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Rogers' Rangers

Rogers' Rangers

Rogers' Rangers war eine Gruppe kolonialer Milizen, die während des Franzosen- und Indianerkrieges für das Königreich Großbritannien kämpfte. Kommandiert von Robert Rogers, operierten sie vorwiegend in den Regionen des Lake George und des Lake Champlain New Yorks. Die Ranger wurden während des Winters 1755 aus Kräften aus der Umgebung von Fort William Henry gebildet. Die Ranger entwickelten einige der frühesten Formen der Guerilla-Kriegsführung, die je von europäischen Armeen eingesetzt wurden, und die häufig während Winterfeldzügen gegen die französische Städte und Siedlungen angewandt wurden, wobei die Ranger sich auf Schneeschuhen und zugefrorenen Flüssen fortbewegten. Niemals voll von den regulären britischen Streitkräften anerkannt, waren sie oft die einzige nicht-indianische Streitmacht, die wegen der rauen Winterbedingungen und der Schwierigkeit, reguläre Streitkräfte durch das bergige Terrain zu bewegen, in der Region operieren konnte. Nachdem die britischen Streitkräfte Fort William Henry aufgeben mussten, wurden die Ranger auf Rogers' Island nahe Fort Edward (Fort Lyman) stationiert. Das erlaubte den Rangern unbehinderter von den regulären Kräften zu operieren. 1759 waren die Ranger an einer ihrer berühmtesten Operationen beteiligt. Den Rangern war befohlen worden eine indianische Siedlung zu zerstören, von der aus häufig Angriffe auf britische Siedlungen ausgingen. Mit 200 Rangern zog Robert Rogers tief in französisches Gebiet. Nach der erfolgreichen Zerstörung des Dorfes gingen den Rangern während ihres Rückzuges zu den britischen Kräften die Vorräte aus. Nachdem sie ein sicheres Lager erreicht hatten, verließ Rogers sie und kehrte wenige Tage später mit Nahrung und Entsatztruppen zurück. Am Ende des Krieges wurde den Rangern die Aufgabe übertragen, im Namen der britischen Krone Detroit von den Franzosen zu übernehmen. Während des Zweiten Weltkrieges war die US-Armee an den jahrelange Erfahrungen britischer Kommandoeinheiten mit Guerilla-Taktiken interessiert und wollte selbst ähnliche Spezialkräfte haben. In Erinnerung an Rogers' Rangers wurden sie "Rangers" genannt. Diese Einheiten sehen Rogers als ihren Gründungsvater an.

Weblinks


- [http://www.rogersisland.org/ Rogers' Island Besucherzentrum-Homepage (englisch)]
- [http://www.rogersrangers.org Fangemeinde (englisch)] Kategorie:Siebenjähriger Krieg Kategorie:Militärische Geschichte der USA Kategorie:Militärischer Verband (Großbritannien) Kategorie:Militärischer Verband (historisch)

Miliz

Der Ausdruck Miliz (v. lat.: miles Soldat) bezeichnet # ein meist aus kurzgedienten Wehrpflichtigen bestehende Bürger- oder Volksheer, siehe Miliz (Volksheer) # in Diktaturen paramilitärische kasernierte Polizeiverbände, siehe Paramilitär # eine Eigenbezeichnung verschiedener Freischärlerverbände # in Russland und einigen GUS-Staaten die ganz gewöhnliche Polizei (Milizija), siehe Polizei (Russland) # in Polen von 1940 bis 1990 die Polizei siehe Milicja Obywatelska # eine militärische Einheit, die nicht ständig im Einsatz ist

Königreich Großbritannien

Das Königreich Großbritannien entstand 1707 durch den Zusammenschluss der Königreiche von England und Schottland (siehe Act of Union 1707). Ein gemeinsames Parlament und eine gemeinsame Regierung in der City of Westminster verwalteten das Land. Schottland und England waren bereits seit 1603 in Personalunion verbunden. 1707 ersetzte eine "britische Monarchie" die englischen und schottischen Monarchien. Das Parlament Englands wurde zum Parlament von ganz Großbritannien erweitert, während das schottische Parlament aufgelöst wurde. Beide Länder erhielten Sitze im House of Commons und im House of Lords. Doch Schottland konnte weniger Vertreter entsenden, als wenn die Sitze exakt gemäß der Bevölkerungszahl verteilt worden wären. Schottland durfte lediglich 45 Parlamentsabgeordnete und 16 Peers nach London schicken. Das schottische Parlament wurde am 1. Juli 1999 wieder eingesetzt, nachdem die Bevölkerung Schottlands am 11. September 1997 dem Dezentralisierungsgesetz in einer Abstimmung zugestimmt hatte. Das Königreich Großbritannien wurde 1801 durch das Vereinigte Königreich Großbritannien und Irland abgelöst.

Weblinks


- [http://janeden.org/6438 Britische Geschichte im 17. und 18. Jahrhundert] Kategorie:Britische Geschichte ja:グレートブリテン王国

Robert Rogers

Robert Rogers (7. November 1731 in Methuen, Massachusetts, USA; † 18. Mai 1795 in London) war ein britisch-amerikanischer Offizier, der berühmt wurde durch seine Rolle während des Franzosen- und Indianerkriegs (1754-1763). Er war der Gründer einer auf irreguläre Kriegsführung spezialisierten Einheit namens Rogers’ Rangers, die als Vorbild für heutige Spezialeinheiten gilt (z.B. Ranger und Green Berets der US-Army). Green Berets Rogers wurde in Methuen (Massachusetts) geboren, verbrachte seine prägenden Jugendjahre aber an der damaligen Grenze der britischen Kolonien in New Hampshire. Er sammelte erste Kampferfahrungen als Scout während des Österreichischen Erbfolgekriegs gegen Franzosen und Indianer. Während des Franzosen- und Indianerkriegs stellte er 1756 eine Einheit auf, die als Rogers' Rangers bekannt wurde. Die 600 Mitglieder der grün uniformierten Truppe wurden von Rogers – der eine charismatische Führungspersönlichkeit gewesen zu sein scheint – persönlich ausgewählt und einer intensiven Schulung in der Taktik irregulärer Kriegsführung unterzogen, d.h. den Kampf außerhalb der für die damalige Zeit typischen Aufstellung in geschlossenen Truppenkörpern mit linearer Gefechtsordnung. Hierbei griff er nicht zuletzt auf seine Kampferfahrungen gegen Indianer und Franzosen zurück, entwickelte daraus aber erstmals eine systematische Ausbildung. Im Rahmen ihrer Ausbildung mussten sich die Rekruten auch scharfem Gewehrfeuer aussetzen. Ergebnis dieser Bemühungen war das Entstehen einer hoch mobilen Einheit, die unabhängig von Nachschublinien und Forts operieren konnte und der Kampfweise der Indianer gewachsen war. Die von Rogers formulierten Rogers' Ranging Rules (eine Art Regelwerk der irregulären Kriegsführung) werden von Spezialeinheiten wie den Green Berets teilweise bis heute angewandt. Rogers' Einheit erlitt in einem Gefecht am 13. März 1758 in der Nähe des Lake George mit überlegenen französisch-indianischen Einheiten zwar schwere Verluste (battle on snowshoes), erwies sich aber als so kampfstark, dass Rogers in diesem Jahr zum Major und Kommandeur aller britischen Ranger-Einheiten in Nordamerika ernannt wurde. Das bekannteste Unternehmen der Ranger fand 1759 statt und richtete sich gegen den Indianerstamm der Abenaki, die am St. Francis River (im Südwesten der heutigen kanadischen Provinzen Québec und Neubraunschweig) lebten. Die mit den Franzosen verbündeten Abenaki hatten eine Reihe verheerender Überfälle auf britische Siedlungen unternommen und sollen dabei bis zu 600 Briten getötet haben. Darüber hinaus hatten sie sich 1757 an einem Angriff auf die britische Garnison von Fort William Henry beteiligt, die gegen freien Abzug kapituliert hatte (Fort William Henry-Massaker). Rogers stellte eine Truppe von 200 Rangern zusammen, marschierte mit diesen unerkannt in das feindliche Territorium, überfiel die Hauptsiedung der Abenaki, brannte diese nieder und verübte ein Massaker an den Einwohnern, dem Rogers Bericht zufolge über 200 Indianer zum Opfer fielen. Im selben Jahr diente er unter General James Wolfe bei der Belagerung von Québec (Schlacht auf der Abraham-Ebene), im folgenden Jahr unter Jeffrey Amherst bei der Belagerung von Montréal. Nach der Kapitulation der Franzosen schickte Amherst Rogers und seine Ranger in das Gebiet der Großen Seen, um die dort noch verbliebenen französischen Forts zu übernehmen. Die Besetzung von Fort Detroit am 29. September machte Rogers in England und Amerika endgültig zu einem Helden. Während des Pontiac-Aufstands hielt sich Rogers in der Gegend von Detroit auf und half bei der Verteidigung von Fort Ponchartrain. 1765 reiste Rogers nach England, wurde dort als Held gefeiert und veröffentlichte dort seine Kriegstagebücher sowie ein literarisch unbedeutendes Theaterstück. König Georg III. lehnte es zwar ab, eine großangelegte Expedition in das Mississippital zu unterstützen, ernannte Rogers aber zum Kommandanten des Forts Michilimackinac (Michigan). Von dort aus betrieb Rogers eine Suchexpedition nach der Nordwestpassage, deren wahrer Charakter bis heute umstritten ist. Es gibt Behauptungen, Rogers habe eine unabhängige Republik aufbauen wollen. Er wurde schließlich 1767 wegen Hochverrats verhaftet, aber im nachfolgenden Prozess freigesprochen. Bis zum Beginn des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs lebte Rogers in England. Nach dem Ausbruch des Konflikts kehrte er nach Amerika zurück und bot seine Dienste George Washington an, der ihm jedoch nicht vertraute und ihn gefangen setzen ließ. Rogers entkam aus der Haft, wurde von den Briten zum Oberstleutnant ernannt und stellte eine Ranger-Einheit (die Queen's Ranger) für den Kampf gegen die Amerikaner auf, konnte sich aber nicht mehr in der früheren Weise auszeichnen. Als seine Einheit von den Amerikanern in Mamoranec (Long Island Sound) eingeschlossen und zur Kapitulation gezwungen wurde, entkam Rogers zwar, wurde aber von seinem Kommando abgelöst. Viele seiner früheren Kampfgefährten aus dem Franzosen- und Indianerkrieg kämpften auf Seiten der Aufständischen und spielten dort teilweise eine wichtige Rolle als Offiziere. 1780 kehrte Rogers nach England zurück, wo er 1795 in London starb. Er war mit Elizabeth Browne Rogers (1741-1812) verheiratet, die sich jedoch 1778 von ihm scheiden ließ.

Weblinks


- [http://www.u-s-history.com/pages/h1186.html US-history.com: Robert Rogers (engl.)]
- [http://www.dmna.state.ny.us/historic/articles/snowshoe.htm New York State Military Museum: Frigid Fury: The Battle on Snowshoes, March 1758 (engl.)]
- [http://www.usgennet.org/usa/topic/colonial/rogers/revenge.html "Revenge 1759" (Der Feldzug gegen die Abenaki, engl.)]
- [http://www.acidus.com/rogers.html Rogers' Rangers(engl.)]
- [http://www.rogersrangers.org/ Rogers' Rangers Reenactment (engl.)]

Literatur

Als Roman:
- Kenneth Roberts: Nordwest-Passage Rogers, Robert Rogers, Robert Rogers, Robert Rogers, Robert Rogers, Robert Rogers, Robert Rogers, Robert

Champlain-See

Der Champlainsee ist das sechstgrößte Binnengewässer in den Vereinigten Staaten. Er liegt südlich von Montréal zwischen den Green Mountains und den Adirondacks an der Grenze der US-Bundesstaaten Vermont und New York, hat aber im Norden auch noch geringen Anteil in der kanadischen Provinz Québec. Er ist nach Samuel de Champlain benannt, der ihn 1609 entdeckte. Im etwa 180 km langen und bis zu 19 km breiten Champlainsee liegen etwa 80 Inseln, von denen eine einen eigenen Verwaltungsbezirk im US-Staat Vermont bildet. Er ist nach den Großen Seen im Mittleren Westen der größte See der Vereinigten Staaten.

Geschichte

Am 11. September 1814 erstritt die amerikanische Flotte einen glänzenden Sieg gegen die anrückenden Engländer, als diese von Kanada aus eine Invasion des Staates New York versuchten. Im 19. Jahrhundert wurde der Champlainsee durch ein Kanalsystem mit dem Hudson verbunden. Die Häfen Burlington, Port Henry und Plattsburgh sind nur noch von geringem kommerziellen Interesse. Bekannt wurde das Gewässer auch durch das Gerücht eines Seeungeheuers, das nach seinem oben bereits erwähnten Entdecker Champ genannt wird. Seit 1982 steht der entfernte Verwandte Nessies sogar unter gesetzlichen Schutz, da er zu einer wichtigen Touristenattraktion geworden ist. Kategorie:See in den USA Kategorie:See in Kanada Kategorie:Geographie (USA) Kategorie:Geographie (Kanada) ja:シャンプレーン湖

New York (Bundesstaat)

New York ist ein Bundesstaat im Nordosten der USA. Er grenzt an den Eriesee, den Ontariosee, Kanada, Vermont, Massachusetts, Connecticut, New Jersey, Pennsylvania und den Atlantischen Ozean. Die drei Inseln Long Island, Manhattan und Staten Island bilden einen wichtigen Teil New Yorks. Im Osten New Yorks fließt der Hudson River. New York hat eine Fläche von 141.080 Quadratkilometern und ist mit 18,98 Millionen Einwohnern (Stand: 2000) nach Kalifornien und Texas der drittbevölkerungsreichste Bundesstaat der USA. Die Hauptstadt New Yorks ist Albany und die größte Stadt ist New York City. Andere größere Städte sind Binghamton, Buffalo, Rochester und Syracuse.

Größte Städte

Geschichte

1621 wird New York als niederländische Kolonie Nieuw Nederland gegründet. Im Jahre 1664 kommt es zur Inbesitznahme durch die englische Krone. Nieuw Nederland wird in New Jersey und New York geteilt. New York wurde nach dem Herzog von York, dem späteren König Jakob II., der die Kolonie als Geschenk von seinem Bruder, König Karl II. bekam, benannt. Die Niederländer treten Nieuw Nederland 1667 im Frieden von Breda endgültig an England ab; 1685 wird es eine Kronkolonie. Drei Jahre später, im Jahre 1688, wird New York Teil des Dominion of New England. Im Jahr 1788 tritt New York schließlich als elfter Staat der amerikanischen Union bei.
- Liste der Gouverneure von New York
- Liste der Countys in New York
- Liste der Städte in New York

Weblinks


-
- [http://www.state.ny.us/ Webseite des Staates New York]
- [http://www.nylovesu.de/ Offizielle deutschsprachige New York State Tourismus-Webseite]
Kategorie:US-Bundesstaat ! ja:ニューヨーク州 th:มลรัฐนิวยอร์ก

1755

Ereignisse


- 15. Juni: Uraufführung der Oper Il Don Chisciotte von Ignaz Holzbauer in Schwetzingen
- 9. Juli: eine vor allem aus mit den Franzosen verbündeten Indianern bestehende Truppe fügt einem auf das französische Fort Duquesne (heute Pittsburgh, USA) vorrückenden britischen Heer in der Schlacht am Monongahela eine vernichtende Niederlage zu
- 30. August: Uraufführung der Oper Enea nel Lazio von Niccolò Jommelli in Stuttgart
- 8. September: In der Schlacht am Lake George (heute Bundesstaat New York, USA) besiegen die Briten ein französisches Heer und setzen sich damit im Bereich der Großen Seen fest
- Beginn der großen Vertreibung der Akadier (Kanada)
- Leonhard Euler stellt die Grundgleichungen der Hydrodynamik auf
- Von Immanuel Kant erscheint die „Allgemeine Naturgeschichte des Himmels“
- Die Größe einer Hufe in Preußen wird geändert
- Gründung der Universität in Moskau

Katastrophen


- 1. November: Erdbeben von Lissabon: Lissabon wird von einem Erdbeben und einem darauf folgenden Tsunami zu 2/3 zerstört. 30.000 Menschen kommen dabei um

Geboren


- 28. Januar: Thomas Soemmering, Arzt († 1830)
- 15. Februar: Jean-Nicolas Corvisart, bedeutender französischer Mediziner und Leibarzt von Napoléon Bonaparte
- 21. Februar: Carl Heinrich August von Lindenau, († 1842)
- 6. März: Jean-Pierre Claris de Florian, französischer Dichter, der besonders für seine Fabeln bekannt ist, die in der Nachfolge Jean de La Fontaines entstanden
- 1. April: Jean Anthelme Brillat-Savarin französischer Schriftsteller († 1826)
- 10. April: Samuel Hahnemann, deutscher Arzt (Begründer der Homöopathie) († 1843)
- 11. April: James Parkinson, britischer Arzt († 1824)
- 12. Mai: Giovanni Battista Viotti, berühmter italienischer Violinist und Komponist († 1824)
- 25. Juni: Wilhelmina Luisa von Hessen-Darmstadt, erste Gattin des Zaren Paul I. (Russland) († 1776)
- 30. Juni: Paul-François-Jean-Nicolas de Barras, französischer Politiker und Mitglied des Direktoriums († 1828)
- 18. August: Gottlob Heinrich von Lindenau, königlich-sächsischer Kammerherr, Kreisoberforstmeister und Rittergutsbesitzer († 1830)
- 21. August: Christian Adolph Overbeck, Deutscher Bürgermeister und Dichter († 1821)
- 13. September: Oliver Evans, erfand verschiedene Maschinen wie die erste automatische Getreidemühle, und ein dampfbetriebenes Amphibienfahrzeug († 1813)
- 23. September: Elisabeth von Adlerflycht, Erfinderin des Rheinpanoramas († 1846)
- 24. September: John Marshall, US-amerikanischer Jurist und Politiker († 1835)
- 23. Oktober: Jacques Julien Houton de Labillardière, französischer Naturforscher und Reisender († 1834)
- 25. Oktober: François-Joseph Lefebvre, Marschall von Frankreich († 1820)
- 2. November: Marie Antoinette Königin von Frankreich (guillotiniert 1793)
- 8. November: Dorothea Viehmann, eine der wichtigsten Quellen der Märchensammlung der Brüder Grimm († 1815)
- 10. November: Franz Anton Ries, deutscher Violinin der Bonner kurfürstlichen Kapelle neben Ludwig van Beethoven, Romberg u.A († 1846)
- 12. November: Gerhard Johann David von Scharnhorst, preußischer General († 1813)
- 17. November: Ludwig XVIII. (Frankreich), französischer König († 1824)
- um 1755: John Colter, US-amerikanischer Trapper und Entdecker († 1814)

Gestorben


- 10. Februar: Charles de Secondat, Baron de Montesquieu, gilt als Begründer der politischen Theorie der horizontalen Gewaltenteilung (
- 1689)
- 24. März: Theodor Christlieb, deutscher Komponist und Kreuzkantor (
- 1682)
- 4. Mai: Ignazio Visconti, 16. General der Societas Jesu (
- 1682)
- 27. Mai: Ulrich von Löwendal, Feldherr und Marschall von Frankreich
- 9. Juli: Johann Gottlob Harrer, deutscher Komponist und Thomaskantor (
- 1703)
- 13. August: Francesco Durante, Komponist (
- 1684)
- 4. Oktober: Samuel von Cocceji, Jurist, Großkanzler (
- 1679)
- 27. Oktober: Johann Michael Breunig, Barockkomponist (
- 1699)
- 28. Oktober: Joseph Bodin de Boismortier, Französischer Flötist und Cembalist (
- 1689)
- 25. November: Johann Georg Pisendel, deutscher Violinvirtuose (
- 1687)
- 30. November: Johann Elias Bach, deutscher Komponist, (
- 1705) ko:1755년

Fort William Henry

von Alfred Bobbett nach einem Gemälde von Felix Octavius Carr Darley; erschienen zwischen 1870 und 1880.]] Das britische Fort William Henry, nach dem Prinzen William Henry, einem Enkel Königs Georg II., benannt, am Ufer des Lake George im US-Bundesstaat New York wurde während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) als Ausgangsbasis für Angriffe gegen das französische Fort Carillon (Fort Ticonderoga) gebaut. Es war Teil einer Kette von britischen und französischen Befestigungen entlang des wichtigen Wasserwegs von New York nach Québec. Fort William Henry stand unter dem Kommando des britischen Oberstleutnants George Munro. Im August 1757 begann eine Belagerung des von 2.200 britischen Soldaten und amerikanischen Milizionären, darunter Rogers' Rangers, verteidigten Forts durch eine französische Armee unter dem Kommando von Louis-Joseph de Montcalm. Die Angreifer zählten 8.000 Mann, darunter 3.000 Linientruppen, 3.000 Milizen und etwa 2.000 Indianer. Nach einer schweren Beschießung und dem Scheitern eines Entsatzversuchs von Süden her musste die Garnison kapitulieren. Nach der Kapitulation unter großzügigen Bedingungen zogen die Verteidiger ab, auf dem Abmarsch griffen jedoch die indianischen Verbündeten der Franzosen unter Bruch der Kapitulationsvereinbarungen die Briten an. Viele Soldaten wurden getötet, gefangen genommen oder ausgeraubt. Dieser Vorfall wurde später aus Propagandagründen aufgebauscht und ging als das Fort William Henry-Massaker in die Geschichte ein. Zeitgenössische Berichte erzählen von bis zu 1.500 Toten, doch moderne Forschungen haben die Zahlen auf etwa 70-180 Getöteten reduziert. Die Sieger gruben auch die Leichen von Opfern der Belagerung aus, um sie zu plündern, und lösten dadurch Seuchen aus. Die Franzosen brannten das Fort schließlich nieder und zogen sich nach Ticonderoga zurück. Am Standort von Fort William Henry in der Gemeinde Lake George (New York) wurde ein Nachbau errichtet, der heute eine beliebte Touristenattraktion ist. Bekanntheit haben die Geschehnisse während der Belagerung dadurch gewonnen, dass sie James Fenimore Cooper als historischen Hintergrund für seinen mehrfach verfilmten Roman Der letzte Mohikaner verwendete.

Weblinks


- [http://www.fwhmuseum.com/ Fort William Henry-Museum]
- [http://www.historiclakes.org/wm_henry/wm_henry_battle.html The Battle of Fort William Henry]
- [http://www.mohicanpress.com/mo08009.html FORT WILLIAM HENRY... The Siege & Massacre] William Henry Kategorie:Siebenjähriger Krieg

Guerilla

Der Begriff Guerilla [], und davon abgeleitet Guerillakrieg, über das Französische aus dem Spanischen entlehnt, bedeutet Kleinkrieg mit nichtregulären Kombattanten. Wer ihn betreibt, wird auch Guerrillero genannt.

Wortbedeutung

Etymologisch stammt das Wort vom spanischen guerra für Krieg. Guerra ist seinerseits ein Lehnwort aus dem Germanischen werra (= wild, durcheinander). Die Wandalen brachten dieses Wort während der Völkerwanderung auf ihrem Weg über Spanien nach Nordafrika. Guerrilla ist die Verkleinerungsform von guerra und bedeutet Kleiner Krieg. Der Ausdruck Kleiner Krieg war im deutschen Sprachgebrauch bis ins 19. Jahrhundert hinein üblich, bevor es zusammen mit dem zunächst neu geprägten deutschen Wort "Volkskrieg" (und für guerrilleros: "Freischärler") durch den "Guerilla"-Begriff verdrängt wurde. In dieser Form wurde es dann als Fremdwort wieder in die deutsche Sprache übernommen. Es handelt sich also um eine Rückentlehnung. Zum ersten Mal wurde der Begriff "Guerrilla" im 19. Jahrhundert während des spanischen Widerstandes gegen Napoleon gebraucht. (Vergleichbar sind hier der Tiroler Aufstand unter Andreas Hofer und die Freikorps in den deutschen Befreiungskriegen gegen die napoleonische Besatzung.) In Spanien hat das Wort guerrilla aufgrund seiner Verbindung mit dem Kampf gegen die französische Besatzungsmacht eine durchgehend positive Konnotation, wie damals (und länger noch) auch in Deutschland der Volkskrieg (vgl. dazu die frühen Denkschriften von Gneisenau). Als Analytiker der Guerilla sind Carl von Clausewitz, T. E. Lawrence, Mao Tsetung, Carl Schmitt und Ernesto Che Guevara hervorgetreten.

Bedeutung und Geschichte

Das Wort Guerilla bezeichnet
- eine militärische Taktik: kleine, selbstständig operierende Kampfeinheiten, welche die taktischen Zielsetzungen der Armeeführung, meist im Hinterland des Gegners, unterstützen und dabei außerhalb ihrer Kampfeinsätze nicht als Soldaten erkennbar sind. Zur Guerillataktik gehören "nadelstichartige" militärische Operationen, die den Gegner nicht vernichten, sondern zermürben sollen.
- den Guerillakrieg als eine spezielle Form politisch motivierter, revolutionärer oder antikolonialer Kriege. Beim Guerillakrieg handelt es sich um eine "Waffe der Schwachen" gegen einen militärisch, vor allem militärtechnologisch überlegenen Gegner. Voraussetzung für einen Guerillakrieg ist die fehlende Hoffnung der Bevölkerung, ihre politischen und sozialen Forderungen mit politischen und rechtlichen Mitteln erreichen zu können, wie dies in einer Diktatur, einem von einer fremden Macht besetzten oder dominierten Land der Fall ist. Entscheidend für den Erfolg der Guerilla ist der gleichzeitige, dem militärischen Kampf gleichwertige politische Kampf. In einer offenen Feldschlacht müsste die Guerilla notwendig unterliegen, weil ihr sowohl die militärische Ausbildung wie Ausrüstung einer konventionellen Armee fehlt. Ein entscheidendes Kennzeichen der Guerilla ist ihre hohe Mobilität und Flexibilität. Guerilla-Einheiten sind in ständiger Bewegung, um dem militärisch überlegenen Gegner auszuweichen. Ihr Erfolg ist davon abhängig, ob es ihr gelingt die Entscheidung darüber zu behalten, an welchem Ort und zu welcher Zeit und unter welchen Bedingungen die militärische Konfrontation mit dem Gegner stattfindet.

Legitimität und Legalität der Guerilla

Die Strategie der Guerilla wird mit Blick auf die Genfer Konvention und die Haager Landkriegsordnung als unkonventionelle Kriegsführung bezeichnet. Hier handelt es sich allerdings um internationale Verträge, der zwischenstaatliche bewaffnete Konflikte behandeln. Die Guerilla entspricht in ihrer Entstehungsphase eher dem Begriff der levée en masse, wie er in der Haager Landkriegsordnung definiert ist (daher auch "Volkskrieg"). Erst wenn die Guerilla den letzten Schritt zur Revolutionsarmee vollzogen hat, entsprechen ihre Kämpfer als Teil einer militärischen Befehlsstruktur den Kombattanten der Haager Landkriegsordnung. Die meisten modernen Verfassungen enthalten ein Widerstandsrecht (Beispiel Grundgesetz: "Gegen jeden, der es unternimmt, diese (verfassungsmäßige) Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.") oder sogar eine Widerstandspflicht (Französische Verfassung). Von großer Bedeutung für die Guerillabewegung ist die Frage der "Belligerenz", die Anerkennung als kriegführende Partei. Die politische Anerkennung durch Staaten von internationaler Bedeutung oder die Anerkennung als Verhandlungspartner durch den Gegner bildet die Grundlage für die Erreichung der politischen Ziele der Guerilla (siehe die Diskussion um die Anerkennung der palästinensischen PLO). Erst als kriegführende Partei können gefangene Guerilla-Kämpfer ihren Rechtsstatus als Kriegsgefangene geltend machen. Ohne den Status als völkerrechtlich legal bewaffnete Kriegsteilnehmer ("Kombattanten") werden Guerilla-Kämpfer wie Franctireurs (Heckenschützen) angesehen, also als Schwerkriminelle behandelt. Beispiele aus dem 2. Weltkrieg und gegenwärtig (2005) aus Guantanamo Bay zeigen jedoch, dass die Regeln der Haager Landkriegsordnung oft genug nicht einmal regulären Soldaten gegenüber eingehalten werden. Die militärisch-politischen Gegner der Guerilla hingegen werden immer versuchen, die Anerkennung als kriegführende Partei zu verhindern und die Guerilla sprachlich wie politisch zu kriminalisieren: Verbrecherbanden, Terroristen, Agenten einer fremden Macht etc. Demgegenüber ist die Guerilla stets bemüht, ihre Legitimität (die revolutionäre Richtigkeit ihres Tuns) und ihre Legalität (die Gesetzlichkeit ihrer Kriegshandlungen) unter Beweis zu stellen. Dazu gehört die Schaffung tatsächlicher oder scheinbarer politisch-demokratischer Strukturen (Asamblea de Guaímaro im kubanischen Unabhängigkeitskrieg oder das Parlament der palästinensischen PLO) sowie von politischen Auslandsvertretungen in unterstützenden Staaten oder in internationalen Organisationen wie der UNO. Die Einführung von klaren Befehlsstrukturen, einer hierarchisch-militärischen Ordnung mit den dazugehörigen Rängen soll besonders in der letzten Phase, in der Entwicklung zur Revolutionsarmee, die Gleichwertigkeit der Guerilla gegenüber der konventionellen gegnerischen Armee herausstellen. Erst wenn der Gegner sich gezwungen sieht, mit der Guerilla offiziell zu verhandeln, ist tatsächlich die Belligerenz hergestellt.

Die Entwicklungsphasen des Guerillakrieges

Erfolgreiche Guerilla-Kriege durchlaufen in der Regel folgende Phasen:
- Der Guerillakrieg beginnt als Aufstandsbewegung, also ohne oder mit nur schwacher eigener Bewaffnung. Die Waffenbeschaffung erfolgt durch Überfälle auf gegnerische Militäreinheiten oder -einrichtungen. Die Kämpfer sind keine Soldaten und verfügen häufig nicht einmal über eine militärische Ausbildung. Sie sind Teil der Zivilbevölkerung und werden aufgrund ihrer politischen Ziele durch diese unterstützt. Ohne diese Unterstützung ist die Guerilla zum Scheitern verurteilt. Das unterscheidet die Guerilla vom Terrorismus, der auch ohne Unterstützung der Bevölkerung auskommt.
- Guerilla-Einheiten können keine strategischen Erfolge erringen, also etwa strategisch wichtige Gebiete dauerhaft besetzen, sondern müssen sich stets wieder zurückziehen.
- Zur Erreichung strategischer Ziele müssen die Guerilla-Einheiten die Form einer zentral gelenkten Armee annehmen. Sie treten damit aus der taktischen, defensiven Phase in eine strategisch offensive Phase ein. Es entsteht eine Revolutionsarmee.

Anti-Guerilla-Kriegsführung

Der Guerillakrieg stellt eine konventionelle Armee vor Probleme, die es bei zwischenstaatlichen Kriegen nicht gibt:
- Der Gegner ist nicht eindeutig zu identifizieren. Jede Person, etwa in einem besetzten Land, kann ständig oder zeitweise zur Guerilla gehören, diese militärisch, logistisch oder politisch unterstützen. Das gilt für Männer wie Frauen, auch für Kinder, Jugendliche und alte Menschen.
- Es gibt keine Front, welche die Anhänger und Gegner des herrschenden Regimes voneinander trennt. So wird meist von Regionen gesprochen, die von der Regierung oder von der Guerilla "kontrolliert" werden. Ein Gebiet kann aber auch nachts von der Guerilla und am Tag von der Regierung kontrolliert werden. Der Begriff der Kontrolle ist dabei sehr unbestimmt. So kann es vorkommen, dass derselbe Geschäftsmann sowohl an die Regierung wie an die Guerilla Steuern zahlt. Durch den Einsatz von Kontraguerilla-Einheiten versucht die reguläre Armee sich der flexiblen Kriegführung der Guerilla anzupassen (Vietnam). (Nicht zu verwechseln mit der konterrevolutionären Guerilla, die von einer fremden Macht eingesetzt wird, um mit Mitteln der Guerilla-Taktik eine bestehende revolutionäre Regierung anzugreifen - siehe Contra (Organisation)). Die Regierungsarmee wird also immer versuchen, Zivilbevölkerung und Guerilla voneinander zu trennen. Das kann etwa durch Aufrufe an die Bevölkerung geschehen, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Gebiet zu verlassen. Alle nach diesem Zeitpunkt in diesem Gebiet befindlichen Personen werden dann als Guerilleros bezeichnet. Die Bevölkerung, die dieses Gebiet verlässt, muss untergebracht und versorgt werden, wozu sich das Militär meist weder personell, logistisch oder materiell in der Lage sieht. Die so entstandenen campos de reconcentración (Kubanischer Unabhängigkeitskrieg) oder concentration camps (Burenkrieg) sollten die Kämpfer von der übrigen Bevölkerung trennen und damit der Regierungsarmee ein klar umgrenztes Feindesland für den Angriff definieren. Die in den Lagern herrschende Not (Hunger, Krankheiten) führt jedoch in der Regel zur politischen Stärkung der Guerilla. Eine freiwillige Aussiedlung von Menschen aus den von der Guerilla kontrollierten Gebieten wird dadurch unwahrscheinlich. Da die unvermeidlich unterschiedslose Bombardierung von Guerillagebieten durch die reguläre Armee nicht nur die Guerilla trifft, sondern jeden, der sich dort befindet, werden die dort lebenden Menschen gezwungen, sich in den Schutz der Guerilla zu begeben. Das herrschende Regime treibt so oft neutrale Teile der Bevölkerung auf die Seite der Guerilla. Erfolgreichere Anti-Guerilla-Strategien versuchen, die Guerilla politisch zu isolieren. Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen:
- für einzelne Bevölkerungsgruppen wird eine verbesserte wirtschaftliche Lage erreicht (z.B. Unterstützung der Rauschgiftproduktion und -vermarktung in Kolumbien oder Afghanistan).
- es wird eine der Guerilla ähnliche Kontraguerilla geschaffen, die im Namen der Guerilla Taten begeht, die der Guerilla angelastet werden und sie in den Augen der Bevölkerung diskreditiert (Vietnam, Kuba).
- da die Guerilla, besonders in ihrer Entstehungsphase, meist dezentralisiert kämpft, entstehen häufig kämpfende Einheiten, die nicht die politischen Ziele der Bevölkerung teilen, sondern persönliche Bereicherung oder Macht gewinnen wollen (Caudillismo - militärisches Führertum). Diese können von dem herrschenden Regime oder einer fremden Macht leicht für ihre Ziele eingesetzt werden. Zahlreiche Aufstände in Lateinamerika und Afrika nahmen diesen Weg und führten über eine Volksbewegung zu einer Bereicherungsdiktatur, die schließlich mit dem ursprünglichen militärischen Gegner zusammarbeitet und die Revolution durch einen Austausch von Herrschaftseliten ersetzt. Grundsätzlich kann ein Anti-Guerillakrieg nicht militärisch gewonnen, sondern der Konflikt nur politisch, durch teilweises oder völliges Nachgeben gegenüber den Zielen der Volksbewegung, gelöst werden.

Beispiele von Guerillakriegen


- der 30-jährige Unabhängigkeitskampf der kubanischen Mambises gegen die spanische Kolonialherrschaft 1868-1898 war in seinen militärischen Phasen Guerillakrieg und endete mit der Besetzung Kubas durch die USA.
- der dreijährige kubanische Revolutionskrieg gegen den Diktator Fulgencio Batista 1956-1959 endete mit der Flucht des Diktators und führte zu einer kubanischen Revolutionsregierung.
- der achtjährige algerische Unabhängigkeitskrieg gegen die französische Kolonialherrschaft 1954-1962 endete mit der Gründung der Demokratischen Volkrepublik Algerien.
- der Krieg des vietnamesischen Volkes gegen japanische Besatzung, französische Kolonialmacht und später gegen US-amerikanische Besatzungstruppen 1941-1973 endete mit der Errichtung eines sozialistischen Staates.
- Der Guerillakampf der Gruppe um Che Guevara in Bolivien scheiterte 1967 an der fehlenden Unterstützung durch die Bevölkerung.

Guerilla und Partisanenkrieg

siehe Artikel Partisan Das Wort Partisan stammt aus dem Italienischen, während Guerilla spanischen Ursprungs ist. Militärisch gesehen handelt es sich um Synonyme. Die in Europa gegen die faschistische Besatzung kämpfenden irregulären Einheiten werden als Partisanen bezeichnet, während die Befreiungskämpfer der antikolonialen Bewegungen nach dem 2. Weltkrieg in der Regel Guerilla benannt werden.

Literatur


- Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Potsdam 1832 (postum hgg. von Marie von Clausewitz, zahlreiche Auflagen)
- T. E. Lawrence: The Seven Pillars of Wisdom. 1926
- Ernesto „Che“ Guevara: Ausgewählte Werke in Einzelausgaben Band 1; Guerillakampf und Befreiungsbewegung. ISBN 3-89144-004-9
- Mao Tse-Tung: Ausgewählte Werke. Band I, S. 209–291 (Strategische Probleme des revolutionären Krieges in China) und II, S. 83–222 (Strategische Probleme des Partisanenkriegs gegen die japanische Aggression), 1968, Verlag für fremdsprachige Literatur
- Hans von Dach: Der totale Widerstand. Kleinkriegsanleitung für jedermann. 1958 [in der Bundesrepublik Deutschland beschlagnahmt]

Siehe auch


- Partisan, Stadtguerilla
- Liste militärischer Taktiken
- Kombattant
- Terrorismus Kategorie:Kriegsart Kategorie:Kriegs- und Gefechtsführung Kategorie:Politischer Widerstand Kategorie:irregulärer Verband ja:ゲリラ ms:Gerila

1759

Ereignisse


- 2. Januar: französische Truppen besetzen Frankfurt am Main
- 15. Januar: das Britische Museum in London wird eröffnet
- 13. April: Schlacht bei Bergen
- 25. Juni: die Briten besetzen das von den Franzosen geräumte Fort Ticonderoga am Lake George
- 26. Juni: die Briten landen überraschend bei Québec (Kanada) und beginnen die Belagerung dieser französischen Festung
- 23. Juli: Schlacht bei Kay: Die Preußen werden von den Russen vernichtend geschlagen
- Juli: die Russen besetzen unter Graf Saltykow Frankfurt an der Oder
- 24. Juli: ein französischer Versuch, den britischen Belagerungsring um Fort Niagara am Ontariosee zu durchbrechen, scheitert mit der vernichtenden Niederlage in der Schlacht bei La Belle Famille
- 25. Juli: die französische Garnison von Fort Niagara kapituliert vor den Briten
- 1. August: Ferdinand von Braunschweig-Lüneburg besiegt die Franzosen in der Schlacht bei Minden
- 12. August- Friedrich II. wird in der Schlacht von Kunersdorf von österreichischen und russischen Verbänden schwer geschlagen (unter der Leitung von Saltykow und dem livländischen General Freiherr von Laudon)
- 25. September: Schlacht von Hoyerswerda
- 3. September: der Jesuitenorden wird durch Premierminister Sebastião José de Carvalho e Mello Pombal aus Portugal vertrieben
- 13. September: Die Briten unter James Wolfe besiegen in der Schlacht auf der Abraham-Ebene die Franzosen unter Louis-Joseph de Montcalm und schaffen damit die Voraussetzung für die Eroberung von Québec
- 18. September: Die französische Garnison von Québec kapituliert vor den Briten
- 20. November: 12.500 preußische Soldaten unter General Finck kapitulieren bei Maxen (das heißt auch der „Finckenfang“)
- 4. Dezember: Schlacht von Meißen
- Die französische Mittelmeer- und Atlantikflotte wird durch die englischen Seesiege vor Lagos und Quiberon vernichtet
- Die Bayerische Akademie der Wissenschaften wird gegründet
- Robert Symmer veröffentlicht seine chiliastische Theorie der Elektrizität (mit der Fluidumshypothese)
- Der spanische König Ferdinand VI. stirbt. Sein Nachfolger König Karl III. setzt die von der französischen Aufklärung beeinflusste Reformpolitik fort
- Josef Merlin erfindet den Rollschuh

Kultur


- 5. November: Uraufführung des musikalischen Dramas Ippolito ed Aricia von Ignaz Holzbauer in Mannheim
- 24. November: Uraufführung der Oper Der neue krumme Teufel von Joseph Haydn in Wien
- Joseph Haydn komponiert seine erste Sinfonie

Geboren


- 5. Januar: Jacques Cathelineau, französischer General der Vendéer († 1793)
- 25. Januar: Robert Burns, schottischer Schriftsteller und Poet († 1796)
- 1. Februar: Karl Friedrich Hensler, Theaterdirektor († 1825)
- 15. Februar: Friedrich August Wolf, deutscher Altphilologe und Altertumswissenschaftler († 1824)
- 20. Februar: Johann Christian Reil, Arzt (Stadtphysikus) und Professor in Halle und Berlin († 1813)
- 2. März: Friedrich Haeffner, schwedischer Komponist († 1833)
- 16. März: Bengt Lidner, schwedischer Dichter († 1793)
- 19. April: August Wilhelm Iffland, berühmter Schauspieler, Theaterdirektor und Dramatiker († 1814)
- 27. April: Mary Wollstonecraft, englische Schriftstellerin und Frauenrechtlerin irischer Abstammung († 1797)
- 24. Mai: Wilhelm Friedrich Ernst Bach, deutscher Komponist († 1845)
- 25. Mai: Franz Paul von Herbert, bekannter Kunstmäzen und gehörte zu den bedeutendsten Vertretern der Aufklärung in Österreich († 1811)
- 28. Mai: William Pitt der Jüngere, zweimal Premierminister von Großbritannien († 1806)
- 24. Juli: Viktor Emanuel I., König von Piemont-Sardinien und Herzog von Savoyen († 1824)
- 9. August: Ernst Christoph Helle, Deutscher Fabrikant und Kommunalpolitiker († 1826)
- 9. August: Johann Christoph Friedrich Guts Muths, Deutscher Pädagoge und Mitbegründer des Turnens († 1839)
- 24. August: William Wilberforce, britischer Parlamentarier und Anführer im Kampf gegen den Sklavenhandel († 1833)
- 12. September: Maximilian Josef Montgelas, von 1799 bis 1817 Minister unter dem Kurfürsten und späteren König († 1838)
- 19. September: William Kirby, englischer Pfarrer und Entomologe († 1850)
- 20. September: Marie-Jean Hérault de Séchelles, bedeutender Politiker während der Französischen Revolution († 1794)
- 26. September: Johann David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg, seit 1821 ein preußischer Feldmarschall
- 25. Oktober: Sophia Dorothea Augusta Luisa von Württemberg, Zarin von Russland († 1828)
- 26. Oktober: Georges Danton, einer der Führer der Französischen Revolution († 1794)
- 10. November: Friedrich Schiller, einer der wichtigsten deutschen Dichter und Schriftsteller († 1805)
- 26. Dezember: Johann Georg von Dillis, deutscher Maler († 1841)
- 29. Dezember: Julius Caesar Ibbetson, britischer Maler († 1817)

Gestorben


- 27. März: August Johann Rösel von Rosenhof, deutscher Naturforscher und Miniaturmaler (
- 1705)
- 14. April: Georg Friedrich Händel, deutsch-britischer Komponist (
- 1685)
- 12. Juni: William Collins, englischer Dichter. (
- 1721)
- 20. Juni: Moritz Adolf von Sachsen-Zeitz, Bischof von Leitmeritz und Domherr in Köln (
- 1702)
- 27. Juli: Pierre-Louis Moreau de Maupertuis, französischer Mathematiker, Physiker und Philosoph (
- 1698)
- 7. AugustGeorg Wilhelm Kirchmaier, Philosoph, Rhetoriker, Sprachwissenschaftler (
- 1673)
- 8. August: Carl Heinrich Graun, deutscher Komponist und Sänger (
- 1701)
- 10. August: Ferdinand VI., spanischer König (
- 1713)
- 24. August: Ewald Christian von Kleist, preußischer Dichter und Offizier (
- 1715)
- 13. September: James Wolfe, britischer General, Sieger in der Schlacht auf der Abraham-Ebene (
- 1727)
- 14. September: Louis-Joseph de Montcalm, französischer General (
- 1712)
- 13. Oktober: Martin Schipani, deutscher Uhrmachermeister (
- 1693)
- 25. Oktober: Johann Juncker, deutscher Mediziner (
- 1679) ko:1759년

Zweiter Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg war der größte und blutigste Konflikt in der Menschheitsgeschichte. Er begann in Asien mit dem Ausbruch des Zweiten Japanisch-Chinesischen Kriegs am 7. Juli 1937 und in Europa am 1. September 1939 mit dem deutschen Angriff auf Polen, der ohne vorherige Kriegserklärung des Deutschen Reiches erfolgte (wird heute in Teilen der Öffentlichkeit auch als militärischer Überfall bezeichnet). Beendet wurde der Zweite Weltkrieg in Europa am 8. Mai 1945 und in Asien mit der Unterzeichnung der Kapitulation Japans am 2. September 1945. Die so genannten Achsenmächte Deutsches Reich, Italien und Japan führten Eroberungsfeldzüge gegen viele Staaten; ihre militärischen Hauptgegner waren anfangs Frankreich, Großbritannien und die Republik China sowie nach dem Bruch des Hitler-Stalin-Pakts die Sowjetunion und nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor auch die USA. Die Haupt-Kriegsschauplätze befanden sich in Asien, dem Pazifik, in Europa und in Nordafrika. Kampfhandlungen gab es z. B. auch in Nordamerika bzw. der Arktis (z. B. Alaska und Grönland), dem Nahen Osten (z. B. Irak und Iran), in Ostafrika (z. B. Äthiopien und Somalia), sogar Militäraktionen in der Antarktis (Operation Tabarin), Südamerika (Besetzung Surinams) und Tibet (Tolstoy-Dolan-Mission). Hatte der Erste Weltkrieg fast 10 Millionen Todesopfer gefordert, forderte der Zweite Weltkrieg ca. 55 Millionen Menschenleben. Der Zweite Weltkrieg war durch eine starke Ideologisierung geprägt, die zu zahlreichen Kriegsverbrechen und zu gewaltsamen, oft systematischen Übergriffen auf die Zivilbevölkerung führte. Kriegsverbrechen Kriegsverbrechen Kriegsverbrechen

Vorgeschichte und Kriegsziele

Hauptartikel: Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges

Vorgeschichte

Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges In den 1920er und 1930er Jahren erlangte in weiten Teilen Europas der Faschismus als politische Richtung zunehmend Bedeutung. Benito Mussolini riss mit dem Marsch auf Rom 1922 die Macht in Italien an sich. 1936 griff Italien, das immer engere Beziehungen zu Deutschland pflegte, Äthiopien an, im April 1939 wurde Albanien erobert. In Deutschland spielte der Nationalsozialismus eine immer größer werdende Rolle, die 1933 mit der Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler einen Höhepunkt fand. Die außenpolitischen Ziele der daraufhin errichteten Diktatur waren die Revision des Versailler Vertrages, die Errichtung eines so genannten „Großdeutschen Reiches“ und die Eroberung von so genanntem „Lebensraum im Osten“. Mit dem Beitritt des Saargebiets zum Deutschen Reich 1935, dem Einmarsch in das entmilitarisierte Rheinland 1936, dem Anschluss von Österreich und der Abtrennung des Sudetenlandes von der Tschechoslowakei im Münchener Abkommen 1938 wurden die ersten beiden Ziele weitgehend erfüllt. Die englische und französische Appeasement-Politik, die auf eine friedliche Verständigung mit Deutschland abzielte, kam Hitler dabei sehr gelegen. Selbst nach dem Einmarsch in die „Resttschechei“ im März 1939 gab es lediglich Proteste auf englischer und französischer Seite. Kurz darauf trat Litauen das Memelland an Deutschland ab, die Slowakei wurde ein eigener Staat und durch einen Schutzvertrag eng an Deutschland gebunden. Es war offensichtlich, dass Polen das nächste Opfer sein würde, deshalb unterzeichneten die Regierungen Polens, Englands und Frankreichs Beistandsverträge. Im August 1939 schlossen Deutschland und die Sowjetunion überraschend einen Nichtangriffspakt, der als Hitler-Stalin-Pakt in die Geschichte eingehen sollte. In einem geheimen Zusatzprotokoll des Paktes wurde die Aufteilung Europas in geographisch genau bezeichnete, aber ansonsten nicht näher definierte "Interessensphären" beschlossen. Dies lief letztlich auf die Aufteilung von Polen zwischen Deutschland und der UDSSR, sowie der einseitigen Eroberung bzw. Besetzung weiterer Gebiete (u. a. die baltischen Staaten und Finnland) hinaus. Die japanische Expansionspolitik begann in den 1930er Jahren, als der Einfluss der militärischen Führung auf die kaiserliche Regierung immer stärker wurde. Das Hauptinteresse der japanischen Expansion galt der Republik China, deren Region Mandschurei bereits 1931 annektiert und zum Protektorat Mandschukuo erklärt wurde. Aufgrund internationaler Proteste trat Japan 1933 aus dem Völkerbund aus, 1936 schloss es sich dem Antikominternpakt an. 1937 begann der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg. Den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Europa nutzte Japan zur Besetzung von Indochina. In der Folge verhängten die USA und Großbritannien ein Embargo und froren die finanziellen Mittel Japans ein. 1940 unterzeichnete Japan den Dreimächtepakt mit Deutschland und Italien. Aufgrund des durch Großbritannien und die USA verhängten Embargos und der daraus resultierend fehlenden Rohstofflieferungen der Europäischen Verbündeten sahen die japanischen Militärs im Krieg mit den USA und Großbritannien die einzige Möglichkeit, den Untergang des japanischen Reiches zu verhindern.

Kriegsziele

Der Zweite Weltkrieg war in Europa ein von Deutschlands Diktator Hitler ausgelöster, ideologisch motivierter Eroberungs- und Vernichtungskrieg zur Gewinnung von „Lebensraum“ im Osten. Komponenten seines außenpolitischen Denkschemas waren:
- ein Bündnis mit Japan und Italien
- der Kampf gegen das zerstörerische Wirken einer angeblichen „jüdischen Weltverschwörung“
- ein anti-bolschewistischer Vernichtungskampf zur Gewinnung von Lebensraum im Osten und die Ansiedlung von Deutschen in den besetzen Ostgebieten Endziel war die Erringung einer deutschen Weltmachtstellung. „Deutschland wird entweder Weltmacht oder überhaupt nicht sein“, schrieb Hitler in „Mein Kampf“. Die eroberte Sowjetunion sollte in verschiedene Gebiete unter der Leitung von Reichskommissaren aufgeteilt werden. Dabei sollten Weißrussen, Ukrainer und baltische Völker als lebenswerte Völker eingestuft werden. Die Russen dagegen sollten „durchaus niedergehalten werden“ (Rosenberg). Das eroberte Osteuropa sollte von Deutschen als Bauern und Soldaten („Wehrbauern“) besiedelt werden. Nach dem Willen der nationalsozialistischen Führung sollten die Völker Osteuropas, nach Vernichtung ihrer bürgerlichen Elite, für immer ungebildete, gehorsame und fleißige Land- und Hilfsarbeiter sein. Ein weiteres Kriegsziel war die Ausrottung des Judentums. Schon im Januar 1939 hatte Hitler in einer Reichstagsrede verkündet, dass der nächste Weltkrieg das Ende des Judentums bedeuten würde. Vor 1933 wurden diese Ideen kaum ernst genommen. Die Revision des Versailler Vertrags war für Hitler lediglich ein Etappenziel, auch wenn er der deutschen und internationalen Öffentlichkeit jahrelang vorgaukeln konnte, es gehe ihm um das Selbstbestimmungsrecht der Deutschen und er wolle „Frieden und Wohlfahrt der Völker“ erreichen. In Wahrheit ging es immer um die Lebensraumgewinnung im Osten. In der Denkschrift zum Vierjahresplan von August 1936 plant Hitler die Einsatzfähigkeit der deutschen Armee und die Kriegsfähigkeit der Wirtschaft in zwei unterschiedlichen Szenarien. Das erste lief bis 1941/42 bei ungünstiger politischer und militärischer Entwicklung, das zweite bis 1944/45 bei entsprechend günstigeren Aussichten. Am 5. November 1937 präzisierte er seine Kriegsziele vor der deutschen Generalität (Hoßbach-Protokoll).

Kriegsverlauf

Der deutsche Angriff auf Polen 1939

Hauptartikel: Polenfeldzug 1939 Polenfeldzug 1939 Polenfeldzug 1939 Der Zweite Weltkrieg wurde in Europa vom Deutschen Reich am 1. September 1939 um 04:45 Uhr durch den Angriff der Deutschen Wehrmacht auf Polen begonnen (entgegen der bekannten Hitler-Ansprache am Morgen). Um den Angriff auf Polen zu rechtfertigen, fingierte die deutsche Seite mehrere Vorfälle. Der bekannteste ist der Überfall von als polnische Widerstandskämpfer verkleideten SS-Angehörigen auf den Sender Gleiwitz am 31. August. Dabei verkündeten diese in polnischer Sprache die Kriegserklärung Polens gegen das Deutsche Reich. Den militärischen Angriff begann das deutsche Schulschiff Schleswig-Holstein (auf die Westerplatte in Danzig). Die polnische Armee war der vordringenden Wehrmacht zwar zahlenmäßig ebenbürtig, doch technisch und in der Art der Kriegsführung unterlegen. Die polnische Regierung rechnete auf die Unterstützung durch Frankreich und Großbritannien, welche am 3. September aufgrund der „Garantieerklärung vom 30. März 1939“ ein Ultimatum an das Deutsche Reich stellten. Es forderte den sofortigen Rückzug aller deutschen Truppen aus Polen. Die englisch-französische Garantieerklärung hätte diese Staaten verpflichtet, spätestens 15 Tage nach einem deutschen Angriff selber eine Offensive im Westen Deutschlands zu starten. Hitler hoffte, dass die beiden Westmächte ihn ebenso wie beim Einmarsch in die Resttschechei gewähren lassen würden und hatte den Westwall nur schwach besetzt. Ein Angriff blieb aus, obwohl beide Länder noch am selben Tag dem Deutschen Reich den Krieg erklärten. Am 17. September zerschlug sich die polnische Hoffnung, den Osten ihres Landes verteidigen zu können. Entsprechend dem geheimen Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Paktes marschierte die Rote Armee in Ostpolen ein. Hierauf erfolgte nicht einmal mehr die Kriegserklärung Englands und Frankreichs. Noch am selben Tag flüchtete die polnische Regierung nach Rumänien. Die militärische Niederlage Polens war nun nicht mehr aufzuhalten. Am 28. September kapitulierte die polnische Hauptstadt Warschau, nachdem sie am 18. September von deutschen Truppen eingeschlossen worden und am 27./28. ein intensives Bombardement vorausgegangen war. Einen Tag später folgte die Aufgabe der Festung Modlin. Am 8. Oktober teilten sich das Deutsche Reich und die Sowjetunion im Abkommen von Brest-Litowsk das polnische Gebiet durch eine Demarkationslinie – die Vierte Teilung Polens. Nicht nur die nach dem Versailler Vertrag abgetretenen Gebiete wurden wieder in das Reich eingegliedert, sondern darüber hinaus weite Bereiche Zentralpolens einschließlich der Stadt Łódź. Der Rest Polens wurde deutsches Generalgouvernement. Die anschließende Besatzungszeit war von extremen Repressalien der Deutschen gegen die Zivilbevölkerung geprägt. Deportationen zur Zwangsarbeit waren nur die sichtbarste Ausprägung, insbesondere die polnischen Juden wurden Ziel des deutschen Rassenwahns. Ähnlich gingen die sowjetischen Besatzer gegen "Klassenfeinde" in Ostpolen vor. Der schnelle Sieg über Polen prägte den Begriff Blitzkrieg und prägte die taktische Kriegsführung Deutschlands bis Ende 1941.

Stellungskrieg an der Westfront 1939

Am 3. September erklärten Frankreich und Großbritannien Deutschland den Krieg. Aufgrund dessen begann am 5. September eine begrenzte und eher symbolische Offensive der Franzosen gegen das Saargebiet. Die Deutschen leisteten keinen Widerstand und zogen sich zum stark verteidigten Westwall zurück. Danach blieb es ruhig an der Westfront. Diese Phase wird als Sitzkrieg bezeichnet. Bis auf vereinzelte Artilleriescharmützel erfolgten keine weiteren Angriffe. Auf deutscher Seite rollte eine Propagandamaschine an. Mit Plakaten und Parolen über Lautsprecher rief man den Franzosen „Warum führt ihr Krieg?“ oder „Wir werden nicht zuerst schießen.“ zu. Am 27. September erfolgte eine Weisung Hitlers an das Oberkommando des Heeres zur Ausarbeitung eines Angriffsplanes, den so genannten „Fall Gelb“. Bis zum 29. Oktober stand der Plan. Er sah vor, dass zwei Heeresgruppen durch die Niederlande und Belgien vorstoßen sollten, um somit sämtliche alliierten Kräfte nördlich der Somme zu zerschlagen. Letzten Endes fand jedoch 1939 kein Angriff statt. Wegen schlechter Witterungsbedingungen und viel größeren Verlusten in Polen (22 % Verluste bei den Kampfflugzeugen, 25 % bei den Panzern) als erwartet, verschob Hitler den Angriff insgesamt 29 mal.

Der Finnisch-Sowjetische Winterkrieg 1939/40

Am 30. November 1939 überrannten sowjetische Truppen unter Marschall Kiril Meretskow im so genannten Winterkrieg die 950 km lange Grenze zu Finnland. Die Rote Armee griff mit 1.500 Panzern und 3.000 Flugzeugen an und erwartete einen schnellen Sieg, aber die Russen unterschätzten die Finnen. Die Rote Armee verlor 200.000 Mann, die Finnen jedoch nur 25.000 Mann. Schweden unterstützte Finnland, ohne allerdings die Neutralität aufzugeben. Ein Eingreifen Großbritanniens und Frankreichs gegen die Sowjetunion wurde zwar geplant, kam aber nicht darüber hinaus. Ein Friedensvertrag der am 12. März 1940 unterzeichnet wurde, legte fest, dass Finnland Teile Kareliens und die Fischerhalbinsel Kalastajansaarento am Nordmeer an die Sowjetunion abtreten musste. Als direkte Reaktion auf den sowjetischen Angriff nahm Finnland 1941 im Fortsetzungskrieg am deutschen Russlandfeldzug teil, um sich die verlorenen Gebiete zurückzuerobern.

Die Besetzung Dänemarks und Norwegens 1940

Hauptartikel: Operation Weserübung Operation Weserübung Zum Ende des Jahres 1939, nach dem Verlust der französischen Eisenerzeinfuhr, stellten die Lieferungen aus dem neutralen Schweden 40 % des Eisenerzbedarfs für Deutschland dar. Ein weiterer wichtiger Rohstoff war das finnische Nickel. Durch die Erzbahn von Schweden nach Narvik war Norwegen für Deutschland von außerordentlichem wirtschaftlichen und militärischen Wert. Die Briten wollten diese wichtigen Rohstofflieferungen abschneiden, weswegen am 5. Februar 1940 beim Obersten franco-britischen Kriegsrat die Planung der Landung von vier Divisionen in Narvik vereinbart war. Die vorgesehene Besetzung des norwegischen Hafens durch die Briten veranlasste das Oberkommando der Wehrmacht, einen zusätzlichen Stab für Norwegen aufzustellen. Am 21. Februar erfolgte eine direkte Weisung Hitlers für die Planung bestimmter Operationen im skandinavischen Raum. Am 1. März wurde die Operation Weserübung endgültig beschlossen. Sie sah vor, Dänemark einzunehmen und es als „Sprungbrett“ für die Eroberung Norwegens zu benutzen. Im März kam es zu diversen Angriffen gegen britische Seeeinheiten. Am 5. April fand die alliierte Operation Wilfried statt, bei der die Gewässer vor Norwegen vermint und weitere Truppen ins Land gebracht werden sollten. Einen Tag später lief auf deutscher Seite die Operation Weserübung an. Dabei wurde fast die gesamte deutsche Flotte mobilisiert und in Richtung Narvik geschickt. Am 9. April begann das Unternehmen endgültig mit der Landung einer Gebirgsjägerdivision vor Narvik. In Großbritannien hielt man eine Landung der Deutschen für recht unwahrscheinlich, was dazu führte, dass von alliierter Seite nur geringe Gegenmaßnahmen getroffen wurden. Die Deutschen konnten ihren Brückenkopf ohne größeren Widerstand ausweiten, so dass am 10. April bereits Stavanger, Trondheim und Narvik besetzt wurden, nachdem zuvor bereits Dänemark kampflos besetzt worden war. Großbritannien besetzte aus strategischen Gründen im Nordatlantik die dänischen Färöer am 12. April. Am 13. April kam es zu einigen schweren Seegefechten, wobei es neun britischen Zerstörern und dem Schlachtschiff HMS Warspite gelang, im Ofot-Fjord alle deutschen Zerstörer zu versenken. Desweiteren wurden auf ihrem Rückweg leichte deutsche Kreuzer und etliche Frachter von alliierten U-Booten beziehungsweise der Royal Air Force versenkt. Royal Air Force Am 17. April landeten die Alliierten schließlich und brachten die Truppen der Wehrmacht auch mit massivem Beschuss der Royal Navy unter starken Druck. Bis zum 19. April wurden umfangreiche alliierte Verbände, unter anderem auch polnische Soldaten und Reste der Fremdenlegion, in Norwegen angelandet. Inzwischen verbesserte sich, bedingt durch die Jahreszeit, das Wetter in Norwegen, so dass die Wehrmacht ihre Fronten festigen konnte. Bei schweren Angriffen der deutschen Luftwaffe wurden am 2. Mai ein britischer und ein französischer Zerstörer vor der Hafenstadt Namsos versenkt. Noch im selben Monat beschloss Churchill wegen der deutschen Erfolge in Frankreich den Abzug der Alliierten aus Norwegen. Bevor die 24.500 Soldaten evakuiert werden konnten, gelang es ihnen jedoch noch, in Narvik einzudringen und einen wichtigen Hafen zu zerstören. Am 10. Juni kapitulierten schließlich die verbliebenen norwegischen Soldaten, worauf die Operation Weserübung abgeschlossen war. Norwegen wurde Reichskommissariat, sollte jedoch nach dem Willen Hitlers als selbständiger Staat bestehen bleiben und Teil des deutschen Herrschaftsgebietes sein. Im weiteren Verlauf wurde Norwegen stark befestigt, weil Hitler in der ständigen Furcht vor einer Invasion lebte. Im Februar 1942 installierte man eine Marionetten-Regierung unter Vidkun Quisling.

Der Westfeldzug 1940

Hauptartikel: Westfeldzug 1940 Während Deutschland die Siegfriedlinie zur Verteidigung der Front hatte, stand in Frankreich die stark befestigte Maginot-Linie. Die Ardennen galten als natürliche Verlängerung dieser fast 130 Kilometer langen Verteidigungslinie. Die französische Generalität glaubte nicht an einen Vorstoß durch dieses Gebiet, da es besonders für Panzerkräfte als unüberwindbar galt. Der Plan für einen Feldzug im Westen wurde von Generalleutnant Erich von Manstein mit seinen beiden Mitarbeitern, Oberst Günther Blumentritt und dem damaligen Major i. G. Henning von Tresckow entwickelt. Er sah einen schnellen Vorstoß durch die Ardennen vor, um dann die Alliierten im Norden zu einer Schlacht mit verkehrter Front zu zwingen. Mit der Masse der hier zu versammelnden Panzer- und motorisierten Divisionen gedachte er durch das „Loch in den Ardennen“ zum „Sichelschnitt“ – wie ihn Churchill später bezeichnete – bis zur Kanalküste hin anzusetzen. Kanalküste Am 10. Mai 1940 begann der Angriff deutscher Verbände mit insgesamt sieben Armeen auf die neutralen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg. 136 deutsche standen gegen rund 137 alliierte Divisionen. Bereits an diesem Tag wurde die für uneinnehmbar gehaltene belgische Festung Eben-Emael durch deutsche Fallschirmjäger eingenommen. Am 14. Mai überschritt General Guderian mit seiner Panzergruppe die Maas. Die Royal Air Force versuchte mit verzweifelten Angriffen, die Pionierbrücken über dem Fluss zu zerstören, verlor dabei aber einen Großteil der Flugzeuge. Erst am 17. Mai trat die französische 4. Panzerdivision unter Charles de Gaulle zu einem Gegenangriff auf Montcornet an, der aber, nach anfänglichen Erfolgen, wegen starker Attacken deutscher Stukas abgebrochen werden musste. Am 17. Mai wurde Brüssel kampflos übergeben. Die Niederländer waren, bedingt durch ihre Neutralität im Ersten Weltkrieg, noch weniger als die Belgier auf einen Krieg eingestellt, so dass ihre Armee relativ leicht geschlagen werden konnte. Die Kapitulation der niederländischen Truppen wurde nach der Bombardierung Rotterdams am 14. Mai eingeleitet. Einen Tag später kapitulierten die niederländischen Truppen, und die Regierung sowie Königin Wilhelmina flohen nach London ins Exil. Als Reichskommissar für die Niederlande wurde Arthur Seyß-Inquart eingesetzt. Am 19. Mai erreichte die deutsche 6. Armee den Fluss Schelde und stieß bis Abbeville vor. Der Vormarsch in diese Gebiete erfolgte so schnell, dass die britischen und französischen Einheiten bei Dünkirchen eingekesselt wurden. Am 27. Mai begann die Operation Dynamo mit der Evakuierung von über 7.500 alliierten Soldaten. Die Panzerstreitkräfte der Heeresgruppe A setzten an diesem Tag den Angriff fort, nachdem Generaloberst v. Rundstedt am 24.Mai einen von Hitler bestätigten Haltebefehl erteilte. Die Gründe für diesen Anhaltebefehl sind in der historischen Forschung bis heute umstritten. Am 4. Juni wurde die Evakuierung abgeschlossen, es nahmen etwa 900 Seefahrzeuge daran Teil. Über 337.000 Soldaten, davon 110.000 Soldaten der französischen Armee, und damit fast das gesamte britische Expeditionskorps konnten trotz heftiger Angriffe durch Bomber der deutschen Luftwaffe evakuiert werden. Aus heutiger Sicht stellte der Haltebefehl, der die Evakuierung in diesem Maße ermöglichte, einen schweren taktischen Fehler dar. Die Fähigkeit, den Krieg fortzusetzen, wäre durch den Verlust der britischen Expeditionsarmee für England deutlich schwieriger geworden. 4. Juni Als sich die Briten zurückzogen, bereitete sich Frankreich auf die Verteidigung vor. Fall Gelb, so der deutsche Deckname für den Feldzug in Frankreich, begann am 5. Juni mit einer deutschen Offensive an der Aisne und der Somme. Am 9. Juni überschritten Soldaten der 6. Infanteriedivision die Seine. Mussolini beschloss am 11. Juni in den Krieg gegen die beiden Westalliierten einzutreten. Am 14. Juni besetzten Teile der 18. Armee die französische Hauptstadt Paris. Um die Stadt nicht zum Kriegsschauplatz werden zu lassen, wurde sie zuvor von den Franzosen geräumt. Gleichzeitig durchbrach die Heeresgruppe C die Maginot-Linie und die symbolträchtige Festung Verdun konnte ebenfalls eingenommen werden. Am 17. Juni erklärte Henri Philippe Pétain, Ministerpräsident der neu gebildeten französischen Regierung, die Niederlage Frankreichs. Am 21. Juni wurden die französischen Unterhändler im Wald von Compiègne von Hitler empfangen. Zur Unterzeichnung der, vergleichsweise maßvollen, Waffenstillstandsbedingungen kam es gegen Abend des 22. Juni 1940. Der deutsch-französische Waffenstillstand trat erst am 25. Juni um 01:35 Uhr in Kraft. Damit die französische Flotte nicht in deutsche Hände fallen konnte, nahmen die Briten am 3. Juli den algerischen Hafen Mers-el-Kebir unter Beschuss, in dem ein Teil der französischen Kriegsflotte stationiert war. Nur sechs Wochen und drei Tage hatte der Blitzkrieg im Westen gedauert. Er forderte das Leben von über 135.000 alliierten und etwa 46.000 deutschen Soldaten. Frankreich wurde in zwei Zonen geteilt: der Norden und Westen Frankreichs war von den Deutschen besetzt. Hier befanden sich wichtige Flugfelder und Marinebasen für den Krieg gegen Großbritannien. Die Häfen am Atlantik, insbesondere Brest wurden die wichtigste Operationsbasis der deutschen U-Boote. Der östliche und südliche Teil Frankreichs blieben unter französischer Kontrolle. Henri Philippe Pétain regierte von Vichy aus den Rest Frankreichs als Marionettenstaat des deutschen Reichs (Marschall Pétain wurde als Kollaborateur nach dem Zweiten Weltkrieg zum Tode verurteilt, dann aber noch begnadigt). Charles de Gaulle (1890–1970) war Organisator des Widerstandes: „Führer des freien Frankreichs“ vom Exil in London aus.

Die Luftschlacht um England 1940/41

Hauptartikel: Luftschlacht um England Luftschlacht um England Erklärtes Ziel Deutschlands in der Luftschlacht um England war die Vorbereitung einer Invasion Englands (Unternehmen Seelöwe), vor allem durch die Vernichtung der Kampfkraft der Royal Air Force. Hitler hoffte jedoch, England zur Einstellung der Kampfhandlungen zwingen zu können, ohne die Invasion tatsächlich durchführen zu müssen. In den zwei Jahren zwischen dem Münchner Abkommen und der Luftschlacht um England arbeiteten die Briten fieberhaft am Aufbau einer modernen Jagdwaffe. Allein in den drei Monaten vor Beginn der Luftschlacht konnten die britischen Fabriken über 1.400 Jagdflugzeuge fertig stellen. Um dem dringenden Personalbedarf nachzukommen, wurden Piloten aus dem Commonwealth, Frankreich, den USA, Polen und der Tschechoslowakei unter dem Befehl der Royal Air Force eingesetzt. Britische Flugplätze und Flugzeugfabriken wurden häufig von der Luftwaffe bombardiert. Unter anderem zählten auch Hafenanlagen zu den vorrangigen Zielen. Die deutschen Bomber erhielten Begleitschutz von Jagdflugzeugen, um die britischen Abfangjäger abzuwehren. Diese Schlacht führte auf beiden Seiten zu großen materiellen Verlusten, worauf sich die Luftwaffe ab Oktober 1940 größtenteils auf Nachtbombardements beschränkte. Entscheidend für die Niederlage der deutschen Luftwaffe war unter anderem auch die Fehlbewertung von Radartechnologie im Luftkrieg durch den Oberbefehlshaber der Luftwaffe Hermann Göring. Auf dessen Befehl hin wurden die deutschen Bomber vermehrt gegen britische Städte eingesetzt, um die Moral der britischen Bevölkerung zu brechen – ein Versuch, der katastrophale Schäden an Zivilbevölkerung und -gebäuden verursachte, aber ebenso wie der spätere Bombenkrieg der Alliierten gegen das Deutsche Reich in seinen Zielen erfolglos blieb, während die Royal Air Force ihre dadurch weitgehend verschont gebliebenen Radarstationen in Küstennähe zur präzisen und schnellen Ortung deutscher Luftstreitkräfte nutzen und diese so wesentlich effizienter bekämpfen konnten. Luftwaffenchef Göring betrachtete dies als eine Niederlage der deutschen Luftwaffe. Die deutschen Jägerpiloten wurden in der Folge von ihm der Feigheit bezichtigt. Göring erneuerte diesen Vorwurf im weiteren Verlauf des Krieges verschiedene Male, um Niederlagen der Luftwaffe zu erklären und von seinem eigenen Versagen als Kommandeur abzulenken. Bei den Bombardements von London und anderen englischen Städten wurden über 32.000 Zivilisten getötet.

Jugoslawien und Griechenland 1940/41

Hauptartikel: Balkankrieg (1940–1941) Mussolinis Großmachtambitionen waren bereits seit 1940 auf den Balkan gerichtet. Am 28. Oktober griffen italienische Verbände von der italienischen Kolonie Albanien aus Griechenland an. Italien hatte zuvor versucht, Bulgarien als Verbündeten zu gewinnen, was jedoch wegen der ablehnenden Haltung von König Boris III. misslang. Hitler war über den Angriff zuvor nicht unterrichtet worden. Auch hatte er Operationen in dem Gebiet gar nicht geplant, da es vermutlich seine Absicht war, mit Italien die Invasion Englands vorzubereiten. Das Ziel des Duce war es, Griechenland im Sturm zu erobern. Doch schon am 3. November gingen die Griechen erfolgreich zum Gegenangriff über. Bis zum 14. November gerieten die Italiener endgültig in die Defensive, so dass sie sogar bis über die Grenzen Albaniens zurückgedrängt wurden. Angesichts solcher Niederlagen des Achsenpartners erließ Hitler am 13. Dezember mit dem Unternehmen Marita Weisungen für einen Feldzug auf dem Balkan. Unternehmen Marita Anfang des Jahres 1941 versuchte das Deutsche Reich im Balkankonflikt zu vermitteln. So unterbreitete man Jugoslawien den Vorschlag, dem Dreimächtepakt beizutreten, was jedoch abgelehnt wurde. Griechenland verzichtete ebenfalls auf jeden Vermittlungsversuch, da seine Armee die italienischen Soldaten an jeder Front zum Rückzug zwingen konnte. Eine italienische Großoffensive am 9. März geriet zum Desaster. Am 27. März trat Jugoslawien schließlich dem Dreimächtepakt bei. Die Folge waren Demonstrationen und ein Putsch gegen die Regierung des Prinzregenten Paul, worauf der Beitritt wieder rückgängig gemacht wurde. Nun war der Balkanfeldzug nicht mehr aufzuhalten. Am 6. April überschritten Wehrmachtsverbände die Grenze nach Jugoslawien, und die Luftwaffen der Achsenmächte begannen Belgrad mit schweren Bombardements in Schutt und Asche zu legen. Der weitere Vormarsch erfolgte wie im Manöver. Bereits am 10. April war die kroatische Hauptstadt Zagreb besetzt. Belgrad fiel zwei Tage später unter dem Druck deutscher Panzerverbände. Am 17. April unterschrieben die jugoslawischen Befehlshaber schließlich die bedingungslose Kapitulation. Ebenfalls am 6. April begann der deutsche Feldzug gegen Griechenland. Anders als in Jugoslawien war der griechische Widerstand stellenweise ausgesprochen hart. Besonders in den Gebirgslagen und im Gebiet der stark verteidigten Metaxas-Linie stießen die Soldaten nur langsam und unter hohen Verlusten durch das bergige Nordgriechenland in das Landesinnere vor. Am 9. April fiel Saloniki. Gleichzeitig wurden die griechischen Heere in Ostmazedonien abgeschnitten und die Metaxas-Linie stärker bedrängt. Die griechischen Verstärkungen von der albanischen Front wurden bei ihrem Vormarsch durch die gebirgige Landschaft und von deutschen und italienischen Panzereinheiten sowie Luftangriffen behindert. Am 21. April mussten 223.000 griechische Soldaten kapitulieren. Die Briten, welche ebenfalls in Griechenland stationiert waren, bauten unterdessen eine Verteidigung an den Thermopylen auf. Diese wurde am 24. April überrannt, worauf die Alliierten eine amphibische Evakuierungsoperation einleiten mussten, in der 50.000 Soldaten nach Ägypten verschifft wurden. Am 27. April rückte die Wehrmacht schließlich in Athen ein. Am 25. April entschlossen sich die Führer der Achsenmächte zu einer Luftlandeinvasion der Insel Kreta (Unternehmen Merkur). Am Invasionstag brachten 593 Transportflugzeuge die deutschen Luftlandeeinheiten über Kreta. Diese bildeten durch ihre Fallschirme ein leichtes Ziel für die Luftabwehr, so dass viele Fallschirmjäger bereits im Flug getötet oder verwundet wurden. Die gelandeten Einheiten konnten zunächst auch keine Flugplätze für Nachschub und Verstärkungen (insbesondere Artillerie und Fahrzeuge) erobern. Außerdem gab es keine Funkverbindung zum deutschen Hauptquartier in Athen, da die Funkgeräte bei den Landungen zerstört wurden. Erst mit verstärktem Einsatz der Luftwaffe und einigen erfolgreichen Landungen auf umkämpften Flugplätzen stabilisierte sich die Situation für die Angreifer. Die Alliierten, darunter auch Neuseeländer und Australier, verteidigten Kreta eine Woche lang, bis sie sich dann mit etwa 17.000 Mann absetzten. Aufgrund der hohen Verluste beschloss Hitler, in Zukunft keine Luftlandungen mehr durchzuführen.

Der Russlandfeldzug 1941–1945

Hauptartikel: Russlandfeldzug 1941–1945 Russlandfeldzug 1941–1945 Russlandfeldzug 1941–1945 Der Balkanfeldzug hatte den Angriffszeitpunkt für einen Überfall auf die Sowjetunion um vier Wochen verschoben. Der Angriff fand nun erst am 22. Juni 1941 statt. Diese Verzögerung und ein ungewöhnlich früh einsetzender Winter führten dazu, dass der Vormarsch nicht wie geplant ablaufen konnte und das operative Ziel, das Erreichen der Linie Archangelsk-Astrachan, nicht erreicht wurde. Obwohl man auf deutscher Seite errechnete, dass die Versorgung der Wehrmacht nur bis zu einer Linie ermöglicht werden könnte, die entlang Pskow, Kiew und der Krim verlief, verlangte Hitler die Eroberung Moskaus im Rahmen eines einzigen, ununterbrochenen Feldzuges. Für den Überfall standen drei Heeresgruppen (Nord, Mitte, Süd) bereit. Die Heeresgruppe Nord (von Leeb) sollte die baltischen Staaten erobern und dann nach Leningrad vorstoßen. Auf der Heeresgruppe Mitte (von Bock) lag die Hauptlast. Sie sollte nach Moskau vorrücken und war entsprechend stark gerüstet. Die Heeresgruppe Süd (von Rundstedt) sollte die Ukraine erobern. Ebenfalls an dem Feldzug beteiligt waren Verbände aus befreundeten und eroberten Ländern der Achsenmächte. Auch vom besetzten Norwegen aus wurden Angriffe gegen die Sowjetunion unternommen. Sie zielten insbesondere auf Murmansk und die dortige Eisenbahnverbindung, die „Murman-Bahn“, sowie den Hafen. In den frühen Morgenstunden des 22. Juni 1941 begann der Vormarsch von 149 Divisionen (darunter alle motorisierten und gepanzerten deutschen Kräfte) über die sowjetische Grenze. Zwei Divisionen operierten von Finnland aus, acht Divisionen waren in Norwegen stationiert, eine Division stand in Dänemark, 38 verblieben im Westen. Zwei Divisionen kämpften in Nordafrika und sieben Divisionen standen im Balkan. Trotz vieler Hinweise war die untere und mittlere Führung der Sowjetunion nicht auf einen Angriff eingestellt. Viele der russischen Soldaten an der Grenze ergaben sich ohne Widerstand, während die motorisierten deutschen Truppen zunächst zügig vormarschieren konnten. In letzter Zeit findet die bereits von den Ideologen des Dritten Reichs nach der Invasion ausgestreute Präventivschlagthese, wonach die Rote Armee kurz vor einem Überfall auf Deutschland stand, auch unter Historikern Gehör. Die Fähigkeit der sowjetischen Streitkräfte, zum damaligen Zeitpunkt einen Angriff oder einen Krieg gegen Deutschland führen zu können, muss jedoch auch nach neueren Erkenntnissen stark bezweifelt werden. Zudem zeigen historische Aufzeichnungen, dass weder bei Hitler noch bei der Generalität Überlegungen, einem hypothetischen Angriff der Sowjetunion zuvorkommen zu wollen, eine Rolle spielten. Der Überfall auf die Sowjetunion war im Wesentlichen ein ideologisch verbrämter Eroberungs- und Vernichtungskrieg mit dem von Hitler bereits Jahre zuvor formulierten Ziel der Gewinnung von „Lebensraum im Osten“. Erst am 29. Juni fasste sich die sowjetische Führung und rief den „Großen Vaterländischen Krieg“ aus. Kurz zuvor waren bereits Minsk in der Kesselschlacht bei Minsk und Bialystok eingeschlossen und wenig später besetzt worden. Am 26. September fand die Schlacht von Kiew ihr Ende. Doch schon im Oktober begann es zu schneien und zu regnen. Daraufhin blieb die Offensive im Schlamm stecken und nur noch wenige Gebietsgewinne waren zu verzeichnen. Der Angriff auf Moskau blieb wegen der sich versteifenden sowjetischen Gegenwehr stecken. Am 5. Dezember setzte eine sowjetische Gegenoffensive mit frischen Einheiten aus Sibirien unter General Schukow ein, wodurch an eine Einnahme der Hauptstadt nicht mehr zu denken war. Nach dem sowjetischem Angriff am 25. Juni versuchte Finnland, im Fortsetzungskrieg mit deutscher Unterstützung, die im Winterkrieg an die Sowjetunion verlorenen Gebiete in Karelien zurückzuerobern. Nachdem es dieses Ziel im Sommer 1941 erreicht hatte, blieb Finnland jedoch nicht defensiv, sondern fuhr bis in den Dezember fort, umstrittene, aber nie zuvor finnisch gewesene karelische Gebiete zu besetzen. Die Rote Armee hatte sich neu organisiert. Die Kriegsproduktion wurde, unerreichbar für die deutsche Luftwaffe, hinter den Ural verlegt. Neue Soldaten kamen nun aus den fernen Ländern des sowjetischen "Reiches". Am 16. Dezember gab Hitler den Befehl zum Halten. Bis zum Ende des Jahres wurde die Wehrmacht jedoch weiter zurückgedrängt. Ural In den Frühjahrsschlachten des neuen Jahres konnte am 28. Mai Charkow in einem Vernichtungssieg erobert werden. Zwischen 15. und 21. Mai fanden die Kämpfe ihr Ende. Am 2. Juni