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Prometheus

Prometheus

Prometheus (altgr. Προμηθευς, Prométheus, ~ "der voraus Bedenkende") ist im griechischen Mythos der Freund und Kulturstifter der Menschheit, bei Platon ist er gar der Ahnherr der Menschen. Er fand in der Kulturgeschichte vielfältige Rezeption, so z. B. bei Goethe.

Genealogie

In der griechischen Mythologie ist Prometheus
- entweder der Sohn von Iapetos (Titan) und der Klymene (nach Hesiod)
- oder der Sohn der Gaia (Titan) (nach Aischylos). In der Genealogie nach Hesiod ist er der Bruder des Atlas, des Menoitios und des Epimetheus - vgl. die Theogonie (Verse 507-616). Ein Sohn von Prometheus (mit Klymene oder Kelaone) ist Deukalion. Prometheus ist zwar göttlicher, jedoch titanischer Herkunft. Mit Zeus, dem Oberhaupt der herrschenden Göttergeschlechtes (den Olympiern), steht er also auf gespanntem Fuß.

Prometheus-Mythos

Der Prometheus-Mythos berichtet von der Zeit der Scheidung der Götter und Menschen; Hesiod berichtet von den verschiedenen Schritten dieses Prozesses: Dem Opferbetrug, dem Feuerraub, der Pandora, der Fesselung und schließlich der Befreiung des Prometheus. Hier tritt Prometheus als Freund und Zuarbeiter der Menschen auf, einzig unterstützt von der Göttin Athene. Siehe auch: Gilgamesch-Epos

Der Opferbetrug

Nach Hesiod: Nach der Scheidung von Göttern und Menschen in Mekone speist man nicht mehr an der selben Tafel; die bisher gemeinsame Mahlzeit muss geteilt werden. Prometheus´ Schuld gegenüber den Göttern beruht auf diesem ersten "Opferritual": Prometheus führt Zeus und die anderen Olympier hinters Licht, als er ein Rind zwischen Göttern und Menschen aufteilt. Der eine Stapel, listig getarnt und kunstvoll aufgetürmt, besteht lediglich aus den Knochen. Prometheus bedeckt diesen mit einer (damals als lecker gewerteten) glänzenden Fettschicht. Den Stapel, der gutes Fleisch enthält, bedeckt er mit einer Schicht widerwärtiger Haut. "Ruhmvollster Zeus," sagt nun Prometheus verschlagenen Sinnes, "wähle von beiden den Teil, nach dem das Herz dir gelüstet!" Zeus muss nun entscheiden, welcher der beiden Stapel den Göttern gehören soll. Er wählt den Stapel mit dem glänzenden Fett. "Und mit den Händen hob er (Zeus) empor die glänzende Fettschicht. / Zorn erfüllte sein Herz und bitterer Grimm überkam ihn, / als er das Kunstwerk aus weißen Knochen des Rindes erblickte."

Der Feuerraub

Da Zeus den Menschen das Feuer verweigerte, stahl Prometheus es den Göttern, indem er mit einem Schilfrohr (Narthex) in einem Scheiterwagen zur geheimen Feuerstelle fuhr. Das Feuer sperrte er in dem hohlen Schilfrohr ein und brachte es so zu den Menschen. Nach einer anderen Version entzündete Prometheus einen langen Grashalm am Sonnenwagen des Helios. Da die Menschen nun einmal im Besitz des Feuers waren, konnten es ihnen die Götter nicht mehr nehmen. (Vgl. Sampo.)

Pandora

Zur Bestrafung der Menschheit schenkte Zeus dem Epimetheus, dem Bruder des Prometheus, Pandora, die nach der griechischen Mythologie die erste Frau war. Hesiod beschreibt sie als "schönes Übel" (καλον κακον). Gegen dieses – nach Hesiod – schlimmste aller Übel konnte auch Prometheus kein Gegenmittel finden. Sie brachte die unheilvolle "Büchse der Pandora" mit, die Epimetheus ("der hinterher denkende") neugierig öffnete, so dass aus ihr alle Übel und Seuchen entwichen und über die Menschen herfielen. Am Boden dieser Büchse war die Hoffnung (Elpis), doch bevor sie heraus kam, wurde die Büchse wieder geschlossen. Symbolisch ist diese Entwicklung der Geschlechtertrennung dem Sündenfall in der Bibel vergleichbar. Pandora ist dann die verführende Eva, Epimetheus der sich verführen lassende Adam. Epimetheus erkennt alles nur zu spät ("Epimetheus" bedeutet "der im Nachhinein Bedenkende", "Prometheus" dagegen "der im Voraus Bedenkende"): Als er das Übel besaß, da bemerkte er's. Zeus rief Kratos und Bia ("Macht" und "Gewalt") zu Hilfe, um Prometheus zu fangen. Jedoch konnte Prometheus, kurz bevor diese beiden ihn bändigten, noch die Hoffnung aus der Büchse holen.

Die Fesselung des Prometheus

Als Strafe ließ Zeus den Prometheus mit unzerbrechlichen Klammern an den Kaukasus ketten. Ein Adler mit dem Namen Ethon riss ihm jeden Tag die Leber aus dem Leib, die ihm nachts wieder nachwuchs. Vermutlich handelte es sich dabei um den Berg Kasbek (antike Geographie ist mit Vorsicht zu interpretieren). Der Adler stammt von der Schlange Echidna und dem Typhon ab (siehe den Stammbaum der griechischen Götter).

Die Befreiung des Prometheus

Prometheus wurde nach langer Qual von Herakles durch eine List befreit. Dieser erlegte den Adler und ersetzte Prometheus durch den Kentaur Chiron, den Schöpfer der Heilkunst, der freiwillig die Qualen des Prometheus auf sich nahm. In einer anderen Version der Sage hatte Prometheus' Mutter eine Vision vom Ende des Zeus, der wie sein Großvater und Vater zuvor durch den eigenen Sohn besiegt werden würde. Allerdings kannte nur Prometheus den Namen der Frau, die diesen neuen Göttervater als Geliebte des Zeus gebären würde. Durch Vermittlung zwischen Prometheus und Zeus erreichte sie so die Aufhebung der Strafe. Zur Verbüßung der Strafe und damit Zeus sich weiterhin rühmen konnte, dass seine Strafe über Prometheus ewig sei, brach Prometheus ein sehr kleines Stück des Felsens, an den er gefesselt gewesen war, ab und trug es fortan, gefasst in einen Ring, an einem Finger. Der griechischen Mythologie zufolge begannen die Menschen von da an Ringe zu tragen, die für eine ewige Bindung stehen, um Prometheus zu ehren.

Prometheus in der Literatur

Aischylos

Die Prometheus-Trilogie des Aischylos ist nicht gänzlich erhalten (siehe dort).

Platon

Prometheus wird bei Platon mehrmals thematisiert, besonders erwähnenswert ist aber die Stelle im Protagoras (Protagoras, Steph. 320-323). Demnach gab es eine Zeit, in der zwar Unsterbliche die Erde bevölkerten, nicht aber Sterbliche. Diese wurden von den Göttern geformt, und dann beauftragte man das Bruderpaar Prometheus und Epimetheus damit, den Lebewesen Eigenschaften zuzuordnen. Epimetheus übernimmt diese Aufgabe und lässt sich dann von seinem Bruder, Prometheus, kontrollieren. Zuerst wird er einmal gelobt: Epimetheus hat den Tieren gerecht verteilt Eigenschaften gegeben: Die Schnellen sind klein, die Wehrlosen haben zahlreichen Nachwuchs, ein ausgewogenes Verhältnis aller Arten ist gewährleistet. Doch dann entdeckt Prometheus ein kleines, nacktes Wesen: den Menschen. Er ist leer ausgegangen, denn keine Eigenschaft ist mehr übrig geblieben. So sieht sich Prometheus gezwungen, für den Menschen das Feuer und die Weisheit der Athene, die Kunstfertigkeit dem Hephaistos und andere zum Überleben wichtige Fähigkeiten zu stehlen, wie das Weben. Doch damit ist das Problem nicht gelöst: Die Menschen, die sich aus Schutz vor den Tieren in Städten ("Poleis") zusammen schließen, töten einander, weil sie Scham und Mitgefühl, die staatsbürgerliche Kunst – so Platon – nicht haben. Um diese Gattung nicht zu verlieren, sieht sich Zeus gezwungen, später Hermes mit eben diesen Fähigkeiten auf die Erde zu schicken und sie, im Gegensatz zu den anderen Fähigkeiten, gerecht unter allen zu verteilen. Platon: "Ja, du [Hermes] sollst in meinem Namen das Gesetz geben, dass, wer nicht imstande sei sich Scham und Recht zu eigen zu machen, dem Tod verfallen sei; denn er ist ein Geschwür am Leibe des Staates." (Quelle: s.o. (Hrsg.: Otto Apelt)) Interessant ist die Unterscheidung zwischen Fähigkeiten, die zum Leben in und gegen die Natur nötig sind, und jenen, die zum gemeinschaftlichen Zusammenleben notwendig sind.

Neuzeit

Auch ein hochberühmtes Gedicht Goethes ist Prometheus gewidmet. Er beschreibt darin den Widerstand des schöpferischen Genies Prometheus gegen Zeus. (
Siehe die literarische Epoche des "Sturm und Drangs".)

Weblinks

Kategorie:Griechische Mythologie ja:プロメテウス ko:프로메테우스 (신화)

Goethe

Johann Wolfgang von Goethe (
- 28. August 1749 in Frankfurt am Main als J.W. Goethe; † 22. März 1832 in Weimar; auch Göthe) ist als Dichter, Naturwissenschaftler, Kunsttheoretiker und Staatsmann der bekannteste Vertreter der Weimarer Klassik. Als Verfasser von Gedichten, Dramen und Prosa-Werken gilt er als der größte deutsche Dichter und ist eine herausragende Persönlichkeit der Weltliteratur. Weltliteratur

Leben

Herkunft und Jugend (1749–1765)

Weltliteratur Goethes Vater, Johann Caspar Goethe (
- 1710; † 1782), war im kaiserlichen Rat vertreten. Er ging zunächst auf eine der besten Schulen des Landes, auf das Gymnasium Casimirianum in Coburg, hatte in Leipzig Rechtswissenschaften studiert, am Reichskammergericht in Wetzlar gearbeitet, Reisen nach Rom und Paris unternommen, und sich schließlich in seiner Vaterstadt Frankfurt niedergelassen, wo die Familie in einem geräumigen Haus am Großen Hirschgraben lebte. Er ging dort seinen Neigungen und Interessen nach; so widmete er sich der Zusammenstellung eines Naturalienkabinetts und der Sammlung von Gemälden. Goethes Mutter Catharina Elisabeth Goethe (
- 1731; † 1808) war eine geborene Textor. Die Tochter des Frankfurter Bürgermeisters hatte mit 17 Jahren den damals 38-jährigen Rat Goethe geheiratet. Außer der am 7. Dezember 1750 geborenen Schwester Cornelia Friderike Christiana starben alle anderen Geschwister früh. 1758 erkrankte Goethe an den Blattern (Pocken). Goethe wurde von seinem Vater und durch Privatlehrer unterrichtet; auch erhielt er Unterricht im Reiten und Fechten. Schon früh interessierte er sich für die Literatur, wobei er sein Augenmerk zunächst auf Friedrich Gottlieb Klopstock und Homer richtete. Mit 14 Jahren bewarb er sich bereits um die Mitgliedschaft in der Arkadischen Gesellschaft zu Phylandria. Auch begeisterte er sich für das Theater – so besuchte er während der französischen Besetzung 1759 häufig das französische Theater im Junghof. 1763 erlebte er ein Konzert des damals 7 Jahre alten Mozart. Am 30. September 1765 verließ er Frankfurt, um in Leipzig das Studium der Rechte aufzunehmen.

Studium und Geniezeit (1765–1775)

Leipzig

Leipzig (1765–1768)

Von 1765 bis 1768 studierte Goethe in Leipzig. Er hörte dort die Poetikvorlesung von Christian Fürchtegott Gellert und nahm an dessen Stilübungen teil. Auch nahm er Zeichenunterricht bei Adam Friedrich Oeser, dem Direktor der Leipziger Akademie. Er verliebte sich in Käthchen Schönkopf und besang diese Liebe in heiter-verspielten Versen in der Tradition des Rokoko (Gedichtzyklus Annette). Auerbachs Keller und die dort beheimatete Sage von Fausts Fassritt 1525 beeindruckten ihn so sehr, dass er später Auerbachs Keller als einzigen konkret existierenden Ort in sein Drama Faust I aufnahm. – Ein Blutsturz zwang ihn, das Studium abzubrechen und am 28. August 1768 nach Frankfurt zurückzukehren.

Frankfurt/Straßburg (1768–1770)

Eine eineinhalbjährige, von manchen Rückfällen unterbrochene Genesungszeit folgte. Während der Rekonvaleszenz wurde er liebevoll von Mutter und Schwester umsorgt. Eine Freundin der Mutter, Susanne von Klettenberg, brachte ihn mit pietistischen Vorstellungen in Berührung. Im April 1770 verließ er Frankfurt, um dem Wunsch seines Vaters entsprechend in Straßburg sein Studium zu beenden. In Straßburg lernte er Friederike Brion, eine Pfarrerstochter, kennen. Ihr widmete er einige Gedichte, darunter z. B. „Willkommen und Abschied“, „Sessenheimer Lieder“ und „Heidenröslein“.

Frankfurt und Darmstadt (1771) und dann nach Wetzlar (1772)

Am 31. Aug. 1771 wurde Goethe in Frankfurt als Advokat zugelassen. Damals stand er in Verbindung mit dem Darmstädter Hof, der der Empfindsamkeit huldigte; aus diesem Kreis sind Schlosser und Johann Heinrich Merck hervorzuheben. Am 10. Mai 1772 ging Goethe zum Abschluss der juristischen Ausbildung als Referendar an das Reichskammergericht in Wetzlar. Er war vom 25. Mai desselben Jahres an Rechtspraktikant am Reichskammergericht. Seine Großtante, Frau Hofrat Susanne Cornelia Lange, die in Wetzlar lebte, vermittelte ihm ein Haus, in dem er zusammen mit Jakob Heinrich Born, einem Bekannten aus der Leipziger Studienzeit und Sohn des Bürgermeisters von Leipzig, wohnte. Nach der unglücklichen Liebe zu Charlotte Buff verließ Goethe Wetzlar am 11. September 1772 wieder. Er hatte gerade sein Studium der Rechtswissenschaften abgeschlossen und wollte auf Drängen seines Vaters Kenntnisse im Kameralrecht und in der Prozessführung sammeln. Goethes Vater hatte große Pläne mit seinem einzigen Sohn: Sein Ziel war es, ihn zum Schultheißen in Frankfurt zu machen. Daher hatte er seinen Sohn schon früh mit Rechtsbüchern vertraut gemacht und ihn viel auswendig lernen lassen. Es war nicht so, dass Goethe das Praktikum am Reichskammergericht unwichtig gewesen wäre. Er war durchaus interessiert am Erscheinungsbild des Reichskammergerichtes, da er hoffte, sich daraus ein Bild über die Zustände im Reich machen zu können. Er nahm Veränderungen in der Rechtspraxis wahr und konnte diese als Ganzes überschauen, war sich aber der Lückenhaftigkeit seiner Fachkenntnisse beim Studienabschluss bewusst. Goethe wollte im Sinne von fortschrittlicher, humaner Rechtsprechung und Vollzug und systematisch strukturierten und philosophisch begründeten Gesetzen unter Berücksichtigung von psychischen und sozialen Faktoren arbeiten. Dies lässt sich aus den erhaltenen 28 Akten des Advokaten Goethe ableiten. Dennoch besuchte er das Reichskammergericht sehr selten und nutzte es kaum als Ausbildungsmöglichkeit. Denn zum einen war er gegenüber der Rechtspraxis skeptisch wegen der Korruption, die er als Ausdruck der zerrütteten Verhältnisse in Deutschland sah. Diese hatte sein Vater schon, als Goethe noch ein Kind war, angeprangert. Zum anderen misstraute er dem Reichskammergericht und den Visitationen zwischen 1767 und 1776. Er glaubte wie viele andere junge Juristen, mit denen er sich im Gasthof »Zum Kronprinzen« traf, nicht, dass diese etwas verbessern könnten. Außerdem behauptet Goethe später, als er Dichtung und Wahrheit niederschreibt, es habe sich schon in seiner Kindheit gezeigt, dass er kaum aus Interesse an den Rechtswissenschaften Jurist werden wollte, sondern vielmehr aus Reiselust. Nach dem Suizid des Gesandtschaftssekretärs Karl Wilhelm Jerusalem Ende Oktober 1772 kehrte Goethe vom 6. bis 10. November 1772 noch einmal für kurze Zeit nach Wetzlar zurück. Jerusalem war ein entfernter Bekannter von Goethe. Sein Suizid war für Goethe der Auslöser, seinen Roman Die Leiden des jungen Werthers zu schreiben. Darin verbindet er die eigenen Erlebnisse mit seiner angebeteten Charlotte Buff mit dem Schicksal Jerusalems, das er in Gesprächen mit Personen, die kurz vor seinem Tod noch mit ihm zu tun gehabt hatten, ergründete. Der Roman wird ein großer Erfolg und gilt als literarische Initialzündung der Empfindsamkeit und der Sturm und Drang-Literatur. 1774 Lahnreise mit seinen Freunden Basedow und Lavater nach Ehrenbreitstein. Im Anblick der Burg Lahneck: Geistesgruß.

Weimar (1775–1805)

Burg Lahneck 17751776 betreibt Goethe einen intensiven Briefwechsel mit Gräfin Augusta Louise zu Stolberg-Stolberg, die in dem adeligen Kloster zu Uetersen lebt. 1776 tritt Goethe als Geheimer Legationsrat in den Staatsdienst des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach ein und bekam weitere politische Aufgaben. Er wohnte sechs Jahre in seinem „Gartenhaus“ (Goethes Gartenhaus), das der Herzog ihm schenkte und dessen umliegenden Garten er als Parkgarten selbst plante und gestaltete. Diesen „Garten am Stern“ bezeichnete er später in seinen Tagebüchern als „untern Garten“. Maßgeblich beteiligt war er auch an der Planung des Landschaftsgartens an der Ilm. Wollte, Gott hätte mich zum Gärtner oder Laboranten gemacht, ich könnte glücklich sein schreibt er in seinem Tagebuch. Er lernte die Hofdame Charlotte von Stein kennen. Zehn Jahre lang verband die beiden eine innige Beziehung. Charlotte von Stein schrieb Goethe 1780 sein Gedicht „Wanderers Nachtlied“]] 1779 wird er zum Geheimrat befördert. Die Entscheidung, das Angebot des acht Jahre jüngeren Herzog Carl August in dem Weimarer Mini-Staat ein wichtiges Amt anzunehmen, war eine für politische Reformtätigkeit. Goethe war innerhalb des Kabinetts verantwortlich für eine wachsende Zahl von Zuständigkeiten. Politik blieb – auch nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst – ein Feld, dem er seine stetige Aufmerksamkeit schenkte. In diesen Jahren begann er sich intensiv mit der Naturwissenschaft zu beschäftigen. Am 23. Juni 1780 wird er als Lehrling in die Weimarer Freimaurerloge Anna Amalia zu den drei Rosen aufgenommen. Der Meister vom Stuhl, Staatsminister Jakob Friedrich Freiherr von Fritsch, sah Goethe mit Skepsis und übergab daher den Hammer an Johann Christoph Bode. Er dachte sogar wegen Goethes Ernennung zum Geheimrat an Rücktritt von seinem Amt als Staatsminister. Zum Gesellen wird Goethe am 23. Juni 1781 befördert, am 2. März 1782 zum Meister erhoben. Wenige Wochen nach dieser Erhebung musste die Loge Amalia ihre Arbeit einstellen, da es in der Freimaurerei in dieser Zeit zu Zerwürfnissen kam. Der Herzog vermietete ihm 1782 dann ein Haus am Frauenplan, das er ihm 1792 schließlich schenkte. Hier lebte Goethe bis zu seinem Tod. Auch den Garten am Frauenplan gestaltete der Dichter selbst. (1885, nach dem Tod des letzten Enkels und Erben Goethes, wurde das Haus am Frauenplan zum Nationalmuseum erklärt. Da nach dem Zweiten Weltkrieg sehr viel zerstört wurde, kam Karl Foerster nach Weimar und gestaltete den Garten neu). Aufnahme in den Illuminatenorden am 11. Februar 1783 unter dem Namen „Abaris“, geworben von Johann Christoph Bode. 1777 Erste Reise in den Harz Am 10. Dezember ist er auf dem Brocken; dies gilt als die erste Winterbesteigung dieses Berges. 1783 erfolgt die zweite Reise in den Harz, im darauffolgenden Jahr 1784 die dritte und letzte Harzreise. 1784 entdeckte er den Zwischenkieferknochen am menschlichen Schädel.

Reise nach Italien (1786–1788)

Zwischenkieferknochen Am 3. September 1786 verließ Goethe fluchtartig die heimischen Gefilde. In Weimar war nur seinem vertrauten Diener und Sekretär Philipp Seidel sein Reiseziel bekannt. Goethe gab sich in Italien unter dem Namen „Filippo Miller“ aus. Die ersten Briefe, welche Goethe nach Hause richtete, waren undatiert. Erst von Rom aus gab er den Nächststehenden Nachricht über seine eigentlichen Entschlüsse und die Absicht, längere Zeit in Italien zu bleiben. Seinen Aufenthalt in Italien beschreibt Goethe in der Italienischen Reise. In Rom freundete er sich 1786 mit Heinrich Tischbein an, mit dem er 1787 unter anderem nach Neapel reiste. Im selben Jahr entstand auch das berühmte Gemälde Tischbeins, das Goethe als Reisenden in der römischen Campagna zeigt (siehe abgebildetes Detail). Auch Angelika Kauffmann lernte er dort kennen. Goethe beschreibt seinen 15-monatigen Aufenthalt in der „Hauptstadt der Welt“ als Erfüllung eines Lebenstraumes – als „einen zweiten Geburtstag, eine wahre Wiedergeburt“. Er lässt sich als Künstler von der Monumentalität der antiken Bauten inspirieren (Pantheon, Kolosseum, Kaiserthermen u. a.)und studiert antike Skulpturen (Apoll vom Belvedere, Herkules Farnese, Juno Ludovisi u. a.). Darüber hinaus beschäftigt er sich intensiv mit der italienischen Renaissance-Malerei und bewundert neben Michelangelo vor allem Raffael als den Gipfel der abendländischen Kunst und wahren Erneuerer der Antike. In den „Römischen Elegien“ (1795) blickt der Begründer der deutschen Klassik wehmütig auf sein Rom-Erlebnis zurück und äußert den Wunsch einst an der Pyramide des Cestius begraben zu werden. Damit macht er deutlich, dass der Aufenthalt in Rom der entscheidende Anstoß für die Entwicklung einer klassischen deutschen Dichtung war, die an die antike Größe anknüpft.

1788 bis 1805

Etwa ab dem 40. Lebensjahr muss Goethe unbeweglich und steif gewesen sein. Er litt, wie sich später herausstellte, unter schweren Bandscheibenschäden und Verwachsungen mehrerer Brustwirbel. 1795 begann seine Freundschaft mit Schiller, der zuerst als Historieprofessor nach Jena gekommen war. Ihre Freundschaft dauerte bis zu Schillers Tod 1805. 1798 schrieb er die Elegie „Die Metamorphose der Pflanzen“.

Nach 1805

Im Jahr nach Schillers Tod heiratete Goethe Christiane Vulpius, mit der er bereits seit 1789 zusammenlebte und mit der er den gemeinsamen Sohn August hatte. Am Rande des Erfurter Fürstenkongresses 1808 wurde Goethe von Napoléon I. empfangen, der ihm das Kreuz der Ehrenlegion verlieh. 1814 reiste Goethe in die Rhein- und Maingegenden. 1816 starb seine Frau Christiane. 1817 begann er die „Geschichte seines botanischen Studiums“ „Zeitschrift Zur Naturwissenschaft überhaupt, besonders zur Morphologie“ (bis 1824). Freundschaft mit Kaspar Maria von Sternberg und Karl Friedrich Zelter. Goethe starb am 22. März 1832. Seine berühmten letzten Worte sollen „Mehr Licht!“ gewesen sein. Er wurde am 26. März in der Fürstengruft bestattet. Seine Grabrede hielt Johann Friedrich Röhr, Generalsuperintendent in Weimar.

Nachkommen

Johann Wolfgang von Goethe und seine Frau Christiane hatten fünf Kinder. Außer August, dem ältesten, wurden alle tot geboren oder starben früh. August hatte drei Kinder: Walther Wolfgang (
- 1818), Wolfgang Maximilian (
- 1820) und Alma Sedina von Goethe (
- 1827). August starb zwei Jahre früher als Goethe selbst in Rom. Seine Frau Ottilie von Goethe gebar nach seinem Tod ein weiteres (nicht von August stammendes) Kind namens Anna Sybille, welches nach einem Jahr starb. Alma starb 1844 mit 16 Jahren, Wolfgang starb 1883 und Walther 1885. Alle waren unverheiratet, und so starben die direkten Nachkommen von Johann Wolfgang von Goethe 1885 aus. Wolfgang und Walther, der 1859 Freiherr wurde, vermachten den Nachlass der Großherzogin Sophie und dem Staat Sachsen-Weimar-Eisenach. Friedrich Georg (
- 1657) (weitere 8 jüngere Geschwister) | Johann Kaspar G. + Katharina Elisabeth Textor ______________|________________ | | | Johann Wolfgang Cornelia weitere früh Gestorbene + Christiane Vulpius | |_______________
- | | August vier früh Gestorbene + Ottilie von Pogwisch |_______________________________ | | | Walther Wolfgang Alma (
- ) Cornelia hatte zwei Töchter: Luise Maria Anna (1774–1811) und Julie (1777–1793; nur 16 Jahre). Luise hatte mit Ludwig Nicolovius neun Kinder. Vier davon waren früh gestorben oder kinderlos. Die anderen fünf Kinder hatten zahlreiche Nachkommen, wovon heute noch einige leben.

Einzelaspekte des Lebens

1859 Goethe ist eine faszinierende Persönlichkeit. Grund dafür ist vor allem seine Vielgestaltigkeit: Diese zeigt sich in vielen Aspekten, die sich gegenseitig erhellen. Jeder dieser Aspekte lässt sich oft über Jahrzehnte hindurch verfolgen und bildet gewissermaßen eine eigene Biografie. Zwei spezielle Aspekte sind seine Beziehungen zu Frauen – und seine Krankheiten. Wobei diese beiden Aspekte einander insofern entgegengesetzt sind, als Frauen häufig die Anfangspunkte einer Entwicklung in Goethes Leben markieren – ein neues Kapitel wird aufgeschlagen -, während die (teilweise schweren) Erkrankungen häufig Endpunkt, Abschluss, aber auch Flucht kennzeichnen.

Lieben, Liebchen und Liebeleien: Goethe und die Frauen

Anna Katharina Schönkopf (auch „Käthchen“ und „Annette“) (1746–1810): Tochter des Zinngießers Christian Gottlieb Schönkopf, bei dessen Familie Goethe während seiner Leipziger Studienzeit den Mittagstisch nahm. Dort lernt er 1766 das drei Jahre ältere Käthchen kennen und verliebt sich in sie; eine Liebe, die ihn zur Produktion verspielter Lyrik im Stile des Rokoko anregt (unter anderem die sogenannten Annettenlieder). Im Frühjahr 1768 wird die Beziehung gelöst, die – wegen Goethes extremer Eifersucht – von Anfang an unter Belastungen litt. Während der Zeit der Beziehung entsteht das Stück Die Laune des Verliebten. In diesem Schäferspiel wird ein eifersüchtiger Liebhaber von seiner Eifersucht geheilt, als er erkennt, dass auch er untreu sein kann. Auch nach dem Ende der Beziehung schrieb Goethe noch einige Zeit – durchaus galante – Briefe an Anna Katharina. Diese heiratete dann 1770 den achtbaren Juristen Dr. Karl Kanne, der später Vizebürgermeister von Leipzig wurde. Interessant ist, dass er den „von“-Titel von Graf Theodorius von Burgschaften verliehen bekam.
- Susanne von Klettenberg
- Friederike Brion
- Charlotte Buff
- Maximiliane von La Roche, Mutter von Clemens Brentano
- Lilli Schönemann
- Henriette von Lüttwitz
- Charlotte von Stein
- Christiane Vulpius
- Marianne von Willemer
- Ulrike von Levetzow
- Corona Schröter
- Christiane Friederike Wilhelmine Frommann ist Minna Herzlieb. Der Dichter hat ihr mit der Gestalt der Ottilie in seinen „Wahlverwandschaften“ ein unvergängliches Denkmal gesetzt. In Görlitz gestorben und auf dem städtischen Friedhof begraben.
- Anna Amalie von Sachsen-Weimar-Eisenach, Förderin in Weimar

Goethes Freunde


- Friedrich Schiller
- Karl Ludwig von Knebel
- Herzog Karl August
- Johann Peter Eckermann
- Johann Gottfried von Herder
- Friedrich von Müller

Goethes „Widersacher“


- Jakob Michael Reinhold Lenz
- Heinrich von Kleist

Krankheiten


- 1758: Goethe erkrankt an den Blattern (Pocken), die Narbenspuren der Krankheit bleiben ihm bis ins Alter
- 1768: Während der Leipziger Studienzeit kommt es zu einer lebensgefährlichen Erkrankung (Halsgeschwulst und Blutsturz, wohl aus einer tuberkulösen Kaverne), die möglicherweise Ausdruck einer seelischen Krise war. Goethe kehrt nach Frankfurt zurück. Es folgt eine eineinhalbjährige Genesungsphase, die von Rückfällen und Depressionen unterbrochen wird.
- 1801: Er erkrankt an einer Gesichtsrose
- 1805: Nierensteinleiden mit häufigen Koliken
- 1823: Erster Herzinfarkt und Herzbeutelentzündung
- 1830: Erneuter Blutsturz
- 1832: Erneuter Herzinfarkt mit kardiogenem Schock und Lungenödem

Einzelaspekte des Werkes

Naturwissenschaftliche Arbeiten

Lungenödem In der Weimarer Zeit begann Goethe sich auch naturwissenschaftlich zu beschäftigen, vor allem auf dem Gebiet der Geologie und Botanik. Vor allem in Italien suchte er seine „Urpflanze“. Sein wissenschaftlicher Ansatz als Botaniker: Alles ist Blatt und durch diese Einfachheit wird die größte Mannigfaltigkeit möglich scheint heute allerdings wissenschaftlich widerlegt. Er selbst betrachtete die Farbenlehre als sein naturwissenschaftliches Hauptwerk. Aus physikalischer Sicht gilt seine Farbenlehre heute als wenig naturwissenschaftlich; gerade zu diesem Werk haben sich aber die bedeutendsten Physiker des 20. Jahrhunderts geäußert. In der Zoologie wurde er bekannt durch die Entdeckung des Zwischenkieferknochens beim Menschenembryo, dessen Fehlen bis zu diesem Zeitpunkt eines der wichtigsten Argumente gegen die Verwandtschaft des Menschen mit den Affen war. Zu den naturwissenschaftlichen Spätwerken Goethes gehört die Spiraltendenz der Vegetation (1831) in welcher er aufzeigt, dass Lebendiges dazu tendiert, sich in Spiralen zu entfalten. Mehr Beachtung als die Einzelergebnisse in Goethes naturwissenschaftlichen Arbeiten fand die den Naturstudien zugrunde liegende Wissenschaftsmethodik (Goetheanismus), die sich, anders als die Naturphilosophie der Romantik, als empirisch (nicht spekulativ) versteht und die im Unterschied zum positivistischen Empirismus den Menschen nicht als externen Beobachter, sondern als innerhalb des Beobachteten und als zu diesem gehörend behandelt.

Galerie

Bild:Kupfer zu J. W. Goethe, Das römische Carneval.jpg|Kupfer zu J. W. Goethe, Das römische Carneval Bild:Die tote Ottilie, der Architekt und Nanny.jpg|Die tote Ottilie, der Architekt und Nanny – Kupferstich zu Goethes Wahlverwandtschaften Bild:Goethes Wohnhaus am Frauenplan, 1828.jpg|Goethes Wohnhaus am Frauenplan (Weimar), 1828 Bild:Johann Friedrich Bury, Johann Wolfgang von Goethe in seinem italienischen Freundeskreis.jpg|Johann Wolfgang von Goethe in seinem italienischen Freundeskreis Bild:Goethe, Farbenkreis zur Symbolisierung des menschlichen Geistes- und Seelenlebens, 1809.jpg|Goethe, Farbenkreis zur Symbolisierung des menschlichen Geistes- und Seelenlebens, 1809 Bild:Louis Ernst Moritz, Johann Wolfgang von Goethes Gartenhaus, 1830.jpg|Louis Ernst Moritz, Johann Wolfgang von Goethes Gartenhaus, 1830 Bild:Johann Wolfgang Goethe, Wartburg mit Mönch und Nonne, 14.12.1807.jpg|Johann Wolfgang Goethe, Wartburg mit Mönch und Nonne,
14. Dezember 1807 Bild:Goethe, Italienische Küstenlandschaft - Aquarellierte Federzeichnung.jpg|Goethe, Italienische Küstenlandschaft – Aquarellierte Federzeichnung Bild:Gartenhaus2.JPG|Goethes Gartenhaus in Weimar

Rezeption

Empirismus Hauptartikel: Johann Wolfgang von Goethe: Rezeption Wie kein anderer wurde Goethe schon zu Lebzeiten als unerreichter und unerreichbarer Gipfel deutscher Dichtung stilisiert, wozu sein eigenes Auftreten im Alter zweifellos beitrug. Goethe ist einer der berühmtesten Autoren der Weltliteratur. Seine Werke gehören in vielen Ländern zum festen Bestandteil des Literaturunterrichts und wurden vielfach vertont und verfilmt.

Werke

Einzelausgaben zu Lebzeiten (Erstausgaben)

Es war eine der besonderen Eigenarten Goethes, begonnene Dichtungen oft Jahre, manchmal Jahrzehnte liegen zu lassen, bereits gedruckte Werke erheblichen Umarbeitungen zu unterwerfen und manches Fertiggestellte erst nach langer Zeit in den Druck zu geben. Eine chronologische Liste der Werke ist daher insofern schwierig zu erstellen, da der Zeitraum der Bearbeitung häufig unklar, das Jahr des Erstdrucks aber oft nicht mit der dichterischen Entwicklung Goethes korrespondiert. Die folgende Liste orientiert sich im Zweifelsfall am (vermutlichen) Zeitpunkt der Entstehung.
- Die Laune des Verliebten (Schäferspiel), verfasst 1768, im Druck 1806
- Die Mitschuldigen (Lustspiel), begonnen 1769, im Druck 1787
- Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand (Schauspiel), 1773
- Prometheus (Gedicht), 1774
- Neueröffnetes moralisch-politisches Puppenspiel, 1774
- Ein Fastnachtsspiel vom Pater Bray, 1774
- Jahrmarktsfest zu Plundersweilern, 1774
- Götter Helden und Wieland (Farce), 1774
- Clavigo (Trauerspiel), 1774
- Geistesgruß (Gedicht), 1774 Burg Lahneck
- Die Leiden des jungen Werther (Briefroman), 1774, 2. Fassung 1787
- Egmont (Trauerspiel), begonnen 1775, im Druck 1788
- Erwin und Elmire (Schauspiel mit Gesang), 1775
- Wilhelm Meisters theatralische Sendung („Urmeister“, Roman), ab 1776, Im Druck 1911
- Stella. Ein Schauspiel für Liebende, 1776
- Iphigenie auf Tauris (Drama), Prosafassung 1779, im Druck 1787
- Torquato Tasso (Drama), ab 1780, im Druck 1790
- Über den Zwischenkiefer der Menschen und der Tiere, 1786
- Römische Elegien, entstanden 1788–90
- Venezianische Epigramme, 1790
- Faust. Ein Fragment, 1790
- Beiträge zur Optik (Abhandlungen, 2 Bde.), 1791/92
- Der Groß-Cophta (Lustspiel), 1792
- Der Bürgergeneral (Lustspiel), 1793
- Reineke Fuchs (Tierepos), 1794
- In allen guten Stunden (freimaurerisches Bundeslied), 1775
- Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten (Rahmenerzählung), 1795
- Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/96 [http://gutenberg.spiegel.de/goethe/meisterl/meisterl.htm (Text)]
- Xenien (Gedichte, zusammen mit Friedrich Schiller), 1796
- Faust. Eine Tragödie (entspricht dem ersten Teil des Faust), ab 1797, im Druck unter diesem Titel zuerst 1808 erschienen
- Das Leben des Benvenuto Cellini (Aufsatz), 1797
- Novelle, ab 1797
- Herrmann und Dorothea (Idylle in Hexametern), 1798
- Die natürliche Tochter (Trauerspiel), 1804
- Wilhelm Meisters Wanderjahre (Roman), ab 1807, im Druck 1821, erweiterte Fassung 1829 [http://gutenberg.spiegel.de/goethe/meisterw/meisterw.htm (Text)]
- Pandora (Festspiel), entstanden 1807/08, im Druck 1817
- Die Wahlverwandtschaften, 1809 [http://gutenberg.spiegel.de/goethe/wahlverw/wahlv001.htm (Text)]
- Zur Farbenlehre (wiss. Abhandlung), 1810
- Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit (autobiografische Dichtung, 4 Bde.), 1811–33
- Vom Sänger hat man viel erzählt (freimaurerisches Gedicht zum Dank des Sängers), 1815
- Wenn die Liebste zum Erwidern (freimaurerisches Gedicht zur Verschwiegenheit), 1816
- Italienische Reise, 1816/17
- Die guten Weiber, 1817
- Über Kunst und Altertum (6 Bde., zusammen mit Johann Heinrich Meyer), 1816–32
- West-östlicher Divan (Gedichte), 1819
- Einleitung zu den Trauerreden (freimaurerische Trauerrede zum Ableben des Meisters vom Stuhl Ridel), 1821
- Kampagne in Frankreich (Bericht), 1822
- Rede zum brüderlichen Andenken Wielands (freimaurerische Trauerrede), von Goethe vorgetragen am 18. Februar 1830
- Dem würdigen Bruderfeste: „Fünfzig Jahre sind vorüber“ (poetischer Dank für eine Ehrenurkunde seines fünfzigjährigen Maurerjubiläums), 1830
- Faust II. (2. Teil des Faust), 1833 (posthum veröffentlicht)
- Maximen und Reflexionen, 1833 (posthum veröffentlicht)

Ausgaben


- Karl Eibl, Fotis Jannidis und Marianne Willems (Hg.): Der junge Goethe in seiner Zeit, 2 Bde. mit einer (Windows-)CD-ROM, 1998.

Literatur


-
- Karl Otto Conrady: Goethe – Leben und Werk, Artemis Verlag Zürich 1994, 1040 Seiten.
- Richard Friedenthal: Goethe – sein Leben und seine Zeit, Piper-Verlag München
- Nicholas Boyle: Goethe. Der Dichter in seiner Zeit. Aus dem Engl. übers. von Holger Fliessbach. Frankfurt am Main: Insel 2004.
  - Bd. 1: 1749–1790. (Insel-Taschenbuch. 3025) ISBN 3-458-34725-9
  - Bd. 2: 1790–1803. (Insel-Taschenbuch. 3050) ISBN 3-458-34750-X
- Gero von Wilpert: Goethe-Lexikon, Stuttgart 1998, Kröner, ISBN 3-520-40701-9
- Goethe, Johann Wolfgang, in: Allgemeine Deutsche Biographie, Leipzig, München 1875–1912, Bd. 9, S. 413ff.
- Wolfram Voigt/Ulrich Sucker, Johann Wolfgang von Goethe, BSB B. G. Teubner Verlagsgesellschaft, Reihe: Biographien hervorragender Naturwissenschaftler, Techniker und Mediziner Band 38, Leipzig 1987
- Renate Wieland: Schein Kritik Utopie. Zu Goethe und Hegel, München (edition text + kritik) 1992, ISBN 3-88377-419-7
- Ekkehart Krippendorff: Jefferson und Goethe, Hamburg (Europäische Verlangsanstalt/Rotbuch) 2001, ISBN 3-43450-210-6 (alles was man von Lehrern über den Politiker und kritischen Zeitgenossen G. nicht erfährt!)
- Ettore Ghibellino: Goethe und Anna Amalia – eine verbotene Liebe, A.J. Denkena-Verlag, Weimar 2003, ISBN 3-936177-02-3
- Peter Matussek: Goethe zur Einführung, Hamburg: Junius, 2002, 2. Aufl., ISBN 3885069725

Weblinks

Originaltexte


- [http://gutenberg.spiegel.de/autoren/goethe.htm Texte aus dem kommerziellen Projekt Gutenberg] (siehe auch: Projekt Gutenberg-DE)
- [http://www.sternenfall.de Gedichte von J. W. Goethe] als HTML/PDF, Verzeichnisse, Wörterbuch (Sternenfall.de)
- [http://corpus.en.kyushu-u.ac.jp/ Goethe-Corpus Für Suche nach Textstellen in Werken und Briefen]
- [http://sciencesoft.at/index.jsp?link=literature&book=Faust1&lang=de Faust I] HTML/XML Version, inklusive Suchfunktion
- [http://literaturnetz.org/autoren/johann_wolfgang_von_goethe Werke von Goethe] im Literaturnetz
- [http://www.digbib.org/Johann_Wolfgang_von_Goethe_1749/ Goethe-Corpus in der freien digitalen Bibliothek]
- [http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/gwb/wbwelcome Goethe-Wörterbuch online]

Weitere Links


- [http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=800 Dieter Borchmeyer: Schnellkurs Goethe]: Knapper und konkreter Überblick über Goethes Leben an den Wirkungsstätten Frankfurt, Leipzig, Straßburg, Italien und Weimar, sowie Beschreibung seiner wichtigsten Dichtungen und nichtpoetischen Schriften vor dem Hintergrund der Zeitgeschichte.
- [http://weias.ub.uni-weimar.de:8080/DB=4.1/ Goethe-Bibliographie (Teilbibliographie)]
- [http://www.biblint.de/goethe_galerie.html Kommentierte Goethe-Galerie]
- [http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=433 Zeitgenössische Goethe-Porträts]
- [http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=425 Goethe-Plastiken]
- [http://natune.net/zitate/autor/Johann+Wolfgang+von+Goethe Zitate von Goethe]
- [http://www.thorwalds-internetseiten.de/weltbgoetbio.htm Inhaltsübersicht der Goethe-Biografie Karl Otto Conradys, Schwerpunkt: Das Weltbild Goethes]
- [http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_fgh/goethe/index.html Linksammlung der FU Berlin]
- [http://www.goethe-gesellschaft.de Goethe-Gesellschaft in Weimar e.V.]
- [http://www.goethe-museum.com/ Goethe-Museum]
- [http://home.tu-clausthal.de/~gpij Stationen von Goethes Harzreise im Jahre 1784]
- [http://www.bad-bad.de/elsass/goethe.htm Auf den Spuren Goethes im Elsass]
- [http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=1732 Goethe-Denkmäler und Goethe-Erinnerungsorte auf Postkarten]
- [http://www.univie.ac.at/sternberg/ Das Sternberg-Projekt]
- [http://www.kobuli.de/goethe/index.html Maximen und Reflexionen in zufälliger Reihenfolge] (Diesen Link bitte in neuem Browserfenster öffnen)
- [http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Lexikon/goethe1.htm Die Farbenlehre Goethes]
- [http://www.garten-literatur.de/Leselaube/goethe/goethe1_gartenfreund.htm Goethe als Gartenfreund, Botaniker und Naturwissenschaftler]
- [http://www-public.tu-bs.de:8080/~wittram/reisen/Th90/goethe.html Geheimaktion der DDR – Goethes Gebeine wurden 1970 konserviert] Braunschweiger Zeitung 18. März 1999
- [http://lorsbach.filo.de/goethe/index.html Goethe und der Orientalist Georg Wilhelm Lorsbach]/Goethe, Lorsbach und ihr Werk „West-östlicher Divan“
- [http://goethe.chadwyck.com/ Weimarer Ausgabe]
- [http://www.rg.fr.bw.schule.de/stewe/faecher/deutsch/goethe/index.htm Literarischer Reiseführer zu Goethe]
- [http://www.anna-amalia.de/ Freimaurerloge Anna Amalia zu den drei Rosen]
- [http://www.angelfire.com/poetry/seidel/ Goethe und sein "Blitz page" Philipp Seidel - Zur Homosexualität des Dichterfürsten] Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von als:Johann Wolfgang von Goethe ja:ヨハン・ヴォルフガング・フォン・ゲーテ ko:요한 볼프강 폰 괴테 simple:Johann Wolfgang von Goethe


Griechische Mythologie

Die Griechische Mythologie umfasst Geschichten der Götter und Helden (Heroen) des antiken Griechenlands. Die Religion der antiken Griechen entstand aus den Religionen der eingewanderten Griechen und der vorgriechischen Bevölkerung in Kleinasien und Griechenland. Im Vergleich zu den großen monotheistischen Religionen ist das Fehlen klarer Gebote und Verbote auffallend, wenngleich die Göttin Nemesis und die Erinnyen (Eumeniden) Zuwiderhandlungen gegen die Natur und vor allem den Muttermord bestrafen. Es kann, in der Antike seit Xenophanes, von einem Anthropomorphismus - einer Vermenschlichung der Götter - gesprochen werden, sie sind also durch ihren Ursprung als mythologische Gestalten den Menschen vor allem in ihren Schwächen ähnlicher, als der eine Gott der Juden, Christen und Moslems sein kann. Die Religion war in ihrem Kern polytheistisch, mit verschiedenen Göttergeschlechtern (zum Beispiel dem der Titanen), zahlreichen Naturdämonen, Ortsgöttern und Halbgöttern. Einen geschlossenen Priesterstand gab es nicht, sondern bestimmten Heiligtümern zugeordnete Priester, ferner Seher und Wahrsager. Die ältesten Quellen sind unter anderem Homers Ilias und Odyssee sowie Hesiods Theogonie. Homer und Hesiod brachten die Götter in eine bestimmte Ordnung: Aus lokalen Götterkulten mit weit gehenden Zuständigkeiten wird ein funktional differenzierter Götterkosmos. Im hellenistischen Zeitalter vermischte sich die Religion mit orientalischen Elementen. Diese Mythologie wurde von den Römern unter analoger Götter-Zuordnung griechischer zu römischen Gottheiten teilweise übernommen (siehe römische Mythologie, auch: Etrusker). Sie hat trotz Christianisierung und Wegfall der Götterverehrung die Jahrtausende überdauert. Die Gestalten der griechischen Mythologie haben immer wieder die Vorlagen für neuere Werke der Kultur geliefert. Ungezählt sind die Gemälde, Opern oder Theaterstücke, die den antiken Stoff neu aufnehmen und verarbeiten. Mythos (griechisch mýthos) bedeutet ursprünglich "Rede", "Kunde" oder "Überlieferung", später verschiebt sich die Bedeutung mehr auf das Unwahrscheinliche. Bereits antike Autoren verändern den Stoff erheblich, so dass man teilweise unterschiedliche Abstammungen und/oder Nachkommen bei den einzelnen Gestalten finden kann.

Griechischer Götterhimmel

Mythos

Schöpfungsgötter


- Chaos - ungeordneter und ungeformter Weltzustand, aus dem die Götter hervorgingen
- Nyx - die Nacht, entstand aus dem Chaos; nach anderen Quellen auch aus der Paarung des Chaos mit der Dunkelheit
- Gaia - die Erde in Göttergestalt, entstand aus dem Chaos
- Erebos - die Finsternis, entsand aus dem Chaos; nach anderen Quellen auch aus der Paarung des Chaos mit der Dunkelheit
- Aether - Sohn von Erebus und Nyx die reine Luft des oberen Himmels, die die Götter atmen und in der die Gestirne schweben
- Uranos - Himmel in Göttergestalt, durch Gaia ohne Zeugungsakt geboren
- Hemera - der Tag, Tochter des Erebos und der Nyx

Titanen

Die Titanen stammen der Sage nach von Uranos und Gaia ab.
- Okeanos - Herr des Ozean, stärkster der Titanen, zeugte mit seiner Schwester und Gattin Tethys die Flussgötter, Meeres- und Quellnymphen
- Koios - wurde nach der Niederlage gegen die olympischen Götter in den Tartaros gestoßen
- Hyperion - Licht- und Sonnengott, zeugte mit Gattin Theia den Sonnengott Helios, die Mondgöttin Selene und die Göttin der Morgenröte Eos
- Kreios - Gatte der Eurybia
- Iapetos - Gatte der Nymphe Klymene (Tochter des Okeanos), wurde nach der Niederlage gegen die olympischen Götter in den Tartaros verbannt
- Kronos - Vater des Zeus, wurde nach der Entmannung des Vaters Uranos zum Herrscher der Welt; Gatte von Rhea; wurde von seinem Sohn Zeus entmachtet und herrscht nun auf der Insel der Seligen
- Tethys - Meeresgöttin, Gattin des Okeanos, als Amme der Hera verfluchte sie Hera zuliebe die Sternbilder, immer über den Himmel zu wandern
- Rheia - Mutter von Hestia, Demeter, Hera, Hades, Poseidon und Zeus; herrscht mit Gatte Kronos seit dessen Entmachtung auf der Insel der Seligen
- Themis - Göttin der Gerechtigkeit und der Ordnung, zweite Gattin (nach Methis) des Zeus, sie kennt die Zukunft und ermöglicht so Deukalion und Pyrrha, die Sintflut zu überleben und die Erde neu zu bevölkern
- Mnemosyne - Mutter der neun Musen
- Phoibe - Frau des Koios, Mondgöttin
- Theia - Gattin des Koios, fordert für ihre Kinder einen Herrschaftsanspruch neben den Titanen, woraufhin Hyperion und Helios getötet werden und Selene Selbstmord begeht
- Atlas - Sohn von Iapetos und Klymene, musste als Strafe für seine Teilnahme am Titanenkampf das Himmelsgebirge tragen, nachdem er von Perseus versteinert wurde trägt er als Atlasgebirge den Himmel auf seinen Schultern

Olympische Götter

Olympische Götter
- Zeus - Sohn von Kronos und Rhea, Göttervater
- Hera - Tochter von Kronos und Rhea, Gattin des Zeus, Göttin der Ehe und der Niederkunft
- Poseidon - Sohn von Kronos und Rhea, wurde durch Zeus vor Kronos gerettet, Gott des Meeres
- Aphrodite - entstand aus dem Samen des durch Kronos abgeschnittenen Geschlechts des Uranos, Göttin der Liebe und Schönheit
- Hephaistos - Sohn von Zeus und Hera, von Meernymphen aufgezogen, Gott des Feuers und der Schmiede
- Dionysos - Sohn von Zeus und Semele, Gott des Weines, der Masken und somit der Tragödie
- Apollon - Sohn von Zeus und Leto, Gott des Frühlings, des Lichts, der Sittlichkeit und der Künste
- Hermes - Sohn von Zeus und Maia, Götterbote, somit Schutzgott der Wege, Wanderer, Kaufleute und Diebe
- Demeter - Tochter von Kronos und Rhea, Göttin der Fruchtbarkeit der Erde, des Getreides, der Saat und der Jahreszeiten
- Artemis - Tochter von Zeus und Leto, Göttin der Jagd, des Wachstums und der Geburt
- Athene - Tochter von Zeus und Methis, Göttin der Weisheit, der Wissenschaft, der Web- und Zimmererkunst
- Ares - Sohn von Zeus und Hera, Gott des Krieges
- Hestia - Tochter von Kronos und Rhea, Göttin des Feuers, des Herdes und der Familieneintracht
- Eris - Göttin der Zwietracht und des Streites
- Hades - Ort und Gott der Toten, der Unterwelt

Mythologische Gestalten (andere Götter/Halbgötter/Heroen/Menschen)

Hades Hades
- Achilleus, Achilles
- Acheloos
- Agamemnon
- Agenor
- Aias
- Aigisthos
- Aletheia
- Alkmene
- Amazone
- Amphitryon
- Andromeda
- Arachne
- Ariadne
- Asklepios
- Atalanta
- Bellerophon
- Chloris
- Dädalus
- Danaiden
- Deukalion
- Elektra
- Europa (Mythologie)
- Eurystheus
- Hektor
- Herakles (römisch: Hercules)
- Hero
- Hypnos
- Ikarus
- Ixion
- Jason
- Kassandra
- Laokoon
- Leander
- Medea
- Menelaos
- Morpheus
- Nestor
- Ödipus
- Odysseus (etruskisch: Uthuze) Odysseus
- Oknos
- Orestes
- Orpheus
- Paris
- Perseus
- Plutos
- Priamos
- Prometheus, Titan, der den Menschen das Feuer brachte
- Pyrrha
- Sisyphos
- Tantalos
- Telemachos
- Theseus
- Tytios

Mythologische Gestalten (Ungeheuer/Tiere/andere)


- Androphonos
- Circe
- Charybdis
- Chimäre
- Erinnyen (röm. Myth. Furien)
  - Alekto
  - Megaira
  - Tisiphone
- Gorgonen
  - Euryale
  - Medusa
  - Stheno
- Hesperiden
- Horen
  - Chione
  - Irene
- Minotaurus Minotaurus
- Moiren
  - Atropos
  - Klotho
  - Lachesis
- Musen
  - Erato (Liebes-Lyrik)
  - Euterpe (Flötenspiel, Gesang)
  - Kalliope (Epische Dichtung)
  - Klio (Geschichtsschreibung)
  - Melpomene (Tragödie)
  - Polyhymnia (Hymnische Dichtung)
  - Terpsichore (Tanz)
  - Thalia (Komödie)
  - Urania (Sternkunde)
- Nymphen
  - Amphitrite
  - Orseis
  - Thetis
- Pan Pan
- Pegasus
- Satyr
- Sirene
- Skylla
- Zelos
- Zentaur
- Zephyros
- Zyklopen
  - Polyphem

Mythologische Gegenstände und Orte


- Aigis
- Ambrosia
- Delphi
- Nektar (Mythologie)
- Goldene Äpfel der Hesperiden
- Hades
  - Tartaros
  - Elysion
  - Asphodeliengrund
  - Lethe

Literatur


- Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen - Die Götter- und Menschheitsgeschichten, Klett-Cotta (Bd.1), ISBN 3-608-91824-8, dtv, ISBN 3-423-30030-2
- Karl Kerényi: Die Heroengeschichten (Bd.2), Klett-Cotta, ISBN 3-608-91873-6
- Karl Kerényi: Töchter der Sonne - Betrachtungen über griechische Gottheiten, Klett-Cotta, ISBN 3-608-91837-X
- Robert von Ranke-Graves: Griechische Mythologie. Quellen und Deutung. A. d. Engl. v. Hugo Seinfeld. 15. Aufl. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2003 (Rowohlts Enzyklopädie; rororo, Bd. 55404). 759 S. ISBN 3-499-55404-6
- Rose, Herbert Jennings: Griechische Mythologie. Ein Handbuch. 9. Aufl. München: C. H. Beck, 1997. IX, 441 S. ISBN 3-406-33223-4
- Gustav Schwab: Die schönsten Sagen des klassischen Altertums (dies Buch kann - in vielen Auflagen - als eherner Hausbuchbestand bei allen Abiturienten Deutschlands bis in die 1960er Jahre voraus gesetzt werden und ist also zumal für ein Studium der Literaturwissenschaft unabdingbar)
- Tripp, Edward: Reclams Lexikon der antiken Mythologie. 7. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2001. 560 S. ISBN 3-15-010230-8 (geb.), ISBN 3-15-010451-3 (kart.)

Siehe auch


- Portal:Mythologie
- Klassische Mythologie
- Stammbaum der griechischen Götter
- Liste griechischer Götter
- Liste von Göttinnen
- Olympische Götter (mit ihren Attributen)

Weblinks


- http://gutenberg.spiegel.de/autoren/schwab.htm - Gustav Schwab bei Projekt Gutenberg-DE
- http://gutenberg.spiegel.de/moritz/goetterl/goetterl.htm - Karl Philipp Moritz, Götterlehre oder Mythologische Dichtungen der Alten
- http://www.mythologica.de Beschreibt die einzelnen Gestalten
- http://www.perseus.tufts.edu/ (Englisch) Aber mit einer unglaublichen Funktionsvielfalt, inkl. Volltextsuche über antike Texte. Sehr viele weiterführende Links.
- http://www.br-online.de/alpha/mythen/ Auf dem BR-alpha Bildungskanal läuft eine interessante Serie zu den Griechischen Mythen
- http://home.arcor.de/karger/buechernachlese-archiv/uk_kerenyi_karl_griechen.html - Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen + Die Heroengeschichten
- http://home.arcor.de/karger/buechernachlese-archiv/uk_kerenyi_karl_sonne.html - Karl Kerényi: Töchter der Sonne ! ja:ギリシア神話 ko:그리스 신화

Titan (Mythologie)

Titan ist in der griechischen Mythologie der Sohn Uranos' und dessen Mutter Gaia. Dieser Fassung zufolge gebar Gaia auch die Titäa, die mit Titan das erste Titanenpaar darstellt, von dem die Titanen, sechs Söhne und sechs Töchter, abstammen, wobei die Schwestern auch als Titaniden bezeichnet werden.

Die Titanen

Einer anderen Erzählung zufolge stammen die Titanen jedoch direkt von Uranos und Gaia ab, sodass Titäa demzufolge als Beiname der Gaia zu sehen ist. Die Titanen bilden so oder so das älteste Göttergeschlecht der griechischen Mythologie. Es sind dies: #Okeanos #Koios #Hyperion #Kreios (Krios) #Iapetos #Kronos (Vater des Zeus) #Tethys #Rhea (Mutter des Zeus) #Themis #Mnemosyne #Phoibe #Theia Die ersten Kinder, die Gaia dem Uranos gebar, die Kyklopen und Hekatoncheiren, waren diesem von Anfang an verhasst, sodass er sie in die inneren Höhlungen der Erde (den Tartaros) verbannte und - nach Hesiods "Theogonie" - Freude an diesem schlimmen Werk empfand. Da Gaia darunter litt, versteckte sie die folgenden Kinder, brachte den grauen Stahl hervor, machte daraus eine Sichel und überreichte ihnen diese, damit sie ihn bestraften. Der jüngste der Titanen, Kronos folgte dem Wunsch seiner Mutter Gaia und entmannte Uranos, da dieser als erster eine schlimme Tat ersonnen habe. Die "Männlichkeit" des Uranos warf er ins Meer, und aus dem weißen Schaum, der um die unsterbliche Haut herum entstand, wuchs Aphrodite heraus. Damit fand die Urzeugung zwischen Himmel und Erde ihr Ende: Der Himmel näherte sich fortan der Erde nicht mehr zur allnächtlichen Begattung. Mit der Herrschaft des Kronos jedoch begann ein Goldenes Zeitalter, in dem noch Honig aus den Eichen floss, und das anhielt, bis Kronos von Zeus besiegt wurde, siehe dort. Von den zwölf Titanen verbinden sich im übrigen vier Schwestern mit vier Brüdern:
- Theia gebiert dem Hyperion den Helios (die Sonne), die Selene (den Mond) und Eos (das Frühlicht).
- Phoibe wird durch Koios zur Ahnin eines Göttergeschlechts, zu dem Leto, Artemis und Hekate sowie Apollon gehören
- Rhea nimmt Kronos zum Mann und bringt Hestia, Demeter und Hera sowie Hades, Poseidon und Zeus zur Welt.
- Tethys und Okeanos sind die Eltern der Okeaniden. Iapetos zeugt mit Klymene weitere Titanen: den harten Atlas, den überheblichen Menoitios, sowie Epimetheus und Prometheus, den Freund der Menschen.

Der Kampf mit den Göttern

Hesiod erzählt, dass nach dem Sieg des Zeus über Kronos und der Freilassung aller von Uranos und Kronos gefangen gehaltenen oder verschlungenen Kinder zwischen den Titanen auf dem Gipfel des Berges Othrys und den neuen Göttern auf dem Olymp ein heftiger Kampf entbrannte, der erst entschieden werden konnte, als Gaia letzteren verriet, wie der Sieg zu erringen sei: Die Hundertarmigen sollten vom äußersten Rand des Erdkreises zur Hilfe herbeigeholt werden und mit Nektar und Ambrosia bewirtet werden - und tatsächlich sagten diese nach dieser göttlichen Bewirtung ihren Beistand zu. Als der Kampf zwischen Göttern und Titanen neu entbrannte, bewarfen die Hundertarmigen die Titanen mit Steinen, sodass sie unter diesen begraben wurden. Schließlich auch noch gefesselt wurden sie in den Tartaros gestoßen, von wo sie niemals mehr entkommen können, da Poseidon eine eherne Tür baute und die Hundertarmigen diese nun bewachen. Okeanos und Helios sowie alle Titaninnen sollen an diesem Kampf nach anderen Angaben nicht beteiligt gewesen sein, so dass die Olympier letztlich nur gegen vier Titanen kämpften, was uns wiederum zeigen würde, wie stark sie tatsächlich waren – zumal Okeanos selbst manchmal als stärkster der Titanen bezeichnet wird. Einer anderen Version dieser Geschichte zufolge ist der Sieg über die Titanen Zeus alleine zuzuschreiben, der Donner und Blitz, jene Geschenke der Kyklopen, die er nach seinem Sieg über Kronos befreit hatte, als Waffen einsetzte.

Quellen


- Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen - Die Götter- und Menschheitsgeschichten, dtv, ISBN 3-423-30030-2
- Michael Köhlmeier: "Klassische Sagen des Altertums", ORF, 1995, Edition Radio Literatur

Weblinks


- [http://www.sungaya.de/schwarz/griechen/titanen.htm Das Schwarze Netz: Titanen]

Siehe auch


- Portal:Mythologie
- Stammbaum der griechischen Götter und Helden Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:riese ja:ティタン

Genealogie

Genealogie (v. griech. γενεά „Abstammung“ und λόγος „Kunde, Lehre“), auch Familienforschung, volkstümlich auch Ahnenforschung, ist eine so genannte historische Hilfswissenschaft und befasst sich mit der Abstammung eines Lebewesens von anderen Lebewesen. Der Begriff bezieht sich in erster Linie auf Menschen. In der Tierzucht spricht man von Abstammungsbewertung. Personen, die sich mit der auf Menschen bezogenen Genealogie befassen, bezeichnet man als Genealogen oder Familienforscher. Im übertragenen Sinne spricht man auch von Genealogie als einer historischen Methode, die sich auf verschiedenste Gegebenheiten der Gegenwart (z. B. Moral, Psychiatrie, sexuelle Orientierung) konzentriert und deren historische Genese erforscht und analysiert.

Gegenstand der Genealogie

In der Genealogie erforscht man, von einer bestimmten Person als Proband ausgehend, die Abstammung in aufsteigender Linie und damit die Vorfahren beziehungsweise Ahnen (daher die volkstümliche Bezeichnung Ahnenforschung) einer Person oder in absteigender Linie deren Nachkommen. Personen, die genealogisch miteinander verknüpft sind, gehören zu einer Verwandtschaft. Sobald die Beschreibung der Zusammenhänge über die biologischen Tatsachen hinausgeht, wird auch der Begriff Familiengeschichtsforschung gebraucht. Ein selbständiges Wissensgebiet ist für Familienforscher die Namenforschung, die die Herkunft, Verbreitung und Bedeutung von Familiennamen untersucht.

Darstellung der Ergebnisse

Familienname Die Forschungsergebnisse werden in genealogischen Tafeln dargestellt, die sowohl mit aufsteigenden (Aszendenz, Vorfahren) als auch absteigender (Deszendenz, Nachfahren) Inhalten auftreten. Bei beiden Richtungen ist sowohl die Form einer Tabelle als auch die einer Liste möglich. Bei der aufsteigenden Linie spricht man von Ahnentafeln oder Ahnenlisten, bei der absteigenden von Nachkommentafel oder Nachkommenliste. Werden nur die Nachkommen einer Person erfasst, die den gleichen Familiennamen tragen oder einmal trugen bzw. mit diesen Personen verheiratet waren (wobei ein stringentes Durchalten dieser Regel, zum Beispiel aufgrund von Namensänderungen, Adoption, ausländischem Namensrecht und anderem, nicht immer möglich ist), so handelt sich um eine Stammtafel beziehungsweise Stammliste. In Nachschlagewerken ist der Familienname Sortierkriterium und somit die Stammtafel bzw. Stammliste die natürliche Darstellungsform, ebenso in Familiengeschichten. In Monographien, die eine bestimmte Person und deren Nachkommen behandeln, herrschen Nachkommentafeln und -listen vor. Ob bei der Darstellung genealogischer Ergebnisse die Tabellen- oder Listenform gewählt wird, hängt unter anderem davon ab, wie umfangreich das Datenmaterial ist und wie übersichtlich es dargestellt werden soll. Grundsätzlich gilt, je mehr Generationen darzustellen sind, um so eher bietet sich die Listenform an. Über die Darstellung alleine der Vorfahren oder Nachkommen hinaus kennt man
- Konsanguinitätstafeln und Konsanguinitätslisten (auch Verwandtschafts- oder Sippschaftstafeln genannt), in denen von einem Probanden ausgehend alle Blutsverwandten dargestellt werden, sowohl in aufsteigender, als auch absteigender Folge, mit in der Folge verstärkten Problemen mit der Darstellung, sowie
- Affinitätstafeln und Affinitätslisten, die über die Blutsverwandtschaft hinausgehend auch angeheiratete Personen und deren Familien in die Darstellung aufnehmen. Die verwandtschaftlichen Zusammenhänge der Einwohner eines Ortes werden in einem Ortsfamilienbuch dargestellt, nur auf die Hausbesitzer beschränkt in einem Häuserbuch.

Forschungsmethoden

Häuserbuch Das Interesse an der Genealogie erwacht meist an der eigenen Familie. Man beginnt mit Fragen an Eltern, Großeltern und Verwandte nach familiären Zusammenhängen und der Herkunft der Vorfahren. Familienbücher, Familienfotos und ein möglicherweise noch vorhandener Ahnenpass liefern weitere Informationen. Diese Fotos, urkundliche Belege und Dokumente sowie die Biografien bzw. Lebensbilder der Großeltern, Urgroßeltern und weiterer Verwandter sind der Grundstock für eine Familienchronik. Die weitere Forschung erfordert allerdings die Beschäftigung mit den Quellen. Hierzu benötigt man Fachwissen, das man nicht studieren kann und das sich jeder Genealoge im Laufe seiner Forschungstätigkeit aneignet. Die Forschung an älteren Quellen wie den Kirchenbüchern erfordert die Fähigkeit des Lesens alter Schriften (siehe Paläografie). Veränderlichkeit der Familiennamen und ein ausgedehnter Heiratskreis der zu erforschenden Personen sind zu berücksichtigen. Die Forschung gelangt bisweilen an den sogenannten Toten Punkt, den es zu überwinden gilt. Mit der Verdopplung der Zahl der Vorfahren in jeder Generation weitet sich das Bild von der persönlichen Ahnenschaft aus zu Themen wie Heimatgeschichte, Sozialgeschichte, Wirtschaftsgeschichte und Bevölkerungsgeschichte ganzer Orte (siehe Ortsfamilienbuch) oder Regionen. Anstatt der eigenen kann man auch die Vorfahren und Nachkommen von historischen Persönlichkeiten oder von herausragenden Vertretern bestimmter Berufsgruppen (siehe Gelehrtenfamilien) erforschen. In einem reiferen Stadium kommt der Forscher zu einer immer größeren Genauigkeit und Detailliertheit bei der Erfassung der Daten. Beispielsweise kann man die Geschwister der Vorfahren einbeziehen, ihre Ehepartner, ihre Kinder und die soziale Stellung ihrer jeweiligen Schwiegereltern, wodurch wissenschaftliche Sekundäranalysen der Daten sinnvoll und besonders aussagekräftig werden. Das Grundproblem einer weitgehend von Laienforschern betriebenen Datenerhebung und -darstellung in der Genealogie besteht darin, die Forscher so weit zu qualifizieren und zu motivieren, dass die erhobenen Daten den Kriterien der Qualität und Wissenschaftlichkeit gerecht werden und als Teil eines größeren Ganzen gesehen werden.

Spezielle Fragestellungen


- Erforschung bestimmter Berufsgruppen (z.B. Gelehrte, Pfarrer, Glasmacher, Müller, Scharfrichter)
- Vollständige Erfassung der Bevölkerung eines Ortes in einem Ortsfamilienbuch
- Wirte- und Höfeforschung (Inhaber von Gast- bzw. Bauernhöfen)
- Auswandererforschung

Geschichte

Auswandererforschung "Genealogie gab es eher unter den Menschen als Historie", sagte bereits der Historiker Johann Christoph Gatterer (1727-1799), der 1788 einen "Abriß der Genealogie" veröffentlichte. In den alten Hochkulturen war die Genealogie der Helden und Könige die Form der Geschichtschronologie schlechthin (man denke an die ersten Kapitel der Bibel). Die frühe mittelalterliche Genealogie war vor allem eine Geschichte der Stammreihen des Hochadels. Der Adel insgesamt brauchte den Nachweis der Abstammung, um Besitzansprüche geltend zu machen oder die Qualifikation für bestimmte Ämter nachzuweisen. Erst an der Wende zur Neuzeit begannen auch wohlhabende bürgerliche Geschlechter damit, ihre Ahnen aufzuschreiben. Die Zünfte verlangten von jedem Auswärtigen, der ein Handwerk in der Stadt erlernen oder ausüben wollte, einen Geburtsbrief. Mit dem Verein [http://herold.genealogy.net/ Der Herold] entstanden 1869 in Berlin und mit "Der Adler" 1870 in Wien die ersten [http://vereine.genealogy.net/ genealogischen Vereine] für Heraldik und Genealogie. 1902 wurde "Der Roland" in Dresden als erster bürgerlicher Verein der Welt gegründet. Parallel dazu entwickelte sich die Abstammungsbewertung in der Tierzucht. Seit dem 18. Jahrhundert werden Stammbücher zum Beispiel auch für Rennpferde geführt, später gefolgt von den Herdbüchern zahlreicher Nutztier-Rassen. Um die Wende zum 20. Jahrhundert begann die eigentliche Entwicklung der Genealogie in Breite und Tiefe. Die "Gothaischen Genealogischen Taschenbücher" ("Almanach de Gotha"), die ursprünglich schon seit 1765 als Hofkalender in Gotha erschienen und ab September 1785 (bis 1944) vom Verlag Justus Perthes in Gotha herausgegeben wurden, öffneten sich nunmehr auch für bürgerliche Familien und gaben deren Herkunft an, zum Teil aus bäuerlicher und anderer Wurzel. 1904 wurde in Leipzig die Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte gegründet. 1913 erschien das "Handbuch der praktischen Genealogie". In dieser Pionierzeit war die junge Genealogie von zukunftsweisenden und interdisziplinär denkenden Persönlichkeiten geprägt, die die Genealogie in den Dienst der Sozialwissenschaft stellen wollten. In der weitgehend auf Laienforschung beruhenden Genealogie blieb jedoch die Resonanz auf diese Anregungen gering. In den zwanziger Jahren begann der Anthropologe Walter Scheidt mit seinen Mitarbeitern, Kirchenbücher populationsgenetisch auszuwerten, wozu er die Mitarbeit von Genealogen suchte. Von mehreren Pfarrern angeregt, begann parallel dazu, unter dem Stichwort Volksgenealogie eine Arbeitsrichtung zu entstehen, die nicht mehr nur die Genealogie der begüterten Schichten im Auge hatte, sondern der gesamten Bevölkerung. Bereits vor 1933 gab es im deutschen Sprachraum eine große Zahl regionaler genealogischer Vereine und Zeitschriften. In ihren Vorträgen und Publikationen war eine Naivität in Bezug auf Schlagworte wie Vererbung, Rasse und Heimat verbreitet. Heimat Ab 1933 versuchte die nationalsozialistische Politik zielstrebig, die genealogischen Vereine gleichzuschalten, und die Genealogie wurde in den Dienst der Blut- und Bodenideologie gestellt. Das Berufsbeamtengesetz verlangte den Nachweis der so genannten arischen Abstammung (zum Beispiel durch den Ahnenpass), und die Genealogie wurde zur Sippenforschung. 1939 lief in 3000 Gemeinden die Arbeit an Dorfsippenbüchern. 1934 wurde in München das Kaiser-Wilhelm-Institut für Genealogie und Demografie gegründet, in dem eine Reihe Arbeiten über die Erbgänge psychischer Erkrankungen, aber auch die Genealogie von Hochbegabungen fertiggestellt wurden. Karl Förster (1873-1931) hatte die Notwendigkeit erkannt, die genealogische Laienforschung besser zu organisieren und Daten für Forschungszwecke zentral zu sammeln. Bereits 1921 hatte er den Ahnenlistenumlauf gegründet, dessen Daten in die Ahnenstammkartei des deutschen Volkes eingearbeitet wurden. Diese sachlichen Leistungen konnten nicht verhindern, dass die Genealogie (der Volksmund sprach eigentlich nur von Ahnenforschung zum Zwecke des Ariernachweises) in zunehmenden Maße als eine Begleiterscheinung des Dritten Reiches angesehen wurde. Das hatte die katastrophale Folge, dass 1945 fast die gesamte organisatorische Basis der Genealogie aufgelöst wurde. Hatte bis dahin die Entwicklung der sachlichen Bezüge der Genealogie zur Bevölkerungsgeschichte, zur Wirtschaftsgeschichte und zur Sozialgeschichte im deutschen Sprachraum einen zeitlichen Vorsprung, so gingen nach 1945 neue Anstöße von Frankreich, den Niederlanden, Schweden, Großbritannien und den USA aus, wo sich die Familiengeschichtsforschung in den letzten Jahrzehnten zu einer weit verbreiteten Freizeitbetätigung entwickelt hat. Die Genealogische Gesellschaft von Utah übernahm bei der Anwendung des Computers in der Genealogie international eine organisatorische Führungs- und Spitzenrolle. Um 1950 hatten die Genealogen in Deutschland und Österreich begonnen, alte Vereine, Verlage und Zeitschriften aus der Zeit vor 1933 zu reaktivieren oder neue zu gründen. 1969 durfte auch in der DDR in Magdeburg eine erste Arbeitsgemeinschaft Genealogie gegründet werden. Obwohl seit 1929 "Internationale Kongresse für Genealogie" stattfinden, hat es der betont regionale und nationalsprachliche Charakter der Quellen bisher verhindert, dass es zur Entwicklung einer international und theoretisch umfassenden Genealogie gekommen ist. Zweifellos hat aber die Entwicklung der genealogischen Computerprogramme einen mehr und mehr internationalen Charakter. Mit dem Boom des Internets hat parallel auch die Genealogie einen enormen Aufschwung genommen. Durch das Medium Internet können weltweite Kontakte zwischen Forschern schnell und kostengünstig hergestellt werden. In genealogischen Datenbanken im Internet sind heute viele Millionen erforschter Ahnentafeln und Stammbäume zu finden. Bei einem Teil der Genealogen hat sich dadurch die Meinung verbreitet, diese Arbeitsweise sei die Genealogie an sich; und es wird vergessen, dass nur durch gründliche Arbeit an den Quellen derartige Datenbanken entstehen und weiter ausgebaut werden.

Organisationsformen

Überregionale Organisationen

Im deutschen Sprachraum gibt es etwa 100, zumeist auf geographische Regionen spezialisierte, genealogische Vereine, von denen die Mehrzahl dem im Jahre 1949 gegründeten Dachverband '[http://dagv.genealogy.net/ Deutsche Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände e.V.] (DAGV)' angehören, der in der Nachfolge der Arbeitsgemeinschaft deutscher familien- und wappenkundlicher Vereine steht, die 1924 gegründet worden war. Für überregionale Interessen von allgemeiner Bedeutung und dem Thema Computergenealogie im Besonderen ist zuständig:
- Verein für Computergenealogie] (CompGen), > 2400 Mitglieder Dieser Verein widmet sich schwerpunktmässig der Veröffentlichung von genealogischen Forschungsergebnissen im Internet. Neben vielen Datenbanken wird auch ein Wiki betrieben, das sich aussschließlich mit Genealogie beschäftigt: [http://wiki.genealogy.net GenWiki]

Regionale Vereine

Die Genealogen treten oft Vereinen in den Regionen bei, aus denen ihre Vorfahren stammen. Wohnen sie selbst heute in einem anderen Gebiet, so sind sie meist Mitglied im genealogischen Verein oder Heimatverein ihres Wohnortes und in dem Verein, der für die Heimat ihrer Vorfahren zuständig ist. Zu den größten und aktivsten regionalen genealogischen Vereinen zählen unter anderem:
- Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde e.V. (WGfF), > 2065 Mitglieder
- Verein für Familien- und Wappenkunde in Württemberg und Baden e.V. (VFWKWB), 1331 Mitglieder
- Gesellschaft für Familienforschung in Franken e.V. (GFF), > 1000 Mitglieder
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Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung e.V. (AMF), > 800 Mitglieder
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Hessische familiengeschichtliche Vereinigung e.V. (HFV), > 900 Mitglieder
-
Bayerischer Landesverein für Familienkunde e.V. (BLF), > 800 Mitglieder
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Genealogische Gesellschaft Hamburg e.V. (GGHH), > 600 Mitglieder
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Genealogisch-Heraldische Gesellschaft der Regio Basel
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Heraldisch-Genealogische Gesellschaft "Adler" in Wien Mehrere Vereine sind für die Regionen zuständig, die bis ins 20. Jahrhundert zum deutschen Sprachraum gehörten, darunter:
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Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e.V. (VFFOW), > 1000 Mitglieder
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Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher e.V. (AGoFF), > 900 Mitglieder
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Arbeitskreis für siebenbürgische Landeskunde (AKSL)
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Vereinigung sudetendeutscher Familienforscher (VSFF)
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Arbeitskreis donauschwäbischer Familienforscher (AKdFF) Weitere regionale und lokale genealogische Vereine und Institutionen sind zu finden unter [http://vereine.genealogy.net/ http://vereine.genealogy.net/].

Vereine mit speziellen Forschungsthemen

Andere Vereine widmen sich den Nachkommen von Flüchtlingen, die wegen religiöser Verfolgungen nach Deutschland gekommen sind, beispielsweise:
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Deutsche Hugenotten-Gesellschaft e.V.
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Salzburger Verein e.V.

Vereine im Ausland

Es gibt auch Vereine im Ausland, deren Mitglieder nach ihren Vorfahren in Deutschland forschen, zum Beispiel:
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Werkgroep Genealogisch Onderzoek Duitsland

Familienverbände

Darüber hinaus gibt es auch Familienverbände und Vereine, in denen die Nachkommen einer bestimmten Person, die Träger eines Familiennamens oder zueinander in einer bestimmten Verwandtschaftsbeziehung stehende Personen organisiert sind, wie beispielsweise im:
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Adam-Ries-Bund e.V. Nachkommen des Rechenmeisters Adam Ries
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Lutheridenvereinigung e.V. Nachkommen von Martin Luther
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Sack´sche Familienstiftung, Nachkommen von Simon Heinrich Sack

Quellen

Mitteleuropa gehört zu den Regionen der Welt, in denen seit dem 16. Jahrhundert in Form der Kirchenbücher und der Gerichtshandelsbücher, seit Ende des 18. Jahrhunderts auch in Form der Personenstandsbücher, geeignete Quellen für die Familiengeschichtsforschung vorhanden sind, in denen die Hauptlebensdaten für jede Person nachgewiesen werden können, sofern die entsprechenden Quellen nicht vernichtet worden sind. Hauptlebensdaten Weitere wichtige Quellengruppen der Genealogie, die aber nur für bestimmte Bevölkerungsgruppen, oft nur der sozialen Oberschicht bzw. des Besitz- und Bildungsbürgertums, vorhanden sind, sind zum Beispiel Bürgerbücher, Leichenpredigten bzw. Personalschriften, Universitätsmatrikel, Pfarrerverzeichnisse, Testamente und andere Akten, aus denen die verwandtschaftliche Stellung der Personen zueinander oder wenigstens - damit sich der Tote Punkt der Nachforschungen überwinden lässt - ihr Heimatort erkennbar ist, wie beispielsweise die Passagierlisten der Auswandererschiffe aus dem 19. und 20. Jahrhundert und die Musterungslisten. Eine weitere Quellengruppe sind Listen und Akten, die die Existenz von Personen an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit nachweisen und ihre soziale Stellung, wie zum Beispiel Steuerlisten und Adressbücher. Auf der Grundlage der bereits genannten und weiterer primärer Quellen sind dann Karteien, Dateien und Bücher erarbeitet worden, die selbst wiederum als sekundäre Quellen dienen. Zu dieser Quellengruppe gehören die Ortsfamilienbücher, Häuserbücher, Güterchroniken und Dienerbücher, aber auch die Ahnenstammkartei des deutschen Volkes.

Archive

Ahnenstammkartei des deutschen Volkes Die Kirchenbücher befinden sich in den Pfarrarchiven der jeweiligen Kirchgemeinde und Glaubensgemeinschaft. In einigen Territorien sind die Originale der Kirchenbücher oder ihre Kopien und Verfilmungen in zentralen Archiven konzentriert und dort für die Benutzung zugänglich. Diese zentralen Archive können kirchliche oder staatliche Archive sein, im zuständigen Bistum, wie beispielsweise in Münster, im zuständigen Landeskirchenarchiv, wie zum Beispiel in Kassel, oder auf Grund einer Vereinbarung mit der Kirche im Landesarchiv, wie beispielsweise in Innsbruck für Tirol, in den Archiven der Schweizer Kantone und im Elsass. Die jeweilige Zuständigkeit und den Lagerungsort gilt es in jedem Falle zu ermitteln. Die Gerichtshandelsbücher und andere wichtige Quellen findet man in den zuständigen Staatsarchiven, weitere Quellengruppen in den Stadtarchiven. Seit 1875 gibt es in Deutschland Standesämter, in denen die Personenstandsregister geführt werden. Die Erforschung der Ahnen hat bei der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ("Mormonen") eine wichtige religiöse Bedeutung. Deshalb archiviert die Genealogische Gesellschaft von Utah Kirchenbücher und andere genealogisch wichtige Dokumente auf Mikrofilm. Diese Kirchenbuch-Filme können in vielen Familien-Genealogischen Zentren auf der ganzen Welt auch von Nichtmitgliedern eingesehen werden. Zahlreiche Kirchenbuchverfilmungen, vor allem auch aus den früheren deutschen Ostgebieten, findet man auch in der Deutschen Zentralstelle für Genealogie in Leipzig.

Wissenschaftliche Arbeitsweise und Bedeutung

Da wissenschaftliche Forschungen bei vielen Fragen der Repräsentativität bedarf, galten genealogische Quellen lange Zeit als ungeeignet. In den Arbeiten von Jacques Dupaquier zur Sozialgeschichte Frankreichs und von Volkmar Weiss zur Sozialgeschichte Sachsens wurden jedoch repräsentative Stichproben erhoben, wobei sich Dupaquier auf Stammlisten stützte und Weiss hunderte von bereits veröffentlichten Ahnenlisten als Datengrundlage hatte. Wissenschaftlichkeit der Arbeitsmethoden bedeutet auch für die Genealogen die Objektivität der Forschung, unabhängig von der Person, die sie betreibt. D. h., dass Abstammungen nur dann als belegt gelten können, wenn andere Forscher, die von den vorhandenen Quellen ausgehen, zu denselben Ergebnissen gelangen müssen. Bestehen Zweifel und Unsicherheiten, so sind diese in den Ahnenlisten usw. als solche zu kennzeichnen. Errechnete Werte oder bloße Vermutungen müssen als solche erkennbar sein. Auch etablierte akademische Disziplinen besitzen in der Regel keine ständigen Kontrollgremien, sondern setzen das Streben nach Wahrhaftigkeit aller Forscher voraus. Das Kriterium, das den Forscher vom Phantasten (etwa beim unbekannten Vater für ein uneheliches Kind) oder gar Betrüger trennt, ist die Wiederholbarkeit des Abstammungsnachweises durch andere Forscher. Sorgfältigeres Arbeiten, etwa durch die Einbeziehung neuer, bisher unbekannter Quellen und Methoden (siehe auch Vaterschaftsgutachten) kann dabei in Einzelfällen durchaus zu Revisionen bisher als ausreichend belegt geltender Abstammung führen. Vaterschaftsgutachten Zwischen der Begriffsgeschichte und der Genealogie besteht eine gegenseitige Beziehung, die bisher wenig beachtet wurde. Denn Sprache und Begriffe sind in Raum und Zeit veränderlich, über die sich genealogische Forschungen erstrecken. Familiennamen, Ortsnamen, Flurnamen, Berufsbezeichnungen, Verwandtschaftsbezeichnungen, Rechtsbegriffe und volkskundlich wichtige Begriffe - einschließlich der Formeln, mit denen die Pfarrer vorehelichen Geschlechtsverkehr und uneheliche Geburt brandmarkten - sind in guten Ahnenlisten zu Tausenden enthalten. Kartiert man zum Beispiel aus hunderten solcher Listen die Bezeichnungen der Berufe, Jahrzehnt für Jahrzehnt getrennt, dann lässt sich die regionale Verbreitung, etwa für die Bezeichnung von Bauern und der Begriffswandel belegen, was wiederum die Voraussetzung für richtige Zuordnungen der Sozialgeschichte ist. Der Genealoge kann dazu beitragen, die Aussagekraft seiner Arbeiten zu erhöhen, indem er Angaben zu verschiedenen Schreibweisen von Familiennamen und zu Berufen usw. in seinen Arbeiten quellengetreu wiedergibt und nicht modernisiert oder zu stark generalisiert. Dazu gehört etwas heimatgeschichtliche Erfahrung und Fingerspitzengefühl: "Bäcker" oder "Becker" zu unterscheiden, ist fast bedeutungslos, "Fleischer" von "Fleischhauer" aber sprach- und begriffsgeschichtlich bedeutsam und die Grenze zwischen "Wagner" und "Stellmacher" trennt sogar Mundarten-Räume. Familienbeziehungen können mit Hilfe von Genogrammen veranschaulicht werden.

Genealogie und Genetik

Genogramm Der Beginn des 20. Jahrhunderts war von der