Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Schulschiff

Schulschiff

Schulschiff ist die Bezeichnung für einen Schiffstyp, der zu Ausbildungszwecken für angehende Offiziere der Marine oder Handelsschifffahrt unterhalten wird. Schulschiffe sind in der Regel Segelschiffe (Großsegler), auf denen praktische Seemannschaft erlernt werden soll.

Schulschiffe der Marine

Bei der Marine werden auf einem derartigen Schiff neben einer Stammmannschaft aus Berufs- und Zeitsoldaten eine bestimmte Anzahl von Kadetten zusammengestellt, die dann im Rahmen von Auslandsreisen mit dem Schulschiff zum einen in den üblichen militärischen Fächern ausgebildet werden, zum anderen aber auch zu repräsentativen Zwecken in quasi diplomatischer Mission unterwegs sind. Die Bundesmarine unterhielt bis 1990 zwei derartige Schiffe: Das Segelschulschiff "Gorch Fock", das immer noch aktiv ist und das Schulschiff "Deutschland", das bis 1990 seinen Dienst versah und 1994 in Indien verschrottet wurde.

Segelschulschiffe

Segelschulschiffe sind von Kriegs- und Handelsmarinen, aber auch von Vereinen und Organisationen in Fahrt gehaltene Großsegler zur Ausbildung des seemännischen Nachwuchses. Es handelt sich entweder um speziell für Ausbildungszwecke konzipierte Schiffe (z.B. die “Gorch Fock” (II) der Bundesmarine der BRD) oder um umgebaute Frachtsegler (z.B. die “Krusenstern” der UdSSR). Im Deutschen Reich unterhielt der Deutsche Schulschiff-Verein Bremen von 1900 bis 1925 drei eigene Segelschulschiffe. Zivile Segelschulschiffe wurden bis nach dem Zweiten Weltkrieg meist auch zu Frachtfahrten eingesetzt. Heute nehmen einige zivile Segelschulschiffe auch zahlende Passagiere zur Finanzierung des Unterhalts des Schiffs mit auf Fahrt.

Bekannte deutsche und ausländische Segelschulschiffe


- Admiral von Trotha (Deutsches Reich, Wrack)
- Albert Leo Schlageter (Deutsches Reich)
- Alexander von Humboldt (Deutschland)
- Almirante Saldanha (Argentinien)
- Amerigo Vespucci (Italien)
- Ares (Griechenland)
- Aspirante (Uruguay)
- Assen (Bulgarien
- Cristoforo Colombo (Italien)
- Dar Mlodziezy (Polen)
- Dar Pomorza (Polen)
- Deutschland (Deutsches Reich)
- Don Juan de Austria (Spanien)
- Eagle (USA)
- Esmeralda (Chile)
- Galatea (Spanien)
- Gorch Fock (I) (Deutsches Reich)
- Gorch Fock (II) (BRD)
- Greif (BRD)
- Grossherzog Friedrich August (Deutsches Reich)
- Grossherzogin Elisabeth (Deutsches Reich)
- Guanabara (Brasilien)
- Herbert Norkus (Deutsches Reich)
- Horst Wessel (Deutsches Reich)
- Jadran (Jugoslawien)
- Juan Sebastián de Elcano (Spanien)
- København (Dänemark)
- Krusenstern ex Padua, Kaliningrad (Russland)
- Mircea (Rumänien)
- Niobe (Deutsches Reich)
- Pamir (BRD)
- Passat (BRD) (Portugal)
- Presidente Sarmiento (Argentinien)
- Prinzess Eitel Friedrich (Deutsches Reich)
- Roald Amundsen (D) www.sailtraining.de
- Sagres (I)
- Sagres (II) (Portugal)
- Schulschiff Deutschland (Bremen-Vegesack)
- Sedow (UdSSR/Russland)
- Simeon (Bulgarien)
- Suomen Joutsen (Finnland)
- Urania (Niederlande)
- Venture (Kanada)
- Wilhelm Pieck (DDR)

Schulschiffe der Handelsschifffahrt

Deutsche Schulschiffe

In der Handelsschifffahrt sind Schulschiffe heute nur noch vereinzelt in Gebrauch, da im Alltag an Bord die "praktische" Seemannschaft kaum noch benötigt wird. Die bekanntesten deutschen Segelschulschiffe waren die Pamir und die Passat. Nachdem die Pamir 1957 in einem Sturm im Südatlantik unterging, wurde die Passat nicht mehr für die seemännische Ausbildung eingesetzt. 1959 wurde die Passat vor dem Abwracken gerettet und in Travemünde aufgelegt, wo sie besichtigt werden kann. Das "Schulschiff Deutschland" der Handelsschifffahrt wurde bis vor kurzem als Wohn- und Ausbildungsplatz für die Seemannsschule in Bremen eingestzt. Nachdem sie hierfür nicht mehr benötigt wurde, kann sie heute in Bremen-Vegesack besichtigt werden. Das letzte deutsche Segelschulschiff der Handelsschiffahrt ist die Ketsch "Seute Deern" (nicht zu verwechseln mit dem Museumsschiff Seute Deern in Bremerhaven). Nachdem es für angehende Kapitäne keine Pflicht mehr war, auf einem Segelschiff zu lernen, wird sie seit 1972 vom Verein Clipper DJS für Jugendsegelfahrten eingesetzt.

Schulschiffe anderer Nationen

In vielen Staaten wird in der zivilien und militärischen Seefahrt nach wie vor wird an der Tradition der Segelschulschiffe festgehalten. So wurden in den 80er- und 90er-Jahren des letztes Jahrhunderts auf der Danziger Werft sechs weitestgehend identische Schulschiffe gebaut, die auch heute noch im Einsatz sind. Es handelte sich dabei um die Schiffe Dar Mlodziezy (Polen), Mir, Nadesha und Pallada (alle Russland) sowie Chersones und Druzhba (alle Ukraine) Die in Deutschland bekanntesten Schiff dieser Serie sind die Chersones und die Mir, auf denen auch die Möglichkeit besteht, als Mitsegler (Trainee) an Reisen teizunehmen. Weitere bekannte Segelschulschiffe sind z.B. die russischen Viermastbarken Kruzenshtern und Sedov, welche ebenfalls, wie die meisten von der Handelsmarine betriebenen Segelschulschiffe, Trainees an Bord nehmen. Keine Mitsegelmöglichkeiten bestehen i.d.R. auf allen Segelschulschiffen, die von den Kriegsmarinen ihren jeweiligen Eignerstaaten betrieben werden. Beispiele hierfür sind die protugiesische Sagres oder die für die US Coast Guard fahrende Eagle.

Weblinks


- [http://www.esys.org/gofo/gorch_09.html| Deutsche Segelschulschiffe] !Kategorie: Segelschiffstyp

Offizier

Offizier ist die Bezeichnung für Soldaten im Offiziersrang. Sie haben die Verantwortung für Führung, Ausbildung und den Einsatz von Verbänden. In der rein hierarchischen Einteilung in drei Laufbahngruppen belegen die Offiziere den ersten Platz, haben also Befehlsgewalt über die unterstellten Unteroffiziere und die Mannschaften. Die Offiziere selbst werden wiederum in Dienstgradgruppen unterteilt.

Deutschland

In Deutschland sind grundsätzlich die Laufbahnen des Offiziers im Truppendienst und des Offiziers im militärfachlichen Dienstes zu unterscheiden. Diese unterscheiden sich hinsichtlich des Werdeganges, der typischen Verwendungen und auch in Bezug auf ihre Dienstgrade und Laufbahnerwartung.

Offiziere des Truppendienstes

Die anerkannte Ausbildung zum Offizier in der Bundeswehr dauert bei Marine , Luftwaffe und Heer 15 Monate, bevor die Offizieranwärter zur Universität gehen. In dieser Zeit werden Grundausbildung und Offizierschule je nach Teilstreitkraft absolviert. Die militärische Ausbildung zum Offizier ist nach 36 Monaten - evtl. durch ein Studium unterbrochen - abgeschlossen. Während der Ausbildung führen die Offizieranwärter den Dienstgradzusatz OA bzw. ROA oder die besonderen Anwärterdienstgrade #Schütze/ Kanonier/ Grenadier /Flieger / Matrose usw. (OA) #Gefreiter (OA) #Obergefreiter (OA) #Fahnenjunker, Seekadett (nach einem Jahr) (wie Unteroffizier) #Fähnrich, Fähnrich zur See (wie Feldwebel) #Oberfähnrich, Oberfähnrich zur See (wie Hauptfeldwebel) Offizieranwärter (OA) des Heeres und der Luftwaffe tragen neben dem Dienstgradabzeichen eine silberfarbige Litze, die sie als Offizieranwärter zu erkennen gibt. OAs der Marine tragen an Stelle der Litze den goldenen fünfzackigen (Offiziers-)Stern auf der Dienstgradschlaufe. Ab dem Dienstgrad Oberfähnrich ist das Revers des Dienstanzuges silbern ziseliert (d.h. sie tragen nun den Offiziersrock mit silbernen Knöpfen und silberner Gürtelschließe). Seit 1973 ist für Truppenoffiziere ein Studium an einer der beiden Universitäten der Bundeswehr in Hamburg (Helmut-Schmidt-Universität) und München Bestandteil der Ausbildung zum Offizier. Dies ist jedoch nicht in allen Dienstteilbereichen zwingend erforderlich (Offizier ohne Studium). Damit wurde insbesondere durch das Wirken des damaligen Verteidigungsministers Helmut Schmidt der Offizierberuf in Deutschland akademisch. Etwa 80% der Offiziere und Offizieranwärter eines Jahrgangs studieren an einer der beiden Universitäten. Während der Ausbildung zum Offizier müssen auch Fremdsprachenkenntnisse erlangt und durch ein SLP nachgewiesen werden. Die dabei zu erreichende Stufe unterscheidet sich je nach Teilstreitkraft und ist auch von der späteren Verwendung innerhalb der Bundeswehr abhängig.

Offizier des militärfachlichen Dienstes (Offz milFD / "Fachoffiziere")

Um die Durchlässigkeit der Dienstgradgruppen in der Bundeswehr zu gewährleisten, wurde die Laufbahn der Offz milFD geschaffen. Diese rekrutieren sich aus der Spitze der Feldwebeldienstgrade, die einen Antrag auf Wechsel in die Laufbahn der Offiziere des militärfachlichen Dienstes stellen können oder von ihrem Einheitsführer für einen Laufbahnwechsel vorgeschlagen werden. Die in einem vom Personalamt der Bundeswehr durchgeführtem Auswahlverfahren ausgewählten Feldwebeldienstgrade durchlaufen in der Regel eine auch zivilberuflich anerkannte Ausbildung an einer Fachschule der Teilstreitkräfte und anschliessend an der jeweiligen Offizierschule. Die dreijährige Ausbildung endet mit der Beförderung zum Leutnant und Übernahme in das Dienstverhältnis eines Berufsoldaten. Der höchste Enddienstgrad für Fachdienstoffiziere ist der Stabshauptmann. In den US Streitkräften gibt es eine ganz ähnliche Laufbahn, nämlich die der Warrant Officer.

Dienstgradgruppen

In der Bundeswehr gibt es die folgenden Offiziersränge (mit aufsteigendem Rang und Besoldung), eingeteilt in vier Dienstgradgruppen. Eine Besonderheit ist der Dienstgradzusatz "i.G." = im Generalstabsdienst:

Deutsche Demokratische Republik

In der DDR erfolgte die Ausbildung der Offiziere der NVA und der Kasernierten Einheiten des Ministeriums des Innern an Offiziershochschulen in einem dreijährigen und ab 1984 in einem vierjährigen Studium. Sie wurden ausgebildet bis zur Dienststellung Kompaniechef und einer Einweisung in die Gefechtsführung als Bataillonskommandeur. In jedem Studienjahr wurde ein Praktikum, beginnend als Gruppenführer, durchgeführt. Sie wurden nach der Diplomprüfung zum Leutnant ernannt und in der Regel als Zugführer eingesetzt. Reserveoffiziersanwärter wurden am Ende des Grundwehrdienstes aus den Besten ausgewählt, in mehreren Kursen an der Offiziershochschule ausgebildet und nach einer Prüfung zum Offizier mit Dienstgrad Unterleutnant ernannt. Nach drei- bis vierjährigem Truppendienst wurden einige Offiziere, auch der VP-Bereitschaften, für das dreijährige Studium an der Militärakademie der NVA ausgewählt. Dort erfolgte die Ausbildung zum Divisionskommandeur bzw. für vergleichbare Dienststellungen.

Schweiz

Ausbildung

Der Einstieg als Offizier ist nicht mit einer Anstellung oder langjährigen Verpflichtung verbunden, sondern durch die Wehrpflicht gedeckt. Man kann als Milizoffizier normal jedes Jahr ca. 4 Wochen Dienst leisten. Die Ausbildung zum Offizier dauert seit 2004 (Armee XXI) 53-57 Wochen, abhängig von Funktion und Ausbildungsstart. Der ordentliche Einstieg gestaltet sich wie folgt:

Unterteilung

Die Gruppe der Offiziere wird wie folgt weiter unterteilt:

USA

Offiziere in den US-Streitkräften

Zirka 15 Prozent der amerikanischen Soldaten sind Offiziere der US-Armee. Man unterscheidet die Offiziere zwischen "Commissioned Officers" (ab Leutnant) und "Warrant Officers" (WO), eine vier bzw. (bei der US Army) fünfstufige Dienstgradgruppe von Fachoffizieren im Fähnrichrang. Man unterscheidet bei den aktiven Streitkräften der USA zwischen "Regular" und "Reserve" Officers. Die "Regulären" Offiziere sind der Kern der Berufsoffiziere. Ihnen steht bei entsprechender Leistung in der Regel das Recht auf eine volle militärische Laufbahn zu. "Reserve Officers on extended active duty" stellen weit über 40 Prozent der aktiven Offiziere und sind nicht mit Reservisten, die Wehrübungen absolvieren, zu verwechseln. Sie dienen jahrelang ohne formellen Unterschied zu dem Elitestatus eines "Regular Officers", können jedoch jederzeit ohne Verlust der Ehre aus dem aktiven Dienst entlassen werden. Die "Warrant Officers" (WO) werden überwiegend aus den Mannschaften rekrutiert. Einem sechswöchigen Grundkurs schließt sich eine Fachschulung an und die Dienstverpflichtung als WO beträgt mindestens 3 Jahre. Sie können auch auf dem gleichen Weg wie Zivilisten Leutnant werden und danach bestehen keine Aufstiegsbegrenzungen mehr. Das Leutnantspatent kann auf drei Arten erworben werden:
- Militärakademie, US Army, US Navy und US Air Forvce unterhalten jeweils eine eigene Akademie.
- Reserveoffiziersausbildung begleitend zum College-Studium, sogenanntes "ROTC Reserve Officers Training Corps" oder
- Kurzlehrgänge für College-Absolventen nach Waffengattung "Officer Candidate School" (OCS) oder "Officer Training School" (OTS). Die Militärakademie umfasst eine vierjährige Ausbildung kombiniert mit einer intensiven militärfachlichen Ausbildung und Vorbereitung auf Menschenführung mit einem Studium. Absolventen einer Militärakademie erhalten das "Regular Officer Patent" und den "Bachelor Grad" und verpflichten sich zu mindestens 6 Jahren aktivem Dienst. Die Absolventen stellen derzeit ca. 20 Prozent der neuen Offiziere in den US-Streiträften und haben überdurchschnittliche Karriereaussichten. Die Reserveoffiziersausbildung begleitend zum College-Studium, sogenanntes "ROTC" wird an 500 Colleges angeboten. Die Studenten erhalten wöchentlich 2 bis 5 Stunden militärfachliche Ausbildung, und in den Semesterferien werden Trainingslager oder Praktika auf Militärstützpunkten durchgeführt. Die aktive Dienstverpflichtung beträgt in der Regel 4 Jahre. Die Kurzlehrgänge für College-Absolventen an den OCS/OTS-Schulen bestehen aus einem dreimonatigen Offizierslehrgang (12 Wochen BOT Basic Officer Training). Ungediente nehmen vorher an einer achtwöchigen Grundausbildung teil; körperliche Fitness ist unabdingbare Voraussetzung. Die Dienstverpflichtung beträgt mindestens 2 Jahre. Je nach Karrierefeld besuchen die meisten Offiziere, unabhängig von der bisherigen Ausbildung, für 3 bis 18 Monate weitere Spezialschulen vor der ersten Truppenverwendung. Offiziere müssen ihre Karriere sorgfältig planen. Beförderungen und sogar das Verbleiben im Dienst hängen von der Ausführung bestimmter "Karriereschritte" des Offiziers zu gegebenen Zeitpunkten ab. "Warrant Officers" (WO) verbringen den größten Teil ihrer Laufbahn in einem Tätigkeitsbereich, wogegen ein "Commissioned Officer" ein möglichst flexibler, vielseitiger Truppenführer sein soll und daher die richtige "Mischung" aus Truppen- und Stabsverwendungen sowie Verwendungen in einem Spezialbereich vorweisen muß. Weitere Fortbildungsmöglichkeiten erhalten die Offiziere auch durch Lehrgänge am "CSG Command and Staff College" einer der Teilstreitkräfte. Um die Kooperationsfähigkeit zwischen den Teilstreitkräften zu verbessern, ist eine dreijährige Verwendung auf "Joint Service"-Ebene für "Field Grade Officers" (Dienstgrade Major bis Oberst) vorgesehen und die Erfahrung bei einer aus mehreren Waffengattungen bestehenden Kommando- oder Stabsstelle ist Voraussetzung für die Beförderung zum General. Das von der "Joint-Service National Defense University" betriebene "National War College" bereitet den Offizier auf höhere Kommando- und Stabsverwendungen vor und fördert die Fähigkeit zur Planung und Operation auf strategischer Ebene. Kategorie:Militär (Deutschland) Kategorie:Militär (Österreich) Kategorie:Militär (Schweiz) Kategorie:Militär (USA) ja:士官

Marine

Unter Marine versteht man die Seestreitkräfte eines Staates mit Kriegsschiffen, Hilfsschiffen und sonstigen zugeordneten Anteilen wie Marinefliegern, Marineinfanterie, Unterstützungs- und Ausbildungseinrichtungen. Daneben ist der Begriff Handelsmarine gebräuchlich für die Gesamtheit aller Handelsschiffe eines Landes und die dazu gehörige Administration. Für Deutschland regelt Art. 27 Grundgesetz: "Alle deutschen Kauffahrteischiffe bilden eine einheitliche Handelsflotte." In vielen Ländern werden neben der Handelsflotte die Fischereiflotte und die Forschungsflotte als eigenständige Einheiten betrachtet. Der Begriff Marine leitet sich vom lateinischen Wort marinus, zum Meer gehörig, ab (vergleiche auch marin). Die ersten organisierten Marinen waren bei den Karthagern, Griechen und Römern anzutreffen. Im deutschen Sprachgebrauch meint man mit Marine den auf die militärischen Aufgaben auf See spezialisierten Teil der Bundeswehr, zur Abgrenzung gegen Heer und Luftwaffe. Innerhalb militärischer Marinen wird meist organisatorisch zwischen einer oder mehreren Flotten und den unterstützenden Elementen wie etwa Stützpunkten, Schulen usw. unterschieden. In der Deutschen Marine sind letztere Anteile dem Marineamt zugrordnet, während alle Einsatzkräfte zu Wasser, zu Lande und in der Luft dem Flottenkommando unterstehen. Große Marinen haben mehrere Flotten, wie z.B. die US Navy mit ihren Einsatzflotten (2., 3., 5., 6. und 7. Flotte) oder die russische Marine mit der Pazifik-, der Schwarzmeer, der Nordmeer- und der Baltischen Flotte. Die Dienstgrade in der Marine haben andere Bezeichnungen als die des Heeres oder der Luftwaffe. Dabei sind die militärischen Bezeichnungen teilweise an die der Handelsmarine angelehnt.

Marinen verschiedener Länder und Epochen

Deutschland


- Kurbrandenburgische Marine
- Preußische Marine
- Reichsflotte
- Marine des Norddeutschen Bundes
- Kaiserliche Marine
- Vorläufige Reichsmarine
- Reichsmarine
- Kriegsmarine
- Bundesmarine
- Volksmarine
- Deutsche Marine
- Deutsche Marine (Geschichte)

Andere Länder


- Australien
  - Royal Australian Navy
- Frankreich
  - Französische Marine
- Großbritannien
  - Royal Navy
- Italien
  - Italienische Marine
- Japan
  - Kaiserliche Japanische Marine
- Römisches Reich
  - Römische Marine
- Russland
  - Kaiserlich-Russische Marine
  - Sowjetische Marine
  - Russische Marine
- Südafrika
  - South African Navy
- Vereinigte Staaten von Amerika
  - United States Navy

Siehe auch

Seefahrt, Portal:Schifffahrt, Minensuchboot, Seemine, Seehandel, Seeschlacht, Seemacht Kategorie:Allgemeine Truppenkunde Kategorie:Seeschifffahrt ! ja:海軍

Handelsschifffahrt

Die Handelsmarine (auch: Handelsschifffahrt) umfasst im Gegensatz zur Kriegsmarine die Gesamtheit aller Seeschiffe eines Staates, die der Seeschifffahrt zum Zweck der Beförderung von Gütern und Personen sowie dem Fischfang dienen. Diese Schiffe werden als Kauffahrteischiffe (die nationale Flotte Handelsflotte) bezeichnet. Die Handelsmarine zählt typischerweise zur Berufsschifffahrt. Die Handelsmarine und die Kriegsmarine zählen zum Oberbegriff Marine. Dabei gehören nur solche Seeschiffe zur Handelsmarine, die klassifiziert und im Schiffsregister eingetragen sind. Schiffe der Handelsmarine führen die Flagge des Staates, in dem sie registriert sind. Schiffstypen der Handelsmarine sind v.a. Frachtschiffe aller Art, Schiffe für Personenbeförderung, jedoch nicht Schiffe der Seefischerei. Die Gesamtheit der Handelsmarine (Welthandelsflotte) umfaßte 1999 eine Bruttoraumzahl (BRZ) von 543,6 Mio., davon Deutschland: 6,5 Mio. BRZ (mit einem Durchschnittsalter von drei Jahren). Der Begriff Handelsmarine wird auch im Seerecht, Völkerrecht, Europarecht, Handelsrecht und als statistischer Terminus verwendet. Kategorie:Seeschifffahrt Kategorie:Güterverkehr ko:상선 해병 simple:Merchant marine

Segelschiff

Ein Segelschiff ist ein Schiff, das ganz oder vornehmlich aufgrund seiner Segel durch die Kraft des Windes bewegt wird. Segelschiffe waren seit dem Altertum bis zum 19. Jahrhundert die wichtigsten Verkehrsmittel für den Transport von Gütern und Personen über längere Distanzen. Sie wurden seit dem 19. Jahrhundert durch Dampfschiffe und Motorschiffe abgelöst. Bis in das 19. Jahrhundert hinein waren auch die meisten Kriegsschiffe Segelschiffe. Kleine Segelschiffe werden als Segelboot bezeichnet.

Aufbau und Klassifizierung

Segelschiffe haben mindestens einen Mast und mindestens ein Segel. Man unterscheidet zwei Arten von Segeln:
- Rahsegel, die an einer Rahe hängen und quer zur Fahrtrichtung orientiert sind,
- und Schratsegel, die in Richtung der Schiffslängsachse gesetzt werden. Zu den letztern gehören auch:
  - Hochsegel, dreieckiges Segel, das hinter oder am Mast gefahren wird und dessen untere Kante von einem Baum aufgespannt wird.
  - Gaffelsegel, die viereckig sind und sich zwischen Gaffel (oben) und Baum (unten) befinden.
  - Lateinersegel, dreieckige Segel, deren Rahe vornehmlich längs zur Fahrtrichtung ausgerichtet ist, schräg am Mast hängt und sich mit einem Teil vor dem Mast befindet.
  - Luggersegel, die zwischen Gaffelsegel und Lateinersegel anzuordnen sind.
  - Sprietsegel, viereckige Segel, die mit einer Stange (Spriet) von der vorderen unteren Ecke am Mast zur hinteren oberen Ecke aufgespannt werden. Diese Segel werden meist ohne Baum gefahren.
  - Krebsscherensegel
  - Spreizgaffelsegel
  - Stagsegel

Historische Entwicklung

Die Entwicklung der Segelschiffe begann vermutlich in Ägypten. Segelboote sind uns das erste Fortbewegungsmittel im Wasser. Vornehmlich für die Fahrt auf dem Nil, aber auch für Fahrten über das Mittelmeer und das Rote Meer wurden Schiffe mit einem Mast und einem großen Rahsegel eingesetzt. Das Segel war bereits drehbar gelagert, so dass die Schiffe auch bei seitlichem Wind segeln konnten. Die Phönizier und Griechen entwickelten ab ca. 1000 v. Chr. zwei Grundtypen von seegängigen Segelschiffen:
- das Lastschiff mit geräumigem Rumpf und einem Mast sowie einem großen Rahsegel, das ausschließlich gesegelt wurde, und
- die Galeere, die für die Marschfahrt einen Mast mit einem mittelgroßen Rahsegel hatte, während des Kampfes und bei Flaute aber mit Riemen gerudert wurde. Insbesondere mit den Lastschiffen wurden bereits weite Reisen durchgeführt. So segelte der Karthager Hanno um 600 v. Chr. entlang der Westküste Afrikas bis zum Äquator. Der Grieche Pytheas aus Massilia, dem heutigen Marseille, umsegelte die britischen Inseln und kam vermutlich auch nach Helgoland. Die Römer nahmen diese Schiffstypen auf und entwickelten sie weiter. Die Lastschiffe erhielten einen Bugspriet, an dem ebenfalls ein Rahsegel hing. In Mittel- und Nordeuropa wurden Langschiffe entwickelt, die zunächst gerudert wurden. Bereits die Sachsen und Angeln, die als Angelsachsen gegen Ende des römischen Reiches über die Nordsee nach England auswanderten, hatten die Langschiffe mit einem Mast und einem Rahsegel besegelt. Die Wikinger entwickelten diesen Schiffstyp zur Perfektion weiter (Wikingerlangschiff). Nach zeitgenössischen Berichten waren die schlanken Wikingerschiffe schneller als ein berittener Bote. So konnten die Wikinger bei ihren Überfällen im frühen Mittelalter das Überraschungsmoment nutzen. Sie fuhren bereits über das offene Meer nach Island, Grönland und Nordamerika. Nach dem Ende der Wikingerzeit wurde im Norden aus den breiteren offenen Handelsschiffen die Hansekogge entwickelt. Auch sie hatte nur einen Mast, bildete aber das Rückgrat des Fernhandels der Hanse. Gegen Ende des Mittelalters wurden auch zwei- und dreimastige Schiffe gebaut, z. B. die Hulk. Aus ihnen wurde in Spanien und Portugal die Karavelle entwickelt, mit der Christoph Kolumbus, Ferdinand Magellan und Vasco da Gama ihre Entdeckungsreisen unternahmen. Seit dem 17. Jahrhundert verwendete man immer spezialisiertere Formen, u. a.
- Linienschiffe (als Kriegsschiffe mit mehreren Kanonendecks),
- Fregatten (leichter armierte Schiffe von erhöhter Schnelligkeit) In China erreichte der Segelschiffbau schon im 15. Jahrhundert unter Admiral Zheng He ein sehr hohes Niveau. Damals wurden in Nanking so genannte Schatzschiffe von über 120 m Länge und 50 m Breite gebaut, die über bis zu neun Masten hatten. Sie wurden für Fernfahrten z. B. nach Indien, Arabien und Afrika eingesetzt. Diese Schiffe waren hinsichtlich der Größe nur mit den Großseglern Europas und Amerikas im 19. Jahrhundert vergleichbar.

Segelschiffstypen

19. Jahrhundert 19. Jahrhundert
- Bark
- Brigantine
- Brigg
- Schoner
- Galeasse, Dreimaster mit Lateinersegeln und Riemen.
- Galeere (Segelbenutzung i.d.R. nur für die Marschfahrt, nicht im Gefecht)
- Galeone
- Gulet
- Hansekogge
- Holk
- Karacke
- Karavelle
- Klipper
- Kraweel
- Lädine
- Linienschiff
- Vollschiff
- Windjammer
- Ewer
- Dau
- Dschunke Segelschiff-Modelle: Albin Vega

Siehe auch:


- Segelbootsklassen
- Schiffstypen
- Entwicklungsgeschichte des Segelschiffs
- Segelyacht Kategorie:Schiffstyp ! Kategorie:Wassersport ja:帆船 zh-min-nan:Phâng-chûn


Großsegler

Juli 2005]] Juli 2005]] Großsegler, Windjammer oder Tallship meint ein mehrmastiges Segelschiff.
Der Begriff ist ebenso unpräzise wie die Bezeichnungen Zwei-, Drei-, Vier-, Fünfmaster für Schiffe mit eben so vielen Masten.
Bekannte Großsegler sind beispielsweise Gorch Fock, Passat, Pamir, Padua, Peking, Pommern, Sedow, Alexander von Humboldt Obwohl Großsegler zu Beginn des 20. Jahrhunderst wegen der rentableren maschinenbetriebenen Schiffe nahezu zum Aussterben verurteilt waren, finden sich immer wieder Liebhaber, die für die Erhaltung solcher Schiffe sorgen. Häufig werden sie als Ausbildungsschiffe der Marine, zunehmend aber auch für touristische Zwecke genutzt. Auf internationalen Regatten wie der Kieler Woche, der Travemünder Woche, der Hanse Sail und anderen finden Windjammerparaden großen Anklang. Als Dreimaster wird in der Mode auch ein Männerhut mit breiter Krempe bezeichnet. Er ist eine späte Form des Dreispitz und wurde Bestandteil vieler Volkstrachten. Siehe: Brigg, Bark, Vollschiff, Schoner, Windjammer, Takelage

Weblinks


- [http://www.waterfordtallshipsrace.ie/ THE 2005 TALL SHIPS' RACE - WATERFORD, IRELAND (engl.)]
- [http://www.usenet-replayer.com/webrings/tall-ship.html Bilder von Großseglern] die im USENET veröffendlicht wurden und mit Suchfunktion archiviert sind. Kategorie:Segelschiffstyp

Schiff

]

Funktion

Ein Schiff ist jedes größere Wasserfahrzeug (Abgrenzung zum Boot bei Boot), das nach dem Archimedischen Prinzip schwimmt. Schiffe werden auf Werften gebaut (siehe Schiffbau). Nach Fertigstellung des Rumpfes wird das Schiff mit dem Stapellauf zu Wasser gelassen, erst dann erfolgt die endgültige Ausrüstung. Die erste Fahrt eines Schiffes wird als Jungfernfahrt bezeichnet. Die Reparatur von Schiffen erfolgt insbesondere in Trockendocks und Schwimmdocks. Schiffe sind das wichtigste Transportmittel sowohl für Massengut als auch für Stückgut. Letzteres wird heute vor allen in Containern auf Containerschiffen transportiert. Die größten Schiffe sind Öl-Tankschiffe, die bis über 560.000 tdw (Schiffsladekapazität in englischen "tons"; 1 ton = 1,016 t) DW (engl. deadweight = Tragfähigkeit) oder ca. 100.000 Bruttoregistertonnen messen können. Die Passagierschifffahrt steht seit den 60er Jahren zunehmend der Konkurrenz des Flugverkehrs gegenüber und verlagert sich vom reinen Transportmittel mehr zum Bereich der Erlebnisreisen. Bei entsprechender Bauweise können Schiffe eine hohe Lebensdauer erreichen. Eines der höchsten bekannten Lebensalter erreichte das englische Schiff "Besty Canes". Es existierte bereits 1688 als König Wilhelms III. Yacht und erlitt 1827 Schiffbruch. Sie wurde nachweislich 139 Jahre alt. 113 Jahre erreichte die englische "Royal William", die am 16. März 1700 auslief und 1813 demontiert wurde. Im November 2004 wird die "Cutty Sark" 135 Jahre alt. Sie ist der einzige verbliebene Klipper und befindet sich im Trockendock zu Greenwich, London, England. 28 Jahre älter ist die "Charles W. Morgan" von 1841. Sie ist das einzig erhaltene Walfangsegelschiff, benannt nach Charles Waln Morgan, ihrem Haupteigner. Ursprünglich als Vollschiff in New Bedford, MA (Massachusetts), aus Holz erbaut, wurde sie 1867 zur Bark umgeriggt und stand 80 Jahre in Dienst. Heute ist sie als Museumsschiff in Mystic, CT (Connecticut{| |Geschwindigkeit |Schiff |- |6,7 Knoten |Raddampfer Sirius, 1838, Großbritannien |- |kurzzeitig 11 Knoten |Rennruderboot (Achter; siehe Rudern) |- |ca. 15 Knoten |Flying-P-Liner Potosi, 1902, Deutschland |- |ca. 18 Knoten |Klipper um 1870 |- |18,5 Knoten |Flying-P-Liner Preussen, 1904, Deutschland |- |über 20 Knoten |Wettkampf-Segelyacht |- |ca. 27 Knoten |Containerschiff, 2004 |- |ca. 25-28 Knoten (unter Wasser) |U-Boot |- |ca. 28-32 Knoten (unter Wasser) |AtomU-Boot |- |34,5 Knoten |Passagierschiff United States, 1952, USA |- |41,28 Knoten |Doppelrumpf-Fähre Cat Link V, 1998, Dänemark |- |ca. 48 Knoten |Tragflächenboot |- |{{

Kadett (Militär)

Als Kadett (französisch cadet "der Jüngere") wurde früher ein Zögling militärischer Erziehungsanstalten für künftige Berufsoffiziere genannt. In den USA sind noch heute Kadettenanstalten verbreitet. Der Anteil der Absolventen, der nach Abschluss der Schulausbildung tatsächlich den Militärberuf ergreift, ist aber gering. Ursprunglich nannte man in Frankreich die "jüngern Söhne" französischer Adelsfamilien Kadetten. Da in der Regel nur dem ältesten Sohn das Familienerbe zufiel, suchten die nachgeborenen Söhne traditionell ihr Glück in einem geistlichen Amt oder beim Militär. König Ludwig XIV. fasste die Kadetten in besondere Kompanien zusammen, in denen sie bis zum Erhalt des Offizierspatents als Freiwillige dienten. Den berühmten Gascogner Kadetten setzte Alexandre Dumas in dem Roman Die drei Musketiere ein literarisches Denkmal. In verallgemeinerter Form fand der Begriff europaweit Verbreitung. "Cadet" bezeichnete im 18. Jahrhundert in vielen Ländern jeden jungen Adligen im Militär. Bei der Deutschen Marine in der Bundeswehr heißen die Seeoffiziersanwärter Seekadetten. Kategorie: Militärgeschichte

Gorch Fock (Segelschulschiff)

Gorch Fock ist der Name von zwei weitgehend baugleichen Schiffen. Sie wurden nach dem Schriftsteller Gorch Fock benannt. Die angehängten Nummern (1) und (2) gehören nicht zum Schiffsnamen, sondern dienen hier nur zur Unterscheidung.

Segelschulschiff "Gorch Fock" (1)

Geschichte

Gorch Fock Gorch Fock Gorch Fock Gorch Fock Gorch Fock Die erste "Gorch Fock" hatte ihren Stapellauf am 3. Mai 1933 bei der Werft Blohm & Voss in Hamburg. Auftraggeber war die deutsche Reichsmarine, die einen Ersatz für das am 26. Juli 1932 durch eine Gewitterböe gekenterte Schulschiff "Niobe" suchte. Unter der Nummer 495 wurde der Bau am 2. Dezember 1932 bei Blohm & Voss in Auftrag gegeben. Für den Bau hatten der "Flottenbund Deutscher Frauen" und der "Deutsche Flottenverein" eine "Volksspende NIOBE" angeregt, die für den Bau verwendet wurde. Die Bauzeit betrug 100 Tage. Am 3. Mai 1933 lief das Schiff vom Stapel und wurde auf den Namen des Hamburger Seeschifffahrtsdichters Gorch Fock getauft. Taufpatin war die Vorsitzende des "Flottenbundes Deutscher Frauen" Marie Fröhlich aus Plauen (Vogtland), die Taufrede hielt der Chef der Marineleitung Admiral Dr. h.c. Erich Raeder. Am 27. Juni 1933 wurde die "Gorch Fock" in Dienst gestellt. Erster Kommandant des Schiffes war Kapitän zur See Raul Mewes. Neun Offiziere und 56 Mann Besatzung bildeten die Stammbesatzung, 198 Seekadetten bot das Schiff Platz. Diverse Ausbildungsfahrten führten das Schiff auch ins Ausland. Eine Abordnung der "Gorch Fock" nahm u.a. am 13. August 1934 an der Gedenkfeier für die im November 1917 gefallene deutsche U-Boot-Besatzung von UC 57 teil. Auf der finnischen Insel Hamnskär fand dazu eine Feier mit Enthüllung eines Gedenksteines statt. Im März 1935 übernahm Korvettenkapitän August Thiele das Kommando über das Schiff. Am 2. Mai 1935 wurde die deutsche Reichs- in Kriegsmarine umbenannt, ab 7. November 1935 fuhr die "Gorch Fock" unter der Reichskriegsflagge. Heimathafen wurde Stralsund. Auf der Grundlage der mit der "Gorch Fock" gemachten Erfahrungen gab die Kriegsmarine 1935 den Auftrag für den Bau weiterer zwei Segelschiffe an die Werft Blohm & Voss. Die beiden Schwesterschiffe "Horst Wessel" (20. September 1936) und "Albert Leo Schlageter" (14. Februar 1938) wurden in Dienst gestellt. Im Dezember 1936 wechselte die Schiffsführung zu Korvettenkapitän Bernhard Rogge, im März 1938 zu Fregattenkapitän Otto Kähler, der das Schiff bis zum Kriegsausbruch führte. Mit Kriegsausbruch wurden die Segelschulschiffe vor allem als stationäre Wohnschiffe und nur noch wechselnd als Ausbildungsschiffe genutzt. So lag die "Gorch Fock" 1942 in Swinemünde und im April 1944 in Kiel als Wohnschiff. Am 24. April 1944 wurde die "Gorch Fock" von Kiel im Schlepp zur Insel Rügen überführt. Vor Lauterbach wurde der Anker geworfen. Kommandant des Schiffes, auf dem nun wieder die Ausbildung begonnen wurde, war Kapitänleutnant Wilhelm Kahle. Das Schiff unterstand dem 1. Schiffstammregiment in Stralsund. Die beiden Schwesterschiffe befuhren zu Ausbildungszwecken die Ostsee und den Greifswalder Bodden. Am 1. Oktober 1944 wurde die "Gorch Fock" in den Stralsunder Hafen verholt; wegen der schlechten Heizmöglichkeiten wurde das Schiff zuerst von einer Dampfprahn und später von einer Lokomotive beheizt. Im Frühjahr 1945 näherten sich die Truppen der Sowjetarmee Stralsund. Die Segelbark wurde am 9. März 1945 aus dem Hafen zu einem Liegeplatz vor der Halbinsel Drigge geschleppt. Ungeklärt ist bis heute, warum das Schiff nicht zur Evakuierung von Soldaten in Richtung Westen eingesetzt wurde. Am 27. April 1945 wurde das Schiff befehlsgemäß außer Dienst gestellt und teilweise abgetakelt. Die Ausrüstung wurde im Bootsschuppen auf dem Dänholm eingelagert. An Bord des Schiffes blieb nur eine kleine Mannschaft unter Führung von Oberbootsmannsmaat Karl Köhnke. Wahrscheinlich auf einer Lagebesprechung am 29. April 1945, auf der das Näherkommen der Roten Armee und chaotische Zustände in Stralsund und auf allen Zufahrtsstraßen festgestellt wurden, beschloss die Führung die Versenkung der "Gorch Fock", um sie nicht der Sowjetarmee zu überlassen. Bereits am 30. April 1945 stand eine Vorausabteilung der Sowjetarmee vor Devin, in Sichtweite der "Gorch Fock". Als gegen 12:30 Uhr dieses Tages eine Motorschute längsseits der "Gorch Fock" festmachte, erfolgte ein Beschuss durch die auf Höhe Devin liegenden sowjetischen Panzer. Die Gorch Fock erhielt während des 45-minütigen Beschusses drei Granattreffer, wobei die Takelage und der Rumpf leicht beschädigt wurden. Von deutscher Seite aus war am selben Tag Sprengstoff an Bord gebracht worden. Dieser wurde mittels Zündschnüren gezündet, die Versenkung erfolgte um 14 Uhr. Die "Gorch Fock" lag nun auf Position 54° 17,28 N und 13° 08,22 O im Strelasund, mit stehenden Masten noch gut sichtbar. Im Rahmen der Potsdamer Konferenz wurde die "Gorch Fock" der Sowjetunion zugesprochen. Den Auftrag zur Schiffshebung erhielt die Stralsunder Firma B. Staude Schiffsbergung, die Bergungskosten wurden mit 450.000 Reichsmark (RM) veranschlagt. Das Schiff sollte entgegen bisheriger Gepflogenheiten mit stehenden Masten geborgen werden. Im März 1947 begann man mit den Arbeiten. Da die kleine Stralsunder Firma den Aufgaben nicht gewachsen war, gründete man am 12. Mai 1947 eigens das Bergungskontor als Landesgesellschaft in Stralsund. Im Juni 1947 konnte das Schiff endlich gehoben werden. Es wurde nach Stralsund gebracht und gereinigt, wobei das Inventar "abhanden kam" bzw. an Bord einer Schute gebracht und später im Greifswalder Bodden versenkt wurde. Die Gesamtkosten für Bergung und Reinigung betrugen letztlich 800.000 RM. Im Herbst 1947 wurde das Schiff in die Neptunwerft Rostock überführt. Dort sowie in Wismar erfolgte die Reparatur. In Wismar erhielt das Schiff im September 1949 den Namen Towarisch. Am 15. Juni 1951 wurde sie als Segelschulschiff für die sowjetische Marine mit Heimathafen Cherson am Schwarzen Meer in Dienst gestellt. Nach der Auflösung der Sowjetunion ging das Schiff in den Besitz der Ukraine über. Ende der 1990er Jahre war die Towarisch in beklagenswertem Zustand zur Reparatur in Großbritannien. Weil die Ukraine jedoch die Reparaturkosten nicht aufbringen konnte, wurde das Schiff mit Unterstützung des deutschen Vereins "Tall Ship Friends" nach Wilhelmshaven gebracht, wo es als Flaggschiff der Expo 2000 am Meer diente. 2003 wurde die GORCH FOCK (1) vom Verein Tall-Ship Friends gekauft und hat ein Liegeplatzangebot in Stralsund angenommen. Am 29. November 2003 wurde im Beisein eines Enkels des Namensgebers und tausender begeisterter Stralsunder das Schiff wieder auf ihren alten Namen getauft. Ob die alte Dame allerdings wieder in See stechen oder stationär im Hafen (an der sog. Ballastkiste) bleiben wird, ist noch unklar. Der Eignerverein Tall-Ship Friends geht von einem finanziellen Bedarf von mehreren Millionen Euro aus, ist aber zuversichtlich, dieses Geld durch Spenden zusammenzubringen. An Bord des Großseglers konnte Ende November 2004 der 70.000. Besucher begrüßt werden.

Schwesterschiffe


- Sagres II, ehem. Albert Leo Schlageter
- Eagle, ehem. Horst Wessel
- Mircea
- Herbert Norkus
- Gorch Fock (2)

Segelschulschiff "Gorch Fock" (2)

Herbert Norkus Für die neu entstandene Bundesmarine wurde 1958 wiederum bei Blohm + Voss eine neue Gorch Fock gebaut, die noch immer als Segelschulschiff in der Deutschen Marine dient. Ihr Heimathafen ist Kiel. Gorch Fock (2) ist nach den gleichen Plänen gebaut wie die nachfolgenden Schwesterschiffe der Gorch Fock (1), die etwas größer ausfielen. Allerdings wurden nach dem Untergang der Pamir 1957 die Sicherheitsstandards deutlich verbessert. Alle angehenden Offiziere der Deutschen Marine werden hier ausgebildet, ebenso verschiedene Unteroffiziere. Außerdem dient "der weiße Schwan der Ostsee" während der langen Fahrten in alle Teile der Welt als "Botschafter" für die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Marine. Sie war beispielsweise das erste deutsche Kriegsschiff - und somit der erste Truppenteil der Bundeswehr - das 1974 mit Danzig in Polen ein Land des damaligen Warschauer Pakts besuchte. Das Bild der Gorch Fock zierte die Rückseite des alten 10-DM-Scheins.

Technische Daten


- Dreimastbark
- Wasserverdrängung: 2.006 t
- Länge: 89,4 m
- Breite: 12 m
- Tiefgang: 4,90 m
- Besatzung: 77 Stammbesatzung und max. 160 Lehrgangsteilnehmer
- Segelfläche: 1.964 m²
- Baukosten: 8,5 Millionen DM
- Höhe Großmast: 45,5 m (38 m davon begehbar)
- Größte Rahlänge: 24 m
- Leistung: 1.240 kW (1.690 PS)
- Geschwindigkeit
  - unter Motor: max 12 kn
  - unter Segel: max 16 kn

Geschichte der Galionsfigur der Gorch Fock (2)

Dreimastbark Dreimastbark Wohl nur wenige Schiffe haben ihre Galionsfigur so oft gewechselt wie die Gorch Fock (2). Dabei blieb die Form der Figur, ein Albatros, bis auf Details jedoch gleich. Zuletzt ist sie sogar innerhalb eines Jahres (2002/2003) zweimal auf See verloren gegangen.
- Der erste Albatros von 1958 riss nach wenigen Jahren ab.
- Die Ersatzfigur (zweiter Albatros) war wie die erste auch aus Holz.
- 1969 wurde die Holzfigur aus Gewichtsgründen gegen den dritten Albatros ausgetauscht, der diesmal aus Polyester war. Die alte Figur kam ins Museum.
- Von 2000 bis 2001 wurde die Gorch Fock (2) in der Werft überholt. Als man versuchte, die Figur abzuschrauben, brach sie ab. Der nachfolgende vierte Albatros war ebenfalls aus Polyester.
- In der Nacht zum 11. Dezember 2002 im Ärmelkanal ging die Galionsfigur in schwerer See verloren. Der fünfte Albatros wurde aus Eschenholz gefertigt.
- Am 5. Dezember 2003, also ein knappes Jahr später, verlor die Gorch Fock ihre Galionsfigur etwa 100 Seemeilen westlich der französischen Küste, in der stürmischen Biskaya. Der sechste Albatros ist diesmal aus Kohlefaser.

Weblinks


- [http://www.marine.de/GorchFock www.marine.de/GorchFock: Das Segelschulschiff GORCH FOCK der Deutschen Marine]
- [http://www.gorch-fock-1.de/ Homepage der Gorch Fock I von Tall-Ship Friends e.V.]
- [http://www.esys.org/gofo/ Homepage der Gorch Fock II beim Europäischen Segel-Informationssystem]
- [http://www.gorchfock.de/ Private Homepage eines ehemaligen Gorch-Fock-Fahrers] Kategorie:Segelschiff Kategorie:Schulschiff Kategorie:Militärschiff (Deutschland) Kategorie:Stralsund

Großsegler

Juli 2005]] Juli 2005]] Großsegler, Windjammer oder Tallship meint ein mehrmastiges Segelschiff.
Der Begriff ist ebenso unpräzise wie die Bezeichnungen Zwei-, Drei-, Vier-, Fünfmaster für Schiffe mit eben so vielen Masten.
Bekannte Großsegler sind beispielsweise Gorch Fock, Passat, Pamir, Padua, Peking, Pommern, Sedow, Alexander von Humboldt Obwohl Großsegler zu Beginn des 20. Jahrhunderst wegen der rentableren maschinenbetriebenen Schiffe nahezu zum Aussterben verurteilt waren, finden sich immer wieder Liebhaber, die für die Erhaltung solcher Schiffe sorgen. Häufig werden sie als Ausbildungsschiffe der Marine, zunehmend aber auch für touristische Zwecke genutzt. Auf internationalen Regatten wie der Kieler Woche, der Travemünder Woche, der Hanse Sail und anderen finden Windjammerparaden großen Anklang. Als Dreimaster wird in der Mode auch ein Männerhut mit breiter Krempe bezeichnet. Er ist eine späte Form des Dreispitz und wurde Bestandteil vieler Volkstrachten. Siehe: Brigg, Bark, Vollschiff, Schoner, Windjammer, Takelage

Weblinks


- [http://www.waterfordtallshipsrace.ie/ THE 2005 TALL SHIPS' RACE - WATERFORD, IRELAND (engl.)]
- [http://www.usenet-replayer.com/webrings/tall-ship.html Bilder von Großseglern] die im USENET veröffendlicht wurden und mit Suchfunktion archiviert sind. Kategorie:Segelschiffstyp

Bundesmarine

Bundesmarine war bis 1990 die stets inoffizielle, aber allgemein gebräuchliche Bezeichnung für die Marine der Bundesrepublik Deutschland. Nach 1990 wurde Deutsche Marine als offizielle Bezeichnung verbindlich eingeführt, wobei der Begriff Bundesmarine sich noch immer im Sprachgebrauch hält. Geschichtlich wurde der Begriff Bundesmarine fälschlicher Weise auch für die Reichsflotte von 1848 verwandt. Die Marine des Norddeutschen Bundes hieß hingegen anfangs tatsächlich Norddeutsche Bundesmarine. Im Folgenden wird unter Bundesmarine die Marine der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1956 und 1990 verstanden.

Geschichte

Nach Beendigung des 2. Weltkrieges wurde Deutschland entmilitarisiert. Unter alliiertem Oberkommando sind noch einige Kleinverbände der ehemaligen Kriegsmarine zum Minenräumen vor den deutschen Küsten verwendet worden. Der größte von ihnen war die bis 1947 bestehende Deutsche Minenräumverwaltung (German Minesweeping Administration, GMSA). Kleinere Verbände mit Zoll- Polizei- und Minenräumaufgaben bestanden bis 1956 fort und bildeten einen personellen und materiellen Grundstock für die Bundesmarine. Am 12. November 1955 wurde die Bundeswehr gegründet. Die Aufstellung der Marine begann im Januar 1956. Bereits im April 1957 konnten der NATO zwei Minensuchgeschwader als erste Kräfte der Bundeswehr unterstellt werden. Später verlangsamte sich der Aufbau, und die Struktur der Marine wurde mehrfach verändert. Die 1974 eingenommene Gliederung hat im wesentlichen bis ins Jahr 1990 Bestand gehabt.

Konzeption und Aufgaben der Marine

Das erste Jahrzehnt

Die Bundesmarine war anders als ihre Vorgängermarinen von Anfang an als Bündnismarine konzipiert und in die NATO integriert. Gleichwohl waren die ersten konzeptionellen Vorstellungen aus der ersten Hälfte der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts nicht mit den künftigen Verbündeten abgestimmt, sondern entstammten eigenen Überlegungen darüber, welche Aufgaben eine künftige deutsche Marine haben sollte. Zwei wesentliche Faktoren hatten diese Überlegungen beeinflusst. Einerseits bedrohten die mächtigen Armeen des Warschauer Pakts die Bundesrepublik entlang der innerdeutschen Grenze. Andererseits beherrschten die NATO-Staaten als große Seemächte die Weltmeere. Insofern war die Landfront die Hauptsorge bei allen deutschen Verteidigungsplanungen. Deshalb zielten die ersten Überlegungen der Marine darauf ab, dass eine Landung überlegener alliierter amphibischer Kräfte im Rücken des Gegners, also etwa in Mecklenburg, die Landfront entlasten sollte. Da den großen Seemächten aber nicht genügend spezielle Mittel zur Sicherung der Ostseezugänge und andere Aufgaben im Küstenvorfeld zur Verfügung standen, sollte die deutsche Marine derartige Aufgaben übernehmen, um die geplante alliierte Landung vorzubereiten und abzusichern. Das erste Beschaffungsprogramm der Marine trug dem Rechnung. Artilleriezerstörer und Minensuchboote, Landungsschiffe und Sicherungstruppen wurden zur Vorbereitung einer amphibischen Operation bereitgestellt.

Die Neuorientierung

Bereits Anfang der sechziger Jahre stellte sich heraus, dass diese Planung unrealistisch war. Weder ließen die militärischen Kräfteverhältnisse in Europa eine solche Operation zu, noch hatten die Verbündeten die entsprechenden Absichten. Es wurde vielmehr deutlich, dass es in der Ostsee vorrangig darum gehen musste, eine sowjetische Landung gegen die deutschen und dänischen Küsten abzuwehren, die dazu hätte dienen sollen, die Ostseeausgänge für die sowjetische Marine zu öffnen. Nach den neuen Planungen oblagen der Bundesmarine im wesentlichen folgende Aufgaben: In der Ostsee sollte sie zusammen mit der dänischen Marine Landungen abwehren und die Ostseeausgänge für sowjetische Kriegsschiffe sperren. Wenn möglich sollte die Ostsee für den gesamten gegnerischen Seeverkehr gesperrt werden, um die Verstärkung und Versorgung der Landstreitkräfte auf diesem Wege zu unterbinden. In der Nordsee sollte die Bundesmarine einen Beitrag zur Sicherung der eigenen Seewege leisten, damit im Krieg alliierte Verstärkungen sicher in deutsche, dänische und niederländische Häfen transportiert werden konnten. Das Operationsgebiet der Bundesmarine umfasste folglich zunächst nur Nord- und Ostsee, erst ab Ende der 70er Jahre wurde die Beschränkung auf Operationen in diesen Gewässern aufgehoben. Nach und nach erhielt die Marine in den siebziger und achtziger Jahren neues Material, das für diese Aufgaben ausgelegt war. Dazu gehörten unter anderem 40 moderne Flugkörper-Schnellboote, 24 Küsten-Uboote, sehr moderne Minensysteme, 112 Jagdbomber TORNADO und acht Fregatten mit Hubschraubern. Mit den Kräften in der Ostsee, die etwa zwei Drittel der Marine ausmachten, und zusammen mit der – sehr viel kleineren – dänischen Marine gelang es, ein System der Verteidigung in der Tiefe aufzubauen, das einen gegnerischen Landungsverband auf dem Weg durch die ganze Ostsee kontinuierlich hätte bekämpfen können.

Der Weg zur Flotte 2005

Drei Entwicklungen ließen die Marineführung Mitte der achtziger Jahre erkennen, dass es einer weiteren Neuorientierung bedürfe. Erstens deutete sich bald nach dem Regierungsantritt Michail Gorbatschows in der Sowjetunion an, dass sich die Bedrohungslage in Europa zu verändern begann. Der Wegfall der amphibischen Bedrohung in der Ostsee würde eine völlige Umstellung der Marine erfordern. Zweitens zeichneten sich neue Konflikte außerhalb des NATO-Bereichs ab, die zumindest indirekt Einfluss auf Deutschland haben würden. Bereits während des 1. Golfkrieges hatten die Verbündeten 1987 soviele Schiffe aus dem Mittelmeer in die Golfregion verlegt, dass die Bundesmarine mit einem Verband aushelfen musste, ein mögliches Machtvakuum im Mittelmeer auszugleichen. Seitdem ist sie dort permanent präsent. Drittens würde es nicht möglich sein, die noch aus den Anfangsjahren stammenden, in großer Zahl beschafften Waffensysteme eins zu eins durch komplexe moderne Systeme zu ersetzen. Insbesondere die vielen Minensuchboote der ersten Generation, die inzwischen hauptsächlich als Minenleger eingesetzt wurden, waren auszusondern. Die neuen Überlegungen waren 1990 zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung schon weit fortgeschritten, so dass der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Joachim Mann, bereits 1991 das Konzept Flotte 2005 für die Fortentwicklung der Deutschen Marine vorlegen konnte.

Organisation

Die Marine als Teilstreitkraft der Bundeswehr wird vom Inspekteur der Marine im Bundesministerium der Verteidigung geführt. Sie gliederte sich ab 1974 in drei Säulen, jeweils geführt von einer Höheren Kommandobehörde:
- Die Flotte
- Das Marineunterstützungskommando
- Das Marineamt Dem Flottenkommando unterstanden die schwimmenden und fliegenden Kampfverbände, die schwimmenden Unterstützungsverbände und Einrichtungen der Marineführungsdienste. Dazu gehörten (Stand etwa 1985): 1985
- 17 Zerstörer und Fregatten
- 5 U-Jagdboote
- 60 Minensuchboote und andere Minenabwehrfahrzeuge
- 40 Schnellboote
- 24 U-Boote
- 22 Landungsboote
- 30 Hilfsschiffe
- 110 Jagdbomber
- 20 Seefernaufklärungsflugzeuge
- 20 leichte Transportflugzeuge
- 35 Hubschrauber
- Kampfschwimmer und Minentaucher
- Fernmelde- und Aufklärungseinheiten an Land Das Marineunterstützungskommando (MUKdo) war für die logistische Unterstützung der Marine verantwortlich. Es unterstützte das Flottenkommando in der Herstellung und Erhaltung der Einsatzfähigkeit der Flotte. Ihm unterstanden die Marinestützpunkte, Transportkräfte und Depots. Kampfschwimmer Das Marineamt war für Grundsatzaufgaben in den Bereichen Rüstung, Sanitätsdienst und Geophysik und die Personalbearbeitung für Mannschaften und Unteroffiziere zuständig. Dem Marineamt unterstanden die Schulen der Marine, die Stammdienststelle der Marine (SDM) und das Marinesicherungsregiment mit den Marinesicherungsbataillonen, die auch begrenzt für amphibische Operationen eingesetzt werden konnten. Die Stationierung der Marine trug der nuklearen Bedrohung im Kalten Krieg Rechnung. Stützpunkte, Fliegerhorste und sonstige Dienststellen waren entlang der gesamten Nord- und Ostseeküste auf viele Standorte verteilt, darunter als größere von West nach Ost:
- Borkum (Stützpunkt, Schule)
- Wilhelmshaven (Marineamt, MUKdo, Stützpunkt, SDM
- Marinetransportbataillon 2 und andere) Bremerhaven (Schulen)
- Nordholz bei Cuxhaven (Fliegerhorst)
- Sylt (Schulen, Flugplatz)
- Flensburg und Glücksburg (Stützpunkt, Schulen, Flottenkommando und andere)
- Tarp (Fliegerhorst)
- Schleswig (Fliegerhorst)
- Olpenitz (Stützpunkt); Kappeln-Ellenberg (Schule)
- Eckernförde (Stützpunkt und Schule)
- Kiel (Stützpunkt, Fliegerhorst, Flottille der Marineflieger, Schifffahrtmedizinisches Institut, Marinemusikkorps Ostsee, 1. Zerstörergeschwader, Marinemunitionsdepot, Technische Marineschule und andere)
- Plön (Schule)
- Neustadt in Holstein (Stützpunkt und Schule) Das Personal Bundesmarine bestand aus etwa 38.000 Soldaten und mehreren tausend zivilen Bediensteten.

Bilanz

Nachdem sich erste konzeptionelle Ansätze für einen deutschen Marinebeitrag zum Bündnis nicht als realistisch erwiesen hatte, gelang es ab den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts, eine schlagkräftige Marine aufzubauen, die von ihren möglichen Gegnern in der Ostsee sehr ernst genommen wurde. Die Sowjetunion musste erkennen, dass ihre Ostseeflotte nicht im Atlantik würde operieren können. Deshalb wurden die großen Schiffe und viele Uboote im Nordmeer stationiert (s.a. Nordflotte). Dort musste fern der industriellen Zentren Russlands neue Infrastruktur geschaffen werden, und die klimatischen Bedingungen beanspruchten Menschen und Material in außergewöhnlichem Maße. In der Ostsee wurde die Ubootbedrohung, die sich gleichermaßen gegen Nachschubtransporte für die Landstreitkräfte wie gegen Landungsverbände richtete, als sehr ernst angesehen. Den 30 westlichen Ubooten (24 deutschen und sechs dänischen) mit zusammen weniger als 1000 Mann Besatzung wurden 75 U-Jagd-Schiffe und 150 spezielle Flugzeuge und Hubschrauber mit etwa 15.000 Mann entgegengestellt. Damit hat sich das Konzept der Bundesmarine als sehr effizient erwiesen. 1989-1990 endete die Konfrontation zwischen West und Ost, in deren Szenario die Bundesmarine ihren festen Platz hatte. Mit den seit 1990 eingetretenen Veränderungen hat die Deutsche Marine neue Aufgaben bekommen. Siehe auch: Deutsche Marine (Geschichte), Geschichte der Bundeswehr, Liste von Kriegsschiffen (Deutschland seit 1945) Kategorie:Marine (Bundeswehr) Kategorie:Deutsche Militärgeschichte

BRD

BRD ist eine inoffizielle Abkürzung für die Bundesrepublik Deutschland. Nach Gründung der Bundesrepublik wurde der Begriff BRD in Westdeutschland zunächst wertfrei verwendet. In der DDR wurde der andere deutsche Staat zunächst meist Westdeutschland (abgekürzt: WD) genannt. Offiziell wurde jedoch seit den 50er-Jahren die Bezeichnung Deutsche Bundesrepublik (abgekürzt: DBR) verwendet, da man sich selbst als Teil Deutschlands verstand und dem politischen Gegner die Verwendung dieses Namens nicht zugestehen wollte. Dies änderte sich jedoch 1968 mit dem Inkrafttreten der neuen DDR-Verfassung, mit der sich die DDR vom Ziel der deutschen Wiedervereinigung verabschiedete. Da nun im Osten für die Bundesrepublik konsequent die Abkürzung BRD als propagandistischer Gegenbegriff zu DDR verwendet wurde, um die Gleichberechtigung beider Staaten auszudrücken, und auch im allgemeinen Sprachgebrauch weit verbreitet war, wurde dieser Begriff seit den 1970er-Jahren wiederum im Westen mehrheitlich als DDR-Jargon empfunden. Um sich von diesem Gegenbegriff abzugrenzen, wurden dort bis zur deutschen Einheit die Abkürzungen BR Deutschland, BR Dt., BRDt., BR Dtld. oder einfach Dtld. bevorzugt; eine Verwendung des Begriffes BRD war und ist von offizieller Seite nicht erwünscht. So gibt es seit dem 4. Oktober 1976 einen Erlass der Schulbehörde Schleswig-Holstein, der die Abkürzung für nicht „wünschenswert“ erklärt. Verwaltungsrechtlich lässt sich die Unerwünschtheit aufgrund der Meinungsfreiheit nicht durchsetzen. Dennoch wurde die Schreibweise BRD bis in die 1990er Jahre hinein an einigen westdeutschen Schulen als Schreibfehler sanktioniert. Die Springerpresse, besonders die Bild, druckte die Abkürzung DDR bis 1989 stets in Anführungszeichen. Von der Bevölkerung der DDR wurde die Bezeichnung BRD auch inoffiziell allgemein verwendet, neben anderen Synonymen. Viele Westdeutsche empfanden BRD allerdings als logische Abkürzung der Bezeichnung ihres Staates. Der Versuch, sich sprachlich von der DDR abzugrenzen, erschien ihnen als ungeeignet oder gänzlich überflüssig. Auch international waren und sind die entsprechenden Abkürzungen wie FRG (für Federal Republic of Germany) im Englischen und RFA (République fédérale d’Allemagne) im Französischen üblich. Die Abkürzung BRD wurde damit zu einer symbolischen Grenze, und mit ihrer Verwendung oder Nichtverwendung sagte man etwas über sein Verhältnis zur DDR aus – allerdings war der Bekenntnischarakter der Abkürzung BRDt. größer, weil viele BRD für neutraler hielten. Seit der Einheit verliert die Abkürzung BRD zunehmend ihren ideologischen Charakter. So setzt der Duden seit den 1990er-Jahren „BRD“ mit „Bundesrepublik Deutschland“ gleich, während er zu Zeiten des Kalten Krieges noch darauf bestand, dass es sich um eine „nichtamtliche Abkürzung“ handelte. Seit den 1990er-Jahren verwendet auch die dem Bundesministerium des Innern unterstellte Bundeszentrale für politische Bildung in Veröffentlichungen die Abkürzung BRD. Ein gewisses Interesse kann die Abkürzung BRD daraus beanspruchen, dass es – abgesehen von der Rechtschreibung – der möglicherweise einzige Fall ist, in dem von Amtswegen direkt in den Sprachgebrauch eingegriffen wurde. Neonazis benutzen die Abkürzung auch entfremdet und abwertend als BRd. Eine ähnlich ideologisch geführte Diskussion gibt es um die Begriffe Berlin (West), West-Berlin und Westberlin.

Siehe auch


- Westdeutschland
- Portal:DDR

Weblinks


- [http://www.schooloffice-sh.de/texte/b/brd.htm Erlass der Schulbehörde Schleswig-Holstein] Kategorie:Abkürzung

Krusenstern (Schiff)

Das russische Segelschulschiff STS "Krusenstern" (auch „Kruzenshtern“, russisch Крузенштерн) ist eine Viermast-Stahlbark benannt nach Adam Johann von Krusenstern. Heimathafen des Windjammers ist Kaliningrad. Die Krusenstern wurde 1926 auf der „Tecklenborg-Werft“ an der Geeste in Bremerhaven als „Padua“ vom Stapel gelassen. Sie gehörte mit der Pamir, Passat, Preussen, Pommern und der Peking zu den berühmten Flying-P-Liner der der Hamburger Reederei F. Laeisz und ist als letztes dieser Schiffe heute noch immer im Einsatz. Das Schiff wurde nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 als Reparationsleistung an die UdSSR abgegeben und erhielt dann ihren heutigen Namen. UdSSR Ursprünglich wurde die Krusenstern eingesetzt als Frachtsegler. Unter anderem brachte sie Baumaterialien nach Südamerika, kehrte von da mit Salpeter zurück und transportierte später auch Weizen aus Australien. Auf der Jungfernreise brauchte sie von Hamburg nach Talcahuano (Chile) 87 Tage. Den Weg von Hamburg nach Port Lincoln in Süd-Australien legte sie 1933/1934 in der Rekordzeit von 67 Tagen zurück. Heute nutzt das russische Ministerium für Fischwirtschaft die Krusenstern zur Ausbildung des Nachwuches der Fischereiflotte und dabei nimmt sie an vielen internationalen Regatten teil, so auch an der alle fünf Jahre stattfindenden Sail in Bremerhaven. Dabei werden zunehmend auch zahlende Passagiere (Trainees) mitgenommen, die damit zum Unterhalt des Schiffes beitragen.

Technische Daten


- Stapellauf: 11. Juni 1926 als letzter Viermastbark-Segelfrachter Padua.
- Werft: Joh. C. Tecklenborg in Geestemünde (heute Bremerhaven).
- Reederei: F. Laeisz, so genannte Flying P-Line
- Länge über alles: 116,7 m
- Breite: 14 m
- Tiefgang: 7 m
- Segelfläche: 3.400 m²
- Masthöhe: 55 m über Deck
- Antrieb: zwei SKI-8 Zylinder Motoren mit je 1000 PS
- Besatzung: 257 Mann
- 1943 Ausstattung mit einer Kanone, das Schiff hat unter deutscher Flagge ein deutsches Flugzeug abgeschossen und ein deutsches U-Boot gerammt
- Kulisse im Film Große Freiheit Nr.7 mit Hans Albers

Weblink


- [http://www.kruzenshtern.ru Homepage der Krusenstern] (Deutsch, Englisch, Russisch) Kategorie:Schulschiff Kategorie:Segelschiff

UdSSR

Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (kurz UdSSR oder Sowjetunion, bzw. russisch Союз Советских Социалистических Республик (СССР), Sojus Sowjetskich Sozialistitscheskich Respublik (SSSR) ) war ein Staat in Osteuropa und Nordasien. Sie bestand vom 30. Dezember 1922 – nach der russischen Oktoberrevolution - bis zur offiziellen Auflösung am 8. Dezember 1991 – auf dem Gebiet des ehemaligen russischen Reiches. Später dehnte sie sich auf die von den Nachbarstaaten Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Deutschland, Rumänien und Polen eroberten Gebiete aus. Die Sowjetunion war damit der geographisch grösste Staat in der neueren Geschichte der Menschheit. Ihr Rechtsnachfolger (mit 78% der früheren Fläche) ist seit 1991/92 die Russische Föderation. Formal war die Sowjetunion ein Staatenbund von Teilstaaten (Unionsrepubliken); de facto war sie ein zentralistisch regierter und von Russland dominierter Staat. Nominell wurde sie demokratisch durch Räte (Sowjets) bzw. ein Parlament regiert. Die tatsächliche Macht lag aber stets bei der Führung der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, die das Land besonders unter Stalin totalitär, später eher diktatorisch regierte. Gegen Ende der UdSSR unternahm Michail Gorbatschow unter dem Stichwort Perestroika Anstrengungen, tatsächlich demokratische Institutionen einzuführen.

Politik

Die Regierung der Sowjetunion war nicht nur für die Gesetzgebung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit des Landes zuständig, sondern verwaltete auch die Wirtschaft. Die grundlegenden politischen Entscheidungen wurden von der wichtigsten politischen Institution des Landes, der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) getroffen. In den späten 1980ern war der Aufbau des Staates in der Theorie ähnlich wie bei westlichen politischen Systemen organisiert. So setzte eine Verfassung alle Staatsorgane ein und garantierte den Bürgern eine Reihe von politischen Rechten und Bürgerrechten. Eine legislative Gewalt, der Kongress der Volksbeauftragten und ein ständiger legislativer Rat, der Oberste Sowjet, als Volksvertretung repräsentierten die Souveränität des Volkes. Der Oberste Sowjet wählte das Präsidium, dessen Vorsitzender auch als Staatsoberhaupt fungierte und überwachte den Rat der Volkskommissare, später der Ministerrat, der als die exekutive Gewalt agierte. Der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, dessen Wahl von der Legislative bestätigt werden musste, war der Regierungschef. Eine verfassungsbasierte Judikative wurde durch ein System von Gerichtshöfen, dessen oberster der Oberste Gerichtshof war, repräsentiert. Der Oberste Gerichtshof war verantwortlich für die Überwachung der Gesetzmäßigkeit der Regierungsinstitutionen. Nach der Verfassung von 1977 hatte das Land eine föderale Struktur, die den einzelnen Teilrepubliken bestimmte souveräne Rechte (z. B. die Entscheidung über Minderheitenpolitik) zusprach. In der Praxis jedoch wurden viele der Aufgaben der einzelnen Regierungsinstitutionen von der einzigen erlaubten Partei, der KPdSU, wahrgenommen. Die eigentlichen Grundlagen- und Richtlinienentscheidungen wurden von der Partei getroffen und von der Regierung übernommen, die eher die Entscheidungen der Partei ratifizierte als selbst Gesetze zu beschließen. Eine Reihe verschiedener Mechanismen sorgte dafür, dass die Regierung die Entscheidungen der Partei mit trug. Zwar konnten die Bürger der Sowjetunion sich bei allen Wahlen entscheiden, welchen Kandidaten sie wählten, aber da alle Kandidaten der KPdSU angehören mussten und von der Partei aufgestellt wurden, konnte die Kommunistische Partei alle wichtigen Positionen in der Regierung mit Personen setzen, die der Parteiführung gegenüber loyal waren. Die Personen in Regierungsämtern wurden strikt von der KPdSU überwacht, um zu verhindern, dass sie von der offiziellen Linie abwichen. Die Hauptaufgabe der Exekutive, des Ministerrats, war die Verwaltung der Wirtschaft. Der Ministerrat war über die gesamte Zeit seines Bestehens mit der Kommunistischen Partei gegenüber loyalen Politikern besetzt, der Vorsitzende des Ministerrats war immer auch ein Mitglied des Politbüros, der zentralen Entscheidungsinstanz der KPdSU. Oft war es auch der Generalsekretär der Partei selbst. Der Vorsitzende hatte eine dominante Stellung gegenüber den anderen Ministern. Nach der Verfassung von 1988 war das höchste legislative Gremium der Sowjetunion der Kongress der Volksbeauftragten. Die wichtigste Aufgabe des Kongresses war die Wahl einer kleineren, ständigen legislativen Versammlung, dem Obersten Sowjet mit seinem Vorsitzenden, der gleichzeitig Staatsoberhaupt war. Obwohl der Kongress der Volksbeauftragten theoretisch allein das Recht hatte, Gesetze zu beschließen, trat er nur selten zusammen, um Gesetzesentwürfen der Partei, des Ministerrats und des Obersten Sowjets zuzustimmen. Der Oberste Sowjet hatte das Recht, das geltende Recht der Sowjetunion zu interpretieren und zusammen mit dem Ministerrat Dekrete zu beschließen, falls es in den bestehenden Gesetzen Unklarheiten gab. Das Rechtssystem unterschied sich von dem in westlichen Staaten gepflegten. Statt dass ein Verteidiger und ein Staatsanwalt für bzw. gegen den Angeklagten argumentierten, arbeitete der Richter mit den Staatsanwalt und dem Verteidiger zusammen, um sicherzustellen, dass die Prozesse die Wahrheit zu Tage förderten, was auch zu Missbrauch führte. Die Sowjetunion war offiziell ein föderaler Staat, der aus 15 Republiken gebildet wurde, die theoretisch auch das Recht hatten, wieder aus der Union auszutreten. Die Republiken hatten ihre eigenen Verfassungen, die, wie die Verfassung der gesamten Union, theoretisch die Gewaltenteilung in der Sowjetunion garantieren sollten. In der Praxis hatte die zentrale Regierung jedoch alle wichtigen Befugnisse an sich gezogen und traf Entscheidungen, die von den regionalen Behörden nur ausgeführt wurden.

Fläche und Bevölkerung

Die Sowjetunion grenzte nach 1945 im Westen an Rumänien, Ungarn, die Tschechoslowakei, Polen, die Ostsee, Finnland und Norwegen; im Norden an die Barentssee, die Karasee, die Laptewsee sowie an die Ostsibirische See; im Osten an das Ochotskische Meer, das Beringmeer sowie an den Pazifischen Ozean; im Süden an Nordkorea, die Volksrepublik China, die Mongolei, Afghanistan, den Iran und die Türkei. Das Territorium der UdSSR umfasste mit 22,4 Millionen Quadratkilometern fast ein Sechstel des Festlandes der Erde. In West-Ost-Richtung erstreckte es sich vom Schwarzen Meer und der Ostsee bis zum Pazifischen Ozean über fast 10.000 Kilometer. Von Norden nach Süden hatte es eine Ausdehnung von fast 5.000 Kilometern. Die Sowjetunion berührte 11 der 24 Zeitzonen der Erde. Nach Stand der Volkszählung von 1988 hatte die Sowjetunion in 15 Unionsrepubliken 286,717 Mio. Einwohner. Die RSFSR (Russische Sozialistische Föderalistische Sowjetrepublik) war sowohl flächen- als auch bevölkerungsmäßig die bei weitem größte Unionsrepublik und auch in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht dominierend.

Religion in der Sowjetunion

In dieser Zeit wurde die Religionsausübung verboten, waren um 1920 noch etwa 90 % der Russen in der Orthodoxe Kirche organisiert, so sank die Zahl bis 1940 auf unter 30 %. Tausende Priester wurden hingerichtet oder in Arbeitslager deportiert. Ebenso in Zentralasiatischen Republiken wo mehrheitlich Muslime lebten, wurden die meisten Moscheen geschlossen und die Religiosausübung ebenfalls verboten. Viele Gläubige waren Repressalien ausgesetzt. Mehr dazu in der englischen wikipedia.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Sowjetunion Das damalige Zarenreich Russland wurde mit der Oktoberrevolution, benannt nach den - allerdings schnell entmachteten - Räten (russ. Sowjets), zur Sowjetunion. Die frühe Sowjetregierung, in der die Revolutionsführer Wladimir Iljitsch Lenin und Leo Trotzki als Regierungs- bzw. Armeechefs, als Vorsitzender des Rates der Volkskommissare fungierten, versuchten eine zentralwirtschaftliche nachholende Industrialisierung des Landes durchzuführen. Ein vorher in sämtlichen Bereichen rückständiges Bauernland, in dem zum Teil mittelalterliche, präziser ausgedrückt feudal-asiatische Produktionsverhältnisse herrschten, sollte innerhalb von 20 Jahren zur Industriemacht und zum militärischen Ausgangspunkt der Weltrevolution umgestaltet werden. Dies geschah durch den forcierten, in seiner Ausführung berserkerartigen Aufbau der Schwerindustrie von 1928 an. Die ideologische Macht der Partei sollte durch umfassende Alphabetisierungskampagnen unter der unwissenden Bevölkerung gefestigt werden. Da durch den während der Revolution, der Bekämpfung ihrer vorgeblichen Gegner ("Konterrevolutionäre") und während des nachfolgenden Bürgerkrieges (1917-1921) praktizierten Kriegskommunismus eine katastrophale wirtschaftliche Lage entstanden war, wurde 1921 die so genannte Neue Ökonomische Politik (NEP) eingeführt, die eine Reihe marktwirtschaftlicher Zugeständnisse enthielt. Die herrschende Kaste der Bürokratie, die ihren Führer in Josef Stalin gefunden hatte, ging nach jahrelangem Zögern und einer den Kleinbürgern und russischen Großbauern (Kulaken) entgegenkommenden Politik zu einer willkürlichen und fehlerhaften Planwirtschaft über. Die Landwirtschaft wurde in Sowchosen und Kolchosen in einer Weise zwangskollektiviert, dass es die Union wirtschaftlich wiederum in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand versetzte.

Außenpolitik

Ein wichtiger Schritt aus der selbst gewählten Isolierung bildete der Ausgleich mit Deutschland im Vertrag von Rapallo von 1922, das die UdSSR als erster ausländischer Staat diplomatisch anerkannte. Am 18. September 1934 trat die Sowjetunion dem Völkerbund bei. Das Verhältnis zum nationalsozialistischen Regime in Deutschland war von Anfang an sehr gespannt. Hitlers aggressive Außenpolitik und seine Herabwürdigung der slawischen Völker als "Untermenschen", ebenso wie seine extreme Feindschaft zum Kommunismus, beeinträchtigten die deutsch-sowjetischen Beziehungen sehr stark. Dennoch schlossen die Sowjetunion und Deutschland am 23. August 1939 einen Nichtangriffspakt, den so genannten Hitler-Stalin-Pakt. In einem geheimen Zusatzprotokoll legten die Sowjetunion und Deutschland ihre Interessensphären in Osteuropa fest. Nachdem Deutschland am 1. September 1939 Polen überfallen und dessen westlichen Teil bis zur vereinbarten Interessengrenze besetzt hatte, marschierte die Rote Armee am 17. September 1939 im östlichen Teil Polens ein. Stalin begründete diesen Schritt offiziell damit, dass er die verwandten Völker der Weißrussen und Ukrainer gegen die deutsche Bedrohung schützen wolle. Am 28. September, einen Tag nach der Kapitulation der Stadt Warschau, schloss die Sowjetunion mit Deutschland einen Grenz- und Freundschaftsvertrag ab. Am 10. Februar 1940 folgte ein Wirtschaftabkommen zwischen den beiden Staaten. Die Gründe für den Hitler-Stalin-Pakt sind in der modernen Geschichtsforschung umstritten. Eine gewisse Rolle spielte sicherlich, dass beide Staaten ihren Einfluss in Osteuropa vergrößern wollten und Stalin hoffte, mit einem Nichtangriffspakt dies ohne einen Krieg bewerkstelligen zu können. Das Handeln der Sowjetunion wird von einigen auch unter Hinweis auf die z. T. antisowjetische Stoßrichtung der britischen Appeasement-Politik als eine notwendige Absicherung der Sowjetunion gegen einen Angriff aus dem Westen (sei es nun von Deutschland oder von den westeuropäischen Staaten und den USA) verteidigt. Am 30. November 1939 begann die Sowjetunion den so genannten Winterkrieg mit Finnland. Wegen dieses Angriffs wurde die Sowjetunion aus dem Völkerbund ausgeschlossen. Infolge des Krieges musste Finnland Teile seines Staatsgebietes in Karelien an die Sowjetunion abtreten, die dort die Karelo-Finnische Sozialistische Sowjetrepublik errichtete. Im Juni 1940 annektierte und okkupierte die Sowjetunion die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie im Juli 1940 Bessarabien (das spätere Moldawien) sowie die Bukowina. Am 22. Juni 1941 wurde die Sowjetunion von Deutschland angegriffen. Im sowjetischen bzw. russischen Geschichtsbewusstsein beginnt hier (nicht 1939) der Zweite Weltkrieg als der Große Vaterländische Krieg. Die Sowjetunion versuchte nach dem deutschen Angriff eine Allianz mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika zu schließen. Hauptanliegen der Sowjetunion war dabei die Errichtung einer Zweiten Front. Zwar war vor allem das Verhältnis zu Großbritannien von wechselseitigem Misstrauen geprägt, jedoch unterstützten die von der Sowjetunion zuvor als Imperialisten angesehenen Alliierten sie nach Kräften. In den großen Konferenzen von Teheran und Jalta gelang es schließlich, eine Antihitlerkoalition zu schmieden und den Kampf gegen Deutschland abzustimmen. Die Sowjetunion trug in dem Kampf gegen Deutschland, nach Ansicht der meisten Historiker, die Hauptlast. Davon zeugt auch, dass über 80% der deutschen Verluste an der Ostfront zustande kamen. Die kriegsverwüstete Sowjetunion ging 1945 aus dem Zweiten Weltkrieg innerlich geschwächt, jedoch auch als Siegermacht in Europa hervor. Mehrere Staaten in Mittel- und Osteuropa gerieten unter sowjetische Kontrolle. Die Sowjetunion war Besatzungsmacht im mittleren Teil Deutschlands (u. a. in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)) und darüber hinaus auch in ganz Osteuropa. In der Konferenz von Potsdam versuchten sich die drei Siegermächte des Krieges in Europa auf eine Nachkriegsordnung zu einigen, was jedoch nur zum Teil gelang. Die Antihitlerkoalition, die gegen den gemeinsamen Feind Deutschland mühsam zustande gekommen war, zerbrach nach dem Sieg über Hitler am gegenseitigen Misstrauen. Aus den unterschiedlichen Vorstellungen über die europäische Nachkriegsordnung entwickelte sich schließlich der Ost-West-Konflikt.

Innere Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg

Michail Sergejewitsch Gorbatschow Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte die Sowjetunion, den gewonnenen territorialen Machtbereich abzusichern. Das im Hitler-Stalin-Pakt vereinbarte sowjetische Interessengebiet in Ostpolen sowie das gesamte Baltikum schloss die UdSSR dauerhaft ihrem Staatsgebiet an; darüber hinaus bildete sie zahlreiche Satellitenstaaten, in denen sie, vor allem in Osteuropa, so genannte Volksdemokratien errichtete. Der XX. Parteitag der KPdSU 1956 proklamierte die Abkehr vom Stalinismus, Nikita Chruschtschow rief eine grundlegende Wende in der sowjetischen Politik aus. Trotz der vorsichtigen Liberalisierung im Inneren ("Tauwetter") kann von einer grundlegenden Wende in der sowjet. Politik nicht gesprochen werden. Die Reformbewegung in Ungarn 1956 wurde blutig niedergeschlagen. Trotz nun intensiverer diplomatischer Kontakte zu den USA, ging der Kalte Krieg weiter und brachte die Welt 1962 in der Kubakrise an den Rand eines Atomkrieges. Auf Druck der USA zog Chrutschschow im letzten Moment die geplanten Raketen ab und verhinderte die drohende Eskalation. Erfolge verbuchte der Staat bei der prestigeträchtigen "Eroberung" des Weltalls. Mit dem Hund Leica entsandte man das erste Lebewesen und mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All.(1961) 1964 wurde Chruschtschow durch den konservativen Leonid Breschnew als Generalsekretär ersetzt (bis 1983. Reformversuchen in anderen sich selbst als kommunistisch bezeichnenden Staaten widersetzte sich das Regime vehement. Die Freiheitsbewegung des "Prager Frühling" in der Tschechoslowakei (1968) wurde mit Panzern des Warschauer Pakts niedergeschlagen. Auch die Verhängung des Kriegsrechts in Polen 1980 (Niederschlagung der Reformbewegung der Gewerkschaft) Solidarität, geschah unter dem Druck Moskaus. 1979 marschierten sowjetische Truppen in Afghanistan ein. Nach hohen Verlusten musste man die Truppen jedoch