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ReiseDer Begriff Reise (v. althochdeutsch: risan aufstehen, sich erheben) bedeutet im Sinne der Verkehrswirtschaft die Ortsveränderung einer oder mehrerer Personen mit öffentlichen oder nicht öffentlichen Verkehrsmitteln außerhalb des Wirtschaftsverkehrs; im fremdenverkehrswirtschaftlichen Sinne die Bezeichnung für den Fremdenverkehrsvorgang als Summe der beiden Phasen "Ortsveränderung" (Fahrt) und Aufenthalt.
Der Ruf "Reise, Reise!" war auf Segelschiffen das Signal zum Aufstehen für die Matrosen (siehe auch das Musikalbum Reise, Reise).
In der Reise liegt die Möglichkeit besondere Erfahrungen zu machen: Sich abzusetzen von der Realität einerseits, andererseits die Erlangung und Gestaltung neuer Räume und Welten.
Auf Reisen kann man sich mit Reiseliteratur vorbereiten, die meist von "weitgereisten" Autoren verfasst worden ist.
Allgemeine Unterscheidungen
Reiseliteratur]
- Pilgerreisen und Wallfahrten
- Missionsreisen
- Expeditionen (Forschungsreisen)
- Bildungsreisen, Studienreisen
- Urlaubsreisen, u.a. Pauschalreisen, Abenteuerreisen
- Gesundheitsreisen, Wellnessreisen
- Geschäftsreisen
- Weltreisen
- Kreuzfahrten
- Sport-/Abenteuerreisen
- Sprachreisen
Unterscheidung nach dem benutzten Gefährt
- Wanderung
- Gebirgsreise
- Skiwanderung
- Ritt
- Schiffsreise (Seereise)
- Floßfahrt
- Segeltörn
- Kreuzfahrt
- Bahnreise
- Ideenreisen
- Fahrradwanderung
- Autoreise, Autostopp
- Motorradreise
- Flugreise
Unterscheidung nach Anzahl der Mitreisenden
- Alleinreise
- Einhandsegeln
- Hochzeitsreise
- Gruppenreise
- Karawane
Berühmte Reisende
- Giuseppe Acerbi
- Aeneas
- John Bunyan
- James Cook
- Gulliver
- Alexander von Humboldt
- Christoph Kolumbus
- Ferdinand Magellan
- Mao Zedong auf seinem 'langen Marsch'
- Marco Polo
- Ibn Battuta
- Odysseus
- Pilgerväter
- Sindbad der Seefahrer
- Mahatma Gandhi mit seinem Salzmarsch
- Bruce Chatwin
Zitat
- Um in einer fremdartigen Stadt vertraut zu werden, braucht man einen abgeschlossenen Raum, auf den man ein gewisses Anrecht hat und in dem man allein sein kann, wenn die Verwirrung der neuen und unverständlichen Stimmen zu groß wird. – Elias Canetti (Die Stimmen von Marrakesch)
Siehe auch
- Entdeckungsgeschichte, Portal:Tourismus und Sehenswürdigkeiten, Tourismus, Reisebüro, Reiseveranstalter, Länder, Kontinente, Suche Ort, Abenteuer, Mitfahrzentrale, Reisebericht, Reisefotografie, Reiserecht, Reiseverwaltung, Reiseführer, Fahrt, Personenverkehr, Wikitravel
Weblinks
- [http://www.wikitravel.org/de/Hauptseite Wikitravel]
Kategorie:Reise
Kategorie:Entdeckungsgeschichte
Althochdeutsche SpracheAls Althochdeutsch (Ahd.) bezeichnet man die älteste schriftlich bezeugte Form der deutschen Sprache in der Zeit etwa von 750 bis 1050.
1050
Das Althochdeutsche ist keine einheitliche Sprache, wie der Begriff suggeriert, sondern die Bezeichnung für eine Gruppe von westgermanischen Dialekten, die südlich der so genannten „Benrather Linie“ (die von Düsseldorf-Benrath ungefähr in west-östlicher Richtung verläuft) gesprochen wurden. Diese Dialekte unterscheiden sich von den anderen westgermanischen Sprachen oder Dialekten durch die Durchführung der Zweiten (oder Hochdeutschen) Lautverschiebung. Die Dialekte nördlich der „Benrather Linie“, das heißt, im Bereich der norddeutschen Tiefebene und im Gebiet der heutigen Niederlande, haben die Zweite Lautverschiebung nicht durchgeführt. Diese Dialekte werden zur Unterscheidung vom Althochdeutschen unter der Bezeichnung Altsächsisch (seltener: Altniederdeutsch) zusammengefasst. Aus dem Altsächsischen hat sich das Mittel- und Neuniederdeutsche entwickelt.
Da das Althochdeutsche eine Gruppe nahe verwandter Dialekte war, gab es im frühen Mittelalter auch keine einheitliche Schriftsprache; die überlieferten Textzeugnisse lassen sich den einzelnen Dialekten zuweisen, so dass man oft treffender von Altfränkisch, Altbairisch, Altalemannisch etc. spricht.
Die althochdeutsche Überlieferung besteht zu einem großen Teil aus geistlichen Texten (Gebeten, Taufgelöbnissen, Bibelübersetzung); nur vereinzelt finden sich weltliche Dichtungen (Hildebrandslied) oder sonstige Sprachzeugnisse (Inschriften, Zaubersprüche).
Charakteristisch für die althochdeutsche Sprache sind die noch vokalisch volltönenden Endungen (vgl. Latein), zum Beispiel:
Im Zusammenhang mit der politischen Situation ging im 10. Jahrhundert die Schriftlichkeit im Allgemeinen und die Produktion deutschsprachiger Texte im Besonderen zurück; eine Neueinsetzung einer deutschsprachigen Schriftlichkeit und Literatur ist ab etwa 1050 zu beobachten. Da sich die schriftliche Überlieferung des 11. Jahrhunderts in lautlicher Hinsicht deutlich von der älteren Überlieferung unterscheidet, bezeichnet man die Sprache ab etwa 1050 als Mittelhochdeutsch.
Literatur
- Rolf Bergmann u. a. (Hrsg.): Althochdeutsch
# Grammatik. Glossen. Texte. Winter, Heidelberg 1987, ISBN 3-533-03877-7
# Wörter und Namen. Forschungsgeschichte. Winter, Heidelberg 1987, ISBN 3-533-03940-4
- Wilhelm Braune: Althochdeutsche Grammatik. Niemeyer, Tübingen 2004, ISBN 3-484-10861-4
- Rudolf Schützeichel: Althochdeutsches Wörterbuch.Niemeyer, Tübingen 1995, ISBN 3-484-10636-0
- Stefan Sonderegger: Althochdeutsche Sprache und Literatur: eine Einführung in das älteste Deutsch. Darstellung und Grammatik. de Gruyter, Berlin (u. a.) 1987, ISBN 3-11-004559-1
Siehe auch
Deutsche Sprachgeschichte, althochdeutsche Literatur
Weblinks
- [http://www.cis.uni-muenchen.de/ahdeutsch/haupt.html www.cis.uni-muenchen.de/ahdeutsch/haupt.html] – Althochdeutsches Wörterbuch des 8. Jahrhunderts
- [http://www.koeblergerhard.de/germanistischewoerterbuecher/althochdeutscheswoerterbuch/nhd-ahd.pdf Neuhochdeutsch-althochdeutsches Wörterbuch] – im PDF-Format
Kategorie:Deutsche Sprache
Kategorie:Sprachstufe
Öffentlicher VerkehrAls Öffentlichen Verkehr (ÖV) bezeichnet man Mobilitäts- und Verkehrsdienstleistungen aus dem Verkehrswesen, die für jeden Nutzer in einer Volkswirtschaft bzw. in der Bevölkerung zugänglich sind, insbesondere die Leistungen des öffentlichen Gütertransports, der öffentlichen Personenbeförderung sowie Leistungen öffentlich zugänglicher Post- und Telekommunikationsdienste. Die Merkmale des ÖV sind allgemeine Zugänglichkeit für jeden Nutzer (Beförderungs- bzw. Transportpflicht), Ausführung durch spezielle (evtl. konzessionierte) Verkehrsunternehmen sowie die Fixierung von Beförderungsbedingungen bzw. -vorschriften und Preisen in veröffentlichten Rechtsnormen (Fahrplan- und Tarifpflicht). Damit weist der ÖV Merkmale von Offenen Systemen auf.
Die Träger des öffentlichen Verkehrs können öffentliche oder private Verkehrsunternehmen sein, die für "ihre" Verkehrsaufgaben besonders spezialisiert sein können (vgl. Verkehrszweige), so z. B. der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV).
Besonderheit: Auch der öffentlich zugängliche Straßenverkehrsraum kann i. w. S. als Bestandteil des offenen Verkehrssystems aufgefasst werden, auch wenn dieser öffentliche Verkehrsraum u.a. für die Umsetzung nicht öffentlicher Mobilitätsbedürfnisse in Form des Motorisierten Individualverkehrs (private Personenbeförderung) bzw. des Werkverkehrs/ Innerbetrieblichen Transports (privater Wirtschaftsverkehr, Gütertransport) genutzt wird und gegenwärtig keine Tarife für die Nutzung dieses Systems erhoben werden.
Siehe auch
- Verkehr
- Verkehrsträger
- Verkehrsökologie
- Verkehrsingenieurwesen
- Verkehrswissenschaften
- Hochschule für Verkehrswesen
Weblinks
- [http://www.vkw.tu-dresden.de/ Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List"]
- [http://www.hfv-dd.de/ Traditionsseiten für die Fachschaft Verkehrswissenschaften Dresden]
Oeffentlicher Verkehr
Oeffentlicher Verkehr
Oeffentlicher Verkehr
Oeffentlicher Verkehr
Oeffentlicher Verkehr
Oeffentlicher Verkehr
Oeffentlicher Verkehr
Oeffentlicher Verkehr
Oeffentlicher Verkehr
Oeffentlicher Verkehr
WirtschaftsverkehrMit Wirtschaftsverkehr werden die Ortsveränderungsprozesse von Gütern, Personen und Nachrichten bezeichnet, die im Rahmen der Produktion von Gütern (z. B. Waren, Dienstleistungen) bzw. zur Versorgung von Wirtschaftseinheiten (Industrie, (Bau-) Gewerbe, Handel) stattfinden. Einzelne Bereiche des Gütertransports und des Personenverkehrs zählen zum W., z. B. der Innerbetriebliche Transport, Dienstreisen oder Fahrten von Dienstleistern (z. B. mobiles Pflegepersonal) von einer Einsatzstelle zur nächsten ggf. mit Material zur Leistungserstellung. Besonders im Rahmen der urbanen Verkehrsplanung spielt der Umfang des Wirtschaftsverkehrs eine zunehmende Rolle. Bereiche sind:
- Gütertransport, v. a. Innerbetrieblicher Transport
- Service- und Dienstleistungsverkehr
- Geschäfts- und Dienstverkehr
- Verkehr der Schutz- und Hilfsdienste
Siehe auch
- Verkehrswesen
- Verkehrswirtschaft
Kategorie:Verkehr
Kategorie:Transport & Verkehr
Kategorie:Güterverkehr
Kategorie:Logistik
FahrtDer Ausdruck Fahrt (=das Fahren) bezeichnet:
# allg. Bezeichnung für den Bewegungsvorgang und den -zustand fahrfähiger Objekte (Land-, Luft- und Wasser-Fahrzeuge);
# im Verkehrswesen die Kategorisierung nach typischem Fahrzeug oder Medium, z. B. Luftfahrt, Raumfahrt, Seefahrt, Dampfschifffahrt u.a.
# insbes. im Verkehrsingenieurwesen den Betriebsstatus von Verkehrsmitten, z. B. Leerfahrt, Nutzfahrt, Rangierfahrt;
# Begriff im Personenverkehr für die Ortsveränderung einer Person vom Startort zum Zielort ggf. über mehre Streckenabschnitte bzw. Einzelfahrten (vgl. auch Reise);
# in der Bergmannssprache
## den Ein- und Ausstieg sowie andere Fortbewegungen der Bergleute: Fahrt (Bergbau);
## eine Leiter: Fahrt (Bergbau);
# in der Luftfahrt die mit dem Fahrtmesser gemessene Fluggeschwindigkeit;
# in der Schifffahrt
## die Geschwindigkeit des Schiffes durch das Wasser (FdW) oder über Grund (FüG);
## derjenige Bestandteil einer Schiffsreise, in dem sich das Schiff in Bewegung befindet, also nicht im Hafen, vor Anker oder auf Reede;
## in der Seemannssprache den Fahrtbereich eines Schiffes (z. B. Ostindienfahrer);
# bei der Bündischen Jugend bezeichnen das bewusste Unterwegssein in der Natur, siehe Fahrt (Jugendbewegung).
Kategorie:Transport & Verkehr
Segelschiff
Ein Segelschiff ist ein Schiff, das ganz oder vornehmlich aufgrund seiner Segel durch die Kraft des Windes bewegt wird. Segelschiffe waren seit dem Altertum bis zum 19. Jahrhundert die wichtigsten Verkehrsmittel für den Transport von Gütern und Personen über längere Distanzen. Sie wurden seit dem 19. Jahrhundert durch Dampfschiffe und Motorschiffe abgelöst. Bis in das 19. Jahrhundert hinein waren auch die meisten Kriegsschiffe Segelschiffe. Kleine Segelschiffe werden als Segelboot bezeichnet.
Aufbau und Klassifizierung
Segelschiffe haben mindestens einen Mast und mindestens ein Segel. Man unterscheidet zwei Arten von Segeln:
- Rahsegel, die an einer Rahe hängen und quer zur Fahrtrichtung orientiert sind,
- und Schratsegel, die in Richtung der Schiffslängsachse gesetzt werden. Zu den letztern gehören auch:
- Hochsegel, dreieckiges Segel, das hinter oder am Mast gefahren wird und dessen untere Kante von einem Baum aufgespannt wird.
- Gaffelsegel, die viereckig sind und sich zwischen Gaffel (oben) und Baum (unten) befinden.
- Lateinersegel, dreieckige Segel, deren Rahe vornehmlich längs zur Fahrtrichtung ausgerichtet ist, schräg am Mast hängt und sich mit einem Teil vor dem Mast befindet.
- Luggersegel, die zwischen Gaffelsegel und Lateinersegel anzuordnen sind.
- Sprietsegel, viereckige Segel, die mit einer Stange (Spriet) von der vorderen unteren Ecke am Mast zur hinteren oberen Ecke aufgespannt werden. Diese Segel werden meist ohne Baum gefahren.
- Krebsscherensegel
- Spreizgaffelsegel
- Stagsegel
Historische Entwicklung
Die Entwicklung der Segelschiffe begann vermutlich in Ägypten. Segelboote sind uns das erste Fortbewegungsmittel im Wasser. Vornehmlich für die Fahrt auf dem Nil, aber auch für Fahrten über das Mittelmeer und das Rote Meer wurden Schiffe mit einem Mast und einem großen Rahsegel eingesetzt. Das Segel war bereits drehbar gelagert, so dass die Schiffe auch bei seitlichem Wind segeln konnten.
Die Phönizier und Griechen entwickelten ab ca. 1000 v. Chr. zwei Grundtypen von seegängigen Segelschiffen:
- das Lastschiff mit geräumigem Rumpf und einem Mast sowie einem großen Rahsegel, das ausschließlich gesegelt wurde, und
- die Galeere, die für die Marschfahrt einen Mast mit einem mittelgroßen Rahsegel hatte, während des Kampfes und bei Flaute aber mit Riemen gerudert wurde.
Insbesondere mit den Lastschiffen wurden bereits weite Reisen durchgeführt. So segelte der Karthager Hanno um 600 v. Chr. entlang der Westküste Afrikas bis zum Äquator. Der Grieche Pytheas aus Massilia, dem heutigen Marseille, umsegelte die britischen Inseln und kam vermutlich auch nach Helgoland. Die Römer nahmen diese Schiffstypen auf und entwickelten sie weiter. Die Lastschiffe erhielten einen Bugspriet, an dem ebenfalls ein Rahsegel hing.
In Mittel- und Nordeuropa wurden Langschiffe entwickelt, die zunächst gerudert wurden. Bereits die Sachsen und Angeln, die als Angelsachsen gegen Ende des römischen Reiches über die Nordsee nach England auswanderten, hatten die Langschiffe mit einem Mast und einem Rahsegel besegelt.
Die Wikinger entwickelten diesen Schiffstyp zur Perfektion weiter (Wikingerlangschiff). Nach zeitgenössischen Berichten waren die schlanken Wikingerschiffe schneller als ein berittener Bote. So konnten die Wikinger bei ihren Überfällen im frühen Mittelalter das Überraschungsmoment nutzen. Sie fuhren bereits über das offene Meer nach Island, Grönland und Nordamerika.
Nach dem Ende der Wikingerzeit wurde im Norden aus den breiteren offenen Handelsschiffen die Hansekogge entwickelt. Auch sie hatte nur einen Mast, bildete aber das Rückgrat des Fernhandels der Hanse. Gegen Ende des Mittelalters wurden auch zwei- und dreimastige Schiffe gebaut, z. B. die Hulk. Aus ihnen wurde in Spanien und Portugal die Karavelle entwickelt, mit der Christoph Kolumbus, Ferdinand Magellan und Vasco da Gama ihre Entdeckungsreisen unternahmen.
Seit dem 17. Jahrhundert verwendete man immer spezialisiertere Formen, u. a.
- Linienschiffe (als Kriegsschiffe mit mehreren Kanonendecks),
- Fregatten (leichter armierte Schiffe von erhöhter Schnelligkeit)
In China erreichte der Segelschiffbau schon im 15. Jahrhundert unter Admiral Zheng He ein sehr hohes Niveau. Damals wurden in Nanking so genannte Schatzschiffe von über 120 m Länge und 50 m Breite gebaut, die über bis zu neun Masten hatten. Sie wurden für Fernfahrten z. B. nach Indien, Arabien und Afrika eingesetzt. Diese Schiffe waren hinsichtlich der Größe nur mit den Großseglern Europas und Amerikas im 19. Jahrhundert vergleichbar.
Segelschiffstypen
19. Jahrhundert
19. Jahrhundert
- Bark
- Brigantine
- Brigg
- Schoner
- Galeasse, Dreimaster mit Lateinersegeln und Riemen.
- Galeere (Segelbenutzung i.d.R. nur für die Marschfahrt, nicht im Gefecht)
- Galeone
- Gulet
- Hansekogge
- Holk
- Karacke
- Karavelle
- Klipper
- Kraweel
- Lädine
- Linienschiff
- Vollschiff
- Windjammer
- Ewer
- Dau
- Dschunke
Segelschiff-Modelle: Albin Vega
Siehe auch:
- Segelbootsklassen
- Schiffstypen
- Entwicklungsgeschichte des Segelschiffs
- Segelyacht
Kategorie:Schiffstyp
!
Kategorie:Wassersport
ja:帆船
zh-min-nan:Phâng-chûn
MatroseSeeleute nannte und nennt man Menschen, die ihren Arbeitsplatz auf Schiffen haben, die über die Meere der Erde Güter und / oder Passagiere von einem Land in ein anderes bzw. von einem Hafen in einen anderen transportieren. Das Arbeitsverhältnis von Seeleuten auf Schiffen unter Deutscher Flagge ist heute durch das Seemannsgesetz geregelt.
Des weiteren wird das Tun der Tätigkeiten eines Matrosen umgangssprachlich auch als "Matroserei" bezeichnet. Italienische Seeleute wurden wegen ihrer auffallenden Locken und ihrem Akzent jahrhundertelang als Lumpeys bezeichnet.
Dienstgrade
Kapitän (auch Captain, Master)
Kapitän an Bord eines Schiffes ist ein Nautiker, der durch schulische Ausbildung sein nautisches Patent erworben hat, dieses zuerst mindestens ein Jahr lang als nautischer Wachoffizier und danach entweder ein Jahr als Erster Offizier oder weiterhin zwei Jahre als nautischer Wachoffizier ausgefahren hat. Als rechtlicher Vertreter des Reeders leitet er den gesamten Schiffsbetrieb und trägt dafür die Verantwortung. (Handelsschifffahrt)
Maschineningenieur / Leitender Ingenieur (auch Chief Engineer, kurz: Chief genannt an Bord)
Der Chief ist nach dem Kapitän die zweitwichtigste Person im Schiffsbetrieb. Er ist verantwortlich für die Maschinenanlage und alle technischen Angelegenheiten an Bord.
Nautischer Wachoffizier (1., 2., 3. oder 4.)
Der nautische Wachoffizier hat ein Patent zum Führen einen Seeschiffes erworben. Mit seiner Wachtätigkeit auf der Brücke ist er für die Sicherheit des Schiffes und des umliegenden Verkehrs verantwortlich. Ausgebildet wird heute nach dem internationalen STCW 95 Standard für die internationale Seefahrt.
Während der 1. Offizier für Ladung und die Besatzung zuständig ist, ist der 2. in der Regel für die Sicherheit, Brandabwehr und Rettung sowie Navigation zuständig.
Maschinenpersonal
- Ingenieur / Engineer: Er untersteht direkt dem leitenden Ingenieur
- Elektriker
- Schiffsmechaniker: mit Kombinationsausbildung für Vollmatrose und Motorenwart
- Oiler, Wiper: Schmier und Reinigungskräfte sowie Assistenten für Wartungs-, Inspektions- und Instandhaltungsarbeiten
Deckspersonal / Deckshands
- Bootsmann: Er untersteht direkt dem 1. nautischen Offizier und koordiniert die Arbeiten an Deck und im Laderaum.
- Schiffsmechaniker: Als Vollmatrose und Motorenwart untersteht er u.a. dem Bootsmann.
- Vollmatrose/Fachkraft/Rating/Able Bodied Seaman (Leichtmatrose mit einjähriger Fahrzeit), er muss steuern und rudern können.
- Leichtmatrose/Ordinary Seaman (Matrosenlehrling vor der Prüfung)
- Azubi/Moses/Cadet: Auszubildender oder Praktikant
Matrose (von mittelhochdeutsch mazgenoze, zusammengesetzt aus Mahl + Genosse; Schiffsjunge) ist ein Angehöriger einer Schiffsbesatzung des untersten Ranges.
- In der Handelsmarine wurde bis 1982 ein Seemann nach Beendigung der dreijährigen Lehrzeit als Matrose bezeichnet. Die Ausbildung zum Matrosen wurde in Deutschland durch das Berufsbild des Schiffsmechanikers ersetzt. Noch gängige Bezeichnungen für Matrosen sind OS (ordinary seaman, Leichtmatrose) und AB (able seaman, Vollmatrose).
- In der Deutschen Marine ist ein Matrose der unterste Mannschaftsdienstgrad. Aufgrund der verschiedenen Tätigkeitsbereiche in der Marine muss ein Matrose nicht notwendigerweise eine seemännische Ausbildung oder Verwendung haben. Die Abkürzung ist Matr. Die typische Uniform besteht u.a. aus einer weißen Bordmütze und einem weißen Matrosenhemd mit blauem Exerzierkragen.
weitere Seeleute
- Purser
- Koch
- Steward
- Wäscher
Schiffsbesatzung
Stichworte
- Seemannsweihnacht
- Seemannsradio
Literatur
Zum Los der Seeleute in der beginnenden Neuzeit siehe den literarischen Bericht von Heinrich Hasebeck in dem von Andreas Venzke herausgegebenen Buch Gasparan oder Die letzte Fahrt des Francis Drake (Benziger-Verlag, Zürich 1996, ISBN 3-545-36531-X).
Weblinks
- [http://www.dippold.org/?bundeswehr/dienstgrade/dg_m.html Dienstgrade der Marine]
- [http://www.deutschemarine.de/80256B100061BA9B/vwContentByKey/N25N6ADM030MJOEDE Deutsche Marine: Mannschaften]
- [http://www.reederverband-bonn.de/schiffsmechaniker.html Reederverband: Schiffsmechaniker]
- [http://www.mare.de/mare/hefte/telefon_template.php?id=174 Seemannssonntag]
Kategorie:Dienstleistungsberuf
Kategorie:Seemannschaft Kategorie:Dienstgrad
Reiseliteratur u. Dr. Vogel“ (1859)]]
Als Reisebericht oder Reisebeschreibung bezeichnet man die (literarische) Darstellung der Beobachtungen und Erlebnisse eines Reisenden. Solche Beschreibungen variieren sehr in Inhalt und Wert je nach Zweck der jeweiligen Reise.
Der Begriff: als Oberbegriff bzw. Kollektivbezeichnung
Der Begriff 'Reiseliteratur' bzw. 'Reisebericht' in der Forschung wird als Oberbegriff (Brunner/Moritz 1997, S. 283) bzw. als Kollektivbezeichnung (Best 1976, S. 225) für Darstellungen 'tatsächlicher oder fiktionaler Reisen' (Brunner/Moritz 1997, S. 283) definiert. Dabei handelt es sich nach Otto F. Best (1976, S. 225) um literarische Werke, die 'dem Thema Reise gewidmet sind'. Gero von Wilpert versteht unter Reiseliteratur daher "das gesamte dem Stoff nach von tatsächl. oder fiktiven Reisen berichtende Schrifttum..." (Wilpert 2001, S. 676).
Reichweite des Begriffs
Zur Reiseliteratur zählen als Untergruppen die Reiseführer, die wissenschaftlichen Reisebeschreibungen und die künstlerischen bzw. literarischen Reisebeschreibungen(Best 1976 & Brunner/Moritz 1997). Diese Klassifikation ist nicht unumstritten in der Forschung und dient in der Regel der Erleichterung und der Orientierung.
Reiseführer
Die 'Reiseführer' oder Reisehandbücher, wie Baedeker, Pilger-, Wallfahrtswegeführer und Reisebücher, versuchen sachorientiert den Reisenden nützliche Informationen über die Reiserouten und das Reisezielland u.a. an die Hand zu geben.
Die wissenschaftliche Reisebeschreibung
Die wissenschaftliche Reisebeschreibung ist das Ergebnis einer Forschungsreise wie die von A. v. Humboldt oder auch Forsters 'Reise um die Welt 1777). Sie wird in der Regel in autobiographischer Form von Tagebüchern, Reisebriefen oder Reiseskizzen abgefasst. Als Vorläufer der wissenschaftlichen Reisebeschreibung können die geographischen Schriften der Antike betrachtet werden. (Brunner/Moritz 1997).
Die literarische Reisebeschreibung
Die künstlerischen Reisebeschreibungen umfassen die literarische Reisebeschreibung, den literarischen Reisebericht, die Reiseerzählung und den Reiseroman. Das Hauptcharakteristikum der sog. künstlerischen Reisebeschreibung im Gegensatz zu den Sachorientierten besteht vor allem in ihrer literarischen (Über-)formung von tatsächlichen oder fiktiven Reiseerlebnissen. Sehr häufig erscheinen sie als Mischformen, nämlich in Verbindung mit anderen epischen Formen (Abenteuerroman, Bildungsroman, Staatsroman, Autobiographie und Lügendichtung).
Als Bericht von fremden Ländern und Völkern
Alle verschiedenen Erscheinungsformen der Reiseliteratur haben vor allem eins gemeinsam: sie alle berichten von fremden Ländern und Völkern, erwecken und stillen mit ihren Berichten von den außerordentlichen Begebenheiten und den gefährlichen Unternehmungen auf ihrem Weg die Neugier der Daheimgebliebenen, sie wollen unterhalten aber auch belehren und gehören zu den ältesten und beliebtesten Literaturformen, die in allen Kulturen in unterschiedlicher Prägung zu finden sind. Der Erfolg eines Reiseberichtes verdankt sich einerseits Geist, Stil und Beobachtungsgabe des Autors, andererseits dem Geist seiner Zeit. Da die Reiseliteratur Möglichkeiten für die Reisenden sowie für die Reiseliteraturleser zur Erfahrung der Andersartigkeit und u. u. des Selbst bieten, beschäftigt sich die nationalen Literaturwissenschaften, die Komparatistik und die Fremdheitsforschung u.a. mit der Reiseliteratur intensiv und untersucht sie im Hinblick auf Länderbilder und Vorurteile, aber auch ganz bes. in den letzten 10 Jahren im Hinblick auf die Wahrnehmungsweisen von Eigen- und Fremderfahrung.
Der Reisebericht als Zielpunkt der Reise oder eher als Ausgangspunkt einer neuen Reise?
"Die unermeßlichen Naturschätze, die dort vorhanden sein müssen, interessieren Colón nur in zweiter Linie: Was zählt, das sind die Landstrecken und ihre Entdeckung. Und letztere scheint eigentlich nur einem Zweck zu dienen, nämlich dem, über die Reise zu berichten: Man könnte meinen, Colón habe dies alles unternommen, um wie Odysseus etwas Unerhörtes erzählen zu können. Aber ist der Reisebericht wirklich nur der Zielpunkt, oder ist er nicht eher der Ausgangspunkt einer neuen Reise? Ist nicht Colón selbst auch aufgebrochen, weil er den Bericht des Marco Polo gelesen hatte?" (Todorov, 1985, Die Eroberung Amerikas, S. 22)
Geschichte und Entwicklung
Die ältesten Reiseberichte sind die von Skylax von Koryanda und von Pytheas von Massilia. Letztere haben ihre Reisen beschrieben, Skylax die Seinige unter dem Titel "Periplus", eine Bezeichnung, die in der Folge für ähnliche Reisewerke oft angewandt wurde.
Die Geschichtsbücher des Herodot, welche eine Beschreibung seiner Reisen enthalten, können ebenfalls als Reisebericht betrachtet werden. Dagegen findet sich unter den Schriften der Römer eine eigentliche Reisebeschreibung nicht. Die Itineraria derselben waren nur Reiserouten oder erste Versuche von Verkehrskarten.
Die Reiseliteratur des Altertums war dürftig und auch aus dem frühen Mittelalter sind uns nur wenige Werke dieser Art erhalten. So z.B. die Berichte über die Unternehmungen der Skandinavier nach den Färöern, nach Island, Grönland und Vinland (das heutige Nordamerika) und die aus Befehl des Königs Alfred unternommenen Expeditionen Othars und Wulfstans.
Dagegen hat die jüdische und arabische Literatur des Mittelalters eine ganze Reihe von Reisewerken aufzuweisen, wie die der Araber Ibn Battuta, Ibn Fadlan, Alberuui, Ibn Djobail, des Juden Benjamin von Tudela und Andere. Sie sind sämtlich wichtige Quellen für die Kunde der damaligen Verhältnisse in diesen Ländern.
Für die Kenntnis Ostasiens sind die Reisen buddhistischer Priester, wie z.B. Fahealig und besonders Hiuenthsang, von Bedeutung.
Zentralasien wurde durch die 1246 vom Papst an Dschinghis Khan abgeordnete Gesandtschaft näher bekannt, die von Piano di Carpine geführt wurde. Als durch die Mongolen der Handel begünstigt wurde und ein geordneter Überlandverkehr bis nach Peking entstand, konnte der Florentiner Handlungsreisende Balducci Pegoletti im Jahr 1376 über die hier verfolgte Straße berichten.
Das spätere Mittelalter lieferte zahlreiche Berichte über das seit den Zeiten der Kreuzzüge vielbesuchte Heilige Land, so von Borchard, John Mandeville, Felix Fabri und Anderen, welche zum Teil in Feyerabends "Reyssbuch dess Heyligen Landes" (Frankfurt 1584) gesammelt wurden.
Gegen Ende des Mittelalters veranlasste der Handelsgeist der Venezianer zur Abfassung von Reisewerken, von denen nur die des Venezianers Marco Polo und der Gebrüder Zeno genannt zu werden brauchen.
Seit Erfindung der Buchdruckerkunst wuchs die Reiseliteratur bald massenhaft an, nach dem die Entdeckung Amerikas und die Expeditionen der Portugiesen nach dem Indischen Ozean, verbunden mit dem Wiederaufleben wissenschaftlichen Strebens überhaupt, der Forschung neue und weite Gebiete eröffnet hatten. So entstanden denn bereits im 16. Jahrhundert Sammlungen von Reisewerken, wie die von Huttich und Grynäus (1532), Ramusio (1550 ff.), Halluyt (1598 ff.).
In der Mitte des 17. Jahrhunderts erhielten die Reisebeschreibungen neue Nahrung durch den Aufschwung des Handels, namentlich der Engländer. Mit ihnen behaupteten Deutsche, Franzosen, Nordamerikaner, Holländer und Russen in der wissenschaftlichen Reiseliteratur den ersten Platz.
Ende des 19. Jahrhunderts lagen über fast alle Gegenden der Erde Reiseberichte wissenschaftlich gebildeter Reisender in den Sprachen fast aller "zivilisierten" Völker vor. Die in fremden Sprachen verfaßten Berichte nicht deutscher Forscher wurden dem deutschen Publikum teilweise in Übersetzungen zugänglich gemacht.
Unter den Deutschen, deren Reiseberichte sich besonders auszeichneten, nehmen Georg Forster und Alexander von Humboldt eine besondere Bedeutung ein; bedeutend für die Kenntnis Amerikas waren die Werke des Prinzen Maximilian von Wied-Neuwied, von Martius, Pöppig, Schomburgk, Tschudi, Burmeister, Philippi, Appun, Reiß, Stübel, Frantzius, Güßfeldt, v. d. Steinen, für die Afrikas die Berichte von Hornemann, Barth, Roscher, Rüppell, Russegger, Heuglin, Rohlfs, Nachtigal, Schweinfurth, v. d. Decken, Junker, Lenz, Hildebrandt, Mohr, Falkenstein, Pechuel, Loesche, Flegel, Pogge, Buchner, Holub, Buchholz, Mechow, Wißmann, Hahn, Mauch, Schnitzer, Zöller, speziell für Ägypten Lepsius und Klunzinger, für China v. Richthofen, Kreitner, für die von Indien und Hochasien die Berichte der Gebrüder Schlagintweit, Leitners und Stoliczkas, für Hinterindien Bastian, für den Indischen Archipel Junghuhn, Semper und Jagor, in russischen Diensten v. Baer, Schrenk, Middendorf u. a. für das nördliche und östliche Asien, Abich und Radde für die Kaukasusländer, für Australien Leichhardt und F. v. Müller, für Neuseeland Ernst Dieffenbach, Hochstetter und Haast, für Ozeanien die in russischen Diensten stehenden Deutschen Kotzebue mit Chamisso, Krusenstern, Lütke, ferner A. B. Meyer, Finsch, Seemann, Gräffe, Bastian, für die Nordpolarländer Payer und Weyprecht.
Neben der wissenschaftlichen Reiseliteratur entwickelte sich mit der Verbesserung der Verkehrsmittel gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine andere, welche sich nach den mehr bekannten Ländern der Erde richtet und vorzugsweise Schönheiten der Natur, die sozialen und politischen Verhältnisse behandelt oder die persönlichen Erlebnisse, Betrachtungen und Empfindungen des Reisenden in den Vordergrund stellt und daher mehr oder weniger belletristischer Beschaffenheit ist.
Auf diesem Gebiet sind folgende deutsche Autoren zu erwähnen: Kohl, Wagner, Gerstäcker, Jakob Philipp Fallmerayer, Ida Pfeiffer, Thümmel, Stahl, v. Hügel, Pückler-Muskau, Heinrich Heine, Venedey, Mügge, Schmarda, v. Scherzer, v. Maltzan, Vambéry, Willkomm, Möllhausen, G. Rasch, Gregorovius, v. Löher, Rodenberg, A. Ziegler, Faucher, v. Hübner, H. Meyer, Passarge u. a.
Als Grenzfall der Reisebeschreibung sind die Produkte der Fantasie, welche in das Gewand eines Reisebeerichts gekleidet sind: die so genannten Robinsonaden und die fingierten naturwissenschaftlichen Reisebeschreibungen, wie sie beispielsweise Jules Verne mit Erfolg gepflegt hat.
Literatur
- Best, Otto F. (1976): Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele. Frankfurt am Main 1976.
- Brunner, Horst und Rainer Moritz (Hg.) (1997): Literaturwissenschaftliches Lexikon: Grundbegriffe der Germanistik. Berlin, S. 283-284.
- Metzler Literatur Lexikon. Begriffe und Definitionen. Herausgegeben von Günther und Irmgard Schweikle. 2., überarbeitete Auflage. Stuttgart 1990.
- Todorov, Tzvetan (1985): Die Eroberung Amerikas. Das Problem des Anderen. Aus dem Französischen von Wilfried Böhringer. Frankfurt am Main.
- Wilpert, Gero von (2001): Sachwörterbuch der Literatur. 8., verbesserte und erweiterte Auflage. Stuttgart. 2001, S. 676-678.
Siehe auch
- Reiseschriftsteller
- Literarische Reisebeschreibung
Weblinks
- [http://www.pervan.de Portal zu privaten Reiseberichten im Web]
- [http://www.getting-around.de Weltreise-Reisebericht mit Bild, Ton und Video]
- [http://www.virtualtourist.com dto. (Englisch)]
- [http://www.haller-mtl.de/schweden/schweden.html Schweden Reisebericht]
- [http://nikswieweg.colibri-reisen.de Klaus Polak: Reiseberichte rund um die Welt von 1992 - 2005]
- [http://www.vera-rolf-hehnen.de Viele Reiseberichte aus der ganzen Welt bei travel time]
- [http://www.vivien-und-erhard.de/reise/index.htm Persönliche Reiserinnerungen aus der ganzen Welt]
!Reisebericht
PilgerPilger stammt vom lateinischen Wort peregrinus ab, was Fremdling bedeutet. Im Kirchenlatein als pelegrinus abgewandelt, bezeichnet es eine Person, die aus religiösen Gründen in die Fremde geht, zumeist eine Wallfahrt zu einem Pilgerort unternimmt, zu Fuß oder unter Verwendung eines Verkehrsmittels.
Der Anlass kann eine auferlegte Buße sein und das Bemühen, einen Sündenablass zu erhalten, die Erfüllung eines Gelübdes, die Hoffnung auf Gebetserhörung in einem bestimmten Anliegen oder auf Heilung von einer Krankheit, religiöse Vertiefung oder Abstattung von Dank. Ziel ist ein als heilig betrachteter Ort, etwa eine Wallfahrtskirche, ein Tempel, ein Baumheiligtum usw.
Geschichte
Wallfahrtsorte der Antike
In früher Zeit galten unter anderem bestimmte Höhlen als heilige Orte, einer der berühmtesten Wallfahrtsorte der griechischen Welt war der Tempel der Artemis in Ephesos.
Einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte der Welt ist seit dem Bau des ersten Israelitischen Tempels bis heute Jerusalem, das zum zentralen Heiligtum der Juden wurde. Heute ist die Stadt allen drei monotheistischen Weltreligionen heilig: den Juden ebenso wie den Christen wegen Tod und Auferstehung Jesu Christi, die
Muslime besuchen - außer ihrer Hadsch genannten Wallfahrt nach Mekka und Medina - bevorzugt den Felsendom in Jerusalem.
Christliche Pilger in Spätantike und Mittelalter
Seit im 4. Jahrhundert sich die Kunde verbreitete, Kaiserin Helena habe in Jerusalem, der Stadt, in der jesus lebte, die Kreuzreliquien aufgefunden, mehrten sich die Wallfahrten nach Jerusalem. Die früheste schriftlich dokumentierte Reise eines christlichen Pilgers ins Heilige Land führte im Jahre 333 über den Landweg von Bordeaux nach Jerusalem; sie ist festgehalten im Itinerarium Burdigalense, einem auf Latein verfassten Reisehandbuch mit Angaben der Etappen auf dem Weg. Eine ähnlich große Bedeutung erlangte sehr bald Rom als Grabstätte der Apostel Petrus und Paulus. Später trat Santiago de Compostela hinzu, das vor allem wegen der ausgezeichneten Infrastruktur mit einem von Klöstern betreuten weitgespannten Herbergennetz im Mittelalter führend wurde.
Pilger und Reformation
Zusammen mit anderen Reformatoren wie Zwingli und Calvin wandte sich auch Martin Luther gegen das überhandnehmende, mit Aberglauben und Ablasshandel verbundene Pilgerwesen seiner Zeit. Schon Thomas von Kempen hatte in seiner Nachfolge Christi kritisch vermerkt: Wer viel pilgert, wird selten heilig. Nachdem Norwegen den Protestantismus annahm, wurde dort das Pilgern 1537 sogar unter Todesstrafe gestellt.
Pilger der Neuzeit
Die katholische Kirche hielt gerade in Abgrenzung zu den Protestanten am Brauch der Wallfahrten fest und förderte sie. Ignatius von Loyola schildert beispielsweise in seinem Pilgerbericht seine Wallfahrt nach Jerusalem und Rom.
Die Pilgerväter waren eine Gruppe puritanischer Dissidenten aus England, die nach Amerika segelten, um eine Kolonie zu errichten, in der Glaubensfreiheit herrschen sollte.
In den letzten beiden Jahrhunderten kamen zu den alten Pilgerzielen Marienwallfahrtsorte wie Lourdes und Fatima hinzu. Neben diesen gibt es aber auch noch schier unzählige weitere Pilgerorte.
Bedeutende Wallfahrtsorte weltweit
In Indien gibt es zahlreiche Wallfahrtsorte für Hindus und Buddhisten, u.a. Benares. Vor der Besetzung Tibets durch die Volksrepublik China pilgerten viele tibetische Buddhisten nach Lhasa.
Übertragene Bedeutung
Im übertragenen Sinn werden die Worte Pilger und pilgern auch für den Besuch von Grabstellen bestimmter Stars und Prominenter verwendet, worin eine leicht ironische Anspielung auf die geradezu religiöse Hingabe liegt, die Fans und Verehrer diesen darbringen.
siehe auch
- Pilgerausweis, Wallfahrt
Kategorie:Wallfahrt
Wallfahrt
Eine Wallfahrt (lat. peregrinatio religiosa, v. wallen in eine bestimmte Richtung ziehen, fahren unterwegs sein) ist eine traditionelle Reise zum Zweck des Besuches einer bestimmten Pilgerstätte mit religiöser Bedeutung. Sie wird auch als Pilgerreise, Pilgerfahrt, Betfahrt und im Islam als Hadsch oder Ziaret bezeichnet.
Im symbolischen Sinn ist die Pilgerfahrt sowohl eine Initation als auch ein Akt der Ergebenheit. Sie geht zurück auf den alten Glauben, dass die übernatürlichen Mächte ihre Kraft an bestimmten Orten besonders stark entfalten. Im Islam ist dies der Ort Mekka, die Geburtsstadt des Propheten. Im Hinduismus ist es Benares am Ganges. Für Buddhisten und Christen sind es die Schlüsselstationen im Leben des Gautama Buddha oder Jesu Christi.
Die Ursprünge der Wallfahrten reichen bis zu den Griechen und Römern zurück, die auch schon aus religiösen Gründen ferne Tempel bereist hatten. Auch die Germanen veranstalteten Waldfahrten zu heiligen Hainen.
Eine Wallfahrt war und ist immer auch ein soziales Ereignis, sie führt zu Begegnungen und Austausch zwischen Gläubigen, die sich sonst vielleicht nie getroffen hätten.
Wallfahrtsbräuche im Christentum
Die Christen pflegten seit dem 2. Jahrhundert die Gräber der Märtyrer zu besuchen und dort zu beten. Seit dem 4. Jahrhundert mit der angeblichen Kreuzauffindung durch Kaiserin Helena und der "Wiederentdeckung" der Wirkungsorte Jesu kamen Wallfahrten vor allem nach Jerusalem auf. Bekämpfte die Kirche den Brauch anfangs noch, so wurde er bald Bestandteil des kirchlichen Lebens.
Jerusalem
Nach dem Vorbild der jüdischen Festreisen nach Jerusalem reisten nun auch Christen zu heiligen Stätten, um Sünden abzutragen, religiöse Läuterung zu erfahren, geheilt zu werden oder in besonderen Anliegen zu beten. Im Mittelalter galt die christliche Wallfahrt als ein Glaubenszeugnis, insbesonders weil die Wege zu den Wallfahrtsorten oft weit, mühsam und gefährlich waren. Das Beherbergen von Pilgern zählte zu den Werken der Barmherzigkeit und gab an den Segensfrüchten der Wallfahrt Anteil.
Im frühen Mittelalter hatten viele Wallfahrten auch im westlichen Christentum noch das Heilige Land zum Ziel; auch die Kreuzzüge dorthin waren eine Form der Wallfahrt. Erst als sich die Christen dort zurückziehen mussten und die Araber die Herrschaft übernahmen, traten im Westen Reliquien, Wunderbilder und Gräber von Heiligen in erreichbarer Nähe in den Vordergrund; in den Ostkirche bestand der Brauch der Jerusalem-Reisen dagegen bis heute fort, wurde aber ebenfalls durch. Diese werden in einer zugehörigen Wallfahrtskirche ausgestellt und verehrt.
Von besonderer Bedeutung als Wallfahrtsort sind die Gräber der Apostel Petrus und Paulus in Rom (Limina apostolorum), das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela sowie die Marienheiligtümer wie Kevelaer, Lourdes, Mariazell, Fátima, Loreto, Tínos oder Zeitun, weiterhin die Stätten des Heiligen Landes. Pilgerfahrten zu diesen Zielen gelten im Katholizismus als Hauptwallfahrten (peregrinationes primariae), Fahrten zu weniger bedeutenden Orten als Nebenwallfahrten (peregrinationes secundariae). Daneben entwickeln sich Wallfahrten zu Orten, die noch nicht durch den Vatikan autorisiert sind, z.B. nach Medjugorje in Bosnien-Herzegowina.
Ein bekanntes Wallfahrtsziel der anglikanischen Kirche ist das Grab des Thomas Becket in Canterbury. Die meisten anderen protestantischen Kirchen kennen den Wallfahrtsbrauch offiziell nicht, was aber viele Menschen nicht abhält, aus Glaubensgründen z.B. die Lutherstadt Wittenberg oder die Wartburg zu besuchen.
Heute werden Wallfahrten gewöhnlich als zeichenhafte Darstellung der Lebensreise aufgefasst. Der Aufenthalt am fremden heiligen Ort öffnet vielen Menschen bisher verschlossene Bereiche ihres Seelenlebens.
In vielen Legenden wird übere Geistliche berichtet, die den Leuten rieten, eine solche Pilgerfahrt zu unternehmen.Es gibt über 10.000 Pilgerstätten, die man besuchen konnte.
Wallfahrten in anderen Religionen
Bei anderen Religionen sind Wallfahrten ebenfalls üblich. Die Juden veranstalten die schon genannten Festreisen nach Jerusalem. Schon im Alten Testament wurden dreimal jährliche Besuche in Jerusalem für alle in erreichbarer Nähe lebenden Israeliten vorgeschrieben. Einzelne Propheten sind auch zum Sinai gepilgert.
Im Islam gibt es die Hadsch, die jedem genügend vermögenden Muslim als eine der fünf Hauptsäulen des Islam einmal im Leben vorgeschriebene Wallfahrt zur Kaaba in Mekka, die oft mit einem Besuch des Grabs Mohammeds in Medina verbunden wird, und die Ziaret, den gottgefälligen Besuch heiliger Gräber, der von Fundamentalisten jedoch als Idolatrie bekämpft wird. Die Schiiten kennen darüber hinaus regelmäßige Wallfahrten zu den Wirkungsstätten ihrer Imame.
Im Hinduismus pilgern Gläubige zu Pilgerstätten in Badrinath, Kedarnath, Gangotri, Yamunotri, Rishikesh und Haridwar. Reisen zu allen der ersten vier Städte bilden das Chardham, von dem geglaubt wird, besondere Erlösung zu bringen.
Gautama Buddha gab den buddistischen Gläubigen ebenfalls vier heilige Stätten in Indien als Ziele von Wallfahrten. Sein Geburtsort Lumbini, Sarnath, wo er zum ersten Mal lehrte, den Ort seiner Erleuchtung Bodhgaya und sein Todesort Kusinara. In den buddhistischen Ländern selbst pilgert man oft zu besonderen Tempeln oder Klöstern, die durch ihr Alter und ihre Tradition herausragend sind.
Der Shinto, die einheimische Religion Japans, kennt Pilgerfahrten zum Ise-Großschrein.
Auch auf den säkularen Bereich hat sich der religiöse Begriff ausgedehnt. So wallfahren Fans von Elvis Presley zur andächtigen Besichtigung seines Hauses Graceland in Memphis, Tennessee, USA.
Siehe auch
- Wallfahrer
- Wallfahrtsort
- Wallfahrtskirche
- Jakobsweg
- Pilgerausweis
Weblinks
- [http://www.katholisch.de/2539.htm katholische Kirche im Internet: Wallfahrt]
- [http://www2.hu-berlin.de/sachkultur/wallfahrt.html Projekt der theologischen Fakultät der Humboldt Uni Berlin zu Wallfahrtsorten]
- [http://www.pilgern.ch/pilgern.htm Zusammenstellung verschiedener Aspekte des Pilgerns]
Kategorie:Wallfahrt
Kategorie:Wallfahrtsort
ja:巡礼
Expedition (Forschungsreise)Eine Expedition (lat. expeditio "Erledigung, Feldzug") ist eine Reise, die Forschungsreisende in fremde Länder unternehmen, um noch unbekannte Gebiete zu erforschen.
Es gibt mehrere Gründe für eine Expedition. Viele frühere Expeditionsleiter beanspruchten das neu entdeckte Gebiet für ihr Land (z.B. als Kolonie oder Protektorat). Andere waren auf der Suche nach legendären Orten, Gold oder anderes Edelmetall und unentdeckte Pflanzen- bzw. Tierarten.
Berühmte Expeditionen sind die Forschungsreisen des Christoph Kolumbus, Vasco da Gama, Samuel de Champlain, James Cook, Ernest Shackleton, Charles Darwin, David Livingstone, Henry Morton Stanley, Alexander von Humboldt, Sven Hedin oder Heinrich Barth. Die meisten Expeditionsleiter betrieben mehrere Expeditionen.
Liste bekannter Expeditionen
- Christoph Kolumbus' Expedition 1492
- Gonzalo-Pizarro-Expedition
- Lewis-und-Clark-Expedition
- Die Ägyptische Expedition Napoleons
- Ägyptische Expedition
- Washburn-Langford-Doane-Expedition
- Folsom-Expedition
- Zweite Kamtschatka-Expedition unter der Leitung von Vitus Bering von 1733-1743
- Sino-Swedish Expedition
- Magellans Weltumsegelung 1815-1825
- Zentralasienexpeditionen von Nikolai Michailowitsch Prschewalski
!
StudienreiseStudienreisen (auch: Studienfahrt) in ihrem ursprünglichem Sinne sind Forschungs- und Bildungsreisen. Die teilweise mehrjährigen Studienreisen wurden genutzt um Forschung vor Ort zu betreiben oder um sich bei Fachkollegen weiterzubilden. Maler und Architekten nutzen diese Reisen um den Kunststil anderer Länder unmittelbar kennenzulernen. Für Naturwissenschaftler und Historiker sind solche Reisen auch heute noch unabdingbar, um ihren Forschunggegenstand zu untersuchen.
Die modernen Studienreisen sind eine Form der Weiterbildung in Kombination mit Urlaub. Meist kleinere, spezialisierte Reiseunternehmen bieten für Interesse gut geplante und von ausgebildete Reiseleitern geführte Reisen an. In kleinen Gruppen werden fremde Länder oder bisher unbekannte Regionen in seiner Heimat erkundet. Es gibt fast für jedes Thema spezielle Studienreisen. Der Preis ist meist höher als bei einfachen Pauschalreisen, da der Gast stärker betreut wird. In den letzten Jahren hat sich auch die Kategorie der Wander- und Studienreisen gebildet, die immer größeren Zulauf findet. Dabei ist ein nachhaltiger Fremdenverkehr das Ziel.
In der Organisation "Forum anders Reisen" sind die meisten der nachhaltig wirtschaftenden Reiseunternehmen organisiert, die Studienreisen anbieten.
Marktführer in Deutschland sind die Unternehmen Studiosus (Umsatz 2003: 171 Millionen Euro, bei einem durchschnittlichen Reisepreis von 2221 Euro) und die zur TUI-Gruppe gehörende Gebeco, die auch die Marke Dr. Tigges inne hat.
Weblinks
- [http://www.zeit.de/reisen/Internet-Kompass/studienreisen Studienreisen] (Die Zeit Internet-Kompass)
Kategorie:Reise
Kategorie:Bildung
Kategorie:Tourismus
PauschalreiseReiseveranstalter erstellen touristische Produkte, die sie, zumindest heute (2005) noch, in der Regel über die Vermittlung des Reisebüros an den Endverbraucher verkaufen. Für seine Vermittlungstätigkeit zahlt der Reiseveranstalter dem Reisebüro eine Provison. Idealtypisch erstellt der Reiseveranstalter sein Produkt, indem er bei einer Fluggesellschaft Flugplätze, in einem Hotel Zimmer und bei einer Incomingagentur (z. B. auf Kreta) Transferplätze in einem Bus vom Flughafen zum Hotel einkauft/mietet und diese Bestandteile bündelt.
Begriff, Abgrenzung Reiseveranstalter
Reiseveranstalter ist, wer verschiedene Reiseleistungen zu einem Produkt, in der Regel zu einer Pauschalreise, zusammenfügt und zu einem Gesamtpreis anbietet. Dabei muss es sich um zumindest zwei gleichgeordnete erhebliche Leistungen handeln wie:
Incomingagentur
- Flug und Unterkunft
- Unterkunft und Sprachkurs
- Flug und Mietwagen (Fly and Drive)
- Bahnreise, Unterkunft und Studienprogramm
Eine Pauschalreise liegt beispielsweise nicht vor bei
- Unterkunft und Verpflegung
- Flug und Transfer
Die genaue Abgrenzung ist vor allem in haftungs- und steuerrechtlicher
Hinsicht immer wieder umstritten.
Die klassische Pauschalreise mit den Bestandteilen
- Charterflug, Unterkunft, Verpflegung und Transfer
macht den Löwenanteil der Angebote der Reiseveranstalter aus. Darüberhinaus werden mit jeweils auch isoliert zu buchenden touristischen Leistungen wie zum Beispiel Ferienwohnungen, Hotelzimmern und Mietwagen Produkte angeboten, die eigentlich dem Begriff Reiseveranstalter nicht entsprechen.
Die Grenzen zwischen Reiseveranstalter und Reisebüro sind oft fließend.
Im gegenwärtigen tief greifenden Strukturwandel der Tourismuswirtschaft veranstalten Reisebüros auf der Suche nach spezialisierten Nischen in
kleinerem Umfang zunehmend eigene Reisen und sind damit gleichzeitig
Reiseveranstalter.
Parallel verkaufen die klassischen großen Reiseveranstalter unter dem gegenwärtigen Kosten- und Rationalisierungsdruck ihre Produkte/ihre Reisen zunehmend direkt an den Kunden, zum Beispiel übers Internet.
Reiseveranstalter in den deutschsprachigen Ländern
Deutschland
Insgesamt dürfte es ein paar Hundert Reiseveranstalter geben.
Einige der bekanntesten sind:
- Alltours (Alltours Flugreisen GmbH)
- World of TUI (vormals Touristik Union International)
- Thomas Cook AG mit NUR-Touristic, Bucher Reisen u.a.
- L´TUR Reisegesellschaft
- ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg, DERTour (REWE Gruppe)
- FTI-Touristik
- Öger-Tours
Bekannte regionale Reiseveranstalter als reine Me-too-Veranstalter wie zum Beispiel "Hetzel-Reisen" für den süddeutschen Raum oder "BFR" und "Unger" für Berlin/Brandenburg konnten sich am Markt nicht behaupten. Mit Me-too wird umrissen, dass diese Veranstalter nichts anderes anbieten als die großen Touristikkonzerne (Mallorca, Teneriffa haben wir auch) und damit dem Konkurrenzdruck zum Opfer fallen müssen. Kleinere Nischenveranstalter hingegen, die Produkte anbieten (haben nur wir), die für Konzerne mit ihrer Massenproduktion zu aufwändig sind, haben durchaus Chancen am Markt.
Schweiz
- Kuoni u. a. mit den Marken Kuoni, Helvetic Tours, Nettoreisen
- Hotelplan u. a. mit den Marken Hotelplan, Esco, Escolette, easy einfach Ferien, M-Travel
- TUI Suisse mit den Marken Imholz und Vögele Reisen
- Travelhouse
- Direktreisen u. a. mit den Marken Direktreisen, Pick Pay Reisen, Ackermann Tours
- Knecht Reisen
Tourismuskonzerne
Aus TUI, Thomas Cook und ITS haben sich größere Touristikkonzerne herausgebildet, die inzwischen europaweit agieren. Mit vertikalen und horizontalen Strukturen werden die klassischen Abgrenzungen der touristischen Leistungsträger immer mehr aufgehoben.
Horizontale Integration
Traditionell wurde das touristische Produkt aus "Fremdleistungen" zusammengestellt, das heißt Hotels, Fluggesellschaften usw. gehörten dem Reiseveranstalter nicht. Mit der horizontalen Integration versuchen die Veranstalter, die gesamte Wertschöpfungskette des Produktes Reise in einem Besitz zu bündeln und über Synergien Kostenvorteile zu erzielen. Hotels/Hotelketten, Fluggesellschaften und Incomingagenturen werden mit dem Veranstalter in einem Konzern integriert.
Zum Beispiel:
- zu Thomas Cook gehören heute: Thomas Cook Airlines (eigentlich und demnächst wohl wieder: Condor; Hotels-/bzw. Hotelbeteiligungen wie z. B. Iberostar.
- Zu ITS gehört die ehemals selbständige Fluggesellschaft LTU.
Erwies sich die horizontale Integration in den touristischen Boomzeiten bis zum Jahre 2001 als vorteilhaft, stellt dieses Konzept in den Krisenzeiten seit dem 11. September 2001 zunehmend eine Belastung dar und erweist sich für die erforderlichen flexiblen Reaktionen und Verschlankungen für einige Marktteilnehmer als Hemmschuh.
Vertikale Integration
Mit der vertikalen Integration versuchen die Veranstalter zum Beispiel über eigene Reisebüros/Beteiligungen an Reisebüroketten die Produktion und den Vertrieb in einem Besitz zu bündeln, um den Verkauf im Reisebüro gezielt auf ihr Produkt zu steuern.
Siehe auch: Übersicht Tourismus
Kategorie:Tourismus
Kreuzfahrt (Madeira)]]
Als Kreuzfahrt bezeichnet man eine Urlaubsreise auf einem Kreuzfahrtschiff, bei der entlang einer bestimmten Route verschiedene touristische Ziele in Tagesausflügen besucht werden. Die Kreuzfahrt findet meistens auf größeren Passagierschiffen statt, die ein umfangreiches Freizeitprogramm ermöglichen. Die Fahrt zu den Zielpunkten findet häufig nachts statt, damit tagsüber während des Landganges der Zielort und seine Umgebung besucht werden kann.
Hauptzweck ist die Nutzung der zahlreichen Angebote auf den Schiffen, beispielsweise Tanzen, Theater, Sport, Gastronomie und anderem (wird heute gerne als Interpretation der Weisheit "der Weg ist das Ziel" vermarktet). Es gibt weltweit hunderte von Kreuzfahrtschiffen, die bis zu 2514 Passagiere beherbergen. Die Passagiere sind mittlerweile nicht mehr "Reiche". Das Wort entstammt der Seefahrersprache: Kreuzen bedeutet gegen den Wind zu segeln (Schiften der Segel). Bis zur Etablierung von Fluglinien waren längere Schiffspassagen auf hotelähnlichen Passagierschiffen ("Ozeandampfer") keine Kreuzfahrten, sondern nur Mittel zum Zweck der Beförderung (so kann man die Fahrt der HMS Titanic oder Ähnlichen nicht als Kreuzfahrten bezeichnen).
Kreuzfahrten wurden in der deutschen Fernsehserie Das Traumschiff thematisiert. Aber auch diverse Literatur, wie "Mit dem Traumschiff um die Welt" (W.Grab; R.Brockhaus-Verlag)hat den Kreuzfahrten wieder einen Boom beschert.
Im Oktober 2005 kamen zum ersten Mal Meldungen auf, das neben der schon seit Jahren gängigen Containerschiff-Piraterie nun auch Kreuzfahrtschiffe zum Ziel von "Piraten" werden, jedoch bislang erfolglos.
Beispiele für Kreuzfahrtschiffe
- Achille Lauro
- Royal Clipper
- Voyager of the Seas
- Costa Magica
- MSC Lirica
- Die AIDA-Flotte
Die größten Kreuzfahrtschiffe
# Queen Mary II (Cunard Line)
# Grand Princess (Princess Cruises)
# Mariner of the Seas (Royal Caribbean Cruise Line)
# Diamond Princess (Princess Cruises)
# Caribbean Princess (Princess Cruises)
# Carnival Conquest (Carnival Cruise Line)
Siehe auch: Liste der Kreuzfahrtschiffe
Große Kreuzfahrt-Reedereien
- Carnival Corporation (Vereinigte Staaten von Amerika)
- Costa Cruises, Genua/ Italien
- Holland Amerika Line, Seattle/USA
- Cunard Line, Southampton / Großbritannien
- Seaborn Cruises
- Royal Caribbean Cruise Lines, USA
- Celebrity Cruises, Griechenland
- Hapag Lloyd (Deutschland)
- MSC Kreuzfahrten (Italien)
- P&O Cruises, England
- Princess Cruises, England
- Star Cruises, Singapore
- Norwegian Cruise Line
Sonstiges
(nicht zu Verwechseln mit Kreuzzug)
Literatur
- Douglas Ward: Berlitz Ocean Cruising and Cruise Ships: The Definitive Guide, 2004 (Ausgabe 2005), ISBN 3493602510
- C.W. Allers: Backschisch. Skizzen zu einer Orient-Kreuzfahrt im Jahre 1891. Nachdruck Hamburg 1973, ISBN 3-7702-2700-X (historischer Bericht über eine der ersten deutschen Kreuzfahrten)
- Seatrade Europe 2005, Hamburg. In: HANSA International Maritime Journal, 2005 Heft 10 S. 29-37, ISSN 0017-7504 (über Kreuzfahrtschiffe)
Kategorie:Tourismus
Kategorie:Seeschifffahrt
Schiff
]
Funktion
Ein Schiff ist jedes größere Wasserfahrzeug (Abgrenzung zum Boot bei Boot), das nach dem Archimedischen Prinzip schwimmt.
Schiffe werden auf Werften gebaut (siehe Schiffbau). Nach Fertigstellung des Rumpfes wird das Schiff mit dem Stapellauf zu Wasser gelassen, erst dann erfolgt die endgültige Ausrüstung. Die erste Fahrt eines Schiffes wird als Jungfernfahrt bezeichnet. Die Reparatur von Schiffen erfolgt insbesondere in Trockendocks und Schwimmdocks.
Schiffe sind das wichtigste Transportmittel sowohl für Massengut als auch für Stückgut. Letzteres wird heute vor allen in Containern auf Containerschiffen transportiert. Die größten Schiffe sind Öl-Tankschiffe, die bis über 560.000 tdw (Schiffsladekapazität in englischen "tons"; 1 ton = 1,016 t) DW (engl. deadweight = Tragfähigkeit) oder ca. 100.000 Bruttoregistertonnen messen können.
Die Passagierschifffahrt steht seit den 60er Jahren zunehmend der Konkurrenz des Flugverkehrs gegenüber und verlagert sich vom reinen Transportmittel mehr zum Bereich der Erlebnisreisen.
Bei entsprechender Bauweise können Schiffe eine hohe Lebensdauer erreichen. Eines der höchsten bekannten Lebensalter erreichte das englische Schiff "Besty Canes". Es existierte bereits 1688 als König Wilhelms III. Yacht und erlitt 1827 Schiffbruch. Sie wurde nachweislich 139 Jahre alt. 113 Jahre erreichte die englische "Royal William", die am 16. März 1700 auslief und 1813 demontiert wurde. Im November 2004 wird die "Cutty Sark" 135 Jahre alt. Sie ist der einzige verbliebene Klipper und befindet sich im Trockendock zu Greenwich, London, England. 28 Jahre älter ist die "Charles W. Morgan" von 1841. Sie ist das einzig erhaltene Walfangsegelschiff, benannt nach Charles Waln Morgan, ihrem Haupteigner. Ursprünglich als Vollschiff in New Bedford, MA (Massachusetts), aus Holz erbaut, wurde sie 1867 zur Bark umgeriggt und stand 80 Jahre in Dienst. Heute ist sie als Museumsschiff in Mystic, CT (Connecticut{|
|Geschwindigkeit
|Schiff
|-
|6,7 Knoten
|Raddampfer Sirius, 1838, Großbritannien
|-
|kurzzeitig 11 Knoten
|Rennruderboot (Achter; siehe Rudern)
|-
|ca. 15 Knoten
|Flying-P-Liner Potosi, 1902, Deutschland
|-
|ca. 18 Knoten
|Klipper um 1870
|-
|18,5 Knoten
|Flying-P-Liner Preussen, 1904, Deutschland
|-
|über 20 Knoten
|Wettkampf-Segelyacht
|-
|ca. 27 Knoten
|Containerschiff, 2004
|-
|ca. 25-28 Knoten (unter Wasser)
|U-Boot
|-
|ca. 28-32 Knoten (unter Wasser)
|AtomU-Boot
|-
|34,5 Knoten
|Passagierschiff United States, 1952, USA
|-
|41,28 Knoten
|Doppelrumpf-Fähre Cat Link V, 1998, Dänemark
|-
|ca. 48 Knoten
|Tragflächenboot
|-
|{{
SegeltörnEin Segeltörn (auch nur: Törn) ist die Bezeichnung für eine Strecke, eine Regatta oder auch für eine ganze Reise, die mit einem Segelboot zurückgelegt wird.
Ein Segeltörn sollte im vorhinein sorgfältig geplant werden. Die Route mit Alternativen sollte besprochen und gut bedacht sein. Je nach Jahreszeit muss mit verschiedenen Windsituationen gerechnet werden. Es sollte sich intensiv über Wetterbedingungen informiert und die Route darauf entsprechend abgestimmt werden. Zur Vorbereitung ist auch die Wahl des entsprechenden Schiffes und seiner Ausstattung und die passende Zusammensetzung der Besatzung (Crew) wichtig.
Crew
Segeltörns werden zumeist aktiv durchgeführt, d.h. man ist Teil der Mannschaft und arbeitet beim Segeln mit. Da der größte Teil der Bevölkerung sich ein eigenes Boot nicht leisten kann, gibt es Unternehmer, die Segelboote für Törns verschiedener Weite und Dauer vermieten (verchartern).
Man kann aber auch als Gast auf dem Segelboot einen Törn mitmachen. Hier gibt es u.a. das Konzept Hand gegen Koje, bei dem man gegen Mitarbeit an Bord kostenlos mitfahren kann. Nicht zuletzt gibt es auch verschiedene Varianten, als Gast bzw. Tourist auf großen Segelschiffen und Windjammern einen Kreuzfahrtsegeltörn mitzumachen.
Siehe auch:
Segeln
Kategorie:Wassersport
Kategorie:Tourismus
Kategorie:Segeln
Kreuzfahrt (Madeira)]]
Als Kreuzfahrt bezeichnet man eine Urlaubsreise auf einem Kreuzfahrtschiff, bei der entlang einer bestimmten Route verschiedene touristische Ziele in Tagesausflügen besucht werden. Die Kreuzfahrt findet meistens auf größeren Passagierschiffen statt, die ein umfangreiches Freizeitprogramm ermöglichen. Die Fahrt zu den Zielpunkten findet häufig nachts statt, damit tagsüber während des Landganges der Zielort und seine Umgebung besucht werden kann.
Hauptzweck ist die Nutzung der zahlreichen Angebote auf den Schiffen, beispielsweise Tanzen, Theater, Sport, Gastronomie und anderem (wird heute gerne als Interpretation der Weisheit "der Weg ist das Ziel" vermarktet). Es gibt weltweit hunderte von Kreuzfahrtschiffen, die bis zu 2514 Passagiere beherbergen. Die Passagiere sind mittlerweile nicht mehr "Reiche". Das Wort entstammt der Seefahrersprache: Kreuzen bedeutet gegen den Wind zu segeln (Schiften der Segel). Bis zur Etablierung von Fluglinien waren längere Schiffspassagen auf hotelähnlichen Passagierschiffen ("Ozeandampfer") keine Kreuzfahrten, sondern nur Mittel zum Zweck der Beförderung (so kann man die Fahrt der HMS Titanic oder Ähnlichen nicht als Kreuzfahrten bezeichnen).
Kreuzfahrten wurden in der deutschen Fernsehserie Das Traumschiff thematisiert. Aber auch diverse Literatur, wie "Mit dem Traumschiff um die Welt" (W.Grab; R.Brockhaus-Verlag)hat den Kreuzfahrten wieder einen Boom beschert.
Im Oktober 2005 kamen zum ersten Mal Meldungen auf, das neben der schon seit Jahren gängigen Containerschiff-Piraterie nun auch Kreuzfahrtschiffe zum Ziel von "Piraten" werden, jedoch bislang erfolglos.
Beispiele für Kreuzfahrtschiffe
- Achille Lauro
- Royal Clipper
- Voyager of the Seas
- Costa Magica
- MSC Lirica
- Die AIDA-Flotte
Die größten Kreuzfahrtschiffe
# Queen Mary II (Cunard Line)
# Grand Princess (Princess Cruises)
# Mariner of the Seas (Royal Caribbean Cruise Line)
# Diamond Princess (Princess Cruises)
# Caribbean Princess (Princess Cruises)
# Carnival Conquest (Carnival Cruise Line)
Siehe auch: Liste der Kreuzfahrtschiffe
Große Kreuzfahrt-Reedereien
- Carnival Corporation (Vereinigte Staaten von Amerika)
- Costa Cruises, Genua/ Italien
- Holland Amerika Line, Seattle/USA
- Cunard Line, Southampton / Großbritannien
- Seaborn Cruises
- Royal Caribbean Cruise Lines, USA
- Celebrity Cruises, Griechenland
- Hapag Lloyd (Deutschland)
- MSC Kreuzfahrten (Italien)
- P&O Cruises, England
- Princess Cruises, England
- Star Cruises, Singapore
- Norwegian Cruise Line
Sonstiges
(nicht zu Verwechseln mit Kreuzzug)
Literatur
- Douglas Ward: Berlitz Ocean Cruising and Cruise Ships: The Definitive Guide, 2004 (Ausgabe 2005), ISBN 3493602510
- C.W. Allers: Backschisch. Skizzen zu einer Orient-Kreuzfahrt im Jahre 1891. Nachdruck Hamburg 1973, ISBN 3-7702-2700-X (historischer Bericht über eine der ersten deutschen Kreuzfahrten)
- Seatrade Europe 2005, Hamburg. In: HANSA International Maritime Journal, 2005 Heft 10 S. 29-37, ISSN 0017-7504 (über Kreuzfahrtschiffe)
Kategorie:Tourismus
Kategorie:Seeschifffahrt
FahrradEin Fahrrad, kurz auch Rad, schweizerdeutsch Velo (von französ. vélocipède = 'Schnellfuß' lt. Grimms Wörterbuch), ist ein in der Regel zweirädriges, einspuriges Fahrzeug, das mit Muskelkraft durch das Treten der Pedale angetrieben wird. Es wird durch stabilisierende Kreiselkräfte der Räder sowie Gewichtsverlagerung und Lenkbewegungen des Fahrers im Gleichgewicht gehalten (siehe Fahrrad fahren). Im Münsterland wird das Fahrrad Leeze genannt.
Der Begriff "Fahrrad" wurde durch Übereinkunft deutscher Radfahrervereine 1885 für "Bicycle" (aus dem Französischen: bicyclette - deutsch Zweirad) eingeführt, ebenso "Radfahrer" für "Bicyclist" und "radfahren" (neue Rechtschreibung: "Rad fahren") für "bicyceln".
Das Fahrrad war das erste mechanische Massenverkehrsmittel. Nach der Nähmaschine war das Fahrrad der zweite technische Massenkonsumartikel.
Nähmaschine
Geschichte
Bilder zur Geschichte des Fahrrads
Legenden
Behauptungen, das Fahrrad sei schon in der Antike oder im Mittelalter erfunden worden, sind nicht überzeugend belegt. Das "Fahrrad" auf einem Kirchenfenster in Stoke Poges hat nur auf einer von E. O. Duncan in seinem Privatdruck verbreiteten Zeichnung zwei Räder sowie Fahrer in Cromwellscher Tracht. Auf dem Original sieht man hingegen einen einrädrigen Wegmesser. Auch das sogenannte Leonardo- Fahrrad gilt als Fälschung – die Zeichnung wurde offenbar nach 1961 Leonardo da Vincis Codex Atlanticus hinzugefügt. Bei dem angeblich vom Comte de Sivrac 1791 erfundenen Velocifère oder Célèrifère, einem starren Zweirad, handelt es sich ebenfalls um eine Falschmeldung, die hundert Jahre später von Baudry de Saunier in Umlauf gebracht wurde.
Muskelkraft
Im 17. Jahrhundert scheint es erste von Menschen betriebene Fuhrwerke gegeben zu haben, die aber nur für Repräsentationszwecke (Triumphwagen) benutzt wurden. Der querschnittsgelähmte Uhrmacher Stephan Farfler hat sich zu dieser Zeit ein dreirädriges Gefährt mit Handkurbelantrieb und Zahnradübersetzung gebaut.
Im 18. Jahrhundert fanden vierrädrige, durch Muskelkraft betriebene Wagen in herrschaftlichen Parks Verwendung – sie wurden über Fußtrommeln oder Pedale vom Personal angetrieben.
Zweiradprinzip
Tatsächlich erfunden hat das einspurige Zweirad Karl von Drais 1817 in Mannheim. Man saß zwischen den Rädern und stieß sich mit den Füßen am Boden ab. Diese hölzerne, von ihm selbst so genannte "Laufmaschine" hieß nach ihm bald "Draisine". Häufig wird unter diesem Begriff auch die 1837 in Wien als Zweirad erfundene Eisenbahn-Draisine verstanden. Drais selbst erprobte dann 1843 eine vierrädrige Eisenbahn-Draisine mit Fußtrommel-Antrieb.
Anlass für die Zweirad-Erfindung war der "Schneesommer" infolge des Tambora-Vulkanausbruches, der 1816/17 zu Hungersnot und Pferdesterben führte, wonach ein Pferdeersatz extrem sinnvoll erschien. Nach der guten Ernte 1817 wurde das Draisinenreiten auf den Gehwegen verboten. Auf den zerfurchten Fahrbahnen konnte nicht balanciert werden.
Die Drais'sche Laufmaschine war von vornherein mit dem Vorderrad lenkbar. Dies ermöglichte, das fahrende Zweirad auch ohne Kontakt der Füße zum Boden im Gleichgewicht zu halten. Damit war die grundlegende Erfindung gemacht, durch Verringerung der Räderzahl den Fahrwiderstand zu vermindern und durch Ausnutzung der Massenträgheit das Zweirad im Gleichgewicht zu halten.
Schon kurz darauf wurden in England die ersten, teilweise eisernen Laufmaschinen oder Velozipede gebaut, die sich den Spitznamen "Hobby-Horse" (Steckenpferd) erwarben. 1819 gab es in Ipswich erste Rennen; hierzulande wurde erst 1828 aus München davon berichtet.
Eine neue Drais-Biographie ist zugleich auch frühe Fahrradgeschichte und Faksimile-Quellenedition aller frühen Belege:
H. E. Lessing, Automobilität - Karl Drais und die unglaublichen Anfänge (Leipzig 2003).
Die Gebrüder Ljungström waren sehr kreative und typische Erfinderpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Sie erfanden nicht nur die nach ihnen benannten Turbinentyp, sondern auch eine frühe Form des Fahrrades. Dieses Fahrrad besaß bereits die heute bekannte Rahmenform, der Antrieb des Rades funktionierte jedoch nach einem völlig anderen Prinzip. Die Gebrüder verwendeten Klavierdraht und Exzenter statt Fahrradkette und Hinterradritzel. Ihr Svea-Fahrrad mit Freilauf wurde ab 1892 in Serie hergestellt und konnte sich für etwa zehn Jahre am Markt behaupten, bis die technologischen Probleme bei der Herstellung von Fahrradketten überwunden waren.
Pedalantrieb
München
Eine Weiterentwicklung stellte 1864 das von Pierre Michaux gebaute Velociped dar, deutsch auch Veloziped, und fälschlich 1930 "Michauline" benannt, bei dem der Antrieb durch starr an der Vorderradachse angebrachte Pedale erfolgte. Dabei war konstruktionsbedingt die Entfaltung (die zurückgelegte Strecke pro Kurbelumdrehung) gleich dem Umfang des Vorderrads. Um höhere Geschwindigkeiten fahren zu können, musste daher das Vorderrad vergrößert werden, was nach 1870 zur Entwicklung des Hochrades führte. In vielen Städten wurde das Velozipedfahren sogleich verboten, in Köln bis 1894!
Eine wichtige Voraussetzung für das Hochrad war die Erfindung gespannter, nur zugbelasteter Stahlspeichen durch Eugène Meyer (1869).
Das Hochradfahren verlangte deutlich mehr Geschick, besonders beim Auf- und Absteigen. In dieser Zeit wurden erneut Radrennen gefahren. Dabei waren Geschwindigkeiten von deutlich mehr als 40 km/h üblich! Durch den hohen Schwerpunkt (der Sattel befand sich rund 1,5 m über dem Boden nur wenig hinter der Vorderachse) drohte Hochradfahrern bei Bremsmanövern oder Straßenunebenheiten die Gefahr, sich zu überschlagen.
Kettenantrieb
Die Anwendung des Kettenantriebs im Fahrradbau, der durch verschieden große Zahnräder an den Kurbeln und der Radachse eine Übersetzung ermöglicht (eine Kurbelumdrehung dreht das Rad mehr als einmal), führte zum "Känguruh", einem gemäßigten Hochrad mit beidseitigem Kettenantrieb am Vorderrad. Doch erst der 1878 eingeführte einseitige Kettenantrieb des Hinterrades konnte sich wirklich durchsetzen – die Konstruktion war einfacher und stabiler, das Rad wegen der Entkoppelung von Antrieb und Lenkung leichter zu fahren, und die Sitzposition zwischen Vorder- und Hinterrad gewährleistete ein wesentlich sichereres Fahrverhalten. Bekanntester Vertreter dieser Bauform war das von John Kemp Starley seit 1884 angebotene "Rover Safety Bicycle".
Seit 1884 waren hierzulande auch die ersten brauchbaren Kugellager der von Friedrich Fischer gegründeten "Velociped-Gußstahlkugelfabrik" erhältlich, die den Reibungswiderstand in Naben und Tretlager drastisch verringerten.
In der Geschichte des Fahrrades wurden immer wieder Alternativen zum Kettenantrieb erfunden und erprobt - von Kardanwellen über Riemenantrieben bis zu hochkomplizierten Hebelmechanismen. Doch keine dieser Entwicklungen konnte bisher langfristig mit der Kette konkurrieren
Diamantrahmen und Stahlrohr
Kugellager
Kugellager
Kugellager
Kugellager
Um 1880 kam der Diamantrahmen auf, eine Fachwerkkonstruktion aus einem einfachen Dreieck (genauer: Viereck; bei modernen Alu- und Carbonrahmen verschmelzen jedoch Ober- und Unterrohr manchmal zu einem Dreieck am Steuerkopf) für den Hauptrahmen und einem doppelten für den Hinterbau ("Diamant" ist eine falsche Übersetzung von "Diamond", was auch Raute bedeutet und die Rahmenform beschreibt).
Bis dahin waren bei Niederrädern sog. Kreuzrahmen üblich, die im wesentlichen aus einer Strebe von der Vordergabel zur Hinterachse und einer zweiten, sie kreuzenden Strebe vom Sattel zum Tretlager bestanden. Beim Diamantrahmen werden die Streben fast nur durch Zug und Druck belastet und kaum noch durch Verwindung oder Verbiegung – deshalb ist er wesentlich stabiler als ein Kreuzrahmen.
Das nahtlos gezogene Stahlrohr
Die Rahmen früher Fahrräder waren aus massivem Eisen oder Hohlstahl gefertigt und entsprechend schwer. 1885 ließen sich die Brüder Mannesmann ein Verfahren zur Erzeugung nahtloser Stahlrohre patentieren. Mit diesem seit 1890 erhältlichen Stahlrohr war schließlich das Rahmenmaterial gefunden, das bis vor kurzem im Fahrradbau dominierte und inzwischen teilweise durch Aluminium und im Radrennsport auch durch kohlenstoffaserverstärktem Kunststoff (umgangssprachlich Carbon) verdrängt wird.
Das aus Stahlrohr gefertigte "Rover" mit Diamantrahmen wurde zum Prototyp des modernen Fahrrads.
Die qualitativ hochwertigsten gezogenen Stahlrohre für Fahrradrahmen wurden bis in die 90er Jahre von den Herstellern Columbus und Reynolds hergestellt.
Damenräder
Eine etwas andere Rahmengeometrie war bis in die 80er Jahre bei sog. Damenrädern üblich. Statt vom Sitzrohr zum Steuerrohr waagrecht verlief hier das Oberrohr von einer am Sitzrohr etwa 20 cm oberhalb des Tretlagers angesetzten Muffe zunächst waagrecht, dann mehr oder weniger parallel zum Unterrohr. In moderneren Versionen verlief es von der Mitte des Sitzrohres zum Steuerrohr.
Sattel
Fahrräder haben einen Sattel, der dem Körper während der Fahrt Halt gibt. Für weitergehende Informationen siehe Fahrradsattel.
Luftreifen
1888 erfand der schottische Tierarzt John Boyd Dunlop den Luftreifen, der erstmals eine praktikable Dämpfung und zuverlässigere Bodenhaftung ermöglichte. Bis dahin waren Fahrräder mit Eisen- oder seit 1865 mit Vollgummireifen ausgestattet. Den ersten abnehmbaren Luftreifen erfanden die Brüder Michelin 1890 in Frankreich. Der Luftreifen stieß anfangs auf große Skepsis; den Durchbruch brachten erst Erfolge im Rennsport. (Fahrradventil)
Freilauf und Schaltung
Der von A. P. Morrow 1889 in den USA patentierte Freilauf war unter Radfahrern zunächst sehr umstritten. Die Freilaufgegner hatten ebenso gewichtige Argumente gegen seine Anerkennung im Radsport wie die Befürworter dafür. Der in den USA schon früher entschiedene Streit wurde in Deutschland erst nach 1900 durch die erfolgreiche Markteinführung der Torpedo-Freilaufnabe von Fichtel & Sachs mit integrierter Rücktrittbremse beendet.
1907 wurde die erste 2-Gang-Nabenschaltung nach einem Patent der Wanderer-Werke von Fichtel & Sachs auf den deutschen Markt gebracht. Sie besaß ein Planetengetriebe und ebenfalls eine Rücktrittbremse.
Weitere Entwicklung
Die weitere Entwicklung des Fahrrads orientierte sich am Konzept des Niederrads – lediglich mit Varianten bei Konstruktion und Materialien. Größere Fortschritte wurden nur noch bei Gangschaltung und Bremsen gemacht. Seit den 1990er Jahren werden Fahrräder zunehmend mit Federung ausgestattet.
Heute werden Fahrradrahmen zum Großteil aus Aluminium hergestellt. Im Radsport finden Rahmen aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (umgangssprachlich Carbon) ihren Einsatz, damit kann das Gewicht noch weiter reduziert werden.
Besonders in den 1880ern und 1890ern wurde viel mit alternativen Bauformen experimentiert, die sich aber nicht durchgesetzt haben. Mit der Umweltbewegung sind seit den 1980er Jahren Sonderformen wie Dreiräder und Liegeräder wiederentdeckt und weiterentwickelt worden, werden aber vom Fahrradhandel nicht so unterstützt wie die im Radrennsport gebräuchlichen Formen. Für diesen Sport, der i. d. R. mit größeren Feldern im Massenstart durchgeführt wird, sind solche Räder nicht wendig genug, und sie bieten daher zuwenig Sicherheit im Verhältnis zu den hohen möglichen Geschwindigkeiten.
Die im Zusammenhang mit dem Fahrrad gemachten Erfindungen waren wegbereitend für die Entwicklung des Motorrads und des Automobils um 1900, ebenso wie der Kampf gegen Fahrverbote der Obrigkeit.
Radgeschichtliche Organisationen und Literatur
Organisationen, die sich mit der Erforschung der Geschichte des Fahrrads sowie mit der sachgerechten Erhaltung aller damit in Verbindung stehenden Artefakte beschäftigen, sind der britische Veteran-Cycle Club, der deutsche Historische Fahrräder e.V., die US-amerikanischen Wheelmen sowie andere nationale und auch kleinere Clubs, die meist über Internet-Suchmaschinen erreichbar sind. Dort auch Information über Foren und Mailing Lists.
Seit 1990 tagt die International Cycling-History Conference (ICHC) jedes Jahr in einem anderen Land (www.cycling-history.org). Ihre Tagungsberichte "Cycle History", z. Zt. Band 14 - auch in deutschen Bibliotheken vorhanden, bieten die Möglichkeit, sich in den aktuellen Erkenntnisstand einzuklinken. Die ICHC hat mit verbreiteten patriotischen Fälschungen, Wanderfehlern und Mutmaßungen aufgeräumt und schreibt die Fahrradgeschichte praktisch neu.
Periodisch erscheinende Publikationen stehen im Zusammenhang mit den Vereinen, außer dem in den USA erscheinenden "Vintage Bicycle Quarterly", das über [http://www.vintagebicyclepress.com/] kontaktiert werden kann.
Die Standardmonographie zur Sozialgeschichte des Fahrrads ist Rüdiger Rabenstein, "Radsport und Gesellschaft". Hier auch ein riesiger bibliographischer Anhang. Der Band ist im Handel erhältlich.
Technik
Die Fahrradtechnik ist heute kompliziert und vielfältig. Einige Komponenten können nur mit Spezialwerkzeugen montiert oder repariert werden.
Zu einem ausführlichen Artikel siehe Fahrradtechnik.
Fahrradtypen
Die Unterscheidungen sind nicht standardisiert, die Bezeichnungen unterliegen Moden und sind nicht immer scharf zu trennen. Der Artikel Fahrradtypen versucht, sie dennoch zu ordnen.
Bedeutung als Verkehrsmittel
Das Fahrrad ist das erste und bis heute preiswerteste Individualverkehrsmittel. In Europa erlangte es seine größte Verbreitung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, denn es war auch für Arbeiter erschwinglich, die infolge der Industrialisierung immer längere Wege zurücklegen mussten.
Durch den wachsenden Wohlstand nach dem Zweiten Weltkrieg und das zunehmende Angebot an vergleichsweise preiswerten motorisierten Fahrzeugen wurde das Fahrrad als alltägliches Verkehrsmittel durch Motorräder und schließlich Autos zurückgedrängt. Erst mit dem wachsenden ökologischen Bewusstsein seit den 1970er Jahren erlangte das Fahrrad in wohlhabenden Nationen Europas wieder eine etwas größere Bedeutung im städtischen Nahverkehr. Für viele Kinder und Jugendliche hat das Fahrrad aber dennoch eine wichtige Bedeutung, erhöht es doch enorm den Bewegungsradius.
In den ärmeren Regionen der Welt spielt das Fahrrad noch immer eine ähnlich bedeutende Rolle wie in Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es wird aber auch dort, soweit es die wirtschaftliche Entwicklung erlaubt, immer mehr durch das Auto ersetzt (zum Beispiel in China). Da Autos zu den Hauptverursachern von Umweltverschmutzung und Klimaveränderung gezählt werden, handelt es sich dabei um eine besorgniserregende Entwicklung.
Die in einer Stadt zurückgelegten Wege sind zu 50 Prozent drei bis fünf Kilometer lang, also mit einem Fahrrad gut zu bewältigen. Als umweltfreundliches und energiesparendes Fortbewegungsmittel kann auch das Fahrrad dazu beitragen, die vom Kyoto-Protokoll vorgeschriebene CO2-Reduktion zu erreichen.
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten [http://www.rotenkamp.de/adfc-helmstedt/buecher/ Bücher über Radreisen] veröffentlicht. Spielten in den darauffolgenden Jahrzehnten Radreisen beim sich entwickelnden Tourismus aber eine eher geringe Rolle, so wächst besonders in Europa in den letzten Jahren die Bedeutung des Radtourismus. Durch die Anlage von Radfernwegen und regionaler Radroutennetze gelingt es in vielen Regionen, Touristen für diese ökologische Variante des Urlaubes zu gewinnen.
Organisationen
Einige Organisationen, die sich für das Fahrrad als Verkehrsmittel engagieren, sind:
- European Cyclists' Federation
- ADFC (Deutschland)
- RKB (Deutschland)
- ARGUS (Österreich)
Siehe auch
- Allgemein: Fahrradfahren | Wikipedia:WikiReader/Fahrräder | Wikipedia:WikiReader/Radrennen
- Verwandte: Einrad | Muskelkraftbetriebenes Fahrzeug | Tandem | Velomobil | Ergometer | Elektrofahrrad | Hydrobike | Schienenfahrrad | Motorrad | Scooter
- Unterarten: Bonanzarad | BMX | Liegerad | Mountainbike | Rennrad | Speedbiker
- Teile: Fahrradschloss | Schalthebel | Fahrradbereifung | Fahrradventil
- Fahren: Fahrrad fahren | Fahrradwege auf stillgelegten Bahntrassen | Radweg
- Sonstiges: Gratisrad | Fahrraddiebstahl | Fahrradpumpe | Waffenrad
- Urlaub: Radreisen
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