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Ost-Timor
Osttimor (dt. Übersetzung der offiziellen portugiesischen Form Timor-Leste, wörtl. „Ost-Osten“ v. indon. timur „Osten“ und port. leste „Osten“) ist ein Inselstaat in Südostasien und besteht aus der Osthälfte der Insel Timor, den Inseln Atauro und Jaco sowie der Exklave Oecussi-Ambeno ebenfalls auf Timor.
Geographie
Die Insel gehört zum östlichen Teil des indonesischen Archipels und zu den Kleinen Sunda-Inseln. Im Nordwesten der bergigen Insel liegt die Sawusee, nördlich die Bandasee und südlich dehnt sich die Timorsee 500 Kilometer bis nach Australien aus. Die höchste Erhebung ist der Mount Tatamailau mit 2.963 Metern.
Das lokale Klima ist tropisch, im Allgemeinen heiß und schwül und wird von einer ausgeprägten Regen- und Trockenzeit charakterisiert.
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Dili 159.721 Einwohner, Dare 18.748 Einwohner, Los Palos 17.042 Einwohner, Baucau 14.841 Einwohner, Ermera 12.933 Einwohner und Maliana 12.071 Einwohner.
Siehe auch: Liste der Städte in Osttimor
Bevölkerung
Es gibt auf Osttimor etwa 15 Ethnien, davon 12 größere Stammesverbände. Sie sprechen meist austronesische (malaio-indonesische und melanesische Sprachen) und Papua-Sprachen. Die wichtigsten Sprachen sind die Amtssprachen Tétum und Portugiesisch. Die frühere Amtssprache Bahasa Indonesia hat zumeist an Bedeutung verloren.
Religion
Fast alle Einwohner Osttimors sind christlichen Glaubens (95 %). Davon sind über 92 % Katholiken, Protestanten sind christliche Minderheiten. Es gibt Minderheiten von wenigen Muslimen, Hindus und Buddhisten. Der animistische Glauben ist weitgehend verschwunden. Allerdings tauchen animistische Elemente im katholischen Ritus auf.
Die katholische Kirche war während der portugiesischen Kolonialherrschaft auf die Hauptstadt Dili und wenige größere Orte beschränkt. Während des Freiheitskampfes gegen Indonesien wurde die katholische Kirche jedoch zur einigenden Klammer zwischen den 12 größeren Stammesverbänden gegen die überwiegend muslimischen Indonesier. In keinem anderen Land der Erde hat die katholische Kirche einen derart großen Zuwachs erreicht. Sie verdankt das auch dem Bischof Ximenes Belo, der für sein Eintreten für die Freiheit Osttimors den Friedensnobelpreis erhielt.
Geschichte
Portugiesische Herrschaft
Seit dem 14. Jahrhundert gehörte Timor (v. indon. timur „Osten“) zu dem hinduistisch geprägten altindonesischen Majapahit-Königreich. 1586 werden große Teile Timors zu einer portugiesischen Kolonie (Portugiesisch-Timor). Der westliche Teil der Insel Timor wurde ab dem 17. Jahrhundert der niederländischen Kolonie Niederländisch Ostindien zugesprochen und gehört seit der Unabhängigkeit 1946 zu Indonesien.
Die katholische Kirche verfügte durch ein Konkordat von 1940 über ein Erziehungsmonopol. Im Zweiten Weltkrieg wurde Timor von den Japanern besetzt. Im Kampf gegen die dort stationierten australischen und niederländischen Soldaten verloren bis zu 60.000 Menschen das Leben. 1951 wurde Osttimor der Status eines portugiesischen Überseegebietes zugesprochen. 1972 wurde es zur autonomen Region der Republik Portugal, somit erhielten die Einwohner eine gewissermaßen eingeschränkte portugiesische Staatsbürgerschaft.
Indonesische Herrschaft
Die Nelkenrevolution im April 1974 beendete die Militärdiktatur in Portugal und ermöglichte die Dekolonialisierung von Osttimor. Nach zweiwöchigen gewalttätigen Auseinandersetzungen im August 1974 zwischen der FRETILIN, welche die Unabhängigkeit Osttimors forderte und der UDT, die weiterhin eine Bindung zu Portugal anstrebte, konnte sich die besser ausgerüstete Fretilin durchsetzen. Am 28. November 1975 wurde die Unabhängigkeit der Demokratischen Republik Osttimor (port. República Democrática de Timor-Leste, tetum Repúblika Demokrátika Timor Lorosa'e) ausgerufen.
Diese war jedoch nur von kurzer Dauer. Wenige Tage später begann die indonesische Regierung mit Billigung der USA mit der Invasion Osttimors. Dabei kam es zu Massenmorden und Vergewaltigungen, wodurch bis Ende Februar 1976 60.000 Timoresen ums Leben kamen. Die indonesische Regierung gab am 13. August 1976 in Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens die sofortige Annexion der portugiesischen Überseeprovinz Osttimor bekannt. Dieses widerrechtliche Unterfangen wurde von der UN nie anerkannt. Die UN-Resolution 384 forderte ausdrücklich den Abzug der indonesischen Truppen aus diesem Gebiet der Insel. Mitte Dezember 1976 wurde eine provisorische Marionettenregierung eingesetzt.
Der Kampf um die Unabhängigkeit
Verschiedene timoresische Gruppierungen kämpften gegen die indonesischen Besatzer und für ein freies Osttimor. Bei den Auseinandersetzungen kam es zu massiven Menschenrechtsverletzungen und Gräueltaten durch das indonesische Militär. Die UN-Generalversammlung verabschiedete immer wieder Resolutionen, die die unrechtmäßige Besetzung verurteilte. Doch der Osttimor-Konflikt bekam wenig Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft. Der Besuch des Papstes Johannes Paul II. am 12. Oktober 1989 rückte den Konflikt wieder in die Öffentlichkeit und sprach den Menschen Mut zu.
Mit dem Santa-Cruz-Massaker am 12. November 1991 in der Hauptstadt Dili verschärfte sich der Konflikt. Nach einer Demonstration gab es zahlreiche Tote durch eine blutige Aktion indonesischer Militärs. Journalisten konnten das Geschehen aufzeichnen und an die internationale Öffentlichkeit bringen, die es mit großer Empörung zur Kenntnis nahm.
1996 erhielten die Friedens- und Unabhängigkeitsaktivisten Bischof Carlos Filipe Ximenes Belo und José Ramos-Horta den Friedensnobelpreis, was der Bevölkerung Mut gab weiter für ihre Freiheit einzustehen. Mit dem Beginn der Asienkrise ein Jahr später und den damit verbundenen Problemen für die Stabilität Indonesiens änderten sich langsam die Umstände. Die US-Amerikaner versagten der Regierung in Jakarta die Unterstützung und Australien drängte zu mehr Zugeständnissen.
Im Mai 1998 trat der langjährige Machthaber Suharto ab und sein Nachfolger Bacharuddin Jusuf Habibie erklärte sich Ende des Jahres nach internationalem Druck dazu bereit ein Referendum über die Unabhängigkeit durchführen zu lassen. Die Volksabstimmung vom 30. August 1999 brachte eine klare Mehrheit (78,5 %), bei einer Beteiligung über 98 %, gegen die Autonomie und für die Unabhängigkeit Osttimors.
Direkt danach eskalierte die Gewalt unter Beobachtung Angehöriger der UN-Wahlkommission UNAMET gegen die Osttimoresen durch die proindonesischen Milizen und die indonesische Armee selbst.
Am 9. September wurden Kredite des IWF und der Weltbank auf Eis gelegt. Drei Tage später stimmte Habibie einer internationalen Eingreiftruppe zu. Am 15. September wurde mit der UN-Resolution 1264 die 7.500 Mann starke Friedenstruppe INTERFET legitimiert, die Ordnung wieder herzustellen.
Am 20. September 1999 landeten die ersten australischen Einheiten auf dem Flughafen Dili und kontrollierten nach kleineren Zusammenstößen mit den pro-indonesischen Milizen die Region. Viele Bevölkerungsangehörige, aber auch viele Mitglieder der Miliz flohen in die Berge oder den Westteil der Insel. Die Exklave Oecussi wurde im Oktober befreit. Über tausend Zivilisten verloren durch abrückende Milizen ihr Leben, viele Häuser wurden abgefackelt und die Infrastruktur größtenteils zerstört.
Ende Oktober erklärte Indonesien die Besetzung für ungültig und mit dem UN-Beschluss 1272 wurde die UN-Übergangsverwaltung UNTAET bemächtigt ab Februar 2000 den Wiederaufbau des Landes zu organisieren und INTERFET abzulösen. Auf einer Konferenz 17. Dezember 1999 im japanischen Tokio wurden Finanzhilfen in Höhe von über 417 Millionen Euro zugesagt.
Am 30. August 2001 wurden Wahlen für eine verfassungsgebende Versammlung abgehalten, die ihre Aufgabe im Februar 2002 beendete. Mit der Resolution 1410 vom 17. Mai 2002 wurde drei Tage vor der formalen Unabhängigkeit ein dreijähriges Mandat für die Nachfolge der UNTAET-Mission beschlossen. Seit dem Jahre 2002 überwacht die UNMISET-Friedensmission den Demokratieprozess.
Offiziell wurde am 20. Mai 2002 unabhängig und der frühere Rebellenführer Xanana Gusmão zum Präsidenten gewählt. Am 27. September 2002 wurde das Land in der UN aufgenommen.
Politik
Der Präsident von wird alle fünf Jahre gewählt und hat eher symbolische Befugnisse, er besitzt aber ein Vetorecht bei der Gesetzgebung. Nach den Parlamentswahlen bestimmt der Präsident einen Premierminister, der die Mehrheit einer Partei oder Koalition hat. Als Kopf der Regierung sitzt er dem Kabinett vor.
Das Parlament (Parlamento Nacional) umfasst mehrere Kammern. Seine Mitglieder werden alle fünf Jahre in freien Wahlen bestimmt. Die Anzahl der Sitze kann zwischen 52 und 64 variieren. Während der laufenden (2005) Wahlperiode wurden ausnahmsweise 88 Sitze vergeben, weil es die erste Regierungszeit überhaupt ist.
Die Verfassung wurde nach portugiesischem Vorbild entwickelt.
Als ersten Präsidenten wählten die Osttimoresen mit überwältigender Mehrheit Xanana Gusmao. Der frühere Chef der Befreiungsbewegung Fretilin, die ihrerseits die meisten Sitze im Parlament errang, wird als eine Art Volksheld verehrt. Nachdem die Eigenstaatlichkeit s als großes Ziel erreicht war, wollte sich Gusmao eigentlich aus der aktiven Politik zurückziehen, stellte sich dann aber doch den vielen Bitten, weiter eine verantwortungsvolle Position einzunehmen. Als Staatsoberhaupt hat er sich vor allem dem Versöhnungsgedanken verschrieben. Nur eine Normalisierung der Beziehungen zur früheren Besatzungsmacht Indonesien und ein gewisser Schlussstrich unter die Vergangenheit, so seine Überzeugung, können das bitterarme und durch die lange Fremdherrschaft rückständige Land in die Zukunft führen. Anfang 2005 empfing er den im Vorjahr neugewählten indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono zu einem Staatsbesuch. Das Treffen der beiden Männer verlief außergewöhnlich herzlich und wurde als Neuanfang in den bilateralen Beziehungen gewertet.
Provinzen
- ist in 13 administrative Distrikte aufgeteilt.
- Diese sind in 67 Ortschaften und in 2,336 Dörfer unterteilt.
Wirtschaft
Vor und während der Kolonialzeit war Timor für sein Sandelholz bekannt.
Bis Ende 1999 wurden ungefähr 70 Prozent der ökonomischen Infrastruktur durch proindonesische Milizen und Militärs verwüstet und über 260.000 Menschen waren gezwungen, nach Westen zu fliehen.
Während der folgenden drei Jahre wurde das Gebiet mit einem massiven internationalen Hilfsprogramm unter Führung der UN wieder aufgebaut. Das Programm umfasste zivile Beobachter, eine 5.000 Mann starke Friedenstruppe und 1.300 Polizisten.
Bis Mitte 2002 sind fast alle der 50.000 Flüchtlinge wieder zurückgekehrt.
Das Land steht noch immer vor der großen Herausforderung des Aufbaus der Infrastruktur und der Verbesserung der Lebensverhältnisse der Bevölkerung.
Ein vielversprechendes Projekt könnte die Nutzung von Erdgas und Erdöl sein. In der indonesischen Besatzungszeit wurde ein Ölfeld in der Timorsee zwischen Timor und Australien entdeckt und am 11. Dezember 1989 ein Vertrag zwischen den Regierungen Indonesiens und Australiens geschlossen. Aber erst im Mai 2004 hat die australische Regierung die Gültigkeit des Vertrages in einer Form bestätigt, die die Seegrenze und damit auch die Rohstoffe zu Gunsten Australiens verschoben hat. [http://www.uniya.org/talks/brennan_3sep04.html]
Eine Fährgesellschaft hat inzwischen mit deutscher finanzieller Unterstützung eine ständige Verbindung zu der Enklave Oecussi hergestellt und ein Mobilfunkunternehmen hat ein GSM-Netz aufgebaut.
Kultur
Die Kultur Osttimors weist neben europäischen und asiatischen Merkmalen auch zahlreiche pazifische Einflüsse auf. Die Lebensweise der Einwohner Osttimors hat mit der der Einwohner des indonesischen Westens der Insel wenig gemein. Der Einfluss der katholischen Kirche auf die Lebensweise der Einwohner ist beschränkt und die Gesellschaft sehr liberal.
Ein interessanter Punkt der Kultur Osttimors ist, dass sich Frauen ab der Vollendung des 15. Lebensjahres generell die gesamte Körperbehaarung entfernen (inklusive der Haare an den Unterarmen), mit Ausnahme des Haupthaars und der Augenbrauen.
Siehe auch: Francisco Borja da Costa, Freiheitskämpfer und Dichter der Nationalhymne
Literatur
- José Ramos-Horta: Funu. Ost-Timors Freiheitskampf ist nicht vorbei! Ahriman-Verlag Freiburg 1997. ISBN 3-89484-556-2
Weblinks
- [http://www.gov.east-timor.org/ Offizielle Regierungsseite]
- [http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,1518,TMP,00.html SPIEGEL-Jahrbuch Eintrag "Osttimor"]
- [http://www.gfbv.de/voelker/suedosta/osttimor/timor.htm Dossier Osttimor] - Informationen von der Gesellschaft für bedrohte Völker
- [http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/regionen/Osttimor/Welcome.html Osttimor -Daten, Informationen, Analysen] - Friedensforschung an der Uni Kassel
- [http://www.laenderkontakte.de/ Verzeichnis der deutsch-internationalen Beziehungen]
Kategorie:Staat
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Kategorie:Südostasien
ja:東ティモール
ko:동티모르
ms:Timor Timur
th:ประเทศติมอร์ตะวันออก
zh-min-nan:Tang Timor
Indonesische Sprache
Die malaiische und indonesische Sprache (Bahasa Melayu dan Indonesia) ist Amtssprache in Malaysia und in Indonesien. Die beiden Sprachversionen gelten als eine Einzelsprache und unterscheiden sich praktisch nur durch ihren Namen:
- Bahasa Melayu ist Amtssprache in Malaysia (hier auch Bahasa Malaysia), Singapur und Brunei. Von etwa 12 Millionen Sprechern auf der malaiischen Halbinsel sprechen es etwa 7,2 Millionen als Erst- und 4,8 Millionen als Zweitsprache. Größere Gruppen von Sprechern findet man außerdem in Myanmar, in Hongkong und in den USA. Bahasa Melayu hat den Language Code ms beziehungsweise may oder msa (nach ISO 639).
- Bahasa Indonesia ist Amtssprache in Indonesien. Es wird von etwa 162 Millionen Menschen gesprochen. Für 21 Millionen, von denen die meisten auf Java leben, ist es Erstsprache. 141 Millionen benutzen es als Zweit- oder Verkehrssprache. Außerhalb Indonesiens wird es unter anderem in Saudi-Arabien, Singapur, den Niederlanden und den USA gesprochen. Bahasa Indonesia hat den Language Code id bzw. ind (nach ISO 639).
Soweit im Folgenden nichts anderes angegeben, gelten die Aussagen für beide Sprachen.
Geschichte
Malaiisch gehört zur westlichen Gruppe des malaiisch-polynesischen Sprachzweigs innerhalb der austronesischen Sprachfamilie.
Malaiisch ist seit dem 1. Jahrhundert nach Christus in dem heute von Malaysia und Indonesien dominierten Inselgebiet die Verständigungs- und Handelssprache, die gegebenenfalls neben der eigenen Sprache gesprochen wird. Die ersten schriftlichen Zeugnisse des Altmalaiischen stammen aus dem 7. Jahrhundert.
Malaiisch erfuhr viele Einflüsse aus Indien, woher Hinduismus und Buddhismus kamen.
In späterer Zeit kamen mit dem Islam arabische Einflüsse hinzu.
Vom 14. Jahrhundert an wurde es hauptsächlich mit arabischen Schriftzeichen geschrieben. Die kolonialen Einflüsse haben zu manchen unterschiedlichen Wörtern geführt. Siehe dazu im folgenden Unterschiede Bahasa Melayu und Bahasa Indonesia.
Aufgrund der mangelnden Sprachpflege während der britischen Kolonialherrschaft war die malaiische Sprache terminologisch verarmt und wurde als stark veraltet angesehen. Nachdem Malaysia 1957 unabhängig geworden war, führte eine staatliche Sprachkommission Tausende von Neologismen ein. Die so erneuerte Sprache wurde wenig später ins Schulwesen integriert. Sie hieß von 1957 bis 1969 Bahasa Kebansaan (Nationalsprache), seit 1969 heißt sie Bahasa Malaysia.
In Indonesien wurde mit der niederländischen Kolonisierung im 19. Jahrhundert die lateinische Schrift eingeführt. Mit der Unabhängigkeitserklärung des Landes 1945 wurde Bahasa Indonesia zur offiziellen Staatssprache erklärt.
1972 wurde ein einheitliches lateinisches Schriftsystem in Malaysia und Indonesien geschaffen. Malaysia hatte bis dahin arabische Schriftzeichen benutzt.
Alte Menschen schreiben in Malaysia heute noch in arabischer Schrift, und man findet noch Schilder mit arabischen Schriftzeichen, aber in malaiischer Sprache.
Unterschiede Bahasa Melayu und Bahasa Indonesia
Die Unterschiede zwischen diesen beiden Sprachen entwickelten sich erst in neuester Zeit. Sie sind ungefähr so beschaffen wie zwischen DDR-Deutsch und West-Deutsch, wo man auch nicht von zwei Sprachen spricht, obwohl es "Broiler" im Westen sowie "Hendl" in der DDR nicht gab und beispielsweise Plastik/Plaste, Team/Kollektiv unterschiedliche Wörter hatten. Genauso lassen sich zwischen den beiden malaiischen Sprachen solche spezifischen Wörter finden - oft bedingt dadurch, dass manche Wörter in Malaysia von den britischen Kolonialherren und in Indonesien von den niederländischen Kolonialherren eingeführt wurden. Bei technischen Fachausdrücken sind die Unterschiede am häufigsten; geradezu berühmt ist die immer zitierte Übersetzung von Auspuff: Auf Indonesisch heißt es knalpot und auf Malaiisch ekzos (vom englischen exhaust).
Dass man trotz der nur geringen Unterschiede von verschiedenen Sprachen spricht, hat damit zu tun, dass es in Indonesien eine Antikolonialbewegung "Ein Volk - ein Land - eine Sprache" gab und man deshalb nach der Unabhängigkeit nicht "Bahasa Melayu" haben wollte. Singapur und Brunei hatten damit kein Problem, zumal dort Bahasa Melayu eine eher untergeordnete Rolle spielt. Ganz generell kommt man in Malaysia, Singapur und Brunei mit Englisch erheblich weiter. In Singapur sprechen mehr Leute Englisch als Malaiisch. Auch in Malaysia sprechen die rund 26% Chinesen lieber Englisch als die Sprache ihrer malaiischen Mitbürger. In Indonesien hingegen ist Englisch weniger verbreitet und Bahasa Indonesia für die meisten bereits eine Fremdsprache, die aber die meisten können, solange man nicht in ganz entlegene Urwaldgegenden geht.
Einführung
Malaiisch/Indonesisch ist eine der am weitesten verbreiteten Sprachen der Erde. Etwa 200 Millionen Menschen sprechen sie - die Mehrzahl davon allerdings nur als Zweitsprache. Malaiisch ist die Sprache der Malaien und die lingua franca in dem Raum, der geografisch von Malaysia und Indonesien bestimmt wird. Malayisch (mit y) beziehungsweise indonesisch sind die Bezeichnungen aufgrund staatlicher Zugehörigkeit.
Daneben gibt es dort Hunderte von Regionalsprachen mit teilweise nur einigen hundert Sprechern.
Malaiisch/Indonesisch ist für Deutschsprechende ausgesprochen einfach zu lernen. Die Aussprache ist unproblematisch, weil fast alles so ausgesprochen wird wie im Deutschen. Wir können also alles ablesen (ausgenommen das j, das wie ein dsch und das c, das wie ein tsch ausgesprochen wird). Weitere Unterschiede in der Aussprache:
- e = der wohl schwierigste Buchstabe, denn manchmal wird e wie das letzte e von Ende gesprochen, oder verschluckt oder auch normal ausgesprochen, entspricht in etwa dem Schwa-Laut
- h = am Wortanfang immer gesprochen, in der Mitte und am Ende nur leicht gehaucht
- k = nicht behaucht, wie in Kind
- kh = wird wie "ch" in lachen gesprochen
- ng = klingt nasaliert wie in Menge
- ngg = wie in Angabe
- r = gerolltes r
- w = wie engl. w in water
- z = wie s in Besen
Grammatik
Es gibt kein grammatisches Geschlecht.
Eine Mehrzahl oder eine Steigerung kann unter anderem durch Verdoppelung ausgedrückt werden:
- orang (Mensch), orang-orang (Menschen) (aber: dua orang (zwei Menschen), tiga orang (drei Menschen))
Tempus
Es gibt außer Präsens und eine Art Futurform keine Zeitformen.
- Ich schreibe gerade einen Brief: Saya sedang menulis surat (wörtlich: Ich gerade schreiben Brief)
- Gestern schrieb ich einen Brief, Gestern habe/hatte ich einen Brief geschrieben: Kemarin saya menulis surat (wörtlich: Gestern ich schreiben Brief)
- Morgen werde ich einen Brief schreiben: Besok saya akan menulis surat (wörtlich: Morgen ich werden Brief schreiben)
- Morgen Mittag habe ich den Brief bereits geschrieben: Besok siang saya sudah menulis surat (wörtlich: Morgen Mittag ich schon schreiben Brief)
Man erkennt, das Verb "menulis" (schreiben) ändert sich in keiner Form. Lediglich durch die Verwendung von Zusatzverben wird der Zusammenhang erkannt.
Passivform
Dieser Brief wurde von mir geschrieben: Surat ini ditulis oleh saya (wörtlich: "Brief dieser geschrieben von ich")
Hier darf "ditulis" nur als Passivform verstanden werden. Sie stellt keine Vergangenheitsform dar.
Besonderheiten: Es werden Prefixe und Postfixe für Verben verwendet.
Beispiel:
Hauptwort: tulis (schreiben)
Sobald dieses aber in einem Satz wie oben genannt verwendet wird, verschwindet das "t" und es wird "men" an das Wort gehangen. (menulis)
Mögliche Formen:
- menulis (Aktivform)
- bertulis
- menuliskan
- ditulis (Passiv)
- ditulisi
- dituliskan
Wortschatz
- Selamat datang! Willkommen!
- Selamat jalan! Auf wiedersehen / Gute Reise! (wörtlich: gute Straße! / guten Weg!)
- Apa khabar/kabar? Wie geht's? (wörtlich Was [sind die] Neuigkeiten?)
- Terima kasih! Danke! (wörtlich Nehmen - Geben)
- Khabar/kabar baik! Es geht gut! (wörtlich "Nachricht gut")
- orang Mensch
- orang hutan [malayisch: Orang Utan] (wörtlich Waldmensch)
- orang Jerman Deutsche(r) ("Mensch deutsch")
- orang asli Eingeborener (wörtlich echter/ursprünglicher Mensch)
- 1,2,3,4,5,6,7,8,9,10: satu, dua, tiga, empat, lima, enam, tujuh, delapan, sembilan, sepuluh
Besonderheit
Eine nette Besonderheit des gesprochenen Malaiisch/Indonesisch ist die Nachsilbe "-lah", die an den verschiedensten Stellen in den Satz eingeflochten wird und der Rede eine freundliche Note gibt. Das "-lah" wird von Malaysiern und Indonesiern auch dann verwendet, wenn sie Englisch oder eine andere Sprache sprechen. Beispiel: "Cannot-lah...", "Sorry-lah...".
Sprachregulierung
Malaiisch wird reguliert durch:
- Dewan Bahasa dan Pustaka (Hall of Language and Scripture)
Indonesisch wird reguliert durch:
- Pusat Pembinaan dan Pengembangan Bahasa
Literatur
- Harald Haarmann: Kleines Lexikon der Sprachen. Von Albanisch bis Zulu. München: C.H. Beck 2001 ISBN 3-406-47558-2
- Hans Kähler: Grammatik der Bahasa Indonesia. 3., revidierte Auflage. Wiesbaden 1983
Weblinks
- http://www.jot.de/kamus/ - Wörterbuch Deutsch-Indonesisch und umgekehrt
- http://www.kl-post.com.my/index.asp?x=tips/sprachkurs/1 - Einführungssprachkurs Deutsch/Malaiisch der KL-POST
- http://www.answering-islam.de/Main/Bahasa/main.html - Koran auf Malaiisch/Indonesisch
- http://en.wikibooks.org/wiki/Indonesian - Wikibuch zum Indonesisch Lernen (Englisch)
Kategorie:Malayo-Polynesische Sprache
Kategorie:Indonesien
Kategorie:Malaysia
Kategorie:Südostasien
Kategorie:Einzelsprache
ja:マレー語ja:インドネシア語
ms:Bahasa Melayu
ms:Bahasa Indonesia
th:ภาษามาเลย์ th:ภาษาอินโดนีเซีย
Portugiesische Sprache
Portugiesisch ist eine Sprache aus dem romanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie und bildet mit dem Spanischen, Katalanischen und weiteren Sprachen der iberischen Halbinsel die engere Einheit des Iberoromanischen. Zusammen mit dem Galicischen in Nordwest-Spanien geht es auf eine gemeinsame Ursprungssprache zurück, das Galicisch-Portugiesische, das sich von der ausgehenden Antike bis ins frühe Mittelalter entwickelte. Nach der Herausbildung der Staatlichkeit Portugals entwickelten sich daraus die beiden heutigen Sprachen.
Es wird von ca. 190 Millionen Muttersprachlern gesprochen; einschließlich der Zweitsprachler beläuft sich die Zahl der Sprecher auf ca. 200 Millionen.
Die portugiesische Sprache verbreitete sich weltweit im 15. und 16. Jahrhundert, als Portugal sein Kolonialreich aufbaute, das zum großen Teil bis ins Jahr 1975 überdauerte und Brasilien, Teile Afrikas und Macau in China umfasste. Daraus ergab sich, dass Portugiesisch heute die Amtssprache von mehreren unabhängigen Staaten ist und darüber hinaus von vielen als Zweitsprache gelernt und gesprochen wird. Neben dem eigentlichen Portugiesischen gibt es etwa zwanzig Kreolsprachen auf überwiegend portugiesischer Basis. Durch die Auswanderung aus Portugal in den letzten Jahrzehnten ist Portugiesisch in mehren Staaten Westeuropas und in Nordamerika zu einer wichtigen Minderheitensprache geworden.
Geschichtliche Entwicklung
[http://www.brasilienstraumstraende.com]
Die portugiesische Sprache entwickelte sich im Westen der iberischen Halbinsel aus einer Form der gesprochenen lateinischen Sprache (Vulgärlatein), die von römischen Soldaten und Siedlern seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. auf die Halbinsel gebracht worden war. Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches begann sich das Portugiesische unter Einfluss der vorrömischen Substrate und der späteren Superstrate anders als die übrigen romanischen Sprachen zu entwickeln. Ab dem 11. Jahrhundert sind schriftliche Dokumente überliefert, die auf Portugiesisch abgefasst wurden. Bis zum 15. Jahrhundert hat sich die portugiesische Sprache zu einer reifen Sprache mit einer reichen Literatur entwickelt.
Römische Kolonisierung
Im Jahre 218 v. Chr. eroberten die Römer den Westen der iberischen Halbinsel mit dem heutigen Portugal und Galicien, woraus die spätere römische Provinz Lusitanien wurde. Mit den Siedlern und Legionären kam auch eine volkstümliche Version des Latein, das Vulgärlatein, von dem alle romanischen Sprachen abstammen. Obwohl das Gebiet des heutigen Portugal bereits vor der Ankunft der Römer bewohnt war, stammen 90 % des portugiesischen Wortschatzes vom Latein ab und es gibt nur sehr wenige Spuren der ursprünglichen Sprachen im modernen Portugiesisch.
Germanische Invasionen
Vom Jahre 409 n. Chr. an, als das weströmische Reich zusammenzubrechen begann, drangen Völker germanischen Ursprungs, von den Römern als Barbaren bezeichnet, auf die iberische Halbinsel vor. Diese Germanen, hauptsächlich Sueben und Westgoten, assimilierten sich langsam an die römische Sprache und Kultur. Da jedoch der Kontakt zu Rom gering war, entwickelte sich die lateinische Sprache unabhängig weiter, wobei sich die regionalen Unterschiede verstärkten. Die sprachliche Einheit auf der iberischen Halbinsel wurde somit langsam zerstört und es entwickelten sich voneinander unterscheidbare Dialekte, darunter die heute zu Standardsprachen weiterentwickelten Formen Portugiesisch, Galicisch, Spanisch und Katalanisch. Die Entwicklung der Portugiesischen und Galicischen Dialekte weg vom Spanischen wird unter anderem auf die Sueben zurückgeführt. Germanische Elemente kamen somit auf zwei Wegen in die portugiesische Sprache: indirekt als germanische Entlehnungen, die als Bestandteil der gewöhnlichen lateinischen Umgangssprache der römischen Legionäre auf die Iberische Halbinsel gelangten, darüber hinaus direkt als Lehnwörter gotischer und suebischer Herkunft.
Maurische Invasionen
Ab 711 eroberten die Mauren die iberische Halbinsel und in den eroberten Gebieten wurde das Arabische zur Verwaltungssprache. Die Bevölkerung sprach jedoch weiterhin ihren romanischen Dialekt, weshalb der Einfluss der arabischen Sprache auf das Portugiesische nicht sehr stark war. Es entwickelte sich auch eine romanische Schriftsprache in arabischer Schrift, das so genannte Mozarabische. Nachdem die Mauren durch die Reconquista vertrieben worden waren, blieben viele in ihrem rechtlichen Status stark beschränkte Araber auf dem Gebiet des heutigen Portugals, sie waren später auch als freie Handwerker tätig und assimilierten sich an die portugiesische Kultur und Sprache. Aufgrund des Kontakts mit dem Arabischen lassen sich arabische Spuren hauptsächlich in der Lexik finden, wo das moderne Portugiesisch viele Wörter arabischen Ursprungs besitzt, die sich in anderen romanischen Sprachen nicht wieder finden. Diese Einflüsse betreffen vor allem die Bereiche Ernährung und Landwirtschaft, in denen durch die Araber Neuerungen eingeführt wurden. Daneben ist der arabische Einfluss in geografischen Namen des südlichen Portugal, wie Algarve oder, nicht so südlichen, Fátima, ersichtlich.
Aufstieg der portugiesischen Sprache
Die römische Provinz Lusitanien zerfiel in zwei Teile, Lusitanien im Süden und Galicien im Norden. Die portugiesische Sprache entwickelte sich im heutigen Nordportugal sowie in Galicien (heutiges Nordwest-Spanien). Diese Dialekte existierten für eine lange Zeit nur als gesprochene Sprache, als Schriftsprache benutzte man weiterhin Latein.
Die frühesten Belege einer geschriebenen Form der portugiesischen Sprache sind „Cancioneiros“ aus der Zeit um 1100.
Galicisch und Portugiesisch sind Schwestersprachen, die auf eine gemeinsame Ausgangssprache, das Galicisch-Portugiesische zurückgehen, das sich zwischen 1200 und 1350 als Dichtersprache entwickelte.
Nach der Unabhängigkeit Portugals von Kastilien, entwickelten sich daraus im 14. Jahrhundert zwei eigenständige Sprachen.
Die Grafschaft Portugal wurde im Jahr 1095 unabhängig, ab 1139 war Portugal Königreich unter König Alfons I..
Portugiesisch wurde allmählich zur Schriftsprache.
Im Jahre 1290 gründete König Dionysius (Diniz) die erste portugiesische Universität, das Estudo Geral in Lissabon. Er setzte fest, dass das Vulgärlatein, wie das Portugiesische damals noch genannt wurde, dem klassischen Latein vorgezogen werden solle. Ab 1296 benutzten die königlichen Kanzleien das Portugiesische, womit die Sprache nicht mehr nur in der Poesie, sondern auch in Gesetzen und notariellen Schriftstücken Verwendung fand.
Durch die Ausstrahlung der höfischen Kultur Südfrankreichs auf die galicische Dichtersprache im 12. und 13. Jahrhundert gelangten auch okzitanische Lehnwörter in das Sprachgebiet Portugals. Im modernen Portugiesisch hat sich aber nur eine begrenzte Zahl dieser Wörter erhalten. Von größerer Bedeutung für die Ausprägung des Wortschatzes ist der französische Spracheinfluss, der heute nicht nur lexikalisch, sondern auch phraseologisch nachweisbar ist.
Mit der Reconquista-Bewegung dehnte sich der Einflussbereich des Portugiesischen allmählich nach Süden hin aus. Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts endete diese Ausdehnung an der Südgrenze des heutigen Portugals, wodurch der gesamte Westen der Iberischen Halbinsel zum galicisch-portugiesischen Sprachgebiet wurde. Im 14. Jahrhundert war Portugiesisch zu einer reifen Sprache geworden, die eine reiche literarische Tradition besaß, und die auch in anderen Gegenden der iberischen Halbinsel in der Dichtung verbreitet war, wie z. B. im Königreich León, Kastilien, Aragón und Katalonien. Später, als sich Kastilisch (was praktisch das moderne Spanisch ist) in Kastilien fest etablierte und Galicien unter den Einfluss der Kastilischen Sprache kam, wurde die südliche Variante des Galicisch-Portugiesischen zur Sprache von Portugal.
Zeit der portugiesischen Entdeckungen
Portugal
Zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert, also während der Zeit der portugiesischen Entdeckungen, verbreitete sich die portugiesische Sprache in vielen Regionen von Asien, Afrika und Amerika. Im 16. Jahrhundert war es die lingua franca in Asien und Afrika, wo es nicht nur der Kolonialverwaltung, sondern auch dem Handel und der Kommunikation zwischen den lokalen Machthabern und den Europäern aller Nationalitäten diente. In Ceylon (heutiges Sri Lanka) sprachen einige Könige fließend Portugiesisch und Adlige nahmen häufig portugiesische Namen an. Die Ausbreitung der Sprache wurde auch durch die Ehen zwischen Portugiesen und Einheimischen gefördert (was im portugiesischen Kolonialreich eine gängigere Praxis als in anderen Kolonialreichen war). Da die Sprache in vielen Erdteilen mit den missionarischen Aktivitäten der Portugiesen gleichgesetzt wurde, nannte man das Portugiesische dort auch Cristão (Christlich). Obwohl später die Niederländer versuchten, in Ceylon und dem heutigen Indonesien das Portugiesische zurückzudrängen, blieb es dort lange eine populäre und verbreitete Sprache.
In Indien, Sri Lanka, Malaysia und Indonesien entwickelten sich portugiesische Kreolsprachen heraus, nachdem Portugal den Einfluss in diesen Ländern an andere europäische Mächte verloren hatte. In vielen Sprachen findet man Portugiesische Wörter in der modernen Lexik wieder, so zum Beispiel das Wort pan für 'Brot' im Japanischen (portugiesisch: pão), sepatu für 'Schuh' im Indonesischen (portugiesisch: sapato), keju für 'Käse' im Malaiischen (portugiesisch: queijo) oder auch meza für 'Tisch' in Swahili (portugiesisch: mesa).
Entwicklung seit der Renaissance
Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts fand eine große Anzahl von Lehnwörtern Eingang in die portugiesische Sprache, meist lateinischen oder griechischen Ursprunges. Italienische Wörter aus den Bereichen Musik, Theater, Malerei sowie spanische Lehnwörter, die aufgrund der Personalunion zwischen Portugal und Spanien von 1580 bis 1640 besonders zahlreich sind, machten die Sprache reicher und komplexer. Man unterscheidet aus diesem Grund zwei Entwicklungsphasen: das Altportugiesische (12. bis Mitte des 16. Jahrhunderts) und das Neuportugiesische, wobei als Ende des Altportugiesischen das Erscheinen des Cancioneiro Geral von Garcia de Resende im Jahre 1516 betrachtet wird.
Die Gegenden, wohin sich das Portugiesische vor der Entwicklung des Neuportugiesischen verbreitet hatte, machten diese Entwicklungen jedoch größtenteils nicht mit. In Brasilien und São Tomé und Príncipe, aber auch in einigen abgelegenen ländlichen Gebieten Portugals, werden deshalb Dialekte gesprochen, die dem Altportugiesischen ähnlich sind.
Verwandtschaft mit anderen Sprachen
Portugiesisch ist zwar in vielen Aspekten zur spanischen Sprache sehr ähnlich, in der Aussprache herrschen jedoch bedeutende Unterschiede. Mit etwas Übung ist es einem Portugiesen jedoch möglich, Spanisch zu verstehen und umgekehrt. Wenn man den folgenden Satz betrachtet:
:Ela fecha sempre a janela antes de jantar. (Portugiesisch)
:Ella cierra siempre la ventana antes de cenar. (Spanisch)
Fast alle Wörter der einen Sprache haben sehr ähnlich lautende Verwandte in der jeweils anderen Sprache, die jedoch unter Umständen sehr selten gebraucht werden.
:Ela encerra sempre a janela antes de cear. (Portugiesisch mit wenig gebräuchlicher Wortwahl)
(Der Satz bedeutet 'Sie schließt immer das Fenster vor dem Abendessen.')
Es gibt allerdings auch eine Anzahl von Wörtern, bei denen eine Verwandtschaft zwischen den Sprachen nicht zu erkennen ist und die jeweiligen Sprecher in dem anderen Land vor Probleme stellt. Beispiele:
roher Schinken: span: jamón (serrano), port.: presunto
Kochschinken: span: jamón dulce(York), port: fiambre
Autowerkstatt: span: taller, port: oficina
Büro: span: oficina, port: escritório
Zug (Bahn): span: tren, port: comboio
Es gibt Orte, wo Spanisch und Portugiesisch nebeneinander gesprochen werden. Muttersprachler des Portugiesischen können in der Regel Spanisch lesen und umgekehrt, auch wenn sie die gesprochene Sprache des jeweils anderen nicht verstehen. Andererseits sollten Besucher in Portugal oder Brasilien nicht unbedingt versuchen, mit den Einheimischen auf Spanisch zu kommunizieren (es sei denn, man ist spanischer Muttersprachler), da dies häufig nicht gern gesehen wird und in den Augen der Einheimischen auf Ignoranz schließen lässt. Beherrscht man Portugiesisch nicht, sollte man zuvor Englisch oder Französisch ausprobieren.
Portugiesisch hat auch offensichtliche Parallelen zu Katalanisch, Italienisch und allen anderen romanischen Sprachen, vor allem was die Grammatik und Syntax angeht.
Verbreitung
Syntax
Portugiesisch ist alleinige Amtssprache in Angola, Brasilien, Portugal und São Tomé und Príncipe. Zusammen mit anderen Sprachen ist Portugiesisch Amtssprache in Timor-Leste (zusammen mit Tetum), Macau (zusammen mit Chinesisch). Auf Kap Verde, in Guinea-Bissau und Mosambik ist es zwar Amtssprache, jedoch nicht die wichtigste Sprache. Eine wichtige Sprache, aber keine Amtssprache, ist Portugiesisch in Andorra, Luxemburg und Namibia.
Amerika
In Südamerika erfreut sich Portugiesisch wachsender Bedeutung. Wegen des großen Einflusses Brasiliens wird Portugiesisch in einigen der restlichen südamerikanischen Staaten unterrichtet, besonders in Argentinien und den anderen Mercosur (Mercosul)-Mitgliedsstaaten. Neben den etwa 185 Millionen Muttersprachlern in Brasilien gibt es im Grenzgebiet von Argentinien, Bolivien, Paraguay (Brasiguayos) und Uruguay Menschen, für die Portugiesisch die Muttersprache ist, teilweise hat sich auch mit Spanisch eine Mischsprache namens Portunhnol herausgebildet. Es gibt große portugiesischsprachige Kolonien in Antigua und Barbuda, Bermuda, Kanada, Guyana, Jamaika, den USA sowie Venezuela, wobei sich die Mehrzahl aus Einwanderern bzw. Gastarbeitern aus Brasilien oder Portugal zusammensetzt.
und brasiliens und bessa intermares und João Pessoa Urlaub [http://www.brasilienstraumstraende.com]
Europa
In Europa wird Portugiesisch vor allem von den 10,3 Millionen Einwohnern Portugals gesprochen. In Mitteleuropa hat sich die Sprache vor allem durch Einwanderung aus Portugal in den letzten Jahrzehnten verbreitet und wird von mehr als 10 % der Bevölkerung Luxemburgs und Andorras gesprochen. Daneben gibt es einen nennenswerten Anteil an portugiesischsprachiger Bevölkerung in Belgien, Frankreich, Deutschland, auf Jersey und in der Schweiz. In Spanien wird portugiesisch in Olivença und im Vale do Xalima gesprochen, wo es als A fala bezeichnet wird. Das mit Portugiesisch sehr eng verwandte Galicisch wird im nordwestspanischen Galicien gesprochen.
Galicisch und Portugiesisch haben die gleichen Wurzeln und waren bis zum Mittelalter eine einzige Sprache, die man heute als Galicisch-Portugiesisch bezeichnet. Diese Sprache wurde sogar in Spanien (Kastilien) im poetischen Schaffen verwendet. Auch heute werden von vielen Linguisten Galicisch und Portugiesisch als eine Einheit gesehen. Aus soziolinguistischen Gründen werden die beiden Sprachen jedoch häufig getrennt gesehen und in Galicien haben sich zwei Standards der Schriftsprache gebildet, wobei sich der eine, der von der Galicischen Autonomen Regierung gestützt wird, mehr am Spanischen (Kastilischen) anlehnt, während in gewissen politischen und universitären Kreisen ein Standard etabliert hat, der sehr nah am Portugiesischen liegt. Der einzige galicische Abgeordnete im Europäischen Parlament, Camilo Nogueira, spricht nach eigenen Angaben Portugiesisch.
Afrika
Portugiesisch ist eine wichtige Sprache im Afrika südlich der Sahara. Angola und Mosambik sind zusammen mit São Tomé und Príncipe, Kap Verde und Guinea-Bissau als PALOP (Paises Africanos de Língua Oficial Portuguesa) bekannt und organisiert; sie vertreten etwa 16 Millionen Sprecher des Portugiesischen (großzügige Schätzungen gehen dabei von 9 Millionen Muttersprachlern aus, der Rest ist zweisprachig). Paradoxerweise ist der Gebrauch der portugiesischen Sprache nach der Unabhängigkeit der früheren Kolonien von Portugal gewachsen. Die Regierungen der jungen Staaten sahen die portugiesische Sprache als Instrument zur Entwicklung des Landes und einer nationalen Einheit.
In Afrika ist Portugiesisch eine wichtige Minderheitensprache in der Demokratische Republik Kongo, Malawi, Namibia (dort machen Flüchtlinge aus Angola etwa 20 % der Bevölkerung aus), Südafrika (mehr als eine Million Sprecher), Sambia and Simbabwe.
In anderen Teilen Afrikas gibt es portugiesische Kreolsprachen. Im Süden Senegals, in Casamance, gibt es eine Gemeinschaft, die sprachlich und kulturell mit Guinea-Bissau verwandt ist und wo Portugiesisch gelernt wird. Auf der Insel Annobón (Äquatorial-Guinea) gibt es eine weitere Kreolsprache, die mit jener von São Tomé und Príncipe eng verwandt ist.
In Angola wird Portugiesisch schnell zu einer Nationalsprache statt nur einer Verkehrssprache. Gemäß der offiziellen Volkszählung von 1983 war Portugiesisch die Muttersprache von 75 % der Bevölkerung der Hauptstadt Luanda von etwa 2,5 Millionen. Landesweit benutzen etwa 60 % der Bevölkerung von etwa 12,5 Millionen Portugiesisch als Umgangssprache. Viele junge Angolaner beherrschen nur Portugiesisch. Die Fernsehstationen aus Portugal und Brasilien, die man in Angola empfangen kann und die sehr populär sind, tragen dazu ihren Anteil bei. Die Sprachen, die in Angola vor der Kolonisierung gesprochen wurden, gibt es zwar nach wie vor, sie werden von der Bevölkerung aber wie Dialekte und nicht wie eigene Sprachen behandelt. Das angolanische Portugiesisch beeinflusste auch das heute in Portugal gesprochene Portugiesisch, da die retornados, also portugiesische Rückkehrer, nach der Unabhängigkeit Angolas Wörter mitbrachten, die sich vor allem in der jungen Stadtbevölkerung verbreiteten. Dazu gehören iá (ja), bué (viele) oder bazar (weggehen).
Mosambik gehört zu den Ländern, in denen Portugiesisch Amtssprache ist, es wird aber größtenteils nur als Zweitsprache gesprochen. In den Städten ist es aber die am meisten verbreitete Sprache. Gemäß der Volkszählung von 1997 sprechen etwa 40 % der Gesamtbevölkerung Portugiesisch, jedoch etwa 72 % der Stadtbevölkerung. Andererseits bezeichnen nur 9 % (bzw. 26 % in den Städten) Portugiesisch als die wichtigste Sprache im Land. Die mosambikanischen Schriftsteller verwenden alle ein portugiesisch, das sich an die mosambikanische Kultur angepasst hat.
Auf Kap Verde und in Guinea-Bissau sind die wichtigsten Sprachen portugiesische Kreolsprachen, die als Crioulos bezeichnet werden, wohingegen der Gebrauch der portugiesischen Sprache als Umgangssprache im Abnehmen begriffen ist. Die meisten Kapverdier können aber auch Standard-Portugiesisch sprechen, das in formellen Situationen verwendet wird. Schulbildung und Fernsehen aus Portugal und Brasilien tragen andererseits zur Entkreolisierung bei. In Guinea-Bissau ist die Lage etwas anders, weil nur etwa 60 % der Bevölkerung Kreolisch sprechen, und gar nur 14 % davon beherrschen Standard-Portugiesisch.
In São Tomé und Príncipe spricht die Bevölkerung eine Art archaisches Portugiesisch, das viele Ähnlichkeiten mit brasilianischem Portugiesisch aufweist. Die Elite des Landes verwendet jedoch eher die europäische Version, ähnlich wie in den anderen PALOP-Ländern. Neben dem eigentlichen Portugiesisch gibt es noch drei Kreolsprachen. Kinder lernen in der Regel Portugiesisch als Muttersprache und eignen sich das Forro genannte Kreolisch erst später an. Der tägliche Gebrauch der portugiesischen Sprache auch als Umgangssprache ist im Wachsen begriffen und fast die gesamte Bevölkerung beherrscht diese Sprache.
Asien
Portugiesisch wird in Osttimor, in den indischen Staaten Goa und Daman und Diu sowie in Macau (Volksrepublik China) gesprochen. In Goa wird Portugiesisch als Sprache der Großeltern bezeichnet, weil es nicht mehr in der Schule unterrichtet wird, keinen offiziellen Status hat und deshalb von immer weniger Menschen gesprochen wird. In Macau wird Portugiesisch nur von der kleinen portugiesischen Bevölkerung gesprochen, die nach der Übergabe der früheren Kolonie an China dort geblieben ist und es gibt auch nur eine einzige Schule, wo auf Portugiesisch unterrichtet wird. Trotzdem bleibt Portugiesisch vorerst eine offizielle Sprache neben Chinesisch.
Es gibt in Asien mehrere portugiesische Kreolsprachen. In der malaiischen Stadt Malakka gibt es eine Kreolsprache namens Cristão oder Papiá Kristang, andere aktive Kreolsprachen findet man in Indien und Sri Lanka. In Japan gibt es etwa 250.000 Personen, die als dekasegui bezeichnet werden; das sind Brasilianer japanischer Abstammung, die wieder nach Japan zurückgekehrt sind, deren Muttersprache jedoch Portugiesisch ist.
In Osttimor ist die meistverbreitete Sprache Tetum, eine austronesische Sprache, die jedoch von der portugiesischen Sprache stark beeinflusst wurde. Die Wiedereinführung des Portugiesischen als Nationalsprache stieß bei der jüngeren Bevölkerung, die durch das indonesische Bildungssystem gegangen ist und Portugiesisch nicht beherrscht, auf Missfallen. Weniger als 20 % der Bevölkerung, überwiegend der älteren Generation, sprechen Portugiesisch, obwohl der Anteil steigt, da die Sprache der jüngeren Generation und interessierten Erwachsenen unterrichtet wird. Osttimor hat die anderen CPLP-Staaten um Hilfe bei der Einführung des Portugiesischen als Amtssprache gebeten. Osttimor versucht, mit Hilfe der portugiesischen Sprache Anschluss an die internationale Gemeinschaft zu finden und sich von Indonesien abzugrenzen. Xanana Gusmão, der Präsident von Osttimor, glaubt, dass innerhalb von 10 Jahren Portugiesisch in Osttimor weit verbreitet sein wird.
Offizieller Status
Die Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder CPLP ist eine internationale Organisation von acht unabhängigen Staaten, deren Amtssprache Portugiesisch ist. Portugiesisch ist auch offizielle Sprache der Europäischen Union, des Mercosul, der Afrikanischen Union und einiger anderer Organisationen.
Portugiesisch ist Amtssprache in:
Dialekte
Die Muttersprachler des Portugiesischen bezeichnen ihre Dialekte nicht als Dialekte, sondern als Akzente (Port. sotaques) oder Aussprache (Port. pronúncia), unabhängig davon, ob es sich um den Dialekt eines anderen Landes handelt oder um den Dialekt einer anderen Region innerhalb desselben Landes. Der Terminus Dialekt hat im Portugiesischen eine abwertende Bedeutung und wird deshalb nicht verwendet.
Das Standardportugiesisch, auch Estremenho bezeichnet, hat sich in der Geschichte häufiger geändert als andere Variationen. Alle Formen der portugiesischen Sprache Portugals können nach wie vor im brasilianischen Portugiesisch (das in Anlehnung an die frühere Hauptstadt Brasiliens Rio de Janeiro auch Fluminense oder Carioca genannt wird) gefunden werden. Afrikanisches Portugiesisch, besonders die Aussprache von São Tomé und Príncipe (auch Santomense genannt) hat mit brasilianischem Portugiesisch viele Gemeinsamkeiten. Die Akzente von Südportugal haben ebenfalls ihre Eigenheiten bewahrt, wozu die besonders häufige Benutzung des Gerundiums zählt. Dagegen sind Alto-Minhoto and Transmontano in Nordportugal der Galicischen Sprache sehr ähnlich.
Das Standard-Portugiesisch aus Portugal ist in den früheren afrikanischen Kolonien die bevorzugte Aussprache. Deshalb kann man zwei Formen unterscheiden, nämlich die europäische und die brasilianische; wobei man gemeinhin vier große Standard-Aussprachen unterscheidet, nämlich jene von Coimbra, Lissabon, Rio de Janeiro und São Paulo, dies sind auch die einflussreichsten Ausspracheformen.
Die wichtigsten Ausspracheformen des Portugiesischen sind, jeweils mit Hörbeispiel als externem Link, die folgenden:
Portugal
- Alentejano ([http://www.instituto-camoes.pt/cvc/hlp/geografia/som40.html Hörbeispiel]) – Alentejo
- Algarvio ([http://www.instituto-camoes.pt/cvc/hlp/geografia/som44.html Hörbeispiel]) – Algarve
- Alto-Minhoto ([http://www.instituto-camoes.pt/cvc/hlp/geografia/som1.html Hörbeispiel]) – Nördlich der Stadt Braga
- Açoriano ([http://www.instituto-camoes.pt/cvc/hlp/geografia/som69.html Hörbeispiel]) – Azoren
- Baixo-Beirão; Alto-Alentejano ([http://www.instituto-camoes.pt/cvc/hlp/geografia/som49.html Hörbeispiel]) – Inneres Mittelportugal
- Beirão ([http://www.instituto-camoes.pt/cvc/hlp/geografia/som9.html Hörbeispiel]) – Mittelportugal
- Estremenho ([http://www.instituto-camoes.pt/cvc/hlp/geografia/som22.html Hörbeispiel]) – Regionen um Coimbra und Lissabon (Europäisches Portugiesisch)
- Nortenho ([http://www.instituto-camoes.pt/cvc/hlp/geografia/som14.html Hörbeispiel]) – Regionen um Braga und Porto
- Madeirense ([http://www.instituto-camoes.pt/cvc/hlp/geografia/som60.html Hörbeispiel]) – Madeira
- Transmontano ([http://www.instituto-camoes.pt/cvc/hlp/geografia/som6.html Hörbeispiel]) – Trás-os-Montes
Afrika
- Angolano ([http://www.instituto-camoes.pt/cvc/hlp/geografia/som85.html Hörbeispiel]) – Angola (Angolanisches Portugiesisch)
- Caboverdiano ([http://www.instituto-camoes.pt/cvc/hlp/geografia/som87.html Hörbeispiel]) – Kap Verde
- Guineense ([http://www.instituto-camoes.pt/cvc/hlp/geografia/som88.html Hörbeispiel]) – Guinea-Bissau
- Moçambicano ([http://www.instituto-camoes.pt/cvc/hlp/geografia/som89.html Hörbeispiel]) – Mosambik
- Santomense ([http://www.instituto-camoes.pt/cvc/hlp/geografia/som83.html Hörbeispiel]) – São Tomé und Príncipe
Brasilien
- Caipira – Hinterland, auch Hinterwäldler
- Capixaba – Früher Bezeichnung nur für die Einwohner von Vitòria. Heute allgemein auch für die Bevölkerung von Espirito Santo (Bundesstaat nördl. v. Rio de Janeiro)
- Carioca ([http://www.instituto-camoes.pt/cvc/hlp/geografia/som90.html Hörbeispiel]) – Stadt und Bundesstaat Rio de Janeiro (Brasilianisches Portugiesisch)
- Cearense – Bundesstaat Ceará
- Baiano – Bahia
- Gaúcho – Rio Grande do Sul
- Mineiro – Bundesstaat Minas Gerais
- Nordestino ([http://www.instituto-camoes.pt/cvc/hlp/geografia/som91.html Hörbeispiel]) – Nordöstliche Bundesstaaten Brasiliens
- Nortista – Bundesstaaten im Amazonasbecken
- Paulistano – Stadt São Paulo
- Sertão – Bundesstaaten Goiás und Mato Grosso
- Sulista – Südbrasilien
Sonstige Regionen
- Timorense ([http://www.instituto-camoes.pt/cvc/hlp/geografia/som84.html Hörbeispiel]) – Osttimor
Macaense ([http://www.instituto-camoes.pt/cvc/hlp/geografia/som92.html Hörbeispiel]) – Macau, China
Wörter, die in Portugal anders heißen als in Brasilien oder Angola, sind zum Beispiel:
'Ananas'
- Angola: abacaxi², manchmal ananás¹
- Brasilien: abacaxi², manchmal ananás¹
- Portugal: ananás¹, manchmal abacaxi²
'weggehen'
- Angola: bazar³, ir embora ¹
- Brasilien: ir embora ¹
- Portugal: ir embora¹ (oder bazar³ unter Teenagern)
'Bus'
- Portugal: autocarro ¹
- Brasilien: ônibus ²
- Angola: machimbombo ³
'Elendsviertel'
- Angola: muceque ¹
- Brasilien: favela ²
- Portugal: bairro de lata ³
(1) Portugiesischer Ursprung
(2) Brasilianischer Ursprung
(3) Angolanischer Ursprung (Machimbombo hat wahrscheinlich mosambikanischen Ursprung)
Unterschiede in der Schriftsprache
Das Portugiesische hat zwei Varianten der Schriftsprachen (Port. Variedades), die häufig Padrões (Muster) bezeichnet werden. Diese sind:
- Europäisches und afrikanisches Portugiesisch
- Brasilianisches Portugiesisch.
Die Unterschiede zwischen diesen Varianten betreffen das Vokabular, die Aussprache und die Syntax, besonders in der Umgangssprache, wohingegen in der Sprache der gehobenen Schichten diese Unterschiede geringer ausfallen.
Hierbei handelt es sich jedoch um Dialekte derselben Sprache, die Sprecher der beiden Varianten können die jeweils andere leicht verstehen.
Einige Unterschiede im Wortschatz, die auf den ersten Blick wie Unterschiede aussehen, sind in der Wirklichkeit keine. In Brasilien ist der Standardausdruck für 'Teppich' tapete. In Portugal benutzt man eher alcatifa. Jedoch gibt es in Portugal ebenfalls regional den Ausdruck tapete, ebenso wie es in Brasilien regional den Ausdruck alcatifa gibt. Für alte Wörter trifft dies fast generell zu, während in neuen Wörtern diese Unterschiede in der Tat landesspezifisch sind, wie z. B. ônibus in Brasilien und autocarro in Portugal.
Signifikantere Unterschiede bestehen in der Orthografie. In Wörtern, die cc, cç oder ct enthalten, wird in Brasilien das erste c weggelassen, in Wörtern, die pc, pç oder pt enthalten, entfällt das p. Diese Buchstaben werden nicht ausgesprochen, sondern stellen vielmehr Überbleibsel aus dem Latein dar, die man in Brasilien zumeist eliminiert hat.
Ein paar Beispiele sind:
Daneben gibt es einige Unterschiede in der Akzentuierung, die folgende Gründe haben:
# Unterschiedliche Aussprache: In Brasilien wird das o in Antônio, anônimo 'anonym' oder Amazônia geschlossen ausgesprochen, wohingegen es in Portugal und Afrika offen gesprochen wird. Deshalb schreibt man in Portugal und Afrika António, anónimo bzw. Amazónia.
# Vereinfachung des Lesens: Die Kombination qu kann in zwei verschiedenen Arten gelesen werden: ku oder k. Um das Lesen einfacher zu machen, schreibt man in Brasilien das u mit einem Trema, wenn die Aussprache ku ist, also cinqüenta statt cinquenta 'fünfzig'.
An einer Rechtschreibreform (Port. Reforma Ortográfica) wird seit den achtziger Jahre gearbeitet, um einen internationalen Standard zu erreichen. Im Rahmen dieser Reform sollen die oben genannten c in cc, cç oder ct und p in pc, pç oder pt auch in Portugal abgeschafft werden, daneben gibt es kleinere Vereinheitlichungen und man versucht, sich auf ein koordiniertes Vorgehen in Bezug auf neue Lehnwörter aus anderen Sprachen zu einigen. Momentan wurde die Vereinbarung von Brasilien, Kap Verde und Portugal unterzeichnet, sie tritt allerdings erst in Kraft, wenn alle Mitglieder der CPLP unterschrieben haben, was nicht für die nächsten Jahre zu erwarten ist.
Vom Portugiesischen abgeleitete Sprachen
Als im Mittelalter Portugal sein Kolonialreich aufzubauen begann, kam die portugiesische Sprache in Kontakt mit den lokalen Sprachen der eroberten Gebiete und es entstanden Mischsprachen (Pidgins), die bis zum 18. Jahrhundert in Asien und Afrika als lingua franca verwendet wurden. Diese Pidgin-Sprachen erweiterten ihre Grammatik und Lexik im Laufe der Zeit und wurden zu Umgangssprachen von rassisch gemischten Bevölkerungen. Sie existieren unter folgenden Namen in den folgenden Gebieten:
Kap Verde:
- Crioulo Barlavento (Criol)
- Crioulo Sotavento (Kriolu)
Äquatorial-Guinea:
- Fá d'Ambô
Guinea-Bissau und Senegal:
- kriol
Indien:
- Kreolsprache von Diu
- Kreolsprache von Vaipim
- Kristi
- Língua da Casa
Macau:
- Macaista
Malaysia, Singapur:
- Cristão/Papiá Kristang
Niederländische Antillen und Aruba:
- Papiamentu
São Tomé und Príncipe:
- Angolar
- Forro
- Lunguyê
Sri Lanka:
- Burgher
Suriname:
- Saramaccaans
Einige Hybriddialekte existieren dort, wo Spanisch und Portugiesisch aufeinander treffen:
- A Fala in Spanien
- Barranquenho in Portugal
- Portuñol in Uruguay
Aussprache
Die portugiesische Sprache hat eine sehr komplexe phonetische Struktur, was sie für Sprachwissenschaftler besonders interessant macht. Die Sprache verfügt über 9 Vokale, 5 nasale Vokale und 25 Konsonanten.
Die folgenden Aussprachehinweise gelten für sowohl europäisches als auch brasilianisches Portugiesisch; wenn es Unterschiede gibt, sind sie beim jeweiligen Laut angegeben.
Betonung
Im Portugiesischen erfolgt die Betonung von Wörtern, die (orthografisch) auf Vokal, s oder m enden, gewöhnlich auf den vorletzten Vokal, die Betonung von Wörtern, die (orthografisch) auf andere Konsonanten (dies sind meist l, r, z) enden, hingegen auf dem letzten Vokal. Eine von dieser Regel abweichende Betonung wird durch einen Akzent (Akut oder Zirkumflex) angezeigt. Nasale Silben (gekennzeichnet durch eine Tilde) sind immer betont, es sei denn, eine andere Silbe trägt einen Akut oder einen Zirkumflex.
;Beispiele:
:beleza 'Schönheit' – Betonung auf dem zweiten e
:Sábado 'Samstag' – Betonung auf dem ersten a
:Brasil 'Brasilien' – Betonung auf dem i
:cantar 'singen' – Betonung auf dem zweiten a
:combinação 'Kombination' – Betonung auf dem ã
:Cristóvão 'Christoph' – Betonung auf dem ersten o
Das Portugiesische ist, anders als das Französische, Spansiche und Italienische, eher eine akzentzählende Sprache.
Vokale
nasale Vokale
Nasale Vokale besitzt das Deutsche nicht. Die portugiesischen Nasale werden nicht so vollständig nasal ausgesprochen wie im Französischen und in der Regel gibt es im Portugiesischen auch keinen Verschlusslaut am Ende des Nasals. In manchen Publikationen wird die z. B. Aussprache des nasalen Vokals ã mit ang angegeben, was allerdings nicht richtig ist, weil es sich bei den nasalierten Lauten um einen einzigen Laut handelt.
Konsonanten
Grammatik
Die portugiesische Grammatik ist mit jener anderer romanischer Sprachen eng verwandt. Eigenheiten bestehen in der Wortstellung vor allem von Pronomen.
Verben werden in drei Konjugationen eingeteilt, die man nach der Infinitivendung unterscheidet (entweder -ar, -er, -ir; -or ist unregelmäßig), wobei zur -ar-Gruppe die meisten Verben gehören. Diese Verben folgen dann den gleichen Konjugationsregeln. Ähnlich wie im Deutschen gibt es den Imperativ (o imperativo), den Indikativ (o indicativo) und den Konjunktiv (o conjuntivo), wobei die Regeln strenger sind, wann der Konjunktiv zu verwenden ist, und die Verwendung mit dem Gebrauch des deutschen Konjunktiv nicht zu vergleichen ist, mehr jedoch mit dem Gebrauch des spanischen subjuntivo. Eine Besonderheit ist, dass die zweite Person des Plurals weniger Bedeutung hat. In Brasilien wird auch die zweite Person des Singulars so gut wie gar nicht verwendet (stattdessen wird die dritte Person benutzt). Eine weitere Besonderheit stellt der sogenannte persönliche Infinitiv dar.
Die Substantive haben eines von zwei grammatischen Geschlechtern (Genera): Maskulinum und Femininum; Adjektive und Zahlwörter müssen in Genus und Numerus mit dem Substantiv übereinstimmen (Kongruenz).
Wortschatz
Da Portugiesisch eine romanische Sprache ist, entstammen die meisten portugiesischen Wörter der lateinischen Sprache. Man kann jedoch auch Spuren aus anderen Sprachen, mit denen das Portugiesische Kontakt hatte, beobachten:
Wörter aus der vorrömischen Zeit
Es gibt wenige Wörter aus der Zeit vor der römischen Herrschaft der iberischen Halbinsel, die sich aus der Sprache der Urbevölkerung des heutigen Portugal (Lusitaner, Konii, Iberer) oder aus der Sprache von Siedlern (Phönizier, Karthager oder Kelten bzw. Keltiberer) bis in das moderne Portugiesisch erhalten haben. Bei vielen dieser Wörter fehlt jedoch der genaue wissenschaftliche Nachweis ihrer Herkunft (Etymologie). Gerade bei den keltischen Wörtern könnte es sich um Wörter handeln, die auf dem Umweg über das Lateinische ins Portugiesische gelangt sind.
Aus der Sprache der Ur-Iberer:
- abóbora 'Kürbis'
- bezerro 'einjähriges Kalb'
- manteiga 'Butter'
- sapo 'Kröte'
Aus keltischen Sprachen:
- cabana 'Hütte'
- cama 'Bett'
- camisa 'Hemd'
- carvalho 'Eiche'
- cerveja 'Bier'
- touca 'Perücke'
Da praktische alle dieser Wörter keltischen Ursprungs auch in anderen romanischen Sprachen belegt sind, liegt es nahe, dass sie schon von den Römern aus dem Keltischen entlehnt worden sind und dann als lateinische Wörter ins Portugiesische gelangt sind.
aus der phönizischen Sprache:
- malha 'Masche, Netz'
- mapa 'Karte'
- saco 'Tasche'
Diese Wörter sind auch in anderen romanischen Sprachen belegt. Es liegt daher nahe, dass sie schon von den Römern aus dem Phönizischen (oder einer anderen Sprache) entlehnt worden sind und dann als lateinische Wörter ins Portugiesische gelangt sind.
Wörter lateinischer Abstammung
Portugiesisch ist ein Abkomme des Vulgärlatein, welches mit dem klassischen Latein zwar verwandt, jedoch nicht identisch ist. Die Transformation von lateinischen zu den heutigen portugiesischen Wörtern begann teils schon während des Römischen Reiches, bei anderen Wörtern begann dieser Prozess erst später. Die portugiesische Sprache wurde vom Latein immer wieder beeinflusst; so gelangten später auch Wörter aus der lateinischen Schriftsprache des Mittelalters und der frühen Neuzeit ins Portugiesische. Diese so genannten Buchwörter haben sich gegenüber der lateinischen Form wenig verändert, während die Wörter, die aus dem gesprochenen Latein entstanden sind (Erbwörter), stark verändert wurden.
Die Prozesse, durch welche aus lateinischen Erbwörtern portugiesische Wörter wurden, sind im Einzelnen:
- Nasalierung: Ein Vokal vor [m] und [n] wird leicht zu einem nasalen Vokal, dies ist ein Phänomen, welches in vielen Sprachen existiert. Im Portugiesischen passierte das zwischen dem 6. und 7. Jahrhundert, im Unterschied zum Spanischen, wo dies nie passiert ist.
- Mond im Vulgärlatein heißt LUNA und wird zu [lũ:a] (geschrieben: Lua, 'Mond').
- Palatalisierung: eine Anpassung vor den Vokalen [i] und [e], oder in der Nähe der Halbvokale oder des palatalen [j]:
- CENTUM > [tj]ento > [ts]ento > cento 'Hundert'
- FACERE > fa[tj]ere > fa[ts]er > fa[dz]er > fazer 'machen'
- eine ältere Evolution hatte: FORTIA -> for[ts]a > força 'Stärke, Kraft'
- Elision (Auslassung) von Konsonanten zwischen zwei ähnlich klingenden Vokalen:
- DOLERE/DOLOR > door > dor 'Schmerz'
- BONUS > bõo > bom, 'gut'
- ANELLUM > ãelo > elo 'Ring'
- Sonorisation (Änderung der Stimmhaftigkeit): einige Konsonanten wurden zu stimmhaften Konsonanten:
- MUTUS > mudo 'taub'
- LACUS > lago 'See'
- FABA > fava 'dicke Bohne'
- Degemination (Vereinfachung von doppelten Konsonanten):
- GUTTA > gota 'Tropfen'
- PECCARE > pecar 'sündigen'
- Dissimilierung – Änderung eines Lautes durch Einfluss eines anderen ähnlichen Lautes:
- Dissimilierung zwischen Vokalen:
- LOCUSTA > lagosta 'Hummer'
- CAMPANA > campãa > campa 'Grab'
- Dissimilierung zwischen Konsonanten:
- MEMORARE > nembrar > lembrar 'erinnern'
- ANIMA > alma 'Seele'
- LOCALE > logar > lugar 'Platz'
Wörter germanischen Ursprunges
- ganhar 'gewinnen' aus dem germanischen waidanjan
- guerra 'Krieg' aus dem gotischen - wirro
- roubar 'rauben' aus dem germanischen raubon
- saga 'Sage, Märchen' aus dem gotischen saega
Wörter arabischen Ursprunges
Arabische Lehnwörter stellen etwa 10 % der portugiesischen Lexik, zum Beispiel:
- alface 'Blattsalat' von alkhass
- almofada 'Kissen' von almukhadda
- armazém 'Lager' von almahazan
- azeite '(Oliven-) Öl' von azzait
- garrafa 'Flasche' von garrafâ
Wörter afrikanischen, asiatischen und indianischen Ursprunges
Durch die Entdeckungen kam das Portugiesische in Kontakt mit lokalen afrikanischen, asiatischen und indianischen Sprachen, von denen die portugiesische Sprache viele Elemente aufgenommen und an andere europäische Sprachen weitergegeben hat. Besonders geografische Bezeichnungen in Afrika und Brasilien gehen auf die Sprachen der Einwohner dieser Regionen zurück.
Asiatische Sprachen:
- chá 'Tee', aus dem chinesischen cha
- jangada 'Floß', aus dem Malaiischen
- manga 'Mango', aus dem malaiischen mangga
Indianische Wörter:
- abacaxi 'Ananas' aus dem Tupi ibá und cati
- caju 'Cashew-Nuss'
- jaguar 'Jaguar' aus dem Tupi-Guaraní jaguara
- mandioca 'Maniok'
- pipoca 'Popcorn'
- tatu 'Gürteltier' aus dem Guaraní tatu
- tucano 'Tukan' aus dem Guarani tucan
Schwarzafrika:
- banana 'Banane' aus dem Wolof
- farra 'Wilde Feier' aus dem Bantu
- chimpanzé 'Schimpanse' aus dem Bantu
Unter dem Namen WikiDiki wird im Moment innerhalb der Wikipedia ein Portugiesisch-Deutsch-/Deutsch-Portugiesisch-Wörterbuch aufgebaut.
Portugiesische Literatur
Hauptartikel: Portugiesische Literatur
In der frühen portugiesischen Literatur hatte die Poesie die höchste Bedeutung. Einer der berühmtesten Literaten Portugals ist deshalb Luís de Camões ( - 1524; † 1580), der mit dem Epos Die Lusiaden eines der wichtigsten Werke geschaffen hat. Seine Bedeutung wird nicht zuletzt dadurch illustriert, dass die portugiesische Entsprechung zum deutschen Goethe-Institut Instituto Camões heißt.
Andere wichtige Autoren sind der Romancier Eça de Queirós (1845–1900), der Dichter Fernando Pessoa (1888–1935), der brasilianische Romancier Jorge Amado (1912–2001), und der Literat
InselstaatEin Inselstaat ist ein Staat, der aus einer oder mehreren Inseln besteht und/oder aus einem oder mehreren Teil(en) einer oder mehrerer Inseln, nicht aber aus dem Festland eines Kontinents. Sie unterscheiden sich damit von den Binnen- und Küstenstaaten. Von den derzeit insgesamt 194 souveränen Staaten der Welt (Stand: 2004) liegen 47 auf einer oder mehreren Inseln.
Siehe auch:
- Liste der Staatsformen souveräner Staaten
- Liste der Inselstaaten
- Liste unabhängiger Staaten
- Liste unabhängiger Staaten nach Bevölkerungsdichte
- Liste unabhängiger Staaten nach Einwohnerzahl
- Liste unabhängiger Staaten nach Fläche
Kategorie:Politische Geographie
Südostasien
& Indochinesische Halbinsel) und Indonesischem Archipel]]
Südostasien ist ein Teil des asiatischen Kontinents und umfasst etwa die Hinterindische Halbinsel und den Indonesischen Archipel.
Religionen
In Südostasien leben etwa 600 Mio. Menschen.
Buddhismus (240 Mio.) und Islam (230 Mio.) sind die Hauptreligionen in diesem Teil Asiens.
Auch etwa 130 Mio. Christen leben in Südostasien. Die meisten davon auf den Philippinen (rund 80 Mio.), Indonesien (30 Mio.) und Vietnam (etwa 7-8 Mio.)
Der Islam spielt erst seit den religiös inspirierten Aufständen in den siebziger Jahren in Indonesien und den Philippinen politisch eine größere Rolle. Traditionell ist der Islam in Südostasien synkretistisch und gemäßigt; er wurde ab dem 13. Jahrhundert via Indien importiert. Aufgrund der globalen Islam-Renaissance sowie politischer und sozialer Repression gewannen Fundamentalisten in den letzten Jahren aber an Zulauf. Am berüchtigtsten ist die indonesische Jemaah Islamiah (JI), die mit Terror das Ziel eines südostasiatischen Kalifats verfolgt und über enge Kontakte zur al Kaida verfügen soll.
Geographie
Im Norden grenzt Südostasien, welches das Australasiatische Mittelmeer enthält, an China, im Osten an den Pazifischen Ozean (mit Polynesien und Melanesien), im Südosten an Australien und im Süden und Westen an den Indischer Ozean (mit der Andamanensee und dem Golf von Bengalen) und im Westen an Indien.
Teilgebiete & Abgrenzung
Südostasien besteht u.a. aus der Hinterindischen Halbinsel und Chinas Südküste, beides Bereiche des asiatischen Festlands, dem Indonesischen Archipel:
Hinterindische Halbinsel:
- Indochinesische Halbinsel
- Malaiische Halbinsel
Meere
An Südostasien grenzen diese Meere:
alphabetisch sortiert
- Indischer Ozean
- Andamanensee
- Australasiatisches Mittelmeer (siehe dort)
- Golf von Bengalen
- Malakkastraße
- Pazifischer Ozean
- Australasiatisches Mittelmeer (siehe dort)
- Malakkastraße
Inselwelt
Siehe: Australasiatisches Mittelmeer
Geschichte
Unmittelbar nach ihrer Unabhängigkeit in den 1950er Jahren verfolgten die südostasiatischen Staaten einen nationalistisch inspirierten Alleingang. Wirtschaftspolitisch verfolgten sie mit Ausnahme Singapurs bis in die siebziger Jahre das Konzept der Importsubstitution. Äußere Einflüsse – die kommunistische Bedrohung durch China und die Sowjetunion, vor allem der Korea-Krieg 1950-53 und die Indochina-Krisen seit den 1960er Jahren – zeigten auf sicherheitspolitischem Gebiet die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit der westlich orientierten Staaten auf. Erste Gehversuche regionaler Kooperation, vor allem die SEATO, scheiterten jedoch rasch. Der traditionelle bilaterale Ansatz Washingtons in Südostasien erschwerte die regionale Kooperation zusätzlich, die anfänglich ganz unter dem Motto stand, die bilateralen regionale Konflikte einzudämmen, um so einen von Einmischungen freien Entwicklungsweg verfolgen zu können. Regionale Kooperation als solche hatte keinen Wert an sich.
Die Politik hinkte daher der in den siebziger Jahren verstärkt einsetzenden Regionalisierung – vorangetrieben von den Marktkräften, namentlich japanischen Konzernen und auslandchinesischen Firmennetzwerken – lange Zeit hinterher. Erst Anfang der neunziger Jahre begannen die in der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) verbundenen Regierungen, den Integrationsprozess mit der Schaffung einer Freihandelszone (AFTA) aktiv zu steuern. Zu diesem Zeitpunkt hatten alle Mitglieder einen marktwirtschaftlichen, exportorientierten Pfad eingeschlagen. – Seit den 1990er Jahren versteht es ASEAN zudem, sicherheitspolitische und ökonomische Institutionen zu etablieren und damit Brücken zwischen Südost- und Ostasien zu schlagen, wobei auch die USA geschickt einbezogen wurde. Vor allem der nach der Asien-Krise 1997 entstandene Koordinationsmechanismus ASEAN+3, der ASEAN mit China, Japan und Südkorea verbindet, scheint ausbaufähig. Insgesamt gilt ASEAN, der mit Ausnahme Osttimors alle zehn südostasiatischen Nationen angehören, als das erfolgreichste Regionalbündnis nach der EU. Bis 2020 soll gar eine Asiatische Gemeinschaft mit einer ökonomischen, kulturellen und sicherheitspolitischen Säule entstehen; eine supranationale Zusammenarbeit ist indes nicht geplant. Am aktivsten vorangetrieben wird das Integrationsprojekt von Singapur und Thailand, wogegen die ökonomisch weniger entwickelten Staaten, speziell Vietnam, eher bremsen.
Staaten
alphabetisch sortiert
- Bangladesh - wohl nur der äußerste Südosten des Staats
- Brunei - kompletter Staat
- China - wohl nur der äußerste Süden des Staats
- Indonesien - kompletter Staat
- Indien - nur der äußerste Südosten des Nordostteils des Staats
- Andamanen und Nikobaren - komplette Inselgruppe
- Kambodscha - kompletter Staat
- Laos - kompletter Staat
- Malaysia - kompletter Staat
- Myanmar (früher Birma oder Burma) - kompletter Staat
- Osttimor (offiziell Timor-Leste) - kompletter Staat
- Philippinen - kompletter Staat
- Singapur - kompletter Staat
- Taiwan - komplettes Gebiet
- Thailand (früher Siam) - kompletter Staat
- Vietnam - kompletter Staat
Siehe auch
- ASEAN
- Asien
- Nordasien
- Ostasien
- Südasien
- Südostasien
- Hinterindische Halbinsel:
- Indochina
- Indochinesische Halbinsel
- Malaiische Halbinsel
- Vorderasien
- Zentralasien
Ostindien-Kompanie
Literatur
- Reginald le May: Südostasien. Das Erbe Indiens. Zürich 1967
Kategorie:Asien
Kategorie:Südostasien
ja:東南アジア
ko:동남아시아
ms:Asia Tenggara
th:เอเชียตะวันออกเฉียงใต้
zh-min-nan:Tang-lâm-a
AtauroAtauro ist eine südostasiatische Insel der Inselgruppe der Molukken. Atauro liegt in der Bandasee etwa 30 km nördlich der Insel Timor und gehört zur Demokratischen Republik Timor-Leste. Auf Atauro wohnen etwa 7.500 Menschen. Atauro ist ein Subdistrikt des Distriktes Dili.
Atauro ist etwa 20 km lang und bis zu 12 km breit. Die Insel ist zerklüftet und rau und von Erdrutschen und Überflutungen bedroht. Allerdings ist die Insel vulkanisch nicht mehr aktiv. Hohe Klippen, die ins Meer ragen und geschützte Buchten mit Sandstränden prägen die Küste. Auf der Insel gibt es nur wenige Straßen, insgesamt ist die Versorgung der Bevölkerung nicht besonders gut.
Geologen der Universität Melbourne arbeiten zusammen mit dem East Timor Energy Minerals and Resources Directorate (EMRD) und dem Polytechnischen Institut von Dili an der ersten geologischen Landkarte der Insel, u.a. um die Infrastruktur der Insel zu verbessern.
Von Atauro verkehrt eine Fähre zur Hauptstadt Dili, die etwa 2 Stunden benötigt. Es gibt auch die Möglichkeit mit Fischerbooten auf die Insel zu gelangen. Atauro wird sich vermehrt dem Öko-Tourismus widmen.
Früher wurde Atauro von den Indonesiern als Gefängnisinsel und Umsiedlungslager genutzt.
Die abgelegene Lage Atauros schützte die Bewohner vor den indonesischen Milizen, die 1999 die Hauptinsel verwüsteten.
Kategorie:Osttimor
Kategorie:Insel (Australien und Ozeanien)
Kategorie:Insel (Asien)
JacoJaco (auch: Jako) ist eine südostasiatische Insel der Inselgruppe der Kleinen Sunda-Inseln. Jaco ist der Ostspitze (Kap Cutcha) der Insel Timor vorgelagert und gehört zur Demokratischen Republik Timor-Leste. Geografische Lage der Insel: 8° 27' südlicher Breite und 127° 20' östlicher Länge.
Jaco ist ein dicht bewaldeter Nationalpark (Wild Area) mit schönen Sandstränden und gehört zum Distrikt Lautem. Jaco wird von der einheimischen Bevölkerung als heilig angesehen und das Betreten der Insel ist verboten. Auf der etwa 10 Quadratkilometer großen und bis zu 100 Meter hohen Insel leben seltene Vögel wie die Schweiftaube (Macropygia magna) und der Orpheusdickkopf (Pachycephala orpheus).
Kategorie:Insel (Asien)
Kategorie:Osttimor
Kategorie:Unbewohnte Insel
Kategorie:Nationalpark in Asien
Oecussi-AmbenoOecussi-Ambeno ist eine 814,66 km² große Exklave und Bezirk von Osttimor mit ungefähr 58.000 Einwohnern (2004) im nordwestlichen Teil der Insel Timor. Die Provinz ist außer im Norden, wo sie an die Savusee grenzt, vollständig von indonesischem Staatsgebiet umgeben. Die Hauptstadt ist Pante Makasar.
Einst war Oecussi eines von vielen Königreichen, unabhängig von Dili und dem westlichen Kupang. Portugiesische Missionare machten 1660-70 Lifau, das heutige Pante Makasar, oder kurz Oecussi, Zentrum der portugiesischen Macht, die ihren Sandelholzhandel vor den Niederländern sichern wollten.
Die Insel wurde 1859 zwischen den beiden Kolonialmächten aufgeteilt, aber die endgültige Grenze wurde erst 1916 vertraglich in Den Haag festgelegt.
Im Zweiten Weltkrieg besetzen die Japaner die Insel.
Am 29. November 1975, einen Tag nach der versuchten Unabhängigkeitserklärung der Fretilin, zog das indonesische Militär in Pante Makasar die Flagge auf. Erst im Herbst 1999 zogen die ehemaligen Machthaber ab und hinterließen in Oecussi eine über 90 Prozent zerstörte Infrastruktur.
Oecussi-Ambeno ist in 4 Subdistrikte mit insgesamt 19 Sucos unterteilt:
- Pantemakassar
- Nitibe
- Oesilo
- Passabe
Die meisten der Einwohner sind katholische Christen und eher mit dem Westteil der Insel verbunden. Die Atoni, eine der vielen ethnischen Gruppen in Timor, sprechen Baikeno, ein Dialekt, der auch im Westteil Timors gesprochen wird.
Tetum, Indonesisch und Portugiesisch sind ebenfalls verbreitet. Die Menschen leben hauptsächlich vom Rinderhandel mit Indonesien.
Kategorie:Osttimor
Kategorie:Exklave
Indonesischer Archipel
Der indonesische Archipel (andere Bezeichnungen: indischer, ostindischer, südostasiatischer oder malaiischer Archipel, auch Insulinde, Australasien) ist die zusammenfassende Bezeichnung für eine Vielzahl größerer und kleinerer Inseln, die den Raum zwischen dem südöstlichen Asien (Malaiische Halbinsel) und Australien ausfüllen.
Zum indonesischen Archipel gehören die Großen Sunda-Inseln, die Kleinen Sunda-Inseln, die Molukken und die Inseln der Philippinen. Neuguinea, das bereits auf dem Kontinentalsockel Australiens liegt, wird meist nicht mitgerechnet.
Der Archipel bildet mit Australien die Grenze zwischen dem Indischen und dem Pazifischen Ozean. Im Westen wird der Indonesische Archipel durch Sumatra und dessen Nebeninseln abgeschlossen, im Süden durch Java und die Kleinen Sunda-Inseln, im Osten durch die Molukken und im Nordosten durch die Philippinen.
Die Landfläche der Inseln beträgt mehr als 2 Millionen km², die Bevölkerung etwa 300 Millionen Menschen. Die größte Insel ist Borneo (Kalimantan), die bevölkerungsreichste Java.
Geologisch sind die Inseln des indonesischen Archipels sehr interessant, besteht hier doch eines der aktivsten Vulkangebiete der Erde . Die größte Höhe wird vom Kinibalu auf Nord-Borneo mit 4.175 m erreicht. Das Klima des Archipels ist aufgrund der Nähe zum Äquator tropisch-heiß, im Westen sehr regenreich und im Osten beim Übergang zu Australien etwas trockener.
Die Tier- und Pflanzenwelt ist außerordentlich reichhaltig. Neben den Zierpflanzen, wie Orchideen und Rafflesia, gibt es auch zahlreiche Holzarten: ausgesprochene Harthölzer und auch Farbhölzer (Teak, Palisander, Makassar). Nutzpflanzen sind neben Kokospalme, Sago und Kautschuk auch Indigo und Gewürzpflanzen.
Die Tierwelt ist im westlichen Teil mit Tigern, Bären und Affen ist ähnlich der des südostasiatischen Raumes (Thailand, Laos). Östlich der Wallace-Linie treten verstärkt Tiere aus dem australischen Bereich auf: beispielsweise Beuteltiere, während Affen fast ganz verschwinden.
Große Teile des indonesischen Archipels waren lange Zeit im Besitz der Niederlande (Niederländische Ostindienkompanie).
Siehe auch: Indonesien, Geschichte der Niederlande, Kolonialzeit
Kategorie:Inselgruppe
Kategorie:Asien
ms:Kepulauan Melayu
SawuseeDie Sawusee (Savusee) ist ein kleines Randmeer des Pazifischen Ozeans. Es liegt zwischen den zu Indonesien und Osttimor gehörenden Kleinen Sunda-Inseln.
Eingerahmt wird die Sawusee von den Inseln Flores im Norden, Timor im Osten, Sawu im Süden und Sumba im Westen. Im Westen und Süden geht die Sawusee in den Indischen Ozean über, im Norden in die Floressee und im Osten in die Bandasee.
Die Sawusee ist bis zu 3.500 Meter tief. Von Westen nach Osten dehnt es sich etwa 600 Kilometer aus, von Norden nach Süden etwa 200 Kilometer. Die größte Stadt an der Sawusee ist das indonesische Kupang auf der Insel Timor mit ca. 450.000 Einwohnern.
Kategorie:Meer
Kategorie:Geographie (Indonesien)
Kategorie:Südostasien
Kategorie:Osttimor
Timorsee
Die Timorsee ist ein etwa 61.500 km² g | | |