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| Rohstoffe Der Erde |
Rohstoffe der Erde
Als Rohstoffe werden in menschlichen Zivilisationen Materialien bezeichnet, die noch keine Bearbeitung erfahren haben.
Rohstoffe bilden die Grundlage der Industriegesellschaft.
Sie stammen entweder aus der lebenden Natur (Agrarprodukte, Holz) oder werden aus der Erdkruste (zum Beispiel Erze), von der Erdoberfläche oder aus dem Meer gewonnen.
Geschichtliche Entwicklung
Die ältesten von Menschen bearbeiteten oder hergestellten Gegenstände stammen aus der belebten Natur: Knochen, Holz, Pflanzenfasern.
In der Steinzeit findet man den Handel mit begehrten Steinsorten, die sich zur Herstellung von Steinwerkzeugen eigneten.
Der Beginn der nicht Sesshaftigkeit ging mit der Entwicklung der Töpferei und der Metallgewinnung- und verarbeitung (Bronze, Silber, Gold, Kupfer, Zinn, Eisen) einher. Salz wurde ebenfalls in größerem Umfang gewonnen.
Seit der industriellen Revolution und mit wachsenden Kenntnissen in der Geologie und Chemie wurden immer mehr Rohstoffe entdeckt und genutzt. Eine gewichtige Rolle spielt dabei inzwischen die Werkstofftechnik, deren Ergebnisse stetige Optimierungen und Neuentwicklungen zulassen.
Materielle Rohstoffe
Energieträger
Eine wichtige Gruppe der Rohstoffe sind die Energieträger Kohle, Erdöl, Erdgas und Uranerze, aber auch Holz, die insbesondere bei der Energieerzeugung eine bedeutende Rolle spielen. An erster Stelle ist hier die Gewinnung elektrische Energie zu nennen und die dabei anfallende Abwärme mit der Möglichkeit zu Nutzung als Heizenergie in Form von zum Beispiel Fernwärme.
Erze
Eisenerz ist einer der wichtigsten Rohstoffe der Menschheit. Das daraus gewonnene Eisen dient als Rohstoff für die Stahlgewinnung. Bei fast allen übrigen Metallen - Gold wird gediegen gewonnen - sind entsprechende Erze die ursprünglichen Rohstoffe.
Sedimente
Aber auch Ton, Sand und Kies sind im Hoch- und Tiefbau mengenmäßig bedeutsam.
Syntheseausgangsstoffe
Erdöl und Erdgas sind bedeutende Rohstoffe in der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Sie finden Verwendung bei der Herstellung von Zwischenprodukten, Chemikalien, Kunststoffen, Farben, Lacken, Folien, Kautschuk, Fasern, Medikamenten usw.
Veredelte Rohstoffe
Veredelte Rohstoffe sind Ausgangsstoffe für bestimmte Industrien. Was Kautschuk für die Reifen- und Gummiindustrie ist, das sind Stahl, Aluminium und Kunststoffe für die Autoindustrie. Dabei müssen Rohstoffe unbedingt von den Hilfs- und den Betriebsstoffen unterschieden werden.
Nachwachsende Rohstoffe
Nachwachsende Rohstoffe sind eine weitere wichtige Gruppe. Dazu gehören unter anderem Holz, Baumwolle, Mais, Sisal und Hanf. Um daraus Treibstoffe für Kraftfahrzeuge zu gewinnen, werden beispielsweise Raps oder Zuckerrohr angebaut.
Ein besonderes Problem in der aktuellen Debatte spielt mehr denn je die Rohstoffknappheit.
Weblinks
- [http://www.energie-fakten.de/html/rohstoffe.html Welche Auswirkungen hat eine weltweite Verteuerung von Rohstoffen auf die künftige Entwicklung der Energieversorgung?]
siehe auch: Edukt, Lagerstätte
Kategorie:UmweltschutzKategorie:Bilanzrecht
Kategorie:Rechnungswesen
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simple:Natural resource
ZivilisationAls Zivilisation (von lat. civis = Bürger) wird ein geschichtlicher Zeitabschnitt oder eine menschliche Gesellschaft bezeichnet.
Definition
Der Begriff Zivilisation ist von dem im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegten Adj. zivil
(bürgerlich, von lat. civis) abgeleitet. Er bezeichnet die durch Fortschritt von Wissenschaft und Technik geschaffenen (verbesserten) Lebensbedingungen. Im 18. Jahrhundert benutzte man im Französischen die Idee der Zivilisation als Gegensatz zum Begriff "Barbarei". So konnten nichteuropäische Gesellschaften als unzivilisiert charakterisiert werden. In den romanischen und angelsächsischen Sprachen werden die Begriffe Kultur und Zivilisation anders als im Deutschen gebraucht. Die Geschichtswissenschaft versteht unter Kulturen grossräumige und langlebige Gebilde, die eine grosse Prägekraft entwickeln, obwohl sie häufig eine Vielzahl von Erscheinungsformen und Entwicklungsstufen aufweisen.
Die heutige Definition von Zivilisation in der internationalen Politik versteht diese bildlich vorgestellt als "Kulturdach" für mehrere ähnlich gelagerte Kulturen, die geographisch nicht aneinander gebunden sein müssen. Staaten einer Zivilisation teilen eine Weltanschauung.
Kultur wird in diesem Zusammenhang definiert als lokalbegrenzte, sinnstiftende Produktion von gemeinsamen Werten und Normen.
Unterschieden werden folgende Zivilisationen:
1. Westen, 2. Islam, 3. Konfuzianismus, 4. japanische Zivilisation, 5. Latino-Amerikanismus, 6. orthodox-slavische Zivilisation 7. Hinduismus 8. Afrikanische Zivilisation (Afrika kann in dieser Definition nur beschränkt als Zivilisation gesehen werden, weil die einzelnen Kulturen sehr unterschiedlich gelagert sind und nur beschränkt eine gemeinsame identitätsstiftende Wirkung möglich ist)
Umgangssprache
Zivilisation, einem Volk oder einer bestimmten Menschheit zugesprochen, umreißt:
- Lebensbedingungen, die durch
- arbeitsteilige Wirtschaft,
- ein gewisses technisch-mechanisches Entwicklungsniveau,
- eine geordnete Verwaltungsstruktur
- und einen gewissen materiellen Wohlstand gekennzeichnet sind,
- und einen Verzicht auf den eigenen Stolz
- und mitunter eine wertenden Begrifflichkeit:
- positiv im Sinne von »Gesittung« und »Lebensverfeinerung« = zivilisiert im Gegensatz zur Barbarei
- negativ abgesetzt von Kultur, historisch anfangs des 20. Jahrhunderts, um "deutsche Kultur" gegen "welsche (französische) Zivilisation" auszuspielen, in jüngerer Zeit dann, wenn eine Gesellschaft nur noch auf Funktionalismus, Nützlichkeitsdenken, Komfort und übertriebene Technisierung ausgerichtet ist.
Der Beginn der Zivilisation wird oft in den frühen Hochkulturen gesehen. Durch die Sesshaftigkeit infolge der Landwirtschaft waren nun mehr Menschen als jemals zuvor an einem Ort über längere Zeit gebunden. Hieraus ergaben sich neue Regelungen für das Zusammenleben: Religion, Herrschaft, Kultur, etc., welche die Wiege der Zivilisation bilden.
Politischer Kampfbegriff
"Zivilisation" wird spätestens seit dem 19. Jahrhundert als politischer Kampfbegriff gebraucht.
Karl Marx
Karl Marx analysiert dies in seiner Schrift Der Bürgerkrieg in Frankreich. Er zitiert den Anführer der Konterrevolution gegen die Pariser Kommune Thiers: „Ich habe Ihnen vor einigen Tagen gesagt, wir näherten uns dem Ziele; heute komme ich Ihnen zu sagen – das Ziel ist erreicht. Der Sieg der Ordnung, Gerechtigkeit und Zivilisation ist endlich gewonnen.“ Und kommentiert: "Und das war er. Die Zivilisation und Gerechtigkeit der Bourgeoisordnung tritt hervor in ihrem wahren, gewitterschwangern Licht, sobald die Sklaven in dieser Ordnung sich gegen ihre Herren empören. Dann stellt sich diese Zivilisation und Gerechtigkeit dar als unverhüllte Wildheit und gesetzlose Rache. Jede neue Krisis im Klassenkampf zwischen dem Aneigner und dem Hervorbringer des Reichtums bringt diese Tatsache greller zum Vorschein. Selbst die Scheußlichkeiten der Bourgeois vom Juni 1848 verschwinden vor der unsagbaren Niedertracht von 1871. Der selbstopfernde Heldenmut, womit das Pariser Volk – Männer, Weiber und Kinder – acht Tage lang nach dem Einrücken der Versailler fortkämpften, strahlt ebensosehr zurück die Größe ihrer Sache, wie die höllischen Taten der Soldateska zurückstrahlen den eingebornen Geist jener Zivilisation, deren gemietete Vorkämpfer und Rächer sie sind. Eine ruhmvolle Zivilisation in der Tat, deren Lebensfrage darin besteht: wie die Haufen von Leichen loswerden, die sie mordete, nachdem der Kampf vorüber war!"
Kolonialismus
In Tage in Burma lässt George Orwell seine Hauptfigur, den Händler Flory, ausrufen: "Ich bin hier um Geld zu verdienen wie alle anderen. Wogegen ich mich wende, ist nur der schleimige Quatsch von der Bürde des weißen Mannes. [...] die Lüge, daß wir hier sind, um unsere armen schwarzen Brüder emporzuheben, statt sie auszurauben. [...] Das immer währende Gefühl, ein Schleicher und Lügner zu sein, quält uns und treibt uns, uns Tag und Nacht zu rechtfertigen. Der Hälfte unserer Gemeinheit gegen die Eingeborenen liegt das zugrunde."
Einschlägiges Zitat:
"Zivilisation, Zivilisation, Stolz der Europäer ... Wonach du auch strebst, was du auch tust, immer bewegst du dich in der Lüge. Bei deinem Anblick fließen die Tränen, schreit der Schmerz. Du bist die Gewalt, die vor dem Recht gilt. Du bist keine Fackel, sondern eine Feuersbrunst. Alles, was du anrührst, verzehrst du." (Rabindranath Tagore)
Zusammenprall der Zivilisationen
Auch in der Gegenwart wird Zivilisation als politischer Kampfbegriff gebraucht, wenn ihn Samuel Huntington in The Clash of Civilizations zu Prognose eines weltweiten Konfliktes benutzt. Wenn der Gegensatz zwischen dem Westen und der islamischen Zivilisation der entscheidende wäre, dann kann es natürlich kein anderer sein, z.B. nicht der zwischen Arm und Reich.
Bei solcher Auffassung intensiver sozialer Konflikte verliert die "Zivilisation" dann auch leicht ihre umgangssprachliche Bedeutung von "zivilisierten" Umgangsformen. Praktisch rechtfertigt sie Kampfformen, die Krieg bis hin zur brutalen Unterdrückung rechtfertigen können.
Bassam Tibi schrieb in »Krieg der Zivilisationen« eine eigene Ausdeutung der Huntington'schen Thesen. Gazi Çağlar weist ihnen in „Der Mythos vom Krieg der Zivilisationen“ nach, dass beide zyklischen Geschichtsphilosophien anhängen und in direkter Nachfolge Oswald Spenglers stehen. [http://www.jungewelt.de/2002/07-04/021.php]
Norbert Elias hat (zuerst 1939 in Über den Prozess der Zivilisation) die "Zivilisation" analytischer auf das Sinken der Gewaltbereitschaft und auf das Vorrücken der Schamschwelle konzentriert, die beide seit dem Mittelalter im Zuge der "Verhofung" des alten Burg- und Landadels an den Höfen der ihre Macht konzentrierenden Monarchen - besonders in Frankreich - zu beobachten waren. Dieses folgte im Wesentlichen der Entstehung der stehenden Söldnerheere und ihrer Finanzierung durch ein sich modernisierendes monetäres zentrales Steuerwesens (anstelle von Naturalabgaben). Die neue Heeresverfassung machte die unzuverlässigen feudalen Heere des Adels überflüssig, da sie dank der Steuern auch bezahlt werden konnte, die wiederum der Adel nicht erheben konnte und relativ zur Zentralmonarchie verarmte. Der König (am gewandtesten Ludwig XIV.) eröffnete dann den Adeligen am Hofe neue Karrierechancen, wo sie statt auf Faustrecht auf Courteoisie und höfisches Intrigieren umgeschult wurden, also auf psychologischen Scharfblick, und aus Schlägern mit Schwertern Hofleute mit Galanteriedegen wurden. Das Ganze war ein von niemandem geplanter strukturierter Prozess sozialen Wandels (eine Figuration), in dem sich raubritterliche Brutalität zusehend als unpraktisch erwies (Duellverbote!) und die Manieren sich verfeinerten. Diese Sitten wurden dann zumal auch vom Bürgertum kopiert (vgl. Gabriel Tarde) und veränderten die Gesellschaft insgesamt, zivilisierten sie.
Siehe auch
- Soziologie
- Triebverzicht
- Wiege der Zivilisation, Kultur, Hochkultur
- Zivilisationsparadigmata:
- Oswald Spengler, Arnold Toynbee, Franz Borkenau, Norbert Elias, Samuel P. Huntington, Bassam Tibi
- Zivilisationskritik
Literatur
- Braudel, Fernand: Die Geschichte der Zivilisation. 15. bis 18. Jahrhundert. Zürich 1971, ISBN 3463136848
Weblink
- http://www.111er.de/lexikon/begriffe/zivilisa.htm
Kategorie:Soziologie Kategorie:Politik
ja:文明
ko:문명
ms:Tamadun
IndustriegesellschaftDie Industriegesellschaft unterscheidet sich als Gesellschaftsform von anderen Gesellschaftsformen vor allem durch die Art der wirtschaftlichen Produktion und die daraus resultierenden sozialen Strukturen. Die dabei jeweils vorherrschende gesellschaftspolitische Ordnung bleibt bei dieser Begriffsdefinition unberücksichtigt.
Die Industriegesellschaft ist gekennzeichnet durch Industrialisierung sowie einen hohen Grad der Arbeitsteilung. Meist ist dies mit einer zunehmenden räumlichen Trennung von Arbeits- und Wohnstätten verbunden. Folge der Arbeitsteilung ist häufig eine Bürokratisierung von Staat, Gesellschaft und Produktionsbetrieben. In kapitalistisch orientierten Industriegesellschaften mit freien Märkten ist regelmäßig eine Konzentration des vorhandenen Kapitals bei wenigen Unternehmen zu beobachten, die ohne staatliche Gegenmaßnahmen zu oligopolistischen Strukturen und zur Aushöhlung der Marktwirtschaft führt.
Häufig wird die Industriegesellschaft als Zwischenstufe zwischen der Agrargesellschaft und der Dienstleistungsgesellschaft betrachtet; dies geht zurück auf eine Interpretation der Drei-Sektoren-Theorie von Fourastié und anderen. Diese wird heute aber wieder sehr kritisch diskutiert. Insbesondere hat der hohe technische Fortschritt im Dienstleistungsbereich eine Grundannahme dieser Theorie ausgehebelt, so dass die Schlußfolgerung, dass sich eine Industriegesellschaft quasi automatisch zur Dienstleistungsgesellschaft weiter entwickeln müsse, neu überprüft und modifiziert werden muss.
Beobachten lässt sich aber heute eine vermehrte Arbeitsteilung (bis hin zum Outsourcing) und daraus resultierend ein größerer Anteil des Dienstleistungsbereichs an der Wertschöpfung in hochindustrialisierten, marktwirtschaftlich orientierten Volkswirtschaften. Damit einher geht häufig auch eine Zunahme der Bürokratisierung der Gesellschaft.
Siehe auch: Gesellschaft, Dienstleistungsgesellschaft, Industrie, Volkswirtschaft, Wirtschaft
Weblinks
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D25614.html Artikel Industriegesellschaft] im Historischen Lexikon der Schweiz
Kategorie:Gesellschaftsmodell
Kategorie:Wirtschaft
Erdkruste
Die Erdkruste ist die äußerste Schicht der Erde, vergleichbar der Haut eines Apfels. Unter ihr liegen der feste bzw. zäh-plastische Erdmantel und darunter auf halbem Weg zum Mittelpunkt der Erdkern. Letzterer ist in einen flüssigen und einen inneren, festen Bereich unterteilt.
Die Erdkruste setzt sich aus einem Mosaik vieler Erdplatten zusammen, deren Bewegung (einige Zentimeter pro Jahr) in der Theorie der Plattentektonik beschrieben wird. Erdbeben entstehen, wenn sich Spannungen in der Erdkruste ruckartig abbauen.
Es werden zwei Typen von Erdkruste unterschieden: die kontinentale Erdkruste (Sial genannt, da sie, nebst Sauerstoff, hauptsächlich aus Silizium und Aluminium besteht) und die ozeanische Erdkruste (Sima genannt, da sie, nebst Sauerstoff, hauptsächlich aus Silizium und Magnesium besteht). Sie unterscheiden sich in ihrer Entstehung, in ihrer Zusammensetzung und in ihrer Dicke.
Ozeanische Erdkruste entsteht an auseinander driftenden Plattengrenzen am Meeresgrund (Mittelozeanische Rücken MOR), wo Magma austritt und erstarrt. Das hier entstehende ozeanische Erdkrustengestein, hauptsächlich aus Basalt (basisch) bestehend, hat eine relativ hohe Dichte, was mit der geringen Dicke der ozeanischen Erdkruste von 5-7 km einhergeht.
Kontinentales Erdkrustengestein, bestehend hauptsächlich aus Granit ("sauer", SiO2 >66%), ist das Endprodukt eines Prozesses, der weniger dichte Mineralien im Laufe der Erdzeit zur Erdoberfläche transportiert hat. Vulkanismus hat dabei eine bedeutende Rolle gespielt, aber auch Metamorphose und chemische Umwandlungen bei Verwitterungsprozessen, die zur Ablagerung von Sedimenten führen.
Die kontinentale Erdkruste hat eine Dicke von 30 - 60 km; wegen ihrer geringen Gesteinsdichte (Mittel 2,7 g/cm³) „schwimmt“ sie höher im Erdmantel als die dichtere ozeanische Kruste. Da sich Gesteine bei geologisch langsamen Bewegungen plastisch verhalten, hat sich im Laufe der Jahrmillionen fast ein Gleichgewicht eingestellt. Diese Isostasie und seismische Methoden zeigen, dass die Erdkruste unter Gebirgen 2x dicker ist als unter Ebenen.
93 der chemischen Elemente findet man in der Erdkruste mitsamt Ozeanen und Atmosphäre. Sauerstoff macht dabei mit 49,5 % (Gewicht) den größten Teil aus, gefolgt von Silicium mit 25,8 % und Aluminium mit 7,6%. Weitere wichtige Bestandteile: Eisen (4,7 %), Calcium (3,4 %), Natrium (2,6 %), Kalium (2,4 %), Magnesium (1,95 %). Alle anderen machen jeweils unter einem Prozent aus.
Ozeanisches Erdkrustengestein besteht hauptsächlich aus Basalt und Gabbro. Ozeanische Kruste entsteht laufend an den mittelozeanischen Rücken durch die Ozeanbodenspreizung. Dieser Prozess wird nach unserem heutigen Wissen durch Konvektionsströme im Erdmantel vorangetrieben. Zwei ozeanische Lithosphärenplatten weichen dabei typischerweise mit Geschwindigkeiten von einigen Millimetern bis Zentimetern im Jahr auseinander (Spreizungsrate).
Siehe auch: Geologie, Geophysik, Erdschwerefeld, Lithosphäre
Lithosphäre
Kategorie:Geologie
Kategorie:Erde
ja:地殻
ms:Kerak bumi
simple:Crust
th:เปลือกโลก
Erz
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Erze sind natürlich vorkommende Mineralaggregate von wirtschaftlichem Interesse, aus denen durch Bearbeitung ein oder mehrere Wertbestandteile extrahiert werden können. (Definition nach UK Institution of Mining and Metallurgy)
Die Geschichte der Menschheit ist seit langem auch mit der Gewinnung
von Stoffen aus der Natur verbunden. Stand zuerst nur die Gewinnung von Erden und Mineralen durch mehr oder wenig zufälliges Sammeln von frei vorkommenden Mineralen und Verwitterungsprodukten im Vordergrund, so wurde doch bald auch ein gezieltes Suchen und der Bergbau zur Beschäftigung des Menschen, die dann auch seine Sprache prägten.
Viele Begriffe wurden geschaffen, um Bilder zu vermitteln, einer davon war der Begriff Erz.
Definitionen
Es gibt unterscheidende Definitionen für den Begriff "Erz":
Historisch gesehen war der Begriff Erz immer mit metallischen Komponenten verbunden.
Historische Definitionen
Definition nach James F. Kemp 1909: Erz ist ein mehr oder weniger mit Gangart verwachsenes, metallhaltiges Mineral oder Mineralgemenge, das - vom Standpunkt des Bergmanns oder Aufbereiters betrachtet - mit Gewinn abgebaut, bzw. gewinnbringend weiterverarbeitet werden kann. Die Frage, ob ein Metall oder mehrere Metalle Gewinn abwerfen, scheint das einzig mögliche Kriterium zu sein, welches benutzt werden kann.
Weitere Informationen
Kategorie:Bergbau
Kategorie:Petrologie
Kategorie:Geologie
Welche Erze gibt es? wieviel Prozent Metall ist üblicherweise drin? Entstehung? Welches Bild wird mit dem Begriff vermittelt?)
Steinzeit
Als Steinzeit bezeichnet man im allgemeinen Sprachgebrauch den Zeitabschnitt der Menschheitsgeschichte, bevor die technische Nutzung von Metallen bekannt war.
Die Steinzeit ist die älteste Stufe des von dem dänischen Altertumsforscher Christian Jürgensen Thomsen und anderen seit 1830 propagierten Dreiperiodensystems, welches die Ur- oder Vorgeschichte in die Steinzeit, die Bronzezeit und die Eisenzeit unterteilt. Die Steinzeit selbst wird wiederum dreigeteilt in Paläolithikum (Altsteinzeit), Mesolithikum (Mittelsteinzeit) und Neolithikum (Jungsteinzeit).
Die Dreiteilung nach dem verwendeten Werkstoff ist weitgehend auf Europa und Teile Westasiens und Nordafrikas beschränkt. Für die Urgeschichte des südlichen Afrika gibt es eine eigene Terminologie (Early, Middle und Late Stone Age), die der europäischen Einteilung chronologisch und inhaltlich nur zum Teil entspricht, und in der Erforschung der amerikanischen Urgeschichte hat sich die Idee einer Periodisierung nach dem Kriterium des Werkstoffs überhaupt nicht niedergeschlagen.
Die Unterteilung des langen Zeitraums erfolgt zwangsläufig nur nach den Werkzeugfunden und den wenigen Knochenfunden. Das bedeutet natürlich auch, dass sich die Stufen nicht oder zumindest nicht zwangsläufig mit verschiedenen Entwicklungsstufen des Menschen parallelisieren lassen. Der Wechsel zwischen verschiedenen Entwicklungsstufen ging meist von einzelnen Gebieten aus, Überschneidungen mit vorherigen oder nachfolgenden zeitlichen Entwicklungen sind ebenfalls zu beachten.
Paläolithikum oder Altsteinzeit
Die Altsteinzeit dauerte etwa von vor 2.500.000 bis 8.000 v. Chr. und stellt damit den allergrößten Teil der Menschheitsgeschichte dar.
Altpaläolithikum
Late Stone Age
Per Definition beginnt die Steinzeit mit dem erstmaligen Gebrauch von Werkzeugen aus dem Material Stein durch den Menschen. Werkzeuge können so definiert werden, dass das Grundmaterial in irgendeiner Form zum Zwecke des Gebrauches verändert wurde. Demnach sind die Gerölle des Oldowan, die durch einige wenige Abschläge scharfe Kanten erhielten, die ersten so zu bezeichnenden Werkzeuge. Ob diese Veränderungen anfangs bewusst herbeigeführt wurden oder aber durch Zufall entstanden, wird sich wohl nie restlos klären lassen. Mindestens aber erkannte der frühe Mensch den Nutzen und tradierte wohl auch bald die Werkzeuge und deren Herstellungsmethoden. Die ältesten Funde des Altpaläolithikums finden sich in Afrika (Äthiopien) und sind etwa 2,5 Millionen Jahre alt, die ältesten europäischen Funde datieren auf etwa 1,5 Millionen Jahre und stammen aus Georgien. Wahrscheinlich waren frühe Formen des Homo (Homo erectus, Homo habilis) die Erzeuger, eventuell aber auch Australopithecinen. Für viele Jahrtausende änderte sich am Inventar wenig.
Vor etwa 600.000 Jahren entwickelte sich dann die Werkzeugkultur weiter, das Acheuléen mit seinen Faustkeilindustrien begann, wiederum zuerst in Afrika. Auch in diesem Zeitalter änderte sich sehr lange nichts, das Acheuléen lässt sich bis vor etwa 100.000 Jahren finden.
Erstmals wird im Altpaläolithikum das Feuer genutzt - eine wichtige Voraussetzung um auch kältere Regionen zu besiedeln und fleischliche Nahrung für die Verdauung des Menschen bekömmlicher zu machen.
Mittelpaläolithikum
Verdauung
Die Faustkeile des Acheuléen veränderten sich vor etwa 130.000 - 120.000 Jahren, wurden asymmetrisch (sogenannte Faustkeilmesser). Man spricht nun vom Mittelpaläolithikum und seiner ersten Stufe, dem Micoquien, zeitgleich entwickelte sich eine ganz neue Form der Werkzeugbearbeitung: Abschläge vom Kernstein wurden erzeugt, die kleiner und leichter waren und flexibler gehandhabt werden konnten (Moustérien mit Levalloistechnik). Im allgemeinen wird das Mittelpaläolithikum mit dem Neandertaler assoziiert, allerdings fanden sich seit etwa 90.000 auch anatomisch moderne Menschen (archaischer Homo Sapiens). Die Menschen waren weiterhin Jäger und Sammler, besonders das eiszeitliche Großwild wurde gejagt, zusammengesetzte Waffen (Holz und Stein, verbunden durch einen Klebstoff aus Birkenpech) und Feuer waren bekannt. Erste Kunstwerke (Löwenmensch) und Musikinstrumente (Flöten vom Fundort Geißenklösterle) entstanden, die Menschen begruben ihre Toten und gaben ihnen wahrscheinlich auch schon Grabbeigaben mit in die Gräber, was eine religiöse Vorstellung über ein Leben nach dem Tod impliziert. Holz-, Knochen- und Geweihgeräte wurden wahrscheinlich intensiv genutzt, leider hat sich davon fast nichts erhalten.
Jungpaläolithikum
Grabbeigaben
Der Beginn des Jungpaläolithikum wird heute etwa 40.000 Jahre vor unserer Zeit angesetzt. Erstmals kann man regionale Unterschiede in der Entwicklung feststellen - die es eventuell auch vorher bereits gab, die man aber anhand des Fundinventars nicht trennen kann. Lange, schmale Klingen und Messer tauchen im Aurignacien in Mittel- West- und Südeuropa auf, deren Träger nunmehr der moderne Mensch ist. Frühe Felsmalereien finden sich in Frankreich, Bestattungen sind erhalten. Auch Geräte aus organischer Substanz sind nunmehr weit häufiger überliefert. In Frankreich und Nordspanien findet man zeitgleich das Châtelperronien (bis vor etwa 34.000 Jahren), dessen Inventar neben den jungpaläolithischen Elementen wie beim Aurignacien (bis vor etwa 28.000 Jahren) auch noch eine deutliche Tradition der Levalloistechnik aus dem Mittelpaläolithikum aufweist. Manche Forscher sehen im Unterschied dieser beiden Kulturen auch den Unterschied zwischen Neandertaler und Homo sapiens (in der frühen Form als Cro-Magnon-Mensch oder Archaischer Homo Sapiens). In Ost- und Mitteleuropa kann man zeitgleich die Kulturen des Bohunicien und des Szeletien unterscheiden. Ab etwa 28.000 bis vor 21.000 Jahren findet sich das Gravettien, Fruchtbarkeitssymbole (oder Göttinen?) wie die Venus von Willendorf deuten auf religiöse Vorstellungen hin. In Frankreich, Spanien und Portugal dagegen verbreitet sich das Solutréen von etwa 22.000 bis 16.500 vor unserer Zeit, das sich durch Lamellen und flächenretuschierte Blatt- und Kerbspitzen auszeichnet. Felszeichnungen, gravierte Knochen und Figuren finden sich ebenso. Im Magdalénien, dem letzten Abschnitt der jüngeren Altsteinzeit geht die letzte Eiszeit langsam zu Ende. Typisch sind Klingenvarianten mit ersten Anzeichen der im Mesolithikum weit verbreiteten Mikrolithisierung. Die bekanntesten Höhlenmalereien (Höhle von Lascaux) stammen aus dem Magdalénien, ebenso eine zunehmende Zahl an kleinen, beweglichen Kunstwerken. Überreste von Zeltbauten fanden sich ebenso wie Lampen mit Docht, verbesserte Jagdwaffen und Schmuck, der bereits weit gehandelt wurde.
Mesolithikum oder Mittelsteinzeit
Die Mittelsteinzeit ist nicht eindeutig und aus sich selbst heraus definiert. Man kann sie mit Ende der Altsteinzeit beginnen lassen (also etwa ab 8.000 v. Chr.) und als Endpunkt den Beginn der Jungsteinzeit ansetzen. Diese beginnt aber in verschiedenen Weltgegenden zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten. So findet man in der Levante nur eine sehr kurze Übergangszeit bis etwa 6.000 v. Chr. , die hier auch nicht Mesolithikum, sondern Epipaläolithikum genannt wird. Im nacheiszeitlichen Mitteleuropa dagegen dauerte diese Phase bis etwa 4.500 v. Chr. Die Zeit ist vom Zurückweichen des Eises der letzten Eiszeit und der damit verbundenen Erwärmung des Klimas und einer entsprechenden Änderung der Flora und Fauna geprägt. Kennzeichnend für diese Epoche sind Kleingeräte aus Feuerstein (Mikrolithen), die als Teil komplexerer Werkzeuge (z.B. Sägen) verwendet wurden. Die Sesshaftigkeit nahm weiter zu. Anhand der wechselnden verschiedenen Mikrolithentypen können eine Reihe einzelner Kulturen und Gruppen definiert werden, die in der jüngeren Altsteinzeit einsetzende Differenzierung nimmt weiter zu. Eine frühe Nordeuropäische Kultur war die Maglemose-Kultur, eine andere bekannte Kultur war in der Spätphase z.B. die Ertebölle-Kultur. In der Übergangszeit finden sich erste Hinweise auf eine Neolithisierung: Intentioneller Anbau von Pflanzen, vereinzelte Tierhaltungen und erste Keramik.
Neolithikum oder Jungsteinzeit
Neolithisierung 1882 zur Definition der bandkeramischen Kultur benutzte.]]
Der Beginn der Jungsteinzeit wird heute über den Übergang von der aneignenden zur produzierenden Wirtschaftsweise (Neolithische Revolution) definiert, also dem Beginn von Viehhaltung und Ackerbau. Dieser Übergang erfolgte zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten, beginnend in Mesopotamien um 11.000 v. Chr., in Mitteleuropa um 5.500 v. Chr.. Manche Bewohner entlegener Regionen befinden sich noch heute technologisch in der Jungsteinzeit.
Einheitlich zu definierende regionale und zeitliche Kulturräume lassen sich nunmehr weit häufiger aus den archäologischen Funden bestimmen, als das in den vorhergehenden Epochen der Fall ist.
In Mitteleuropa beginnt das Neolithikum mit der Bandkeramik zwischen etwa 5.600 und 4.900 v. Chr. Auf deutschem Boden folgt die Rössener Kultur, weiter östlich die Stichbandkeramik. In Südosteuropa bilden sich eigenständige Kulturen bis hin zu den endneolithischen Kulturen von Vinča im serbisch-rumänischen Raum und Tisza in Ungarn.
Erste Versuche mit der Metallbearbeitung erfolgten im 8. Jahrtausend v. Chr., anfangs beschränkt auf gediegene Edelmetalle wie Gold, Silber und Kupfer und auf die Ausarbeitung von Schmuck. Für Werkzeuge oder Waffen waren diese weichen Metalle ohne Legierungen nicht geeignet.
Bekannte Funde von gut erhaltenen jungsteinzeitlichen Menschen sind u.a der Kennewick-Mann und Ötzi.
Übergang zum Metallzeitalter
Am Ende der Steinzeit begann der Übergang zur Verwendung eines grundlegend anderen Materials, des Metalls. Neue, bessere, Eigenschaften ermöglichten bisher unbekannte Nutzungsmöglichkeiten, erforderten aber auch eine weitaus komplexere Handhabung und Technologie sowie einen funktionierenden Fernhandel um an das begehrte Material zu kommen, das nicht überall vorhanden war. Diese Übergangsphase wird Kupferzeit, auch Chalcolithikum oder Äneolithikum genannt. Sie endet mit dem Beginn der Bronzezeit.
Viele Werkzeuge und Waffen wurden noch mit den bewährten Materialien hergestellt aber erste neue Formen tauchten auf. Grundlegende Metallbearbeitungstechniken wie der Metallguss wurden entwickelt. Durch den Guss war erstmals eine Serienfertigung gleichartig aussehender Werkzeuge möglich. Auch wurden erste Techniken der Prospektion und Gewinnung von Kupfererzen in offenen Gruben (Bergbau) entwickelt. Durch die Entwicklung der Verhüttung von Kupfer konnte der schnell entstehende Engpass an gediegenem Kupfer entschärft werden. Diese Technik wurde später auch zur Gewinnung von Zinn, Zink und Blei genutzt und legte die technologische Basis für die spätere Bronzezeit. Eine erste nachweisbare Hierarchisierung fand statt, Oberschichten begannen sich zu bilden, die den Abbau und die Verhüttung des Metalls kontrollierten und die nach ihrem Tod mit vielen wertvollen Grabbeigaben bestattet wurden.
Siedlungen in Mitteleuropa wurden tendenziell kleiner, dafür aber stärker befestigt. Sie lagen vor allem auf Anhöhen. Insbesondere im Mittelmeer-Raum führte die Entwicklung der Kupfertechnologie zu einem verstärkten Fernhandel. Ötzi hatte neben ansonsten jungsteinzeitlichem Gepäck auch bereits ein Kupferbeil bei sich.
Zeitliche Abgrenzungen
Die zeitliche Abgrenzung der einzelnen Epochen und Stufen der Steinzeit gestaltet sich schwierig. Das liegt vor allem an der Fundsituation, die abhängig ist von den geologischen Verhältnissen, der späteren Nutzung oder Überbauung des Geländes und anderem mehr. Die Stufengrenzen und Übergänge unterscheiden sich auch in verschiedenen Regionen. Manche Unterteilung tritt nur in bestimmten Gebieten auf. Eine Parallelisierung mit bestimmten Menschenarten ist oft nicht möglich. Trotz all dieser Schwierigkeiten hier der Versuch einer Übersicht:
- Altsteinzeit (Paläolithikum)
- Altpaläolithikum
- Afrika: 2.500.000 - 1.000.000 vor heute
- Oldowan 2.500.000 - 1.000.000 vor heute
- Acheuléen 1.500.000 - 200.000 vor heute
- Europa: 1.200.000 - 600.000 vor heute
- Protoacheuléen oder Abbevillien 1.500.000 - 600.000 vor heute
- Altacheuléen 600.000 - 350.000 vor heute
- Jungacheuléen 350.000 - 150.000 vor heute
- Spätacheuléen 150.000 - 100.000 vor heute
- Mittelpaläolithikum 125.000 - 35.000 v. Chr.
- Europa
- Micoquien 125.000 - 38.000 v. Chr.
- Moustérien 125.000 - 38.000 v. Chr.
- Blattspitzen-Gruppe 50.000 - 35.000 v. Chr.
- Szeletien 50.000 - 35.000 v. Chr.
- Nordafrika
- Atérien 40.000 - 18.000 v. Chr.
- Ibéromaurusien 17.000 - 8.000 v. Chr.
- Capsien 9.000 - 3.000 v. Chr.
- Jungpaläolithikum 35.000 - 8.000 v. Chr.
- Europa
- Aurignacien
- - Südost- und Mitteleuropa 45.000 - 25.000 v. Chr.
- - Frankreich und Spanien 30.000 - 25.000 v. Chr.
- Châtelperronien / Perigordien 35.000 - 30.000 v. Chr.
- Gravettien 26.000 - 19.000 v. Chr.
- Solutréen (Spanien und Frankreich) 19.000 - 16.000 v. Chr.
- Magdalénien
- - Südwestfrankreich und Nordspanien 16.000 - 9.500 v. Chr.
- - Deutschland 13.000 - 9.500 v. Chr.
- - Deutschland
- - Hamburger Kultur 13.000 - 12.000 v. Chr.
- - Federmessergruppe 10.000 - 8.700 v. Chr.
- - Bromme-Kultur 9.700 - 9.000 v. Chr.
- - Ahrensburger Kultur 9.500 - 8.500 v. Chr.
- - Dänemark
- - Hamburger Zeit 13.000 - 10.000 v. Chr.
- - Lyngby Kultur 10.700 - 10.000 v. Chr.
- - Bromme-Kultur 11.700 - 9.000 v. Chr.
- - Ahrensburger Kultur 9.000 - 8.000 v. Chr.
- Mittelsteinzeit (Mesolithikum) 8.000 - 4.000 v. Chr.
- Deutschland
- Beuronien 7.700 - 5.800 v. Chr.
- Maglemose-Kultur
- Duvensee-Gruppe 7.000 - 5.800 v. Chr.
- Oldesloer Gruppe 6.000 - 5.000 v. Chr.
- Dänemark
- Maglemose-Kultur 8.300 - 6.000 v. Chr.
- Gudenå-Kultur 8.000 - 4.000 v. Chr.
- Klosterlund 8.000 - 5.000 v. Chr.
- Kongemose 6.000 - 5.200 v. Chr.
- Ertebölle (ältere) 5.200 - 3.000 v. Chr.
- Nordskandinavien
- Fosna 9.000 - 2.000 v. Chr.
- Komsa 8.000 - 3.000 v. Chr.
- Askola um 7.500 v. Chr.
- Frankreich
- Sauveterrien 8.000 - 4.000 v. Chr.
- Tardenoisien 4.500 - 3.500 v. Chr.
- Campignien um 4.000 v. Chr.
- Spanien
- Azilien 8.500 - 5.000 v. Chr.
- Asturien (Kultur) 8.500 - 5.000 v. Chr.
- Nordafrika
- Natufien 12.000 - 7.000 v. Chr.
- Capsien 9.000 - 3.000 v. Chr.
- Jungsteinzeit (Neolithikum)
- West-, Mittel- und Nordeuropa
- Linearbandkeramik 5.500 - 4.500 v. Chr.
- Stichbandkeramik 4.900 - 4.500 v. Chr.
- Ertebölle-Ellerbeck-Kultur 5.000 - 4.300 v. Chr.
- Rössener Kultur 4.600 - 4.300 v. Chr.
- Michelsberger Kultur 4.300 - 3.500 v. Chr.
- Trichterbecherkultur 4.300 - 2.700 v. Chr.
- Kugelamphoren-Kultur 3.100 - 2.700 v. Chr.
- Schnurkeramik 2.800 - 2.400 v. Chr.
- Glockenbecherkultur 2.500 - 2.200 v. Chr.
- Dolchzeit 2.300 - 1.600 v. Chr.
- Dänemark
- Jüngstes Ertebölle 3.000 - 2.000 v. Chr.
- Streitaxtkultur 3.000 - 2.500 v. Chr.
- Dolchzeit 2.500 - 1.600 v. Chr.
- Schweden und Norwegen
- Streitaxtkultur/Bootaxtkultur 2.800 - 2.300 v. Chr.
- Frankreich
- Chasséen 4.600 - 2.400 v. Chr.
- Tardenoisien 4.500 - 3.500 v. Chr.
- Schweiz
- Cortaillod-Kultur 4.000 - 3.500 v. Chr.
Die Menschen der Steinzeit
Cortaillod-Kultur Als erste Menschen, die Werkzeuge nutzten werden Homo habilis und Homo rudolfensis, eventuell aber auch schon die Australopithecinen angesehen. Der ihnen nachfolgende Homo erectus hat sicher bereits Werkzeuge und Feuer genutzt. Letzterer lebte bis vor etwa 300.000 Jahren (allerdings wird die erst kürzlich entdeckte kleinwüchsige Art des Homo floresiensis, der noch vor ca. 12.000 Jahren auf der indonesischen Insel Flores lebte, ebenfalls dem Homo erectus zugerechnet). All diese Menschenarten sind dem Altpaläolithikum und seinen Geröll- und Faustkeilkulturen zuzurechnen. Hochrechnungen gehen davon aus, dass zu dieser Zeit auf der Erde nur wenige zehntausende Menschen existierten. Als Menschentypus des Mittelpaläolithikums schlechthin wird von vielen Forschern der Neandertaler angesehen, daneben existierten wohl parallel auch die Übergänge vom Homo erectus zum moderneren Menschen (wie Homo heidelbergensis, Homo antecessor, Homo rhodesiensis) und die ersten modernen Menschen vom Typ Cro Magnon. Am Beginn des Jungpaläolithikum lebten Neandertaler und moderner Mensch noch nebeneinander, manche Forscher sehen in den Kulturen des Aurignacien (Homo Sapiens) und dem etwa zeitgleichen Châtelperronien (Neandertaler) eine mögliche Unterscheidung auch in der materiellen Hinterlassenschaft, was allerdings umstritten ist. Vor etwa 30.000 Jahren starb der Neandertaler aus und überließ die Erde allein dem modernen Menschen, der Träger der weiteren Kulturen wurde.
Die materielle Kultur der Steinzeit
Nahrung
Nahrungsquelle der Jäger und Sammler war lange Zeit alles, was sich im natürlichen direkten Umfeld der Menschen finden liess: Pflanzen, Früchte, Samen, Wurzeln, Pilze genauso wie Honig, Eier, Fleisch (anfangs wohl hauptsächlich die Reste von verendeten oder durch Raubtiere erlegten Kadavern), Fisch und Weichtiere. Milch und Milchprodukte waren vor der Domestizierung von Weidetieren ebensowenig verfügbar wie die Zuchtformen von Obst, Gemüse und Getreide, die später zu Hauptnahrungsquellen wurden. Die Menschen lebten in kleinen Sippen, die mit ihrer Jagd-Beute im jahreszeitlichen Wechsel herumzogen. Moderne Untersuchungen haben ergeben, dass die steinzeitlichen Menschen etwa 2/3 ihrer Energie aus tierischer Nahrung bezogen und nur 1/3 aus pflanzlicher Quelle. Am Ende der letzten Eiszeit wandelte sich das Faunenbild komplett: Die bisher als Jagdbeute bevorzugten großen, kälteliebenden Tiere (wie Mammut, Wollnashorn) starben aus und kleinere, flinke Säugetiere wanderten aus wärmeren Zonen ein. Bereits im Mesolithikum wurden die ersten dieser Tierarten bei den nun ortsfester werdenden Behausungen gehalten. Pflanzliche Nahrung nahm nach und nach einen immer größeren Stellenwert ein, da sich aufgrund des verbesserten Klimas mehr derartige Nahrung finden liess. Eine der größten Erfindungen des Menschen und eine gewaltige Zäsur stellte die Neolithische Revolution dar - der bewusste und gesteuerte Anbau von Nahrungsmitteln (Ackerbau) und die Viehzucht. Dies ermöglichte erst die wirklich dauerhafte Sesshaftwerdung, den Anbau von zusätzlichen Nahrungsmitteln, die Bevorratung der Überschüsse oder den gezielten und weitreichenden Handel damit und nicht zuletzt eine Bevölkerungsexplosion, weil mehr Menschen satt werden konnten. Eine weitere Folge war die Ausbreitung des Menschen auch in bis dahin unbesiedelte Gebiete.
Unterkunft
In Gebieten, in denen aufgrund der geologischen Voraussetzungen Höhlen zu finden sind, wurden diese seit frühester Zeit als Unterschlupf genutzt. Ansonsten wurden für das Altpaläolithikum bisher nur künstliche Steinkreise gefunden, die als Reste von Behausungen gedeutet werden können. Dabei wurden wohl bereits vor zwei Millionen Jahren Äste oder kleine Stämme durch Steine befestigt und bildeten eine kurzzeitig bewohnte Unterkunft. Die älteste Hütte Europas ist etwa 600.000 Jahre alt und wurde in Przletice (bei Prag) gefunden, die in Terra Amata bei Nizza in Frankreich haben ein Alter von etwa 500.000 Jahren und in Bilzingsleben von etwa 370.000 Jahre.
Im Mittelpaläolithikum findet man Hütten von Mammutjägern aus Knochen und Stoßzähnen, vermutlich in Verbindung mit Stangen und Fellen, mit Feuerstellen im Inneren. In der Grotte du Lazaret in Frankreich ist ein Hüttengrundriss etwa 35 Quadratmeter groß, besitzt zwei Feuerstellen und reichte als Unterkunft bereits für etwa zehn Personen.
Im Jungpaläolithikum tauchen Hüttengruben (Wohngruben) auf. Sie reichen von tief in den Erdboden eingegrabenen Gruben bis hin zu fast ebenerdigen Hütten. Sie enthalten meist Herdstellen und regelmäßig angeordnete Pfostenlöcher, die auf einen festen Oberbau hinweisen. Es wird angenommen, dass die Hütten zeltartige oder zelthüttenartige Formen aufwiesen.
Im Laufe des Neolithikums, mit den ersten Bauernkulturen um 10.500 v. Chr., gab es dann auch feste, dauerhaft besiedelte Wohnhäuser in Pfostenbauweise.
Keine Behausungen sondern Gräber und oder Kultstätten sind die besonders in Westeuropa zu findenden Megalithbauten und Dolmen.
Kunst und Kultur
Petroglyphen, Felszeichnungen, Felsmalereien und Höhlenmalereien
Dolmen
Petroglyphen sind auf das Trägermaterial Stein geritzte bildliche oder grafische Darstellungen. Eine wichtige und tiefe kulturelle und religiöse Bedeutung wird für die Gesellschaften angenommen. Zu finden sind sie auf allen Kontinenten. Die Bedeutung der Symbole ist noch weitgehend ungeklärt. Bekannte Fundstellen finden sich z.B. im Death-Valley-Nationalpark, dem Canyonlands-Nationalpark, Ayers Rock usw. Eine genaue Datierung ist oft schwierig, im allgemeinen ordnet man die Petroglyphen aber der Jungsteinzeit und den Metallzeiten zu.
Anders geartet, nicht eingeritzt, sondern mit Farbe aufgemalt, sind Felsmalereien oder Höhlenmalereien. Die künstlerischen Ausgestaltungen erhielten sich witterungsbedingt zumeist nur in Höhlen und spiegeln vor allem die religiösen Vorstellungen ihrer Erzeuger wieder. Als Farben wurden vor allem Ocker, Holzkohle sowie diverse Gesteine und Erze verwendet, als Bindemittel Wasser, Pflanzenharz und -säfte. Erstaunlicherweise zeigen viele Malereien bereits perspektivische Zeichnungen, die Gesteinsunterlage wurde in den Aufbau der Darstellung mit einbezogen, Wisch- und Sprühtechniken fanden bereits Verwendung. Bekannte Fundorte finden sich auch hier weltweit, so etwa fast 15.000 Felsbilder im Hochplateau von Tassili n'Ajjer in Algerien, dem Ayers Rock in Australien, der bekannten Höhle von Lascaux in Frankreich, oder der Höhle von Altamira in Spanien. Über die C-14-Methode lassen sich die ältesten derartigen Kunstwerke (über die Analyse der verwendeten Farben und Bindemittel) bis ins Aurignacien zurückverfolgen, also mehrere zehntausend Jahre vor heute.
Skulpturen
C-14-Methode
Erste dreidimensionale Skulpturen zeigten meistens weibliche Figuren mit stark hervorgehobenen Geschlechtsmerkmalen wie großen Brüsten und breitem Becken oder aber Jagdtiere. Hergestellt wurden sie aus Stein und Ton, wahrscheinlich aber auch leichter vergänglichem Material wie Holz oder Knochen. Dabei wurden manche Details bei den weiblichen Statuetten nicht oder fast nicht ausgeführt, so etwa Gesichter, Arme und Beine. Die Forschung interpretiert die Darstellungen als Fruchtbarkeits-Göttinen (Erdmutter), eventuell auch als Hinweis auf ein vorherrschendes Matriarchat, sicher aber sind es keine realen Portraits. Man kann davon ausgehen, das die durchschnittliche normale Steinzeitfrau keine Chance hatte, derartige ausgreifende Formen anzunehmen.
Die gefundenen Tierfiguren dagegen weisen oft einen erstaunlichen Naturalismus auf, oft wurden sie etwa in Fluchthaltung oder im Augenblick des tödlichen Treffers dargestellt. Hier deuten die Forscher die Figuren als Objekte zur Beschwörung des Jagderfolges.
Eine der bekanntesten jungpaläolithischen Skulpturen ist die im heutigen Österreich gefundene und etwa 11 cm hohe Venus von Willendorf. Daneben finden sich auch gravierte Knochen, deren Deutung aber meist nicht gelingt. Darstellungen von Männern finden sich weitaus seltener, was wohl nicht nur auf die Erhaltungsbedingungen zurückzuführen ist. Diese Figuren weisen auch keine geschlechtsspezifischen Ausprägungen auf wie die weiblichen, Phallussymbole als Skulpturen treten erst in späteren Zeitaltern auf, sehr wohl fanden sich aber jungsteinzeitliche Felsmalereien zu diesem Themenkreis.
Religion
Bereits die Menschen des Mittelpaläolithikum begruben offensichtlich ihre Toten. Auffällige Ansammlungen von Pollen können als Beigaben von Blumen oder allgemeiner Pflanzen gedeutet werden, Ocker als wertvoller Rohstoff wurde beigegeben, auch benutzte oder neue Werkzeuge fanden sich. Über die Vorstellungen über ein Leben nach dem Tod oder die religiösen Gefühle weiß man trotzdem so gut wie nichts, die Funde belegen aber gleichwohl derartige Vorstellungen. Moderne Schriftsteller haben mit der entsprechenden künstlerischen Freiheit diese Rituale und religiösen Vorstellungen ausgearbeitet. Rituale und religiöse Zeremonien - Fruchtbarkeitskulte, Regen- und Jagdzauber, Begräbnisriten, Heilungen usw. werden trotz der naturgemäß schwierigen Fundlage aber von der Forschung als sicher angenommen. Auch fanden sich bereits Musikinstrumente, Spuren deuten auf Tänze hin und Gesänge werden ebenfalls angenommen.
Tausch und Handel
Der Tausch von Nahrung, Material, Werkzeug im unmittelbaren Umfeld kann schon für die ersten Kulturen der Steinzeit angenommen werden. Wichtige Güter wurden bereits früh auch über weite Strecken gehandelt. Funde von Muscheln weit im Landesinneren werden als Teil von Schmuckstücken interpretiert, Feuerstein und andere zur Werkzeug- und Waffenherstellung geeignete Materialien als wichtigste Rohstoffe der Steinzeit überhaupt wurden sogar über richtige Handelsrouten gehandelt. Mit dem Entstehen von Hierarchien kann man von einem Handelsadel ausgehen, der mit den Gewinnen aus dem Handel in eine gehobene soziale Position aufstieg. Handel bedeutete auch - sogar in viel späteren Zeitaltern noch - den Handel mit Nachrichten, die Verbreitung von Innovationen und Moden.
Weblinks
- [http://www.kulturendersteinzeit.de.vu Kulturen der Steinzeit - kurze Beschreibung der wichtigsten Stufen]
- [http://www.archaeologie-online.de/links/154/155/index.php Archäologie Online Guide - sehr ausführliches weiterführendes Linkverzeichnis]
- [http://www.zeit.de/2005/28/Pal_8aogenom Paläogenetiker rekonstruieren das Genom des Neandertalers, ZEIT-Artikel]
- [http://www.wcurrlin.de/links/basiswissen/basiswissen_steinzeit.htm Basiswissen Steinzeit]
- [http://www.quarks.de/urmenschen/05.htm Jagdwaffen der Steinzeit, WDR-Seite]
- [http://www.landschaftsmuseum.de/seiten/lexikon/altsteinzeit.htm Einführung in die Altsteinzeit, Landschaftsmuseum Obermain Kulmbach]
Literatur
- Baur, Manfred, Ziegler, Gudrun: Die Odyssee des Menschen. Ullstein, 2001, ISBN 355007168X
- Bergemann, Johannes: Orientierung Archäologie. Rowohlt Tb., 2000, ISBN 349955612X
- Bernbeck, Reinhard: Theorien in der Archäologie. UTB, Stuttgart, 1997, ISBN 382521964X
- Eggert, Manfred K.H.: Prähistorische Archäologie. Konzepte und Methoden, UTB, Stuttgart, 2005, ISBN 3825220923
- von Freeden, Uta, von Schnurbein, Siegmar: Spuren der Jahrtausende. Theiss, Stuttgart, 2002, ISBN 3806213372
- Gersbach, Egon: Ausgrabung heute. Theiss, Stuttgart, 1998, ISBN 3806213798
- Gorys, Andrea, Gorys, Christel: Wörterbuch Archäologie. Marixverlag, 2004, ISBN 3937715290
- Henke, Winfried, Rothe, Hartmut: Menschwerdung. Fischer (Tb.), Frankfurt, 2003, ISBN 3596155541
- Henke, Winfried, Rothe, Hartmut: Stammesgeschichte des Menschen. Springer, Berlin, 1998, ISBN 3540648313
- Johanson, Donald C., Edgar, Blake, Brill, David: Lucy und ihre Kinder. Spektrum Verlag, 2000, ISBN 3827410495
- Leakey, Richard E.: Die ersten Spuren. Goldmann, 1999, ISBN 3442150310
- Mahlstedt, Ina: Die religiöse Welt der Jungsteinzeit. Theiss, Stuttgart, 2004, ISBN 3806218390
- Meller, Harald: Der geschmiedete Himmel. Theiss, Stuttgart, 2004, ISBN 3806219079
- Müller-Beck, Hansjürgen: Die Steinzeit. Beck Wissen, 2004, ISBN 3406477194
- Nawroth, Manfred, von Schnurbein, Rüdiger, Weiss, Rainer-Maria: Menschen, Zeiten, Räume - Archäologie in Deutschland. Theiss, Stuttgart, 2002, ISBN 3806217521
- Olson, Steve: Herkunft und Geschichte des Menschen. Berlin Verlag, 2003, ISBN 3827005000
- Probst, Ernst: Deutschland in der Steinzeit. C. Bertelsmann, München 1991, ISBN 3-570-02669-8
- Schmitz, Ralf W., Thissen, Jürgen: Neandertal. Spektrum Akademischer Verlag, 2002, ISBN 3827413451
- Schrenk, Friedemann: Die Frühzeit des Menschen. Beck Wissen, 2003, ISBN 3406480306
- Schrenk, Friedemann, Brommage, Timothy G.: Adams Eltern. Expeditionen in die Welt der Frühmenschen. Beck Wissen, 2002, ISBN 3406486150
- Versch.: Die Evolution des Menschen. Spektrum der Wissenschaft, 2004, ISBN 3936278652
- Wells, Spencer: Die Wege der Menschheit. Fischer (S.), Frankfurt, 2003, ISBN 3100894308
- Weniger, Gerd-Christian: Projekt Menschwerdung. Spektrum Akademischer Verlag, 2003, ISBN 3827414253
Siehe auch
Portal:Vor- und Frühgeschichte, Urgesellschaft, Hominisation
Kategorie:Zeitalter
ja:石器時代
ko:석기시대
nb:Steinalderen
Bronze
Bronze ist eine unmagnetische Legierung aus Kupfer (80-90 %) und Zinn.
Die Dichte beträgt 8,7g/cm³ bei einem Zinnanteil von 15% , der Schmelzpunkt variiert je nach Zusammensetzung und liegt meist knapp unter 1000° C.
Der Name Bronze leitet sich vom lateinischen Namen der süd-italienischen Stadt Brindisi, Brundisium ab, die in der Antike eine Hochburg der Bronzeverarbeitung und des Bronzehandels war.
Legierungen
Je nach Zusammensetzung unterscheidet man:
Glockenbronze
Die Glockenbronze besteht zu 78% aus Kupfer und zu 22% aus Zinn und ist sowohl für Glocken als auch für den Bau von Kanonen eingesetzt worden, es wurden in Kriegen oft Glocken eingeschmolzen.
Potin
Potin ist eine Bronzelegierung mit hohem Zinngehalt. Neben Kupfer und Zinn enthält diese Metalllegierung Silber, Blei und Spuren anderer Metalle.
Dieses Metallgemisch wurde von den Kelten zum Gießen von Potinmünzen benutzt.
Geschichte
Die Herstellung von Bronze selbst ist für Ägypten zuerst nachgewiesen (ca. 3500 v. Chr.). In China begann die Bronzezeit im 3. Jahrtausend v. Chr., spätestens während der Xia-Dynastie.
Bronze ist die erste Metall-Legierung, die vom Menschen gezielt hergestellt wurde. Im dritten Jahrtausend v. Chr. verdrängten Bronzewaffen und -werkzeuge die bis dahin gebräuchlichen Gerätschaften aus Stein oder Kupfer. Die Bronzezeit endete, als die Eisenverhüttung erfunden war, da Eisen noch härter als Bronze war und sich auch besser schleifen ließ.
Verwendung
Als Klangkörper
- Große Produktegruppen aus Bronze waren seit dem Mittelalter die Glocken und die Kanonen. Das Material wurde auch schon immer für Kunstgegenstände (Kunstguss) verwendet. Ehrenauszeichnungen, von Denkmälern und Skulpturen bis Medaillen, werden oft in Bronze gefertigt.
- Auch in der Musik spielt Bronze eine Rolle - so sind etwa Schlagzeugbecken (engl. cymbals) aus Bronze.
Als edles Metall
- Im Sport wird oft der dritte Platz mit einer Bronzemedaille gewürdigt, weshalb viele Menschen denken, Bronze sei den Edelmetallen zuzurechnen; ein Irrtum, der besonders durch den inflationistischen Sprachgebrauch in Sportreportagen gefördert wird.
- An besonderen Gebäuden wurden wertvolle Bronzetüren eingebaut, beispielsweise in Nowgorod.
Kategorie:Legierung
ja:青銅
ko:청동
Gold
Gold (von indogermanisch ghel: glänzend, (gelb) ) ist ein chemisches Element und ein so genanntes Edelmetall, das chemische Kürzel Au für Gold ist auf die lateinische Bezeichnung Aurum zurückzuführen. Gold besteht aus nur einem stabilen Isotop. Das Schwermetall ist weich wie Zinn und von bemerkenswerter Farbigkeit. Es wird von Säuren im Allgemeinen nicht angegriffen; eine Ausnahme bildet das Säuregemisch „Königswasser“, eine Mischung aus Salzsäure und Salpetersäure. In wässrigen Cyanidlösungen ist Gold leicht unter Aufnahme von Sauerstoff als Komplexverbindung löslich. In sauren hydrothermalen Lösungen ist Gold relativ gut physikalisch löslich. Des Weiteren löst es sich leicht in vielen Metallen zu Legierungen. Einige der ungewöhnlichen Eigenschaften wie die goldgelbe Farbe und hohe Duktilität, lassen sich nach neueren Berechnungen am besten mit dem relativistischen Effekt erklären.
Gold wird seit Jahrtausenden für Schmuck und in Form von Goldmünzen als Zahlungsmittel verwendet. Es gehört zu den Münzmetallen.
Goldsynthese
Gold entsteht bei Kernverschmelzungsprozessen in Supernovae.
Die seit Mitte des 20. Jahrhunderts von Menschenhand initiierten Kernverschmelzungs- und -spaltungsprozesse bestätigen die Machbarkeit des langgehegten Traumes der Alchimisten. Die Ausführung der Goldsynthese ist jedoch in Anbetracht der Ausbeute und Kosten vollkommen unwirtschaftlich.
So bezeichnet die Gewinnung von Gold eigentlich das Konzentrieren der natürlichen Vorkommen.
Gold als Mineral
Gold kommt in der Natur als gediegenes Mineral vor. Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem, hat eine Härte von 2,5 bis 3, eine sattgelbe Farbe, die entsprechend als "goldgelb" bekannt ist, und ebensolche Strichfarbe. In feiner Verteilung ist es je nach Korngröße gelblich, ockerbraun bis purpurviolett und wird dann als Goldpurpur bezeichnet. Mit zunehmender Temperatur verliert Feingold an Farbintensität und ist hellgelb glühend, bevor es schmilzt. Das geschmolzene Metall ist zitronengelb, leicht grünlich und erhält seine intensive gelborange Farbe erst wieder, wenn es vollständig abgekühlt ist.
Beimengungen von Kupfer lassen es rosa oder rötlich erscheinen, senken die Schmelztemperatur und steigern zugleich Härte, Festigkeit und Polierbarkeit beträchtlich. Steigende Silberanteile verändern die Farbe des reinen Goldes über hellgelb nach hellgrün und schließlich zu weiß; Schmelztemperatur und Härte verändern sich dabei nur sehr wenig. Die meisten Metalle, so auch die bekannten Platinmetalle, Quecksilber und die Eisenmetalle führen als Beimischungen dagegen in steigenden Anteilen zu einer Entfärbung in Form einer eher schmutziggelbgrauen bis grauweißen Legierung. Zugleich tragen sie aber auch zu einer erheblich größeren Härte und Festigkeit bei.
Da Gold ein relativ reaktionsträges Element ist, behält es gewöhnlich seinen Glanz und Farbe und ist daher in der Natur leicht zu erkennen. Es wird manchmal mit Quarz vergesellschaftet in Hydrothermaladern gefunden, zuweilen auch zusammen mit Kupfererzen.
Verwitterung und Erosion goldhaltiger Gesteine führen oft zur Ablagerung des relativ schweren Metalls am Boden fließender Gewässer. Dies kann zu relativ ausgedehnten Lagerstätten führen, die aus jedem geologischen Zeitalter stammen können.
Der Bestandteil an der Erdkruste ist mit etwa 0,01 ppm (entsprechend 0,000001 Prozent) extrem gering. Aufgrund des hohen Preises, der für echtes Gold gezahlt wird, lohnt sich die Ausbeutung jedoch schon bei relativ niedrigem Goldgehalt.
Vorkommen
Die Vorkommen sind über die ganze Welt verstreut; circa 40 Prozent des heute bergmännisch geförderten Golderzes kommen aus den USA, Südafrika und Australien.
Bisher wurden etwa 2/3 der bekannten Goldvorräte ausgebeutet. Die jährliche Förderung beträgt heute etwa 2300 Tonnen, etwa hundertmal mehr als im letzten Jahrhundert. Dies ist insbesondere auf die Verbesserung der Fördertechnik zurückzuführen, die wiederum durch die große Nachfrage nach Gold getrieben wurde. Inzwischen lohnt sich der Abbau von Gestein, das nur ein Gramm Gold pro Tonne Gestein enthält. So wurden auch alte Abraumhalden mittels neuer verfeinerter Goldgewinnungsmethoden nochmals ausgebeutet. Bedeutende Goldmengen fallen bei der Raffination anderer Metalle, wie Kupfer, Nickel oder der anderen Edelmetalle an, so dass unter Umständen erst diese "Verunreinigungen" ein Vorkommen interessant machen. In kleinen Mengen kommt Gold auch in Deutschland vor. So kann man zum Beispiel in Theuern im Thüringer Wald noch heute Gold waschen. Auch auf den Geröllbänken des Hoch- und Oberrheines wie beispielsweise bei Istein finden sich geringe Mengen, insbesondere Flitter. Deutschlands größte Goldlagerstätte mit historischem Goldbergwerk befindet sich im nordhessischen Korbach. Des weiteren sind in den Klärschlämmen der Städte bemerkenswerte Goldspuren enthalten, die von der Nutzung, Verarbeitung und Verschleiß von Goldlegierungen, (Abrieb von Zahnfüllungen, Schmuckkettenglieder, Verlust, etc.) stammen.
Klärschlämmen
In Europa sind die rumänischen Golderzvorkommen heute von wirtschaftlicher Bedeutung. Fast alle europäischen Flüsse führen Spuren von Gold mit sich. Die größte verfügbare Goldreserve ist jedoch das Salzwasser der Ozeane, worin es in geringsten Konzentrationen als Chlorid-Komplex gelöst ist. Dieses gigantische Volumen im Kubikkilometer-Maßstab stellt eine nicht uninteressante Größe dar und übertrifft das bisher bergmännisch geförderte Gold bei weitem. Nach dem ersten Weltkrieg versuchten einige deutsche Forscher, dieses Gold unter anderem durch elektrolytische Verfahren zu gewinnen. Wegen Unwirtschaftlichkeit wurden diese Versuche allerdings eingestellt. Nicht zu vergessen ist eine wichtige Quelle des Edelmetalls die Wiederverwendung aus alten edelmetallhaltigen Materialien, wie Elektronikschrott, Galvanikschlämmen, Pigmenten, Filterstäuben, Schlacken, Dental- und Schmuckverarbeitungsabfälle.
Das Angebot an Gold unterliegt starken Schwankungen, zum Beispiel ist die Balance von Angebot und Nachfrage auch durch spekulative Erscheinungen ständig in Bewegung. Auf internationale Entwicklungen zum Beispiel die Öffnung des Ostblocks, kriegerische Spannungen, aktuell die wirtschaftliche Entwicklung Asiens oder Änderung der Währungsparitäten zueinander, reagiert das Goldangebot/Nachfrage-Verhältnis dynamisch, zum Teil mit erheblichen Preisveränderungen.
Verwendung
Asien
Gold dient in Form von Goldmünzen und Barrengold als internationales Zahlungsmittel und wird von vielen Zentralbanken der Welt eingelagert, auch wenn heute die Stabilität einer Währung nicht mehr auf der Deckung durch Goldreserven beruht. Eine natürliche Anwendung findet Gold darüberhinaus in der Schmuckindustrie, die es zu Ringen, Ketten, Armbändern und anderem Schmuck verarbeitet. Der Edelmetallgehalt wird durch die Repunze beglaubigt.
Wegen seiner Korrosionsbeständigkeit und ästhetischen Qualitäten wird es in der Zahnheilkunde als Füll- oder Ersatzmaterial für kariöse Zähne eingesetzt. Auch die Elektronikindustrie setzt Gold aufgrund der Zuverlässigkeit der Eigenschaften, Korrosionsbeständigkeit und guten Verarbeitbarkeit ein: So werden Verbindungsdrähtchen zwischen Chips und ihren Gehäusebeinchen aus hochraffiniertem Feingold gefertigt, wobei sich beispielsweise ein Gramm des Edelmetalls problemlos zu einem Drähtchen von mehr als drei Kilometer Länge ausziehen lässt.
Goldfolie, auch Blattgold genannt, wird seit der Antike verwendet. Hergestellt aus hochgoldhaltigen Legierungen, wird es dünner als die Wellenlänge des sichtbaren Lichtes gewalzt und geschlagen. Im Auflicht glänzt es goldgelb, im Gegenlicht scheint grünlich-blau die Lichtquelle durch und bildet auch das Schlagmuster des Metalls ab, weshalb es auch meistens auf einer entsprechend präparierten Unterlage aufgetragen wird. Verwendet wird es, um nichtmetallischen Gegenständen, hier Bilderrahmen, Büchern (Goldschnitt), Mobiliar, Figuren, Architekturelementen, Stuck, Ikonen etc., das Aussehen von echtem Gold zu verpassen.
Gold reflektiert infrarote, rote und gelbe Wellenlängen des Lichts bedeutend besser als die energiereicheren blauen blauvioletten und ultravioletten Lichtstrahlen; deshalb werden wärmereflektierende Beschichtungen, Gläser, Optiken und Spiegel damit bedampft.
Im Speisenbereich dient es in Form von Blattgold und Blattgoldflocken als Lebensmittelfarbe E 175 zum Vergolden von Speisen, zum Beispiel für Überzüge von Süßwaren und zur Verzierung von Pralinen, und in Getränken, zum Beispiel Goldwasser. Metallisches Gold gilt als ungiftig.
Goldwasser
Goldverbindungen können zum Teil sehr giftig wirken. Die farblosen Goldcyanide und die zitronengelbe Tetrachlorogoldsäure zählen dazu. Einige Goldsalze werden heilend zur Rheumatherapie eingesetzt. Goldinjektionen wurden früher gegen Rheuma verabreicht; in neuerer Zeit jedoch verdrängen preigünstigere Medikamente eine Behandlung mit Gold. Allerdings hat med. Gold nebenwirkungen - es schädigt die Leber, das Blut und die Nieren, bei unsachgemäßer, bzw. nicht ärztlich-kontrollierter Einnahme.
Dekorativ findet Gold vielfältige Anwendungen, zum Beispiel in galvanischen Beschichtungen von Metallen und Kunststoffen. Auf Porzellanglasuren, Zahnersatzkeramiken und Glas lassen sich Goldpigmente einbrennen. Historisch war die Feuervergoldung von Metallen mit Hilfe der Gold-Quecksilber-Legierungen, so genannter Amalgame, nachweislich schon in der Antike die einzig brauchbare Methode, um dauerhafte Vergoldungen auf Silber, Bronze, oder anderen Unedelmetallen herzustellen. Diese Methode scheidet heute aufgrund der starken Giftwirkung der Quecksilberdämpfe aus. Die Feuervergoldung ist mittlerweile auf Grund gesetzlicher Bestimmungen zum Umwelt- und Gesundheitsschutz auch zur Restaurierung verboten. Mit der Entwicklung galvanischer Vergoldungsbäder im späten 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert wurde dieser Bereich in den Möglichkeiten qualitativ erweitert und ersetzt.
Goldpigmente wurden historisch in der Glasherstellung seit dem 16. Jahrhundert eingesetzt (Goldrubinglas), sind allerdings heute weitgehend durch preiswertere Verfahren ersetzt.
Geschichte
galvanischer
galvanischer
Gold zählt zu den ersten Metallen, die von Menschen verarbeitet wurden. Dies liegt einerseits daran, dass Gold die auffallende gelbe Farbe zeigt, sehr oft gediegen, also als Element in der Natur vorkommt und nicht erst aus Erzen chemisch isoliert werden muss.
Außerdem lässt sich Gold sehr gut mechanisch bearbeiten. Die leichte Legierbarkeit mit vielen Metallen, die moderaten Schmelztemperaturen und die günstigen Eigenschaften der Legierungen machten Gold als Werkstoff sehr attraktiv. Aufgrund seiner Farbigkeit, der Korrosionsbeständigkeit, der der Beständigkeit des Glanzes zugrunde liegt, und Seltenheit und auffallender Schwere, wurde es in vielen Kulturen vor allem für rituelle Gegenstände verwendet. Die Goldgewinnung begann vermutlich in der Kupferzeit. In Mitteleuropa lassen sich goldene Gegenstände seit dem Zweitem Jahrtausend vor Christus nachweisen. Es wurde etwa im Goldenen Hut von Schifferstadt oder der Himmelsscheibe von Nebra verarbeitet.
Seit alters her war Gold in Europa, Asien und Afrika sehr begehrt. Die Fahrt der Argonauten zum Goldenen Vlies nach Kolchis stellt die wohl früheste dokumentierte weite Seefahrt der Griechen dar.
Das Alte Testament spricht vom Goldenen Kalb, das sich die Israeliten als Götzenbild herstellten, während Moses die Zehn Gebote empfing, und vom Goldland Ophir. Die Gier nach Gold wurde zum Grund für Kriege und Eroberungszüge.
Die Ägypter beuteten Vorkommen in Oberägypten und Nubien aus. Die Römer ihrerseits nutzten Fundstätten in Kleinasien, Spanien, Rumänien und Germanien.
Der Traum der Alchemisten des Mittelalters war die Herstellung von Gold.
Auch in Südamerika und Mesoamerika begannen die Menschen schon früh mit der Goldgewinnung und Goldverarbeitung. So verfügten beispielsweise die Mochica in Peru bereits Anfang des 1. Jahrtausends über eine hochentwickelte Kultur der Goldverarbeitung, die die Legierungsbildung (Tumbago und Vergoldung) einschloss. Für rituelle Zwecke wurden Gegenstände von mehreren Kilogramm Gold hergestellt.
Die ersten Goldfunde in Mittel- und Südamerika lockten nach den Fahrten von Christoph Kolumbus europäische, insbesondere spanische Eroberer an, die die indigenen Kulturen zerstörten und das Gold in Galeonen nach Europa schafften. Spanien wurde so vorübergehend zur reichsten Nation Europas.
Immer wieder lockten Goldfunde große Mengen an Abenteurern an. Im 19. Jahrhundert kam es auf verschiedenen Kontinenten zu Goldrausch genannten Massenbewegungen in die Fundgebiete großer Goldmengen.
Beispiele sind der kalifornische Goldrausch im Jahre 1849 oder der Goldrausch 1897 am Klondike-River in Alaska. Auch in Australien und Südafrika kam es zum Goldrausch. Kaum einer der Goldsuchenden wurde jedoch durch bergmännischen Goldabbau oder Goldwäsche reich.
In den 1920er Jahren versuchte der Chemiker Fritz Haber Gold aus Meerwasser zu gewinnen. Die durchschnittliche Ausbeute war mit 0,004 Milligramm Gold pro Tonne Meerwasser jedoch zu gering für eine wirtschaftliche Verwertung. Auch heute führt der schwankende Goldpreis oft zu sozialen Verwerfungen: So hat der fallende Goldpreis zu einer starken Verarmung der Bevölkerung in Afrika geführt, die von der Goldproduktion lebt. Im brasilianischen Amazonasraum ist der informelle Goldabbau durch Garimpeiros oft mit schwerwiegenden sozialen und ökologischen Folgen verbunden.
Mit kerntechnischen Methoden kann man Gold in der Goldsynthese prinzipiell auch künstlich herstellen.
Wert
Garimpeiro
Die Reinheit von Gold wird historisch in Karat angegeben. 24 Karat entsprechen purem Gold (Feingold). Mit Einführung des metrischen Systems wurde die Umstellung auf Promille-Angaben vorgenommen.
So bedeutet der Stempeleindruck "750" in Goldschmuck, dass das Metall 750 von 1000 Gewichtsanteilen reines Gold enthält.
Die Reinheit kann aber auch mit einer Dezimalzahl angegeben werden, zum Beispiel als 0,995.
Der Preis des Goldes wird auf dem offenen Markt bestimmt, aber ein bestimmtes, unter dem Namen Gold Fixing in London bekanntes Verfahren, das 1919 erstmals angewandt wurde, ermöglicht die Herausgabe eines Goldpreises zweimal täglich.
Gold als Währung oder Währungsdeckung
Historisch wurde Gold als Währung eingesetzt. Eine Geldeinheit entsprach einer bestimmten Menge Gold. In Deutschland war während des Deutschen Reichs von 1871 bis 1918 das gesetzliche Zahlungsmittel die Goldmark, wobei einem Gramm Gold genau 4,20 Goldmark entsprachen. Dieses System konnte im Zuge des verlorenen ersten Weltkrieges und der damit verbundenen Reparationen nicht aufrecht erhalten werden.
Siehe auch Goldwährungssystem
Als Relikt aus dieser Zeit wird noch heute die Versicherungssumme und der Beitrag in der Gebäudeversicherung in Mark 1914 ausgedrückt und per Indexzahlen auf aktuelle Werte hochgerechnet.
Lange Zeit entsprach in den Vereinigten Staaten von Amerika eine Unze Gold 20,67 Dollar. Später, im Bretton-Woods-System wurde diese Äquivalenz auf 35 Dollar angehoben.
Am 17. März 1968 wurde der Goldpreis gespalten und ein zweigliedriges System wurde eingeführt. Der eine Preis konnte sich frei dem Markt anpassen, der andere war fix.
Am 21. Januar 1980 war der Preis auf einem Rekordhoch von 850 US-Dollar, am 21. Juni 1999 auf einem Tiefstand von 252,90 US-Dollar (London Fixing). Eine steigende Nachfrage ließ den Preis 2004 über die 420-Dollar-Marke ansteigen.Im Jahr 2005 stieg der Goldpreis weiter und erreichte im September mehr als 475 Dollar und im November mehr als 492 Dollar. Viele Experten erwarten, daß Inflationsängste in Euroland und den USA den Goldpreis weiter deutlich in die Höhe treiben werden.
Wegen der Funktion von Gold als Währungsreserve war der Goldbesitz in den USA zeitweise verboten. Von 1933 bis 1975 waren nur Schmuck und Münzsammlungen erlaubt. Präsident Franklin D. Roosevelt konfiszierte Gold über Executive Order 6102 und Präsident Richard Nixon unterband, dass nichtamerikanische Nationalbanken Dollars zu einem fixen Preis gegen Gold wechseln konnten.
Gold wird oft als langfristige Wertanlage angesehen. Dies gilt speziell in Zeiten von Hyperinflation. Jedoch kann der Goldpreis von Marktteilnehmern mit großen Goldreserven, etwa Zentralbanken und Goldminen-Gesellschaften, erheblich beeinflusst werden. Soll der Goldpreis sinken, so wird Gold verliehen, um Leerverkäufe zu provozieren, oder verkauft; die Goldproduktion wird hochgefahren. Soll der Goldpreis steigen, so kaufen die Zentralbanken Gold auf, die Goldproduktion wird heruntergefahren.
Da Gold einen geringen Nutzwert hat und seine Produktion sich daher kaum dem Verbrauch anpassen muss, ist der Goldpreis sehr volatil, dass heißt, er schwankt auch innerhalb kurzer Zeiträume beträchtlich.
Aus diesem Grund gilt Gold heute als ungeeignet zur Währungsdeckung, zumal mit wachsender Geldmenge als Gegenreaktion der Zentralbank auf die normalerweise sinkende Umlaufgeschwindigkeit auch die Goldmenge als Deckung ständig mitwachsen müsste. Dies funktioniert normalerweise nicht.
Wenn das kompensierende Geldmengenwachstum durch Goldmangel gestoppt würde, wäre entweder eine Deflation wegen Mangel an Zahlungsmitteln die Folge oder das Abrücken von der Golddeckung. Letzteres ist wie oben beschrieben in der Geschichte mehrmals passiert.
Deflation durch Gold
- Die Deflation ab 1929 in Europa wurde vor allem dadurch ausgelöst, dass aufgrund zurückgegangener Goldreserven (es handelte sich nur um geliehenes Gold) dazugehörige Geldscheine eingezogen und nicht wieder ausgegeben wurden.
- Im Mittelalter wurde Gold als Währung direkt eingesetzt. Da es kaum Goldminen gab, wuchs die Goldmenge kaum an. Dies hatte zur Folge, dass Gold selbst immer mehr wert wurde, es entstand eine Dauerdeflation. Man vermutet, dass erst durch die Entdeckung Amerikas 1492 und durch das von dort nach Europa strömende Gold der Goldwert wieder sank und somit diese Dauerdeflation beendete.
Die Bezeichnung Gold
Mit Gold, welches für wertvoll und kostbar steht, bezeichnet man auch andere wertvolle Sachen. Meist wird ein Adjektiv davor gesetzt, wie zum Beispiel "Schwarzes Gold" für Öl.
Beispiele:
- Schwarzes Gold - Öl, Kohle
- Weißes Gold - Marmor, Kochsalz, Kokain, Baumwolle, Porzellan, Elfenbein
- Blaues Gold - Trinkwasser (bes. in armen Gebieten)
- Rotes Gold - Wein
- Flüssiges Gold - Whisky
- Gold des Meeres (Meeresgold) - Korallen
- Gold des Nordens - Bernstein
- Ackergold - Kartoffel
- Katzengold - Pyrit
Siehe auch
- Gold/Tabellen und Grafiken
- Goldstandard
- Goldschmied
- Kupellation
- Kolloidales Gold
Weblinks
Kategorie:Chemisches Element
Kategorie:Gold
Kategorie:Gruppe-11-Element
Kategorie:Periode-6-Element
Kategorie:Mineral
Kategorie:Übergangsmetall
Kategorie:Schwermetall
ja:金
ms:Emas
simple:Gold
th:ทองคำ
Zinn
Zinn (altgermanische Bezeichnung: z. B. althochdeutsch zin = Stab, Zinn) ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Sn (lat. stannum = Zinn) und der Ordnungszahl 50.
Es ist ein silberweiß glänzendes und sehr weiches Schwermetall, das sich mit dem Fingernagel ritzen lässt. Auffällig ist sein niedriger Schmelzpunkt und die relativ hohe Siedetemperatur.
Geschichte
Das Metall ist vermutlich seit 3500 v. Chr. bekannt; allerdings wurde im südtürkischen Taurus-Gebirge ein Zinnbergwerk entdeckt, welches auf etwa 3000 v. Chr. datiert wird. Durch die Legierung Bronze, deren Bestandteile Kupfer und Zinn sind, ist es von großer Bedeutung (Bronzezeit). Im Lateinischen heißt Zinn "stannum", daher rührt auch das chem. Symbol Sn. Nachdem die Bronze durch das Eisen verdrängt wurde, erlangte Mitte des 19. Jahrhunderts Zinn durch die Herstellung von Weißblech industrielle Bedeutung.
Herstellung und Vorkommen
Zinn lässt sich leicht aus Zinnstein (Kassiterit, ein rotbraun/schwarzes Erz auch Zinnoxid, SnO2) gewinnen. Dazu wird das Erz zuerst zerkleinert und dann durch verschiedene Verfahren (Aufschlämmen, elektrische/magnetische Scheidung) angereichert. Nach der Reduktion mit Kohlenstoff wird das Zinn knapp über seine Schmelztemperatur erhitzt, so dass es ohne höherschmelzende Verunreinigungen abfließen kann. Heute gewinnt man einen Großteil durch Recycling und hier durch Elektrolyse.
In der Erdkruste ist es mit einem Anteil von etwa 0,0035 Massenprozent vertreten.
Nach aktuellen Schätzungen reichen die vorhandenen Lagerstätten noch etwa 35 Jahre. Zinn kommt zu über 80% als Ansammlung in Schwemmlandablagerungen (Sekundärlagerstätten) an Flüssen sowie auf dem Meeresgrund vor. Hierbei ist eine Region beginnend in Zentralchina über Thailand bis nach Indonesien bevorzugt. Das Material in den Schwemmlandlagerstätten hat nur einen Metallanteil von etwa 5%. Erst nach verschiedenen Schritten zur Konzentrierung auf etwa 75% wird ein Schmelzprozess eingesetzt.
2004 wird die Zinnproduktion vermutlich wie folgt aussehen: Volksrepublik China etwa 30%, restliches Südostasien etwa 30%, Südamerika etwa 20%.
Eigenschaften
Zinn kann drei Modifikationen mit verschiedener Kristallstruktur und Dichte annehmen. α-Zinn (kubisches Gitter, 5,75 g/cm3) ist unterhalb von 13,2 °C stabil, β-Zinn (tetragonales Gitter, 7,31 g/cm3) bis 162 °C und γ-Zinn (rhombisches Gitter, 6,54 g/cm3) oberhalb von 162 °C oder unter hohem Druck. Natürliches Zinn besteht aus zehn verschiedenen stabilen Isotopen, das ist die größte Anzahl aller Elemente. Außerdem sind noch 28 radioaktive Isotope bekannt.
Die Rekristallisation von β-Zinn in α-Zinn bei niedrigen Temperaturen äußert sich als die so genannte Zinnpest.
Beim Verbiegen des relativ weichen Zinns, beispielsweise von Zinnstangen, tritt ein charakteristisches Geräusch, das "Zinngeschrei" (auch "Zinnschrei"), auf. Es entsteht durch die Reibung der β-Kristallite aneinander. Das β-Zinn hat einen abgeflachten Tetraeder als Raumzellenstruktur, aus dem sich zusätzlich zwei Verbindungen ausbilden.
Durch die Oxidschicht, mit der Zinn sich überzieht, ist es sehr beständig. Von konzentrierten Säuren und Basen wird es jedoch unter Entwicklung von Wasserstoffgas zersetzt.
Biologische Wirkung
Metallisches Zinn ist auch in größeren Mengen an sich ungiftig. Die Giftwirkung einfacher Zinnverbindungen und Salze ist gering. Einige organische Zinnverbindungen dagegen sind hochtoxisch. Die Trialkyl-Zinnverbindungen (insbesondere TBT, engl. "TriButylTin", Tributylzinn) und Triphenylzinn werden in Anstrichfarbe für Schiffe verwendet, um die sich an den Schiffsrümpfen festsetzenden Mikroorganismen und Muscheln abzutöten. Dadurch kommt es in der Umgebung von großen Hafenstädten zu hohen Konzentrationen an TBT im Meerwasser. Die toxische Wirkung beruht auf der Denaturierung einiger Proteine durch die Wechselwirkung des Schwefels aus Aminosäuren beispielsweise Cystein.
Verwendung
Seit Jahrhunderten wird Zinnblech großflächig zur Herstellung von Orgelpfeifen im Sichtbereich verwendet. Diese behalten ihre silbrige Farbe über viele Jahrzehnte. Das weiche Metall wird als Legierung verwendet und hat für die Klangentfaltung sehr gute vibrationsdämpfende Eigenschaften. Zu tiefe Temperaturen sind wegen der Umwandlung in α-Zinn schädlich für Orgelpfeifen.
Viele Haushaltsgegenstände, Geschirre, Tuben und Dosen wurden früher ganz aus Zinn gefertigt, rundweg der einfacheren Verarbeitungstechnologie der Zeit entsprechend. Mittlerweile jedoch wurde das relativ kostbare Material durch preiswertere Möglichkeiten ersetzt.
Industriell stellt man aus verzinntem Eisenblech so genanntes Weißblech her, beispielsweise für Konservendosen oder Backformen. Tin, das englische Wort für Dose bzw. Konservenbüchse ist mit dem Wort Zinn verwandt.
Zu dünner Folie gewalzt nennt man es auch Stanniol, hier ist Zinn im 20. Jahrhundert durch das viel preiswertere Aluminium verdrängt worden. Bei manchen Farbtuben und Weinflaschenverschlüssen kommt uns Zinn noch entgegen.
Als Legierungsbestandteil wird Zinn vielfältig verwendet, mit Kupfer zu Bronze oder anderen Werkstoffen legiert. Die Legierung der goldfarbigen Euromünzen, die wir täglich zwischen den Fingern anfassen Nordisches Gold, beinhaltet unter anderem 1% Zinn.
Als Bestandteil von Metalllegierungen mit niedrigem Schmelzpunkt ist es unersetzbar. Weichlot (so genanntes "Lötzinn") zur Verbindung elektronischer Bauteile (beispielsweise auf Leiterplatten) wird mit Blei (eine typische Mischung ist etwa 63 % Sn und 37 % Pb) und anderen Metallen in geringerem Anteil legiert. Die Mischung schmilzt bei etwa 183° C.
In der Flachglasherstellung schwimmt die zähflüssige Glasmasse bis zur Erstarrung auf einer spiegelglatten flüssigen Zinnschmelze. In der modernen Industrie werden Zinnverbindungen als Stabilisator dem PVC Kunststoff beigemischt.
Hochreine Zinn-Einkristalle eignen sich auch zur Herstellung von elektronischen Bauteilen.
In Form einer transparenten Zinnoxid-Indiumoxid Verbindung ist es elektrischer Leiter in Anzeigegeräten wie LCD Displays.
Das reine, weiße, nicht sehr harte Zinndioxid besitzt eine hohe Lichtbrechung und wird im optischen Bereich und als mildes Poliermittel eingesetzt.
In der Dentaltechnik wird Zinn auch als Bestandteil von Amalgamen zur Zahnfüllung eingesetzt.
Die sehr toxischen organischen Zinnverbindungen finden als Fungizide oder Desinfektionsmittel Verwendung.
Der Jahresweltverbrauch an Zinn liegt bei etwa 300.000 t. Davon werden etwa 35 % für Lote, etwa 30% für Weißblech und etwa 30% für Chemikalien und Pigmente eingesetzt. Durch die Umstellung der Zinn-Blei-Lote auf bleifreie Lote mit Zinnanteilen > 95% wird der jährliche Bedarf um etwa 10% wachsen. Die Preise steigen durch die hohe Nachfrage kontinuierlich. Im Jahre 2003 wurden an der LME (London Metal Exchanges) etwa 5.000 US-Dollar pro Tonne bezahlt. 2004 lagen die Preise zwischenzeitlich bei etwa 8.000 bis 10.000 US-Dollar pro Tonne.
Die größten 10 Zinnverbraucher (2003) weltweit sind nach China auf Platz 1 die Länder USA, Japan, Deutschland, übriges Europa, Korea, übriges Asien, Taiwan, Großbritannien und Frankreich.
Zinn wird anstelle von Blei auch zum Bleigießen verwendet.
Stannum metallicum (= metallisches Zinn) findet auch bei der Herstellung von homöopathischen Arzneimitteln Verwendung.
Zusammenfassung
Zinn (Sn): Ist ein Silber weiß glänzendes Metall und hat eine Oxidschicht die sehr stabil gegenüber Chemikalien ist. Sn lässt sich gut auswalzen und kommt in 2 Modifikationen vor.
Modifikation: Ist das Alpha – Sn. Dieses entsteht nur unter 13 °C und ist pulvrig.
Modifikation: Ist das Beta – Sn. Dieses ist nur über 13 °C stabil.
Siehe auch
- Zinnschrei
- Indiumzinnoxid
- zum historischen Zinnabbau im Erzgebirge siehe Plattner_Kunstgraben#Der_Zinnabbau
Weblinks
- http://www.uniterra.de/rutherford/ele050.htm
- http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Lexikon/50Zinn.htm
Kategorie:Chemisches Element
Kategorie:Gruppe-14-Element
Kategorie:Periode-5-Element
Kategorie:Schwermetall
ja:錫
Eisen
Eisen ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit Symbol Fe (lat. ferrum, Eisen) und Ordnungszahl 26. Es ist ein Metall der 4. Periode in der 8. Gruppe im Periodensystem. Der Name Eisen ist entweder auf das urkeltische Wort isorai oder auf das indogermanische Wort eison (glänzend) zurückzuführen.
Eigenschaften
Metall
Das durchschnittliche Eisen-Atom hat etwa die 56-fache Masse eines
Wasserstoff-Atoms. Der Atomkern des Eisenisotops 56Fe weist einen der größten Massendefekte und damit eine der höchsten Bindungsenergien pro Nukleon aller Atomkerne auf.
Bei Raumtemperatur ist die allotrope Modifikation des reinen Eisens das Ferrit oder α-Eisen. Diese Modifikation weist ein kubisch raumzentriertes Kristallgitter auf, das unterhalb 911 °C vorliegt. Unterhalb des Curiepunkts bei 760 °C ist das Ferrit ferromagnetisch.
Die Modifikation zwischen 760 °C und 911 °C heißt β-Eisen. Da sie sich außer in den magnetischen Eigenschaften nicht vom Ferrit α-Eisen unterscheidet, wird sie gewöhnlich auch als α-Eisen bezeichnet.
Bis 1392 °C liegt es in der kubisch flächenzentrierten γ-Modifikation oder Austenit vor. Bei weiter steigender Temperatur wandelt das Eisen in δ-Ferrit um, das wieder ein kubisch raumzentriertes Gitter aufweist. Der Schmelzpunkt liegt bei 1539 °C.
Diese Eigenschaft der Umwandlung des Gitters von kubisch-raumzentriert (bis 911 °C) über kubisch-flächenzentriert (bis 1392 °C) zu kubisch-raumzentriert (bis 1539 °C) sowie des anschließenden Zerfalls der Gitterstrukturen nennt man auch die „Polymorphie des Eisens“.
Eisen ist beständig an trockener Luft, in trockenem Chlor sowie in konzentrierter Schwefelsäure, konzentrierter Salpetersäure und basischen Agenzien (außer heißer Natronlauge) mit einem pH-Wert größer als 9.
Eisen als Mineral
Sehr selten kann Eisen auch gediegen auftreten. Das Mineral kristallisiert dann im kubischen Kristallsystem, hat eine Härte von 4,5 und eine stahlgraue bis schwarze Farbe. Auch die Strichfarbe ist grau.
Wegen der Reaktion mit Wasser und Sauerstoff ist gediegenes Eisen nicht stabil. Es tritt daher in Legierung mit Nickel nur in Eisenmeteoriten auf, sowie in Basalten, in denen es manchmal zu einer Reduktion von eisenhaltigen Mineralen kommt.
Letztere findet man dagegen vergleichsweise häufig, wichtige Beispiele sind Magneteisenstein (Fe3O4), Roteisenstein (Fe2O3), Brauneisenstein
(Fe2O3·n H2O), Siderit (FeCO3), Magnetkies
(FeS) und Pyrit (FeS2).
Isotope
Eisen hat vier natürlich vorkommende, stabile Isotope, mit den relativen
Häufigkeiten: 54Fe (5,8 %), 56Fe (91,7 %),
57Fe (2,2 %) und 58Fe (0,3 %). Das Isotop 60Fe hat eine Halbwertszeit von 1,5 Millionen Jahren. Die Existenz von 60Fe zu Beginn der Entstehung des Planetensystems konnte durch den Nachweis einer Korrelation zwischen den Häufigkeiten von 60Ni, dem Zerfallsprodukt von 60Fe, und den Häufigkeiten der stabilen Fe-Isotope in einigen Phasen mancher Meteoriten (beispielsweise in den Meteoriten Semarkona und Chervony Kut) nachgewiesen werden.
Möglicherweise spielte die freigesetzte Energie beim radioaktiven Zerfall von 60Fe, neben der atomaren Zerfallsenergie des ebenfalls vorhandenen radioaktiven 26Al, eine Rolle beim Aufschmelzen und der Differenzierung der Asteroiden direkt nach ihrer Bildung vor etwa 4,6 Milliarden Jahren.
Heute ist alles damals ursprünglich vorhanden gewesene 60Fe vollständig in 60Ni zerfallen. Die Verteilung von Nickel- und Eisenisotopen in Meteoriten erlaubt es, die Isotopen- und Elementehäufigkeit bei der Bildung des Sonnensystems zu messen und die vor und während der Bildung des Sonnensystems vorherrschenden Bedingungen zu erschließen.
Nur das Eisenisotop 57Fe besitzt einen Kernspin | | |