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Schottland

Schottland

Schottland (Gälisch: Alba, lat.-kelt.: Caledonia) ist ein Land im Nordwesten Europas und Teil des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland. Schottland besteht aus dem nördlichen Teil auf Großbritannien und mehreren Inselgruppen, nämlich den Shetlandinseln, Orkney und den inneren und äußeren Hebriden.

Geografie

Schottland bildet den nördlichen Teil der Insel Großbritannien und bedeckt etwa ein Drittel der Fläche. Schottland teilt sich in drei geografische Regionen auf: die Highlands, die Lowlands und die Southern Uplands. Der höchste Berg Schottlands (und ganz Grossbritanniens) ist der Ben Nevis, bei Fort William. Er gehört zu den Munros. Die südlich gelegenen Lowlands sind aufgrund des leichteren Zugangs zu diesen Regionen stärker von England geprägt. So ergaben sich die kulturellen Unterschiede in den beiden Gebieten. Die bevölkerungsreichste Gegend ist der sogenannte Central Belt zwischen Edinburgh und Glasgow.

Bevölkerung

Die Schotten stammen ethnisch von den Angelsachsen, Kelten und Skandinaviern ab, haben zum Teil aber auch irische Einflüsse. Die meisten sprechen Englisch oder Lowland Scots, auch als 'Lallans', d.h. 'Lowlands' bekannt. Eine Minderheit, größtenteils vertreten auf den westlichen Inseln, spricht noch schottisches Gälisch. Vor der Vereinigung mit England im Jahr 1707 wurde Lowland Scots in den Gerichten und im schottischen Parlament gesprochen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Schottlands
- seit ca. 10.000 v. Chr. erste Zuwanderung über die Landbrücke, welche bis etwa 4.000 v.Chr. die Britischen Inseln mit dem europäischen Festland verbindet und dann durch den Meeresanstieg aufgrund des Abschmelzens der eiszeitlichen Gletscher verschwindet. Die frühesten Einwohner sind mesolitische Jäger und Fischer bzw. ab etwa 4.500 v.Chr. einwandernde neolitische Bauern.
- 6.000 v. Chr. Früheste archäologische Hinweise auf menschliche Siedlungen und Kultstätten.
- 82-208 n. Chr. Die Römer marschieren mehrmals in die Region ein, können aber keine dauerhafte Herrschaft aufrichten. Der Hadrianswall wird in den Jahren 122 bis 128 zwischen den Mündungen von Tyne und Solway gebaut und wird zur endgültigen Nordgrenze von Römisch-Britannien.
- 503 Die Skoten, Kelten aus Irland, landen an der Westküste Schottlands.
- 843 Kenneth Mac Alpin vereint die Skoten und Pikten als eine Nation. Diese keltische Monarchie dauert bis zum Ende der Regentschaft von Macbeth im Jahre 1057.
- 1057 Malcolm III. tötet Macbeth und wird König. Unter seiner Herrschaft wird der englische Einfluss stark.
- 1296 Annexion Schottlands durch den englischen König Edward I.
- 1314 Schlacht von Bannockburn: Die Schotten unter Robert the Bruce schlagen die Engländer, angeführt von Edward II.
- 1320 Die Declaration of Arbroath wird aufgesetzt. Sie soll den Papst dazu bringen, die schottische Unabhängigkeit von England anzuerkennen. Der Papst akzeptiert die Erklärung.
- 1603 James VI. von Schottland, Sohn Maria Stuarts, wird König James I. von England. So werden die beiden Kronen vereinigt. Schottland und England bleiben separate Königreiche unter einem Monarchen.
- 1692 Beim Massaker von Glencoe werden 38 Mitglieder des MacDonald Clan auf Anordnung der englischen Regierung in einer Strafaktion ermordet. Dieses Ereignis hat sich tief in das schottische Nationalbewusstsein eingebrannt.
- 1707 Act of Union: Schottland wird formal mit England zum Königreich Großbritannien vereinigt. Schottland löst sein Parlament auf und schickt Abgeordnete ins Parlament von Westminster.
- 1746 Schlacht bei Culloden: Der von Prinz Charles Edward Stuart ("Bonnie Prince Charlie") angeführte letzte schottische Aufstand wird blutig niedergeschlagen.
- ab 1780 Highland Clearances: Beginn der Vertreibung von Kleinbauern ("Crofters") um Platz für Schafzucht zu schaffen.
- 1820 Die industrielle Revolution erreicht Schottland. Schiffbau, Kohlebergbau, Eisen- und Stahlhütten ersetzen die Textilwirtschaft als Schottlands Hauptindustrie.
- 1975 Das erste Öl wird von der Nordsee an Land gepumpt. Schottland wird ein Erdöl förderndes Land.
- 1997 Die schottische Bevölkerung stimmt mit überwältigender Mehrheit für ein eigenes Parlament mit begrenzten Kompetenzen innerhalb des Vereinigten Königreichs.
- 1999 Ein neues schottisches Parlament wird gewählt. Es wird in Zukunft über innerschottische Angelegenheiten und Einkommenssteuern entscheiden können. siehe auch: Prinzen von Schottland

Kultur

Der Dudelsack, die Kilts und der Whisky sind die bekanntesten schottischen Kulturgüter, wobei alle drei keinen schottischen Ursprung haben. Der Whisky wurde zuerst von katholischen Mönchen in Irland gebraut und ist dann im Rahmen von Missionierungen in Schottland gelandet. Der Dudelsack kommt aus Kleinasien und der Kilt wurde zuerst in London getragen. Shortbread (Butter-, Spritzgebäck), Haggis, Harris Tweed und das schottische Clansystem sind dagegen schottischem Urpsrung und auch weitläufig bekannt. Das Clansystem, vor allem in den Highlands, stellt eine schottische Besonderheit dar. Ein paar der bekanntesten Clans sind:
- MacGregor
- Stewart
- MacDonald
- MacLeod
- Robertson
- Campbell
- MacKenzie Regelmäßig finden die so genannten "highland games" (Hochlandspiele) statt. Es gibt keine offizielle Nationalhymmmne, jedoch wird traditionell Scotland the Brave verwendet; besonders bei Fußball- und Rugby-Spielen ist jedoch Flower of Scotland der schottischen Band The Corries zu hören.
- Siehe auch: Schottische Literatur

Religion

siehe auch:
- Free Church of Scotland
- Freie Presbyterianische Kirche Schottlands
- Scottish Episcopal Church

Schulsystem

siehe Schulsystem in Großbritannien

Wirtschaft

Schottland ist neben Irland das Zentrum der Whisky-Industrie. Die zweite dort gewonnene Flüssigkeit ist das Nordsee-Öl; das Zentrum der Erdölförderung ist Aberdeen. Hier hat das Ölgeschäft die Fischerei längst abgelöst. Hauptexportprodukt ist allerdings Computer Software. Als Beispiel ist z.B. Rockstar North zu nennen, welche ihre Büros in Edinburgh haben. Eine schottische Eigenheit gibt es bei der Währung. Zwar wird in Schottland, wie im Rest des Vereinigten Königreiches, in Pfund Sterling bezahlt - allerdings dürfen die drei großen schottischen Banken Bank von Schottland, Royal Bank of Scotland und Clydesdale Bank ihre eigenen Banknoten herausgeben. Zusammen mit den Noten der Bank of England gibt es in Schottland also vier verschiedene Geldscheine in jedem Nennwert.

Politik und Verwaltung

Schottland wird von einem "Ersten Minister" (vergleichbar einem deutschen Ministerpräsidenten) regiert. Seinen Amtssitz hat er in Edinburgh, wo auch das schottische Parlament seinen Sitz hat. Siehe auch:
- Verwaltungsgliederung Schottlands
- Traditionelle Grafschaften Schottlands

Literatur


- Markus Hilpert/Bernhard Kräußlich (Hrsg.), Schottland : eine sozial- und wirtschaftsgeografische Exkursion, Augsburg 2004, 252 S., ISBN 3-923273-55-X

Weblinks


- [http://www.visitscotland.com/ visitscotland] -- Offizielle Seite des "Scottish Tourist Board"
- [http://www.schottlandportal.de/ Das Schottlandportal] -- Allgemeine und spezielle Infos rund um Schottland
- [http://www.al2.ch/boeby/scot/ Eine Schottlandreise] -- Private Seite zur Reise durch Schottland mit dem Auto mit Bildern und Karte
- [http://www.schottlandgeschichte.de/ Schottlandgeschichte.de] -- Umfangreiche Zeittafel zur Geschichte sowie Informationen zum Land, zum Clan MacLeod und zum Whisky
- [http://www.scottishmusiccentre.com/ Musik in Schottland]
- [http://www.hebriden-online.de Schottische Hebriden]
- [http://www.scottishsundials.co.uk Schottische Sonnenuhren]
- [http://www.undiscoveredscotland.co.uk/ Undiscoveredscotland] -- Sehr umfangreiche Reiseseite über Schottland (engl.)
- [http://www.scottishdevelopmentinternational.com/ scottishdevelopmentinternational] -- Offizielle Seite der Wirtschaftsförderung als:Schottland ja:スコットランド ko:스코틀랜드 ms:Scotland simple:Scotland

Schottisch-Gälische Sprache

Die schottisch-gälische Sprache, (Gàidhlig ; veraltet auch „Ersisch“) gehört zu den keltischen Sprachen und wird heute auf Inseln der inneren und äußeren Hebriden, im Westen des schottischen Hochlandes sowie in Glasgow gesprochen. Nicht alle Sprecher, vor allem in Glasgow, sind allerdings Muttersprachler oder Erstsprecher. Praktisch alle Sprecher beherrschen auch das Englische. Sie gehört zum goidelischen Zweig der inselkeltischen Sprachen und ist eng mit dem Irischen und dem Manx verwandt. Die enge Verwandtschaft mit der irischen Sprache erklärt sich aus der Einwanderung von Skoten aus Irland nach Schottland seit dem 4. Jahrhundert. Schottisch-Gälisch ist nicht mit dem Scots zu verwechseln, das sich aus dem Angelsächsischen entwickelt hat und somit zu den germanischen Sprachen zählt. Die veraltete Bezeichnung „Ersisch“ bezieht sich darauf, dass das Schottisch-Gälische bis mindestens bis ins 17. Jahrhundert selbst von Muttersprachlern (z. B. von Martin Martin) als „Irisch“ bezeichnet wurde. Dies lag für die damaligen Sprecher vermutlich nahe, da das Irische bis in diese Zeit als Schriftsprache für das Schottisch-Gälische diente. Der Name „Ersisch“ (engl. „Erse“) selbst ist eine Verballhornung des Wortes Irish.

Geschichte

Etwa im 4. Jahrhundert sind irischsprachige Bevölkerungsgruppen, vorwiegend aus dem Kleinkönigtum der Dál Riata im Norden Irlands, ins nahe Schottland ausgewandert und haben sich dort dauerhaft angesiedelt. Jahrhundertelang existierten zwei kleine Reiche dieses Namens, eines in Irland und eines in Schottland. Zwar konnten die Einwanderer den weitaus größten Teil des schottischen Territoriums erobern, jedoch wurde Schottland in seiner Geschichte nie vollständig irisch- bzw. gälischsprachig. Die kulturellen Beziehungen nach Irland blieben bis ins 17. Jahrhundert sehr eng. Durch das gesamte Mittelalter hindurch wurde die weitgehend standardisierte irische Schriftsprache verwendet. Erste Belege für eine eigenständige Entwicklung des Schottisch-Gälischen sind im Book of Deer (wohl 10. Jahrhundert) enthalten. Aus dessen unregelmäßiger Orthographie gehen einige Hinweise auf eine eigenständige schottische Aussprache hervor. Es kann jedoch nicht sicher davon ausgegangen werden, dass zu dieser Zeit schon von einer eigenständigen Sprache die Rede sein kann. Zu dieser Zeit bildet das Schottisch-Gälische wohl lediglich einen Dialekt des Irischen. Erst das sogenannte Book of the Dean of Lismore aus dem frühen 16. Jahrhundert stellt einen sicheren Beleg dafür dar, dass sich das schottische vom irischen Gälisch soweit entfernt hat, dass zwei eng verwandte, aber getrennte Sprachen vorliegen. Diese Sammelhandschrift enthält Textpassagen in schottisch-gälischer Sprache, die in einer Orthographie geschrieben sind, die sich stark an der damaligen Aussprache des Scots orientiert. Durch diesen quasi „externen“ Blick auf die Sprache ergeben sich direkte Einblicke in die Aussprache der Zeit, die bei Verwendung der üblichen Orthographie so nicht möglich wären. Heute wird im Allgemeinen davon ausgegangen, dass die sprachliche Abtrennung des Schottischen vom Irischen zwischen dem 10. und dem 12. Jahrhundert begann, von einer eigenständigen Sprache aber erst ab dem 14. oder 15. Jahrhundert die Rede sein kann. Während das Schottisch-Gälische aus den südlichen und östlichen Gebieten Schottlands zum Teil bereits im Laufe des Mittelalters verdrängt wurde, setzte die Anglisierung in den westlichen Highlands erst im 18. und 19. Jahrhundert ein. Dieses Zurückdrängen der angestammten Sprache wurde vor allem durch äußere Einflüsse verursacht, beginnend mit dem Zusammenbrechen der Clan-Gesellschaft nach 1745 und besonders verstärkt nach Einführung der allgemeinen Schulpflicht im Jahre 1872 mit ausschließlicher Verwendung der englischen Sprache (die Verwendung des Gälischen im Unterricht oder auf dem Schulgelände wurde sogar oft bestraft).

Heutige Verbreitung

Die Zahl der Sprecher beträgt gemäß der Volkszählung von 2001 etwa 58.000. Das sind ungefähr 1 Prozent der Bevölkerung Schottlands. Als tägliche Umgangssprache wird Gälisch noch in abgelegeneren Gebieten der Hebriden und einigen wenigen Distrikten an der Nordwestküste des Hochlandes verwendet. In Glasgow (schott.-gäl. Glaschu, Ausspr. []) gibt es für eine Stadt verhältnismäßig viele Sprecher des Gälischen. Dort existiert auch eine gälischsprachige Vorschule und Schule, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die gälische Sprache auch bei der jüngern Generation zu fördern. Neben einer Handvoll wirklich zweisprachiger Grundschulen auf den Äußeren Hebriden wird Gälisch im Unterricht vor allem in sogenannten Gaelic-medium units (GMU) an 61 Primary Schools mit fast 2000 Schülern (Stand 2005) verwendet. Von diesen Schulen befanden sich 25 auf den Western Isles, 18 in Highland und 6 in Argyll and Bute. Die Altersstruktur und damit die Prognose der Sprache für die Zukunft ist nach wie vor eher ungünstig, da sie meist nur noch von Leuten über 40 Jahren im täglichen Gebrauch benutzt wird. Dennoch gibt es erfolgreiche Bestrebungen, das Gälische zu pflegen; so wird von der BBC und Scottish Television regelmäßig ein gälisches Programm (Kultur, Kindersendungen, u. ä.) mit englischen Untertiteln ausgestrahlt. Alle Sprecher des Gälischen sind bilingual (Englisch). Trotz der engen Verwandtschaft zum Irischen können Sprecher der jeweiligen anderen Sprache nicht ohne Probleme miteinander kommunizieren, weshalb sie oft gezwungen sind, als Lingua franca auf das Englische auszuweichen. Ferner wird schottisches Gälisch in Nova Scotia in Kanada gesprochen.

Besonderheiten der Sprache

Zu den Besonderheiten der schottisch-gälischen Sprache zählen, ähnlich wie bei anderen keltischen Sprachen, bes. dem Irischen und dem Manx, u. a. die Lenierung (etwa „Aufweichung“), die Nasalisierung sowie die Satzstellung (Prädikat – Subjekt – Objekt). Fragen werden durch bestimmte Fragepartikeln gebildet. Ähnlich wie in manchen nordeuropäischen Sprachen werden stimmlose Verschlusslaute prä-aspiriert (vorbehaucht): tapadh leat – („danke dir“): /'taxpa 'l´at/ Lenierung:

Grammatik

Ein kurzer Abriss über die Grammatik: Das schottische Gälisch ist, verglichen mit seiner direkten Vorstufe, dem Altirischen, einfacher; viele Dinge werden jedoch durch Idiome ausgedrückt, z. B. „X hat Y“ durch „X ist bei Y“ oder „X ist krank“ durch „Krankheit ist auf X“. Anders als andere indoeuropäische Sprachen besitzt Schottisch-Gälisch keinen Infinitiv, jedoch ein Verbalnomen, das viele Aufgaben des Infinitivs übernimmt. Eine Eigentümlichkeit ist auch das habituelle Konzept für Tätigkeiten, die regelmäßig wiederkehren oder allgemeingültige Fakten darstellen („die Erde ist rund“, „sie geht jeden Tag zur Arbeit“).

Phonologie


- 18 Buchstaben drücken (durch Kombinationen) 88 Laute (Phoneme) aus
- Lenierung (Weichmachung, gehört zu den Anlautmutationen) verändert Plosive (b, p, t zu [], [], []), Nasale (m zu []), Frikative (f, s zu [], []); verursacht wird sie z. B. durch grammatikalische Regeln, Unterscheidung der Genera, Kasus, bestimmte Präpositionen und vieles andere, wobei einige Fälle semantische Auswirkungen haben (z. B. Unterscheidung maskulin/feminin bei der 3. Person singular), andere nicht (z. B. Lenierung nach ro)
- im Irischen noch erkennbare Nasalisierung existiert nur noch als Echo, z. B. an còmhnaidh [] statt []
- stimmlose Plosive (p, t, c) erfahren in den meisten Dialekten eine Präaspiration (tapadh: []); auf Arran, an der Nordseeküste und in anderen Dialekten fehlt diese Präaspiration; daneben existieren mehrere Varianten: [hp, ht, hk], [xp, xt, xk] (Lewis), [p, t, xk], [hp, ht, xk]
- zwei Laute sind im Deutschen nicht geläufig: ao: [] und dh/gh: []

Verben


- es gibt keinen Infinitiv; nichtfinite Verbformen sind: Verbalnomen, Partizip Perfekt und Imperativ
- Verben werden bestimmt durch Person/Numerus (nur im Konjunktiv), Modus (Indikativ/Konjunktiv), Genus Verbi (Aktiv/Passiv) und Tempus; daneben existieren eine unabhängige und eine abhängige Verbform (letztere ist jedoch nur bei unregelmäßigen Verben verschieden von ersterer)
- das Verb dient als Antwort bei Ja/Nein-Fragen, indem es in der positiven bzw. negativen Form wiederholt wird: „gingst Du“ – „ging“ (an deach thu?chaidh)
- zwei Formen des Verbes „sein“: Verbum Substantivum „bi“ und Kopula „is“
  - Verbum Substantivum dient der Charakterisierung eines Substantives durch Adjektive und Phrasen: „X ist ...“
  - Kopula dient der Identifikation und Definition, dem Verbinden zweier Substantive: „X ist ein Y“
- Tempora
  - eigene Verbformen nur für Präteritum, Futur, (nur bei Verbum Substantivum) Präsens, Konjunktiv in den genannten Zeiten, Passiv in den genannten Zeiten, Relativfutur und unpersönliche Form
  - alle anderen Zeiten werden zusammengesetzt: Perfekt, Plusquamperfekt, Futur II
  - Präsens wird durch Progressiv (Verlaufsform) ausgedrückt: „X ist am Lesen“
- 10 unregelmäßige Verben (neben Verbum Substantivum und Kopula); dies sind gleichzeitig die am häufigsten gebrauchten Verben
- im Konjuktiv 1. Person Singular/Plural verschmelzen Verb und Personalpronomen zu einem Wort: sgrìobhinn (ich schriebe)
- habituelle, wiederkehrende Aktivitäten in der Gegenwart werden durch das einfache Futur ausgedrückt, bzw. in der Vergangenheit durch Konjunktiv

Substantive


- werden bestimmt durch 4 Kasus: Nominativ (Akkusativform ist identisch), Genitiv, Dativ und Vokativ sowie durch 2 Genera: Maskulinum und Femininum
- Genitiv- und Dativformen mancher Substantive und Adjektive werden durch Vokalumlautung im Wortinneren gebildet: altuilt, clanncloinn(e), gormguirm

Adjektive


- bis auf wenige Ausnahmen steht das Adjektiv hinter dem Substantiv, das es beschreibt

Präpositionalpronomen


- viele Präpositionen besitzen neben der einfachen Form mit Personalpronomen/Possessivpronomen verschmolzene Formen: an (in), annam (in mir), nam (in meinem)

Numeralia


- seit früher Zeit existieren bei den Zahlen von 11 bis 99 zwei Systeme nebeneinander: ein Zehnersystem und ein Zwanzigersystem; das Zehnersystem wird heutzutage jedoch nur in der Schule gelehrt und benutzt
- neben Kardinalzahlen und Ordinalzahlen existieren eigene Zahlwörter für Personen von 1 bis 10
- der indoeuropäische Dual ist noch erkennbar: Auf das Wort für „zwei“ folgt fast immer der Singular, jedoch folgt der Plural bei manchen Substantiven, die paarweise auftretende Körperteile bezeichnen. Außerdem leniert . Zusätzlich gibt es, wie im Deutschen, ein Paar (dithis).

Language Code

Der Language Code ist GD (nach ISO 639-1) oder GLA (nach ISO 639-2).

Weblinks


- [http://www.schottisch-gaelisch.de/ Schottisch-gaelisch.de] Gälischkurse in Deutschland
- [http://www.smo.uhi.ac.uk/ Sabhal Mòr Ostaig] Gälischkurse in Schottland, Isle of Skye (auf Gàidhlig/Englisch)
- [http://www.mona-nic-leoid.de/gaidhlig/index.html/ Private Seite zu Schottisch-Gälisch] Infos zum Gälischlernen
- [http://smo.uhi.ac.uk/gaidhlig/faclair/sbg/lorg.php/ Stòr-Dàta Briathrachais] Online-Wörterbuch Gàidhlig/Englisch
- [http://linguae-celticae.de/ Linguae Celticae] Übersicht über alle keltischen Sprachen, Links zum Sprachenlernen und zu Artikeln zur (sprach-)politischen Situation
- [http://www.taic.btinternet.co.uk/ Taic] Schottisch-Gälische Grammatik mit Übungen Kategorie:Einzelsprache Kategorie:Schottland

Großbritannien (Insel)

Die Insel Großbritannien liegt im Nordatlantik, an der nordwestlichen Küste des europäischen Kontinents. Mit einer Fläche von 229.850 km² ist die Hauptinsel die achtgrößte Insel der Welt sowie die größte Insel Europas und der Britischen Inseln, zu denen auch noch Irland, Faröer und die Insel Man gehören. England und Wales bildeten im Altertum die römische Provinz Britannia. Ein alter Name für die Insel Großbritannien ist "Albion" oder die heute gebräuchlichere Form "Albany". Dies bedeutet wohl "weiß" und bezieht sich auf die weißen Kreideklippen von Dover, die man normalerweise als erstes sieht, wenn man mit dem Schiff über den Ärmelkanal nach Großbritannien fährt. Ein historische Name im Gälischen für Schottland ist Alba. Politisch besteht Großbritannien seit 1704 aus den Staaten England, Wales und Schottland. Die Hebriden, die Orkney und die Shetlandinseln sind ebenfalls Teil Großbritanniens. Die Länder Großbritanniens bilden zusammen mit der Provinz Nordirland und den vielen Überseegebieten das Vereinigte Königreich. Großbritannien ist also nur Teil des Vereinigten Königreichs und nicht mit diesem gleichzusetzen. Die direkt der britischen Krone unterstehenden Kanalinseln und die Insel Man sind kein Teil des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland; Man und auch ganz Irland gehören jedoch zu den Britischen Inseln, die Kanalinseln dagegen nicht.

Warum „Groß“-Britannien?

Historisch gab es zwei Britannien: Die Insel Britannien und das Land Britannien im Norden Frankreichs, heute Bretagne genannt. Im Englischen werden sie als "Great Britain" und "Brittany" (soviel wie Britannchen, d.h. kleines Britannien) bezeichnet; im französischen wird ähnlich "Grande Bretagne" und "Bretagne" unterschieden. Allerdings wird heute im Englischen häufiger einfach "Britain" für Großbritannien gesagt

Englands Dominanz Großbritanniens

Seit England & Wales und Schottland im Jahre 1707 vereint waren, hat England immer die zentrale Rolle in allen nachfolgenden Staaten gespielt. Das wird auch deutlich, wenn die Krönung des britischen Monarchen dem englischen Ritual folgen, oder weil das britische Parlament der Struktur des englischen Parlaments folgt, und auch das ursprüngliche englische Parlamentsgebäude nutzt. Diese Dominanz ist aufgrund der viel höheren Bevölkerungszahl Englands leicht einsichtig.

Entstehen und Veränderungen der Bezeichnung Großbritannien

Der Begriff Großbritannien fand erstmals weite Verbreitung während der Regierung des Königs Jakob VI. von Schottland, der auch als Jakob I. England regierte; er bezeichnete die aus zwei Staaten, mit eigenen Parlamenten, unter einem Monarchen regierte Insel. Im Jahre 1707 wurden England und Schottland vereint, und die Bezeichnung Vereinigtes Königreich von Großbritannien ist für die Zeit von 1707 bis 1800 gebräuchlich. Im Jahre 1801 fand eine erneute Umgestaltung statt: Das vom englischen Königshaus regierte Irland wurde mit dem Vereinigten Königreich von Großbritannien zum Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland vereint. Als im Jahre 1922 26 der 32 irischen Counties die unabhängige Republik Irland bildeten, entstand das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland. Die Regierungsorgane im Vereinigten Königreich werden heute als britisch bezeichnet: "Der britische Premierminister" oder "das Britische Königshaus". Die häufig verwendete Bezeichnung englisch an gleicher Stelle ist falsch, da England als Staat seit 1707 nicht mehr existiert, außerdem auch nur einen Teil des Vereinigten Königreichs repräsentiert.

Gebiete Großbritanniens

Seit dem 16. Jahrhundert wuchs der Einfluss Großbritanniens bzw. des Vereinten Königreiches in der Welt ("British Empire"). Folgende Territorien oder Regionen stehen in engem Zusammenhang mit Großbritannien:
- England
- Schottland
- Wales
- Irland
- Nordirland
- Insel Man
- Cornwall Siehe auch: Vereinigtes Königreich, Greater Britain, Geschichte Großbritanniens Kategorie:Insel (Großbritannien) Kategorie:Geographie (Großbritannien) ja:グレートブリテン島 ko:그레이트브리튼 섬 simple:Great Britain

Orkney

Orkney (engl. Orkney Islands) ist ein aus ca. 70 kleinen Inseln und der Hauptinsel Mainland bestehender Archipel, der zu Schottland gehört. Er liegt durch den Pentland Firth getrennt etwa 16 km nördlich von Caithness im Norden von Schottland. Nur etwa 20 Inseln sind bewohnt. Die beiden wichtigsten Städte sind Kirkwall, als Verwaltungsort mit ca. 7.000 Einwohnern, und Stromness, als einer der beiden Fährhäfen vom "Festland" mit ca. 2.000 Einwohnern, beide auf Mainland. Die Einwohner der Orkney heißen Orkadier. Bei dem heute noch gesprochenen Dialekt handelt es sich um den Rest der zwischen 800 und 1700 verwendeten skandinavischen Sprache Norn. Die Orkney sind praktisch baumlos und niedrig (höchste Erhebung der Inseln ist mit 481 m der Ward Hill auf Hoy), auch wenn es Steilküsten von ca. 30 m gibt. Das Klima ist mild und vom Golfstrom beeinflusst.

Inseln


- Auskerry
- Burray
- Eday
- Egilsay
- Flotta
- Graemsay
- Holm of Papa
- Hoy
- Mainland (Pomona)
- North Ronaldsay
- Papa Westray
- Rousay
- Sanday
- Shapinsay
- South Ronaldsay
- Stronsay
- Westray
- Wyre

Vorgeschichte

Wyre Die belegte Geschichte der Orkney beginnt in der Steinzeit. Etwa 4.000 v. Chr. erreichten die ersten Bauern den Archipel. Noch heute können die Reste steinzeitlicher Bauten wie Skara Brae und Knap of Howar sowie Megalithanlagen (Blackhammer, Crantit, Cuween, Isbister - The Tomb of the Eagles, Knowe of Yarso, Maeshowe, Quoyness, Taversoe Tuick, Unstan Cairn und Wideford Hill) besichtigt werden. Steinkreise Ring of Brodgar, Brochs (Gurness, Midhowe) und Souterrains (Crantit, Grain Earth House, Rennibister) oder die mysteriöse Brunnenanlage von Mine Howe und der einzigartige Dwarfie Stane (ein Felsengrab) vervollständigen das Bild, das überraschende Parallelen mit Zeugnissen anderen Megalithkulturen in Europa und denen der Shetlandinseln zeigt. In Irland, Mykene, Portugal sowie auf Malta und Sardinien gibt es ähnliche Formen, wie auf den beiden Archipelen, die die Heimat der nördlichsten Megalithkultur sind. Im Südgrab auf dem Holm of Papa Westray sind Ritzungen, wie sie die spanische Almeriakultur hervorbrachte. Ganz deutlich zeigt der Westray Stone das seine Spiralen ihre Vorbilder im irischen Newgrange haben. Die Idolplättchen vom Jarlshof (Shetland) haben sogar mehrfache Parallelen im mediterranen Raum. Die ältesten bäuerlichen Siedler haben indes laut DNA-Untersuchung von Material aus den Megalithanlagen Cairns ihre nächsten kontinentalen Verwandten in Friesland und auch die Form und das Dekor einiger Keramiken weisen nach Mitteleuropa. Sh. auch Britische Megalithik

Geschichte

Britische Megalithik] Die neuzeitlichen Bewohner stammen von den Norwegern ab, deren König Harald I. die Inseln 876 besetzen ließ. Sie wurden von Christian I. 1468 James III. von Schottland als Mitgift für Margarethe I. von Dänemark versprochen. Eine der Hauptquellen für Personen und Ereignisse aus dieser Zeit ist die Orkneyinga saga. Mit Scapa Flow ist ein natürlicher Hafen, der von den Inseln umschlossen wird, in die Militärgeschichte eingegangen. Er hat bereits im Krieg gegen Napoleon eine wichtige Rolle gespielt und tat dies auch im 1. Weltkrieg und 2. Weltkrieg. Am 21. Juni 1919 versenkte sich in Scapa Flow die gesamte deutsche Kriegsmarine, die ihre Schiffe nach dem verlorenen 1. Weltkrieg eigentlich an die siegreichen Briten hätte übergeben sollen. Vier der Südinseln werden heute durch die so genannten Churchill Barriers verbunden. Im Zweiten Weltkrieg hatte Winston Churchill sie bauen lassen, um deutschen U-Booten die Durchfahrt unmöglich zu machen.

Kultur


- Der Schriftsteller und Dichter George Mackay Brown
- Der Schriftsteller Eric Linklater
- Der Schriftsteller Edwin Muir
- Der Komponist Sir Peter Maxwell Davies
- [http://www.stmagnusfestival.com/ Das jährliche St. Magnus Festival]

Literatur


- Walkowitz J.E.: Das Megalithsyndrom. 2003. ISBN 3-930036-70-3
- William P.L. Thomson: The new History of Orkney 1987,2001. ISBN 184183-0224 (eng.)
- Liv Kjorsvik Schei, Gunnie Moberg: The Islands of Orkney 2000. ISBN 1-84107-064-5 (engl.)

Weblinks


- [http://www.schaetze-der-welt.de/video.php?video=247&quality=80 Schätze der Welt: Orkney-Inseln: Die jungsteinzeitlichen Monumente auf den Orkney-Inseln - ein 14-Minuten-Video]
- http://www.orkneyjar.com/history/tombs/crantit/
Kategorie:Inselgruppe Kategorie:Geographie (Großbritannien) Kategorie:Schottische Grafschaft Kategorie:Unitary Authority (Schottland) Kategorie:Norwegen Kategorie:Archäologie ja:オークニー諸島 ko:오크니 제도

Großbritannien (Insel)

Die Insel Großbritannien liegt im Nordatlantik, an der nordwestlichen Küste des europäischen Kontinents. Mit einer Fläche von 229.850 km² ist die Hauptinsel die achtgrößte Insel der Welt sowie die größte Insel Europas und der Britischen Inseln, zu denen auch noch Irland, Faröer und die Insel Man gehören. England und Wales bildeten im Altertum die römische Provinz Britannia. Ein alter Name für die Insel Großbritannien ist "Albion" oder die heute gebräuchlichere Form "Albany". Dies bedeutet wohl "weiß" und bezieht sich auf die weißen Kreideklippen von Dover, die man normalerweise als erstes sieht, wenn man mit dem Schiff über den Ärmelkanal nach Großbritannien fährt. Ein historische Name im Gälischen für Schottland ist Alba. Politisch besteht Großbritannien seit 1704 aus den Staaten England, Wales und Schottland. Die Hebriden, die Orkney und die Shetlandinseln sind ebenfalls Teil Großbritanniens. Die Länder Großbritanniens bilden zusammen mit der Provinz Nordirland und den vielen Überseegebieten das Vereinigte Königreich. Großbritannien ist also nur Teil des Vereinigten Königreichs und nicht mit diesem gleichzusetzen. Die direkt der britischen Krone unterstehenden Kanalinseln und die Insel Man sind kein Teil des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland; Man und auch ganz Irland gehören jedoch zu den Britischen Inseln, die Kanalinseln dagegen nicht.

Warum „Groß“-Britannien?

Historisch gab es zwei Britannien: Die Insel Britannien und das Land Britannien im Norden Frankreichs, heute Bretagne genannt. Im Englischen werden sie als "Great Britain" und "Brittany" (soviel wie Britannchen, d.h. kleines Britannien) bezeichnet; im französischen wird ähnlich "Grande Bretagne" und "Bretagne" unterschieden. Allerdings wird heute im Englischen häufiger einfach "Britain" für Großbritannien gesagt

Englands Dominanz Großbritanniens

Seit England & Wales und Schottland im Jahre 1707 vereint waren, hat England immer die zentrale Rolle in allen nachfolgenden Staaten gespielt. Das wird auch deutlich, wenn die Krönung des britischen Monarchen dem englischen Ritual folgen, oder weil das britische Parlament der Struktur des englischen Parlaments folgt, und auch das ursprüngliche englische Parlamentsgebäude nutzt. Diese Dominanz ist aufgrund der viel höheren Bevölkerungszahl Englands leicht einsichtig.

Entstehen und Veränderungen der Bezeichnung Großbritannien

Der Begriff Großbritannien fand erstmals weite Verbreitung während der Regierung des Königs Jakob VI. von Schottland, der auch als Jakob I. England regierte; er bezeichnete die aus zwei Staaten, mit eigenen Parlamenten, unter einem Monarchen regierte Insel. Im Jahre 1707 wurden England und Schottland vereint, und die Bezeichnung Vereinigtes Königreich von Großbritannien ist für die Zeit von 1707 bis 1800 gebräuchlich. Im Jahre 1801 fand eine erneute Umgestaltung statt: Das vom englischen Königshaus regierte Irland wurde mit dem Vereinigten Königreich von Großbritannien zum Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland vereint. Als im Jahre 1922 26 der 32 irischen Counties die unabhängige Republik Irland bildeten, entstand das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland. Die Regierungsorgane im Vereinigten Königreich werden heute als britisch bezeichnet: "Der britische Premierminister" oder "das Britische Königshaus". Die häufig verwendete Bezeichnung englisch an gleicher Stelle ist falsch, da England als Staat seit 1707 nicht mehr existiert, außerdem auch nur einen Teil des Vereinigten Königreichs repräsentiert.

Gebiete Großbritanniens

Seit dem 16. Jahrhundert wuchs der Einfluss Großbritanniens bzw. des Vereinten Königreiches in der Welt ("British Empire"). Folgende Territorien oder Regionen stehen in engem Zusammenhang mit Großbritannien:
- England
- Schottland
- Wales
- Irland
- Nordirland
- Insel Man
- Cornwall Siehe auch: Vereinigtes Königreich, Greater Britain, Geschichte Großbritanniens Kategorie:Insel (Großbritannien) Kategorie:Geographie (Großbritannien) ja:グレートブリテン島 ko:그레이트브리튼 섬 simple:Great Britain

Lowlands

Die Lowlands (Tieflande) sind neben den Highlands (Hochlande) und den Borders (Grenzlande), auch Southern Uplands genannt, die dritte geographische Region Schottlands. Zu den Lowlands werden die zentralschottischen Städte Edinburgh, Glasgow und Dundee gerechnet.

Weblinks


- http://www.hp.europe.de/kd-europtravel/lowlands/lowlands.htm Kategorie:Schottland Kategorie:Geographie (Großbritannien) Kategorie:Historische Landschaft

Ben Nevis

Der Ben Nevis (Beinn Nibheis) ist mit 1.344 m der höchste Berg Schottlands und von Großbritannien. Er liegt im Westen Schottlands nahe der Stadt Fort William und zählt zu den 284 Munros. Eine Besteigung des Berges ist dank eines Wanderwegs relativ einfach. Die "Tourist Route" beginnt am Glen Nevis-Besucherzentrum, ca 2 km von Fort William entfernt. Allerdings gibt es eine Alternative über den benachbarten Carn mor Dearg, die einiges anspruchsvoller ist. Die Wanderung ist jedoch wegen des unbeständigen Wetters (an 300 Tagen im Jahr herrscht Nebel!) nicht ungefährlich. Schon einige Wanderer haben sich im Nebel verirrt und sind über eine Klippe gestürzt. Im Winter ist der Ben Nevis vorallem bei Eiskletterern ein beliebtes Wintersportgebiet. Von Fort William oder dem Glen Nevis aus ist der Gípfel des Bens nicht zu sehen. Die beste Aussicht bietet sich von Corpach aus, einige Kilometer nordwestlich von Fort William. Ben ist der gälische Name für Gipfel, Berg. Der Name "Ne-vis" hat seine Wurzeln - von "neamhaise" ("furchtbar") und "ni-mhaise" ("unschön"), was auch damit zu tun haben kann, dass man zu seiner Besteigung fast auf Meeresniveau beginnt und wieder herunter muss. Über seine "Erstbesteigung" gibt es keine Unterlagen. 1883 wurde ein Wetterobservatorium auf dem Gipfel gebaut, das 21 Jahre lang täglich das Wetter auf dem Gipfel dokumentierte. Noch heute sind die Ruinen auf dem Gipfel zu sehen. Die heutige "Tourist Route" stammt aus dieser Zeit und wurde als befestigter Pfad für Packpferde gebaut. Außerdem gab es kurz unter dem Gipfel ein Hotel, das noch bis zum ersten Weltkrieg in Betrieb blieb. Der Ben Nevis ist einer von drei Bergen, die beim National Three Peaks Challenge bestiegen werden. Dabei handelt es sich um ein Rennen, bei dem es gilt, innerhalb von 24 Stunden den jeweils höchsten Berg von Schottland, Wales (Snowdon) und England (Scafell Pike) zu besteigen. Außerdem findet hier seit 1951 jedes Jahr das "Ben Race" statt, bei dem hunderte von Läufern den Berg hinauf und hinunterrennen. Dieses Rennen geht auf den einheimischen Frisör William Swan zurück, der die Strecke 1895 in 2 Stunden 41 Minuten bewältigte. Der Berg besteht aus rund 400 Millionen Jahre altem magmatischem Gestein aus der Devon-Periode. Die 300 Meter hohe Nordwand ist die höchste Felswand in Großbritannien. Ben Nevis ist auch der Name einer Whyskybrennerei in Fort William. Ben Nevis ist zudem das Pseudonym eines deutschen Drei ???-Autors.

Weblinks


- [http://visit-fortwilliam.co.uk/webcam/ Ben Nevis Webcam]
- [http://uk.geocities.com/mountainlists/ Die Munros von Schottland]
- [http://www.bennevisdistillery.com/ Ben Nevis Whisky] Kategorie:Berg in Großbritannien ja:ベン・ネビス山

Fort William (Schottland)

Fort William (gälisch An Gearasdan - Die Festung) ist mit fast 12.000 Einwohnern die größte Stadt der westlichen schottischen Highlands. Sie liegt am Ufer des Loch Linnhe, am südlichen Ende des Great Glen. Durch die Nähe zum Ben Nevis, dem höchsten Berg Großbritanniens, ist Fort William eine touristische Hochburg mit Einkaufsstraße, Hotels und Pubs.

Geschichte

Die Stadt hat sich um eine 1650 durch Cromwell unter dem Namen Fort Inverlochy gegründete Festung entwickelt. 1690 wurde die Festung durch William III. in Fort William umbenannt. Während der Ort selbst zuerst den Namen Maryborough führte, dann in Gordonsburgh und später in Duncansborough umbenannt wurde, nahm er schließlich den Namen der Festung selbst an.

Tourismus

Tagesziele


- Ben Nevis, höchster Berg Großbritanniens
- Glen Nevis, sehenswertes Tal mit den Steall Falls (Wasserfällen) und dem Glen Nevis Besucherzentrum Ionad Nibheis
- West Highland Museum mit der Geschichte der Jakobiten und der Gegend
- Glen Coe, beeindruckendes Tal
- Old Inverlochy Castle, Burgruine von 1270
- Ben Nevis Distillery Visitors Center, schottische Whiskybrennerei
- Neptuns Staircase, Schleusenanlage am Kaledonischen Kanal mit 7 Stufen und Schwingbrücke
- Mallaig mit dem Jacobite Steam Train (Dampfzug), der über das Glenfinnan Viadukt führt (bekannt aus den Harry Potter Filmen)

Fernwanderwege

Fort William ist der Zielpunkt eines der bekanntesten Fernwanderwege Schottlands, dem West Highland Way. Außerdem ist Fort William auch der Startpunkt des Great Glen Ways, der unter anderem Loch Ness passiert.

Weblinks

[http://www.visit-fortwilliam.co.uk/fw_mainintro.html Die Homepage von Fort William und Lochaber] Kategorie:Ort in Schottland

Munro (Berg)

In Schottland werden Berge mit einer Höhe über 3000 ft (914 m) Munro genannt. Die Bezeichnung geht auf Sir Hugh Munro zurück, der 1891 erstmalig seine "Tables of the 3000ft (914m) Mountains of Scotland" herausgab. Die ursprüngliche Liste, welche von Sir Munro selbst allerdings nie komplett erwandert wurde (als er 1919 starb, fehlten ihm zwei Gipfel) ist inzwischen mehrfach überarbeitet worden. Dieses Buch wurde Grundlage für eine neue Sportart, dem Munro-Bagging. Nach der letzen Revision der Scottish Mountaineering Club 1997 gibt es in Schottland insgesamt 284 Munros. Kategorie:Physische Geographie Kategorie:Schottland

Kultur

Kultur (lat. cultura), Pflege (des Körpers, aber primär des Geistes), später im Kontext mit dem Landbau, aus colere, bebauen, (be)wohnen, pflegen, ehren, (ursprünglich etwa) emsig beschäftigt sein, ist die Gesamtheit der menschlichen Leistungen. Dies schließt einerseits physische Dinge wie Werkzeuge ein, aber auch die durch den Menschen hervorgerufene Veränderung der Natur, die geistigen Hervorbringungen der Menschheit wie Schrift und Kunst sowie die sozialen Organisationsformen, in denen die Menschen zusammenleben. Der Begriff der Kultur steht insofern in Zusammenhang mit dem Begriff der Zivilisation und der sie erhaltenden menschlichen Arbeit. Der Begriff wird einerseits generell auf die Menschheit als Ganzes bezogen, andererseits aber auch als Zusammenfassung der Lebensumstände einer bestimmten Ethnie oder Region (beispielsweise die amerikanische Kultur) oder historischen Phase (z.B. die minoische Kultur). Frühe Kulturen haben entscheidend mit der gesellschaftlichen Praxis der Ernährung ihrer Träger zu tun (Jäger- Hirten/Nomaden- oder Bauernkultur).

Definition

Das Wort Kultur (von lat. cultura: Landbau, Pflege, auch des Körpers und Geistes) bezeichnet im Deutschen: 1. die Pflege und Bebauung des Bodens, die Zucht von Bakterien - 2. die Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Lebensäußerungen einer Gemeinschaft bzw. eines Volkes und - bezogen auf einzelne Menschen - seine Bildung, Gesittung und verfeinerte Lebensweise. Kultur ist die Summe aller Bestrebungen, die Grundbedürfnisse der menschlichen Natur zu befriedigen; eingeschlossen sind die Hilfsmittel dazu sowie die Erträge dieser Leistung ( z.B. Arbeitsgeräte, Techniken, sittliche, religiöse und politische Ordnungen).

Weitere Definitionsmöglichkeiten

William James Durant gibt in seinem Werk (Kulturgeschichte der Menschheit) folgende populäre Definition. Dieser Kulturbegriff spart prähistorische Kultur aus: :"Kultur ist soziale Ordnung, welche schöpferische Tätigkeiten begünstigt. Vier Elemente setzen sie zusammen: Wirtschaftliche Vorsorge, politische Organisation, moralische Traditionen und das Streben nach Wissenschaft und Kunst. Sie beginnt, wo Chaos und Unsicherheit enden. Neugier und Erfindungsgeist werden frei, wenn die Angst besiegt ist, und der Mensch schreitet aus natürlichem Antrieb dem Verständnis und der Verschönerung des Lebens entgegen." Nach Albert Schweitzer ist Kultur "Fortschritt, materieller und geistiger Fortschritt der einzelnen wie der Kollektivitäten". Der Fortschritt bestehe "zunächst darin, dass für die Einzelnen wie für die Kollektivitäten der Kampf ums Dasein herabgesetzt" werde. Letztes Ziel der Kultur ist nach Albert Schweitzer "die geistige und sittliche Vollendung des Einzelnen": :"Der Kampf ums Dasein ist ein doppelter. Der Mensch hat sich in der Natur und gegen die Natur und ebenso unter den Menschen und gegen die Menschen zu behaupten. Eine Herabsetzung des Kampfes ums Dasein wird dadurch erreicht, dass die Herrschaft der Vernunft über die Natur sowohl wie über die menschliche Natur sich in größtmöglicher und zweckmäßigster Weise ausbreitet. Die Kultur ist ihrem Wesen nach also zweifach. Sie verwirklicht sich in der Herrschaft der Vernunft über die Naturkräfte und in der Herrschaft der Vernunft über die menschlichen Gesinnungen." (Albert Schweitzer, Kultur und Ethik, ISBN 3406392504, S. 35) Im engeren Sinne versteht man unter Kultur folgende Bereiche: Sprache, Literatur, Religion und Ethik, Medizin, Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft und Rechtsprechung. Die interkulturelle Kommunikation versteht unter Kultur ein gültiges Sinnsystem oder die Gesamtheit der miteinander geteilten verhaltensbestimmenden Bedeutungen. Wissenssoziologisch könnte man eine Kultur auch als das einem Kollektiv gemeinsame "Wissen" kennzeichnen, das heißt als die im Bewusstsein seiner Mitglieder verankerten Erwartungen hinsichtlich üblicher Verhaltensweisen, Werthaltungen, sozialer Deutungsmuster und Weltbilder die von Kulturschaffenden entwickelt und zu Allgemeingut wurden. Johann Wolfgang von Goethe ging sogar soweit, dass in seinem Kulturbegriff "weder die Kleidung noch die Eß- und Trinkgewohnheiten, weder die Geschichte noch die Philosophie, weder Künste noch die Wissenschaft, weder die Kinderspiele noch die Sprichwörter, weder das Klima noch die Landschaftsformen, weder die Wirtschaft noch die Literatur, weder das Politisch noch das Private noch der Hinweis auf ‚Schäden durch Abholzung der Berge’ fehlen." Neben der oben genannten Definition gibt es im allgemeinen Sprachgebrauch eine weitere Verwendung des Wortes im Sinne von Kultiviertheit, der stets aber Unkultiviertheit gegenübersteht, die es -da Kultur alles umfasst- eigentlich nicht gibt. Verschiedene Definitionen des Begriffes spiegeln verschiedene Theorien der Bewertung und des Verständnisses menschlichen Tuns wider. 1952 haben Alfred Kroeber und Clyde Kluckhohn eine Liste von über 200 verschiedenen Definitionen in ihrem Buch (Culture: A Critical Review of Concepts and Definitions) zusammengetragen. In der nordamerikanischen cultural anthropology (der in der englischen Sozialwissenschaft die social anthropology entspricht) wird culture ("Kultur") oft gleichbedeutend mit society ("Gesellschaft") benutzt (vor allem bei Stammesgesellschaften, vergleiche Anthropologie, Ethnologie und Soziologie).

Etymologie

Das Wort Kultur kommt aus dem Lateinischen. Das lateinische Wort cultura bedeutet Landwirtschaft, Feldbestellung, bebautes Land (zurückgehend auf das Verb colo, colui, cultus - pflegen) - als Gegensatz zu Natur - und so wurde das Wort Kultur bis ins 19. Jahrhundert verwendet, während für die heutige Bedeutung des Begriffes Kultur mehrheitlich das Wort Kunst seine Anwendung findet.

Entstehung der Kultur

Die vier entscheidenden Schritte des Menschen auf dem Weg zum Kulturwesen (Hominisation) sind vielleicht folgende gewesen, wobei sich der Übergang von der natürlichen zur kulturellen Weiterentwicklung nicht scharf trennen lässt und die Reihenfolge nicht chronologischen Anspruch erhebt.
- Die Entwicklung der Sprache (=>Sprachkultur)
- Die extensive Nutzung von Werkzeugen
- Die Zähmung des Feuers
- Die Entwicklung von expliziten Regeln und Formen des Zusammenlebens (Religion, Ethik, Diakonie und Medizin Rechtsprechung)

Entwicklung des Kulturbegriffs

Gelehrte des 18. und 19. Jahrhunderts und viele Menschen heutiger Zeit setzen Kultur gleich mit Zivilisation und sehen beides im Gegensatz zur Natur. So wurden Menschen, denen Elemente einer Hochkultur fehlten, oft als naturverbunden, bodenständig und im negativen Sinne als unzivilisiert bezeichnet. Die gehobene Kultur wurde kritisiert oder auch verteidigt, da sie angeblich die menschliche Natur unterdrücken würde. Kultur in Abgrenzung zur Barbarei war und ist teilweise heute noch definiert als das Fehlen ökonomischer Notwendigkeit und Betonung des Rituellen, so z.B. ein nach allen Regeln der Kunst gedeckter Tisch als Gegensatz zu ausschließlich "sinnvoller" Bestückung. Im späten 19. Jahrhundert plädierten Anthropologen für eine breitere Definition des Begriffes Kultur. Sie wollten das Wort auf eine Vielzahl von verschiedenen Gesellschaften anwenden können. Sie argumentierten, dass die Kultur der menschlichen Natur entspräche. Die Kultur habe ihre Wurzeln in der menschlichen Fähigkeit, Versuche systematisch auszuwerten und deren Ergebnisse in Schrift und Sprache weiterzugeben. 1 Deswegen entwickeln Menschen, die getrennt voneinander leben, einzigartige Kulturen. Trotzdem können sich Elemente verschiedener Kulturen heute leicht von einer Menschengruppe zu einer anderen ausbreiten. Es wurde also notwendig, methodisch und theoretisch nützlichere Definitionen des Wortes Kultur zu entwickeln. Dabei unterscheiden die Anthropologen zwischen einer
- materiellen Kultur und einer
- symbolischen Kultur (Schrift und Sprache). Der Unterschied spiegelt nicht nur verschiedene menschliche Tätigkeiten wider. Man braucht auch verschiedene Untersuchungsmethoden, um beide Bereiche zu beschreiben und zu untersuchen. In der Regel konzentrieren sich die Archäologen auf die materielle Kultur und die Kulturanthropologen auf die symbolische Kultur. Beide wollen aber letztendlich auch wissen, wie diese zwei Bereiche zusammenhängen. Darüberhinaus bezieht sich der Begriff Kultur für die Anthropologen nicht nur darauf, wie Güter verbraucht werden, sondern auch darauf, wie sie produziert werden und wie sie für die Menschen bedeutsam werden. Die Anthropologen wollen darunter auch die sozialen Beziehungen und Handlungsweisen verstehen, in welche die Dinge des täglichen Lebens einbezogen werden. 2000 wurde von Anthropologen gefordert, den Kulturbegriff auf Primaten auszudehnen. Kultur ist in Zeiten des Umbruchs und der Veränderung auch ein Modewort geworden: Kultur wird mit großem Aufwand als Event inszeniert und als ein wirtschaftlicher Impulsgeber konsumierbar gemacht ("Kulturalismus").

Verwandte Themen


- Alltagskultur
- Baukultur
- Enkulturation
- Gegenkultur
- Internetkultur
- Investmentkultur
- Jugendkultur
- Kulturkapitalismus
- Kulturalismus
- Kulturdarwinismus
- Kulturell Kreativ
- Kulturindustrie
- Kulturkreis
- Kulturschock
- Kulturtechnik
- Kultur und Entwicklung
- Mobilitätskultur
- Subkultur
- Tradition
- Unternehmenskultur
- Zivilisation

Siehe auch


- Aborigines-Kultur
- Afrikanische Kultur
- Arabische Kultur
- buddhistische Kultur
- chinesische Kultur
- christliche Kultur
- deutsche Kultur
- europäische Kultur
- französische Kultur
- indianische Kultur
- Indische Kultur
- islamische Kultur
- Israelische Kultur
- Japanische Kultur
- Koreanische Kultur
  - Südkoreanische Kultur
- Russische Kultur
- Schweizer Kultur
- Türkische Kultur
- US-Kultur

Antike Kulturen


- Ägyptische Kultur
- Gallo-römische Kultur
- Griechische Kultur
- Harappa-Kultur
- Keltische Kultur
  - Hallstatt-Kultur
  - La Tène-Kultur
- Minoische Kultur
- Mykenische Kultur
- Römische Kultur

Kulturen Alteuropas


- Aunjetitzer Kultur
- Baalberger Kultur
- Bandkeramik-Kultur
- Clovis-Kultur
- Dorset-Kultur
- Folsom-Kultur
- Fremont-Kultur
- Gaterslebener Kultur
- Girza-Kultur
- Helladische Kultur
- Hilversum-Kultur
- Hunsrück-Eifel-Kultur
- Indus-Kultur
- Koban-Kultur
- Kretisch-minoische Kultur
- Lausitzer Kultur
- Linearbandkeramische Kultur
- Maglemose-Kultur
- Megalith-Kultur
- Michelsberger Kultur
- Rössener Kultur
- Thule-Kultur
- Villanova Kultur
- Vlaardingen-Kultur
- Wessex-Kultur

Kulturen Altamerikas


- Amra-Kultur
- Badari-Kultur
- Cochise-Kultur
- Cucuteni-Kultur
- Mississippi-Kultur
- Mogollon-Kultur
- Naqada-Kultur
- Nazca-Kultur
- Negade-Kultur
- Nok-Kultur
- Pueblo-Kultur
- Talayot-Kultur
- Tisza-Kultur
- Vinča-Kultur

weitere


- Popkultur
- Postmoderne Kultur

Weblinks


- [http://www.turkologie.com/kultur/ Tuerkische Kultur, Aberglauben, Aussteuer..]
- http://www.111er.de/lexikon/begriffe/kultur.htm
- http://dickinson.edu/departments/germn/glossen/heft3/negt.html Was ist das: Kultur? (Vortrag von Oskar Negt)

Publikationshinweise


- Albert Schweitzer, Kultur und Ethik, ISBN 3406392504 ja:文化 simple:Culture zh-min-nan:Bûn-hoà

Edinburgh

Edinburgh [] (Dùn Éideann in schottischem Gälisch, deutsch auch Edinburg; [http://www.geo.ed.ac.uk/scotgaz/sounds/S565.WAV hier] kann man die richtige Aussprache erhören) ist seit 1492 die Hauptstadt von Schottland. Seit 1999 tagt hier wieder das schottische Parlament. Die Stadt mit ihren 435.790 Einwohnern (2005) liegt an Schottlands Ostküste und auf der Südseite des Firth of Forth. Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten sind das Schloss Edinburgh Castle, der Holyrood Palace und die National Galleries of Scotland. Edinburgh ist Schauplatz für das bekannte Edinburgh Festival, das jedes Jahr im Sommer kunst- und kulturinteressierte Besucher anzieht.

Sehenswertes

Edinburgh Festival Zu den markantesten Punkten der Stadt zählt die Burg Edinburgh Castle, die auf die Princes Street blickt und den Anfang der Royal Mile (auch High Street genannt) bildet, die an der St. Giles Cathedral (geweiht dem Stadtheiligen Ägidius von St. Gilles) vorbeiführt und beim Palace of Holyroodhouse endet, dem gegenüber sich auch der moderne Bau des schottischen Parlaments befindet. Im Fischgrätmuster öffnen sich die kleinen Gassen - den closes, courts, wynds - der Altstadt, die von größeren Marktplätzen durchzogen ist. Der Park Princes Street Gardens erstreckt sich zwischen dem erloschenen Vulkan, auf dem die Burg erbaut wurde und der Princes Street. Wo heute zwischen beiden der Park und der Bahnhof liegt, umgaben einst Sumpfland und Seen den Berg, was noch auf älteren Gemälden zu sehen ist. Mit der Princes Street beginnt die georgianische "New Town", die sich mit ihren rechtwinklig angelegten Straßen weiter nach Norden erstreckt. Botanisch interessant ist auch der Royal Botanic Garden Edinburgh nördlich des Stadtzentrums. Royal Botanic Garden Edinburgh Eine wunderbare Aussicht über die Stadt hat man von dem vulkanischen Hausberg Arthur's Seat. Der Aufstieg lohnt sich. Nicht ganz so anstrengend ist der Aufstieg zu den Salisbury Crags am Fuß des Berges - auch hier liegt einem Edinburgh zu Füßen. Im Hafen von Leith, am sogenannten Ocean Terminal, liegt die ehemalige königliche Yacht Britannia, die besichtigt werden kann.

Wirtschaft

Traditionell ist Edinburgh ein wichtiges Handelszentrum, das Schottland mit Skandinavien und Kontinentaleuropa verbindet. Die Bedeutung des Hafens von Leith hat allerdings in den letzten Jahrzehnten stetig abgenommen.

Kultur

Höhepunkt des kulturellen Lebens ist das sommerliche Edinburgh Festival (14.8. - 4.9.2005), das internationale Bedeutung im Bereich Theater und Musik erlangt hat. Die National Galleries of Scotland beherbergen repräsentative Sammlungen der europäischen Malerei mit einigen bekannten Highlights und zeigen wechselnde Sonderausstellungen.

Bildung

Edinburgh ist eine Stadt, die auch für ihre Universitäten bekannt ist. Es beherbergt gleich drei international bekannte Universitäten, nämlich die Napier University, die Heriot-Watt University und die University of Edinburgh, wobei letztere neben Universitäten wie Oxford oder Cambridge zu den besten Großbritanniens zählt.

Sport

Zwei Fußballklubs spielen in der obersten schottischen Liga; nämlich die rivalisierenden Vereine Hibernian Edinburgh und Heart of Midlothian, wobei der eine katholisch und der andere protestantisch ist. Ebenfalls in Edinburgh beheimatet ist das Murrayfield Stadium, das nationale Rugbystadion von Schottland, das im gleichnamigen Stadtteil liegt.

Berühmte Einwohner

Der schottische Reformator John Knox und der Mathematiker und Astronom John Napier wurden im 16. Jahrhundert in Edinburgh geboren. Auch der Philosoph und Historiker David Hume wurde in Edinburgh geboren und besuchte die Edinburgh University. Der geistige Vater von Sherlock Holmes, Arthur Conan Doyle, und der (Mit-)Erfinder des Telefons, Alexander Graham Bell, kamen beide in Edinburgh zur Welt. Der Physiker James Clerk Maxwell wurde hier geboren und ging in die renommierte Edinburgh Academy zur Schule und besuchte anschließend die Edinburgh University. Robert Louis Stevenson, der Autor der "Schatzinsel", fand warme Worte für die Stadt — bevor er für immer nach Samoa zog. Ein lebendiges Bild der Stadt zeichnete auch Sir Walter Scott in seinem romantisch-patriotischen Roman "The Heart of Midlothian". Der berühmte Schauspieler Sean Connery wurde in Edinburgh geboren und wuchs auch hier auf. Der britische Premierminister Tony Blair wurde hier geboren und besuchte die exklusive Privatschule Fettes College. Die Schriftstellerin Joanne K. Rowling schrieb den ersten Band der Harry Potter-Reihe in einem Café in Edinburgh. Außerdem sind die Inspektor Rebus Krimis des in Edinburgh lebenden Schriftstellers Ian Rankin hier angesiedelt. Der außerhalb Schottlands bekannteste Snooker-Spieler Stephen Hendry wurde in Edinburgh geboren.

Gleichnamige Städte

Schottische Auswanderer haben den Namen Edinburghs in die Welt getragen. Heute findet sich etwa:
- Edinburgh, Indiana, USA
- Dunedin, Neuseeland
- Dunedin, Florida, USA

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt


- George Hamilton-Gordon, 4. Earl of Aberdeen, britischer Staatsmann und Premierminister
- John Anderson (Biologe), schottischer Zoologe
- Alexander Graham Bell, britischer Sprechtherapeut, Erfinder und Großunternehmer
- Isabella Bishop, britische Reiseschriftstellerin
- Tony Blair, britischer Politiker und Premierminister Großbritanniens
- James Boswell, schottischer Schriftsteller und Rechtsanwalt
- Sean Connery, schottischer Schauspieler
- James Connolly (Gewerkschafter), irischer Gewerkschafter und Politiker
- Arthur Conan Doyle, britischer Schriftsteller
- Ron Flockhart, britischer Rennfahrer und Pilot
- Gordon Joseph Gray, Erzbischof von Edinburgh und Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- Nigel Gresley, britischer Dampflokomotivkonstrukteur
- Douglas Haig, 1. Earl Haig, britischer Generalfeldmarschall
- John Scott Haldane, englischer Physiologe
- William Theodore Heard, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- Stephen Hendry, schottischer Snooker-Spieler
- William Vallance Douglas Hodge, britischer Mathematiker
- David Hume, schottischer Philosoph, Ökonom und Historiker
- James Hutton, schottischer Naturforscher und Geologe
- Michael Innes, schottischer Krimi-Schriftsteller
- Jakob I. (England), König der Schotten, von England und Irland (Insel)|Irland
- Johnny Keating, ehemaliger schottischer Jazzmusiker und Orchesterleiter
- Alexander Gordon Laing, britischer Afrikaforscher
- John Law, Nationalökonom
- Leander Jameson, südafrikanischer Premierminister und Anführer des Jameson-Raid
- Joan Lingard, britische Kinder- und Jugendbuch-Autorin
- Alan Longmuir, Musiker
- Henry Mackenzie, schottischer Schriftsteller
- Bruce Marshall, schottischer Schriftsteller
- David Martin (Schottischer Politiker), Europaabgeordneter für die Labour Party
- James Clerk Maxwell, Schottischer Physiker
- William Topaz McGonagall, schottischer Exzentriker, Abstinenzler und Dichter
- Finlay Mickel, britischer Skirennläufer
- Allen Ramsay, Portraitist und Hofmaler von Georg III.
- Daniel Rutherford, schottischer Chemiker
- Walter Scott, schottischer Schriftsteller, der Historienromane schrieb
- Alastair Sim, britischer Schauspieler
- Chris Small, schottischer Snookerspieler
- Graeme Souness, englischer Fußballspieler und Fußballtrainer
- Robert Louis Stevenson, schottischer Schriftsteller
- Stuart Sutcliffe, Maler und Musiker, frühes Mitglied der Beatles
- D'Arcy Wentworth Thompson, britischer Mathematiker und Zoologe
- Thor Vilhjálmsson, Schriftsteller, Autor
- Allan Wells, britischer Leichtathlet
- Roy Williamson, Musiker und Instrumentenbauer

Weblinks


- [http://www.timeout.com/edinburgh/ Time Out: Edinburgh] - Führer durch die Stadt
- http://www.edpm.co.uk The Edinburgh Directory Project (MM) - Was ist los in der Stadt?
- http://www.waterofleith.edin.org/ - The Water of Leith Conservation Trust
- http://www.edinburgh-waterfront.com/ - Führer der Strandpromenade Shore Leith
- http://www.cajoda-edinburgh.com/ - Lokale Suchmaschine
- http://edinburgh-places.co.uk/ - Sehenswürdigkeiten, Restaurants etc.
- http://www.eicc.co.uk/ - Bilder aus Edinburgh
- http://www.edinburghfestivals.co.uk/ - Ein Führer zu den vielen Festivals in Edinburgh, darunter der berühmten Dudelsack-Militärparade
- http://www.edintattoo.co.uk/ - Dudelsack-Militärparade
- http://www.edinburghzoo.org.uk/ - Edinburgher Zoo
- http://www.hotdoc.de/europe/united_kingdom/scotland/edinburgh/homede.html - Stadtplan
- http://www.nms.ac.uk/nms/home - National Museum of Scotland
- http://www.natgalscot.ac.uk - Schottische Nationalgalerien ! Kategorie:Weltkulturerbe Kategorie:Unitary Authority (Schottland) ja:エディンバラ th:เอดินบะระ

Schotten

Die Schotten sind die Bewohner Schottlands, einem Teil Großbritanniens. Schottland besitzt zirka 5,3 Millionen Einwohner - das entspricht etwa 9% der Bevölkerung des Vereinigten Königreichs. Davon wohnen 65% im zentralen Lowland. 1,5 % der Schotten sprechen Gälisch; Hauptsprache ist Englisch.

Berühmte Schotten


- Gerard Butler
- Ewan McGregor
- Billy Boyd
- Maria Stuart
- James Clerk Maxwell
- Alexander Graham Bell
- Sean Connery
- Tony Blair
- Adam Smith
- James Watt
- Tommy Sheridan
- Alexander Hume
- Rob Roy
- Charles Edward Stuart (Bonnie Prince Charlie)
- William Wallace
- Robert the Bruce
- David Coulthard
- Jackie Stewart
- James Chalmers
- Robert Carlyle
- Robbie Coltrane Kategorie:Europäische Ethnie

Weblinks


- [http://www.schottlandgeschichte.de/beruehmte-schotten/ Schottlandgeschichte.de] -- Eine Zusammenstellung bedeutender Schotten
- [http://www.schottlandportal.de/content/gesKoepfeAllgemein.asp Das Schottlandportal] -- Berühmte Schotten alphabetisch geordnet

Kelten

Mit Kelten (lat. celtae, galli, griech. keltoi, galatai – die Tapferen, die Edlen) bezeichnete man schon in der Antike eine Gruppe von Völkern und Stämmen in Europa und Kleinasien, die sich durch kulturelle Gemeinsamkeiten und verwandte Sprachen auszeichneten. Auch die heutige Wissenschaft sieht in den keltischen Sprachen eine eigene indogermanische Sprachgruppe, während die Archäologie in den keltischen Stämmen in Mitteleuropa (vom Norden Spaniens bis nach Böhmen) kulturelle Gemeinsamkeiten während der jüngeren Eisenzeit (ca. 500 v. Chr.) sieht. Sie setzt im allgemeinen die Gruppe der antiken keltischen Stämme, sogenannte Zeit der „klassischen Kelten“, mit der La-Tène-Kultur gleich, die im 5.1. Jahrhundert v. Chr. weite Teile Mitteleuropas prägte. Der Name La Tène bezieht sich auf einen Fundort in der Nähe des Neuenburgersees (Westschweiz), wo in der Mitte des 19. Jahrhunderts reiche Funde gemacht wurden. Die La-Tène-zeitliche Kultur umfasst aber nicht das gesamte Ausbreitungsgebiet keltischer Gruppen und Sprachen nach der Überlieferung der Antike. Die Kelten haben wahrscheinlich die Seife erfunden und führten auch die exzessive Badekultur, die die Römer später pflegten, in Italien ein. In ihrer weitesten Ausprägung reichte die keltische Kultur von Irland, Südostengland, Nordspanien und Frankreich im Westen bis Westungarn im Osten, von Oberitalien im Süden bis zum nördlichen Rand der Mittelgebirge. Außerdem gab es das Siedlungsgebiet der Galater in Anatolien (heutige Türkei). In Galatien lassen sich zwar einzelne Latène-Fibeln nachweisen, doch kann dort nicht von einer keltischen Kultur im Sinne der Latène-Kultur die Rede sein; ausschlaggebend ist hier vielmehr ein spätantiker Beleg, wonach dort ein Dialekt ähnlich wie in der Gegend um Trier gesprochen wurde und die von der Antike bezeugte Einwanderung keltischer und thrakischer Stämme nach Anatolien. Es manifestierte sich auch in der Gleichsetzung der Bezeichnung für die Gallier in Frankreich und die Galater in Kleinasien. Irland erreichte nur sprachliche Einflüsse des Keltischen in der Spätantike, bzw. in frühchristlicher Zeit. Im Süden des keltisch geprägten Gebietes Mitteleuropas grenzte anfangs noch der etruskische, später der griechisch-römische Kulturkreis an, nördlich des keltischen Einflussgebietes waren germanische Stämme ansässig. germanische/450 v. Chr.)
Orange: weiteste Ausbreitung La-Tène-Kultur bzw. der keltischen Sprache (3. Jh. v. Chr.)]]

Geschichte

3. Jh. v. Chr. 3. Jh. v. Chr. Der Begriff Kelten geht auf griechische Überlieferungen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. zurück, die die Keltoi zum einen an den Quellen der Donau und zum anderen im Hinterland von Massilia (Marseille) identifizierten. Ihr Auftreten fällt mit der eisenzeitlichen Späthallstattkultur in Mitteleuropa zusammen. Diese Kultur hatte sich seit etwa 750 v. Chr. in einer Region zwischen Ostfrankreich und der Schweiz über Süddeutschland und Österreich bis Slowenien aus den ansässigen spätbronzezeitlichen Kulturen entwickelt, wobei teilweise Kontakte zur südeuropäischen Antike nachgewiesen wurden. Sie ist berühmt für ihre reich ausgestatteten Fürstengräber aus Süddeutschland und der Bourgogne (z. B. in Hochdorf an der Enz und Vix). In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts gerieten die Gesellschaften am nördlichen und westlichen Rand der Hallstattkultur zunehmend unter ihren Einfluss, übernahmen einen Teil ihrer Sitten und wurden ins hallstättische Beziehungsnetz eingebunden, wobei die Hunsrück-Eifel- und die Champagne-Marne-Region im Westen sowie die Gegend um den Dürrnberg in Österreich bei dieser Entwicklung eine besondere Rolle einnahmen. Der Hallstattkultur folgt die als keltisch zu bezeichnende La-Tène-Kultur (ab ca. 480 v. Chr. bis 40/0 v. Chr., je nach Region), deren Kunststile durch mediterrane Vorbilder geprägt sind. Die La-Tène-Zeit stellt die Blüteperiode keltischer Kultur dar. Erste Aufenthalte von Kelten im damals v. a. etruskisch geprägten Oberitalien sind ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. nachweisbar. Während der ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. einsetzenden Wanderungswellen wird die keltische Kultur in Nordspanien und Portugal fassbar, wobei hier kein Verdrängen ortsansässiger Kulturen nachgewiesen werden kann. Ein allmähliches Annehmen mitteleuropäischer Kulturelemente durch die ansässige Gesellschaft ist weit wahrscheinlicher. Die in Nordspanien und Portugal lebenden Menschen der späten Eisenzeit werden deshalb auch als Keltiberer bezeichnet. Keltische Gruppen ließen sich in Oberitalien und der Poebene nieder, von wo aus sie zu Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr. u. a. Rom angriffen. Die Belagerung Roms unter dem keltischen Heerführer Brennus (wahrscheinlich 387/386 v. Chr.) hinterließ bei der späteren Weltmacht ein lang anhaltendes Trauma. Andere Stämme drangen über Südosteuropa und den Balkan nach Griechenland und Kleinasien vor, begegneten Alexander dem Großen und plünderten Delphi. Ein Stammesteil ließ sich schließlich in Zentralanatolien nieder und wurde als Galater noch Jahrhunderte später im Neuen Testament erwähnt. Ab der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. wurden vom Osten ausgehend Oppida, d. h. Städte gegründet. Die keltische Oppidakultur erlebt ab Ende des 2. bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. ihre Blüte, wobei sie aufgrund ihrer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Differenzierung, hochentwickelter Handwerks- und Kunstfertigkeit sowie Fernhandel die Stufe zur Hochkultur erreichte. Lediglich das Fehlen einer allgemeinen Schriftlichkeit steht dieser Bezeichnung entgegen. Man darf aber von einer exakten Weitergabe mündlichen Wissens im Bereich der keltischen Stämme ausgehen. Die größte Ausbreitung erreichten die Kelten um 200 v. Chr.. Im Osten ihrer Siedlungsgebiete, d. h. im weitesten Sinn „rechtsrheinisch“, verschwand die keltische Kultur in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. weitgehend, was vielleicht mit dem Vorrücken germanischer Stämme nach Süden zusammenhängen könnte. Dagegen überlebte die keltische Lebensart in Gallien und südlich der Donau in Rätien – sowie u. a. auch im heutigen Rheinland-Pfalz, Saarland und Bayern – nach Eroberung durch die Römer unter Caesar noch einige Jahrzehnte und ging mit zunehmender Romanisierung etwa seit der Zeitenwende in der relativ eigenständigen gallo-römischen Kultur auf. Der Ursprung der Kelten auf den britischen Inseln ist umstritten. Spuren einer Einwanderung sind für den Großteil der Inseln unbekannt und bis auf den Südosten Englands auch wenig wahrscheinlich; eventuell waren die britischen Inseln jedoch darüber hinaus sprachlich mit dem keltischen Festland verbunden. Dennoch besteht auf den britischen Inseln eine keltisch geprägte Kultur, wobei die Zuordnung hier insbesondere aufgrund linguistischer Annahmen erfolgt. Nur in Südost-England sind für das 1. Jahrhundert v. Chr. auch archäologische Zeugnisse der „klassischen“ kontinentalen keltischen Kultur nachzuweisen. Dieses Inselkeltentum blieb in den Randzonen Wales und Cornwall noch bis ins 5. Jahrhundert n. Chr. eigenständig und wandelte sich erst im Zuge der folgenden Christianisierung. Die frühe Christianisierung erfolgte aber vorwiegend durch keltisch geprägte Mönche, die keltische Sprache und kulturelle Einflüsse auch nach Irland trugen.

Wissenschaftliche Kontroverse

Je nach Fachgebiet oder Sichtweise werden mit dem Begriff Kelten entweder Stämme mit einer ähnlichen materiellen Kultur (archäologische Definition) oder eine mittel- und westeuropäische Sprachengemeinschaft der Eisenzeit (sprachwissenschaftliche Definition) bezeichnet. In der Forschungspraxis werden die beiden Definitionen häufig nicht deutlich genug geschieden. Grundsätzlich ist es fraglich, ob die Kelten eine Ethnie, d. h. ein geschlossenes Volk bildeten. (s. a. Volk, Ethnie, Ethnogenese). Iren, Schotten, Waliser und Bretonen definieren sich in neuerer Zeit vor allem aus einer Abgrenzung gegen Engländer oder Franzosen als Kelten. Dabei diente die frühe sprachwissenschaftliche Definition des 18. Jahrhunderts als Legitimation: Der Kelten-Begriff hat sich hier auf eine völlig andere Region und Bevölkerung verschoben, deren Gemeinsamkeit mit den Festlandkelten der vorrömischen Eisenzeit vor allem darin besteht, dass die frühe Sprachwissenschaft sie einer gemeinsamen Gruppe zugewiesen hat, deren Bezeichnung als "keltisch" aber relativ willkürlich ist. Dieser Artikel geht vor allem von den Erkenntnissen der archäologischen Wissenschaft aus, die auf die Ausbreitung und Ausprägung der La-Tène-Kultur fokussiert. Ein besonderes Kapitel ist das nachantike und frühmittelalterliche keltische Selbstverständnis verschiedener Randgruppen und Nachbarn des zerfallenden Römischen Reiches. Die Erinnerung an gemeinsame Kämpfe gegen das Römische Reich sowie verbindende geschichtliche Ereignisse, überliefert in Mythen und Sagen, werden in der mittelalterlichen Literatur und Kunst tradiert und romantisch verklärt.

Allgemeines

Die Kelten vermieden es vermutlich bewusst, gesellschaftliche, religiöse oder ihre Tradition betreffende Inhalte schriftlich festzuhalten – wie beispielsweise Caesar berichtet. Es gibt aber sowohl eine Reihe Inschriften in griechischer Schrift als auch archäologische Nachweise von Schreibgerät aus den spätkeltischen Oppida, die Schriftlichkeit – besonders in wirtschaftlichen Belangen – und eventuelle Fremdsprachenkenntnisse, zumindest der Oberschicht, nahe legen. Trotzdem beruhen die Kenntnisse über die Kelten auf der Geschichtsschreibung ihrer mediterranen Nachbarn (antikes Griechenland, Römisches Reich) sowie auf archäologischen Funden. Die spätantike/frühmittelalterliche Ogham-Schrift, die z. B. von irischen Grab- und Grenzsteinen des 4.-7. Jahrhunderts n. Chr. bekannt ist, scheint nur wenigen Eingeweihten bekannt gewesen zu sein und nur begrenzte Aussagemöglichkeiten gehabt zu haben.

Wirtschaft

Die keltische Wirtschaft basierte auf Ackerbau und Viehzucht. Auf kleinen, umzäunten Äckern wurden Getreide (Emmer, Dinkel, Gerste, Hirse) und Leguminosen (Saubohnen, Erbsen, Linsen) angebaut. Bekannt waren u. a. Löwenzahn, Brennnessel, Rübe, Rettich, Sellerie, Zwiebel und Kohl. Aus archäologischen Funden (Speiseresten) in Hallstatt lässt sich etwa ablesen, dass die Kelten ein noch heute in Österreich übliches Gericht gegessen haben, „Ritschert“, einen Eintopf aus Rollgerste und Bohnen. Da das lateinische Wort für Bier (cervisia) ein keltisches Lehnwort ist, wird vermutet, dass die Kelten das Brauen beherrschten. Römische Autoren beschreiben das Getränk allerdings mit deutlichem Abscheu. In Hochdorf und dem Glauberg ist Met archäologisch nachgewiesen (Pollenfunde). Wichtigstes Haustier war das Rind, welches neben der Lieferung von Fleisch, Milch (Käse) und Leder auch unabdingbar bei der Ackerbestellung war. Daneben wurden Schafe (Wolle) und Schweine gehalten; Hunde kannte man ebenfalls als Nutztiere (Hütehunde und Jagdhunde). Pferde waren ein Statussymbol und bei Kriegszügen wichtig und wurden wahrscheinlich von einigen Stämmen intensiver gezüchtet. Von Bedeutung für die keltische Wirtschaft war auch der Bergbau. Bergbau auf Salz ist eindeutig nachgewiesen. Eisengewinnung und -verhüttung ist zu vermuten. Es fehlen hier aber aus den Mittelgebirgen meist die letzten Beweise eines eisenzeitlichen Eisenerzabbaus. Aufgrund der reich ausgestatteten Hügelgräber der späten Hallstattzeit („Fürstengräber“) kann vermutet werden, dass die Gesellschaft auf lokaler Ebene einem „Fürsten“ unterstand. In der späten La-Tène-Zeit hatten sich weiträumige politische Strukturen entwickelt. Die keltischen Stämme auf dem Kontinent übernahmen das Geldwesen von Griechen und Römern, prägten aber eigene Münzen lediglich zum Informationsaustausch, wie heute vermutet wird. Grabfunde zeugen noch heute von dem ausgedehnten Handel der Kelten mit allen Völkern des antiken Europa. Exportiert wurden u. a. Eisen, Zinn, Salz, Holz, Flachs, Wolle, Waffen, Werkzeuge, Prunkwagen, Textilien, Schuhe. Importiert wurden vor allem Glas, Wein und andere Luxusgüter aus dem Mittelmeerraum. Entlang der wichtigsten Handelsstraßen entstanden keltische Oppida; das sind befestigte städtische Siedlungen. Durch jahrzehntelange Ausgrabungen in mehreren Ländern sind einige Oppida heute besser bekannt. Einige guterforschte Oppida von Ost nach West:
- Tschechien: Stradonice, Zavist;
- Österreich: Magdalensberg;
- Deutschland: Manching, Martberg, Wallendorf, Heuneburg
- Schweiz: Bern-Enge, Basel-Münsterhügel
- Luxemburg: Titelberg;
- Frankreich: Bibracte, Alesia. In einigen dieser Oppida dauern die Ausgrabungen weiterhin an. Aus zahlreichen weiteren Oppida liegen Ergebnisse aus kleineren Grabungskampagnen vor. Das populäre Bild eines keltischen Oppidums wird jedoch im Wesentlichen durch die Ergebnisse in Tschechien, Manching und Bibracte geprägt.

Gesellschaft

Die Einblicke historischer Schreiber in den Aufbau der keltischen Gesellschaft sind gering. Gaius Iulius Caesar gibt im „Gallischen Krieg“ (De bello Gallico) einen Einblick in die Gesellschaft der Kelten. Demnach gab es die Oberschicht der Fürsten, mit einer politischen und militärischen Führungsrolle. Aus den oberen Gesellschaftsschichten stammten wahrscheinlich auch die Druiden, mit Verantwortung des Kultus, der keltischen Religion