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Ostjerusalem

Ostjerusalem

Ostjerusalem ist aus israelischer Sicht der östliche Stadtteil des vereinigten Jerusalem. Diese Annexion von okkupierten Gebiet widerspricht dem Völkerrecht und daher wurde Israel diesbezüglich von den Vereinten Nationen in mehreren Resolutionen verurteilt. Aus palästinensischer Sicht unter dem traditionellen arabischen Namen für Jerusalem al-Quds (القدس al-Quds bzw. القدس الشريف al-Quds asch-scharīf; wörtlich „die heilige [Stadt]“ oder „die ehrenwerte [Stadt]“) die Hauptstadt Palästinas. Oft wird es von Palästinensern auch einfach nur als al-Quds al-muhtalla (besetztes Jerusalem) bezeichnet.

Geografie

Als Ostjerusalem wird der Teil von Jerusalem bezeichnet, der seit dem Israelischen Unabhängigkeitskrieg 1948 von Jordanien besetzt war, bis er im Sechstagekrieg 1967 von Israel erobert wurde. Er liegt an der Grenze des Westjordanlandes zu Israel. Es umfasst die Altstadt von Jerusalem und die östlich anschließenden Bezirke einschließlich des durch die Bibel zu Berühmtheit gekommenen Ölbergs. In Ostjerusalem liegen einige der heiligsten Stätten von Judentum, Christentum und Islam, darunter die Westmauer des Tempels, der Tempelberg mit dem Felsendom und der al-Aqsa-Moschee, und die Grabeskirche.

Politik

Der Status von Ostjerusalem ist weiterhin kontrovers. Israel beansprucht ganz Jerusalem einschließlich der östlichen Stadtteile als seine Hauptstadt (offiziell annektiert durch Knesset-Beschluss) und unterstreicht diesen Anspruch durch den fortwährenden Siedlungsbau für Israelis in der vor 1967 vorwiegend arabischen bewohnten Stadt. Arabischen Palästinensern wird der Wohnungsbau in der Stadt praktisch unmöglich gemacht. Zudem schneidet die von Israel euphemistisch als Schutzzaun bezeichnete acht Meter hohe Mauer das Westjordanlandes zunehmend vom arabischen Teil Jerusalems ab. Die Palästinenserbehörde beansprucht offiziell nur den Ostteil der von ihr "al-Quds" genannten Stadt als Hauptstadt Palästinas. Die (arabisch)palästinensischen Einwohner haben den Status von 'Ständigen Einwohnern', der es ihnen erlaubt, sich innerhalb Israels zu bewegen. Wenn sie jedoch die Stadt verlassen sollten (auch in arabisch-palästinensisch verwaltetes Gebiet), verlieren sie diesen Status und können nicht zurückkehren. Sie sind berechtigt, die israelische Staatsangehörigkeit zu beantragen. Dennoch bevorzugen es viele (arabische) Palästinenser, jordanische Pässe zu besitzen. Israelische Staatsbürger zu werden käme für die meisten dieser Palästinenser einer Aufgabe Ostjerusalems gleich. Eine Familienzusammenführung existiert nicht für (nicht-israelische) Palästinenser in Ostjerusalem und in den restlichen palästinensischen Gebieten. Besucher aus diesen Gebieten müssen beim israelischen Innenministerium um Erlaubnis ersuchen. Diese Palästinenser beklagen sich häufig über Ablehnungen dieser Gesuche, während israelische Palästinenser ihr Verhalten gegenüber den nicht-israelischen Palästinensern als fair bezeichnen. Diese Verfahren wurden bereits oft von Menschenrechtsorganisationen kritisiert. Vielfach existiert der Vorschlag, ganz Jerusalem zu einer internationalen Stadt zu machen (wird auch vom Papst befürwortet) bzw. eine gemeinsame Verwaltung einzurichten. Die (nicht-israelischen) Palästinenser haben in diesem Zusammenhang eine "offene Stadt" vorgeschlagen. Andere Vorschläge gehen dahin, dass Westjerusalem inklusive der Klagemauer israelisch bleiben, während Ostjerusalem inklusive des Felsendomes und der al-Aqsa-Moschee palästinensisch werden. Israel lehnt jedoch jede Teilung Jerusalems aus kulturellen, historischen und religiösen Gründen ab.

weitere Artikel


- Israelisch-palästinensischer Konflikt

Weblinks

[http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Nahost/un-gv-2003.html Wortlaut der Resolution der UN-Generalversammlung zu "illegalen israelische Maßnahmen im besetzten Ost-Jerusalem und in dem übrigen besetzten palästinensischen Gebiet[en]"] Kategorie:Ort in Israel Kategorie:Ort in Palästina Kategorie:Nahostkonflikt Kategorie:Jerusalem

Jerusalem

Jerusalem (arabisch: al-Quds (asch-Scharif), القدس; hebräisch: Jeruschalajim, ירושלים) ist die Hauptstadt von Israel. Jerusalem ist eine der ältesten Städte der Welt und wahrscheinlich seit 5000 Jahren durchgehend bewohnt. Die Stadt war zwischen 1948 und 1967 geteilt in Westjerusalem, das von Israel annektiert wurde, und das mehrheitlich von Arabern bewohnte Ostjerusalem, das bis zum Sechstagekrieg von Jordanien annektiert war. Der Gegensatz zwischen Moderne und Antike ist in dieser Stadt mit ihrer multikulturellen und multiethnischen Bevölkerung besonders sichtbar. Die Altstadt ist von einer Mauer umgeben und hat vier Teile: das Jüdische Viertel, das Christliche Viertel, das Armenische Viertel und das Muslimische Viertel. Antike
- Fläche: 126,4 km²
- Einwohner: 704.900 (Stand: 1. Januar 2005)
- Bevölkerungsdichte: 5.577 Einwohner/km²
- Höhe: 606–826 m ü. NN
- Telefonvorwahl: 02
- Geografische Lage: 31°47' nördl. Breite, 35°13' östl. Länge
- Bürgermeister: Uri Lupolianski

Status als Hauptstadt Israels

Im Jahre 1980 verabschiedete die Knesset ein Gesetz, das Jerusalem zur „ewigen und unteilbaren Hauptstadt“ Israels erklärte. Dieses Gesetz wurde eines der Grundgesetze des Staates. Bis 2004 haben nur zwei Staaten, nämlich Costa Rica und El Salvador, ihre Botschaften in Jerusalem (dies seit 1984), aber es befinden sich Generalkonsulate der Staaten Griechenland, Großbritannien und USA dort. Alle Staatsgewalten haben ihren Sitz in Jerusalem. Der Sitz des Präsidenten ist hier genauso wie der der Legislative, Judikative und Exekutive.

Geografie

Geografische Lage

Jerusalem liegt auf 31° 46' 45" nördlicher Breite und 35° 13' 25" östlicher Länge auf dem Südausläufer eines Plateaus. Benachbarte Orte sind Betlehem und Bait Dschala im Süden, Abu Dis im Osten und, in einiger Entfernung, Ramallah im Norden.

Klima

In Jerusalem ist es im Sommer trocken und heiß und im Winter kühl und feucht. Im Jahresmittel fallen circa 500 Millimeter Niederschlag, die Durchschnittstemperatur beträgt im Januar 10 Grad Celsius und im August 24 Grad Celsius. Gelegentlich fällt im Winter auch Schnee (circa alle zwei bis drei Jahre). Im Frühling und Herbst tritt oft ein heißer Wüstenwind, der Sharav (hebr.) oder Chamsin (arab.) auf.

Geschichte

Frühgeschichte

Chamsin Die Existenz Jerusalems als kanaanäischen Stadtstaat ist durch ägyptische Quellen seit dem 18. Jahrhundert v. Chr. als „Uruschalim" belegt. Der Name Uruschalim/Jerusalem (nach der Bibel vor der Eroberung durch David Salem oder Jebus) bedeutet „Stadt des Schalim„ oder “Stadt des Friedens". Schalim war ein kanaanitischer Gott der Abenddämmerung. Shalom bedeutet im Hebräischen, Salam im Arabischen Frieden. Gegen Ende des 2. Jahrtausends v. Chr gehörte die Stadt nach dem biblischen Bericht den Jebusitern. Der jüdischen Bibel nach eroberte König David Jerusalem von diesen um das Jahr 997 v. Chr., er machte sie zur „Davidsstadt" und zum politischen und religiösen Mittelpunkt des Israelitenreiches. Für die jüdische Religion und Kultur ist Jerusalem seitdem Zentrum und Hauptstadt. Sein Sohn, König Salomo (um 969–930), erbaute einen Palast und einen ersten Tempel für Jahwe. Der Tempelberg ist heute der islamischen Waqf unterstellt, Ausgrabungen sind dort nicht möglich. Der Waqf erstellt illegalerweise eine neue Moschee in den sogenannten Ställen Salomos. Bei diesen Bauarbeiten werden unkontrolliert Überreste der beiden jüdischen Tempel zerstört. Jahwe Nach Salomos Tod 926 v. Chr. wurde Jerusalem die Hauptstadt des israelitischen Südreiches Juda. Königin Atalja (845–840) entweihte den Tempel und führte im Tempel den Baalskult ein, und unter König Ahas (741–725) wurden auch assyrische Götter verehrt. Erst Hiskija (725–697) reinigte den Tempel wieder und sicherte die Stadt durch Mauern und einen Tunnel zur Wasserversorgung. Joschija machte 628 v. Chr. Jerusalem zur alleinigen legitimen israelitischen Kultstätte. In verschiedenen Geschichtswerken wird – unter Benutzung babylonischer Quellen – angeführt, dass Nebukadnezar II. die Stadt im Jahre 586 v. Chr. eroberte und den Tempel zerstörte. Beachtet man allerdings die ausführliche Chronologie der Bibel, fällt diese Einnahme in das Jahr 607 v. Chr, vergleiche auch die Jerusalem-These Kamal Salibis. Nach der Rückkehr der jüdischen Oberschicht wurde der Tempel neu erbaut (Nehemia). Unter römischer Herrschaft wurde der von Herodes dem Großen erbaute zweite Tempel im Jahre 70 n. Chr. durch Titus zerstört. Konstantin erklärte Jerusalem schließlich zur christlichen Stadt.

Nach der römischen Herrschaft

Konstantin Nach einer kurzen Besetzung durch die Perser (614628) eroberte der oströmische Herrscher Heraclius die Stadt zurück. Im Jahre 637 eroberten Araber die Stadt. Die Stadt wurde freiwillig von christlichen Nonnen übergeben, sodass die Stadt kampflos übernommen wurde. Während der Kreuzzüge eroberten christliche Kreuzritter unter Gottfried von Bouillon 1099 Jerusalem und richteten dort ein Blutbad unter Muslimen und Juden an. Innerhalb von drei Tagen wurden bis zu 70.000 Bewohner getötet. Im Jahre 1187 gelang es Saladin (arabisch: „Salah ad-Din Yusuf ibn Ayub“), dem kurdischstämmigen Sultan von Ägypten, Jerusalem zu erobern. Ein kurzes Intermezzo bildete die Herrschaft von Kaiser Friedrich II. von 1229 bis 1244. Im Jahre 1244 besetzten die Mamluken, eine türkische Söldnerschicht, welche nach dem Tode Saladins die Herrschaft in Ägypten übernommen hatten, die Stadt. Von 1244 bis 1517 wechselten sich Tartaren, Mamluken, Mongolen und Ayybiden in der Herrschaft ab. Jerusalem hatte damals weniger als 10.000 Einwohner und keine politische Bedeutung. Vollgültige Bürger waren nur die Muslime. Christen und Juden mußten sich durch ihre Kleidung kenntlich machen. Sie durften ihre Religion als Anhänger einer Buch-Religion zwar im allgemeinen ausüben, wurden aber rechtlich in fast allen Lebensbereichen diskriminiert und ausgebeutet. Dennoch existierte immer ein christliches und ein jüdisches Viertel in der Stadt und ein ständiger, wenn auch kleiner Strom von christlichen und jüdischen Besuchern und Pilgern. Im Jahre 1516 wurden die Mamluken in Syrien von den osmanischen Türken besiegt. Sultan Selim I. (14651520) gewann Ägypten, Arabien und Syrien. Jerusalem wurde zum Verwaltungssitz eines osmanischen Sandschaks (Regierungsbezirk). Die ersten Jahrzehnte der türkischen Herrschaft brachten Jerusalem einen deutlichen Aufschwung. Arabien Nach 1535 ließ Sultan Süleyman I. (14961566) sogar die Befestigungen der Stadt in zum Teil veränderter Linie erneut errichten, so wie sie gegenwärtig zu sehen sind. Durch diese Mauern erhielt die Altstadt ihre heutige Struktur. Die viel zu großen neuen Mauern um den heiligen Symbolort sollten für die neue Herrschaft ein Zeichen setzen. Jerusalem gewann dennoch in der Folgezeit nicht an Bedeutung. Die korrupte türkische Verwaltung lokaler Herrschaft war sich uneinig in ihrer Haltung gegenüber den Juden und Christen und schwankte zwischen Gewaltherrschaft wie unter Ibn Faruk (16221626) und erkaufter Toleranz. Die verarmten Juden und Christen lebten überwiegend vom Pilgergewerbe. Der Besitz der Heiligtümer Jerusalems war wegen der damit verbundenen Almosen eine lebenswichtige Einnahmequelle. Dies erklärt auch die damals teilweise erbitterten, manchmal sogar gewaltsamen Konflikte unter den christlichen Kirchen um einzelne Besitzrechte. Ab 1860 kamen durch Alyah (Rückkehr) immer mehr Juden in die Stadt, und es wurden erste Wohngebiete außerhalb der Stadtmauern gegründet. Jerusalem blieb osmanische Stadt, bis sie 1917 von britischen Truppen besetzt wurde, die im Ersten Weltkrieg gegen das Osmanische Reich kämpften.

Jüngere Entwicklungen und derzeitiger Status

Ersten Weltkrieg Ersten Weltkrieg Schon seit Beginn der Konflikte zwischen Juden und Muslimen war Jerusalem bzw. der Status der Stadt ein zentraler Streitpunkt. Die Vertreter beider Religionsgruppen beanspruchen die Stadt oder zumindest Teile davon als Hauptstadt von Israel bzw. von Palästina. Ein Versuch, zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen, stellte der Teilungsvorschlag der Vereinten Nationen des Jahres 1947 vor, der vorsah, auf dem Gebiet des heutigen Israels einen vorwiegend jüdischen und einen muslimischen Staat zu schaffen und Jerusalem unter internationale Verwaltung zu stellen. Obwohl der Plan als UN-Resolution 181 von über zwei Dritteln der UN-Vollversammlung angenommen wurde, betrachtete ihn die arabische Seite als einen unzumutbaren Verzicht auf einen Teil des „Dar al Islam“. Die Araber lehnten den Plan ab und griffen ein Tag nach dessen Gründung Israel an. Nach dem Israelischen Unabhängigkeitskrieg bzw. Palästinakrieg hatte die israelische Armee große Gebiete des Landes erobert; Jerusalem wurde geteilt. Die westlichen Stadtteile fielen an Israel, Ostjerusalem kam mit dem Westjordanland (Judäa und Samarien) unter jordanischer Besatzung. Die jüdische Bevölkerung Ostjerusalems wurde vertrieben, das jüdische Viertel in der Altstadt zerstört, und der Zugang zur Klagemauer als heiligster Ort des Judentums blieb Juden fortan versperrt. Israel erklärte 1950 Jerusalem zur Hauptstadt. Dies wurde von der internationalen Gemeinschaft mit wenigen Ausnahmen nicht anerkannt. Im Sechstagekrieg (1967) eroberten israelische Fallschirmjäger Ostjerusalem. Zur Schonung von Moscheen und Kirchen verzichtete man dabei auf den Einsatz schwerer Waffen und nahm dafür erhebliche Verluste in Kauf: Von insgesamt rund 800 israelischen Kriegstoten fielen 183 in Jerusalem. Erstmals seit der Staatsgründung konnten Juden dadurch überhaupt wieder an der Klagemauer beten. Anders als die arabische Seite 1949 den Juden verweigerte Israel aber den Moslems grundsätzlich nicht den Zugang zu den heiligen Stätten, sondern unterstellte den Tempelberg einer autonomen moslemischen Verwaltung (Waqf). Beide Stadtteile und einige Umlandgemeinden wurden am 30. Juli 1980 durch das Jerusalemgesetz zusammengefasst und die Stadt zur untrennbaren Hauptstadt Israels erklärt. Dies ist aus palästinensischer Sicht eines der Haupthindernisse auf dem Weg zum Frieden. Der UN-Sicherheitsrat erklärte die Annexion Ostjerusalems für nichtig (UN-Resolution 478), sie wird daher von der Staatengemeinschaft ganz überwiegend nicht anerkannt, so dass sich alle diplomatischen Vertretungen, mit Ausnahme von Costa Rica und El Salvador, in Tel Aviv befinden. Jerusalem ist der Sitz der israelischen Regierung, des israelischen Präsidenten, des israelischen Parlamentes – der Knesset, der 1918 gegründeten Hebräischen Universität und der Holocaustgedenkstätte Jad waSchem. 1979 lebten bereits wieder 50.000 Juden in Ost-Jerusalem, 1993 waren sogar schon 160.000. Der Großteil der inzwischen rund 200.000 Juden in und um Jerusalem versteht sich anders als z. B. in Gaza oder Hebron nicht als nationalreligiöse Siedler, sondern ist einfach aufgrund staatlicher Förderung (insbesondere Steuervorteile und infrastrukturelle Investitionen) in diese Gebiete gezogen. Das bekannteste Beispiel für den Siedlungsbau ist die Trabantenstadt Ma'ale Adumin, eine am Reißbrett entworfene Siedlung, die zur Zeit von 50.000 Menschen bewohnt wird. Nach Angaben der „Christian Peacemaker Teams" aus Chicago wurden zwischen 1967 und 1991 in Jerusalem 40.000 neue Häusereinheiten für israelische Juden gebaut, aber nur 555 für Palästinenser. Zudem wurden palästinensische Häuser von Israel zerstört, um Platz für den Sicherheitszaun zu schaffen. Die Palästinenser stellen zwar rund 30 Prozent der Einwohner von ganz Jerusalem, bewohnen aber nur mehr 14 Prozent von dessen Fläche. Siehe auch: Israelisch-palästinensischer Konflikt, Al-Aqsa-Intifada

Einwohnerentwicklung

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Al-Aqsa-Intifada

Religion

Al-Aqsa-Intifada In Jerusalem findet sich eine große Anzahl von Religionen und religiösen Bewegungen. Mission ist in Israel und Jerusalem in jeglicher Form verboten. Die wichtigsten religiösen Gruppierungen in der Stadt sind die zum jüdischen Spektrum gehörenden Ultraorthodoxen, Orthodoxen, die Gemäßigten und die Reformer sowie die messianischen, das heißt christusgläubigen Juden. Zum muslimischen Spektrum gehören die Sunniten, Schiiten, Alawiten und Drusen. Zum christlichen Spektrum gehören die Griechisch-Orthodoxen, Griechisch-Katholischen, Römisch-Katholischen, die Lutheraner, Protestanten, Anglikaner, Armenier, die Russisch-Orthodoxen, Georgisch-Orthodoxen, die Äthiopier und die Altkatholiken.

Jerusalem als heilige Stadt

Jerusalem ist von großer Bedeutung in der Bibel und wird insgesamt über 800-mal erwähnt. Immer wieder steht die Stadt im Mittelpunkt der Heils- und Gerichtsankündigungen des biblischen Gottes, so vor allem bei den Propheten Daniel, Jeremia, Jesaja, Hesekiel, Sacharja und den Psalmen, aber auch in der Offenbarung. Beispiele:
- Hesekiel 5:5 „So spricht Gott der HERR: Das ist Jerusalem, das ich mitten unter die Heiden gesetzt habe und unter die Länder ringsumher!“
- Joel 4:17 "Und ihr sollt’s erfahren, dass ich, der HERR, euer Gott, zu Zion auf meinem heiligen Berge wohne."
- Psalm 137:5 „Vergesse ich dich, Jerusalem, so verdorre meine Rechte.“ Sowohl die Stadt Jerusalem als auch das Land und Volk Israels stellt die Bibel als Gottes Eigentum dar. Interessant ist diesbezüglich die literarische Darstellung Jerusalems als ein Findelkind, das von Gott aufgezogen wird in Hesekiel 16, ebenso wie die Zusagen Gottes an die Stadt in den Psalmen, die wie Eheversprechen formuliert sind.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Das bekannteste Theater in Jerusalem ist das Stadttheater.

Museen

Die bedeutendsten Museen in Jerusalem sind das Israel Museum mit dem Schrein des Buches", das Rockefeller Museum für Archäologie, die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem, das Naturhistorische Museum und das Bazabel-Museum für Volkskunst und Folklore.

Bauwerke

Bazabel-Museum] Die Altstadt von Jerusalem wurde 1981 von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Sie ist seit dem Mittelalter in das armenische Viertel im Südwesten, das christliche im Nordwesten, das jüdische im Südosten und das muslimische Viertel im Nordosten unterteilt und wird von einer aus dem 16. Jahrhundert stammenden, fast vollständig erhaltenen Stadtmauer umgeben. Die Mauer umfasst mehrere Türme sowie acht Tore. Im christlichen Teil der Altstadt befindet sich das Neue Tor, an der Grenze zum armenischen Teil das Jaffator und zum muslimischen Teil das Damaskustor. In den muslimischen Teil führen das Herodestor und das Stephanstor. Im jüdischen Teil steht das Zionstor; südwestlich davon erhebt sich der Berg Zion mit dem mutmaßlichen Grab König Davids. Östlich der Altstadt liegt der Ölberg mit dem Garten Getsemani. Den Christen ist die Altstadt von Jerusalem heilig, da sie der Ort der Leidensgeschichte, Kreuzigung und Auferstehung von Jesus Christus ist. Für die Juden ist sie als Hauptstadt des ersten jüdischen Königreiches heilig, für die Muslime, weil sie mit der Himmelfahrt des Propheten Mohammed in Verbindung gebracht wird. Wichtige christliche Stätten sind die auf den Grundmauern einer Basilika aus dem 4. Jahrhundert erbaute Grabeskirche und die Via Dolorosa. Die circa 400 Meter lange, von den Juden „Westliche Mauer“ genannte Klagemauer ist ein Teil der Stützmauer des Plateaus, auf dem er große Tempel Herodes des Großen stand. Wichtige muslimische Bauwerke auf dem Tempelberg sind heute der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee. Weitere bedeutende Bauwerke der Stadt sind der Cardo (Säulengang), die Dormitio-Kirche, die Erlöserkirche, die Synagoge des Hadassa-Klinikums mit ihren Chagallfenstern und die Zitadelle. Im Norden, Westen und Süden der Altstadt breitet sich die Neustadt von Jerusalem aus, die sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt hat. Sie erstreckt sich über die umliegenden Hügel und weiter bis in das wüstenhafte Umland der Stadt. Die modernen Wohn- und Geschäftsgebäude und die breiten Straßen der Neustadt bilden einen starken Kontrast zu den ärmlichen Behausungen und engen Gassen der Altstadt. In der Neustadt befinden sich die Knesset (das israelische Parlament) und zahlreiche bedeutende staatliche Einrichtungen. Dazu gehören unter anderem das Finanzministerium, das Außenministerium, das Innenministerium und der Sitz des Premierministers.

Wirtschaft und Infrastruktur

Das wirtschaftliche Leben der Stadt Jerusalem basiert zum überwiegenden Teil auf ihrer religiösen und kulturellen Bedeutung sowie auf ihrer Funktion als Verwaltungszentrum. Der Dienstleistungssektor ist dementsprechend gut ausgebaut. Viele Bewohner von Jerusalem sind in der staatlichen und städtischen Verwaltung sowie im Bildungswesen beschäftigt. Eine eher untergeordnete Rolle spielt demgegenüber das produzierende Gewerbe. Die Industriebetriebe der Stadt stellen unter anderem Glas-, Metall- und Lederwaren, Druckerzeugnisse, Schuhe und Zigaretten her. Die Produktionsbetriebe sind vorwiegend in den äußeren Bezirken von Jerusalem angesiedelt. Der Tourismus ist jedoch der mit Abstand bedeutendste Wirtschaftsfaktor, da die Altstadt ein bedeutendes Ziel für Touristen ist.

Verkehr

Durch die Berglage liegt Jerusalem abseits der wichtigsten Verkehrsströme Israels, die vor allem in der Küstenebene und dem dahinterliegenden Landstreifen fließen. Innerhalb der Stadt muss sich die Straßenführung der hügeligen Landschaft anpassen. Die wichtigste Straßenverbindung Jerusalems ist die Autobahn nach Tel Aviv, in die anderen Richtungen bestehen Landstraßen. Besonders bemerkenswert ist die Straße an das Tote Meer, die auf ihrem Weg durch das Westjordanland 1200 Höhenmeter abfällt. Nördlich der Stadt befindet sich ein kleiner Flughafen, der nur Ziel von innerisraelischen Flugverbindungen ist. Von dort fliegt Israel Airlines Ltd. nach Tel Aviv, Elat und Rosh Pinna. Der internationale Flughafen für Jerusalem ist der Ben-Gurion-Flughafen Seit 7. April 2005 verkehren nach siebenjähriger Unterbrechung wieder Züge der Israel Railways zwischen Jerusalem und Tel Aviv; die Gebirgsstrecke über Bet Schemesch wurde seit Juli 1998 saniert. Eine Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Jerusalem und Tel Aviv soll 2008 fertiggestellt werden. Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgt in erster Linie über Busse der staatlichen Busgesellschaft Egged, die samstags ihren Dienst einstellt. 2007 ist geplant, Jerusalems neues Straßenbahnsystem zu eröffnen. Eine der bekanntesten und zugleich wichtigen innerstädtischen Straßen ist die Jaffastraße, die von der Altstadt in Richtung Tel Aviv führt. Sie ist eine wichtige Einkaufsstraße und war bereits mehrfach Schauplatz blutiger Attentate.

Bildung

Zu den bekannten Bildungseinrichtungen in der Stadt gehören die 1918 eröffnete Hebräische Universität von Jerusalem, die 1959 gegründete Israelische Akademie, das Planetarium, das Zionistische Zentralarchiv, die Gulbenkian-Bibliothek und die Jüdische Nationalbibliothek. In der Stadt befinden sich zahlreiche religiöse Lehr- und Forschungsinstitute. Dazu gehören unter anderem die 1890 eröffnete École Biblique et École Archéologique Française, das 1927 gegründete Päpstliche Bibelinstitut und das 1963 eröffnete Institut der Jüdischen Religion.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt


- Hadsch Mohammed Amin al-Husseini, islamischer Geistlicher und palästinensischer arabischer Nationalist
- Flavius Josephus, jüdischer Feldherr und Geschichtsschreiber
- Eliahu Inbal, israelischer Dirigent
- Jigael Jadin, bedeutender israelischer Archäologe, Politiker und der zweite Generalstabschef der israelischen Armee, Zahal
- Abraham B. Jehoshua, israelischer Schriftsteller
- Kyrill von Jerusalem, Kirchenvater der Orthodoxie und Kirchenlehrer
- Isaak Luria, jüdischer Kabbalist
- Jutta Oesterle-Schwerin, deutsche Politikerin
- Natalie Portman, US-amerikanische Schauspielerin
- Rehabeam, erste König von Juda
- Ahmet Kutsi Tecer, türkischer Dichter und Politiker
- Theodor I. (Papst), Papst
- Wilhelm von Tyrus, Erzbischof von Tyros und Geschichtsschreiber des Mittelalters

Literatur


- Christoph Gerhard, Marco Polo Reiseführer Jerusalem, Stuttgart (Mairs Geographischer Verlag) 2001, ISBN 3895259284
- Hubel, Helmut/Seidensticker, Tilman (Hrsg.): Jerusalem im Widerstreit politischer und religiöser Interessen. Die „Heilige Stadt" aus interdisziplinärer Sicher, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-631-51057-8, 247 S.
- ein weiteres umfangreiches Verzeichnis wissenschaftlicher Literatur zu Israel/Jerusalem/Palästina, dem Salominischen Tempel zu Jerusalem, Templer allgemein, Papsturkunden, Kreuzzüge sowie der Ordensregel der Templer [http://www.osmth-landshut.de/Literatur.html]

Weblinks


- [http://www.igor-schestkow.de/de/fotos/index.html Igor Schestkow – Photos von Jerusalem]
- [http://www.goisrael.de Fremdenverkehrsamt Israel mit touristischen Informationen (dt.)]
- [http://www.jerusalem.muni.il Stadtverwaltung Jerusalem (engl.)]
- [http://news.bbc.co.uk/1/hi/in_depth/middle_east/2001/israel_and_the_palestinians/issues/1682594.stm BBC-Artikel über Jerusalem (engl.)]
- [http://www.geocities.com/martinkramerorg/TemplesinGerman.htm Die Tempel von Jerusalem im Islam] von [http://en.wikipedia.org/wiki/Martin_Kramer Martin Kramer]
- Alban Nikolai Herbst: [http://www.die-dschungel.de/ANH/download/download.php?URL=../txt/pdf/das_gelbe_licht_des_friedens.pdf/ Das Gelbe Licht des Friedens. Gänge durch das alte Jerusalem.] (DLF 2003).
- Portaal van de foto's van [http://www.jerusalemshots.com Jeruzalem] Kategorie:Ort in Israel Kategorie:Ort in Palästina Kategorie:Hauptstadt in Asien Kategorie:Weltkulturerbe Kategorie:Nahost Kategorie:Jerusalem Kategorie:Palästina Kategorie:Israel Kategorie:Ort in der Bibel ja:エルサレム ko:예루살렘 ms:Baitulmuqaddis simple:Jerusalem

Vereinte Nationen

Die Vereinten Nationen (VN; engl. United Nations, UN; oft UNO für United Nations Organisation) sind ein zwischenstaatlicher Zusammenschluss fast aller Staaten der Erde (192 von 193 der durch die UNO anerkannten autonomen Staaten) und als globale Internationale Organisation uneingeschränkt anerkanntes Völkerrechtssubjekt. Die wichtigsten Aufgaben der Organisation sind die Sicherung des Weltfriedens, die Einhaltung des Völkerrechts, der Schutz der Menschenrechte und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Vereinten Nationen Ihre Wurzeln haben die Vereinten Nationen im Völkerbund, der nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Ziel gegründet wurde, den Frieden auf der Welt dauerhaft zu sichern. Allerdings erhielt der Völkerbund durch mangelndes Beitrittsinteresse (so waren etwa die USA kein Mitglied im Völkerbund) nicht den nötigen Einfluss, um seine Ziele durchsetzen zu können und war mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges praktisch gescheitert. US-Präsident Franklin D. Roosevelt unternahm nach dem Scheitern des Völkerbundes noch während des Zweiten Weltkrieges einen zweiten Versuch, eine Organisation zur Sicherung des Friedens zu schaffen und erarbeitete zusammen mit dem britischen Premierminister Winston Churchill die Atlantik-Charta. Am 1. Januar 1942 beriefen sich 26 Staaten in der Declaration by United Nations auf die Prinzipien der Atlantik-Charta. Durch die Mitarbeit der UdSSR und der Republik China an der neuen Friedensordnung kam es zur Moskauer Erklärung der Vier Mächte, die auf eine schnellstmögliche Schaffung einer allgemeinen, auf dem Prinzip der souveränen Gleichheit aller friedliebenden Staaten aufbauenden Organisation zur Aufrechthaltung des Friedens und der internationalen Sicherheit zielte. Bei der Konferenz von Dumbarton Oaks wurde weiter über die Gründung der UN beraten. Nach Einbeziehung Frankreichs in den Kreis der hauptverantwortlichen Mächte konnte die Charta der Vereinten Nationen 1945 auf der Konferenz von Jalta fertig gestellt werden. Sie wurde am 26. Juni 1945 in San Francisco von 50 Staaten unterzeichnet. Polen unterzeichnete die Charta erst später, zählt aber zu den 51 Gründungsmitgliedern. Die Charta trat am 24. Oktober des gleichen Jahres in Kraft, nachdem die Republik China, Frankreich, die Sowjetunion, Großbritannien, die Vereinigten Staaten von Amerika und die Mehrheit der Gründungsstaaten die Charta ratifiziert hatten. Die Vereinten Nationen haben ihren Hauptsitz in New York und drei weitere Sitze in Genf (UNOG), Wien (UNOV) und Nairobi (UNON). In Den Haag befindet sich der Internationale Gerichtshof. Anzumerken ist, dass nach offiziellem Sprachgebrauch sich die UNO Sitze nicht in dem jeweiligen Land befinden, sondern nur von diesen umgeben werden, d.h. dass der Internationale Gerichtshof in Den Haag ist, oder der Hauptsitz der UNO in New York. In der UNO gelten Regeln eigener Art und die Staatsmacht des jeweiligen Sitzlandes darf dort keine Zwangsmaßnahmen ausüben, wodurch ihre Souveränität insoweit nicht infrage steht. Dass Einrichtungen der UNO eine Art „Internationales Territorium“ darstellen würden, ist völkerrechtlich nicht anerkannt. Jedoch sind ihre Einrichtungen exterritoriales Gebiet, vergleichbar dem von Botschaften.

Mitglieder der Vereinten Nationen

vollständige Liste, siehe: Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (alphabetisch) oder Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (chronologisch) Gründungsmitglieder der UNO im Jahr 1945 waren:
Ägypten, Albanien, Äthiopien, Argentinien, Australien, Belarus, Belgien, Bolivien, Brasilien, Chile, Republik China, Costa Rica, Dänemark, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Frankreich, Griechenland, Guatemala, Haiti, Honduras, Indien, Irak, Iran, Jugoslawien, Kanada, Kolumbien, Kuba, Libanon, Liberia, Luxemburg, Mexiko, Neuseeland, Nicaragua, Niederlande, Norwegen, Panama, Paraguay, Peru, Philippinen, Polen, Saudi-Arabien, Sowjetunion, Südafrika, Syrien, Tschechoslowakei, Türkei, Ukraine, Vereinigte Staaten von Amerika, Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland, Uruguay und Venezuela. 1973 traten die DDR und die Bundesrepublik Deutschland als 133. und 134. Mitglied der UNO bei. Österreich trat der UNO im Jahr 1955 bei, die Schweiz erst 2002. Keine Mitglieder sind unter anderem der Vatikanstaat (dessen völkerrechtliche Vertretung, der Heilige Stuhl, jedoch Beobachterstatus hat) und die nicht von allen Ländern anerkannten Staaten (West-)Sahara (Demokratisch-arabische Republik Sahara), die Türkische Republik Nordzypern (TRNZ), die Cookinseln und die Republik China (Taiwan). Die Republik China nimmt hier jedoch eine Sonderstellung ein, da sie als Gründungsmitglied der UN von 1945 bis 1971 sogar eines von fünf ständigen Mitgliedern im UN Sicherheitsrat war. Im Jahr 1971 musste die Republik China nach einem Beschluss der Generalversammlung aus den UN ausscheiden. Seither vertritt die Volksrepublik China, als ständiges Mitglied im Sicherheitsrat, die chinesischen Interessen innerhalb der Vereinten Nationen.

Die Finanzierung der UNO

Finanziert wird die UNO durch die Mitgliedsländer, dabei ist festgelegt, dass jedes Land mindestens 0,001 % zum ordentlichen Haushalt beitragen muss und höchstens 25 % des Haushalts tragen darf. Die größten Finanzierer in den Beitragsjahren 2004-2006 sind die USA mit 22%, Japan mit 19,5 %, Deutschland mit 8,7 %, Großbritannien mit 6,1 % und Frankreich mit 6 %. Alle anderen Länder tragen weniger als 5 % bei; etwa die Hälfte bezahlen nur den Mindestbeitrag von 0,001 %. Durch die Einnahmen aus dem Verkauf von eigenen Briefmarken und Souvenirs kommt seit Jahren mehr Geld in die Kasse der UNO, als nahezu 2/3 der Mitglieder an Beiträgen zahlen.

Die Charta der Vereinten Nationen

Hauptartikel: Charta der Vereinten Nationen Die Charta ist die Verfassung der UNO und wurde am 26. Juni 1945 im Theatersaal des Veterans War Memorial Building in San Francisco unterzeichnet. In Kraft trat die Charta am 24. Oktober 1945. Polen, das 22. Gründungsmitglied, hatte an der Konferenz nicht teilnehmen können und unterschrieb später. Die Charta ist ein zeitlich nicht begrenzter völkerrechtlicher Vertrag und wurde seit ihrer Gründung an nur vier Stellen geändert, nämlich die Artikel 23, 27, 61 und 109. Sie besteht aus einer Präambel und 19 Kapiteln mit 111 Artikeln, im Gegensatz dazu hatte der Völkerbund nur 26 Artikel. Die Kapitel beschäftigen sich unter anderem mit den verschiedenen Hauptorganen der UNO, der friedlichen Beilegung von Streitigkeiten, den Maßnahmen bei Bedrohung oder Bruch des Friedens und bei Angriffshandlungen, sowie ihren Zielen und Grundsätzen. Am meisten umstritten und diskutiert ist der Artikel 2, Ziffer 7, in dem es heißt: ::„Die UNO ist nicht befugt in Angelegenheiten, die ihrem Wesen nach zur inneren Zuständigkeit eines Staates gehören, einzugreifen.

Organe der Vereinten Nationen

Hauptorgane

Völkerbund] Völkerbund]] Völkerbund Gemäß [http://www.runiceurope.org/german/charta/charta.htm#3 Kapitel 3, Artikel 7] der Charta setzt sich die UNO aus sechs Hauptorganen zusammen, die für die Entscheidungsprozesse maßgeblich sind. Neben den Hauptorganen gehören eine Reihe von Nebenorganen und Sonderorganisationen zum System der Vereinten Nationen, die mit der Wahrnehmung spezifischer Aufgaben befasst sind.
- Die Generalversammlung (General Assembly): Vertreter aller UNO-Mitgliedstaaten haben einen Sitz und eine Stimme. Die Generalversammlung kann an die Mitgliedstaaten nicht bindende Empfehlungen abgeben und Vorlagen an den Sicherheitsrat richten, sie entscheidet auch über die Aufnahme neuer Mitglieder.
- Das Sekretariat (United Nations Secretariat): höchster Verwaltungsbeamter ist der Generalsekretär.
- Der Sicherheitsrat (Security Council) hat 15 Mitglieder, davon sind China, Russland, Frankreich, Großbritannien und die USA ständige Mitglieder. Die anderen zehn Mitglieder werden jeweils auf zwei Jahre von der Generalversammlung gewählt. Beschlüsse des Sicherheitsrats sind bindend und durchsetzbar. Sie bedürfen der Zustimmung von mindestens neun Mitgliedern, darunter alle fünf ständigen Mitglieder (ausgenommen Beschlüsse über Verfahrensfragen). Man spricht hier von einem „Veto-Recht“ der ständigen Mitglieder. In der Praxis wird die Stimmenthaltung eines ständigen Mitgliedes nicht als „Veto“ gewertet.
- Der Wirtschafts- und Sozialrat (Economic and Social Council, ECOSOC): Ihm sind die vielen Spezialorganisationen unterstellt.
- Der Treuhandrat (Trusteeship Council) hat seine Aufgaben mittlerweile suspendiert, da es momentan keine Treuhandgebiete gibt.
- Der Internationale Gerichtshof, IGH (International Court of Justice, ICJ) in Den Haag als universelles völkerrechtliches Schiedsgericht.

Nebenorgane und Sonderorganisationen

Hauptartikel: UN-Spezialorganisation Nebenorgane der UN-Generalversammlung werden zur Wahrnehmung spezieller Tätigkeiten gegründet. Sie haben ihr eigenes Verwaltungssystem, aber keine eigene völkerrechtliche Grundlage und sind nicht Völkerrechtssubjekte wie die UNO selbst. Zurzeit gibt es insgesamt 22 Nebenorgane, neben dem wohl bekanntesten dem Kinderhilfswerk UNICEF, u. a. das Umweltprogramm UNEP, das Welternährungsprogramm WFP, das Flüchtlingskommissariat UNHCR und das Entwicklungsprogramm UNDP. Sonderorganisationen sind rechtlich, organisatorisch und finanziell selbständig, jedoch durch ein Abkommen eng mit der UNO verbunden. Einige Organisationen sind zum Teil sogar älter als die UNO selbst. Mittlerweile gibt es 16 dieser zwischenstaatlichen Organisationen. Die UNO arbeitet unter anderem mit den folgenden autonomen Organisationen eng zusammen: UNESCO, WHO, IAO, IWF und andere. Die Arbeit der Sonderorganisationen wird durch den UN-Wirtschafts- und Sozialrat koordiniert.

Arbeit und Ziele

Seit ihrer Gründung konnte die UNO mehrere beachtliche Erfolge erzielen, unter anderem:
- sie wirkte bei der Gründung des Staates Israel 1947 bis 1949 mit
- sie entschärfte die Berlinkrise 19481949,
- die Kubakrise 1962
- die Nahostkrise 1973
- sie wirkte in Rhodesien 1976 auf die Einführung des Wahlrechts für Schwarze hin
- Beendigung des Krieges zwischen dem Irak und Iran 1988 Sie sicherte direkt den Frieden etwa in
- Kambodscha 1993
- Mosambik 1994
- Angola 1995
- Guatemala 1996
- Zypern. Viele Ziele haben die Vereinten Nationen bereits erreicht:
- Ausarbeitung der Menschenrechte 1948
- Ausrotten oder Eindämmen von Krankheiten (Pocken)
- Das Welternährungsprogramm der UNO stellt jährlich mehr als die Hälfte der weltweit geleisteten Nahrungsmittelhilfe bereit
- Sie sorgt für Schutz von Flüchtlingen
- Sie bilden Minensucher aus, zum Beispiel gibt es in Afghanistan zehn Millionen verlegte Minen
- 70 Prozent der Aktivitäten der UNO erstrecken sich auf die Bereiche Entwicklungshilfe und humanitäre Hilfe.

Friedenssicherung

Entwicklungshilfe Die Friedenssicherung ist eine der Hauptaufgaben der Vereinten Nationen. Sie sind der Vermeidung und Beendigung internationaler Konflikte zentral verpflichtet. Der hohe Stellenwert wird dadurch deutlich, dass bereits im ersten Artikel der UN-Charta das Ziel formuliert wird, ... :: den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren und zu diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, um Bedrohungen des Friedens zu verhüten und zu beseitigen, Angriffshandlungen und andere Friedensbrüche zu unterdrücken und internationale Streitigkeiten oder Situationen, die zu einem Friedensbruch führen könnten, durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts zu bereinigen oder beizulegen. (Art. 1, Ziff. 1 der UN-Charta). Zur Erreichung dieses Zieles wurde von den Vereinten Nationen durch die freiwillige Einbindung der UNO-Mitgliedstaaten ein System kollektiver Sicherheit geschaffen. Kern dieses kollektiven Sicherheitssystems ist das allgemeine Gewaltverbot: ::„Alle Staaten unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt“ (Art. 2, Ziff. 4 der UN-Charta). Trotz des allgemeinen Gewaltverbots schließt die Charta die Gewaltanwendung nicht völlig aus. Sie ist neben dem individuellen Selbstverteidigungsrecht jedes Landes auf den Sicherheitsrat konzentriert: Kollektive Maßnahmen gegen Friedensstörer unter Beachtung des Kapitel VII, wie wirtschaftliche, kommunikative und sonst nicht-militärische Sanktionen bis erforderlichenfalls hin zur Gewaltanwendung. Der Sicherheitsrat wird dadurch zum Träger des „Gewaltlegitimationsmonopols“. Bevor der Sicherheitsrat entsprechende Maßnahmen in einer friedensbedrohenden Situation beschließen kann, muss er zunächst untersuchen, ob ein Bruch des Friedens vorliegt. Sollte dies der Fall sein, so hat er grundsätzlich zwei Möglichkeiten, auf einen solchen Bruch zu reagieren: Er kann sowohl Empfehlungen an die UNO-Mitglieder aussprechen, als auch Zwangsmaßnahmen gegenüber dem Friedensstörer selbst, als auch allen anderen Mitgliedstaaten. Bei Zwangsmaßnahmen sind sowohl nichtmilitärische Sanktionen, als auch direktes militärisches Eingreifen durch die UNO selbst oder durch mandatierte Mitglieder möglich. Das Aufstellen von UNO-Truppen ist in der Charta zwar vorgesehen, kam jedoch nie zustande. Zu den nichtmilitärischen Sanktionen gehören die „vollständige oder teilweise Unterbrechung der Wirtschaftsbeziehungen, des Eisenbahn-, See- und Luftverkehrs, der Post-, Telegraphen- und Funkverbindung sowie sonstiger Verkehrsmöglichkeiten und den Abbruch der diplomatischen Beziehungen“ (Art. 41 der UN-Charta).

Blauhelme

Hauptartikel: Friedenstruppen der Vereinten Nationen Die Blauhelme sind die Friedenssoldaten der UNO. Sie waren als Mittel der passiven Friedenssicherung nicht in der Charta vorgesehen. Doch Dag Hammarskjöld und Lester Pearson entwarfen die Idee der Friedenssoldaten in Krisensituationen. Blauhelmsoldaten sind leicht zu erkennen, denn sie tragen, wie der Name schon sagt, entweder einen blauen Helm oder ein blaues Barett mit einem UNO-Abzeichen neben der Uniform ihres Landes. Ein Mandat zur Entsendung von Blauhelmen kann nur der UN-Sicherheitsrat erteilen, doch die Regierung jedes Landes darf selbst entscheiden, ob sie Soldaten zu einem solchen Einsatz entsendet. Bis 1990 hat die UNO bereits 500.000 Soldaten und Zivilpersonen zu Maßnahmen zur Erhaltung des Friedens eingesetzt. Zur Friedensherstellung werden Blauhelme jedoch nicht eingesetzt.

Ruanda-Krise

1994 wurde in Ruanda eines der schwersten Verbrechen der Geschichte begangen. Durch einen Gewaltausbruch kamen 800.000 Angehörige der Volksstämme Hutu und Tutsi ums Leben. Diesem Völkermord mussten die Blauhelmsoldaten der UNO tatenlos zusehen, da ihre Anzahl erstens viel zu gering war und die Blauhelmsoldaten zweitens nicht mit einem Mandat ausgestattet waren, das ein Eingreifen überhaupt gestattet hätte. Dieses Ereignis gilt gemäß Aussage von Kofi Annan als das größte Versagen der UNO.

Bosnien-Krise

Ende Mai 1995 kam es in Bosnien und Herzegowina nach NATO-Luftangriffen auf ein Munitionsdepot der bosnischen Serben in Pale zu einer Aufsehen erregenden Geiselnahme von UN-Soldaten. Als Folge der Luftangriffe wurden ausgewiesene NATO-Schutz-Zonen überfallen, UN-Soldaten als Geiseln genommen, an taktischen Positionen angekettet und zur Schau gestellt.

UNO-Sprachen

Obwohl die Vereinten Nationen eine Weltorganisation sind, werden schon aus praktischen Gründen nicht alle Sprachen der Welt offiziell benutzt. Tatsächlich beschränkt man sich auf sechs Amtssprachen: Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch. Von diesen sechs sind zwei - Englisch und Französisch - Arbeitssprachen. Dies ist in der Resolution 2 festgelegt, die von der Generalversammlung angenommen wurde. Amtssprache bedeutet, dass in jeder offiziellen Sitzung eine Übersetzung nach und aus diesen Sprachen zu erfolgen hat und dass alle sitzungsvorbereitenden Dokumente, alle Resolutionsentwürfe und alle Protokolle und Berichte in angemessenem zeitlichen Rahmen in diesen Sprachen zur Verfügung stehen müssen. Für die Arbeitssprachen gilt, dass alle organisationsinternen Arbeitsabläufe (mündlich und schriftlich) in diesen beiden Sprachen ablaufen können. Im Umgang mit dem Sekretariat der Vereinten Nationen hat jede(r) Delegierte das Recht, sich mündlich und schriftlich in der Arbeitssprache seiner oder ihrer Wahl auszudrücken. Auch müssen alle offiziellen Äußerungen des Sekretariats in den beiden Arbeitssprachen ablaufen (Anzeigen, Beschilderungen, etwa das bekannte "Security Council/Conseil de sécurité" in New York, Broschüren, Führungen usw.) Dieses Regelwerk schließt einsprachige Auftritte prinzipiell aus.

Kritik an der UNO

Zusammensetzung des UNO-Sicherheitsrates

Ein Kritikpunkt ist die historisch bedingte Zusammensetzung des UNO-Sicherheitsrates. Die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats machen regen Gebrauch von ihrem Vetorecht, um Verurteilungen und Sanktionen gegen sich selbst oder befreundete Staaten abzuwenden, so legte 1946-64 etwa die Sowjetunion 103 Mal Veto gegen einmütige Mehrheiten ein. Oder auch im Falle Israels, das bereits 69 Konventionen ignorierte, wurde es durch ein Veto der USA bei 20 Konventionen geschützt. Betrachtet man die Anteile an der Weltbevölkerung, die die Einwohner der ständigen Mitglieder stellen, stehen diese in keinem ausgeglichenen Verhältnis zu den ihnen eingeräumten privilegierten Kompetenzen. Beispielsweise verfügt Frankreich, ein Land mit 60 Millionen Einwohnern, über einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat, Indien, in dem über 1 Mrd. Menschen leben, jedoch nicht. Dieses Problem lässt sich auf keine einfache Weise lösen, denn die hierarchische Architektur des UNO-Sicherheitsrates, die einigen wenigen Staaten größere Machtbefugnisse zubilligt, reflektiert letztlich die große Diversität in der Entwicklung der realen Macht der Nationen. In diesem Sinne ist der Sicherheitsrat ein Machtkonzentrations- und Handlungsorgan und dient nicht der Repräsentation. Selbst mit 15 Mitgliedern stieß er oft und schnell an die Grenze seiner Handlungsfähigkeit wegen der widerstreitenden Interessen, die durch jedes Mitglied transportiert werden. Ein Sicherheitsrat, in dem jeder Mitgliedstaat gemäß seinem Bevölkerungsanteil gerecht repräsentiert und mit Vetorecht ausgestattet wäre, wäre praktisch handlungsunfähig, da es nahezu unmöglich ist, für konkrete und bindende Entscheidungen einer gewissen Tragweite einen Konsens von über 190 Staaten zu erwirken. Eine wirklich "gerechte" Umgestaltung des Weltsicherheitsrats könnte somit nur in Verbindung mit einer grundlegenden Reform der gesamten Verfassung der UNO vonstatten gehen, unter Konsolidierung von Rolle und Kompetenzen der Generalversammlung. Die Ursachen dafür, dass es bislang nicht zu einer solchen Reform kam, scheinen sich auszubalancieren: Eine entschlossene Umgestaltung, die dem Gedanken einer Weltorganisation Rechnung trüge, implizierte einen Machtverlust der bisher privilegierten ständigen Mitglieder - überwiegend Industrieländer, die den größten Teil der Finanzierung der UNO aufbringen.

Kompetenzen

Ein zentrales Problem der UNO sind und bleiben die kaum vorhandenen Kompetenzen derselben. Es gelang der UNO vor allem deshalb, nahezu alle Staaten der Welt unter einem Dach zu vereinen, weil die Charta an entscheidenden Stellen so flexibel interpretierbar ist, dass sie von praktisch allen kulturellen Überzeugungen und politischen Ideologien - auch wenn diese sich z.T. gegenseitig ausschließen - in deren Sinne und zu deren Gunsten entsprechend der Situation ausgelegt werden kann. Damit das Konzept einer handlungsfähigen Weltorganisation vollständig aufgehen kann, wäre eine massive Abgabe nationalstaatlicher Kompetenzen an diese Organisation in allen drei Bereichen der Gewaltenteilung (Exekutive, Legislative und Judikative) notwendig. Dazu ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt kaum ein Staat bereit. Die europäischen Staaten sind ja nicht einmal zu einer EU-Verfassung bereit, wie sich im Jahre 2005 gezeigt hat. Letztlich vereiteln nationale Alleingänge die meisten Ansätze, zu mehr Verbindlichkeit innerhalb der UNO zu gelangen. Beispiel dafür sind etwa die USA, die die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs für eigene Bürger ablehnen und sich für den Fall eines gegen ihren Willen dort herbeigeführten Prozesses sogar die militärische "Befreiung" vorbehalten wollten, was die Legitimation des Internationalen Strafgerichtshofs insgesamt in Frage stellt. An diesem Beispiel zeigt sich auch, dass die UNO kaum - oder gar nicht - in Kollision mit den Interessen der USA Politik betreiben kann, da sie mit den Vereinigten Staaten von Amerika finanziell, historisch, personell und konstitutionell zu stark verwoben ist. Manche Kritiker werfen der UNO deshalb vor, für viel Geld, das anderweitig sinnvoller ausgegeben werden könnte, vor allem stapelweise bedrucktes Papier zu produzieren - ein allerdings sehr pointierter Standpunkt. Denn mehr Verbindlichkeit bedeutet notwendig auch mehr Uniformität. Wenngleich es der UNO nur auf einer sehr rudimentären Ebene gelang, einheitliche kulturelle und politische Vorstellungen der Menschheit zu definieren, waren doch einige UNO-Missionen durchaus erfolgreich und ob die zwischenstaatliche Konfliktbewältigung ohne die UNO-Vermittlung besser abliefe, darf ebenfalls bezweifelt werden. Realistisch betrachtet, kann es auf längere Sicht keine echte Weltregierung geben, solange sich die Völker der Welt nicht auf eine widerspruchsfreie und trotzdem scharfe Definition ihrer kulturellen und politischen Werte mitsamt der sich daraus ergebenden Implikationen einigen können und an diesem Anspruch sollte die UNO auch nicht gemessen werden.

Weitere Kritik


- Ein großer Fehlschlag war das 1960 erstellte Entwicklungshilfe-Konzept. Die Länder der Dritten Welt erhielten Geld, um sich zu entwickeln, doch der Aufbau eines erfolgreichen Handelssystems unterblieb, so dass sie in eine zunehmende Abhängigkeit von den Transferleistungen gerieten.
- Der UNO wird auch vorgeworfen, dass sie sich im Laufe der Zeit nur in all jene Konflikte eingeschaltet hat, die die stärkste Beachtung in den Medien fanden. Herausgehalten hat sie sich dagegen Krisen in Sudan, Armenien, Bangladesch, Myanmar, Kolumbien, Ruanda und Peru.
- Bei Industriestaaten herrscht ein relatives Desinteresse bei allgemeinen wirtschaftlichen und sozialen Aktivitäten der UNO; wenn sich tatsächlich Probleme einstellen, die man ernst nimmt, werden diese oft nach stillschweigender Übereinkunft außerhalb oder beilläufig in der UNO behandelt.
- 1946 scheiterte der Plan der Vereinigten Staaten, die nuklearen Waffen unter die Kontrolle der UNO zu stellen, einerseits wollten die USA auf die Atombomben nicht verzichten, solange sie nicht sicher sein konnten, dass kein anderes Land sie bauen kann, anderseits wollte die Sowjetunion ihre Forschung nicht einstellen, solange Washington über das Nuklearwaffen-Monopol verfügt. Während des Kalten Krieges versuchte jede Supermacht, weitere Staaten auf ihre Seite zu ziehen, sie wurden mit großzügigen Wirtschaftshilfen und Ausrüstungen gelockt. Infolgedessen brachen viele Kriege aus, die diese stellvertretend für die Supermächte ausfochten (Stellvertreterkriege).
- Ein weiterer, umstrittener Kritikpunkt ist, dass sich die UNO überproportional mit der Verurteilung Israels befasst. Mit den Stimmen der arabischen Staaten wurden so viele Resolutionen gegen Israel erlassen und so viele Sondersitzungen zum Thema Nahostkonflikt einberufen wie zu keinem anderen Thema. Jedoch wurden unabhängig von ihrer Berechtigung die Resolutionen nicht durchgesetzt, da die USA bei implementierenden Maßnahmen immer zugunsten Israels ihr Veto einlegen. Auch werden Menschenrechtsverletzungen in der arabischen Welt selten thematisiert und erst kürzlich ein Resolutionsentwurf, der erstmals in der Geschichte der UNO explizit den Antisemitismus verurteilen sollte, mit den Stimmen der arabischen Staaten abgelehnt. Einen Höhepunkt erreichte dies beim UNO-Kongress in Durban, wo der Zionismus als gleichbedeutend mit Rassismus erklärt wurde.

Wichtige Resolutionen


- Resolution 242 des UN-Sicherheitsrates: fordert den Rückzug Israels "aus besetzten Gebieten" im Gegenzug für eine Anerkennung Israels und die Respektierung seiner Sicherheit "frei von Bedrohung und Gewalt".
- Resolution 478 des UN-Sicherheitsrates: Annexion von Ost-Jerusalem im Sechstagekrieg (1967) für nichtig erklärt.
- Resolution 1441 des UN-Sicherheitsrates: 8. November 2002 Aufforderung an den Irak, die vorangegangenen Resolutionen einzuhalten, die von manchen Staaten als Mandat für ihr späteres Eingreifen ausgelegt wurde (siehe Irak-Krieg).

Literatur


- Dieter Göthel: Die Vereinten Nationen - Eine Innenansicht. Auswärtiges Amt, Berlin 2002
- Günther Unser: Die UNO - Aufgaben, Strukturen, Politik. dtv, München 2004, ISBN 3-423-05254-6
- Klaus Dieter Wolf: Die UNO - Geschichte, Aufgaben, Perspektiven. C.H.Beck, München 2005, ISBN 3-406-50878-2
- Sabine von Schorlemer (Hrsg.): Praxishandbuch UNO - Die Vereinten Nationen im Lichte globaler Herausforderungen. Springer, Berlin 2003, ISBN 3-540-43907-2
- Swen Bernhard Gareis, Johannes Varwick: Die Vereinten Nationen. Leske + Budrich, Opladen 2002, ISBN 3-8252-2243-8
- Swen Bernhard Gareis, Johannes Varwick: Die Vereinten Nationen. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2002

Siehe auch:


- Portal:Vereinte Nationen
- Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
- Afrikanische Union
- Völkerrecht
- Model United Nations
- Global Governance

Weblinks


-
- [http://www.un.org/ www.un.org] - Internationale Seite der UNO (Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch)
- [http://www.un.org/Depts/german/sr/fs_sr_res.html www.un.org/...] - Resolutionen und Beschlüsse des Sicherheitsrats
- [http://www.runiceurope.org/german/index.htm www.runiceurope.org/...] - Regionales Informationszentrum der UNO mit Chartatext und Informationen zum Aufbau
- [http://www.dgvn.de/ www.dgvn.de] - Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V.
- [http://www.bpb.de/publikationen/YCUQES,0,0,60_Jahre_Vereinte_Nationen.html www.bpb.de/...] - Bundeszentrale für politische Bildung: 60 Jahre Vereinte Nationen
- [http://www.uno-komitee.de/ www.uno-komitee.de] - Kommitee für eine demokratische UNO !Vereinte Nationen Kategorie:Politologie Kategorie:Friedensnobelpreisträger Kategorie:US-Außenpolitik Kategorie:Diplomatie ja:国際連合 ko:국제 연합 ms:Pertubuhan Bangsa-Bangsa Bersatu simple:United Nations th:สหประชาชาติ zh-min-nan:Liân-ha̍p-kok

Palästinenser

Palästinenser ist ein mehrdeutiger Terminus, dessen Definition je nach politischer Einstellung variieren kann. Allgemein versteht man heute unter Palästinenser einen Angehörigen der sesshaften arabischen Bevölkerung Israels. Andere, so z.B. die Charta der PLO, verwenden den Begriff noch in der ursprünglichen Bedeutung und verstehen darunter alle Einwohner Israels (also auch Juden). Die Drusen und die Beduinen sind auch Araber und somit auch Palästinenser nach heutiger allgemeiner Definition. Bis Anfang der 1970er Jahre war der Begriff "Palästinenser" im heutigen Sinne als Nation und Volk für den Westen nicht existent. In UNO-Resolutionen war nur von "Palästinaflüchtlingen" die Rede. Doch die Bestimmungen der UNWRA, wer Palästinaflüchtling ist, beeinflussten die Definition des Begriffs "Palästinenser". In offiziellen Dokumenten der Bundesrepublik kamen die Palästinenser nicht vor. Auch in Israel selbst entstand das Bewusstsein, Palästinenser und nicht so sehr Araber oder Syrer, Muslim oder Orthodoxer, Jerusalemer oder Haifaer zu sein, erst ab dem frühen 20. Jahrhundert. Eine maßgebliche Rolle bei der Schaffung des palästinensischen Nationalismus spielt Jassir Arafat. Heute verstehen sich die Palästinenser als einer Palästinensischen Nation zugehörig, ob im Staat Israel, in den palästinensischen Autonomiegebieten oder als palästinensische Flüchtlinge in anderen Staaten. Die meisten (arabischen) Palästinenser sind Muslime, eine Minderheit ist christlich und gehört vorwiegend der Orthodoxen Kirche (Patriarchat von Jerusalem) an.

Demographie

Eine ganzheitliche Bevölkerungsanalyse der Palästinenser gestaltet sich schwierig, da sich deren höchste Bevölkerungsdichte zwar in Palästina findet, die Mehrheit der Palästinenser aber als Flüchtlinge oder als Emigranten anderswo lebt. Folgende Schätzungen stammen von der Palestinian Academic Society for the Study of International Affairs (PASSIA) aus dem Jahre 2001:
Land / Region Bevölkerung
Westjordanland und Gaza-Streifen 3 700 000
Israel (
- )
1 213 000
Jordanien2 598 000
Libanon388 000
Syrien395 000
Saudi-Arabien287 000
Golfstaaten152 000
Ägypten58 000
Andere arabische Staaten113 000
Amerika216 000
Andere Länder275, 00
Gesamt9 395 000
(
- )Die 200 000 Palästinenser, die in Ost-Jerusalem leben, sind in der Bevölkerungszählung möglicherweise doppelt gelistet, da sie auch zur Region "Westjordanland und Gaza-Streifen" gezählt wurden.
Laut UNRWA sind 3,7 Millionen Palästinenser als Flüchlinge anerkannt. Das sind Personen, die aus ihren angestammten Gebieten vertrieben worden und deren Nachkommen. [http://www.un.org/unrwa/publications/pdf/figures.pdf]. Der einzige Staat des Nahen Ostens der derzeit den Palästinenser staatsbürgerliche Rechte zugesteht, ist Jordanien im östlichen Teil Palästinas. Von den jordanischen Behörden werden allerdings keine offiziellen Statistiken darüber herausgegeben, wieviele Bewohner palästinensischer Abstammung sind. Schätzungen gehen von 50% - 80% aus. Das palästinensische Statistikamt gab am 20. Oktober 2004 die offizielle weltweite Anzahl an Palästinensern mit 9,6 Millionen bekannt, was einen Anstieg von 800 000 gegenüber 2001 bedeutet. Gemäß dieser Statistik sind die Palästinenser die am schnellsten wachsende Bevölkerung der Welt.

Literatur


- Gerrit Hoekmann : Zwischen Ölzweig und Kalaschnikow. Geschichte und Politik der palästinensischen Linken. ISBN 3-928300-88-1
- Irit Neidhardt (Hg.): Mit dem Konflikt leben!? Berichte und Analysen von Linken aus Israel und Palästina. ISBN 3-89771-010-2

Siehe auch


- Liste bedeutender Palästinenser Kategorie:Palästina

Hauptstadt

Die Hauptstadt ist der Sitz der Vertretung des Souveräns eines Staates (Demokratie: Parlament, Monarchie: Residenz). Normalerweise sind Hauptstädte und Regierungssitze identisch, es gibt aber auch Ausnahmen wie beispielsweise in den Niederlanden (Hauptstadt Amsterdam, Regierungssitz Den Haag). Meist ist die Hauptstadt gleichzeitig auch die größte Stadt und das wichtigste Wirtschafts-, Verkehrs-, Wissenschafts- und Kulturzentrum sowie geistiges Zentrum eines Staates. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, zum Beispiel in der Türkei: Hauptstadt ist Ankara, größte Stadt jedoch İstanbul; in Marokko: Hauptstadt Rabat, größte Stadt jedoch Casablanca; oder in den USA: Hauptstadt ist Washington, D.C., größte Stadt jedoch New York. Südafrika hat drei "Hauptstädte": Das Parlament tagt in Kapstadt, das Verwaltungs- und Regierungszentrum ist Tshwane (ehem. Pretoria), die obersten judikativen Einrichtungen (Gerichtshöfe) befinden sich in Bloemfontein, größte Stadt jedoch ist Johannesburg. Einige Länder ließen eine Planhauptstadt errichten, wie z. B. Brasília oder Canberra. De jure keine Hauptstadt haben folgende Staaten: Monaco, Nauru, Schweiz und Vatikanstadt. Jedoch erfüllt z.B. bei der Schweiz Bern dies de facto (siehe hierzu: Hauptstadtfrage der Schweiz). Bei Monaco und der Vatikanstadt gibt es auf Grund der Tatsache, dass es sich um reine Stadtstaaten handelt, keine Hauptstadt, auch wenn für Monaco häufig fälschlicherweise Monte Carlo als Hauptstadt genannt wird. In Nauru wird der Ort, an dem sich die Regierung befindet (also Yaren), als inoffizielle Hauptstadt aufgefasst. Auch Teilstaaten (beispielsweise Bundesländer in Deutschland und in Österreich, Kantone in der Schweiz, Bundesstaaten in den USA) haben Landeshauptstädte, die für ihren Landesteil außer den politischen auch die übrigen Hauptstadtfunktionen aufweisen.

Siehe auch


- Bundeshauptstadt
- Bundesstadt (zu Bern und Bonn)
- Hauptstadtfrage der Schweiz
- Liste der Hauptstädte der Welt

Hauptstädte einzelner Staaten

Hierbei handelt es sich um eine historische Aufstellung der Hauptstädte der einzelnen Staaten, ihrer eventuellen Vorgängerstaaten (z. B. Deutscher Bund, Deutsches Reich), obersten Verwaltungseinheiten (Bundesstaaten, Bundesländer, Provinzen) und abhängigen Gebiete.
- Hauptstädte Australiens
- Hauptstädte Brasiliens
- Hauptstädte Deutschlands
- Hauptstädte Kanadas
- Hauptstädte Kasachstans
- Hauptstädte Nigerias
- Hauptstädte Österreichs
- Hauptstädte Polens
- Hauptstädte der Vereinigten Staaten von Amerika

Literatur


- Hauptstadt - Zum Wesen und Wandel eines nationalen Symbols. - 2005: Kirsch, Jens Münster

Weblinks

Kategorie:Politische Geographie Kategorie:Hauptstadt als:Hauptstadt ja:首都 ko:수도 simple:Capital (city) th:เมืองหลวง zh-min-nan:Siú-to·

Israelischer Unabhängigkeitskrieg

Palästinakrieg ist eine Bezeichnung für den Ersten Arabisch-Israelischen Krieg von 1948, der auch "Israelischer Unabhängigkeitskrieg" genannt wird.

Der Krieg von 1948

In diesem Krieg wurde das gerade erst gegründete Israel von den Staaten Ägypten, Syrien, Libanon, Transjordanien, Saudi-Arabien und Irak angegriffen, die den UN-Teilungsplan für Palästina nicht akzeptierten und versuchten, die Proklamation des neuen Staates rückgängig zu machen. Der Einmarsch der arabischen Armeen erfolgte noch in der Nacht der Staatsgründung am 14. Mai 1948. Wichtige strategische Vorteile für Israel brachten in diesem Kontext die Gründung der "Israelischen Verteidigungsarmee" Zahal am 31. Mai, durch die alle militärischen Aktivitäten von einem zentralen Kommando koordiniert werden konnten, sowie Waffenlieferungen und Finanzhilfen von außen. Schon im Juli 1948 konnte Israel eine Gegenoffensive starten. Nach dem Ende der Kampfhandlungen im Januar 1949 hatte Israel nicht nur das nach dem UN-Teilungsplan vorgesehene Gebiet gehalten, sondern sogar noch Geländegewinne erzielt, vor allem im nördlichen Negev und rund um Akko in Galiläa. Mit den meisten arabischen Staaten wurden Waffenstillstandsabkommen geschlossen (siehe auch: Waffenstillstandsabkommen von 1949). Ein Staat "Palästina" wurde allerdings auch auf den verbleibenden Flächen im Westjordanland und dem Gazastreifen nicht gegründet, weil die arabischen Staaten weiterhin den UN-Teilungsplan ablehnten und hofften, die Existenz Israels sei nicht von Dauer. Die Gebiete wurden durch Jordanien bzw. Ägypten verwaltet: Das vormalige Transjordanien besetzte und annektierte Westjordanien und nannte sich nun Jordanien. Diese Annexion wurde aber nie international anerkannt. Der Gazastreifen kam unter ägyptische Besetzung, wurde aber - anders als das Westjordanland - nicht annektiert. In der arabischen Welt werden der erste Palästinakrieg und seine Folgen heute als nakba ("Katastrophe") bezeichnet. Ungefähr 720.000 Araber flohen, z. T. weil sie von ihren Führern dazu aufgefordert wurden, zwischen April und Dezember 1948 aus Israel. Die arabischen Führer versprachen ihnen die baldige Rückkehr nach Israels Zerstörung. Es kam auch zu gezielten Vertreibungen durch die israelische Armee. In manchen Fällen drängten israelische Politiker die Araber allerdings zum Bleiben und versicherten ihnen, sie würden nicht behelligt werden. Die mangelnde Integration der Flüchtlinge in den arabischen Staaten liefert noch heute teilweise willkommenes Konfliktpotential. In Folge des Krieges kam es in Aden, Ägypten, Libyen, Syrien und im Irak zu antijüdischen Aufständen und Vertreibungen. Ungefähr 600.000 Juden emigrierten daraufhin nach Israel.

Weitere Kriege in Israel/Palästina

Weitere arabisch-israelische Palästinakriege waren der Sechstagekrieg von 1967 und der Jom-Kippur-Krieg von 1973. Darüberhinaus gab es andere zwischenstaatliche kriegerische Auseinandersetzungen, wie die Sueskrise von 1956 und den Libanonfeldzug Israels von 1982. Diese fanden aber nicht auf dem Boden des historischen Palästina statt. Im ferneren Zusammenhang steht hier noch der Zweite Golfkrieg von 1990, an dem Israel aber nicht unmittelbar als Partei teilnahm, allerdings seitens Irak Raketenangriffe hinnehmen musste. Die Erste Intifada (1987-1991) und die Al-Aqsa-Intifada (seit 2000) könnten auch als Palästinakriege bezeichnet werden, aber sie haben einen bürgerkriegsähnlichen Charakter.

Siehe auch


- Hauptartikel: Nahostkonflikt
- Liste von Kriegen
- Liste von Schlachten

Weblinks


- [http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/index.html Hintergrundinformationen]
- [http://www.palaestina.org/dokumente/abkommen/abkommen.php Dokumente Nahostkonflikt]
- [http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Palaestina/avneri.html Friedensforschung]
- [http://krisen-und-konflikte.de/palaestina/geschich.htm Die Geschichte des Konflikts]
- http://www.nahostfocus.de/page.php?id=1041
- [http://www.nahostkonflikt.net Nahostkonflikt] Kategorie:Krieg Kategorie:Nahostkonflikt Kategorie:Palästina Kategorie:Israelische Geschichte Kategorie:Geschichte (Ägypten) Kategorie:Geschichte Syriens Kategorie:Geschichte des Libanon Kategorie:Geschichte Jordaniens Kategorie:Saudi-Arabien Kategorie:Irakische Geschichte Kategorie:1948 ja:第一次中東戦争

Westjordanland

Das Westjordanland (arabisch الضفة الغربية ad-Diffa al-Gharbiyya, hebräisch יו״ש oder הגדה המערבית, auch Zisjordanien (= Cisjordanien), Westjordanien, englisch West Bank und biblisch Judäa und Samarien genannt) ist eine Region im Nahen Osten. Nach dem Untergang des Osmanischen Reiches gehörte es zum britischen Völkerbundsmandat Palästina, wurde von der UN-Vollversammlung im Teilungsplan von 1947 dem zu gründenden arabischen Staat zugesprochen und im 1. Nahostkrieg, 1948/49, von Jordanien besetzt. Seit der Eroberung im Sechstagekrieg von 1967 wird es von Israel besetzt und besiedelt bzw. macht den Großteil des palästinensischen Autonomiegebietes aus. palästinensischen Autonomiegebietes

Grenzen

Begrenzt wird das Westjordanland gegen Jordanien durch den Jordan, gegen Israel existiert keine natürliche Begrenzung – die Grenze verläuft südlich vom See Genezareth bogenförmig in Richtung Jerusalem und erreicht in einem weiteren Bogen südöstlich von Hebron das Tote Meer. Für Unruhe sorgt in der letzten Zeit der von der israelischen Regierung betriebene Bau eines Zauns entlang der Grenze zu Israel (grob orientiert an der „Grünen Linie“). Israel will mit diesem Zaun Terroristen außer Landes halten. Die Palästinenser fürchten jedoch eine Annexion der ihrer Meinung nach illegal abgetrennten Grenzgebiete. Dieser Zaun folgt nicht dem exakten Grenzverlauf, sondern umfasst z.T. weit im Westjordanland gelegene israelische Siedlungen. Nahe israelischer Bebauung steht statt eines Zauns eine Mauer, um Schutz vor Heckenschützen zu geben. Durch diesen Zaun- bzw. Mauerbau werden palästinensische Verkehrswege zerschnitten und palästinensische Anwohner enteignet.

Bevölkerung

Das Westjordanland wird von 2.4 Millionen Palästinenser und mehr als 400000 Israelis (inklusive Ost-Jerusalem) bewohnt. Die israelischen Bewohner leben ausschliesslich in Siedlungen, isoliert von den restlichen Bewohnern. Ein großer Teil der palästinensischen Bevölkerung (ca. 30 %) sind Flüchtlinge, die nach dem arabisch-israelischen Krieg von 1948 in dieses Gebiet flohen.

Wirtschaft

:Zur Wirtschaft in den palästinensischen Autonomiegebieten: siehe unter Palästinensische Autonomiegebiete :Zur Wirtschaft in den israelischen Siedlungen: siehe unter Israel

Verkehr

Da keine Eisenbahnen mehr existieren, findet der Gesamtverkehr auf der Straße statt. Die Westbank besitzt ein Straßennetz von 4500 km, von denen 2700 km asphaliert sind. Es existieren zwei getrennte Straßennetze zwischen den israelischen Siedlungen einerseits und den palästinensischen Städten und Dörfern andererseits. Es gibt drei asphaltierte Flughäfen, die jedoch nicht zivil genutzt werden.

Städte

zu Städten im Westjordanland siehe Liste der Städte in den palästinensischen Autonomiegebieten oder Orte in Palästina

Siehe auch


- Palästinensische Autonomiegebiete
- Israel
- Nahostkonflikt
- Gazastreifen
- Golanhöhen

Weblinks


- [http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,grossbild-310249-112176,00.html Schleichende Landnahme] Kategorie:Nahost ja:ヨルダン川西岸地区 ms:Tebing Barat

Ölberg (Jerusalem)

Der Ölberg (arabisch جبل الزيتون Dschabal az-Zaitūn, hebräisch הר הזיתים Har haZetim) in Jerusalem ist eine Erhebung nordöstlich und östlich des Tempelbergs bzw. der Jerusalemer Altstadt. Vom Palästinakrieg 1948 bis zur Einnahme durch Israel im Sechs-Tage-Krieg wurde das Gebiet mit Ausnahme des noch zum Hügelzug gehörenden Skopusberges von Jordanien verwaltet. Der Name leitet sich vom ursprünglichen Bewuchs mit Olivenbäumen ab. Die Hügelkette erreicht eine Höhe von 827 m; der eigentliche Ölberg mit der Himmelfahrtskuppe ist 809 m hoch und liegt damit 120 m über dem Kidrontal und etwa 65 m über dem Tempelberg.

Religiöse Bedeutung des Ölbergs

Obwohl der Ölberg nicht allzu hoch ist, ist er relativ bekannt. Das liegt vor allem daran, dass er in der Tradition von Judentum, Islam und Christentum eine besondere Stellung einnimmt. Nach jüdischem Glauben wird der Messias über den Ölberg nach Jerusalem einziehen und im Tal des Kidronbaches unterhalb des Hügels das Jüngste Gericht halten. Deswegen wurde am Hang des Berges ein ausgedehnter jüdischer Friedhof angelegt. Die Gräber des 1948 stark beschädigten Friedhofs stammen zum Teil noch aus biblischer Zeit. Den Glauben, dass das Kidrontal der Ort des endzeitlichen Gerichts sei, teilen auch die Muslime; nach ihrer Vorstellung wird in der Endzeit ein Seil vom Tempelberg zum Ölberg gespannt, über das die Gerechten hinübergehen werden; entsprechend befinden sich im Tal - allerdings auf der Seite des Tempelbergs - auch muslimische Gräber. Muslim] In der christlichen Tradition wird der Ölberg insbesondere mit verschiedenen neutestamentlichen Geschichten in Verbindung gebracht. So soll Jesus
- vom Ölberg aus in Jerusalem eingezogen sein (Lukas 19,28-40),
- am Ölberg über den von ihm vorhergesehenen Untergang der Stadt geweint haben (Lukas 19,41-45),
- am Fuß des Berges im Garten Getsemani gefangen genommen worden sein (Matthäus 26) und
- vom Ölberg in den Himmel aufgefahren sein (Lukas 24,50) sein (vgl. jeweils auch die Parallelstellen). In Erinnerung an diese biblischen Geschichten wurden mehrere Kirchen errichtet.
- Dominus flevit ("der Herr weinte") ist der Name einer kleinen Kirche relativ weit oben am Hang. Sie wurde 1955 auf den Fundamenten einer byzantinischen Kirche aus dem 6. Jahrhundert erbaut und erinnert an die Trauer Jesu im Wissen um die Zerstörung Jerusalems. Die Kirche ist vor allem durch Innenaufnahmen bekannt: durch ein vergittertes Fenster hinter dem Altar fällt der Blick direkt auf den Felsendom.
- Die Kirche der Nationen im Garten Getsemani wurde in Erinnerung an das verzweifelte Gebet Jesu im Garten errichtet. Der Name erinnert daran, dass mehrere Staaten zu ihrer Errichtung 1924 beitrugen. Am Fußboden ist noch der Grundriss einer Vorgängerkirche aus dem 4. Jahrhundert sichtbar; auch in der Kreuzfahrerzeit wurde hier eine Kirche errichtet.
- Die russisch-orthodoxe Maria-Magdalena-Kirche befindet sich in einem höher gelegenen Teil des Gartens. Durch ihre sieben vergoldeten Zwiebeltürme fällt sie beim Blick von der Altstadt besonders auf; gebaut wurde sie um 1885 durch Zar Alexander III.. Die hochglänzende Vergoldung wurde von dem deutschen Vergoldermeister Hans Kellner aus München unter Verwendung von 24 karätigen Blattgold der Goldschlägerei Eytzinger aus Schwabach in den Jahren 1998 und 1999 ausgeführt.
- Die von den Kreuzfahrern 1152 errichtete Himmelfahrtskapelle innerhalb eines Moscheebezirks erinnert an die entsprechende biblische Geschichte; in der näheren Umgebung wurden die Überreste mehrerer Kirchen und Klöster aus dem 4. bis 6. Jahrhundert entdeckt. Ein benachbartes russisch-orthodoxes Kloster nimmt ebenfalls in Anspruch, am Ort der Himmelfahrt zu stehen.
- Weitere bekannte Kirchen sind die unter Kaiser Wilhelm II. gebaute zum Auguste-Victoria-Hospital gehörende evangelische Himmelfahrtskirche nördlich der Himmelfahrtskuppe in der Nähe des Skopusbergs, sowie die Paternosterkirche, in der das Vaterunser in 80 Sprachen auf ebenso vielen Keramiktafeln zu lesen ist. Hier soll Jesus in der Grotte der Unterweisung die Jünger belehrt und ihnen das Vaterunser eingeprägt haben. In diesem Bereich des Ölbergs befand sich in byzantinischer Zeit die Eleona-Basilika, die wie die Grabeskirche und die Geburtskirche in Betlehem auf Veranlassung von Kaiserin Helena erbaut wurde. Die Vaterunserkirche gehört zu einem französischen Karmelitinnenkloster; außerdem leben auf dem Ölberg (ebenfalls französische) Benediktinerinnen.

Bedeutung für den Tourismus

In Friedenszeiten ist der Ölberg ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen, da sich von der Aussichtsplattform oberhalb des jüdischen Friedhofs ein herrlicher Blick auf die Jerusalemer Altstadt bietet. Die meisten bekannten Großaufnahmen des Tempelbergs und Panoramabilder der Altstadt stammen vom Ölberg.

Siehe auch


- Portal:Bibel Olberg Olberg Kategorie:Jerusalem

Westmauer

Die Klagemauer (hebräisch הכותל המערבי (wörtlich Westliche Mauer)) in Jerusalem ist das bedeutendste Heiligtum des Judentums. Sie stellt die frühere Westmauer des Plateaus des zweiten Tempels dar, der sich an dieser Stelle befand. Die Mauer ist nicht wie häufig angenommen eine Mauer des Tempels selbst (siehe auch Tempelberg). Der unter Salomo gebaute erste Tempel war bereits 587 v. Chr. von den Babyloniern zerstört worden. Nach der Besetzung Jerusalems durch die Perser konnte an derselben Stelle um 515 v. Chr. ein schlichterer (der zweite) Tempel neu gebaut werden, der um 20 v. Chr. unter König Herodes dem Großen prachtvoll ausgebaut und von den Römern 70 n. Chr. im Jüdischen Krieg zerstört wurde. Am Ort des eigentlichen Tempels erheben sich heute die Al-Aqsa-Moschee und der Felsendom, die Jerusalem zur drittheiligsten Stadt des Islam machen, den Tempelberg für die Religionsausübung der Juden aber versperren. Tempelberg Die Klagemauer wird von den Juden Westliche Mauer genannt, da sie die Westmauer der Tempelanlage war. Sie ist etwa 400 Meter lang und 18 Meter hoch. Heute pilgern täglich viele Menschen an die Klagemauer, um zu beten. Viele stecken auch aufgeschriebene Gebete in die Ritzen und Spalten der Mauer. Sie stellt für viele Juden ein Symbol für den Rest des ungebrochenen Bundes Gottes mit dem jüdischen Volk dar. Für manche Christen ist entscheidend, dass die Klagemauer eine Außenmauer der Tempelanlage war und nicht zum eigentlichen Tempel gehörte, da dies sonst der im Neuen Testament der Bibel überlieferten Prophezeiung Jesu über die Zerstörung des Tempels widersprechen würde (Matth. 24,1-2).

Siehe auch


- Jüdischer Aufstand

Weblinks


- [http://www.igor-schestkow.de/de/fotos/jerusalem1/index.html Igor Schestkow - Klagemauer und Umgebung]
- [http://www.aish.com/wallcam/ englische Seite zur Klagemauer] Kategorie:Bauwerk des Judentums Kategorie:Jerusalem ja:嘆きの壁

Felsendom

Der Felsendom im Sinne von Felsenkuppel (arabisch:Qubbat as-sachra) ist das älteste erhaltene islamische Gebäude. Er wurde als Schrein für den Felsen (Sachra), auf welchem Abraham seinen Sohn der Legende nach zu opfern bereit war, und als Andenken an die Himmelfahrt Muhammads, die hier von eben jenem Felsen aus stattgefunden haben soll, erbaut. Der Felsendom gilt nicht als Moschee, dazu wurde später die Al-Aqsa-Moschee errichtet. Der Felsendom ist gleichzeitig ältestes Zeugnis islamischer Architektur der Welt sowie hervorragendes Beispiel des Omaijadenstils der Islamischen Kunst. Er ist ein bekanntes Wahrzeichen von Jerusalem, der dritten der heiligen Städte des Islam nach Mekka und Medina. Er wurde unter dem Kalifen Abd al-Malik auf dem Tempelberg zwischen 687 und 691 mit Hilfe byzantinischer Handwerker errichtet. Die Architekten waren Rija ibn Haiyah al-Kindi und Yazid ibn Sallam