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Pioneer-Anomalie

Pioneer-Anomalie

Die Pioneer-Anomalie beschreibt ein bisher noch ungeklärtes Abweichen der 1972 und 1973 gestarteten NASA-Sonden Pioneer 10 und Pioneer 11 von deren berechneten Flugbahnen. Dieses Phänomen ist derzeit noch ein Rätsel für die Wissenschaftler. Als Lösungsvorschläge kommen eine ganze Bandbreite von Erklärungen in Frage: von so simplen Effekten wie ein Schub durch austretendes Gas bis hin zur einem unbekannten neuartigen physikalischen Effekt, der die Physik verändern könnte, kommt vieles in Frage.

Effekt

Der Effekt wurde etwa 1980 entdeckt, als die Pioneer-10-Sonde circa 20 astronomische Einheiten von der Erde entfernt war. Es wurde beobachtet, dass die Sonde mit einer Beschleungigung von etwa 8,74 (±1.33) · 10-8 cm/s² in Richtung zur Sonne hin abgelenkt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war der (bekannte und in die Flugbahn eingerechnete) Strahlungsdruck, den die Sonne durch Sonnenwind auf die Sonde auswirkt, auf etwa 4·10-8 cm/s² gesunken. Erst dann wurde die unerklärliche Beschleunigung messbar, nachdem sie vorher im natürlichen Strahlungsdruck unterging. Die Messungen wurden als Abweichungen im Dopplereffekt, der von den Sonden gesendeten Radiosignale auffällig. Die Anomalie wurde jedoch zuerst nicht ernst genommen und als Datenfehler interpretiert. Erst 1994, als diese nicht verschwand, wurden der Effekt genauer untersucht. In dieser Untersuchung wurden die Bahnwerte der Pioneer 10 und der Pioneer 11 – die ebenfalls eine Abweichung zeigten – systematisch auf mögliche bekannte Ursachen untersucht, ohne aber eine Erklärung zu finden. Die Anomalie bleibt bis jetzt ein Rätsel.

Andere Sonden

Die Pioneer-Sonden waren die ersten, die das Sonnensystem verlassen haben. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die beobachtete Anomalie bei ihnen als erstes bemerkt wurde. Aufgrund anderer stärkerer Beschleunigungen in Sonnennähe (wie der erwähnte Sonnenwind) ist die Anomalie erst in großen Entfernungen messbar. Daher kann bei geoorbitalen Satelliten und Mondsonden keine Abweichung festgestellt werden. Es wird aber berichtet, dass derselbe Effekt sich inzwischen auch bei der Jupitersonde Galileo und der europäisch-amerikanischen Sonnensonde Ulysses zeigt, obwohl für diese die Daten weniger präzise und allein nicht allzu aussagekräftig sind. Ein weiterer Aspekt, warum die Pioneer-Sonden gutes Datenmaterial liefern, ist deren einfache gyroskopische Fluglagenstabilisation, die leicht vorhersehbar und berechenbar und damit als mögliche Fehlerquelle leicht auszuschließen ist.

Erklärungen für den Effekt

Als mögliche Erklärungen wurden in Betracht gezogen:
- Daten- und Rechenfehler jeglicher Art
- Sondenspezifische Effekte:
  - austretendes Gas aus den Treibstofftanks, die einen Schub erzeugen
  - elektromagnetische Kräfte aufgrund einer elektrischen Ladung der Sonde
- Wärmestrahlung vom Antrieb, der die Sonde in Richtung der Sonne drückt
- Externe Effekte
  - Gravitationskräfte von Kuipergürtel
  - Gravitationseffekt von dunkler Materie
  - Reibungswiderstand durch interstellare Materie
- Exotische Physikalische Effekte
  - Modifizierte Newtonsche Dynamik Von den erwähnten Erklärungen sind die profanen Fehler sowie die sondenspezifischen Effekte ziemlich unwahrscheinlich und werden mehr oder minder ausgeschlossen. Von den externen Effekten ist die Kuipergürtelgravitation und die Reibung duch interstellare Materie die aus physikalischer Sicht konservativste Erklärung. Die Existenz von dunkler Materie ist derzeit noch eine nicht abgesicherte Hypothese. Das gleiche gilt für die modifizierte Newtonsche Dynamik, die ein neues Gravitationsgesetz postuliert, mit einer Beschleunigung, die nicht mit der klassischen Newtonschen übereinstimmt. Die beobachtete anomale Beschleunigung der Sonden passt jedenfalls in die vorhergesagte Größenordnung der modifizierten Newtonschen Dynamik.

Medien

Die Wissenschaftszeitschrift New Scientist hat im März 2005 in einem Artikel die Pioneer-Anomalie unter den 13 wichtigsten Rätseln der Wissenschaft aufgeführt.

Literatur

Finding the origin of the Pioneer anomaly, Nieto & Turyshev (2004)

Weblinks


- New Scientist,19 März 2005 http://www.newscientist.com/channel/space/mg18524911.600
- [http://www.iop.org/EJ/abstract/0264-9381/21/17/001/ Class. Quantum Grav. 21 4005-4023]
- englische Wikipedia Kategorie:Himmelsmechanik

Pioneer 10

Pioneer 10 ist eine US-amerikanische Raumsonde der Pioneer-Reihe, die am 3. März 1972 um 1:49 UTC an Bord einer Atlas Centaur gestartet wurde. Die 258 Kilo schwere Sonde hat neben Kommunikationsinstrumenten 14 Messinstrumente an Bord. Da die Sonde das Sonnensystem auf ihrer Flugbahn verlassen wird, wurde eine Goldplatte, genannt Pioneer-Plakette, mit einer Botschaft an eventuelle außerirdische intelligente Lebewesen angebracht. Auf dieser Platte sind ein Mann und eine Frau sowie ein Koordinatensystem mit binären Zahlen, welches unsere Position in Relation zu 14 Pulsaren und dem Zentrum der Milchstraße angibt, abgebildet. Die Verfasser hoffen, dass damit unsere Position in der Milchstraße feststellbar ist. Außerdem ist ein Wasserstoffmolekül sowie unser Sonnensystem mit der Sonne und den 9 Planeten dargestellt. Pioneer 10 war die erste Raumsonde, die am 3. Dezember 1973 am Planeten Jupiter vorbeiflog und Nahaufnahmen sowie weitere Daten zurücksandte. Seit der Begegnung mit Jupiter befindet sich die Sonde auf einer Bahn, auf der sie das Sonnensystem mit einer Geschwindigkeit von etwa 2,5 AE pro Jahr verlässt. Die generelle Flugrichtung ist der Stern Aldebaran (im Sternbild Stier), den sie nach einer Flugstrecke von etwa 68 Lichtjahren in etwa 2 Millionen Jahren erreichen könnte. Auf diesem Teil der Mission wurde der Sonnenwind sowie die Kosmische Strahlung untersucht, bis Pioneer 10 am 30. März 1997 von der NASA aus Kostengründen offiziell für „tot“ erklärt wurde. Sporadische Kontaktaufnahmen, bei denen auch weiter vereinzelte Daten von der Sonde übermittelt wurden, waren bis zuletzt am 3. März 2002 erfolgreich. Weitere Kontaktierungen (etwa am 14. Juli 2002 oder am 22. Januar 2003) ergaben Signale an der Grenze der Empfangsempfindlichkeit, bedingt durch die schwächer werdende Stromversorgung durch die Radioisotopengeneratoren der Sonde und die zunehmende Entfernung. Der letzte Versuch, Kontakt aufzunehmen, scheiterte dann am 7. Februar 2003. Ende 2002 war die Sonde mehr als 12 Milliarden Kilometer und damit doppelt so weit wie der Planet Pluto von der Erde entfernt. Funksignale von der Sonde brauchten fast einen halben Tag, um uns zu erreichen.

Weblinks


- [http://www.bernd-leitenberger.de/pioneer10-11.html Pioneer 10 und 11] (dt.)
- [http://www.raumfahrer.net/raumfahrt/raumsonden/pioneer10.shtml Raumfahrer.net: Goodbye Pioneer 10 - ein Nachruf (dt.)]
- [http://www.science-at-home.de/platte.php Erklärung zu der Plakette an Bord der Pioneer-Sonde (dt.)]
- [http://spaceprojects.arc.nasa.gov/Space_Projects/pioneer/PNhome.html NASA Pioneer Seite (engl.)]
Siehe auch: Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen, Pioneer-Anomalie Kategorie:Sonde ins äußere Planetensystem

Schub

Schub bezeichnet die Vortriebskraft eines Triebwerks, angegeben in Newton als SI basierte Einheit. Speziell in englischsprachigen Ländern bzw. Dokumentationen findet sich hingegen sehr häufig die Einheit lbs bzw. lbf als Abkürzung für Kraft (Force) in Pfund. Speziell in älterer Literatur findet sich auch noch die Angabe in Kilo-Pond. Dem Schub entgegen wirkt der Luftwiderstand, der mit wachsender Geschwindigkeit zunimmt. Da Propellertriebwerke eine von der Geschwindigkeit relativ unabhängige Leistung abgeben, nimmt deren Schub mit zunehmender Geschwindigkeit ab. Für Propellertriebwerke wird daher ihre Leistung angegeben. Auf dem Weg zu höheren Geschwindigkeiten wurden die nach dem Rückstoßprinzip arbeitenden Strahltriebwerke entwickelt, deren Schub über den Geschwindigkeitsbereich relativ konstant bleibt, die abgegebene Leistung also mit zunehmender Geschwindigkeit ansteigt. Es ist daher sinnvoll, für den Vergleich von Strahltriebwerken den Schub als Kenngröße anzugeben. 110 Tonnen Schub, ungefähr entsprechend einer Kraft von 1100 Kilo-Newton (kN), bedeuten beispielsweise (soviel bringen die vier Triebwerke einer Boeing 747 auf), dass die Triebwerke einen Druck von 1100 kN auf das Flugzeug ausüben. Das kann man sich so vorstellen, als ob an einer Schnur diese 110.000 Kilogramm hingen und über eine Umlenkrolle mit dem Flugzeug verbunden wären. Würde man diese 110 Tonnen fallen lassen, zögen sie mit ihrem Gewicht und der Erdbeschleunigung das Flugzeug nach vorne. Obiges Beispiel ist basierend auf einer Boeing 747-400 mit GE CF6-80C2B5F Triebwerken, von denen jedes einzelne Triebwerk einen Maximalschub von ca. 62.100 lbf bzw. 276 kN während der Take-Off-Phase erzeugt. Um diese Schubkraft (Leistung) zu erreichen, werden in jedem Triebwerk ca. 3 Liter Kerosin pro Sekunde verbrannt. Den Nachweis, dass ein Triebwerk diesen Schub auch tatsächlich erzeugt, wird nach Produktion oder Reparatur auf einem Teststand demonstriert und zertifiziert. Ein Senkrechtstarter kann auch dann erst senkrecht abheben, wenn der Schub größer als das Gewicht des Flugzeugs ist. Bei einem 17 Tonnen schweren Hawker Siddeley Harrier z.B. reichen die 200 KN aus seinem Triebwerk aus, um ihn einfach hochzudrücken. Das leistungsstärkste Zivil-Triebwerke, das je gebaut wurde, ist das General Electric Triebwerk Typ GE90-115B mit 519 kN. Bei Testläufen erreichte es eine max. Schubkraft von 589 kN. Es wird für die Boeing 777-300ER verwendet. Der Antrieb für den neuen Super-Airbus A380 besteht aus vier Triebwerken. Sie liefern jeweils bis zu 380 kN Schubkraft - das entspricht vier Mal 100.000 PS. 2006 sollen die ersten Exemplare abheben, einige davon mit Triebwerken von Rolls-Royce. Bei Großprojekten in der Luftfahrt entscheidet aber nicht der Flugzeugbauer, welche Maschine er für den Antrieb wählt, sondern der Kunde. Neben den Trent 900-Antrieben von Rolls-Royce, mit denen die Lufthansa den Riesenjet ordert, kommen auch Triebwerke der Konkurrenz zum Einsatz. Air France zum Beispiel bestellt das Antriebsaggregat GP-7000, das der US-amerikanische Marktführer General Electric in einem Joint Venture mit dem auf Militärjets spezialisierten Konzern Pratt & Whitney entwickelt hat.

Physikalische Grundlagen für den Schub am Strahltriebwerk

Der Schub entsteht dadurch, dass dem eingesaugten Luftstrahl kinetische Energie zugeführt wird. Wenn der Druckverlust, der durch die Schubdüse entsteht vernachlässigt werden kann, nennt man die Düse angepasst. Für den Netto-Schub eines Triebwerkes gilt dann: F_ = \dot m_\cdot c_- \dot m_ \cdot c_ wobei sich der Massenstrom deswegen verändert, weil beispielsweise Treibstoff zugeführt wird, oder der Luftstrom in einen Haupt- und Nebenstrom geteilt wird; c steht für die Geschwindigkeit des Luftstroms. Da die Triebwerksgondel einen Luftwiderstand D erzeugt (Der Luftwiderstand des Flugzeuges kann vernachlässigt werden), muss dieser vom Nettoschub abgezogen werden. Das bedeutet, dass zwei Flugzeuge unterschiedlichen Schub haben können, obwohl sie mit den gleichen Triebwerken ausgestattet sind (z.B. A350 und Boeing 787). Es gilt also F = F_ - D Da Luft aber dünner wird, je höher man fliegt, nimmt auch der Massenstrom mit zunehmender Höhe ab. Man definiert also einen Triebwerksschub bei ISA-Bedingungen und sagt dann F = F_ \cdot \left( \frac \right)^ wobei die Luftdichte beispielsweise duch die Barometrische Höhenformel abgeschätzt werden kann. Kategorie:Luftfahrttechnik

Astronomische Einheit

Die Astronomische Einheit (Kürzel AE, international AU für Astronomical Unit) ist neben dem Parsec die wichtigste Längeneinheit in der Astronomie. Die AE ist seit dem Ende des 20. Jahrhunderts definiert als 149.597.870.691 Meter und entspricht mit großer Annäherung der großen Halbachse der Erdumlaufbahn (mittlerer Abstand der Erde vom Zentrum der Sonne). Entfernungen innerhalb des Sonnensystems werden meist in AE angegeben. Der moderne Wert wurde mittels Radar- und anderen Distanzmessungen von der Erde und mittels Raumsonden bestimmt. Früher wurde die AE aus Messungen der Horizontalparallaxe der Sonne (ca. 8,794″) und dem Erdradius abgeleitet.

Definition der Internationalen Astronomischen Union

Die Internationale Astronomische Union (IAU) definiert die AE als den Radius einer kreisförmigen Umlaufbahn, auf der ein hypothetisches masseloses Teilchen ohne Störung durch dritte Körper die Sonne in 2 · π / k Tagen umläuft. (Gaußsche Gravitationskonstante k = 0,01720209895) Damit ergibt sich: 1 AE := 149 597 870 691 ± 30 m

Umrechnung

Eine Astronomische Einheit (1 AE) entspricht:
- 1,49597870691 · 1011 m (149.597.870.691 Meter) oder
- 1,49597870691 · 108 km (149.597.870,691 Kilometer) oder
- 149,597 871 Millionen km (149,597 871 Gm).
  - Ausgedrückt in interstellaren Längenmaßen beträgt sie
- 1,58129 · 10-5 Lj (0,0000158129 Lichtjahre (ca. 8,317 Lichtminuten) oder
- 4,8481 · 10-6 pc (0,0000048481 Parsec oder Parallaxensekunden, was dem Kehrwert von 180 × 3600" / Pi entspricht.

Siehe auch


- Astrometrie
- Erdmessung
- Keplerellipse
- Sonnenparallaxe
- Venusdurchgang
- Laufzeitmessung Kategorie:Geodäsie Kategorie:Astronomisches Entfernungsmaß ja:天文単位 ko:천문 단위 th:หน่วยดาราศาสตร์ zh-min-nan:Thian-bûn tan-ūi

Sonnenwind

Der Sonnenwind ist ein Strom geladener Teilchen, der von der Sonne ins All strömt. Gelegentlich wird insbesondere in der Presse auch der falsche Begriff Sonnenstaub verwendet, was insbesondere bei der Berichterstattung zur Genesis-Sonde der Fall war.

Entstehung und Zusammensetzung

Der Sonnenwind besteht hauptsächlich aus Protonen und Elektronen sowie aus Heliumkernen (Alphateilchen); andere Atomkerne und nicht ionisierte (elektrisch neutrale) Atome sind nur in kleinem Umfang vorhanden. Obwohl der Sonnenwind aus den äußeren Schichten der Sonne stammt, spiegelt der Sonnenwind die Elementhäufigkeit dieser Schichten der Sonne nicht exakt wieder, da durch Fraktionierungsprozesse (FIP-Effekt) manche Elemente im Sonnenwind angereichert beziehungsweise verdünnt werden. Im Inneren der Sonne wurden die Elementhäufigkeiten durch die dort stattfindende Kernfusion geändert. Da die äußeren Schichten der Sonne jedoch nicht mit den inneren Schichten gemischt sind, entspricht deren Zusammensetzung noch der Zusammensetzung des Urnebels, aus dem sich das Sonnensystem gebildet hat. Die Erforschung des Sonnenwinds ist deshalb auch interessant, um sowohl auf die chemische Zusammensetzung als auch auf die Isotopenhäufigkeiten des Urnebels schließen zu können. Die Sonne verliert durch den Sonnenwind pro Sekunde etwa 1 Million Tonnen ihrer Masse. Man unterscheidet den langsamen und den schnellen Sonnenwind. Die Geschwindigkeit des langsamen Sonnenwinds liegt bei etwa 400 Kilometern pro Sekunde, der schnelle Sonnenwind, der an den koronalen Löchern austritt, erreicht 800–900 Kilometer pro Sekunde. In Erdnähe hat der Sonnenwind eine Dichte von ca. 5·106 Teilchen pro .

Auswirkungen des Sonnenwinds

Da der Sonnenwind aus elektrisch geladenen Teilchen besteht, stellt er ein Plasma dar, das sowohl das Magnetfeld der Sonne wie auch das der Erde verformt. Das irdische Magnetfeld hält den Teilchenschauer zum größten Teil von der Erde ab. Nur bei einem starken Sonnenwind können die Teilchen in die hohen Schichten der Atmosphäre eindringen und dort Polarlichter hervorrufen, ebenso wie auf anderen Planeten mit einem Magnetfeld. Starke Sonnenwinde haben auch Einfluss auf die Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen und können unter anderem den Kurzwellenfunk und die Kommunikation mit Satelliten stören. Ein deutlich sichtbares Anzeichen für die Existenz des Sonnenwinds liefern die Kometen: Kometenschweife zeigen immer von der Sonne weg, denn die Gas- und Staubteilchen, welche die Koma und den Schweif bilden, werden vom Sonnenwind mitgerissen. Der Sonnenwind reicht weit bis über die äußeren Planetenbahnen hinaus. Er treibt das interstellare Gas aus dem Sonnensystem hinaus und bildet eine Art Blase im Weltall, welche Heliosphäre genannt wird. Die Grenze der Heliosphäre, an der die Teilchen des Sonnenwinds abgebremst werden, heißt Heliopause. Sie wird oft als die Grenze des Sonnensystems angesehen. Die genaue Entfernung ist nicht bekannt, Beobachtungen der Raumsonde Voyager 2 geben Grund zu der Annahme, dass sich die Heliopause in etwa der vierfachen Entfernung des Plutos befindet.

Entdeckung und Erforschung

Bereits 1859 beobachtete der Forscher Richard Carrington einen Zusammenhang zwischen Sonnenflares und zeitlich versetzten irdischen Magnetfeldstürmen, was - obwohl damals unerklärlich - ein frühes Indiz für die Existenz des Sonnenwindes war. Anfang des 20. Jahrhunderts vertrat der norwegische Physiker Kristian Birkeland die Auffassung, die Polarlichter würden durch Teilchenströme von der Sonne ausgelöst. Seine Idee wurde jedoch ebenso wenig ernst genommen, wie die des deutschen Physikers Ludwig Biermann, der eine „Solare Teilchenstrahlung“ annahm, um die Richtung der Kometenschweife erklären zu können. Astronomen war aufgefallen, dass die Kometenschweife nicht exakt von der Sonne weg gerichtet waren, sondern einen kleinen Winkel dazu aufwiesen. Biermann erklärte diese Eigenschaft 1951 durch die Bewegung des Kometen in einem sich ebenfalls bewegenden Teilchenstrom, gewissermaßen ein seitliches Abdriften durch die Strömung. E.N. Parker hat 1959 die englische Bezeichnung solar wind eingeführt und eine magnetohydrodynamische Theorie zur Beschreibung des Sonnenwindes vorgeschlagen. Die Existenz des Sonnenwinds konnte erst 1959 durch die sowjetische Lunik 1 und 1962 durch die amerikanische Raumsonde Mariner 2 auf ihrem Weg zur Venus experimentell bestätigt werden. Ein weiterer Meilenstein in der Erforschung des Sonnenwindes waren die Sonnenwindsegel welche mit Ausnahme von Apollo 13 und 17 bei allen Mondlandungen aufgestellt wurden und Daten über die Isotopenhäufigkeiten der Edelgase Helium, Neon und Argon im Sonnenwind lieferten. Viele weitere Missionen haben zum Verständnis des Sonnenwindes beigetragen. Die Raumsonden Pioneer 10/11, Voyager 1/2 und die Ulysses-Mission lieferten Daten des Sonnenwindes außerhalb der Erdumlaufbahn, während Helios 1/2 und die Mariner- und Pioneer-Missionen zur Venus sowie russische VeGa-Sonden Daten von innerhalb der Erdumlaufbahn lieferten. IMP 1–8, AIMP 1/2, ACE, ISEE 1–3 Sonden sowie das Sonnenobservatorium SOHO und die Raumsonde Wind lieferten Sonnenwinddaten in Erdnähe. Die Ulysses-Mission lieferte auch Daten über den Sonnenwind außerhalb der Ekliptik. Im Jahr 2001 wurde die Genesis-Mission gestartet bei welcher hochreine Kristalle im einem der Lagrange-Punkt L1 des Erde-Sonne-Systems dem Sonnenwind ausgesetzt wurden und danach zur Untersuchung zur Erde zurückgebracht werden sollten. Die Mission schlug jedoch bei ihrem Abschluss im Jahr 2004 fehl, da die Kapsel, in der die Sonnenwindteilchen zur Erde transportiert werden sollten, nicht wie geplant von einem Fallschirm abgebremst und dann von einem Helikopter aufgefangen wurde, sondern auf dem Boden zerschellte, da sich der Fallschirm nicht geöffnet hatte. Es gibt Bemühungen, den Sonnenwind mithilfe von Sonnensegeln zum Antrieb von Raumfahrzeugen zu nutzen.

Literatur


- Kevin Ivory: Suprathermische Elektronen im Sonnenwind als Indikatoren außergewöhnlicher Magnetfeldstrukturen der inneren Heliosphäre: Dissertation an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Georg-August-Universität zu Göttingen, 1998: Artikel online auf dem Dokumentserver der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen erhältlich: http://webdoc.gwdg.de/diss/1999/ivory/phd_ivory.pdf
- Bild der Wissenschaft: 11. August 2005: Wie der Sonnenwind den Schutzschild der Erde durcheinander wirbelt: Axel Tillemans: Artikel im Onlineangebot von Bild der Wissenschaft http://www.wissenschaft.de/wissen/news/256293.html

Weblinks


- [http://genesismission.jpl.nasa.gov/ Homepage der Genesis-Mission] (Englisch)
- [http://www.spaceweather.com/ spaceweather.com - Weltraumwetterseite] (Englisch)
- [http://nssdc.gsfc.nasa.gov/space/disciplines/solar_wind.html Wissenschaftliche Daten zum Sonnenwind] (Englisch) Kategorie:Sonne ja:太陽風 ms:Angin suria th:ลมสุริยะ

1994

Ereignisse

Jahreswidmungen


- 1994 ist „Internationales Jahr der Familie“ von den Vereinten Nationen
- 1994 ist „Internationales Jahr des Sports und des Olympischen Ideals“
- Die Eichenrotkappe (Leccinum quercinum) ist Pilz des Jahres (Deutsche Gesellschaft für Mykologie)
- Der Weißstorch (Ciconia ciconia) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- Die Eibe (Taxus baccata) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Der Rothirsch (Cervus elaphus) ist Tier des Jahres (Schutzgemeinschaft Deutsches Wild)

Januar bis Dezember


- 1. Januar: Otto Stich wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Die Deutsche Bahn AG wird gegründet
- 1. Januar: Das Europäische Währungsinstitut (EWI) wird gegründet und das Abkommen über die Schaffung des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) tritt in Kraft
- 1. Januar: Aserbaidschan. Die eigene Währung, der Manat, wird einzige Landeswährung (früher war auch der Rubel gesetzliches Zahlungsmittel)
- 1. Januar: Freihandelsabkommen zwischen Mexiko, USA und Kanada
- 1. Januar: Mexiko. Aufstand in Chiapas
- 2. Januar: Mit der Besetzung mehrerer Gemeinden in Chiapas beginnt der Aufstand der Zapatisten in Mexiko
- 20. Januar: Kasachstan wird Mitglied bei der ADB (Asiatische Entwicklungsbank)
- 31. Januar: Das historische Opernhaus „Gran Teatro del Liceo“ in Barcelona wird durch einen Brand zerstört
- 5. Februar: Burundi. Cyprien Ntaryamiras wird Staatspräsident
- 10. Februar: Vanuatu wird Mitglied in der UNESCO
- 16. Februar Deutschland In Hamburg-Billstedt wird der erste Fixerraum in Deutschland eingerichtet
- 17. Februar: Belgien wird zum Bundesstaat. Verfassungsänderung
- 1. März: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Ungarn
- 1. März: Südafrika tritt seine Exklave Walfischbai an Namibia ab
- 3. März: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Weißrussland
- 7. März: Georgien unterzeichnet den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen
- 7. März: Erste freie Parlamentswahlen in Kasachstan
- 12. März: Erstmals weiht die Church of England 2 Frauen zu Priesterinnen, nachdem in der Generalversammlung der anglikanischen Kirche die Ordination von Frauen bereits 1975 für möglich erklärt wurde
- 18. März: In Washington unterzeichnen Vertreter von Bosnien und Kroatien einen Föderationsvertrag
- 20. März: Tunesien. Zine El Abidine Ben Ali wird als Staatspräsident in seinem Amt bestätigt
- 22. März: Steven Spielbergs Holocaust-Drama „Schindlers Liste“ wird mit sieben Oscars ausgezeichnet
- 1. April: Ungarn stellt Antrag auf Beitritt zur EU, die Stiftung der Leucorea wird in der Lutherstadt Wittenberg gegründet
- 5. April: Kurt D. Cobain, Sänger der Grungeband Nirvana stirbt durch einen Kopfschuss in seinem Haus in Seattle
- 6. April: Das Flugzeug mit dem Staatspräsidenten Juvénal Habyarimana und dem burundischen Staatspräsident Cyprien Ntaryamira an Bord wird beim Landeanflug auf Kigali abgeschossen
- 11. April: Andorra. Aufnahme in den Europarat
- 11. April: Litauen wird assoziierter Partner der WEU
- 15. April: Gründung der WTO
- 27. April: Erste freie Wahlen in Südafrika
- 29. April: Freundschafts- und Kooperationsvertrag zwischen der Mongolei und der Volksrepublik China
- 4. Mai: Ägypten. Unterzeichnung des Gaza-Jericho-Abkommens unter Schirmherrschaft Mohamed Hosni Mubaraks
- 9. Mai: Finnland tritt dem PfP (Partnership for Peace Programm) bei
- 10. Mai: Nelson Mandela wird erster schwarzafrikanischer Präsident Südafrikas
- 12. Mai: Armenien. Waffenstillstand um Berg-Karabach
- 14. Mai: Waffenstillstand zwischen Georgien und Abchasien
- 17. Mai: Erste freie Wahlen in Malawi
- 27. Mai: Kasachstan unterzeichnet das Rahmendokument „Partnerschaft für den Frieden“ der NATO
- 1. Juni: Unterzeichnung Kirgisistans des PfP (Partnership for Peace) der NATO in Brüssel
- 6. Juni: Äthiopien. Wahlen zu einer Verfassunggebenden Versammlung
- 6. Juni: US-Präsident Bill Clinton besucht Riga, Lettland
- 11. Juni: § 175 StGB, der die männliche Homosexualität unter 18 Jahren unter Strafe stellte, wurde in Deutschland gestrichen
- 12. Juni: Österreich entscheidet sich in einem Referendum für den EU-Beitritt
- 24. Juni: Russland und die Europäische Union unterzeichnen ein umfangreiches Partnerschafts- und Kooperationsabkommen
- 8. Juli: Gründung der Wirtschaftsunion zwischen Kirgisistan, Kasachstan und Usbekistan
- 26. Juli: Lennart Meri, Estland, und Boris Jelzin, Russland, unterzeichnen in Moskau das Abkommen über den Abzug der russischen Truppen in Estland
- August: Der Bundesnachrichtendienst führt die „Operation Hades“ durch, einen von der Behörde inszinierten Plutoniumschmuggel. Der Skandal wurde schon 1995 aufgedeckt und machte unter der Bezeichnung „Plutonium-Affäre“ weltweit Schlagzeilen
- 1. August: Die Republik Niger wird Mitglied in der UEMOA (Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft)
- 10. August: Abkommen zwischen der Republik Moldau und Russland über den Abzug der restlichen Truppen, hauptsächlich der 14. Russischen Armee innerhalb von 3 Jahren
- 26. August: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Kroatien. In Kraft seit dem 23. Januar 1998
- 27. August: Republik Moldau. Die neue Verfassung tritt in Kraft
- 31. August: Die letzten russischen Truppen verlassen Estland
- 31. August: Abschluss des Abzugs der Truppen der Sowjetunion aus Lettland
- 31. August: Die letzten russischen Truppen ziehen aus Deutschland ab
- 2. September: Bulgarien. Rücktritt von Ministerpräsident Ljuben Berov
- 11. September: Bei der Landtagswahl in Sachsen verteidigt die CDU ihre absolute Mehrheit, die SPD verliert, die PDS gewinnt hinzu. FDP und Neues Forum sind nicht mehr im Landtag vertreten
- 28. September: Schweden/Estland. Untergang der Passagierfähre „Estonia“ auf der Fahrt von Tallinn nach Stockholm. Mit ihr verlieren 852 Menschen ihr Leben. Größte zivile Schiffahrtskatastrophe nach Ende des 2. Weltkrieges
- 1. Oktober: Burundi. Sylvestre Ntibantunganya wird neuer Staatspräsident
- 1. Oktober: Te Beretitenti wird als Staatspräsident von Kiribati gewählt
- 3. Oktober: Fernando Henrique Cardoso wird Präsident von Brasilien
- 11. Oktober: Der zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts erklärt den Kohlepfennig für verfassungswidrig
- 12. Oktober: Die Bohrung des Kontinentalen Tiefbohrprojekts wird nach 9.101 Metern offiziell eingestellt
- 16. Oktober: Finnland. Die Finnen entscheiden sich für einen Beitritt zur EU
- 17. Oktober: Bulgarien. Auflösung des Parlaments
- 26. Oktober: Jordanien schließt Friedenvertrag mit Israel in Wadi Araba
- 28. Oktober: Andorra. Aufnahme in die Weltorganisation für geistiges Eigentum
- 10. November: Irak erkennt die Grenzen Kuwaits an
- 12. November: Frau Chandrika Bandaranaike Kumaratunga wird Staatsoberhaupt in Sri Lanka
- 13. November: Die Schweden entscheiden sich in einem landesweiten Referendum für den Beitritt zur EU
- 16. November: Emomali Rachmonow wird Staatspräsident in Tadschikistan
- 20. November: Angola. Unterzeichnung des Protokolls von Lusaka
- 22. November: Waffenstillstand in Angola
- 28. November: Norwegen. Volksentscheid gegen einen Beitritt zur EU
- 2. Dezember: In Frankfurt am Main wird erstmals im Bundesgebiet ein Fixerraum für Heroinsüchtige eingerichtet
- 5. Dezember: OSZE-Gipfeltreffen in Budapest
- 5. Dezember: OSZE-Gipfeltreffen in Budapest
- 8. Dezember: Äthiopien. Neue demokratische Verfassung
- 11. Dezember: Parlamentswahlen in Turkmenistan
- 12. Dezember: Südafrika wird wieder Mitglied in der UNESCO
- 15. Dezember: Palau wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 16. Dezember: Albanien beantragte die Aufnahme in die NATO
- 16. Dezember: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Kasachstan. In Kraft seit dem 5. Juni 2003
- Genozid in Ruanda: Hutus morden fast eine Million Tutsis
- Die FIFA führt die Golden-Goal-Regelung ein

Kultur


- 11. Februar: Der Techno-Club Aufschwung Ost wird in Kassel eröffnet
- Erstmaliges stattfinden der Shanghai Biennale

Katastrophen


- 3. Januar: Irkutsk, Russland. Absturz einer Tupolew Tu-154 der Baikal Air kurz nach dem Start Richtung Moskau wegen Triebwerksproblemen. Alle 125 Menschen an Bord und einer am Boden starben
- 17. Januar: Ein Erdbeben der Stärke 6,7 in Kalifornien, USA. 60 Tote
- 15. Februar: Ein Erdbeben der Stärke 6,9 auf Sumatera, Indonesien. 207 Tote
- 23. März: Nahe Meschduretschensk, Sibirien, Russland. Absturz eines Airbus A310 der Aeroflot auf dem Weg von Moskau nach Hong Kong nachdem die Piloten ihre Kinder ans Steuer gelassen hatten. Keiner der 75 Insassen überlebte
- 23. März: Pope Air Force Base, North Carolina, USA. Kollision einer General Dynamics F-16 mit einer Lockheed C-130 Hercules beim Landeanflug. Während die Hercules sicher landen und sich der Pilot der F-16 mit dem Schleudersitz retten konnte, stürzte seine Maschine auf das Flugfeld, fing Feuer und schleuderte in eine Gruppe Fallschirmspringer und ihre vollgetankte Lockheed C-141 Starlifter, die ebenfalls in Brand geriet. 24 Soldaten starben, über 100 wurden verletzt
- 26. April: Nagoya, Japan. Ein aus Taipeh, Taiwan kommender Airbus A300 der taiwanischen China Airlines stürzte beim Landeanflug ab. Die Piloten hatten nicht bemerkt, dass der Autopilot versehentlich auf Durchstarten eingestellt war und steuerten vergeblich dagegen. 264 Menschen starben, 7 überlebten das Unglück
- 2. Juni: Ein Erdbeben der Stärke 7,8 auf Java_(Indonesien). 277 Tote
- 6. Juni: Ein Erdbeben der Stärke 6,8 in Kolumbien. 795 Tote
- 6. Juni: Xi'an, Volksrepublik China. Eine Tupolew Tu-154 der China Northwest Airlines stürzte 10 Minuten nach dem Start ab. Alle 160 Menschen an Bord starben
- 27. Juni: Im japanischen Matsumoto werden sieben Menschen getötet und mehr als 200 verletzt, als Mitglieder der Aum-Sekte Saringas freisetzen
- 1. Juli: Tidjikja, Mauretanien. Eine in Nouakchott gestartete Fokker F-28 der Air Mauretanie machte im Sandsturm eine Bruchlandung. Dabei ging die Maschine in Flammen auf. 80 Menschen starben, 13 konnten mit schweren Verletzungen gerettet werden
- 2. Juli: Charlotte, North Carolina, USA. Absturz einer aus Columbia, South Carolina kommenden Douglas DC-9 der USAir nach einem missglückten Startabbruch in schlechtem Wetter auf dem Flughafengelände. 37 Menschen starben, 20 konnten gerettet werden
- 9. Juli: Dammbruch am Lake Blackshear (Flint River Dam) bei Warwick im Crisp County in Georgia, USA mit 15 Toten
- 7. August: Der Tirlyan-Staudamm in Baschkirien, Region Beloretsk im Südural in Russland bricht. Es gibt bis zu 37 Tote
- 18. August: Ein Erdbeben der Stärke 5,9 in Algerien. 159 Tote
- 8. September: Pittsburgh, Pennsylvania, USA. Eine Boeing 737 der USAir aus Chicago stürzte während des Landeanflugs ab, nachdem das Seitenruder außer Kontrolle geraten war. Alle 132 Menschen an Bord starben
- 20. September: München. Wassereinbruch während des U-Bahn-Tunnel-Baus zur Neuen Messe: Die Truderinger Straße im Stadtteil Trudering gibt nach. Ein Bus der Linie 192 fällt rückwärts in die Baugrube. Zwei Passagiere und ein Bauarbeiter, der den Busfahrer warnen wollte, sterben. Die Leichen können erst ein halbes Jahr später geborgen werden. Nach der Eröffnung der Linie enthüllt OB Christian Ude 1999 einen Gedenkstein für die Opfer
- 28. September: Schweden/Estland. Untergang der Passagierfähre „Estonia“ auf der Fahrt von Tallinn nach Stockholm. Mit ihr verlieren 852 Menschen ihr Leben. Grösste zivile Schiffahrtskatastrophe nach Ende des 2. Weltkrieges
- 31. Oktober: Nahe Roselawn, Indiana, USA. Eine in Indianapolis gestartete ATR-72 der American Eagle Airlines geriet beim Anflug auf Chicago durch vereiste Steuerflächen außer Kontrolle und stürzte ab. Alle 68 Insassen starben
- 14. November: Ein Erdbeben der Stärke 7,8 auf Mindoro, Philippinen, 78 Tote
- 11. Dezember: In den Philippinen explodiert an Bord einer 747–200 der Philippine Airlines eine Bombe: ein Toter, zehn Verletzte
- 29. Dezember: Van, Türkei. Eine aus Ankara kommende Boeing 737 der Turkish Airlines prallte beim Landeanflug im Schneetreiben gegen einen Berg. Von 76 Insassen starben 57

Wissenschaft


- 10. Mai: Ringförmige Sonnenfinsternis (USA, Marokko)
- 3. November: Totale Sonnenfinsternis (Bolivien, Paraguay, Brasilien)

Sport


- 17. März: Der Finne Toni Nieminen steht auf der Skiflugschanze in Planica als erster Skispringer einen Sprung auf über 200 Meter
- 6. Mai: Lennox Lewis gewann seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Phil Jackson im Convention Center, Atlantic City, New Jersey, USA, durch technischen KO
- 24. September: Oliver McCall gewann seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Lennox Lewis in der Wembley Arena, London, Großbritannien, durch technischen K.O
- 2. Oktober: Die nauruische Fußballnationalmannschaft gewinnt in Denigomodu ihr bisher einziges Länderspiel gegen die Landesauswahl der Salomonen sensationell mit 2:1
- Die Fußball-WM in den USA gewinnt Brasilien vor Italien
- 5. November: George Foreman wird - 20 Jahre nach Rumble in the Jungle - erneut Boxweltmeister
- 13. November: Michael Schumacher wird erster deutscher Formel 1 Weltmeister mit insgesamt 92 Punkten. Einen mehr als sein damaliger Konkurrent Damon Hill Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren


- 23. Februar: Dakota Fanning, US-amerikanische Schauspielerin
- 4. Mai: Pauline Ducruet, Tocher von Stéphanie von Monaco und Daniel Ducruet
- 1. Juni: Tilly Mandelbrot, französische Schauspielerin

Gestorben


- 1. Januar: Walter Eckhardt, deutscher Politiker (
- 1906)
- 1. Januar: Marianne Bruns, deutsche Schriftstellerin (
- 1897)
- 1. Januar: Werner Schwab, österreichischer Schriftsteller (
- 1958)
- 3. Januar: Frank Belknap Long, US-amerikanischer Autor von Horror-, Science-Fiction (
- 1903)
- 10. Januar: Sven-Erik Bäck, schwedischer Komponist (
- 1919)
- 12. Januar: Samuel Bronston, aus Bessarabien stammender, amerikanischer Filmproduzent (
- 1908)
- 13. Januar: Johan Jørgen Holst, norwegischer Politiker der Arbeiderparti (
- 1937)
- 14. Januar: Zino Davidoff, ukrainisch-Schweizer Unternehmer (
- 1906)
- 15. Januar: Gabriel-Marie Garrone, Erzbischof von Toulouse und Kardinal (
- 1901)
- 17. Januar: Helen Stephens, US-amerikanische Leichtathletin (
- 1918)
- 17. Januar: György Cziffra, ungarischer Pianist (
- 1921)
- 18. Januar: Rolf Singer, Mykologe (
- 1906)
- 20. Januar: Matt Busby, schottischer Fußballspieler und Trainer (
- 1909)
- 22. Januar: Telly Savalas, Schauspieler (
- 1924)
- 22. Januar: Jean-Louis Barrault, französischer Schauspieler, Pantomime und Regisseur (
- 1910)
- 23. Januar: Klaus Hemmerle, Theologieprofessor und Bischof von Aachen (
- 1929)
- 26. Januar: Wilhelm Muster, österreichischer Schriftsteller und literarischer Übersetzer (
- 1916)
- 27. Januar: Reuben Mattus, US-amerikanischer Unternehmer (
- 1913)
- 28. Januar: Rosa Jochmann, österreichische Politikerin (
- 1901)
- 29. Januar: Ulrike Maier, österreichische Skirennläuferin (
- 1967)
- 31. Januar: Erwin Strittmatter, deutscher Schriftsteller (
- 1912)
- 31. Januar: Pierre Boulle, französischer Schriftsteller (
- 1912)
- 2. Februar: Marija Gimbutas, Archäologin (
- 1921)
- 5. Februar: Hermann Abs, deutscher Bankier (
- 1901)
- 6. Februar: Joseph Cotten, US-amerikanischer Schauspieler (
- 1905)
- 6. Februar: Ignace Strasfogel, US-amerikanischer Komponist (
- 1909)
- 6. Februar: Jack Kirby, Comiczeichner (
- 1917)
- 7. Februar: Witold Lutosławski, polnischer Komponist und Dirigent (
- 1913)
- 9. Februar: Howard M. Temin, US-amerikanischer Biologe (
- 1934)
- 11. Februar: Joseph Marie Anthony Cordeiro, Erzbischof von Karachi und Kardinal (
- 1918)
- 11. Februar: Paul Feyerabend, österreichischer Philosoph und Wissenschaftstheoretiker (
- 1924)
- 11. Februar: William Conrad, US-amerikanischer Schauspieler und Sprecher (
- 1920)
- 12. Februar: Donald Judd, US-amerikanischer Maler, Bildhauer und Architekt (
- 1928)
- 13. Februar: Edgar Ott, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher (
- 1929)
- 14. Februar: Hertha Firnberg, erste sozialdemokratische Ministerin Österreichs (
- 1909)
- 16. Februar: François Marty, Kardinal der römisch-katholischen Kirche (
- 1904)
- 17. Februar: Gretchen Frazer, ehemalige US-amerikanische Skifahrerin (
- 1919)
- 18. Februar: Annemarie Ackermann, deutsche Politikerin (
- 1913)
- 18. Februar: Gudrun Loewe, deutsche Prähistorikerin (
- 1914)
- 21. Februar: Derek Jarman, britischer Filmregisseur (
- 1942)
- 22. Februar: Papa John Creach, US-amerikanischer Geiger (
- 1917)
- 22. Februar: Hans Hürlimann, Schweizer Politiker (
- 1918)
- 22. Februar: Lore Lorentz, deutsche Kabarettistin (
- 1920)
- 23. Februar: Csilla von Boeselager, Mitbegründerin des ungarischen Malteser-Caritas-Dienstes (
- 1941)
- 24. Februar: Emil Obermann, deutscher Journalist, langjähriger Moderator der ARD-Diskussionssendung Pro und Contra (
- 1921)
- 24. Februar: Dinah Shore, US-amerikanische Sängerin (
- 1917)
- 26. Februar: Leopold Kohr, Philosoph, Träger des alternativen Nobelpreis (
- 1909)
- 1. März: Gert Prokop, Schriftsteller (
- 1932)
- 1. März: Herbert Schade, deutscher Leichtathlet (
- 1922)
- 3. März: Roman Haubenstock-Ramati, Komponist (
- 1919)
- 4. März: John Candy, kanadischer Komiker und Schauspieler (
- 1950)
- 6. März: Tengis Abuladse, georgischer Filmregisseur (
- 1924)
- 8. März: Devika Rani, indische Filmschauspielerin und Produzentin (
- 1907)
- 9. März: Charles Bukowski, US-amerikanischer Dichter und Schriftsteller (
- 1920)
- 9. März: Fernando Rey, spanischer Schauspieler (
- 1917)
- 9. März: Wilhelm Brese, deutscher Politiker (
- 1896)
- 9. März: Karl Wilhelm Berkhan, deutscher Politiker (
- 1915)
- 10. März: Robert Shea, US-amerikanischer Schriftsteller (
- 1933)
- 13. März: Eva Gräfin Finck von Finckenstein, deutsche Politikerin) (
- 1903)
- 13. März: Sandra Paretti, Schriftstellerin (
- 1935)
- 15. März: Jürgen von Manger, deutscher Schauspieler, politischer Kabarettist und Komiker (
- 1923)
- 17. März: Ellsworth Vines, ehemaliger US-amerikanischer Tennisspieler (
- 1911)
- 17. März: Walter Janka, deutscher Verleger, SED-Mitglied in der DDR (
- 1914)
- 18. März: Peter Borgelt, deutscher TV- und Theaterschauspieler (
- 1927)
- 18. März: Günter Mittag, Mitglied des ZK der SED (
- 1926)
- 23. März: Giulietta Masina, italienische Schauspielerin (
- 1921)
- 24. März: Hans Jakob, deutscher Fußballspieler (
- 1908)
- 25. März: Max Petitpierre, Schweizer Politiker (FDP) (
- 1899)
- 26. März: Owen McCann, Erzbischof von Kapstadt und Kardinal (
- 1907)
- 28. März: Eugène Ionesco, französischer Dramatiker (
- 1912)
- 29. März: Paul Grimault, französischer Zeichentrickfilmer und Regisseur (
- 1905)
- 30. März: Florian Kuntner, Bischof (
- 1933)
- 31. März: Léon Degrelle, belgischer Faschist (
- 1906)
- 1. April: Robert Doisneau, französischer Fotograf (
- 1912)
- 4. April: Herbert Schwiete, Bürgermeister von Paderborn (
- 1918)
- 4. April: Jérôme Lejeune, französischer Mediziner (
- 1926)
- 5. April: Kurt Cobain, Sänger und Gitarrist der Grunge-Band Nirvana (
- 1967)
- 6. April: Dieter Oesterlen, deutscher Architekt und Hochschullehrer (
- 1911)
- 6. April: Cyprien Ntaryamira, Präsident von Burundi (
- 1955)
- 6. April: Juvénal Habyarimana, Präsident von Ruanda (1973–1994) (
- 1937)
- 7. April: Golo Mann, deutscher Historiker, Schriftsteller und Philosoph (
- 1909)
- 8. April: Hans Bodensteiner, deutscher Politiker (
- 1912)
- 14. April: Bernt Engelmann, deutscher Schriftsteller und Journalist (
- 1921)
- 15. April: John Curry, Eiskunstläufer (
- 1949)
- 16. April: Ralph Ellison, US-amerikanischer Autor (
- 1914)
- 18. April: Roger Sperry, US-amerikanischer Neurobiologe (
- 1913)
- 19. April: Jochen Ziem, deutscher Schriftsteller (
- 1932)
- 20. April: Jean Carmet, französischer Schauspieler (
- 1920)
- 22. April: Richard Nixon, US-amerikanischer Politiker, 37. Präsident der USA (
- 1913)
- 26. April: Ōyama Masutatsu, Begründer des Kyokushin-Karate-Stiles (
- 1923)
- 30. April: Roland Ratzenberger, Formel 1 Pilot (
- 1960)
- 1. Mai: Ayrton Senna, Formel-1-Rennfahrer und dreifacher Formel-1-Weltmeister (
- 1960)
- 3. Mai: Hermann Mathias Görgen, deutscher Politiker und MdB (
- 1908)
- 4. Mai: Edwin Rausch, deutscher Psychologe (
- 1906)
- 7. Mai: Chaim Bar-Lew, israelischer Generalstabschef während des Zermürbungskrieges (
- 1924)
- 8. Mai: George Peppard, US-amerikanischer Schauspieler (
- 1928)
- 9. Mai: Anni Albers, deutsch-amerikanische Textilkünstlerin, Weberin und Grafikerin (
- 1899)
- 9. Mai: Heinz-Werner Meyer, deutscher Gewerkschafter, DGB-Vorsitzender (
- 1932)
- 10. Mai: John Wayne Gacy, US-amerikanischer Serienmörder (
- 1942)
- 12. Mai: John Smith, britischer Politiker (
- 1938)
- 12. Mai: Erik H. Erikson, deutsch-US-amerikanischer Psychologe und Psychoanalytiker (
- 1902)
- 13. Mai: Duncan Hamilton, Formel-1-Rennfahrer (
- 1920)
- 16. Mai: Alfred Nier, US-amerikanischer Physiker (
- 1911)
- 19. Mai: Jacqueline Lee Bouvier, Ehefrau von John Fitzgerald Kennedy (
- 1929)
- 19. Mai: Luis Ocaña, spanischer Profi-Radfahrer (
- 1945)
- 20. Mai: Ludwig Volkholz, Politiker (
- 1919)
- 21. Mai: Giovanni Goria, italienischer Politiker und Ministerpräsident (
- 1943)
- 23. Mai: Joe Pass, US-amerikanischer Jazzgitarrist (
- 1929)
- 26. Mai: George Ball, US-amerikanischer Jurist, Politiker und Diplomat (
- 1909)
- 27. Mai: Klaus Beckmann, deutscher Politiker (
- 1944)
- 29. Mai: Erich Honecker, deutscher Politiker (
- 1912)
- 30. Mai: Juan Carlos Onetti, uruguayischer Schriftsteller (
- 1909)
- 4. Juni: Jean Daetwyler, Schweizer Dirigent und Komponist (
- 1907)
- 9. Juni: Jan Tinbergen, niederländischer Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler (
- 1903)
- 10. Juni: Edward Kienholz, US-amerikanischer Objektkünstler (
- 1927)
- 16. Juni: Hans Paul Bahrdt, deutscher Soziologie (
- 1918)
- 16. Juni: Raph, französisch-argentinischer Rennfahrer (
- 1910)
- 17. Juni: Kurt Hessenberg, deutscher Komponist und Musikpädagoge (
- 1908)
- 20. Juni: Jay Miner, Chipdesigner, gilt als Vater des Amiga (
- 1932)
- 21. Juni: William Wilson Morgan, US-amerikanischer A

Galileo

Der Name Galileo bezeichnet:
- den italienischen Erfinder und Naturwissenschaftler Galileo Galilei
- das europäische Satellitennavigationssystem, siehe Galileo (Satellitennavigation)
- eine Raumsonde zur Erforschung des Planeten Jupiter, siehe Galileo (Raumsonde)
- ein Röntgenteleskop, siehe Galileo (Teleskop)
- eine Infotainmentsendung auf dem Privatfernsehsender ProSieben, siehe Galileo (Sendung)
- eines von weltweit vier bedeutenden Computerreservierungssystemen, siehe Galileo (CRS) ja:ガリレオ

Gyroskop

Ein Kreiselinstrument (Gyroskop) besitzt als Hauptbauteil einen beweglich gelagerten Kreisel, mit Hilfe dessen es aufgrund der Drehimpulserhaltung seine Ausrichtung im Raum beibehält, auch wenn seine Aufhängung (um den Kreisel herum) gedreht wird. Um den Energieverlust des Kreisels durch Reibung zu kompensieren wird der Kreisel durch einen eigenen Antrieb auf konstanter Geschwindigkeit gehalten.

Drehimpulserhaltung

In der Physik folgt aus den Gesetzen der Mechanik, dass die zeitliche Änderung (Ableitung) des Drehimpulses eines unabhängigen Systems gleich null ist. Das bedeutet, dass ein rotierender Festkörper, also ein Kreisel, seine Drehachse beibehält, solange keine äußeren Kräfte auf ihn wirken, deren resultierendes Moment eine Komponente orthogonal zur Drehachse erzeugt. Ein Spielzeugkreisel, der sich dreht, kippt also nicht um, wenn seine Drehachse (die Längsachse des Kreisels) bei Ingangsetzung der Drehung (exakt) senkrecht ist. Da die Schwerkraft dann kein Moment auf die Achse ausüben kann, bleibt der Kreisel aufrecht. Bedingt durch unvermeidliche Abweichungen der Drehachse von der Vertikalen und dem damit entstehenden Momenten der Schwerkraft orthogonal zu seiner Drehachse beginnt der Kreisel jedoch eine Präzessionsbewegung. Wenn die Drehung des Kreisels langsamer wird, weil äußere Reibungskräfte auf ihn einwirken, nimmt die Neigung der Achse ständig zu. Eine aus dem Alltag bekannte technische Anwendung der Drehimpulserhaltung ist das Zweirad: Solange sich seine Räder drehen, kippt es nicht um, und je schneller sich die Räder drehen, desto stabiler ist diese aufrechte Lage, vgl. Gyroskopischer Effekt bei Zweirädern.

Technische Anwendungen

Weit verbreitet sind Kreiselinstrumente in der Luft- und Raumfahrt: Das in Flugzeugen verwendete Kreiselinstrument wird als dynamischer künstlicher Horizont bezeichnet. Diese Instrumente zeigen eine Linie, die vor dem Start horizontal ausgerichtet wird. Während des Fluges hält das Kreiselinstrument diese Linie in der Horizontalen, selbst wenn das Flugzeug nach vorn, nach hinten und/oder zur Seite geneigt ist. So wird es dem Piloten ermöglicht, die räumliche Lage seines Flugzeuges zu bestimmen, auch wenn Dunkelheit, schlechte Witterung und flugbahnbedingte Fliehkräfte eine unmittelbare Orientierung unmöglich machen. In unbemannten und nicht ferngesteuerten Fluggeräten, wie z.B. ballistische Raketen, wird das Kreiselinstrument nicht als künstlicher Horizont ausgeführt, da niemand an Bord ist, der das Instrument ablesen könnte. Stattdessen wird das Kreiselinstrument an die Steuerung angeschlossen. Diese Steuerung ist seit etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr mechanisch, sondern basiert auf computergesteuerten Regelkreisen. In jedem Fall dient die Steuerung dazu, eine zuvor einprogrammierte Flugbahn einzuhalten, wozu ein Kreiselinstrument zur Überprüfung der räumlichen Lage notwendig ist. In der Raumflugtechnik werden außerdem schwere stark motorisierte Kreisel eingesetzt, die aktiv (Impuls erzeugend) die Bahnstabilisierung bzw. die Ausrichtung von Raumfahrzeugen steuern; siehe hierzu Drallrad. ja:ジャイロスコープ th:ไจโรสโคป

Kuipergürtel

Der Kuipergürtel (engl. Kuiper belt) ist eine scheibenförmige Region, die sich hinter der Neptunbahn in einer Entfernung von ungefähr 30 bis 50 Astronomischen Einheiten (AE) nahe der Ekliptik erstreckt und schätzungsweise mehr als 70.000 Objekte beherbergt, die je einen Durchmesser von mehr als 100 km haben.

Probleme mit der Benennung

Der Kuipergürtel ist nach Gerard Kuiper benannt, der 1951 einen Artikel über Objekte jenseits des Pluto veröffentlichte. Da diese Theorie jedoch kaum mit der heutigen Sicht dieser Region übereinstimmt, ist vor allem im englischsprachigen Raum auch häufiger vom Edgeworth Belt oder Edgeworth-Kuiper Belt (nach Kenneth Edgeworth, 1947) die Rede. Die in dem englischsprachigen Raum verwendete Bezeichnung „Edgeworth-Kuiper-Belt“ ist auch die historisch korrektere Benennung, da sowohl Edgeworth (1949) als auch Kuiper (1951) unabhängig voneinander die These aufgestellt hatten, dass sich hinter der Neptunbahn ein Bereich befindet, in dem sich aus planetarischem Material (Staub) Kometen bilden. Die Objekte in diesem Bereich werden Kuiper Belt Objects (KBO) oder transneptunische Objekte (TNO) bezeichnet.

Klassifizierung

transneptunische Objekte Die bis jetzt zirka 800 bekannten Objekte dieser Region lassen sich aufgrund ihrer Bahnelemente in mehrere unterschiedliche Gruppen unterteilen:
- Resonante KBOs sind Objekte, die sich auf resonanten Bahnen zu Neptun bewegen und dadurch in ihrer Bahn bei ungefähr 40 AE stabilisiert werden (zum Beispiel Plutinos mit einer 3:2 Resonanz). 1/3 der heute bekannten KBOs sind resonante KBOs.
- Klassische KBOs (CKBO) bewegen sich mit kleinen Exzentrizitäten auf nahezu kreisförmigen Bahnen zwischen 42 und 50 AE mit Bahnneigungen von bis zu 30 °. Etwa 2/3 der bekannten KBOs bewegen sich auf einer solchen kreisähnlichen Bahn um die Sonne.
- Gestreute KBOs (SKBO) bewegen sich mit großen Exzentritäten auf Bahnen mit Periheldistanzen nahe 35 AE und Apheldistanzen bis 1000 AE. Bis jetzt sind erst wenige dieser gestreuten KBOs bekannt (zum Beispiel 1996 TL66 mit einer stark elliptischen Bahn und einer Bahnneigung von 24°). Seit 1978 ist bekannt, dass Pluto mit Charon einen sehr großen Begleiter hat, man spricht deshalb auch vom Pluto-Charon-System. Zwischen 1997 und 2001 wurden unter den bis dahin bekannten etwa 500 KBOs weitere acht Zweifachsysteme gefunden, die sich auf alle drei KBO-Gruppen verteilen.

Entstehung

2001 Die KBOs sind während der Planetenbildung vermutlich nahe der Region entstanden, in der sie heute beobachtet werden. Während sich im dichteren inneren Bereich sehr schnell sehr viele Planetesimale bildeten und sehr bald zu Planeten heranwuchsen, vollzog sich dieser Vorgang in den dünneren äußeren Bereichen sehr viel langsamer. Die Überbleibsel bilden die heute beobachtbaren KBOs. Die CKBOs bewegen sich nahezu kreisförmig, wie man es für in diesem Bereich entstandene Objekte erwartet. Die teilweise recht großen Inklinationen erfordern jedoch einen Mechanismus, der sie aus der Ekliptik ablenkt. Dieser Mechanismus ist noch nicht verstanden:
- Eine Möglichkeit besteht darin, dass Neptun in den frühen Phasen der Planetenentwicklung massive Planetesimale (größer als die Erde) in den Kuipergürtel gestreut hat. Diese massiven Objekte könnten die großen Bahnneigungen erklären, aber sie hätten auch die resonanten KBOs stärker abgelenkt als es den heutigen Beobachtungen entspricht.
- Ein nahe vorbeiziehender Stern verursachte die Auslenkung aus der Ekliptik. Dieser Prozess würde die resonanten KBOs verschonen und auch den äußeren Rand des Kuipergürtels bei 50 AE erklären, aber der Stern hätte sich der Sonne auf einige hundert AE nähern müssen. Die SKBOs wurden vermutlich während der Entstehung des Planetensystems von den großen Planeten nach außen gestreut. Ein Teil wurde von Neptun auf Bahnen nahe 35 AE Periheldistanz eingefangen, der Rest wurde weiter hinaus gestreut und hat sogar teilweise das Sonnensystem verlassen. Die Bildungsprozesse der Zweifachsysteme sind bisher reine Spekulation. Das Hauptproblem der meisten Vorschläge ist dabei die große Anzahl dieser Systeme aus großen KBOs.

Kometen

Man vermutet, dass ein Großteil der Kometen mit mittleren Perioden aus dem Kuipergürtel stammt. Während man früher davon ausging, dass die Kometenkerne nahezu unverändert aus ihrer Bahn geworfene KBOs sind, geht man heute jedoch davon aus, dass es sich bei den Kometenkernen um Fragmente handelt, die aus Zusammenstößen von KBOs stammen.

Große KBOs

Mit Stand 2005 sind acht KBOs bekannt, deren Durchmesser (bei Unsicherheiten von 10-15 %) um 1000 km oder mehr liegt. Die größten bekannten Objekte im Kuiper-Gürtel sind:
- Plutinos: Pluto (2320 km), Orcus (1600 - 1800 km), Charon (1270 km), Ixion (400 - 550 km)
- CKBOs: 2003 EL61 (1300 × 1800 km), Quaoar (1250 km), Varuna (450 - 750 km)
- SKBOs: 2003 UB313 (~ 2500 - 3000 km), 2005 FY9 (1800km), 2002 AW197 (890 km)

Geschichte


- 1951 veröffentlicht Gerard Kuiper eine Theorie über Objekte jenseits des Pluto.
- 1978 wird Charon entdeckt.
- 1992 wird mit 1992 QB1 das erste Objekt des Kuipergürtels entdeckt.
- 1993 werden die ersten Plutinos (nach Pluto) entdeckt, die auch eine Diskussion über den Planetenstatus des Pluto auslösen.
- 1996 wird mit 1996 TL66 das erste gestreute KBO entdeckt.
- 1998 wird mit 1998 WW31 das erste Zweifachsystem (nach Pluto) entdeckt.
- 2001 wird mit Varuna das erste TNO (nach Pluto/Charon) mit einer Größe von etwa 1000 km entdeckt.
- 2003 wird mit Sedna (vorheriger Name 2003 VB12) ein TNO entdeckt, das bisher in kein Schema passt. Es scheint nicht mehr zum Kuipergürtel zu gehören, aber auch noch nicht zur Oortschen Wolke.
- 2005 wird mit 2003 UB313 ein TNO entdeckt, dessen Größe die von Pluto übersteigt.

Siehe auch


- Kuiperoiden
- Liste der Asteroiden

Weblinks


- [http://www.ifa.hawaii.edu/faculty/jewitt/kb.html David Jewitt - Kuiper Belt] (Englisch) Kategorie:Asteroid ja:エッジワース=カイパー・ベルト ko:카이퍼 대 ms:Lingkaran Kuiper th:แถบไคเปอร์

Interstellare Materie

Als interstellare Materie bezeichnet man die Materie im interstellaren Raum, die sich zwischen den Sternen innerhalb einer Galaxie befindet. Zum interstellaren Medium wird neben der interstellaren Materie auch die Elektromagnetische Strahlung und das Magnetfeld gezählt. Die interstellare Materie besteht aus neutralem und ionisiertem Gas sowie aus Staub. Sie spielt eine wesentlich Rolle in der Astrophysik, da aus interstellarer Materie Sterne entstehen, die mit Sternwinden und Supernovae aber auch wieder Materie in den interstellaren Raum abgeben. Sie verursacht die sogenannte interstellare Absorption und Verfärbung von Sternenlicht. Die Materie zwischen Galaxien gehört nicht zur interstellaren Materie und wird analog als intergalaktisches Medium bzw. Gas oder kurz IGM bezeichnet, entsprechend nennt man die Materie in der direkten Umgebung eines Sterns interplanetare Materie.

Zusammensetzung und Verteilung

Der Ursprung der interstellaren Materie liegt im Urknall, Sternwinden und Supernovaexplosionen, wobei sein Masseanteil in unserer Galaxis nur wenige Prozent beträgt. Sie besteht in der Milchstraße im Durchschnitt aus etwa 90% Wasserstoff, 10% Helium und Spuren schwererer Elemente, die in der Astronomie als Metalle bezeichnet werden, wobei 99% der Materie als Gas vorliegt und der Staubanteil etwa ein Prozent beträgt. Weder Dichte noch Temperatur der interstellaren Materie sind konstant, sie ist vielmehr sehr ungleichmäßig verteilt zwischen dichten Interstellaren Wolken und dünnen Blasen und Superblasen. Die Dichte schwankt zwischen 10-4 Atomen/cm3 in koronalem Gas und 105 Atomen/cm3 in Molekülwolken, der Temperaturbereich erstreckt sich von 20 bis 50 Kelvin in Molekülwolken bis zu mehreren Millionen Kelvin in koronalem Gas. Gewöhnlich werden anhand der gemessenen Temperaturen drei Phasen der interstellaren Materie unterschieden (nach McKee, Ostriker 1977):
- heiß - koronales Gas mit Temperaturen über eine Million Kelvin
- warm - Bereiche mit Temperaturen von einigen tausend Kelvin
- kalt - H-I-Gebiete und Molekülwolken mit Temperaturen von weniger als 100 Kelvin

Siehe auch


- Diffuser Nebel Kategorie:Interstellare Materie ja:星間物質

Modifizierte Newtonsche Dynamik

Die modifizierte newtonsche Dynamik, abgekürzt MOND ist eine physikalische Theorie, die das unerwartete Rotationsverhalten von Galaxien durch Modifikationen der Bewegungsgleichungen der Materie erklären soll. MOND wurde 1983 von Mordehai Milgrom vorgeschlagen. Der traditionelle Erklärungsversuch postuliert dunkle Materie.

Beobachtungen

Seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts ergaben Messungen der Rotation von Galaxien, dass die Rotationsgeschwindigkeiten nicht den erwarteten entsprachen. Die Bahnen der Sterne in einer Galaxie werden nur von der Schwerkraft der in der Galaxie zusammengeballten Materie verursacht. Mittels der beobachteten Masseverteilung (Sterne, Gaswolken) kann die Gravitationskraft, und somit die Bahn der Sterne, berechnet werden. Es stellte sich heraus, dass die Sterne am Rande der Galaxien schneller umliefen als nach der Theorie vorhergesagt. Man spricht vom "Abflachen der Rotationsgeschwindigkeit" im Gegensatz zum erwarteten "Abfallen der Rotationsgeschwindigkeit".

Dunkle Materie

Da sowohl das newtonsche Gravitationsgesetz als auch Albert Einsteins allgemeine Relativitätstheorie gut überprüfte Theorien zum Verhalten von Materie unter Gravitation sind, waren Astronomen geneigt, eine nicht sichtbare (das heißt dunkle) Materiekomponente im Halo um die Galaxien anzunehmen. Der Einfluss dieser dunklen Materie kann naturgemäß bei Berechnungen nicht berücksichtigt werden. Eine intensive Suche nach dieser dunklen Materie hat bislang nicht zum Erfolg geführt. Es wurden zwar neue dunkle Objektklassen identifiziert, und in ihrem mengenmäßigen Vorkommen abgeschätzt (erloschene Sterne, Gaswolken, Neutrinos), allerdings ist die hierdurch gegebene Masse bislang nicht ausreichend, die Rotationskurven zu erklären.

MOND-Hypothese

Aufgrund der bislang fehlenden dunklen Materie gibt es einige Zweifel am immer noch weitgehend akzeptierten Modell der dunklen Materie. Eine Alternative in Form einer Änderung des newtonschen Bewegungsgesetzes wurde 1989 von Mordehai Milgrom in der MOND-Hypothese formuliert.

Die Hypothese

Das newtonsche Bewegungsgesetz besagt, dass ein Objekt der Masse m, wenn es einer Kraft F ausgesetzt ist, eine Beschleunigung a erfährt: : F = m \cdot a Dieses Gesetz hat sich generell als korrekt erwiesen. Allerdings ist es bei extrem kleinen Beschleunigungen nur schwer oder gar nicht experimentell nachzuweisen. Solche extrem kleinen Beschleunigungen wirken jedoch bei der Gravitationswechselwirkung zwischen entfernten Sternen. Milgrom schlug vor, das Bewegungsgesetz zu : F = m \cdot \mu ( a / a_0 ) \cdot a abzuändern, wobei : \mu (x) eine Funktion ist, die 1 für hohe Werte (x>>1) und x für kleine Werte (x<< 1) annimmt. a_0 ist eine neue Naturkonstante, die beschreibt, ab welcher Schwäche die Modifikation relevant wird. Zusammengefasst: : F = m \cdot \mu( a / a_0 ) \cdot a : \mu (x) = 1 \quad \rm \quad x >> 1 : \mu (x) = x \quad \rm \quad x << 1 Die genaue Gestalt der Funktion \mu(x) ist nicht spezifiziert, und anscheinend nicht wirklich relevant. Nur das genannte Verhalten ist wichtig. Da alle Vorgänge des Alltagslebens bei Beschleunigungen a >> a_0 stattfinden, bleibt hier das Bewegungsgesetz unverändert erhalten. Weit entfernt vom Zentrum einer Galaxie sieht die Situation allerdings anders aus. Nach dem Gravitationsgesetz gilt : F = (GMm) / r^2 wobei G die Gravitationskonstante, M die Masse der Galaxie und m die Masse des betrachteten Sterns ist. r ist der Abstand zwischen dem Schwerpunkt der Galaxie und dem des Sterns. Mit dem modifizierten Bewegungsgesetz entsteht : (GM)/r^2 = \mu ( a / a_0 ) \cdot a Da in dieser Situation gerade a << a_0 , also a/a_0 << 1 gelten soll, erhält man : \mu ( a / a_0 ) = a / a_0 und somit : (GM)/r^2 = a^2/a_0 Also ist : a = \sqrt / r Der Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit, Beschleunigung und Abstand zum Kraftzentrum für eine Kreisbahn lautet : a = v^2 / r und damit ergibt sich : v^2 / r = \sqrt / r bzw. : v^2 = \sqrt Daraus folgt, das die Rotationsgeschwindigkeit im weiten Abstand konstant ist, und nicht mehr vom Abstand abhängt. Das erforderliche "Abflachen der Rotationsgeschwindigkeit" ist durch die Hypothese sichergestellt.

Folgerungen

Die MOND-Hypothese erlaubt, die neue Naturkonstante a_0 aus gemessenen Rotationsgeschwindigkeiten und Galaxiengeschwindigkeiten zu berechnen. Milgrom bestimmte aus Messungen vieler Galaxien a_0 = 1,2 \cdot 10^ ms^. Nach seinen Worten ist dieser Wert auch "... das Ergebnis, das man bei Division der Lichtgeschwindigkeit durch das Alter des Universums erhält."

Stand der Hypothese

Eine wissenschaftliche Hypothese erfüllt im Allgemeinen eine Reihe von Forderungen, bevor sie als Theorie anerkannt wird: : 1. Sie erklärt Beobachtungen, die bisherige Theorien nicht erklären. Die Hypothese muss also formuliert werden und in sich konsistent sein. : 2. Die Hypothese darf keine Ergebnisse liefern, die im Widerspruch zu anderen Beobachtungen oder Experimenten stehen. : 3. Falls die Hypothese eine von mehreren alternativen Hypothesen ist, sollte sie die Möglichkeit enthalten, sich von den anderen Hypothesen experimentell oder durch Beobachtungen zu unterscheiden. : 4. Falls sich alle Vorhersagen der Hypothese bestätigen wird sie akzeptiert. Der erste Punkt wird von der MOND-Hypothese, wie in obiger Ableitung dargestellt, erfüllt. Leider ist die Hypothese schwer zu überprüfen, da sie sich nur bei extrem geringen Beschleunigungen von den akzeptierten Theorien unterscheidet. Alle Objekte im Sonnensystem sind der Anziehung durch die Sonne unterworfen, und fallen aufgrund der dadurch bewirkten Beschleunigung außerhalb des Anwendungsbereiches der MOND-Hypothese, so dass man im Sonnensystem keine abweichenden Beobachtungen machen und erwarten kann. Auch weit am Rande der Galaxis ist nicht klar, wie man den Einfluss potentieller kleiner Begleiter der dort kreisenden Sterne berücksichtigen soll. Genaugenommen ist jedes Atom des Sterns der Gravitationsbeschleunigung des Sterns selber unterworfen. Zur Bewertung der MOND-Hypothese ist es also erforderlich, neben der Wirkung entfernter Objekte auch die lokale Umgebung zu betrachten. Eine attraktive Beobachtungsmöglichkeit ist durch die Pioneer- und Voyager-Raumsonden gegeben, die sich auf dem Weg in den interstellaren Raum befinden, und aufgrund ihrer Isoliertheit nur sehr geringen Beschleunigungen ausgesetzt sind. Die Raumsonden Pioneer 10 und 11 erfuhren eine unerwartete Abbremsung, die selbst eine ausführliche Analyse der Nasa nicht auf bekannte Ursachen (Kleinplaneten, interplanetarischer Staub, Wärmestrahlung der Sonden) zurückführen konnte. Diese Abweichung wird auch Pioneer-Anomalie genannt. Außerdem fand man Verzögerungen auch bei der Jupitersonde Galilieo und bei Ulysses, die die Sonne umrundet.

Kritische Anmerkungen

Einer der Gründe für die geringe Akzeptanz der MOND-Hypothese ist, dass es sich bei ihr um eine effektive Theorie handelt. Dieser Zugang unterscheidet sich grundlegend von derzeitig populären Versuchen, alle Phänomene der Physik auf Grundlage einer einzigen Theorie (beispielsweise Stringtheorie) zu stellen. Die Tatsache, dass durch die MOND-Hypothese keine tieferen Erkenntnisse über den Raum oder die Materie geliefert werden, welche einen Grun