Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Region

Region

Als Region bezeichnet man im allgemeinen Sprachgebrauch ein Gebiet, dessen Bewohner eine enge kulturelle, sprachliche oder wirtschaftliche Bindung pflegen, wie zum Beispiel Ruhrgebiet, Rhein-Main, Region Saar-Lor-Lux, Euregio Maas-Rhein, Region Köln/Bonn, Mitteldeutschland. Eine Region ist in der Regel räumlich zusammenhängend. Sie hat meistens aufgrund ihrer historischen, geographischen, klimatischen oder wirtschaftlichen Entwicklung ganz spezielle Eigenheiten - regionale Kultur und Tradition, regionale Sprache (Dialekt), regionale Küche, regionale Wirtschaftsentwicklung (behandelt im Rahmen der Regionalökonomie) usw. Deshalb liegen die Aspekte einer Region vorwiegend bei den kulturellen und wirtschaftlichen Faktoren. In der Abgrenzung zum Landschaftsbegriff konnte keine allgemein gültige Definition gefunden werden. Als weitere Bezeichnungen für Region findet man deshalb auch Gegend oder Landschaft. In einigen Bundesländern Deutschlands wurden Regionen bzw. Regionalverbände eingerichtet, zu deren Aufgabenbereich die Regionalplanung (Landesentwicklungsplan etc.) gehört. In Baden-Württemberg wurden z. B. zum 1. Januar 1973 insgesamt 12 Regionalverbände bzw. Regionen eingerichtet, die jeweils aus etwa 3 bis 4 Stadtkreisen bzw. Landkreisen bestehen. Die Regionen tragen meist landschaftsbezogene Namen. Sie sind Körperschaften des öffentlichen Rechts. Als „Parlament“ haben sie eine Verbandsversammlung. Die Region Hannover ist ein Kommunalverband besonderer Art, der 2001 durch Fusion des Landkreises Hannover und der vormals kreisfreien Stadt Hannover entstand. In diesem zweiten Sinne wird heute auch vom Europa der Regionen als politisches Konzept gesprochen. Siehe auch:
- Liste der Regionen in der Schweiz !Region ja:地方

Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet ist ein Ballungsraum in Deutschland mit etwa 5,3 Mio. Einwohnern. Es besteht mehrheitlich aus einer Reihe von zusammengewachsenen, unabhängigen Großstädten. Die Oberzentren der Region, als Städte bereits im Mittelalter entstanden, erreichten ihre heutige Ausdehnung und Struktur mit der Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert. Im Allgemeinen versteht man das Gebiet des Regionalverbands Ruhr (RVR) als Ruhrgebiet. Zum RVR gehören die kreisfreien Städte Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen sowie die Kreise Recklinghausen, Unna, Wesel und der Ennepe-Ruhr-Kreis. Die Daten im Folgenden beziehen sich daher auf dieses Verwaltungsgebiet. Da der Begriff „Ruhrgebiet“ jedoch keine offizielle Verwaltungsbezeichnung darstellt, sind die genauen Grenzen interpretationsabhängig.

Geografie

Das Ruhrgebiet ist ein Siedlungs- und Wirtschaftsraum. Es wird grob durch die Flüsse Ruhr im Süden, Rhein im Westen und Lippe im Norden begrenzt. Die östliche Ausdehnung des Ruhrgebiets reicht bis an die Linie Hagen-Hamm. Im Südosten grenzt es an das Sauerland, im Südwesten an das Bergische Land, im Westen reicht das Ruhrgebiet bis weit in die Region Niederrhein hinein und im Norden bis in das Münsterland. Die Städtelandschaft liegt übergreifend in verschiedenen naturräumlichen Landschaftseinheiten. Im Norden und Osten hat das Ruhrgebiet Anteil an der Westfälischen Bucht, im Süden am Rheinischen Schiefergebirge und im Westen an der Niederrheinischen Tiefebene. Die Kernzone des Reviers wird von den ehemaligen Börden des Hellwegs und der Emscherniederung eingenommen. 37,6% der Fläche des Ruhrgebiets ist bebaut. Der Waldanteil beträgt 17,6%, landwirtschaftlich genutzt werden 40,7% der Fläche, die übrigen Anteile entfallen auf Wasserflächen und sonstige Flächen. Der für eine Industrieregion relativ hohe Anteil an Wald- und Landwirtschaftsflächen erklärt sich zunächst durch die, ebenfalls zum Regionalverband Ruhr gehörigen vier überwiegend landwirtschaftlich geprägten Kreise. Außerdem besitzen auch die kreisfreien Städte des Ruhrgebiets vielfach in ihren Außenbezirken ländlichen Charakter. Als Landschaftserscheinung der Industrialisierung und Urbanisierung, also der rasanten Umgestaltung des ursprünglichen Naturraums zu Industrieflächen und der Besiedlung durch das damit einhergehende Bevölkerungswachstum, ist das Ruhrgebiet auch geografisch anerkannt. Im Zuge der Rekultivierung ehemalig von Stahlindustrie und Bergbau genutzten Flächen entstehen neue Parklandschaften und Naherholungsgebiete wie zum Beispiel der Landschaftspark Emscherbruch im nördlichen Ruhrgebiet. Aber schon in den 1920er Jahren entstanden die Revierparks, die heute den Emscher Landschaftspark bilden.

Geologie

Geologisch wird das Ruhrgebiet regelmäßig über das Vorkommen von Kohle-führenden Schichten des Oberkarbon definiert, mehr oder weniger unabhängig von deren Tiefenlage. Die Kohle-Flöze streifen entlang der Ruhr die Oberfläche und senken sich nach Norden ab. In Höhe der Lippe liegen die Flöze in einer Tiefe von 600 bis 800m. Die Mächtigkeit der Schichten liegt durchschnittlich bei einem bis drei Metern. Die Geologie des Untergrundes war entscheidend für die Entwicklung des Kohlebergbaus im Ruhrgebiet.

Bezeichnung

Die geläufigsten Bezeichnungen sind heute Ruhrgebiet und Revier. Seit einigen Jahren wird außerdem der Begriff Ruhrstadt benutzt. Damit manifestiert sich sprachlich das Interesse des Verbandes in Zukunft kommunale Hoheitsrechte für das gesamte Ruhrgebiet zu übernehmen. Lange Zeit wurden verschiedene Namen für die Region benutzt: „Rheinisch-Westfälischer Industriebezirk“, „Rheinisch-Westfälisches Industriegebiet“, „Niederrheinisch-Westfälisches Industriegebiet“ oder „Ruhrrevier“ – während das Wort „Ruhrgebiet“ zunächst nur den Einzugsbereich des Flusses „Ruhr“ benannte. Als Name für die Industrieregion – wie im heutigen Sinn – bürgerte sich die Bezeichnung erst um 1930 ein. Die übrigen Bezeichnungen finden heute kaum noch Verwendung. Die umgangssprachlichen Begriffe Kohlenpott, Ruhrpott oder einfach Pott (von Pütt für Bergwerk) sind in der Bevölkerung weit verbreitete Eigenbezeichnungen der Region. Sie werden vom RVR gerne für Marketingstrategien genutzt und sind dadurch auch überregional bekannt.

Identifikation

Die Bevölkerung des Ruhrgebiets wird, historisch bedingt, zu den Rheinländern oder Westfalen gezählt. Diese Zugehörigkeit begleitet zumeist, insbesondere in den industriell geprägten Kerngebieten, die Verbundenheit mit dem Ruhrgebiet. In den Randzonen des RVR, also vor allem in den äußeren Bereichen der Kreise Wesel, Recklinghausen, Unna und dem Ennepe-Ruhr-Kreis fühlen sich Teile der Bevölkerung eher zum Niederrhein, Münsterland oder Sauerland zugehörig, da eine Identifikation mit dem „Ruhrgebiet“ aufgrund der vorwiegend ländlichen Prägung beziehungsweise der historischen Zugehörigkeit zu anderen Gebieten nicht gegeben ist. Selbst in den Flügelstädten das Ruhrgebiets wie Duisburg und Dortmund fühlen sich Teile der Bevölkerung auch als Rheinländer oder Westfale.

Metropolregion Rhein-Ruhr

Dortmund Das Ruhrgebiet ist mit seinen 5 Millionen Einwohnern nach der Île-de-France, Moskau, Greater London und Istanbul das fünftgrößte Ballungsgebiet Europas und Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr. Diese ist bereits seit 1995 von der Ministerkonferenz für Raumordnung, die in Deutschland über sogenannte Europäische Metropolregionen entscheidet, geschaffen worden. Damit ist das Ruhrgebiet auch Teil des von der Europäischen Kommission im Jahr 1999 aufgestellten Europäischen Raumentwicklungskonzeptes (EUREK). Auf einer Karte betrachtet könnte man das Ruhrgebiet für eine einzige Großstadt halten, da es teilweise keine erkennbaren Grenzen zwischen den einzelnen Städten gibt. So ist das Ruhrgebiet als eine polyzentrische Städtelandschaft zu bezeichnen. Das Ruhrgebiet ist jedoch auf Grund seiner Geschichte gänzlich anders strukturiert als monozentrisch besiedelten Gebiete, wie beispielsweise Berlin oder Paris, die durch rasches Zusammenwachsen kleinerer Orte und Städte mit einem alles überragenden Zentrum entstanden sind. Die einzelnen Städte und Stadtteile des Ruhrgebiets sind jedoch während der Industrialisierung unabhängig voneinander gewachsen. Die Übergänge zwischen den Städten sind oft durch eine lockere Vorortbebauung und teilweise sogar durch landwirtschaftlich genutzte oder gänzlich unbebaute Gebiete geprägt. Teilweise sind die Stadtgrenzen in der Kernzone des Ruhrgebiets aber auch nur schwer zu erkennen, da die Grenze quer durch dichte Besiedlung verläuft. Die auf dem verwaltungspolitischen Gedanken der Zusammenführung von einzelnen Kreisen und Städten beruhenden Forderungen, die Einzelstädte zu einer einzigen Stadt Ruhrstadt zusammenzufassen, sind trotzdem immer wieder erhoben, aber gleichermaßen verworfen worden. Der Grund liegt vor allem im starken Eigenleben der großen und mittleren Städte des Ruhrgebiets und darin, dass das Ruhrgebiet auf der Grenze zwischen Rheinland und Westfalen-Lippe seit jeher unterschiedlichen Landschaftsverbänden und Regierungsbezirken zugeordnet ist; zu Zeiten Bismarcks bis ins Dritte Reich war es offen erklärte Politik, das Ruhrgebiet geteilt zu halten und es nicht zu stark werden zu lassen.

Verwaltungsgebiet

Regierungsbezirk Die übergeordnete Verwaltungsebene des Ruhrgebiets ist der Regionalverband Ruhr (RVR) mit Sitz in Essen. Zu diesem Verband gehören die kreisfreien Städte Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen sowie der Ennepe-Ruhr-Kreis und die Kreise Unna, Recklinghausen und Wesel. Das Verbandsgebiet verteilt sich über die Landschaftsverbände Rheinland (4 kreisfreie Städte, 1 Kreis) und Westfalen-Lippe (7 kreisfreie Städte, 3 Kreise) sowie über Regierungsbezirke Arnsberg, Düsseldorf und Münster, deren Verwaltungsstädte jedoch alle außerhalb des Ruhrgebiets liegen. Die verwaltungsrechtliche Teilung des Ruhrgebiets ist geschichtlich begründet. So führte bereits die Grenze zwischen Franken (Niederfranken) und Sachsen (Westfalen) mitten durch das heutige Ruhrgebiet. Das heutige Ruhrgebiet gehörte zu den folgenden Herrschaftsbereichen: Vest Recklinghausen, Fürstbistum Münster, Grafschaft Limburg, Grafschaft Mark, Herzogtum Berg, Herzogtum Kleve, Reichsstadt Dortmund, Reichsstift Essen und Reichsabtei Werden und zur Herrschaft Styrum. An diesen Grenzen orientieren sich die Gebiete der noch aus preußischer Zeit übernommenen Regierungsbezirke. Nach den Plänen der Landesregierung soll diese alte Struktur in einer Verwaltungsreform bis 2012 aufgehoben werden. Die Bezirksregierungen sollen durch neue Regionalpräsidien, von denen eines das Ruhrgebiet umfassen soll, ersetzt werden. Seit Jahren gibt es die Überlegung, einen Regierungsbezirk Ruhr zu bilden oder sogar alle Städte und Kreise des Ruhrgebietes zu einer Millionenmetropole Ruhrstadt zusammen zu schließen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte des Ruhrgebiets

Industrialisierung

Geschichte des Ruhrgebiets Die Region, die heute als Ruhrgebiet bezeichnet wird, war Ende des 18. Jahrhunderts landschaftlich vergleichbar mit dem Münsterland und dem Niederrhein – einzelne Städtchen und kleine Dörfer, die vor allem durch die Landwirtschaft geprägt waren. Anfang des 19. Jahrhunderts waren Duisburg und Dortmund die größten Städte mit mehr als 5.000 Einwohnern. Zur selben Zeit lebten in der Munizipalität Mülheim an der Ruhr im Süden der Region bereits mehr als 11.000 Menschen. Gelsenkirchen und Herne im nördlich gelegenen Emscherland dagegen hatten zu dieser Zeit lediglich einige hundert Einwohner. Frühe Kerne der Industrialisierung bildeten einzelne Eisenhütten (St.-Antony-Hütte ab 1758 in Oberhausen-Osterfeld; Gutehoffnungshütte ab 1782 in Oberhausen-Sterkrade und Eisenhütte Neu-Essen ab 1791 in Oberhausen-Lirich). Hier entstanden wichtige frühe Technologien der Eisenerzeugung und Maschinen, die den wirtschaftlichen Abbau der Kohle förderten. Eisenhütte Neu-Essen] Kohle wurde zwar schon im 13. Jahrhundert abgebaut – ein Ausgangspunkt des Ruhrbergbaus war das Muttental bei Witten – jedoch kann man dabei nicht von Bergbau, sondern eher von Kohlengräberei sprechen. Mit dem wirtschaftlichen Abbau der Kohle ab Anfang des 19. Jahrhunderts entlang der Ruhr gewann die Industrialisierung für das Ruhrgebiet an Fahrt. Innerhalb weniger Jahre entstanden über 220 Zechen, bis 1850 waren es fast 300. Aus der Kohle wurde vor allem in Kokereien Koks gewonnen, welches in den Hochöfen der angesiedelten Eisen- und Stahlhütten zur Roheisen- und Stahlerzeugung benötigt wurde. Noch bevor die Kohlevorkommen entlang der Ruhr erschöpft waren, entstanden weiter nördlich neue Zechen. Der Ruhrbergbau wanderte, den Flözen in die Tiefe folgend, von Süden nach Norden, von der Ruhr an die Emscher und schließlich zur Lippe. Laut Veröffentlichungen von Prof. Dr. Roland Günter hat es insgesamt etwa 3.200 einzelne Zechen im Ruhrrevier gegeben. Die Erschließung des Ruhrgebiets als Lieferanten für Kohle und Stahl für die aufstrebende Industrie förderte die Gründung vieler Eisenbahngesellschaften. Siehe hierzu: Liste der Bahngesellschaften und Strecken im Ruhrgebiet Aufgrund der wirtschaftlichen Expansion wurden Arbeitskräfte angeworben. Die Bevölkerungszahlen stiegen explosionsartig. Die alten Städte am Hellweg erwachten zu neuer Blüte. Vormalige Dörfer entlang der Emscher entwickelten sich zu Großstädten. Qualifizierte Facharbeiter der Bergwerke wurden vielfach in Arbeitersiedlungen, sogenannten Zechenkolonien, untergebracht. Der Ruhrkohlenbezirk wuchs zum größten industriellen Ballungszentrum Europas an.

Strukturwandel

Seit Beginn der Kohlekrise im Jahr 1958 befindet das Ruhrgebiet sich in einer anhaltenden Phase des Strukturwandels, der von großen wirtschaftlichen Anpassungsschwierigkeiten gekennzeichnet ist. Die Industriezweige, auf die sich das Ruhrgebiet begründete, Steinkohleförderung und Stahlindustrie werden rar: Es gibt im Ruhrgebiet nur noch 7 fördernde Verbundbergwerke (West, Walsum, Lohberg-Osterfeld, Prosper-Haniel, Lippe, Auguste Victoria/Blumenthal, Ost), eine Kokerei in Bottrop und ein Rohstahlwerk in Duisburg. Bergbau findet heute vor allem in den Randzonen des Ruhrgebiets statt, in der Ruhr- und Emscherzone der Region sind die Zechen inzwischen stillgelegt. Ost Ost] Während dessen sind jüngere Industrien wie Maschinenbau und Elektronik und nichtindustrielle Branchen wie der Dienstleistungssektor noch nicht ausreichend nachgewachsen. Ein wichtiger Schritt vom Produktions- zum Forschungsstandort waren die Gründungen der Universitäten Bochum, Dortmund, Duisburg und Essen. Als positives Beispiel des Strukturwandels kann man den Bau der drei Automobilwerke des Autoherstellers Opel 1962 in Bochum bezeichnen. Die Werke boten den unter Tage ausgebildeten Schlossern, Elektrikern etc. einen Arbeitsplatz in einer anderen Branche. Allerdings hat mittlerweile auch die Automobilindustrie mit Strukturproblemen zu kämpfen und steht in der Gefahr, zu den „alten Industrien“ zu zählen. Auch die einst angesiedelte Elektroindustrie ist heute ein Problemfall. Blaupunkt in Herne hat bereits 1989 wieder geschlossen, Siemens in Witten wurde 1999 verkauft, das Werk steht ebenfalls vor der Schließung. Auch bei Nokia in Bochum kam es 2004 zu Stellenabbau. Ein weiteres Großprojekt des Strukturwandels ist die Neue Mitte Oberhausen mitsamt dem Einkaufszentrum CentrO, welche auf dem Gelände der stillgelegten Gutehoffnungshütte Mitte der 1990er Jahre erbaut wurde. Die Internationale Bauausstellung Emscher Park (IBA), die von 1989 bis 1999 im Ruhrgebiet tätig war, unterstützte den Strukturwandel. In ihrem Rahmen wurden ca. zweieinhalb Milliarden Euro in die Region investiert und alte Industriegelände in Industriemuseen umgewandelt. Nach wie vor aber gilt das Ruhrgebiet als eine strukturschwache Region. Die Gesamtarbeitslosenquote des Ruhrgebiets liegt bei etwa 14 % und ist damit unter den regionalen Großräumen die höchste der westdeutschen Bundesländer. Auch die Arbeitslosenquoten einzelner Städte in der Kernzone des Ruhrgebiet gehören zu den höchsten der „alten“ Bundesländer: In Duisburg haben etwa 20 % der Bevölkerung keinen Arbeitsplatz und in Gelsenkirchen sind sogar 23 % arbeitslos gemeldet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Internationale Bauausstellung Emscher Park] Die „Route der Industriekultur“, die ähnlich den in Deutschland bekannten Wein- oder Burgenstraßen konzipiert ist, steuert die wichtigsten industriegeschichtlichen Stätten des Ruhrgebiets an und dient als Ausgangsbasis für die Vermarktung des Ruhrgebiets als Tourismusregion. Industriebrachen von stillgelegten Bergwerken, Kokereien und Stahlwerken werden heute renaturiert, touristisch vermarktet oder anderweitig genutzt. Einige charakteristische Gebäude wurden Industriedenkmäler, so zum Beispiel die ehemalige Hütte Duisburg-Meiderich, die heute als Landschaftspark Duisburg-Nord bekannt ist. Weitere Beispiele für neue Nutzungen sind der Gasometer Oberhausen, der Nordsternpark in Gelsenkirchen, der Bottroper Tetraeder, die Essener Halde Schurenbach, der Duisburger Innenhafen oder die Jahrhunderthalle (Bochum). Die Zeche und Kokerei Zollverein wurde 2001 von der UNESCO sogar zum Weltkulturerbe erklärt. Auch die Emscher, früher der „Abwasserkanal des Ruhrgebiets“, wird seit einigen Jahren renaturiert. In Dortmund entsteht auf einem ehemaligen Stahlwerksgelände der Phoenix-See. Mit Großveranstaltungen wie der RuhrTriennale, den Ruhrfestspielen oder der Extraschicht sowie zahlreichen Theatern, Kunstwerkstätten und Ausstellungen hat sich im Ruhrgebiet eine lebendige Kulturszene etabliert.

Sprache

Historisch gehört die Region an Rhein, Ruhr und Emscher zum Niederdeutschen Sprachgebiet. Doch ist die Zahl der Sprecher des Plattdeutschen inzwischen sehr gering. Heute wird im Ruhrgebiet vor allem Hochdeutsch gesprochen, mit leichtem westfälischen oder niederrheinischen Akzent. Die Sprachvarietäten im Ruhrgebiet werden als Ruhrdeutsch zusammengefasst und teils als Dialekte, teils als Sozio- oder auch Regiolekt eingeordnet.

Fußball

Regiolekt] In keiner anderen Region Deutschlands wird der Fußballsport derart geliebt und gelebt wie im Ruhrgebiet. Die zwei bekanntesten Vereine sind Borussia Dortmund und Schalke 04. Beide Vereine haben die höchsten Zuschauerzahlen im deutschen Vereinsfußball (Dortmund ca. 80.000 Besucher pro Spiel, Schalke ca. 60.000). Des Weiteren spielt in der Bundesliga noch der MSV Duisburg, sowie in der 2. Bundesliga der VfL Bochum. Weitere Traditionsvereine sind dabei Rot-Weiss Essen, Rot-Weiss Oberhausen, SG Wattenscheid 09, Westfalia Herne, SV Sodingen, Sportfreunde Katernberg, Spielvereinigung Erkenschwick und Hamborn 07. Daneben existieren unzählige Amateur- und Hobbyvereine. Viele dieser Vereine haben ihren Ursprung bei Werksmannschaften von Hütten und Zechen.

Verkehr

Autobahnen

Die drei Autobahnen A 2 und A 42 und A 40 bilden jeweils in Ost-West-Richtung die drei Hauptachsen des Kraftfahrzeugverkehrs, von Nord nach Süd verlaufen A 3, A 43, A 45 und A 59. Insbesondere der regional so genannte „Ruhrschnellweg“, die A 40, (teilweise auch als B1 geführt) ist für seinen Beinamen „Ruhrschleichweg“ bekannt, da er eine der Straßen mit dem bundesweit höchsten Verkehrsaufkommen ist und durch tägliche Verkehrsstaus geprägt ist.

Öffentlicher Verkehr

Der Öffentliche Personennahverkehr wird weitestgehend Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) organisiert. Der ÖPNV im Kreis Wesel wird hingegen vom Verkehrsgemeinschaft Niederrhein (VGN) und der ÖPNV im Kreis Unna sowie im Bereich der Stadt Hamm von der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe (VRL) besorgt.

Eisenbahn

Wichtigste Knotenbahnhöfe des Personenfernverkehrs sind die Hauptbahnhöfe in Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Hagen, Hamm, Oberhausen und Wanne-Eickel. Dem Dortmunder Hauptbahnhof ist der große Abstellbahnhof Dortmund Bbf an der Strecke nach Hamm angeschlossen.

S-Bahn und Regionalverkehr

Wesentlich zur infrastrukturellen Erschließung des Ruhrgebietes mit Anbindung des Rheinlands trägt die S-Bahn Rhein-Ruhr bei. Die Hauptlast der regionalen Verkehrsleistungen tragen allerdings die RegionalExpress-Linien. Fast alle RE-Linien führen vom Rheinland übers Ruhrgebiet ins östliche Westfalen. Der beabsichtigte Ausbau des RegionalExpress-Netzes scheitert an den gegenwärtigen finanziellen Schwierigkeiten des ÖPNV. In Witten betreibt die Deutsche Bahn das Eisenbahnausbesserungswerk in der Nähe des Hauptbahnhofes. Hier ist für 2005 eine neue Produktionshalle geplant.

Stadtbahn und Nahverkehr

2005 In den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entstand ein durchgehendes Straßenbahnnetz, das mit Umsteigen eine durchgehende Straßenbahnfahrt von Bonn bis Werne ermöglichte. In den 1950er Jahren wurden viele Straßenbahnlinien stillgelegt, dennoch ist es auch heute noch möglich, von Witten über Bochum, Gelsenkirchen, Essen, Mülheim an der Ruhr, Duisburg und Düsseldorf bis nach Krefeld mit der Straßenbahn zu fahren. In den 1960er Jahren entstand der Plan, die überwiegend meterspurigen Straßenbahnstrecken durch ein normalspuriges Stadtbahnnetz Rhein-Ruhr zu ersetzen. Heute besteht dieses Stadtbahnnetz im Ruhrgebiet aus fünf nicht miteinander verbundenen U-Bahnnetzen in Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg. Neben Straßen- und Stadtbahnen sind auch Omnibusse weit verbreitet.

Güterverkehr

Im Güterverkehr ist das Ruhrgebiet als Ganzes auch bei insgesamt zurückgehender Bedeutung der Eisenbahn in Deutschland, nach ihrer Privatisierung und der Verlagerung vieler Eisenbahntransporte auf den Straßenverkehr weiterhin der größte Eisenbahnkomplex Europas mit mehreren Rangierbahnhöfen (Hagen-Vorhalle, Hamm (Westf) Rbf, Osterfeld Süd, Schwerte (Ruhr) und Wanne-Eickel Hbf) sowie mit noch immer zahlreichen Anschlussbahnen des Bergbaues und der Schwerindustrie.

Schifffahrt

Schwerindustrie]] Das bedeutendste Gewässer in verkehrstechnischer Hinsicht im Ruhrgebiet ist in der heutigen Zeit der Rhein. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Namensgeberin des Ruhrgebiets, die Ruhr, einer der wichtigsten Transportwege. In Datteln kreuzen sich vier Kanäle, Rhein-Herne-Kanal (RHK), Wesel-Datteln-Kanal (WDK), Datteln-Hamm-Kanal (DHK) und Dortmund-Ems-Kanal (DEK) die damit den größten europäischen Knotenpunkt für die Binnenschifffahrt bilden. Der Ruhrschifffahrtskanal verbindet außerdem den Rhein (Duisburger Hafen) mit dem Mülheimer Rhein-Ruhr-Hafen. Der Gesamtumschlag an den Kanälen des Ruhrgebiets beträgt etwa 25 Mio. Tonnen. Sowohl der größte Binnenhafen als auch der größte Kanalhafen Europas befinden sich im Ruhrgebiet. Der Duisburger Hafen „duisport“, der vom Rhein, von der Ruhr und vom Rhein-Herne-Kanal zu erreichen ist, gilt als Verkehrsdrehscheibe der deutschen Binnenschifffahrt. Er hat einen jährlichen Umschlag von etwa 70 Mio. Tonnen. Im Gegensatz dazu hat der Dortmunder Kanalhafen trotz seiner Größe in den vergangenen Jahrzehnten mit dem Rückgang der Stahlerzeugung erheblich an Bedeutung verloren.

Flugverkehr

Geschichte: Geschichte der Luftfahrt im Ruhrgebiet Geschichte der Luftfahrt im Ruhrgebiet] Der einzige internationale Verkehrsflughafen im Ruhrgebiet ist der Flughafen Dortmund, auf dem jährlich über 1 Mio. Passagiere abgefertigt werden. Bedeutender sind jedoch die drei Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und der Flughafen Münster/Osnabrück, die für Passagiere aus dem Ruhrgebiet gut erreichbar sind. Der Düsseldorfer und der Kölner Flughafen sind über das Schienennetz der deutschen Bahn und zahlreiche Autobahnen in kurzer Zeit aus dem Ruhrgebiet erreichbar. Privatflugverkehr findet außerdem auf dem Verkehrslandeplatz Flughafen Essen/Mülheim statt. Darüber hinaus existieren an der Peripherie des Ruhrgebiets zahlreiche Segelflugplätze für Vereine, unter anderem in Kamen-Heeren, Hamm, Kirchhellen/Schwarze Heide, Iserlohn, Wesel, Dorsten und in Schwerte.

Siehe auch


- Portal:Ruhrgebiet
- Liste der Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten im Ruhrgebiet
- Liste der Persönlichkeiten aus dem Ruhrgebiet
- Liste der Bahngesellschaften und Strecken im Ruhrgebiet
- Ruhrdeutsch
- Karneval im Ruhrgebiet
- Rhein-Ruhr

Literatur

Rhein-Ruhr
- Gerd Willamowski, Dieter Nellen, Manfred Bourrée: Ruhrstadt. Die andere Metropole. Klartext Verlag, Essen 2002. ISBN 3884748955
- Gerd Willamowski, Manfred Schüller: Der Pott kocht. Pomp, Essen 2001. ISBN 3893552219
- Günter Drozdzewski, Vera Mügge, Volker Wrede: Von Korallenriffen, Schachtelhalmen und dem Alten Mann. Klartext, Essen 2005. ISBN 3898614395
- Wilhelm und Gertrude Hermann: Die Blauen Bücher, Die alten Zechen an der Ruhr. Langewiesche 2000. ISBN 3784569927
- Reinhard Felden, Axel Föhl: Das Ruhrgebiet. Ellert & Richter 2002. ISBN 3831900302
- Nina Grontzki, Gerd Niewerth, Rolf Potthof: Als die Steine Feuer fingen. Klartext, Essen 2003. ISBN 3898612082
- Inge Zander, Ralph Lueger: Der Pott. Erlebnis Ruhrgebiet. Droste Regional 2001. ISBN 377001135X
- Roland Günter: Im Tal der Könige. Ein Handbuch für Reisen zu Emscher, Rhein und Ruhr. Klartext, Essen 2004. ISBN 388474044X
- KVR: Das Ruhrgebiet packt aus. Bottrop 1996
- KVR/RVR: Standorte. Jahrbuch Ruhrgebiet. Essen 1995 ff.
- N.N.: Faszination Ruhrgebiet. Route der Industriekultur. Historisches Filmmaterial (89 min). Essen 2004 (DVD)

Weblinks


-
- [http://www.rvr-online.de Website des Regionalverbands Ruhrgebiet]
- [http://www.ruhrgebiet-regionalkunde.de Regionalkunde Ruhrgebiet]
- [http://www.route-industriekultur.de Route Industriekultur]
- [http://www.ub.ruhr-uni-bochum.de/Internet-Tips/ruhrgebiet.html Umfangreiche Linksammlung der RUB]
- [http://www.ruhr-uni-bochum.de/isb/bdr Bibliothek des Ruhrgebiets] Kategorie:Region in Nordrhein-Westfalen ! Kategorie:Metropolregion Kategorie:Historische Landschaft als:Ruhrgebiet ja:ルール地方

Rhein-Main

Die Region Frankfurt/Rhein-Main ist eine Wirtschaftsregion und ein städtischer Ballungsraum im Süden Hessens sowie Teilen der angrenzenden Bundesländer Rheinland-Pfalz (Rheinhessen) und Bayern (Unterfranken). Es ist die zweitgrößte der elf Europäischen Metropolregionen in der Bundesrepublik. Eine thematische Sammlung der Artikel rund um die Region Rhein-Main findet sich im Portal:Frankfurt Rhein-Main.

Kernstädte

Portal:Frankfurt Rhein-Main Obwohl die Region meist als polyzentrischer Ballungsraum bezeichnet wird, besitzt sie mit der internationalen Metropole Frankfurt am Main funktional und geografisch einen klaren Mittelpunkt. Andere städtische Zentren der Region sind Wiesbaden, Mainz, Rüsselsheim, Frankfurt-Höchst, Bad Homburg, Darmstadt, Offenbach am Main, Hanau, Aschaffenburg, Marburg, Gießen und Wetzlar.

Abgrenzung

Wetzlar Die Abgrenzung der Region ist nicht eindeutig definiert. Das IHK-Forum Rhein-Main erstreckt sich zum Beispiel über eine große Region. Verwendet man den Bereich der Industrie- und Handelskammern, die in diesem Forum Mitglied sind und der die ganze Wirtschaftsregion umfasst, zur Definition, so erhält man folgende großzügige Abgrenzung: Sieben kreisfreie Städte:
- Stadt Frankfurt am Main
- Stadt Offenbach am Main
- Stadt Wiesbaden
- Stadt Mainz (der dortigen Mündung des Mains in den Rhein verdankt die Region ihren Namen)
- Stadt Worms
- Stadt Darmstadt
- Stadt Aschaffenburg Die 18 Landkreise der Region Frankfurt / RheinMain sind: Main-Taunus-Kreis, Hochtaunuskreis, Wetteraukreis, Main-Kinzig-Kreis, Kreis Offenbach, Kreis Groß-Gerau, Lahn-Dill-Kreis, Landkreis Aschaffenburg, Landkreis Miltenberg, Kreis Darmstadt-Dieburg, Odenwaldkreis, Kreis Bergstraße, Landkreis Alzey-Worms, Landkreis Mainz-Bingen, Rheingau-Taunus-Kreis, Landkreis Limburg-Weilburg, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Landkreis Gießen und Vogelsbergkreis. Nach dieser Abgrenzung umfasst die Großregion 13.400 km² Fläche mit 5,8 Millionen Einwohnern. Der Kreis Bergstraße und die Stadt Worms liegen im Überschneidungsbereich zum benachbarten Rhein-Neckar-Dreieck. Rhein-Neckar-DreieckDas Gesetz zur Stärkung der kommunalen Zusammenarbeit und Planung in der Region Rhein-Main des Landes Hessen definiert hingegen explizit folgende Abmessung:
- die kreisfreien Städte Frankfurt am Main und Offenbach am Main,
- in den Landkreisen Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis und Offenbach alle Städte und Gemeinden,
- im Main-Kinzig-Kreis die Städte Bruchköbel, Hanau, Langenselbold, Maintal, Nidderau und Gemeinden Erlensee, Großkrotzenburg, Hammersbach, Neuberg, Niederdorfelden, Rodenbach, Ronneburg, Schöneck,
- im Wetteraukreis die Städte Bad Nauheim, Bad Vilbel, Butzbach, Friedberg (Hessen), Karben, Münzenberg, Niddatal, Reichelsheim (Wetterau), Rosbach v. d. Höhe und Gemeinden Florstadt, Ober-Mörlen, Rockenberg, Wölfersheim, Wöllstadt,
- im Landkreis Groß-Gerau die Städte Groß-Gerau, Kelsterbach, Mörfelden-Walldorf, Raunheim, Rüsselsheim und Gemeinden Bischofsheim, Ginsheim-Gustavsburg und Nauheim. Daneben existieren noch andere (meist enger gefasste) Abgrenzungen, die etwa die Kreise Gießen, Lahn-Dill, Marburg-Biedenkopf, Vogelsberg oder Bergstraße nicht mit zur Region zählen. Der engere Ballungsraum, der in etwa der Ausdehnung des S-Bahn-Netzes entspricht, reicht von Wiesbaden und Mainz im Westen bis Aschaffenburg im Osten sowie von Friedberg und Bad Nauheim im Norden bis Darmstadt im Süden. Dieses Gebiet zählt 3,4 Millionen Einwohner auf 5.500 km² Fläche. Der Einzugsbereich des Rhein-Main-Gebiets ist sehr groß. Etwa 350000 Einpendler kommen jeden Tag in den Frankfurter Raum, die z.t. weit mehr als hundert km von ihrem Arbeitsplatz entfernt wohnen. Der Pendler-Einzugsbreich umfaßt den ganzen Odenwald, die Südpfalz, die Rhön, den Westerwald, die Region Marburg/Gießen/Wetzlar und die Kurpfalz. Der RMV ist deshalb nicht zufällig der größte deutsche Verkehrsverbund. Im Zentrum des Rhein-Main-Raums liegt die engere Stadtregion Frankfurt, zu der z.B. Offenbach, Hanau, Bad Homburg und Rüsselheim gehören. Die übrigen Kernstädte Wiesbaden, Mainz, Darmstadt und Aschaffenburg bilden mit ihrem Umland eigene Stadtregionen.

Wirtschaft

Stadtregion Die zentrale und verkehrsgünstige Lage in Südwestdeutschland förderte schon Mitte des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung der Region. Unternehmen aus vielen Branchen haben hier ihren Sitz und beschäftigen in der Region etwa 1,8 Mio Arbeitnehmer. Dabei überwiegen in der Rhein-Main-Metropole Frankfurt Handel und Dienstleistungen (Banken und Versicherungen, Frankfurter Messe). Industrie ist vor allem in den Bereichen Chemie (Höchst, Wiesbaden, Offenbach) und Fahrzeugbau (Rüsselsheim) vertreten. Darmstadt hat sich als Wissenschaftsstadt, Wiesbaden als Sitz von Versicherungsunternehmen und Bundesbehörden etabliert. Der Logistikbereich ist besonders durch den Flughafen Frankfurt und die zentrale Anbindung (Autobahnen, Eisenbahn) stark begünstigt. Das Frankfurter Kreuz und der Frankfurter Hauptbahnhof sind jeweils die verkehrsreichsten in Europa. Im Umkreis von 6 Stunden Fahrt erreicht man Hamburg, die Benelux-Staaten, Paris, die Schweiz, Österreich, Tschechien, Polen und Berlin. Weitere wichtige Bahnhöfe im Fernverkehr sind Mainz und Frankfurt-Flughafen. Über den Frankfurter Flughafen ist jedes wichtige Flugziel weltweit als Direktflug verfügbar. Die Infrastruktur im Rhein Main Gebiet gilt als sehr gut ausgebaut.

Naturraum

InfrastrukturDie landschaftliche Attraktivität der Region ergibt sich aus dem Gegensatz zwischen den Ebenen der beiden namensgebenden Flüsse und den die Region begrenzenden Mittelgebirgen. Die Untermainebene ist der nördliche Ausläufer der Oberrheinischen Tiefebene, die etwa von Basel bis Frankfurt reicht. Die Mainmündung gilt als die Grenze zwischen Ober- und Mittelrhein. Letzterer durchbricht in einem engen, teilweise schluchtartigen Tal das Rheinische Schiefergebirge. Außer den beiden genannten Strömen sind Nidda, Kinzig und Nahe wichtige Flüsse der Region, an ihrem Nordrand außerdem die Lahn. Fünf Mittelgebirge begrenzen die Region: Taunus, Vogelsberg, Spessart, Odenwald und Hunsrück. Der Südhang des Taunus (Rheingau und Vordertaunus) und der Westhang des Odenwalds (Bergstraße) gehören klimatisch zu den mildesten Gegenden in Deutschland. Der Rheingau, das linksrheinische Gebiet Rheinhessen sowie das unterfränkische Maintal sind Weinbaugebiete. Die Landwirtschaft in der Wetterau im Norden der Region verfügt über Böden, die zu den ertragsreichsten in Deutschland zählen. Im dicht besiedelten Kernraum der Region um Frankfurt dienen die Freiflächen mehr der Naherholung als der Landwirtschaft. Typisch für das dortige Landschaftsbild sind Streuobstwiesen, deren Erträge meist zur Produktion des Frankfurter Apfelweins dienen.

Geschichte

Apfelwein Eine bis heute gültige Besonderheit der Region ist, dass es niemals in der Geschichte eine territoriale Einheit des Rhein-Main-Gebiets gab. Der tausendjährigen Kleinstaaterei verdankt die Region ihre kulturelle Vielfalt, aber auch die im Gegensatz zu konkurrierenden Metropolregionen schmerzhaft fehlende Kooperation und Koordination, die angesichts der Metropolkonkurrenzen einer globalisierten Weltwirtschaft einen schädlichen Anachronismus darstellt. In römischer Zeit lag die Region an der Grenze des Imperiums. Mainz war unter dem Namen Mogontiacum Hauptstadt der Provinz Obergermanien, der Limes schützte die Reichsgrenze und verlief über den Kamm des Taunus und quer durch die Wetterau. Außer Mainz gab es zahlreiche römische Kastelle in der Region (Hofheim, Höchst, Frankfurt, Kleiner Feldberg, Saalburg, u.a.) sowie eine kleine Stadt (Nida bei Frankfurt-Heddernheim). Wiesbaden war schon damals ein wichtiger Badeort (Aquae Mattiacorum). Bereits in der spätrömischen Antike (seit 343) wurde Mainz zu einem Bischofssitz, der im frühen Mittelalter einer der wichtigsten des fränkischen, später Deutschen Reichs wurde. Fränkische Könige (Merowinger, später Karolinger) errichteten Königshöfe, u.a. in Frankfurt und Ingelheim. Das Kloster Lorsch wurde durch Landschenkungen eines der mächtigsten in Deutschland. Durch die günstige Verkehrslage konnte die Region Handelsverkehr an sich ziehen, wichtige Straßen entstanden, so die Via Regia. Im Hohen Mittelalter löste Frankfurt Mainz als wichtigste Stadt der Region ab. Frankfurt, Friedberg, Wetzlar und Gelnhausen (letzteres eine Kaiserpfalz der Staufer) waren Freie Reichsstädte. Die Erzbischöfe von Mainz waren Erzkanzler des Reichs und einer der sieben Kurfürsten. Frankfurt verdankte seinen Aufstieg der Rolle als bedeutende Messestadt und als Wahl-, später auch Krönungsstätte der deutschen Kaiser. Das Erzbistum Mainz umfasste große Gebiete im Westen und Osten (um Aschaffenburg) des Rhein-Main-Gebietes, als es 1803 aufgelöst wurde. Nach dem Wiener Kongress verteilte sich ab 1816 die Region auf folgende Territorien:
- Großherzogtum Hessen (Hauptstadt Darmstadt), mit den Provinzen Starkenburg (Darmstadt, Offenbach), Rheinhessen (Mainz, Worms, Bingen) und Oberhessen (Gießen, Friedberg).
- Kreis Wetzlar, heute Lahn-Dill-Kreis, in der preußischen Rheinprovinz
- Herzogtum Nassau (Hauptstadt Wiesbaden), mit Limburg und Höchst.
- Kurfürstentum Hessen (Hauptstadt Kassel), mit Gelnhausen, Hanau, Bergen und Bockenheim
- Landgrafschaft Hessen-Homburg (Bad Homburg)
- Königreich Bayern (Aschaffenburg)
- Freie Stadt Frankfurt (Stadtstaat) Freie Stadt FrankfurtNach dem Preußisch-Deutschen Krieg 1866 annektierte Preußen alle genannten Territorien außer dem Großherzogtum Hessen und dem Königreich Bayern, die kleinere Gebietsteile abtreten mußten. Die territoriale Zersplitterung bestand allerdings weiter, da das Großherzogtum Hessen durch das Stadtgebiet Frankfurt und den anschließenden Kreis Hanau in zwei Teile geteilt blieb. 1945 wurde das Rhein-Main-Gebiet durch die amerikanische Armee vom Faschismus befreit. Die Grenze zur später auf Kosten der britischen und amerikanischen Zone eingerichteten Französische Besatzungszone wurde von den Alliierten willkürlich im Rhein festgelegt. Die Besatzungsmächte gründeten in der Folge die noch heute bestehenden Bundesländer jeweils auf ihrem Territorium. Durch die (französische) Gründung des neuen Landes Rheinland-Pfalz wurde Rheinhessen von Hessen abgetrennt, die Region (und sogar das Stadtgebiet von Mainz) wurde erneut administrativ geteilt. Im Kern der Region wurde die preußisch-hessische Landesgrenze aufgehoben, durch die Eingemeindung zweier kleiner Vororte wuchs das Frankfurter Stadtgebiet 1972 über die ehemalige Grenze hinweg.

Kirchliche Zuständigkeiten

Mit Ausnahme des bayerischen Gebietsanteils gehört das Rhein-Main-Gebiet zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Bei der katholischen Kirche haben drei Diözesen Anteil an der Region, nämlich Mainz an den früher zu Hessen-Darmstadt gehörenden Gebieten, Limburg an den früher zu Nassau, Frankfurt und Hessen-Homburg gehörenden Gemeinden und Fulda an den früher kurhessischen Orten. In dieser Hinsicht ist die Stadt Frankfurt dreigeteilt.

Wichtigste Sehenswürdigkeiten (Auswahl)


- FuldaIn Frankfurt: Altstadt mit Kaiserdom, Paulskirche, Römerberg, Goethehaus und Mainufer; weitere City mit Alter Oper, Hauptwache, Hochhaus-Skyline, Hauptbahnhof, Messe, Museumsufer, Zoo und Palmengarten; außerdem die erhaltene Höchster Altstadt mit der Justinuskirche und dem Höchster Schloss sowie der Rhein-Main-Flughafen.
- In Offenbach: Deutsches Ledermuseum, Isenburger Schloss, Büsing Palais, Rumpenheimer Schlossße
- In Mainz: Dom, Stephanskirche, Kurfürstliches Schloss, Gutenbergmuseum, Römisch-Germanisches Museum.
- In Rheinhessen: Wormser Dom, Ingelheimer Kaiserpfalz
- In Wiesbaden: Bowling Green mit Kurhaus und Staatstheater, Kurpark, Wilhelmstraße und Warmer Damm, Schlossplatz mit Marktkirche und Hessischem Landtag (Stadtschloss), Luisenplatz, Ringstraße mit Ringkirche, Neroberg mit Nerobergbahn, Schloss Biebrich.
- Im Taunus: Schlösser und Burgen in Bad Homburg, Kronberg, Königstein, Falkenstein und Eppstein; Limes mit Feldbergkastell und Saalburg; Großer Feldberg und Altkönig; Kuranlagen in Bad Homburg und Bad Soden.
- In Hanau und Umgebung: Hanau mit Goldschmiedehaus, Schloss Philippsruhe, Kuranlage Wilhelmsbad und Altstadt Steinheim, Gelnhausen mit Kaiserpfalz und Marienkirche, Seligenstadt mit Altstadt und Einhard-Basilika.
- Im Rheingau: Zahlreiche Klöster, u.a. Eberbach und Johannisberg; Weinorte wie Rüdesheim, Oestrich-Winkel, Geisenheim und Eltville; Niederwalddenkmal
- In der Wetterau: Altstädte von Friedberg (Burg) und Büdingen (Stadtbefestigung), Jugendstil-Kuranlagen in Bad Nauheim.
- In Wetzlar: Dom, Altstadt, Goethe-Stätten und Museen.
- In Darmstadt: Luisenplatz mit Ludwigsmonument, Stadtschloss, Künstlerkolonie Mathildenhöhe mit Hochzeitsturm, Hessisches Landesmuseum, Fossilienfundstätte Grube Messel (10 km nördlich)
- An der Bergstraße, im Ried und im Odenwald: Kloster Lorsch, Heppenheim mit Starkenburg, Zwingenberg, Erbach und Michelstadt
- In Aschaffenburg und Umgebung: Schloss Johannisburg, Pompejanum, Englischer Garten (Park Schönbusch), Schloss von Mespelbrunn, Stiftskirche und Altstadt.

Weblinks


- [http://www.pvfrm.de/ Planungsverband Ballungsraum Frankfurt / Rhein-Main]
- [http://www.region-frankfurt-rheinmain.de/ Region Frankfurt RheinMain online]
- [http://www.frankfurt-airport.de/ Frankfurter Flughafen]
- [http://www.rmv.de/ Rhein-Main-Verkehrsverbund]
- [http://www.rheinkultur.net/index2.php Veranstaltungen, Nachrichten]
- [http://www.wirtschaftsfoerderung-frankfurt.de/ Wirtschaftsförderung Frankfurt (u.a. Wirtschaftsreport)]
- [http://www.hallo-rhein-main.de/ Hallo-Rhein-Main: Nicht kommerzielles Regionalportal für die Rhein-Main-Region (Gewerbe, Gratis-Anzeigen, News, Vereinsregister)] Rhein-Main-Gebiet, Metropolregion Kategorie:Geographie (Hessen) Kategorie:Region in Hessen Kategorie:Region in Bayern Kategorie:Region in Rheinland-Pfalz Kategorie:Frankfurt am Main

Euregio Maas-Rhein

Die Euregio Maas-Rhein ist die Europaregion im Grenzraum Belgien / Deutschland / Niederlande um die Städte Aachen, Lüttich und Maastricht. Sie wurde 1978 gegründet. Im Norden grenzt sie an die Euregio Maas-Rhein-Nord.
- Französischer Name: Eurégion Meuse-Rhin.
- Niederländischer Name: Euregio Maas-Rijn.

Nachbarverwaltungseinheiten

der Euregio Maas-Rhein sind (von Norden im Uhrzeigersinn):
- Provincie Noord-Brabant (NL)
- nördliche Provincie Limburg (NL)
- Regierungsbezirk Düsseldorf (D)
- östlicher Regierungsbezirk Köln (D)
- Regierungsbezirk Koblenz (D)
- Regierungsbezirk Trier (D)
- Luxemburg
- Province de Luxembourg (B)
- Province de Namur (B)
- Provincie Brabant (B)
- Provincie Antwerpen (B)

Zusammensetzung

Die Euregio Maas-Rhein besteht aus
- dem westlichen Regierungsbezirk Köln mit der kreisfreien Stadt Aachen, dem Kreis Aachen, dem Kreis Düren, dem Kreis Euskirchen und dem Kreis Heinsberg,
- der belgischen Deutschsprachigen Gemeinschaft,
- der wallonischen Provinz Lüttich,
- der flämischen Provinz Limburg und
- der südlichen Provinz Limburg in den Niederlanden. Siehe hierzu auch Städteregion Aachen und Parkstad Limburg.

Kommunen

Städte und Gemeinden in der Euregio Maas-Rhein (Auswahl): Aachen (kreisfreie Stadt, D), Aldenhoven (Kr. Düren, D), Alsdorf (Kr. Aachen, D), Bad Münstereifel (Kr. Euskirchen, D), Brunssum (Süd-Limburg, NL), Düren (Kr. Düren, D), Echt (Süd-Limburg, NL), Erkelenz (Kr. Heinsberg, D), Eschweiler (Kr. Aachen, D), Eupen (Deutschsprachige Gemeinschaft, B), Euskirchen (Kr. Euskirchen, D), Geleen (Süd-Limburg, NL), Geilenkirchen (Kr. Heinsberg, D), Genk (Provincie Limburg, B), Gulpen (Süd-Limburg, NL), Hasselt (Provincie Limburg, B), Heerlen (Süd-Limburg, NL), Heimbach (Kr. Düren, D), Heinsberg (Kr. Heinsberg, D), Hellenthal (Kr. Euskirchen, D), Herzogenrath (Kr. Aachen, D), Hückelhoven (Kr. Heinsberg, D), Huy (Province de Liège, B), Jülich (Kr. Düren, D), Kelmis (Deutschsprachige Gemeinschaft, B), Kerkrade (Süd-Limburg, NL), Linnich (Kr. Düren, D), Lüttich (Province de Liège, B), Maaseik (Provincie Limburg, B), Maasmechelen (Provincie Limburg, B), Maastricht (Süd-Limburg, NL), Malmedy (Deutschsprachige Gemeinschaft, B), Monschau (Kr. Aachen, D), Nörvenich (Kr. Düren, D), Pepinster (Province de Liège, B), Roermond (Süd-Limburg, NL), Schleiden (Kr. Euskirchen, D), Seraing (Province de Liège, B), Soumagne (Province de Liège, B), Spa (Province de Liège, B), St. Truiden (Provincie Limburg, B), St. Vith (Deutschsprachige Gemeinschaft, B), Übach-Palenberg (Kr. Heinsberg, D), Vaals (Süd-Limburg, NL), Verviers (Province de Liège, B), Voeren (Provincie Limburg, B), Wegberg (Kr. Heinsberg, D), Welkenraedt (Province de Liège, B), Zülpich (Kr. Euskirchen, D). Kategorie:Europäische Union Kategorie:Region in Nordrhein-Westfalen

Mitteldeutschland

Als Mitteldeutschland bezeichnet man eine Region etwa in der Mitte Deutschlands. Der Begriff hat keine exakte Definition; je nach Kontext können verschiedene Gebiete gemeint sein. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist heute oft eine Region gemeint, die aus den Bundesländern Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt besteht. Der Begriff hat seine Wurzeln in der Besiedelungsgeschichte des östlichen Teils Deutschlands und der damit verknüpften Sprachgeschichte. Im engeren Sinne ist damit nur die Region Halle-Merseburg gemeint, in der seit 1990 auch die "Mitteldeutsche Zeitung" erscheint, bis 1990 hieß eine NDPD-Zeitung "Mitteldeutsche Neueste Nachrichten".

Heutiger Sprachgebrauch

Der Begriff Mitteldeutschland erfasst in seiner jetzigen Bedeutung ungefähr das zwischen Harz im Westen und Oder/Neiße im Osten sowie Fläming im Norden und Erzgebirge/Thüringer Wald im Süden gelegene Gebiet, dessen Mittelpunkt etwa in der Leipziger Tieflandsbucht liegt. Es ist geschichtlich zum größten Teil das Gebiet der ersten Phase der deutschen Ostsiedlung. Der Begriff bezeichnet unter anderem auch einen historischen Wirtschaftsraum, der im Zuge der Industrialisierung Deutschlands besondere Bedeutung gewann, und auch heute noch besitzt. Ein Beispiel wäre etwa das ländergrenzenübergreifende Industriedreieck Halle-Leipzig-Bitterfeld, bekannt durch seine ehemals intensive Braunkohle- und chemische Industrie ("Chemiedreieck") sowie den Flughafen Leipzig/Halle. Seit 2002 kooperieren die Landesregierungen von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verstärkt mit einander in der "Initiative Mitteldeutschland". Zu den wichtigen Sektoren zählen hierbei mittlerweile wieder die Automobil- und Zulieferindustrie, die schon zu ihrer Entstehungszeit eine wichtige Rolle in Sachsen und Thüringen spielte (siehe auch Auto Union) sowie der Hochtechnologiebereich mit Zentren in Jena (bspw. Jenoptik), Dresden ("Silicon Saxony") und Leipzig (Biotechnologie). Die Metropolregion Sachsendreieck liegt ebenfalls im Wirtschaftsraum Mitteldeutschland. Häufig begegnet man dem Begriff im Zusammenhang mit dem, des Rundfunks der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Mitteldeutschland findet sich auch als Namensteil vieler Unternehmen des Gebiets, in der öffentlichen Rundunkanstalt der drei Bundesländer (Mitteldeutscher Rundfunk), sowie in den Namen von Vereinen oder etwa christlicher Vereinigungen, wenn die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aus organisatorischen Gründen zusammengefasst werden.

Begriff in der Sprachforschung

In diesem Sinne bezeichnet Mitteldeutschland das Gebiet, in dem mitteldeutsche Dialekte gesprochen werden. Die Bezeichnung "mitteldeutsch" entstand im 19. Jahrhundert, als man die Dialekte im deutschsprachigen Raum untersuchte. Vorher unterschied man nur zwischen oberländischer bzw. oberdeutscher und niederländischer bzw. niederdeutscher Sprache. Bei den Dialektuntersuchungen stellte man allerdings fest, dass die Hochdeutsche Lautverschiebung, die den historisch auffälligsten Unterschied zwischen der oberländischen und der niederländischen Sprache ausmacht, in einem sehr breiten Streifen nur teilweise durchgeführt ist. Aufgrund dieser und einiger anderer Merkmale begann man daher, den "Streifen", der am Rhein sehr viel breiter ist als im Osten, als Übergangsgebiet zwischen dem Oberdeutschen und dem Niederdeutschen zu begreifen. Das mitteldeutsche Sprachgebiet stellt somit das Gebiet der rheinfränkisch-hessischen sowie der ostmitteldeutschen Dialekte dar und reicht im Süden vom Elsass entlang der Mainlinie bis ins Erzgebirge und im Norden von Aachen über Nordhessen bis ins südliche Brandenburg. Dies steht in weitgehender Übereinstimmung mit der Besiedelung und Urbanisierung des mitteldeutschen Raums während des Mittelalters, die vor allem aus den mittelrheinischen und niedersächsischen Gebieten erfolgte. Die ostmitteldeutschen Dialekte (nördlich des Thüringer Waldes, östlich der Werra und südlich der Benrather Linie, also in dem heute als "Mitteldeutschland" bezeichneten Gebiet) sind dem Neuhochdeutschen von allen deutschen Dialekten am nächsten, wie der Sprachforscher Theodor Frings bewiesen hat. Die Sprache im Gebiet zwischen Erfurt, Hof, Dessau und Dresden stimmen in vielen Merkmalen mit dem Neuhochdeutschen überein, z.B. im Wortschatz, da die neuhochdeutsche Schriftsprache sehr stark auf Martin Luthers Bibelübersetzung zurück geht, der die Sprache der Staatsbeamten des Kurfürstentums Meißen-Wettin als Vorbild für die hochdeutsche Schreibung und Aussprache ansah und nutzte ("Ich rede nach der sächsischen Kanzlei"). Diese war allerdings eine überregionale Ausgleichssprache und nicht identisch mit den gesprochenen Dialekten dieser Region.

Topografischer Begriff

Unter Mitteldeutschland wird das durch Erzgebirge, Thüringer Wald, Harz und Elbe umgrenzte Gebiet verstanden. Das Kerngebiet Mitteldeutschlands bildet die Leipziger Tieflandsbucht.

Zusammenhänge mit der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg

In der Konferenz von Jalta wurde beschlossen, den Osten Deutschlands staatlich vom Rest Deutschlands abzutrennen und - je nach Sichtweise - Polen und der Sowjetunion anzugliedern bzw. unter polnische und sowjetische Verwaltung zu stellen, bis die endgültigen Grenzen durch einen Friedensvertrag geregelt sind. Das restliche Deutschland wurde in vier Besatzungszonen eingeteilt. Als sich in den ersten Nachkriegsjahren langsam zeigte, dass die drei Westzonen immer mehr in den Gegensatz zur sowjetisch besetzten Zone rückten, wurde auch der geografische Begriff "Mitteldeutschland" nicht mehr nur wie bisher als Mitte Deutschlands in Nord-Süd-Richtung gebraucht, sondern auch als Bezeichnung zur Sowjetzone, im Gegensatz zu Westdeutschland für die Westzonen und Ostdeutschland für die abgetrennten Ostgebiete des Deutschen Reichs. Der Gebrauch des Wortes wurde beginnend mit den Grundlagenverträgen und spätestens mit dem Zwei-plus-vier-Vertrag unüblich und durch Ostdeutschland bzw. DDR ersetzt. Ostdeutschland bezeichnete jedoch bis in die 1970er Jahre die nach dem Zweiten Weltkrieg zum größten Teil abgetretenen Gebiete Pommerns, Ostpreußens und Schlesiens. Diese begriffliche Unschärfe besteht fort. Nach einer zunächst ablehnenden Haltung großer Teile der Bevölkerung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist in den letzten Jahren eine verstärkte Benutzung des Begriffs zu verzeichnen, der auch auf das Bemühen der Landesregierungen und Unternehmen oder dem MDR zurückgeht, diesen Begriff vorwiegend zu verwenden. Gründe liegen auch darin, dass der Wunsch besteht, sich innerhalb der neuen Bundesländer voneinander abzugrenzen. Insbesondere die wirtschaftsstärkeren südlichen Länder Sachsen und Thüringen wünschen sich eine solche Abgrenzung gegenüber den wirtschaftsschwächeren nördlichen Ländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Es gibt auch Stimmen, die davor warnen, das bisherige Mitteldeutschland einfach als Ostdeutschland zu bezeichnen, da so ein beträchtlicher kultureller und geschichtlicher Teil Deutschlands einfach negiert würde. Andererseits wird der Begriff Mitteldeutschland auch von revanchistischen Kräften benutzt, um die territorialen Realitäten abzuerkennen, wie der nächste Absatz beschreibt:

Verwendung durch Vertriebenverbände et al.

Die Vertriebenenverbände und die Regierung der Bundesrepublik Deutschland (einschl. großer Teile der Bevölkerung) erkannten die auf der Konferenz von Jalta beschlossene Grenzverschiebung zunächst nicht an. So wurde die Bezeichnung Ostdeutschland für diese Gebiete weiter benutzt. Gleichzeitig war der Rest des ehemaligen Reichsgebietes nach 1949 auf zwei Staatswesen verteilt. Da man die Bezeichnung Ostdeutschland weiterhin für östlich der DDR gelegene Gebiete verwenden wollte und die offizielle Staatsbezeichnung DDR des östlicheren Staates im Westen aus Gründen des Alleinvertretungsanspruchs (Hallstein-Doktrin) und der Ein-Staaten-Theorie vermieden werden sollte, verwendete man die Bezeichnung Mitteldeutschland für das gesamte Gebiet der DDR. In konservativen und revisionistischen Kreisen wird dieser Begriff häufig benutzt, um zu betonen, dass nach deren Meinung auch die östlich davon gelegenen Gebiete des ehemaligen Deutschen Reichs noch zu Deutschland gehören.

Literaturhinweise


- Jürgen John: "Deutschlands Mitte". Konturen eines Forschungsprojektes. Mitten und Grenzen 2003, S. 108-144.
- Jürgen John (Hrsg.): "Mitteldeutschland". Begriff - Geschichte - Konstrukt. Rudolstadt u.a. Hain-Verl., 2001. ISBN 3-89807-023-9. Hierzu [http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/ZG-2002-006 Rezension von Peter Hübner] in H-Soz-u-Kult, 18.01.2002].
- Jürgen John: "Mitteldeutschland"-Bilder. In: Geschichte Mitteldeutschlands. Das Begleitbuch zur Fernsehserie. Halle an der Saale : Stekovics, 2000, ISBN 3-932863-90-9.

Siehe auch


- Ostdeutschland, Westdeutschland, Norddeutschland, Süddeutschland
- Märzkämpfe in Mitteldeutschland
- Mitteldeutscher Rundfunk
- Mitteldeutscher Verlag

Weblinks


- [http://www.mittel-de.de Informationsquelle über Mitteldeutschland]
- [http://www.mdr.de Mitteldeutscher Rundfunk]
- [http://www.ekmd-online.de/portal Förderation Evang. Kirchen in Mitteldeutschland]
- [http://new.heimat.de/home/mittel-de Länderserver für Kunst, Kultur und Bildung]
- [http://www.sachsen-anhalt.de/rcs/LSA/pub/Ch2/fld3od0g0so0a/pgkjnc8ptgqp/index.jsp Initiative Mitteldeutschland der Landesregierungen]
- [http://www.mitteldeutschland.com Initiative zur Förderung des Regionenmarketings für Mitteldeutschland]
- [http://www2.uni-jena.de/philosophie/histinst/Deutschlands_Mitte/start.htm "Deutschlands Mitte". Konstruktionsprozesse und Sinnstiftungskonzepte intellektueller Regionaleliten im 20. Jahrhundert]

Regionale Küche

Als Regionalküche oder Regionale Küche werden die Essgewohnheiten der Bevölkerung bezeichnet, die in einer Landschaft oder Region vorherrschen. Jede Landschaft produziert besondere Früchte, jede Kultur hat ihre eigenen Traditionen hervorgebracht, durch Handel und Reisen, durch Migration und Heirat werden die Landesfrüchte, Leute und ihre Gepflogenheiten immer wieder neu durchmischt, es entstehen regionale Küchen, die wir auf unseren Reisen oft besonders zu schätzen lernen. Fast jede Region und jedes Land, manchmal sogar einzelne Städte (Wien), haben ihre besonderen Eigenarten auch in ihrer Küche zum Ausdruck gebracht: In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind folgende regionale Küchen aus anderen Teilen Europas und der Welt beliebt:
- italienische Küche
- französische Küche
- Mittelmeerküche
- japanische Küche
- chinesische Küche
- indische Küche
- Balkanküche
- nordafrikanische Küche Kategorie:Landesküche

Regionalökonomie

Die Regionalökonomie (auch Regionalwirtschaft) ist eine Spezialdisziplin der Volkswirtschaftslehre und der Regionalwissenschaft. Sie beschäftigt sich mit den wirtschaftlichen Zusammenhängen in Regionen und stellt somit das volkswirtschaftliche Gegenstück zur Außenwirtschaft dar. Die ökonomisch nächstkleinere Untersuchungsebene bildet die Stadtökonomie. Die Regionalökonomie befasst sich mit makroökonomischen und mikroökonomischen Aspekten. Benachbarte wissenschaftliche Gebiete sind u. a. Umweltökonomie, Verkehrsökonomie und Raumordnung.

Regionale Makroökomomie

Die regionale Makroökonomie befasst sich mit der Stabilität und dem Wachstum von Regionen. Wichtige Aspekte dabei sind regionale Konjunkturzyklen, regionale Agglomeration und regionale Disparitäten - d. h. also die Frage, wieso manche Regionen wohlhabender sind als andere. Für die Regionalpolitik ist es daher makroökonomisch insbesondere von Bedeutung, inwiefern regionale Disparitäten beseitigt werden können. Typische Methoden dazu sind Finanzausgleichs-Konzepte wie etwa der deutsche Länderfinanzausgleich. Aber auch die Europäische Union versucht - insbesondere mit Hilfe der Strukturfonds - die regionalen Unterschiede in der EU zu beseitigen.

Regionale Mikroökonomie

Die Mikroökonomie untersucht auf regionaler Ebene insbesondere Standortentscheidungen sowie regionale Marktunvollkommenheiten. Standortentscheidungen werden dabei v. a. beeinflusst durch regionale Wettbewerbsvorteile wie Infrastruktur, Steuerrecht oder Bildung.

Bedeutung der Regionalökonomie

Die Regionalökonomie findet in der Öffentlichkeit weit weniger Beachtung als außenwirtschaftliche Phänomene wie z. B. die Europäische Integration oder die Globalisierung. Dennoch hat die Wissenschaft sowohl politisch als auch ökonomisch an Bedeutung gewonnen, da nach Ansicht verschiedener Ökonomen die Übertragung (wirtschafts-)politischer Befugnisse auf eine supranationale Ebene (beispielsweise UNO, WTO oder EU) eine funktionsfähige regionale (Wirtschafts-)Politik weit bedeutsamer macht. Diese zunehmende Bedeutung der Regionalökonomie zeigt sich beispielsweise am aktuellen wirtschaftlichen Schlagwort Cluster (Wirtschaft), das über die Förderung von Technologie- und Gründerzentren auch Eingang in die Wirtschaftspolitik gefunden hat und das traditionelle Gießkannenprinzip in weiten Bereichen abgelöst hat. Stark beeinflusst wurde die moderne Clustertheorie vom US-amerikanischen Ökonomen Michael E. Porter.

Weblinks


- [http://www.isvw.hs-bremen.de/view.php?name=ier_index Institut für Europäische Regionalökonomie (IER) an der Hochschule Bremen]
- [http://www.regionale-strukturforschung.de/ Gesellschaft zur Förderung der regionalen und urbanen Strukturforschung]
- [http://www.bbr.bund.de/ Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung]
- [http://www.tu-berlin.de/fb7/isr/ Institut für Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin] Kategorie:Volkswirtschaftslehre

Gegend

Der Ausdruck Gegend (von mittelhochdeutsch: gegende, gegenote) bezeichnet das, was dem Betrachter als Fläche oder auch Raum „zugegen“ ist.

Herkunft

Der Begriff leitet sich von „gegen“ ab und ist als Lehnwort aus lateinisch contra (contrata regio „das gegenüberliegende Gebiet“) in die deutsche Sprache gewandert. Die lateinische Wurzel besteht weiter in Sprachen wie italienisch: (contrada Gegend) oder im französisch: (contrée Landschaft), daraus abgeleitet englisch: Country.

Bedeutung

Der Ausdruck Gegend konstituiert sprachlich den Raum. Eine Analogie bietet die Kategorie Objekt („das gegenüber, hinüber Geworfene“) gegenüber dem Subjekt. Das Subjekt konstituiert im Sachbereich das Objekt als Dingkategorie; im Raumbereich die über den Ort hinaus weisende Gegend. Anders als in zahlreichen ähnlichen Begriffen ist dem Wort Gegend die Fremdheit eigen. Bestimmte Begriffe (unten gekennzeichnet) erstrecken ihre Bedeutung über spezifisch geobezogene Größen hinaus, andere nicht. So kann z. B. „Gegend“ eine Gruppe von Menschen („die ganze Gegend befand sich auf den Beinen“) oder ein Stadtviertel meinen („er macht die ganze Gegend unsicher“), aber auch eine Körperregion. Heute finden sich in der Sprache zahlreiche Überschneidungen mit ähnlichen Bezeichnungen.

Weitere Begriffe

Andere Bezeichnungen für eine Gegend leiten sich ab aus #Abgrenzungen #
- Marke, Gemarkung: das Abgegrenzte. (speziell) #Bewirtschaftungsweisen #
- Acker, (noch heute ackern). (speziell) #
- Trift, (treiben). (speziell) #der Erd- bzw. Geländebeschaffenheit #
- Areal verwandt mit arid, irden, trocken. (allgemein) #
- Feld, verwandt mit flach, plan, Plaster. (allgemein) #
- Land, Landschaft. (speziell) #
- terra lateinisch Erdbereich: Territorium, Terrain. (speziell) #politischen Herrschaftstrukturen #
- Gebiet von gebieten. (allgemein) #
- Region einem Regenten (rex lateinisch: „König“) unterstehend. (allgemein) #
- Reich (keltisch), einem König unterstehend. (allgemein) #menschlichen Aktionen #
- recken, strecken, reichen: Bereich. (allgemein) #
- sprechen: Kirchspiel. (speziell) #
- sehen: Bistum. (speziell) #
- geben, greifen: Umgebung. (allgemein) #der Mathematik #
- Viertel #der Geometrie #
- Kreis, Bezirk, Ecke („Eck“), Winkel #einer sonstigen Metaphorik #
- Zone (griechisch „Gürtel“) Kategorie:Geographischer Begriff

Landschaft

Unter dem Begriff Landschaft versteht man im heutigen Sprachgebrauch ein geographisches oder natürliches Gebiet, ein Ausschnitt der Erdoberfläche, der sich durch gemeinsame Merkmale, sein Erscheinungsbild und sein besonderes Gepräge von anderen Landschaften mehr oder minder deutlich abgrenzt. (siehe auch Kulturlandschaft) Einige charakterisierende Beispiele von Landschaften (besser: Landschaftstypen oder Landschaftsformen) sind:
- Küstenlandschaft
- Seenlandschaft
- Hügellandschaft
- Mittelgebirgslandschaft
- Berglandschaft
- Wüstenlandschaft
- Salzsteppenlandschaft Die Naturlandschaft oder "natürliche Landschaft" ist ein von Menschenhand noch nicht, oder nur unwesentlich veränderter Naturraum. Die Kulturlandschaft hingegen ist eine vom Menschen für seine Zwecke durch Landwirtschaft, Viehzucht, Gartenbau, Anlegen von Parkanlagen, Verkehrswegen und Siedlungen gestaltete Landschaft. Der Begriff der Kulturlandschaft geht bis zur Stadtlandschaft und Industrielandschaft. Anzumerken ist, dass für Kulturlandschaften besser der Begriff Region Anwendung finden sollte. Am Beispiel Rhein-Main und Rhein-Neckar, wo gemeinsame geschichtliche, kulturelle und wirtschaftliche Aspekte die naturräumliche Gliederung u. a. in Rheintal, in Maintal und Neckartal sich weitestgehend überdecken und dieses Gebiet sich zudem noch auf mehrere Bundesländer erstreckt, wird deutlich, dass der Begriff in "Region" diesem Zusammenhang geeigneter erscheint. Landschaften können Eigennamen, so genannte Toponyme tragen wie zum Beispiel Harz. Gleichzeitig ist aber der Harz ein Mittelgebirge oder wissenschaftlich typisierend - eine Mittelgebirgs- oder Berglandschaft. Genauso gut kann man den Harz unter Waldlandschaft einordnen. In den Beispielen Glogau-Baruther-Urstromtal, Nördlicher Landrücken oder Saarmunder Endmoränenbogen finden wir wissenschaftlich, vor allem durch die Geologie geprägte Begriffe, die im allgemeinen Sprachgebrauch kaum Verwendung finden. Gleichwohl gilt dies für allgemein-geografische Karten hinsichtlich der Beschriftung. Dennoch aber spielen diese, weil sie typische Naturräume mit gemeinsamen Merkmalen benennen, eine Rolle. Sowohl für das Glogau-Baruther-Urstromtal als auch den Nördlichen Landrücken gibt es quasi "Untermengen", die durchaus allgemeine Gültigkeit und Bekanntheit vorweisen können (Baruther Urstromtal, Spreewald für ersteres; Feldberger Seenlandschaft für das zweite Beispiel). Dazu kommt erschwerend, dass natürliche Landschaftsgrenzen in der Natur kaum zu finden sind. Den Landschaftsbegriff noch diffuser gestaltend wirkt sich die Tatsache aus, dass von Großlandschaften und Kleinlandschaften in der wissenschaftlichen Literatur die Rede ist. Die Wissenschaft versucht ebenfalls, Landschaften in einer Art Staffelung zu klassifizieren. In kleineren Landschaftsräumen wie z. B. Kaiserstuhl besteht hinsichtlich seiner Lage und seiner Begrenzung weitgehend Einigkeit. Problematischer wird es bei größeren Landschaftsräumen. Was alles umfasst Mitteldeutschland oder Mitteleuropa? Eine Art Taxonomie, wie in der Biologie üblich, ist unbefriedigend und bleibt unvollständig, gelingt nur teilweise, da Landschaften über zu viele natürliche und kulturelle Merkmale in der Gesamtheit verfügen. Damit wird ein Problem deutlich, dass in der deutschsprachigen Wissenschaft der Geographie ab den 1950er Jahren der Begriff der Landschaft einer weitreichenden Diskussion unterzogen wurde. Diese Diskussion zeigt bis in die heutige Zeit ihre Auswirkungen. Um den Raumbegriff insgesamt näher zu spezifizieren, konnte dem Begriff Landschaft schließlich keine befriedigende, eindeutige Definition zugeordnet werden. ---- Siehe auch:
- Landschaftspflege, Landschaftsschutzgebiet, Gelände, Natur, Naturschutz, Toponym
- Liste der Landschaften in Bayern
- Landschaften in Baden-Württemberg
- Liste der Landschaften in Brandenburg
- Liste der Landschaften in Nordrhein-Westfalen
- Liste der Landschaften in Rheinland-Pfalz
- Liste der Landschaften in Sachsen

Literatur


- Hansjörg Küster: Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa. München 1999, ISBN 3-406-45357-0

Weblinks

Kategorie:Physische Geographie Kategorie:Humangeographie ! Kategorie:Topografie ja:景観

Deutschland

Deutschland (die Langform der amtlichen Staatsbezeichnung lautet Bundesrepublik Deutschland) ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Im Norden bilden die Nordsee und die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen. Bundeshauptstadt und Regierungssitz ist Berlin; einige Bundesministerien befinden sich in der Bundesstadt Bonn, dem ehemaligen Regierungssitz. Das politische System ist föderal und als parlamentarische Demokratie organisiert: Nach Artikel 20 des Grundgesetzes versteht sich Deutschland als demokratischer und sozialer Bundesstaat und Rechtsstaat. Dieser Bundesstaat besteht aus 16 teilsouveränen Bundesländern. Deutschland ist mit über 82 Mio. Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Europas. Die Bundesrepublik Deutschland ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der NATO und der G8. Viele Links zu Artikeln mit Deutschlandbezug finden sich im Portal Deutschland.

Geografie

Lage

Deutschland liegt in Mitteleuropa zwischen 47°16′15″ und 55°05′33″ nördlicher Breite und 5°52′01″ und 15°02′37″ östlicher Länge. Die Nord-Süd-Ausdehnung reicht von List auf Sylt (Schleswig-Holstein) bis Oberstdorf (Bayern) und beträgt 876 km; die West-Ost-Ausdehnung zwischen der Gemeinde Selfkant (NRW) und Deschka (Sachsen) beträgt 640 km. Nachfolgend sind die an Deutschland angrenzenden Staaten und Meere im Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge (insgesamt 3.757 km lang) ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben. Im Norden grenzt Deutschland an Dänemark (67 km), im Nordosten an Polen (442 km), im Osten an Tschechien (811 km), im Südosten an Österreich (815; ohne Grenze im Bodensee), im Süden an die Schweiz (316 km; mit Grenzen der Exklave Büsingen, aber ohne Grenze im Bodensee), im Südwesten an Frankreich (448 km), im Westen an Luxemburg (135 km) und Belgien (156 km) und im Nordwesten an die Niederlande (567 km). Während im Nordwesten die Küsten der Nordsee und im Nordosten die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen bilden, hat Deutschland im Süden Anteil an den Alpen.

Exklaven

Eine Exklave Deutschlands ist das am Hochrhein gelegene Büsingen, das zum Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg gehört. Sie ist 7,62 km² groß und gänzlich von den drei Schweizer Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich umgeben. Daneben existiert eine zweite Exklave auf irischem Territorium, unweit von Dublin. Es handelt sich um einen Friedhof, auf dem während des Zweiten Weltkrieg gefallene deutsche Soldaten beerdigt wurden. Um nach dem Krieg eine kostspielige und aufwändige Überführung der Leichen zu vermeiden, wurde das Gebiet an die Bundesrepublik Deutschland übergeben.

Mittelpunkt Deutschlands

Der geographische Mittelpunkt Deutschlands liegt laut dem Statistischen Jahrbuch Deutschland (Stand: 2000) in der Gemeinde Niederdorla im westlichen Thür