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Selenografie

Selenografie

Selenografie ist das zum Mond gehörige Analogon zur Geografie. Das Wort ist aus den griechischen Begriffen für Mond (Selene) und zeichnen (grafe·in) zusammengesetzt. Am häufigsten wird die Bezeichnung selenografische Breite und Länge verwendet. Die Kartierung von Mondstrukturen erfolgt dabei analog zur geografischen Breite und Länge auf der Erde. Auch auf dem Mond verläuft die Achse durch die beiden Pole. Um diese Achse dreht sich der Erdtrabant einmal in etwa 27 Tagen und wendet so der Erde immer dieselbe Seite zu. Senkrecht zu dieser Drehachse verläuft die gedachte Äquatorebene. Parallel zum Mondäquator verlaufen die Breitengrade, Kreislinien von gleicher selenografischer Breite. Durch beide Pole verlaufen senkrecht zum Äquator Längengrade (Meridiane), Kreislinien von gleicher selenografischer Länge. Nach der astronautischen Orientierung ist auf dem Mond Osten die Richtung, in der für einen Beobachter auf dem Mond (Astronaut) die Sonne aufgeht. Mit zunehmendem Mond wandert die beleuchtete Seite allmählich von rechts (Osten) nach links (Westen) über die Mondscheibe. Auf alten Karten sind Ost- und Westorientierung gegenüber heutigen Karten vertauscht, da früher mit umkehrenden Teleskopen von der Erde aus beobachtet wurde und der Mond nach der astronomischen Orientierung kartiert wurde. Zum Beispiel liegt der 93 km große Krater Copernicus bei 9° 42′ nördlicher Breite und 20° 06′ westlicher Länge. Für einen Betrachter auf der Nordhalbkugel der Erde befindet er sich also „links oberhalb“ der Mondmitte. Benannt wurde er 1935 von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) nach dem polnisch-deutschen Astronomen und Domherrn Nikolaus Kopernikus (1473–1543). Den Längengrad, an dem auf dem Mond die Sonne aufgeht, nennt man die Selenografische Colongitude. Diese Längenangabe wird als Winkelabstand vom Nullmeridian des Mondes in westlicher Richtung bis 360 Grad gezählt – im Unterschied zu den sonst üblichen Längenangaben, die vom Nullmeridian ausgehend je 180 Grad nach Osten und Westen zählen. Die Colongituden Null und 360 Grad kennzeichnen den zunehmendem Halbmond. Bei Vollmond beträgt die Colongitude 90 Grad (westlicher Mondrand). Neumond entspricht die Colongitude 270 Grad. Siehe auch: Mondkarte

Weblinks


- [http://www.planetenkunde.de/p012/p01207/index.htm Mondkoordinaten]
- [http://www.adlerplanetarium.org/learn/history/astronomers/riccioli02.ssi Mondkarten] nach Johannes Hevelius und Giovanni Riccioli Kategorie:Erdmond

Geographie

Die Geographie (auch: Geografie, griechisch Γεωγραφια geographia; gaia – Erde; gráphein – kritzeln, schreiben, zeichnen), vor allem in Deutschland umgangssprachlich auch Erdkunde genannt, untersucht die Beschaffenheit der Erdoberfläche und deren Auswirkungen auf den Menschen und bildet so eine Nahtstelle zwischen den Natur- und den Sozialwissenschaften. Dabei werden sowohl die Topographie der Landschaft als auch wirtschaftliche Faktoren (z. B. Lagerstätten, Wasserhaushalt) und die Stadtentwicklung ins Kalkül gezogen. Dort, wo diese Untersuchungen vom Menschen aus gesehen werden, bildet sich eine Überschneidung zur Ethnologie (Völkerkunde). Geographie ist also die Lehre von der Umwelt des Menschen und vom wechselseitigen Beziehungsgefüge Mensch - Umwelt in räumlicher Sicht. Die Definition, was Geographie ist, gestaltet sich entsprechend obiger Kurzbeschreibung problematisch und ist historischen und politischen Veränderungen unterworfen. Der Begriff Geographie wurde erstmals von dem griechischen Gelehrten Eratosthenes verwendet.

Geschichte

Die Bedeutung geographischen Wissens wurde erstmals in der Antike von den Griechen erkannt. Deren Erkenntnisse nutzten die Römer weiter. Während des europäischen Mittelalters geriet die Geographie, wie andere Wissenschaftszweige auch, wieder in Vergessenheit. Lediglich aus dem Kaiserreich China und dem aufstrebenden Orient kamen neue Impulse. In den Anfängen der heutigen wissenschaftlichen Geographie im 19. Jahrhundert war deren Ziel im Wesentlichen die Entdeckung, Erkundung bisher unbekannter Regionen der Erde (terra incognita); sie hatte sich die Auffüllung und Entdeckung der "weißen Flecke" auf der Landkarte zur Aufgabe gemacht. Die damalige Geographie kann daher als eine Wissenschaft "vom wo" umschrieben werden. Die Geographie muss man bis in das 19. Jahrhundert hinein als eine Wissenschaft beschreiben, die Tatsachen sammelte und zum Beispiel in Form von Bildern, Karten und Berichten dokumentierte. Sie war also rein deskriptiv (beschreibend). Geographie ist die Wissenschaft der räumlichen Strukturen und der raumzeitlichen Prozesse. "Unschuldig" war die Geographie damit nie. Die seitens der Staaten geförderte Geographie (Universitäten, Expeditionen) stand immer im Kontext der Geschichte. Für den Kolonialismus beispielsweise waren die deskriptiven Ergebnisse seitens der Geographen unabdingbar und sind in diesem Sinne Produkte desselben. Siehe auch: Liste der Entdecker

Einteilung

Physische Geographie

Die Physische Geographie beschäftigt sich in erster Linie mit den natürlichen Bestandteilen und Strukturen der Erdoberfläche. Dabei wird die Tätigkeit des Menschen zur Erklärung der Landschaftsgenese tendenziell ausgeklammert: Teilgebiete sind
- Geomorphologie,
- Klimageographie,
- Bodengeographie,
- Vegetationsgeographie, Biogeographie und
- Hydrogeographie.

Mathematische Geographie

Siehe Geodäsie, Kartografie

Anthropogeographie

Die Anthropogeographie (Geographie des Menschen; auch Humangeographie oder Kulturgeographie) beschäftigt sich mit dem Einfluss des Menschen auf den geographischen Raum, wie auch mit dem Einfluss des Raums auf den Menschen beispielsweise im Zusammenhang mit der räumlichen Verteilung von Bevölkerung oder von Wirtschaftsgütern. Teilgebiete der Anthropogeographie sind unter anderem:
- die Politische Geographie, Historische Geographie,
- Wirtschaftsgeographie, Industriegeographie, Agrargeographie
- Bevölkerungsgeographie, Sozialgeographie,
- Siedlungsgeographie, Geographie des ländlichen Raums,
- Stadtgeographie,
- Kulturgeographie,
- Verkehrsgeographie, Dienstleistungsgeographie,
- Wahrnehmungsgeographie und
- Religionsgeographie
- Geographie der Freizeit und des Tourismus. Der Anthropogeographie nahe stehen Raumordnung und Raumplanung. Begründer der Anthropogeographie war Alexander von Humboldt, der die wechselseitigen Beziehungen zwischen Mensch und Natur erstmals erkannte.

Zitate


- Es ist nichts, was den geschulten Verstand mehr kultiviert und bildet, als Geographie. - Immanuel Kant
- Geographie ist die Mutter der Wissenschaften! - Immanuel Kant
- Without Geography we are nowhere. - ([http://www.metskers.com Metsker Maps of Seattle])
- "Geography is what geographers do!"
- "Krieg ist Gottes Weg, den Amerikanern Geografie beizubringen."

Siehe auch

Portal:GeographieGeowissenschaftenLänder der WeltListe geographischer Namen in mehreren Sprachen

Weblinks


- [http://www.gender-arbeit-geographie.de Arbeitsgruppe Gender Arbeit Geographie] Bietet Informationen zur Geschlechterforschung in der Geographie, Newsletter: feministisches Geo-RundMail
- [http://www.geoportal.de geoportal.de] Bietet tagesaktuelle Nachrichten, ein Diskussionsforum, Literaturtipps und vieles mehr für geographische Themen
- [http://www.geographie-diplom.de Das Portal der erdwissenschaftlichen Intelligenz]
- [http://www.geographie.de Deutsche Gesellschaft für Geographie]
- [http://www.geographie.de/dvag/ Deutscher Verband für angewandte Geographie]
- [http://www.erdkunde-wissen.de Erdkunde-Portal]
- [http://www.geoworld.de Geographisches Informationssystem] inkl. Literatur-, Adress- und Linksuche sowie Web-Mapping-Anwendung
- [http://www.mygeo.info Geographisches Portal www.mygeo.info] mit [http://dict.mygeo.info Online Wörterbuch Deutsch Englisch]
- [http://www.geosciences-forum.com/ Geosciences-Forum: Geographie]
- [http://www.gfe-berlin.de Gesellschaft für Erdkunde]
- [http://www.uni-graz.at/geowww Institut für Geographie und Raumforschung der Universität Graz] inkl. Geographie Magazin, europaweitem Veranstaltungskalender u. v. m
- [http://www.kartenmeister.com/ Kartenmeister Datenbank]
- [http://www.kritische-geographie.at Kritische Geographie] inkl. Download-Material
- [http://www.critical-geography.de.vu www.critical-geography.de.vu - Die Seite des offenen AK Kritische Geographie] von Studis für Studis !Geographie Kategorie:Geowissenschaft Kategorie:Sozialwissenschaft Kategorie:Erde als:Geografie ja:地理学 ko:지리학 ms:Geografi simple:Geography th:ภูมิศาสตร์

Kartierung (Kartografie)

Unter einer Kartierung versteht man in der Kartografie die Erstellung von geologischen, bodenkundlichen oder tier- und pflanzensoziologische Karten.

Geologie

Die am häufigsten angewandten Kartiermethoden in der Geologie sind die Routenkartierung durch Lesesteine und die Katierung entlang des Verlaufs von Bänken. Aufschlüsse und Bohrungen dienen dabei als unterstützende Informationsquellen, da das direkt an der Oberfläche anstehende Gestein durch Prozesse wie Solifluktion oder verschiedene Ablagerungen oft nicht die tatsächlichen geologischen Hintergründe widerspiegelt. Zudem können tektonische Vorgänge wie zum Beispiel Hebungen, Senkungen und Faltungen ein sehr komplexes Bild der Lagerungsverhälntisse ergeben, das zur korrekten Kartierung eine Unterstützung durch alternative Methoden der Geophysik erfordert. Grundlage einer jeden geologischen Kartierung und auch anderer Kartiermethoden sind Basiskarten sowie die geologischen Karten vorheriger Kartierer. Ausgenommen hiervon sind lediglich die Erstkatierer, zum Beispiel die Geologen rund um Abraham Gottlob Werner im Rahmen der Geognostische Landesuntersuchung Sachsens.

Biologie

In der Biologie wird zur Aufnahme von Biotopen, deren Artenvielfalt und Ausbreitung meist eine Transektmethode verwandt, in der Regel jene nach Braun-Blancet. siehe hierzu Rasterkartierung.

Bodenkunde

Die bodenkundliche Kartierung erfolgt zunächst anhand geologischer und biologischer Hinweise, weshalb sie auch die integrativste Kartierungsmethode darstellt und obige Aspekte mit einbezieht. Da die Anlage von Schürfgruben (offene Bodenprofile) genehmigungspflichtig und sehr aufwendig ist, bleibt deren Zahl im Rahmen einer Kartierung meist sehr gering. Eine Ansprache biologischer und geologischer Merkmale zusammen mit einer Analyse der Humusauflage ermöglichen jedoch bereits eine recht präzise bodenkundliche Ortsansprache. Weitere Erkundungsmöglichkeiten sind durch Verfahren wie zum Beispiel eine Rammkernsondierung gegeben. Kategorie:Kartografie

Geografische Länge

Die Geografische Länge, λ, international mit long. (longitude = engl., frz. etc. „Länge“) abgekürzt, beschreibt eine der beiden Koordinaten eines Ortes auf der Erdoberfläche, und zwar seine Position östlich oder westlich einer definierten (künstlich festgelegten) Nord-Süd-Linie, des Nullmeridians. Sie wurde früher als Längengrad bezeichnet. Für die Begriffsbildung wird die Gestalt der Erde zu einer Kugel vereinfacht. Die geografische Länge ist ein Winkel, der ausgehend vom Nullmeridian (0°) bis 180° in östlicher und 180° in westlicher Richtung gemessen wird. Der Scheitel dieses Winkels ist der Mittelpunkt der gedachten Erdkugel, die Schenkel gehen vom Mittelpunkt aus durch den Nullmeridian bzw. den Meridian, auf dem der Ort liegt, dessen geografische Länge angegeben werden soll.

Beispiele


- Koordinaten von München: ca. 48° 9' Nord (Breitengrad), 11° 35' Ost (Längengrad)
- San Francisco: ca. 37° Nord, 122° West Orte mit derselben Länge liegen auf einem Meridian. Ein Meridian verläuft von Pol zu Pol und ist die Hälfte eines Längenkreises. Auf der Erdkugel ist ein Längenkreis (bestehend aus zwei einander gegenüberliegeneden Meridianen) ein Großkreis. Zur Bestimmung eines Punktes auf der Erdoberfläche - zur Angabe seiner geografischen Lage - wird zusätzlich die Angabe seiner geografischen Breite (früher: seines „Breitengrades“) als zweite Koordinate benötigt.

Orts- und Zeitfestlegung

Nullmeridian

Da es für die Meridiane (oder Längenkreise) keine natürliche Nullmarke gibt, wie der Äquator sie für die Breitenmessung darstellt, muss ein Nullmeridian definiert werden. Erst 1884 wurde dafür weltweit einheitlich derjenige Meridian festgelegt, auf dem sich die Mittelachse eines bestimmten Teleskops des Observatorium von Greenwich (London) befindet (siehe Historisches). Die geografische Länge wird als Winkelabstand in Grad, (Bogen-) Minuten und Sekunden vom Nullmeridian nach Ost (E) oder West (W) angegeben. :Anmerkung: Die Abkürzung E für Ost wird beispielsweise von der für Nautik und Flugnavigation maßgeblichen DIN-Norm empfohlen, um Fehler durch Verwechslung von O mit 0 von vornherein auszuschließen. Der größte mögliche Zahlenwert ist also 180 Grad, wobei 180°E = 180°W. Annähernd entlang dieses Längengrades, allerdings mit erheblichen Abweichungen, verläuft im Pazifik die von den betroffenen Ländern festgelegte Datumsgrenze.

Schreibweisen der Zahlenwerte

Der Abstand zwischen zwei Längenkreisen ist am Äquator am größten. Dort entspricht ein Grad Abweichung einer Entfernung von ca. 111 km (40000 km/360 entspricht ca. 60 Seemeilen). An den Polen hingegen fallen alle Längengrade in einem Punkt zusammen. Die Beschränkung der Längenangabe auf ganzzahlig viele Grad wäre also für Positionsangaben fast überall (ausgenommen in unmittelbarer Polnähe) zu ungenau (eben deshalb ist ja der Begriff Längengrad veraltet). Genauere Angaben der geografischen Länge können folgendermaßen gestaltet werden:
- in der Winkeleinheit Grad in Dezimalschreibweise (z. B. 66,34°)
- in Minuten und Sekunden (im gleichen Beispiel 66° 20' 24"). 66° 20' 24" ist eine Kurzschreibweise für folgende Summe dreier Winkel 66° + 20' + 24". Diese Pluszeichen werden weggelassen. Die Summanden werden dabei so gewählt, dass die Zahlenwerte vor Minute und Sekunde kleiner als 60 sind.- Eine Sekunde geografischer Länge entspricht am Äquator einer Strecke von rund 31 Metern, in Mitteleuropa (auf 50° N geografischer Breite) etwa 20 Metern.
- In der Nautik wird bei der Angabe geografischer Koordinaten heutzutage die Winkeleinheit Sekunde vermieden, so dass aus obigem Beispiel wird: 66° 20' 24" = 66° 20,4'. Noch genauere Positionsangaben, wie sie z. B. in der Satellitennavigation erzielt werden, schlagen sich in weiteren Nachkommastellen nieder.
- Wegen der Erdrotation, 360° in 24 Stunden, kann die geografische Länge auch als Zeit ausgedrückt werden. Der Ortsstundenwinkel wird in der Astronavigation genutzt.

Zeit

Aufgrund der Erdrotation ist die Ortszeit auf verschiedenen Längengraden unterschiedlich. Der Zeitunterschied zum Nullmeridian beträgt eine Stunde pro 15° Längenunterschied. Daraus ergeben sich Zeitzonen.

Historisches

Der griechische Astronom und Mathematiker Hipparchos (ca. 190120 v. Chr.) teilte die Erde in ost-westlicher Richtung erstmals in 360 Grad. Das Bezugssystem der Längengrade war lange Zeit uneinheitlich. Je nach Nation bezogen sich Koordinatennetze auf Nullmeridiane in London, Paris, St.Petersburg, Ferro (Hierro, auf den Kanaren, 17° 40'W). Erst auf der Internationalen Meridiankonferenz, Washington 1884, wurde Greenwich bei London weltweit festgelegt, unter anderem, weil britische Seekarten bereits längst weltweit genutzt wurden.

Längenproblem

Während die geografische Breite durch Messung von Vertikalwinkeln der Sonne oder des Polarsterns relativ einfach bestimmbar ist, gestaltete sich die Bestimmung der aktuellen geografischen Länge mit ähnlicher Genauigkeit über lange Zeit extrem schwierig. Das für die Seenavigation bedeutsame Längenproblem wurde erst Ende des 18. Jahrhunderts gelöst, dazu sind wegen der Wetterunabhängigkeit auch auf See sehr genau gehende Uhren notwendig, auch ohne Strom.

Literatur


- Dava Sobel: Längengrad. Taschenbuch ISBN 3-442-72318-3 (Illustrierte Ausgabe ISBN 3827003644)

siehe auch


- Geographische Breite
- Geographische Koordinaten

Weblinks


- [http://www.arte-tv.com/de/wissen-entdeckung/abenteuer__arte/Diese_20Woche/Mission_20X/Entscheidung_20L_C3_A4ngengrad/737562.html Sender arte, Mission X - Entscheidung Längengrad]
- [http://www.ucolick.org/~sla/leapsecs/scans-meridian.html Konferenz-Protokoll von Washington 1884]
- [http://www.fallingrain.com/world/ Geographische Koordinaten für Orte auf der ganzen Welt] Kategorie:Geodäsie ja:経度

1935

Ereignisse

Politik


- 1. Januar: Rudolf Minger wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Tripolitanien und Cyrenaika, Italiens nordafrikanische Kolonien, werden zur Kolonie Libia zusammengeschlossen
- 1. Januar: Umbenennung des Stadtkreises Duisburg-Hamborn in Duisburg
- 13. Januar: Volksabstimmung im Saargebiet. 90,8 % sind für die Rückgliederung an das Deutsche Reich, 8,8 % für die Selbständigkeit des Saargebietes und 0,4 % für den Anschluss an Frankreich
- 16. März: Wiedereinführung der Allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland
- 6. Mai: Gründung der Works Progress Administration
- 12. Juni: Beendigung des Grenzkrieges zwischen Bolivien und Paraguay (Chacokrieg)
- 18. Juni: Unterzeichnung des Deutsch-englischen Flottenabkommens
- 26. Juni: In Deutschland wurde für Männer zwischen 18 und 25 die halbjährige Reichsarbeitsdienstpflicht eingeführt
- 8. August: Das deutsche Reichsinnenministerium löst alle Freimaurerlogen auf und zieht deren Vermögen ein
- 15. September: Verabschiedung der Nürnberger Rassengesetze („Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“, „Blutschutzgesetz“)
- 3. Oktober: Italienische Truppen marschieren in Abessinien ein
- 20. Oktober - In Yan'an endet der fast einjährige "Lange Marsch" der "Roten Armee der chinesischen Sowjetrepublik" unter der Führung Mao Zedongs.
- 3. November: König Georg II. von Griechenland kehrt auf seinen Thron zurück; Auflösung der 1924 proklamierten Republik

Wissenschaft und Technik


- 22. März: Vom Funkturm Berlin wird das erste reguläre Fernsehprogramm der Welt abgestrahlt
- Erfindung von Nylon
- Entdeckung des Salto Angel, der höchste Wasserfall der Welt, durch den amerikanischen Buschpiloten Jimmy Angel

Kultur


- 30. März: Uraufführung der Operette Herz über Bord von Eduard Künneke in Zürich und Düsseldorf
- 8. April: Uraufführung der Oper Maria Malibran von Robert Russell Bennett an der Juilliard Music School in New York
- 22. Mai: Uraufführung der Oper Die Zaubergeige von Werner Egk in Frankfurt am Main
- 10. Oktober: Uraufführung der Oper Porgy and Bess von George Gershwin am Alvin Theatre in New York
- 11. Oktober - Das Ausstrahlen von Jazz-Musik wird allen deutschen Rundfunksendern von Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky verboten.
- 2. November: Uraufführung der komischen Oper Ero s onoga svijeta (Ero der Schelm) von Jakov Gotovac in Zagreb
- 30. November: Uraufführung der Operette Hopsa von Paul Burkhard in Zürich
- 21. Dezember: Uraufführung der Operette Dschainah, das Mädchen aus dem Tanzhaus von Paul Abraham in Wien
- 31. Dezember: Uraufführung der heiteren Oper Die große Sünderin von Eduard Künneke an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin

Katastrophen


- 18. Mai: Moskau, Russland. Ein Kunstflieger kollidiert mit einem am Boden befindlichem Flugzeug. 49 Tote
- 20. Mai: Erdbeben der Stärke 7,1 auf Taiwan, 3.280 Tote
- 30. Mai: ein Erdbeben mit der Stärke 7,5 zerstört die Stadt Quetta in der Provinz Balutschistan, Britisch-Indien (heute Pakistan), etwa 50.000 Tote
- 16. Juli: Erdbeben der Stärke 6,5 auf Taiwan, ca. 2.700 Tote
- 13. August: Die Staumauer Alla Sella Zerbino bei Ovada in den Ligurischen Apenninen, Italien bricht bei einem Hochwasser. Die Flutwelle richtet in Molare und Ovada großen Schaden an; es gibt 100 oder mehr Tote
- 22. August: Großbrand auf dem Berliner Messegelände, bei dem auch das Restaurant des Berliner Funkturms in Flammen aufgeht. Da der Brand erst nach Schließung der Messehallen ausbrach, gab es nur 3 Todesopfer
- 10. Oktober: In Langenberg zerstört eine Windhose den 160 Meter hohen Sendeturm. Als Folge dieses Ereignisses wird der Bau von Sendetürmen aus Holz in der Folgezeit in Deutschland praktisch vollständig eingestellt

Sport

Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren


- 3. Januar: Renate Rasp, deutsche Schriftstellerin
- 3. Januar: Richard M. Karp, US-amerikanischer Informatiker
- 4. Januar: Walter Mahlendorf, deutscher Leichtathlet
- 4. Januar: Floyd Patterson, früherer US-amerikanischer Boxer
- 7. Januar: Noam Sheriff, israelischer Komponist Klassischer Musik
- 8. Januar: Elvis Presley, US-amerikanischer Rock'n'Roll-Sänger († 1977)
- 9. Januar: Bob Denver, US-amerikanischer Schauspieler († 2005)
- 10. Januar: Herb Andress, deutscher Film- und Fernsehschauspieler († 2004)
- 10. Januar: Georg Katzer, deutscher Komponist
- 10. Januar: Ronnie Hawkins, US-amerikanischer Sänger und Pianist
- 12. Januar: Horst Luthin, Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Hamm
- 14. Januar: Sepp Viellechner, deutscher Sänger
- 14. Januar: Jürgen Feindt, deutscher Tänzer und Schauspieler († 1978)
- 14. Januar: Lucille Wheeler, kanadische Skirennläuferin
- 14. Januar: Jacob Yuchtman, starker SchachspielerSchachspieler († 1985)
- 15. Januar: Robert Silverberg, US-amerikanischer Autor (Science-Fiction)
- 16. Januar: Inger Christensen, dänische Dichterin
- 16. Januar: Udo Lattek, Fußballtrainer
- 17. Januar: Ruth Ann Minner, US-amerikanische Politikerin der Demokratischen Partei
- 19. Januar: Johnny O'Keefe, australischer Rock'n'Roll-Musiker († 1978)
- 20. Januar: Achim Benning, deutscher Schauspieler und Regisseur
- 20. Januar: Alexander Wladimirowitsch Men, russischer Geistlicher und Dissident († 1990)
- 23. Januar: Karl Fred Zander, deutscher Politiker
- 23. Januar: James Gordon Farrell, irisch-britischer Schriftsteller († 1979)
- 24. Januar: Herbert Stracke, deutscher Bauingenieur († 2003)
- 25. Januar: António Ramalho Eanes, Präsident von Portugal
- 26. Januar: Peter Ronnefeld, deutscher Komponist und Dirigent († 1965)
- 26. Januar: Friðrik Ólafsson, isländischer Schachgroßmeister
- 26. Januar: Hans-Kurt Mees, Richter am Bundesgerichtshof
- 28. Januar: David Lodge, englischer Schriftsteller
- 28. Januar: Gerulf Stix, österreichischer Politiker und Wirtschaftsberater
- 28. Januar: Hermann Peter Piwitt, deutscher Schriftsteller
- 29. Januar: Luboš Kohoutek, tschechischer Astronom
- 30. Januar: Richard Brautigan, US-amerikanischer, Schriftsteller († 1984)
- 31. Januar: Ōe Kenzaburō, japanischer Schriftsteller
- 1. Februar: Dieter Kühn, deutscher Schriftsteller
- 2. Februar: Michel Subor, französischer Schauspieler
- 3. Februar: Dieter Bäumle, Schweizer Komponist († 1981)
- 4. Februar: Konrad Porzner, deutscher Politiker
- 5. Februar: Bruno Hillebrand, Literaturwissenschaftler
- 5. Februar: Sandra Paretti, Schriftstellerin († 1994)
- 7. Februar: Heinz Czechowski, deutscher Lyriker und Dramaturg
- 7. Februar: Jörg Schneider, Schweizer Schauspieler
- 8. Februar: Herbert Fenn, Rechtswissenschaftler, Tanzsportler und Sportfunktionär († 2001)
- 10. Februar: Ezard Haußmann, deutscher Schauspieler
- 11. Februar: Rudolf Hoffmann, deutscher Fußballspieler
- 11. Februar: Gene Vincent, US-amerikanischer Musiker († 1971)
- 15. Februar: Roger B. Chaffee, US-amerikanischer Astronaut († 1967)
- 15. Februar: Wallace Sargent, US-amerikanischer Astronom
- 16. Februar: Sonny Bono, US-amerikanischer Sänger, Schauspieler und Politiker († 1998)
- 20. Februar: Gottfried Tröger, deutscher Politiker und MdB
- 20. Februar: Ellen Gilchrist, US-amerikanische Schriftstellerin
- 21. Februar: Rue McClanahan, US-amerikanische Schauspielerin
- 22. Februar: Danilo Kiš, serbischer Schriftsteller († 1989)
- 23. Februar: Alexander Deichsel, deutscher Soziologe
- 26. Februar: Mäni Weber, Schweizer Fernseh-Quizmaster, Moderator und Radioreporter
- 27. Februar: Theodor Hoffmann, Chef der NVA und Minister für Nationale Verteidigung der DDR
- 27. Februar: Margarete Jehn, deutsche Schriftstellerin und Liedermacherin
- 27. Februar: Mirella Freni, lyrischer Sopran
- 28. Februar: Klaus Piontek, Schauspieler († 1998)
- 1. März: Francis Folorunsho Clement Alonge, Bischof von Ondo
- 3. März: Hans Sturm, deutscher Fußballspieler
- 3. März: Malcolm Anderson, ehemaliger australischer Tennisspieler
- 3. März: Schelju Schelew, Philosoph, Politiker
- 4. März: Bent Larsen, dänischer Schachspieler
- 6. März: Eva Rühmkorf, deutsche Politikerin
- 6. März: Ronald Delany, irischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 7. März: Josef Deutsch, deutscher Fußballspieler
- 10. März: Manfred Germar, deutscher Leichtathlet
- 11. März: Heinz Schemken, deutscher Politiker
- 12. März: Jacques Benveniste, französischer Mediziner († 2004)
- 12. März: Manfred Werp, Richter am deutschen Bundesgerichtshof
- 13. März: Hilmar Kopper, deutscher Bankier
- 14. März: Jan van Nerijnen, niederländischer Komponist und Dirigent
- 14. März: Jo van den Booren, niederländischer Komponist und Musiker
- 17. März: Oscar Panno, argentinischer Schach-Großmeister
- 20. März: Sam Lay, US-amerikanischer Bluessänger und -schlagzeuger
- 21. März: Hubert Fichte, deutscher Schriftsteller († 1986)
- 21. März: Brian Clough, englischer Fußballspieler und Trainer († 2004)
- 23. März: Hans Lenk, Philosoph und Leistungssportler
- 24. März: Peter Bichsel, Schweizer Schriftsteller
- 25. März: Gottfried Haschke, deutscher Politiker
- 26. März: Mahmud Abbas, palästinensischer Politiker
- 27. März: Gerhard Gottschalk, deutscher Mikrobiologe und Genomforscher
- 27. März: Julian Glover, englischer Schauspieler
- 28. März: Claus Jurichs, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher († 2005)
- 29. März: Renate Holland-Moritz, deutsche Schriftstellerin und Journalistin
- 29. März: Wolfgang Uhlmann, deutscher Schachmeister
- 5. April: Claus Grobecker, deutscher Politiker
- 6. April: John Pepper Clark, Literaturprofessur, nigerianischer Schriftsteller
- 7. April: Bobby Bare, US-amerikanischer Country-Sänger
- 8. April: Lars Clausen, deutscher Soziologe
- 8. April: Avi Primor, israelischer Diplomat und Publizist
- 9. April: Aulis Sallinen, finnischer Komponist
- 12. April: Jimmy Makulis, griechischer Schlagersänger
- 14. April: Erich von Däniken, Schweizer Hotelier und Schriftsteller
- 14. April: Loretta Lynn, US-amerikanische Country-Sängerin
- 17. April: Theo Angelopoulos, griechischer Filmregisseur
- 19. April: Dudley Moore, englischer Schauspieler und Komiker († 2002)
- 19. April: Justin Francis Rigali, Erzbischof von Philadelphia und Kardinal
- 20. April: Reinhold Würth, deutscher Unternehmer
- 21. April: Charles Grodin, Schauspieler
- 21. April: Peter Frisch, Präsident des Kölner Bundesamtes für Verfassungsschutz
- 22. April: Paul Chambers, US-amerikanischer Jazz-Bassist († 1969)
- 28. April: Zoltán Dunai, ungarischer Maler
- 29. April: Gundi Busch, deutsche Eiskunstläuferin
- 29. April: Otto Matthäus Zykan, Komponist
- 1. Mai: Eberhardt Renz, Landesbischof der evangelische Landeskirche in Württemberg
- 2. Mai: Luis Suárez, spanischer Fußballspieler
- 3. Mai: Christoph Demke, evangelischer Theologe und Bischof
- 4. Mai: Luandino Vieira, angolanischer Schriftsteller
- 4. Mai: Rüdiger Nehberg, deutscher Menschenrechtsaktivist, Konditor und Überlebenskünstler
- 6. Mai: Klaus Immelmann, deutscher Verhaltensbiologe († 1987)
- 7. Mai: Friedrich-Adolf Jahn, deutscher Politiker
- 8. Mai: Jack Charlton, ehemaliger englischer Fußballtrainer und Fußballspieler
- 9. Mai: Wolf von Fabeck, deutscher Solar-Aktivist
- 10. Mai: Peter Pütz, Professor für neuere deutsche Literaturwissenschaft († 2003)
- 10. Mai: Judith Beckmann, US-amerikanische Sopranistin
- 11. Mai: Francisco Umbral, spanischer Schriftsteller
- 11. Mai: Doug McClure, US-amerikanischer Schauspieler († 1995)
- 13. Mai: Luciano Benetton, italienischer Unternehmer
- 14. Mai: René Regenass, Schweizer Schriftsteller
- 19. Mai: Fritz Rudolf Fries, deutscher Schriftsteller und Übersetzer
- 20. Mai: Marinella, griechische Sängerin
- 21. Mai: Hisako Matsubara, japanische Schriftstellerin
- 22. Mai: Theodor Berchem, deutscher Wissenschaftler, Universitätspräsident
- 25. Mai: Dieter Strützel, deutscher Kulturwissenschaftler und Soziologe († 1999)
- 29. Mai: André Brink, südafrikanischer Schriftsteller
- 30. Mai: Dietrich Kittner, deutscher Kabarettist
- 31. Mai: Karlmann Geiß, Präsident des Bundesgerichtshofs
- 1. Juni: Norman Foster, britischer Architekt und Designer
- 1. Juni: Percy Adlon, deutscher Film- und Fernsehregisseur, Autor und Produzent
- 2. Juni: Wilhelm Wieben, deutscher Fernsehmoderator, Schauspieler und Autor
- 2. Juni: George Atkinson, US-amerikanischer Stuntman und Geschäftsmann († 2005)
- 5. Juni: Günter Noris, deutscher Musiker
- 5. Juni: Misha Mengelberg, niederländischer Pianist, Komponist und Bandleader
- 9. Juni: Knut Ipsen, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes
- 10. Juni: Vic Elford, britischer Automobil-Rennfahrer
- 12. Juni: Christoph Meckel, deutscher Schriftsteller und Graphiker
- 14. Juni: Dieter Forte, Schriftsteller
- 16. Juni: Bill Cobbs, US-amerikanischer Schauspieler
- 18. Juni: Werner Altegoer, deutscher Fußball-Funktionär
- 18. Juni: Herbert Paulmichl, Komponist und Organist
- 21. Juni: Françoise Sagan, französische Schriftstellerin († 2004)
- 21. Juni: Agnes Simon, Tischtennisspielerin
- 22. Juni: Rudolf Lippert, deutscher Tischtennisspieler
- 26. Juni: Wilhelm Schraml, Bischof von Passau (seit 2001)
- 29. Juni: Dennis Crompton, britischer Architekt und Autor
- 1. Juli: David Prowse, britischer Schauspieler und Fitnesstrainer
- 3. Juli: Charles Brauer, deutscher Schauspieler und Sänger
- 3. Juli: Harrison H. Schmitt, US-amerikanischer Wissenschaftsastronaut
- 6. Juli: Dalai Lama, Friedensnobelpreisträger, Mitglied der tib. Exilregierung
- 7. Juli: Hans Belting, deutscher Kunstwissenschaftler und Medientheoretiker
- 9. Juli: Mercedes Sosa, lateinamerikanische Sängerin
- 9. Juli: Wim Duisenberg, Wirtschaftswissenschaftler, Präsident der Europäischen Zentralbank († 2005)
- 10. Juli: Friedel Neuber, Bankier, Politiker († 2004)
- 11. Juli: Günther von Lojewski, deutscher Journalist
- 12. Juli: Ursula Herwig, deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin († 1977)
- 12. Juli: Hans Tilkowski, deutscher Fußballspieler und -trainer
- 15. Juli: Ken Kercheval, US-amerikanischer Schauspieler
- 17. Juli: Donald Sutherland, kanadischer Schauspieler
- 17. Juli: James Cotton, US-amerikanischer Blues-Mundharmonikaspieler
- 17. Juli: Peter Schickele, US-amerikanischer Komponist und Satiriker
- 18. Juli: Ioan Holender, österreichischer Sänger
- 19. Juli: Gerd Albrecht, deutscher Dirigent
- 19. Juli: Thaddäus Podgorski, österreichischer Schauspieler, Radio- und Fernsehjournalist
- 20. Juli: Henk Molleman, niederländischer Politiker († 2005)
- 21. Juli: Norbert Blüm, deutscher Politiker
- 23. Juli: Wolfgang Kaus, deutscher Regisseur und Schauspieler
- 24. Juli: Mel Ramos, US-amerikanischer Künstler
- 25. Juli: Adnan Kashoggi, saudi-arabischer Geschäftsmann (Waffenhändler)
- 25. Juli: Barbara Harris, US-amerikanische Schauspielerin
- 27. Juli: Wolfgang Schad, deutscher Evolutionsbiologe und Goetheanist
- 29. Juli: Peter Schreier, deutscher Sänger (Tenor)
- 30. Juli: Hubert Schleichert, österreichischer Philosoph
- 31. Juli: August Paterno, österreichischer Fernsehpfarrer
- 2. August: Wolfgang Frühwald, deutscher Literaturwissenschaftler
- 2. August: Volker Brandt, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher
- 5. August: Michael Ballhaus, deutscher Kameramann, erhielt 2 mal den Bundesfilmpreis
- 8. August: Donald P. Bellisario, US-amerikanischer Drehbuchautor, Regisseur und Produzent
- 9. August: Klaus Stürmer, deutscher Fußballspieler († 1971)
- 10. August: Wolfgang Herger, deutscher Politiker
- 10. August: Gia Kantscheli, georgischer Komponist
- 12. August: Karl Mickel, deutscher Lyriker, Dramatiker und Essayist († 2000)
- 12. August: Harry Kupfer, deutscher Opernregisseur
- 12. August: John Cazale, US-amerikanischer Schauspieler († 1978)
- 12. August: André Kolingba, Präsident der Zentralafrikanischen Republik
- 13. August: Michael A. Roth, deutscher Fußball-Funktionär
- 13. August: Brendan Comiskey, Bischof der Bistum Ferns im Südosten Irlands
- 14. August: Heiko Hoffmann, deutscher Politiker
- 15. August: Jürgen Werner, deutscher Fußballspieler († 2002)
- 18. August: Hifikepunye Lucas Pohamba, namibischer Politiker
- 18. August: Rafer Johnson, US-amerikanischer Leichtathlet
- 19. August: Story Musgrave, US-amerikanischer Astronaut
- 21. August: Ali Mitgutsch, deutscher Illustrator, Maler, Bilderbuchautor
- 22. August: E. Annie Proulx, nordamerikanische Journalistin und Schriftstellerin
- 29. August: Peter Kirsten, deutscher Musiker, Musikproduzent und Musikverleger († 2004)
- 29. August: William Friedkin, US-amerikanischer Regisseur, Drehbuchautor und Produzent
- 30. August: Gerhard Mitter, deutscher Rennfahrer († 1969)
- 31. August: Eldridge Cleaver, US-amerikanischer Schriftsteller, Mitbegründer der Black Panther († 1998)
- 1. September: Seiji Ozawa, japanischer Dirigent
- 4. September: Walther Kauer, Schweizer Schriftsteller († 1987)
- 5. September: Dieter Hallervorden, deutscher Komiker, Moderator und Kabarettist
- 5. September: Alfred Schmidt (Fußballer), ehemaliger deutscher Fußballspieler und Trainer
- 6. September: Isabelle Collin Dufresne, amerikanisch-französische Schauspielerin und Künstlerin
- 7. September: Abdou Diouf, Präsident des Senegal (1981 bis 2000)
- 8. September: Fritz Baumbach, deutscher Fernschachgrossmeister
- 9. September: Bin Kaneda, japanischer Komponist und Professor
- 11. September: Arvo Pärt, estnischer Komponist
- 11. September: Estiphan Panoussi, persisch-US-amerikanischnischer orientalischer Philologe und Philosoph
- 11. September: German Stepanowitsch Titow, sowjetischer Kosmonaut († 2000)
- 11. September: Jacques Gaillot, Titularbischof von Partenia und Bischof emeritus von Evreux
- 13. September: Heinrich Maul, Richter am deutschen Bundesgerichtshof
- 15. September: Petra Schürmann, deutsche TV-Moderatorin und Schauspielerin
- 16. September: Esther Vilar, argentinisch-deutsche Schriftstellerin
- 16. September: Billy Boy Arnold, US-amerikanischer Blues-Musiker
- 17. September: Serge Klarsfeld, französischer Rechtsanwalt und Historiker
- 18. September: Dimitri, Clown und Pantomime
- 20. September: Walter Eschweiler, deutscher FIFA- und WM-Schiedsrichter
- 21. September: Sigrid Valdis, US-amerikanische Schauspielerin
- 23. September: David Esrig, rumänischer Regisseur
- 24. September: Dieter Pavlik, deutscher Politiker († 2000)
- 24. September: Max Vogt, Richter am Bundesgerichtshof
- 28. September: Koko Taylor, US-amerikanische Blues-Sängerin
- 29. September: Jerry Lee Lewis, US-amerikanischer Rock'n'Roll-Pionier
- 30. September: Luboš Fišer, tschechischer Komponist und Regisseur († 1999)
- 1. Oktober: Julie Andrews, britische Schauspielerin
- 1. Oktober: Walter de Maria, US-amerikanischer Künstler
- 2. Oktober: Omar Sivori, ehemaliger argentinischer Fußballspieler
- 4. Oktober: Horst Janson, deutscher Schauspieler
- 5. Oktober: Oswald Wiener, österreichischer Schriftsteller, Sprachtheoretiker und Kybernetiker
- 8. Oktober: Hans Joachim Schädlich, deutscher Schriftsteller
- 9. Oktober: Eduard Georg, 2. Herzog von Kent, Mitglied der britischen Königsfamilie
- 10. Oktober: Hermann Nuber, ehemaliger Fußballspieler
- 10. Oktober: W. Jason Morgan, US-amerikanischer Geophysiker
- 10. Oktober: Werner Groß, von 1982 bis 2000 Richter am Bundesgerichtshof
- 11. Oktober: Jan van Vlijmen, niederländischer Komponist († 2004)
- 12. Oktober: Luciano Pavarotti, italienischer Tenor
- 15. Oktober: Bobby Morrow, ehemaliger US-amerikanischer Leichtathlet
- 15. Oktober: Barry McGuire, Folkrock-Sänger
- 18. Oktober: Peter Boyle, US-amerikanischer Schauspieler
- 20. Oktober: Jerry Orbach, US-amerikanischer Schauspieler († 2004)
- 21. Oktober: Kurt Hartz, Politiker
- 24. Oktober: Philippe Morillon, französischer Politiker und General
- 31. Oktober: Dieter Dorn, deutscher Theaterregisseur und Intendant
- 1. November: Edward Said, Literaturtheoretiker und Kritiker († 2003)
- 3. November: Gero Bisanz, deutscher Fußballtrainer
- 3. November: Gerd Müller, deutscher Fußballspieler
- 4. November: Marianne Tralau, deutsche Künstlerin und Galeristin
- 8. November: Alfonso López Trujillo, Erzbischof von Medellín und Kardinal
- 11. November: Karl Lamers, deutscher Politiker und MdB
- 11. November: Raymund Schwager, katholischer Theologe und Jesuit († 2004)
- 11. November: Bibi Andersson, schwedische Schauspielerin
- 13. November: Hartmut Löwe, deutscher evangelischer Theologe und Militärbischof
- 14. November: Hussein II. (Jordanien), von 1952 bis 1999 König von Jordanien († 1999)
- 16. November: France-Albert René, Präsident der Seychellen
- 17. November: Anton Sailer, österreichische Schilegende und ein Schauspieler
- 18. November: Rudolf Bahro, Dt. Journalist, Politiker u. Philosoph († 1997)
- 19. November: Jack Welch, Manager
- 23. November: Wladislaw Nikolajewitsch Wolkow, sowjetischer Kosmonaut († 1971)
- 25. November: Joseph Zoderer, Südtiroler Schriftsteller
- 27. November: Helmut Lachenmann, deutscher Komponist
- 27. November: Michel Portal, französischer Jazz-Musiker
- 30. November: Herbert Prikopa, österreichischer Dirigent und Kabarettist
- 1. Dezember: Heinz Riesenhuber, deutscher Politiker
- 1. Dezember: Preston Sturges, US-amerikanischer Drehbuchautor und Regisseur († 1959)
- 1. Dezember: Lou Rawls, US-amerikanischer Jazz/Soulsänger
- 1. Dezember: Woody Allen, US-amerikanischer Komiker, Regisseur, Autor und Schauspieler
- 3. Dezember: Hubert Weinzierl, deutscher Diplomforstwirt
- 4. Dezember: Paul O'Neill, ehemaliger Finanzminister der USA
- 5. Dezember: Marise Chamberlain, australische Leichtathletin und Olympionikin
- 5. Dezember: Kaj Ikast, dänischer Offizier und Politiker
- 8. Dezember: Tatjana Jakowlewna Satulowskaja, russische Schachspielerin
- 8. Dezember: Michael Kahn, US-amerikanischer Cutter
- 11. Dezember: Ferdinand Alexander Porsche, deutscher Designer und Geschäftsführer
- 11. Dezember: Günther Bredehorn, deutscher Politiker
- 14. Dezember: Klaus Klingner, deutsche Politiker
- 14. Dezember: Lee Remick, US-amerikanische Schauspielerin († 1991)
- 15. Dezember: Adnan Badran, jordanischer Akademiker und Politiker, Ministerpräsident
- 16. Dezember: Nikos Sampson, zypriotischer Politiker, Präsident der Republik Zypern († 2001)
- 21. Dezember: John G. Avildsen, US-amerikanischer Filmregisseur
- 25. Dezember: Albín Brunovský, slowakischer Grafiker und Maler († 1997)
- 25. Dezember: Jonathan Beckwith, US-amerikanischer Biochemiker, Mikrobiologe und Genetiker
- 26. Dezember: Gnassingbé Eyadéma, togolesischer Politiker und Präsident († 2005)
- 30. Dezember: Wolfgang Dauner, Keyboarder, Jazzpianist
- 30. Dezember: Omar Bongo, Präsident von Gabun
- 31. Dezember: Peter Herbolzheimer, deutscher Posaunist und Bandleader

Gestorben


- 10. Januar: Edwin Flack, Olympionike (
- 1873)
- 28. Januar: Michail Michailowitsch Ippolitow-Iwanow, russischer Komponist und Dirigent (
- 1859)
- 31. Januar: Helene Glatzer, deutsche Widerstandskämpferin (
- 1902)
- 3. Februar: Hugo Junkers, deutscher Flugzeugkonstrukteur (
- 1859)
- 3. Februar: Quincas Laranjeiras, brasilianischer Gitarrist und Komponist (
- 1873)
- 8. Februar: Max Liebermann, deutscher Maler und Grafiker (
- 1847)
- 12. Februar: Auguste Escoffier, französischer Meisterkoch (
- 1846)
- 13. Februar: Herbert Allen Gines, britischer Sinologe (
- 1845)
- 28. Februar: Chiquinha Gonzaga, brasilianische Pianistin und Komponistin (
- 1

Internationale Astronomische Union

Die Internationale Astronomische Union, gegründet
1919, ist die Vereinigung der nationalen astronomischen Gesellschaften weltweit. Sie ist ein Mitglied des International Council of Scientific Unions (ICSU). Sie ist zuständig für die Namensgebung von Sternen, Planeten, Planetoiden und anderen Himmelskörpern sowie von auf ihnen gelegenen Oberflächenmerkmalen, wie zum Beispiel Berge und Krater. Außerdem legte sie 1922 die genauen Grenzen der 88 Sternbilder fest. Arbeitsgruppen:
- WGPSN: Working Group for Planetary System Nomenclature Siehe auch: Sternbenennung

Weblinks


- http://www.iau.org/ Kategorie:Astronomische Organisation Kategorie:Wissenschaftliche Gesellschaft ja:国際天文学連合 th:สหพันธ์ดาราศาสตร์สากล

Nikolaus Kopernikus

Nikolaus Kopernikus, ursprünglicher Familienname Koppernigk bzw. Kopernik, später (lat.) Copernicus, (
- 19. Februar 1473 in Thorn (poln. Toruń), Polen; † 24. Mai 1543 in Frauenburg (poln. Frombork)) wurde mit seinen Theorien von der Bewegung der Planeten auf Kreisbahnen um die Sonne zu einem der bedeutendsten europäischen Astronomen. Mit seinen Entdeckungen begründete er ein neues, nachmittelalterliches Weltbild. Außerdem war er Astrologe, Mathematiker, Arzt, Domherr und Administrator. Administrator Administrator]

Leben

Die Familie Kopernikus gehörte zur Bürgerschaft der Hansestadt Thorn an der Weichsel und wohnte dort in der St.-Annen-Gasse. Der Vater, Nikolas Koppernigk, war ein wohlhabender Kupferhändler und Regierungsbeamter. Nikolaus war zehn Jahre alt, als sein Vater starb. Sein Onkel Lukas Watzenrode, der Bruder seiner Mutter Barbara Watzenrode, war der Fürstbischof von Ermland und sorgte für die Ausbildung der vier Waisen.

Ausbildung

Von 149194 besuchte Kopernikus die Universität in Krakau (poln. Kraków), wo er u.a. Schüler von Wojciech Brudzewski (lat. Albertus de Brudzewo) war. Während seiner Studienzeit beschloss er, seinen Namen zu latinisieren und unterschrieb fortan mit Copernicus. 1495 wurde er Kanoniker der ermländischen Kathedralschule in Frauenburg: Nicolaus de Thorn, nepos episcopo. Watzenrode schickte ihn und den Bruder Andreas an die Universität Bologna, wo er 1496 zum Jurastudium immatrikuliert wurde und der natio germanorum beitrat. In Bologna studierte Kopernikus auch Astronomie und lernte bei Dominicus Maria de Novara neuere Theorien zur Bewegung der Planeten kennen. 1499 erhielt er den Magistergrad in utroque jure. 15011503 studierte er an der Universität in Padua.

Tätigkeit als Arzt und Administrator

Kopernikus wurde Arzt und bekam durch seinen Onkel eine Stelle im ermländischen Domkapitel. Watzenrode plante, seinen Neffen ebenfalls Fürstbischof werden zu lassen. Das gesicherte Einkommen ermöglichte Kopernikus, den Bewohnern von Ermland (poln. Warmia) 40 Jahre lang ärztliche Hilfe zu geben, was er für Bedürftige kostenfrei tat. Er hatte als Administrator die Regierungsgeschäfte zu regeln und reformierte zusammen mit dem Hochmeister des Deutschen Ordens, Albrecht von Hohenzollern das preußische Münzwesen. Er gab zum Münzwesen ein Schreiben heraus, das noch Jahrhunderte später als wegweisend für die Geldtheorie angesehen wurde. Trotz der schwierigen Lage in Preußen, wo Städte und Menschen für und gegen die katholische Regierung kämpften, konnten Watzenrode, als königlich-polnischer Fürstbischof zugleich Landesherr, und sein Neffe Kopernikus die Eigenständigkeit des Ermlands gegenüber dem Orden und Selbstverwaltungsbefugnisse gegenüber der polnischen Krone bewahren. 1504 beteiligte sich Kopernikus an den Preußischen Landtagen in Marienburg (poln. Malbork) und Elbing (poln. Elbląg) . 1506 sprach er auf der Preußischen Ständeversammlung in Marienburg. 1510, 1519, 1525 und 1528 wurde Kopernikus zum Kanzler des Ermländer Domkapitels gewählt. In den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem Deutschen Orden und Polen vertrat Kopernikus, genau wie sein Onkel, die Seite des Fürstbistums Ermland(Polen). 1520 verlegte Kopernikus seine Residenz nach der Zerstörung Frauenburgs durch Ordensritter im sog. Reiterkrieg nach Allenstein (poln. Olsztyn). Dort organisierte er die Verteidigung der Stadt gegen die Ordensritter. 1521 kehrte Kopernikus nach Frauenburg zurück und klagte zusammen mit Tiedemann Giese auf dem Preußischen Landtag in Graudenz (poln. Grudziądz) das Verhalten der Ordensritter an. Er wurde Teil einer königlich-polnischen Gesandtschaft zum Hochmeister des Ordens und „Kommissar von Ermland“ zwecks Rückerstattung von Besitztümern der polnischen Krone. 1537 wurde Kopernikus nach dem Tode des bisherigen Ermländer Bischofs Mauritius Ferber von Tiedemann Giese als Bischof vorgeschlagen, unterlag jedoch Johannes Dantiscus von Höfen.

Astronomische Forschung

Bischofs 1509 schuf Kopernikus in Heilsberg (poln. Lidzbark Warmiński) in Ermland den Commentariolus, in dem er die Theorie von der Sonne als Mittelpunkt der Planetenkreise und der durch die Drehung der Erde scheinbaren Bewegung der Fixsterne aufstellte. Auch kündigte er in dieser Schrift eine mathematische Ausarbeitung seiner Theorien an. Diese Arbeit machte er nur Vertrauten zugänglich, um sich nicht dem Spott der Fachwelt auszusetzen, stellte er doch damit das seit 1300 Jahren unbestrittene geozentrische Weltbild des Ptolemäus in Frage. Es gilt inzwischen als gesichert, dass Kopernikus durch die heliozentrische Theorie des antiken Astronomen Aristarch von Samos entscheidend angeregt wurde. 1526 arbeitete er zusammen mit Bernard Wapowski an der Landkarte des Königreichs Polen und Litauens, 1529 verfertigte er mit Albrecht von Preußen eine Landkarte von Preußen. Das gesicherte Einkommen ermöglichte es ihm, sein „Hobby“ Astronomie zu pflegen. 1539 kam Georg Joachim Rheticus, bis dahin Hochschullehrer in Wittenberg, für drei Jahre nach Frauenburg, um mit Kopernikus zu studieren. Am 8. April wurde in Frauenburg eine Sonnenfinsternis beobachtet. Die Freunde des Kopernikus, besonders Bischof Tiedemann Giese, Schonberg und Dantiscus von Höfen, versuchten jahrzehntelang, Kopernikus zur Veröffentlichung seiner astronomischen Arbeiten zu bewegen. Lange zögerte er damit, weil seine Berechnungen nicht durch genügend genaue Beobachtungen gestützt waren und deshalb eine Ablehnung durch das wissenschaftliche Establishment zu erwarten war. Mit Georg Joachim Rheticus' Hilfe wurde schließlich 1540 die Narratio prima bei Rhode in Danzig (poln. Gdańsk) gedruckt. Kurz vor seinem Tode im Jahre 1543 folgte dann in Nürnberg die Veröffentlichung des Hauptwerkes De Revolutionibus Orbium Coelestium („Von den Bewegungen der Himmelskörper“). In dessen berühmtesten Absatz heißt es im Band I, Kapitel X: :Die erste und oberste von allen Sphären ist die der Fixsterne, die sich selbst und alles andere enthält (…). Es folgt als erster Planet Saturn, der in dreißig Jahren seinen Umlauf vollendet. Hierauf Jupiter mit seinem zwölfjährigen Umlauf. Dann Mars, der in zwei Jahren seine Bahn durchläuft. Den vierten Platz in der Reihe nimmt der jährliche Kreislauf ein, in dem, wie wir gesagt haben, die Erde mit der Mondbahn als Enzykel enthalten ist. An fünfter Stelle kreist Venus in neun Monaten. Die sechste Stelle schließlich nimmt Merkur ein, der in einem Zeitraum von achtzig Tagen seinen Umlauf vollendet. In der Mitte von allen aber hat die Sonne ihren Sitz. Denn wer möchte sie in diesem herrlichen Tempel als Leuchte an einen anderen oder gar besseren Ort stellen als dorthin, von wo aus sie das Ganze zugleich beleuchten kann? Nennen doch einige sie ganz passend die Leuchte der Welt, andere den Weltengeist, wieder andere ihren Lenker, Trismegistos nennt sie den sichtbaren Gott, die Elektra des Sophokles den Allessehenden. So lenkt die Sonne gleichsam auf königlichem Thron sitzend, in der Tat die sie umkreisende Familie der Gestirne. Auch wird die Erde keineswegs der Dienste des Mondes beraubt, sondern der Mond hat (…) mit der Erde die nächste Verwandtschaft. Indessen empfängt die Erde von der Sonne und wird mit jährlicher Frucht gesegnet. Kopernikus war nicht der erste Wissenschaftler an der Wende zur Neuzeit, der ein heliozentrisches System in Betracht zog. Vor ihm wurde dieser Gedanke schon von Nikolaus von Kues, dem allerdings die Mittel für eine mathematische Ausarbeitung fehlten, und von Regiomontanus diskutiert, dessen früher Tod seinem Werk ein vorzeitiges Ende setzte. Es wird als gesichert angesehen, dass Kopernikus auf den Werken dieser beiden Wissenschaftler aufbaute. Entgegen einer landläufigen Ansicht wurde die Propagierung des heliozentrischen Weltbildes zu Kopernikus' Zeiten keineswegs als Ketzerei angesehen, sondern allenfalls als Hirngespinst eines verwirrten Geistes. Immerhin schien ja das geozentrische System wesentlich besser mit dem gesunden Menschenverstand übereinzustimmen als eine sich bewegende Erde: Bei der Bewegung müsste man doch einen „Fahrtwind“ spüren, fallende Gegenstände eine schräge Bahn besitzen, auch sollten die Fixsterne im Jahresverlauf eine scheinbare Kreisbewegung ausführen, argumentierten die Gegner des Kopernikus mit der Lehre des Ptolemäus. Theologische Spitzfindigkeiten, die sich auf Bibelstellen stützten, wurden zunächst von Martin Luther angeführt. Er äußerte seine Meinung über Kopernikus nach der Aufzeichnung von Studenten sinngemäß wie folgt: „Der Narr will mir die ganze Kunst Astronomia umkehren! Aber wie die Heilige Schrift zeigt, hieß Josua die Sonne still stehen und nicht die Erde!“. Die Katholische Kirche, der Kopernikus angehörte, hielt sich mit einer Stellungnahme zurück. Eine Verfolgung durch die Inquisition hatte Kopernikus also – anders als Galileo Galilei einige Jahrzehnte später – nicht zu befürchten. Kopernikus konnte die (scheinbaren) physikalischen Widersprüche nur durch neue Hypothesen entkräften, auch war sein Rechenmodell im Grunde nicht genauer als das des Ptolemäus, lieferte aber wegen aktuellerer Ausgangsdaten bessere Ergebnisse. Nachdem das Werk des Kopernikus zunächst als reines Rechenmodell verwendet wurde, konnte schließlich Galileo Galilei die Vereinbarkeit einer sich bewegenden Erde mit den Beobachtungen physikalisch nachweisen. Johannes Kepler fand mit den ellipsenförmigen Planetenbahnen das korrekte mathematische Modell und Isaac Newton lieferte mit dem Gravitationsgesetz schließlich die physikalische Begründung für das heliozentrische Weltbild und damit die endgültige Bestätigung von Kopernikus. Das heliozentrische Weltbild wird zu Kopernikus Ehren auch das „Kopernikanische Weltbild“ genannt.

Herkunft

Kopernikus' Urgroßvater väterlicherseits stammte aus Köpperning an der Neiße in Niederschlesien. Anfang des 15. Jahrhunderts übersiedelte der Urgroßvater nach Krakau (poln. Kraków). Der Vater zog gegen 1456 nach Thorn, kurz nachdem die 1231 von westfälischen Siedlern gegründete Stadt 1454 nach etwa 200 Jahren ordensritterlicher Herrschaft (siehe auch Deutscher Orden) unter die Oberhoheit des polnischen Königs Kasimir IV. gefallen war. Sein Vater verdiente im Kupferhandel und im Bankwesen den Lebensunterhalt der Familie. Die Eltern von Kopernikus´ Mutter Barbara Watzenrode waren der Thorner Richter und Stadtrat Lukas Watzenrode und Katharina von Rüdiger. Die Vorfahren der Linie Watzenrode stammten aus dem niederschlesischen Wazyngerode. Über die Familie von Rüdiger war Kopernikus ein entfernter Verwandter des damaligen Ermländer Bischofs Tiedemann Giese. Als Kind, nach dem Tod der Eltern, lebte Kopernikus im Fürstbistum Ermland und wurde dort von seinem Onkel Lukas Watzenrode aufgezogen und ausgebildet. 1512 schwor Kopernikus als Kanzler des Ermländer Domkapitels dem polnischen König Sigismund I. dem Alten, der die Oberhoheit über das Fürstbistum Ermland ausübte, seine Loyalität. Dieser Schwur hatte besondere Bedeutung. Denn einige Jahre zuvor hatten Sigismunds Eltern, Elisabeth von Habsburg und ihr Mann, Kasimir IV., versucht, Sigismunds Bruder Friedrich anstelle von Kopernikus´ Onkel Watzenrode als Ermländer Fürstbischof durchzusetzen. Als der weiter östlich gelegene Hauptteil Preußens unter Albrecht von Hohenzollern, dem ersten Herzog Preußens, protestantisch wurde, blieb Kopernikus als Administrator des Fürstbistums Ermland Anhänger und Verteidiger des katholischen Glaubens. Später war Kopernikus jahrzehntelang bis kurz vor seinem Tode Kanoniker in Breslau. Seine erhaltenen Schriften sind auf Deutsch oder Lateinisch verfasst. Es war jedoch zur damaligen Zeit noch nicht überall üblich, wissenschaftliche Schriften auf Polnisch zu schreiben. Im Ermland, in das seit Mitte des 13. Jahrhunderts viele deutschsprachige Siedler eingewandert waren und das einige Jahrzehnte vor Kopernikus´ Amtszeit der Oberhoheit des deutschen Ordens unterstanden hatte, wurden Schriftstücke überwiegend in Latein und Deutsch verfasst. Die offizielle Sprache des dem Ermland benachbarten Heiligen Römischen Reiches, in dem Kopernikus lange Zeit arbeitete und publizierte, war Latein und Deutsch. (Die spanischen Habsburger Könige mussten eine Vereinbarung unterschreiben, nur Latein oder Deutsch in offiziellen Briefwechseln zu verwenden.) Andererseits wurden kartographische Schriften, die Kopernikus ebenfalls entwickelte, von anderen Autoren auch in Polnisch verfasst. Ob Deutsch oder Polnisch Kopernikus´ Muttersprache war, gilt als umstritten. Als Indiz für eine polnische Muttersprache gelten die vielfältigen Verbindungen Kopernikus´ zu polnischen Wissenschaftlern und Adeligen sowie die zeitgenössische Bezeichnung als „polnischer Astronom“. Als Hinweis auf eine deutsche Muttersprache gelten die deutschsprachigen Verwandten sowie die damalige deutsche Bevölkerungsmehrheit in Kopernikus´ Heimatstadt Thorn. Der Beitritt Kopernikus´ zur „natio germanorum“ während seines Studiums in Bologna gilt nicht als Beleg, da die „natio germanorum“ eine nationenunabhängige Studentenverbindung war, der Studenten verschiedener Muttersprachen gleichermaßen beitraten. Von Wissenschaftlern seiner Zeit wurde Kopernikus als der polnische Astronom bezeichnet. Seine Wirkstätte war das Ermland, das nach dem sog. Dreizehnjährigen Krieg zwischen Polen-Litauen und dem Deutschen Orden seit 1466 unter der Oberhoheit der polnisch-litauischen Könige stand und zugleich als exemptes Fürstbistum weitgehende Autonomie besaß. Das übrige Preußen (das so genannte „Herzogliche Preußen“) blieb weiter Ordensland, von 1525 bis 1654 weltliches Herzogtum unter polnischer Lehnshoheit (siehe auch Preußen). Das Leben und politische Wirken von Kopernikus spielte sich in diesem politischen Spannungsfeld ab. Das Kopernikusmanuskript kam durch Rheticus in andere Hand und erhielt erst am 16. Dezember 1603 eine Eintragung von Jacobus Christmannus: Nicolai Copernick Canonici Varmiensis in Borussia Germaniae mathematici … (übersetzt: „des Domherrn Nikolaus Kopernikus aus dem Ermland in dem Preußen, das zu Deutschland gehört, des Mathematikers …“) [http://www.bj.uj.edu.pl/bjmanus/revol/images/br.jpg]. Die Diskussion über die Nationalität von Kopernikus zählt bereits mehrere Jahrhunderte. In dem historisch-biographischen Lexikon Allgemeine Deutsche Biographie Band IV von 1876, das sich jetzt im Besitz der Bayerischen Staatsbibliothek befindet, fand sich folgender Hinweis: :Die Nationalitätenfrage ist ein Gegenstand verschiedener Schriften gewesen; ein ehrender Streit um das Anrecht auf den Begründer unserer heutigen Weltansicht ist zwischen Polen und Deutschen geführt, doch ist schon erwähnt, dass über die Nationalität der Eltern des Copernicus Sicheres sich nicht hat ermitteln lassen; der Vater scheint slawischer Abkunft, die Mutter deutscher zu sein; er wurde geboren in einer Stadt, deren Magistrat und gebildete Einwohner Deutsche waren, die aber zur Zeit seiner Geburt unter polnischer Herrschaft stand; er studierte in der polnischen Hauptstadt Krakau, dann in Italien und lebte bis an sein Ende in Frauenburg als Domherr; er schrieb lateinisch und deutsch. In der Wissenschaft ist er ein Mann, der nicht einer Nation angehört, sein Wirken, sein Streben gehört der ganzen Welt, und wir ehren in Copernicus nicht den Polen, nicht den Deutschen, sondern den Mann freien Geistes, den großen Astronomen, den Vater der neuen Astronomie, den Urheber der wahren Weltanschauung. [http://mdz.bib-bvb.de/digbib/lexika/adb/images/adb004/@Generic__BookTextView/1025;cs=default;ts=default;pt=1023;lang=de] Laut zeitgenössischen Unterlagen wurde Kopernikus in der Kathedrale in Frauenburg begraben. Die genaue Stelle des Grabmals ist nicht bekannt. Da die Kirche während der Schwedenkriege stark verwüstet wurde, kann es sein, dass die sterblichen Überreste nicht an ihrem ursprünglichen Platz blieben. Im Sommer 2005 entdeckten Polnische Archäologen bei Grabungen im Altarraum der Kirche sterbliche Überreste, die aufgrund anthropologischer Vergleiche als sehr wahrscheinlich die Kopernikus' identifiziert wurden.

Gedenkstätten und Denkmäler

In Toruń befindet sich ein von Friedrich Tieck angefertigtes Kopernikus-Denkmal. Eine Kopernikus-Ausstellung (mit Foucaultschem Pendel) und ein Denkmal befinden sich im Dom zu Frauenburg (poln. Frombork). Im Schloss von Allenstein (poln. Olsztyn) befinden sich in einer besonderen Abteilung Exponate über Kopernikus und Originalhandschriften zu Berechnungen zur Begründung des kopernikanischen Weltbildes. Vor dem Eingang des Schlosses befindet sich eine Bronzeplastik, die Kopernikus darstellt. In Warschau steht ein Kopernikus-Denkmal von Bertel Thorvaldsen mit einer denkwürdigen Geschichte: Die Plastik wurde vom Bildhauer 1822 gemacht und vom Warschauer Glockengießer Jan Gregoire 1833 ausgeführt. Die Deutschen zerstörten die Skulptur nach dem Warschauer Aufstand 1944, wahrscheinlich wurde sie eingeschmolzen und das Material für die Rüstung verwendet. Nach dem Krieg wurde die Originalform in Dänemark gefunden, und die dänische Regierung schenkte Warschau einen zweiten Original-Abguss. Dieser wurde am 22. Juli 1945 wiedererrichtet. Image:Kopernikus nikolaus krakau.jpg|Denkmal für Nikolaus Kopernikus vor der Alten Universität von Krakau Image:Torun03MonumentToCopernicus.JPG|Kopernikus-Denkmal in Toruń Bild:Kathedrale_Frombork.jpg|Kathedrale in Frauenburg Bild:Kopernikusturm_Frombork.jpg|Kopernikusturm in Frauenburg Image:Kopernikus-Olsztyn.jpg|Kopernikus-Denkmal vor dem Eingang des Schlosses von Olsztyn Image:Warszawa Copernicus.png|Kopernikus-Denkmal von Bertel Thorvaldsen in Warschau

Werke


- Commentariolus. Heilsberg 1509
- Monetae cudendae ratio. 1526
- Narratio prima. mit Georg Joachim Rheticus, Danzig 1540
- De Revolutionibus Orbium Coelestium. (deutsch: Von den Umdrehungen der Himmelskörper), Nürnberg 1543

Literatur


- Wilhelm Strube: Domherr und Astronom. Roman über Nicolaus Copernicus. Verlag Neues Leben, Berlin 1977
- Georg Hermanowski: Nikolaus Kopernikus. Leben. Styria, Graz 1985. ISBN 3-222-11592-3
- Hans-Dietrich Lemmel: Beiträge zu Copernicus und seiner Verwandtschaft. in: Genealogie. Neustadt/Aisch 1993, 1–2
- Jürgen Hamel: Nicolaus Copernicus. Leben, Werk und Wirkung. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1994. ISBN 3-86025-307-7

Weblinks


-
- http://www.frombork.art.pl/Frombork-foto/k3.JPG Kopernikus' Portrait „Nicolaus Copernicus Borussus Mathematicus“ (von Theodor de Bry)
- [http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,383133,00.html Kopernikus Grab entdeckt - Meldung auf Spiegel Online -] Kopernikus, Nikolaus Kopernikus, Nikolaus Kopernikus, Nikolaus Kopernikus, Nikolaus Kopernikus, Nikolaus Kopernikus, Nikolaus Kopernikus, Nikolaus Kopernikus, Nikolaus Kopernikus, Nikolaus Kategorie:Ostpreußen ja:ニコラウス・コペルニクス ko:니콜라우스 코페르니쿠스 th:นิโคเลาส์ โคเปอร์นิคัส

Mondkarte

Klassische Mondkarten sind mit Landkarten kaum zu vergleichen - sie zeigen den Erdtrabanten aus großer Entfernung in jener Perspektive, wie man an ihn von der Erde sieht: als grau-gelb hervortretende Kugel mit dunklen "Meeren" und hellen Kraterflächen. Die Gebiete am Mondrand erscheinen dabei wegen der streifenden Sichtlinie in radialer Richtung stark verkürzt.
Landkarten wären mit dieser Eigenschaft sinnlos, doch bei Mondkarten wünscht der Betrachter meist einen ähnlichen Eindruck wie am Fernrohr. Neuere Mondkarten sind meist "Fotomosaike", zusammengefügt aus mehreren Fotos. Beleuchtungseffekte werden mit Bildverarbeitung gemildert und alle Krater rings um den Mond haben die Schatten auf derselben Seite. Bildverarbeitung Unser Foto entspricht einem dritten Typ: es zeigt den halben Mond aus großer Distanz, doch das linke Drittel liegt auf der Mondrückseite: eine Sonde fotografierte aus etwa halber Monddistanz, die Erde wäre 5m seitlich von Ihrer rechten Schulter. Zur Foto-Mondkarte in fast orthogonaler Projektion fehlt nur wenig: die Breiten- und Längenkreise; und die Mitte liegt auf 15° Südbreite. Der Mond hat am 15" Bildschirm einen zentralen Maßstab von 1:60 Millionen und in vergrößerter Version etwa 1:18 Millionen. Die Schärfe des großen Bildes ist mit ~1mm begrenzt - was demnach 18 km am Mond entspricht. Weil solche Unschärfen bei Karten unter 0.2 mm bleiben sollen, wäre