffentlichte Eric S. Raymond das Essay „The Cathedral and the Bazaar“, dass die Firma Netscape dazu veranlasste, den Quelltext des Netscape Navigators frei zu geben. Das daraus später entstandene Produkt Mozilla Firefox gehört ebenfalls zu den bekanntesten Stücken freier Software.
Nach der Veröffentlichung des Essay durch Raymond gründeten dieser, Bruce Perens und Tim O'Reilly die Open Source Initiative mit dem Ziel, den Begriff der freien Software durch den Begriff Open Source abzulösen, da dieser weniger ideologisch belastet sei. Bis heute sorgen die beiden Bezeichnungen immer wieder für Verwirrung und Unstimmigkeiten zwischen den einzelnen Unterstützern.
Lizenzen
Richard Stallman und die Free Software Foundation (FSF) definieren Software als frei, wenn ihre Lizenz folgende Freiheitsrechte einräumt:
# Freiheit 0: das Programm zu jedem Zweck auszuführen.
# Freiheit 1: das Programm zu studieren und zu verändern.
# Freiheit 2: das Programm zu kopieren.
# Freiheit 3: das Programm zu verbessern und zu verbreiten, um damit einen Nutzen für die Gemeinschaft zu erzeugen.
Für Freiheit 1 und 3 ist der Zugang zum Quellcode Voraussetzung, sonst wird das Verändern eines Programms schwer bis unmöglich.
Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, wird die Software als proprietär oder unfrei bezeichnet.
Es gibt verschiedene Typen von Lizenzen, die die Kriterien freier Software erfüllen:
- Copyleft-Lizenzen, die GNU General Public License (GPL) ist die am häufigsten verwendete. Der Autor behält das Copyright und es sind Klauseln enthalten, dass veränderte und weitergegebene Software frei bleibt. Auch der Quellcode muss zur Verfügung gestellt werden.
- Public-Domain-Lizenzen. Der Autor verzichtet auf das Copyright. Damit kann jeder alles mit der Software machen, z. B. in eigene Programme einbauen und verkaufen.
- Bei BSD-artigen Lizenzen behält der Autor das Copyright. Diese „Ehre, wem Ehre gebührt“ Lizenz enthält den Autor und oft auch einen Haftungsausschluss. Veränderung und Weitergabe in jeder Form ist erlaubt, d.h. sie darf auch in proprietäre Software eingebaut werden. In diese Klasse fallen die Apache-Lizenz und die MIT-Lizenz.
Freie-Software-Bewegung und Open Source
Der Ausdruck „freie Software“ wird allgemein als Synonym für „Open-Source-Software (OSS)“ verwendet, wenn auch die Verfechter der jeweiligen Begriffe verschiedene Schwerpunkte setzen.
Obwohl weitgehende Einigkeit herrscht, kritisiert die FSF an der jüngeren Open-Source-Bewegung unter anderem, dass der Begriff Open Source Unklarheiten schafft und sich nur an technischen, nicht aber an sozialethischen Fragen orientiert.
Bekannte Persönlichkeiten
- Richard Stallman, Initiator des GNU-Projektes, Initiator und Entwickler von Emacs und GCC
- Linus Torvalds, Entwickler des Linux-Kernels
- Andrew Tridgell, Entwickler des Samba-Pakets
- Larry Wall, Autor der Programmiersprache Perl
- Jamie W. Zawinski, Initiator der Mozilla-Freigabe
- Guido van Rossum, Autor der Programmiersprache Python
- Lawrence Lessig, Gründer von Creative Commons
Beispiele freier Software
Die Liste freier Software wird immer länger, siehe [http://directory.fsf.org FSF/UNESCO Free Software Directory (englisch)]. Einige der wichtigsten Projekte sind:
- Das GNU-Projekt: Emacs, GCC, GNU Debugger, bash sowie Versionen fast aller Unix-Kommandozeilen-Utilities
- der Betriebssystemkern Linux
- Apache, eine Webserver-Software
- Datenbanken, wie MySQL und PostgreSQL
- Programmiersprachen wie Perl, PHP, Python und Ruby
- X.Org ist eine freie Implementation des X11-Fenstersystems.
- KDE und GNOME sind die zwei prominentesten Projekte zur Erstellung benutzerfreundlicher Oberflächen und zugehöriger Endanwender-Applikationen.
- OpenOffice.org ist ein Bürosoftware-Paket im Stil von Microsoft Office.
- Mozilla ist eine Websuite, auf der viele andere – freie und proprietäre – Programme wie z.B. der Netscape Navigator aufbauen.
Bedeutung
Betriebswirtschaftliche Sichtweise
Freie Software kann beliebig kopiert und weitergegeben werden. Eine Restriktion des freien Kopierens und der freien Weitergabe ist mit dem Begriff der freien Software nicht vereinbar. Freie Software muss aber nicht unbedingt kostenlos sein, sie kann auch verkauft werden.
Diese Art der Softwareherstellung beeinflusst über kurz oder lang die Geschäftsstrategie eines jeden Softwareherstellers.
Volkswirtschaftliche Sichtweise
Gewöhnlicherweise werden Innovationen nicht durch hohe Margen, sondern durch einen breiten Absatz in den Verkehr gebracht. Freie Software wird deshalb von einigen Wirtschaftswissenschaftlern als gute Möglichkeit gesehen, qualitativ hochwertige Software ohne Lizenzkosten zu erhalten und die allgemein hohen Servicekosten konstant zu halten oder zu senken.
Freie Software unterliegt keiner Rivalität und auch nicht dem Ausschlussprinzip, ist somit ein spezifisch öffentliches Gut und kann per Definition nicht einem üblichen Marktgeschehen unterliegen. Dennoch betrachten die Herausgeber proprietärer Software sie als eine ernste Bedrohung für ihr Geschäft und versuchen deshalb, potenzielle Kunden von der Benutzung freier Software abzuhalten. Als Argumente führen sie u. a. garantierte, bessere Qualität proprietärer Software, besonders im Hinblick auf Benutzerfreundlichkeit, sowie bessere Dienstleistungen an. In einigen Fällen versuchten Entwickler proprietärer Software Entwicklern von Freier Software Patent- und Urheberrechtsverletzungen vorzuwerfen, um sie vom Markt zu drängen.
Politische Sichtweise
Viele Politiker in Deutschland sehen das (größtenteils) freie GNU/Linux als zukünftigen Ersatz für das vorherrschende proprietäre Betriebssystem Windows. Häufig wird eine Übereinstimmung von Transparenz in einer Demokratie und der Transparenz der freien Software hergestellt.
Einige Menschen sehen in der Freie-Software-Bewegung sogar eine Möglichkeit, den Kapitalismus zu überwinden. In Deutschland beschäftigt sich hauptsächlich das Projekt Oekonux mit dieser Thematik.
Andere sehen in freier Software lediglich einen weiteren Wettbewerber innerhalb der marktwirtschaftlichen Ordnung.
Die Freiheit, die Software in andere Sprachen zu übersetzen, kommt besonders denjenigen Sprachgruppen zugute, für die eine Übersetzung nicht kommerziell interessant ist.
Zudem fließt bei Verwendung freier Software kein Geld in fremde Länder ab, wo die Anbieter proprietärer Software ihren Firmenhauptsitz haben. Alle Mittel, die vor Ort für IT bereit stehen können daher unmittelbar in die IT-Wirtschaft vor Ort einfließen.
Weltpolitische Sichtweise
Die Freiheit der Software wird vom 3. UNO-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS) als schützenswert anerkannt. Sie gehört zu den elementaren Forderungen der Zivilgesellschaft, mit der die digitale Spaltung überwunden werden soll.
Unter digitaler Spaltung wird die Spaltung in Länder / Regionen der Erde bezeichnet, die sich die Beschaffung von Software leisten können, und solche, die dies nicht können. Teilweise gibt es auch aufgrund der wirtschaftlichen Unattraktivität in ihren Fällen keine angepasste proprietäre (geschlossenen) Software.
„Durch freie Software haben Entwickler in anderen Kulturräumen die Freiheit, Programme an ihre Sprache und Gegebenheiten anzupassen, um sie dann kommerziell oder nichtkommerziell weiterzugeben. Bei proprietärer Software ist dies generell verboten und von der Gnade des Herstellers abhängig“ (Georg Greve, Präsident der Free Software Foundation Europe und Vertreter des zivilgesellschaftlichen WSIS Koordinierungskreises in der deutschen Regierungsdelegation, 2003) - [http://www.nnm-ev.de/themen/wsis/28414.html].
Freie Software war und ist kontrovers
Zwischen 1960 und 1970 etablierte sich hauptsächlich an akademischen US-Einrichtungen (Stanford, Berkeley, Carnegie Mellon und MIT) eine „Hacker-Kultur“, für die es selbstverständlich war, ihre Software-Verbesserungen mit anderen Programmierern zu teilen. Es war auch gängige Praxis, den Quelltext der mit Computersystemen ausgelieferten Software mitzuliefern. Dadurch kamen viele Vorschläge für Verbesserungen und Fehlerkorrekturen zu den Computerherstellern zurück.
1969 entwickelte AT&T die erste Version des Betriebssystems Unix. Als eine der ersten entschied die Berkeley Universität, dieses Betriebssystem zu Forschungszwecken einzusetzen. Diese Arbeiten resultierten schließlich in einer Berkeley Software Distribution (BSD) des AT&T Unix. AT&T erkannte einen potentiellen Markt und brachte eine kommerzielle Version, nämlich UNIX System V, auf den Markt.
Zwischen 1970 und 1980, mit dem Aufkommen von (finanzierbaren) Mikrocomputern von IBM, Apple, Atari, Commodore etc. wurde es üblich, Software getrennt von Computer-Hardware zu verkaufen und den Quelltext vor der Konkurrenz zu verbergen; d.h. die Software wurde proprietär. Immer mehr „Hacker“ wurden von den Softwarefirmen angestellt und die bisher wahrgenommenen Freiheiten wurden stark eingeschränkt.
Es war Richard Stallman – ein Student am Massachusetts Institute of Technology (MIT) – der für die Fortführung und Stärkung der Freien-Software-Bewegung sorgte. In den Anfängen seines Studiums begann er die Entwicklung von Emacs (ein funktional äußerst umfangreicher Texteditor) für ihn selbstverständlich mit frei verfügbarem Quelltext. Als kommerzielle Interessen mehr und mehr für das verstärkte Aufkommen von proprietärer Software sorgten, formte er eine philosophische Sicht, dass Software frei sein sollte. In einem Interview sagt er 1999:
:„Ich stand vor einer Entscheidung: Entweder ich betrete die Welt der proprietären Software, unterschreibe Geheimhaltungsvereinbarungen und verspreche, meinen Hacker-Kameraden nicht zu helfen. Oder ich verlasse das Tätigkeitsfeld der Computer gänzlich. Oder ich suche eine Möglichkeit, wie ein Programmierer etwas Gutes tun kann. Ich fragte mich, ob es ein Programm oder mehrere Programme gibt, die ich schreiben könnte, um wieder eine Community zu ermöglichen.“
Stallman entschied sich für die Freiheit und startete im Jahr 1983 das GNU-Projekt („GNU's not UNIX“), dessen Ziel es war, ein komplett freies Unix-kompatibles Betriebssystem zu schaffen.
Um sicherzugehen, dass diese Software immer frei geändert und weitergegeben werden kann, schrieb er zusammen mit dem Rechtswissenschaftler Eben Moglen die GNU General Public License (GPL). Im Vorwort der GPL heißt es:
:„... die GNU General Public License hat den Zweck, Ihnen die Freiheit zu garantieren, Freie Software zu verteilen und zu ändern – um zu gewährleisten, dass die Software für alle Benutzer frei ist.“
Es ist ein wichtiger Aspekt, dass frei im Sinne von Freiheit und nicht frei von Kosten gemeint ist:
: „Wenn wir von Freier Software sprechen, beziehen wir uns auf die Freiheit, nicht auf den Preis. Unsere General Public License wurde so entworfen, dass sie gewährleistet, dass jeder die Freiheit hat,
: Kopien der Software zu verteilen (und für diese Leistung, wenn man möchte, ein Entgelt zu verlangen),
: den Quellcode zu erhalten oder ihn sich zu besorgen, wenn man möchte,
: die Software zu verändern oder Teile davon in neuen, gleichermaßen freien Programmen zu verwenden und
: darüber informiert zu sein, dass jeder diese Rechte hat.“
Im Jahr 1985 gründete Stallman die gemeinnützige Stiftung Free Software Foundation (FSF) zur Förderung der Entwicklung von GNU und GPL verwandter Software. Derzeit (März 2004) sind knapp 3.000 GNU-Pakete im „Free Software Directory“, welches 1999 ebenfalls als ein Projekt der FSF startete, eingetragen.
Die letzte Kontroverse löste Andrew Tridgell 2005 aus, als er das BitKeeper-Protokoll reverse engineerte, und Larry McVoy dazu veranlasste, die freie Benutzung von BitKeeper wieder zu verbieten. Das gab der Entwicklung von freien Quellcode-Verwaltungssystemen einen neuen Schub.
Vor- und Nachteile freier Software
Ein Vorteil freier Software liegt in der Möglichkeit, die Software ungehindert zu verändern und zu verteilen. Freie Software kann unbegrenzt an eigene Bedürfnisse angepasst und ein daraus resultierendes Produkt als freie Software weiterverteilt werden. Hierdurch erreicht der Nutzer die Unabhängikeit von einzelnen Projekten und Herstellern. Ebenso ist es möglich, freie Software kommerziell zu verwerten.
Ein Nachteil freier Software ist der Verlust der Kontrolle über ein Werk. Mit der Veröffentlichung eines Werkes besteht für Jedermann Zugriff auf dieses und es kann zu jedem Zweck verändert und benutzt werden, ohne das der Urheber darüber informiert werden muss.
Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass die Software gegen die Lizenz genutzt wird, und zum Beispiel Veränderungen nicht offen gelegt werden, obwohl es die Lizenz erfordert. In solchen Fällen ist der Nachweis der Lizenzverletzung oftmals schwierig und mit hohem Aufwand verbunden.
Es muss beachtet werden, dass einige Vor- und Nachteile von den jeweiligen Lizenzen abhängen. So erlauben z.B. einige Lizenzen Veränderungen nur, wenn diese Veränderungen wieder öffentlich zugänglich gemacht werden, während einige Lizenzen es auch erlauben, die Änderungen geschlossen zu halten.
Hindernisse und Bedrohungen für freie Software
Die Vorteile, dass der Herausgeber auf den weiteren Umlauf seiner Software keinen Einfluss mehr hat, und die Funktionsweise offen liegt, werfen eine Reihe von Konflikten zu den gängigen Geschäftspraktiken im Umgang mit Software auf.
Proprietäre Schnittstellen
Die Hardware-Hersteller gehen immer mehr dazu über, die Schnittstellenspezifikationen geheim zu halten, um der Konkurrenz das Kopieren von technischen Lösungsmethoden zu verwehren. Der Grund liegt im zunehmenden Wettbewerbsdruck und in der Einfachheit des Schutzes gegenüber der Patentierung. Wenn nicht öffentlich dokumentiert ist, wie die Geräte anzusteuern sind, erleidet die Hardwareunterstützung freier Betriebssysteme mittels freier Treiber einen schweren Rückschlag.
Andererseits haben die Hersteller die Benutzer größerer freier Plattformen (GNU/Linux, XFree86) als Kundengruppe erkannt. Viele von ihnen stellen proprietäre Treiber zur Verfügung. Diese Treiber stoßen unter den Anhängern freier Software auf höchst geteilte Meinungen: Einige sind glücklich darüber, dass sie die Unterstützung der Hardware-Hersteller errungen haben und ihre Hardware durch ihr präferiertes Betriebssystem nun voll unterstützt wird, andere haben Bedenken, dass man aufgrund der proprietären Treiber nicht mehr von einem freien Betriebssystem sprechen könne.
Sollte der Hersteller keinen entsprechenden Treiber zur Verfügung gestellt haben, gibt es immer noch die Möglichkeit, den Treiber für eine andere Plattform zu verwenden und über die Schnittstellen der Zielplattform darauf zuzugreifen. Dies hat sich jedoch als eine in der Praxis zweitklassige Lösung herausgestellt, insbesondere, wenn Hardware-Treiber in einer hoch privilegierten Ebene im System laufen und somit beim kleinsten Fehler komplette Abstürze verursachen können.
Eine generelle Schnittstellenfreigabe würde die Benutzer freier Softwareplattformen sicherlich entlasten. Neben der philosophischen Sichtweise ist es eine Frage der Systemstabilität, denn sollte beispielsweise ein proprietärer Linux-Netzwerkkartentreiber regelmäßig zu Abstürzen des Systems führen, wären die Linux-Entwickler dagegen machtlos und es würde von der Gnade des Herstellers abhängen, ob der Fehler behoben würde.
Software-Patente
Die regelmäßig in den Schlagzeilen auftauchenden Softwarepatente haben auf freie Software einen besonders schwerwiegenden Einfluss, denn es ist zum Teil rechtlich noch nicht einmal möglich, mit freier Software die Patentauflagen zu erfüllen. Diese bestehen nämlich in einigen Fällen auf eine Gebühr pro in Umlauf gebrachte Kopie, aber freie Software verlangt gerade, dass der Herausgeber darüber keinen Einfluss haben darf. Selbst, wenn er die Lizenzgebühren zum Beispiel durch Spenden zahlen würde, müsste er eine genaue Zahl der Kopien, die im Umlauf sind, vorlegen können, womit es keine freie Software mehr wäre.
TCG, DRM, Kopierschutz, usw.
Trusted Computing und DRM haben das Ziel, die Aktivitäten auf dem eigenen System durch Fremde aus der Ferne zu kontrollieren. Dies ist mit freier Software nur mit Hilfe schwer zu knackender robuster quelloffener Kryptographie möglich und nicht durch simples Verstecken. (siehe auch Kerckhoff-Prinzip)
- Politisch gesehen muss freie Software immer vom Benutzer ersetz- und veränderbar sein. Software, die in binärer Form zertifiziert sein muss, ist dies nicht.
- Technisch gesehen kann in freier Software vor dem Benutzer nichts im Binärcode verheimlicht werden, weil der Quellcode für jeden zugänglich ist. Somit kann die Verschlüsselung, mit der die Daten vor dem Benutzer „bewahrt“ werden, einfacher hintergangen werden.
Eine weitere beispielhafte Inkompatibilität tut sich mit dem Kopierschutz bei DVDs auf: Der Kopierschutz ist effektiv kaum wirksam und leicht zu hintergehen, allerdings verhindert er das normale Abspielen.
Es wird nun behauptet, Programme, die den Kopierschutz lösen, müssten lizenziert sein, ansonsten wäre schon das reine Abspielen in Deutschland illegal, weil ein Kopierschutz unter keinen Umständen umgangen werden dürfe.
Diese Behauptung könnte jedoch als FUD angesehen werden, da das Laden in den Arbeitsspeicher nach der Rechtsprechung keinen Kopiervorgang darstellt.
Falls Hardwarehersteller wie Intel oder AMD funktionseinschränkende Verfahren in Chipsätze oder Prozessoren implementieren sollten, könnte freie Software den vollen Funktionsumfang möglicherweise nur noch auf freier Hardware entfalten.
Siehe auch
Open Source, Debian Free Software Guidelines, Open-Source-Bewegung, Portal:Freie Software
Literatur
- Volker Grassmuck: [http://freie-software.bpb.de/ Freie Software. Zwischen Privat- und Gemeineigentum.] Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2002, ISBN 3-89331-432-6
- Stefan Kooths, Markus Langenfurth, Nadine Kalwey: [http://mice.uni-muenster.de/mers/ Open Source-Software: Eine volkswirtschaftliche Bewertung.] In: MICE Economic Research Studies. 4/2003, Universität Münster, MICE, ISSN 1612-9032
- Bernd Lutterbeck, Robert A. Gehring, Matthias Bärwolff (Hrsg.): [http://www.opensourcejahrbuch.de Open Source Jahrbuch 2005. Zwischen Softwareentwicklung und Gesellschaftsmodell.] Lehmanns Media, Berlin 2005, ISBN 3-86541-059-6
- Markus Pasche, Sebastian von Engelhardt: [http://ideas.repec.org/p/jen/jenasw/2004-18.html Volkswirtschaftliche Aspekte der Open-Source-Softwareentwicklung.] In: Jenaer Schriften zur Wirtschaftswissenschaft. 18/2004, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, ISSN 1611-1311
Weblinks
- [http://www.gnu.org/philosophy/free-sw.de.html Die Definition Freier Software] – Artikel der Free Software Foundation zum Thema
- [http://www.debian.de/intro/free.de.html Was bedeutet »Frei«? oder Was bedeutet der Begriff »Freie Software«?] – Artikel des Debian-Projekts zum Thema
- Volker Grassmuck: [http://freie-software.bpb.de/frameset.html Freie Software. Zwischen Privat- und Gemeineigentum.] Im Volltext (HTML)
- [http://www.gnu.org/philosophy/categories.de.html Kategorien freier und unfreier Software] Liste, Glossar und Abgrenzung der Lizenzen „Freier und unfreier Software“
- http://www.germany.fsfeurope.org/index.de.html Free Software Foundation Europe
- [http://www.bpb.de/methodik/6120BX,,0,Freie_Software_in_der_Schule.html Freie Software in der Schule] – eine Online-Publikation der Bundeszentrale für politische Bildung
- Technology Review: [http://www.heise.de/tr/artikel/56526 Software: Endlich frei]
- [http://www.stephanmaus.de/open-source.htm Essay über die Kultur Freier Software] – (Süddeutsche Zeitung)
- [http://www.oew.org/de/machmitartikel.php?id=299 Freie Software - Chance für Entwicklungsländer?] Quelle:OEW
Kategorie:Urheberrecht
ja:フリーソフトウェア
ko:자유 소프트웨어
th:ซอฟต์แวร์เสรี
TextverarbeitungEin Textverarbeitungsprogramm ist ein Computerprogramm zum Verfassen von Texten und Briefen. Das erstellte Dokument kann abgespeichert und ausgedruckt werden. Der Übergang zu anderen Programmen ist fließend, da sich in vielen Textverarbeitungsprogrammen heute auch Grafiken und Tabellen einbinden lassen.
Textverarbeitungsprogramme bieten im Gegensatz zu reinen Texteditoren in der Regel erweiterte Layout- und Formatierungsfunktionen an. Neben der Textüberarbeitung erhöhen Rechtschreibprüfung, Indexerstellung, Such- und Ersetzfunktionen den Nutzen für den Anwender. Formatvorlagen vereinfachen zudem eine einheitliche Gestaltung der zu veröffentlichenden Dateien, Textbausteine die Einbindung von wiederkehrenden Inhalten.
Textverarbeitung als Werkzeug
Ein guter „Textverarbeiter“ beherrscht neben den Raffinessen moderner Textverarbeitungsprogramme auch die Feinheiten, die für eine rationelle Textverarbeitung unentbehrlich sind. Dies sind Arbeitstechniken wie das Tastschreiben, die Phonotypie, die Autorenkorrekturzeichen und die Formgestaltung unter Berücksichtigung der Gestaltungsregeln (DIN 5008).
Geschichte
Eine der ältesten Kulturtechniken, das Schreiben, verstand sich noch nie allein auf das bloße Eingeben von Zeichen zur Niederlegung von Informationen. Schon seit frühester Zeit wurden Schriftstücke äußerlich ansprechend gestaltet, indem beispielsweise die Anfangsbuchstaben des Textes oder eines Absatzes kunstvoll und aufwendig verziert wurden. Werden die heutigen Texte auch mit anderen technischen Mitteln erstellt, so bleibt der Wunsch, aber auch ein Bedarf, an äußerlichem Gestalten erhalten.
Dafür gibt es verschiedene Gründe. Die Textgestaltung kann von der einfachen Verschönerung bis hin zum Konzept für die Ausgestaltung von Informationen unter dem Aspekt der Wirkungssteigerung erfolgen. Entsprechend gestaltete Texte verbessern deren Verständlichkeit nachgewiesenermaßen sehr.
Seit Einführung des Personal Computers hat sich auf dem Textverarbeitungssektor so einiges getan. Das heutige Ergebnis sind Programme, bei denen der reine Textverarbeitungsteil programmiertechnisch wohl noch den geringsten Aufwand erforderte. Vielmehr wurden sie angereichert mit Funktionen, die zuvor einzeln von anderen Programmen und oft auch anderen Herstellern bezogen werden mussten. Heutige Textverarbeitungsprogramme integrieren die reine Texterfassung mit den Möglichkeiten der Grafikeinbindung, Tabellenerstellung, Formelgenerierung oder der Präsentationsgrafik. Nicht selten kommen sie dabei den Fähigkeiten von Desktop-Publishing-Programmen sehr nahe.
Die Einführung der grafischen Benutzeroberfläche Windows ermöglichte erst den Schritt in diese Richtung, verhalf sie doch den Programmen, auf Techniken wie dem Datenaustausch über eine zentrale Zwischenablage, dem dynamischen Datenaustausch oder dem Objekt-verbinden-und-einbetten zurückzugreifen. Auch die Möglichkeit, den Text gemäß dem Prinzip WYSIWYG (engl. What You See Is What You Get) bereits auf dem Bildschirm so präsentiert zu bekommen, wie er auch später ausgedruckt erscheint, wird erst durch diese grafische Oberfläche erreicht.
Die ersten Textverarbeitungsprogramme: ASCII-Editoren
Die ersten Textverarbeitungsprogramme, treffender bezeichnet als „Texterfassungsprogramme“, waren so genannten ASCII-Editoren, die sich aus dem Zeichenvorrat der normierten ASCII-Tabelle bedienten. ASCII beschreibt eine festgelegte Zeichentabelle aus Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen, die den Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Programmen standardisiert. Da der Zeichenvorrat dieser Tabelle 256 vordefinierte Zeichen umfasst, ist dementsprechend auch die Textein- und -ausgabe auf genau diese Zeichen begrenzt. Der Befehlsumfang solcher ASCII-Editoren geht in der Regel über das Speichern, Laden und Drucken nicht hinaus. Erweiterte Programme bieten noch Funktionen wie die Textmarkierung sowie das Ausschneiden, Kopieren und Versetzen von Textabschnitten an. Das heutige Einsatzgebiet solcher Editoren ist das Erstellen von Programm-Quellcodes bei Programmiersprachen, bei denen der Quelltext ohne jegliche Formatierungen vorliegen muss.
Zeichenorientierte Textverarbeitung und der SAA-Standard
Die Kategorie der im Funktionsumfang erweiterten zeichenorientierten Textprogramme (Character Used Interface) verwendet ebenfalls, wie die ASCII-Editoren auch, den normierten und beschränkten ASCII-Zeichensatz als Grundlage. Die fest definierten Zeichensätze werden sowohl für die Bildschirmdarstellung als auch für den Ausdruck verwendet. Der Abstand der Zeichen untereinander ist fest vorgegeben, wie auch die Zeichen selber statisch sind. Diese „Statik“ bedeutet, dass alle Zeichen des Zeichenvorrats vorgeformt und fertig zur Verfügung stehen. Hier liegt der große Vorteil der CUI-Programme begründet: die Arbeitsgeschwindigkeit. Da alle Zeichen in Größe und Form fertig vorliegen, bedarf es keiner ständigen Neuberechnung deren Bildschirmdarstellung. Die Hardware-Anforderungen beim Einsatz von CUI-Programmen sind entsprechend gering. Der dadurch erkaufte Nachteil ist jedoch genau die heute gewünschte Darstellungsqualität, das WYSIWYG eben. Proportionale Schriftarten oder von der Standardschrift abweichende Größen, Textauszeichnungen wie fett, kursiv oder unterstrichen sowie Gestaltungselemente wie Umrahmungen werden auf dem Bildschirm nicht dargestellt und sind daher erst beim Ausdruck ersichtlich. Die hier oft überraschenden Ergebnisse führten zur Entwicklung einer Zusatzfunktion, dem sogenannten Preview, der Seitenvorschau. Diese Funktion schaltet von der zeichenorientierten zur grafischen Darstellung um und zeigt den Text an, wie er später auch auf dem Ausdruck zu erwarten ist. Meistens zwar ist der Textinhalt selber nicht mehr zu lesen, jedoch sind die Proportionen, die Ränder und die Position der Grafiken zu erkennen. Einige Hersteller gingen noch einen Schritt weiter und implementierten eine Möglichkeit des Zoomens, also der Vergrößerung dieser Seitenansicht.
Der von IBM geschaffene Standard für Anwendungsprogramme prägte die weitere Gestaltung der zeichenorientierten Textprogramme. Die meisten Hersteller richteten sich an diese Konventionen der Programmierung, es entstanden die sogenannten COW-Programme. COW steht für Character Oriented Windows, also zeichenorientierte Windows-Programme. Die Handhabung dieser Programme erfolgt unter den einheitlichen SAA-Konventionen. SAA-Programme arbeiten fensterorientiert mit Pull-Down-Menüs, Rollbalken, gesteuert mit der A-Taste oder der Maus. Ist die Bedienung der Oberfläche einmal erlernt, so fällt der Wechsel zu anderen SAA-Programmen leicht, da die Bedienung zumindest immer dieselbe ist.
Die Gegenwart: Grafische Textverarbeitungsprogramme
Die grafisch orientierten Programme basieren auf dem GUI, dem Graphical User Interface. Ebenfalls beruhend auf der SAA-Technik existieren hier jedoch keine „vorgefertigten“ und starren Zeichensätze mehr. Alle Zeichen sind in Form und Größe variabel. Am Bildschirm können also Formatierungen und Schriftgrößen exakt so angezeigt werden, wie sie formatiert wurden und später auch auf dem Ausdruck erscheinen. Ermöglicht wird dies durch die getrennte Handhabung von Druckerschriften zum einen und Bildschirmschriften zum anderen. Der Preis hierfür ist jedoch ein enormer Rechenaufwand für die ständigen Aktualisierung und Neuberechnung der Bildschirmanzeige. Wichtig geworden sind deshalb neben der reinen Prozessorleistung des Rechners Komponenten wie die Grafikkarte und der Bildschirmspeicher. Bauteile, über die sich in den Zeiten ohne Windows für die Textverarbeitung wohl keiner größere Gedanken machte. Die Entwicklung geht sogar soweit, Grafikkarten mit eigener Prozessorleistung auszustatten um den Hauptprozessor beim rechenintensiven Bildschirmaufbau zu unterstützen. Die Bezeichnung „Windows-Karten“ bringen deutlich zum Ausdruck, dass erst die grafische Oberfläche zur Einführung solcher Komponenten geführt hat.
Die WYSIWYG-Darstellung geht jedoch noch weit über die 1:1-Darstellung von Zeichen hinaus. Auch eingebundene Grafiken, Tabellen oder Formeln werden natur- und druckgetreu angezeigt. Die Bildschirmanzeige selber kann obendrein von der 100 % Ansicht stufenlos verkleinert oder vergrößert werden. Alle Proportionen bleiben dabei selbstverständlich erhalten, wofür wieder die separaten Bildschirmschriften Sorge tragen.
Die Haupterwartung und Anforderung an grafische Textverarbeitungsprogramme im Vergleich zu deren charakterorientierten Mitbewerbern dürfte wohl das oft erwähnte Zauberwort WYSIWYG sein. Das Druckergebnis soll also exakt dem entsprechen, was auf dem Bildschirm zu sehen ist. Oder anders ausgedrückt: Alles, was und wie man es auf dem Bildschirm sieht, soll auch genauso ausgedruckt werden. Des Weiteren ist eine möglichst vollständig integrierte Mausbenutzung zu realisieren. Neuere Techniken wie das Drag and Drop oder die Smarticons zum Schnellaufruf wichtiger Befehle gehen eindeutig in diese Richtung. Weitere Anforderungen betreffen die sonst nur schwachen oder gar nicht vorhanden Bereiche der Tabellenerstellung und der Grafikeinbindung.
Dateiformate
Jedes Textverarbeitungsprogramm hat bis jetzt noch sein eigenes Dateiformat für die Speicherung von Dokumenten. Eine gewisse Standardisierung ist durch das Rich Text Format erreicht worden, mit dem aber die Einheitlichkeit des Layouts auf verschiedenen Rechnern nicht gewährleistet ist.
Im Moment wird an der Standardisierung von Dateiformaten durch XML gearbeitet. Nachdem die Autoren von KOffice seit Projektbeginn 1998 an auf ein XML-Format setzten, hat OpenOffice.org im Jahr 2002 mit seinen auf XML basierenden Dateiformaten ein besser spezifiziertes Format vorgelegt. Aufgrund einiger Unterschiede in den Implementierungen kam es jedoch nie zur Übernahme des jeweils anderen Formats.
Dies wird sich künftig ändern: Die Organisation OASIS spezifizierte das offene Austauschformat OpenDocument. Dieses Format basiert auf dem OpenOffice.org-Dateiformat und wird von OpenOffice.org, StarOffice, KOffice, AbiWord und TextMaker in zukünftigen Versionen verwendet werden. Es wurde von Mitarbeitern der Firma Sun Microsystems und KOffice-Entwicklern entwickelt und wird nach seiner Verabschiedung ein offener Standard sein.
Eines der verbreitetsten Dokumentenformate zum Austausch von nicht weiter zu bearbeitenden Dokumenten ist PDF. Dieses kann auf so gut wie jedem Betriebssystem eingelesen werden und behält dabei das Aussehen. Ein Export der Texte in plattformunabhängiges HTML ist ebenfalls bei manchen Programmen möglich.
Liste von Textverarbeitungsprogrammen und -systemen
- Einfache Programme
- Atlantis Ocean Mind
- CA-Textor
- Microsoft Windows Write (bis MS Windows 3.11)
- Microsoft Windows Wordpad (ab MS Windows 95)
- Microsoft Windows Notepad (Windows-Editor)
- Apple TextEdit (Mac OS X-Editor)
- BBEdit (für Mac OS und Mac OS X)
- Komplexere Programme
- AbiWord
- Adobe FrameMaker (Desktop Publishing-Programm)
- Adobe InCopy
- Adobe InDesign (Desktop Publishing-Programm)
- Adobe PageMaker (Desktop Publishing-Programm)
- AppleWorks, früher ClarisWorks (Büropaket für Mac OS und Mac OS X)
- Breadbox-Ensemble Office-Paket incl. DTP-Fähigkeiten und PC/GEOS-V4.x, einer GUI für X86 PCs mit MSDOS und anderen DOS-Varianten.
- WordPerfect von Corel
- KWord
- Letter Star (für Mac OS X)
- Mariner Write (für Mac OS X und Mac OS)
- Mellel (für Mac OS X)
- Microsoft Works (Programmpaket)
- Microsoft Word
- NeoOffice (OpenOffice-Abkömmling)
- Nisus Writer (für Mac OS)
- Nisus Writer Express (für Mac OS X)
- OpenOffice.org Writer OpenOffice.org
- Pages für Mac OS X, Bestandteil des iWork-Büropaketes von Apple
- Papyrus (Software)
- Publicon von Wolfram Research (insbesondere für naturwissenschaftliche Bedürfnisse)
- QuarkCopyDesk
- QuarkXPress – eher ein professionelles Layout-Programmm
- RagTime (Office/Layout/DTP)
- StarOffice Writer
- TeX/LaTeX
- TextMaker (von SoftMaker)
- Kollaborative Online-Textbearbeitung in Echtzeit
- SubEthaEdit (für Mac OS X)
- MoonEdit (für Linux, Windows, FreeBSD)
- Historische Programme
- AmiPro
- DisplayWrite (IBM PC Text)
- GEOS OfficePaket Betriebssystem für Homecomputer C64,C128,Plus/4 und Apple II
- MacWrite
- MacWrite Pro
- SpeedScript (für den Atari)
- WordStar
- 1st Word Plusfür den Atari ST
- Fremdsprachige Programme
- Madhyam für indische Sprachen
- Pladao Office OpenOffice.org-Abkömmling für Thailändisch
Siehe auch
- Office-Paket
Weblinks
- [http://www.uni-koeln.de/rrzk/software/textverarbeitung/ Textverarbeitung und Desktop Publishing]
- [http://www.intertast.de/p0400010.htm Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung (DIN 5008)]
- [http://www.oasis-open.org/committees/tc_home.php?wg_abbrev=office OASIS: offenes Dokumentenformat (englisch)]
Kategorie:Anwendungsprogramm
!
Kategorie:Schreibtechnik
ja:ワードプロセッサ
ko:워드 프로세서
ms:Pemproses kata
Tabellenkalkulation
Eine Tabellenkalkulation ist eine Software für die tabellarische, interaktive Eingabe, Verarbeitung und graphische Darstellung von numerischen und alphanumerischen Daten.
Ein Teil der Darstellungsfläche des Programms auf dem Bildschirm ist dabei tabellenmäßig in Zeilen und Spalten eingeteilt. Je nach Programm bzw. Bedienparadigma heißt dieser Bereich zum Beispiel Arbeitsblatt, Worksheet oder Spreadsheet. Jede Zelle dieser Tabelle kann eine Konstante (Zahl, Text) oder eine Formel enthalten. Die Formeln können Werte aus anderen Feldern (Zellen) referenzieren,
von der Software wird dann das Resultat angezeigt.
Die erste Software zur Tabellenkalkulation wurde 1979 unter dem Namen VisiCalc von Dan Bricklin für den Apple II erstellt. Dies machte aus dem Apple, der bis dahin eher von Bastlern und zum Hobby verwendet wurde, einen Computer für Geschäftsanwendungen. VisiCalc wurde auf viele andere Rechnermodelle portiert, u.a. Apple III, TRS-80 model 3, TRS-80 model 2, Commodore PET CBM-80, HP 125, Atari 800 und 1981 IBM PC. VisiCalc wurde 1983 von der Firma Lotus unter Mitch Kapor für den PC weiterentwickelt zu Lotus-123.
Von Borland stammt das 1987 entwickelte Quattro Pro, das 1994 an Novell verkauft wurde und später weiter an Corel. Von Microsoft stammen die Tabellenkalkulationsprogramme Multiplan (für CP/M und MS-DOS) und Excel (für Mac 1985/Windows 1987). Im GNU-Projekt wird unter GNOME das Programm Gnumeric entwickelt. Auch das Office-Paket OpenOffice.org enthält eine Tabellenkalkulation (Calc), ebenso KOffice von KDE KSpread.
Übersicht einiger Programme mit Tabellenkalkulation
- CA-Compete
- Calc (Teil von OpenOffice.org)
- GeoCalc
- Gnumeric (Teil von GNOME Office)
- Javelin
- KSpread (Teil von KOffice)
- Lotus-123
- Lotus Improve
- Microsoft Excel (Teil von Microsoft Office)
- Multiplan
- PerfectCalc
- PlanMaker
- ProCalc
- Quattro Pro
- Reflex
- SIAG_Office
- SS (Unix, Textmode, für "SpreadSheet")
- StarCalc
- SuperCalc
- Symphony
- Teapot
- TWIN
- VisiCalc
- VP-Planner
Weblinks
- [http://www.harchut.de/download/javascript/excel_immobilien-rechner_javascript-sheet-online-tabellenkalkulation.htm Tabellenkalkulation am Beispiel einer Immobilienfinanzierung]
- [http://www.j-paine.org/spreadsheet_wiki/ Spreadsheet Wiki] (engl.)
!
ja:表計算ソフト
ko:스프레드시트
PräsentationUnter Präsentation versteht man:
- Allgemein: die Darstellung oder Darbringung von Informationen gegenüber einem Publikum - Ausstellung, Vortrag, Referat, Bericht, Erklärung, Promotion usw.
- In der Computerwelt: die meist multimediale Computer-Präsentation am Bildschirm oder mit Hilfe eines Projektors (Beamers).
- In der Statistik die Ergebnispräsentation.
- Im Wechselrecht die Vorlage eines Wechsels zur Zahlung oder zur Annahme.
Siehe auch
Präsentationsmethode und Präsentationstechnik
ZeichnungDas Wort Zeichnung (v. althochdt.: zeichenunga Kennzeichnung) bezeichnet
- eine Zeichnung als Bild, siehe Zeichnung (Kunst).
- die natürliche, in einem bestimmten Muster verteilte Färbung bei Tieren und Pflanzen, siehe Mimikry.
- eine Konstruktionszeichnung als Vorlage zur Fertigung wird technische Zeichnung genannt.
- eine Zeichnung in der Architektur wird Architektenzeichnung oder Entwurfszeichnung genannt, siehe Zeichnung (Architektur)
- Zeichnungen als Vorlage werden auch bei der Errichtung von Bauwerken und Gebäuden benutzt, siehe Bauzeichnung
- das Beantragen von Aktien, siehe Zeichnung (Aktien)
Schweiz
Die Schweizerische Eidgenossenschaft (franz. Confédération suisse, ital. Confederazione Svizzera, rätoroman. Confederaziun svizra, lat. Confoederatio Helvetica), kurz Schweiz, ist ein Binnenstaat in Mitteleuropa. Der Name Schweiz ist die ins Hochdeutsche übertragene Form des Kantonsnamens Schwyz, der auf die gesamte Eidgenossenschaft verallgemeinert wurde.
Die Schweiz liegt zwischen Bodensee und Genfersee, Alpenrhein und Jura, Hochrhein und Alpensüdrand. Sie grenzt nördlich an Deutschland (345.7 km Grenzlänge), östlich an Liechtenstein (41.1 km) und Österreich (165.1 km), südlich an Italien (734.2 km). Der westliche Nachbar ist Frankreich mit 571.8 km gemeinsamer Grenzlänge.
In Kürze
Frankreich
Die Schweiz ist geprägt von Gebirgen, Seen und Wäldern.
Die Schweizer verstehen sich als «Willensnation» – sie bilden weder ethnisch noch sprachlich noch religiös eine Einheit. Ihr Zusammengehörigkeitsgefühl speist sich aus der gemeinsamen Geschichte, den gemeinsamen Mythen, gemeinsamen politischen Grundhaltungen (Föderalismus, Volksrechte) und zum Teil aus dem Gefühl, in Europa einen Sonderfall zu bilden.
Der Legende nach wurde die Eidgenossenschaft am 1. August 1291 auf der Rütli-Wiese gegründet. Der 1. August ist deshalb heute Nationalfeiertag.
Die Schweiz in ihrer heutigen Form als föderalistischer Bundesstaat besteht seit 1848. Sie gliedert sich in 26 Kantone.
Die ständige Wohnbevölkerung beträgt 7.4 Millionen, davon sind 20.6 % Ausländer.
Die Lebenserwartung beträgt 82.8 Jahre für Frauen und 77.2 für Männer (BFS, 2005).
Offizielle Landessprachen sind deutsch, französisch, italienisch und rätoromanisch.
41 % der Schweizer Bürger sind römisch-katholisch und 40 % sind evangelisch-reformiert.
Die Schweiz ist mit einem Bruttoinlandsprodukt von durchschnittlich 58'000 Schweizer Franken (38'000 Euro) pro Einwohner und Jahr eines der wirtschaftlich stärksten Länder der Welt. Drei Viertel der Erwerbstätigen sind im Dienstleistungssektor tätig.
Die Schweiz versteht sich als aussenpolitisch neutral. Sie ist Mitglied der UNO, der EFTA, des Europarats, der WTO, nicht aber der Europäischen Union.
Das Landeskennzeichen der Schweiz ist «CH», für Confœderatio Helvetica, die lateinische Bezeichnung für Schweizerische Eidgenossenschaft.
Geografie
CH
Die Schweiz gliedert sich in fünf geografische Räume, die klimatisch grosse Unterschiede aufweisen: den Jura, das Mittelland, die Voralpen, die Alpen und die Alpensüdseite.
38% (14'813 km²) der Schweizer Fläche werden landwirtschaftlich genutzt. Davon sind 30.4% (12'522 km²) Wald. Überbaut sind 5.8% (2418 km²). 25.5 % (10'531 km²) – vorwiegend in den Bergen – gelten als unproduktive Naturfläche.
Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 220 km, die grösste West-Ost-Ausdehnung 348 km.
Geologie
Die geologische Struktur der Schweiz ist im Wesentlichen das Ergebnis einer
Plattenkollision Afrikas und Europas während der letzten Jahrmillionen.
Geologisch wird die Schweiz in fünf Hauptregionen eingeteilt: Die Alpen bestehen im Kern aus Granit, der Jura ist ein junges Faltengebirge aus Kalkstein. Zwischen dem Jura und den Alpen liegt das teils flache, teils hügelige Mittelland. Dazu kommen noch die Poebene im südlichsten Zipfel des Tessins, dem Mendrisiotto (Mendrisio), sowie die Oberrheinische Tiefebene um Basel, welche zum allergrössten Teil ausserhalb der Schweiz liegen.
Berge
Oberrheinische Tiefebene
In der Schweiz gibt es insgesamt 74 Viertausender. Davon befinden sich 55 ganz in der Schweiz; 19 sind an der Grenze zu Italien. Die zwölf höchsten Berge der Schweiz befinden sich alle in den Walliser Alpen. Der höchste unter ihnen ist die Dufourspitze im Monte-Rosa-Gebirgsmassiv mit 4634 m. Die Dufourspitze ist damit gleichzeitig der höchste Punkt der Schweiz. Der im Ausland bekannteste Berg in den Schweizer Alpen ist das Matterhorn (4478 m) südlich von Zermatt.
Im Berner Oberland bilden der Eiger (3970 m), der Mönch (4107 m) und die Jungfrau (4158 m) eine bekannte Dreiergruppe.
Die markanten Punkte der Ostalpen sind der Piz Bernina (4049 m), der östlichste Viertausender der Alpen, und der Piz Palü (3901 m).
In den Voralpen sind die Erhebungen deutlich tiefer, nicht desto weniger existieren hier bekannte Punkte, so der Luzerner Hausberg Pilatus (2032 m), der Titlis (3238 m), die Rigi (1797 m) im Kanton Schwyz oder der Säntis (2502 m) im Alpstein in der Ostschweiz. Erwähnenswert sind auch die Gebirge im Tessin.
Die grösste Erhebung im Jura befindet sich in Frankreich, es ist der Crêt de la Neige mit 1718 m. Der höchste Schweizer Jura-Berg ist der Mont Tendre mit 1679 m. Der bekannteste Vertreter ist jedoch vermutlich das Chasseral (1607 m). Weitere Berge sind la Dôle (1677 m), Chasseron (1607 m) und le Suchet (1588 m).
Siehe auch: Liste der Berge in der Schweiz
Liste der Berge in der Schweiz]]
Seen
Die Schweiz hat aufgrund ihrer topographischen Struktur und vor allem aufgrund der Vergletscherung während der Eiszeiten viele Seen. Ein Grossteil sind kleinere Bergseen.
Der grösste See der Schweiz ist der Genfersee (580.03 km²) an der französischen Grenze. Er liegt zu knapp 60 % auf Schweizer Boden. Der an Deutschland und Österreich grenzende Bodensee ist mit 536.00 km² etwas kleiner (23.73 % der Uferlänge auf Schweizer Boden).
Der Lago Maggiore an der italienischen Grenze (19,28 % auf Schweizer Territorium) bildet mit 193 m ü.M. den tiefsten Punkt der Schweiz.
Die grössten sich ausschliesslich in der Schweiz befindenden Seen sind der Neuenburgersee (215.20 km²), der Vierwaldstättersee (113.72 km²) und der Zürichsee (88.17 km²).
Siehe auch: Liste der Seen in der Schweiz
Flüsse
Liste der Seen in der Schweiz]]
Zwei der drei grössten Flüsse Europas, der Rhein und die Rhône, haben ihren Ursprung in der Schweiz. Beide entspringen im Gotthardmassiv. In der Schweiz befinden sich mehrere Wasserscheiden.
Der Rhein fliesst bei Reichenau im Kanton Graubünden aus Vorder- und Hinterrhein zusammen, wobei nur der Vorderrhein tatsächlich dem östlichen Gotthardmassiv entspringt. Der Hinterrhein entspringt im weiter südlich gelegenen Rheinwald, in der Nähe des San Bernhardino-Passes an der Grenze zum Tessin. Der Rhein fliesst von Reichenau in nördlicher Richtung durch das Rheintal und bildet die Grenze zum Fürstentum Liechtenstein und dem Österreichischen Bundesland Vorarlberg bis in den Bodensee. Bei Konstanz, verlässt er den Bodensee in westlicher Richtung und bildet zu einem grossen Teil die Grenze zu Deutschland (Der grösste Teil des Kantones Schaffhausen und ein Teil des Halbkantons Basel-Stadt befindet sich nördlich des Rheins). Kurz nach Schaffhausen (Neuhausen) befindet sich der grösste Wasserfall Mitteleuropas, der Rheinfall (siehe Bild). Im weiteren Verlauf durchquert er die Stadt Basel und verlässt die Schweiz daraufhin in Richtung Norden bis er schliesslich in die Nordsee mündet.
Die Rhône entspringt auf der westlichen Seite des Gotthardmassivs (Rhônegletscher) und fliesst durch den gesamten Kanton Wallis in den Genfersee. Am westlichen Seeende fliesst die Rhône durch die Stadt Genf, verlässt kurz darauf die Schweiz und mündet ins Mittelmeer.
Mit Ausnahme der Engadiner und Tessiner Gewässer münden alle Gewässer der Schweiz in Rhein oder Rhône.
Der Inn entspringt südlich von St. Moritz (Maloja) im Engadin (Graubünden). Er fliesst durch Silser- und Silvaplanersee in Richtung Norden und verlässt die Schweiz bei Vinadi. Er passiert die bekannten Tiroler Städte Landeck und Innsbruck und mündet im bayerischen Passau in die Donau.
Der Namensgeber des Kantons Tessin, der Ticino, entspringt im südlichen Gotthardmassiv und fliesst durch die Nordhälfte des Kantons in den Lago Maggiore und verlässt damit die Schweiz. Er mündet schliesslich in den Po.
Innerhalb der Schweiz hat der Rhein mit 375 km den längsten Lauf, gefolgt vom Rhein-Zubringer Aare mit 295 km (die Aare entspringt wie die Rhône im westlichen Gotthardmassiv). Die Rhône hat eine Länge von 264 km innerhalb der Schweiz.
Im nördlichen Gotthardmassiv entspringt zusätzlich der aus der Schweizer Geschichte bekannte Fluss Reuss (Fluss), welcher in den Vierwaldstättersee, durch Luzern und schliesslich zusammen mit der aus Zürich kommenden Limmat in die Aare fliesst. Der wohl bekannteste Fluss des Jura ist der Le Doubs, der in Frankreich entspringt nach Norden fliesst und teils die schweiz/französische Grenze bildet, teils auf Schweizer Boden fliesst. Im Kanton Jura macht der Le Doubs einen Richtungswechsel und fliesst in südwestlicher Richtung in die Saône.
Siehe auch: Liste der Flüsse in der Schweiz
Klima
Liste der Flüsse in der Schweiz
Liste der Flüsse in der Schweiz
Liste der Flüsse in der Schweiz
Nördlich der Alpen herrscht gemässigtes mitteleuropäisches Klima, südlich der Alpen ist es eher mediterran.
Das Klima ist regional jedoch sehr unterschiedlich. Dies ist bedingt durch die Höhenlage wie auch durch die geografische Lage.
Während in der Innerschweiz, in den Alpen und im Tessin die durchschnittliche Regenmenge bei ungefähr 2000 mm/Jahr liegt, beträgt sie im Wallis (Rhônetal) nur 550 mm/Jahr; der trockenste Ort ist Ackersand mit 521 mm im Jahresmittel. Im Mittelland beträgt die Menge etwa 1000–1500 mm/Jahr.
Die Regenmenge ist im Sommer mit Ausnahme des Rhônetals ungefähr doppelt so hoch wie im Winter. So liegt das Monatsmittel in Zürich im Januar bei 73 mm und im Juni bei 131 mm. Das Monatsmittel für Juli in Sion im Rhônetal dagegen liegt bei 40 mm und im Januar bei 61 mm (jeweils Auswertungen der Jahre 1961–1990).
Die Temperaturen in der Schweiz sind primär abhängig von der Höhenlage. Generell liegt in den Niederungen die Durchschnittstemperatur im Januar bei rund -1 bis +1 °C. Im wärmsten Monat, dem Juli, liegt diese bei 16 bis 19 °C. Die Jahrestemperaturen betragen ungefähr 7 bis 9 °C. In der Magadinoebene im Tessin liegt der Durchschnittswert etwa 2 bis 3 °C höher. Im Oberengadin ist es rund 10 °C kälter. Der durchschnittlich wärmste Ort (mit einer MeteoSchweiz-Messstation) ist Locarno-Monti mit einem Jahresmittel von 11.5 °C, der kälteste auf dem Jungfraujoch mit -7.5 °C. Absolute Rekorde mass man in Grono mit 41.5 °C am 11. August 2003, beziehungsweise in La Brévine mit -41.8 °C (12. Januar 1987).
Während Hagel in den Alpen, in der Romandie wie auch im Tessin ein eher seltenes Ereignis ist, war deren Intensität in der Periode 1999–2002 vor allem im Emmental, im Laufental wie auch im Toggenburg am höchsten. Es hagelte dort bis zu 60 Minuten im Jahresdurchschnitt. In den anderen Regionen beschränkt sich Hagel auf unter 30 Minuten.
Nebel ist im ganzen Mittelland zu beobachten. Besonders häufig ist der Nebel entlang der Aare, der nördlichen Reuss wie auch im Thurgau, wo er vor allem im Herbst über mehrere Wochen auftreten kann. In den Tälern erscheint der Nebel seltener.
Häufig auftretende Winde in der Schweiz sind der milde Föhn und die kalte Bise. Die höchste je gemessene Windgeschwindigkeit ist 285 km/h (Jungfraujoch, 27. Februar 1990).
Bekannte Formen von Naturkatastrophen in der Schweiz sind Schnee- und Gerölllawinen sowie Überschwemmungen.
Flora und Fauna
30 Prozent der Landoberfläche der Schweiz sind bewaldet.
In den Alpen dominieren Nadelhölzer (Tannen, Fichten, Lärchen, Arven). Die Wälder in den Alpen haben wichtige Funktionen als Lawinen- (Bannwald) und Hochwasserschutz (der Wald fängt die Regenmenge auf und gibt sie nur langsam wieder ab).
Im Mittelland, im Jura und auf der Alpensüdseite unterhalb von 1000 Metern wachsen Laubmischwälder und Laubwälder.
Im Tessin gibt es als regionale Besonderheit ausgedehnte Kastanienwälder, die in früheren Zeiten eine Hauptrolle bei der Ernährung der Bevölkerung spielten.
Bevölkerung
Sprachen
Kastanienwälder
Der Artikel 4 der Bundesverfassung hält seit 1999 fest: «Die Landessprachen sind Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch.». Im Artikel 701 heisst es zudem: «Die Amtssprachen des Bundes sind Deutsch, Französisch und Italienisch. Im Verkehr mit Personen rätoromanischer Sprache ist auch das Rätoromanische Amtssprache des Bundes.»
Im Kanton Zürich ist zusätzlich die Gebärdensprache verfassungsmässig anerkannt.
Wegen der oben zitierten Verfassungsbestimmung mit vier anerkannten Landessprachen, nehmen manche Leute irrtümlich an, Schweizer sprächen vier Sprachen, was jedoch nicht der Fall ist. Wirklich viersprachig ist einzig der Bundesstaat als Institution. Bereits auf Kantons- und Gemeindeebene ist es anders: In den meisten Fällen existiert nur eine Amtssprache. Wer aus einem anderssprachigen Landesteil zuzieht, hat kein Recht darauf, in seiner angestammten Sprache mit den neuen Kantons- und Gemeindebehörden zu verkehren.
Mit 63.7 % ist Deutsch (hellgrau) die meistverbreitete Sprache. Die Bevölkerung spricht aber gemeinläufig einen der vielen schweizerdeutschen Dialekte. Französisch wird von 20.4 % (blau) der Bevölkerung gesprochen. Dieser Teil des Landes wird häufig die Suisse romande oder Romandie genannt. Im Kanton Tessin und vier Südtälern des Kantons Graubünden wird Italienisch (rot, Anteil 6.5 %) gesprochen. Die vierte Landessprache, Rätoromanisch (grün), hat einen Anteil von 0.5 % und wird in Graubünden gesprochen, wobei praktisch alle Rätoromanischsprachigen daneben noch deutsch sprechen. Durch Zuwanderung bedingt sprechen mittlerweile 9 % der Einwohner andere Sprachen als die Landessprachen. Von diesen ist das Serbisch-Bosnisch-Kroatische mit 1.5 % am weitesten verbreitet.
Als Fremdsprachen beherrschen die meisten Schweizer eine zweite Landessprache und Englisch.
Siehe auch: Sprachen in der Schweiz, :Kategorie:Schweizer Sprache
Religionen
:Kategorie:Schweizer Sprache]
Von den Schweizer Bürgern sind 41 % katholisch, 40 % reformiert, 2.5 % in Freikirchen, 5.5 % gehören zu anderen Religionsgemeinschaften und 11 % sind ohne Religionszugehörigkeit. Von den Ausländern in der Schweiz sind 44 % römisch-katholisch, 5 % evangelisch-reformiert, 17 % orthodox, 18 % islamisch, und 2 % ohne Bekenntnis.
Es ist den Kantonen überlassen, ob sie ausgewählten Religionsgemeinschaften einen besonderen Status als Landeskirche verleihen wollen. In den meisten Kantonen haben die Römisch-Katholische Kirche und die Evangelisch-Reformierte Kirche, in einigen Kantonen zusätzlich die Christkatholische Kirche diesen Status inne. In einigen Westschweizer Kantonen gibt es keine Landeskirchen, weil dort Kirche und Staat vollständig getrennt sind.
Protestantisch dominiert sind der Kanton Bern, Teile von Graubünden und Schaffhausen, Zürich, Basel die meisten Westschweizer Kantone, insbesondere die Calvinstadt Genf. Die Römisch-Katholische Kirche dominiert in den Kantonen Freiburg, Jura, Wallis, Tessin, in den Kantonen der Zentralschweiz und in Teilen der Ostschweiz. Die Christkatholische Kirche ist nur in Teilen der Nordwestschweiz von Bedeutung. Mit 0.33 % ist der Buddhismus in der Schweiz stärker vertreten als in anderen Ländern Europas.
Siehe auch: Religionen in der Schweiz
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Schweiz.
Nach dem Untergang des Römischen Reiches besiedelten Burgunder und Alamannen das Gebiet der heutigen Schweiz. Bis 746 unterwarfen die Franken beide Völker, deren Territorium Teil des Fränkischen Reiches wurde. Bei der Teilung dieses Reiches kam das Gebiet der Schweiz zum Ostfrankenreich, dem späteren Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Ihr Gebiet gehörte dabei grösstenteils zum Stammesherzogtum Schwaben und zum Königreich Burgund. In der frühen deutschen Geschichte spielen Adelsgeschlechter aus der Schweiz wie die Habsburger, Zähringer, Kyburger, Lenzburger und Rudolfinger eine wichtige Rolle. Ausserdem waren die Alpenpässe für die deutsche Herrschaft über Italien von grösster Wichtigkeit. So lässt sich erklären, weshalb die deutschen Herrscher immer ein ganz besonderes Augenmerk auf die Talschaften in den Alpen legten. Die Bewohner der Talschaften der Innerschweiz sahen diese «Reichsunmittelbarkeit» als Privileg.
Burgund]
Die drei «Urkantone» oder «Waldstätte» (Orte) Uri, Schwyz und Unterwalden schlossen 1291 nach dem Tod des deutschen KönigsRudolf I. von Habsburg einen Bund zum Schutz ihrer «alten Freiheiten». Eine diesbezügliche Urkunde, der sogenannte Bundesbrief, ist datiert auf Anfang August 1291. Der Legende nach geschah die Beschwörung dieses Bundes auf dem Rütli. Ins breite Bewusstsein der Menschen drang diese Legende mit dem 1804 veröffentlichten Theaterstück «Wilhelm Tell» von Friedrich Schiller. Im 19. Jahrhundert wurde der 1. August 1291 als Datum für die Begründung der alten Eidgenossenschaft und damit als schweizerischer Nationalfeiertag festgelegt. Beim Bündnis von 1291 ging es jedoch weniger um den Schutz vor dem Haus Habsburg, als vielmehr darum, sich für die Unsicherheiten nach der Wahl eines neuen deutschen Königs abzusichern. Tatsächlich folgte ja auf Rudolf eine eher unsichere Zeit mit schnell wechselnden Herrschern.
Das schlechte Verhältnis zwischen den Eidgenossen und dem Herrscherhaus der Habsburger rührt von der deutschen Königswahl vom 25.11.1314 her, als der Wittelsbacher Ludwig der Bayer und der Habsburger Friedrich der Schöne gleichzeitig zum deutschen König gewählt wurden. Die Eidgenossen hielten zu Ludwig dem Bayer. Dies und ein Überfall auf das Kloster Einsiedeln bewog Leopold I. von Österreich 1315 zu einem Kriegszug gegen die Eidgenossen, der in der Schlacht am Morgarten unglücklich für ihn endete. Um ihre Selbständigkeit gegenüber Habsburg zu wahren, schlossen sich Luzern, Zürich, Glarus, Zug und Bern im 14. Jahrhundert dem Bund der Waldstätte an. Das resultierende Gebilde wurde als die Acht Alten Orte bezeichnet.
Es folgten weitere Auseinandersetzungen mit dem Haus Habsburg: 1386 bei Sempach und 1388 bei Näfels gelang es den Eidgenossen habsburgische Ritterheere zu schlagen. 1415 eroberten sie sogar die habsburgischen Stammlande im Aargau. Zwischen der Stadt Zürich und den übrigen Eidgenossen kam es wegen der Erbschaft der Grafen von Toggenburg zum Alten Zürichkrieg (1436–1450) in dessen Verlauf sich Zürich mit Habsburg verbündete. In der Schlacht bei St. Jakob an der Birs wurden die habsburgischen Hilfstruppen der Armagnaken zwar nicht geschlagen, sie zogen sich jedoch angesichts der hohen Verluste wieder zurück. Zürich war schliesslich zur Rückkehr in die Eidgenossenschaft gezwungen. Ein weiterer Krieg brachte Habsburg 1460 um den Thurgau, so dass sich Herzog Sigismund von Tirol am 11.6.1474 in der «Ewigen Richtung» gezwungen sah, die alte Eidgenossenschaft als eigenständiges Staatswesen anzuerkennen. 1474 zogen die Eidgenossen auf Wunsch Kaiser Friedrich III. gegen Karl den Kühnen von Burgund und vernichteten den mächtigen burgundischen Staat. Bern und Freiburg expandierten in dieser Zeit ins vormals savoyisch und burgundisch kontrollierte Waadtland, das sie bis 1536 ganz eroberten.
Der militärische Sieg über die Burgunder bestärkte die Eidgenossenschaft in ihrem Willen nach Selbständigkeit. Aus diesem Grund widersetzte sie sich der Reichsreform von Kaiser Maximilian I.. Der Versuch Maximilians, im sogenannten Schwabenkrieg die Eidgenossen gefügig zu machen, endete 1499 im Frieden zu Basel mit der faktischen Unabhängigkeit der Schweiz vom Heiligen Römischen Reich. Mit dem Beitritt von weiteren Kantonen erweiterte sich die Eidgenossenschaft bis 1513 auf Dreizehn Orte. Dazu kamen weitere Verbündete, die sogenannten zugewandten Orte.
zugewandten Orte
Die Expansion der Eidgenossenschaft in Richtung Oberitalien erfolgte zur Sicherung der Alpenpässe. Dadurch wurde die Eidgenossenschaft in die komplizierten italienischen Kriege zwischen Habsburg, Frankreich, Venedig, dem Papst, Spanien und den verschiedenen italienischen Potentaten verwickelt. Aus jener Zeit stammt auch die Schweizergarde, die der Papst Julius II. 1506 gründete. Bis 1513 gelang den Eidgenossen die Eroberung des heutigen Tessin und schliesslich sogar von Mailand, über welches sie die Schutzherrschaft ausübten. Nach einer Niederlage gegen Frankreich in der Schlacht bei Marignano 1515 endete die militärische Dominanz über Oberitalien. Der Mythos der Unbesiegbarkeit der Schweizer war widerlegt und es offenbarte sich die politische Zerstrittenheit der Orte untereinander. Dadurch wurde ab 1515 eine weitere wirksame Aussenpolitik verhindert und es begann die Phase des "Stillsitzens", was man später Neutralitätspolitik nannte. Die Dreizehn Orte schlossen 1521 ein Soldbündnis mit Frankreich ab und erhielten dafür Pensionen, Zoll- und Handelsvergünstigungen und politischen Beistand bei inneren und äusseren Konflikten. Die alte Eidgenossenschaft wurde damit faktisch ein französisches Protektorat.
Die von Ulrich Zwingli 1519 eingeleitete Reformation in Zürich breitete sich im Mittelland aus und führte zu grossen Spannungen zwischen den verschiedenen Kantonen. Nach den religiös begründeten Kappelerkriegen kam es 1531 im Zweiten Kappeler Landfrieden zum Kompromiss: Zürich, Bern, Basel, Schaffhausen und Teile von Graubünden blieben reformiert; die Urkantone, Luzern, Zug, Solothurn und Freiburg blieben katholisch. 1541 setzte Johannes Calvin in Genf die Reformation durch. Trotzdem kam es noch zweimal in den Villmergerkriegen von 1656 und 1712 zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Konfessionsgruppen unter den Orten.
Am 24. Oktober 1648 erreichte die Schweiz im Westfälischen Frieden die völkerrechtliche Anerkennung ihrer Souveränität und löste sich damit vom Heiligen Römischen Reich deutscher Nation.
Am 5. Mai 1798 wurde die Alte Eidgenossenschaft von Frankreich besetzt. Im Gebiet der Schweiz wurde daraufhin nach französischem Vorbild eine Helvetische Republik als Zentralstaat errichtet. Die bisherigen Unterschiede zwischen Untertanenlande und herrschenden Städten und Orten wurden aufgehoben. Fünf Jahre später, 1803, verordnete Napoléon Bonaparte in der Mediationsakte der Schweiz jedoch wieder eine Verfassung, welche zum Prinzip des Föderalismus und damit zu autonomen Kantonen zurückkehrte. Die ehemaligen Untertanengebiete und die zugewandten Orte wurden in die neuen Kantone St. Gallen, Graubünden, Aargau, Thurgau, Tessin und die Waadt umgewandelt. Waadt
1815 wurde die «immer währende Neutralität der Schweiz» durch die europäischen Grossmächte am Wiener Kongress anerkannt. Eine neue Verfassung, der «Bundesvertrag», stärkte in der so genannten Restauration die Eigenständigkeit der Kantone, so das die Schweiz wieder zu einem Staatenbund wurde.
Streitigkeiten zwischen den liberal-progressiven und den konservativ-katholischen Kantonen führten 1847 zum Sonderbundskrieg. Nach der Niederlage der konservativ-katholischen Kantone wurde die Schweiz in den modernen Bundesstaat umgewandelt und die Autonomie der Kantone durch eine neue Bundesverfassung (1848) eingeschränkt. Bern wurde der Sitz der Bundesbehörden und des Parlaments. Die Bundesverfassung wurde nur zweimal 1874 und 1999 revidiert.
Auf Initiative von Henri Dunant erfolgt 1864 in Genf die Gründung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. Während der beiden Weltkriege bewahrte die Schweiz offiziell ihre Neutralität, die allgemeine Mobilmachung wurde jedoch angeordnet. Die Schweiz nahm im Zweiten Weltkrieg einerseits Flüchtlinge auf, wies aber zeitweise gezielt Juden an den Grenzen ab. Die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg wurde in den 1990er-Jahren im Bergier-Berichtes kritisch aufgearbeitet. Unrühmliche Kapitel der neueren Zeit sind einerseits die Verfolgung der Jenischen zwischen 1926 und 1972 durch das «Hilfswerk» Kinder der Landstrasse und anderseits die sechsstellige Zahl an Verdingkindern, welche zwischen 1800 bis in die 1960er und 1970er-Jahren zu Zwangsarbeit auf Bauernhöfen eingesetzt wurden und häufig misshandelt worden sind.
Die Volksrechte wurden seit 1848 immer stärker ausgebaut. 1919 wurde das Proporzwahlverfahren für den Nationalrat eingeführt. 1971 wurde in einer Volksabstimmung das Frauenstimmrecht nach jahrzehntelangen Kampf angenommen. Der von der Regierung angestrebte Beitritt zum EWR scheiterte 1992. Die Schweiz trat nach einer positv ausgegangenen Volksabstimmung am 10. September 2002 den Vereinten Nationen (UNO) bei.
Politik
Hauptartikel: Politisches System der Schweiz
Politisches System
Die Schweiz, die weder ethnisch noch sprachlich noch religiös eine Einheit bildet, ist ein Bundesstaat. Sie unterscheidet sich von anderen Staaten durch
- die direkte Demokratie: Das Volk kann über Initiativen und Referenden direkten Einfluss auf die Regierungstätigkeit nehmen. In zwei Kantonen, Appenzell Innerrhoden und Glarus, gibt es noch eine Urform der schweizerischen Basisdemokratie: die Landsgemeinde.
- den ausgeprägten Föderalismus: Die Kantone sind neben dem Volk der Verfassungsgeber des Bundes und behalten alle Aufgaben, die in der Bundesverfassung nicht explizit dem Bund zugeordnet werden. Ausserdem starke Beteiligung der Kantone in allen Phasen der politischen Willensbildung (Vernehmlassung, Ständerat, Ständemehr)
- die Konkordanzdemokratie
- ihre selbstdeklarierte Neutralität
Gewaltenteilung
Wie in allen anderen Demokratien ist die Staatsgewalt, gestützt auf die Schweizerische Bundesverfassung, in drei Säulen gegliedert:
- Die Legislative (Bundesversammlung) besteht aus zwei Kammern, dem Nationalrat mit 200 Mitgliedern als Vertreter des Volks sowie | | |