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Rinde

Rinde

Die Rinde (lat. Cortex) bildet den äußeren Teil der Stängel und Wurzeln von krautartigen Pflanzen und Holzgewächsen. Sie besteht aus einem parenchymatischen Grundgewebe und liegt zwischen der Epidermis und dem System der Fibrovasalstränge. Bei Holzgewächsen ist sie jedenfalls an den ein- und wenigjährigen Organen vorhanden, wird aber beim Erstarken der Stämme vielfach durch andere Gewebe ersetzt, die man im gewöhnlichen Sprachgebrauch auch als Rinde bezeichnet, indem man darunter das gesamte das Holz umgebende Gewebe, also auch den Weichbast und bei älteren Stämmen die Borke versteht (Periderm und Kork). Rinden finden vielfache Nutzung: Ihr Reichtum an Gerbsäure macht sie zu den wichtigsten Gerbmaterialien. Zur Gewinnung der Gerbrinden werden die betreffenden Gehölze (Eichen und Akazien) in Schälwaldungen gezogen. Man läßt die Schößlinge nur das Alter erreichen, in welchem sie die beste Rinde liefern. Die Korkeiche liefert den Kork, viele andere Rinden und Rindenteile, so die Chinarinde oder der Zimt werden arzneilich oder als Gewürz benutzt. Rinde fällt in allen Betrieben an, die Holzstämme entrinden. Rinde wird für die Erzeugung von Mulchrinde und Rindenkompost, als Torfersatz und für die Erzeugung von Energie verwandt. Mulchrinde und Rindenkompost werden durch Zerkleinerung, Siebung und gegebenenfalls Kompostierung von Baumrinde erzeugt. Sie wird lose oder in Säcken an den Endverbraucher geliefert. Rinde kann auch in Energiepellets eingemischt werden. pellets

Quelle


- Meyers Konversationslexikon, 1888
- http://www.brenner.lu/produkte.phtml (Mit ausdrücklicher Genehmigung von Klaus Brenner) Kategorie:Pflanzenmorphologie Kategorie:Forstwirtschaft Kategorie:schutz

Wurzel

Der Begriff Wurzel (althochdeutsch wurzala, das Gewundene) bezeichnet
- den im Boden befindlichen, meist fein verästelten, Teil einer Pflanze, der zugleich Organ der Mineralstoff- und Wasseraufnahme sowie Speicherorgan ist, siehe Wurzel (Pflanze)
- in der Mathematik die Umkehrfunktion zum Potenzieren, siehe Wurzel (Mathematik)
- einen Teil eines Zahnes, siehe Zahnwurzel
- Teil von Hand und Fuß
- in der Informatik und der Graphentheorie den obersten Datenknoten in einem Baum bzw. Wurzelbaum, siehe Wurzel (Graphentheorie)
- eine mathematische Schülerzeitschrift, siehe Die Wurzel
- ein Comic, siehe Wurzel (Comic)
- regional eine Karotte
- etwas, worauf etwas zurückzuführen ist (die Wurzel allen Übels)
- die Ansatzstelle eines Körperteils (die Wurzel der Nase)
- in der Sprachwissenschaft die Grundform eines Wortstamms (auch in mehreren Sprachen gemeinsam), siehe Wurzel (Linguistik)
- in der Mathematik die Nullstelle eines Polynoms, dieser Ausdruck ist vor allem in der Galoistheorie üblich

Siehe auch



Kraut

Mit dem Begriff Kraut (von althochdeutsch krut: nutzbares Gewächs) wurden nützliche Blattpflanzen bezeichnet, im Gegensatz zu Unkraut; (verw. Gemüse). Im Süddeutschen steht Kraut allgemein für Kohl (z.B. Blaukraut, und nicht Rotkohl). "Kraut" werden genannt:
- Pflanzen, deren oberirdische Teile nicht verholzen.
- Heilpflanzen, Gewürzpflanzen
- das Grüne, nicht verwertbare bestimmter Pflanzen (das Kraut der Rüben)
- Kohl, insbesondere als Sauerkraut - sauer eingelegter Weißkohl (landsch.)
- Wildkräuter, Auf der Alm und Weiden wachsendes "Unkraut"
- Obstsirup: Apfelkraut, Birnenkraut
- Rübenkraut: Sirup der Zuckerrübe (nicht das Grüne der Rübe)
- Schießpulver (Jägersprache)
- Krabben, Garnelen (niederdeutsch)
- Krauts (im Englischen) abwertender Ausdruck für Deutsche In der Botanik bezeichnet Kraut eine spezielle Pflanzenwuchsform. Nicht ausdauernde Pflanzen werden dabei als Kräuter bezeichnet, und weiter in einjährige Kräuter und zweijährige Kräuter unterteilt. ja:ハーブ

Epidermis

Als Epidermis (griech. epi über, darauf; derma Haut) bezeichnet man die Oberhaut bei Tieren und beim Menschen. Sie bildet als äußerste Hautschicht die eigentliche Schutzhülle gegenüber der Umwelt. Sie ist mehrschichtig und besteht zu 90 Prozent aus Keratinozyten, den eigentlichen Epidermiszellen, die durch so genannte Desmosomen zusammengehalten werden. In den obersten Schichten besteht die Epidermis aus verhornten Plattenepithelzellen. Man unterscheidet insgesamt fünf Schichten: Hornschicht (Stratum corneum), Glanzschicht (Stratum lucidum), Körnerschicht (Stratum granulosum), Stachelzellschicht (Stratum spinosum), Basalschicht (Stratum basale).

Stratum corneum

Plattenepithel Der Übergang in das Stratum corneum, die äußerste Schicht der Epidermis erfolgt abrupt. Die nun vollständig verhornten Korneozyten bilden jetzt als "Hornzellen" die "Hornzellschicht", die je nach Region zwischen 12 und 200 Zellschichten dick sein kann. Die Zellen dieser Epidermisschicht sind abgestorben und enthalten keine Zellorganellen mehr. Fette zwischen den Zellen bilden gemeinsam mit den Hornzellen (Korneozyten) eine wasserabweisende Schutzschicht.

Stratum disjunctum

Das Stratum disjunctum ist der Anteil des Stratum corneum, in dem sich die Hornzellen voneinander lösen und unmerklich von der Haut abschilfern (abfallen), indem sich die Kontakte zwischen den Zellen auflösen. Erfolgt dieser Prozess unvollständig, wird der "Zellverlust" als Schuppung sichtbar. Diese oberste Schicht der Hornhaut weist durch Lufteinlagerungen einen anderen Kontrast als das darunterliegende Material auf.

Stratum lucidum

Das auch als "Glanzschicht" benannte Stratum lucidum ist eine unter dem Mikroskop sehr einheitlich aussehende Zellschicht, die ausgeprägt nur an der Leistenhaut der Hände und Füße vorkommt. Sie hat die Aufgabe eine Barriere gegen alle Formen von Eindringlingen in die Haut darzustellen. Sie besteht zum Großteil aus einer öligen Schicht mit geringeren Brechungsunterschieden (daher erscheint sie transparent). In der Felderhaut ist sie kaum ausgebildet und daher auch nur als dünner andersfärbiger Zellstreifen unter dem beinahe unstrukturierten Stratum corneum zu erkennen und bildet die Übergangsschicht zur stark inhomogenen Körnerzellschicht. Felderhaut

Stratum granulosum

Mit fortschreitender Verhornung beginnt in dieser "Körnerzellschicht" bereits der Abbau der Zellen, sie wandeln sich allmählich in leblose Keratinozyten um. Die äußere Form plattet sich allmählich ab und das Zellinnere wird mehr und mehr von Keratingranula dominiert. Der Zellkern ist nicht so gut abgrenzbar wie im Stratum spinosum.

Stratum spinosum

In dem auch als "Stachelzellschicht" bezeichneten Stratum spinosum sind die Zellen durch Zytoplasmaausläufer mit Desmosomen verbunden. Da die Zellen bei einer histologischen Verarbeitung schrumpfen haben die Zellen im Präparat ein stacheliges Aussehen. Hier beginnt bereits die Verhornung (Keratinisierung). Im Stratum spinosum liegen Abwehrzellen des lymphatischen Systems, die als Langerhans-Zellen bezeichnet werden.

Stratum basale

Das Stratum basale - die "Basalzellschicht" - dient als einlagige innerste Zellschicht der Regeneration der Haut, hier finden Zellteilungen statt. Die Nährstoffversorgung ist hier noch vergleichsweise gut (denn die Epidermis selber enthält keine Blutgefäße). Die Abgrenzung zur darunter liegenden Lederhaut erfolgt wie bei allen Epithelien durch eine Basalmembran, die in der Felderhaut weitgehend flach verläuft, in der Leistenhaut aber stark durch Papillen (Ausbuchtungen der Lederhaut) verformt wird, deren Dichte die Struktur der Hautleisten vorgibt. Innerhalb der Basalzellschicht liegen spezielle Sinneszellen für Berührungsreize, die Merkel-Zellen. Zudem liegen hier Melanozyten, die Pigment bildenden Zellen. Die Grenze zur Lederhaut bildet die für Epithelien typische, extrazelluläre Basalmembran.

Siehe auch

Keratin, Akantholyse

Weblinks


- [http://www.uni-karlsruhe.de/~botanik/anf-prakt/hel-epi.jpg obere Epidermis in Aufsicht]
- [http://www.uni-karlsruhe.de/~botanik/anf-prakt/hel-bla.jpg Blattquerschnitt (Übersicht)]
- [http://www.zum.de/Faecher/Materialien/beck/12/bs12-3.htm Aufbau eines typischen Laubblattes]
- [http://www.clunes.de/derm-info-ordner/daten/Derm-Info-Ordner-32.htm Anatomie der Haut] Kategorie:Haut

Holz

Holz (v. althochdt.: holz = Abgehauenes) bezeichnet die feste harte Substanz des Stammes, der Äste und Zweige von Bäumen und Sträuchern. Es wird in den Pflanzen von den Zellen des Meristems gebildet. Der nachwachsende Rohstoff Holz ist eine der ältesten Nutzpflanzen. Es besteht aus:
- Zellulose (40-50 %)
- Lignin (20-30 %)
- Hemicellulose (Polyosen) (20-30 %)
- Akzessorische Bestandteile (auch Begleit-, Inhalts- oder Extrastoffe) (1-3 %, Tropenholz bis 15 %!): Fette, Stärke, Zucker, Eiweiß, Phenole, Wachse, Pektine, Gerbstoffe (nur bei Laubhölzern), Sterine, Harz, Terpene
- Asche (0,1-0,5 %, Tropenholz bis 5 %) Im Wald befindliches, nicht lebendes Holz nennt man auch Totholz.

Gewinnung und Verwendung

Bei der Gewinnung von Holz für industrielle oder sonstige Zwecke ist zwischen nachhaltiger Forstwirtschaft und devastierendem Raubbau zu unterscheiden.

Holzverarbeitung

Holz wird genutzt als: # Brennstoff: Holz weist als nachwachsender Rohstoff eine extrem günstige Energiebilanz auf, ohne dass die Produktionsfläche nur der Produktion dient. Aus diesem Grund fand Holz Verwendung als Brennstoff in Holzöfen. Durch die Entwicklung bequemer Befeuerungsanlagen wie der Holzpelletheizung oder die einfache Handhabung von Hackschnitzel kommt die Nutzung von Holz als Brennstoff inzwischen wieder häufiger vor. # Rohstoff für Zellstoff, aus dem wiederum Papier hergestellt werden kann. # Rohstoff für chemische Prozesse. # Baustoff (Bauholz): Das höchste Holzgebäude der Welt steht in Magdeburg, Deutschland. Es handelt sich um den Jahrtausendturm (eröffnet 1999 im Rahmen der Bundesgartenschau auf dem Gelände des Elbauenparks). # Ausgangsstoff für Holzwerkstoffe wie beispielsweise Spanplatten, Tischlerplatten oder Sperrholz. # für Energieversorgungsmasten und Holzschwellen für die Eisenbahn stellt es mit seinen hervorragenden Eigenschaften, auch als nachwachsender Rohstoff, eine sinnvolle Möglichkeit der Nutzung dar. # Material für Möbel in Form von Massivholzplatten, Furnier # Rahmenkonstruktion im Fenster-Bau # Gebrauchtes Holz wird als Altholz bezeichnet und dient zerkleinert als Rohstoff für die Holzwerkstoffindustrie. Altholz wird zunehmend aber auch als Brennmaterial in Biomassekraftwerken zur regenerativen und CO2-neutralen Energiegewinnung genutzt. # Ausgangsmaterial für die Herstellung von Branntwein, siehe Holzbranntwein # Klanghölzer für Musikinstrumente

Holzarten

Nadelholz

Holzbranntwein Entwicklungsgeschichtlich sind Nadelhölzer älter als Laubhölzer, haben daher einen einfacheren anatomischen Zellaufbau und besitzen nur zwei Zellarten. #Tracheiden: Langgestreckte (prosenchymatische) an den Enden spitz zulaufende Zellen, die nur mit Luft oder Wasser gefüllt sind. Sie haben einen Anteil von 90-95 % der Holzsubstanz. Über so genannte Tüpfelpaare erfolgt der Wasseraustausch zwischen den Zellen. In radialer Richtung sorgen die Holzstrahlen (Quertracheiden) für den Wassertransport. Sie haben einen Anteil von 4-12 % an der gesamten Holzsubstanz. #Parenchymzellen: Meist rechteckige Zellen, die die Leitung von Nähr- und Wuchsstoffen sowie die Speicherung von Stärke und Fetten übernehmen. In radialer Richtung bilden sie ebenfalls Holzstrahlen und umgeben die Harzkanäle, hier spricht man dann auch von Epithelzellen. Diese Epithelzellen produzieren das Harz, welches sie in den Harzkanal ausscheiden. Auch Nadelbäume, die keine Harzkanäle besitzen (z.B. Tanne), können so im Falle einer Verwundung traumatische Harzkanäle bilden. Die Nadelbäume Fichte, Lärche, Kiefer und Douglasie besitzen Harzkanäle, Eibe, Tanne und Wacholder nicht.

Laubholz

Wacholder Die Zellen von Laubholz sind wesentlich differenzierter als die von Nadelholz. Man kann sie in drei funktionale Gruppen einteilen. #Leitgewebe: Gefäße (Tracheen), Gefäßtracheiden, vasizentrische Tracheiden. Die beiden letzteren sind Zwischenstufen in der Entwicklung von der Tracheide zum Gefäß. #Festigungsgewebe: Libroformfasern, Fasertracheiden #Speichergewebe: Holzstrahlenparenchymzellen, Längsparenchymzellen, Epithelzellen Charakteristisch für Laubhölzer sind die in Nadelhölzern nicht vorhandenen Gefäße. Sie sind oft mit bloßem Auge als kleine Löcher im Holzquerschnitt und als Rillen im Tangentialschnitt zu erkennen. Man unterscheidet hier, je nach Anordnung dieser Tracheen, ringporige Hölzer (z. B. Eiche, Edelkastanie, Esche, Robinie, Ulme ...), halbringporige Hölzer (z. B. Nussbaum, Kirsche ...) und zerstreutporiger Hölzer (z. B.Birke, Erle, Linde, Pappel, Rotbuche, Weide ...).

Tropenholz

Weide] Der Begriff Tropenholz ist eher unpräzise und nicht alternativ zu Laub- oder Nadelholz zu verstehen. Er bezeichnet aus mitteleuropäischer Sicht die in den tropischen oder subtropischen Regionen der Erde wachsenden Holzarten. Viele tropische Hölzer zeichnen sich durch vorteilhafte mechanische Eigenschaften und höhere Beständigkeit gegen Bewitterung, Insekten- oder Pilzbefall aus, oftmals wird auch die Farbe oder Maserung als ansprechend empfunden. Der Konsum von Tropenholz wurde in den Industrieländern seit den 1970er Jahren kritisch diskutiert, da der Bestand der tropischen Regenwälder unter anderem durch Raubbau gefährdet ist. Andererseits stellt Holz einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für viele tropische Länder dar und ist (wie auch in den gemäßigten Zonen) eine wichtige Einkommensquelle für die ländliche Bevölkerung. Beispiele: Bangkirai, Bongossi, Abachi,Teak,Framiere

Verkernung

Als Splintholz bezeichnet man den Bereich des Stammes, der aktiv am Wasser- und Nährstofftransport teilnimmt. Bei Splintholzbäumen (z. B. Bergahorn, Birke, Erle, Pappel, Spitzahorn, Weißbuche ...) ist es der ganze Stammquerschnitt. Er weist eine einheitliche Farbgebung auf. Von der Verkernung von Holz spricht man, wenn die inneren Wasserleitbahnen des Stammes unterbrochen werden und die Zellen absterben. Dies geschieht bei Nadelhölzern durch Verschließen der Hoftüpfel und bei Laubhölzern durch eine Verthyllung und ein Füllen der Zelllumen. Danach werden Kerninhaltsstoffe gebildet und in die Zellwände eingelagert, was oft zu einer Erhöhung der natürlichen Dauerhaftigkeit führt. Ist der Kernbereich deutlich durch eine dunkle Färbung zu erkennen, spricht man von Kernholzbäumen (z. B. Eiche, Walnuss, Kiefer, Kirschbaum, Douglasie, Lärche, Robinie ...). Wenn kein Farbunterschied zu erkennen ist, aber über den verringerten Feuchtigkeitsgehalt darauf geschlossen werden kann, dass der Innenbereich verkernt ist, spricht man von Reifholzbäumen (z. B. Fichten, Tanne, Linde, Birnbaum, Rotbuche ...). Bei Kern-Reifholzbäumen (z. B. Esche, Ulme ...) ist der Kern farblich abgesetzt, gefolgt von einem Reifholzbereich, der ebenso wie der Kern nicht mehr am Nährstofftransport teilnimmt und einem äußeren Splintbereich.

Entstehung von Holz

Kern-Reifholzbäumen; 2 = Harzkanäle; 3 = Primäre Holzstrahlen; 4 = Sekundäre Holzstrahlen; 5 = Kambium; 6 = Holzstrahlen des Bastes; 7 = Korkkambium; 8 = Bast; 9 = Borke]] Die Entstehung von Holzsubstanz findet in teilungsfähigen Zellen der Pflanze statt. Man unterscheidet hier zwei verschiedene Arten von Bildungsgeweben (Meristeme):
- Das Scheitelmeristem (Vegetationskegel) sorgt für das Längenwachstum (primäres Wachstum) an den Spross-, Zweig- und Wurzelspitzen.
- Das Kambium, welches sich zwischen Holz und Rinde befindet, sorgt für das Dickenwachstum (sekundäres Wachstum).
Bei der Teilung einer Kambiumzelle entstehen zwei gleiche Zellen, von denen jedoch nur eine ihre Teilungsfähigkeit behält und zu einer neuen Initialzelle heranwächst.
Aus der anderen wird eine Dauerzelle die sich noch ein- oder mehrmals teilt. Schließlich entsteht je nach Lage eine Bastzelle (Phloem), aus denen die Innenrinde und die daraus später entstehende Borke besteht, oder eine Holzzelle (Xylem). Hierbei ist zu beachten, dass die Zellteilung nach innen, also die Bildung von Holzzellen wesentlich öfter stattfindet und so der Rindenanteil am gesamten Stamm nur etwa 5-15 % beträgt.
Nachdem sich die Dauerzelle ein letztes mal geteilt hat, findet eine Differenzierung der Holzzelle zu einer Leitungs-, Festigungs- oder Speicherzelle statt. In unseren Breiten gibt es klimatisch bedingt vier Wachstumsphasen:
- Ruhephase (November-Februar)
- Mobilisierungsphase (März, April)
- Wachstumsphase (Mai-Juli): Holzzellen, die in dieser Jahreszeit entstehen sind großlumig, dünnwandig und von heller Farbe und bilden das so genannte Frühholz.
- Depositionsphase (August-Oktober): Holzzellen, die in dieser Jahreszeit entstehen sind kleinlumig, dickwandig und von dunkler Farbe und bilden das so genannte Spätholz bzw. Herbstholz. Durch dieses zyklische Wachstumsverhalten entstehen Jahresringe, die deutlich in einem Querschnitt durch einen Stamm erkennbar sind (siehe auch Dendrochronologie). Bei manchen Bäumen entsteht ab einem Alter von etwa 20-40 Jahren im Inneren das Kernholz. Im Gegensatz zu dem Splintholz besteht es nur noch aus toten Zellen. Hier findet also keine Wasserleitung oder Speicherung von Nährstoffen mehr statt.

Aufbau der Zellwand

Bewegt man sich von außen in das Innere einer Holzzelle, durchschreitet man mehrere Schichten die zusammen die Zellwand bilden und unter einem Elektronenmikroskop erkennbar sind. Zwischen den Zellen befindet sich die Mittellamelle, die zusammen mit der Primärwand die so genannte Mittelschicht bildet. Danach folgt die Sekundärwand 1 (S1) und Sekundärwand 2 (S2), wobei die S2-Schicht die mächtigste und dominierenste ist. Die anschließende Tertiärwand (S3) wird von einer Warzenschicht bedeckt und bildet den Abschluss. Die einzelnen Schichten oder Lamellen bestehen aus Fibrillen (Mikrofibrillen), die wiederum aus Elementarfibrillen (Mizellen) gebildet werden. Elementarfibrillen sind Bündel aus mehreren Zellulosemakromolekülen, die aus 10 - 14.000 Glukosebausteinen bestehen und in eine Matrix aus Hemizellulosen und Lignin eingebettet sind und bilden amorphe und kristalline Bereiche. Das Quellen und Schwinden des Holzes bei Wasseraufnahme und Abgabe lässt sich durch die Orientierung dieser kristallinen Bereiche, in denen die Elementarfibrillen streng parallel verlaufen, dicht gepackt sind und eine Wassereinlagerung praktisch nicht stattfindet, in der dominaten S2-Schicht erklären. Hier sind diese Bereiche so gut wie parallel zur Stammachse angeordnet; amorphe Bereiche in denen deutlich mehr Wasser gebunden werden kann und das Volumen so vergrößert wird sind in radialer und tangentialer Stammrichtung also häufiger anzutreffen als in Stammlängsrichtung, in welcher das Holz deshalb 10 - 20mal weniger Quellungsverformungen aufweist. In der verhältnismäßig dünnen S1- und S3-Schicht verlaufen die kristallinen Bereiche orthogonal zu denen in der dicken S2-Schicht.

Einsatzbereiche

orthogonal Wie jeder andere Werkstoff hat auch Holz seine Vor- und Nachteile. Unter ökologischem Gesichtspunkt ist die Reproduzierbarkeit sicherlich ein wichtiger Punkt, doch auch die leichte Bearbeitbarkeit und der damit verbundene niedrige Energiebedarf bei der Gewinnung sowie bei der Verarbeitung spielen hier eine wichtige Rolle. Wandert das Holz schließlich auf den Müll oder fallen bei der Produktion Abfälle an, kann es problemlos entsorgt werden. Im Idealfall kann es sogar kompostiert werden. Lassen Begleitstoffe wie Holzschutzmittel, Lacke oder Leime dies nicht zu, ermöglicht moderne Rauchgasreinigung auch in diesen Fällen eine thermische Nutzung. Aufgrund seines geringen Wärmeleitvermögens ist Holz ein hervorragendes Dämmmaterial (z. B. Faserdämmplatten, Balsa zur Isolation von Flüssiggastanks). Zudem ist Holz relativ resistent gegen Chemikalien, so wird Holz erst bei einem pH-Wert unter 2 oder über 9 angegriffen. Zur Brandgefährlichkeit von Holzhäusern ist anzumerken, dass Holz bei großen Dimensionen als brandhemmend eingestuft ist, da auf seiner Oberfläche unter Feuereinwirkung eine Kohleschicht entsteht. Auch durch die Art der Bauweise und durch bestimmte Anstriche lässt sich die Widerstandsdauer einer Holzkonstruktion steigern. Die Gebäudestabilität sinkt im Brandfall langsam und abschätzbar durch die Abnahme der Masse. Bei Stahlkonstruktionen können dagegen hitzebedingte Verformungen zum plötzlichen Zusammenbruch führen, s. a. Weblink [http://www.pro-fertighaus.de/html/body_bau_lexikon.html]. Prinzipiell steht dem Bau selbst von Hochhäusern aus Holz nichts entgegen; dies ist aber aus statischer Sicht nur für die obersten Etagen überhaupt sinnvoll und aufgrund der Pflegeanfälligkeit (Holzschutzmittel) nicht ökonomisch. Holzschutzmittel Im Unterschied zu Metallen ist Holz elektrisch nicht leitfähig. Aus diesem Grund baute man in den dreißiger Jahren zahlreiche Sendetürme für Mittelwellensender aus Holz, wobei der Antennendraht im Innern des Turmes aufgehängt wurde. Mit Ausnahme des Sendeturms des Sender Gleiwitz wurden alle diese Bauwerke entweder am Ende des 2. Weltkriegs zerstört oder inzwischen abgerissen. Weiterhin nutzt die Deutsche Telekom AG in Brück zwei 54 Meter hohe Holztürme, die ohne Verwendung von Metallteilen hergestellt wurden. Diese dienen zur Aufnahme von auszumessenden Antennen. Durch die metallfreie Konstruktion der Türme ist ein ungestörtes Ausmessen der Antennendiagramme möglich. Die Brennbarkeit kann natürlich auch als Nachteil ausgelegt werden. Ebenso können Wuchsmerkmale oder Holzfehler positiv wie negativ gewertet werden. Ein wesentlich größerer Nachteil von Holz ist seine Anfälligkeit gegenüber biotischen Faktoren, es kann also von z. B. Insekten, Pilzen oder Bakterien angegriffen werden und in seiner Substanz nachhaltig zerstört werden. Über einen langen Zeitraum schädigt auch UV-Strahlung das Holz. Dabei reagiert das Lignin als Kittsubstanz und kann danach z. B. vom Regenwasser ausgespült werden. Zudem wird das Holz unter UV-Einwirkung grau wie Beton. Die Wirkung des Sonnenlichts ist auf die äußeren Schichten begrenzt, ihr kann durch Lackierung begegnet werden. Ein weiterer Minuspunkt ist die hygroskopische Eigenschaft von Holz, d. h. es kann Wasser aufnehmen und abgeben. Die Holzfeuchtigkeit passt sich ihrem Umgebungsklima an. Diese Feuchtigkeitsänderungen unterhalb des Fasersättigungspunktes gehen mit Formänderungen einher (es quillt und schwindet), die auch noch abhängig von den drei anatomischen Grundrichtungen des Holzes sind. So schwindet Holz z. B. in tangentialer Richtung am meisten. Genaueres steht im Abschnitt Aufbau der Zellwand weiter oben. Diese Nachteile lassen sich durch konstruktiven Holzschutz - die Anwendung oft alten Wissens, wie Holz zu verbauen ist - umgehen. Eine neue Möglichkeit, Holz gegen Feuchtigkeitseinflüsse unempfindlicher zu machen, ist der Thermoholz-Prozess. Die langfristige Nutzung von Holz stellt einen über die natürliche Zersetzung hinausgehende CO2-Speicherung dar.

Zertifizierung

Im Zuge der Diskussion zur nachhaltigen Bewirtschaftung in den Tropen wurden angesichts des dort überwiegenden Raubbaus weltweit gültige Kriterien für eine nachhaltige Waldwirtschaft diskutiert und Siegel entwickelt, die zur Zertifizierung von ökologisch- und sozialverträglich produziertem Holz verwendet werden. Das für die Tropen wichtigste Siegel wird vom Forest Stewardship Council (FSC) vergeben. In den gemäßigten Zonen ist dagegen PEFC von überwiegender Bedeutung. Beide Systeme sind hinsichtlich ihrer Kriterien neben den naturräumlichen Gegebenheiten an staatlichen Verwaltungseinheiten gebunden. 2 der bekanntesten Hölzer: Teak und Mahagoni

Holzmängel

Allgemein: Wuchsmerkmal Hier: nur Rissbildungen: Natürliche Mängel
- Frostrisse: Senkrechte Spaltung durch Zusammenziehen des Splintholzes bei großer Kälte
- Blitzrisse: verlaufen radial und weisen einen nachgedunkelten Rand auf Trockenmängel
- Trockenrisse: Radialer verlauf von außen nach innen, radiale Schwindrisse
- Kernrisse: Verlauf von außen nach innen, durch überschnelle Austrocknung an der Schnittlänge beginnend
- Sternrisse: Wie Kernrisse, entstehen nach dem Fällen am Stammende
- Ringrisse: Im Kern- und Reifholz längs der Jahrringe entstehend

Zitate


- "Holz ist ein einsilbiges Wort, aber dahinter verbirgt sich eine Welt der Märchen und Wunder." - Theodor Heuss

Siehe auch


- Hölzer
- Holzmiete
- Forstwirtschaft

Literatur


- R. Bruce Hoadley: Holz als Werkstoff. O. Meier Verlag, Ravensburg 1990, ISBN 3473425605
- P. Niemz: Physik des Holzes und der Holzwerkstoffe. DRW-Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 3871813249
- Wagenführ Holzatlas Fachbuchverlag Leipzig, Leipzig 1996, ISBN 3-446-00900-0
- H.H. Bosshard Holzkunde Teil 1-3 Birkhäuser Verlag, Stuttgart 1982, ISBN 3-7643-1328-5
- Paul Lehfeldt: Holzbaukunst[Reprint]. Reprint-Verlag Leipzig, Leipzig und Holzminden o.J., ISBN 3-8262-1210-X
- Anselm Spring, Maximilian Glas: Holz. Das fünfte Element. Frederking & Thaler, München 2005, ISBN 3-89405-523-5
- Udo Mantau, Jörg Wagner, Janett Baumann: Stoffstrommodell HOLZ: Bestimmung des Aufkommens, der Verwendung und des Verbleibs von Holzprodukten. Müll und Abfall 37(6), S. 309 - 315(2005),

Weblinks


- [http://www.regenwaldschutz.de/austausch.shtml Vergleich tropische/einheimische Hölzer]
- [http://www.holz-voegel.de/Holzer/holzer.html Liste verschiedenster Holzarten]
- [http://www.holzwurm-page.de/holzarten/abisz.htm Sammlung verschiedenster Holzarten mit Bildern]
- [http://www.hobbithouseinc.com/personal/woodpics/indextotal.htm Bildersammlung von Holzarten (englisch)]
- [http://www.pentol.ch/lexicon.asp?code=10 Holzlexikon]
- [http://www.uni-wuerzburg.de/mineralogie/palbot/teach/ringteach.html Linkverzeichnis zu Holzanatomie und Dendrochronologie (in Englisch)]
- [http://www.bfafh.de Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft]
- [http://www.holz.net Suchmaschine rund ums Holz]
- [http://www.tischlerlinks.de/links/Werkstoffe/ Ausführliche Linkliste Thema Holz]
- [http://www.infoholz.de Holzabsatzfonds, Absatzförderungsfonds der deutschen Forst- und Holzwirtschaft]
- [http://www.informationsdienst-holz.de Informationsdienst Holz]
- [http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Holz Verkieseltes Holz im Mineralienatlas]
- [http://www.holzcheck.at FSC Holzprodukt Datenbank] ja:木材 !Holz Kategorie:Biomasse Kategorie:Forstwirtschaft

Gewebe (Biologie)

Ein Gewebe ist ein Zusammenschluss gleichartiger Zellen die die selbe Aufgabe vertreten. Mit dem Aufbau von tierischen Geweben befasst sich die Histologie. Als Begründer der Histologie gilt Marie François Xavier Bichat, der eine Vielzahl von Gewebetypen im menschlichen Körper entdeckte.

Menschliche Gewebearten

Wir unterscheiden grundsätzlich vier verschiedene Gewebearten - die Grundgewebe:
- Epithelgewebe
- Binde und Stützgewebe
- Nervengewebe
- Muskelgewebe

Tierische Gewebearten


- Epithelgewebe (z.B. die Haut)
- Bindegewebe
- Fettgewebe
- Muskelgewebe
- Nervengewebe
- Stützgewebe (Knochen)
- Narbengewebe

Pflanzliche Gewebearten


- Bildungsgewebe (Meristeme) aus teilungsfähigen Embryonalzellen
- Dauergewebe :
- Grundgewebe :
- Abschlussgewebe :
- Festigungsgewebe :
- Leitungsgewebe :
- Absorpsgewebe :
- Sekretionsgewebe Kategorie:Histologie

Weblinks


- [http://www.brenda.uni-koeln.de/?fulltext_ontologies=Hier%20Suchbegriff%20in%20englischer%20Sprache%20eintragen Gewebeontologien mit Suchmaschine (in englischer Sprache)] ja:組織 (生物学) ms:Tisu biologi simple:Tissue (biological)

Borke

Borke nennt man die verholzten Bastzellen an der Außenseite eines Baumes. Borke und Bast bilden zusammen die Rinde. Die Borke schützt die darunterliegenden Schichten des Baumstamms. Da die Borke nicht mehr mit dem Baum mitwächst, platzt sie durch dessen Wachstum auf und wird zum Teil abgeworfen. Die Borke der Korkeiche wird geschält und wirtschaftlich verwendet und zu Flaschenverschlüssen beziehungsweise Bodenbelägen verarbeitet. Der größte forstwirtschaftliche Schaden an der Borke wird durch den Borkenkäfer verursacht. Kategorie:Pflanzenmorphologie Kategorie:Forstwirtschaft

Kork

Kork hat mehrere Bedeutungen:
- Das Naturmaterial, siehe Kork (Natur)
- Die hessische Mundartgruppe, siehe Kork (Musik)
- Der Ortsteil Kork der Stadt Kehl in Baden-Württemberg, siehe Kork (Baden) ja:コルク ms:Gabus

Gerben

Beim Gerben wird Tierhaut zu Leder verarbeitet. Das Gerben ist eines der ältesten Gewerbe. Lange vor der Zeitenwende waren lederne Gegenstände in Ägypten und bei den Israeliten in Gebrauch. Im Mittelalter war die Produktion von Leder in Vorderasien und Nordafrika sehr viel weiter fortgeschritten als in Europa, sowohl was die Quantität als auch was die Qualität anbetraf. Erst 1749 wurde die erste Saffianleder-Fabrik im Elsaß errichtet. Die Herstellung einzelner Lederarten war in Deutschland lange Zeit einzelnen Regionen oder Städten vorbehalten:
- Sohlleder in alter Grubengerbung im Rheinland, besonders in Trier, Malmedy (jetzt Belgien)
- Sohlleder in Schnellgerbung in Norddeutschland, besonders in Hamburg
- Roßleder in Holstein
- Lackleder, besonders Lackkalbleder in Worms und Mainz
- Lackleder für Wagenverdecke in Mülheim an der Ruhr
- feine Wichskalbleder in Barr im Elsaß
- Kipsoberleder in Backnang
- farbige Leder in Offenbach, wo heute noch die Lederwarenmesse stattfindet, und im Taunus
- Glacéleder in Berlin, Magdeburg, Altenburg und München Ziel des Gerbens ist es, den Fäulnisprozess der Tierhaut zu unterbinden und die Haut in ein möglichst widerstandsfähiges und zum Teil wasserabstoßendes Material zu verwandeln. Um die Haut auf die Gerbung vorzubereiten, durchläuft sie die Wasserwerkstatt, in deren Verlauf die nicht-ledergebenden Bestandteile (Haare, Unterhautbindegewebe, Fett und unstrukturierte Eiweiße) entfernt werden. Dies geschieht auf chemischem Wege (Weiche, Äscher, Hautaufschluss) und mechanisch (entfleischen, spalten, streichen). Die so genannte Blöße ist damit für die eigentliche Gerbung vorbereitet. Die Gerbung kann durch Einsatz von pflanzlichen Gerbstoffen (vegitabile Gerbung) oder als Mineralgerbung erfolgen. Bei der pflanzlichen Gerberei (Lohgerberei) werden Eichen- oder Fichtenrinden, Auszüge aus Quebracho-, Kastanien- oder Eichenholz, Mimosa-, Sumach- und andere Holz- bzw. Rindengerbstoffe eingesetzt. Aus dieser Nutzung entstanden die Lohwälder. Die pflanzlichen Gerbmittel werden in einer Lohmühle gemahlen. Der verwendete Sud wird auch Lohe genannt. Bei der Mineralgerbung werden Chrom- (Chromgerberei) und Alaungerbung (Weißgerberei) unterschieden. Der Gerbungsprozess besteht aus drei Phasen: dem Quellen des Kollagen, dem Eindringen des Gerbextrakts und dessen Fixierung. Bodenleder, die nach dem klassischen Verfahren der Alt-Grubengerbung mit rein pflanzlichen Gerbstoffen in einer Gerbzeit von mehr als 12 Monaten hergestellt werden, ist dabei die nicht nur die natürlichste Art der Ledergerbung, auch ist es der Grund für die extrem lange Haltbarkeit, hohe Wasserfestigkeit und Atmungsaktivität einer Ledersohle. Nach Abschluss der Gerbung werden die Leder dann je nach Verwendungszweck nachgegerbt, gewaschen, gefärbt und gefettet. Nach der Trocknung kann zur Steigerung der Gebrauchsfähigkeit noch eine Oberflächenbehandlung mit Zurichtmitteln erfolgen. Damit wird ein hochwertiger Werkstoff für vielerlei Einsatzmöglichkeiten hergestellt. Allgemein unterscheidet man drei Arten der Gerberei, die wiederum in Unterarten zerfallen: #Lohgerberei oder Rotgerberei (mit pflanzlichen Stoffen) #Sämischgerberei (mit tierischen Stoffen) #Mineralgerberei (mit mineralischen Stoffen)
  - die Weißgerberei
    - die eigentliche Weißgerberei (Alaun und Kochsalz)
    - die ungarische Weißgerberei (Alaun und Kochsalz, Fett)
    - die französische, Erlanger oder Glacégerberei (Alaun, Kochsalz, Mehl, Eidotter)
    - die Pelzgerberei
  - die Chromgerberei
    - Einbadverfahren
    - Zweibadverfahren
  - die Eisengerberei (konnte sich in der Praxis nicht durchsetzen)

Museen


- Lohgerbermuseum Dippoldiswalde
- Gerberei-Museum Enger
- Museum für Gerberei- und Stadtgeschichte Hirschberg
- Gerberei Museum Malmö
- Gerberei Bremer aus Moers im Niederrheinischen Freilichtmuseum
- Gerbereimuseum in Calw

Weblinks


- [http://www.enger.de/besucher/gerberei.html Museum in Enger]
- [http://www.dippoldiswalde.de/museum/index.php Lohgerbermuseum Dippoldiswalde] Kategorie:Handwerk Kategorie:Leder

Eichen

Die Eichen (Quercus) sind eine aus der der Buchengewächse (Fagaceae). Der deutsche Name kommt vom lateinischen esca = Speise, was darauf hinweist, dass die Früchte des Baumes früher große Bedeutung für die Schweinehaltung hatten. Die Gattung umfasst etwa 600 Arten, davon 450 in der Quercus und 150 in der Cyclobalanopsis.

Beschreibung

Eichen sind sommergrüne oder immergrüne Bäume oder seltener Sträucher. Sie sind insbesondere an ihrer Frucht, der Eichel, zu erkennen und in den einzelnen Arten zu unterscheiden. Bei der Eichel handelt es sich um eine Nussfrucht. Die Früchte sind von einem Fruchtbecher eingeschlossen, den man Cupula nennt. Die Blätter sind wechselständig, zumeist am Rand gebuchtet, seltener ganzrandig oder gezähnt. Die Nebenblätter fallen früh ab. Eichen sind einhäusig getrennt geschlechtig (monözisch). Die Blüten sind sehr einfach gebaut, wie das bei windbestäubten Taxa häufig der Fall ist. Die männlichen Blüten sind in hängenden Blütenständen (Kätzchen) zusammengefasst.

Verbreitung

Eichen-Arten haben ihre Areale in der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel; ihre Vorkommen reichen südlich bis in die Hochgebirge der Tropen. Ein Schwerpunkt der Artenvielfalt ist Nordamerika. In Deutschland sind die Eichen mit einem Anteil von 9 Prozent des Bestandes im Flach- und Hügelland nach den Buchen die verbreitetste Laubbaum-Gattung. Noch höhere Anteile an den Beständen in einigen Wäldern nahe der Küste etwa im Lübecker Stadtwald sind noch immer auf die Bedeutung der Eiche für den Schiffsbau im Mittelalter zurückzuführen. In Deutschland kommt die Eiche vor allem in Mischwäldern vor. Größere Eichenwälder sind selten.

Krankheiten, Schädlinge

Gallen, aus den Gallen hat man früher Tinte Eisengallustinte gewonnen. Eichenwickler Eichenmehltau siehe auch: [http://www.forst.tu-muenchen.de/EXT/LST/BOTAN/LEHRE/PATHO/QUERCUS/quercus.htm Eichenkrankheiten]

Systematik; Arten (Auswahl)

Die Gattung wird in die en Quercus (die wiederum in Sektionen, u.a. Weißeichen, Zerreichen und Roteichen gegliedert ist) und Cyclobalanopsis unterteilt:

Informationen zu einzelnen Arten

Die in Mitteleuropa heimischen Stiel- und Trauben-Eichen sind typische Vertreter der Weißeichen, wobei diese beiden Arten in weiten Bereichen gemeinsam vorkommen und zur Bastardisierung neigen, daher häufig nicht eindeutig zu differenzieren sind. Sie haben Blätter mit abgerundetem Rand. Das verkernende Holz der Weißeichen ist sehr dauerhaft und wurde viel im Schiffbau verwendet. Die heimischen Arten bieten etwa 350 Insektenarten einen Lebensraum. Die ursprünglich im östlichen Nordamerika heimische Roteiche wird erst seit ca. 100 Jahren in Mitteleuropa angebaut. Man die Rot-Eiche in Mitteleuropa in Parks und Botanischen Gärten, seltener werden sie in Forsten angebaut. Roteichen zeichnen sich durch spitze Blätter aus, sowie durch Eicheln, die innerhalb von zwei Jahren reifen. Das Holz der Roteichen ist aufgrund von Porengängen nicht wasserdicht, und daher weniger wertvoll als das der Weißeichen. Es wird aufgrund der lebhaften Maserung vielfach für Möbel verwendet.

Untergattung Quercus


- Sektion Quercus; synonym: Lepidobalanus; Weißeichen; Vorkommen: Europa, Asien, Nordafrika, Nordamerika
  - Amerikanische Weißeiche (Quercus alba L.)
  - Zweifarbige Eiche (Quercus bicolor Willd.)
  - Blau-Eiche (Quercus douglasii Hook. & Arn.)
  - Gall-Eiche (Quercus infectoria Olivier)
  - Gambel-Eiche (Quercus gambelii Nutt.)
  - Leierförmige Eiche (Quercus lyrata Walt.)
  - Bur-Eiche (Quercus macrocarpa Michx.)
  - Persische Eiche (Quercus macranthara)
  - Korb-Eiche (Quercus michauxii Nutt.)
  - Gelbe Eiche (Quercus muehlenbergii Engelm.)
  - Traubeneiche (Quercus petraea (Mattuschka) Liebl.)
  - Flaumeiche (Quercus pubescens Willd.)
  - Stieleiche oder Deutsche Eiche (Quercus robur L.)
  - Virginia-Eiche oder Lebens-Eiche (Quercus virginiana)
- Sektion Mesobalanus; wird oft zu Sektion Quercus gezählt; Vorkommen: Europa, Asien, Nordafrika
  - Ungarische Eiche (Quercus frainetto Tenore)
  - Armenische Eiche (Quercus pontica)
- Sektion Cerris; Zerreichen; Vorkommen: Europa, Nordafrika, Asien
  - Chinesische Korkeiche (Quercus variabilis Bl.)
  - Gesägte Eiche (Quercus acutissima Caruth.); synonym Seidenraupen-Eiche
  - Kastanienblättrige Eiche (Quercus castaneifolia C.A.Meyer)
  - Kermes-Eiche (Quercus coccifera L.)
  - Korkeiche (Quercus suber L.)
  - Libanon-Eiche (Quercus libani Oliv.)
  - Mazedonische Eiche (Quercus trojana Webb)
  - Zerreiche (Quercus cerris L.)
  - Steineiche (Quercus ilex L.)
- Sektion Protobalanus; Vorkommen: Südwestliche USA, nordwestliches Mexiko
- Sektion Lobatae; synonym: Erythrobalanus; Roteichen; Vorkommen: Nord-, Mittel- und Südamerika
  - Färber-Eiche (Quercus velutina Lam.)
  - Gabel-Eiche (Quercus laevis Walt.)
  - Myrtenblättrige Eiche (Quercus myrtifolia Bl.)
  - Pagodenblättrige Eiche (Quercus falcata Michx.)
  - Roteiche (Quercus rubra L.)
  - Scharlach-Eiche (Quercus coccinea Muench.)
  - Schindel-Eiche (Quercus imbricaria Michx.)
  - Schwarz-Eiche (Quercus marilandica Muench.)
  - Shumards-Eiche (Quercus shumardii Buckl.)
  - Sumpfeiche (Quercus palustris Muench.)
  - Zwerg-Eiche oder Nordamerikanische Straucheiche (Quercus ilicifolia Wangenh.)

Untergattung Cyclobalanopsis


- Sektion Cyclobalanopsis; Vorkommen: Asien
  - Immergrüne Japanische Eiche (Quercus acuta)
  - Blaue Japanische Eiche (Quercus glauca Thunb.)
  - Kerr-Eiche (Quercus kerrii)
  - Bambusblättrige Eiche (Quercus myrsinifolia Bl.)

Kulturelles

Religion

In den alten Religionen, Mythen und Sagen war die Eiche ein heiliger Baum. Häufig wurde sie mit blitztragenden Göttern oder Götterfürsten in Verbindung gebracht.
- Israel: So warnt in der Bibel der Prophet Jesaja im 8. Jh. v. Chr. die Israeliten: „Ihr liebt eure heiligen Eichen und umgebt sie liebevoll mit Hecken. Von den Götzen, die ihr dort verehrt, erwartet ihr neue Lebenskraft. Es wird eine bittere Enttäuschung für euch werden!“, Jes 1,29
- antikes Griechenland: dem Zeus geweiht bei den Griechen (Eichenorakel von Dodona)
- Rom: dem Jupiter geweiht bei den Römern,
- Kelten: Dem Himmelsherrscher und Wettergott Taranis gewidmet. Durch den römischen Geschichtsschreiber Plinius d. Ä. ist überliefert worden, dass die Kelten ohne Eichenlaub gar keine kultischen Handlungen vollzogen. Die sakrale Bedeutung der Eichen für die Kelten ist auch daran zu erkennen, dass das keltische Wort Druide, für Priester, von duir, was Eiche bedeutet, abgeleitet ist. Auch die Wörter Türe und Tor haben ihren Ursprung im keltischen duir. Wer widerrechtlich einen Eichhain fällte, der war dem Tode geweiht.
- Germanen: dem Gewittergott Donar (= Thor) geweiht bei den Germanen.
- Christentum: Der heilige Bonifatius (Apostel der Deutschen) fällte die Donareiche bei Geismar im Jahr 725 (oder 723 oder 731), um den zu bekehrenden Heiden zu beweisen, dass ihr Gott ein ohnmächtiges Wesen sei, das nicht einmal seinen Baum schützen könne.

Recht


- Wegen der religiösen Bedeutung wurde unter den Eichen (wie auch unter Linden) Gericht gehalten (Gerichtsbäume, z.B. Femeiche).

Symbolik


- Symbolik: Ewigkeit (ein Eichenleben überdauert 30 Generationen)
- Eichenbaum:
  - Deutschland: seit dem 18. Jahrhundert typischer deutscher Wappenbaum; insbesondere von Klopstock befördert deutscher Nationalbaum
  - England
  - USA
- „Eichenlaub“:
  - Ornament in der Gotik
  - Bundesrepublik Deutschland: ::Schulterstücke der Stabsoffiziere und Generale der deutschen Bundeswehr und vieler anderer Armeen. ::Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes
- "Eicheln" ::Blattfarbe im Deutschen Blatt (Kartenspiel)
- "Eichenkranz": ::Bürgerkrone im alten Rom ::Parteiabzeichen der NSDAP; der Adler als Hoheitszeichen hielt einen Eichenkranz in den Fängen; aber auch Finnischer Orden des Freiheitskreuzes

Lieder


- Auch im deutschen Liedgut kommt der Eiche eine herausragende Bedeutung bei, wie z.B. beim Niedersachsenlied: „(...) Fest wie uns´re Eichen halten allezeit wir stand, wenn Stürme brausen über´s deutsche Vaterland.“

sonstiges


- Im Volksmund wird oft gesagt, dass Eichen mehr als andere Bäume vom Blitz getroffen werden ("Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen."), das ist jedoch falsch. (In dem Artikel über Blitze findet man unter "Verhalten bei Gewittern" eine Begründung, warum Eichen häufiger von Blitzen getroffen werden als z.B. Buchen)

Nutzung

historisch

Das Holz diente insbesondere dem Schiffsbau. Die Früchte (Eicheln) wurden zur Eichelmast genutzt. Man trieb die Schweine in den Wald (Waldweide). Aus der Rinde wurden Gerbstoffe für die Lohgerberei gewonnen (Eichenschälwald). Aus den Galläpfeln, die von der gemeinen Eichengallwespe hervorgerufen werden, hat man früher dokumentenechte Eisengallustinte gewonnen.

modern

Das Holz ist wertvolles Hartholz und wird für Böden und Funiere verwendet. Die Borke von Quercus suber (Korkeiche)wird für Korken verwendet. Von allen Eichenarten eignen sich nur ungefähr 180 zur Herstellung von Weinfässern, siehe auch Barrique. Eichenholz gilt als gutes Brennholz, da es einen hohen Heizwert hat und sehr lange brennt. Zudem ist es gut von Hand spaltbar und läßt sich extrem lange lagern. Es verursacht im Kamin/Ofen nur wenig Funkenflug und -spritzer. Sein Flammenbild ist jedoch nicht so schön wie bei Buchen- und Birkenholz oder bei Obsthölzern; außerdem ist der Heizwert der Rotbuche höher. 7 Kubikmeter Buchenholz liefert den selben Heizwert wie 8 Kubikmeter Eichenholz. Trotz dieses höheren Brennwertes wurde in Mitteleuropa immer die Eiche als Waldbaum gefördert.

Medizin und Pharmakologie

siehe dazu den Artikel: Liste giftiger Pflanzen Die Eiche wird auf Grund des Gerbstoffgehaltes ihrer Rinde aber auch als Heilpflanze eingesetzt. Gesammelt wird die frische Eichenrinde im Frühjahr. Getrocknet und gemahlen kann daraus ein Sud gekocht werden, der sowohl äußerlich als auch als Tee (nie mehr als zwei Tassen täglich) angewandt wird.
Anwendungsgebiet innerlich: schwere chronische Entzündungen des Magen-Darm-Traktes.
Anwendung äußerlich: Einreiben von nässenden Ekzemen oder heißen Entzündungen. Indirekte Gefahr: Der in Mitteleuropa immer stärker auffindbare Eichen-Prozessionsspinner siedelt sich ausschließlich auf Eichen an und birgt für den Menschen Gefahren: Die Larven des Eichenprozessionsspinners tragen Gifthaare, die auf der Haut und an den Schleimhäuten toxische und/oder allergische Reaktionen hervorrufen. Die Beschwerden reichen von heftig juckenden Hautausschlägen (Raupendermatitis) bis zu Asthmaanfällen. Da die mikroskopisch kleinen Gifthaare bis zu hundert Meter weit mit dem Wind vertragen werden können, stellen sie eine wichtige, bis jetzt allerdings wenig beachtete Ursache einer luftübertragenen Krankheit dar.

bekannte Eichen

Die älteste Eiche in Europa soll in Bierbaum nahe Blumenau (Südsteiermark) stehen. Sie ist im Jahr 990 erstmals urkundlich erwähnt. Nach anderen Angaben soll eine Stieleiche in Bulgarien im Ort Granit, Bezirk Stara Zagora mit 1640 Jahren der älteste Baum Europas sein.
- [http://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/steiermark/bierbaum_eiche.html Eiche in Bierbaum]
- Bräutigamseiche in Dodau bei Eutin
- Donareiche
- Femeiche in Erle (Kreis Borken)
- [http://www.ivenacker-eichen.de/ Ivenacker Eichen]
- Kaisereichen
- St. Wolfgangseiche - Stammumfang: 8,4 m, Alter: 1.250 Jahre, bei Schloß Haus nahe Regensburg
- Hammundeseiche - Stammumfang: 8,77 m - Alter: 400 bis 600 Jahre bei Friedewald (Landkreis Hersfeld-Rotenburg)
- Russeneiche - Stammumfang 5 m - Alter: 200 Jahre bei Rehbach im Odenwald
Siehe auch: Markante und alte Baumexemplare in Deutschland; [http://www.alte-baeume-erleben.de www.alte-baueme-erleben.de]

Bilder

Bild:EncinoBajaCalifornia18July2004h08am.jpg|Eiche in Baja California Bild:Rieseneiche 1.JPG|Tausendjährige Rieseneiche von Borlinghausen Bild:Jung-Eiche.jpg|Junge Eiche Holz von Eichen: Bild:Traubeneiche.JPG|Holz der Traubeneiche Bild:Mooreiche Holz.JPG|Holz der Mooreiche Eichen als Symbol: Bild:Kirchardt.jpg|Eichen und Eicheln werden auch oft in Wappen verwendet. Hier das Gemeindewappen von Kirchardt. Bild:5ec_ger.png|Eichenzweig - Rückseite der deutschen 1, 2 und 5 Cent-Münzen Kategorie:Buchengewächse Kategorie:Baum ja:オーク ko:참나무

Korkeiche

Die Korkeiche (Quercus suber L., spanisch alcornoque, portugiesisch sobreiro) ist eine immergrüne Eichenart, die bis zu 20 Meter hoch wird. Sie wächst hauptsächlich in Südwest-Europa und Nordwestafrika. Der männliche Kork, den der Baum in den ersten Jahren bildet, ist wertlos. Er wird vorsichtig abgeschält, um die junge Rinde, die darunter liegt, nicht zu beschädigen. Ab dem 20. bis etwa zum 150. Jahr wird der weibliche Kork etwa alle 10 bis 12 Jahre vom Stamm geschält. Dann erst hat der Kork die Dicke, um daraus den teuren Flaschenkork herzustellen. Der erste Kork, der geschält wird, hat eine sehr rauhe Oberfläche und sehr schlechte Qualität. Erst die nachfolgenden Schälungen besitzen eine glattere Struktur und damit eine bessere Qualität. Die Korkeiche wird in Algerien, Frankreich, Italien, Marokko, Portugal, Spanien und Tunesien angebaut. Die europäische Korkindustrie produziert etwa 340.000 Tonnen Kork im Wert von 1,5 Milliarden Euro und beschäftigt etwa 30.000 Menschen. Tunesien Etwa 50% des Weltkorkverbrauchs wächst in Portugal. Dort werden etwa 180.000 Tonnen jährlich hergestellt. Das Hauptanbaugebiet Portugals ist der Alentejo, wo man Korkeichenplantagen meist in Kombination mit Weidewirtschaft und Getreideanbau findet. Die Fabriken Portugals, in denen der Kork verarbeitet wird, liegen vor allem in der Nähe Lissabons und im Norden des Landes. Zur Markierung bekommen die frischgeschälten, rot leuchtenden Stämme in Portugal die Jahreszahl aufgemalt. Wenn zum Beispiel der Baum 2003 geschält wurde, bekommt die Eiche eine 3. Somit weiß der Bauer, dass die Korkeiche erst wieder 2012 geschält werden darf. Deutschland ist einer der wichtigsten Abnehmer des portugiesischen Korks. Die Platten bester Qualität werden zur Herstellung von Flaschenkorken verwendet. Die zweite Wahl wird zu Fußbodenkork oder Tapeten verarbeitet, der schlechteste Kork wird als Dämmmaterial oder Granulat verwendet. Das Granulat wird dann zum Beispiel als Fußbett für Sandalen gepresst.

Referenz

[http://www.itis.usda.gov/servlet/SingleRpt/SingleRpt?search_topic=TSN&search_value=19430 ITIS 19430] Kategorie:Buchengewächse Kategorie:Baum

Chinarinde

Die Chinarindenbäume (Cinchona) bilden eine Gattung mit über 40 verschiedenen Arten von immergrünen Bäumen, die über 10 m hoch werden können. Der Chinarindenbaum stammt ursprünglich aus den Bergregionen des nördlichen Südamerikas und wird vor allem in Indien und im Kongo kultiviert. Der Name hat nichts mit China zu tun und stammt wahrscheinlich vom peruanischen "quina-quina", "Rinde der Rinden".

Rinde des Baumes

Aus Chinarinde (auch Cortex Chinae oder Fieberrinde genannt) kann man bitter schmeckende Präparate herstellen. Die Rinde des Gelben Chinarindenbaumes (Cinchona officinalis L.) wurde früher wegen des darin enthaltenen Chinins als Medikament gegen Malaria und Fieber genutzt. Neben Chinin, das industriell extrahiert wird, ist auch Chinidin enthalten. Aus dem Roten Chinarindenbaum (Cinchona pubescens Vahl) wird ein Arzneimittel gegen Verdauungsbeschwerden wie Blähungen gewonnen. Kategorie:Rötegewächse Kategorie:Heilpflanze

Arznei

Arzneimittel oder Pharmaka (Singular das Pharmakon, griech. φάρμακον „Gift, Droge, Arznei“) sind laut Arzneimittelgesetz (AMG) Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen, die zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt sind, um:
- Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhafte Beschwerden zu heilen, zu lindern, zu verhüten oder zu erkennen,
- Krankheitserreger, Parasiten oder körperfremde Stoffe abzuwehren, zu beseitigen oder unschädlich zu machen,
- die Beschaffenheit, den Zustand oder die Funktionen des Körpers oder seelische Zustände zu erkennen oder zu beeinflussen,
- vom menschlichen oder tierischen Körper erzeugte Wirkstoffe, Transmitter oder Körperflüssigkeiten zu ersetzen. Der Begriff Arzneimittel schließt also alle Medikamente ein, geht aber über den Begriff eines Medikamentes hinaus: Blutpräparate oder Diagnostika wie beispielsweise Kontrastmittel sind zwar Arzneimittel, aber keine Medikamente. Umgangssprachlich wird das Wort Arzneimittel jedoch häufig synonym mit Medikament verwendet. Siehe auch: Arzneistoff Heilmittel hingegen umfassen andere medizinisch unterstützende Maßnahmen wie Badekuren, Massagen, Ergotherapie oder Krankengymnastik.

Entwicklung

Die Entwicklung eines neuen Arzneimittels ist kapitalintensiv und langwierig, da bis zur Zulassung umfangreiche Wirksamkeits- und Verträglichkeitsprüfungen durchgeführt werden müssen. Dem forschenden Unternehmen, welches das Arzneimittel entwickelt hat, wird daher ein zeitliches Monopol zur ausschließlichen Nutzung des Medikaments gewährt (Patentschutz). Nach Ablauf dieser Zeit können andere Firmen (so genannte Nachahmer) eigene Präparate (so genannte Generika) mit dem gleichen Wirkstoff auf den Markt bringen. Dies geschieht meist unter dem Freinamen (International non-proprietary name, INN) der von der WHO vergeben wird. Die Entwicklung eines neuen Arzneimittels erfolgt in drei Phasen: # Präklinische Entwicklung, # Klinische Prüfung, # Galenische Entwicklung. Auf Grund des Zeitdrucks bei der Entwicklung eines neuen Arzneimittels werden diese Phasen teilweise parallel durchlaufen. Von der Entwicklung eines neuen Arzneistoffes bis zu seiner Zulassung und Produktion vergehen 12 bis 15 Jahre. Die Kosten betragen 500 bis 800 Millionen Dollar. Diese Aufwendungen bedingen aber nicht allein den Preis der Arzneimittel, da hier noch wesentliche Kostenanteile durch das Marketing hinzukommen, insbesondere durch die Bewerbung der Produkte durch Pharmareferenten bei der Zielgruppe der Ärzte.

Präklinische Entwicklung

Bestandteil der präklinischen Entwicklung ist die Synthese oder Isolierung eines potenziellen Arzneistoffes (oder Arzneistoffgemisches) und dessen Untersuchung in geeigneten experimentell-pharmakologischen Testsystemen. Dabei können Wirkstoffe (Arzneistoffe) aus:
- Pflanzen
- Tieren
- Mikroorganismen
- Sera (Seren aus Tieren, durch Impfen (Vakzinen)) oder durch Synthese bzw. Teilsynthese gewonnen werden.

Klinische Prüfung

Für die Zulassung eines Humanarzneimittels ist dessen Prüfung in klinischen Studien am Menschen vorgeschrieben. Diese umfassen:
- Phase I: Überprüfung der Aufnahme des Arzneistoffs und erste qualitative Überprüfungen der (Neben-)Wirkungen an einem kleinen Kreis i. d. R. gesunder Probanden (ca. 10–20 Probanden).
- Phase II: Qualitative und quantitative Überprüfungen der Wirkungen und Nebenwirkungen eines Arzneistoffs und Dosisfindung für Phase III der klinischen Prüfung (ca. 100–300 Patienten).
- Phase III: Quantitativer Nachweis der Wirksamkeit eines Arzneimittels unter definierten Bedingungen (über 500 Patienten).
- (Phase IV): Überprüfung eines Arzneimittels nach dessen Zulassung.

Galenische Entwicklung

Die (galenische Entwicklung) beschäftigt sich mit der Form eines fertigen Arzneimittels aus einem (oder mehreren) Arzneistoffen und einem (oder mehreren) Hilfsstoffen. Durch die Galenik kann die Freisetzungsgeschwindigkeit, der Ort der Freisetzung und der Ort der Wirkung beeinflusst werden. Siehe auch: Pharmaforschung

Rechtliches

Zulassung

Arzneimittel müssen in Deutschland vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte oder dem Paul-Ehrlich-Institut zugelassen werden. Für sogenannte High-tech-Arzneimittel ist eine EU-weite Zulassung bei der europäischen Arzneimittelagentur EMEA vorgeschrieben. In den USA erfolgt die Zulassung von der FDA. Für die Zulassung in Deutschland bedarf es einiger Voraussetzungen, die u. a. im Arzneimittelgesetz (AMG) niedergelegt sind.

Verkehr mit Arzneimitteln

Arzneimittel können in Deutschland nach ihrer Erhältlichkeit in vier Gruppen eingeteilt werden: # freiverkäufliche (Verkauf auch außerhalb von Apotheken) # apothekenpflichtige (Abgabe nur in Apotheken) # verschreibungspflichtige (Abgabe nur in Apotheken gegen Vorlage einer ärztlichen Verschreibung) # Betäubungsmittel (Abgabe in Apotheken nur gegen Vorlage eines Betäubungsmittelrezeptes)

Pharmazentralnummer

Die meisten Fertigarzneimittel erhalten in Deutschland einen eindeutigen 7-stelligen Schlüssel, die so genannte Pharmazentralnummer (PZN). Die PZN wird von der IFA GmbH (Frankfurt) auf Antrag des Herstellers vergeben und muss nach SGB V auf die äußere Umhüllung aufgedruckt sein. Mit Stand Januar 2004 sind etwa 340.000 PZN vergeben. Bei der Abrechnung der Arzneimittel mit den Krankenkassen durch die Apothekenrechenzentren werden die PZN als Schlüssel genutzt, dazu müssen sie von den Apotheken auf die Rezepte aufgedruckt werden. Weiterhin findet die PZN für die Bestellungen zwischen Großhändlern und Apotheken Verwendung. Die im Krankenhausbereich häufig genutzte EAN-128 konnte sich bislang nicht in Deutschland durchsetzen. Anmerkung: Die PZN ist nicht ständig eindeutig: Nach einer gewissen Zeit tauchen früher vergebene PZN wieder auf. Hieraus resultiert ein Problem bei Arzneimitteldatenbanken, die mit Präparaten arbeiten, die „außer Handel“ gegangen sind. Allerdings spielt das im Apothekenalltag keine große Rolle.

Geschichte

Für eine Reihe von Heilpflanzen finden sich Hinweise auf ihre Anwendung schon aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Bereits in einem Grab eines Neandertalers (Shanidar IV., im heutigen Irak) das vor ca. 70.000–40.000 Jahren angelegt wurde, finden sich Beigaben, die nach Pollenuntersuchungen sieben Heilpflanzen zuzuordnen sind, weswegen hier das Grab eines Heilkundigen, eines Schamanen mit Attributen seiner Tätigkeit vermutet wird. Steht dieser Fund aus frühester Zeit noch isoliert, so sind aus dem Neolithikum, der jüngeren Steinzeit, eine Reihe von Funden bekannt, die auf die Anwendung von Heilpflanzen schließen lassen. Aus den frühen Hochkulturen gibt es dann zahlreiche schriftliche Zeugnisse für deren umfangreichen Arzneischatz, in Assyrien und Ägypten waren einige hundert pflanzliche, tierische und mineralische Arzneimittel in Gebrauch.

Griechisch-römische Überlieferung

Für die Arzneien der westlichen Medizin sind folgende Autoren besonders wichtig:
- Theophrastos von Eresos (371–287 v. Chr.) beschrieb 550 Pflanzen, darunter zahlreiche Arznei- und Giftpflanzen.
- Plinius der Ältere lebte von 23/24 bis 79 n. Chr. schrieb eine höchst umfangreiche enzyklopädische Naturkunde, die naturalis historiae. Die Heilmittel nehmen einen breiten Raum ein, es werden beinahe 1000 aus dem Pflanzenreich beschrieben.
- Die in fünf Büchern abgefasste Arzneimittellehre De materia medica des Dioskurides (ein römischer Militärarzt, der im 1. Jh. lebte) ist die umfangreichste des Altertums. Er behandelt Arzneimittel aus allen drei Naturreichen, es werden 102 mineralische, 101 tierische und 813 pflanzliche Arzneimittel beschrieben. Das Werk erschien um 78 n. Chr. und wirkte über Jahrhunderte. Besonders im Mittelalter diente es als Vorbild und Fundgrube für andere einschlägige Kompendien.

Mittelalter

Die mittelalterlichen Quellen zum Arzneischatz sind sehr zahlreich. Dazu gehört u. a. so genannte Hortulus des Walahfrid Strabo (9. Jahrhundert), der Abt des Klosters Reichenau war. Das Wissen über die Heilkräfte der Pflanzen wird in Gedichtform (Hexameter) vermittelt. Ebenfalls ein Lehrgedicht über Heilpflanzen und durch den 'Hortulus' beeinflusst ist der 'Macer floridus'. Der Verfasser, Odo von Meung, lebte im 11. Jahrhundert. Eine vom 13. Jahrhundert an überlieferte thüringisch-schlesische Prosaübersetzung und -bearbeitung, der 'Ältere deutsche Macer' war weit verbreitet und diente neben anderen Quellen als Textgrundlage für den 'Gart der gesuntheit' von 1485, eines der einflussreichsten gedruckten Kräuterbücher. Zudem wird das europäische Mittelalter etwa vom Jahr 1000 an mit verloren geglaubten oder in Vergessenheit geratenen Schriften der Antike durch Übersetzungen aus dem Arabischen ins Lateinische bekannt. Die Zentren der Übersetzertätigkeit liegen in Süditalien (Salerno) und Spanien (Toledo). Dazu kommen eigenständige Erkenntnisse arabischer Gelehrter. Abu Bakr Mohammad Ibn Zakariya al-Razi (865 bis etwa 930), Avicenna (9801037) und andere arabische Autoren zählen zu den hochgeachteten Autoritäten der europäischen Heilkunde. In ihren Schriften werden bislang unbekannte Arzneidrogen beschrieben, zum Beispiel Ambra, Benzoeharz, Cubeben, Galgant, Kampfer, Moschus, Muskat, Mumie (siehe Mumia), Sandelholz, Sennesblätter und andere. Auch unabhängig vom antiken oder arabischen Einfluss werden hier und da neue, eigenständige Beobachtungen gemacht, die das Wissen über den Arzneischatz bereichern. Herausragend sind die „Physica“ der Hildegard von Bingen und eine Schrift des Albertus Magnus mit dem Titel „De vegetabilibus“.

Neuzeit

Seit der frühen Neuzeit wurde der europäische Arzneischatz erheblich erweitert:
- durch eine neue Dimension im Handel mit Heilpflanzen und Drogen, die sich nach der Entdeckung des Seeweges nach Ostindien durch Vasco da Gama und die Landung in Amerika durch Columbus eröffnete. So kamen beispielsweise Brechwurzel, Chinarinde, Curare, Guajak und Perubalsam nach Europa.
- durch Produkte alchemistischer Tätigkeit. Besonders wichtig war die Alchemie der Araber, da hier eine medizinische Zielrichtung in den Vordergrund trat: die Suche nach der Panazee, der Universalmedizin. Der wichtigste Wegbereiter für den Einsatz (al)chemischer Präparate in der Medizin wurde Philippus Theophrastus Bombastus von Hohenheim genannt Paracelsus (14931541). Er vertritt die innerliche Anwendung von Chemikalien, gerade von giftigen Antimon- und Quecksilberpräparaten als erster. Zwar fanden seine Lehren zu seinen Lebzeiten nur einen beschränkten Anhängerkreis, doch seine Nachfolger, die Paracelsisten, vermittelten seine Ideen einem immer größer werdenden Kreis von Medizinern und anderen Gelehrten. Von hier führt der Weg zur pharmazeutischen Chemie.

19. Jahrhundert bis jetzt

Die Neuzeit brachte mit ihren naturwissenschaftlichen Erkenntnissen ganz erhebliche Veränderungen des Arzneischatzes. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es zunächst eine deutliche Reduktion: Übrig blieb, was nach damaligen Stand der Wissenschaft in der Wirksamkeit als gesichert galt. Der Erkenntniszuwachs in der Chemie führte dazu, dass eine Fülle von wirksamen Inhaltsstoffen aus Arzneipflanzen isoliert wurden, etwa die Alkaloide Chinin, Morphin, Strychnin. Nicht nur Alkaloide, auch viele weitere Pflanzeninhaltsstoffe wurden isoliert und davon eine große Zahl arzneilich verwendet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann der Siegeszug der organisch-synthetischen Arzneimittel, die von der Teerfarbenindustrie entwickelt wurden, wobei das Herstellungsverfahren dem Patentschutz unterlag. Dies förderte ganz erheblich die industrielle Produktion von Arzneispezialitäten, den in abgabefertiger Verpackung hergestellten Arzneimitteln, wie sie heute das Bild beherrschen. Die Acetylsalicylsäure, bekannt unter dem Namen Aspirin®, viele andere Schmerzmittel und weitere auf das Nervensystem wirkende Arzneistoffe gehören hierher (Narkosemittel, Antiepileptika, Antiparkinsonmittel, Psychopharmaka und andere). Weitere Beispiele sind Arzneimittel, die das vegetative Nervensystem beeinflussen, etwa die Sympatholytika (zu denen die „Betablocker“ zählen), die als Herz-Kreislaufmittel eingesetzt werden. Die Zahl der synthetisierten Wirkstoffe wurde rasch unüberschaubar. Bei den Hormonen und Vitaminen gab es in der Folge biochemischer, physiologisch- und klinisch-chemischer Untersuchungen des 19. und 20. Jahrhunderts zahlreiche Fortschritte. Dabei wurden u. a. die Grundlagen für den therapeutischen Einsatz von Vitaminen, Insulin, den Sexualhormonen (Estrogene, Gestagene, die "Pille", Androgene), den Hormonen der Nebennierenrinde (Glukokortikoide wie Cortison), Schilddrüsenhormonen, den Gewebshormonen und ihren Antagonisten (beispielsweise Antihistaminika als Antiallergika) gelegt. Besondere Bedeutung erlangten Arzneimittel zur Prophylaxe und Therapie der Infektionskrankheiten. Dazu gehören vor allem Antibiotika, Desinfektionsmittel, Sterilisation und Impfungen. Mit ihrer Hilfe, aber auch durch bessere Ernährung und Wohnung sowie durch Anwendung hygienischer Verhaltensweisen, sind einst lebensbedrohliche Erkrankungen („Geißeln der Menschheit“), die auf Mikroorganismen zurückgehen, stark zurückgegangen. Zu nennen sind hier die Forschungen von Paul Ehrlich (1854–1915) (Salvarsan) und Gerhard Domagk (1895–1964) (Sulfonamide). Dazu kam die Entdeckung, dass Naturstoffe, so das von Schimmelpilzen gebildete Penicillin, als Antibiotika erfolgreich gegen diese Krankheiten eingesetzt werden können.

Arzneimittelrückstände in der Umwelt

Arzneimittel sind aufgrund ihrer Bestimmung in der Regel biologisch hochaktive Stoffe, die selbst oder als Metabolite (Stoffwechselprodukte) in der Umwelt bei entsprechenden Konzentrationen zu Schäden führen können. Durch verbesserte Analysetechniken werden seit etwa Mitte der 1990er Jahre vermehrt Arzneimittel oder deren Rückstände in Oberflächen-, Grund- und Trinkwässern nachgewiesen. Eintragsquellen in die Umwelt ist neben den Ausscheidungen (Urin, Kot) von Mensch und Tier auch das Wegwerfen ungebrauchter Arzneimittel. Antibiotika Es wird befürchtet, dass sich durch das Vorhandensein von Arzneimitteln bzw. von deren Rückständen in der Umwelt bei Bakterien Resistenzen gegen Antibiotika ausbilden können.

Siehe auch

ROTE LISTE, Verschreibungspflicht, Betäubungsmittel, Drogen, Wirkstoff, Placebo, Generika, Mumia, Therapeutische Breite, Nebenwirkung, Orphan drug, Phytotherapie, Allopathie, Homöopathie, TCM, Medizinische Wirksamkeit, Rezeptgebühr

Literatur


- Wolf-Dieter Müller-Jahncke, Christoph Friedrich: Geschichte der Arzneimitteltherapie. Stuttgart 1996
- Merrill Goozner: The $800 million pill. University of California Press, Berkeley, 2004, 297 S., ISBN 0-520-23945-8
- Marcia Angell: The truth about the drug companies. Random House, New York 2004, 305 S., ISBN 0-375-50846-5
- Ray Moynihan, Alan Cassels: Selling sickness: How the world's biggest pharmaceutical companies are turning us all into patients. Nation Books, New York 2005
- Robert Langer: Medikamente direkt am Ziel. Spektrum der Wissenschaft, März 2004, S. 42–48,
- Franz-Josef Kuhlen: Historisches zum Thema Schmerz und Schmerztherapie. Pharmazie in unserer Zeit 31(1), S. 13–22, 2002, ISSN 0048 - 3664
- Bernd Hanisch, Bettina Abbas, Werner Kratz, Gerrit Schüürmann: Humanarzneimittel im aquatischen Ökosystem. Bewertungsansatz zur Abschätzung des ökotoxikologischen Risikos von Arzneimittelrückständen. USWF – Zeitschrift für Umweltchemie und Ökotoxikologie 16(4), S. 223–238, 2004
- Radka Alexy, Klaus Kümmerer: Antibiotika in der Umwelt. KA-Abwasser, Abfall 52(5), S. 563–571, 2005, ISSN 1616-430x

Weblinks


- [http://www.onmeda.de/lexika/arzneimittellexikon/index.html www.onmeda.de] – Arzneimittellexikon bei Onmeda.de
- [http://www.fda.gov www.fda.gov] – Homepage der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde
- [http://www.bfarm.de www.bfarm.de] – Homepage der deutschen Arzneimittelzulassungsbehörde
- [http://www.pei.de www.pei.de] – Paul-Ehrlich-Institut (PEI) – das Bundesamt für Sera und Impfstoffe
- [http://www.vifapharm.de www.vifapharm.de] – Virtuelle Fachbibliothek Pharmazie
- [http://www.who.int/medicines/organization/par/edl/eml.shtml www.who.int] – WHO-Liste unerlässlicher Arzneimittel ! Kategorie:Klinische Forschung ms:Dadah

Torf

Torf ist ein organisches Material, das in Mooren abgebaut wird. Er entsteht aus der Ansammlung pflanzlicher Substanzen in verschiedenem Grade der Zersetzung. Moor]

Entstehung

Durch einen niedrigen pH-Wert und Luftabschluss durch Wassersättigung wird die Zersetzung pflanzlicher Substanzen extrem verlangsamt. Die Bildung von Torf geht dadurch so langsam vor sich, dass es bis zur Entstehung beispielsweise des norddeutschen Teufelsmoores ca. 8000 Jahre dauerte (ca. 1 m pro 1000 Jahre). So entsteht ein Mittelzustand zwischen Land und Wasser: die Moore (regionale Bezeichnungen sind unter anderem Lohden in der Oberpfalz, Ried in Schwaben und Thüringen und Moos in Bayern). In den ersten Stadien der Bildung lässt der Torf die Struktur der Pflanzen noch deutlich erkennen, es entsteht der so genannte Weißtorf; bei weiterer Zersetzung entsteht ein homogener, wenigstens bei Betrachtung mit bloßem Auge strukturloser Körper, Brauntorf oder auch Bunttorf genannt. Die älteste Torfschicht ist der so genannte Schwarztorf. Die unteren Schichten eines Torflagers sind dabei (weil älter und größerem Druck ausgesetzt) in der Zersetzung weiter vorgeschritten (reifer) als die oberen (unreifen). Wo die Bodenbeschaffenheit eine Ansammlung von stehendem seichtem Wasser gestattet, wird dieses durch Pflanzen überwuchert, die dann ihrerseits wiederum das Wasser vor schneller Verdunstung schützen. Verdunstung Die Torfmoorbildung wird begünstigt durch eine Einsenkung des Bodens oder Verbindung mit benachbarten Gewässern sowie einen undurchlässigen Untergrund. Auch auf spaltenfreien Gesteinen, die ein Versickern des Wassers nicht gestatten, und auf solchen, welche bei ihrer Verwitterung einen undurchlässigen Ton liefern, können Moore entstehen. Ferner müssen die klimatischen Bedingungen mehr Wasser nachliefern als durch Verdunstung und Abfluss entzogen werden, wie in regen- und nebelreichen Gegenden, weshalb die gemäßigten Zonen die eigentliche Heimat der Moore bilden, während sie sich in der heißen Zone auf hoch gelegene Plateaus und auf regenreiche Wälder beschränken. Außer durch die atmosphärischen Niederschläge beziehen die Moore das Wasser aus Seen, Schnee- und Eisfeldern oder aus Flüssen, welche sie oft saumartig umgeben. Moore tragen auch zur allmählichen Verlandung von Gewässern durch Torfbildung bei. So besitzt der Federsee in Oberschwaben heute nur noch eine Wasseroberfläche von 256 Hektar, während er noch gegen das Ende des 18. Jahrhunderts 1100 Hektar groß war. 18. Jahrhundert Die Pflanzen, die zur Vermoorung und Vertorfung führen, sind solche, welche in großer Anzahl vorkommen und stark wuchern, besonders aber verfilzte Wurzeln treiben: die Heiden (Besenheide, Glockenheide), Sauergräser (besonders Seggen-Arten und Wollgräser und Simsen), Binsen, Schwarzerlen, vor allem aber Torfmoose (Sphagnum). In hoch gelegenen Regionen kann auch die Bergkiefer (Pinus mugo) eine Rolle spielen. Je nach Beteiligung einzelner der genannten Pflanzen an der Moorbildung und den hydrologischen Verhältnissen unterscheidet man Niedermoore, Zwischenmoore sowie Hochmoore. In ersteren dominieren Seggenriede, Röhrichte und Bruchwälder, in den nährstoffärmeren Zwischen- und Hochmooren sind Torfmoose die Haupttorfbildner.

Torfabbau

Bruchwälder Bruchwälder] Bruchwälder] Torf wird nach dem Tagebauverfahren in einem so genannten Torfstich gewonnen. Traditionell wurde Torf vor allem als Heizmaterial verwendet. Da Moore heute als bewahrenswerte Biotope angesehen werden, findet in Deutschland ein Abbau in großem Umfang kaum noch statt. In Skandinavien und Irland wird Torf noch regelmäßig zur Energie- und Wärmegewinnung abgebaut und dient vor allem der lokalen Versorgung. Die Eigenschaften von Niedermoor- und Hochmoortorfen unterscheiden sich beträchtlich. Niedermoore spielen (außer bei Urbarmachung) wirtschaftlich keine Rolle, nur in geringen Mengen wird Niedermoortorf für balneologische Zwecke abgebaut. Die Nutzung von Torf als Brennstoff an der Nordseeküste wird bereits von Plinius überliefert; auch ein arabischer Reisender des 10. Jahrhunderts berichtet von "brennbarer Erde". Hochmoortorf hat seit dem 15. Jahrhundert bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts sowie in Notzeiten des 20. Jahrhunderts als Brennstoff in Form des minderwertigen Splinttorfes große Bedeutung besessen. Heute wird er hauptsächlich in der Pflanzenindustrie und sowohl von Berufs- wie Hobbygärtnern in großen Mengen verwandt. Durch den Abbau des Torfes, der in der Regel eine Entwässerung voraussetzt, werden die betroffenen Moore großflächig zerstört. Angesichts ihrer Langsamwüchsigkeit und des schweren Eingriffs, den der Abbau bedeutet, können sie sich oft nicht mehr erholen. In einigen Ländern, wie beispielsweise Kanada und Finnland, gibt es Anstrengungen, abgetorfte Flächen zu regenerieren. Aufgrund des gestiegenen Umweltbewusstseins der Bevölkerung treibt die Torfindustrie in vielen Ländern Projekte zur Wiedervernässung, Regenerierung oder zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung ehemaliger Torfabbaugebiete voran. Die Zulassung neuer Flächen unterliegt strengen Auflagen. Weißtorf ist wenig zersetzter Hochmoortorf, ist also eher faserig. Schwarztorf ist dagegen stärker zersetzt.

Torfnutzung

Heizmaterial

Man kann Torf direkt als Heizmaterial verwenden, oder es zu Torfkohle umwandeln. Dies geschah ähnlich wie bei der Herstellung von Holzkohle, in dem der Torf unter geringer Luft- bzw. Sauerstoffzufuhr langsam in einem Kohlenmeiler brannte. Es hat einen Energieinhalt von 20-22 MJ/kg. Im 18. Jahrhundert setze man Torfkohle in der Erzverhüttung ein, um so die teuer gewordene Holzkohle zu strecken. Ziegeleien und weitere Industrien mit hohem Bedarf an Brennmaterial verwendeten damals auch Torfkohle. Holzkohle war knapp geworden, da damals großflächig Wälder abgeholzt waren (siehe auch: Waldzustand um das Jahr 1800) und erst nach der Aufforstung mit schnellwachsenden Nadelbäumen Mitte des 19. Jahrhunderts ging der Bedarf nach Torfkohle zurück. Torf, an der Luft getrocknet, war bis ins 20. Jahrhundert hinein als Heizmaterial in Verwendung. Bis zum 18. Jahrhundert wurde es vorwiegend für den lokalen Bedarf gebraucht. Im 18. Jahrhundert, während des Holzmangels durch die aufkommende Industrie, wurde Torf zum wichtigen überregionalen Handelsgut und erst mit der Erfindung der Eisenbahn im 19. Jahrhundert konnte Kohle Torf als Heizmaterial verdrängen. Heute heizt man mit Torf noch in europäischen Staaten, wie Finnland, Irland, Russland und Schweden. Da Torfasche lange nachglüht, führte dies zu vielen Bränden. Die Wärmeausbeute ist vergleichbar mit Braunkohle, allerdings riecht Torffeuer stark.

Whisky-Herstellung

Viele Whisky-Sorten, vor allem schottische, erfordern das Trocknen des Malzes über einem Torffeuer, da nur so der spezielle rauchige Geschmack erzielt werden kann.

Brennstoff für Dampflokomotiven

Torf wurde in verschiedenen Gegenden auch als Heizmaterial für Dampflokomotiven verwendet. Wegen des (bereits erwähnten) langen Nachglühens der Torfasche hatten diese Dampflokomotiven zur Verhinderung von Waldbränden charakteristisch birnenförmige Schornsteine. Um eine entsprechende Menge von Torf mitführen zu können, führten Dampflokomotiven teilweise mehrere geschlossene Torftender oder auch sogenannte Torfmunitionswagen hinter sich her.

Kultursubstrat

Da Torf ein vielfaches des Eigengewichtes an Wasser speichern kann, wird er mit Kalk neutralistiert und mit Nährsalzen und weiteren Zuschlagstoffen wie Ton oder Sand aufgemischt und so zum Kultursubstrat weiterverarbeitet. Einige Pflanzen wie Azaleen benötigen einen sauren Boden und so dient die Beimischung von Torf üblicher Weise auch zur präzisen Regelung des Säurehaushaltes des Bodens. In der Berufsgärtnerei gibt es in diesem Bereich kaum Ersatzmöglichkeiten für Torf. Kritisiert wird von Naturschützern insbesondere der Einsatz von Torf im privaten Garten. Von Hobbygärtnern werden jedes Jahr zur Bodenverbesserung rund 2,3 Millionen Kubikmeter Torf ausgebracht. Ohne Neutralisieren und Düngen kann dieser lediglich die Durchlüftung des Bodens verbessern, sonst jedoch durchaus die Bodenqualität verschlechtern, da Hochmoortorf extrem nährstoffarm ist und zur Bodenversauerung führt.

Torfbett

Torf wurde früher gelegentlich auch als preiswerte Schlafunterlage verwendet und eignete sich besonders für Bettnässer und Kleinkinder. Auch in jüngster Zeit werden Torffasern als natürlicher Rohstoff für Matratzen, Bettdecken und Kissen wieder verwendet.

Medizin, Kosmetik

Torf wird vielfach in der Medizin und Körperpflege eingesetzt, vor allem als Moorbad, Moorpackungen und sogar als Torfsauna. Badetorf unterscheidet sich von normalem Torf durch seine geringe Zahl an gesundheitlich gefährdenden Mikroorganismen. Die heilende Wirkung des Torfes ist noch nicht vollständig erforscht. Balneologen vermuten eine heilende Wirkung, wenn der Torf als dickflüssiger Moorbrei mit Temperaturen von 38 °C bis 40 °C auf die Haut aufgebracht wird. Insbesondere von der damit verbundenen Wärmebehandlung, daneben auch von den enthaltenen Huminsäuren, verspricht man sich einen positiven Einfluss auf das Endokrine System und eine Förderung der Durchblutung des Körpers.

Weitere Nutzung

Aus Torffasern lassen sich Textilien herstellen, die besonders leicht und warm sind. Des weiteren kann Schwarztorf zur Herstellung von Aktivkohle verwendet werden. Früher wurde Torf auch als Streu in Ställen verwendet.

In den Ländern

Weltweit gibt es etwa 271 Millionen Hektar Torfboden. In Afrika 6 Millionen Hektar, in Nordamerika 135 Millionen Hektar, Südamerika 6 Millionen Hektar, Asien 33 Millionen Hektar, Europa 88 Millionen Hektar, Mittlerer Osten 2 Millionen Hektar und Ozeanien 1 Millionen Hektar.

Finnland

In Finnland wird Torf im großen Umfang genutzt, da etwa ein Drittel des Landes aus Torfboden besteht. Es sind etwa 800.000 ha industriell nutzbar, allerdings ist die durchschnittliche Tiefe des Torfes nur etwa 1,4 m. Etwa 8 % des Stromes und 6 % des gesamten Energiebedarfs im Jahr 2003 wurden aus Torf erzeugt. Es gibt etwa 40 Kraftwerke, die Torf und Holz verfeuern, und 10 % der Bevölkerung heizt mit Torf, welches in der Regel als Pellet angeliefert wird. Die größten Unternehmen sind Vapo Oy Energia in der Stadt Jyväskylä und Turveruukki Oy in der Stadt Oulu. Produziert wurden im Jahr 2001 6 Millionen Tonnen Torf zur Energieproduktion und 0,5 Millionen Tonnen Torf für den landwirtschaftlichen Bedarf.

Irland

Torf findet man in Irland auf etwa einem sechstel der Landfläche. Die Produktion betrug 1999 etwa 4,7 Millionen Tonnen. Die Mehrheit des hier vorkommenden Torfes ist nicht in einer Senke entstanden, sondern auf einer Hügelspitze. Diese unnatürliche Lage entstand durch menschlichen Einfluss. So holzte man vor einigen tausend Jahren die Hügel ab und nutzte den oberen Teil als Weideland. Um Abspülungen durch Bodenerosion zu vermeiden, staute man das Wasser mit Mauern aus Feldsteinen. Dies führte dann über die Jahrtausende zum Wachsen von Torf auf den Hügeln. Heute gibt es etwa 1 Millionen Hektar derartigen Bodens, der durchschnittlich 3 m dick ist. Moore, welche in einer Senke entstanden sind, gibt es in Irland nur mit einer Fläche von ca. 200.000 Hektar. Da diese aber im Durchschnitt 7 m dick sind, entstanden kurz nach dem Ende der Weichsel-Eiszeit vor 10.000 Jahren, wurde deren Torf vorrangig abgebaut. Seit dem 18. Jahrhundert versorgte man sich so mit Brennstoff, Wälder gab es schon lange nicht mehr, und so sind diese Moore heute so gut wie verschwunden. Im Jahr 1946 entstand das halb-staatliche Unternehmen :en:Bord na Móna durch den Turf Development Act, wodurch die industrielle Torfnutzung gefördert werden sollte. Heute betreibt es ein sehr großes Schienennetz von etwa 1200 Meilen, welches für den Torfabbau benötigt wurde.

Natürliche Torffeuer

Natürliche Torffeuer können fremdentzündet oder selbstentzündet sein. In der Regel wird Torf dort in Brand geraten, wo das Grundwasser künstlich abgesenkt wird, kein Regen fällt und Brandrodung betrieben wird. Es gibt beispielsweise in Afrika Gebiete, wo während der Regenzeit große Wassermassen in Trockengebiete abgeleitet werden und dort für einige Monate im Jahr ein Sumpfgebiet entsteht, welches zur Bildung von Torf führt. Dies ist so in Mali und in Botswana. Wenn dann das Wasser verdunstet und der Torf von oben her abtrocknet, reichen normale Temperaturen von ca. 40 °C aus, die oberste Torfschicht durch Selbstentzündung in Brand zu setzen. Der Vorgang ist dabei der selbe wie beim selbstentzündeten Kohlebrand. Ausgiebige Torfbrände verursachten bis ins 19. Jahrhundert den Heerrauch.

Indonesien

In Indonesien gibt es große Torfwälder, die auf mehrere Meter tiefen Torfflöze wachsen. Nach der Entwässerung von 1 Millionen Hektar Sumpfland im Rahmen des "Mega-Rice" Projektes auf der Insel Borneo kam es dort zu Wald- und Torfbränden, wodurch wenigstens 40 cm Torf auf einer Fläche von 500.000 ha verloren gingen. Im Jahr 1997/98 brannten beispielsweise etwa 10 Millionen Hektar und hüllten Indonesien und Teile Südostasiens 10 Monate lang in dunklen Rauch ein. Die Brände ließen sich kaum löschen, da unterirdische Brandnester im Torf immer wieder das Feuer neu entfachten.

Mali

In Mali, im Überschwemmungsgebiet des Flusses Niger, finden sich unterirdische Torffeuer, die speziell in der Trockenzeit immer wieder in Brand geraten und dabei sämtliche organische Materie, auch Baumwurzeln, zerstören. Dabei treten an der Oberfläche Temperaturen bis 765 °C auf. Seit 1960 vermuteten einige Wissenschaftler einen Vulkan in der Gegend, doch im Jahr 2001 konnte diese Annahme widerlegt werden und Torffeuer als Ursache genannt werden.

Okawango-Delta

Der Okawango ist ein durchschnittlich 1.700 km langer Fluss im südlichen Afrika, der in den Sümpfen des (oberirdisch) abflusslosen 15.000 km² großen und sumpfigen Okawango-Beckens in Botswana im Nordosten der Sandwüste Kalahari versickert. Während der Regenzeit überschwemmt er das Becken durchschnittlich etwas mehr als einen Meter hoch. Durch die großen Mengen an verdunstetem Wasser reichert sich Salz an den während der Regenzeit überschwemmten höchsten Landerhebungen an, wodurch dort mit der Zeit die Pflanzen absterben. Dies führt dazu, dass sich der vom Fluß mitgeschwemmte Sand dort sammelt, eine Insel entsteht und somit kommt es immer seltener zu Überschwemmungen, bis schließlich die Insel ganzjährig trocken bleibt. Damit trocknet auch der sich im Untergrund gebildete Torf aus und die Voraussetzung für ein selbstentzündendes Torffeuer ist gegeben. Der Brand zerstört die Insel und spült das Salz und den Sand in den entstandenen unterirdischen Hohlraum. Damit kann der Zyklus von neuem beginnen, der etwa 150 Jahre lang ist. Dieser natürliche Vorgang verhindert die bei der hohen Verdunstung eigentlich zu erwartende Bildung eines lebensfeindlichen Salzsees oder einer Salztonebene.

Siehe auch


- Moorleiche
- Die Moorsoldaten
- Moorheilbad
- Permafrostboden

Weblinks


- [http://www.dgmtev.de Deutsche Gesellschaft für Moor- und Torfkunde]
- [http://moorschutz.de/wie-entstehen-moore.html Wie entstehen Moore?]
- [http://www.fire.uni-freiburg.de/media/2004/news_20040128_ger.htm Torfwaldbrände in Indonesien]
- [http://www.wits.ac.za/geosciences/okavango/wetlands.htm Torfbrände in der Kalahari]
- [http://folk.uio.no/dagkd/Publications/Mali/svensen_et_al.pdf Torfbrände in Mali (pdf)]
- [http://www.worldenergy.org/wec-geis/publications/reports/ser/peat/peat.asp Statistiken] Kategorie:Naturschutz Kategorie:Bodenkunde Kategorie:Moor