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| Rita Marley |
Rita MarleyAlpharita Constantia Marley Anderson, besser bekannt als Rita Marley ( - 25. Juli 1946 in Trenchtown, Jamaika), ist eine jamaikanische Reggaemusikerin kubanischer Herkunft. Sie ist die Witwe von Bob Marley und die Mutter von u.a. Ziggy Marley.
Marley wuchs in Trenchtown/Kingston auf. Sie gehörte der Band The Soulettes an, bis sie zusammen mit Judy Mowatt und Marcia Griffiths für Bob Marley & the Wailers das Hintergrundgesangstrio I-Threes bildete, mit welchem sie auch heute noch auftritt. Nach dem Tod ihres Mannes verwaltet sie dessen Erbe, wobei es mehrere Male zu Streitigkeiten mit seinen früheren Produzenten kam, und produziert weitere eigene Alben.
Marley lebt heute in Ghana. Als sie 2005 die Ehrenbürgerschaft von Addis Abeba erhielt, wurde sie zitiert, die sterblichen Überreste von Bob Marley würden exhumiert und in Äthiopien, der Heimat Haile Selassies, wiederbegraben werden. Dies löste in Jamaika Aufregung und Empörung aus. Die von Rita Marley anscheinend beabsichtigte Exhumation wurde jedoch falsch zitiert. Es hätte nie Pläne zu einer Exhumation gegeben.
Am 2. Juli 2005 trat Marley im Rahmen der weltweiten Live 8-Benefizkonzerte in Philadelphia an der Seite ihres Sohnes Stephen und den Black Eyed Peas auf.
Marley, Rita
Marley, Rita
Marley, Rita
Marley, Rita
Marley, Rita
Marley, Rita
25. JuliDer 25. Juli ist der 206. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 207. in Schaltjahren) - somit bleiben 159 Tage bis zum Jahresende..
Ereignisse
- 1261 - Byzantinische Truppen erobern Konstantinopel zurück, das 1204 durch christliche europäische Kreuzfahrer erobert worden war. Sie beseitigen das Lateinische Kaiserreich und stellen das Byzantinische Reich wieder her.
- 1593 - Der französische König Heinrich IV. konvertiert vor Paris zum Katholizismus und kann dadurch die französischen Religionskriege beenden
- 1625 - Albrecht Wallenstein, Herzog von Friedland wurde vom Kaiser zum Feldmarschall und Generalisismus ernannt und mit der Aufstellung einer Armee beauftragt.
- 1814 - Die für beide Seiten sehr verlustreiche Schlacht bei Lundy's Lane zwischen Briten und Amerikanern bleibt ohne klaren Sieger, zwingt die Amerikaner im Krieg von 1812 jedoch endgültig zum Rückzug aus Kanada.
- 1850 - Schlacht bei Idstedt (nahe Schleswig).
- 1872 - Beginn der Berliner Blumenstraßenkrawalle.
- 1876 - Schlacht am Little Bighorn River.
- 1909 - Der Franzose Louis Blériot überfliegt den Ärmelkanal als erster Mensch mit einer Maschine, die schwerer als Luft ist.
- 1920 - Pál Teleki wird ungarischer Ministerpräsident.
- 1934 - Der österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß wird ermordet.
- 1943 - Benito Mussolini wird nach seinem Rücktritt beim Verlassen des Palasts verhaftet.
- 1955 - Abkommen zwischen Deutschland und Paraguay über Handels- und Zahlungsverkehr
- 1957 - Ausrufung der Republik Tunesien.
- 1994 - Zwischen Israel und Jordanien wird die Washingtoner Erklärung unterzeichnet.
- 1996 - Burundi. Militätputsch durch Major Pierre Buyuya
- 1997 - In Indien tritt mit Kocheril Raman Narayanan erstmals ein Kastenloser das Amt des Staatspräsidenten an.
- 2000 - In Mazedonien tritt ein neues Schulgesetz in Kraft.
- 2002 - Abdul Kalam wird Staatspräsident in Indien.
Wissenschaft, Technik
- 1956 - Die französische Reederei Compagnie Générale Transatlantique gibt das dis dato längste Passagierschiff der Welt in Auftrag, die S/S France.
- 1978 - Geburt des ersten Retortenbabys im Oldham and District General Hospital bei London.
Kultur
- 1798 - Uraufführung der Oper L'Hôtellerie portugaise von Luigi Cherubini am Théâtre Feydeau in Paris.
- 1826 - Uraufführung der komischen Oper Rolands Knappen von Heinrich Dorn in Berlin.
- 1949 - Thomas Mann wird mit dem Goethe-Preis ausgezeichnet.
- 1976 - Uraufführung der Oper Einstein On The Beach von Philip Glass am Avignon Festival.
Religion
- 1405 - Einweihung des Ulmer Münsters.
Katastrophen
- 1935 - Bei Flutkatastrophe des Jangtsekiang in der Republik China starben 200.000 Menschen.
- 1948 - Absturz zweier Luftbrückenflugzeuge über Berlin.
- 1956 - Das italienische Kreuzfahrtschiff Andrea Doria sinkt vor der US- Küste. 50 Passagiere kommen ums Leben.
- 1966 - Bei einem Busunfall in der Nähe von Limburg a.d. Lahn kommen 28 Kinder und 8 Erwachsene ums Leben.
- 1969 - Erdbeben unbekannter Stärke in der Volksrepublik China, rund 3.000 Tote
- 2000 - Bei dem Absturz einer Concorde der Air France kamen bei Paris alle 109 Insassen sowie vier Menschen am Boden ums Leben.
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
Geboren
- 1109 - Alfons I. (Portugal), portugiesischer König
- 1657 - Philipp Heinrich Erlebach, barocker Komponist
- 1675 - James Thornhill, britischer Maler
- 1750 - Henry Knox, US-amerikanischer General
- 1780 - Christian Theodor Weinlig, deutscher Musiklehrer und Komponist
- 1794 - Amalie Sieveking, Mitbegründerin der organisierten Diakonie in Deutschland
- 1798 - Albert Knapp, deutscher Dichter
- 1800 - Heinrich Göppert, deutscher Botaniker, Paläontologe und Professor
- 1839 - Francis Garnier, französischer Forschungsreisender
- 1844 - Thomas Eakins, US-amerikanischer Maler
- 1847 - Paul Langerhans, deutscher Pathologe (Langerhanssche Inseln)
- 1848 - Arthur Balfour, 1. Earl of Balfour, britischer Politiker, Außen- und Premierminister
- 1848 - Ottokar Kernstock, österreichischer Dichter
- 1867 - Max Dauthendey, deutscher Maler und Dichter
- 1869 - Carl Miele, Konstrukteur und Industrieller
- 1876 - Alfredo Casella, italienischer Dirigent, Pianist und Komponist
- 1893 - Wilhelm Cleven, Kölner Weihbischof
- 1894 - Gavrilo Princip, bosnisch-serbischer Nationalist
- 1894 - Walter Brennan, US-amerikanischer Schauspieler und Sänger
- 1895 - Anna Klöcker, deutsche Politikerin und MdL
- 1902 - Hans Helfritz, deutscher Komponist, Musikwissenschaftler und Schriftsteller
- 1905 - Elias Canetti, deutschsprachiger Schriftsteller und Nobelpreisträger
- 1906 - Johnny Hodges, US-amerikanischer Musiker
- 1907 - Karl Höller, deutscher Komponist
- 1917 - Fritz Honegger, Schweizer Politiker und Bundesrat
- 1918 - Joseph Rovan, deutsch-französischer Historiker
- 1920 - Rosalind Franklin, Biochemikerin und Spezialistin für Röntgenstrukturanalyse
- 1921 - Adolph Herseth, US-amerikanischer Trompeter
- 1921 - Paul Watzlawick , österreichischer Psychotherapeut und Autor
- 1924 - Estelle Getty, amerikanische Schauspielerin ("Sophia" in Golden Girls)
- 1925 - Helmut Schlüter, deutscher Politiker und MdB
- 1927 - Arminio Rothstein, akademischer Künstler vieler Disziplinen
- 1934 - Don Ellis, US-amerikanischer Jazztrompeter und Bandleader
- 1935 - Adnan Kashoggi, saudi-arabischer Unternehmer
- 1936 - Glenn Murcutt, australischer Architekt
- 1936 - David Sime, US-amerikanischer Leichtathlet und Olympiateilnehmer
- 1937 - Anders Cleve, finnischer Schriftsteller
- 1941 - Manuel Charlton, US-amerikanischer Musiker
- 1942 - Bruce Woodley, australischer Musiker
- 1943 - Erika Steinbach, deutsche Politikerin und MdB
- 1943 - Jim McCarty, britischer Musiker
- 1944 - Tom Dawes, US-amerikanischer Musiker
- 1946 - Rita Marley, jamaikanisch-kubanische Reggaemusikerin, Witwe von Bob Marley
- 1947 - Adolfo Rodríguez Saá, argentinischer Politiker und Präsident
- 1948 - Steve Goodman, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1950 - Mark Clarke, britischer Musiker
- 1951 - Verdine White, US-amerikanischer Musiker
- 1953 - Gary Shaugnessy, britischer Musiker
- 1954 - Jürgen Trittin, deutscher Politiker und Bundesminister
- 1955 - Iman Abdulmajid, Tochter des Somalischen Botschafters in Saudi Arabien
- 1957 - Steve Podborski, kanadischer Skirennläufer
- 1958 - Karlheinz Förster, deutscher Fußballspieler
- 1967 - Annette Pehnt, deutsche Schriftstellerin
- 1967 - Matt LeBlanc, US-amerikanischer Schauspieler
- 1969 - Alexander Falk, Unternehmer
- 1978 - Louise Joy Brown, britisches Retortenbaby
- 1979 - Ariane Hingst, deutsche Physiotherapeutin und Fußballspielerin
- 1979 - Stefanie Hertel, deutsche Sängerin des volkstümlichen Schlagers
- 1986 - Michael Lebersorg, österreichischer Fußballspieler
Gestorben
- 1011 - Ichijo, 66. Kaiser von Japan (986 - 1011)
- 1034 - Konstanze von Provence, Königin von Frankreich
- 1195 - Herrad von Landsberg, deutsche Äbtissin und Schriftstellerin
- 1471 - Thomas von Kempen, deutscher Augustinermönch und Mystiker
- 1492 - Innozenz VIII. (Papst), Papst von 1484 bis 1492
- 1564 - Ferdinand I. (HRR), Kaiser des Heiligen Römischen Reichs und König von Böhmen und Ungarn
- 1790 - Johann Bernhard Basedow, deutscher Pädagoge und Schriftsteller
- 1794 - André Chénier, französischer Schriftsteller
- 1794 - Friedrich Freiherr von der Trenck, preußischer Offizier und Abenteurer
- 1802 - Friedrich Karl Joseph von Erthal, Erzbischof von Mainz
- 1826 - Kondrati Fjodorowitsch Rylejew, russischer Dichter
- 1826 - Michail Pawlowitsch Bestuschew-Rjumin, russischer Revolutionär und Anführer des Dekabristenaufstandes
- 1834 - Samuel Taylor Coleridge, englischer Dichter der Romantik, Kritiker und Philosoph
- 1843 - Karl Friedrich von Rumohr, deutscher Kunsthistoriker, Schriftsteller und Gastrosoph
- 1846 - Ludwig Bonaparte, einer der drei Brüder Kaiser Napoleons I
- 1853 - Johann Joachim Wachsmann, deutscher Chordirigent und Komponist
- 1861 - Jonas Furrer, Schweizer Politiker, Bundesrat und erster Bundespräsident
- 1875 - Joseph-Maurice Exelmans, französischer Admiral
- 1881 - Karl Christian Bruhns, deutscher Astronom
- 1885 - Ernst Laas, deutscher Pädagoge und Philosoph
- 1887 - John Taylor, 3. Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
- 1893 - Paul d'Abrest, böhmischer Schriftsteller
- 1899 - Niklaus Riggenbach, schweizer Eisenbahnpionier (Erfinder der Zahnradbahn)
- 1903 - Prosper Mathieu Henry, französischer Optiker und Astronom
- 1934 - Engelbert Dollfuß, Bundeskanzler und später Diktator Österreichs
- 1936 - Heinrich Rickert, deutscher Philosoph und Universitätsprofessor
- 1937 - Gerda Taro, deutscher Fotograf
- 1944 - Jakob Johann von Uexküll, Biologe und Philosoph
- 1945 - Kurt Gerstein, Mitglied des Hygieneinstituts der Waffen-SS
- 1949 - Benedikt Kreutz, zweiter Präsident des Deutschen Caritasverbandes (DCV)
- 1950 - Elisabeth Langgässer, deutsche Schriftstellerin
- 1953 - Johann Ohde, Bauingenieur
- 1955 - Isaak Dunajewski, ukrainischer Musiker und Komponist
- 1955 - Wilhelm Hammann, Widerstandskämpfer
- 1955 - Ilmari Hannikainen, finnischer Komponist
- 1962 - Helene Weber, deutsche Politikerin und MdB
- 1966 - Franz Xaver Meitinger, deutscher Politiker
- 1967 - Joseph Cardijn, Begründer der internationalen Christlichen Arbeiterjugend
- 1968 - Friedrich Burmeister, Politiker der DDR
- 1969 - Otto Dix, deutscher Maler der Neuen Sachlichkeit und Expressionismus
- 1969 - Witold Gombrowicz, polnischer Schriftsteller
- 1980 - Juliane Plambeck, deutsche RAF-Terroristin
- 1980 - Wilhelm Reitz, deutscher Politiker und MdB
- 1980 - Wladimir Wyssozki, russischer Schauspieler, Dichter und Sänger
- 1981 - Conrad Fink, deutscher Politiker und MdB
- 1982 - Gabriele Tergit, deutsche Journalistin und Schriftstellerin
- 1982 - Hal Foster, US-Comic-Autor und -Zeichner
- 1983 - Alberto Ginastera, argentinischer Komponist
- 1984 - Big Mama Thornton, US-amerikanische Sängerin
- 1986 - Vincente Minnelli, US-amerikanischer Regisseur
- 1992 - Kurt Lütgen, deutscher Schriftsteller
- 1993 - Hedwig Jochmus, deutsche Politikerin und MdB
- 1997 - Ben Hogan, US-amerikanischer Golfspieler
- 2000 - Rudi Faßnacht, Fußballtrainer
- 2001 - Josef Klaus, österreichischer Bundeskanzler
- 2001 - Lorenz Niegel, deutscher Politiker und MdB
- 2001 - Phoolan Devi, indische Bandenkönigin und Politikerin
- 2002 - Johannes Joachim Degenhardt, Kardinal und Erzbischof von Paderborn
- 2002 - Tilemann Grimm, deutscher Sinologe
- 2003 - John Schlesinger, britischer Regisseur
- 2003 - Ludwig Bölkow, deutscher Ingenieur und Unternehmer
- 2004 - Otto Wanner, ehemaliger Präsident Deutschen Eishockey-Bundes
- 2005 - Albert Mangelsdorff, deutscher Jazzmusiker
- 2005 - Ford Rainey, US-amerikanischer Schauspieler
- 2005 - Henry F. Sherwood, deutsch-amerikanischer IT-Pionier
Feier- und Gedenktage
- Fest des Hl. Apostels Jakobus
Siehe auch
- 24. Juli - 26. Juli
- 25. Juni - 25. August
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0725
ja:7月25日
ko:7월 25일
simple:July 25
th:25 กรกฎาคม
TrenchtownTrenchtown ist ein Stadtteil von Kingston, Jamaika. Trenchtown war der Wohnort bekannter Reggaemusiker wie Bob Marley, Peter Tosh und Bunny Wailer.
Bob Marley and the Wailers benannten das Lied Trenchtown Rock nach diesem Stadtteil.
Kategorie:Ort in Jamaika
Jamaika
Jamaika (engl. Jamaica) ist ein selbstständiger Inselstaat innerhalb des Commonwealth of Nations in der Karibik. Die Insel liegt südlich von Kuba und westlich von Haiti. Sie ist die drittgrößte Insel der Großen Antillen.
Geografie und Natur
Großen Antillen
Höchster Punkt ist die Blue Mountain Peak mit 2.256 m im Gebirge der Blue Mountains, der Tiefpunkt liegt auf Meereshöhe bei 0 m. Die Landschaft der Insel ist überwiegend von Bergland mit schmalen Ebenen entlang der Küsten gekennzeichnet, mit nur einer größeren Ebene im Süden.
Das tropische Klima Jamaikas wird vom Nordostpassat geprägt. Die Temperaturunterschiede sind im Jahresverlauf gering. In Kingston beträgt die mittlere Monatstemperatur im Januar 25 °C und im Juli 27 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge ist hingegen regional sehr unterschiedlich. Mehr als 5.000 mm Regen fallen in den Bergen des Nordostens; in der Umgebung von Kingston an der wechselfeuchten Südküste liegt der Mittelwert bei 813 mm. Die niederschlagsreichsten Monate sind Mai, Juni, Oktober und November. Im Spätsommer und Frühherbst ziehen häufig Wirbelstürme über die Insel hinweg.
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Kingston 583.958 Einwohner, Spanish Town 145.018 Einwohner, Portmore 102.861 Einwohner, Montego Bay 82.867 Einwohner, Mandeville 47.115 Einwohner und May Pen 44.755 Einwohner.
- Siehe auch: Liste der Städte in Jamaika
Fauna
Jamaika beherbergt einige Tierarten, die es sonst nirgendwo gibt, wie die Jamaikaeule oder den Wimpelschwanz, ein Kolibri mit langen Schwanzfedern.
Bevölkerung
Jamaika hat etwa 2,7 Millionen Einwohner. Neben der Amtssprache Englisch wird Jamaika-Kreolisch (auch Patois genannt) gesprochen.
Religionszugehörigkeit: Protestanten 61,3 % (Church of God 21,2 %, Baptisten 8,8 %, Anglikaner 5,5 %, Siebenten-Tags-Adventisten 9 %, Pentecostal 7,6 %, Methodisten 2,7 %, United Church of Christ 2,7 %, Brethren 1,1 %, Zeugen Jehovas 1,6 %, Moravian 1,1 %), Römisch-Katholisch 4 %, andere (darunter am bekanntesten Rastafaris) 34,7 %.
Geschichte
Bevor Christoph Kolumbus als erster Europäer die Insel 1494 erreichte, siedelte dort bereits das um 700 v. Chr. eingewanderte Volk der Arawak.
1509 besetzte Spanien die Insel und nannte diese Santiago. Die Kultur der Arawak zerfiel, stark dezimiert durch Krankheiten, Kriege und Sklaverei. 1517 brachten die Spanier die ersten afrikanischen Sklaven auf die Insel, die vorwiegend von der Gold- und Sklavenküste stammten. 1611 wurden erstmals mehr schwarzafrikanische als europäische Einwohner gezählt. Als Hauptstadt wählten sie New Sevilla (das spätere Spanish Town).
schwarzafrikanische
1655 besetzten englische Truppen die Insel, 1670 ging sie formell durch den Vertrag von Madrid in den Besitz Großbritanniens über.
Der Sklavenhandel und die Zuckerplantagen machten Jamaika über 150 Jahre lang zu einem der wertvollsten Besitztümer der Welt. Die Insel war auch eine bedeutende Anlaufstelle für Freibeuter und Piraten, insbesondere in Port Royal, bevor die Stadt 1692 durch ein Erdbeben zerstört wurde.
Die Hauptstadt wurde damals nach Kingston verlegt. Das britische Parlament schaffte am 1. August 1834 die Sklaverei offiziell ab. Die Lebensbedingungen der befreiten Sklaven waren damals katastrophal, da sie zwar die Freiheit erlangten, dennoch aber keinen oder kaum Besitz hatten und die Ressourcen der Insel fest in der Hand der Europäer lagen. Die Wut und Verzweiflung der Menschen manifestierte sich im Oktober 1865 im Aufstand von Morant Bay, angeführt von William Gordon. Der Aufstand wurde von den Briten mit massiver Gewalt niedergeschlagen und Jamaika daraufhin zur Kronkolonie erklärt.
Im späten 19. Jahrhundert verlor Zucker an Bedeutung für den Handel und die Insel stellte teilweise auf den Anbau von Bananen um.
Jamaika erreichte in den 1930er Jahren etwas lokale politische Kontrolle, es gab Unruhen und Aufstände gegen die britische Politik und im Jahr 1938 wurde die People's National Party (PNP) gegründet. Die ersten Wahlen mit allgemeiner, für alle Bürger gleichen Wahlberechtigung fanden 1944 statt. Im Jahr 1958 schlossen sich Jamaika und neun weitere britische Gebiete in der Karibik zur Westindischen Föderation zusammen. Jamaika schied 1961 wieder aus dem Bund aus, da die Wähler die Mitgliedschaft ablehnten. Die Unabhängigkeit von Großbritannien wurde am 6. August 1962 erlangt, Jamaika ist seitdem freies Mitglied des Commonwealth.
Der erste Premierminister war Alexander Bustamante von der Jamaica Labour Party (JLP).
Siehe auch:
- Liste der Generalgouverneure von Jamaika
- Liste der Premierminister von Jamaika
Politik
Die derzeitige Verfassung Jamaikas wurde 1962 durch einen gemeinsamen Ausschuss beider Parteien, die im Jamaikanischen Parlament vertreten sind. Es trat mit der jamaikanischen Unabhängigkeit von dem Vereinigten Königreich im gleichen Jahr in Kraft.
Staatsoberhaupt von Jamaika ist Elizabeth II., die den Titel trägt "Königin von Jamaika". Sie wird vertreten durch einen Gouverneur General, der durch den Premierminister ernannt wird. Sowohl Königin als auch Gouverneur-General haben größtenteils zeremonielle Aufgaben.
Das jamaikanische Parlament besteht aus einem Abgeordnetenhaus und einem Senat. Die Mitglieder des Abgeordnetenhauses (auch als 'Members of Parliament' oder MPs bekannt) werden direkt gewählt, und der Führer der Mehrheitspartei im Abgeordnetenhaus wird Premierminister. Die Senatoren werden ernannt durch den Premierminister und den Oppositionsführer.
Derzeit ist P. J. Patterson Premierminister, der das Amt übernahm mit dem Rücktritt 1992 von Michael Manley. Seitdem ist er dreimal wieder gewählt worden, zuletzt 2002. Die Verfassung schreibt vor, dass die nächste Parlamentswahl spätestens im Oktober 2007 zu erfolgen hat.
Jamaika hat traditionell ein Zweiparteiensystem, mit der People's National Party und die Jamaican Labour Party im Parlament vertreten. Das Land ist ein Vollmitglied der Caribbean Community (CARICOM).
Das Rechtssystem basiert auf englischem Common Law. Das letztinstanzliche Gericht ist der Justizausschuss des Privy Council in London.
Stimmrecht: ab 18 Jahren, allgemein
Parteien (engl. Namen): Jamaica Labor Party (JLP); National Democratic Movement (NDM); People's National Party (PNP)
Homosexualität
Die Menschenrechtssituation von Homosexuellen in Jamaika wird als äußerst gravierend gesehen. Artikel 76 des Gesetzes über „Straftaten gegen die Person“ ahndet Analverkehr (theoretisch auch zwischen Mann und Frau) als „abscheuliches Verbrechen der Sodomie (buggery)“ mit bis zu 10 Jahren Gefängnis, verbunden mit schwerer Zwangsarbeit. Akte körperlicher Intimität zwischen Männern werden nach Artikel 79 mit bis zu 2 Jahren Haft bestraft, verbunden mit der Möglichkeit, zu schwerer Zwangsarbeit verurteilt zu werden. In neueren jamaikanischen Dancehall-Songs wird darüber hinaus regelmäßig zur Ermordung von Homosexuellen aufgerufen. Homophobe Gewalt kommt recht häufig vor. Nach Angaben von Amnesty International haben in den letzten Jahren in Großbritannien mehrere Jamaikaner alleine aufgrund ihrer Homosexualität Asyl erhalten. In den letzten 5 Jahren wurden über 30 Jamaikaner aufgrund ihrer Homosexualität ermordet.
Verwaltungsgliederung
Jamaika ist in drei Grafschaften (counties - ohne Verwaltungsrelevanz) eingeteilt. Dabei handelt es sich um Cornwall, Middlesex und Surrey. Diese teilen sich ihrerseits in 14 (kreisähnliche) parishes:
Wirtschaft
Die wichtigsten Exportgüter sind Tonerde und Bauxiterz sowie Zuckerrohr, Bananen und Rum. Die wichtigsten Industriezweige sind der Tourismus, Textilien, die Lebensmittelverarbeitung, die Alkoholherstellung aus Rohrzucker sowie die Baustoff- und Papierindustrie.
Kultur
Berühmte Jamaikaner
- Bob Marley, Musiker
- Lee Perry, Musiker
- Peter Tosh, Musiker
- Jimmy Cliff, Musiker
- Shaggy, Musiker
- Harry Belafonte, Musiker
- Sean Paul, Musiker
- Grace Jones, Musikerin, Schauspielerin
- Merlene Ottey, Leichtathletin
- Asafa Powell, Leichtathlet (Weltrekord 2005)
- Maurice Wignel, Leichtathlet
- Marcus Garvey, Journalist und Bürgerrechtler
Weblinks
- [http://www.jamaican-embassy-berlin.de/ Internetpräsenz der Botschaft Jamaikas in Berlin]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=68 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- http://www.jamaika-info.de - Reiseinformationen über Jamaika
- http://www.cabinet.gov.jm - Cabinet Office of the Government of Jamaica
- http://www.jamaicans.com - Coole Seite auch für Nicht-Jamaikaner
- http://www.jamaicaobserver.com - Tageszeitung
- http://www.jamaica-gleaner.com - Tageszeitung
- http://www.madtropics.de/jamaijka/jamaika.html
Kategorie:Insel (Karibik)
Kategorie:Monarchie
Kategorie:Staat
Kategorie:Jamaika
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ReggaeReggae // ist eine jamaikanische Musikform.
Geschichte
Reggae entstand Ende der 1960er Jahre unter dem Einfluss US-amerikanischer Musikrichtungen wie Soul, R&B, Country und Jazz, die in Jamaika über das Radio empfangen wurden, aus seinen unmittelbaren Vorläufern Mento, Ska und Rocksteady. Er entwickelte sich seitdem zu einer der bedeutendsten Richtungen populärer Musik. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes "Reggae" ist unklar - sie könnte einerseits aus der Bezeichnung "ragged man" (einfacher, oder auch zerlumpter Mann), oder auch direkt vom Songtitel "Do the Reggay" (1968) von Toots and the Maytals stammen. Der typische Grundrhytmus des Reggae entstand, als bei ersten Eigenproduktionen des Ska US-amerikanische R&B-Stücke gecovert und mit einer starken Betonung des zweiten und vierten Taktteils unterlegt wurden. Im Übergang von Ska zu Rocksteady und dann zu Reggae wurde dieser minimalistische Grundrhytmus jeweils verlangsamt. Reggae und seine Vorläufer entstanden vornehmlich als Tanzmusik, deren Verbreitung hauptsächlich durch sogenannte "Sound-Systems", mobile Diskotheken, vorangetrieben wurden. Betreiber dieser Soundsystems wie beispielsweise Clement "Sir Coxsone" Dodd, Arthur "Duke" Reid oder Cecil "Prince Buster" Campbell gehörten zu den ersten Produzenten eigenständiger jamaikanischer Tanzmusik. Als erster internationaler Erfolg gilt das 1968 von Desmond Dekker eingespielte "The Israelites", mit Nr.1-Platzierungen u. a. in Deutschland und England der erste Welthit des Reggae.
Durch den hohen Anteil jamaikanischer Immigranten in England und befördert von Weltstars wie den Rolling Stones oder Eric Clapton wurde die neue Musik ab dem Anfang der 70er Jahre schnell populär und erschloss sich den internationalen Markt.
Eric Clapton in Zürich, Schweiz, am 30. Mai 1980]]
Angeregt durch den bedeutendsten Reggaemusiker und jamaikanischen Nationalhelden Bob Marley verknüpften zahlreiche Musiker die Musik mit der zu dieser Zeit zwar bereits existierenden, wenngleich noch nicht überaus weit verbreiteten Religion der Rastafari. Der klassische Reggae der 1970er Jahre wird heutzutage oft als "Roots-Reggae" bezeichnet. Er ist aus dem "Early Reggae" entstanden (auch "Skinhead-Reggae" genannt), einer schnelleren Musikform, in der die Philosophie der Rastas noch keine solch tragende Rolle innehatte. Parallel dazu entwickelte sich in Großbritannien eine eigene Form des Reggae, die Einflüsse aus anderen Musikformen wie Punk, New Wave oder Pop integrierte und säkulärer war als der jamaikanische Stil. Die neben dem Roots-Reggae bedeutendste Form ist jedoch der Dub-Reggae, eine minimalistische Variante, die sich durch starken Gebrauch von Studioeffekten und fast völligem Verzicht auf Gesang auszeichnet. Stattdessen wird dort ein Sprechgesang, das sogenannte Toasting, gepflegt, das als ein Vorläufer des Rap gilt. Der Dub hat sich heute zum Ragga bzw. Dancehall weiterentwickelt, einer sehr harten und schnellen Variante, die musikalisch dem Hip Hop näher steht als dem Roots-Reggae.
Texte
Auch textlich unterscheiden sich Roots-Reggae und Dancehall sowie Ragga stark voneinander. Bei Roots sind die Texte meistens geprägt von Religiösität (Jah), Liebe, der sozialen Situation und Herkunft der jamaikanischen Bevölkerung, sowie dem in der Rastafarigesellschaft ritualisierten Konsum von Cannabis. Viele Roots-Reggaetexte sind gesellschaftskritisch.
Bei Ragga (oder Raggamuffin) geht es eher um den jamaikanischen Alltag, Gewaltkriminalität, Party und Sex.
Die starke Homophobie der jamaikanischen Gesellschaft spiegelt sich in vielen Dancehall-Texten wider, z.B. bei den Songs "Boom Bye Bye" von Buju Banton (der damit 1992 vehemente Proteste von Schwulenorganisationen auslöste) oder "Log On" von Elephant Man. Schwule werden dort als Chi Chi Men oder Batty Boys diffamiert, und nicht selten ist auch ein Mordaufruf enthalten ("Full dem up with copper shot", "Burn chi chi man", "Batty boy get up and run").
Gesungen wird im jamaikanischen Reggae meist im so genannten Patois (eigentlich: Jamaika-Kreolisch), einer auf dem Englischen basierenden Kreolsprache mit zahlreichen Wortneuschöpfungen.
So entsteht auch eine sehr flexible Art zu reimen: Falls sich dem Text entsprechend gerade kein passender Reim findet, so wird oft ein neues Wort erfunden.
Musik
Charakteristisch für den Reggae ist die Offbeat-Phrasierung, bei der entweder die Gitarre oder das Keyboard, hin und wieder auch die Bläser, auf der in den meisten anderen Musikrichtungen unbetonten zweiten und vierten Taktzeit spielen. Im Gegensatz zum Ska, wo statt der 2/4-Betonung eher Offbeats eingesetzt werden, die die "und"-Zählzeiten betonen, ist der Reggae in der Regel langsamer und weniger durch Bläser dominiert. Besonders wichtig im Klangbild eines Reggaesongs ist stets der Basslauf, der das Gegengewicht zu den Offbeats bildet und oft das eigentliche Thema des Stückes beschreibt. Das Schlagzeug betont fast immer die dritte Taktzeit mit Snare und Bassdrum gleichzeitig und wird oft von einem Perkussionisten unterstützt. Die Instrumentierung der meisten (klassischen) Reggaebands besteht aus Drumset, E-Bass, E-Gitarre, Keyboard und Gesang. Oft kommen Blechbläser und Perkussion hinzu. Bei den neueren Stilrichtungen des Reggae (Dancehall, Ragga) kommt häufiger die Elektronik in Form von Computern und Samplern zum Einsatz. Dabei ist das Schlagzeug meist stark betont, synthetisch erzeugt und mehr am Rock- und Diskosound orientiert.
Reggae in Deutschland
Seit einiger Zeit gibt es eine immer größer werdende Gemeinde deutscher Reggae-Künstler, die teilweise auch auf Deutsch texten. Die derzeit erfolgreichsten deutschen Künstler sind Seeed (Dancehall/Hip-Hop) und Gentleman (Roots), wobei letzterer seine Texte durchgängig auf jamaikanisch englisch (Patois) gestaltet.
Bedeutende Künstler
Dave Barker - Derrick Morgan - The Upsetters - Justin Hinds - Jimmy Cliff - Desmond Dekker - Dennis Brown - Dandy Livingstone - Johnny Nash - Lloyd Charmers - Toots & The Maytals - Peter Tosh - Max Romeo - Prince Buster - The Pyramids - The Ethiopians - The Heptones - The Melodians - The Viceroys - Ernest Ranglin - The Pioneers - Laurel Aitken
Abyssinians - Alpha Blondy - Beres Hammond - Bob Marley - Black Uhuru - Bunny Wailer - Burning Spear - Chuck Fender - Damian Marley - Delroy Wilson - Don Carlos - Garnett Silk - Gladiators - Gregory Isaacs - Groundation - Israel Vibration - Iqulah - I-Wayne - Ijahman Levi - Jah Cure - Jamaica Papa Curvin - Jimmy Cliff - John Holt - Johnny Nash - Junior Kelly - Junior Delgado - L.M.S. - Luciano - Ken Boothe - Max Romeo - Michael Prophet - Misty In Roots - Mikey Dread - Morgan Heritage - Mykal Rose - Peter Tosh - Prezident Brown - Richie Spice - Sugar_Minott - Tony Rebel - Third World - Toots & The Maytals - Bushman - Warrior King - Wayne Jarrett - Ziggy Marley
Britischer Reggae
Aswad - Linton Kwesi Johnson - UB40 - Steel Pulse - Capital Letters - Macka B
Dub
siehe unter Dub (Musik)
Dub Poetry
Linton Kwesi Johnson - Mutabaruka
Anthony B. -
Assassin -
Barrington Levy -
Beenie Man -
Bounty Killer -
Buju Banton -
Burro Banton -
Capleton -
Ce´cile -
Chaka Demus -
Chuck Fender -
Cobra -
Cutty Ranks -
Dillinger -
Elephant Man -
Kiprich -
Lady G -
Lady Saw -
Lexxus -
Mr. Vegas -
Ms. Thing -
Natural Black -
Nicodemus -
Ninja Man -
Pliers -
Red Rat -
Richie Spice -
Sean Paul -
Shabba Ranks -
Shaggy -
Sizzla -
Sly Dunbar-
Super Cat -
Tanto Metro & Devonte -
Tanya Stephens -
Tenor Saw -
Tony Rebel -
T.O.K. -
Turbulence -
Vybz Kartel -
Ward 21 -
Wayne Marshall -
Wayne Wonder -
Yellowman
Afrikanische Künstler
Alpha Blondy (Elfenbeinküste) - Free At Last (Südafrikanische Gruppe) - Lucky Dube (Rep. Südafrika) - Sonny Okusun (Nigeria) - Richard Siluma (Rep. Südafrika) - Tiken Jah Fakoly (Elfenbeinküste)
Französische Künstler
Tonton David - Yaniss Odua - Azrock - Tryo
Deutsche Künstler
Jan Delay - Ganjaman - Gentleman - P.R. Kantate - Nattyflo - Nosliw - Patrice - Seeed - Benjie - Silly Walks Movement - Sam Ragga Band - Mono & Nikitaman - Mellow Mark - Jahcoustix - Martin Jondo - Dr Ring Ding - D-Flame - Pow Pow Movement - Headcornerstone - Lazy Youth
Bekannte Reggae-Festivals
International
Sting (Jamaika) - Rototom (Italien) - Uppsala Reggae Festival (Schweden) - Reggae Sundance (Eindhoven) (Holland)
Im deutschsprachigen Raum
Chiemsee Reggae Summer - Summerjam - Africa Festival - Reggae Jam - Reeds (Schweiz) - - Splash
Literatur
- Steve Barrow: The Rough Guide to Reggae. 2. Auflage, Rough Guides Limited 2001, ISBN 1-85828-558-5
- René Wynands: Do The Reggae. Reggae von Pocomania bis Ragga und der Mythos Bob Marley. Pieper Verlag und Schott, 1995 ISBN 3-492-18409-X (Pieper), ISBN 3-7957-8409-3 (Schott). PDF-Version frei herunterladbar unter [http://www.oktober.de/reggae/ www.oktober.de/reggae]
- Rainer Bratfisch: Das große Reggae-Lexikon; Rastas, Riddims, Roots und Reggae: Vom Ska bis zum Dancehall - Die Musik, die aus Jamaika kam. Verlag Schwarzkopf + Schwarzkopf, Berlin 2003 ISBN 3-89602-516-3
- Lloyd Bradley: Bass Culture - Der Siegeszug des Reggae. Verlagsgruppe Koch/Hannibal, Höfen 2000, ISBN 3-85445-209-8
- Colin Larkin (Hrsg.): The Guinness Who´s Who Of Reggae. Guinness Publishing, Enfield, Middx 1994, ISBN 0-85112-734-7
- Wolfgang Kunz: Reggae - Kult, Kritik und Kommerz. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 1986, ISBN 3-7651-0218-0
Weblinks
- [http://www.reggaenode.de/ reggaenode.de] - großes deutsches Reggaeportal
- [http://www.riddim.de/ riddim.de] - größte deutsche Zeitschrift zum Thema; mit Forum
- [http://www.dancehallmusic.de/ dancehallmusic.de] - sehr aktive deutsche Site mit großer Online-Community
- [http://www.niceup.com/ niceup.com] - ältestes Reggaeportal, englisch
- [http://www.raggakings.net/ raggakings.net] - großes europäisches Reggae-Radio
- [http://www.dancehallreggae.com/ dancehallreggae.com/] - Reggae/Dancehall-Forum - USA
- [http://www.reggae.ch/ reggae.ch] - swissreggaeunity
Kategorie:Reggae
als:Reggae
ja:レゲエ
Kuba
Kuba (span.: Cuba) ist ein Inselstaat in der Karibik. Im Nordwesten hat die Insel einen Küstenstreifen zum Golf von Mexiko, die gesamte Nordküste liegt jedoch am Atlantischen Ozean.
Im Südosten der Insel befindet sich der Marinestützpunkt der US-Navy Guantanamo Bay. Diese Exklave ist von einer früheren vorrevolutionären kubanischen Regierung de facto auf unbegrenzte Zeit an die USA verpachtet worden. De iure sah der Pachtvertrag aus dem Jahre 1902 ursprünglich nur eine Laufzeit von 99 Jahren vor - also bis 2001 -, allerdings beinhaltet er ebenso eine Klausel, nachdem er sich automatisch verlängert und nur mit dem Einverständnis beider Seiten gekündigt werden kann. Die kubanische Seite hat sich entschieden gegen das Weiterbestehen ausgesprochen und verweigert auch die Annahme der ohnehin nur symbolischen Pachtzahlungen seitens der USA.
Wichtige Agrarprodukte sind unter anderem Zucker, Tabak, Rum, Zitrusfrüchte, Kaffee, Kakao, Reis, Kartoffeln, Bohnen und Vieh.
Geographie
Hauptartikel: Geographie Kubas
Kuba ist die größte Insel in der Karibik. In der Rangfolge der größten Inseln der Welt liegt sie auf Platz 16.
Das Nachbarland im Norden sind die USA mit ihrem Bundesstaat Florida. Im Nordwesten liegt der Golf von Mexiko, im Westen die mexikanische Halbinsel Yucatán.
Kuba ist großteils eben, mit Hügellandschaft und Bergen hauptsächlich im Südosten. Der höchste Punkt ist der Pico Turquino (1.974 m ü. NN) in der Sierra Maestra.
Havanna ist die größte Stadt Kubas und Hauptstadt der Insel. Die nächstkleineren Städte sind Santiago de Cuba, Holguín und Camagüey.
Das Klima ist tropisch. Es gibt eine trockenere Jahreszeit von November bis April und eine regnerische Jahreszeit von Mai bis Oktober.
Im Osten Kubas entstand der Nationalpark "Alejandro de Humboldt", der die vier östlichsten Provinzen Holguín, Granma, Santiago de Cuba und Guantánamo umfasst. Das Gebiet schützt viele wichtige Ökosysteme zu Land (68.890 ha) und zu Wasser (2.250 ha), wie die Küste mit ihren Mangroven und vorgelagerten Riffen, die küstennahen Trockenwälder und die höher gelegenen und niederschlagsreichen Regenwälder mit dem 1.168 Meter hohen Gipfel des "El Toldo". Der Nationalpark wurde im Dezember 2001 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.
Siehe auch: Liste der Städte in Kuba
Bevölkerung
Auf Kuba leben etwa 11 Millionen Menschen.
Liste der Städte in KubaSchätzungen zufolge ist die Bevölkerung etwa zu je einem Drittel europäischer, afroamerikanischer und gemischter (Mulatten) Abstammung. Daneben existiert noch eine chinesische Minderheit. Von der indigenen Bevölkerung der Arawak gibt es keine Nachkommen.
Kuba hat mit 1,6 Kindern pro Frau die niedrigste Geburtenrate der lateinamerikanischen Staaten und der westlichen Hemisphäre nach Kanada. Dies liegt vor allem daran, dass Abtreibung in Kuba kostenlos und aus sozialen, medizinischen und eugenischen Gründen allgemein üblich ist, mehr als jede dritte Schwangerschaft wird künstlich abgebrochen.
Die Kindersterblichkeit beträgt 6,33 Kinder je 1000 Geburten und ist die zweitniedrigste in Amerika. Dagegen beträgt die Kindersterblichkeit in den USA 6,5 von 1000 Geburten. Nur Kanada hat eine niedrigere Sterblichkeitsrate in der westlichen Hemisphäre ([http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/rankorder/2091rank.html CIA World Factbook Geburtensterblichkeit]).
Homosexualität wird auf Kuba von staatlicher Seite nicht unterdrückt, solange sie kein öffentliches Aufsehen erregt, doch sind entsprechende Vereinigungen oder Zeitungen verboten. Bekennende Homosexuelle können nicht Parteimitglieder werden.
Kuba hat die höchste Selbstmordrate des Kontinents.
Religionen
Durch eine Verfassungsänderung vom 12. Juli 1992 wurde Kuba von einem atheistischen Staat zu einem säkularen, wodurch auch Gläubigen die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei (PCC) ermöglicht werden sollte. Nach Massenverfolgungen und Zerschlagung der sozialen Strukturen der Kirche wird aktive Religiosität auf Kuba heute nicht mehr verfolgt, aber weiterhin staatlicherseits geächtet.
Als Kubas Hauptreligion gilt neben dem Katholizismus die Santería, eine afro-katholische Mischreligion. Sie basiert auf der animistischen Religion der westafrikanischen Yoruba und ist stark mit katholizistischen Elementen versetzt. Da die Religionen keine offizielle Struktur besitzen, sind die tatsächlichen Anhängerzahlen schwer zu ermitteln. Als unpolitische und unorganisierte Form der Religionsausübung erfreut sich die Santeria in den letzten Jahren sogar staatlicher Förderung.
Der Katholizismus ist die - vermutlich nach der Santería - stärkste Religionsgemeinschaft Kubas. Einigen Schätzungen zufolge sind etwa 35 Prozent der Kubaner katholisch getauft, darunter jedoch auch viele Santería-Anhänger. Andere Schätzungen gehen von höheren Zahlen aus. Da die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche Voraussetzung für die Santería ist, sind genaue Abgrenzungen nicht möglich.
Neben der katholischen Kirche sind in den letzten Jahren zahlreiche protestantische und vor allem evangelikale Gemeinden entstanden. Daneben zählt man etwa 89.000 Zeugen Jehovas, deren Anhängerschaft sich trotz Verhaftungen und Predigtdienstverboten wegen ihrer ablehnenden Haltung gegenüber chirurgischen Eingriffen und Bluttransfusionen seit der Revolution mehr als verfünffacht hat.
Katholische Schutzpatronin Kubas ist die Virgen de la Caridad de Cobre (Barmherzige Jungfrau von El Cobre), die in der Santería auch für die Göttin der Flüsse und der Liebe Ochún steht.
Siehe auch:
- Santería
- Judentum in Kuba
Geschichte
Judentum in Kuba
Hauptartikel: Geschichte Kubas
Kuba und die dort lebenden Arawak gerieten in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter spanische Kontrolle. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurden die indigenen Völker durch Gewalt und Krankheit praktisch ausgerottet. Für den sehr arbeitsintensiven Zuckerrohranbau besorgten die spanischen Pflanzer sich im 17. und 18. Jahrhundert zehntausende afrikanischer Sklaven.
Die Kämpfe der Kolonie um Unabhängigkeit begannen 1868 und dauerten mit Unterbrechungen bis zum Abzug der Spanier im Jahr 1898 an, als die USA intervenierten (Spanisch-Amerikanischer Krieg). Die USA besetzten die Insel, bis sie schließlich 1902 endgültig die Unabhängigkeit erlangte. Diese war allerdings bis 1934 durch das Platt Amendment eingeschränkt, das den USA bei Beeinträchtigung US-amerikanischer Interessen ein jederzeitiges Interventions-Recht in Kuba gab. Ein Überrest dieser US-amerikanischen Sonderrechte ist der gegen den erklärten kubanischen Willen noch heute von den USA aufrechterhaltene Marinestützpunkt Bahía de Guantánamo (Guantanamo Bay).
1959 ersetzte die Revolution unter der Führung von Fidel und Raúl Castro, Camilo Cienfuegos und dem Argentinier Ernesto Che Guevara die langjährige Diktatur von Fulgencio Batista durch die Diktatur Fidel Castros. Seit 1961 (Deklaration von Havanna) ist Kuba ein sozialistisches Land.
sozialistisches
Wegen der von der Revolutionsregierung betriebenen Verstaatlichungspolitik, von der insbesondere eine Reihe großer US-amerikanischer Wirtschaftsunternehmen, aber auch kubanische Großgrundbesitzer mit Besitz über 64 Hektar Land betroffen waren, verhängten die USA Sanktionen gegen Kuba, die schließlich unter dem Einfluss der Exilkubaner um den Alkohol-Clan Bacardi in einer totalen Wirtschaftsblockade der Insel mündeten, welche bis heute andauert. In Resolutionen der UNO und auch auf dem 15. Iberoamerikanischen Gipfeltreffen 2005 wurden die USA aufgefordert, ihre Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade gegenüber Kuba zu beenden. Parallel dazu verließen in mehreren Flüchtlingswellen tausende Kubaner ihre Heimat, von denen sich ein Großteil in Florida ansiedelte. Kuba suchte und fand Unterstützung bei den sozialistischen Staaten Osteuropas, insbesondere der damaligen Sowjetunion. Auf Grund der strategischen Lage Kubas eskalierte 1962 der Konflikt zwischen den USA und der UdSSR in der sogenannten Kubakrise. Darin wurde Kuba zum Spielball zweier Atommächte.
Nach dem politischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch von Kubas wichtigsten Handelspartnern und Geldgebern (Sowjetunion und COMECON) zu Beginn der 1990er Jahre erlebte Kuba eine schwere Wirtschaftskrise, die 1993 ihren Tiefpunkt fand. Unter der Führung von Carlos Lage Dávila wurde die Wirtschaft dezentralisiert und an die Erfordernisse des Weltmarktes angepasst, Marktwirtschaft und Devisenhandel in einigen Nischen zugelassen. Seitdem gehört Kuba laut Weltbank zu den Staaten der Dritten Welt mit wirtschaftlichen Zuwachsraten. Joint-Venture-Geschäfte im Tourismus-Bereich, die Zusammenarbeit mit neuen Außenwirtschaftspartnern (u.a. Spanien, Italien, Kanada, Brasilien, Volksrepublik China, Venezuela), die Entdeckung von neuen Ölvorkommen und die Vermarktung der bedeutenden Nickelvorkommen trugen zur Stabilisierung der kubanischen Wirtschaft bei. Allerdings entstanden auch soziale Disparitäten.
Siehe auch: Liste der Gouverneure und Präsidenten auf Kuba
Liste der Gouverneure und Präsidenten auf Kuba
Politik
Staat und Regierung
Die Staatsorganisation entspricht dem klassischen sozialistischen Modell: Formal ranghöchstes und gesetzgebendes Organ ist das Parlament (asamblea nacional del poder popular), welches den Staatsrat (consejo de estado) und den Ministerrat, welcher als Regierung fungiert, wählt. Tatsächlich ist das nur zweimal im Jahr zusammentretende Parlament relativ einflusslos und hat vor allem die Aufgabe, Entscheidungen abzusegnen. Die Abgeordneten sind an der Staatsführung oder gar an der Kontrolle der Exekutive nicht beteiligt und nur nebenberuflich tätig, sie erhalten keine Diäten. Gemäß der Verfassung ist die führende Rolle im Staate der Kommunistischen Partei Kubas (Partido Comunista de Cuba) zugewiesen, welche sie gemeinsam mit den Massenorganisationen (Gewerkschaften, Komitees zur Verteidigung der Revolution, Frauen- und Jugendverbände etc.), die als Transmissionsriemen dienen, ausübt. Staatspartei wie Massenorganisationen sind hierarchisch von oben nach unten aufgebaut. Andere Parteien sind nicht zugelassen. Einen ähnlichen Monopolstatus genießen auch die Massenorganisationen, Arbeitnehmerorganisationen außerhalb des staatlichen Gewerkschaftsbundes sind verboten. Innovativ ist die Tatsache, dass in allen Wahlkreisen mindestens zwei Bewerber aufgestellt werden müssen, welche nicht immer Mitglied der Partei sind. Allerdings werden alle Bewerber von einem Ausschuß der PCC und der Massenorganisationen ausgewählt und dürfen keinen Wahlkampf betreiben, also keine eigenen politischen Programme vorstellen. Auf diese Weise führt die Parteispitze den Staat, ein ähnlicher Aufbau ist auf den unteren administrativen Ebenen gegeben. Als gleichzeitiger Generalsekretär der PCC, Vorsitzender des Staats- und des Ministerrates sowie Oberbefehlshaber der Streitkräfte vereinigt Fidel Castro alle Macht im Staate in seiner Person. Die Staatsverfassung Kubas lässt sich somit als totalitär-autokratisch kennzeichnen.
Das Gerichtswesen unterliegt staatlicher Kontrolle. Bei einfachen Zivil- und Strafverfahren auf den unteren Ebenen stellen Laien-, sonst Berufsrichter die Mehrheit. Alle Richter werden von der Volksvertretung ihrer jeweiligen Ebene gewählt. Das kubanische Rechtssystem entspricht nicht rechtsstaatlichen Standards, gewährleistet aber in unpolitischen Bereichen – insbesondere dem Zivilrecht – eine funktionierende Gerichtsbarkeit. Es gibt keine unabhängige Anwaltschaft.
Der PCC gehören etwa 15% der erwachsenen kubanischen Staatsbürger an. Aufgenommen werden nur Personen, welche sich durch einen vorbildlichen Lebenswandel und ideologische Festigkeit auszeichnen. Die Parteizugehörigkeit ist Voraussetzung für den beruflichen und gesellschaftlichen Aufstieg in vielen Bereichen. Von den Mitgliedern wird ebenso wie von denen der anderen Massenorganisationen freiwillige unbezahlte Arbeit für die Wirtschaft erwartet.
Kontrolle der Bevölkerung
In jedem Viertel hat ein Beauftragter der kubanischen Regierung seine Mitbürger zu auf ideologische Festigkeit zu prüfen, politische „Straftaten“ anzuzeigen und darauf zu achten, dass niemand den gelenkten Wahlen fernbleibt.
Daneben gibt es die politische Polizei, welche dem Innenministerium untersteht. Ihr Netzwerk überzieht das gesamte Land und gewährleistet Kontrolle über jeden Betrieb. Sie betreibt auch das Informantennetzwerk.
Die Regierung bemüht sich, jeden Bürger von seiner Kindheit an in das totalitäre System einzubinden. Schule und Arbeitsplatz unterliegen der Kontrolle des Staates und dienen der Indoktrination. Schüler, Studenten und Arbeitnehmer werden von ihren Lehrern und Gewerkschaftsfunktionären jährlich auf ihre ideologische Festigkeit hin schriftlich beurteilt und katalogisiert. Außerhalb der Arbeitszeit übt der Staat Einfluss über die Massenorganisationen aus, in denen die Mitglieder ideologisch geschult werden und freiwillige Arbeit für den Staat leisten. Auch die Staatsgewerkschaft sieht es als ihre Hauptaufgabe an, ihre Mitglieder zu unbezahlter Mehrarbeit anzuhalten und über die politische Treue der einzelnen Arbeitnehmer nach oben Bericht zu erstatten.
Eine – zumindest öffentlich zur Schau getragene – Übereinstimmung mit der Parteilinie ist Voraussetzung für Studium und berufliches Fortkommen.
Selbst Psychologen müssen der Regierung regimekritische „Fälle“ melden und natürlich hat die Staatssicherheit Zugang zu ihren Akten.
Die Regierung erreicht so immer wieder eine beeindruckende Mobilisierung. Bei gut geplanten wochenlangen Demonstrationskampangnen bringt sie beinahe jeden erwachsenen Kubaner mindestens einmal auf die Straße (Rekord: 7 Millionen Teilnehmer). Für das Verfassungsreferendum zur Festschreibung des Sozialismus konnten die Comites de Defensa de la Revolucion die Unterschriften von fast 93% der Bevölkerung sammeln. Durch entsprechende Sanktionsmaßnahmen wird auch regelmäßig eine Wahlbeteiligung von über 90% erreicht.
Opposition
Eine dem Staat und der Partei gegenüberstehende, organisierte Opposition ist im politischen System Kubas nicht vorgesehen. Nicht staatskonforme Parteien oder Organisationen der Zivilgesellschaft sind illegal.
Es gibt mehrere hundert, meist nur aus wenigen Mitgliedern bestehende Organisationen und Parteien, die in Dachverbänden wie der Asamblea Para Promover la Sociedad Civil en Cuba (Versammlung zur Förderung einer Zivilgesellschaft auf Kuba), Todos Unidos (Alle Zusammen), Convergencia Liberal Cubana (Liberale Kubanische Konvergenz) oder der Frente de Unidad Nacional (Front der Nationalen Einheit) zusammenarbeiten, teilweise aber auch untereinander zerstritten sind.
Wichtige Gruppen sind die Partido Solidaridad Democrática (Partei der Demokratischen Solidarität), das Movimiento Cristiano Liberación (MCL, Christliche Befreiungsbewegung, Gründer: Osvaldo Payá) oder der Arco Progresista (Spektrum des Fortschritts) und die von Martha Beatriz Roque Cabello geführte Asamblea Para Promover la Sociedad Civil en Cuba, wobei letztere eng mit rechten exilkubanischen Organisationen in Miami zusammenarbeitet, was von den anderen großen Oppositionsgruppen sehr kritisch gesehen wird. Deutlich wurde dieser Unterschied in der Haltung zur ersten öffentlichen und von der kubanischen Regierung geduldeten Versammlung zur Förderung der kubanischen Zivilgesellschaft am 20. Mai 2005 unter Vorsitz von Martha Beatriz Roque Cabello und Vladimiro Roca in Havanna: die erstgenannten Organisationen und die Hälfte der 75 Opfer der letzten Massenverhaftung erklärten ihre Nichtteilnahme bzw. Ablehnung der dort vertretenen politischen Ziele.
Die innerkubanische Opposition versucht mit friedlichen Mitteln eine Transformation auf Kuba zu erreichen. Mittel dazu sind neben Aufklärungsarbeit gegen die allgegenwärtige staatliche Propaganda vor allem Aktionen wie (ungenehmigte) Demonstrationen, Sammlungen von Bürgerinterviews, Unterschriftensammlungen für (später nicht genehmigte) Volksabstimmungen und (abgelehnte) Angebote an die Regierung zum gemeinsamen Dialog. Diese Aktionen sind für die Teilnehmer nicht ungefährlich, da sie naturgemäß ein öffentliches Eingeständnis der regimekritischen Haltung mit sich bringen. Daneben gibt es kleine unabhängige Gewerkschaften oder Bibliotheken abseits der amtlichen Propagandamaschinerie.
Außerhalb Kubas existiert unter den 2 Millionen kubanischen Emigranten (siehe Exilkubaner) in Miami eine aktive Opposition, deren wichtigste Organisation die allgemein als rechtsradikal eingeschätzte Cuban-American National Foundation CANF ist.
Neben Aufklärungs- und Lobbyarbeit betreiben einige exilkubanische Organisationen auch regelrechte Flugdienste über der Karibik, um kubanische Flüchtlinge aus dem Meer zu fischen und sicher an Land zu bringen. Einige fliegen mit Kleinflugzeugen sogar bis nach Kuba und werfen dort regierungskritische Flugblätter ab. Im Februar 1996 ließ das Regime zwei dieser Flugzeuge über dem offenen Meer von der Luftwaffe abschießen, wobei umstritten ist, ob sich die Flugzeuge bei diesem Angriff innerhalb oder außerhalb des kubanischen Hoheitsgebietes befanden.
Teilweise in Zusammenarbeit mit Stellen der US-Regierung verüben dortige Oppositionsgruppen auch einzelne Terroranschläge, um die Lage in Kuba zu destabilisieren.
Für die kubanische Regierung sind prinzipiell alle Oppositionsgruppen und –aktivitäten das Werk des US-Imperialismus.
Tatsächlich stehen insbesondere einige exilkubanische Organisationen den USA nahe und streben nach der Überwindung des Castro-Regimes eine enge Anbindung an den großen Nachbarn an; ihre Kritiker bezeichnen dies als offenen oder verdeckten Annexionismus. Die US-Regierung hat allein für das Jahr 2006 15 Mio. US$ im Haushalt für die Unterstützung von kubanischen Oppositionsgruppen und exilkubanischen Organisationen in Miami vorgesehen (Quelle: USAID Kuba-Programm [1]), die z.T. unmittelbar von der US-amerikanischen Interessensvertretung in Havanna an die Zielorganisationen ausgezahlt werden oder über die Exilorganisationen in Miami verteilt werden. Eine 2005 eigens geschaffene US-Behörde im Weißen Haus, die Commission on Assistance to a Free Cuba (Unterstützungskommission für ein freies Kuba) soll die Arbeit der verschiedenen Ministerien gegen die kubanische Regierung koordinieren.
Eine fast vollständige Auflistung der gesetzlich nicht anerkannten Organisationen auf Kuba mit Mitgliederzahlen und kurzer Kennzeichnung ihrer Zielsetzungen findet sich hier: [http://www.cubasource.org/pdf/organizations_s.pdf] (spanisch, Stand: 29. Juli 2004))
Menschenrechte
Die kubanische Regierung enthält ihren Bürgern systematisch und strukturell wesentliche Menschenrechte vor, insbesondere die Rechte auf körperliche Unversehrtheit, Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit, freie Meinungsäußerung, Freiheit von Kunst und Wissenschaft, Medien- und Informationsfreiheit, Ausbildungs- und Berufsfreiheit, Freizügigkeit innerhalb und außerhalb des Landes, Versammlungs-, Vereinigungs- und Koalitionsfreiheit. Rechtsstaatlichkeit, faire Verfahren und eine unabhängige Anwaltschaft sind nicht gewährleistet.
Die Verfassung erwähnt zwar die Grundrechte, ordnet ihre Ausübung aber den staatlichen Zielen unter. Es gibt keine unabhängige richterliche Gewalt, welche die Einhaltung der Menschenrechte sicherstellt. Menschenrechtsvereinigungen sind nicht zugelassen.
Als besonders schlimm gelten die kubanischen Gefängnisse, in denen zur Zeit fast ein Prozent der Bevölkerung, darunter Hunderte politische Gefangene, einsitzen (die Unterscheidung zwischen politischen und nichtpolitischen Gefangenen ist nicht immer ganz einfach, weil viele Dissidenten auch wegen unpolitischer Gummitatbestände, wie Asoziales Verhalten, eingekerkert werden). Gefangene werden häufig entfernt von ihren Angehörigen untergebracht und Besuche nur selten gestattet, ebenso wenig haben sie Zugang zu Radio oder Zeitungen. Nach Berichten ehemaliger Gefängnisinsassen sind primitivste Lebensbedingungen, verweigerte medizinische Versorgung, Isolationshaft, Misshandlungen und teilweise Folter an der Tagesordnung. Das Regime untersagt als eines von wenigen Ländern dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz den Zugang zu den Haftanstalten, so dass die dortigen Gefangenen völlig ihren Wärtern ausgeliefert sind.
Auch normale Bürger müssen mit Polizeiwillkür rechnen.
Die Todesstrafe ist nicht abgeschafft und ist für zahlreiche, auch politische, Straftaten vorgesehen und wird immer noch verhängt. Zur Zeit befinden sich rund 45 Kubaner in Todestrakten. Zuletzt wurde die Todesstrafe 2004 in drei Fällen vollstreckt. Fidel Casto liess drei Männer erschiessen, die in Havanna eine schrottreife Fähre entführt hatten, mit der sie nach Florida flüchten wollten.
Opposition und kritische Meinungsäußerung wird mit den Mitteln des Strafrechts geahndet. Dissidenten können jahrzehntelang eingesperrt werden, ihre Strafen müssen sie regelmäßig voll absitzen. Gemäß dem ley de peligrosidad ist es sogar möglich, jeden, der „eine Bedrohung für den Sozialismus“ darstellt, unbegrenzt lange und ohne Gerichtsverfahren in Haft zu halten. Bedroht sind vor allem die vielen international unbekannten regierungskritischen Bürger, die keine weltweite Lobby haben. Auf willkürliche Massenverhaftungen folgen oft ebenso willkürliche Freilassungen.
Neben den Maßnahmen des Strafrechts gibt es auch eine ganze Palette von „weichen“ Maßnahmen mit denen die Regierung gegen Regimekritiker vorgeht: Drohungen, Schikane, Hausarrest, Beschlagnahmungen, öffentliche Verunglimpfungen und Verlust des Arbeitsplatzes.
Zur Rechtfertigung der Menschenrechtsverletzungen führen das Regime und seine ausländischen Verteidiger folgendes an:
- Vergleich mit anderen Ländern. Zum einen wird darauf abgestellt, dass die kubanische Regierung viele Menschenrechtsverletzungen lateinamerikanischer Diktatoren (Verschwindenlassen, Todesschwadronen) unterlassen hat, zum anderen wird in fast allen Kommentaren auf die Menschenrechtslage in den USA und seit neusten insbesondere auf das rechtsfreie Gefängnis in Guantánamo Bezug genommen.
- Verunglimpfung der Opfer. Insbesondere wird behauptet, dass die meisten Regierungskritiker von den USA unterstützte und bezahlte Agenten seien.
- Kritik am „bürgerlichen Menschenrechtsbegriff“. Kuba behauptet, soziale Menschenrechte (Recht auf Arbeit und Bildung, Recht auf Teilhabe am nationalen Wohlstand und Recht auf medizinische und soziale Versorgung) besser zu achten als andere lateinamerikanische Staaten und tlw. die USA selbst.
International sorgen vor allem Human Rights Watch und Amnesty International dafür, dass die Menschenrechtsverletzungen an den Kubanern im Gespräch bleiben. Auch die UN-Menschenrechtskommission, in der Kuba selbst Mitglied ist, erteilte dem Land dieses Jahr eine „gemäßigte Rüge“.
Emigration
Prinzipiell ist das Auswanderungsrecht nicht gewährleistet, ungenehmigtes Verlassens des Territoriums, aufgrund der Insellage ohnehin gefährlich, wird strafrechtlich verfolgt. Bevorzugtes Auswanderungsziel sind die USA, aufgrund ihres Wohlstandes, der familiären Beziehungen zu den zahlreichen Exilkubanern und der Hilfe der US-Regierung für kubanische Emigranten (insbesondere dem sofortigen Erwerb der Staatsbürgerschaft).
Mit den Vereinigten Staaten besteht ein von der Clinton-Regierung ausgehandeltes Migrationsabkommen: die USA stellen jedes Jahr 20.000 in der Bevölkerung sehr begehrte Visa aus, die eine legale Auswanderung ermöglichen. Im Gegenzug verpflichteten sich die USA, alle illegalen Flüchtlinge, welche sie auf See aufgreifen, unverzüglich wieder nach Kuba abzuschieben. Dies wird jedoch seit der Amtsübernahme von Präsident Bush nicht mehr praktiziert.
In den Jahren nach der Revolution verließen große Teile der ehemaligen Staatsführung, der Oberschicht, des Mittelstandes und des Klerus Kuba.
Zur zweiten großen Emigrationswelle nach der Revolution kam es 1980, als über US-amerikanische Sender die Nachricht verbreitet wurde, dass die peruanische Botschaft in Havanna Visa für die Ausreise nach Peru ausstelle, mit denen eine Weiterreise in die USA möglich sei. In Anbetracht des Ansturms von zehntausenden Ausreisewilligen, die zum Teil seit langem über Pässe verfügten, forderte der peruanische Botschafter Polizeischutz an. Als eine Gruppe diesen Polizeischutz durchbrach, zwei Polizisten tötete und trotzdem nicht von der peruanischen Botschaft ausgeliefert wurde, hob die kubanische Regierung die Abriegelung der peruanischen Botschaft auf. Die unhaltbaren Zustände auf dem Botschaftsgelände wurden am 17. April dadurch beendet, dass Fidel Castro in einer Rede die Möglichkeit eröffnete, auch ohne Visum mit dem Schiff vom Hafen Mariel aus in die USA auszureisen. Die Schiffe wurden bis zur 12-Meilen-Zone vor die US-amerikanische Küste eskortiert. Innerhalb von drei Monaten verließen ca. 125.000 Kubaner das Land. Um diese Einwanderungswelle zu beenden, schloss die US-Regierung unter dem Präsidenten Carter mit der kubanischen Regierung ein Abkommen, das die legale Einreise über festgelegte Quoten regeln sollte, aber von der nachfolgenden Reagan-Regierung nicht mehr eingehalten wurde.
Heute ist es neben der allgegenwärtigen staatlichen Kontrolle vor allem die desolate Wirtschafts- und Versorgungslage die viele Leute außer Landes treibt. Wer das Land verlässt, muss häufig seine Familie und sein soziales Umfeld zurücklassen und sich in einem fremden Land eine neue Existenzgrundlage schaffen, wobei die Regierung jede Mitnahme von Besitz untersagt und das Eigentum von Immigranten sofort verstaatlicht.
Die Grenze zum US-Stützpunkt hat die kubanische Regierung mit Zäunen umgeben und verminen lassen, um eine erfolgreiche Flucht dorthin zu verhindern.
Insgesamt verliessen über eine Million Kubaner seit der Revolution ihre Heimat, über 2 Millionen Kubaner leben außerhalb der Insel.
siehe auch Artikel Exilkubaner
Bildungswesen
Bildung ist in Kuba kostenlos und es besteht eine 9-jährige Schulpflicht. Kuba hat ein dreigeteiltes Bildungssystem, das aus Grund-, Mittel-, und Oberschule besteht.
Das Schulwesen steht für Jungen auch im Dienst vormilitärischer Ausbildung, ältere Schüler lernen den Umgang mit Waffen. Die Lehrer müssen jährlich jeden Schüler und auch dessen Eltern nach der politischen Ausrichtung und den politischen Aktivitäten schriftlich beurteilen. Negative Bewertungen verhindern trotz Begabung eine weitergehende Ausbildung. In den Schulen wird ausschließlich die Sicht der Partei auf Geschichte und Gegenwart Kubas gelehrt, welche nicht hinterfragt werden darf. Vom Staat unabhängige Schulen wurden nach der Revolution gleich aufgelöst und sind bis heute verboten.
Kubas Bildungssystem gehört zu den besten in Lateinamerika. 2001 lagen die kubanischen Schüler der vierten und fünften Klasse bei einem Test der UNESCO weit vor den anderen lateinamerikanischen Ländern. Weltbankpräsident James Wolfensohn sagte Ende 2002, dass es Kuba gelungen sei, die Einschulungsquote auf 100 % zu steigern. Die Analphabetenquote liegt bei 0,2 %. Nach dem UNESCO-Education for All Development Index (2004) gehört Kuba zu den am höchsten entwickelten Ländern der Welt im Bildungsbereich (neben Kanada, Finnland und Südkorea). Als Folge davon hat Kuba eine hervorragend ausgebildete Bevölkerung. Doch fällt es schwer, dieses Potenzial angemessen zu nutzen. Viele Ärzte und Facharbeiter erledigen im Tourismussektor Arbeiten völlig unterhalb ihrer Qualifikation, weil teilweise schon das Dollartrinkgeld eines Tages ihrem Monatsverdienst entspricht. Aus den selben Gründen gibt es auch viele Schulabbrecher.
Das Studium auf Kuba ist kostenlos, allerdings müssen alle Studenten nach ihrem Abschluss drei Jahre lang für den Staat einen "Sozialdienst" ableisten.
In Kuba ist der Frauenanteil der Studenten höher als in jedem anderen lateinamerikanischen Land. Ebenso schneiden kubanische Studenten besser ab als ihre Kommilitonen in Lateinamerika in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Sprache. Diese Leistungen werden auch von Regimegegnern anerkannt. [http://gseweb.harvard.edu/news/features/cuba04012002.html Harvard Graduate School of Education]
In Kuba gab es drei sogenannte Bildungsrevolutionen. Die dritte Bildungsrevolution wurde ca. 2000 gestartet und sollte Probleme, wie die steigende Zahl von Schulabbrüchen, das vermehrte Schwänzen, den Verfall von Gebäuden, die Ausstattung der Schulen und den Mangel an Lehrern lösen. Heute beträgt die durchschnittliche Klassenstärke 12 Schüler und jede Schule besitzt Computerarbeitsplätze und Video-Geräte. Zwischen 2000 und 2002 wurden für die Renovierung, Erweiterung und Neubau von ca. 779 Grund- und Mittelschulen 20 Millionen Euro und 215 Millionen Peso ausgegeben.
Probleme gibt es bei den Lehrkräften, da diese mit ungefähr 250 Kubanischen Peso (ca. 8 Euro) im Monat schlecht bezahlt werden und darum lieber im Tourismus arbeiten, wo mehr Geld (Devisen) verdient werden kann. Um dem Unterrichtsausfall entgegenzutreten, werden sogar Jugendliche zu sogenannten Notlehrern ausgebildet. Nach Schätzungen sollen bisher 40.000 Notlehrer ausgebildet worden sein.
Teil des kubanischen Bildungswesens sind auch regelmäßige Verschickungen in "Landinternate", wo die älteren Schüler und Studenten neben ihrer Ausbildung kostenlos in der Landwirtschaft arbeiten.
Militär
Die Revolutionären Streitkräfte Kubas (FAR - Fuerzas Armadas Revolucionarias) bestehen aus wehrpflichtigen Männern sowie Berufssoldaten und -soldatinnen. Sie sind ca. 38.000 Mann stark. Dem einflussreichen Militär gehört auch ein großer Teil der kubanischen Wirtschaft. Daneben verfügt das Innenministerium über paramilitärische Einheiten.
Aufgrund der eigenen historischen Erfahrungen (30-jähriger Unabhängigkeitskampf im 19. Jahrhundert, Invasion in der Schweinebucht) sowie des Verteidigungskrieges Vietnams gegen China 1979 wurden die Milizen zur Territorialverteidigung (MTT-Milicias de Tropas Territoriales) geschaffen. Die Milizen setzen sich aus aus dem Regime ergebenen Arbeitern, Hausfrauen, Studenten etc. zusammen. Die Milizionäre haben in ihren Wohn- und Arbeitsgebieten Zugang zu Waffen und sind für einen Guerillakrieg gegen mögliche Invasoren (gedacht ist speziell an die USA) ausgebildet. Nach kubanischer Auffassung ist der Zugang zu Waffen für die regimetreueste Minderheit ein wichtiger Teil demokratischer Machtausübung, aus dem die kubanische Revolution historisch und aktuell ihre Legitimität ableitet. Militärisch ist es die Aufgabe der Milizen, im Falle einer Invasion die gegnerischen Kräfte zu binden und damit den Einheiten der regulären Armee Zeit zur taktischen und strategischen Restrukturierung zu geben. Kritiker sehen eher deren Aufgabe darin, Aufstände in der Bevölkerung schnell und blutig zu beenden, bzw. solche gar nicht erst entstehen zu lassen.
Provinzen
Invasion
Invasion
Kuba ist in 14 Provinzen und das Sonderverwaltungsgebiet Isla de la Juventud unterteilt:
1. Isla de la Juventud
2. Pinar del Río
3. La Habana
4. Ciudad de la Habana
5. Matanzas
6. Cienfuegos
7. Villa Clara
8. Sancti Spíritus
9. Ciego de Ávila
10. Camagüey
11. Las Tunas
12. Granma
13. Holguín
14. Santiago de Cuba
15. Guantánamo
Wirtschaft
Guantánamo
Kuba zählt zu den letzten bestehenden sozialistischen Volkswirtschaften. Nach dem Ende der UdSSR kam es mit dem Wegfall des wichtigsten Handelspartners Kubas 1991 zu einer ökonomischen Krise (genannt período especial en época de paz = besondere Periode in Friedenszeiten; kurz: período especial/Sonderperiode), die bis heute andauert. Der Ostblock hatte Kubas landwirtschaftliche Produkte über dem Marktpreis gekauft und Finanzhilfen geleistet, allein die UDSSR zahlte zuletzt 5 Milliarden Dollar jährlich (zum Vergleich: das heutige Bruttosozialprodukt Kubas liegt in einer Größenordnung von etwa 30 Milliarden Dollar jährlich).
Wegen der großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten war der US-Dollar ab 1993 offizielles Zahlungsmittel neben dem Peso, doch seit dem 8. November 2004 ist der US-Dollar durch den Peso Convertible ersetzt.
Die desolate Wirtschaftslage zwang die Regierung zu marktwirtschaftlichen Reformen, um die Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
Es entstand neben der ineffizienten Planwirtschaft eine zweiter produktiverer Wirtschafsbereich mit marktwirtschaftlichen Elementen. Erstmals wurde kleine innovative Familien- und Einpersonenbetriebe zugelassen, einige Staatsbetriebe wurde nach betriebswirtschaftlichen Erkenntnissen geführt und Bauern durften einen Teil ihrer produzierten Waren selbst verkaufen.
Um schnell an ausländisches Kapital heranzukommen und die Standortvorteile als relatives Billiglohnland ohne Betriebsräte und freie Gewerkschaften auszunutzen, erlaubte die Regierung sogar ausländischen Unternehmen auf Kuba zu investieren, tlw. als Joint-Ventures mit Staatsunternehmen. Kritiker werfen der Regierung vor, damit einen Ausverkauf des Landes zu betreiben.
Die ausländischen Unternehmen dürfen sich ihre Mitarbeiter allerdings nicht selbst aussuchen, vielmehr werden diese ihnen vom Staat zugewiesen. Deren Löhne sind für die Regierung eine willkommene Einkommensquelle. Die ausländischen Arbeitgeber müssen den Lohn ihrer kubanischen Mitarbeiter nämlich in Dollar an die Regierung zahlen, welche dann den – nach dem völlig utopischen amtlichen Kurs – umgerechneten Betrag in Pesos ausbezahlt. Auf diese Weise behält die Regierung 95% des Lohnes ein.
Trotz hoher Strafen blüht auch der Schwarzmarkt, da er die Bedürfnisse der Einwohnern besser befriedigt als die Planwirtschaft.
Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erholte sich seit der Wirtschaftskrise von 1993 (0,7%) auf 3% im Jahre 2004. Die Produktion hat aber immer noch nicht den Stand des kalten Krieges wieder erreicht. Kubas Außenhandelsbilanz ist stark negativ, das Land muss mehr Güter importieren als es exportieren kann.
Aufgrund einer hohen Staatsverschuldung, einer sehr schlechten Zahlungsmoral und mangelhafter Bonitätseinschätzung hat Kuba keinen Zugang zu langfristigen Investitionskrediten auf den Weltfinanzmärkten, sondern muss sich Gelder mit niedrigen Laufzeiten zu hohen Zinsen (bis zu 20%) leihen.
In der Landwirtschaft ist der Zucker, immer noch Cash crop und Devisenbringer Nummer eins, gefolgt vom Tabakanbau. Die Zuckerproduktion sank jedoch von 9 Millionen Tonnen vor der Revolution auf den heutigen Tiefststand von 2,5 Millionen Tonnen. Inzwischen gewinnt die Nickelproduktion an Bedeutung, hier wirken sich die aktuell hohen Stahlpreise günstig aus. Noch immer müssen Lebensmittel importiert werden.
Wie viele andere Entwicklungsländer versucht Kuba über den Tourismus an Devisen und höhere Staatseinnahmen zu kommen. Viele Konsumgüter, Restaurants, Strände und Hotels sind inzwischen nur noch Touristen vorbehalten. Damit einher ging auch eine rasante Ausbreitung der Prostitution, vor allem auch der Gelegenheitsprostitution. Individualtourismus und enger Kontakt zur Bevölkerung werden möglichst unterbunden. Ein wichtiger Zweig ist auch der Gesundheitstourismus, viele Menschen kommen nach Kuba und lassen sich in dafür eigens eingerichteten Kliniken (ohne die üblichen mangelhafte Ausstattung) kostengünstig behandeln, diese Kliniken stehen auch Funktionären der Partei und Offizieren kostenlos zur Verfügung.
Kuba besitzt eine hochentwickelte Biotechnologie und hat als erstes Land der Welt Impfstoffe
gegen Meningitis B, Meningitis C und Hepatitis B entwickelt.([http://www.kinderkulturkarawane.de/2005/alas/cubainfo02.htm Länderinformationen]). Die Biotechnologie hat in der Landwirtschaft aus Mangel an Energie sowie synthetischen Düngern und Pflanzenbehandlungsmitteln biologische Anbaumethoden gefördert.
Eine ebenfalls hoch entwickelte Pharmaindustrie vermarktet weltweit relativ zahlreiche kubanische Patente auf Medikamente.
Eine weitere Stütze der Volkswirtschaft sind die umfangreichen Geldsendungen der exilkubanischen Gemeinden in den USA an ihre Familienangehörigen (etwa 900 Millionen Dollar pro Jahr). Die Einnahmen daraus sind ungefähr so groß wie die aus dem Tourismussektor.
Seit Juli 1960 besteht eine umfassende Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade seitens der USA gegen Kuba, offiziell als Handelsembargo bezeichnet, das in verschiedener Hinsicht gegen das Völkerrecht verstößt:
- es wurde nicht durch die UNO ratifiziert, sondern wird vielmehr regelmäßig beinahe einstimmig von der UN-Vollversammlung verurteilt
- es erstreckt sich (entgegen der UN-Charta) auch auf Nahrungsmittel und Medikamente.
- es bedroht auch Nicht-US-Bürger mit Strafen der US-Gerichtsbarkeit.
Dennoch sind die USA der zehntwichtigste Handelspartner und die kubanische Regierung muss jährlich Nahrungsmittel im Wert einer halben Milliarde Dollar aus dem Land importieren um die Versorgung ihrer Bevölkerung zu gewährleisten.
Umwelt und Energie
Die Stromversorgung ist unzureichend und störanfällig. Die Energieversorgung beruht vor allem auf fossilen Brennstoffen, wobei die fast kostenlosen Öllieferungen Venezuelas einen wesentlichen Teil des Bedarfs decken. Dennoch gibt es regelmäßig stundenlange Stromabschaltungen.
In den achtziger Jahren versuchte die Regierung erfolglos ein Atomkraftwerk zu errichten. Der Auftrag dazu wurde einem von Castros Söhnen zugeschanzt, der über 12 Jahre erfolglos Milliardensummen der Sowjetunion verschwendete, bis das Projekt aufgegeben wurde.
Kubas Umwelt wurde durch die forcierte Industrialisierung stark belastet. Besondere Umweltproblem sind kontaminierte Gewässer, Luftverschmutzung und | | |