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Schoner
Ein Schoner, auch Schooner oder Schuner, ist ein Segelschiff mit ursprünglich zwei Masten, dessen vorderer Mast kleiner als oder gleich groß wie der achtere Mast ist. Das Gaffelsegel am Fockmast, auch Schonermast genannt, heißt Schonersegel, das am Großmast Großsegel. Später wurden besonders in den Vereinigten Staaten mehrmastige Schoner vornehmlich aus Holz gebaut.
Zweimaster, deren hinterer Mast der kleinere ist, heißen im Gegensatz zum Schoner Ketsch oder Yawl.
Geschichte
Yawl
Der erste verbürgte Stapellauf eines Schoners fand 1713 in Gloucester, MA (Massachusetts), USA (etwa 50 km nordöstlich von Boston) statt. Ein Zuschauer habe beim Stapellauf vermerkt: "There she scoons" oder "Oh, see how she scoons" ("Da gleitet sie hin" bzw. "Oh sieh, wie sie gleitet"). Der Erbauer dieses Schiffes, ein Kapt. Andrew Robinson, habe dann das Wort "Schooner" geprägt. Seine Bezeichnung stammt von einem Verb aus dem schottischen Clydesdale-Dialekt ab: "to scoon" – etwa "Steine übers Wasser gleiten lassen", auch "gleiten"). Der Ursprung dieses Takelagetyps stammt aus den Niederlanden des 17. Jahrhunderts.
Zunächst hatten Schoner nur zwei Masten, vornehmlich mit Rahtopp, eingesetzt im Kurierdienst, auch zur Piratenjagd. Später entwickelte sich nach 1880 der reine Gaffelschoner mit drei bis sieben Masten als Frachtschiff. Die Takelage dieser Schoner führte dann keine Rahen mehr, sondern ausschließlich Gaffel-, Gaffeltopsegel (Längs- bzw. Schratsegel) und Stagsegel. Benötigt wurde nur eine kleine Mannschaft. Sie dienten als Fischerei- (Neufundlandschoner), Lotsenschoner und besonders die großen Vier-, Fünf- und Sechsmaster (ab 1900) als Frachtschoner für Kohle, Holz, Öl etc. Der größte jemals gebaute Schoner (aus Stahl) war die THOMAS W. LAWSON aus dem Jahre 1902 mit sieben Masten, 25 Segeln und ca. 18 Mann Besatzung (gegenüber ~45 bei einem Fünfmastrahschiff). Als größter hölzerner Schoner lief die 3.730 BRT große WYOMING 1909 in Bath, Maine (USA) vom Stapel. Sie war das längste je gebaute Holzschiff der Welt und fuhr im Kohletransport. Das spanische Schulschiff JUAN SEBASTIÁN DE ELCANO, ein Viermastmarssegelschoner (Rahtopp), ist derzeitig der größte Schoner auf See.
Weblinks
- [http://www.bruzelius.info/Nautica/Ships/Schooners/Schooners.html Sailing Ships - Schooners] (englisch)
- [http://www.schoonerrace.org/schooner_definition.htm What is a schooner?] (englisch)
Kategorie:Segelschiffstyp
Segelschiff
Ein Segelschiff ist ein Schiff, das ganz oder vornehmlich aufgrund seiner Segel durch die Kraft des Windes bewegt wird. Segelschiffe waren seit dem Altertum bis zum 19. Jahrhundert die wichtigsten Verkehrsmittel für den Transport von Gütern und Personen über längere Distanzen. Sie wurden seit dem 19. Jahrhundert durch Dampfschiffe und Motorschiffe abgelöst. Bis in das 19. Jahrhundert hinein waren auch die meisten Kriegsschiffe Segelschiffe. Kleine Segelschiffe werden als Segelboot bezeichnet.
Aufbau und Klassifizierung
Segelschiffe haben mindestens einen Mast und mindestens ein Segel. Man unterscheidet zwei Arten von Segeln:
- Rahsegel, die an einer Rahe hängen und quer zur Fahrtrichtung orientiert sind,
- und Schratsegel, die in Richtung der Schiffslängsachse gesetzt werden. Zu den letztern gehören auch:
- Hochsegel, dreieckiges Segel, das hinter oder am Mast gefahren wird und dessen untere Kante von einem Baum aufgespannt wird.
- Gaffelsegel, die viereckig sind und sich zwischen Gaffel (oben) und Baum (unten) befinden.
- Lateinersegel, dreieckige Segel, deren Rahe vornehmlich längs zur Fahrtrichtung ausgerichtet ist, schräg am Mast hängt und sich mit einem Teil vor dem Mast befindet.
- Luggersegel, die zwischen Gaffelsegel und Lateinersegel anzuordnen sind.
- Sprietsegel, viereckige Segel, die mit einer Stange (Spriet) von der vorderen unteren Ecke am Mast zur hinteren oberen Ecke aufgespannt werden. Diese Segel werden meist ohne Baum gefahren.
- Krebsscherensegel
- Spreizgaffelsegel
- Stagsegel
Historische Entwicklung
Die Entwicklung der Segelschiffe begann vermutlich in Ägypten. Segelboote sind uns das erste Fortbewegungsmittel im Wasser. Vornehmlich für die Fahrt auf dem Nil, aber auch für Fahrten über das Mittelmeer und das Rote Meer wurden Schiffe mit einem Mast und einem großen Rahsegel eingesetzt. Das Segel war bereits drehbar gelagert, so dass die Schiffe auch bei seitlichem Wind segeln konnten.
Die Phönizier und Griechen entwickelten ab ca. 1000 v. Chr. zwei Grundtypen von seegängigen Segelschiffen:
- das Lastschiff mit geräumigem Rumpf und einem Mast sowie einem großen Rahsegel, das ausschließlich gesegelt wurde, und
- die Galeere, die für die Marschfahrt einen Mast mit einem mittelgroßen Rahsegel hatte, während des Kampfes und bei Flaute aber mit Riemen gerudert wurde.
Insbesondere mit den Lastschiffen wurden bereits weite Reisen durchgeführt. So segelte der Karthager Hanno um 600 v. Chr. entlang der Westküste Afrikas bis zum Äquator. Der Grieche Pytheas aus Massilia, dem heutigen Marseille, umsegelte die britischen Inseln und kam vermutlich auch nach Helgoland. Die Römer nahmen diese Schiffstypen auf und entwickelten sie weiter. Die Lastschiffe erhielten einen Bugspriet, an dem ebenfalls ein Rahsegel hing.
In Mittel- und Nordeuropa wurden Langschiffe entwickelt, die zunächst gerudert wurden. Bereits die Sachsen und Angeln, die als Angelsachsen gegen Ende des römischen Reiches über die Nordsee nach England auswanderten, hatten die Langschiffe mit einem Mast und einem Rahsegel besegelt.
Die Wikinger entwickelten diesen Schiffstyp zur Perfektion weiter (Wikingerlangschiff). Nach zeitgenössischen Berichten waren die schlanken Wikingerschiffe schneller als ein berittener Bote. So konnten die Wikinger bei ihren Überfällen im frühen Mittelalter das Überraschungsmoment nutzen. Sie fuhren bereits über das offene Meer nach Island, Grönland und Nordamerika.
Nach dem Ende der Wikingerzeit wurde im Norden aus den breiteren offenen Handelsschiffen die Hansekogge entwickelt. Auch sie hatte nur einen Mast, bildete aber das Rückgrat des Fernhandels der Hanse. Gegen Ende des Mittelalters wurden auch zwei- und dreimastige Schiffe gebaut, z. B. die Hulk. Aus ihnen wurde in Spanien und Portugal die Karavelle entwickelt, mit der Christoph Kolumbus, Ferdinand Magellan und Vasco da Gama ihre Entdeckungsreisen unternahmen.
Seit dem 17. Jahrhundert verwendete man immer spezialisiertere Formen, u. a.
- Linienschiffe (als Kriegsschiffe mit mehreren Kanonendecks),
- Fregatten (leichter armierte Schiffe von erhöhter Schnelligkeit)
In China erreichte der Segelschiffbau schon im 15. Jahrhundert unter Admiral Zheng He ein sehr hohes Niveau. Damals wurden in Nanking so genannte Schatzschiffe von über 120 m Länge und 50 m Breite gebaut, die über bis zu neun Masten hatten. Sie wurden für Fernfahrten z. B. nach Indien, Arabien und Afrika eingesetzt. Diese Schiffe waren hinsichtlich der Größe nur mit den Großseglern Europas und Amerikas im 19. Jahrhundert vergleichbar.
Segelschiffstypen
19. Jahrhundert
19. Jahrhundert
- Bark
- Brigantine
- Brigg
- Schoner
- Galeasse, Dreimaster mit Lateinersegeln und Riemen.
- Galeere (Segelbenutzung i.d.R. nur für die Marschfahrt, nicht im Gefecht)
- Galeone
- Gulet
- Hansekogge
- Holk
- Karacke
- Karavelle
- Klipper
- Kraweel
- Lädine
- Linienschiff
- Vollschiff
- Windjammer
- Ewer
- Dau
- Dschunke
Segelschiff-Modelle: Albin Vega
Siehe auch:
- Segelbootsklassen
- Schiffstypen
- Entwicklungsgeschichte des Segelschiffs
- Segelyacht
Kategorie:Schiffstyp
!
Kategorie:Wassersport
ja:帆船
zh-min-nan:Phâng-chûn
GaffelsegelDer Begriff Gaffel (niederdeutsch für "Gabel") bezeichnet eine verschiebbare, an einem Mast befestigte, schräg nach oben ragende Stange. Zwischen der Gaffel und dem Baum wird das asymmetrisch trapezförmige Gaffelsegel aufgespannt.
Es handelt sich bei dem Gaffelsegel um eine Weiterentwicklung der Lateinertakelung. Allerdings findet Segel seinen hinteren Druckpunkt nicht über die Spiere am Mast, sondern in einer Klaue. Diese Klaue, ursprünglich aus einer starken Astgabel, später aus Gusseisen oder Stahl hergestellt findet ihren Widerpart in der sogenannten Piek, die am Ende des Rundholzes angeschlagen ist.
Beim Setzen muss darauf geachtet werden, dass das Holz bis zum Anschlagpunkt der Gaffelklaue mittels Piekfall und Klaufall parallel zum Baum gehieft wird.
Klaufall
Klaufall
Man unterscheidet prinzipiell die Normalgaffel von der Steilgaffel. Bei der Steilgaffel kann das Fahrzeug höher an den Wind gehen, allerdings steigt die Gefahr der Verwindung des Tuchs. Schnell waren die Grenzen des damaligen Baumwollsegeltuches erreicht. Man behalf sich mit eingearbeiteten Segellatten.
Als Weiterentwicklung ist das Bermudarigg oder Hochrigg mit Dreieckssegeln anzusehen, welches dem Stand der heutigen Segeltechnik entspricht. Das Bermudarigg sollte nicht mit dem Gaffelrigg in Bermuda-Takelung verwechselt werden, bei dem das Segel lediglich an der Gaffel schlanker und am Baum weiter geschnitten ist. Gaffelsegel haben gegenüber Hochsegeln den Vorteil, dass die Segelfläche im Verhältnis zur Masthöhe grösser sein kann, was erst durch moderne Materialien für den Mast ausgeglichen wird. Nachteil ist, dass statt des Achterstags in der Regel Backstagen gefahren werden müssen.
Ein typisches Segelschiff, welches nur Gaffel- und Sprietsegel führt, ist der Gaffelschoner.
Siehe auch: Quase
Kategorie:Schiffbau
FockmastEin Fockmast bezeichnet bei Segelschiffen mit mehreren Masten (außer bei Anderthalbmastern) den vordersten Mast.
Der Fockmast ist aufgeteilt in:
- Vor-Untermast
- Vor-Marsstenge
- Vor-Bramstenge
Die am Fockmast gefahrenen Segel heißen dementsprechend:
- Fock
- Voruntermarssegel
- Vorobermarssegel
- Vorunterbramsegel
- Voroberbramsegel
- Vorroyal
Kategorie:Schiffbau
GroßmastDer Großmast ist bei Segelbooten mit einem Mast eben dieser, bei einem Schoner (Zweimaster) der achtere und bei Ketsch und Yawl der vordere Mast; in beiden Fällen ist dies der größere Mast. Bei Segelschiffstypen (Großsegler) mit drei und mehr Masten ist es immer der zweite Mast, der nicht in jedem Fall auch der höchste Mast ist. Das war bei großen Fünfmastern (POTOSÍ, PREUSSEN, R. C. RICKMERS) der Mittelmast. Mancher Mehrmaster wie beispielsweise die KØBENHAVN hatte die vier Rahmasten von gleicher Höhe, oder der große us-amerikanische Schoner THOMAS W. LAWSON hatte sieben gleich hohe Masten.
Das am Großmast achtern befestigte Segel heißt "Großsegel" (im Gegensatz zur kleineren Fock). Des Gleichen heißen die Rahen eines Großseglers am Großmast "Großrah", "Großuntermarsrah", "Großbramrah" etc. In der abweichenden englischen Terminologie der Schiffsmasten heißt er "main mast", was genau "Hauptmast" bedeutet. Dieser Begriff erscheint beispielsweise als Bezeichnung des dritten Mastes bei Viermastvollschiffen. Manchmal wird er auch "Achtermast" genannt.
Kategorie:Schiffbau
Ketsch (Schiff)Eine Ketsch (auch: Ketch) ist ein Segelboot mit zwei Masten, einem vorderen Hauptmast und einem kleineren, achterlichen Besanmast. Dabei hat die Ketsch im Gegensatz zur Yawl ihren Besanmast innerhalb der (Konstruktions)-Wasserlinie. Einen Zweimaster mit einem kleineren (max. gleichgroßen) vorderen Mast nennt man im Gegensatz zu Ketsch und Yawl Schoner.
Die Ketsch wurde um die Mitte des 17.Jahrhundert für die Fischerei und die Küstenschiffahrt in England entwickelt. Sie hatte eine Tragfähigkeit von bis zu 50 Tonnen.
Die Ketsch ist ein beliebter Langstreckensegler, da das zusätzliche Besansegel dem Boot mehr Ruhe gibt. Zudem lässt sich die Ketsch auch gut nur unter Besan und Fock fahren.
Takelung
Die Ketsch führt an beiden Masten ausschließlich Schratsegel. Meist sind dies Gaffel- oder Bermudasegel (besonders auf Yachten), seltener Spriet- oder Luggersegel.
Zu den historischen ketschgetakelten Schiffen zählen z.B. Kuff, Logger, Smack, Galiot oder Galeasse.
Geschichte
Einige ketschgetakelte englische Frachtensegler führen als Typbezeichnung "Ketch". Besonders die West Country Trading Ketch (um 25m lang, Rumpf ähnlich dem des Schoners) war an der Südwestküste Englands und in Wales verbreitet. Ein naher Verwandter ist die Cowes Ketch (um 13m Länge, senkrechter Steven), die als Frachtschiff zwischen dem Festland und der Isle of Wight eingesetzt wurde.
Kategorie:Segelschiffstyp
ja:ケッチ
1713
- Gibraltar wird britische Kronkolonie
- Frieden von Utrecht
- 15. März: Nicolas Louis de Lacaille, französischer Astronom und Namensgeber für 15 der 88 Sternbilder († 1762)
- 7. April: Nicola Sala, italienischer Komponist († 1801)
- 11. April: Gottschedin (Luise Adelgunde Victorie Gottsched), deutsche Schriftstellerin († 1762)
- 21. April: Louis de Noailles, duc de Ayen, Marschall von Frankreich († 1793)
- 7. Mai: Alexis-Claude Clairaut, französischer Mathematiker und Physiker († 1765)
- 11. August: Christlieb Ehregott Gellert, deutscher Metallurge und Mineraloge († 1795)
- 30. August: Johann Georg Benda, böhmischer Komponist († 1752)
- 23. September: Ferdinand VI. (Spanien), spanischer König († 1759)
- 3. Oktober: Johann Friedrich Flattich, evangelischer Pfarrer und Erzieher († 1797)
- 5. Oktober: Denis Diderot französischer Schriftsteller und Philosoph († 1784)
- 13. Oktober: Allen Ramsay, britischer Maler († 1874)
- 24. November: Laurence Sterne, britischer Schriftsteller († 1768)
- 24. November: Junipero Serra, Franzikanermönch, gilt als Gründer von San Francisco
- 23. Dezember: Ferdinand VI., spanischer König († 1759)
- 1. Januar: Giuseppe Maria Tomasi, italienischer Kardinal ( - 1649)
- 8. Januar: Arcangelo Corelli, italienischer Komponist ( - 1653)
- 26. Januar: Jean Chardin, französischer Forschungsreisender ( - 1643)
- 25. Februar: Friedrich I., König von Preußen ( - 1657)
- 17. April: David Hollaz, deutscher protestantischer Theologe (Lutherischer Dogmatiker) ( - 1648)
- 20. Mai: Thomas Sprat, englischer Bischof und Autor ( - 1635)
- 9. September: Giovanni Antonio Viscardi, Italienischer Baumeister des Barock der überwiegend in Bayern arbeitete ( - 1645)
ko:1713년
USA
Die Vereinigten Staaten von Amerika (engl.: United States of America, kurz: USA) sind eine Bundesrepublik in Nordamerika. Sie grenzen im Norden an Kanada und (über die 100 km breite Beringstraße mit dem Bundesstaat Alaska) an Russland, im Süden an Mexiko, im Osten an den Atlantik und im Westen an den Pazifik.
Die Vereinigten Staaten entstanden 1776 mit der Unabhängigkeitserklärung der britischen Kolonien in Amerika und gewannen durch starke Industrialisierung und massive Immigration aus Europa im 19. Jahrhundert rasch an Einfluss. Am Ende des 20. Jahrhunderts waren sie nach der Überwindung des totalitären Faschismus (im 2. Weltkrieg) und Kommunismus (im Kalten Krieg), zu der sie wesentlich beitrugen, die einzige verbliebene Supermacht.
Seit etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts sind die USA weltweit die weltpolitisch, wissenschaftlich, wirtschaftlich, (populär)kulturell und militärisch führende Macht. In all diesen Gebieten prägen sie die Gegenwart in einem Maße wie kein anderes Land der Welt.
Geographie
Hauptartikel: Geographie der USA
Das Kernland der USA besteht aus 48 Bundesstaaten und dem District of Columbia (D.C.), die innerhalb einer gemeinsamen Grenze liegen. Inklusive der beiden Bundesstaaten Alaska und Hawaii, die außerhalb dieses Kernlandes liegen, zählen die USA 50 Bundesstaaten.
Das Landschaftsbild ist sehr vielfältig: es gibt Waldgebiete und Mittelgebirge an der Ostküste, Mangrovenwälder im subtropischen Florida, die Flusssysteme von Mississippi und Missouri, weite Ebenen im Zentrum des Landes, große Gebirgszüge wie die Rocky Mountains, trockene Wüsten im Südwesten, gemäßigte Regenwälder im Nordwesten und Küstengebirge an der Westküste der USA. Hinzu kommen die arktische Region der Tundra in Alaska und die tropischen Inseln von Hawaii mit dem 4.170 Meter hohen Vulkan Mauna Loa.
Das Kernland der USA liegt zwischen dem 24. und 49. nördlichen Breitengrad und zwischen dem 68. und 125. westlichen Längengrad und ist in vier Zeitzonen eingeteilt. Alaska und Hawaii sowie die politisch an die USA angeschlossenen Außengebiete (beispielsweise Puerto Rico und Guam) liegen außerhalb dieser Zone.
Im Norden grenzt das Kernland an Kanada, im Süden an Mexiko und an den Golf von Mexiko. Im Osten liegt der Atlantische Ozean und im Westen der Pazifische Ozean. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 2.500 km. Zwischen Atlantik und Pazifik liegen rund 4.500 km.
Hawaii ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean. Alaska liegt nordwestlich von Kanada und ist durch die Beringstraße von Russland getrennt.
- Grenze zu Kanada: 8.895 km (davon 2.477 km zwischen Alaska und Kanada)
- Grenze zu Mexiko: 3.326 km
- Küstenlinie: 19.924 km
Fläche
Die Vereinigten Staaten sind der flächenmäßig drittgrößte Staat der Erde nach Rußland und Kanada.
- Fläche der 50 Bundesstaaten (inkl. District of Columbia): 9.629.891 km²
- Landmasse: 9.158.453 km²
- Wasserfläche: 47.356 km²
Siehe auch: Liste der US-amerikanischen Staaten nach Fläche sortiert
Bevölkerung
Bevölkerungsgruppen
Die USA gelten traditionell als Schmelztiegel (melting pot) der Völker. Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von Indianern besiedelten Kontinent waren Europäer; anfänglich vorrangig spanischer, französischer und englischer Herkunft. Ab Mitte des 18. und verstärkt zur Mitte des 19. Jahrhunderts folgten Europäer deutscher und irischer Herkunft. Später kamen Einwanderer aus anderen Regionen Europas, vor allem aus Italien, Skandinavien und Osteuropa. Die europäischstämmigen US-Amerikaner bilden heute 74 % der Bevölkerung der USA.
deutscher
Afro-Amerikaner, Nachfahren der afrikanischen Sklaven, stellen etwas mehr als 13 % Bevölkerungsanteil. Sie leben vor allem im Süden der USA und in den großen Industriestädten des Nordens, wie z. B. Detroit. Asiatische Einwanderer, z. B. aus China, Japan, Korea, Indien und den Philippinen bilden noch eine relativ kleine Gruppe (ca. 4 %). Die Einwanderungspolitik war Anfang des 20. Jahrhunderts gegenüber Asiaten besonders restriktiv.
Heute zeigen sich weiterhin sozialstrukturell große Unterschiede zwischen weißer und schwarzer Bevölkerung: Schwarze haben im Durchschnitt ein geringeres Einkommen, eine kürzere Lebenserwartung, eine schlechtere Ausbildung und eine höhere Kriminalitätsrate. Die Ursachen dafür und mögliche Wege der Problembehebung sind innerhalb der USA heftig umstritten. Nicht nur in den Südstaaten sind Wohngegenden und nicht-öffentliche Einrichtungen - wie die sozial wichtigen Kirchen oder private Organisationen - oft faktisch noch nach Rassen getrennt, wenn auch die formale Trennung inzwischen ungesetzlich und verpönt ist. Vielfach liegt dies ebenfalls an den ökonomischen Unterschieden.
Vor allem im Südwesten der USA und in Florida gibt es einen hohen Bevölkerungsanteil lateinamerikanischer (hispanischer) Herkunft. Sie werden in den Statistiken separat geführt, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft. Ihr Anteil wuchs in den letzten Jahrzehnten stetig (bis 2004 auf knapp 13 %), da viele Lateinamerikaner vor der wirtschaftlichen Not ihrer Heimatländer in den Norden fliehen. Sie leben oft als illegale Einwanderer und halten stark an ihrer Kultur und Sprache fest.
Die Indianer ("Native Americans") (siehe auch Indianer Nordamerikas) bilden heute eine kleine, jedoch langsam wieder wachsende Minderheit; nur in Alaska erreichen sie eine zweistellige Prozentzahl der Bevölkerung. Ebenfalls relativ viele Indianer leben in South Dakota und Oklahoma.
Sprachen
Die am meisten gesprochene Sprache in den USA ist historisch bedingt amerikanisches Englisch. Daneben werden aber auch noch vereinzelt die vielen Sprachen der amerikanischen Ureinwohner und zunehmend die Sprachen anderer immigrierter Ethnien gesprochen, insbesondere Spanisch, aber auch Koreanisch, Chinesisch und Vietnamesisch. Französisch, Polnisch und Deutsch, die aufgrund früherer Migrationswellen in bestimmten Regionen einst eine wichtige Rolle spielten, werden heute fast nur noch als Fremdsprache gesprochen.
Die USA als Ganzes haben keine Amtssprache, jedoch werden alle amtlichen Schriftstücke auf Englisch verfasst. In einigen Bundesstaaten ist Englisch Amtssprache, einzelne Staaten und Territorien definieren sich jedoch als zwei- oder dreisprachig.
Siehe auch:
- Gesellschaft der USA
- Deutsche Sprache in den USA
- Deutsche in den USA
- Das amerikanische Spanisch der USA
- Französisch in Louisiana
- Französisch in Neuengland
- Liste US-amerikanischer Persönlichkeiten
Religion
Im Jahr 2004 bezeichneten sich 54 % der Bevölkerung als protestantisch, 25 % als römisch-katholisch, 10 % gaben keine religiöse Überzeugung an (aber nur 0,3 bis 0,5 % waren explizit Atheisten oder Agnostiker), 3 % waren Mitglied einer orthodoxen Kirche, 2 % waren Mormonen, 2 bis 3 % Juden und weniger als 2 % moslemisch. Kleinere Gruppen, je 0,3 bis 0,5 %, bezeichneten sich als Buddhist, Hindu oder hingen dem Unitarismus an. Die größte einzelne Konfession war die Römisch-Katholische Kirche, gefolgt von der Southern Baptist Convention, der United Methodist Church und den Mormonen.
Die Zahl der praktizierenden Christen ist im Vergleich zu anderen westlichen Industrieländern sehr hoch. Allerdings hat auch hier der Bevölkerungsanteil, der sich zum Christentum bekennt in den Jahren von 1990 (86,2 %) bis 2004 (81 %) abgenommen
Geschichte
Hauptartikel Geschichte der USA
Das Gebiet der heutigen USA wurde vor Jahrtausenden durch die Vorgänger der späteren Indianerstämme besiedelt. Die schriftliche Geschichtsschreibung beginnt jedoch erst mit der Ankunft der europäischen Siedler im 16. Jahrhundert. Die erste europäische Siedlung auf dem heutigen US-Gebiet war von den Spaniern in St. Augustine, Florida, im Jahr 1565. Die politische Geschichte der USA geht jedoch aus den 13 britischen Kolonien hervor, deren Besiedlung mit der Gründung von Jamestown, Virginia im Jahr 1609 anfing. Der Ankunft der Mayflower in Plymouth Colony (später mit Massachusetts Bay Colony zu Massachusetts zusammengefügt) 1620 ist ebenfalls für viele US-Amerikaner ein wichtiges symbolisches Datum. Schwedische Kolonien an der Delaware-Bucht und niederländische Siedlungen um New York (damals Nieuw Amsterdam) waren nicht von Dauer bzw. wurden von den englischen Siedlern assimiliert. Französische Siedlungen entlang der Mississippi- und St.-Lorenz-Flüsse fielen 1763 an Großbritannien oder (westlich des Mississippi) an Spanien, das auch eigene Kolonien im Südwesten und in Florida hatte. Die spanischen Gebiete nahmen an der Revolution, die durch die Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776 ausgelöst wurde, nicht teil. Nach dem Unabhängigkeitskrieg, der im Vertrag von Paris 1783 endete, wurden die USA durch Großbritannien als eigenständiger Staat anerkannt.
Zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges lebten etwa zwei Millionen Weiße und 500.000 versklavte Schwarze in den ursprünglichen 13 Kolonien. Jenseits der Appalachen erstreckte sich bis zum Mississippi-Fluss ein weiteres, großes Gebiet, das etwa zehn Millionen Ureinwohner („Indianer“) bewohnten. Diese Konstellation ergab zwei wichtige Themen für die kommende Entwicklung der Nation: Die weitere Landnahme Richtung Westen zu Lasten der Indianer sowie die Auseinandersetzung um die Sklaverei, die später den Kampf um die Bürgerrechte der Nachkommen der ehemaligen Sklaven bestimmte. Nördlich des Ohio-Flusses, im sogenannten Northwest Territory, aus der die späteren Bundesstaaten Ohio, Indiana, Michigan, Illinois, und Wisconsin hervorgingen, wurde die Sklaverei verboten. Ein Vermessungssystem von Quadraten ("Sections"), die eine Quadratmeile groß sind, wurde eingeführt, was noch heute für das Verkehrsnetz und die kommunalen Gemeindegrenzen dieses Gebiets prägend ist. Um die öffentlichen Schulsysteme zu finanzieren, wurde vereinbart, dass der Verkaufserlös von der 16. Section einer jeden Township (36 Sections) zugunsten der Schulen ging.
Nachdem sich die 1777 verabschiedeten und 1781 ratifizierten Konföderationsartikel als zu schwach erwiesen hatten, um das Überleben des jungen Staatenbundes zu gewährleisten, wurde 1787 in Philadelphia eine Verfassung geschrieben, welche die modernste Verfassung der damaligen Zeit war, und die heute die älteste noch gültige geschriebene Staatsverfassung der Welt ist.
Indianerpolitik
Die US-Indianerpolitik wurde bis etwa 1820 von einer vorsichtigen Erweiterung der europäischen Siedlungen geprägt, die im wesentlichen die vormalige Politik der europäischen Mächte in den USA fortsetzte. Mit der Präsidentschaft Andrew Jacksons und dem Trail of Tears begann eine verstärkte Landnahme und Besiedlungspolitik, die zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte. Die Indianer-Kriege zogen sich mit größeren Unterbrechungen bis zum Massaker von Wounded Knee in South Dakota 1890 hin. 1900 wurden nur noch 237.000 Indianer gezählt, wobei nicht nur Krieg, sondern auch Krankheiten, gegen die sich die Ureinwohner keine Immunität entwickelt hatten, und ethnische Vermischung mit den Neuankömmlingen zu diesem Rückgang geführt haben. Bis die Ureinwohner des Kontinents volle Bürgerrechte erhielten, dauerte es bis 1924.
Sklaverei und Rassentrennung
South Dakota]]
Obwohl die Einfuhr von weiteren Sklaven aus Übersee 1808 verboten wurde, hatte sich die Zahl der Sklaven bis 1860 auf etwa vier Millionen erhöht. Die Sklavenfrage entzweite zunehmend die Süd- von den Nordstaaten, da in den Nordstaaten die Industrialisierung einsetzte, dagegen die Südstaaten mit ihren riesigen Baumwollplantagen auf die Sklaverei angewiesen zu sein glaubten. Im Norden gewannen Bewegungen wie die Abolitionists, die die Abschaffung der Sklaverei forderten, starken Zulauf, stand doch diese in deutlichem Widerspruch zur Verheißung der Unabhängigkeitserklärung "all men are created equal" (alle Menschen sind gleich geschaffen). Der Krieg gegen Mexiko (1846-48) verstärkte diese Spannungen, da viele im Nordosten des Landes in diesem Krieg eine ungerechtfertigte Landnahme zugunsten der Ausbreitung der Sklavenstaaten sahen. Nachdem 1860 Abraham Lincoln für die neu gegründeten Republikaner zum Präsidenten gewählt wurde, traten elf Südstaaten aus der Union aus. Dies bedeutete den Beginn des Sezessionsskrieges (1861–1865). Die Nordstaaten gingen als Sieger daraus hervor, und die Sklaverei wurde abgeschafft. Die Schwarzen erhielten mit dem Civil Rights Act von 1866 und dem 14th Amendment von 1868 formal das volle Bürgerrecht.
Nach dem Ende der militärischen Besetzung der Südstaaten durch die Nordstaaten (Reconstruction) 1876 haben erstere schnell (Jim-Crow-)Gesetze erlassen, welche die Bürgerrechte der Schwarzen wieder einschränkten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Bürgerrechtsbewegung konnten die letzten formellen Ungleichbehandlungen aufgehoben werden. Ein sehr wesentlicher Schritt dahin war die Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen durch den Supreme Court 1954 (Brown v. Board of Education), das ein Urteil des gleichen Gerichts (Plessey vs. Ferguson) aus dem Jahr 1896 aufhob.
Der Schulbesuch von Schwarzen in "weißen" Schulen musste teilweise mit Hilfe der Nationalgarde durchgesetzt werden; im öffentlichen Leben (insbesondere im Süden) herrschte bis in die 1960er Jahre hinein Rassentrennung. In Louisiana zum Beispiel war es nicht ungewöhnlich, dass Ku-Klux-Klan-Mitglieder ins Parlament gewählt wurden. Martin Luther King war die Galionsfigur der gewaltlosen Bürgerrechtsbewegung, und 1963 hielt er anlässlich eines Protestmarschs in Washington seine berühmte Rede „I have a Dream...“. 1968 wurde er in Memphis ermordet. Auch in den folgenden Jahrzehnten kam es gelegentlich zu Rassenunruhen.
Dennoch wurde auf Ebene der Bundesgesetzgebung schon in dieser Zeit Antidiskriminierungsregelungen (Civil Rights Act, das Restaurants, Hotels und Verkehrsunternehmen die ethnische Diskriminierung verbot) erlassen, vierzig Jahre vor den analogen Regelungen in der EU. Auch das Bewusstsein für Konzepte wie "Diversity" und die gegenseitige Rücksichtnahme sind zwischenzeitlich weiterentwickelt als in Ländern, die weniger Erfahrungen mit multikulturellen Gesellschaften haben.
Industrialisierung
1890 wurde die frontier für geschlossen erklärt: die Gebiete im Osten und im Westen des Kontinents waren faktisch zusammengewachsen. Der "Wilde Westen" war somit Geschichte. Als Folge der nach dem Sezessionskrieg einsetzenden stürmischen Industrialisierung bildeten sich riesige Trusts (Kartelle), die in ihrer Machtentfaltung auch die Regierungsgewalt beeinflussten. Daher wurde 1890 der Antitrust Act verabschiedet, als dessen Folge viele Großkonzerne zerschlagen wurden. Prominentes Beispiel: Standard Oil von John D. Rockefeller. Populistische Bewegungen, die von Bauern unterstützt wurden, setzten auch eine Regulierung der Eisenbahntarife durch und forderten (erfolglos) einen Wechsel vom Goldstandard auf eine bimetallische (Gold und Silber) Währung. Ein prominenter Vertreter dieser Bewegung war der erfolglose Präsidentschaftskandidat aus Illinois, William Jennings Bryan.
Zwischen 1880 und 1910 wurde die riesige Zahl von 18 Millionen Einwanderern in die USA aufgenommen, und die USA wurden zur größten Industrienation der Welt.
Börsenkrach und New Deal
Auf den New Yorker Börsenkrach im Oktober 1929 folgte die Weltwirtschaftskrise, welche die USA in die bisher größte innenpolitische Krise stürzte. 1932 waren etwa 15 Millionen US-Amerikaner arbeitslos. Präsident Franklin D. Roosevelt legte daraufhin das Sozial- und Investitionsprogramm New Deal auf, das den Social Security Act von 1935 sowie zahlreiche öffentliche Projekte wie Straßen, Brücken, Flughäfen oder zum Beispiel auch das Tennessee-Valley-Staudamm-Projekt enthielt. Dennoch dauerte es bis Ende der 1930er Jahre, bis die Krise überwunden war.
Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit
Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor traten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein, und im August 1945 gingen sie siegreich aus dem Krieg hervor. Der sich kurz darauf abzeichnende Kalte Krieg führte dazu, dass viele US-Amerikaner den Kommunismus als Feindbild betrachteten. Eine innenpolitische Folge des Kalten Krieges nach 1945 war die "McCarthy-Ära". Der republikanische Senator Joseph McCarthy profilierte sich im Senatsausschuss für unamerikanische Aktivitäten (HUAC) dadurch, dass er eine paranoide Hexenjagd auf angebliche Kommunisten veranstaltete, die er besonders unter Filmschaffenden, Politikern und Militärs vermutete. Die zu diesem Zweck inszenierten Anhörungen wurden auch oft im Fernsehen übertragen. Wer die Aussage verweigerte, musste mit Berufsverbot rechnen. Als McCarthy sogar den Präsidenten Eisenhower verdächtigte, wurde er 1954 vom Senat entmachtet.
Gesellschaftlicher Umbruch: 1960er und 1970er
Die 1950er und 1960er Jahre waren geprägt von ökonomischer Prosperität sowie dem Auftreten der Bürgerrechtsbewegung der Afro-Amerikaner. Im Zuge eines gesamtgesellschaftlichen Umbruchs entwickelte sich in den 1960er Jahren auch eine starke Bewegung gegen den Vietnamkrieg und um 1970 auch eine starke Frauenrechtsbewegung und eine wachsende Schwulenbewegung, die (anders als in Europa) schnell gemeinsam von und für Schwule und Lesben gekämpft wurde. Durch diese Bewegungen modernisierten sich die gesellschaftlichen Werte der Vereinigten Staaten. Der Versuch einer Verfassungsänderung, welche die Gleichheit von Mann und Frau vorschreiben sollte, scheiterte jedoch. Sodomiegesetze, die bis 1962 die Praxis der männlichen Homosexualität in jedem Bundesstaat verboten hatten, wurden teilweise zurückgenommen, aber 1987 als der Supreme Court sie bestätigte, existierten sie noch in der Mehrheit der Bundesstaaten und wurden erst mit einer gegenteiligen Gerichtsentscheidung 2003 aufgehoben.
Die Watergate-Affäre um einen Einbruch in den Watergate-Gebäudekomplex der Demokratischen Partei, von dem Präsident Richard Nixon wahrscheinlich gewusst hat, und bei dem er die FBI-Ermittlungen zu behindern versuchte, entwickelte sich zum größten Skandal der US-amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Um der drohenden Amtsenthebung zu entgehen, trat Nixon 1974 zurück. Die Ölkrise 1974, die 200-Jahresfeier der Unabhängigkeit 1976 und die iranische Geiselkrise 1979 waren prägende Ereignisse für die 1970er Jahre.
1980er
In den 1970er und 1980er Jahren war ein Konjunkturabschwung und ein Verfall der Bausubstanz infolge von Kriminalität und Verwahrlosung zu verzeichnen. Zum Teil wurde auf die Kriminalität mit drakonischen Gesetzen wie dem kalifornischen „Three strikes and you are out“ geantwortet, das für das dritte Delikt (auch bei Bagatelldelikten) 25 Jahre Haft vorsieht. Die Haltung zur der in 38 der 50 Bundesstaaten gesetzlich vorgesehenen und von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung befürworteten Todesstrafe spielt bei der Volkswahl von Politikern, Richtern, Staatsanwälten und Sheriffs eine wichtige Rolle.
Politik
Hauptartikel: Politisches System der USA
Die USA haben ein präsidiales Regierungssystem mit einem Präsidenten (seit 2001 George W. Bush, 2004 wiedergewählt, Sohn von George Herbert Walker Bush, Präsident von 1989-1993) an der Spitze der Exekutive.
Die Legislative ist der Kongress. Er setzt sich aus gewählten Repräsentanten aller 50 Bundesstaaten zusammen. Laut Verfassung hat der aus zwei Kammern bestehende US-Kongress die Budgethoheit sowie das Recht zur Gesetzesinitiative. Der Kongress hat unter anderem infolge des ihm zustehenden Budgetrechts wesentlichen Einfluss auf die US-amerikanische Politik. Allein dem Kongress kommt das Recht zu, Bundesgesetze zu erlassen und Kriegserklärungen auszusprechen. Verträge mit fremden Ländern werden vom Exekutiv unterzeichnet, bedürfen aber der Ratifizierung durch die obere Kammer des Kongresses, den Senat. Bei wichtigen Ernennungen (z. B. zu Kabinettsposten oder Richterämtern des Bundes, insbesonders dem Obersten Gericht) muss der Senat den Vorschlag des Präsidenten ebenfalls bestätigen.
Die Mitglieder des Repräsentantenhauses werden für zwei Jahre gewählt. Jeder Repräsentant vertritt einen Wahlbezirk seines Bundesstaates. Die Anzahl der Wahlbezirke wird durch eine alle zehn Jahre durchgeführte Volkszählung festgelegt. Senatoren werden für sechs Jahre gewählt. Ihre Wahlen finden gestaffelt statt, das heißt alle zwei Jahre wird ein Drittel des Senats neu gewählt. Die Verfassung sieht vor, dass der Vizepräsident dem Senat vorsteht. Er hat dabei kein Stimmrecht, außer bei Stimmengleichheit.
Für den Fall der Abwesenheit des Vizepräsidenten benennt der Senat einen "Pro-Tempore-Vorsitzenden", einen Vorsitzenden auf Zeit. Die Mitglieder des Repräsentantenhauses wählen ihren eigenen Vorsitzenden, den "Speaker of the House". Der Sprecher (das Amt wird derzeit von Dennis Hastert bekleidet) und der Pro-Tempore-Vorsitzende (zur Zeit Senator Ted Stevens) sind Mitglieder der jeweils stärksten Partei ihrer Kammer.
Bevor eine Gesetzesvorlage zum Gesetz wird, muss sie sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat durchlaufen haben. Die Vorlage wird zunächst in einer der beiden Kammern vorgestellt, von einem oder mehreren Ausschüssen geprüft, abgeändert, im Ausschuss abgelehnt oder angenommen und danach in einer der beiden Kammern diskutiert. Sobald sie in dieser Kammer angenommen ist, wird sie an die andere Kammer weitergeleitet. Erst wenn beide Kammern die gleiche Version der Gesetzesvorlage angenommen haben, wird sie dem Präsidenten zur Zustimmung vorgelegt.
An der Spitze der Judikative steht als oberster Gerichtshof der Supreme Court. Die 1787 in Kraft getretene Verfassung, deren Bestimmungen einklagbar sind, hat eine große Bedeutung im politischen System der USA. Es spricht für den Erfolg und die Stabilität dieser Verfassung, dass sie bislang nur 27 Änderungen (Amendments) erfahren hat.
In den USA hat sich, durch das einfache Mehrheitswahlrecht begünstigt, ein Zweiparteiensystem gebildet. Diese Parteien sind die Demokraten und die Republikaner. Sie stellen bereits Koalitionen von unterschiedlichen Strömungen dar. Neue politische Strömungen versuchen eher, Einfluss auf die Abgeordneten beider Großparteien zu nehmen, als selbstständige Parteien zu gründen. Ein Beispiel hierfür sind die American Civil Liberties Union (Demokraten) oder die fundamental-christliche Moral Majority (Republikaner).
Kleinere Parteien wie die Grünen oder die Libertäre Partei sind unbedeutend, wenn auch bei Präsidentschaftswahlen mitunter die für den Kandidaten der Grünen abgegebenen Stimmen als – womöglich entscheidender – Nachteil für den demokratischen Kandidaten wahrgenommen werden. Einer der Hauptexponenten der Grünen Partei der USA ist Ralph Nader, der im In- und Ausland einen hohen Bekanntheitsgrad genießt.
Siehe auch: Gesellschaft der USA, US-Präsidentschaftswahlen 2004, Gerichtsorganisation in den USA
Innenpolitik
In den 1990er Jahren erlebten die USA unter dem demokratischen Präsidenten Bill Clinton (1993–2001) einen länger anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung ("New Economy"). Die weitere Verwahrlosung der Städte wurde aufgehalten - so erwachten die New Yorker Stadtteile Bronx und Harlem zu neuem Leben.
Einen wesentlichen Eingriff in die Sozialgesetzgebung gab es 1996, als der Bezug von Sozialhilfe auf zwei Jahre in Folge und insgesamt fünf Jahre verkürzt wurde. So kam es zu einem beträchtlichen Rückgang der Anzahl der Sozialhilfe-Empfänger.
Wichtige innenpolitische Themen sind auch in den USA der Strukturwandel der Wirtschaft und der Umbau der Sozialsysteme insbesondere der Gesundheitsfürsorge. Zudem spielen überwiegend moralisch-ethische Fragen wie das Recht auf Abtreibung, die Berechtigung der Todesstrafe, die politische Anerkennung von Homosexualität oder die Frage welche Rolle christliche Werte im öffentlichen Leben spielen sollen, eine wichtige Rolle.
Seit 1913 übernimmt das Federal Reserve System (Fed) die Aufgaben einer staatlichen Notenbank. Vorsitzender des Fed ist zur Zeit Alan Greenspan.
Gesundheitssystem
Das Gesundheitssystem der USA ist teilweise Weltspitze, in anderen Teilen aber in einem desolaten Zustand. Es werden jährlich etwa 1,8 Billionen US-Dollar für Gesundheit aufgewendet. Das ist im Vergleich zu Deutschland nahezu das Doppelte pro Kopf. Die Versorgungslage ist aber unzureichend: über 41 Millionen der ca. 293 Millionen US-Amerikaner sind nicht krankenversichert. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer an illegalen Einwanderern, die ebenfalls keine Krankenversicherung haben. Viele derjenigen, die versichert sind, müssen bei sämtlichen ärztlichen Leistungen zuzahlen, andere, die in einer HMO sind, müssen bürokratische Papierkriege und lange Wartezeiten bei einer Einschränkung der Arztauswahl erdulden. 1993 scheiterte Präsident Bill Clinton mit dem Versuch der Einführung einer gesetzlichen Krankenkasse.
Außenpolitik
Die Außenpolitik der USA ist von drei großen Traditionen geprägt, die wechselnd an Einfluss gewinnen: Dem Isolationismus, der Überzeugung, ein Vorreiter für Demokratie und Menschenrechte zu sein und diese auf der Welt zu verbreiten, sowie einer seit dem Zweiten Weltkrieg offenen Betonung der Rolle als Supermacht im Sinne des politischen Realismus.
Früher Isolationismus
Die frühe US-amerikanische Außenpolitik wurde von der 1823 verkündeten Monroe-Doktrin des Präsidenten James Monroe geprägt, die verkürzt auf den Nenner „Amerika den Amerikanern“ gebracht wurde. Sie postulierte, dass sich die europäischen Mächte aus dem amerikanischen Kontinent heraushalten sollten, bei gleichzeitiger Nicht-Einmischung der USA in die Angelegenheiten anderer Staaten. Ende des 19. Jahrhunderts waren die USA jedoch zur Großmacht aufgestiegen und die frontier, das heißt die Grenze zum "unzivilisierten" Westen, war 1890 für geschlossen erklärt worden.
Frühes 20. Jahrhundert
Der erste Schritt in Richtung einer imperialistischen Außenpolitik war der spanisch-amerikanische Krieg von 1898, der den USA die Philippinen, Puerto Rico, Hawaii und Kuba einbrachte. Eine offen interventionistische Politik betrieb Präsident Theodore Roosevelt (1901–1909), der das Recht der USA beanspruchte, sich in den lateinamerikanischen Staaten als „internationaler Polizist“ zu betätigen. Diese big stick policy äußerte sich zum Beispiel darin, dass die USA 1903 Panama aus Kolumbien herauslösten, um sich von dem neu gebildeten Staat die Souveränität über die Panama-Kanal-Zone abtreten zu lassen.
Während der Zeit der Weltkriege betrieben die USA die längste Zeit eine isolationistische Politik und traten erst nach der Verkündung des uneingeschränkten deutschen U-Boot-Krieges (1917) in den Ersten Weltkrieg ein. Das industrielle Gewicht der USA entschied den Krieg. Präsident Woodrow Wilson (1913–1921) reiste nach Europa, um dort eine Nachkriegsordnung zu etablieren. Sein 14-Punkte-Programm sah unter anderem die Beachtung des Selbstbestimmungsrechts der Völker sowie die Bildung eines Völkerbunds vor. Wilson konnte sich mit seinen Ideen bei Engländern und Franzosen aber nicht durchsetzen und der US-Senat verweigerte sogar den Beitritt zum Völkerbund.
1920 bis zur Nachkriegszeit
Während der nächsten zwei Jahrzehnte betrieben die USA wieder eine isolationistische Politik. Auch bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieben die USA zuerst neutral, jedoch wurde die formale Neutralität von Präsident F. D. Roosevelt schon ab März 1941 unterlaufen, da im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes (lend-lease bill) England massiv mit Waffenlieferungen unterstützt wurde. Am 7. Dezember 1941 traten die USA nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor in den Krieg ein. Kurz darauf erklärte das mit Italien und Japan verbündete Hitler-Deutschland den USA den Krieg. Wie schon im Ersten Weltkrieg brachte das industrielle Potenzial der USA die Entscheidung. Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 beendeten den Zweiten Weltkrieg. Bis heute heftig umstritten ist die Frage, ob die Atombomben-Abwürfe tatsächlich notwendig waren zur Erzwingung der japanischen Kapitulation. Japan hatte zu diesem Zeitpunkt den USA militärisch nichts mehr entgegenzusetzen, jedoch hätte eine US-amerikanische Invasion der japanischen Hauptinseln noch zu schweren Verlusten führen können.
Die USA waren maßgeblich an der Gründung der UNO am 26. Juni 1945 in San Francisco beteiligt, die noch im Einvernehmen mit der Sowjetunion stattfand. Bald jedoch zeichnete sich eine Konfrontation mit Stalin ab, die schließlich in den Kalten Krieg mündete. Durch den Präsidenten Harry S. Truman wurde eine Politik des „roll back“, das heißt der Zurückdrängung des Kommunismus verkündet, die in der „Truman-Doktrin“ ihren Ausdruck fand. Die sagte allen Ländern zur Bewahrung ihrer Unabhängigkeit Militär- und Wirtschaftshilfe zu. Dies war eine klare Abkehr von der isolationistischen Monroe-Doktrin und fand seinen Ausdruck in der Unterstützung von Griechenland und der Türkei, sowie dem Marshall-Plan, der Westeuropa wirtschaftlich auf die Beine helfen sollte. Der Kalte Krieg erreichte einen ersten Höhepunkt mit der sowjetischen Berlin-Blockade 1948/49, auf die die USA mit der Berliner Luftbrücke antworteten. 1949 wurde die NATO als Militärbündnis zwischen den USA, Kanada und Westeuropa gegründet.
Kalter Krieg
Es kam in den folgenden Jahrzehnten zu einem atomaren Wettrüsten zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt, das beiden Seiten ab den 1960er Jahren eine mehrfache „Overkill-Kapazität“ verschaffte. Gefährliche Konfrontationen des Kalten Krieges waren der Korea-Krieg (1950-53) und die Kuba-Krise (1962), bei der die Welt nur knapp einem Dritten Weltkrieg entging. Durch den Kernwaffen-Sperrvertrag (1968) und die SALT-Verhandlungen (1969) wurde versucht, die gefährliche Situation zu entschärfen.
Der Vietnam-Krieg, in den die USA 1964 (Tongking-Zwischenfall) offen eingriffen, nachdem sie zuvor schon Militärberater entsandt hatten, entwickelte sich zu einem militärischen und moralischen Fiasko, und die Niederlage wurde mit dem Abzug der US-Truppen 1973 besiegelt. Der beherrschenden Maxime der US-Außenpolitik, den kommunistischen Machtbereich einzudämmen, wurde in den 1960er und 1970er Jahren oft die Glaubwürdigkeit als Verbreiter demokratischer Werte geopfert. Es wurden Militärdiktatoren und Kleptokraten wie Somoza in Nicaragua, Pinochet in Chile, Marcos auf den Philippinen oder Mobutu in Zaire unterstützt, so lange sie nur antikommunistisch waren.
Nach dem Vietnam-Krieg zeigte sich eine Desorientierung und Ratlosigkeit der US-Außenpolitik, die im Schwanken zwischen einer Abkehr von Interventionismus und Demonstration militärischer Stärke (Carter-Administration) und dessen Gegenteil (nach der sowjetischen Invasion in Afghanistan) ihren Ausdruck fand. Unter der Reagan-Administration (1981-89) wurde (wie vor dem Vietnam-Krieg) wenig Rücksicht darauf genommen, ob die strategischen Verbündeten die Menschenrechte respektierten. Auch stellt sich die Frage nach einem hinreichenden Verständnis fremder Kulturkreise durch die US-Außenpolitik. Deren mangelnde Voraussicht zeigte sich auch darin, dass die US-Unterstützung oft den aus heutiger Sicht falschen Leuten zugute kam: So wurde nach dem Ausbruch des ersten Golfkriegs zwischen Iran und Irak (1980–88) aus Angst vor den Mullahs in Teheran der irakische Diktator Saddam Hussein (hauptsächlich durch Satelliten-Aufklärung) unterstützt, was sich später als schwerer Fehler erweisen sollte. In diesen Zusammenhang gehört auch ein Vorgang, der sich zum größten Skandal der Reagan-Ära entwickelte, die Iran-Contra-Affäre: 1986 verkauften die USA nach Vermittlung durch Sicherheitsberater Robert McFarlane und Oberst Oliver North Waffen (hauptsächlich Panzerabwehrraketen) auch an den Iran. Das daraus erlöste Geld wurde zur Unterstützung der Gegner der Sandinisten in Nicaragua, der so genannten Contras verwendet. Auch die Geld- und Waffenlieferungen an die Mujaheddin in Afghanistan erwiesen sich als zweischneidig: Das Ziel, die Sowjetunion in die Knie zu zwingen, wurde zwar erreicht, aber so auch radikal-islamische Gruppen gestärkt.
Unter Präsident Ronald Reagan (1981–89) strebte die ideologische Auseinandersetzung mit der Sowjetunion dem Finale zu. Reagan bezeichnete die Sowjetunion wiederholt in Anlehnung an religiöse Terminologie als „Reich des Bösen“ (evil empire), das es zu Tode zu rüsten gelte. Die Rüstungsausgaben wurden erhöht und ein so genanntes „Star-Wars-Programm“ (SDI-Projekt, Krieg der Sterne) aufgelegt. 1985 und 1986 traf er sich jedoch auch mit seinem sowjetischen Amtskollegen Gorbatschow zu Abrüstungsverhandlungen unter der Bezeichnung START (Strategic Arms Reduction Talks). Letztlich war diese Politik erfolgreich, denn mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion (1991) war der Kalte Krieg beendet. Die USA sind seither die einzige Supermacht und nach eigener Auffassung Ordnungsmacht der Welt.
Die Außenpolitik der Regierung Clintons
Präsident Clinton zeichnete verantwortlich für die US-Außenpolitik zwischen dem Ende des Kalten Krieges und dem Regierungsantritt von George W. Bush, und zwar mit der Hilfe von Außenminister Warren Christopher (erste Amtszeit) und Madeleine Albright (zweite Amtszeit), der ersten Außenministerin in der Geschichte der USA.
Beobachter haben von der Außenpolitik Clintons behauptet, er habe wohl das Ziel "die Sozialarbeit der Welt" zu übernehmen, da viele der Aktivitäten sich auf Werteänderungen in eher ärmere, strategisch nebensächlichen Ländern konzentrierten, darunter auch Somalia, Haiti, und Bosnien. Das Engagement in Somalia, unter George Bush sen. begonnen, hatte als Ziel die Entmachtung der Warlords, besonders Mohammed Aidids. Nachdem US-Fernsehsender Bilder übertrugen, die den Leichnam eines US-Soldaten zeigten, der durch die Straßen von Mogadischu geschleppt wurde, überließen die Sondereinsatztruppen das Land seinem Schicksal. Mit der Invasion Haitis 1994 wurde der demokratisch gewählte Jean-Bertrand Aristide an die Macht gebracht und der Militärdiktator Raoul Cedras abgesetzt; die weiteren Probleme des Landes, das 1915 bis 1934 unter US-Besatzung gelebt hatte und unter Cedras von einem Embargo der USA betroffen war, wurden nicht gelöst. Nachdem sich die europäischen Staaten als unfähig erwiesen hatten, nach dem Zerfall Jugoslawiens den Balkan zu befrieden, griffen US-Truppen 1995 und 1999 im Rahmen der Nato in Bosnien und Serbien ein, was den Sturz des Diktators Milosevic zur Folge hatte. Versuche, im Nahen Osten einen Frieden zwischen Israel und Palästina zu erreichen, erlitten mit dem Attentat auf Jitzhak Rabin einen großen Rückschritt und waren letztlich erfolglos. Clinton reagierte auf Provokationen des irakischen Diktators Saddam Hussein mit sporadischen Luftschlägen, sowie Vergeltungsschlägen gegen Einrichtungen im Sudan und Afghanistan nach Terroranschlägen auf die US-Botschaft in Nairobi und ein US-Kriegsschiff im Jemen, die man dem damals schon bekannten Al-Qaida-Netzwerk des Osama bin Laden zur Last legte. Diese Einzelaktionen, die zumeist im Kontext von UNO- oder NATO-Resolutionen stattfanden und bei den westeuropäischen Verbündeten zu keinen oder nur geringen diplomatischen Differenzen führten, wurden nicht vor der Öffentlichkeit als Teil eines dauernden Kriegszustands gerechtfertigt, wie es später mit George W. Bushs Krieg gegen den Terrorismus der Fall war.
Die Außenpolitik der Regierung George W. Bush und die Terroranschläge am 11. September 2001
Schon bald nach Amtsantritt von Präsident George W. Bush am 20. Januar 2001 zeigte sich dessen Neigung zum Unilateralismus, die im Misstrauen gegenüber multinationalen und multilateralen Institutionen ihren Ausdruck findet. Bush ist kritisch gegenüber der UNO eingestellt, der er die Unterstellung von US-Soldaten verweigert. Außerdem glaubt Bush, durch verbindliche Verpflichtung zur Einhaltung von multinationalen Verträgen die außenpolitische Handlungsfähigkeit der USA aufs Spiel zu setzen (Beispiel: Kyoto-Protokoll). Anklänge an diese neue republikanische Außenpolitik fanden sich schon Mitte der 1990er Jahre in Reden und Anträgen von Newt Gingrich und Jesse Helms. Weder bei "traditionelleren" Republikanern, wie Bob Dole, John McCain, oder Richard Lugar, noch bei den Demokraten fand diese Politik Zustimmung.
Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York sowie das Pentagon in Washington, die von radikalen Islamisten durchgeführt wurden, verkündete George W. Bush einen weltweiten Krieg gegen den Terrorismus, was zunächst auch in weiten Teilen der Bevölkerung Zustimmung fand. Bush erfand in Anlehnung an Ronald Reagan die Formel von einer "Achse des Bösen" (axis of evil), der er so genannte Schurkenstaaten (rogue states) zurechnet. Zu diesen zählt er den Iran, den Irak, Kuba und Nord-Korea.
Im Oktober 2001 wurde durch einen Feldzug in Afghanistan das radikal-islamische Taliban-Regime verjagt, das den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge, Osama bin Laden, beherbergt hatte. Ebenfalls im Namen des Krieges gegen den Terrorismus begann im März 2003 der Krieg (sog. Dritter Golfkrieg) gegen den Irak mit dem Ziel, den Diktator Saddam Hussein zu stürzen. Die USA warfen dem Irak u. a. vor, Massenvernichtungswaffen zu besitzen und Kontakte zu Bin Laden zu unterhalten, wodurch der Irak eine Bedrohung für die Welt gewesen sei.
Insbesondere der Krieg gegen den Irak ist völkerrechtlich umstritten, da er ohne ein explizites UNO-Mandat erfolgte und einige der Kriegsbegründungen (insbesondere der Verdacht auf den Besitz von Massenvernichtungswaffen und Kontakte zu Bin Laden) sich im Nachhinein als unzutreffend herausstellten, womit sich die Frage nach einer bewussten Täuschung der Weltöffentlichkeit durch die Bush-Administration erhebt.
Dem US-amerikanischen Militär gelang es schnell, den Irak militärisch zu besiegen und das Regime Saddam Husseins zu stürzen. Dennoch konnte der Irak bislang nicht befriedet werden. Zahlreiche zum Teil von Selbstmordattentätern durchgeführte Sprengstoffanschläge forderten auf Seiten der US-Truppen inzwischen mehr Todesopfer als die eigentlichen Kampfhandlungen bis Mai 2003, was dazu führte, dass sich einige Staaten der Koalition der Willigen bereits im Frühling 2004 wieder aus dem Irak zurückzogen. Im Juni 2004 wurde die Regierungsgewalt an eine irakische Übergangsregierung übergeben.
George W. Bushs Hinwendung zu einem strategischen Konzept der Präemption kann als Abkehr von der bisherigen US-amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik gewertet werden, die auf Abschreckung, Eindämmung sowie der Einwirkung der so genannten soft power (d. h. der Attraktivität ökonomischer und kultureller Einflussnahme) basiert hatte. Unter George W. Bush beträgt der Verteidigungsetat etwa 400 Milliarden US-Dollar, was bedeutet, dass das US-Militär-Budget so hoch ist wie das der in der Liste nachfolgenden neun Staaten zusammen.
Der Haushaltsansatz für Entwicklungshilfe betrug im Haushaltsjahr 2003/04 fast 20 Milliarden US-Dollar, ohne die Aufbauhilfe für Irak, die wiederum ebenfalls so groß ist. Als Anteil am Bruttosozialprodukt ist diese Summe relativ gering im Vergleich zu anderen Industrienationen, als absolute Summe jedoch das größte einer Nation auf der Welt. Von den 20 Milliarden US-Dollar gehen etwa die Hälfte an Israel und Ägypten (seit den Camp-David-Verträgen 1979). Andere Schwerpunkte sind Kolumbien, Bolivien, Peru, Afghanistan, Pakistan, Indonesien, die Türkei und Jordanien, unter anderem wegen des "Kriegs gegen den Drogenanbau" und des Kriegs gegen den Terrorismus.
Siehe auch: Außenpolitisches System der USA | :Kategorie:US-Außenpolitik | US-Interventionen im Ausland
Literatur:
- Christian Hacke: Zur Weltmacht verdammt, die amerikanische Außenpolitik von J.F. Kennedy bis G.W. Bush, Ullstein ISBN 3-548-36722-4
- Michael R. Beschloss / Strobe Talbott: Auf höchster Ebene, das Ende des Kalten Krieges und die Geheimdiplomatie der Supermächte 1989-91, ECON, ISBN 3-612-26166-5
- [http://usinfo.state.gov/usa/infousa/trade/files/98-916.pdf Congressional Research Service, Bericht an den Kongress zum Thema Entwicklungshilfe, 2004]
Gliederung
US-Interventionen im Ausland
Im Jahr 2002 gab es laut Zensus- und Volkszählungsbüro 87.900 lokale Regierungseinheiten in den Vereinigten Staaten, einschließlich Ortschaften, Kreise, Siedlungen, Schul- und andere Bezirke. Mehr als drei Viertel der Bürger der Vereinigten Staaten leben in großen Städten oder deren Vorstädten (Liste der Städte in den USA).
Liste der Städte in den USA
Ein County ist eine Untereinheit der meisten Bundesstaaten. In Louisiana heißen sie "Parishes" und in Alaska gibt es sie nicht, sondern lediglich statistische Unterteilungen. In Virginia und Missouri gibt es zudem Städte, die keinem County zuzuordnen sind. Bei Großstädten (z. B. Philadelphia) kommt es vor, dass die Grenzen von Stadt und County gleich sind; die Stadt New York nimmt sogar 5 Counties ein, die jeweils ein Borough sind. Es ist nicht selten, dass Städte und sogar Dörfer eine County-Grenze überschreiten. Die Regierungsformen der Counties und auch deren Befugnisse sind von Staat zu Staat sehr unterschiedlich, manchmal sogar innerhalb eines Staates, wenn der Landtag verschiedene Formen zur Auswahl vorgegeben hat. Manche erlassen Steuern, fast alle nehmen Kredite auf und treiben Steuern ein. Sie haben Angestellte, sind sehr oft für die Beaufsichtigung von Wahlen zuständig und bauen und unterhalten Straßen und Brücken (manchmal im Auftrag des Bundes oder Landes). Sozialhilfeprogramme werden teilweise von ihnen durchgeführt, aber teilweise von den Townships, die, insbesonders im Mittleren Westen nicht deckungsgleich mit den Kommunen sind, sondern aus 36 Quadratmeilen, die in der Landesvermessung aus dem 18. Jahrhundert bestimmt worden sind, bestehen.
Ein besonderer Aspekt bei manchen kleineren Städten, der selten und überwiegend in den Neuenglandstaaten vorkommt, ist das "town meeting". Einmal im Jahr – bei Bedarf auch häufiger – kommen alle registrierten Wähler einer Stadt zu einer öffentlichen Versa
VerbDas Verb (von latein.„verbum“: „Wort“ (siehe auch Indo-Europäischer Wortstamm wer-); auch Verbum, Zeitwort, Tätigkeitswort, oder – besonders im Elementarunterricht bei Kindern – Tuwort genannt) ist ein Wort, das normalerweise eine Handlung (zum Beispiel spielen, lachen, werfen), einen Zustand (glänzen) oder ein Geschehen (regnen, schneien, expandieren) ausdrückt.
Reihenfolge im Satz
Sprachen unterscheiden sich unter anderem in der Reihenfolge, in der die Bestandteile Subjekt, Prädikat und Objekt vorkommen.
Es gibt Sprachen, in denen die Wahl der Reihenfolge gar nicht oder nur teilweise eingeschränkt ist; im Deutschen sind im Aussagesatz sowohl die Bauweise Subjekt–Prädikat–Objekt: „Das Kind isst jetzt den Apfel“ als auch Objekt–Prädikat–Subjekt möglich: „Den Apfel esse ich jetzt nicht“. Selbst die Reihenfolge Prädikat–Subjekt–Objekt ist möglich: „Steht einer an der Straße und ruft: ‚Guck mal, ein Auto!‘“ Die Reihenfolge ist trotz der Freiheiten nicht willkürlich, sondern hat eine Bedeutung oder drückt eine Wichtung aus. Daneben hängt die Stellung auch von der Satzart (Aussagesatz, Fragesatz, Hauptsatz, Nebensatz) ab.
In der deutschen Sprache kann ein Verb andere Satzteile umklammern: einladen -> Ich lade die ganze Familie zum Geburtstag ein.
Es gibt auch Sprachen mit grammatisch fest vorgeschriebenen Reihenfolgen. So ist die Wortfolge eines Hauptsatzes im Englischen heute so vorgegeben: Subjekt–Verb–Objekt.
Transitive und intransitive Verben
Verben werden nach ihrem Gebrauch in transitive und intransitive unterschieden.
Transitive Verben beschreiben eine auf ein Objekt gerichtete Tätigkeit (z. B. „Sie liest die Zeitung.“) Sie haben ein Akkusativobjekt, das aber nicht immer sichtbar ist. Beispiele: „Herr Meier isst gerade.“ „Herr Meier isst den Salat.“
Intransitive Verben regieren kein Objekt. Beispiel: „Sie weint.“
Andere Satzergänzungen, z. B. Adverbiale, können hinzu kommen: „Ich wohne in der Stadt.“ „Die Tasse steht auf dem Tisch“. Hier sind „in der Stadt“ und „auf dem Tisch“ erforderliche Lokaladverbiale.
Es gibt auch einige Verben, die sowohl transitiv, als auch intransitiv sind. Z. B. sind dies: hängen, reißen, (ver-)brennen, riechen, schmecken, (zer-)brechen, stoppen, schmelzen, leuchten, scheinen, rauchen oder zünden.
Konjugation
Die Konjugation bezeichnet die Flexion (Rektion) von Verben in Person, Zahl, Zeit, Modus usw. Alles weitere siehe bei Konjugation.
Hilfsverben und Vollverben
Die größte Zahl der Verben sind Vollverben. Zur grammatischen Darstellung der zusammengesetzten Tempora (Zeiten), des Modus, des Passivs und in einigen Sprachen des Aspekts werden Hilfsverben verwendet (auch Kopula genannt). Hilfsverben gehören zu einer kleinen Klasse von Verben, die zusammen mit einem Vollverb eine grammatische Struktur bilden können. Die meisten Hilfsverben können auch selbständig gebraucht werden.
Beispiele für Vollverben
- Ich erschrecke.
- Du schreibst.
- Er gibt mir etwas.
- Ich belehre ihn.
Beispiele modaler Hilfsverben (Modalverben)
- Ich will schreiben.
- Ich möchte schreiben.
- Du darfst schreiben.
- Er kann schreiben.
- Sie muss schreiben.
- Es soll nicht essen.
Einige modale Hilfsverben können auch als Vollverb verwendet werden: Ich mag Kuchen. Er mag sein Brüderchen.
Ausdruck der Zeit mit Hilfsverben
- Ich hatte gekocht.
- Ich war mit dem Zug gefahren.
- Er ist damals durch Paris gefahren.
- Ich bin gelaufen.
- Ich werde ins Kino gehen. (Enthält zusätzlich Absichtserklärung.)
Iterativa
Iterativa (auch Frequentiva) sind Verben, die eine wiederholte Handlung ausdrücken.
Beispiele:
- clamitare (lat.) oft rufen (von clamare rufen)
- sticheln oft ein wenig stechen
Substantivierung
Auch in der deutschen Sprache können aus Verben durch die Substantivierung Substantive gebildet werden. Diese werden wie „normale“ Substantive verwendet (Deklination, Geschlecht). Substantivierte Infinitive haben immer sächliches Geschlecht und können nicht immer einen sinnvollen Plural bilden.
- gehen → das Gehen
- rennen → das Rennen (als Vorgang, Bedeutungserweiterung als Veranstaltung)
Substantivierung erfolgt gegebenenfalls auch durch Verwendung bestimmter Endungen.
- substantivieren → die Substantivierung
Auch aus von Verben abgeleiteten Partizipien können Substantive gebildet werden:
- gehen → gehend → der gehende Mann, die gehende Frau → der Gehende, die Gehende.
- verloben → der/die Verlobte.
Die Substantive behalten inhaltliche Eigenschaften des Verbes und erhalten syntaktische Eigenschaften der Substantive.
Bildung von Verben aus anderen Wörtern
In der deutschen Sprache und in einigen anderen können Verben aus Wörtern anderer Wortarten gebildet werden.
Beispiele:
- Aus Substantiv: der Geist -> herumgeistern, die Angst -> sich ängstigen
- aus Adjektiv: rot -> erröten, dumm->verdummen
Dabei tritt oft ein Bedeutungswandel auf, wie an den Beispielen zu sehen ist.
Verben können aus verschiedenen Wortarten zusammengesetzt sein: Er wollte darangehen, das Haus zu reparieren. Vergleiche aber als Wortgruppe: Ich will daran gehen und nicht hieran. Ich kann da gar nicht daran glauben.
Das Verb in der Morphologie, Semantik und Syntax
Das Verb ist semantisch, morphologisch und syntaktisch gekennzeichnet. Die semantische Kennzeichnung erfolgt durch das Merkmal der Prozessualität (Handlungen, bezeichnetes Geschehen, Nullprozess]]. Morphologisch ist das Verb durch einen Kanon von fünf spezifisch verbalen Kategorien und zwei nicht spezifischen Kategorien gekennzeichnet.
Spezifische verbale Kategorien
1. Aspekt
2. Genus verbi
3. Modus
4. Tempus
5. Person
Nichtspezifisch verbale Kategorien
6. Genus
7. Numerus
Syntaktisch ist das Verb durch die Position des Prädikats bezeichnet. Man unterscheidet infinite (ungebeugte), finite und partizipiale Formen des Verbs.
Slawische Sprachen (Slawinen) verfügen über Verben, die durch das Merkmal der Aspektualität gekennzeichnet sind. Die morphologische Kategorie des Aspekts ist ein System einander gegenüberstehender Formenreihen (Verbformen, Verbalformen), von denen eine den ganzheitlichen Prozess kennzeichnet (vollendeter Aspekt oder auch perfektiver Aspekt mit dem Merkmal der Totalität) und die andere das Merkmal des abgegrenzt ganzheitlichen Prozesses unausgedrückt lässt (unvollendeter oder auch imperfektiver Aspekt).
Die Aspektualität bezeichnet die Sichtweise des Sprechers auf ein Geschehen oder einen Sachverhalt.
Die Aspekte stehen in binärer Opposition zueinander. Das Merkmal des Prozesses der Totalität ist die abgegrenzte Ganzheitlichkeit. Die Form verhält sich dem gegenüber redundant (überflüssig).
Aktionsarten von Verben
Aktionsarten sind lexikalisch-grammatische Klassen von Verben, die eine bestimmte Modifikation der lexikalischen Bedeutung eines präfigierten Verbs (Verb mit Präfix) ausdrücken und dieses Verb in temporaler und quantitativer Hinsicht und in Bezug auf die Intensität durch spezielle Formenmittel modifizieren.
privative Opposition
Bei der privativen Opposition stehen sich ein merkmalhaftes, markiertes Glied (Glied 1) und ein nichtmarkiertes, merkmalloses Glied (Glied 2) gegenüber.
Aspekt: (Glied 1)+(Glied 2)+/- Totalität
Die Wahl des Aspekts ist objektiv bedingt durch die Situation und den Sachverhalt. Die Mehrheit der verben slawischer Sprachen tritt als Aspektpaar auf. Das Aspektpaar unterscheidet sich nur grammatisch, nicht lexikalisch. Die Bedeutung bleibt gleich. Das verb tritt lediglich in zwei Formen auf. Im Russischen zum Beispiel sind alle Verben durch das Merkmal der Aspektualität gekennzeichnet. Jedoch hat nicht jedes Wort einen Aspektpartner.
zweiaspektige Verben slawischer Sprachen haben ihren Ursprung meist
a) in einem Lehnwort oder
b) in Verben aus dem Altslawischen, die als Aspektsystem noch nicht ausgeprägt sind.
Aspektdefektivität
Von der Aspektdefektivität sind vollendete oder auch unvollendete Verben (Perfektiva oder Imperfektiva tantum) aber auch aterminative (nichtgrenzbezogene) Verben betroffen.
Bildung der Aspekte
Es gibt drei Möglichkeiten der Bildung von Aspekten.
1. durch Suffixe erfolgt Imperfektionierung
2. durch Präfixe erfolgt Perfektionierung
3. durch unterschiedliche Wurzeln erfolgt Suppletivierung
Siehe auch
- Ergativ
- Adjektiv, Substantiv
- Unregelmäßiges Verb bzw. Starkes Verb
- Regelmäßiges Verb bzw. Schwaches Verb
- verbal, nonverbal, verbalisieren, werben
Weblinks
-
- [http://www.verba.org www.verba.org] - Universaler Konjugator
- [http://www.verben.info www.verben.info] - Englische, spanische oder französische Verben uvm. online üben
- [http://www.soviseau.de/verben/verben.php www.soviseau.de/verben/verben.php] Scherzhafte Sammlung starker Verben
Kategorie:Grammatik
ja:動詞
simple:Verb
Takelage
Als Takelage oder Takelung bezeichnet man das Tauwerk, die Masten und Segel eines Bootes oder Schiffes. Bei der Takelage handelt es sich nicht - wie häufig angenommen - nur um das Tauwerk des Schiffes; die Takelage schließt vielmehr alles ein, was sich über den Bootsrumpf eines Segelschiffes erhebt.
Takelungsarten
Schiffes]]
Schiffes
Schiffes
Man unterscheidet heute folgende Takelungsarten:
- Slup
- Ketsch
- Yawl
- Schoner
- Gaffelschoner
- Kutter
- Bark
- Brigg
- Vollschiff
- Katboot
Geschichte
Entstehung
Wann und wo der Mensch zum ersten Mal einfache Boote mit Mast und Segel ausstattete, ist bislang unklar. Viele tausend Jahre waren ein einzelner Mast und ein einfaches Rahsegel die einzigen verwendeten Elemente einer Takelage.
Eine wesentliche Weiterentwicklung kommt erst während des römischen Reiches auf, der Bugspriet, der mehr wie ein bedenklich geneigter Fockmast aussah. Im Mittelmeerraum wo die Rudergaleere eine größere Rolle spielte, haben sich Mast und Segel anders entwickelt (Sichwort Lateinertakelung) als in Westeuropa, wo der Mast und das Rahsegel bis in das 15. Jahrhundert vorherrschend waren. Das laufende Gut war sehr einfach. Die zum Segelsetzen erforderlichen Fallen wurden einfach nach achtern geführt und dienten gleichzeitig als Backstag, indem sie den Mast beim Segeln stützten.
frühes Mittelalter
Im Mittelalter setzte man Bulinen an den Seitenkanten der sehr bauchigen Segel und führte sie nach vorne zu einem "Bugspriet" genannter Spiere, die über den Bug hinausragte. Das stehende Gut wurde mit Jungfern (siehe Liste seemännischer Fachwörter) und Taljereeps gespannt und mit Webleinen verbunden wodurch eine Leiter aus Tauen entstand, zum leichteren Auf-/Abentern. Am Masttopp (siehe Schema) erhielt das Segelschiff einen Gefechtsmars nach dem römischen Kriegsgott Mars weil in dieser Höhe die Bogenschützen / Granatwerfer (später Gewehrschützen) in Stellung gebracht wurden, um von dort aus auf das längseits liegende Schiff zu schießen / werfen.
11. - 15. Jahrhundert
In Skandinavien wird der Mars um 1150 in der Sage von "Snorres Konungssagor" erwähnt. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts begann man in Nordwesteuropa Segelschiffe mit zwei oder drei Masten zu bauen. Der Großmast erhielt seinen Platz in der Mitte des Schiffes und die zusätzlichen Masten wurden in den Vor- und Achterkastellen (bei Kämpfen am Bord hatte es sich erwiesen das man das Schiff besser so verteidigen konnte) aufgestellt. Diese Masten sind wohl so entstanden, dass man an diesen Masten anfangs Flaggen oder Banner gehisst hat und dass man ebenso schnell darauf gekommen ist kleine Segel an den Flaggenstöcken zu setzen. Diese kleinen Segel wurden anfangs von den Matrosen im Mars geführt, wo sich der Begriff "Marssegel"((engl. topsail) siehe Schema) ableitet. Dem Großmarssegel folgte bald ein weiteres am Fockmast. Anfangs waren sie sehr klein, nahmen aber ständig an Größe zu. Die Schothörner wurden an die Nocken der darunter befindlichen Rah geführt, so dass die Segel leichter bedienbar wurden. Das Lateinersegel was im Mittelmeerraum verwendet wurde, kam als Besan bei den großen Segelschiffen im Gebrauch.
Gegen Ende des Mittelalters wurde ein Rahsegel unter dem Bugspriet gesetzt, die Blinde(an einer Stenge befestigtes Segel unterhalb des Bugspriets), diese Blinde war es höchstwahrscheinlich, die einen Ausguck an einem höheren Platz notwendig machte, da sie bei der Schiffsführung die Sicht nach vorne nahm. Zum Ende des 15. Jahrhunderts kamen auch Segelschiffe mit vier Masten im Gebrauch. Die beiden achteren Masten führten im Allgemeinen nur Lateinersegel. Der kleine Besan "Bonaventura-Besan" (ein Mast um das Schiff beim Segeln am Heck runterzudrücken um mehr Druck auf das Ruder zu bekommen) reichte meist über das Heck hinaus. Die Segelfläche wuchs ständig.
16. Jahrhundert
In der Mitte des 16. Jahrhunderts bekamen die großen Segler ein drittes Rahsegel das Bramsegel (siehe Schema) am Fockmast und Großmast. Bis ungefähr zu dieser Zeit waren die Stengen feste Verlängerungen der Untermasten und konnten nicht bewegt werden. Ab 1570 begann man die Stengen beweglich einzusetzen und wurden mit einem Schlossholz (bewegliches Schiffbauteil am Mast) gesichert, so dass die Stengen aufgebracht und niedergeholt werden konnten. Diese Erfindung wird den Holländern zugeschrieben und wurde bald von allen Seefahrtsnationen übernommen.
17. Jahrhundert
Im 17. Jahrhundert wurde es üblich den Besanmast mit einem Marssegel (siehe Schema) auszustatten, und der Bonaventura-Besanmast wurde überflüssig, das "Vollschiff"(engl. full rigged ship) war geschaffen. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts dauerte es bis sich die Takelung so weit entwickelt hatte das jeder Mast die gleiche Anzahl von Rahen trug. Die Segelschiffe des 17. Jahrhunderts wurden mit niedrigem Bug und hohem Heck gebaut. Durch diese Bauart waren ihre Manövrierfähigkeiten bei Wind sehr schwer, und um die damit verbundene Luvgierigkeit zu verringern wurden mehr Vorsegel geführt. Zum Ende des 17. Jahrhunderts begann man Stagsegel (siehe Schema) zwischen den Masten zu führen und etwas später außen über den Bugspriet. Diese vorderen Stagsegel waren wegen der komplizierten Takelage der Blinde und Bovenblinde schwierig zu setzen. Das Stagsegel setzte sich aber durch. Zu beginn des 18. Jahrhunderts verschwand die Bugsprietstenge und das laufende Gut wurde schrittweise verlängert, um die Stagsegel einfacher bedienen zu können. Als die Bugsprietstenge verschwand, wurde eine neue Stenge am Bugspriet angebracht, der "Klüverbaum" war geboren.
18. Jahrhundert
Ein neues Stagsegel wurde an den Klüverbaum angebracht, Klüver genannt. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die große Lateinerrah des Besan durch eine Gaffel ersetzt. Der Besan wurde vergrößert und an einem über das Heck hinausragenden Baum gefahren. Unter dem Bugspriet wurde eine neue Spiere angebracht der Stampfstock ((Delphingeißel) siehe Schema), um die Verstagung des Klüverbaumes zu verbessern. Aus diesem Verbesserungen entwickelte sich eine neue Spiere mit einem Stagsegel (Außenklüverbaum) mit dem Außenklüver. Auf den großen Segelschiffen kam gleichzeitig eine vierte Rah über der Bramrah dazu, die Royalrah.
19. Jahrhundert bis Neuzeit
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde bei Segelschiffen das stehende Gut durch Draht ersetzt. Die riesigen Marssegel der Segelschiffe waren sehr schwer zu handhaben; insbesondere bei starken Wind, wenn ein Reff gesetzt werden musste. Um 1850 ging man dazu über, diese Marssegel zu teilen. Etwa zwanzig Jahre später fuhren die großen wie kleineren Segelschiffe doppelte Marsrahen und doppelte Bramrahen ((Unter- und Obermarssegel) siehe Schema). Zum Ende des 19. Jahrhunderts kam die Winde auf, so dass weniger Matrosen an Bord benötigt wurden, um die Rahen des Segelschiffes zu brassen.
siehe auch
- Entwicklungsgeschichte des Segelschiffs
- Liste seemännischer Fachwörter
Kategorie:Schiffbau
Pirat
Ein Pirat ist ein Räuber, der von einem Schiff oder Boot aus sein Opfer attackiert und ausplündert, wobei manchmal auch Küstenorte Angriffsziele sind. Manche Piraten arbeiten auch mit der küstennahen Bevölkerung zusammen, die das Strandrecht besitzt.
Geschichte
Bereits Homer schildert im 8. Jh. v. Chr. in seinen Epen Kaperfahrten zum Haupterwerb. Insbesondere die Küsten der Ägäis luden als Versteck und Schlupfwinkel geradezu ein. Korrespondenzen des Herrschers von Zypern aus dem 14. Jh. v. Chr. belegen Piraten an der kleinasiatischen Südküste. Ausgangspunkt soll vor allem Lykien in der heutigen Südwest-Türkei gewesen sein. Auch in vielen späteren antiken Quellen galt diese Region als Heimat von Piraten, die die Gewässer großer Teile des östlichen Mittelmeers unsicher machten. Die überhandnehmende Seeräuberei in der Ägäis wurde - laut Herodot und Thukydides - erstmals durch die kretische Marine bekämpft. Eine wahre Piraten-Plage z. Z. des römischen Imperiums veranlasste den Senat, Pompeius (67 v. Chr.) mit besonderen Vollmachten auszustatten. Sein regelrechter Seekrieg gegen die Piraten führte zum vorläufigen Ende der Piraterie (man soll jedoch nicht vergessen, dass das Imperium selbst Beutezüge unternahm, auch wenn diese nicht mehr den Namen Piraterie trugen); Byzanz, am Ende seiner Macht, wurde wiederum von arabischen Seeräubern beeinträchtigt.
Byzanz
Auf den Schiffen herrschte eine gewisse Form der Demokratie. So wurden oft wichtige Entscheidungen durch Abstimmungen der Besatzung getroffen. Ein Grund für den anfänglichen Zulauf zum Piratentum war die erbarmungslose Unterdrückung auf den offiziellen Handels- und Kriegsflotten der einzelnen Länder.
Als die Zeit der "klassischen Piraterie" kann man den Zeitraum zwischen etwa 1650 und 1730 bezeichnen, als Seeräuber europäischer Herkunft gestützt auf korrupte Gouverneure und Regierungsbeamte vor allem die Karibik unsicher machten. Nach Eliminierung ihrer Stützpunkte im karibischen Meer verlegten einige Piratenführer ihre Wirkungsstätte in den Indischen Ozean, wo in einem Teil der Insel Madagaskar eine Art Piratenrepublik (Libertalia) entstanden war, die bis etwa 1730 existierte.
Eine spezielle Form der Piraterie existierte im Mittelmeer. Diese ging hauptsächlich von den sogenannten Barbareskenstaaten aus, also den Staaten moslemischer Machthaber in Nordafrika (Tunis, Algier). In diesen Ländern wurde die Seeräuberei staatlich betrieben und war die Haupteinnahmequelle des Staates. Dieses Unwesen ging noch Ende des 18.Jahrhunderts so weit, dass einige europäische Länder (etwa die seinerzeit unabhängige Hansestadt Hamburg) aber auch die noch jungen USA sich lieber zu regelmäßigen Zahlungen an die Regierungen der "Barbareskenstaaten" verpflichteten, damit ihre Handelsschiffe nicht behelligt wurden.
Erst im Jahr 1830 setzte Frankreich diesem Treiben mit der Eroberung Algeriens ein Ende.
Weitere Namen und Synonyme
Libertalia
- Freibeuter waren staatlich geduldete oder gar beauftragte Piraten, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert auf Kaperfahrt gingen. Dabei hatten sie das verbriefte Recht (durch einen Kaperbrief), die Schiffe anderer Nationen aufzubringen, nicht jedoch Schiffe der eigenen Nation. Oft hielten sich die Freibeuter weder an Rechte noch an Pflichten, die in den Kaperbriefen festgelegt waren, ähnlich wie deren Aussteller.
- Seeräuber
- Korsar ist die im Mittelmeer gängige Bezeichnung (franz.) für Seeräuber gewesen.
- Bukaniere waren Piraten mit fester Basis in der Karibik, wie etwa der Insel Île de la Tortue (Tortuga). Sie sicherten ihren Lebensunterhalt aber auch durch Jagd im Hinterland.
- Als Flibustiere (Filibuster) bezeichnete man eine hauptsächlich aus Franzosen bestehende Vereinigung von Seeräubern, die im 17. Jahrhundert die Karibik heimsuchten. Später wurden dann generell Seeräuber und Freibeuter so bezeichnet.
:Mit dem Standortwechsel der Bukaniere von Hispaniola nach Île de la Tortue wählten weitere Piraten der Karibik Île de la Tortue als Basis. Sie bezeichneten sich nicht mehr als „Brüder der Küste“, sondern als Flibustier. Dieses Wort leitet sich von einem holländischen Wort ab, den vrijbuiters. Dieses Wort wandelte sich über das Englische freebooters und das Französische flibustiers, welches Wort die Engländer später übernahmen und in filibusters abwandelten. Die deutsche Sprache adaptierte letztendlich ebenso das französische Wort.
:Ab 1655 wurde Port Royal auf Jamaika zum zweiten Stützpunkt der Karibik-Piraten. Hier fanden vornehmlich englische Piraten ihren Stützpunkt, auf Île de la Tortue hauptsächlich französische. Port Royal wurde 1692 von einem Erdbeben und der nachfolgenden Flutwelle zerstört. Danach wichen die Piraten auf die Bahamas-Inseln (bis 1718) und nordamerikanische Häfen wie z. B. New York aus.
Symbole und Klischees
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