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Pariser VerträgeDie Pariser Verträge sind ein Vertragswerk, welches das Besatzungsstatut von Westdeutschland beendete und Westdeutschland die Souveränität verlieh (die allerdings bis zur Wiedervereinigung 1990 durch alliierte Vorbehaltsrechte eingeschränkt war).
Die Verträge wurden am 22. Oktober 1954 in Paris unterzeichnet, am
27. Februar 1955 durch den Bundestag ratifiziert und traten am 5. Mai 1955 in Kraft.
Das Vertragswerk enthält folgende Einzelverträge:
- Deutschlandvertrag (Souveränität)
- Zwei-plus-Vier-Vertrag
- Beitritt zur WEU
- Beitritt zur NATO
- Saarstatut mit Frankreich
Pariser Verträge
Mehrere aufeinander bezogene Verträge, Verlautbarungen und Abkommen, die 1954 in Paris unterzeichnet wurden und seit 1955 die innere und äußere (durch Alliierte Vorbehalte noch eingeschränkte) Souveränität der Bundesrepublik D bis zum Zwei-Plus-Vier-Vertrag von 1990 regelten. Die P.V. änderten
1) die Regelungen des Deutschlandvertrags von 1952 ab und beendeten die Besatzungszeit in der Bundesrepublik D,
2) sahen eine Europäisierung des Saarlandes vor (das sog. Saarstatut, das jedoch nicht in Kraft trat),
3) regelten die Stationierung ausländischer Truppen in der Bundesrepublik D (Truppenvertrag) und
4) regelten den Eintritt der Bundesrepublik D in die NATO (über die Protokolle zur Gründung der Westeuropäischen Union).
Deutschlandvertrag
Bezeichnung für den 1952 zwischen den drei westlichen Alliierten (F, GB, USA) und der Bundesrepublik D abgeschlossenen Vertrag (auch: Generalvertrag, Bonner Konvention), der das bis dahin geltende Besatzungsstatut ablöste (und die Arbeit der Alliierten Hohen Kommission beendete), der Bundesrepublik D (nur noch durch die offene deutsche Frage begrenzte) Souveränität zusprach, den Westmächten bis zur Notstandsgesetzgebung weiterhin Besatzungsvorbehalte einräumte und die Unterzeichner auf die Wiedervereinigung Ds. in Freiheit und den Abschluss eines Friedensvertrages verpflichtete. Der D. trat in aktualisierter Fassung als Teil der Pariser Verträge 1955 in Kraft.
Zwei-plus-Vier-Vertrag
Bezeichnung für den am 12.9.1990 abgeschlossenen Vertrag zwischen den beiden dt. Staaten (Bundesrepublik D, DDR) und den vier Siegermächten des Zweiten Weltkrieges (USA, UdSSR, GB, F). In dem "Vertrag über die abschließenden Regelungen in bezug auf Deutschland" wird die endgültige innere und äußere Souveränität des vereinten Ds. hergestellt. Im Einzelnen
1) werden die endgültigen mitteleuropäischen Grenzen und damit das Staatsgebiet des vereinten Ds. festgelegt und erklärt, dass D keine Gebietsansprüche an andere Staaten stellt;
2) wird die Personalstärke der dt. Streitkräfte (auf 370.000 Personen) festgelegt und erklärt, dass D auf die Herstellung, die Verfügung über und den Besitz von ABC-Waffen sowie auf das Führen von Angriffskriegen verzichtet;
3) wurde der Abzug der sowjetischen Truppen aus Ostdeutschland bis 1994 vereinbart und die Bündniszugehörigkeit Ds. (das Recht, Bündnissen anzugehören) geregelt.
Kategorie:Deutsche Geschichte (Nachkriegszeit)
Kategorie:NATO
Kategorie:Vertrag
Kategorie:Paris
Kategorie:1954
BesatzungsstatutDas Besatzungsstatut vom 10. April 1949 regelte die Abgrenzung der Befugnisse und Verantwortlichkeiten zwischen der neu eingesetzten deutschen Regierung vom 15. September 1949 und den Alliierten (Alliierte Vorbehaltsrechte). Es trat am 21. September 1949 in Kraft und galt bis zum Inkrafttreten der Pariser Verträge am 4. Mai 1955.
Mit dem Besatzungsstatut war die BRD nur begrenzt souverän, die Regierung von Frankreich, den USA und Großbritannien räumten der BRD das "größtmögliche Maß an Selbstregierung" ein.
Die Militärgouverneure behielten sich bestimmte Befugnisse vor, etwa im Bereich der Entmilitarisierung und den damit verbundenen Forschungsgebieten, der Beschränkung der Industrie und Zivilluftfahrt. Kontrollen der Außenpolitik, der Flüchtlingsproblematik, der Finanzverwaltung, der Innenpolitik, sowie die Zustände in den Gefängnissen der BRD blieben ebenfalls möglich.
Die Sicherheit der Alliierten stand im Vordergrund. Grundgesetzänderungen bedurften der Zustimmung der Alliierten.
Und: Die Besatzungsmächte konnten die Regierungsgewalt wieder an sich ziehen, wenn ihnen dies zur Aufrechterhaltung der demokratischen Staatsform oder aus Sicherheitsgründen erforderlich erschien.
Weblinks
- http://www.hdg.de/lemo/html/Nachkriegsjahre/EntstehungZweierDeutscherStaaten/besatzungsstatut.html
- http://www.lsg.musin.de/Geschichte/Quellen/besatzungsstatut.htm
Kategorie:Deutsche Geschichte (Nachkriegszeit)
Kategorie:US-Außenpolitik
SouveränitätDer Begriff Souveränität (von franz.: souveraineté, aus lat.: superanus, darüber befindlich, überlegen) beschreibt in der Rechtswissenschaft den Zustand einer natürlichen oder juristischen Person, der durch Eigenständigkeit, Selbstbestimmtheit und Vollmacht gekennzeichnet ist und nicht durch Fremdbestimmung. Diese Selbstbestimmtheit ist nicht rechtlich, sondern bestenfalls durch die Rücksichtnahme auf andere praktisch begrenzt.
Souveränität im Völkerrecht
Im Völkerrecht wird der Begriff der Souveränität als die grundsätzliche Unabhängigkeit eines Staates von anderen Staaten (Souveränität nach außen) und seine Selbstbestimmtheit in Fragen der eigenen staatlichen Gestaltung (Souveränität nach innen) bezeichnet. Der aus der klassischen Völkerrechtslehre stammende Souveränitätsbegriff erfährt in der modernen Völkerrechtswissenschaft eine zunehmende Beschränkung, begründet vor allem mit der zunehmenden rechtlichen wie tatsächlichen Interdependenz von Staaten, internationalen Organisationen, transnationalen Unternehmen und regierungsunabhängigen Organisationen.
Das Gegenstück zur staatlichen Souveränität ist die frühneuzeitliche Rechtsfigur der Suzeränität.
Siehe auch: Autonomie
Souveränität im Staatsrecht
Der Begriff Souveränität wird im innerstaatlichen Recht und in der politischen Theorie verwendet, um die oberste Kompetenz zur Machtausübung im Inneren eines Staates zu bezeichnen. So bezeichnete man den Herrscher eines absolutistischen Staates oft als den Souverän, und in demokratischen Gesellschaften ist von der Volkssouveränität die Rede, die darin besteht, dass alle staatliche Machtanwendung durch das Volk legitimiert ist und das Volk selbst Staatsform und Regierung bestimmen kann.
Die Souveränität ist daneben eines der drei klassischen Definitionsmerkmale des Staates (Staatsvolk, Staatsgebiet und Souveränität, vgl. Jean Bodin und seine Souveränitätsthese).
Da auf einem bestimmten Gebiet und über ein bestimmtes Volk immer nur ein Gemeinwesen souverän sein kann, dient der Begriff der Souveränität auch zur Unterscheidung von Bundesstaaten und Staatenbünden: Bei Staatenbünden liegt die staatliche Souveränität immer noch bei den einzelnen Staaten. Bei der Gründung eines Bundesstaates hingegen geben die nachmaligen Gliedstaaten (Deutschland: Bundesländer, Schweiz: Kantone, USA: states, usw.) ihre Souveränität an den Bund ab. Dies äussert sich insbesondere dadurch, dass im Bundesstaat der Bund die sogenannte Kompetenzkompetenz besitzt, d.h. er kann über die Zuweisung von Kompetenzen an den Bund oder an die Gliedstaaten entscheiden. In Staatenbünden hingegen entscheiden die einzelnen Staaten, ob sie dem Bund eine Kompetenz überlassen wollen.
Souveränität als menschliche Eigenschaft
Ein Zustand von Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit, im Gegensatz zur Fremdbestimmtheit
Siehe auch: Integrität
Kategorie:Politischer Begriff
Kategorie:Völkerrecht
Kategorie:Wort des Jahres
ja:主権
1990
Jahreswidmungen
- 1990 ist „Internationales Jahr der Literatur“
- Der Pirol (Oriolus oriolus) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- Die Buche (Fagus sylvatica) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Die Pyramiden-Hundswurz (Anacamptis pyramidalis) ist Orchidee des Jahres (Arbeitskreis Heimische Orchideen/Deutschland)
Januar
- 1. Januar: Arnold Koller wird Bundespräsident der Schweiz
- 2. Januar: Der Kunstpreis der Wolf-Stiftung geht dieses Jahr an den Maler Anselm Kiefer
- 7. Januar: Der Schiefe Turm von Pisa wird aus Sicherheitsgründen für Besucher gesperrt
- 15. Januar: Wendezeit in der DDR. Demonstranten stürmen die Berliner Stasi-Zentrale. Die dabei sichergestellten Akten arbeitet bis heute die BStU auf
- 20. Januar: Militärintervention in Baku
- 26. Januar: Die Deutsche Terminbörse nimmt als erste neue Börse nach dem 2. Weltkrieg den Handel auf
Februar
- 2. Februar: UdSSR: Das Zentralkomitee der KPdSU gibt das Machtmonopol der Partei auf
- 3. Februar: Bulgarien. Andrej Lukanov wird Ministerpräsident
- 5. Februar: Wendezeit in der DDR: Das Wahlbündnis Allianz für Deutschland wird geschlossen. Acht Vertreter des Zentralen Runden Tisches (darunter Wolfgang Ullmann, Rainer Eppelmann, Matthias Platzeck, Tatjana Böhm) werden in die Regierung Modrow aufgenommen
- 11. Februar: Die bedingungslose Freilassung Nelson Mandelas markiert den Anfang vom Ende der Apartheid
- 15. Februar: Im Celler Prozess gegen die – neben Karl Koch – am KGB-Hack beteiligten DOB, Pedro und ein Hacker namens Urmel wird das Urteil gesprochen. Sie werden zu Freiheitsstrafen auf Bewährung zwischen 2 Jahren und 14 Monaten verurteilt
- 16. Februar: Der SWAPO-Politiker Sam Nujoma wird zum ersten Präsidenten des unabhängigen Namibia gewählt
März
- 11. März: Litauen erklärt sich für unabhängig
- 11. März: Komoren. Said Mohamed Djohar wird zum Staatspräsident gewählt
- 14. März: Michail Gorbatschow wird zum Präsidenten der UdSSR gewählt
- 18. März: Erste freie Wahl zur Volkskammer in der DDR
- 18. März: Zwölf Gemälde im Gesamtwert 100 Million US-Dollar, werden von zwei Dieben, die als Polizisten verkleidet waren, aus dem Isabella-Stewart-Gardner-Museum in Boston, Massachusetts, gestohlen. Das ist der größte Kunstraub in der Geschichte der USA
- 21. März: Mit Nujomas Vereidigung als Staatspräsident durch UN-Generalsekretär Pérez de Cuéllar wird Namibias Unabhängigkeit vollzogen
- 21. März: Lee Teng-huis wird Präsident der Nationalversammlung in Taiwan
- 24. März: Islam Karimow wird Staatspräsident in Usbekistan
- 25. März: Erste demokratische Wahlen seit mehr als 40 Jahren in Ungarn
- 27. März: Der nach Kuba sendende US-amerikanische Fernsehsender TV Martí nimmt seinen Betrieb auf
- 30. März: Estland erklärt sich zur Republik
April
- 1. April: Start der privaten Lokalsender in Nordrhein-Westfalen. Als Erster geht Radio Duisburg auf Sendung
- 3. April: Bulgarien. Petar Mladenov wird Präsident
- 5. April: 18 Tage nach den ersten freien Wahlen zur Volkskammer der DDR konstituiert sich diese und wählt Sabine Bergmann-Pohl zu ihrer Präsidentin
- 9. April: Einführung des Mehrparteiensystems in Nepal
- 12. April: Lothar de Maizière wird erster (und letzter) demokratisch gewählter Ministerpräsident der DDR
- 12. April: In Hardegg (Niederösterreich) wird der Grenzübergang über die Thayabrücke Hardegg – Čížov in die ČSFR eröffnet
- 23. April: Namibia wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 23. April: Bürgerbefragung in Karl-Marx-Stadt: 76 % entscheiden sich für die alte Stadtbezeichnung „Chemnitz“
- 24. April: Nursultan Nasarbajew wird Staatspräsident von Kasachstan
- 25. April: Oskar Lafontaine wird bei einem Attentat lebensgefährlich verletzt
Mai
- 4. Mai: Lettland erklärt seine Unabhängigkeit
- 5. Mai: Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten: In Bonn beginnt die erste Runde der Zwei-plus-Vier-Gespräche
- 10. Mai: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Vietnam. In Kraft seit dem 6. März 1991
- 18. Mai: Theo Waigel und Walter Romberg unterzeichnen den Deutsch-Deutschen Staatsvertrag zur Bildung einer Wirtschafts-, Sozial- und Währungsunion
- 22. Mai: Die Vereinigung der beiden jemenitischen Staaten, der Arabischen Republik Jemen und der Volksrepublik Jemen, wird vollzogen
- 23. Mai: Gabun. Der ungeklärte Tod des Oppositionspolitikers Joseph Rendjambe löst Unruhen und Tumulte in Libreville und Port Gentil aus
- 23. Mai: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Ruanda. In Kraft seit dem 2. April 1991
- 25. Mai: Parlamentswahlen in Myanmar
- 29. Mai: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Bangladesch
- 29. Mai: Ein Abkommen zur Errichtung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWD) wird unterzeichnet
- 30. Mai: Neue Verfassung in Schleswig-Holstein tritt in Kraft
- 30. Mai: Frankreich verhängt in Folge des Auftretens von BSE ein Importverbot für alle britischen Rindfleisch-Produkte
- 31. Mai: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Singapur. In Kraft seit dem 23. August 1991
Juni
- 1. Juni: Karl-Marx-Stadt wird in Chemnitz rückbenannt, nachdem in einer Befragung 76 % der Bürger für den alten Namen gestimmt hatten
- 6. Juni: Susanne Albrecht wird – als erste der ausgestiegenen und mit neuer Identität in der DDR lebenden RAF-Terroristen – in Ost-Berlin festgenommen
- 11. Juni: DDR-Regierungschef Lothar de Maizière besucht offiziell die USA und hat eine Begegnung mit Präsident George H. W. Bush
- 13. Juni: Der endgültige Abriss der Berliner Mauer beginnt
- 17. Juni: In der Bundesrepublik Deutschland letztmalig arbeitsfreier Nationalfeiertag, seither nur noch nationaler Gedenktag
- 19. Juni: Das Schengener Abkommen wird von den Benelux-Staaten, Deutschland und Frankreich unterzeichnet
- 20. Juni: Die EWG und die EFTA beginnen Verhandlungen über die Schaffung des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR)
- 22. Juni: Während in Berlin die zweite Runde der Verhandlungen zum Zwei-plus-Vier-Vertrag beginnt, wird der Checkpoint Charlie abgebaut
- 23. Juni: Souveränitätserklärung der Republik Moldau
- 28. Juni: Die KSZE-Menschenrechtskonferenz in Kopenhagen einigt sich darauf, demokratische Grundprinzipien wie freie Wahlen und Mehrparteiensystem festzuschreiben
- 29. Juni: Mit der Aktualisierung des Montreal-Protokolls während der Ozonschichtschutz-Konferenz in London wird beschlossen, die Herstellung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) bis zum Jahr 2000 weltweit zu beenden
Juli
- 1. Juli: In der DDR löst mit Inkrafttreten der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion der beiden deutschen Staaten die D-Mark die Mark der DDR als gesetzliches Zahlungsmittel ab
- 1. Juli: Aufhebung der Beschränkung des Warenverkehrs zwischen Australien und Neuseeland
- 14. Juli: Der bayerische Schauspieler Walter Sedlmayr (Theodor Hirneis oder Wie man ehem. Hofkoch wird, Polizeiinspektion 1) wird ermordet aufgefunden
- 19. Juli: Das Bundesverfassungsgericht beurteilt unterschiedliche Kündigungsfristen für Arbeiter und Angestellte als unvereinbar mit dem Grundgesetz
- 21. Juli: Roger Waters gibt auf dem Potsdamer Platz in Berlin das bislang größte Konzert in der Geschichte der Rockmusik (The Wall)
- 22. Juli: Die Volkskammer der DDR beschließt das Ländereinführungsgesetz
August
- 1. August: Bulgarien. Schelju Schelew wird Staatspräsident
- 2. August: Zweiter Golfkrieg: Irakische Truppen marschieren in Kuwait ein
- 3. August: Souveränitätserklärung Armeniens
- 6. August: Zweiter Golfkrieg: Die Vereinten Nationen veranlassen mit der Resolution 661 Wirtschaftssanktionen gegen den in Kuwait einmarschierten Irak
- 10. August: Sondergipfel der Arabischen Liga nach irakischem Einmarsch in Kuwait
- 10. August: Die Raumsonde Magellan tritt nach 15-monatiger Reise in die Umlaufbahn der Venus ein
- 22. August: São Tomé und Príncipe gibt sich eine neue Verfassung
- 23. August: Die Ost-Berliner Volkskammer stimmt für den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland
- 24. August: Die Werchowna Rada (Oberster Rat), das Parlament der Ukraine, erklärt die Unabhängigkeit des Landes
- 29. August: Das Atom-Testgeländes bei Semipalatinsk, Kasachstan, wird geschlossen
- 31. August: Auf dem Weg zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wird in Berlin der Einigungsvertrag unterzeichnet
- August: Ein Friedensabkommen beendet nach 15 Jahren den libanesischen Bürgerkrieg
September
- 10. September: Bei einem Treffen in Jakarta einigen sich Vertreter der Parteien Kambodschas auf die Annahme des UN-Friedensplanes
- 10. September: Die Basilika Notre-Dame de la Paix in Yamoussoukro, Elfenbeinküste, die größte christliche Kirche der Welt, wird geweiht
- 12. September: Auf dem Weg zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wird in Moskau der Zwei-plus-Vier-Vertrag unterzeichnet
- 13. September - Deutschland und die Sowjetunion vereinbaren einen Kooperations- und Nichtangriffsvertrag mit 20 Jahren Laufzeit.
- 14. September: Das weltweite Human Genome Project zur Entschlüsselung des menschlichen Genoms wird gegründet
- 18. September: Liechtenstein wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 19. September: Der Palast der Republik wird wegen Asbestbelastung geschlossen
- 24. September - Die DDR tritt aus dem Warschauer Pakt aus.
- 27. September - In Berlin vereinigen sich die west- und ostdeutschen Sozialdemokraten. Der Vorsitzende der Ost-SPD, Wolfgang Thierse, wird auf dem Parteitag Stellvertretender Vorsitzender der Gesamt-SPD.
Oktober
- Oktober: in Bordeaux wird eine hervorragende Wein-Ernte eingebracht
- 3. Oktober: Mit dem Beitritt der der Gebiete der DDR samt Ost-Berlins zum zum Geltungsbereich des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland wird die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten vollzogen. Damit enden die Reste der Alliierten Vorbehaltsrechte bezüglich Gesamtdeutschland und Berlin als Folge des Zweiten Weltkriegs – Deutschland wird vollends souverän. Erstmalig ist der 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit auch gesamtdeutscher Nationalfeiertag, wodurch die Bürger der alten Bundesrepublik Deutschland in diesem Jahr – neben dem 17. Juni – einmalig zwei Nationalfeiertage begehen
- 12. Oktober: Ägypten. Ermordung des Präsidenten der Volksversammlung Dr. Refaat Al-Mahgoub
- 12. Oktober: Wolfgang Schäuble, deutscher Bundesminister des Innern, wird bei einem Schussattentat schwer verletzt
- 14. Oktober: Im vereinten Deutschland tritt das von der Volkskammer der DDR am 22. Juli beschlossene Ländereinführungsgesetz in Kraft. In den Neuen Ländern finden Wahlen zu den Landesparlamenten statt. Dabei wird im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns, Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens die CDU stärkste Partei, in den Wahlen zum Brandenburger Landtag die SPD
- 21. Oktober: In einem Treibnetz wird – als sechstes Exemplar überhaupt – ein Riesenmaulhai gefunden und – mit Sendern versehen – tags darauf wieder freigelassen
- 22. Oktober: Handelsabkommen zwischen der EU und Rumänien
- 22. Oktober: Souveränitätserklärung von Turkmenistan
- 25. Oktober: Kasachstan erklärt seine Souveränität innerhalb der UdSSR; im darauffolgenden Jahr wird es ein unabhängiger Staat
- 27. Oktober: Saparmurat Nijasow wird Staatspräsident von Turkmenistan
November
- 6. November: Das 9. Zusatzprotokoll der Europäischen Menschenrechtskonvention, das jedem Bürger ermöglicht, sich persönlich an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu wenden, wird vorgelegt
- 9. November: Demokratische Verfassung in Nepal
- 9. November: Die Sowjetunion und Deutschland unterzeichnen den „Vertrages über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit“
- 11. November: Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet die Resolution 678 (der Irak soll sich bis zum 15. Januar 1991 aus Kuwait zurückziehen)
- 14. November: Unterzeichnung des Deutsch-Polnischen Grenzvertrags zwischen Deutschland und Polen
- 19. November: OSZE-Gipfeltreffen in Paris
- 29. November: Ägypten. Neuwahlen zur Volksversammlung
Dezember
- 2. Dezember: Bei der Bundestagswahl 1990, der ersten gesamtdeutschen, wird die Regierung von Helmut Kohl im Amt bestätigt
- 5. Dezember: Bangladesch. Sturz des Präsidenten Hussain Mohammed Ershad
- 7. Dezember: Mit dem Inkrafttreten des Stromeinspeisegesetzes in Deutschland wird die Stromerzeugung durch erneuerbare Energiequellen politisch deutlich unterstützt
- 11. Dezember: Nach einem Referendum tritt die neue Verfassung in Benin in Kraft
- 15. Dezember: Souveränitätserklärung Kirgisistans
- 17. Dezember: In Albanien wird ein Mehrparteiensystem eingeführt
- 19. Dezember: Bulgarien. Bildung der Regierung unter Dimitar Popov
- 19. Dezember: Die Raketensondierungen in Zingst werden aus Sicherheitsgründen vorläufig eingestellt
- 20. Dezember: Der erste gesamtdeutsche Bundestag tritt zu einer konstituierenden Sitzung in Berlin zusammen
- Ford kauft Jaguar
Kultur
- 5. Mai: Uraufführung des musikalischen Dramas Das verratene Meer von Hans Werner Henze in Berlin
- 24. August: Die Diddl-Maus wird von Thomas Goletz erstmals skizziert
- 1. Oktober: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Guatemala. In Kraft seit dem 23. April 1992
- 30. Oktober: Uraufführung der Oper Der Tulifant von Gottfried von Einem in Wien
Katastrophen
- 13. Januar: Nahe Perwouralsk, Russland. Bei einer Tupolew Tu-134 der Aeroflot auf dem Weg von Tjumen nach Ufa ließ ein Brand in einem Frachtabteil Triebwerke und Elektrik ausfallen. Beim folgenden Absturz verloren 27 der 71 Insassen ihr Leben
- 25. Januar: New York, USA. Einer Boeing 707 der kolumbianischen Luftfahrtgesellschaft Avianca ging beim Anflug auf den John F. Kennedy International Airport der Treibstoff aus und sie stürzte während der Landung ab. 73 Menschen starben, 74 wurden gerettet
- 14. Februar: Bangalore, Indien. Ein Airbus A320 der Indian Airlines sank beim Landeanflug zu schnell und stürzte ab. 92 Menschen starben, 54 wurden gerettet
- 26. Februar: Der Orkan Wiebke tobt in der Nacht vom 26. auf den 27. Februar mit Böen der Windstärke 9 bis 10 über Süddeutschland und richtet dabei Millionenschäden an. Auf dem Jungfraujoch in der Schweiz werden Windgeschwindigkeiten von 285 km/h gemessen. Wiebke wird erst als „Jahrhundertereignis“ eingestuft, erweist sich jedoch später als eines von vielen schweren Unwettern über Deutschland. Die deutsche Küste erlebt in der Zeit vom 26. bis zum 28. Februar zwei Sturm-, zwei Orkanfluten und eine Windflut
- 5. Mai: Guatemala-Stadt, Guatemala. Eine Frachtmaschine Douglas DC-6 stürzte auf die Stadt. 24 Personen starben
- 11. Mai: Bei Lohr am Main, Deutschland verunglückte eine C-160 Transall der Deutschen Luftwaffe. 10 Menschen starben
- 20. Juni: Erdbeben der Stärke 7,7 im Iran, 40.000 bis 50.000 Tote
- 1. Juli: Schwere Unwetter mit grossen Hagelschäden in der Oststeiermark (Raum Hartberg)
- 16. Juli: Erdbeben der Stärke 7,8 auf Luzon, Philippinen, 1.621 Tote
- 1. August: Eine aus Eriwan, Armenien kommende Jakowlew Jak-40 der Aeroflot prallte beim Anflug auf Stepanakert, Nagorny-Karabach bei schlechter Sicht gegen einen Berg. Keiner der 47 Insassen überlebte
- 10. August: Eine Antonow An-12 der Afghanischen Luftwaffe verunglückte kurz nach dem Start bei Shindand, im Westen Afghanistans. Alle 83 Insassen starben
- 29. August: Ramstein Air Base, Deutschland. Ein Militärtransporter vom Typ Lockheed C-5A Galaxy der US Air Force stürzte unmittelbar nach dem Start ab. Es starben 13 der 17 Besatzungsmitglieder
- 11. September: Nord-Atlantik. Bei einem Überführungsflug von Malta nach Peru via Island stürzte eine Boeing 727 der peruanischen Faucett vor Neufundland, Kanada ins Meer. Alle 18 Insassen kamen dabei um
- 2. Oktober: Baiyun, Volksrepublik China. Während der Notlandung einer Boeing 737 der Xiamen Airlines kommt es zwischen dem Pilot und dem Entführer zu einem Kampf und die Maschine gerät außer Kontrolle. Sie rammt eine Boeing 707 der China Southwest Airlines und kracht anschließend in eine Boeing 757 der gleichen Fluggesellschaft. 132 Menschen starben, 141 überlebten das Desaster
- 19. Oktober: Bei einer der schwersten Massenkarambolagen Deutschlands fahren auf der A9 bei Münchberg 170 Fahrzeuge ineinander, 10 Menschen sterben, 123 werden verletzt, 34 davon schwer
- 14. November: Zürich, Schweiz. Eine Douglas DC-9 der Alitalia stürzte während des Landeanflugs ab. 46 Menschen starben
- 21. November: Thailand. Auf dem Inlandsflug der Bangkok Airways von Bangkok nach Ko Samui verloren die Piloten der DHC-8 Dash 8 nach einem missglückten Landeanflug die Orientierung. In schlechtem Wetter sank die Maschine unbemerkt und stürzte in eine Kokosnuss-Plantage. Keiner der 38 Menschen an Bord überlebte
- 3. Dezember: Detroit, Michigan, USA. Zwei Verkehrsmaschinen der Northwest Airlines, eine Douglas DC-9 auf dem Weg nach Pittsburgh und eine Boeing 727 auf dem Weg nach Memphis, kollidierten im Nebel am Boden. Die Piloten der DC-9 waren versehentlich auf die Startbahn gerollt. Bei dem Zusammenprall mit über 150 km/h wurde bei jeder Maschine eine Tragfläche abgerissen und bei der DC-9 brach Feuer aus. 8 Menschen starben, 198 Menschen überlebten
Sport
Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 11. Februar: James (Buster) Douglas gewann seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Mike Tyson im Tokyo Dome, Tokyo, Japan, durch K.O
- 8. Juni: Im Eröffnungsspiel der 14. Fußball-WM gelingt Kamerun ein 1:0-Sieg gegen den amtierenden Weltmeister Argentinien
- 8. Juli: Durch einen von Brehme verwandelten Foulelfmeter gewinnt die DFB-Auswahl das Finale der 14. Fußball-WM mit 1:0 und wird zum dritten Mal Weltmeister
- 12. September: Fußballländerspiel Färöer-Österreich in Landskrona. Das 1:0 für die Amateure von den Färöern begründet ein Fußballmärchen
- 25. Oktober: Evander Holyfield gewann seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen James (Buster) Douglas im The Mirage, Las Vegas, durch KO
- 20. November: Der Deutsche Fußball-Verband (DFV) der DDR beschließt seine Auflösung
- 7. Januar: Liam Aiken, US-amerikanischer Schauspieler
- 12. Januar: Sergej Karjakin, ukrainischer Schach-Großmeister
- 4. März: Andrea Bowen, US-amerikanische Schauspielerin
- 6. März: Ronja Prinz, deutsche Schauspielerin
- 16. März: James Bulger, Opfer eines Gewaltverbrechens († 1993)
- 23. März: Eugenie von York, Tochter von Prinz Andrew und Sarah Ferguson
- 24. März: Keisha Castle-Hughes, australische Schauspielerin
- 9. April: Kristen Stewart, US-amerikanische Schauspielerin
- 15. April: Emma Watson, britische Schauspielerin
- 16. Mai: Thomas Sangster, britischer Schauspieler
- 11. Juli: Connor Paolo, US-amerikanischer Schauspieler
- 17. Juli: Mattie Stepanek, US-amerikanischer Lyriker († 2004)
- 24. Juli: Daveigh Chase, US-amerikanische Schauspielerin
- 6. August: JonBenét Ramsey, US-amerikanisches Kinder-Model († 1996)
- 17. August: Rachel Hurd-Wood, britische Schauspielerin
- 7. September: Tanja Kolbe, deutsche Eiskunstläuferin
- 7. November: Rosa-Mystique Jones, nauruische Leichtathletin
- 30. November: Magnus Carlsen, norwegischer Schach-Großmeister
- 10. Dezember: Tamira Paszek, österreichische Tennisspielerin
- 20. Dezember: Joanna 'JoJo' Levesque, US-amerikanische Sängerin
- 25. Dezember: Marie Luise Stahl, deutsche Schauspieler
- Sho Yano: US-amerikanisches Wunderkind
- 1. Januar: Ernst Kuzorra, deutscher Fußballspieler ( - 1905)
- 4. Januar: Vladimir Ussachevski, russisch-US-amerikanischer Komponist ( - 1911)
- 4. Januar: Harold E. Edgerton, US-amerikanischer Elektroingenieur,Erfinder des Stroboskops ( - 1903)
- 6. Januar: Hans Jaray, Kammerschauspieler, Regisseur und Autor ( - 1906)
- 6. Januar: Pawel Alexejewitsch Tscherenkow, russischer Physiker ( - 1904)
- 8. Januar: Terry-Thomas, britischer Schauspieler ( - 1911)
- 9. Januar: Bazilio Olara Okello, Präsident Ugandas ( - 1929)
- 9. Januar: Rosemarie Clausen, deutsche Theaterfotografin ( - 1907)
- 10. Januar: Ernst Engelbrecht-Greve, deutscher Politiker ( - 1916)
- 14. Januar: Hellmut Haase-Altendorf, deutscher Komponist und Pianist ( - 1912)
- 16. Januar: Alfred Maleta, österreichischer Politiker, Nationalratspräsident ( - 1906)
- 17. Januar: Charles Hernu, französischer Politiker ( - 1923)
- 19. Januar: Rajneesh Chandra Mohan, Gründer und Führer einer religiösen Bewegung in Indien ( - 1931)
- 19. Januar: Herbert Wehner, deutscher Politiker ( - 1906)
- 21. Januar: Wilhelm Flitner, Pädagoge ( - 1889)
- 22. Januar: Gerhard Klarner, deutscher Nachrichtensprecher ( - 1926)
- 25. Januar: Ava Gardner, US-amerikanische Schauspielerin ( - 1922)
- 26. Januar: Bob Gerard, britischer Rennfahrer ( - 1914)
- 26. Januar: Lewis Mumford, Philosoph ( - 1895)
- 26. Januar: Higashikuni Naruhiko, japanischer Politiker und Premierminister ( - 1887)
- 2. Februar: Mel Lewis, US-amerikanischer Jazzmusiker ( - 1929)
- 7. Februar: Alan J. Perlis, Informatiker ( - 1922)
- 8. Februar: Del Shannon, US-amerikanischer Rock 'n' Roll-Sänger ( - 1934)
- 10. Februar: Josef Hindels, österreichischer Widerstandskämpfer im 3. Reich ( - 1916)
- 13. Februar: Heinz Haber, deutscher Astrophysiker ( - 1913)
- 14. Februar: Tony Holiday, deutscher Sänger ( - 1951)
- 14. Februar: Luděk Čajka, tschechischer Eishockeyspieler ( - 1964)
- 16. Februar: Keith Haring, US-amerikanischer Künstler ( - 1958)
- 23. Februar: James M. Gavin, US-amerikanischer Generalleutnant ( - 1907)
- 24. Februar: Alessandro Pertini, italienischer Politiker ( - 1896)
- 3. März: Bruce Low, niederländischer Schlager– und Gospelsänger ( - 1913)
- 4. März: Konstantin Konstantinowitsch Kokkinaki, sowjetischer Testpilot ( - 1910)
- 5. März: Edmund Conen, deutscher Fußballer ( - 1914)
- 7. März: Carl Alvar Wirtanen, US-amerikanischer Astronom ( - 1910)
- 7. März: Claude Arrieu, französische Komponistin ( - 1903)
- 9. März: Carlos Alberto Peronace, argentinischer Schachproblemkomponist ( - 1933)
- 10. März: Tseng Kwong Chi, aus China stammender US-amerikanischer Fotograf ( - 1950)
- 12. März: Philippe Soupault, französischer Dichter und Schriftsteller ( - 1897)
- 12. März: Baldur Hönlinger, österreichischer Schachmeister ( - 1905)
- 13. März: Ernst Goldenbaum, Minister für Land- und Forstwirtschaft der DDR ( - 1898)
- 13. März: Bruno Bettelheim, US-amerikanischer Psychoanalytiker und Kinderpsychologe ( - 1903)
- 13. März: Karl Münchinger, deutscher Dirigent ( - 1915)
- 16. März: Fritz Ewert, deutscher Fußballspieler ( - 1937)
- 17. März: Ric Grech, britischer Rockmusiker ( - 1946)
- 17. März: Capucine, französische Schauspielerin ( - 1931)
- 19. März: Leopold Neumer, deutscher und österreichischer Fußballspieler ( - 1919)
- 21. März: Lew Iwanowitsch Jaschin, russischer Fußballer ( - 1929)
- 22. März: Gerald Bull, kanadischer Artilleriewissenschaftler ( - 1928)
- 24. März: An Wang, US-amerikanischer Computerentwickler und Erfinder ( - 1920)
- 26. März: Christian Meyer-Oldenburg, deutschsprachiger Science-Fiction-Autor ( - 1936)
- 28. März: Kurt Scharf, evangelischer Bischof ( - 1902)
- 2. April: Aldo Fabrizi, italienischer Filmschauspieler und Regisseur ( - 1905)
- 3. April: Sarah Vaughan, US-amerikanische Jazz-Sängerin ( - 1924)
- 4. April: Bernhard Rensch, deutscher Evolutionsbiologe ( - 1900)
- 4. April: Paul Yoder, US-amerikanischer Komponist und Professor ( - 1908)
- 6. April: Alfred Sohn-Rethel, Volkswirtschaftler, Philosoph und Industriesoziologe ( - 1899)
- 9. April: Wolfgang Junker, Minister für Bauwesen der DDR ( - 1929)
- 12. April: Otto Neumann, deutscher Leichtathlet ( - 1902)
- 12. April: Luis Trenker, südtiroler Architekt, Bergsteiger, Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller ( - 1892)
- 13. April: Hans Reinerth, deutscher Archäologe ( - 1900)
- 15. April: Greta Garbo, schwedische Filmschauspielerin ( - 1905)
- 15. April: Helmut Lemke, deutscher Politiker und Ministerpräsident von Schleswig-Holstein ( - 1907)
- 17. April: Gregorianischen Kalenders (der 296. in Schaltjahren) - somit bleiben 70 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1797 - André-Jacques Garnerin springt mittels Fallschirm aus einem Ballon. Sein Sprung ist der erste Fallschirmsprung in Europa.
- 1836 - Sam Houston wird erster Präsident der unabhängigen Republik Texas.
- 1895 - Nach einem spektakulären Eisenbahnunfall im Bahnhof Montparnasse in Paris wird der Lokführer zu 50 Franc Strafe verurteilt und muss für zwei Monate ins Gefängnis.
- 1904 - Doggerbank-Zwischenfall. Beschuss britischer Fischerboote vor der Doggerbank durch die Russische Ostseeflotte.
- 1943 - Ein Britischer Bombenangriff auf Kassel zerstört die Stadt größtenteils und führt zum Tod tausender Bewohner.
- 1946 - In der Sowjetischen Besatzungszone werden rund 2100 Wissenschaftler und Spezialisten zusammen mit ihren Familien zu Reparationsleistungen in die Sowjetunion verschleppt
- 1948 - Walter Ulbricht erklärt die Oder-Neiße-Grenze zwischen Deutschland und Polen als endgültig
- 1953 - König Sisavong Vong von Laos ruft einseitig die vollständige Unabhängigkeit des Landes von Frankreich aus.
- 1962 - John F. Kennedy kündigt nach der Entdeckung von sowjetischen Raketenabschussbasen auf Kuba eine Blockade des für die Insel bestimmten Flug- und Schiffsverkehrs an. Siehe Kubakrise
- 1962 - In der Sowjetunion wird Oberst Oleg Penkowski wegen Spionage für die USA und England verhaftet.
- 1990 - Ein Handelsabkommens zwischen der EU und Rumänien wird unterzeichnet.
- 1990 - Souveränitätserklärung von Turkmenistan, das sich somit von der aufgelösten Sowjetunion lossagt.
- 1999 - Maurice Papon, ein Vertreter des Vichy-Regimes in Frankreich während des 2. Weltkriegs, 1961 verantwortlich für die Todesschüsse auf algerische Demonstranten in Paris, tritt seine Gefängnisstrafe aufgrund seiner Verbrechen gegen die Menschlichkeit an.
Wirtschaft
Wissenschaft, Technik
- 1938 - Die erste Herstellung einer Fotokopie einer Schriftvorlage gelingt Chester Carlson in einem Labor, Nähe New York, der darauf ein Patent erhält.
- 1968 - Nach 163 Erdumkreisungen wassert Apollo 7 sicher im Atlantik.
Kultur
- 1725 - Uraufführung des Singspiels "Die Hamburger Schlacht-Zeit, oder Der mißgelungene Betrug" von Reinhard Keiser am Theater am Gänsemarkt in Hamburg.
- 1904 - Mit der "B.Z. am Mittag" erscheint in Berlin die erste deutsche Boulevard-Zeitung im Straßenverkauf.
- 1959 - Uraufführung des Antikriegsfilms "Die Brücke" von Bernhard Wicki.
- 1962 - Uraufführung der Oper "L'opéra d'Aran" ("Die Oper von der Insel Aran") von Gilbert Bécaud in Paris
- 1964 - Jean-Paul Sartre lehnt den ihm verliehenen Literaturnobelpreis ab.
- 1965 - Ein Kulturabkommen zwischen Deutschland und Portugal wird unterzeichnet und am 29. Dezember 1966 in Kraft treten.
- 1985 - Erstausstrahlung der Serie "Die Schwarzwaldklinik" im ZDF
- 1987 - Uraufführung der Oper "Nixon in China" von John Adams an der Grand Opera an Houston, Texas.
- 2005 - Mit einem [http://www.nightwish.com/deutsch/lettertotarjade.html offenen Brief] wird die Sängerin der Band Nightwish offiziell aus der Band ausgeschlossen
Religion
- 1844 - Die von der Miller-Bewegung erwartete Wiederkehr von Jesus Christus bleibt aus. Enttäuschte Anhänger gründen später die Siebenten-Tags-Adventisten.
- 1922 - Wiederbezug der Benediktinerabtei St. Matthias (Trier)
- 1978 - Mit der Inthronisation von Papst Johannes Paul II. beginnt dessen Pontifikat.
Katastrophen
- 1707 - Strandung von 4 Schiffen eines Geschwaders der Royal Navy unter Admiral Sir Clowdisley Shovell auf den Scilly Inseln wegen Navigationsfehlern. Über 1600 Tote, 26 Überlebende
- 1940 - Nach der Kollision mit einem Frachtschiff sinkt der kanadischen Zerstörer "Margaree" im Nordatlantik. Dabei sterben 140 Menschen.
Sport
- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
Geboren
Leichtathletik
Leichtathletik
Leichtathletik
Leichtathletik
- 700 - Willibald von Eichstätt, erster Bischof von Eichstätt
- 1197 - Juntoku, 84. Kaiser von Japan
- 1511 - Erasmus Reinhold, deutscher Astronom und Mathematiker
- 1565 - Benedikt Carpzov der Ältere, deutscher Professor für Rechtswissenschaften
- 1591 - Alfonso III. d'Este, ältester Sohn des Herzogs Cesare d'Este
- 1605 - Frédéric-Maurice de La Tour d'Auvergne, duc de Bouillon, französischer General
- 1648 - Alexei I., russischer Zar
- 1688 - Nadir Schah, Schah von Persien
- 1689 - Johann V., portugiesischer König
- 1729 - Johann Reinhold Forster, deutscher Naturforscher
- 1751 - Nathanael Gottfried Leske, deutscher Naturforscher
- 1761 - Antoine Barnave, französischer Politiker
- 1811 - Franz Liszt, Pianist und Komponist
- 1818 - Charles Marie Leconte de Lisle, französischer Dichter
- 1844 - Sarah Bernhardt, französische Schauspielerin
- 1858 - Auguste Viktoria, deutsche Kaiserin
- 1859 - Karl Muck, deutscher Dirigent
- 1860 - Traugott Tamm, deutscher Schriftsteller
- 1869 - Oskar Hergt, deutscher Politiker
- 1870 - Iwan Bunin, russischer Dichter
- 1872 - Alessio Ascalesi, Erzbischof von Neapel und Kardinal
- 1880 - Jan van Beek, niederländischer Fußballspieler
- 1881 - Clinton Davisson, US-amerikanischer Physiker (Physiknobelpreis 1937)
- 1881 - Johannes Freumbichler, österreichischer Heimatschriftsteller
- 1885 - Giovanni Martinelli, italienischer Opernsänger (Tenor)
- 1891 - Kurt Hickethier, deutscher Arzt
- 1899 - Otto Krayer, deutscher Arzt und Pharmakologe
- 1900 - Karl Walz, deutscher Politiker (CDU)
- 1903 - George Beadle, US-amerikanischer Biologe
- 1903 - Curly Howard, amerikanischer Komiker (The Three Stooges)
- 1906 - Kees van Baaren, niederländischer Komponist und Lehrer
- 1906 - Fritz Cremer, deutscher Bildhauer
- 1913 - Robert Capa, US-amerikanischer Fotograf
- 1913 - Bao Dai, letzter Kaiser von Vietnam
- 1913 - Hans-Peter Tschudi, Schweizer Politiker
- 1919 - Doris Lessing, englische Schriftstellerin
- 1920 - Timothy Leary, US-amerikanischer Psychologe
- 1921 - Georges Brassens, französischer Chansonnier
- 1921 - Herbert Gruhl, deutscher Politiker und Umweltschützer
- 1923 - Bert Trautmann, deutscher Fußballspieler
- 1925 - Robert Rauschenberg, US-amerikanischer Maler
- 1929 - Lew Jaschin, sowjetischer Torwart
- 1934 - Julio Jiménez, spanischer Radrennfahrer
- 1936 - Jacques Berndorf, Schriftsteller und Journalist
- 1937 - Manos Loïzos, griechischer Komponist
- 1938 - Sir Derek Jacobi, britischer Schauspieler
- 1938 - Christopher Lloyd, US-amerikanischer Schauspieler
- 1938 - Claus Hipp, deutscher Unternehmer und Künstler
- 1939 - Joaquím Alberto Chissano, mosambikanischer Unabhängigkeitskämpfer, Staatspräsident
- 1942 - Annette Funicello, US-amerikanische Sängerin
- 1943 - Catherine Deneuve, französische Filmschauspielerin
- 1943 - Urszula Dudziak, polnische Jazzsängerin
- 1943 - Robert Fuller, US-amerikanischer Sänger
- 1943 - Robert Long, niederländischer Sänger und Songschreiber
- 1943 - Wolfgang Thierse, deutscher Politiker (SPD), Bundestagsvizepräsident
- 1943 - Hans Hartz, deutscher Musiker
- 1945 - Leslie West, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1946 - Eddie Brigati, US-amerikanischer Sänger
- 1948 - Arsène Wenger, französischer Fußballtrainer
- 1949 - Manfred Trojahn, deutscher Komponist
- 1949 - Butch Goring, kanadischer Eishockeyspieler und -trainer
- 1952 - Jeff Goldblum, US-amerikanischer Schauspieler
- 1959 - Stefan Kurt, Schweizer Schauspieler
- 1963 - Brian Boitano, US-amerikanischer Eiskunstläufer
- 1964 - DraÏen Petroviç, kroatischer Basketballspieler
- 1965 - Alison Louise Kennedy, britische Schriftstellerin
- 1967 - Ulrike Maier, österreichische Skirennläuferin
- 1969 - Helmut Lotti, belgischer Sänger
- 1975 - Michel Salgado, spanischer Fußballspieler
- 1975 - Steve Vermaut, belgischer Radrennprofi
- 1975 - Ulyana Gumeniuk, ukrainische Malerin
Gestorben
Ulyana Gumeniuk
Ulyana Gumeniuk
Ulyana Gumeniuk
- 741 - Karl Martell, fränkischer Hausmeier aus dem Geschlecht der Karolinger
- 1100 - Břetislav II., böhmischer Herzog der Přemysliden, ermordet
- 1383 - Ferdinand I. der Schöne, portugiesischer König 1367-1383
- 1563 - Diego de Siloé, spanischer Baumeister und Bildhauer
- 1764 - Jean Marie Leclair, französischer Geiger, Komponist
- 1802 - Samuel Arnold, englischer Komponist und Organist
- 1818 - Joachim Heinrich Campe, deutscher Schriftsteller, Sprachforscher und Pädagoge
- 1843 - Roman Soltyk, polnischer General
- 1847 - Henriette Herz, deutsche Schriftstellerin
- 1849 - Gottlob König, deutscher Forstwissenschaftler
- 1854 - Jeremias Gotthelf, Schweizer Schriftsteller
- 1859 - Louis Spohr, deutscher Komponist
- 1863 - Johann Friedrich Böhmer, deutscher Historiker ( - 1795)
- 1882 - Ion Andreescu, rumänischer Maler
- 1882 - János Arany, ungarischer Dichter
- 1902 - Walter Hauser, Schweizer Politiker, Staatspräsident
- 1906 - Paul Cézanne, französischer Maler des Impressionismus
- 1919 - Hermann Weingärtner, deutscher Turner und Olympiasieger
- 1922 - Lyman Abbott, US-amerikanischer Religionsphilosoph
- 1928 - Andrew Fisher, australischer Premierminister
- 1943 - Josef Venantius von Wöss, österreichischer Kirchenmusiker, Komponist und Verlagsredakteur
- 1953 - Albert Meyer, Schweizer Politiker
- 1954 - Oswald de Andrade, brasilianischer Schriftsteller
- 1957 - Bok de Korver, niederländischer Fußballspieler
- 1959 - Jorgo Busianis, griechischer Maler
- 1965 - Paul Tillich, deutscher protestantischer Theologe und Religionsphilosoph
- 1969 - Tommy Edwards, US-amerikanischer Sänger
- 1973 - Pablo Casals, Cellist, Komponist und Dirigent
- 1975 - Arnold J. Toynbee, britischer Kulturtheoretiker und Geschichtsphilosoph
- 1976 - Else Brökelschen, deutsche CDU-Politikerin
- 1979 - Arnold Joseph Toynbee, britischer Historiker
- 1979 - Nadia Boulanger, französische Musikpädagogin, Komponistin und Dirigentin
- 1981 - David Burghley, britischer Leichtathlet und langjähriger IAAF-Präsident
- 1986 - Albert von Szent-Györgyi Nagyrapolt, ungarischer Biochemiker (Medizinnobelpreis 1937)
- 1986 - Ye Jianying, chinesischer Politiker, Staatsoberhaupt der Volksrepublik China
- 1987 - Jerzy Chromik, polnischer Leichtathlet
- 1987 - Lino Ventura, französischer Filmschauspieler
- 1990 - Werner Jarowinsky, war Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der SED in der DDR
- 1993 - Jiri Hájek, tschechoslowakischer Politiker
- 1994 - Tilli Breidenbach, deutsche Schauspielerin ("Lindenstraße")
- 1995 - Mary Wickes, US-amerikanische Schauspielerin
- 1998 - Eric Ambler, englischer Schriftsteller
- 2002 - Richard Helms, US-amerikanischer Politiker und CIA-Chef
- 2004 - Jean-François Leuba, ehem. schweizerischer Nationalratspräsident
- 2005 - Franky Gee alias "Captain Jack", kubanischer Musiker
- 2005 - Arman, französisch-US-amerikanischer Objektkünstler und Mitbegründer des Nouveau Réalisme
Feier- und Gedenktage
- Gedenktag des Heiligen Ingbert
- Gedenktag des Seligen Kaiser Karl
Siehe auch
- 21. Oktober - 23. Oktober
- 22. September - 22. November
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
1022
ja:10月22日
ko:10월 22일
simple:October 22
th:22 ตุลาคม
Paris
Paris (dt. [], frz. []) ist die Hauptstadt Frankreichs und der Region Île-de-France. Der Fluss Seine teilt die Stadt in einen nördlichen Teil (rive droite „rechtes Seineufer“) und einen südlichen Teil (rive gauche „linkes Seineufer“). Paris hat im separat verwalteten Stadtgebiet offiziell 2.138.551 Einwohner, in der Agglomeration leben 11.564.680 Menschen (Stand jeweils 1. Januar 2005).
Die außerhalb der Ringautobahn (französisch boulevard périphérique, umschließt die 20 arrondissements) liegenden Ortschaften der Banlieue sind selbständig verwaltet und zählen dadurch nicht zur Stadt Paris im verwaltungsrechtlichen Sinne. Paris ist eine der bedeutendsten Weltstädte und das überragende politische, wirtschaftliche sowie kulturelle Zentrum eines zentralistisch organisierten Landes und sein größter Verkehrsknotenpunkt (unter anderem mit drei Flughäfen und sechs Kopfbahnhöfen). Paris ist auch UN-Stadt (UNESCO).
Geografie
Geografische Lage
UNESCO
UNESCO]
Die Stadt liegt im Zentrum des Pariser Beckens durchschnittlich 65 Meter über dem Meeresspiegel. Sie ist umgeben von großen Wäldern, die der Bevölkerung als Naherholungsgebiete dienen.
Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 105,4 Quadratkilometern. Die höchste natürliche Erhebung innerhalb der Stadtgrenzen ist der Hügel Butte Montmartre mit einer Höhe von 129 Metern.
Stadtgliederung
Im Jahre 1790 wurde Paris Verwaltungssitz des Départements Seine (75). Seit der Neugliederung der Départements der Île-de-France im Jahre 1968 ist Paris gleichzeitig Stadt und Département.
Die Stadt ist in 20 nummerierte Gebiete aufgeteilt, die Arrondissements genannt werden und die Postleitzahlen 75001 bis 75020 tragen. Jedes Arrondissement besteht aus vier Quartiers. Die Arrondissements von Paris sind:
Louvre, Bourse, Temple, l'Hôtel de Ville, Panthéon, Luxembourg, Palais Bourbon, l'Élysée, l'Opéra, l'Entrepôt, Popincourt, Reuilly, Gobelins, l'Observatoire, Vaugirard, Passy, Batignolles-Monceaux, Butte-Montmartre, Buttes-Chaumont und Ménilmontant.
Klima
Paris befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 10,6 Grad Celsius und die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge 639 Millimeter.
Der wärmste Monat ist der Juli mit 18,4 Grad Celsius im Mittel, der kälteste der Januar mit durchschnittlich 3,4 Grad Celsius. Der meiste Niederschlag fällt im Monat Juni mit 65 Millimeter im Mittel, der wenigste im Februar und April mit jeweils durchschnittlich 45 Millimeter.
Geschichte
April]]
Die Stadt entwickelte sich seit Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. aus der keltischen Siedlung Lutuhezi des Stammes der Parisier auf der Seine-Insel, die heute Île de la Cité heißt. Der erste Bestandteil des Namens stammt von der keltischen Wurzel luta „Sumpf“, so dass der gesamte keltisch-römische Name Lutetia Parisiorum, also „Sumpfebene der Parisier“ bedeutet. Der Hinweis auf den Sumpf ging im Laufe der Zeit verloren.
Nach der Eroberung der Siedlung durch die Römer im Jahr 52 v. Chr. brannten die Parisii ihr Inselfort nieder und überließen es den Römern. Diese bauten die Stadt als Lutetia wieder auf und dehnten die nunmehr befestigte Stadt auf das linke Seineufer aus. Dort entstanden Thermen, ein Forum und ein Amphitheater. Die Stadt wurde im römischen Reich als Civitas Parisiorum oder Parisia bekannt, blieb aber im besetzten Gallien zunächst recht unbedeutend.
52 v. Chr.
Im 5. Jahrhundert wurde die römische Herrschaft durch die Merowinger beendet. Im Jahre 508 ist Paris Hauptstadt des Merowingerreiches unter Chlodwig I. (466-511) geworden. Danach wurde sie unter einem seiner Söhne zu einem fränkischen Teilkönigreich Paris. Während der Karolingerherrschaft überfielen die Normannen wiederholt die Stadt. Die Kapetinger machten Paris zur Hauptstadt Frankreichs. Philipp II. Augustus (1165-1223) ließ die Stadt befestigen. 1190 wurden eine Mauer am rechten Ufer der Seine und im Jahre 1210 ein Wall am linken Ufer errichtet. Zu jener Zeit gab es am rechten Seineufer zahlreiche Händler. Auf Veranlassung Philipp II. entstand am westlichen Stadtrand der Louvre.
1181 ist die erste überdachte Markthalle eröffnet worden und 1301 ist auf der Île de la Cité ein Königspalast gebaut worden. Die Sorbonne im Süden von Paris hat sich aus mehreren kleinen Schulen entwickelt. Karl V. (1338-1380) ließ am linken Seineufer die Mauer zum Schutz der Stadt vor den Engländern erneuern. 1370 ist auf seine Veranlassung am rechten Ufer, wo heute die grands boulevards verlaufen, ebenfalls eine Mauer errichtet worden. Während des Hundertjährigen Krieges war Paris von 1420 bis 1436 von englischen Streitkräften besetzt.
1436]
Während der Hugenottenkriege zwischen 1562 und 1598 blieb die Stadt in katholischem Besitz. In der Bartholomäusnacht am 24. August 1572 sind in Paris Tausende von Hugenotten ermordet worden. Auf Veranlassung Ludwig XIV. (1638-1715) sind Straßenbeleuchtungen angebracht, die Wasserversorgung modernisiert und die Krankenhäuser Invalides und Salpêtrière erbaut worden. Er ließ die Stadtmauern von Paris abtragen und an deren Stelle die „Großen Boulevards“ errichten. Die Residenz des Königs wurde nach Versailles verlegt. Dennoch blieb Paris das politische Zentrum Frankreichs, was auf seine hohe Bevölkerungszahl und seine führende wirtschaftliche Rolle im Land zurückzuführen war.
Als im Jahre 1789 die Französische Revolution ausbrach, war es die Bevölkerung von Paris, die den Weg zur Abschaffung der Monarchie und zur Einführung der ersten französischen Republik ebnete. 1844 ist zu Verteidigungszwecken an Stelle des heutigen Boulevard Périphérique eine neue Stadtbefestigung errichtet worden. Diese hatte eine Länge von 39 Kilometern und ist mit ihren 94 Bastionen und 16 Forts die größte Befestigungsanlage der Welt gewesen.
Paris war in den Jahren 1855, 1867, 1878, 1889, 1900 und 1937 Veranstaltungsort von sechs Weltausstellungen, welche die kulturelle und politische Bedeutung der Stadt unterstrichen. Nach dem Niedergang des 2. Kaiserreiches und der Einnahme der Stadt durch deutsche Truppen erhob sich 1871 die so genannte Pariser Kommune, die sich aus Arbeitern, Handwerkern und Kleinbürgern zusammensetzte, gegen die konservative provisorische Regierung der Republik. Paris erlebte zwischen 1871 und 1914 eine Blütezeit in der belle époque. Am Gare de Lyon, der Pont Alexandre III. und den U-Bahnstationen ist der Stil dieser Zeit beispielhaft zu erkennen.
1921 hatte Paris mit knapp drei Millionen die höchste Einwohnerzahl seiner Geschichte erreicht. Der städtische Wohnungsbau konnte mit der Nachfrage nicht mehr Schritt halten. Während des 2. Weltkrieges war die Stadt zwischen 1940 und 1945 von der deutschen Wehrmacht besetzt. 1968 kam es in der Stadt zu Studentenrevolten und Massenstreiks.
Im Verlauf des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Paris zu einer multikulturellen, kosmopolitischen Stadt. Kamen anfangs noch Italiener, so gibt es mittlerweile eine kulturelle Vielfalt, die in einigen Gegenden die Quartiers dominiert. Sehr bekannt sind vor allem das ostasiatisch-chinesisch geprägte 13. Arrondissement und das afrikanisch-maghrebinisch geprägte 18. Arrondissement. Darüber hinaus gibt es auch jüdisch, japanisch und tamilisch dominierte Viertel.
2005 kommt es zu großen Ausschreitungen von Randalierern in den Vorstädten von Paris, die sich zu einem Flächenbrand über ganz Frankreich ausweiteten.
Einwohnerentwicklung
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1784 handelt es sich um Schätzungen, von 1790 bis 1999 um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung.
Ausschreitungen
Politik
Städtepartnerschaften
Paris unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften. In Klammern das Jahr der Etablierung.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Siehe auch: Sehenswürdigkeiten in Paris
Theater
Sehenswürdigkeiten in Paris
Die wichtigsten Musical- und Theaterensembles des Landes haben ihren Sitz in Paris.
Die Comédie-Française oder Théâtre français ist ein Nationaltheater mit vorwiegend klasssischem Repertoire in der Tradition von Molière. Es entstand 1680; berühmte Schauspieler waren unter anderem Sarah Bernhardt und Jean-Louis Barrault. Weitere Theater sind das Moulin Rouge, das Théâtre des Bouffes-Parisiens, das Théâtre des Champs-Elysées und das Théâtre Feydeau.
Museen
Die Vielzahl bedeutender Museen in Paris ist einzigartig.
Der 1793 eröffnete Louvre mit über 30000 Exponaten von der Antike bis zum Ende des 19. Jhds zählt zu größten und wichtigsten Museen der Welt.
In einem ehemaligen Bahnhof am linken Seineufer befindet sich seit 1986 das Musée d'Orsay, welches gemalte und plastische Werke von Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum ersten Weltkrieg beherbergt.
Das 1977 eröffnete Centre National d’Art et de Culture Georges-Pompidou (Centre Pompidou) ist eine der touristischen Hauptattraktionen der Stadt.
Im Jahre 1985 ist das Picasso-Museum, das die weltweit größte Sammlung von Werken des Künstlers beherbergt, eröffnet worden. Es ist im Hôtel Salé untergebracht. Anfang des Jahres 1997 öffnete das Musée de la Musique seine Tore für die interessierte Öffentlichkeit.
Bauwerke
- Straßen und Plätze
Die Avenue des Champs-Élysées ist die wahrscheinlich berühmteste Straße der Welt. Der 71 Meter breite Boulevard bildet das Rückgrat einer einzigartigen südöstlich-nordwestlichen Sichtachse, die beim Louvre und den Tuilerien beginnt, der Place de la Concorde und den Arc de Triomphe umfasst und bis zur Grande Arche im neuen westlichen Stadtteil La Défense reicht.
Der Place de la Concorde ist der größte und letzte der Königsplätze von Paris. Ab 1755 errichtet, war während der Revolutionszeit auf dem in Place de la Révolution umbenannten Platz die Guillotine aufgestellt. Seit 1836 wird der Platz vom Obelisk von Luxor dominiert. Neben dem 23 Meter hohen Obelisken befinden sich zwei aufwändig gestaltete Brunnen.
Der Place des Vosges ist ein unter Heinrich IV. angelegter quadratischer Platz im Distrikt Marais. Der Platz bietet heute ein einzigartig geschlossenes Ensemble von Bauten des frühen 17. Jahrhunderts. Das Ensemble der Place Vendôme wurde für den „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. zwischen 1690 und 1720 erbaut. Der von einem geschlossen erhalten gebliebenen, harmonisch angeordneten Palais umfasste Platz wird heute von einer 44 Meter hohen Triumphsäule dominiert, die N | | |