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Platin
Platin ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Pt und der Ordnungszahl 78.
Platin ist ein schweres, schmiedbares, dehnbares, edles, grau-weißes Übergangsmetall. Platin ist sehr korrosionsbeständig und wird zur Herstellung von Schmuckwaren, Laborgeräten, Zahnimplantaten, Kontaktwerkstoffen und Katalysatoren verwendet.
Geschichte
Platin wurde schon vor der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus von den Indianern Südamerikas benutzt. Der Name leitet sich vom spanischen Wort platina, der Kleinerungsform von plata "Silber", ab. Die erste europäische Referenz stammt von dem italienischen Humanisten Julius Caesar Scaliger (1484-1558). Er beschreibt ein mysteriöses weißes Metall, das sich allen Schmelzversuchen entzog. Eine ausführlichere Beschreibung der Eigenschaften findet sich in einem 1748 veröffentlichten Bericht von Antonio da Ulloa.
Das Problem der Platinschmelze wurde im 19. Jahrhundert von dem deutschen Chemiker Heraeus gelöst.
Vorkommen
Südafrika, Russland (vor allem nördlicher Ural), Kanada und Kolumbien.
Gewinnung und Darstellung
Metallisches Platin (Platinseifen) wird heute praktisch nicht mehr abgebaut. Platinbergwerke gibt es nur in Südafrika (Transvaal). Platinquellen sind auch die Buntmetallerzeugung (Kupfer und Nickel) in Sudbury (Ontario) und Norilsk (Russland). Hier fallen die Platingruppenmetalle als Nebenprodukt an. Als Platinnebenmetall bezeichnet man fünf Metalle, die in ihrem chemischen Verhalten dem Platin so ähneln, dass die Trennung und Reindarstellung ursprünglich große Schwierigkeiten machte. 1803 wurden Iridium, Osmium, Palladium, Rhodium, und 1844 wurde Ruthenium entdeckt.
Eigenschaften
Das sehr korrosionsbeständige, schmiedbare und weiche Schwermetall zeigt im reinen, polierten Zustand den sog. Dunkelglanz.
Sowohl Wasserstoff als auch Sauerstoff und andere Gase werden von Platin im aktivierten Zustand gebunden. Es besitzt daher sehr bemerkenswerte katalytische Eigenschaften; Wasserstoff und Sauerstoff reagieren in seiner Anwesenheit explosiv miteinander zu Wasser. Allerdings werden Platinkatalysatoren schnell durch Alterung und Verunreinigungen inaktiv (vergiftet).
Die hohe Haltbarkeit und Anlaufbeständigkeit und Seltenheit eignen Platin besonders zur Herstellung von hochwertigen Schmuckwaren.
Platin zeigt, wie auch die anderen Metalle der Platingruppe, ein widersprüchliches Verhalten. Einerseits ist es edelmetalltypisch chemisch träge, andererseits hochreaktiv, katalytisch-selektiv gegenüber bestimmten Substanzen und Reaktionsbedingungen.
Auch bei hohen Temperaturen zeigt Platin ein stabiles Verhalten. Es ist daher für viele industrielle Anwendungen interessant.
In Salz- und Salpetersäure ist es unlöslich. Von Königswasser wird es unter Bildung von rotbrauner Hexachloroplatin(IV)-säure angegriffen. Auch von Alkali-, Peroxid-, Nitrat-, Cyanid- und anderen Salzschmelzen wird Platin angegriffen. Viele Metalle bilden mit Platin Legierungen, beispielsweise Eisen, Nickel, Kupfer, Kobalt, Gold, Wolfram, Gallium, Zinn, etc. Besonders hervorzuheben ist, dass Platin zum Teil unter Verbindungsbildung mit heißem Schwefel, Phosphor, Bor, Silicium, Kohlenstoff in jeder Form reagiert, das heißt auch in heißen Flammengasen. Auch viele Oxide reagieren mit Platin, weshalb auch nur bestimmte Werkstoffe als Tiegelmaterial eingesetzt werden können. Beim Schmelzen des Metalls mit beispielsweise Propan-Sauerstoff muss deshalb mit neutraler bis schwachoxidierender Flamme gearbeitet werden. Beste Möglichkeit ist das flammenfreie elektrisch-induktive Heizen des Schmelzgutes in Zirkonoxidkeramiken.
Verwendung
Aufgrund ihrer Verfügbarkeit und der hervorragenden Eigenschaften eignen Platin und Platinlegierungen sich hervorragend für zahlreiche unterschiedliche Einsatzgebiete. So ist Platin ein favorisiertes Material zur Herstellung von Laborgeräten. Da Platin keine Flammenfärbung erzeugt, werden z.B. dünne Platindrähte verwendet, um Stoffproben in die Flamme eines Bunsenbrenners zu halten.
Platin wird darüber hinaus in einer nahezu unüberschaubare Anzahl von Bereichen verwendet:
- Schmuckwaren
- Thermoelemente
- Heizleiter
- Kontaktwerkstoffe
- Katalysatoren
- Wasserstoffspeicher
- Magnetwerkstoffe
- Chemischer Apparatebau
- Schmelztiegel für die Glasherstellung
- Glaseinschmelzlegierungen
- Medizinische Implantate, Zahnersatz
- Herzschrittmacher
- Schubdüsen, Verkleidungen für Raketen
- Arzneimittel gegen Krebs (Cytostatika, beispielsweise Cisplatin)
- Schreibfedern
- Spinndüsen
- Platinspiegel (Spiegel und Glasfenster die nur auf der vom Glas abgewandten Seite reflektieren.)
- Döbereinersches Feuerzeug (hist.)
Das Internationale Kilogrammprototyp, das in einem Tresor des Internationalen Büros für Gewichte und Maße (BIPM) in Sèvres bei Paris aufbewahrt wird, besteht aus einer Legierung von 90% Platin und 10% Iridium.
Aus der selben Legierung besteht das Internationale Meterprototyp von 1889, das bis 1960 das Meter definierte.
Sicherheitshinweise
Platin ist normalerweise nicht gesundheitsschädigend. Seine Verbindungen sollten als hochtoxisch angesehen werden. Einige Platinverbindungen (z.B. Cisplatin, Carboplatin) werden zur Chemotherapie gegen Krebs eingesetzt.
Verbindungen
- Platin(VI)-oxid (PtO3)
- Platin(II)-chlorid (PtCl2)
- Tetrachloroplatin(II)-säure (H2PtCl4)
- Hexachloroplatin(IV)-säure (H2PtCl6)
- Platin(IV)-fluorid (PtF4)
- Platin(V)-fluorid (PtF5)
- Platin(VI)-fluorid (PtF6)
- Platin(II)-bromid (PtBr2)
- Platin(IV)-bromid (PtBr4)
- Platin(II)-iodid (PtI2)
- Platin(IV)-iodid (PtI4)
Ein Beispiel für eine Verbindung mit Platin in der Oxidationstufe 0 ist
- Tetrakis(triphenylphosphin)platin (Pt(PPh3)4)
Weblinks
- [http://periodic.lanl.gov/elements/78.html Los Alamos National Laboratory - Platinum]
- [http://www.vanderkrogt.net/elements/elem/pt.html A balanced historical account of the sequence of discoveries of platinum; illustrated.]
- [http://www.webelements.com/webelements/elements/text/Pt/index.html WebElements.com - Platinum]
- [http://environmentalchemistry.com/yogi/periodic/Pt.html EnvironmentalChemistry.com - Platinum]
- [http://www.taprofessional.de/charts/Platin-Unze-Line-Chart.htm Charts: Kurs/Preis-Entwicklung Platin in Dollar]
Kategorie:Chemisches Element
Kategorie:Gruppe-10-Element
Kategorie:Periode-6-Element
Kategorie:Übergangsmetall
Kategorie:Katalysator
Kategorie:Edles Material
ja:プラチナ
simple:Platinum
Chemisches ElementStoffe, die ausschließlich aus Atomen mit gleicher Anzahl an Protonen im Kern (Kernladungszahl) bestehen, bezeichnet man als chemische Elemente. Sie treten im Universum mit einer bestimmten Elementhäufigkeit auf. Im Gegensatz zu den Elementen stehen die Verbindungen und die Stoffgemische.
Früher war die Definition dieses Begriffs intuitiver, aber unpräziser:
Robert Boyle definierte ein chemisches Element als einen Reinstoff, der mit chemischen Methoden nicht weiter zerlegt werden kann.
Diese Definition hat den Nachteil, dass man nie sicher sein kann, ob man die chemischen Methoden völlig ausgeschöpft hat. Hätte man es z. B. im Labor nicht geschafft, Wasser zu zerlegen, so hätte man es als Element einordnen müssen.
Der heutige Element-Begriff, der für die Stoffe eine Einteilung nach ihren Bestandteilen, den Atomen, vornimmt, ist abstrakter, dafür aber präzise.
Seine praktische Bedeutung liegt darin, dass er Atome mit gleichem chemischen Verhalten (dem Verhalten bei chemischen Reaktionen) zusammenfasst. Das physikalische Verhalten von Atomen ein und desselben Elements kann dabei durchaus unterschiedlich sein, z. B. können die Atome eines Elements sich in der Masse unterscheiden (Isotope) und bei nuklearen Reaktionen unterschiedlich verhalten.
Nach der Kernladungszahl (auch Ordnungszahl) ihrer Atome ordnet man die Elemente im Periodensystem der Elemente (PSE) an. Dieses System wurde vom russischen Gelehrten Dmitri Iwanowitsch Mendelejew zeitgleich mit dem deutschen Lothar Meyer 1869 begründet.
Kernladungszahl und Masse
Die Erklärungen dafür, dass die Massezahl nicht genau dem Vielfachen der Masse des Wasserstoffatoms entspricht, sind:
- Protonen und Neutronen, die den Hauptanteil der Masse bilden, sind fast, jedoch nicht genau, gleich schwer.
- Natürliche Elemente bestehen aus einer Mischung von Atomen mit unterschiedlicher Neutronenzahl. Eine Atomart überwiegt meist bei weitem, diese bestimmt dann die Massenzahl (Ausnahme Chlor Cl mit der 35,5-fachen Masse)
- Das natürliche Mischverhältnis ist bei einem Element meist gleich (Ausnahme ist Blei, das unterschiedliche durchschnittliche Atommassen zeigt, wenn man es aus verschiedenen Lagerstätten gewinnt)
- Bei sehr genauen Messungen zeigt sich die Bindungsenergie als Massendefekt, so dass die Kernmasse stets minimal kleiner ist als die Summe der Massen der Protonen und Neutronen.
Rein- und Mischelemente
Der Kern des Wasserstoffs besteht fast immer aus nur einem Proton. Wasserstoff mit einem Proton und einem Neutron im Kern (Deuterium) tritt in natürlichem Wasserstoff mit einem Anteil von 0,015 % auf.
Der Heliumkern besteht aus zwei Protonen und zwei Neutronen. Es existieren aber auch Helium-Atome, die zwei Protonen, aber nur ein Neutron, enthalten. Diese treten in natürlichem Helium jedoch nur mit einem Anteil von 0,000137 % auf.
Chlor (17 Protonen) besteht aus einer Mischung aus Atomen mit 18 Neutronen (75,8 %) und 20 Neutronen (24,2 %).
Chemische Elemente, die nur aus einer Atomart bestehen, heißen Reinelemente, wenn sie dagegen aus zwei oder mehr Atomarten bestehen, heißen sie Mischelemente.
Atome des gleichen Elements mit unterschiedlicher Neutronenzahl nennt man Isotope.
Chemische Verbindungen
Chemische Elemente können, bis auf wenige Ausnahmen, chemische Verbindungen eingehen.
Dabei sind mehrere der elementaren Atome zu Molekülen zusammengeschlossen.
Natürliche oder künstliche Stoffe sind entweder Elemente oder Verbindungen.
Gewöhnliches Wasser H2O ist eine Verbindung aus den Elementen Wasserstoff H (2 Atome pro Molekül) und Sauerstoff (1 Atom pro Molekül). Metalle wie Eisen Fe oder Kupfer Cu sind dagegen stets Elemente.
Elemente können auch eine Verbindung mit sich selbst eingehen. Bei vielen Gasen wie Chlor Cl oder Fluor F verbinden sich zwei Atome desselben Elements zu einem Molekül, also Cl2 bzw. F2.
Die Entstehung von Elementen
Bereits beim Urknall entstanden die leichten Elemente Wasserstoff (ca. 75%) und Helium (ca. 25%), zusammen mit geringen Mengen Lithium und Beryllium.
Schwerere Elemente entstehen im Universum durch Kernreaktionen in den Sternen (meist durch Kernfusion). Am Anfang steht der Wasserstoff mit einem Atomgewicht von ca. 1,0 (ein Proton). In Hauptreihen-Sternen, wie auch unserer Sonne, verschmilzt unter hoher Temperatur (mehrere Millionen C°) und hohem Druck Wasserstoff zu Helium. (Atomgewicht ca. 4,0) Dabei verschmelzen 4 Wasserstoffatomkerne über mehrere Zwischenstufen zu einem Heliumatomkern. Dieser ist ein wenig leichter als die vier Protonen zusammen, die Massendifferenz wird als Energie in Form von (Gamma-)Strahlung frei.
Die Fusion geht auf diese Art (Atome mit geringerer Protonenzahl und Atomgewicht verschmelzen zu höheren unter Abgabe von Energie) in den meisten Sternen bis zum Kohlenstoff, in massereichen bis zum Eisen weiter. Die Energieausbeute wird dabei immer geringer. Eisen ist der am dichtesten gepackte Atomkern, bei Fusionsreaktionen darüber hinaus wird Energie verbraucht anstatt freigesetzt. Sterne sind auf Energiegewinnung aus Kernfusion angewiesen, um ihren Gravitationskollaps aufzuhalten, daher können derartige Reaktionen nicht in nennenswertem Umfang stattfinden.
Elemente schwerer als Eisen entstehen in Sternen am Ende ihrer Lebensdauer. Dabei fangen Atomkerne Neutronen ein und werden so in Elemente höherer Ordnungszahl umgewandelt. Dies geschieht im sogenannten s-Prozess (bei massearmen Sternen) oder im r-Prozess (bei massereichen Sternen während einer Supernova).
Ein Stern verliert am Ende seiner Lebensdauer große Mengen Material (kontinuierlich durch Sonnenwind oder explosiv in einer Supernova), dadurch gelangen die entstandenen Elemente zurück in das interstellare Medium. Jüngere Sternensysteme enthalten daher bereits von Anfang an auch geringe Mengen schwererer Elemente, die z.B. Planeten wie in unserem Sonnensystem bilden können.
Liste chemischer Elemente
A Actinium - Aluminium - Americium - Antimon - Argon - Arsen - Astat
B Barium - Berkelium - Beryllium - Bismut - Blei - Bohrium - Bor - Brom
C Cadmium - Cäsium - Calcium - Californium - Cer - Chlor - Chrom - Curium
D Darmstadtium - Dubnium - Dysprosium
E Einsteinium - Eisen - Erbium - Europium
F Fermium - Fluor - Francium
G Gadolinium - Gallium - Germanium - Gold
H Hafnium - Hassium - Helium - Holmium
I Indium - Iod - Iridium
J Jod siehe Iod
K Kalium - Kobalt - Kohlenstoff - Krypton - Kupfer
L Lanthan - Lawrencium - Lithium - Lutetium
M Magnesium - Mangan - Meitnerium - Mendelevium - Molybdän
N Natrium - Neodym - Neon - Neptunium - Nickel - Niob - Nobelium
O Osmium
P Palladium - Phosphor - Platin - Plutonium - Polonium - Praseodym - Promethium - Protactinium
Q Quecksilber
R Radium - Radon - Rhenium - Rhodium - Roentgenium - Rubidium - Ruthenium - Rutherfordium
S Samarium - Sauerstoff - Scandium - Schwefel - Seaborgium - Selen - Silber - Silizium - Stickstoff - Strontium
T Tantal - Technetium - Tellur - Terbium - Thallium - Thorium - Thulium - Titan
U Unnilpentium ( - ) - Unnilquadium ( - ) - Ununoctium - Ununhexium - Ununquadium - Ununbium - Ununtrium - Ununpentium - Ununseptium - Ununnilium ( - ) - Uran
V Vanadium
W Wasserstoff - Wolfram
X Xenon
Y Ytterbium - Yttrium
Z Zink - Zinn - Zirkonium
- veralteter Name
weitere Darstellungsformen
- Sortierung nach Symbol
- Liste der chemischen Elemente nach der Ordnungszahl
- Periodensystem
- Periodensystem mit Elektronenkonfiguration
Literatur
- Lucien F. Trueb: Die chemischen Elemente. Ein Streifzug durch das Periodensystem. S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-7776-1356-8
Weblinks
- [http://www.chemieseite.de/ www.chemieseite.de] enthält ausführliche Beschreibungen der Hauptelemente.
- [http://chemlab.pc.maricopa.edu/periodic/lyrics.html] Lied der chemischen Elemente
Kategorie:Chemie
Siehe auch
- Elektronegativitäten der Elemente,
- Elementnamensgebungskontroverse,
- Systematische Elementnamen,
- Verdampfungswärme der chemischen Elemente
- Nebulium
- Kalzium ist ein Computerprogramm für das Betriebssystem Linux, das sehr viele Informationen zum Periodensystem und den Elementen bietet.
- Phlogiston
- Nukleosynthese
ja:元素
ko:화학 원소
ms:Unsur kimia
simple:Element
th:ธาตุเคมี
Ordnungszahl
Die Ordnungszahl, auch Atomnummer oder Kernladungszahl, gibt die Anzahl der Protonen in einem Atomkern an. Ihr Formelzeichen ist Z. Atome mit gleicher Ordnungszahl gehören zum selben Element und haben somit das gleiche Verhalten bei chemischen Reaktionen.
Sie wird links unten neben dem Elementsymbol angegeben, Beispiele:
:1H (Wasserstoff) oder 8O (Sauerstoff)
Da aber das Elementsymbol eindeutig die Ordnungszahl bestimmt, wird die Ordnungszahl selten – meist nur in tabellarischen Übersichten – in dieser Form angegeben.
Siehe auch: Massenzahl, Isotop, Periodensystem
Kategorie:Atomphysik
Kategorie:Kernphysik
als:Ordnungszahl
ja:原子番号
ko:원자 번호
th:เลขอะตอม
ÜbergangsmetalleDie 44 chemischen Elemente mit den Ordnungszahlen von 21 bis 30, 39 bis 48 und 57 bis 80 werden üblicherweise als Übergangsmetalle bezeichnet. Dieser Name ist in ihrer Position im Periodensystem begründet, da sich dort der Übergang durch die aufeinanderfolgende Zunahme von Elektronen in den d-Atomorbital entlang jeder Periode zeigt. Übergangselemente werden chemisch als Elemente, die zumindest ein Ion mit einer teilweise d-Schale ausbilden, definiert.
Beispiele für Übergangsmetalle
Ion
Ion
Elektronenkonfiguration
Hauptgruppenelemente, die sich im Periodensystem vor den Übergangsmetallen befinden (also die Element Nummer 1 bis 20) haben keine Elektronen in den d- Orbitalen, sondern nur in den s- und p-Orbitalen (obwohl angenommen wird, dass die leeren d-Orbitale im Verhalten solcher Elemente wie Silizium, Phosphor and Schwefel eine Rolle spielen).
Bei den d-Block-Elementen von Scandium bis Zink, werden die d-Orbitale entlang der Periode aufgefüllt. Außer Kupfer und Chrom haben alle d-Block-Element zwei Elektronen in ihrem äußeren s-Orbital, selbst Elemente mit unvollständigen 3d-Orbitalen. Das ist ungewöhnlich: niedrigere Orbitale werden normalerweise vor den äußeren Schalen aufgefüllt. Die s-Orbitale in den d-Block-Elementen befinden sich aber in einem niedrigeren Energiezustand als die d-Unterschalen. Da Atome bestrebt sind, einen möglichst niedrigen Energiezustand einzunehmen, werden die s-Schalen zuerst aufgefüllt. Die Ausnahmen bei Chrom und Kupfer – die nur ein Elektron in ihrem äußeren Orbital besitzen – sind durch Elektronenabstoßung begründet. Das Aufteilen der Elektronen auf s- und d-Orbitale führt zu niedrigeren Energiezuständen für die Atome als zwei Elektronen im äußeren s-Orbital zu platzieren.
Nicht alle d-Block-Elemente sind Übergangsmetalle. Scandium und Zink passen nicht in die oben angegebene Definition. Scandium hat ein Elektron in seiner d-Unterschale und 2 Elektronen im äußeren s-Orbital. Da das einzige Scandiumion (Sc3+) keine Elektronen im d-Orbital hat, kann es natürlich auch kein "teilweise gefülltes" d-Orbital haben. Ähnliches gilt für Zink, da sein einziges Ion, Zn2+, ein vollständig gefülltes d-Orbital hat.
Chemische Eigenschaften
Übergangselemente zeichnen sich im allgemeinen durch hohe Zugfestigkeit, Dichte, Schmelzpunkte und Siedepunkte aus. So wie andere Eigenschaften der Übergangsmetalle sind auch diese auf die Fähigkeit der Elektronen der d-Orbitale zurückzuführen, innerhalb des Metallgitters delokalisiert zu sein. In metallischen Stoffen ist es so, dass die Eigenschaften um so stärker sind, je mehr Elektronen zwischen den Kernen aufgeteilt werden.
Es gibt vier typische Eigenschaften von Übergangsmetallen:
- Sie bilden gefärbte Verbindungen
- Sie können sehr viele verschiedene Oxidationszustände einnehmen
- Sie sind gute Katalysatoren
- Sie bilden Komplexe
Oxidationszustände
Im Vergleich zu Elementen der II. Gruppe wie Calcium gibt es die Ionen der Übergangselemente in zahlreichen Oxidationszuständen. Calciumionen verlieren üblicherweise nicht mehr als zwei Elektronen, wohingegen Übergangselemente bis zu neun abgeben können. Wenn man die Ionisationsenthalpien beider Gruppen betrachtet, erkennt man auch den Grund dafür. Die Energie, die zur Entfernung von Elektronen von Calcium notwendig ist, ist niedrig, solange bis man versucht, Elektronen unterhalb seiner äußeren beiden s-Orbitale zu entfernen. Ca3+ hat eine Ionisationsenthalpie, die so hoch ist, dass es normalerweise nicht vorkommt. Übergangselemente wie Vanadium dagegen haben wegen der geringen Energiedifferenz zwischen den 3d- und 4s-Orbitalen ziemlich linear ansteigende Ionisationsenthalpien entlang ihrer s- und d-Orbitale. Übergangselemente kommen daher auch mit sehr hohen Oxidationszahlen vor.
Entlang einer Periode kann man bestimmte Verhaltensmuster erkennen:
- Die Anzahl der Oxidationszustände nimmt bis zum Mangan zu und sinkt dann wieder. Das ist auf die stärkere Anziehungskraft der Protonen im Kern zurückzuführen, wodurch die Abgabe von Elektronen erschwert wird.
- Die Elemente in ihren niedrigen Oxidationsstufen kommen normalerweise als einfache Ionen vor. In höheren Oxidationsstufen sind sie üblicherweise kovalent an andere elektronegative Elemente wie Sauerstoff oder Fluor gebunden, oft als Anionen.
Eigenschaften in Abhängigkeit vom Oxidationszustand:
- Höhere Oxidationsstufen werden entlang der Periode weniger stabil.
- Ionen in höheren Oxidationsstufen sind gute Oxidationsmittel, wohingegen Elemente in niedrigen Oxidationsstufen Reduktionsmittel sind.
- Die (2+)-Ionen beginnen am Anfang der Periode als starke Reduktionsmittel und werden dann immer stabiler.
- Die (3+)-Ionen dagegen beginnen stabil und werden dann immer bessere Oxidationsmittel.
Katalytische Aktivität
Übergangsmetalle sind gute homogene oder heterogene Katalysatoren, z.B. ist Eisen der Katalysator für das Haber-Bosch-Verfahren. Nickel und Platin werden für die Hydrierung von Alkenen verwendet. Palladium (Pd) wird gerne für die katalytische Verknüpfung von C-C Bindungen genommen (Suzuki, Heck, Stille etc.). Rhodium (Rh), Iridium (Ir) und Ruthenium (Ru) werden z.B. in der asymmetischen Hydrierung prochiraler Moleküle eingesetzt. In den meisten Fällen werden hier Phosphor-Verbindungen als Liganden für die Stereokontrolle eingesetzt. Die bekanntesten Liganden sind z.B. BINAP von R. Noyori (Nobelpreis 2001), DIOP von Kagan, JosiPhos/WalPhos, und DuPhos. Alle genannten Liganden haben gemeinsam das sie bidentat und chelatisierend sind, sprich zwei Phosphoratome besitzen, welche wie eine Zange an das Übergangsmetall "binden".
Farbige Verbindungen
Wenn sich die Frequenz elektromagnetischer Strahlung verändert, nehmen wir verschiedene Farben wahr. Sie resultieren aus der unterschiedlichen Zusammensetzung von Licht, nachdem es nach Kontakt mit einem Stoff reflektiert, transmittiert oder absorbiert wurde – man spricht auch von Remission. Wegen ihrer Struktur bilden Übergangsmetalle viele verschiedene farbige Ionen und Komplexe aus. Die Farben unterscheiden sich sogar bei ein und demselben Element – MnO4− (Mn in der Oxidationsstufe +7) ist violette Verbindung, Mn2+ ist aber blassrosa.
Komplexbildung kann eine wesentliche Rolle bei der Farbgebung spielen. Die Liganden haben nämlich einen großen Einfluss auf die 3d-Schale. Sie ziehen teilweise die 3d-Elektronen an und spalten sie in höhere und niedrigere (in Bezug auf die Energie) Gruppen. Elektromagnetische Strahlung wird nur absorbiert, wenn die ihre Frequenz proportional zur Energiedifferenz zweier Energiezustände des Atoms ist (wegen der Formel E=hν.) Wenn Licht auf ein Atom mit aufgespaltenen 3d-Orbitalen trifft, werden manche Elektronen in den höheren Zustand angehoben. Verglichen mit einem nichtkomplexierten Ion können verschiedene Frequenzen absorbiert werden, und deshalb kann man auch verschiedene Farben beobachten.
Die Farbe eines Komplexes hängt ab von:
- der Art des Metallions, genau genommen von der Anzahl der Elektronen in den d-Orbitalen
- der Anordnung der Liganden um das Metallion (Komplexisomere können verschiedene Farben annehmen)
- der Art der Liganden um das Metallion. Je stärker sie Liganden sind, desto größer ist die Energiedifferenz zwischen den beiden aufgespaltenen 3d-Gruppen.
Die Komplexe des d-Block-Elements Zink (streng genommen kein Übergangselement) sind farblos, da die 3d-Orbitale voll sind und daher auch keine Elektronen angehoben werden können.
Kategorie:Stoffgruppe
ja:遷移元素
Julius Caesar ScaligerJulius Caesar Scaliger ( - 23. April 1484 in Riva del Garda, † 21. Oktober 1558 in Agen, Lot-et-Garonne) war ein humanistischer Gelehrter.
Nach eigener Darstellung war er ein Mitglied der Familie der Scaliger (della Scala), die etwa 150 Jahre lang die Herren von Verona waren. Als er 12 Jahre alt war, sei er von Kaiser Maximilian I. unter seine Pagen aufgenommen worden, habe 17 Jahre im Dienst des Kaisers verbrachte, und sich als Soldat und Hauptmann ausgezeichnet. In dieser Zeit will er mit den wichtigsten Gelehrten und Künstlern der Zeit korrespondiert und bei Albrecht Dürer studiert haben. Nach der Schlacht von Ravenna 1512, in der er Vater und Bruder verlor, habe er die höchsten Ehren des Rittertums von seinem kaiserlichen Verwandten erhalten, die jedoch rein symbolisch blieben und nicht zu seinem Wohlstand beitrugen.
Er verließ den kaiserlichen Dienst, und nach einer kurzen Beschäftigung bei einem anderen Verwandten, dem Herzog von Ferrara, entschied er sich, das Militär zu verlassen. 1514 schrieb er sich als Student an der Universität Bologna ein, wo er den geistlichen Weg einschlug, in der Erwartung Kardinal und schließlich Papst zu werden, als der er den Venezianern das Fürstentum Verona entreißen würde, aus der die Republik seine Vorfahren vertrieben hatte. Er gab diesen Plan bald auf, blieb aber an der Universität bis 1519.
Die nächsten sechs Jahre verbrachte er nach eigener Angabe auf dem Schloss Vico Nuovo im Piemont als Gast der Familie della Rovere, wobei er seine Zeit im Sommer mit militärischen Expeditionen, im Winter mit Studien in Medizin und Naturgeschichte verbrachte, bis die Gicht ihn zwang, seine militärische Karriere aufzugeben, und sich vollständig seinen Studien zu widmen. 1525 begleitete er M. A. della Rovere, den Bischof von Agen, als Arzt in dessen Diözese. Soweit sein eigener Bericht über die ersten 40 Jahre seines Lebens. Einige Zeit nach seinem Tod behaupteten Gegner seines Sohnes Joseph Justus Scaliger, dass er nicht aus des Familie della Scala stamme, sondern der Sohn von Benedetto Bordone sei, einem Beleuchter oder Lehrer aus Verona, dass er in Padua erzogen worden sei, wo er den Grad eines M.D. erlangte, und dass die Geschichte seines Lebens reine Erfindung sei. Seine Biografie bis hier hin wird auch nur durch seine eigenen Aussagen gestützt, von denen tatsächlich einige mit aus anderen Quellen bekannten Fakten nicht in Einklang zu bringen sind.
Die verbleibenden 32 Jahre seines Lebens verbrachte er fast ausschließlich in Agen. Sie verliefen ohne Abenteuer, sogar fast ereignislos, aber während dieser Zeit erwarb er so große Verdienste, dass er bei seinem Tod 1558 höchsten literarischen und wissenschaftlichen Ruf in Europa genoss. Wenige Tage nach seiner Ankunft in Agen verliebte er sich in eine 13jährige Waise, Andiette de Roques Lobejac, die Eheschließung wurde jedoch durch ihre Verwandten verhindert, die vorgaben, sie sei bereits mit einem unbekannten Abenteurer verheiratet; drei Jahre später, 1528, hatte er bereits so viel Ansehen als Arzt erworben, dass die Einwände der Familie hinfällig waren, und er als 45-jähriger Andiette heirateten konnte, die zu der Zeit 16 war. Die Ehe hatte Bestand, Andiette brachte 15 Kinder zur Welt, von denen das zehnte (der dritte Sohn) Joseph Justus Scaliger war.
Die Bekanntschaft mit dem Pestarzt Nostradamus, der sich 1533-1535 in Agen aufhielt, und von dem er sich im Streit trennte, und eine Anklage wegen Häresie im Jahr 1538, von der ihn ihm freundlich gesinnte Richter, darunter sein Freund Arnoul Le Ferron, freisprachen, sind die einzigen interessanten Ereignisse in diesen Jahren, neben der Publikation seiner Bücher und den Streitigkeiten, zu denen sie Anlass gaben. 1531 druckte er seine erste Rede gegen Erasmus von Rotterdam, eine Verteidigung Ciceros und der Ciceronen, eine leidenschaftliche Schmähschrift, die wie alle seine folgenden Werke eine erstaunliche Kenntnis des Lateinischen zeigt, glänzende Rhetorik beweist, aber voller ordinärer Verbalinjurien ist, und an Erasmus’ Argumenten völlig vorbei geht.
Seine Empörung, als er seine Rede mit leiser Verachtung durch den großer Gelehrten behandelt sah, der annahm, es handele sich um die Arbeit eines persönlichen Feindes (Meander), brachte ihn dazu, eine zweite Rede zu schreiben, brutaler als die erste, beleidigender, mit mehr Selbstbeweihräucherung, aber mit weniger tatsächlichem Inhalt. Ähnliche Fehden zu wissenschaftlichen Fragen führte er mit François Rabelais und Gerolamo Cardano.
Den Reden ließ er eine riesige Menge lateinischer Verse folgen, die er 1533, 1534, 1539, 1546 und 1547 veröffentlichte, und zu denen sich ein freundlicher Kritiker, Mark Pattison, bemüßigt fühlte, das Urteil Pierre Daniel Huets heranzuziehen, der sagte: „par ses poésies brutes et informes Scaliger a deshonoré le Parnasse“; ihre zahlreichen Ausgaben zeigen jedoch, dass sie nicht nur seinen Zeitgenossen gefielen, sondern auch späteren Gelehrten. Eine kurzes Traktat über komische Metriken (De comicis dimensionibus) und ein Werk De causis linguae latinae (1540) – die früheste lateinische Grammatik nach wissenschaftlicher Methode – waren seine einzigen weiteren rein literarischen Arbeiten, die zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurden.
Sein bedeutendstes Werk, die Poetices libri septem erschien 1561, also nach seinem Tod. Mit vielen Widersprüchen, mit vielen verächtlichen Kritiken, und vielen unanständigen Beweisen persönlicher Feindseligkeiten – insbesondere in Bezug auf Etienne Dolet, über dessen Tod er sich mit brutaler Boshaftigkeit freute – zeigt es dennoch zum ersten Mal, was eine derartige Abhandlung sein und wie sie geschrieben werden sollte.
Es ist jedoch als Philosoph und Wissenschaftler, als der Scaliger gesehen werden sollte. Klassische Studien betrachtete er als angenehme Entspannung von ernsthafteren Themen. Wie auch immer seine ersten 40 Jahre gewesen sein mögen, er war sicher ein präziser Beobachter, und machte sich selbst vertraut mit vielen merkwürdigen und wenig bekannten Phänomenen, die er in einem hervorragenden Gedächtnis abspeicherte.
Seinen wissenschaftlichen Werke gab er durchweg die Form eines Kommentars, und es dauerte bis zu seinem 70. Lebensjahr (mit Ausnahme eines kurzen Traktats über De somniis von Hippokrates, 1539), dass er eines von ihnen als ausreichend abgeschlossen betrachtete, um es in die Welt hinaus zu lassen. 1556 druckte er seinen Dialogue über Pflanzen (De plantis), den er Aristoteles widmete, 1557 seine Exercitationes zu De subtilitate von Cardano. Seine übrigen Arbeiten, einen Kommentar zu Theophrast von Hohenheims De causis plantarum und eine Übersetzung von Aristoteles’ Zoologie, hinterließ er mehr oder weniger unvollendet, sie wurden erst nach seinem Tod, 1566 beziehungsweise 1619, gedruckt. Alle diese Schriften verströmen einen arroganten Dogmatismus und Heftigkeit der Sprache, eine konstante Tendenz zur Glorifizierung des Autors, seltsam kombiniert mit umfangreichem tatsächlichem Wissen und scharfer Schlussfolgerung, sowie einer bislang nicht erreichten Beachtung von Fakten und Details.
Dass er dabei in jeder Art und Weise die induktive Philosophie vorwegnahm, kann nicht ausgefochten werden; seine botanischen Studien führten ihn jedoch nicht, wie seinen Zeitgenossen Konrad von Gesner, zu dem Gedanken einer natürlichen Klassifikation, und er wies auch mit äußersten Arroganz und schärfsten Worten die Entdeckungen von Kopernikus zurück. In der Metaphysik und der Naturgeschichte war Aristoteles für ihn Gesetz, in der Medizin Galen, wobei er gleichzeitig aber auch kein Sklave weder des Textes noch der Details blieb. Er hat ihre Prinzipien gründlich aufgenommen, und war auch in der Lage zu sehen, wo seine Meister sich selbst untreu wurden: er korrigiert Aristoteles, wo er es kann.
Er ist in diesem Stadium, als er den Versuch macht, das geschriebene Wort mit den tatsächlichen Gegebenheiten in Einklang zu bringen, und das Folge ist, dass seine Ergebnisse keinen wirklichen wissenschaftlichen Wert haben. Ihr Interesse ist rein historisch. Sein Exercitationes zu De subtilitate von Cardan (1551) ist das Buch, durch das er als Philosoph am besten bekannt ist. Seine zahlreichen Ausgaben sind Zeugen seiner Popularität, und bis zum Fall von Aristoteles’ Weltsicht blieb es eine beliebte Lektüre. Man ist erstaunt über das enzyklopädische Wissen, das die Exercitationes zeigen, über die Kraft im Stil des Autors, über die Genauigkeit seiner Beobachtungen, muss aber Gabriel Naudé zustimmen, dass er mehr Fehler machte, als er selbst bei Cardan entdeckte, und mit Charles Nisard, dass seine Aussagen alles zu widerlegen scheinen, was Cardan bekräftigt, und alles bekräftigt, was Cardan ablehnt. Andererseits anerkennen ihn Gottfried Wilhelm Leibniz und William Hamilton als den besten Vertreter der Physik und Metaphysik des Aristoteles.
Werke
- Luc Deitz (Hrsg.): Poetices libri septem (lateinisch/deutsch), Frommann-Holzboog
- 1. - Buch 1 und 2, 1994, ISBN 3-7728-1502-2
- 2. - Buch 3, Kapitel 1-94, 1994, ISBN 3-7728-1503-0
- 3. - Buch 3, Kapitel 95-126. Buch 4, 1995, ISBN 3-7728-1504-9
- 4. - Buch 5, 1998, ISBN 3-7728-1505-7
- 5. - Buch 6 und 7, 2003, ISBN 3-7728-1506-5
Weblinks
-
Scaliger, Julius Caesar
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Scaliger
Südafrika
Die Republik Südafrika ist ein Staat an der Südspitze Afrikas. Der Nationalfeiertag, Tag der Verfassung (1994), ist der 27. April. Südafrika liegt bei 22 - 35° Süd und 17 - 33° Ost und wird vom Atlantischen und dem Indischen Ozean umschlossen. Das Land grenzt an Namibia, Botswana, Simbabwe, Mosambik und das Swasiland. Lesotho liegt innerhalb der Grenzen Südafrikas.
Geographie
Südafrika hat eine Fläche von 1.219.912 km².
Das Zentralplateau liegt in einer Höhe zwischen 900 und 2.000 Metern. Der zur Küste abfallende Landgürtel mit einer Breite von 20 bis 250 km wird Groot Randkant (Große Randstufe) genannt.
Die Drakensberge durchziehen das Land vom Nordosten bis in die Enklave Lesotho im Südosten, wo sie mit dem Thabana Ntlenyana ihren höchsten Punkt (3.482 m über NN) erreichen. Höchster Berg Südafrikas ist der Njesuthi mit 3.446 m. Nordwestlich von Bloemfontein erstreckt sich die Kalahari-Wüste durch Botswana bis nach Namibia hinein. Am Kaap Agulhas (port.: agulhas = Nadeln), der äußersten Südspitze des Kontinents, treffen sich Atlantik und Indischer Ozean, westlich davon ist das Kap der Guten Hoffnung (Cape of Good Hope oder Kaap van die goeie Hoop).
Die meisten Flüsse Südafrikas entspringen in den Drakensbergen und fließen nach Osten in Richtung Indischer Ozean. Der längste Fluss, der Oranje, mit einer Länge von 1.860 km entspringt auch in den Drakensbergen, fließt aber nach Westen und mündet in den Atlantischen Ozean. Die Augrabiesfälle (Aukoerebis, "Ort des Großen Lärms") des Oranje im Nordwesten des Gordoniadistriktes wurden 1778 von Hendrik Wikar entdeckt, haben eine Breite von ca. 3 km und sind 190 m hoch, davon 146 m im freien Fall. Der Hauptwasserfall ist ca. 150 m breit. Weitere wichtige Flüsse sind der Limpopo, der als Grenzfluss in Nordostrichtung nach ca. 1.600 km in den Indischen Ozean mündet, und der Vaal (1.251 km), ein Nebenfluss des Oranje. Die Wasserstände dieser Flüsse schwanken sehr stark.
Zu Südafrika gehören weiterhin die Prince-Edward-Inseln im südlichen Indischen Ozean. Seine territorialen Ansprüche in der Antarktis und auf die Walfischbucht in Namibia gab Südafrika 1994 auf.
Klima und Vegetation
Das Klima ist durch die Lage am südlichen Wendekreis subtropisch, überwiegend sonnig und trocken. Schnee gibt es im Winter meist nur in den Gebirgen. Die über das Jahr verteilten Niederschläge nehmen von Südosten nach Nordwesten ab, gleichzeitig nehmen die Temperaturen zu.
Durch seine Größe und mehrere Faktoren (Meeresströme, Höhenlage) bedingt, variiert das Klima zwischen den verschiedenen Teilen des Landes:
Das Klima der Westküste ist durch den Benguelastrom aus der Antarktis kühler und trockener. An der Ostküste sorgt der Agulhasstrom aus dem Indischen Ozean für ein eher feuchtes und warmes Klima.
Die Lage auf der Südhalbkugel führt dazu, dass die Jahreszeiten den europäischen entgegengesetzt sind. Im Winter, also zwischen Juni und August, kann in den Drakensbergen, auf dem Highveld und sogar in Johannesburg (1753 m über NN) und Umgebung Schnee liegen, abends und nachts ist es dann sehr kalt. Tagsüber steigen die Temperaturen auf ungefähr 23° C, im Sommer 30° C. Im Boland, der Region um Kapstadt (15 m über NN), herrscht im Winter kühles Klima mit Nieselregen. Von November bis März ist es dort warm bis heiß und trocken. In den Küstengebieten KwaZulu-Natals, u. a. in Durban (5 m über NN) und entlang der Ostküste ist die Luftfeuchtigkeit hoch, es weht jedoch meist ein kühlender Wind vom Meer. Temperaturen hier ganzjährig 25° - 35° C.
Das Plateau im Osten des Landes (Johannesburg eingeschlossen) ist durch warme, aber selten unangenehm heiße Temperaturen gekennzeichnet. In der Karoo-Halbwüste und der Kalahariwüste kommt es dagegen zu extrem hohen Temperaturen.
Am Westkap weht eine ständige, lindernde Brise, die Sommer sind warm und selbst die Winter milde. Die Südküste ist durch ein gemäßigtes Klima charakterisiert.
Es überwiegt eine Trockenvegetation mit ausgedehnten Savannengebieten, die im Westen in die Kalahariwüste und im Südwesten in die Karoo übergehen. Geschlossene Waldbestände finden sich nur im regenstarken Osten und Südosten.
Am Nord- und Westkap wachsen im Frühling prachtvolle Wildblumen. Das Namaqualand (Nord-Kap) ist von Mitte August bis Mitte September ein wahres Blütenmeer.
Die artenreiche Tierwelt wird in Wildschutzgebieten (z. B. dem Kruger-Nationalpark) geschützt.
Siehe auch: Liste der Nationalparks in Südafrika
Liste der Nationalparks in Südafrika
Bevölkerung
Hauptartikel: Bevölkerung Südafrikas
Das Land hat eine kulturell und ethnisch vielfältige Bevölkerung.
Es ist die Heimat verschiedener afrikanischer Völker, von niederländischen, deutschen, französischen, asiatischen und englischen Einwanderern und den sogenannten Coloureds (Farbigen - ein eigentlich rassistischer Ausdruck, der u. a. die Nachfahren der Khoisan, der Sklaven aus dem damals niederländischen Ostindien u. v. a. m. bezeichnet). Der soziale Aufbau ist ebenfalls sehr vielschichtig. Es ist ein multikulturelles Land, obwohl immer noch die Spuren der Apartheid zu finden sind und die Bevölkerungsgruppen häufig getrennt leben.
Südafrika war 2002 zu 58 % urbanisiert, die Bevölkerungsdichte betrug im Jahr 2003 37 Einwohner pro km².
Das Bevölkerungswachstum beträgt 0,8 % pro Jahr, die Kindersterblichkeit 6,9 %.
Es gibt 1.523 Einwohner pro Arzt. Die nutte Alphabetisierung beträgt etwa 85 %.
Die durchschnittliche Lebenserwartung betrug für Frauen ungefähr 46 Jahre, für Männer ein Jahr weniger.
Etwa zwei Drittel der Bevölkerung sind Christen, des weiteren gibt es Anhänger von Stammesreligionen (mehrheitlich Animismus), Muslime (ca. 2 %) und Hindus (1,5 %).
Die Kapprovinzen werden mehrheitlich von Farbigen und Weißen bewohnt.
Es gibt in Südafrika elf Amtssprachen, aus diesem Grund gibt es auch elf verschiedene Bezeichnungen für den Staat Südafrika:
- Afrikaans: Republiek van Suid-Afrika
- Englisch: Republic of South Africa
- isiNdebele: IRiphabliki yeSewula Afrika
- isiXhosa: IRiphabliki yaseMzantsi Afrika
- isiZulu: IRiphabliki yaseNingizimu Afrika
- Nördliches Sotho: Rephaboliki ya Afrika-Borwa
- Sesotho: Rephaboliki ya Afrika Borwa
- Setswana: Rephaboliki ya Aforika Borwa
- Siswati: IRiphabhulikhi yeNingizimu Afrika
- Tshivenda: Riphabuliki ya Afurika Tshipembe
- Xitsonga: Riphabliki ra Afrika Dzonga
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Südafrikas
Siehe auch Transvaal, Südafrikanische Republik und Oranje-Freistaat.
Politik
Hauptartikel: Politische Situation in Südafrika
Politische Situation in Südafrika
Südafrika ist seit 1961 offiziell Republik, die ersten demokratischen Wahlen fanden aber erst nach dem Ende der Apartheid im April 1994 statt. Bis Anfang der 1990er Jahre stand Südafrika unter der Herrschaft der international geächteten Apartheid (der getrennten Entwicklung weißer, schwarzer und farbiger Bevölkerungsgruppen). Eine Wahrheits- und Versöhnungskommission versuchte, diese Zeit aufzubereiten.
Die Legislative besteht aus einem Zweikammerparlament, das sich aus der Nationalversammlung (400 Mitglieder), die nach dem Verhältniswahlrecht gewählt wird, und dem Nationalrat der Provinzen (90 Mitglieder, von denen jede der 9 Provinzen 10 Mitglieder wählt) zusammensetzt.
Der Präsident ist sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef und wird alle 5 Jahre durch die Nationalversammlung gewählt. Derzeitiger Staatschef ist Thabo Mbeki, wie sein Vorgänger Nelson Mandela Angehöriger der Partei und ehemaligen Anti-Apartheidsbewegung African National Congress (Afrikanischer Nationalkongress - ANC).
Provinzen
Hauptartikel: Provinzen Südafrikas
Südafrika ist in neun Provinzen unterteilt: Eastern Cape (Ostkap), Free State (Freistaat), Gauteng, KwaZulu-Natal, Limpopo, Mpumalanga, Northern Cape (Nordkap), Nord West (Nordwest) und Western Cape (Westkap).
Infrastruktur
Flugverkehr
Die South African Airways (SAA) bietet internationale Verbindungen von und zu den Flughäfen in Johannesburg und Kapstadt. Auch andere große internationale Fluggesellschaften wie Lufthansa, British Airways, Swiss Int. Air Lines, Air France oder KLM fliegen täglich nach Johannesburg oder Kapstadt. Für Inlandsflüge in Südafrika oder Flüge in afrikanische Nachbarstaaten bestehen viele Angebote von SAA, Comair, Nationwide, Kulula.com, 1Time, Air Namibia etc. Neben Johannesburg und Kapstadt fliegen sie auch kleinere Flughäfen wie George, Durban, Port Elizabeth, Pretoria oder Bloemfontein an.
Bahnverkehr
In Südafrika verkehren auf einem Schienennetz von rund 24.000 Kilometern häufig Passagierzüge zwischen den größeren Städten, aber auch auf Nebenstrecken. Für den Tourismus gibt es etliche wichtige Bahnverbindungen:
- Trans-Oranje-Express: fährt die Strecke Kapstadt / Durban / Kimberley / Bloemfontein wöchentlich in 37 Stunden
- Trans-Natal-Nacht-Express: fährt täglich in 13,5 Stunden von Durban nach Johannesburg
- Blue Train: der Luxuszug verkehrt zwischen Pretoria und Kapstadt, eine Reservierung elf Monate im Voraus ist empfehlenswert
- Rovos Rail: der historische Zug verkehrt zwischen Pretoria und Kapstadt, die dreitägige Fahrt kostet ab 700 Euro
- siehe auch Kapspur
Busverkehr
Internationale Verbindungen stellen die Linien Intercape Mainliner (Windhoek-Kapstadt) und Translux (Harare-Bulawayo-Johannesburg) her. Translux verkehrt wie die Greyhound Coach Lines, die Baz-Busse und Intercape innerhalb Südafrikas. Die Haltestellen sind oft flexibel.
Straßennetz und Autoverkehr
In Südafrika herrscht Linksverkehr.
Südafrika verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz, mit Autobahnen in und zum Teil zwischen den Großstädten, z. B. die N3-Autobahn zwischen Johannesburg und Durban. Die Höchstgeschwindigkeitsgrenze liegt normalerweise bei 120 km/h auf Autobahnen, bei 100 km/h auf Landstraßen und bei 60 km/h innerhalb der Ortschaften.
Es gibt an allen Flughäfen Autoverleihe (z. B. Avis, Hertz, Budget). Der Südafrikanische Automobilclub (AA) bietet Mitgliedern von Automobilclubs aus anderen Staaten kostenlos ihre Hilfe an. Der AA unterhält eine Pannenhilfe und gibt Straßenkarten sowie Wetterberichte heraus.
Da das öffentliche Transportsystem schlecht ausgebaut ist, sind viele Pendler auf Sammeltaxis und Busse angewiesen. Dies erhöht das Verkehrsaufkommen auf den Straßen erheblich.
Fahrradverkehr
Für viele Südafrikaner ist das Fahrrad ein gebräuchliches Verkehrsmittel. Besonders in ländlichen Gegenden sind Fahrräder für die ärmere Bevölkerung oft das einzige erschwingliche private Transportmittel. Angesichts der bisweilen großen Entfernungen, der Topografie und der klimatischen Verhältnisse sind Fahrradfahrer im Straßenbild dennoch insgesamt recht selten anzutreffen.
In den Städten gibt es aber auch viele Hobby- und Sportradler. Sie werden vom Tri-Cycling Magazine informiert. Radwege existieren nur selten.
Die Argus Tour, die im März auf einer 105 Kilometer langen Route auf der Kap-Halbinsel stattfindet, gilt mit 35.000 Teilnehmern als eine der weltgrößten Eintagesradtouren überhaupt.
Wirtschaft
Hauptartikel: Wirtschaft Südafrikas
Südafrika ist ein wohlhabendes Schwellenland und wird von manchen Beobachtern (UN, EU) sogar schon zur Ersten Welt gerechnet. Es ist reich an Bodenschätzen, hat ein gut entwickeltes Finanz- und Rechtssystem sowie eine allgemein gute Infrastruktur (Kommunikations-, Energie- und Transportwesen).
Obwohl die letzten zehn Jahre vom Wachstum geprägt waren, liegt die Arbeitslosenquote bei etwa 42 % (Stand: Januar 2005), und die Nachwirkung der Apartheid, vor allem Armut und wirtschaftliche Benachteiligung der nicht-weißen Bevölkerung, sind noch nicht beseitigt. Weitere Probleme sind die hohe Kriminalitätsrate, die Korruption und HIV/Aids.
Anfang 2000 kündigte Präsident Thabo Mbeki an, das Wirtschaftswachstum und die Investitionen durch die Auflockerung des Arbeitsrechts, die Privatisierung staatlicher Betriebe und die Senkung der Staatsausgaben zu fördern.
Diese Bestrebungen stoßen auf harten Widerstand von Seiten der organisierten Arbeitnehmerschaft.
Die Einführung von Mindestlöhnen führte in Südafrika zu einer vermehrten Entlassung von nicht mehr bezahlbaren Landarbeitern und zu einer entsprechenden Landflucht und Arbeitslosigkeit.
Ein weiteres Problem der südafrikanischen Wirtschaft ist das fehlende Wissen im Verwaltungsbereich. Öffentliche Stellen wurden in den vergangenen Jahren oftmals an verdiente, aber auch leider inkompetente Widerstandskämpfer gegen das Apartheitsregime vergeben. Diese Praxis wird oftmals in den südafrikanischen Medien als Nepotismus bezeichnet.
Der Beitrag der verschiedenen Wirtschaftssektoren zum Bruttosozialprodukt liegt bei 64 % durch den Dienstleistungssektor und 32 % durch die Industrie, wozu heute auch eine entwickelte Autoindustrie zählt. Obwohl nur 4 % des südafrikanischen Bruttosozialprodukts aus der Landwirtschaft stammen, ist das Land der drittgrößte Exporteur von Agrarprodukten in der Welt. Das Bruttosozialprodukt beträgt 115 Mrd. Euro und ist damit das höchste aller afrikanischer Staaten.
Südafrika ist an mehreren regionalen Wirtschafts- und Entwicklungsprojekten beteiligt:
- NEPAD - New Partnership for Africa's Development
- SADC - Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft
Kultur
Film
Die südafrikanische Carmen-Verfilmung "U-Carmen e-Khayelitsha" von Mark Dornford-May erhielt den Goldenen Bären 2005 in Berlin. Hauptdarstellerin: Pauline Malefane [http://www.n-tv.de/5495439.html]
Literatur
Zwei südafrikanische Schriftsteller wurden bereits mit dem Literaturnobelpreis geehrt. Dies war 1991 Nadine Gordimer und 2003 J. M. Coetzee.
Bibliothekswesen
Hauptartikel: Bibliothekswesen in Südafrika
Feiertage
Per Gesetz werden folgende Tage in Südafrika zu Feiertagen erklärt:
- 1. Januar: Neujahr
- 21. März: Tag der Menschenrechte (Human Rights Day). Jahrestag des Massakers von Sharpeville 1960.
- Karfreitag und Ostermontag (Freitag vor und Montag nach dem Ostersonntag)
- 27. April: Freiheitstag (Freedom Day). Jahrestag der ersten demokratischen Wahlen 1994.
- 1. Mai: Tag der Arbeit
- 16. Juni: Tag der Jugend (Youth Day), früher: Soweto-Tag. Jahrestag des Beginns der Rassenunruhen in Soweto 1976.
- 9. August: Tag der Frauen (Women's Day). Jahrestag der Frauen-Demonstration gegen das Pass-Gesetz 1956.
- 24. September: Tag des Erbes (Heritage Day).
- 16. Dezember: Versöhnungstag (Day of Reconciliation). Jahrestag der Schlacht am Blood River 1838 zwischen Buren und Zulu. Dieser Tag war bereits während der Apartheid als "Gelöbnis-Tag" oder "Schwur-Tag" Feiertag, und bekam 1995 seine neue Bedeutung.
- 25./26. Dezember: Weihnachten
Fallen diese Tage auf einen Sonntag, ist der folgende Montag ein Feiertag.
Probleme des Landes
Trotz der Aufwärtstendenz in Südafrika in den letzten 10 Jahren gibt es noch immer sehr große soziale Probleme. So werden Schwarze auch nach dem Ende der Apartheid meist immer noch weitaus schlechter bezahlt als Weiße. Große Teile der Bevölkerung leben in so genannten Townships. Dabei handelt es sich um Wohnviertel, in denen trotz positiver Entwicklung der Lebensstandard auch heute noch sehr niedrig ist. Aids ist trotz der Bemühungen seitens der Regierung weiterhin ein Hauptproblem. Nach wie vor ungelöst ist die enorm hohe Kriminalitätsrate und die Brutalität der Verbrechen, die sich besonders in den großen Städten manifestieren.
Kriminalität in Südafrika
Die Kriminalität in Südafrika ist ein sehr großes Problem. Das Land hat eine der höchsten Verbrechensraten weltweit. Nur in Kolumbien ist die Lage noch drastischer.
In Südafrika gibt es große soziale Unterschiede. Viele Menschen, besonders die Schwarzen, sind oft arm und arbeitslos. Aus diesem Grund muss Südafrika mit einer hohen Kriminalitätsrate kämpfen. Unter dem Apartheidsregime gab es eine brutale Polizeibehörde, die das Problem größtenteils mit nicht zu rechtfertigenden Methoden zu lösen versuchte. Nach dem Übergang der Macht zu den Schwarzen wurde im Polizeiapparat ein Vakuum hinterlassen, das bis heute nicht gestopft werden konnte.
Nach der Kriminalitätsstatistik von 2004 sind 38.400 Frauen und Mädchen vergewaltigt worden und 172.500 Fälle schwerer Körperverletzung registriert. Eine südafrikanische Spezialität ist „Carjacking“ bei der das Auto gewaltsam entführt und der Fahrer, wenn er versuchen sollte, Widerstand zu leisten - aber auch ohne Widerstand, um ihn als Zeugen auszuschalten - häufig erschossen wird. 2004 wurden auf diese Weise 11.500 Autos entführt, weitere 81.900 auf übliche Weise gestohlen und in 142.450 Autos eingebrochen oder die Einbrüche gemeldet.
Townships
Townships dienten während der Apartheid in Südafrika als Wohngegenden für die schwarze, die farbige (Coloureds) oder die indische Bevölkerung. Sie konnten Ausmaße einer ganzen Stadt annehmen. Ein typisches Beispiel ist Soweto (South Western Townships), ein Stadtteil von Johannesburg in der Provinz Gauteng im nordöstlichen Teil des Landes.
Homelands
Als Homelands wurden während der Apartheid die Stammesgebiete der Schwarzen in Südafrika bezeichnet. Die weißen Apartheidsführer nannten die Homelands Bantustan. Sie wollten die Rassentrennung der Apartheid unter dem Motto der "separaten Entwicklung" auch territorial durchsetzen und formell unabhängige Staaten der Schwarzen in Südafrika schaffen, deren Bewohnern (Schein-)Unabhängigkeit zugestanden werden sollte. Die Homelands waren ökonomisch, finanziell und militärisch jedoch vollständig von Südafrika abhängig. De facto stellten sie lediglich vom übrigen Staatsgebiet abgetrennte Reservate dar.
AIDS in Südafrika
Hauptartikel: AIDS in Südafrika
Aids gilt als die "tickende Zeitbombe" Südafrikas. Auf der Website der Südafrikanischen Aidsstiftung (Aids Foundation of South Africa) werden Prognosen zitiert, die besagen, dass innerhalb der nächsten drei Jahre jährlich fast 250.000 Südafrikaner an Aids sterben werden. Diese Zahl soll bis zum Jahr 2008 auf 500.000 jährlich anwachsen.
Deutsche Schulen in Südafrika
- [http://www.dsp.gp.school.za/index.htm Deutsche Schule Pretoria]
- [http://www.hmbschool.co.za/ Deutsche Schule Hermannsburg]
- Deutsche internationale Schule Kapstadt
- [http://www.dsj.co.za/german/index.asp Deutsche internationale Schule Johannesburg]
- [http://www.dsdurban.co.za/ Deutsche Schule Durban]
- Deutsche Schule Kroondal
Tourismus
Der Tourismus hat sich mittlerweile zu einem sehr wichtigen Wirtschaftsfaktor Südafrikas entwickelt.
Sehenswürdigkeiten sind u. a.
- Sun City
- Kruger-Nationalpark und andere [http://www.sanparks.org Nationalparks in Südafrika]
- der 3000 km lange Küstenstreifen
- Kapstadt mit dem Tafelberg und der Kaphalbinsel (Kap der guten Hoffnung)
- Johannesburg, bekannt auch für die Goldminen
- Drakensberge
- Blyde River Canyon
Zurzeit wird der Tourismusanteil vom Bruttosozialprodukt schon auf mehr als 7 % geschätzt. Im Jahre 2002 waren mehr als sechs Millionen Touristen im Lande. Ungefähr 3 % der Angestellten arbeiten in der Branche, bei der man sich weiteren Zuwachs erhofft.
Am 13. Mai 2002 präsentierte der südafrikanische Umwelt- und Tourismusminister Mohammed Valli Moosa Leitlinien für eine verantwortungsvolle Tourismusentwicklung in Südafrika. Damit soll nicht nur der Tourismus im Lande gefördert, sondern vor allem die lokale Bevölkerung in die Planung und Entwicklung des Tourismus einbezogen werden. Besonders die ärmeren Schichten sollen so direkter vom Tourismus profitieren.
Südafrika zählt bereits heute zu einem der attraktivsten Altersruhesitzländer und gilt unter Golfern als heißer Tipp.
Literatur
- Lonely Planet: Mary Fitzpatrick, Rebecca Blond, Gemma Pitcher - South Africa, Lesotho & Swaziland. 6. Auflage - November 2004 - ISBN 1741041627
- Michael Iwanowski: Südafrika. November 2004 - ISBN 3923975082
Weblinks
- [http://www.gov.za/ Offizielle Homepage]
- [http://www.parliament.gov.za Offizielle Homepage des Südafrikanischen Parlamentes]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=162 Länder- und Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes zu Südafrika]
- [http://www.afrika-heute.de/ShowC.php?country_nr=197 Südafrika Länderinformationen auf afrika-heute.de]
- [http://www.suedafrika.org Botschaft der Republik Südafrika in Deutschland]
- [http://www.suedafrika-nachrichten.de Aktuelle Nachrichten aus Südafrika]
- [http://www.indexmundi.com/de/sudafrika/ Informationen und Statistiken über Südafrika]
- [http://www.odci.gov/cia/publications/factbook/print/sf.html World Fact Book: South Africa]
- [http://www.columbia.edu/cu/lweb/indiv/africa/cuvl/SAfr.html Umfassende Linksammlung der Virtual Library]
- [http://www.southafrica-infoweb.com/ Deutschsprachiges Südafrika Portal mit Rezepte Verzeichnis, Forum und mehr.]
- [http://www-sul.stanford.edu/depts/ssrg/africa/southjo.html Südafrikanische Zeitungen und Zeitschriften - mit Beschreibung]
- [http://www.polity.org.za/html/people/pics.html Fotos, Flaggen und Symbole - (Photographs, Flags and Symbols)]
- [http://www.capepoint.de/ Kapstadt und die Kapregion, Informationen]
- [http://www.südafrika.info/ Allgemeine Infos über Südafrika in Deutsch mit vielen Infos, Community, Photobereich und Reisetipps.]
- [http://home.arcor.de/sirko.poehlmann/D_S_Roadbook/Reise_Links_und_Tipps/reise_links_und_tipps.html Umfangreiche Linkliste für Südafrika-Reisende]
Sudafrika
ja:南アフリカ共和国
ko:남아프리카 공화국
ms:Afrika Selatan
simple:South Africa
zh-min-nan:Lâm-hui
Russland
Russland (russisch Россия), bzw. Russische Föderation (russisch Российская Федерация, ) - beide Bezeichnungen sind gleichwertig - ist ein Staat in Osteuropa und Nordasien und der flächenmäßig größte Staat der Erde.
Geografie
Bild:Rs-map.png
Nachbarländer und Meere
Im Folgenden sind die an Russland angrenzenden Nachbarländer und Meere entgegen dem Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben.
Das russische Kernland grenzt an die skandinavischen Staaten Norwegen (196 km) und Finnland (1340 km), gefolgt von einem kurzen Küstenstreifen zur Ostsee. Danach teilt sich Russland eine Grenze mit den baltischen Ländern Estland (294 km) und Lettland (217 km), weiter südlich gefolgt von Weißrussland (959 km) und der Ukraine (1576 km).
Das Schwarze Meer trennt die europäischen Grenzen Russlands von denen zu Kleinasien. Im Kaukasus grenzen Georgien (723 km) und Aserbaidschan (284 km) an. Es folgt ein Küstenstreifen am Kaspischen Meer und eine lange gemeinsame Grenze mit der zentralasiatischen Republik Kasachstan (6846 km).
In Ostasien grenzt Russland erstmals an die Volksrepublik China (etwa 40 km) und dann an die Mongolei (3485 km). Danach trifft das russische Hoheitsgebiet zum zweiten Mal mit der VR China zusammen (3605 km). Mit Nordkorea (19 km) besteht die letzte Landverbindung zu einem anderen Staat. Danach folgen die Küstenlinien zum Japanischen, dem Ochotskischen Meer, zum Pazifischen Ozean und schließlich zur Beringsee. Über die nur etwa 85 km schmale und 30 m bis 50 m tiefe Beringstraße ist Russland im äußersten Osten von seiner ehemaligen Kolonie Alaska (die 1867 an die USA verkauft wurde und seit 1959 offizieller Staat der USA ist) getrennt.
Der gesamte nördliche Teil des Landes grenzt an den Arktischen Ozean. Dort befinden sich auch einige große und viele kleine Inseln, die ebenfalls zum russischen Staatsgebiet gehören. Die Gesamtlänge der Landesgrenzen beträgt 20.017 km, die Küstenlinie umfasst 37.653 km. Neben dem Kernland besitzt Russland noch zwei Exklaven:
Exklaven
Exklave
Die größte russische Exklave ist der nördliche Teil des ehemaligen Ostpreußen, die heutige Oblast Kaliningrad (dt.: Königsberg). Die Exklave grenzt an Litauen (227 km) und Polen (206 km) und ist wie das Mutterland Ostsee-Anrainer. Sie beherbergt die gleichnamige Stadt Kaliningrad.
Die zweite Exklave befindet sich in der Schweiz: das 1899 von Russland mit schweizer Genehmigung errichtete Suworow-Denkmal in der innerschweizerischen Schöllenenschlucht zählt zum russischen Hoheitsgebiet. Vermutlich wurde das nur 563 m² große Territorium an Russland übergeben, damit die Neutralitätsgesetze der Schweiz nicht verletzt werden. Der Exklavenstatus ist umstritten.
Strittige Gebiete
Südlich der russischen Halbinsel Kamtschatka liegt die Inselgruppe der Kurilen. Die Kette von etwa 30 Inseln erstreckt sich bis 4km vor die Küste Japans. Die Inseln standen seit 1875 unter japanischer Hoheit, als das sowjetische Russland sie 1945 im Zweiten Weltkrieg eroberte. Die südlichen Kurilen werden bis heute von Japan beansprucht. Seit 2004 laufen wieder Verhandlungen zwischen den beiden Staaten, die den Gebietsstreit beenden sollen. siehe auch: Kurilenkonflikt
In der russischen Teilrepublik Tschetschenien versuchen islamische Unabhängigkeitsbewegungen, einen souveränen Staat zu errichten. De facto herrscht in der kaukasischen Republik seit 1994 permanenter Kriegszustand, wobei beide Seiten die Auseinandersetzung mit äußerster Härte austragen. Im Zusammenhang mit dem Konflikt stehen unter anderem die Geiselnahme in einem Theater in Moskau 2002 sowie die Geiselnahme von Beslan, bei der 2004 insgesamt 368 Menschen ums Leben kamen. Der Tschetschenienkonflikt stellt die gegenwärtig schwerste Krise Russlands dar und seine Lösung ist wahrscheinlich die größte Herausforderung der russischen Regierung.
An dem Fluss Amur, der die Grenze Russlands zur VR China bildet, kam es v.a. während der Sowjetzeit zu diversen Auseinandersetzungen, die auch zu Grenzgefechten führten. Auch in der heutigen Zeit gibt es vereinzelt Gefechte zwischen russischen und chinesischen Grenzsoldaten. Da aber keine Seite offiziell Anspruch auf Gebiete jenseits des Flusses erhebt, werden diese Streitigkeiten nicht als ein schwerwiegender Konflikt betrachtet.
Großlandschaften
VR China
Hauptartikel: Russische Großlandschaften
Russland gliedert sich geografisch betrachtet hauptsächlich in die folgenden Großlandschaften (etwa in West-Ost-Richtung):
- Osteuropäische Ebene - westlich des Uralgebirges
- Westsibirisches Tiefland - östlich des Uralgebirges
- Nordsibirisches Tiefland - südlich des Arktischen Ozean
- Mittelsibirisches Bergland - zwischen Jenissei und Lena
- Südsibirische Gebirge - Gebirge im Süden Russlands (bzw. Sibiriens)
- Mitteljakutische Niederung - in der Fluss-Niederung der Lena
- Ostsibirisches Bergland - Gebirge östlich der Lena
- Ostsibirisches Tiefland - südlich der Ostsibirischen See
Flüsse und Ströme
Ostsibirischen See]]
Sieben der zehn längsten europäischen Flüsse verlaufen durch russisches Staatsgebiet. An deren Spitze steht die Wolga. Sie ist der längste Fluss Europas und verläuft ausschließlich in Russland. Nach 3.531 km mündet sie schließlich ins Kaspische Meer. Als Wasserweg erfährt die Wolga besondere Bedeutung, da sie Nordeuropa mit Zentralasien verbindet.
Mit 2.428 km Länge folgt der Ural. Er entspringt im gleichnamigen Gebirge und verläuft in Richtung Süden nach Kasachstan. Da er erst jenseits der kasachischen Grenze schiffbar wird, hat er für Russland nur geringe wirtschaftliche Bedeutung. Jedoch wird er allgemein als Innereurasische Grenze angesehen. Eine sehr große Bedeutung für die slawischen Staaten besitzt dagegen der Dnepr (auch Dnjepr genannt). Der Strom entsteht westlich von Moskau und fließt anschließend durch Weißrussland und die Ukraine, wo er ins Schwarze Meer mündet. Über den Dnepr-Bug-Kanal ist er mit dem polnischen Fluss Bug und mit Weichsel und Memel verbunden, was den Dnepr zu einer äußerst wichtigen Wasserstraße macht. In Asien verläuft der 2.824 km lange Amur. Er bildet seit 1689 die Grenze zwischen Russland und der Volksrepublik China.
Weitere wichtige Flüsse und Ströme sind (alphabetisch sortiert); die bedeutsamsten Flüsse sind kursiv gedruckt):
Angara, Bureja, Chor, Don, Düna, Indigirka, Irtysch, Jenissei, Kama, Kolyma, Kuban, Lena, Memel, Moskwa, Newa, Ob, Oka, Petschora, Pregel, Seja, Selenga, Tobol, Tschulym, Steinige und Untere Tunguska, Ussuri, Wjatka, Wolchow.
Gebirge und Berge
Die bedeutendsten Gebirge in Russland sind (alphabetisch sortiert):
Altai, Baikalgebirge, Chibinen, Kaukasus, Kolymagebirge, Putoranagebirge, Sajangebirge, Stanowojgebirge, Stanowojhochland, Tannu-ola-Gebirge, Tscherskigebirge, Ural, Werchojansker Gebirge.
Der höchste Berg in Russland ist der Elbrus (5.642 m) im Kaukasus.
Städte
Die größten Städte Russlands sind Moskau (10,10 Mio.), Sankt Petersburg (4,66 Mio), Nowosibirsk (1,42 Mio), Nischni Nowgorod (1,35 Mio), Jekaterinburg (1,26 Mio), Samara (1,16 Mio), Omsk (1,15 Mio) und Wolgograd (1,2 Mio).
Siehe auch: Liste der Städte in Russland
Klima
Große Teile des Landes sind vom Kontinentalklima mit heißen Sommern und sehr kalten Wintern geprägt. Die vier Klimastationen Moskau, Jekaterinburg, Nowosibirsk und Bomnak liegen alle etwa auf 55° nördlicher Breite von West nach Ost. An ihnen lässt sich die zunehmende Kontinentalität mit immer ausgeprägteren Differenzen zwischen dem wärmsten und kältesten Monat des Jahres gut erkennen. Im Nordosten Sibiriens - beim Ort Oimjakon - liegt der Kältepol der Nordhalbkugel.
Bild:Klima_moskau.png|Klimadiagramm Moskau
Bild:Klima_jekaterinburg.png|Klimadiagramm Jekaterinburg
Bild:Klima_novosibirsk.png|Klimadiagramm Nowosibirsk
Bild:Klima_bomnak.png|Klimadiagramm Bomnak
Die Klima- und Vegetationszonen verlaufen in Russland weitgehend breitenkreisparallel, so dass stark schematisiert folgende Nord-Süd-Abfolge entsteht:
Bevölkerung
breitenkreis]
Russland ist ein Vielvölkerstaat.
So leben neben den Russen, die mit 80,0 % die Mehrheit der Bevölkerung stellen, noch fast 100 andere Völker auf dem Gebiet des Landes. Größere Minderheiten sind die Tataren (4,0 %), die Ukrainer (2,2 %), die Tschuwaschen (1,5 %), die Baschkiren (1,4 %), die Wolgadeutschen (0,8%) und andere. Zu den kleineren Minderheiten zählen beispielsweise die Mescheten und die Juden. Sie sprechen meistens Sprachen aus dem Kreis der Uralische Sprachen (Samojedische Sprachen), Altaiische Sprachen und Paläosibirische Sprachen.
Siehe: Indigene Völker des russischen Nordens, Sibiriens und des russischen Fernen Ostens
Für viele nicht-russische Völker wurden Republiken mit weitgehender Autonomie errichtet. In den letzten Jahren erlebt Russland einen deutlichen Bevölkerungsrückgang von etwa 750.000 Einwohnern pro Jahr. Dennoch ist Russland das zweitwichtigste Einwanderungsland der Welt. Herkunftsländer sind hierbei vor allem die ärmeren, südlichen ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens und des Kaukasus, aber in zunehmender Zahl auch Afrika und Südostasien. Die Mehrheit der Einwanderer stellen bisher jedoch die Russen, die während der Sowjetzeit in anderen Teilrepubliken angesiedelt wurden und nun mit ihren Familien nach Russland zurückkehren.
Russisch ist die einzige überall geltende Amtssprache, parallel dazu wird in den einzelnen autonomen Republiken oftmals die jeweilige Volkssprache als zweite Amtssprache verwendet. Das kyrillische Alphabet ist die einzige offizielle Schrift und es besteht die Richtlinie, dass alle jeweiligen Sprachen in Kyrillisch zu schreiben sind. Gegen diese Regelung erhob sich in den vergangenen Jahren mehrmals Widerstand, z. B. von Seiten der Tataren. Die russisch-orthodoxe Kirche bildet die vorherrschende christliche Gruppe in der Föderation der über 60 % der Bevölkerung angehört. Allerdings ist die Zahl der Konfessionslosen mit über 25 % sehr hoch; zu anderen Religionen zählen der Islam (knapp 12 %) und in kleinerem Maße verschiedene protestantische Richtungen (1 Millionen Menschen) (darunter die ELKRAS), die katholische Kirche (ebenfalls rund 1 Millionen Menschen), der Buddhismus (über 1 Millionen) und der Judentum (800000).
73 % der Russen leben in Städten.
Bevölkerungswachstum
Russland verliert ca. 365.000 Einwohner im Jahr (ca. 1.000 Einwohner am Tag).
Die Bevölkerungsdichte war 2004 8,46 Einwohner/km², im Jahr 2005 ist diese noch 8,40 Einwohner/km².
Geschichte
Judentum
Judentum
Judentum
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Hauptartikel: Geschichte Russlands
Etymologie
Der alte ostslawische Name für das Gebiet des von Slawen bewohnten Teils des europäischen Russlands, Weißrusslands und der Ukraine war Rus (siehe Kiewer Rus), der davon abgeleitete mittelalterliche lateinische Name war Ruthenia, in latinisierter slawischer Version Russia (ab dem frühen 18. Jahrhundert Rossija).
Wörtlich übersetzt bedeutet Rossijskaja Federazija ‚Russländische Föderation‘ (von Rossija ‚Russland‘). Man hat bewusst nicht Russkaja Federazija (‚Russische Föderation‘) als Staatsbezeichnung gewählt, um auch die nicht-russischen Ethnien einzubeziehen. Ist von dem russischen Volk oder der russischsprachigen Kultur die Rede, spricht man daher im Russischen von russkij (‚russisch‘). Ist dagegen von den Staat Russland betreffenden Sachverhalten die Rede, verwendet man das Adjektiv rossijskij (‚russländisch‘).
Entstehung
Die früheste Geschichte des eigentlichen, europäischen Russlands (für die Geschichte des asiatischen Teils, siehe Geschichte Sibiriens) ist im Norden geprägt von finno-ugrischen Völkern und Balten, und im Süden von den indogermanischen Steppenvölkern des Kurganvolks, der Kimmerier, Skythen, Sarmaten und Alanen; später kamen hier noch Griechen, Goten, Hunnen und Awaren hinzu. In der Mitte, zwischen Dnjepr und Bug, fand die Ethnogenese der slawischen Völker statt, die sich ab dem 6. Jahrhundert auch nach Norden und Osten auszudehnen begannen.
Ab dem 8. Jahrhundert befuhren schwedische Wikinger die osteuropäischen Flüsse, gründeten Städte und Siedlungen und vermischten sich mit der slawischen Vorbevölkerung. Diese auch Waräger oder Rus genannten Kriegerkaufleute waren maßgeblich an der Gründung des ersten ostslawischen Staates, der "Kiewer Rus" mit Zentren in Kiew und Nowgorod, beteiligt. Im südlichen Steppengebiet und an der Wolga waren hingegen Reiche der aus Asien eingeströmten Turkvölker der Chasaren und Wolgabulgaren entstanden, mit denen die Rus Handel trieben, aber auch mehrfach Kriege führten. Intensive Kontakte mit dem Byzantinischen Reich führten schließlich 988 zur orthodoxen Christianisierung der Kiewer Rus.
Aufgrund des ungünstigen Senioratsprinzips bei der Regelung der Erbfolge begann die Kiewer Rus im 12. Jahrhundert zu zerfallen, was es den ab 1223 einfallenden Mongolen erleichterte, die zerstrittenen russischen Fürstentümer zu unterwerfen. Die Goldene Horde beherrschte nun für zwei Jahrhunderte einen großen Teil der Rus, ein anderer Teil wurde dem Großfürstentum Litauen und später Polen-Litauen eingegliedert. Das Großfürstentum Moskau konnte sich schließlich von der mongolischen Fremdherrschaft befreien, und Großfürst Iwan IV. ließ sich 1547 zum ersten "Zar der ganzen Rus" krönen. Unter seiner Herrschaft begann auch die Eroberung Sibiriens, die russische Kosaken erstmals im 17. Jahrhundert bis an den Pazifik brachte.
Öffnung Russlands unter Peter dem Großen
An der Wende zum 18. Jahrhundert öffnete Zar Peter der Große das teilweise in mittelalterlichen Strukturen erstarrte russische Reich westeuropäischen Einflüssen und förderte Wissenschaft und Kultur. 1703 gründet er die Stadt Sankt Petersburg, die das Symbol für den russischen Fortschritt werden sollte. Mit dem Sieg gegen Schweden im über 20 Jahre währenden Großen Nordischen Krieg und der damit erlangten Vormachtstellung im Ostseeraum, machte er Russland zu einer gesamteuropäischen Großmacht.
Zarin Katharina die Große ging Peters Weg weiter und betrieb konsequent Expansionspolitik, im Laufe derer sie die Schwarzmeerküste vom Osmanischen Reich eroberte (Neurussland) und sich an den Teilungen Polens beteiligte. 1812 fielen Napoleons Truppen in Russland ein und eroberten Moskau, wurden schließlich jedoch vernichtend geschlagen. Bald darauf zog Zar Alexander I. als "Retter Europas" in Paris ein. Russland war nun die führende Macht in Europa und erlebte ein goldenes Zeitalter.
Ab 1825 gab es im unzufriedenen Volk, in den annektierten Gebieten (Polen,Litauen etc.) und bei der Intelligenzija immer wieder Aufstände, Unruhen und Attentate (siehe Dekabristen), und in den 1860er Jahren kam es zur Aufhebung der Leibeigenschaft. Trotz erheblicher Industrieproduktion (Stahl, Kohle, Öl, Militärbedarf) geriet Russland immer mehr ins Hintertreffen gegenüber den westeuropäischen Großmächten. Der Grund hierfür war die Ineffizienz des staatlich kontrollierten Aufbaus der Industrie, der nur in den städtische Ballungszentren vorangetrieben wurde. Während in den großen Städten wie Moskau und St. Petersburg aufgrund der Landflucht ein Industrieproletariat entstand, verharrte das übrige Land in Armut und der Rechts- und Sozialordnung der Feudalgesellschaft.
Die Industrialisierung drang nicht in die ländlichen Provinzen des Riesenreichs vor, sondern beschränkte sich hauptsächlich auf Moskau, Sankt Petersburg, Warschau und Lodz. Mangelnde Infrastruktur, die Armut der Arbeiter und Bauern und die fehlende Demokratisierung bereiteten große Probleme, wie das Zarenreich erstmals im Krimkrieg und schließlich 1905 bei der Niederlage gegen Japan schmerzlichst erfahren musste. Allerdings war Zar Nikolaus II. nicht bereit, grundlegende Reformen einzuleiten. So ließ er ein weitgehend funktionsloses Parlament, die Duma, das er notgedrungen genehmigt hatte, nur kurze Zeit später wieder auflösen.
Der Russische Bürgerkrieg
Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, erfasste das Land neuerlich eine patriotische Welle. Die anfänglichen Erfolge, vor allem gegen Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich, wurden jedoch bald abgelöst von einem zermürbenden Stellungskrieg, bis schließlich 1917 die Moral der russischen Soldaten nachgab und die Front zusammenbrach. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung und die desolate Versorgungslage waren die Ursachen, und der Zar wurde zum Abdanken gezwungen. Eine bürgerliche Regierung unter Alexander Kerenski kam an die Macht. Seiner Herrschaft machte kurz darauf die von Lenin und den Bolschewiki initiierte Oktoberrevolution ein Ende. Aus dem darauf folgenden Bürgerkrieg zwischen "roten" kommunistischen und "weißen" monarchisten Kräften, der Millionen Menschen das Leben kostete, gingen die Kommunisten als Sieger hervor. Im Laufe des polnisch-russischen Kriegs und des Bürgerkriegs verlor Russland 1920 Teile Weißrusslands und der Ukraine ("Ostpolen") an Polen. 1921 wurde dann die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR) ausgerufen, die den wichtigsten Teil der späteren Sowjetunion darstellte.
Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
Am 30. Dezember 1922 wurde der Zusammenschluss aller Sowjetischen Sozialistischen Republiken zur UdSSR beschlossen und eine staatlich kontrollierte Wirtschaftspolitik ausgerufen. Die Sowjets wurden als Eigentümer von Boden und Produktionsmitteln erklärt. Lenins Tod am 21. Januar 1924 führte zu einem erbitterten Nachfolgekampf, in dem sich Josef Stalin gegen Leo Trotzki durchsetzte. Stalin festigte seine Macht durch gezielten Terror gegen seine Widersacher von "rechts" (u. a. Bucharin) und "links" (Leo Trotzki, später Sinowjew und Kamenew) sowie jeden, der im Verdacht stand, mit ihnen zu sympathisieren. Seit 1928 wurde die staatliche Wirtschaft Fünfjahresplänen unterworfen, die Industrialisierung und Infrastruktur, speziell im asiatischen Teil des Landes, vorangetrieben und die Landwirtschaft kollektiviert.
Der Zweite Weltkrieg
Im August 1939 unterschrieb Stalin einen geheimen Nichtangriffspakt mit Hitler und sicherte sich die Eingliederung der ostpolnischen Gebiete, des Baltikums und Bessarabiens. Nach dem Überfall Deutschlands auf Russland am 22. Juni 1941 trat Russland an der Seite der Alliierten in den Zweiten Weltkrieg (in Russland Großer Vaterländischer Krieg genannt) ein. In den ersten Kriegsmonaten verlor die Rote Armee drei Millionen Soldaten, große Teile der westlichen Landesteile wurden verwüstet, später bei der Belagerung Leningrads verhungerten über eine Million Zivilisten. Bei Moskau (Winter 1941), Stalingrad (Winter 1942/43) und Kursk (Sommer 1943) fügte die Rot | | |