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Red Hat Linux

Red Hat Linux

Red Hat Linux [] (RHL) ist eine der populärsten Linux-Distributionen, bestehend aus dem Linux-Kernel und auf Linux zugeschnittene Anwendungssoftware. In den Vereinigten Staaten ist sie Marktführer. Die Aktien der Red Hat Inc. werden an der Börse Nasdaq als RHAT gehandelt (ISIN US7565771026).

Firmengeschichte

Die Firma Red Hat wurde 1993 von Mark Ewing gegründet und schloss sich 1995 mit der Firma ACC des Kanadiers Bob Young zusammen. Young übernahm in der Firma das Amt des CEO, welches dann 1999 auf Matthew J. Szulik überging. Heute ist Red Hat ein großes und bekanntes Unternehmen auf dem Gebiet der Open Source-Software. Red Hat hat über 700 Mitarbeiter in 22 Niederlassungen weltweit. Der Stammsitz liegt in Durham (North Carolina) in den USA. Das Unternehmen ist aktiv auf den Gebieten Entwicklung, Einführung und Management von Linux- und Open Source-Lösungen für Netzwerk-Infrastrukturen. Das Produktangebot reicht dabei von Embedded Systems bis zu sicheren Webservern und umfasst zusätzliche Support-, Trainings- und Managementangebote. Am 11. August 1999 ging Red Hat mit einem Initial Public Offering von sechs Millionen Aktien zum Preis von je 14$ pro Aktie an die Börse NASDAQ. Am 15. November 1999 gab Red Hat bekannt, dass sie den Open Source Entwickler Cygnus Solutions übernehmen würden. Red Hat ist seitdem auch für Cygwin verantwortlich. Am 19. Oktober 2005 verließ der Firmenmitbegründer Bob Young das Unternehmen, um sich privaten Projekten zu widmen. 2003 beschloss Red Hat, sich zukünftig nur noch auf Firmenkunden, die den größten Teil des Red Hat-Umsatzes generieren, zu konzentrieren. Aus diesem Grund wurde die Weiterentwicklung von Red Hat Linux formell an das Community-Projekt Fedora Core abgegeben. Dabei besteht das Kernteam von Fedora weiterhin aus von Red Hat bezahlten Entwicklern, die Möglichkeit der Beteiligung durch Freiwillige ist aber wesentlich größer und umfangreicher als früher. Auf der Fedora-Codebase basiert seitdem Red Hat's Premium-Produkt für Firmenkunden, Red Hat Enterprise Linux.

Geschichte der Distribution

Die Version 1.0 wurde am 3. November 1994 veröffentlicht und basierte auf Slackware. RHL ist damit nicht ganz so alt wie Slackware selbst, jedoch älter als die meisten anderen Distributionen. Für RHL wurde das Red Hat Package Manager-Paketformat entwickelt, das heute von den meisten kommerziellen Distributionen zur Verteilung von Softwarepaketen verwendet wird. Verschiedene andere Distributionen begannen ihre Geschichte ursprünglich als Zweig von Red Hat Linux, so z.B. das Desktop-orientierte Mandrake Linux (ursprünglich nicht mehr als Red Hat Linux mit KDE), Yellow Dog Linux (eigentlich Red Hat Linux mit PowerPC-Unterstützung) und ASPLinux (Red Hat Linux mit besserer Unterstützung für nicht-lateinische Zeichensätze). Red Hat Linux wurde traditionell ausschließlich innerhalb von Red Hat entwickelt, das einzige Feedback von Benutzern waren deren Bug-Reports oder (indirekt) Beiträge zu den enthaltenen Opensource-Software-Paketen. Dies änderte sich Ende 2003, als Red Hat seine Endanwender-Aktivitäten und damit Red Hat Linux in das Community-basierte Fedora Core-Projekt einbrachte. Red Hat nutzt seit dem die Codebase des Projektes für neue Red Hat Linux- und Red Hat Enterprise Linux-Versionen. Das Fedora Core Projekt ist dabei ein von Red Hat-Mitarbeitern betreutes offenes Software-Projekt und ähnelt damit dem freien Office-Paket OpenOffice.org, das von Sun Microsystems-Programmierern personell unterstützt wird. So, wie bei Sun die Ideen aus OpenOffice.org in das kommerzielle Produkt Star Office einfließen, kommen Entwicklungen für Fedora dem kommerziellen Produkt Red Hat Enterprise Linux zugute. Seit dem gibt es die Red Hat Enterprise Lösungen für Großkunden und die Fedora Core Distribution für Privatnutzer.

Vermarktung

Red Hat Linux wird hauptsächlich als Server-Betriebssystem vermarktet, es gibt aber auch Lösungen für Desktops und Workstations. Bei Rechenzentrums-Betreibern ist Red Hat Linux beliebt, weil es mit kickstart ein Skripting-Tool enthält, das eine automatisierte Installation auf standardisierter Hardware ermöglicht.

Besonderheiten der Red Hat Linux Distribution

Besondere Werkzeuge

Red Hat Linux wird mit einem grafischen Installer mit dem Namen Anaconda installiert, der auch für Einsteiger leicht bedienbar ist. Für die Konfiguration der integrierten Firewall gibt es das eingebaute Tool Lokkit.

Design

RHL wird mit dem sowohl viel gelobten als auch kritisierten Desktop-Theme Blue Curve ausgeliefert, das ein einheitliches Look & Feel bietet, egal ob man GNOME oder KDE als Desktop verwendet.

Multimedia

Seit Red Hat 8.0 ist man dazu übergegangen, nur noch Software einzubinden, die vollständig frei ist. Aus diesem Grund fehlt zum Beispiel die Fähigkeit, MP3s abzuspielen oder auf NTFS-Partitionen zuzugreifen, da dies patentierte Verfahren beinhaltet. [http://www.fedorafaq.org/ Die inoffizielle Fedora FAQ] liefert aber auch eine Anleitung, um die entsprechenden Programme und Plugins selbst zu installieren.

Update-Zyklen

Ende April 2004 hat Red Hat den Support für alle Red Hat Linux Versionen bis Version 9 beendet, um sich vollständig auf den Enterprise Bereich zu konzentrieren. Dort gibt es eine garantierte Lebensdauer von 7 Jahren, in denen immer aktuelle Patches angeboten werden. Um aber die Lücke bis dahin zu füllen, stellen auf der einen Seite das Community-Projekt [http://www.fedoralegacy.org Fedora Legacy], auf der anderen Seite [http://www.progeny.com/ Progeny] Updates für die alten Red Hat Linux Versionen und auch für Fedora Core Versionen zur Verfügung. Dabei ist Progeny ein kostenpflichtiges Angebot, das 5 Jahre Support garantiert, Fedora Legacy stellt Pakete so lange zur Verfügung, wie sich Menschen finden, die bereit sind, die notwendige Arbeit zu übernehmen.

Andere Distributionen auf gleicher Basis

Da Red Hat alle Quellpakete für die RHEL-Distribution im Netz bereit stellt, haben sich Projekte entwickelt, die diese Pakete nur geringfügig abändern und so Distributionen erzeugen, die vollständig zu RHEL kompatibel sind, aber z.B. Zusatzpakete mit sich bringen und keine Verpflichtung zum Kauf von Supportverträgen mit sich bringen. Einige Beispiele dafür sind Scientific Linux, White Box Linux, ClarkConnect und CentOS.

Produkte

Zu den Produkten für Geschäftskunden zählen die Server Familie mit dem Red Hat Enterprise Linux (kurz RHEL) mit den Versionen ES (Entry Server) und AS (Advanced Server). Die Desktop Familie enthält den Red Hat Desktop und Red Hat Enterprise Linux WS (Workstation). Für diese Produkte ist Update-Support über das Red Hat Network möglich.

Red Hat-Zertifikate

Die amerikanische Firma Red Hat bietet [http://www.redhat.de/training/certifications.php3/ 3 Zertifizierungen] für ihre Distribution an:
- Red Hat Certified Technician (RHCT)
- Red Hat Certified Engineer (RHCE)
- Red Hat Certified Architect (RHCA) Diese Zertifikate sind hier keine Ergänzungen zum LPI, sondern völlig eigenständige Zertifizierungen.

Versionen

(Die Release-Daten beziehen sich auf die öffentlichen Ankündigungen in der Newsgroup comp.os.linux.announce, und nicht auf die tatsächliche Verfügbarkeit im Handel). Für mehr Informationen über die Versionsnamen siehe Fedora- und Red-Hat-Versionsnamen.

Siehe auch


- Red Flag Linux

Weblinks


- [http://www.redhat.de redhat.de] Website von Red Hat
- [http://fedora.redhat.com/ fedora.redhat.com] (englisch) Das Fedora-Projekt
- [http://www.redhat.com/software/rhel/ redhat.com/...] (englisch) Red Hat Enterprise Linux
- [http://fedora.redhat.com/about/history/ fedora.redhat.com/...] (englisch) Geschichte von Red Hat Linux
-
- Kategorie:Linux-Distribution ja:Red Hat Linux

Linux Kernel

Linux im eigentlichen Sinne ist „nur“ ein Betriebssystemkern (engl. Kernel), der in verschiedenen Betriebssystemen zum Einsatz kommt. Dieser Artikel beschreibt eben diesen Linux-Kernel. Der Begriff Linux wird jedoch auch für mehr als nur den Betriebssystemkern verwendet, siehe dazu Linux. Linux wurde ursprünglich 1991 vom Finnen Linus Torvalds, von dem die Entwicklung auch heute noch koordiniert wird, für die x86-Architektur geschrieben. Er steht unter der freien GPL-Lizenz.

Grundlegende Technologie

Aufgaben des Kernels

Der Kernel eines Betriebssystems bildet die hardwareabstrahierende Schicht, d. h. er stellt der auf dieser Basis aufsetzenden Software eine einheitliche Schnittstelle (API) zur Verfügung, die unabhängig von der Hardwarearchitektur ist. Die Software kann so immer auf die Schnittstelle zugreifen, und braucht die Hardware selbst, die sie nutzt, nicht genauer kennen. Linux ist dabei ein modularer monolithischer Betriebssystemkern und ist zuständig für Speicherverwaltung, Prozessverwaltung, Multitasking, Lastverteilung, Sicherheitserzwingung und Eingabe/Ausgabe-Operationen auf verschiedenen Geräten. Siehe auch: Kernel

Funktionsweise

Bei einem strikt monolithischen Kernel wird der gesamte Quellcode inklusive aller Treiber in das Kernel-Image (den ausführbaren Kernel) kompiliert. Der Linux-Kernel benutzt Module, die während des Betriebs geladen und wieder entfernt werden können. Damit wird die Flexibilität erreicht, um unterschiedlichste Hardware ansprechen zu können, ohne sämtliche (auch nicht benötigte) Treiber und andere Systemteile im Speicher halten zu müssen. Sind Teile der Hardwarespezifikationen nicht genügend offengelegt, so stützt sich Linux notfalls über spezielle VM86-Modi auch auf das BIOS des Systems, u. a. auf die Erweiterungen gemäß den Standards APM, ACPI und VESA. Um unter diesen Voraussetzungen x86-kompatible Hardware z. B. auf der DEC-Alpha-Plattform zu betreiben, werden teilweise sogar Emulatoren zur Ausführung entsprechenden ROM-Codes verwendet. Linux selbst übernimmt das System beim Bootprozess typischerweise in dem Moment, wo der BIOS-Bootloader erfolgreich war und alle Systeminitialisierungen des BIOS abgeschlossen sind. Der Linux-Kernel ist fast komplett in der Programmiersprache C geschrieben, wobei einige GNU-C-Erweiterungen benutzt werden. Eine Ausnahme bilden die architekturabhängigen Teile des Codes (im Verzeichnis arch innerhalb der Linux-Sourcen), wie z. B. der Beginn des Bootvorganges, die in Assemblersprache geschrieben sind. Der Kernel ist ein Betriebssystemkern und darf nicht als das eigentliche Betriebssystem verstanden werden. Dieses setzt sich aus dem Kern und weiteren grundlegenden Programmen (die den Computer erst bedienbar machen) zusammen. Siehe auch: Gerätenamen unter Linux, Network Block Device

Architektur

Linux ist heute ein hybrid monolithischer Kernel. Dies bedeutet, dass man den größten Teil der Treiber, die nicht während der ersten Startphase (bevor ein Dateisystem eingebunden ist) benötigt werden, als Module konfigurieren kann, die dann dynamisch nachgeladen oder auch während des Betriebs entladen werden können, wenn ihre Funktionalität nicht mehr benötigt wird. Die Treiber im Kernel und die Kernel-Module laufen im Privilegierten Modus (x86: Ring 0), haben also unbeschränkten Zugriff auf die Hardware. Einige wenige Module des Kernels laufen im eingeschränkten Benutzermodus (x86: Ring 3). Die Level 1 und 2 der x86-Architektur werden vom Linux-Kernel nicht genutzt. Im System laufende Programme bekommen wiederum vom Kernel Prozessorzeit zugewiesen. Jeder dieser Prozesse erhält einen eigenen, geschützten Speicherbereich und kann nur über Systemaufrufe auf die Gerätetreiber und das Betriebssystem zugreifen. Die Prozesse laufen dabei im Benutzermodus (user mode), während der Kernel im Kernel-Modus (kernel mode) arbeitet. Die Privilegien im Benutzermodus sind sehr eingeschränkt. Abstraktion und Speicherschutz sind nahezu vollkommen, ein direkter Zugriff wird nur sehr selten und unter genau kontrollierten Bedingungen gestattet. Dies hat den Vorteil, dass kein Programm z. B. durch einen Fehler so das System zum Absturz bringen kann. Linux stellt wie sein Vorbild Unix eine vollständige Abstraktion und Virtualisierung für nahezu alle Betriebsmittel bereit (z.B virtueller Speicher, Illusion eines eigenen Prozessors etc.).
Abstraktionsschichten unter Linux Fast vollständige Abstraktion unter Linux
Die Tatsache, dass Linux nicht auf einem Mikrokernel basiert, war Thema eines berühmten Flame Wars zwischen Linus Torvalds und Andrew S. Tanenbaum. Anfang der 1990er Jahre, als Linux entwickelt wurde, galten monolithische Kernels als obsolet (Linux war zu diesem Zeitpunkt noch rein monolithisch, die Möglichkeit, auch Module verwenden zu können, wurde erst später nachgerüstet). Die Diskussion und Zusammenfassungen ist im Artikel Geschichte von Linux näher beschrieben.

Portierbarkeit

Obwohl Linus Torvalds eigentlich nicht beabsichtigt hatte, einen portierbaren Kernel zu schreiben, hat sich Linux dank des GNU Compilers GCC doch in diese Richtung entwickelt. Es ist inzwischen mit eines der am häufigsten portierten Systeme (nur noch NetBSD läuft auf etwa gleich vielen Architekturen). Das Repertoire reicht dabei von eher exotischen Betriebsumgebungen wie dem iPAQ-Handheld-Computer oder gar Digitalkameras bis hin zu Großrechnern wie IBMs zSeries. Obwohl die Portierung auf die S/390 ursprünglich ein vom IBM-Management nicht genehmigtes Unterfangen war (Siehe auch: Skunk Works), hat Big Blue wohl inzwischen Gefallen am Linux-System gefunden, und so soll auch die nächste IBM-Supercomputergeneration Blue Gene mit einem eigenen Linux-Port ausgestattet werden, sobald sie fertig ist. Ursprünglich hatte Torvalds eine ganz andere Art von Portierbarkeit für sein System angestrebt, nämlich die Möglichkeit freie GPL- und andere quelloffene Software leicht unter Linux kompilieren zu können. Dieses Ziel wurde bereits sehr früh erreicht und macht sicherlich einen guten Teil des Erfolges von Linux aus, da es jedermann eine einfache Möglichkeit bietet, auf einem freien System freie Software laufen zu lassen. Linux läuft gegenwärtig auf den folgenden Architekturen:
- Acorn Archimedes, A5000 und RiscPC Serie (ARM, StrongARM, Intel XScale etc.)
- AMD64 (auch bekannt als x86–64): AMDs 64-bit Prozessoren Athlon 64 und Opteron sowie Intel-Prozessoren mit EM64T-Erweiterung (Xeon 4E)
- Axis Communications' CRIS
- Compaq Alpha-Prozessor
- Hitachi H8/300
- Hewlett Packard PA-RISC
- IA-64: PCs mit 64bit Intel Itanium-Prozessor
- IBM S/390
- Intel 80386 und neuer: IBM-PCs und kompatible mit den CPUs 80386, 80486, und Pentium-Serie; AMD Athlon, Duron, Thunderbird; Cyrix-Prozessoren. Unterstützung für Intel 8086, 8088, 80186, 80188 und 80286 CPUs wird derzeit entwickelt (siehe auch [http://elks.sourceforge.net ELKS]-Projekt)
- MIPS: Maschinen von Silicon Graphics ...
- Motorola 68020 und neuer: neuere Amigas, einige Atari und Apple Computer (siehe Linux68k)
- NEC v850e
- PowerPC: die meisten neueren Apple Computer (alle PCI-basierten Power Macintosh, der Gamecube, begrenzte Unterstützung für NuBus Power Macs), Clones der Power Macs von Power Computing, UMAX und Motorola, mit einer „Power-UP“-Karte verbesserte Amigas (z. B. Blizzard oder CyberStorm), sowohl POWER als auch PowerPC-basierte IBM RS/6000-Systeme, verschiedenen embedded PowerPC-Plattformen
- Sun SPARC und UltraSparc: Sun-Workstations
- Hitachi SuperH: Sega Dreamcast

User Mode Linux

Ein besonderer Port ist das User Mode Linux (UML). Prinzipiell handelt es sich dabei um einen Port des Linux-Kernels auf sein eigenes Systemcall-Interface. Dies ermöglicht es, einen Linux-Kernel als normalen Prozess auf einem laufenden Linux-System zu starten. Der User-Mode-Kernel greift dann nicht selbst auf die Hardware zu, sondern reicht entsprechende Anforderungen an den echten Kernel durch. Durch diese Konstellation werden „Sandkästen“ ähnlich den Virtual Machines von Java oder den Jails von FreeBSD möglich, in denen ein normaler Benutzer Root-Rechte haben kann, ohne dem tatsächlichen System schaden zu können.

µCLinux

µCLinux ist eine Linux-Variante für Computer ohne Memory Management Unit (MMU) und kommt vorwiegend auf Microcontrollern und Embedded Devices zum Einsatz. Seit Linux-Version 2.6 ist µCLinux Teil des Linux-Projektes.

Kernel-Versionen

Auf der Website Kernel.org werden alle alten und neuen Kernel-Versionen archiviert. Dieser Referenzkernel wird auch Vanilla-Kernel genannt (von umgangssprachlich engl. vanilla für Standard...). Auf diesem bauen die so genannten Distributionskernel auf, die von den einzelnen Linux-Distributionen um weitere Funktionen ergänzt werden.

Versionsnummern-Schema

Die Versionen des Linux-Kernels folgen dabei einem bestimmten Schema: Die erste Ziffer wird nur bei grundlegenden Änderungen in der Systemarchitektur angehoben. Während der Entwicklung des 2.5er Kernels kam wegen der relativ grundlegenden Änderungen verglichen mit dem 2.4er Kernel die Diskussion unter den Kernel-Programmierern auf, den nächsten Produktionskernel als 3.0 zu deklarieren. Torvalds war aber aus verschiedenen Gründen dagegen, sodass der resultierende Kernel als 2.6 bezeichnet wurde. Die zweite Ziffer gibt das jeweilige „Majorrelease“ an. Bisher wurden stabile Versionen (sog. Produktionskernel) von den Entwicklern stets durch gerade Ziffern wie 2.2, 2.4 und 2.6 gekennzeichnet, während die Testversionen (sog. Entwicklerkernel) immer ungerade Ziffern trugen, wie z. B. 2.3 und 2.5, diese Trennung ist aber seit Juli 2004 ausgesetzt, es gibt zur Zeit (2005) keinen Entwicklerkernel mit der Nummer 2.7. Zusätzlich bezeichnet eine dritte Zahl das „Minorrelease“. Beim stabilen Zweig werden hier normalerweise nur Fehlerbereinigungen und Sicherheitsupdates zugelassen. Der Kernel wird damit zum Beispiel mit einer Versionsnummer wie 2.6.7 (Produktionskernel) oder 2.5.75 (Entwicklerkernel) bestimmt. Um die Korrektur eines schwerwiegenden NFS-Fehler schneller verbreiten zu können, wurde mit der Version 2.6.8.1 erstmals eine vierte Ziffer eingeführt. Seit März 2005 (Kernel 2.6.11) wird diese Nummerierung offiziell verwendet. So ist es möglich, die Stabilität des Kernels trotz schneller Veröffentlichungszyklen zu gewährleisten und Korrekturen von kritischen Fehlern innerhalb weniger Stunden in den offiziellen Kernel zu übernehmen – wobei sich die vierte Ziffer erhöht (z. B. von 2.6.11.1 auf 2.6.11.2). Die Minorreleasenummer, also die dritte Ziffer, wird hingegen nur bei Einführung neuer Funktionen hochgezählt.

Entwicklerversion

Neue Funktionen finden sich im so genannten -mm Kernel des Kernelentwicklers Andrew Morton und werden anschließend in den Hauptzweig von Torvalds übernommen. Somit werden große Unterschiede zwischen Entwicklungs- und Produktionskernel und damit verbundene Portierungsprobleme zwischen den beiden Serien vermieden. Durch dieses Verfahren gibt es auch weniger Differenzen zwischen dem offiziellen Kernel und den Distributionskernel (früher wurden Features des Entwicklungszweiges von den Distributoren häufig in ihre eigenen Kernels rückintegriert). Allerdings litt 2004/2005 die Stabilität des 2.6er Kernels unter den häufig zu schnell übernommenen Änderungen. Ende Juli 2005 wurde deshalb ein neues Entwicklungsmodell beschlossen, das nach dem Erscheinen der Version 2.6.13 erstmals zur Anwendung kommt: Neuerungen werden nur noch in den ersten zwei Wochen der Kernelentwicklung angenommen, wobei anschließend eine Qualitätssicherung bis zum endgültigen Erscheinen der neuen Version erfolgt.

Pflege der Kernel-Versionen

Während Torvalds die neuesten Entwicklungsversionen veröffentlicht, wurde die Pflege der älteren „stabilen“ Versionen an andere Programmierer abgegeben. Gegenwärtig ist David Weinehall für die 2.0er Serie verantwortlich, Marc-Christian Petersen für den Kernel 2.2, Marcelo Tosatti für den Kernel 2.4 und Andrew Morton für den aktuellen stabilen Kernel 2.6. Zusätzlich zu diesen offiziellen und über Kernel.org oder einen seiner Mirrors zu beziehenden Kernel-Quellcodes kann man auch alternative „Kernel-Trees“ aus anderen Quellen benutzen. Distributoren von Linux-basierten Betriebssystemen pflegen meistens ihre eigenen Versionen des Kernels und beschäftigen zu diesem Zwecke fest angestellte Kernel-Hacker, die ihre Änderungen meist auch in die offiziellen Kernels einfließen lassen. Distributions-Kernel sind häufig intensiv gepatcht, um auch Treiber zu beinhalten, die noch nicht im offiziellen Kernel enthalten sind, von denen der Distributor aber glaubt, dass seine Kundschaft sie benötigen könnte und die notwendige Stabilität resp. Fehlerfreiheit dennoch gewährleistet ist.

Erscheinungstermine

Neuerungen im Kernel 2.6

Der aktuelle stabile Kernel wurde ab Dezember 2001 auf Basis des damaligen 2.4er Kernels entwickelt und weist eine Reihe von Neuerungen auf. Die wohl offensichtlichste Änderung gegenüber Version 2.4 zeigt sich, wenn man zum ersten Mal eine grafische Oberfläche auf dem neuen Kernel startet: Die X-Oberfläche fühlt sich spürbar „schneller“ und reaktionsfreudiger an, und andere interaktive Anwendungen wie z. B. Soundwiedergabe laufen nun auch unter hoher Last ohne Aussetzer. Dies wurde durch eine Reihe von Maßnahmen erreicht, die im Folgenden besprochen werden sollen:

Der O(1)-Scheduler

In einem Multitasking-fähigen Betriebssystem muss es eine Instanz geben, die den Prozessen, die laufen wollen, Rechenzeit zuteilt und sie nach Ablauf der zugeteilten Zeitspanne (Timeslice) wieder „schlafen legt“. Diese Instanz bildet der sog. Scheduler, den Ingo Molnar für den 2.6er Kernel komplett neu konzipiert und implementiert hat. Der neue O(1)-Scheduler erhielt seinen Namen, weil die relevanten Algorithmen, auf denen der Scheduler basiert, die Komplexität O(1) haben. Dies bedeutet, dass die vom Scheduler für eigene Aufgaben benötigte Prozessorzeit unabhängig von der Anzahl der verwalteten Prozesse bzw. Threads ist. Insbesondere wird etwa auf Durchsuchen aller Prozesse nach dem "Besten" etc. verzichtet. Der O(1)-Scheduler arbeitet daher auch bei sehr vielen Prozessen überaus effizient und benötigt selbst sehr wenig Rechenzeit. Er verwendet prinzipiell zwei verkettete Listen, in denen die Prozesse eingetragen sind, die noch laufen wollen, und diejenigen, die bereits gelaufen sind. Nachdem alle Prozesse in der zweiten Liste stehen, werden die Arrays getauscht, und das Spiel beginnt von neuem. Der Scheduler ist darüber hinaus so ausgelegt, dass Prozesse, die große Mengen Rechenzeit in Anspruch nehmen wollen, gegenüber interaktiven Prozessen benachteiligt werden, wenn beide zur gleichen Zeit laufen wollen. Interaktive Prozesse benötigen in der Regel nur sehr wenig Rechenzeit, sind dafür aber sehr zeitkritisch (so will man z. B. nicht ewig auf eine Reaktion der grafischen Oberfläche warten). Der neue Scheduler besitzt ausgefeilte Heuristiken, um festzustellen, ob ein Prozess interaktiv ist oder die CPU eher lange belegt. Gegenwärtig arbeiten mehrere Kernelprogrammierer noch daran, gewisse Grenzfälle auszubalancieren (ein Prozess wird plötzlich von einem interaktiven zu einem CPU-lastigen und umgekehrt). Der interne „Takt“ des Kernels wurde ab dem Kernel 2.6 von 100 Hz auf 1000 Hz erhöht, das heißt, die maximale Länge einer Zeitscheibe beträgt nun eine Millisekunde. Auch hiervon profitieren besonders die interaktiven Prozesse, da sie früher „wieder an der Reihe sind“. Da dies aber zu einer erhöhten CPU-Last und somit zu einem größeren Stromverbrauch führt, entschied man sich den Takt ab dem Kernel 2.6.13 auf 250 Hz voreinzustellen. Bei der Konfiguration des Kernels sind jedoch auch noch die Werte 100 Hz und 1000 Hz wählbar. Eine weitere Stärke des neuen Schedulers liegt im verbesserten Thread-Management und der besseren Unterstützung von symmetrischem Multiprocessing (SMP) und Hyper-Threading. Dies kommt vor allem hoch belasteten Servern zugute. In Testsituationen konnten unter dem neuen Scheduler 100.000 Threads gestartet werden, ohne dass das System subjektiv langsamer wurde. Weiterhin sorgt der neue Scheduler dafür, dass die zur Verfügung stehenden CPUs optimal ausgelastet werden, ohne Prozesse übermäßig oft zwischen zwei CPUs hin- und her wechseln zu lassen.

Präemptiver Kernel

Der Kernel ist ab Version 2.6 in den meisten Funktionen präemptiv, d. h. selbst wenn das System gerade im Kernel-Modus Aufgaben ausführt, kann dieser Vorgang durch einen Prozess aus dem User-Modus unterbrochen werden. Der Kernel macht dann weiter, wenn der Usermodus-Prozess seinen Timeslice aufgebraucht hat. Dies funktioniert bis auf einige Kernel-Funktionen, die atomar (nicht unterbrechbar) ablaufen müssen, sehr gut und kommt ebenfalls der Interaktivität zugute.

Inotify

Mit dem Kernel 2.6.13 hält erstmals Inotify Einzug in den Kernel. Dies ermöglicht das ständige Überwachen von Dateien und Ordnern: wird eines der überwachten Objekte geändert, oder ein neues Objekt im Überwachungsraum erschaffen, gibt Inotify eine Meldung aus, die wiederum andere Programme zu definierten Tätigkeiten veranlassen kann. Dies ist insbesondere für Such- und Indexierungsmechanismen der Datenbestände von entscheidender Bedeutung, und ermöglicht erst den sinnvollen Einsatz von Desktop-Suchmaschinen wie KAT oder beagle.

Access Control Lists

Mit dem Kernel 2.6 werden für Linux erstmals Access Control Lists nativ eingeführt. Diese sehr feinkörnige Rechteverwaltung ermöglicht es vor allen Dingen Systemadministratoren, die Rechte auf einem Dateisystem unabhängig vom Gruppen- und Nutzermodell zu gestalten, und dabei faktisch beliebig viele spezielle Rechte pro Datei zu setzen. Die mangelnde ACL-Unterstützung von Linux wurde vorher als massive Schwäche des Systems im Rahmen der Rechteverwaltung und der Möglichkeiten zur sicheren Konfiguration gesehen. Die Unterstützung von ACL funktioniert dabei mit den Dateisystemen ext2, ext3, jfs und XFS nativ.

Weitere wichtige Änderungen

Soweit es möglich ist, wird im Linux-Kernel 2.6 die Maximalzahl für bestimmte Ressourcen angehoben. Die Anzahl von möglichen Benutzern und Gruppen wurde von 65.000 auf über 4 Milliarden erhöht, ebenso wie die Anzahl der Prozess-IDs (von 32.000 auf 1 Milliarde) und die Anzahl der Geräte (Major/Minor-Nummern). Weitere leistungssteigernde Maßnahmen betrafen die I/O-Scheduler, das Threading mit der neuen Native POSIX Thread Library und den Netzwerk-Stack, der nun ebenfalls in den meisten Tests O(1) skaliert ist.

Entwicklungsprozess

Native POSIX Thread Library Die Entwicklung von Linux liegt durch die freie GPL-Lizenz und durch ein sehr offenes Entwicklungsmodell nicht in der Hand von Einzelpersonen, Konzernen oder Ländern, sondern in der Hand einer weltweiten Gemeinschaft vieler Programmierer, die sich vor allen Dingen über das Internet austauschen. In vielen E-Maillisten, aber auch in Foren und im newsnet besteht für jedermann die Möglichkeit, die Diskussionen über den Kernel zu verfolgen, sich daran zu beteiligen und auch aktive Beiträge zur Entwicklung beizutragen. Durch diese unkomplizierte Vorgehensweise ist eine schnelle und stetige Entwicklung gewährleistet, die auch die Möglichkeit mit sich bringt, dass jeder dem Kernel Fähigkeiten zukommen lassen kann, die er benötigt. Eingegrenzt wird dies nur durch die Kontrolle von Linus Torvalds und einigen speziell ausgesuchten Programmierern, die das letzte Wort über die Aufnahme von Verbesserungen und Patches haben.

Änderungen der Herkunftskontrolle

Der Entwicklungsprozess des Kernels selbst ist wie der Kernel ebenfalls immer weiter entwickelt worden. So führte der Rechtsprozess der SCO Group um angeblich illegal übertragenen Code in Linux zur Einführung eines „Linux Developer's Certificate of Origin“, dass von Linus Torvalds und Andrew Morton bekannt gegeben wurde (Quelle:[http://www.osdl.org/newsroom/press_releases/2004/2004_05_24_dco.html Pressemitteilung OSDL]). Diese Änderung griff das Problem auf, dass nach dem bis dahin gültigen Modell des Linux-Entwicklungsprozesses die Herkunft einer Erweiterung oder Verbesserung des Kernels nicht nachvollzogen werden konnte. :„At these days, most of the patches in the kernel don't actually get sent directly to me. That not just wouldn't scale, but the fact is, there's a lot of subsystems I have no clue about, and thus no way of judging how good the patch is. So I end up seeing mostly the maintainers of the subsystem, and when a bug happens, what I want to see is the maintainer name, not a random developer who I don't even know if he is active any more. So at least for me, the _chain_ is actually mostly more important than the actual originator. There is also another issue, namely the fact that when I (or anybody else, for that matter) get an emailed patch, the only thing I can see directly is the sender information, and that's the part I trust. When Andrew sends me a patch, I trust it because it comes from him – even if the original author may be somebody I don't know. So the _path_ the patch came in through actually documents that chain of trust – we all tend to know the „next hop“, but we do _not_ necessarily have direct knowledge of the full chain. So what I'm suggesting is that we start „signing off“ on patches, to show the path it has come through, and to document that chain of trust. It also allows middle parties to edit the patch without somehow „losing“ their names – quite often the patch that reaches the final kernel is not exactly the same as the original one, as it has gone through a few layers of people.“ :(Linus Torvalds, 23. Mai 2004 [http://www.ussg.iu.edu/hypermail/linux/kernel/0405.2/1301.html Quelle])

Das Versionskontrollsystem git

Die Versionskontrolle des Kernels unterliegt dem Programm git. Dies wurde speziell für den Kernel entwickelt und auf dessen Bedürfnisse hin optimiert. Es wurde im April 2005 eingeführt, nachdem sich abgezeichnet hatte, dass das alte Versionskontrollsystem BitKeeper nicht mehr lange für die Kernelentwicklung genutzt werden konnte.

Lizenz

Die bei GPL-Software übliche Klausel, dass statt der Version 2 der GNU General Public License auch eine neuere Version verwendet werden kann, fehlt beim Linux-Kernel. Die Entscheidung, ob eine absehbare Version 3 der GNU General Public License für den Linux-Kernel verwendet wird, ist damit prinzipiell nur mit Zustimmung aller Entwickler möglich.

Literatur


- Wolfgang Mauerer: Linux Kernelarchitektur. Hanser Fachbuchverlag, November 2003, ISBN 3446225668
- Robert Love: Linux-Kernel-Handbuch. Addison-Wesyley, Juli 2005, ISBN 3827322049

Weblinks


- [http://www.kernel.org/ kernel.org] – Das Linux-Kernel-Archiv (englisch)
- [http://kerneltrap.org/ kerneltrap.org] – Informationen über aktuelle Entwicklungen im Kernel (englisch)
- [http://kernelnewbies.org/ kernelnewbiews.org] – Infos für angehende Kernel-Programmierer (englisch)
- [http://kernelwiki.ath.cx/ kernelwiki.ath.cx] – Projekt zur Dokumentation von Funktionen, Datentypen und Macros des Kernels
- [http://kernelplanet.org/ kernelplanet.org] – Der offizielle Kernel-Entwicklerblog (englisch) Kategorie:Linux ja:Linuxカーネル th:ลินุกซ์ เคอร์เนล

Aktie

Eine Aktie ist ein Wertpapier und verbrieft den Anteil an einer Gesellschaft. In Deutschland werden diese Gesellschaften als Aktiengesellschaft (AG) oder Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) bezeichnet. Im deutschen Aktiengesetz (AktG) wird der Begriff der Aktie in dreifacher Weise verwendet: # die Aktie als Bruchteil des Grundkapitals (§ 1 Abs. 2 AktG) # die Aktie als Mitgliedschaft, die die gesamten Rechte und Pflichten des Aktionärs gegenüber der Gesellschaft umfasst (etwa §§ 11, 12, 64 AktG) # die Aktie als Wertpapier

Bedeutung

Bei der Gründung einer AG wird festgelegt, in wieviele Aktien das Grundkapital aufgeteilt wird. Diese Aktien können dann in einem Buch verbrieft sein oder als effektive Stücke gedruckt und herausgegeben werden. Die Herausgabe von Aktien bezeichnet man als Emission. Eine weitere Emission ist auch im Rahmen einer Kapitalerhöhung möglich. Der Anteil einer Aktie am Unternehmen kann als Nennwert angegeben werden, also z.B. „50 €“. Er beträgt dann 50 € am Grundkapital. Bei der nennwertlosen Aktie (Quotenaktie oder Stückaktie) entspricht der Anteil am Grundkapital dem Anteil an den Aktien. Bei 1.000 Aktien und 100.000 € Grundkapital entspricht eine Aktie also einem Anteil von 1/1.000 am Grundkapital und damit am Unternehmen. Der theoretische Nennwert wäre 100 €. Der Buchwert einer Aktie berechnet sich wie folgt: Buchwert pro Aktie = (Eigenkapital/Aktienkapital)
- Nennwert pro Aktie Als Aktiensplit wird die Aufteilung der Aktien in solche mit kleinerem Nennwert genannt. Das Unternehmen kann über die Dividende die Aktionäre am Gewinn des Unternehmens beteiligen. Die Dividende ist eine pro Aktie geleistete Zahlung an die Besitzer der Aktien. Die Höhe der Dividende wird auf der Hauptversammlung des Unternehmens festgelegt. Als Anlageprodukt ist die Aktie aber nicht hauptsächlich wegen der Dividende interessant. Die größten Renditechancen bieten die Kurssteigerungen der Aktie. Ein Investment in Aktien ist grundsätzlich aber mit dem Risiko des Totalverlustes des eingesetzten Kapitals behaftet. Aktien können an einer Wertpapierbörse gehandelt werden. Wird eine Aktie vor Ablauf eines Jahres verkauft, ist der Kursgewinn in Deutschland als Gewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften einkommenssteuerpflichtig.

Aktienarten

Das moderne Aktienrecht überlässt es dem Unternehmen, alle Aktionäre gleich zu behandeln (Prinzip der Einheitsaktie) oder an verschiedene Aktionäre unterschiedliche Arten von Aktien auszugeben. Man unterscheidet dabei insbesondere Stammaktien und Vorzugsaktien. Die häufigsten Vorzugsaktien, die Dividendenvorzugsaktien, haben im Gegensatz zu den Stammaktien kein Stimmrecht. Allerdings besitzen sie einen „Vorzug“, in der Regel eine höhere Dividende. Des Weiteren werden Aktien in Inhaberaktien, Namensaktien und vinkulierte Namensaktien unterschieden. Im Gegensatz zu den Inhaberaktien werden bei den Namensaktien die Besitzer der einzelnen Aktien in ein Aktienbuch eingetragen. Das Unternehmen kennt dann seine Aktionäre und ihre Anteile. Zwingend vorgeschrieben ist die Verwendung von Namensaktien in Deutschland zum Beispiel bei Luftverkehrsgesellschaften (z. B. Lufthansa AG). Die Vinkulierung von Namensaktien wird üblicherweise eingesetzt, um unerwünschte Aktionäre (beispielsweise Konkurrenten oder außerhalb der Familie befindliche Personen) vom Kauf der Aktien auszuschließen (vgl. dazu auch Kux). Der Kauf (bzw. Verkauf) dieser Aktien ist an bestimmte Bedingungen, normalerweise die Zustimmung der Gesellschaft gebunden. Für an der Börse notierte Unternehmen hat sich die Vinkulierung in den letzten Jahren jedoch als rechtlich problematisch erwiesen, da der öffentliche Handel einen Widerspruch zu dem mit der Vinkulierung ausgedrückten Wunsch nach Kontrolle über die Aktionärsstruktur darstellt. Zusätzlich kann zwischen jungen Aktien und alten Aktien unterschieden werden. Die junge Aktie wird infolge einer Kapitalerhöhung einer Aktiengesellschaft angeboten. Sie wird bis zur vollen Dividendenberechtigung von den alten Aktien getrennt notiert. Es ist rechtlich möglich, verschiedene Formen der Aktie zu mischen und beispielsweise Stammaktien als vinkulierte Namensaktien zu emittieren, und gleichzeitig Vorzugsaktien in Form von Inhaberaktien auszugeben. Sollen nur neue Aktien eines Geschäftsbereiches emittiert werden, so bietet sich der tracking stock an.Kann jeder wirklich jetzt da reinschreiben

Aktienemission

Als Aktienemission wird die Ausgabe beziehungsweise Emission von Aktien und ihre Unterbringung bei einer möglichst großen Gruppe von interessierten Anlegern bezeichnet. Das Unternehmen das die Aktien ausgibt wird im Emissionsverfahren auch Emittent genannt. Nachdem die Papier (Aktien) geschaffen wurden müssen diese dann platziert werden. Mit der Platzierung ist insbesondere der Verkauf an eine Vielzahl von Käufern gemeint. Allerdings ist die Schaffung neuer Aktien nur in den folgenden drei Situationen möglich:
- bei der Neugründung einer Aktiengesellschaft,
- bei der Umwandlung einer Gesellschaft anderer Rechtsform in eine Aktiengesellschaft und
- bei der Ausgabe junger Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung. Schaffung und Platzierung können damit unter Umständen zeitlich stark auseinanderfallen, nämlich dann, wenn die Aktien nach ihrer Schaffung von einem oder mehreren Großaktionären übernommen und damit gerade nicht an einen größeren Anlegerkreis verkauft werden. Zu der Preisermittlung gibt es verschiedene Verfahren: Festpreisverfahren, Auktionsverfahren (Amerikanisches und Holländisches) und das Bookbuildingverfahren.

Geschichte

Kapitalerhöhung Kapitalerhöhung Der Name Wertpapier stammt daher, dass Aktien früher als effektive Stücke ausgegeben wurden, d.h. eine Urkunde, auf der z.B. Nominalwert oder Stückzahl angegeben waren. Heute besitzen Anteilseigner die Aktien i.d.R. aus Kostengründen nicht mehr als einzelne Urkunden, sondern lassen die Aktien von einer Bank in einem Depot verwalten. Auch bei den Depotbanken liegen meist keine effektiven Stücke vor, sondern es wird nur ein Anteil an einem einzigen effektiven Stück verwaltet, das meist bei einer Wertpapiersammelbank, in Deutschland dem so genannten Kassenverein (Clearstream Banking AG; vormals: Deutscher Kassenverein AG), als Sammel- oder Globalurkunde verwahrt wird. Man spricht in diesen Fällen von Girosammelverwahrung. Die ersten Aktien Deutschlands waren die der Dillinger Hütte. Ein Hobby ist das Sammeln von historischen, wertlosen effektiven Wertpapieren, so genannte Nonvaleurs. Darunter gibt es schmuckvoll gestaltete alte Aktien und Schuldverschreibungen mit Zinsschein sowie Erneuerungsschein oder Talon[http://www.wertpapier-forum.de/ .]

Siehe auch

Kleinaktionär, Aussetzung des Handels, Gewinnwarnung, Scripophilie, Finanzskandal, Aktienbrief

Weblinks


- [http://www.boersenlexikon.de/aktie.htm FAZ-Börsenlexikon]
- [http://www.oldest-share.com/index_deu.htm älteste Aktie] - die älteste bekannte Aktie (Andeel) der Welt (VOC 1606)
- [http://www.finanznachrichten.de/ FinanzNachrichten.de] - Nachrichten zu Aktien
- [http://finanzen.net finanzen.net] - Aktienkurse, etc. Kategorie:Wertpapiere und Börse Kategorie:Aktiengesellschaft ja:株式 ko:주식 ms:Saham

NASDAQ

NASDAQ [], ursprünglich ein Akronym für National Association of Securities Dealers Automated Quotations, ist eine Börse, die von der National Association of Securities Dealers betrieben wird und in der Nordwestecke des Condé Nast Buildings am Times Square von Manhattan in New York City untergebracht ist. Als der Handel am 8. Februar 1971 begann, war dies die erste elektronische Börse. Seit 1999 ist es die größte amerikanische Börse, in der die Hälfte der US-amerikanischen Aktiengesellschaften gelistet ist. Die NASDAQ setzt sich aus dem NASDAQ National Market und dem NASDAQ SmallCap Market zusammen. Der Sitz der Hauptbörse ist in den USA, mit Börsen in Kanada und Japan. Es bestehen Verbindungen zu den Börsen in Hong Kong und Europa. Die NASDAQ erlaubt mehreren Marktteilnehmern am Handel mittels der Electronic Communications Networks (ECNs) teilzunehmen. Der Handel an der NASDAQ ist von 15.30 bis 22 Uhr deutscher Zeit möglich. Das Small Order Execution System (SOES) ist ein anderes NASDAQ Merkmal, eingeführt 1984, um sicherzustellen, dass auch bei höherem Handelsaufkommen eine Orderausführung gewährleistet ist. Am 17. Juli 1995 schloss der NASDAQ Aktienindex erstmals über 1.000 Punkten. Der Index erreichte am 10. März 2000 mit 5048,62 Punkten seinen Höchststand und signalisierte den Anfang vom Ende des Dot-Com Booms. In dem größten Zivilprozess in der Geschichte der USA verurteilte ein Bundesgericht Dutzende von Brokerhäusern (darunter Merrill Lynch, Goldman Sachs, und Salomon Smith Barney) zu Zahlungen in Höhe von 1,03 Milliarden US-Dollar an geschädigte Investoren, die mit einem groß angelegten Plan mittels Preisfixierung betrogen wurden. Im Jahre 2002 führte die NASDAQ SuperMontage, kurz SUMO als elektronisches System ein. Die NASDAQ war am 11. September 2001 aufgrund der Terroranschläge geschlossen. Am OTC Bulletin Board der NASDAQ werden die Aktien unter dem Symbol NDAQ gehandelt.

Weblinks


- http://www.nasdaq.com/ Kategorie:Finanzindex Kategorie:New York City !NASDAQ ja:NASDAQ ko:나스닥 th:แนสแด็ก

1993

Ereignisse

Jahreswidmungen


- 1993 ist „Internationales Jahr der Indigenen Völker
- Der Flussregenpfeifer (Charadrius dubius) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- Der Speierling (Sorbus domestica) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Die Wildkatze (Felis silvestris) ist Wildtier des Jahres (Schutzgemeinschaft Deutsches Wild)
- Das Helm-Knabenkraut (Orchis militaris) ist Orchidee des Jahres (Arbeitskreis Heimische Orchideen/Deutschland)

Januar bis Dezember


- 26. Februar: Bei einem Bombenanschlag auf das World Trade Center in New York werden 6 Menschen getötet und über 1000 verletzt
- 29. Mai: In Solingen sterben fünf türkische Frauen und Mädchen bei einem von Neonazis verübten Brandanschlag
- 27. Juni: In Bad Kleinen bei Schwerin missglückt eine Festnahme der RAF-Mitglieder Wolfgang Grams und Birgit Hogefeld. Ein Polizist und Grams sterben bei dem Einsatz der GSG 9
- 1. Juli: In Deutschland werden fünfstellige Postleitzahlen eingeführt
- 2. Juli: Bei einem Angriff von Islamisten auf ein alevitisches Kulturfestival in Sivas (Türkei) sterben 37 Künstler. Aziz Nesin, dem der Brandanschlag galt, entkommt leichtverletzt
- UN Weltkonferenz über Menschenrechte in Wien

Politik


- 1. Januar: Adolf Ogi wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Entstehung der Staaten Tschechien und Slowakei durch Auflösung der Tschechoslowakei
- 1. Januar: Abkommen zwischen Neuseeland und Australien über engere Zusammenarbeit
- 7. Januar: Jerry Rawlings wird Staatspräsident von Ghana
- 15. Januar: Slowenien wird Mitglied im IMF (Internationaler Währungsfonds) und der Weltbank
- 19. Januar: Slowakei wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 20. Januar: Bill Clinton wird als Nachfolger von George H. W. Bush (Senior) US-amerikanischer Präsident
- 25. Januar: Offizieller Besuch von Bundeskanzler Helmut Kohl in den Niederlanden
- 28. Januar: Kasachstan nimmt neue Verfassung an
- 1. Februar: Finnland, Schweden und Österreich. Beginn der Beitrittsverhandlungen zur EU
- 9. Februar: Slowakei wird Mitglied in der UNESCO
- 15. Februar: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Ukraine
- 22. Februar: Tschechien wird Mitglied in der UNESCO
- 23. Februar: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Mexiko
- 25. Februar: Slowenien wird Mitglied in der IBRD (Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung)
- 6. April: Tadschikistan wird Mitglied in der UNESCO
- 8. April: Mazedonien wird Mitglied der Vereinten Nationen
- 20. April: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Lettland
- 21. April: Mazedonien wird Mitglied im IWF (Internationaler Währungsfond)
- 27. April: Erste demokratische und geheime Wahlen im Jemen
- 28. April: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Usbekistan. In Kraft seit dem 20. Februar 2002
- 29. April: Abkommen über kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Estland
- 29. April: Unterzeichnung des Grundlagenvertrags zwischen Deutschland und Estland
- 3. Mai: Mazedonien wird Mitglied der WHO (Weltgesundheitsorganisation)
- 4. Mai: Mazedonien wird Mitglied in der ITU (internationale Fernmeldeunion)
- 5. Mai: Kirgisistan gibt sich eine neue Verfassung
- 10. Mai: Juan Carlos Wasmosy wird demokratisch gewählter Staatspräsident in Paraguay
- 11. Mai: Litauen wird in den Europarat aufgenommen
- 12. Mai: Kirgisistan führt eine neue nationale Währung ein: den Som
- 14. Mai: Estland und Slowenien werden Mitglied im Europarat
- 15. Mai: Ermordung des stellvertretenden Präsidenten des senegalesischen Verfassungsgerichts in Senegal
- 23. Mai: In Kambodscha finden unter UN-Aufsicht die ersten freien Wahlen seit mehr als 20 Jahren statt
- 24. Mai: Unabhängigkeit von Eritrea
- 25. Mai: In Den Haag wird das UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien gegründet
- 28. Mai: Monaco wird real unabhängig durch die Aufnahme als 183. Staat in die UNO
- 28. Mai: Monaco und Eritrea werden Mitglieder der Vereinten Nationen
- 28. Mai: Mazedonien wird Mitglied in der IRU (Internationale Arbeitsorganisation)
- 1. Juni: Burundi. Präsidentschaftswahlen
- 2. Juni: Bosnien-Herzegowina wird Mitglied in der UNESCO
- 12. Juni: Präsidentschaftswahlen in Nigeria
- 14. Juni: Malawi. Entscheidung für ein Mehrparteiensystem
- 16. Juni: Parlamentswahlen in Madagaskar
- 18. Juni: Die Seychellen geben sich eine neue Verfassung
- 18. Juni: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Slowenien. In Kraft seit dem 28. Juni 1994
- 23. Juni: Bilaterales Kulturabkommen zwischen Deutschland und Paraguay. In Kraft seit dem 19. August 1994
- 25. Juni: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Georgien
- 28. Juni: Mazedonien wird Mitglied in der UNESCO
- 29. Juni: Burundi. Parlamentswahlen
- 1. Juli: Bildung einer Übergangsregierung in Kambodscha
- 7. Juli: Lettland. Guntis Ulmanis wird Staatspräsident
- 9. Juli: Offizielle Inbetriebnahme der HGÜ-Kurzkupplung Etzenricht
- 10. Juli: Burundi. Melchior Ndadaye wird Staatspräsident
- 12. Juli: Mazedonien wird Mitglied im UPU (Weltpostverein)
- 19. Juli: Das Kulturabkommen zwischen Deutschland und der Ukraine ist in Kraft
- 20. Juli: France Albert René wird als Staatspräsident auf den Seychellen in seinem Amt bestätigt
- 21. Juli: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Litauen
- 28. Juli: Andorra wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 6. August: Bolivien. Gonzalo Sánchez de Lozada wird Präsident
- 11. August: Vertrag zwischen Paraguay und Deutschland über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Kapitalanlagen
- 17. August: Turkmenistan wird Mitglied in der UNESCO
- 18. August: Ägypten. Attentat auf Innenminister Al-Alfi
- 23. August: In Bischkek, Kirgisistan wird das Kulturabkommen zwischen Kirgisistan und Deutschland unterzeichnet. In Kraft seit dem 22. Juli 2002
- 2. September: Eritrea wird Mitglied in der UNESCO
- 7. September: Salomonen wird Mitglied in der UNESCO
- 12. September: Christian Ude wird Oberbürgermeister von München
- 24. September: Aserbaidschan. Beitritt zur GUS
- 24. September: Norodom Sihanouk wird König von Kambodscha
- 24. September: Verkündung der Verfassung als Königreich Kambodscha
- 27. September: Mazedonien wird Mitglied der IAEO (Internationale Atomenergiebehörde)
- 30. September: Niederlage Georgiens gegen Abchasien
- 3. Oktober: Aserbaidschan. Heydär Äliyev wird Präsident
- 3. Oktober: Somalia. Operation Irene (bekannt als Black Hawk Down)
- 3. Oktober: Russland. Bewaffnete Revolte
- 4. Oktober: Mazedonien wird Mitglied der Interpol
- 4. Oktober: Slowenien wird Mitglied WTO (Welthandelsorganisation)
- 5. Oktober: Die UNAMIR-Mission der Vereinten Nationen wird nach Ruanda gesandt
- 8. Oktober: Georgien stellt Antrag auf Aufnahme in die GUS
- 20. Oktober: Andorra wird Mitglied in der UNESCO
- 21. Oktober: Burundi. Putschversuch. Ermordung von Staatspräsident Melchior Ndadaye
- 26. Oktober: Usbekistan und Niue werden Mitglied in der UNESCO
- 1. November: Der Vertrag von Maastricht tritt in Kraft
- 8. November: Slowenien wird Mitglied in der FAO (VN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation)
- 12. November: In Afghanistan ist nach 100 Jahren von 1893 bis 1993 die Durand-Linie der Briten abgelaufen
- 12. November: Andorra wird Mitglied in der UIT (Unión Internacional de Telecomunicaciones)
- 22. November: Armenien. Neues Zahlungsmittel: der Dram
- 2. Dezember: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Namibia
- 5. Dezember: El Hadi Omar Bongo Ondimba wird nach demokratischen Wahlen erneut Staatspräsident von Gabun
- 5. Dezember: der Wiener Bürgermeister Helmut Zilk wird bei einem Briefbombenattentat verletzt
- 7. Dezember: Côte d'Ivoire. Tod des Staatspräsidenten Félix Houphouët-Boigny
- 12. Dezember: Erste freie Wahlen in Russland
- 19. Dezember: Guinea. Erste demokratische Präsidentschaftswahlen. Staatspräsident Lansana Conté wird in seinem Amt bestätigt
- 30. Dezember: Israel und der Heilige Stuhl beschließen die Aufnahme diplomatischer Beziehungen
- 31. Dezember: Peru gibt sich eine neue Verfassung und wird Republik

Kultur


- 24. Oktober: Eröffnung der Straße der Menschenrechte

Katastrophen


- 13. Januar: Erdbeben der Stärke 6,9 auf Papua Neuguinea. 60 Tote
- 14. Januar: Vor der Insel Rügen sinkt das polnische FährschiffJan Heweliusz“. 55 Menschen starben
- 8. Februar: Teheran, Iran. Kollision zwischen einer iranischen Verkehrsmaschine und einer iranischen Militärmaschine nach dem Start in Teheran. Alle 132 Menschen sterben
- 12. März: New York, USA. Ein Blizzard hält sich 3 Tage über der Stadt. 3 Milliarden USD Sachschaden und 243 Tote
- 10. Mai bei dem Brand in der Spielzeugfabrik Kader am Stadtrand von Bangkok sterben etwa 188 Arbeiter und Arbeiterinnen, 500 werden schwer verletzt. Das Ausmaß der Katastrophe wurde verschlimmert durch dem Umstand, dass die Ausgänge der Fabrik verschlossen gewesen waren, um Plünderungen zu verhindern
- 19. Mai: Kolumbien. Ein kolumbianisches Verkehrsflugzeug prallt in Nordwesten Kolumbiens gegen einen Berg. Alle 132 Menschen an Bord sterben
- 12. Juli: Ein Erdbeben der Stärke 7,7 auf Hokkaidō, Japan. 243 Tote
- 31. Juli: Nepal. Eine Dornier Do 228 der Everest Air stürzt im Hochland ab. Alle 19 Menschen an Bord sterben
- 28. August: Khorugh, Tadschikistan. Entführer zwingen den Piloten einer Jakowlew Jak-40 der Taijkistan Airlines, die überladene Verkehrsmaschine zu starten, aber diese konnte nicht abheben, sondern schoss über die Startbahn hinaus und fiel in ein Flussbett. 82 Menschen sterben, 49 können gerettet werden
- 14. September: Warschau, Polen. Ein Airbus A320 der Lufthansa fängt nach der Landung Feuer. 2 Personen sterben, 68 überleben
- 24. September: Überschwemmung in Brig (Schweiz). 2 Tote und Sachschäden von ca. 600 Mio. CHF
- 29. September: Erdbeben der Stärke 6,2 in der Region Latur/Killari, Indien, 9.750 Tote
- Dezember: Jahrhunderthochwasser an Rhein und Mosel

Wirtschaft


- 1. Januar: Verwirklichung des Europäischen Binnenmarktes

Wissenschaft


- 28. März: Entdeckung des zweiten Transneptun-Asteroiden 1993 FW. Seine Umlaufzeit ist 288 Jahre, seine Größe etwa 300 km
- 16. August: Das Debian-Projekt wird durch Ian Murdock gegründet
- 9. September: In Trier wird bei Ausschachtungsarbeiten für eine Tiefgarage nahe der Römerbrücke ein Schatz mit 2.558 römischen Goldmünzen gefunden. Er hat einen geschätzten Wert von 2,6 Millionen Euro
- 14. September: Entdeckung von 1993 RO, des ersten Plutino unter den transneptunischen Asteroiden. Seine Umlaufzeit ist wie bei Pluto 249 Jahre, seine Größe etwa 140 km
- 16. September: Entdeckung von 1993 SB und 193 SC, des zweiten und dritten Plutino. Die Umlaufzeiten sind 248–251 Jahre, die Größen etwa 200 und 300 km

Sport

Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 8. Mai: Lennox Lewis gewann seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Tony Tucker im Thomas & Mack Center, Las Vegas, durch Sieg nach Punkten
- 4. Juli: Deutschland gewinnt in München zum ersten Mal die Basketball-Europameisterschaft
- 12. Juli: Bayer Leverkusen gewann den DFB-Pokal
- 1. Oktober: Lennox Lewis gewann seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Frank Bruno im Arms Park, Cardiff, Wales, durch technischen K.O
- 3. bis 5. Dezember: Deutschland (mit Michael Stich, Marc-Kevin Goellner) gewinnt das Davis Cup-Finale gegen Australien (in Düsseldorf)

Geboren


- 1. September: Ilona Mitrecey, französische Sängerin
- 6. Dezember: Elián González, kubanisches Flüchtlingskind

Gestorben


- 1. Januar: Anna Wimschneider, deutsche Bäuerin und Schriftstellerin (
- 1919)
- 5. Januar: Juan Benet, spanischer Schriftsteller (
- 1927)
- 6. Januar: Rudolf Chametowitsch Nurejew, einer der bedeutendsten Ballett-Tänzer (
- 1938)
- 6. Januar: Elke Kast, deutsche Fernsehansagerin (
- 1946)
- 6. Januar: Dizzy Gillespie, US-amerikanischer Jazzmusiker, Komponist, Sänger und Bandleader (
- 1917)
- 13. Januar: René Pleven, französischer Politiker (
- 1901)
- 13. Januar: Ludwig Metzger, deutscher Politiker (
- 1902)
- 14. Januar: Gregor Determann, deutscher Politiker (
- 1911)
- 15. Januar: Henry Iba, US-amerikanischer Basketballtrainer (
- 1904)
- 20. Januar: Audrey Hepburn, Schauspielerin britisch-niederländischer Herkunft (
- 1929)
- 22. Januar: Jim Pollard, US-amerikanischer Basketballspieler (
- 1922)
- 23. Januar: Thomas A. Dorsey, Blues- und Gospel-Sänger und Pianist (
- 1899)
- 24. Januar: Thurgood Marshall, Bürgerrechtler, Mitglied des Obersten Gerichtshofs der USA (
- 1908)
- 26. Januar: Axel von dem Bussche, Offizier des Heeres während des 2. Weltkrieges (
- 1919)
- 27. Januar: André the Giant, Wrestler und Schauspieler (
- 1946)
- 29. Januar: Walter Kolbenhoff, deutscher Schriftsteller, Journalist und Rundfunkredakteur (
- 1908)
- 2. Februar: Helmut Schoeck, österreichischer Soziologe (
- 1922)
- 5. Februar: Hans Jonas, deutsch-jüdischer Philosoph und Ethiker (
- 1903)
- 5. Februar: Joseph L. Mankiewicz, US-amerikanischer Filmregisseur (
- 1909)
- 6. Februar: Arthur Ashe, US-amerikanischer Tennispieler (
- 1943)
- 8. Februar: Franz Schnyder, Schweizer Filmregisseur (
- 1910)
- 11. Februar: Robert W. Holley, US-amerikanischer Biochemiker (
- 1922)
- 12. Februar: James Bulger, Mordopfer (
- 1990)
- 15. Februar: Louis Haefliger, Delegierter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (
- 1904)
- 20. Februar: Ferruccio Lamborghini, Autobauer und Vater der Automarke Lamborghini (
- 1916)
- 21. Februar: Inge Lehmann, dänische Seismologin (
- 1888)
- 21. Februar: Jean Lecanuet, französischer Politiker (
- 1920)
- 24. Februar: Bobby Moore, britischer Fußballspieler (
- 1941)
- 25. Februar: Eddie Constantine, US-amerikanischer Filmschauspieler (
- 1917)
- 28. Februar: Honda Ishirō, Filmregisseur (
- 1911)
- 1. März: Arnold Dannenmann, evangelischer Theologe (
- 1907)
- 3. März: Albert Sabin, Arzt, Virologie, Entwickler der Polio-Schluckimpfung (
- 1906)
- 4. März: Art Hodes, Jazz-Pianist, -Komponist, -Bandleader und -Journalist (
- 1904)
- 5. März: Cyril Collard, französischer Regisseur (
- 1957)
- 6. März: Walther Geiser, Schweizer Komponist und Musikpädagoge (
- 1897)
- 8. März: Anna Oppermann, deutsche bildende Künstlerin (
- 1940)
- 8. März: Don Barksdale, US-amerikanischer Basketballspieler (
- 1923)
- 8. März: Wilhelm Georg Berger, Komponist und Musikwissenschaftler aus Rumänien (
- 1929)
- 9. März: Bob Crosby, US-amerikanischer Sänger und Big Band-Leiter (
- 1913)
- 9. März: Cyril Northcote Parkinson, britischer Historiker und Publizist (
- 1909)
- 9. März: Max August Zorn, US-amerikanischer Professor der Mathematik (
- 1906)
- 10. März: Guido Wieland, österreichischer Kammer- und Filmschauspieler, Regisseur (
- 1906)
- 12. März: Robert Giscard, Arzt und einer der ersten sieben Brüder der Communauté de Taizé (
- 1923)
- 15. März: Karl Mai, deutscher Fußballspieler (
- 1928)
- 15. März: Ricardo Manuel Arias Espinoza, 29. Staatspräsident von Panama (
- 1912)
- 16. März: Chishu Ryu, japanischer Schauspieler (
- 1904)
- 17. März: Helen Hayes, US-amerikanische Schauspielerin (
- 1900)
- 19. März: Georges Garvarentz, französischer Komponist und Arrangeur (
- 1931)
- 20. März: Polykarp Kusch, US-amerikanischer Physiker (
- 1911)
- 21. März: Sebastiano Baggio, Kardinal der römisch-katholischen Kirche (
- 1913)
- 22. März: Gret Palucca, deutsche Tänzerin und Tanzpädagogin (
- 1902)
- 24. März: John Hersey, US-amerikanischer Schriftsteller und Journalist (
- 1914)
- 26. März: Reuben Fine, US-amerikanischer Schachspieler und Psychoanalytiker (
- 1914)
- 31. März: Brandon Lee, US-amerikanischer Schauspieler; Sohn von Bruce Lee (
- 1965)
- 4. April: Fritz Trautwein, Architekt (
- 1911)
- 6. April: Inge von Wangenheim, deutsche Schriftstellerin und Schauspielerin (
- 1912)
- 8. April: Marian Anderson, US-amerikanische Opernsängerin (
- 1897)
- 10. April: Chris Hani, südafrikanischer Politiker (
- 1942)
- 13. April: Henning Schwarz, deutscher Politiker und Ministerpräsident von Schleswig-Holstein (
- 1928)
- 15. April: Uwe Beyer, deutscher Leichtathlet (
- 1945)
- 15. April: Eduard Rhein, Erfinder, Publizist und Schriftsteller (
- 1900)
- 17. April: Turgut Özal, Staats- und Ministerpräsident der Türkei (
- 1927)
- 20. April: Evelyne Hall, US-amerikanische Leichtathletin und Olympionikin (
- 1909)
- 20. April: Cantinflas, Schauspieler, Sänger, Komiker und Produzent. (
- 1911)
- 23. April: Bertus Aafjes, niederländischer Schriftsteller (
- 1914)
- 23. April: Marguerite Broquedis, französische Tennisspielerin (
- 1893)
- 23. April: Günther Storck, katholischer Priester und sedisvakantistischer Bischof (
- 1938)
- 23. April: Guido Carli, italienischer Ökonom und Politiker (
- 1914)
- 23. April: César Chávez, Gründer der US-amerikanischen Landarbeitergewerkschaft (
- 1927)
- 24. April: Gustl Bayrhammer, deutscher Schauspieler (
- 1922)
- 24. April: Oliver Tambo, südafrikanischer anti-Apartheits Politiker (
- 1917)
- 27. April: Hans Sahl, deutscher Schriftsteller und Kritiker (
- 1902)
- 27. April: Jörgen Andersen, Politiker (
- 1905)
- 28. April: Jim Valvano, US-amerikanischer Basketballtrainer (
- 1946)
- 28. April: Werner Koch (Sachverständiger), Wertermittlungs-Experte (
- 1927)
- 28. April: Walentina Stepanowna Grisodubowa, sowjetische Pilotin (
- 1910)
- 29. April: Wilhelm Hanle, Physiker (
- 1901)
- 1. Mai: Pierre Bérégovoy, französischer Politiker der Sozialisten (
- 1925)
- 1. Mai: Zeno Colò, italienischer Skirennläufer (
- 1920)
- 6. Mai: Robert Becker, US-amerikanischer Regisseur (
- 1946)
- 9. Mai: Iván Patachich, ungarischer Komponist und Dirigent (
- 1922)
- 9. Mai: Freya Madeline Stark, eine englische Orient- und Forschungsreisende, Reiseschriftstellerin (
- 1893)
- 12. Mai: Edda Seippel, deutsche Schauspielerin (
- 1919)
- 14. Mai: Hugo Wiener, österreichischer Komponist und Pianist (
- 1904)
- 18. Mai: Heinrich Albertz, deutscher Politiker (
- 1915)
- 21. Mai: John Frost, britischer Generalmajor und Luftwaffenoffizier (
- 1912)
- 24. Mai: Hermann Vetters, österreichischer Archäologe (
- 1915)
- 24. Mai: Juan Jesús Posadas Ocampo, Erzbischof von Guadalajara und Kardinal (
- 1926)
- 25. Mai: Buddhadasa, Buddhistischer Mönch (
- 1906)
- 26. Mai: Hellmut Diwald, deutscher Historiker und Publizist (
- 1929)
- 30. Mai: Sun Ra, Jazzkomponist und Jazzmusiker (
- 1914)
- 5. Juni: Conway Twitty, US-amerikanischer Sänger (
- 1933)
- 7. Juni: Dražen Petrović, kroatischer Basketballspieler (
- 1964)
- 10. Juni: Arleen Augér, US-amerikanische Sopranistin (
- 1939)
- 12. Juni: Ingeborg Weber-Kellermann, deutsche Volkskundlerin (
- 1918)
- 13. Juni: Deke Slayton, US-amerikanischer Astronaut (
- 1924)
- 15. Juni: John Connally, US-amerikanischer Politiker, Gouverneur von Texas, Finanzminister (
- 1917)
- 18. Juni: Wilhelm A. Kewenig, deutscher Politiker (
- 1934)
- 20. Juni: Hans Sachs, Nürnberger Oberstaatsanwalt (
- 1912)
- 24. Juni: Archibald Williams, US-amerikanischer Leichtathlet und Olympiasieger (
- 1915)
- 25. Juni: Mona Baptiste, Schlagersängerin (
- 1928)
- 26. Juni: Michael Newrzella, deutscher GSG9-Beamter (
- 1967)
- 27. Juni: Wolfgang Grams, Terrorist der Roten Armee Fraktion (RAF) (
- 1953)
- 27. Juni: Kurt Mahr, deutscher Schriftsteller (
- 1934)
- 28. Juni: GG Allin, US-amerikanischer Rock- und Punkmusiker (
- 1956)
- 29. Juni: Erich Deuser, Physiotherapeut der deutschen Fußballnationalmannschaft (
- 1910)
- 1. Juli: Gert Hofmann, deutscher Schriftsteller (
- 1931)
- 2. Juli: Fred Gwynne, US-amerikanischer Schauspieler und Autor (
- 1926)
- 3. Juli: Curly Joe DeRita, Komiker (
- 1909)
- 7. Juli: Günther Tietjen, deutscher Politiker und MdB (
- 1943)
- 12. Juli: Gusti Huber, österreichische Theater- und Filmschauspielerin (
- 1914)
- 14. Juli: Léo Ferré, französischer Chansonsänger und -komponist (
- 1916)
- 15. Juli: Clarence Melvin Zener, US-amerikanischer Physiker (
- 1905)
- 18. Juli: Jean Negulesco, rumänischer Regisseur (
- 1900)
- 19. Juli: Gordon Joseph Gray, Erzbischof von Edinburgh und Kardinal (
- 1910)
- 19. Juli: Fred Liewehr, Wiener Kammerschauspieler (
- 1909)
- 21. Juli: Paul Müller-Zürich, Schweizer Komponist (
- 1898)
- 25. Juli: Hedwig Jochmus, deutsche Politikerin und MdB (
- 1899)
- 25. Juli: Vincent Joseph Schaefer, US-amerikanischer Chemiker und Meteorologe (
- 1906)
- 26. Juli: Matthew Ridgway, US-amerikanischer General (
- 1895)
- 30. Juli: Edward Raczyński, polnischer Diplomat und Politiker (
- 1891)
- 31. Juli: Baudouin I. (Belgien), König von Belgien (
- 1930)
- 1. August: Klaus Oswatitsch, österreichischer Physiker (
- 1910)
- 2. August: Guido del Mestri, Kardinal der römisch-katholischen Kirche (
- 1911)
- 3. August: Chinmayananda, ist Lehrer des modernen Hinduismus, Begründer der Chinmaya-Mission (
- 1916)
- 7. August: Gerhard Neuser, ehemaliger deutscher Fußballspieler (
- 1938)
- 9. August: Reinhard Kamitz, österreichischer Politiker (
- 1907)
- 10. August: Irene Sharaff, US-amerikanische Kostümbildnerin (
- 1910)
- 13. August: Helene Jacobs, Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus (
- 1906)
- 15. August: Robert Kempner, deutsch-jüdischer Jurist und Rechtsanwalt (
- 1899)
- 20. August: Hans Lebert, österreichischer Schriftsteller und Opernsänger (
- 1919)
- 22. August: Dinmuhamed Achmedowitsch Kunajew, sowjetischer Politiker (
- 1911)
- 26. August: Kar

1995

Ereignisse

Jahreswidmungen


- Der Spitzahorn (Acer platanoides) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Der Zunderschwamm (Fomes fomentarius) ist Pilz des Jahres (Deutsche Gesellschaft für Mykologie)
- Der Apollofalter (Parnassius apollo) ist Tier des Jahres (Schutzgemeinschaft Deutsches Wild)
- Die Nachtigall (Luscinia megarhynchos) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland