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RathausEin Rathaus ist ein meist repräsentatives Gebäude und Verwaltungssitz (bzw. Hauptgebäude des Verwaltungssitzes) der Gemeinde- oder Stadtverwaltung. Rathäuser entwickelten sich seit dem Mittelalter - vor allem seit der Verleihung von unabhängigen Stadtrechten - als bedeutsamster Profanbau der Städte. Hier tagte der städtische Rat, der sich aus einflussreichen Familien oder Patriziern zusammensetzte. Den Zünften und Gilden war das Rathaus - als Sitz des Rates - lange Zeit und vielerorts verschlossen.
Der Rathausbau wurde in der Regel im Zentrum der Städte errichtet und nach und nach erweitert. Im Zuge der Gemeindereform in den 1970er Jahren wurden in Deutschland viele Rathäuser heutiger Ortsteile anderen Verwendungen zugeführt.
Bekannte Rathäuser
Bild:Aachen rathaus.JPG|Aachener Rathaus
Bild:Rathaus Augsburg.jpg|Augsburger Rathaus
Bild:Basler Rathaus.jpg|Basler Rathaus
Bild:Rotes Rathaus.JPG|Berlin: Rotes Rathaus
Bild:Rathaus Schöneberg 2.JPG|Berlin: Rathaus Schöneberg
Bild:Bonner_Rathaus.jpg|Bonn
Bild:Braunschweig_Altstadtrathaus_mit_Brunnen.jpg|Braunschweig
Image:Bremen-rathaus.jpg|Bremer Rathaus
Bild:Breslau-rathaus.png|Breslauer Rathaus (Niederschlesien)
Bild:Eisenstadt-altes-Rathaus.jpg|Eisenstadt (Ö.-Burgenland)
Bild:Esens2.JPG|Esens (Ostfriesland)
Bild:Römer, Frankfurt.jpg|Frankfurt: Römer
Bild:Bergerrathaus2.JPG|Frankfurt-Bergen-Enkheim
Bild:Fuerth-rathaus-v-SO.jpg|Fürth
Bild:Gross-Umstadt.jpg|Groß-Umstadt (Hessen)
Bild:Hamburg Rathaus Panorama.jpg|Hamburg
Bild:HU-Neustaedter-Rathaus.jpg|Hanau: Neustädter Rathaus
Bild:H NeuesRathaus1.jpg|Hannover
Bild:Hann muenden rathaus 001.jpg|Hann. Münden
Bild:Hildesheim_um_1900.jpg|Hildesheim
Bild:Rathaus_ilmenau_01.jpg|Ilmenau (Thüringen)
Bild:Kalkar Rathaus.JPG|Kalkar (Niederrhein)
Bild:RathausKirchheim.jpg|Kirchheim unter Teck (Württemberg)
Bild:Rathaus_landsberg.jpg|Altes Rathaus in Landsberg am Lech
Bild:Leuven rathaus nacht.jpg|Löwen (Belgien) (Flandern)
Bild:Liberec Town Hall 2003.jpg|Reichenberg (Böhmen)
Bild:Luebecker rathaus.jpg|Lübecker Rathaus
Bild:RathausMarburg.jpg|Marburg
Bild:Rathaus_meppen.jpg|Meppen
Bild:Michelstadt_Rathaus.jpg|Michelstadt (Hessen)
Bild:Mosbach rathaus.jpg|Mosbach (Baden)
Bild:RathausMünster.jpg|Münster (Westfalen)
Bild:Nuernberg-rathaus-westfassade-v-sw.jpg|Nürnberg
Bild:Oberursel hist rathaus.jpg|Oberursel
Bild:Ratusz Poznan od Wielkiej.jpg|Posen (Großpolen)
Bild:Marktplatz_Quedlinburg.jpg|Quedlinburg
Bild:Rothenburg3.JPG|Rothenburg ob der Tauber
Bild:Rathaus-simbach-am-inn_1-1184x856.jpg|Simbach am Inn
Bild:Rathaus Tauberbischofsheim.jpg|Tauberbischofsheim
Bild:Wn rathaus.jpg|Waiblingen
Bild:Weissensee-Rathaus.jpg|Weißensee in Thüringen
Bild:Rathaus Wernigerode.JPG|Wernigerode
Bild:Wittenberge Rathaus.jpg|Wittenberge
Bild:Worms Rathaus.jpg|Worms
Bild:Rathaus_Vienna_Eistraum_2005_Nightshot.JPG|Wien
Bild:Ratshaus Zurich.jpeg|Zürich
Bild:Zwickau Rathaus.jpg|Zwickau
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Kategorie:Stadtbaugeschichte
GemeindeDer Begriff Gemeinde (von althochdeutsch gimeinida) bezeichnet ein gesellschaftliches Gebilde ähnlich einer Gemeinschaft. Meist hat aber eine Gemeinde einen höheren Organisationsgrad. In früheren Zeiten war darunter eine Personalkörperschaft zu verstehen. Zur Gemeinde gehörte eine Person, wo auch immer sie gerade ansässig war. Deshalb sind Kopfzahlen einer Gemeinde vor etwa 1800 nicht mit den heutigen Einwohnerzahlen vergleichbar.
Gemeinde wird heute gebraucht:
- als allgemeine Bezeichnung für Ortschaft, Stadt, Großgemeinde oder Dorf.
- für die unterste Verwaltungseinheit (Gebietskörperschaft) eines Staates (für Deutschland siehe hierzu auch Gemeindearten in Deutschland) oder die Gesamtheit ihrer Einwohner.
- in der Schweiz als allgemeine Bezeichnung für die unterste politische Organisationsebene im Gegensatz zu Eidgenossenschaft, Kanton und Bezirk. Man spricht dann von der Politischen Gemeinde (auch Munizipalgemeinde, Einwohnergemeinde). Daneben existieren noch vereinzelt Zivilgemeinden als Träger der Dorfgerechtigkeiten. Sie werden auch Ortsgemeinden, Ortsbürgergemeinden bzw. Burgergemeinden oder Korporationen genannt. Die Schulgemeinden und Kirchgemeinden erfüllen spezielle Zwecke und verfügen zwar über einen Einflusskreis, nicht jedoch über ein Territorium. In früheren Zeiten waren die Armengemeinden von den Politischen Gemeinden getrennt. Siehe auch: Gemeinden der Schweiz
- in Österreich als Bezeichnung für die kleinste politische und auch verwaltungstechnische Einheit. Rechtlich ist eine kleine der großen Gemeinde gleichgestellt (Prinzip der abstrakten Einheitsgemeinde). Ausgenommen davon sind lediglich die Städte mit eigenem Statut (Statutarstädte). Neben der Staatsbürgerschaft ist nur der Wohnsitz in einer bestimmten Gemeinde maßgebend für das Wahlrecht. Es gibt auch Vereinigungen mehrerer politischen Gemeinden zu Zweckverbänden, die dann teilweise auch als Gemeinde bezeichnet werden, beispielsweise eine Schulgemeinde. Siehe auch: Gemeinde (Österreich)
- als Bezeichnung für die Einwohnerschaft eines lokal begrenzten Gebietes, dem keine politische Verwaltungseinheit direkt entspricht, insbesondere in ihrer Organisationsform als Gesellschaft oder Verein (Beispiel: Stadtteilgemeinden in Marburg)
- als Bezeichnung für eine lokal tätige Religionsgemeinschaft wie beispielsweise die christliche Kirche als Kirchengemeinde, Kirchgemeinde oder die Gesamtheit ihrer Mitglieder.
- als Bezeichnung für die Anhängerschaft eines Künstlers (Gemeinde des Dichters).
Siehe auch
- Gemeinde (Frankreich)
- Gemeinde (Österreich)
- Kommune
- Gemeindeordnungen in Deutschland
- Ortsfamilienbuch
- Gemeindedualismus
- Kommunalverwaltung
Literatur
- Georg Weber, Renate Weber (Hrsg.): Zugänge zur Gemeinde. Böhlau, Köln 2000, ISBN 3-412-05798-3
Weblinks
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D10261.html Artikel Gemeinde] im Historischen Lexikon der Schweiz
-
Kategorie:Politische Geographie
Kategorie:Kommunalpolitik
Kategorie:Körperschaft des öffentlichen Rechts
ja:政令指定都市
zh-cn:直辖市
zh-tw:直轄市
Mittelalter]]
Das Mittelalter bezeichnet eine Epoche in der europäischen Geschichte
zwischen der Antike und der Neuzeit, die christliche, antike und
keltische, germanische und slawische Entwicklungen zusammenführt.
Die vorherrschende Gesellschafts- und Wirtschaftsform ist der Feudalismus.
Grundzüge des Mittelalters sind die nach Ständen geordnete Gesellschaft, die gläubig christliche Geisteshaltung in Literatur, Kunst und Wissenschaft, Latein oder Griechisch als gemeinsame Kultur- und Bildungssprache, die Idee der Einheit der christlichen Kirche (die aber faktisch nach dem großen Schisma mit der Ostkirche nicht mehr bestand) und ein recht einheitliches Weltbild.
Zeitliche Festlegung
Im Groben ordnet man das Mittelalter in die Zeit von 500 bzw. 600 n. Chr. bis 1500 n. Chr. ein. Wesentlich genauer sind jedoch folgende Merkmale:
Das Mittelalter erstreckt sich ungefähr vom Ende der Völkerwanderung (375-568) bzw. vom Untergang des weströmischen Kaisertums 476 bis zum Zeitalter der Renaissance seit der Mitte des 15. Jahrhunderts bzw. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts. Bezüglich der Problematik der Datierung des Beginns des Mittelalters siehe Spätantike.
Die Datierungen sind nicht immer einheitlich, es kommt oft darauf an, welche Aspekte der Entwicklung bevorzugt werden und von welchem Land man ausgeht. Stellt man zum Beispiel den Einfluss des Islam in den Vordergrund, kann man Mohammeds Hidschra (622) oder den Beginn der arabischen Expansion ab 632 als Beginn sehen. Ebenso gibt es unterschiedliche Datierungsmöglichkeiten für das Ende des Mittelalters, beispielsweise die Erfindung des Buchdrucks (um 1450) oder auch die Reformation (1517).
Fokussiert man einzelne Länder, kann man auch zu verschiedenen Eckdaten kommen. So endete die Antike am Rhein oder in Britannien sicher früher als etwa in Syrien. Und so war zum Beispiel um 1420 in Italien bereits das Zeitalter der Renaissance angebrochen, während man zur gleichen Zeit in England mit gutem Grund noch vom Mittelalter spricht.
Mittelalter bezieht sich in erster Linie auf die Geschichte des christlichen Abendlands vor der Reformation - der Begriff wird kaum im Zusammenhang mit außereuropäischen Kulturen verwendet.
Die Einteilung in Früh-, Hoch- und Spätmittelalter
Man kann das Mittelalter grob in 3 Phasen gliedern:
- Frühmittelalter (Mitte 6. Jahrhundert bis Anfang 11. Jahrhundert)
- Hochmittelalter (Anfang 11. Jahrhundert bis ca. 1250)
- Spätmittelalter (ca. 1250 bis ca. 1500)
Frühmittelalter
In das Frühmittelalter fällt unter anderem auch die Zeit der Völkerwanderung, wobei die Forschung aber mittlerweile dazu tendiert, diese aus dem Mittelalter herauszunehmen, sie als Bindeglied zwischen Antike und Mittelalter zu sehen und der Spätantike zuzurechnen.
Weitere einschneidende Entwicklungen sind die weitgehende Christianisierung Europas, der Aufstieg des Fränkischen Reiches, der Einfall der Wikinger, der Beginn des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und die Kämpfe zwischen Kaisertum und Papsttum. Außerdem wirkt der Aufstieg des Islam und sein schnelles Ausgreifen bis nach Europa prägend.
Wirtschaftlich stellt das Frühmittelalter eine Zeit der Naturalwirtschaft dar, wobei besonders das System der Grundherrschaft herauszustellen ist.
Wesentliche Kulturträger sind das Byzantinische Reich, die Klöster, insbesondere die des Benediktinerordens, sowie die Gelehrten des arabisch-muslimischen Kulturkreises.
Siehe auch Hauptartikel: Frühmittelalter.
Hochmittelalter
Das Hochmittelalter ist die Blütezeit des Rittertums und des römisch-deutschen Kaiserreichs, des Lehnswesens und des Minnesangs. Es ist auch die Epoche der Auseinandersetzung zwischen weltlicher und geistlicher Macht im Investiturstreit, welcher die Einsetzung mehrerer Gegenpäpste zur Folge hatte. Innerhalb der Scholastik wird Aristoteles zur wichtigsten nicht-christlichen Autorität. Der Einfluss der Kirche zeigt sich vor allem an den Kreuzzügen gegen den Islam, denen auch Juden zum Opfer fallen. Im Zuge der Kreuzzüge entwickelt sich ein Fernhandel mit der Levante, von dem insbesondere die italienischen Stadtstaaten profitieren. Die Geldwirtschaft gewinnt gegenüber der Naturalwirtschaft immer stärker an Bedeutung. Die wichtigsten Orden des Hochmittelalters sind neben den Zisterziensern die Bettelorden der Franziskaner und Dominikaner. Im Hochmittelalter entsteht das Zunftwesen, das die sozialen und wirtschaftlichen Vorgänge in den Städten stark prägt.
Siehe auch Hauptartikel: Hochmittelalter.
Spätmittelalter
Hochmittelalter]]
Das Spätmittelalter ist die Zeit des aufsteigenden Bürgertums der Städte und der Geldwirtschaft. In dieser Zeit steigt die Hanse zur Handelsmacht auf. Seit etwa 1280 bis einige Jahrzehnte nach der "Großen Pest" (Schwarzer Tod) in der Zeit von 1349 bis 1351 macht die europäische Geschichte einige krisenhafte Entwicklungen, die zu einem starken Bevölkerungsrückgang (Wüstung, Pest) führen, aber auch zu starken Veränderungen der Gesellschaftstruktur, die allmählich zur Neuzeit überleiten (siehe auch: Krise des 14. Jahrhunderts).
Siehe auch Hauptartikel: Spätmittelalter.
Ende des Mittelalters
Als wesentlich für den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit betrachtet man im Allgemeinen die Zeit der Renaissance (je nach Land spätes 14. Jahrhundert bis 16. Jahrhundert), die Entdeckung insbesondere der Neuen Welt durch Christoph Kolumbus 1492, die Erfindung des Buchdrucks 1450 und die damit beschleunigte Verschriftlichung des Wissens, den Verlust des Einflusses der institutionalisierten katholischen Kirche und den Beginn der Reformation. Diese Ereignisse sind alle rund um die Schwelle vom 15. zum 16. Jahrhundert anzusiedeln.
Auch die Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen (1453) wird als ein Ereignis genannt, das das Ende des Mittelalters markiert. Dies ist nicht nur eine zeitlich passende Vereinfachung, sondern hat einige Berechtigung, weil mit dem Untergang des Byzantinischen Reiches das letzte lebendige Überbleibsel der Antike unterging. Des Weiteren war der dadurch ausgelöste Strom byzantinischer Flüchtlinge und Gelehrter nach Italien hauptverantwortlich für den Beginn der Renaissance. Darüber hinaus wurden die Handelsrouten nach Asien durch die Ausbreitung des Osmanischen Reiches blockiert, so dass westeuropäische Seefahrer neue Wege erkundeten. Dabei wurde unter anderem Amerika entdeckt – zumindest war es das erste Mal, dass die Existenz Amerikas innerhalb weniger Jahre in ganz Europa bekannt wurde.
Auf musikalischem Gebiet ist das Ende des Mittelalters am besten mit der Umstellung von Quint-Oktavklängen zu terzhaltigen Harmonien zu bestimmen. Die englischen Komponisten waren hier sehr früh (Anonymus 4 spricht bei dieser Entwicklung auf dem Kontinent sogar direkt von englischem Einfluss); vor allem Dunstable ist hier zu nennen. Ab ca. 1430 lässt sich dieser Wandel in Italien dingfest machen, wobei terzhaltige Klänge nicht sofort die reinen Intervalle als Ruhepole der Komposition ablösten und vor allem am Schluss einer Komposition das ganze 15. Jahrhundert hindurch noch der Klang ohne Terz bevorzugt wurde.
Der Begriff Mittelalter
Der Begriff Mittelalter, erstmals im 14. Jahrhundert von italienischen Humanisten benutzt, hatte schon von Beginn an eine negative Bedeutung, weil sie das Mittelalter als „dunkle“ Epoche zwischen der Antike und ihrer Zeit ansahen, in der antike Traditionen wiedergeboren wurden. Aber erst im 17. Jahrhundert wurde diese Einteilung endgültig vorgenommen. Demnach begann das Mittelalter mit dem Ende des Weströmischen Reiches im Jahre 476 und endete mit der Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 durch die Osmanen.
Im Englischen spricht man für den Zeitraum nach Ende der römischen Besatzung bis etwa zur Zeit König Alfreds von Wessex, also für die Zeit der Einwanderung der Angeln, Sachsen und Jüten, aufgrund der mangelhaften schriftlichen Quellen von „The Dark Ages“.
Noch heute bezeichnen wir eine Denkweise als „mittelalterlich“, wenn wir sie als starr und veraltet kritisieren wollen. Auch die umgangssprachliche Wendung „Rückkehr ins Mittelalter“ ist negativ besetzt. In der Romantik wurde das Mittelalter allerdings auch wieder positiver gesehen, teilweise auch systematisch verklärt. In der modernen Forschung werden die originären Leistungen des Mittelalters und die wenigstens teilweise vorhandene Kontinuität der antiken Kultur betont. Der bekannte und angesehene französische Mediävist Jacques Le Goff betonte erst jüngst die Geburt Europas im Mittelalter.
Sonstiges
In der japanischen Geschichte wird die Zeit von ca. 1200 bis ca. 1600 als Mittelalter bezeichnet. Diese Epoche zeichnete sich durch eine starke Dominanz des Buddhismus und des Feudalismus aus.
Siehe auch
- Portal:Mittelalter
Literatur
Wichtige Quellen sind im großen Umfang gesammelt in der Monumenta Germaniae Historica. Siehe auch die dt.-latein. Ausgaben der Freiherr-vom-Stein Gedächtnisausgabe (FSGA). Wichtige Quellen stellen u.a. neben der Geschichtsschreibung auch Constitutionen und andere Aktenquellen sowie Regesten dar.
Eine hervorragende Bibliographie findet sich [http://www.histsem.uni-bonn.de/proseminar/lsma15.htm hier (erstellt vom Historischen Seminar der Uni. Bonn)] sowie [http://www.uni-tuebingen.de/mittelalter/tutorium/literatur/literatur.htm hier (Uni. Tübingen; umfangreiche Liste mit Quellen- und Literaturangaben)]. Ansonsten sei auf die Angaben im Lexikon des Mittelalters oder den Bibliographien der unten aufgeführten Werke verwiesen.
Nachschlagewerke
- The New Cambridge Medieval History, Cambridge 1995 ff. Noch im Entstehen begriffen, mit hervorragender Bibliographie.
- Lexikon des Mittelalters, 9 Bde., Ausgabe des dtv-Verlags, München 2002 (in Hardcover München-Zürich 1980-1998). Grundlegendes Werk
Sekundärliteratur
- Hartmut Boockmann: Einführung in die Geschichte des Mittelalters, mehrere Neuauflagen, München 2001. Wohl die beste strukturelle Einführung ins Mittelalter, mit guten bibliographischen Angaben.
- Arno Borst: Lebensformen im Mittelalter, Frankfurt/M., Berlin 1988 ISBN 3-548-34004-0
- Arno Borst: Barbaren, Ketzer und Artisten: Welten des Mittelalters, München 1988 ISBN 3-492-03152-8
- Fischer Weltgeschichte, Mittelalter und frühe Neuzeit (4 Bände) ISBN 3596507324
- Horst Fuhrmann: Einladung ins Mittelalter, Verlag C. H. Beck, München 1987 ISBN 3-406-32052-X
- Horst Fuhrmann: Überall ist Mittelalter : von der Gegenwart einer vergangenen Zeit, Verlag C. H. Beck, München 1996 ISBN 3-406-40518-5
- Friedrich Heer: Mittelalter. Von 1100 bis 1350, Zürich 1964
Weblinks
- [http://www.erlangerhistorikerseite.de/ma_resso.html Virtuelle Bibliothek – Geschichte / Mittelalterliche Geschichte (Internet-Ressourcen der Erlanger Historikerseite)]
- [http://www.uni-tuebingen.de/mittelalter/indexstart.htm Historisches Seminar der Universität Tübingen, Abteilung für Mittelalterliche Geschichte (zahlreiche Links und Materialsammlungen)]
- [http://netzwerk.wisis.de/text/42.htm Mittelalter - SUSAS Netzwerk für Wissensweitergabe - Ausführliche Texte und zahlreiche Erklärungen zu Wirtschaft, Gesellschaft und Ereignisgeschichte]
- [http://www.genealogie-mittelalter.de/ Genealogie Mittelalter] Mittelalterliche Genealogie im Deutschen Reich bis zum Ende der Staufer
- DER SPIEGEL: [http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltraum/0,1518,381627,00.html Wie die Erde zur Scheibe wurde] - das Bild vom rückständigen Mittelalter als moderner Mythos
!Mittelalter
Kategorie:Zeitalter
ja:中世
simple:Middle Ages
StadtrechtStadtrecht (vgl. Weichbildrecht, siehe Wigbold), ursprünglich das kaiserliche oder landesherrliche Privilegium, wodurch eine Gemeinde zur Stadt erhoben wurde; dann Inbegriff der in einer Stadt gültigen Rechtssätze.
Solche Stadtrechte entstanden in Deutschland seit dem 10. Jahrhundert, und es wurden dadurch nicht nur Privatrechtsverhältnisse, sondern auch Gegenstände des öffentlichen Rechts normiert. Oft wurde das Recht einer Stadt mehr oder minder vollständig von anderen rezipiert; so die Stadtrechte von Soest, Dortmund, Münster und anderen westfälischen Städten, ganz besonders aber die Stadtrechte von Magdeburg, Lübeck und Köln. Das Lübische Stadtrecht war dabei seinerseits vom Soester Recht abgeleitet.
Das Lübische Recht gewann die Küstenstriche von Schleswig ab bis zu den östlichsten deutschen Ansiedlungen, das Magdeburger Recht die Binnenlande bis nach Böhmen, Schlesien, die Slowakei und Polen hinein und verbreitete sich als Kulmer Recht über ganz Preußen.
Infolge der Umgestaltung der Territorialverhältnisse sowie der Rechtsbegriffe wurden Änderungen der Stadtrechte notwendig. So entstanden im Lauf des 15., 16. und 17. Jahrhundert an vielen Orten verbesserte Stadtrechte, so genannte "Reformationen", wobei aber unter Einwirkung der Rechtsgelehrten mehr und mehr römisches Recht eingemischt wurde. Zuletzt mussten die alten Stadtrechte zugleich mit der eigenen Gerichtsbarkeit und der Autonomie der Städte bis auf dürftige Reste der Autorität der Landesherren weichen. Nur für das Familien- und Erbrecht haben sich einzelne Satzungen der alten Stadtrechte (Statuten) bis auf die Gegenwart erhalten.
Weblinks
- [http://www.geschichte.schleswig-holstein.de/vonabisz/stadtrecht.htm Kurze Geschichte des Stadtrechts]
Kategorie:Kommunalrecht
Kategorie:Stadtbaugeschichte
ProfanbauEin Profanbau (profan = alltäglich, weltlich, unkirchlich, unheilig) ist ein Gebäude für weltliche Zwecke. Das Gegenteil eines Profanbaues ist ein Sakralbau, der kirchlichen bzw. religiösen Zwecken dient. Beispiele für Profanbauten sind Rathaus oder Bahnhof
Kategorie:Gebäude
ZunftEine Zunft, auch Gilde oder Einigung - von althochdeutsch "zumft" (zu ziemen) - ist eine ständische Körperschaft von Handwerkern, Gewerbetreibenden und anderen Berufsgruppen (Notare), die im Mittelalter entstand und bis ins 19. Jahrhundert existierte.
Notar
Die Zunft galt allgemein für die handwerklichen Berufe, wobei die Gilde vor allem der Zusammenschluss von Händlern und Gewerbetreibenden zur wechselseitigen Hilfe war...
Geschichte
Die Anfänge liegen im Hochmittelalter im Zusammenhang mit der Entstehung eines städtischen Bürgertums als Gegenentwurf zur feudalistisch bedingten Leibeigenschaft ("Stadtluft macht frei").
Innere Erstarrung verbunden mit der Aufhebung der Zunftverfassung und der Einführung der Gewerbefreiheit leiteten das Ende der Zünfte ein. Mit dem Aufkommen von Manufakturen und der vorindustriellen Massenproduktion verloren die Zünfte zu Beginn des 19. Jahrhunderts an Bedeutung und wandelten sich von Handwerkerinnungen zu exklusiven Altherrenclubs und zu Karnevalsgesellschaften.
Kodex
Für Zunftmitglieder galt ein Ehrenkodex. Bei Verstößen gegen diesen Kodex, dem unzünftigem Verhalten, konnte man der Mitgliedschaft verlustig gehen. Als äußeres Zeichen des Ausschlusses wurde häufig ein zur Zunfttracht gehörender Ohrring aus dem Ohrläppchen, welcher eigentlich als Entgelt für den Bestatter diente, gerissen. Das hierdurch entstehende Schlitzohr wurde sprichwörtlich zur Bezeichnung für listige, durchtriebene Menschen.
Elite
Um die Zahl der Handwerksmeister künstlich klein zu halten, wurden die Aufstiegschancen zum Meister erschwert.
Die Gesellen, die ihre Meisterprüfung ablegen wollten, hatten folgende Bedingungen zu erfüllen:
- ein Meisterstück auf eigene Kosten anfertigen
- das Bürgeraufnahmegeld zahlen
- sich einen eigenen Brustpanzer anfertigen lassen
- verschiedene Beträge an die Zunft zahlen
- für die Zunftkirche Wachskerzen kaufen
- einen Hausbesitz oder das nötige Geld dazu vorlegen und
- ein Mahl von mehreren Gängen für alle Meister der Zunft spenden.
Doch bei den geringen Löhnen war es für die Gesellen unmöglich, diese Bedingungen zu erfüllen.
Um sich gegen die schlechten Arbeitsverhältnisse zu wehren, organisierten sich die Gesellen in Brüderschaften oder Verbänden. Durch Androhung von Streik konnten sie z.B. Lohnerhöhungen, die Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit, über die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, durchsetzen.
Zugang
Nur bei vier Zünften wurden Frauen als Zunftmitglieder akzeptiert: die Garnmacher, die Goldspinner, die Seidenweber und die Seidenmacher. Starb ein Meister, musste die Witwe innerhalb ein oder zwei Jahren erneut heiraten, ansonsten verlor sie die Werkstatt ihres Mannes. In einigen Städten war es auch möglich, dass die Witwe, wenn sie einen Sohn und Nachfolger besaß, den Laden bis zu dessen Mündigkeit weiterführte.
Für die Ausübenden eines bestimmten Berufszweiges bestand Zunftzwang. Juden war die Mitgliedschaft in einer Zunft verwehrt.
Soziologie
Die Zünfte bildeten ein soziales, ökonomisches und religiöses System zur Regelung von Rohstofflieferungen, Beschäftigungszahlen, Löhnen, Preisen, Absatzmengen bis hin zur Witwenversorgung. Sie bestanden teilweise aus mehreren Berufsgruppen und symbolisierten sich häufig durch Wappen und/oder Zunftzeichen und Zunftkleidung.
Die Zünfte schrieben ihren Mitgliedern häufig auch die Produktionsmethoden vor. Dadurch wehrten sie zwar einerseits Überproduktionen ab, andererseits verhinderten sie die Einführung neuer, produktiverer, gelegentlich weniger gesundheitsgefährdender Produktionstechniken. Dadurch garantiert er seinen Mitgliedern ein standesgemäßes, "gerechtes" Einkommen und den Verbrauchern ein stabiles Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ökonomisch betrachtet verhinderten Zünfte, dass möglicherweise geeignete Menschen einen Beruf ausüben konnten.
Regionale Besonderheiten
- In Hamburg und Schleswig-Holstein hießen diese Handwerkerzusammenschlüsse "Amt".
- In Köln wirkten sie in den als "Gaffeln" bezeichneten Corporationen mit.
- Im Rahmen der Burgergemeinde Bern sind die Zünfte heute noch Körperschaften des öffentlichen Rechts.
- In Zürich findet jedes Jahr das Sechseläuten, ein Umzug der Zünfte statt.
Kategorie:Handwerk
Kategorie:Wirtschaftsgeschichte
ja:ギルド
GemeindereformDie Gebietsreform - auch als "(Kommunale) Neugliederung" bezeichnet - ist die Bildung größerer politischer und zugleich auch Verwaltungseinheiten auf der jeweiligen Ebene der Gemeinden, Landkreise bzw. Kreise, Stadtkreise bzw. kreisfreien Städte.
Die Gemeinde- und die Kreisreform wurden entweder zeitlich getrennt oder gleichzeitig durchgeführt.
Gemeindereform
Grundsätze
Für die Gebietsreform der Gemeinden wurde eine Reihe von Grundsätzen entwickelt, die auf eine Vergrößerung der bestehenden Einheiten durch Eingemeindung oder Vereinigung benachbarter Gemeinden abzielte. Ziele sind u.a. Einsparungen und Effizienzsteigerung der Kommunalverwaltung und weiterer Einrichtungen.
Bei der Zusammenlegung annähernd gleich großer Gemeinden wird meistens ein neuer Gemeindename eingeführt. Bei der Eingliederung kleinerer Gemeinden behält die größere in der Regel ihren Namen.
Durchführung
Die Eingliederung oder Vereinigung von Gemeinden setzte bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein, als viele Städte im Zusammenhang mit der Industrialisierung wuchsen und neue Flächen benötigten. Das war überwiegend im rheinisch-westfälischen Industrieraum (Ruhrgebiet) der Fall, wo Gemeinden inzwischen auf eine Größe von mehr als 100.000 Einwohnern angewachsen waren. 1950 wurde in der damaligen DDR durch Zusammenlegung der Orte Ribnitz und Damgarten die Kreisstadt Ribnitz-Damgarten gebildet.
Zwischen 1967 und 1978 reduzierten die westlichen Bundesländer die Zahl ihrer Gemeinden. Dies wurde teils durch Vereinbarungen zwischen den Gemeinden auf freiwilliger Basis, d.h. die Gemeinden entschieden, in welcher Weise sie künftig zusammen arbeiten wollten, teils durch Hoheitsakte erreicht. Während in einigen Ländern Eingemeindungen und Gemeindezusammenschlüsse vorherrschten, wurden in Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein neue Gemeindezusammenschlüsse auf Zwischenstufe errichtet (Verbandsgemeinden, Ämter).
Vor der Reform gab es in der Bundesrepublik etwa 24.000 Gemeinde, von denen 10.760 weniger als 500 Einwohner hatten sowie 139 kreisfreie Städte und 425 (Land-)Kreise. Nach der Reform blieben 8505 Gemeinden, 92 kreisfreie Städte und 235 (Land-)Kreise.
Nach einer je nach Bundesland unterschiedlichen Übergangsphase schloss der Gesetzgeber Mitte der 1970er Jahre die Gemeindereform ab, indem er per Gesetz die Neugliederung der Gemeinden beschloss.
Diese Neuordnungen stießen bei den Bürgern nicht immer auf Gegenliebe. Beispiele sind
- die Stadt Villingen-Schwenningen
- die Stadt Lahn
- die Stadt Papenburg mit der ehemaligen Kreisstadt Aschendorf
- die Stadt Wesseling
- der Ennepe-Ruhr-Kreis mit der ehemals kreisfreien Stadt Witten
- die Stadt Bochum mit der ehemals kreisfreien Stadt Wattenscheid oder
- die Stadt Bottrop (Glabotki).
- die Stadt Herne mit der ehemals kreisfreien Stadt Wanne-Eickel
In einzelnen Fällen wurden die Vereinigungen durch die Gerichte wieder rückgängig gemacht. In Niedersachsen hat der Landtag 1990 eine Korrektur der Gemeindereform beschlossen und der Stadt Aschendorf sowie die Gemeinden Langvörden, Vörden und Mulsum die kommunale Selbstverwaltung wiedergegeben. Dieses Gesetz ist jedoch vom Bundesverfassungsgericht gekippt worden. Einige Berühmtheit erlangte 1978 auch das Dorf Ermershausen mit etwa 800 Einwohnern im Landkreis Haßberge. Es widersetzte sich vehement der Eingliederung in die Gemeinde Maroldsweisach. Das gipfelte in einer Besetzung des Rathauses und der Errichtung von Barrikaden durch Bürger von Ermershausen, mit dem Zweck die Verlegung der Gemeindeverwaltung nach Maroldsweisach zu verhindern. Das Dorf wurde schließlich von mehreren Hundertschaften der Bereitschaftspolizei gestürmt und das Rathaus geräumt. Seit 1994 ist Ermershausen jedoch wieder selbständig.
Die Gemeinde Horgau in Bayern erreichte durch ein Urteil des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes 1983, dass die Eingemeindung nach Zusmarshausen aufgehoben wurde.
Als gelungenes Beispiel kann die Gemeindereform der Städte Treysa und Ziegenhain in Nordhessen angeführt werden. Aus den nur 5 km auseinanderliegenden Städten wurde die neue Stadt Schwalmstadt mit 20.000 Einwohnern gebildet, die dadurch zur größten Stadt im ebenfalls neu gegründeten Schwalm-Eder-Kreis wurde. Nach nunmehr dreißig Jahren ist sie in Symbiose zusammengewachsen.
Nach der Wiedervereinigung gingen auch die neuen Bundesländer Gemeindereformen an. In einzelnen Ländern ist sie bis heute noch nicht abgeschlossen, so dass sich die Zahl der Gemeinden in Deutschland (Frühjahr 2003: über 13.000) noch weiter verringern dürfte.
Grundsätze
Für die Gebietsreform der (Land-)Kreise, Stadtkreise bzw. kreisfreien Städte wurde eine Reihe von Grundsätzen entwickelt, die auf eine Vergrößerung der bestehenden Einheiten abzielte.
In Nordrhein-Westfalen galten als Mindestgröße 150.000, in Verdichtungsgebieten sogar 200.000 Einwohner. Ansonsten waren die Grundsätze des Landesentwicklungsplans zu berücksichtigen, wonach die Kreise wirtschaftsräumliche Einheiten darstellen und in ihren Grenzen eine ausgewogene Vielfalt von Gemeinden des Typs A (Unterzentren) und B (Mittelzentren) haben sollten. Entwicklungsachsen durften nicht Grenzen sein, sondern wegen der Interdependenz der beiderseitigen Nutzung quergeschnitten werden.
Durchführung
Die ersten Landkreise im heutigen Sinne wurden gebildet, als Preußen sein Staatsgebiet am 30. April 1815 in Provinzen und Regierungsbezirke und anschließend am 23. April 1816 in Landkreise aufteilte. Schon wenige Jahre danach wurden die ersten "Kreisreformen" durchgeführt, bei denen einzelne Landkreise aufgelöst und mit benachbarten Kreisen vereinigt wurden. Beispiele: 1823 die Vereinigung der Landkreise Dinslaken und Essen zum neuen Landkreis Duisburg und die Zusammenlegung der Landkreise Rheinberg und Geldern, 1832 die Vereinigung des Landkreises Bünde mit dem Landkreis Herford und die Vereinigung des Landkreises Brakel mit dem Landkreis Höxter.
Größere Gebietsreformen wurden in der Weimarer Zeit durchgeführt. Insbesondere im Ruhrgebiet wurde am 1. August 1929 eine große Kreisreform durchgeführt. Seinerzeit entstanden u.a. der Ennepe-Ruhr-Kreis, der Rheinisch-Bergische Kreis und der inzwischen wieder aufgelöste Rhein-Wupper-Kreis. Die größten Kreisreformen wurden in Westdeutschland jedoch in den 1960er und 1970er Jahren durchgeführt.
Auch die neuen Bundesländer führten nach der Wiedervereinigung Kreisreformen durch.
Hier muss jedoch folgendes vorbemerkt werden: Die DDR war nach Auflösung der Länder im Jahre 1952 in 14 Bezirke (ohne Ost-Berlin) und in 217 Landkreise gegliedert worden. Davor gab es im Gebiet der DDR nur 132 Landkreise. Insofern handelt es sich bei den neueren Reformen quasi um eine umgekehrte Kreisreform.
Nach Abschluss aller Kreisreformen in Deutschland reduzierte sich die Gesamtzahl der (Land-)Kreise von 614 auf 323.
In Mecklenburg-Vorpommern wird derzeit bereits über eine weitere Kreisreform diskutiert durch Reduzierung auf nur noch 5 Großkreise, auch in Sachsen-Anhalt gibt es ähnliche Planungen.
Historische Daten
- Baden-Württemberg: 1. Januar 1973 - Reduzierung der Kreise von 63 auf 35
- Bayern: 1. Juli 1972 - Reduzierung der Kreise von 143 auf 71 und der kreisfreien Städte von 48 auf 25
- Berlin: Keine Kreisreform; Berlin besteht nur aus einer Stadt
- Brandenburg: 6. Dezember 1993 - Reduzierung der Kreise von 38 auf 14
- Bremen: Keine Kreisreform; Bremen besteht nur aus 2 kreisfreien Städten
- Hamburg: Keine Kreisreform; Hamburg besteht nur aus einer Stadt
- Hessen: 1. August 1972, 1. Januar 1974, 1. Juli 1974, 1. Januar 1977 und 1. August 1979 - Reduzierung der Kreise von 39 auf 21
- Mecklenburg-Vorpommern: 12. Juni 1994 - Reduzierung der Kreise von 31 auf 12
- Niedersachsen: 1973 bis 1980 in mehreren Schritten Schwerpunkt 1. August 1977 - Reduzierung der Kreise von 60 auf 38
- Nordrhein-Westfalen: 1. Januar 1968 bis 1. Januar 1975 in mehreren Schritten - Reduzierung der Kreise von 57 auf 31
- Rheinland-Pfalz: 7. Juni 1969 bis 16. März 1974 in mehreren Schritten - Reduzierung der Kreise von 39 auf 24
- Saarland: 1. Januar 1974 - Reduzierung der Kreise von 7 auf 6
- Sachsen: 1. August 1994 und 1. Januar 1996 - Reduzierung der Kreise von 48 auf 22
- Sachsen-Anhalt: 1. Juli 1994 - Reduzierung der Kreise von 37 auf 21
- Schleswig-Holstein: 1970 bis 1973 in mehreren Schritten Schwerpunkt 26. April 1970 - Reduzierung der Kreise von 17 auf 11
- Thüringen: 1. Juli 1994 - Reduzierung der Kreise von 35 auf 17 (siehe auch Geschichte der Verwaltungsgliederung Thüringens)
Literatur
- Detlev Vonde: Revier der großen Dörfer. Industrialisierung und Stadtentwicklung im Ruhrgebiet. Klartext, Essen 1994 ISBN 3-88474-123-3
- Hans Joachim von Oertzen und Werner Thieme (Hrsg.): Die kommunale Gebietsreform. Schriftenreihe, Nomos, Baden-Baden 1980-1987
Siehe auch
- Liste der Städte in Deutschland, Kreisreform
- Gebietsreform in Bayern
Kategorie:Politische Geographie
Kategorie:Kommunalpolitik
Kategorie:Raumplanung
Kategorie:Reform
1970er
- Bundesligaskandal in Westdeutschland (1971–1973)
- Match des Jahrhunderts (1972)
- Ölkrise (1973)
- Watergate-Affäre (1974)
- Ende des Vietnamkriegs
- Rote Armee Fraktion: Deutscher Herbst (1977)
- Israelisch-ägyptischer Friedensvertrag 1978/1979, siehe auch Nahost-Konflikt
- Ende der 1970er: Entstehung der Grünen Partei.
- Beginn der PC-Revolution mit der Gründung von Apple Computer 1976
- Die Gemeindereform reduziert die Zahl der Einzelgemeinden im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland um zwei Drittel. Sie ist in der Mitte des Jahrzehnts offiziell abgeschlossen.
Kulturgeschichte
- Pink Floyd
- Alice Cooper
- Loudon Wainwright III
- ABBA
- Les Humphries Singers
- Jesus-People
- Playback Theater
- Bhagwan
- Räucherstäbchen
- Brokdorf
- Star Wars
- Lavalampe
- Flokatiteppich
- Radio Dreyeckland
- Kommunales Kino
- Rasterfahndung
- Comic-Magazin ZACK (1972 bis 1980)
- Bonanza , Fernsehserie.
- Sesamstrasse
Persönlichkeiten (Auswahl)
Politik
Kunst und Kultur
Weblinks
- [http://www.sfgb-b.ch/d/4/tgprojekt/70erJahre_26_8/index.html 70er: Einmal Zukunft und Zurück] – Umfangreiche Darstellung der 1970er
01–1970
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Aachener RathausDas gotische Aachener Rathaus ist neben dem Dom das markanteste Bauwerk im historischen Stadtkern der Stadt Aachen.
Aachen
Anfang des 14. Jahrhunderts errichtete die Aachener Bürgerschaft als Zeichen ihrer bürgerlichen Freiheit ein Rathaus. Als Zugeständnis zum Königshaus musste man sich allerdings verpflichten, einen Saal für das festliche Krönungsmahl einzurichten. Mit dem Bau wurde 1330 begonnen, wobei das Gebäude auf den Grundmauern eines verfallenen Palastbaus aus der Karolingerzeit errichtet wurde. Der aus der Zeit Karls des Großen stammende Granusturm wurde übernommen. Die Fertigstellung erfolgte 1349.
Während des großen Stadtbrandes von 1656 verbrannte ein Teil der Dächer und Türme. Die zerstörten Teile wurden im barocken Stil wieder aufgebaut. Im 18. Jahrhundert wurde das Rathaus zum barocken Stadtschloss umgestaltet. Dieser Stil findet sich heute noch im Sitzungssaal und im „Weißen Saal“.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Rathaus nach und nach in den ursprünglichen Zustand zurück versetzt und zusätzlich mit neugotischen Gemälden, Reliefs und Skulpturen ausgestattet. Die dem Markt zugewandte Fassade wurde mit 50 Königen sowie Symbolen von Künsten, Wissenschaft und Christentum versehen.
Bei einem weiteren Brand im Jahre 1883 verbrannten wiederum Dächer und Türme. Die Restaurierungsarbeiten wurden 1902 fertig gestellt.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude durch Bombentreffer stark beschädigt. Mit der Restaurierung wurde Ende der 40er Jahre begonnen, wobei die statische Sicherung und der Wiederaufbau zerstörter Gebäudeteile im Vordergrund standen. Ende der 70er Jahre wurden die Innenräume restauriert und teilweise neu gestaltet.
Heute werden im Rathaus originalgetreue Kopien der Reichskleinodien aus der Wiener Weltlichen Schatzkammer ausgestellt, die an die 38 Königskrönungen erinnern, die zwischen 813 und 1531 in Aachen stattfanden. Darunter befinden sich das Reichsevangeliar (eine Handschrift aus der Zeit Karls des Großen), das Schwert Karls des Großen, die Reichskrone und der Reichsapfel. Im Reichssaal befinden sich Historienbilder aus der Zeit der Romantik sowie Fresken des Aachener Künstlers Alfred Rethel.
Jährlich wird im Rathaus der internationale Karlspreis verliehen.
Weblinks
- [http://www.an-online.de/lokalnachrichten/aachen/altezeiten/granusturm.php "Aachener Nachrichten": "Der Granusturm"]
Kategorie:Aachen
Kategorie:Rathaus
Aachen Rathaus
Augsburger Rathaus
Das Augsburger Rathaus wurde im Jahr 1615 nach einem Beschluss des Rates der Stadt Augsburg an Stelle des alten, gotischen Rathauses erbaut. Augsburg war damals politisch und wirtschaftlich eine bedeutende Freie Reichsstadt und das Rathaus sollte den in Augsburg abgehaltenen Reichstagen einen repräsentativen Rahmen geben. Allerdings fand nach der Fertigstellung nie wieder ein Reichstag in Augsburg statt.
Am 25. August 1615 erfolgte die Grundsteinlegung durch den damaligen Stadtbaumeister Elias Holl. Im März 1620 wurden die Außenarbeiten abgeschlossen und 1624 der Innenausbau. Es gilt allgemein als der wichtigste Profanbau der Renaissance nördlich der Alpen.
Bei einem nächtlichen Bombenangriff britischer Truppen am 25./26. Februar 1944 wurde das Rathaus schwer beschädigt. Nach dem Krieg wurde die Fassade wiederaufgebaut und ab 1955 wurde das Haus wieder als Rathaus genutzt. 1980 bis 1984 wurde der Bau komplett saniert, unter anderem wurden bauliche Veränderungen späterer Jahrhunderte korrigiert und die Farbgebung der Fassade nach historischen Unterlagen erneuert. Außerdem wurde der große Prunksaal, der Goldene Saal, aus der Spätrenaissance mit seiner Kassettendecke, seinen Portalen und Wandmalereien wiederhergestellt. Am 9. Januar 1985 fand die Wiedereröffnung im Rahmen des 2.000-jährigen Stadtjubiläums statt.
Oben auf der Mitte des Rathausdaches befindet sich eine große Zirbelnuss aus Kupfer, das Symbol der Stadt Augsburg.
Nördlich des Rathauses befindet sich der Stadtturm mit dem Namen Perlachturm. Rathaus und Perlachturm begrenzen den Rathausplatz gemeinsam nach Osten hin und sind die wohl bekanntesten Gebäude in Augsburg.
Siehe auch: Rathaus (unter anderem weitere berühmte repräsentative Rathäuser)
Weblinks
- http://www2.augsburg.de/index.php?id=936
-
Rathaus
Augsburg
Augsburg Rathaus
Basler Rathaus
Das Basler Rathaus (lokal Roothuus genannt) ist ein zwischen 1504 und 1514 erbauter Repräsentationsbau, der anlässlich zum Eintritt Basels in die Eidgenossenschaft im Jahr 1501 entstanden ist. Das direkt am Basler Marktplatz liegende Gebäude fällt durch seinen roten Sandstein und den markanten Turm auf.
Der Mittelbau mit den drei Bogeneingängen und dem goldene Türmchen ist der älteste Teil des Rathauses und wurde in spätgotischer Form erbaut. Die Uhr schuf Meister Wilhelm im Jahr 1511. Zwischen 1606 und 1608 entstand die nördlich angrenzende Vordere Kanzlei. Die farbenfrohe Wandmalerei stammt größtenteils von Hans Bock, welche zwischen 1608 und 1611 angefertigt wurde. Sie zeigen über den Portalen das Stadtwappen, Siegesgöttinnen mit Palmzweigen und links einen Kinderfestumzug.
1611
Die eisernen Gitter vor der Eingangshalle stammen aus dem Jahre 1611, die Bronzetafel von 1537 am rechten Pfeiler erinnert an die früheren Hochwasser des heute unterirdisch fließenden Birsig.
Erst 1898 bis 1904 kamen im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Marktplatzes rechts der Turm und links der Trakt mit den Erker dazu.
Heutzutage wird das Basler Rathaus vor allem als Tagungsort des Grossen Rates (Legislative) und des Regierungsrates (Exekutive) genutzt. Außerdem beherbergt das Rathaus Büros der Staatskanzlei, dem Stadtladen (Bürgerbüro) sowie Teile des Wirtschafts- und Sozialdepartements.
Die Besichtigung des Rathauses für die Öffentlichkeit ist möglich.
Kategorie:Basel
Basel
Berliner RathausDas Berliner Rathaus, auch Rotes Rathaus genannt, ist an der Rathausstraße gelegen und Sitz der Stadtregierung und des Regierenden Bürgermeisters von Berlin. Der Name des Gebäudes stammt von der Fassadengestaltung mit roten Klinkern.
Das Gebäude wurde zwischen 1861 und 1869 von Hermann Friedrich Wäsemann erbaut. Die Architektur des Turms ist an die Türme der Kathedrale von Laon in Frankreich angelehnt. Es ersetzte mehrere teilweise aus dem Mittelalter stammende Gebäude und nimmt einen ganzen Straßenblock ein. Seit seiner Fertigstellung dient es als Rathaus; nach dem Wiederaufbau der Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges in den 1950er Jahren beherbergte es in Folge der Teilung Berlins den Ost-Berliner Magistrat; der West-Berliner Senat war bis 1991 im Rathaus Schöneberg untergebracht. 1991 zog die wiedervereinigte Verwaltung offiziell wieder zurück ins Rote Rathaus. Es dient seitdem als Regierungssitz.
Das erste Rathaus Berlins stand am Molkenmarkt und hatte als Zeichen der höheren Gerichtsbarkeit eine Rolandsäule.
Bild:Berlin_Rotes_Rathaus_2.jpg|Das Rote Rathaus
Bild:Rathaus_1a.jpg|Der Turm des Roten Rathauses
Bild:Berlin_rotesrathaus_kl.jpg|Das Rote Rathaus vom Berliner Fernsehturm aus gesehen
Bild:Berlin_RotesRathaus_Eingang.jpg|Gotisches Gewölbe im Eingang
Weblink
- [http://www.berlin.de/rbmskzl/rundgang/index.html Virtueller Rathausrundgang]
Kategorie:Bauwerk in Berlin
Kategorie:Berlin (Politik)
Rathaus Schöneberg
Das Rathaus Schöneberg wurde 1911–1914 von den Architekten Peter Jürgensen und Jürgen Bachmann für die damals selbstständige Stadt Schöneberg bei Berlin errichtet.
Die Planung erfolgte unter dem ersten Schöneberger Oberbürgermeister Rudolph Wilde und die Grundsteinlegung am 26. Mai 1911 unter seinem Nachfolger Alexander Dominicus, nach dem die „Dominicusstraße“ benannt ist. Die Straße hieß seinerzeit „Mühlendamm“ und führte zum „Mühlenberg“, auf dem das Rathaus errichtet wurde. Unmittelbar südlich neben dem Mühlenberg begann ein morastiges Fenn, das sich als eiszeitliche Nebenrinne bis zum Zwischenurstromtal Grunewaldseenkette erstreckte. Die Trockenlegung erfolgte parallel zum Rathausbau, auf der Fläche entstand der damalige „Stadtpark“, der heutige Rudolph-Wilde-Park. Breite repräsentativ angelegte Treppen führen vom Rathaus hinunter in den Ostteil des Parks zum „Hirschbrunnen“ mit dem Wappentier Schönebergs.
1920 wurde Schöneberg nach Berlin eingemeindet. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der politischen Teilung Berlins war das Rathaus Schöneberg bis zur Wiedervereinigung 1990 der politische Mittelpunkt West-Berlins: Das Parlament (Abgeordnetenhaus) und die Regierung (Senat) von West-Berlin hatten hier ihren Sitz.
Im Rathaus-Turm befindet sich die Freiheitsglocke, die von gesammelten Spenden der US-amerikanischen Zivilbevölkerung für die Berliner gestiftet wurde und jeden Mittag um zwölf Uhr läutet.
Das Rathaus, der umliegende Platz und die darauf zulaufenden Straßen waren der Ort vieler Kundgebungen und des Staatsbesuches des US-Präsidenten John F. Kennedy. Dort hielt er am 26. Juni 1963 seine Rede mit dem berühmten Bekenntnis „Ich bin ein Berliner“. Zu seinen Ehren wurde der Rudolph-Wilde-Platz vor dem Rathaus nach seiner Ermordung in John-F.-Kennedy-Platz umbenannt.
Am 24. September 1991 fand hier die letzte Senatssitzung vor dem Umzug in das Berliner Rathaus statt und am 25. März 1993 tagte hier letztmalig das Berliner Abgeordnetenhaus vor dem Umzug in den Preußischen Landtag.
Literatur
- Wilfried Welz, Cornelius C. Goeters: Rathaus Schöneberg – Stationen einer politischen Karriere. Verlag Arno Spitz, Berlin 1995
Kategorie:Rathaus
Kategorie:Bauwerk in Berlin
Kategorie:Berlin (Politik)
Kategorie:Berliner Geschichte
Bonn
Die Bundesstadt Bonn liegt im Süden von Nordrhein-Westfalen. Von 1949 bis 1990 war Bonn Hauptstadt und bis 1999 Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland. Heute haben in Bonn sechs Bundesministerien und seit 1996 Organisationen der Vereinten Nationen (UN) mit den Schwerpunkten Umwelt und Entwicklung ihren Sitz. Im Bereich des ehemaligen Regierungsviertels ist das Internationale Kongresszentrum Bundeshaus Bonn entstanden, dessen weiterer Ausbau in den kommenden Jahren erfolgen soll.
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Geografie
Bonn liegt zu beiden Seiten des Rheins im südlichsten Winkel der Kölner Bucht zwischen dem Rücken der Ville und den nördlichen Ausläufern des Siebengebirges sowie dem Mündungstrichter der Sieg, 30 km südlich von Köln und 60 km nördlich von Koblenz.
Die höchste Erhebung des Stadtgebiets ist der Paffelsberg im Ennert mit 194,8 m, der tiefstgelegene Punkt befindet sich an der Mündung der Sieg in den Rhein auf 45,6 m. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets in Nord-Süd-Richtung beträgt 15 km, in West-Ost-Richtung hingegen 12,5 km. Die Stadtgrenzen haben eine Länge von 61 km.
Ennert
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Bonn. Sie werden im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend genannt und gehören alle mit Ausnahme von Remagen, das im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz liegt, zum nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis:
Niederkassel, Troisdorf, Sankt Augustin, Königswinter, Bad Honnef, Remagen, Wachtberg, Meckenheim, Alfter und Bornheim.
Stadtgliederung
Bornheim
Bonn ist unterteilt in vier Stadtbezirke, die aus mehreren Ortsteilen bestehen. Jeder Stadtbezirk hat eine eigene Bezirksvertretung mit einem Bezirksvorsteher
- Bad Godesberg: Alt-Godesberg, Friesdorf, Godesberg-Nord, Godesberg-Villenviertel, Heiderhof, Hochkreuz, Lannesdorf, Mehlem, Muffendorf, Pennenfeld, Plittersdorf, Rüngsdorf, Schweinheim
- Beuel: Beuel-Mitte, Beuel-Ost, Geislar, Hoholz, Holtorf, Holzlar, Küdinghoven, Limperich, Oberkassel, Pützchen/Bechlinghoven, Ramersdorf, Schwarzrheindorf/Vilich-Rheindorf, Vilich, Vilich-Müldorf
- Bonn: Auerberg, Bonn-Castell (bis 2003: Bonn-Nord), Bonn-Zentrum, Buschdorf, Dottendorf, Dransdorf, Endenich, Graurheindorf, Gronau, Ippendorf, Kessenich, Lessenich/Meßdorf, Nordstadt, Poppelsdorf, Röttgen, Südstadt, Tannenbusch, Ückesdorf, Venusberg, Weststadt
- Hardtberg: Brüser Berg, Duisdorf, Hardthöhe, Lengsdorf
Bevölkerung
Mit mehr als 300.000 Einwohnern gehört Bonn zu den mittleren Großstädten und zu den zehn größten Städten in Nordrhein-Westfalen und ist ein Oberzentrum. Die Einwohnerzahl der Stadt Bonn überschritt 1939 die 100.000-Grenze. Damit wurde sie zur Großstadt. Durch Eingemeindungen wurde die Einwohnerzahl 1969 etwa verdoppelt. Durch den Regierungsumzug kam es in den 1990er Jahren zu einem Bevölkerungsrückgang, der aber inzwischen ausgeglichen wurde. Heute ist Bonn eine der wenigen Großstädte in Deutschland mit nach wie vor wachsender Einwohnerzahl.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte von Bonn
Geschichte von Bonn
Bonn gehört zu den ältesten Städten in Deutschland. 1989 feierte die Stadt ihren 2000. Geburtstag.
In der Zeit zwischen 16 v. Chr. und 12 v. Chr. errichteten römische Soldaten in der Ubiersiedlung Bonna ein Erkundungslager auf der linken Seite des Rheines. Diese Maßnahme stand im Zusammenhang mit der von Drusus im Jahr 12 v. Chr. begonnenen Germanienoffensive. War zu diesem Zeitpunkt die römische Präsenz in Bonna noch bescheiden, so sollte sich das nach der Niederlage der Römer unter Varus gegen die Germanen im Jahr 9 n. Chr. ändern. In den folgenden Jahrzehnten wurde dort eine Legion stationiert, die im nördlichen Bereich des heutigen Bonn ein Lager errichtete. Um das Lager herum siedelten Händler und Handwerker.
Lager
Mit dem Niedergang des römischen Reiches ging der Niedergang Bonns in der Spätantike und im frühen Mittelalter einher. In fränkischer Zeit und endgültig im 9. und 10. Jahrhundert entwickelte sich im Bereich des Bonner Münsters ein geistliches Zentrum, die Villa Basilika und im Bereich des heutigen Marktes eine Marktsiedlung.
Große Bedeutung für die weitere Entwicklung der Stadt hatte die Entscheidung der Kölner Kurfürsten, nach ihrer Niederlage bei der Schlacht bei Worringen im Jahr 1288 Bonn zu einem ihrer Wohnsitze und schließlich zu ihrer Residenz zu machen. Die von den Kurfürsten im 17. und 18. Jahrhundert erbauten prunkvollen Bauten verliehen der Stadt ihren barocken Glanz. Mit der Besatzung durch französische Truppen endete 1794 diese Epoche.
Nach Napoleons Niederlage fiel Bonn an Preußen. Die Stadt wurde in den nächsten Jahrzehnten geprägt von der schon Ende des 18. Jahrhunderts gegründeten und 1818 wieder gegründeten Universität.
Mehr als 1.000 Bonner überlebten die Zeit des Nationalsozialismus nicht, weil sie von den Nazis verfolgt wurden. Etwa 8.000 Personen mussten ihre Heimatstadt verlassen, wurden verhaftet oder in Konzentrationslager gesperrt. Als am 9. März 1945 für Bonn der Zweite Weltkrieg beendet war, lagen 30 % der Häuser in Trümmern und mehr als 4.000 Bonner hatten infolge von Bombenangriffen oder als Soldaten bei Kampfhandlungen ihr Leben gelassen.
Nach dem 2. Weltkrieg erlebte Bonn einen rasanten Auf- und Ausbau als Hauptstadt der neuen Bundesrepublik Deutschland. Nach dem Umzug der Bundesregierung nach Berlin hat die Stadt erneut einen Wandel durchgemacht. Bundesbehörden, Verwaltungszentralen deutscher Unternehmen, internationale Organisationen und die Universität sind die Säulen dieses Strukturwandels.
Wappen
Hauptartikel: Bonner Wappen.
Bonner Wappen
Das Wappen der Stadt Bonn zeigt in der oberen Hälfte ein schwarzes Kreuz auf silbernem Grund. Es ist das Kurkölnische Kreuz des Kurfürstentums Köln, das auch auf anderen Gemeindewappen im heutigen Erzbistum Köln noch zu finden ist. Es symbolisiert die territoriale und politische Verbundenheit zwischen Bonn und den Kölner Kurfürsten, die seit 1597 in Bonn ihre Residenz hatten.
Die untere Schildhälfte zeigt einen goldenen Löwen auf rotem Grund. Der Löwe – manchmal auch Leopard oder im Volksmund „steinernes Wölfchen“ genannt – ist ein altes Bonner Gerichtssymbol. Die Skulptur des Löwen stand vom Mittelalter bis zum Ende der kurfürstlichen Zeit auf dem Münsterplatz, wo heute das Denkmal von Ludwig van Beethoven steht. Dieser Platz war Versammlungsort der Bonner Gerichtsgemeinde. Die Skulptur hat heute ihren Platz im Vestibül des Bonner Rathauses gefunden.
Religionen
Hauptartikel: Religionen in Bonn.
Historisch ist Bonn wie das gesamte Rheinland katholisch geprägt. In den vergangenen 75 Jahren hat sich allerdings die Konfessionszugehörigkeit der Bonner Bevölkerung erheblich verändert. Waren 1925 noch mehr als 80 % der Bonner Bevölkerung katholisch, so hat sich bis Ende der 1990er Jahre der Anteil fast halbiert. Etwa 45 % der Einwohner sind heute katholisch und 25 % evangelisch. Fast ein Drittel der in Bonn wohnenden Menschen gehören einer anderen oder keiner Konfession an; etwa 6 % sind Muslime.
Eingemeindungen
Die Stadt Bonn wurde mehrmals durch Eingemeindungen vergrößert:
Muslim
Um 1900 war Bonn stark gewachsen. In der Folge wurden am 1. Juni 1904 die Orte Poppelsdorf, Endenich, Kessenich und Dottendorf eingemeindet, mit denen Bonn zusammengewachsen war. Durch die Gemeindereform vom 1. August 1969 wurde die Einwohnerzahl etwa verdoppelt. Die selbständigen Städte Bad Godesberg und Beuel wurden eigene Stadtbezirke von Bonn. Der auf der „schäl Sick“ gelegene Stadtbezirk Beuel erhielt zusätzlich die Ortschaften Holzlar, Hoholz und Oberkassel zugeschlagen, die bis dahin zum Siegkreis gehörten. Bonn selbst wurde um die Orte Ippendorf, Röttgen, Lessenich/Meßdorf und Buschdorf des ehemaligen Kreis Bonn erweitert, Lengsdorf und Duisdorf bildeten zusammen mit einigen Neubaugebieten den Stadtbezirk Hardtberg.
Die Stadt Bad Godesberg hatte zuvor ihrerseits etliche Orte eingemeindet. Bereite 1899 waren Plittersdorf und Rüngsdorf zu Godesberg gekommen, 1904 kam noch Friesdorf hinzu, womit Bad Godesberg bereits mit Bonn zusammengewachsen war. Im Jahre 1915 war Bad Godesberg nach Südwesten aus dem Tal hinausgewachsen, so dass Muffendorf eingemeindet wurde. Am 1. Juli 1935 schließlich wurden auch Lannesdorf und Mehlem Stadtteile von Bad Godesberg.
Politik
Oberbürgermeister/in
Mehlem An der Spitze der Stadt Bonn standen im 12. Jahrhundert der Vogt und die zwölf Schöffen des Landesherrn. Seit 1331 sind zwei „burgermeistere“ später auch ein „rat“ bezeugt. Die Bürgermeister wurden vom Rat gewählt. Im Salentinischen Vertrag von 1570 wurde verordnet, dass die Stadt von zwei Scheffelbürgermeisteren und zwei Ratsbürgermeisteren verwaltet werden soll, von denen jeweils einer als „regierender Bürgermeister“ die Geschäfte führte. Der Rat wurde auf fünfzehn Schöffen erhöht. Die Zusammensetzung und Kompetenz des Rates veränderte sich später mehrmals. In preußischer Zeit nach 1815 wurde Bonn Sitz eines Landkreises. An der Spitze der Stadt stand seit 1815 ein Oberbürgermeister, weiterhin gab es einen Rat.
Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen von den Bürgern gewählten „Rat der Stadt“. Der wählte aus seiner Mitte den ehrenamtlichen Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt und einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1996 wurde in Nordrhein-Westfalen die Doppelspitze in den Stadtverwaltungen aufgegeben. Der Oberbürgermeister wird nun direkt gewählt. Er ist als hauptamtlicher Oberbürgermeister Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. In der Funktion als Repräsentant der Stadt wird der Oberbürgermeister in Bonn von drei Bürgermeistern vertreten. Die erste Direktwahl 1999 gewann Bärbel Dieckmann in der Stichwahl gegen den CDU-Kandidaten Helmut Stahl, 2004 wurde sie im ersten Wahlgang im Amt bestätigt.
Siehe auch: Liste der Oberbürgermeister und Oberstadtdirektoren von Bonn
Stadtrat
Liste der Oberbürgermeister und Oberstadtdirektoren von Bonn
Dem Bonner Stadtrat gehören 66 Ratsfrauen und Ratsherren an. Die direkt gewählte Oberbürgermeisterin hat Stimmrecht und leitet die Sitzungen. Nach der Kommunalwahl von 2004 sitzen im Bonner Rat CDU (25 Mitglieder), SPD (19 Mitglieder), Grüne (11 Mitglieder), FDP (6 Mitglieder), der Bürgerbund Bonn (3 Mitglieder) und 2 fraktionslose Mitglieder.
Bei den Abstimmungen im Rat kommt es zu wechselnden Mehrheiten, weil es keine feste Koalition gibt.
Städtepartnerschaften
Die Stadt Bonn unterhält seit 1988 eine Städtepartnerschaft mit Potsdam und seit 1983 eine Städtefreundschaft mit Tel Aviv-Jaffa in Israel. Weitere Stadtteilpartnerschaften und Städtefreundschaften, die teilweise vor der Giebietsreform 1969 enstanden sind, bestehen in den einzelnen Stadtbezirken:
- Stadtbezirk Bonn: Partnerschaften mit Oxford in Großbritannien seit 1947 und mit Budafok, dem XXII. Bezirk von Budapest, in Ungarn seit 1991, sowie eine Städtefreundschaft mit Oppeln in Polen seit 1997 (Kontakte seit 1954)
- Stadtbezirk Bad Godesberg: Städtepartnerschaften mit Saint Cloud in Frankreich seit 1957, mit Frascati in Italien seit 1960, mit Windsor and Maidenhead in Großbritannien seit 1960 und mit Kortrijk in Belgien seit 1964, sowie seit 1969 eine Städtefreundschaft mit Yalova in der Türkei
- Stadtbezirk Beuel: Seit 1969 Partnerschaft mit Mirecourt in Frankreich
- Stadtbezirk Hardtberg: Partnerschaft mit Villemomble in Frankreich seit 1967
Neben Städtepartnerschaften pflegt Bonn „Themen-Projektpartnerschaften“. Neben Jugend- und Kulturaustausch besteht teilweise auch ein Erfahrungsaustausch in den Bereichen Ökologie, Stadtentwicklung und Katastrophenprävention. Projektpartnerschaften bestehen zur Zeit mit den Städten Buxoro in Usbekistan, Chengdu in China, La Paz in Bolivien, Minsk in Weißrussland, Salzburg in Österreich und Ulaanbaatar in der Mongolei.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
Mongolei
Bonn verfügt über eine große Zahl bedeutender Museen. Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland („Bundeskunsthalle“) (erbaut 1986–1992 vom Wiener Architekten Gustav Peichl) und das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gehören seit ihrer Eröffnung zu den zehn meistbesuchten Museen Deutschlands – sie locken jedes Jahr jeweils über 500.000 Besucher an, bei einzelnen Wechselausstellungen übertrifft die Bundeskunsthalle diese Zahl sogar deutlich. Beide Museen entstanden Ende der 1980er Jahre gemeinsam mit dem städtischen Kunstmuseum Bonn und werden zusammen mit der 1995 eröffneten und sich auf deutsche Forschung und Technik seit 1945 konzentrierenden Bonner Zweigstelle des Deutschen Museums im Wissenschaftszentrum, der ifa-Galerie und dem traditionsreichen Museum Koenig als Museumsmeile vermarktet.
In Geburts-, Wohn- und Sterbehäuser bekannter Persönlichkeiten wurden Museen eingerichtet. Das gilt für das Beethoven-Haus, für das August-Macke-Haus, das Ernst-Moritz-Arndt-Haus und das Robert-Schumann-Haus.
Die Universität verfügt über zahlreiche Museen und Sammlungen. Neben dem Ägyptischen Museum, eine Sammlung mit ca. 3.000 Originalobjekten, dem Akademischen Kunstmuseum, das die archäologische Sammlung der Universität beherbergt, und dem Arithmeum, einer umfangreichen Sammlung von Rechenmaschinen ist hier auch noch der Botanische Garten zu nennen, der unter anderem den weltgrößten Titanenwurz pflegt, sowie das Goldfuß-Museum, eine Schausammlung von Fossilien, und das Mineralogische Museum, eine Edelstein- und Meteoritensammlung, schließlich das Horst-Stoeckel-Museum, das die Geschichte der Anästhesiologie von der Entdeckung der Äthernarkose im Jahre 1846 bis zur Gegenwart darstellt.
Mittlerweile mehr als 20 Jahre ist das 1981 gegründete Frauenmuseum alt. Weltweit war es die erste Institution gleichen Namens oder vergleichbarer Zielsetzung. Heute kann das Frauenmuseum auf über 400 Ausstellungen zurückschauen und ist mit seinen umfangreichen Begleitprogrammen zu einer auch international anerkannten Institution geworden.
Das zwischen 1995 und 2003 komplett umgebaute Rheinische Landesmuseum stellt die Kunst und Kulturgeschichte des Rheinlandes seit der Frühzeit dar.
In der an der Poppelsdorfer Allee gelegenen Volkssternwarte Bonn werden regelmäßig öffentliche Beobachtungen
des Sternhimmels und der Sonne durchgeführt.
Bauwerke
Volkssternwarte Bonn
Am Marktplatz liegt das ab 1737 im Stil des Rokoko erbaute Alte Rathaus, eines der Wahrzeichen der
Stadt. In direkter Nachbarschaft des Rathauses befindet sich die ehemalige Hauptresidenz der Kölner Kurfürsten, das
Kurfürstliche Schloss – heute das Hauptgebäude der Bonner Universität.
Die Poppelsdorfer Allee, eine Kastanienallee, verbindet das Kurfürstliche Schloss mit dem Poppelsdorfer Schloss, das in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Erholungsort der Kurfürsten erbaut wurde. Unterbrochen wird diese Achse durch die Bahnstrecke mit dem Hauptbahnhof, dessen 1883/84 errichtetes Empfangsgebäude heute unter Denkmalschutz steht und über dessen Vorplatzgestaltung seit Jahren in der Bonner Öffentlichkeit heftig gestritten wird.
Vorplatzgestaltung]
Bonn verfügt über eine Reihe von Kirchenbauten. Ein Wahrzeichen der Stadt ist das Bonner Münster. In der Remigiuskirche in der Brüdergasse, der früheren Brüderkirche, befindet sich das Becken, in dem Beethoven getauft wurde. Die Doppelkirche wurde ab 1151 in Schwarzrheindorf erbaut. Oberhalb von Poppelsdorf, am Ort einer vorchristlichen Kultstätte, erbaute Christoph Wamser 1627/28 die
Kreuzberg Wallfahrtskirche. Erzbischof Clemens August ließ die Kirche in der Mitte des 18. Jahrhunderts von Balthasar Neumann durch den Anbau der „Heiligen Stiege“ erweitern. Die
alt-katholische Kirche St. Cyprian befindet sich in der Adenauerallee. Der
Alte Friedhof ist die Ruhestätte vieler Persönlichkeiten. Dazu zählen die Mutter Beethovens sowie Robert und Clara Schumann.
Clara Schumann
Zwischen dem Kurfürstlichen Schloss und dem Rhein liegt der „Alte Zoll“, eine Bastion des ehemaligen
Festungsrings. Das Sterntor, das ursprünglich an der Mündung der Sternstraße auf den Friedensplatz stand, wurde wegen des Baus der Straßenbahn durch die Sternstraße um 1900 abgebaut und in stark abgewandelter Form unter Einbeziehung eines Rests der Stadtmauer einige Meter versetzt am Bottlerplatz wieder aufgebaut.
Oberhalb von Bad Godesberg liegt die vermutlich als Fluchtburg von den Franken erbaute Ruine der Godesburg.
Das Godesberger Rathaus besteht aus sechs verbundenen Gebäuden, die 1792/93 durch Kurfürst Max Franz als Logierhäuser für Kurgäste erbaut wurden. Das 1790–1830 erbaute ehemalige kurfürstliche Kammertheater „La Redoute“ ist heute Außenstelle des Kunstmuseums.
Max Franz
Die Hauptverwaltung der Deutschen Post befindet sich im Post Tower, dem höchsten
Bürogebäude in Nordrhein-Westfalen. Das Gebäude steht in direkter Nachbarschaft zum ehemaligen Abgeordnetenhochhaus
und Wahrzeichen der damaligen Bundeshauptstadt, dem „Langen Eugen“, der heute durch die Vereinten Nationen genutzt wird. Zwischen den beiden Hochhäusern befindet sich der Schürmann-Bau, die Zentrale der Deutschen Welle. Dieses ursprünglich als Abgeordnetenbüro geplante Gebäude wurde während der Bauphase durch des Rheinhochwasser 1993 schwer beschädigt. Das „Bundeshaus“ war ursprünglich eine pädagogische Akademie, die ab 1948 vom parlamentarischen Rat und später von Bundestag und Bundesrat genutzt wurde. Ende der 1980er Jahre wurde der Plenarsaal durch einen Neubau ersetzt. Seit dem Regierungsumzug wird es als
Internationales Kongresszentrum Bundeshaus Bonn (IKBB) genutzt. Ein weiterer Teil des IKBB ist das historische
Wasserwerk, das während des Umbaus des
Bundeshauses als Plenarsaal des Bundestags genutzt wurde. Der Platz der Vereinten Nationen ist ein mit den
191 Flaggen der UN-Staaten beflaggtes Verkehrsdrehkreuz im Bundesviertel.
Auf dem Venusberg befindet sich ein weithin sichtbarer Sendemast des WDR.
Natur und Parkanlagen
WDR
Für die Bundesgartenschau 1979 wurden die Rheinwiesen und landwirtschaftlich genutzten Flächen südlich des damaligen Regierungsviertels in einen 160 ha großen Landschaftspark, der Rheinaue, gestaltet. Heute dient sie als Naherholungsgebiet und wird für Großveranstaltungen wie Open-Air-Konzerte, Feste und Flohmärkte genutzt.
Danneben gibt es in der Stadt einige kleinere Parkanlagen, deren größte der Kurpark in Bad Godesberg ist. Er wurde ursprünglich für den Kurbetrieb angelegt und beherbergt einieg seltene Pflanzenarten.
Die größte Freifläche innerhalb Bonns ist das Meßdorfer Feld zwischen Endenich, Dransdorf, Lessenich und Duisdorf. Es hat als Freifläche in Windrichtung Bedeutung für das Klima der Bonner Innenstadt und ist die einzige landwirtschaftlich genutzte Fläche im Stadtgebiet.
Weitere Erholungsgebiete sind der Naturpark Kottenforst-Ville westlich von Bonn und das südöstlich von Bonn gelegene Siebengebirge. In beiden Naturparks laden weitläufige Wanderwege mit attraktiven Aussichten auf die Stadt zu Wanderungen ein. Der Fernwanderweg Rheinsteig beginnt in Bonn und durchquert auch das Siebengebirge
Theater, Musik, Film
Rheinsteig
Nebem dem städtischem „Theater Bonn“ mit Oper, Schauspiel und
Choreografischem Theater gibt es diverse kleinere Privattheater in Bonn. Dazu gehören die in
der Innenstadt gelegenen „Contra-Kreis-Theater“ und „Euro Theater Central„ sowie das in Beuel gelegene
„Junge Theater Bonn“ und das „Kleine Theater Bad Godesberg“.
Kleinkunst und Kabarett werden unter anderem im „Haus der Springmaus“, im „Pantheon-Theater“
und im „Theater im Ballsaal“ dargeboten.
Das Beethoven-Orchester Bonn veranstaltet regelmäßig Konzerte in der Beethovenhalle Bonn und kommt auch in
der Oper zum Einsatz.
Das 1928 am Marktplatz erbaute traditionsreiche „Metropol Kino“ und die ebenfalls dort
gelegenen „Stern Lichtspiele“ werden heute von CineStar betrieben. Ein weiteres Kino
in der Innenstadt ist das „Woki“. Im Zentrum von Bad Godesberg befindet sich das
Multiplex-Kino „Kinopolis“. In Bonn gibt es drei Programmkinos: das 1952 in
Endenich eröffnete „Rex Lichtspieltheater“, die 1933 in Beuel erbaute „Neue Filmbühne“ und
die im Kulturzentrum „Brotfabrik Bonn“ gelegene „Bonner Kinemathek“.
Regelmäßige Veranstaltungen
Brotfabrik Bonn 2005]]
Das „Beethovenfest“ ist ein jährlich im Herbst stattfindendes fast vierwöchiges Musikfestival mit über fünfzig
Konzerten in Bonn und der Umgebung.
Ein weiteres Festival ist die einwöchige „Biennale Bonn“ mit Theateraufführungen, Konzerten, Lesungen und Ausstellungen. Im Arkadenhof der Universität werden jedes Jahr im Sommer während der
zehntägigen Internationalen Stummfilmtage restaurierte Stummfilme gezeigt. Auf dem
Museumsplatz an der Bundeskunsthalle finden im Sommer unter einem Zeltdach Open-Air-Konzerte mit deutschen und
internationalen Künstlern statt.
In der Rheinaue findet an jedem dritten Samstag im Monat von April bis Oktober der
„Große Rheinauen“-Flohmarkt statt. Jährliche Veranstaltungen in der Rheinaue sind das Großfeuerwerk
„Rhein in Flammen“ am ersten Mai-Wochenende, das „Umsonst und draußen“-Musikfestival „Rheinkultur“
am ersten Juli-Wochenende sowie die „Bierbörse“ am letzten Wochenende im Juli und das
„Internationale Begegnungsfest“ im Herbst.
Der größte jährliche Jahrmarkt in Bonn, „Pützchens Markt“, findet jeweils
am zweiten Wochenende im September in Beuel statt.
Der „Bonn-Marathon“ ist ein Marathonlauf der jährlich durch das Stadtgebiet führt.
Karneval
Bonn zählt zu den rheinischen Karnevalshochburgen, wenngleich man immer im Schatten des größeren Kölner Karnevals stand. Im Beueler Rathaus übernimmt an Weiberfastnacht die Wäscherprinzessin die Regentschaft, das Alte Rathaus in Bonn wird am Karnevalssonntag von den Stadtsoldaten belagert und erobert. Höhepunkt ist auch in Bonn der Rosenmontagszug.
Dialekt
In Bonn wird ursprünglich der ripuarische Dialekt Bönnsch gesprochen, der sich vom eng verwandten Kölsch neben einigen Vokabeln durch den ausgeprägteren „Singsang“ und die gemächlichere Sprechgeschwindigkeit unterscheidet. Im Gegensatz zum selbstbewussten Köln der Handwerker war es in „vornehmen“ Kreisen der Residenz- und Universitätsstadt Bonn jedoch verpönt, Dialekt zu sprechen, daher ist das Bönnsch im Alltagsleben nicht mehr so präsent wie das Kölsch in Köln. Der hohe Anteil Zugezogener („Immis“) aus Hauptstadtzeiten tat sein übriges. Bekanntester Imitator des bönnschen Dialekts ist der in Südtirol geborene Kabarettist Konrad Beikircher.
Sport
Der bekannteste Sportverein in Bonn ist der Basketball-Bundesligist
„Telekom Baskets Bonn“.
Die früher erfolgreiche Fußball-Mannschaft des „Bonner Sport-Club“ spielt nach dem Zweitliga-Lizenzentzug 1977 seit Jahren nur noch in der Oberliga Nordrhein.
Weitere Sportvereine sind der „1. Badminton Club Beuel“ (Deutscher Badminton-Meister 2005), der
Damen-Basketball-Bundesligist BG Rentrop Bonn“, der „Hockey- und Tennis Club Schwarz-Weiß Bonn“, sowie Bonns größter Sportverein, der „SSF Bonn“.
Wirtschaft
Wirtschaftsstandort
Von Mitte 1991, dem Zeitpunkt des Bonn/Berlin-Beschlusses des Bundestages, bis Mitte 2002 ist die Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer in der Stadt Bonn um annähernd 11.400 Personen bzw. 8,5 % auf 145.558 angestiegen. Für 2003 gibt die Stadt noch einmal einen Zuwachs um 3118 Arbeitsplätze auf dann 149.016 an. Umzugsbedingte Arbeitsplatzverluste konnten also ausgeglichen werden und neue Arbeitsplätze kamen hinzu.
Gewonnen haben in Bonn vor allem die Dienstleistungen (ohne Öffentliche Verwaltung) mit einem Zuwachs von 27,1 % bzw. ca. 22.400 Beschäftigten von Juni 1991 bis Juni 2002. Mit 105.171 Beschäftigten und einem Anteil von 72,3 % an allen Beschäftigten hat dieser zukunftsträchtige Bereich seine dominierende Stellung in Bonn ausgebaut. Dagegen hat die Öffentliche Verwaltung in diesem Zeitraum fast ein Drittel ihrer Beschäftigten verloren.
Wirtschaftsforschungsinstitute gehen davon aus, dass in Bonn auch in den nächsten Jahren die Zahl der Arbeitsplätze weiter steigt.
Arbeitsmarkt
Bonn hat seit Jahren eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten in Nordrhein-Westfalen. Im Juni 2005 betrug sie 9,1%. Ein großer Teil der in Bonn Beschäftigten kommt als Pendler aus dem umliegenden Rhein-Sieg-Kreis. Täglich fahren 80.000 Menschen nach Bonn zur Arbeit, während 30.000 Bonner außerhalb der Stadtgrenze ihrer Beschäftigung nachgehen. Damit hat Bonn nach Köln und Düsseldorf den dritthöchsten Pendlerüberschuss in Nordrhein-Westfalen.
Verkehr
Düsseldorf
Bonn ist über die Autobahnen A 59, A 555, A 562, und A 565 sowie die Bundesstraßen B 9, B 42 und B 56 an das Fernstraßennetz angebunden. Der Flughafen Köln/Bonn liegt ca. 20 Kilometer nördlich der Stadt und ist über die A 59, eine Schnellbuslinie und die rechtsrheinische Bahnstrecke mit Bonn verbunden. Da das Stadtgebiet vom Rhein durchtrennt wird, haben die drei Rheinbrücken der A 562 (Südbrücke, „Konrad-Adenauer-Brücke“), A 565 (Nordbrücke, „Friedrich-Ebert-Brücke“) und B 56 (Kennedybrücke) sowie die Rheinfähren Mehlem–Königswinter, Bad-Godesberg-Niederdollendorf und Graurheindorf-Mondorf bes | | |