Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Sigmatik

Sigmatik

Sigmatik ist ein Begriff aus der Semiotik. Während in der Syntax-Ebene eine Kodierung von Zeichen stattfindet, findet in der Ebene der Sigmatik eine reine Abbildung in Form von Daten statt. Diese erhalten ihre Bedeutung in der Semantik-Ebene, wo sie als Nachrichten bezeichnet werden. Erst in der Pragmatik-Ebene erhalten Nachrichten ggf. ihren Zweckbezug und werden dann als Informationen bezeichnet. Kategorie:Semiotik

Semiotik

Semiotik ist die allgemeine Lehre von den Zeichen, Zeichensystemen und Zeichenprozessen.

Frühe Definitionen

Erste Zeichen- und Bedeutungslehren entstanden in der stoischen Dialektik durch Diogenes von Babylon u.a. sowie im mittelalterlichen Nominalismus durch Wilhelm von Occam. Wesentliche Begründer der „modernen“ Semiotik sind Charles Sanders Peirce (1839-1914), Ferdinand de Saussure (1857-1913), Charles William Morris (1901-1979) und der dänische Semiotiker Louis Hjelmslev (1899-1965) Saussure erklärt Sprache als ein System von Zeichen, welches fähig ist, Ideen auszudrücken. Daraus geht eine Wissenschaft hervor, die sich mit dem Umgang mit Zeichen in der Gesellschaft beschäftigt und später Teil der Soziopsychologie sein wird, und daraus folgend auch Teil der Allgemeinen Psychologie. Man bezeichnet sie als Semiologie, abgeleitet vom griechischen Wort semeion („das Zeichen“). Saussure geht davon aus, dass nur menschliche Sender semiologische Vorgänge verstehen und produzieren können, indem der Sender eine Idee als Nachricht an einen menschlichen Empfänger schickt. Peirce hingegen geht von einem dreiteiligen System aus, welches er Semiosis nennt. Die Semiosis ist ein Prozess der drei Instanzen umfasst, nämlich das Zeichen, sein Objekt und den Interpretanten. Der Interpretant kann hierbei in erster Annäherung als die Bedeutung des Zeichens verstanden werden, die in Peirce' System wiederum selbst als Zeichen mit eigenem Interpretanten aufgefasst wird. Auf diese Weise setzt sich der Interpretationsprozess prinzipiell bis ins Unendliche fort. Jedes Zeichen vermittelt so zwischen seinem Objekt und seinem Interpretanten. In einem bloßen Verhältnis von actio und reactio ist dies nicht möglich. Wenn bspw. eine Kugel auf eine andere trifft, ist dafür keinerlei Vermittlung oder Übersetzung nötig. Peirce schließt auch solche Phänomene ein, die keinen Menschen als Sender haben – die natürlichen Zeichen –, aber auch solche die keinen Menschen als Empfänger haben: so sei der Sonnenstrahl für die Blume ein Zeichen, sich ihr zuzuwenden. Saussure vernachlässigte diesen Bereich.

Sprachwissenschaftliche Definition

Ein semiotischer Vorgang in sprachwissenschaftlicher Hinsicht liegt vor, wenn eine codierte Nachricht von einem Sender zu einem Empfänger gesendet wird und diese Nachricht vom Empfänger decodiert, also entschlüsselt werden kann. Diese Daten oder Nachrichten werden durch den Empfänger klassifiziert und interpretiert. Durch diesen Prozess ist der Empfänger in der Lage, in Interaktion mit dem Sender zu treten. Das in einem bestimmten Code, beispielsweise Sprache, geschriebene Zeichen beschreibt sein Objekt und wird durch den Übersetzer interpretiert. Die Semiotik wird üblicherweise in die drei überlappenden Teilbereiche Syntax, Semantik und Pragmatik untergliedert, wobei diese Bereiche durch ihre Beziehungen zwischen Zeichen, der Zeichenbedeutung und den Benutzern der Zeichen in einer bestimmten Situation definiert werden: ;Syntax:Zeichen ↔ Zeichen ;Semantik:Zeichen ↔ Bedeutung ;Pragmatik:Zeichen ↔ Benutzer u. Situation Siehe auch: Struktur und Bedeutung von Information

Literatursemiotik

Vertreter der Literatursemiotik werden teilweise auch den Strukturalisten oder Formalisten zugerechnet. Die literatursemiotischen Ansätze sind zudem sehr unterschiedlich: Roland Barthes vertritt eine poststrukturalistische Position, von der aus er die Vieldeutigkeit eines Werkes betont, während Umberto Eco Barthes‘ Vorstellung einer grenzenlosen Offenheit der Bedeutung literarischer Werke korrigiert und die Rezeption literarischer Texte als Wechselspiel von Freiheit und Determiniertheit darstellt: Einerseits muss der Text eine Struktur aufweisen, sonst "gäbe es keine Kommunikation, sondern nur eine rein zufällige Stimulierung von aleatorischen Reaktionen" (Eco). Andererseits entscheidet der Leser, welche Codes und welchen semantischen Rahmen er auf den Text anwenden soll, wodurch er im Verlauf seines Lektüreprozesses die weitere Aktualisierung von Bedeutungen maßgeblich beeinflusst. Dem gegenüber stehen Ansätze in der Tradition des Strukturalisten Algirdas J. Greimas, der über die Analyse der verschiedenen bedeutungstragenden, hierarchisch organisierten Ebenen eines Textes eine semantische Tiefenstruktur eindeutig rekonstruieren will.

Über das Ästhetische

Es scheint trotz dieser Vielfalt einen Konsens darüber zu geben, dass ästhetische Objekte Zeichensysteme sind, die sich eines anderen Zeichensystems als Trägersystem, als Form bedienen: Im Fall der Literatur ist dies das überaus komplexe Zeichensystem Sprache. Herausragende Beispiele im deutschsprachigen Raum sind hier etwa Hans Wollschläger. Ästhetische Funktion nach Jan Mukařovský (geb. 11. November 1892 in Písek, Südböhmen; Mitglied des 1926 gegründeten "Cercle Linguistique de Prague", erste Schule der strukturalen Methode (vgl. Strukturalismus) Ein Zeichen kann mit der sog. ästhetischen Funktion belegt sein. Diese Funktion (im Gegensatz zum Beispiel zur referentiellen Funktion) führt dazu, dass ein Zeichen vornehmlich um seiner selbst willen rezipiert wird. Es verweist damit nicht mehr auf ein konkretes Objekt, sondern auf seine eigenen Möglichkeitsumstände, damit nach Mukarovský auf den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang seiner Rezeption. Wann und wie einem Zeichen die ästhetische Funktion beigelegt wird, ist zwar auch vom rezipiernden Subjekt abhängig, wird aber, allgemein gesehen, von der ästhetischen Norm bestimmt, die in einer Gesellschaft im Moment der Zeichenrezeption herrscht. (So können nach Mukařovský für uns heute Kathedralen u.ä. Bauwerke durchaus unter ästhetischem Gesichtspunkten betrachtet werden, waren aber zur Zeit ihres Baus weit stärker mit einer sakralen Funktion als mit der ästhetischen Funktion belegt) Literatur: vgl.: Mukařovský, Jan: Kapitel aus der Ästhetik. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 1970

Semiotik als Sinnprozesslehre

Der deutsche Sozialphilosoph Johannes Heinrichs versteht Semiotik nicht als eine einzelwissenschaftliche Spezialdisziplin (Lehre von Zeichen), sondern als philosophische Sinnprozesslehre. Auch der Zeichenbegriff bedarf der Herleitung aus Bewusstseinsvollzügen (Handlungen im weiteren Sinn). Es wäre falsch, ihn einfach als eine Urgegebenheit neben der einzigen wirklichen philosophischen Urgegebenheit von Sinn als "Bewusstseinsvollzügen mit ihren Gehalten" hinzunehmen. Er grenzt diese philosophische Semiotik ab von dem Aspekt der inhaltlichen Hermeneutik von Sinn, als die er Philosophie primär definiert: Letztere befasst sich mit der Gehalt-Seite, die Semiotik mit der formalen Prozess-Seite. Er kennt vier Ebenen von bewusstseinsmäßigen Sinn-Prozessen (diese im Unterschied zur Übertragung biologischer oder anderer physischer Information): 1. die semiotischen Prozesse des Handelns und dem Erleben als dessen rezeptiver Form, worin sich auch eine Ortsbestimmung des Zeichen-Handelns, somit also des Zeichens, ergibt, 2. der Sprache (als sich selbst in eigenen syntaktischen Zeichen regulierenden Meta-Handelns), 3. der Kunst (als sich in einer Meta-Syntax reflektierende Meta-Sprache) sowie 4. der Mystik, die von der Annahme bzw. Erfahrung einer Eigenaktivität des von Anfang an vorausgesetzten Sinnes (Sinn-Mediums) ausgeht. Mystik ist in semiotischer Betrachtung der Titel für die Schließung eines systemischen Kreislaufs zwischen Subjekt und Sinn-selbst, worin die Einseitigkeit des Handelns, einseitig subjektgeleitet zu sein, über die Vorstufen der sozialen Gegenseitigkeit sowie des künstlerischen, "medialen" Prozesses hinweg, aufgehoben ist. Auf all diesen Ebenen spielt der Zeichenbegriff eine wesentliche Rolle, ohne aber eine bloß "positive" Gegebenheit zu bleiben oder gar eigene Unhintergehbarkeit zu beanspruchen.

Siehe auch

Allgemeine Linguistik, Sprachwissenschaft, medizinische Semiologie, Dekonstruktion, Grammatologie, Code

Wichtige Personen der Semiotik


- Peirce, Charles Sanders
- Jacques Derrida ( vergleiche besonders: Limited Inc.)
- Saussure, Ferdinand de
- Lévi-Strauss, Claude
- Baudrillard, Jean
- Uexküll, Jakob Johann von
- Eco, Umberto
- Barthes, Roland
- Morris, Charles W.
- Heinrichs, Johannes Russische Semiotik:
- Bachtin, Michail
- Lotman, Jurij
- Uspenskij, Boris Vorläufer:
- Diogenes von Babylon
- Locke, John
- Bruno, Giordano
- Occam, Wilhelm von
- Platon (vergleiche: Höhlengleichnis).

Literatur


- Chandler, Daniel (2001). Semiotics: The Basics London, New York: Routledge. ISBN 0-415-26594-0. [http://www.aber.ac.uk/media/Documents/S4B/ Onlineversion]
- Derrida, Jacques: (2001). Limited Inc. Wien: Passagen, 2001. ISBN 3-85165-055-7.
- Eco, Umberto (1962). Einführung in die Semiotik (autorisierte deutsche Auflage durch Jürgen Trabant). München: Fink, 2002. ISBN 3-8252-0105-8.
- Eco, Umberto (1991). Semiotik: Entwurf einer Theorie der Zeichen (2. Aufl.; G. Memmert, Übers.). München: Fink, (Orig. ersch. 1976)
- Eco, Umberto (1977). Zeichen: Einführung in einen Begriff und seine Geschichte (G. Memmert, Übers.). Frankfurt a. M.: Suhrkamp, (Orig. ersch. 1973)
- Heinrichs, Johannes (1980). Reflexionstheoretische Semiotik, Teil 1: Handlungstheorie. Strukturalsemantische Grammatik des Handelns, 192 S., Bouvier Verlag, Bonn. [http://www.johannesheinrichs.de/bibliographie.html Onlineversion]
- Heinrichs, Johannes (1981). Reflexionstheoretische Semiotik, Teil 2: Sprachtheorie. Philosophische Grammatik der semiotischen Dimensionen, 490 S., Bouvier Verlag, Bonn. [http://www.johannesheinrichs.de/bibliographie.html Onlineversion]
- Lucid, David P. (Hrsg.). (1977). Soviet Semiotics. An Anthology. Baltimore: Johns Hopkins University Press.
- Mersch, Dieter (Hrsg.). (1998). Zeichen über Zeichen: Texte zur Semiotik von Peirce bis Eco und Derrida. München: dtv.
- Nöth, Winfried (2000). Handbuch der Semiotik (rev. u. erw. 2. Aufl.). Stuttgart/Weimar.
- Pape, Helmut (Hrsg.)/Peirce, Charles S. (1983). Phänomen und Logik der Zeichen. Frankfurt a. M.: Suhrkamp
- Peirce, Charles S. / Uchtmann, Roger (Hrsg.) (2003). Von der Klarheit unserer Gedanken (inkl. Edwina Taborsky Evolution des Bewusstseins). Neuenkirchen: Phänomen-Verlag. ISBN 3-933321-46-8.
- Sebeok, Thomas A. (1979). Theorie und Geschichte der Semiotik (A. Eschbach, Übers.). Reinbek b. Hamburg: Rowohlt, (Orig. ersch. 1976)

Artikel zum Thema Semiotik


- Semiotisches Dreieck
- Signografie
- Semantik
- Syntax
- Pragmatik
- Atomsemiotik
- Semiosphäre

Weblinks


- [http://www.semiotik.de www.semiotik.de]
- [http://www.rechtssemiotik.de www.rechtssemiotik.de] ! Kategorie:Geisteswissenschaft ja:記号学 simple:Semiotics

Syntax

Die Syntax (griechisch σύνταξις [] - die Zusammenstellung) behandelt die Muster und Regeln, nach denen Wörter zu größeren funktionellen Einheiten wie Phrasen (Teilsatz) und Sätzen zusammengestellt und Beziehungen wie Teil-Ganzes, Abhängigkeit etc. zwischen diesen formuliert werden (Satzbau). In der Linguistik ist die Teildisziplin der Syntax die wissenschaftliche Untersuchung von Form und Struktur natürlicher Sprache. Diese wird untersucht anhand universeller, angeborener Formprinzipien (Noam Chomsky) oder ihres kommunikativen Zwecks (Funktionale Syntax) oder ihre Rolle beim Aufbau von komplexen Bedeutungen (logische Semantik, Montague-/kategoriale Grammatik). Zwei wichtige linguistische Syntaxtheorien generativer Prägung sind die Government and Binding-Theorie (Chomsky 1981) und das Minimalistische Programm (Chomsky 1995). Zwei weitere bedeutende Syntaxtheorien sind Generalized Phrase Structure Grammar und Head-driven Phrase Structure Grammar. In der Informatik wie in Logiksprachen wird eine formale Grammatik festgelegt, um bei einer formalen Sprache (z. B. Programmiersprachen) erlaubte Konstruktionen festzulegen und unerlaubte auszuschließen. Für den Logiker Richard Montague bestand allerdings kein prinzipieller Unterschied zwischen natürlichen und künstlichen Sprachen. ("Universal Grammar", 1970) In der Syntax-Ebene der Semiotik wird die Kombinatorik von Zeichen beschrieben. (Charles Morris "Foundations of the Theory of Signs", 1938)

Siehe auch


- Sprachtypologie
- Satzzeichen
- Syntaxhighlighting
- Satzstellung
- Defektivum

Literatur


- J. Jacobs, A. v. Stechow, W. Sternefeld, Th. Vennemann (Hrsg.): Syntax, de Gruyter, HSK 9.1-2, Berlin 1993/1995 Kategorie:Grammatik ! Kategorie:Semiotik ja:統語論

Daten

Der Begriff Daten ist der Plural von Datum (lat. Singular datum, Plural data = Gegebenes).

Sprachliche Anmerkung

Diese Pluralform folgt damit anderen Wörtern lateinischen Ursprungs wie Faktum/Fakten und Skriptum/Skripten.
In der deutschen Sprache hat sich jedoch die Bedeutung von "Datum" im allgemeinem Sprachgebrauch auf "Kalenderdatum" eingeengt. Deshalb ist die Verwendung des Wortes "Daten" als Plural von "Datum" unüblich. "Datum" wird behandelt, als ob es ein Singularetantum (Wort ohne Plural) wäre; "Daten" wird behandelt, als ob es ein Pluraletantum (Wort ohne Singular) wäre. Falsche scherzhafte Pluralia von "Datum" sind Datümer und Datumse; eine beliebte Methode, das Wort "Daten" zu vermeiden, ist die Umschreibung mit "Termine". Um dagegen das Wort "Datum" als Singular zu "Daten" zu vermeiden, werden Wörter wie "Datenelement", "Angabe" oder "Wert" verwendet.

Informatik

Die Informatik und Datenverarbeitung (EDV) benutzen Daten als (maschinen-) lesbare und bearbeitbare Repräsentation von Information. Die Information wird dazu in Zeichen (bzw. Zeichenketten) kodiert, deren Aufbau strengen Regeln folgt, der so genannten Syntax. Daten werden zu Informationen, wenn sie in einem Bedeutungskontext stehen. Beispiel: 0815 kann eine Telefonnummer sein und damit zu den Daten gehören. Wenn dazu der Name des Teilnehmers genannt wird, so wird daraus eine Information. Man unterscheidet:
- strukturierte Daten (zum Beispiel Datenbanken, XML)
- unstrukturierte Daten (beispielsweise Dokumente)
- transiente Daten Während sich strukturierte Daten relativ einfach maschinell weiterverarbeiten lassen, ist dies bei unstrukturierten Daten nur schwer oder ungenau möglich. Das Synchronisieren von Daten wird als Datenabgleich bezeichnet.

Semiotik

Die Semiotik definiert Daten als potenzielle Information. In der Semiotik werden Daten heute in die Sigmatik-Ebene eingeordnet.

Beispiele für Daten


- 0010100100100001
- Ländercodes (Internet)
- Ländervorwahlen für das internationale Telefonnetz
- Städtevorwahlen für Deutschland
- Anzahl der Fenster in einem Haus
- Größe und Masse
- Ergebnisse von Experimenten in den Naturwissenschaften
- technische Fakten
- Antworten von Umfragen, Volkszählungen,...

Siehe auch

Datensatz, Datei, Datenfernübertragung, Faktum, Datenschutz, Technischer Datenschutz, Sozialdaten, Datensicherheit, Datenwiederherstellung, Datenqualität, Datatypist, Personenbezogene Daten, Diagramm Kategorie:Datenstruktur Kategorie:Praktische Informatik Kategorie:Semiotik ja:データ ko:데이터 simple:Data

Semantik

Die Semantik (Bedeutungslehre) ist das Teilgebiet der Sprachwissenschaft (Linguistik), das sich mit Sinn und Bedeutung von Sprache beziehungsweise sprachlichen Zeichen befasst. Die Semantik kümmert sich um die Frage, wie Sinn und Bedeutung von komplexen Begriffen aus denen von einfachen Begriffen abgeleitet werden können und stützt sich dabei in der Regel auf die Syntax. Hierbei bezeichnet nach Gottlob Frege
- Sinn (engl. sense) den Inhalt, der sich aus den Relationen der Zeichen, Wörter, Sätze usw. untereinander im System der Sprache ergibt,
- Bedeutung (engl. reference) den Inhalt, der sich aus der Relation zwischen Zeichen und Welt ergibt. Frege verdeutlicht die Unterscheidung am Beispiel des Begriffspaares Morgenstern und Abendstern, die beide die selbe Bedeutung haben, da sie den Planeten Venus bezeichnen. Der Sinn der Ausdrücke sei jedoch offensichtlich unterschiedlich. Da diese Differenzierung nach heutigem Wortgebrauch nicht mehr leicht nachvollziehbar ist, wird inzwischen anstelle der Fregeschen Terminologie vorwiegend das Begriffspaar Bedeutung (Sinn) - Bezeichnetes verwendet, Sinn und Bedeutung also als synonym angesehen. Innerhalb der Semantik ist die Semasiologie die Lehre von den Wortbedeutungen. Die Bezeichnungslehre wird Onomasiologie genannt. Eine wichtige, traditionelle Aufgabe in der Semantik ist es, Äußerungen in natürlicher Sprache in logische Formeln umzusetzen. Das bekannteste Verfahren stammt von Richard Montague. Kritikpunkt dabei aber ist, dass Bedeutungsnuancen verlorengehen können.

Ebenen

Die Semantik unterscheidet zwischen verschiedenen, aufeinander aufbauenden Ebenen:
- Die lexikalische Semantik beschäftigt sich mit der Bedeutung von Wörtern wie auch der inneren Strukturierung des Wortschatzes insgesamt (siehe beispielsweise Synonym, Antonym).
- Die Satzsemantik untersucht, wie aus der Bedeutung einzelner Wörter durch ein festes Inventar an Verknüpfungsregeln die Bedeutung von größeren syntaktischen Einheiten (Phrasen) und ganzen Sätzen hervorgeht. Die Interpretation eines Satzes muss dabei auf einer Analyse seiner syntaktischen Struktur aufgebaut werden.
- Die Textsemantik konzentriert sich auf die Analyse der Kombination von Sätzen als reeller oder hypothetischer Sachverhalte zu Erzählungs-, Beschreibungs- oder Argumentationszusammenhängen.
- Die Diskurssemantik arbeitet auf der Ebene von Texten verschiedener Personen, die miteinander in Beziehung stehen (Diskussion, Unterhaltung, Lehrveranstaltung, Stammtisch). Die Vermittlung zwischen den Ebenen der Semantik erfolgt über das Fregesche Prinzip: Der Sinn eines komplexen Zeichens ist eine Funktion der Sinne seiner Bestandteile. Die Definition der verknüpfenden Funktionen ist eine der Hauptaufgaben der Semantik. SINN(der Apfel ist rot) = f(SINN(der), SINN(Apfel), SINN(ist), SINN(rot))

Funktionale Klassifizierung der Semantikbereiche

Die Bereiche der Semantik können weiterhin nicht nur nach verschiedenen Ebenen der Sprachstruktur klassifiziert werden, sondern auch nach dem Typ der Beziehung zwischen Sprache und Denken bzw. Sprache und Welt. Danach unterscheidet man drei Signifikanzaspekte der semantischen Theorie: kognitive Signifikanz, informationelle Signifikanz und pragmatische Signifikanz. Der Begriff der kognitiven Signifikanz (engl. cognitive significance) bezieht sich auf die Beziehung zwischen Sprache und Denken. Demnach kann man eine sprachliche Mitteilung nur dann verstehen, wenn man durch sie auf die Rekonstruktion gedanklicher Strukturen ihres Senders kommt. Semantische Theorien der informationellen Signifikanz (engl. informational significance) werden auch als referenzielle Theorien bezeichnet. In Anlehnung an Ferdinand de Saussure spielt hier die Beziehung zwischen dem sprachlichen Zeichen und seinem Referenten in einer möglichen Welt die Hauptrolle. Die semantische Untersuchnung der pragmatischen Signifikanz bezieht sich auf die Beziehung zwischen der linguistischen Bedeutung einer Äußerung und deren Bedeutung in einem bestimmten situationellen Kontext. Dies ist auch der Unterschungsgegenstand der Pragmatik.

Semantik in verschiedenen Disziplinen

Außer in der Sprachwissenschaft hat die Semantik auch in anderen Wissenschaftsbereichen einen festen Platz:
- Die Semantik-Ebene der Semiotik baut auf der Sigmatik auf, indem Daten eine Bedeutung erhalten und dann als Nachricht bezeichnet werden. Im Unterschied zur linguistischen Semantik, die sich mit sprachlichen Zeichen befasst, werden hier auch natürliche oder technische Prozesse in ihrer Zeichenhaftigkeit und Interaktion analysiert.
- In der Informationstheorie versteht man unter der Semantik einer Informationsfolge die Bedeutung dieser Informationsfolge. Eine reine Zufallsfolge hat keine Semantik (jedoch einen sehr hohen Informationsgehalt).
- In der Logik und Informatik wird die Semantik als Bedeutungsaspekt von formalen Systemen und Sprachen verwendet. Diese Fachrichtung wird als Formale Semantik bezeichnet. Sie ist insbesondere in der Berechenbarkeitstheorie, der Komplexitätstheorie und zur Verifikation der Korrektheit von Computerprogrammen entscheidend.
- Die soziologische Systemtheorie versteht unter Semantik den gesamten Wissensvorrat (das offizielle Gedächtnis bzw. grundlegende kulturelle Erbe) des Gesellschaftsystems, der dauerhaft, wiederverwendbar und sozial übergreifend zur Verfügung steht. Dabei beinhalten systemspezifische Semantiken jeweils sozial bedeutsame und bewahrenswerte Leitvorstellungen, die sich aus Standardisierungen des Empfindens, Denkens, Handelns und Redens ergeben haben.

Literatur

Baldinger, Kurt. 1984. Vers une sémantique moderne Paris. Chierchia, Gennaro. McConnell-Ginet, Sally. 2000. Meaning and Grammar. An Introduction to Semantics. Cambridge, Mass Coseriu, Eugenio. 1975. Probleme der strukturellen Semantik. Tübingen. Löbner, Sebastian. 2003. Semantik: Eine Einführung. Berlin, New York. Lyons, John. 1995 (1977). Linguistic Semantics. Cambridge. Saeed, John I. 2003 (1997). Semantics. Blackwell Publishing. Stechow von, Arnim und Dieter Wunderlich (Hrsg.).Semantik. Ein Internationales Handbuch. Wunderlich, Dieter. 1980. Arbeitsbuch Semantik.

Siehe auch

Bedeutungswandel, Wahrheitswert, Lexikalische Semantik, Prototypensemantik, Formale Semantik, Wortfeld, WordNet, Intension, Extension, Merkmalsmatrix, Semantische Nähe, Natural Semantic Metalanguage, Sinnrelation, Etymologie, Begriff, Bezeichnung, Worthülse, Semiotik, Pragmatik, Linguistik, referentielle Schärfe, semantischer Essay, Semiotisches Dreieck, Semantische Rolle. ! Kategorie:Semiotik ja:意味論 ko:의미론 ms:Semantik

Nachricht

Eine Nachricht ist im technischen Sinn die erfolgreiche Übertragung von Information. Umgangssprachlich wird der Begriff jedoch meist im Sinne einer journalistischen Nachricht gebraucht. Nachrichten sind das Grundelement der Kommunikation und sind damit Gegenstand der Betrachtung durch verschiedene Wissenschaften, unter anderem der Semiotik, der Informationstheorie, der Kommunikationswissenschaften, der Nachrichtentechnik, der Verhaltensforschung, etc. Nachrichten werden im allgemeinen durch Signale übertragen, die, wenn sie verstanden wurden, dem Empfänger Wissen bringt. Dabei ist es entscheidend, dass der Empfänger in der Lage ist, die Nachricht zu entschlüsseln, dass also die Kodierung (Sprache, Datenformat, etc) der Nachricht bekannt ist, und dass ein semantischer Kontext vorhanden ist, so dass die Bedeutung der Nachricht verstanden werden kann. Häufig teilen Nachrichten Informationen über Ereignisse mit. Im allgemeinen Sprachgebraucht steht deshalb der Plural Nachrichten für Berichte über Aktuelle Ereignisse in den Massenmedien.

Definition


- „NACHRICHT, f. erst seit dem 17. jahrh. :# mittheilung zum darnachrichten und die darnachachtung... :# überhaupt mittheilung einer begebenheit u.s.w.“. :Jacob und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch. Band 7. Leipzig 1889, S. 103
- In der Semiotik erhalten Daten auf der Semantik-Ebene ihre Bedeutung und werden dann als
Nachricht bezeichnet.
- In der Netzwerktechnik versteht man unter
Nachricht ein Datenpaket.

Siehe auch


- Kommunikation
- Informationsgehalt
- Nachrichtentechnik
- Nachricht (Journalismus) Kategorie:Kommunikation


Nachricht

Eine Nachricht ist im technischen Sinn die erfolgreiche Übertragung von Information. Umgangssprachlich wird der Begriff jedoch meist im Sinne einer journalistischen Nachricht gebraucht. Nachrichten sind das Grundelement der Kommunikation und sind damit Gegenstand der Betrachtung durch verschiedene Wissenschaften, unter anderem der Semiotik, der Informationstheorie, der Kommunikationswissenschaften, der Nachrichtentechnik, der Verhaltensforschung, etc. Nachrichten werden im allgemeinen durch Signale übertragen, die, wenn sie verstanden wurden, dem Empfänger Wissen bringt. Dabei ist es entscheidend, dass der Empfänger in der Lage ist, die Nachricht zu entschlüsseln, dass also die Kodierung (Sprache, Datenformat, etc) der Nachricht bekannt ist, und dass ein semantischer Kontext vorhanden ist, so dass die Bedeutung der Nachricht verstanden werden kann. Häufig teilen Nachrichten Informationen über Ereignisse mit. Im allgemeinen Sprachgebraucht steht deshalb der Plural Nachrichten für Berichte über Aktuelle Ereignisse in den Massenmedien.

Definition


- „NACHRICHT, f. erst seit dem 17. jahrh. :# mittheilung zum darnachrichten und die darnachachtung... :# überhaupt mittheilung einer begebenheit u.s.w.“. :Jacob und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch. Band 7. Leipzig 1889, S. 103
- In der Semiotik erhalten Daten auf der Semantik-Ebene ihre Bedeutung und werden dann als
Nachricht bezeichnet.
- In der Netzwerktechnik versteht man unter
Nachricht ein Datenpaket.

Siehe auch


- Kommunikation
- Informationsgehalt
- Nachrichtentechnik
- Nachricht (Journalismus) Kategorie:Kommunikation


Information (Semiotik)

Die Semiotik versteht unter Informationen (von lat. informare bilden, durch Unterweisung Gestalt geben) zweckorientierte Daten, die das Wissen erweitern. In älterer Literatur sind sie oft noch als zweckorientiertes Wissen definiert. Kategorie:Semiotik

Kategorie:Semiotik

Die Wissenschaft der Zeichen Kategorie:Geisteswissenschaft Kategorie:Philosophische Disziplin Kategorie:Zeichen ja:Category:記号学

成昆

成昆是金庸小说中的人物。

概述

成昆又称混元霹雳手,后来入少林派拜空见为师,法号圆真。 C

tablice cheap london hotels tapety wygaszacze gry hotels Krakow hotels Krakow










































:: RELATED NEWS ::
Hugo Mayer
Hugo Mayer (
- 21. Januar 1899 in Hintertiefenbach; † 22. August 1968 in Hintertiefenbach) war pfälzischer CDU-Politiker und Mitglied des Deutschen Bundestages. Nach der mittleren Reife war Hugo Mayer 1915-1922 auf dem elterlichen
Dampflokrunde
Dampflokrunde ist der Name eines ca. 80 km langen Radweges, der etwa zur Hälfte auf den Bahndämmen der in den 1970er-Jahren stillgelegten und abgebauten Bahnlinien Kaufbeuren - Schongau sowie Marktoberdorf - Roßhaupten - Lechbruck verläuft. Die mit einem Dampflokzeichen beschilderte Route stellt ei
NSG Salzatal
Bei dem Naturschutzgebiet Salzatal handelt es sich um einen Ausschnitt des Salzatales zwischen den Ortschaften Langenbogen und Köllme. Das Tal wurde in seiner Erscheinung über lange Zeiträume durch den Flusslauf geformt und verfügt über ein bewegtes Relief bis hin zu steilen Hängen mit zu Tage tretenden Gesteinsformationen. Während der Fluß selbst heute begradigt und vertieft ist, haben sich durch die weggefallene Wasserhaltung im regionalem Bergbau in ehemaligen Flußbereichen Wiedervern
Zaječar (Bezirk)
Zaječar (Зајечарски округa oder Zaječarski okrug) ist ein Verwaltungsbezirk und erstreckt sich im östlichen Teil Serbiens. Er besteht aus folgenden Stadtverwaltungen:
- Boljevac
- Knjaževac
- Zaječar
- Sokobanja Dieser Bezirk hat l
Plankenfels
Plankenfels ist eine Gemeinde im Landkreis Bayreuth im Regierungsbezirk Oberfranken, Bayern, Deutschland. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Hollfeld. Verwaltungsgemeinschaft Hollfeld]]
Strahlantrieb
eingesetzt wurde]] Ein Strahltriebwerk ist ein Triebwerk, das nach dem Prinzip des Rückstoßantriebes arbeitet, wobei ein Fluidstrahl Träger des Schubs ist. Im Allgemeinen werden damit nur Aggregate bezeichnet, die das Umgebungsmedium ansaugen und als Antriebsstrahl wieder ausstoßen. Weil der für die Verbrennung notwendige Sauerstof
Hundetragen
Das Hundetragen ist eine mittelalterliche Strafe, die ursprünglich bei den Franken und Schwaben und später im gesamten Reichsgebiet für Adlige üblich war, die aufgrund von Landfriedensbruch verurteilt worden waren. Die Verurteilten mussten, bevor das obligatorische
Kollagenosen
Der Begriff Kollagenose bezeichnet eine Gruppe eher seltener Autoimmunkrankheiten, bei denen das Immunsystem Antikörper gegen körpereigene Zellbestandteile von Bindegeweben bildet. Fast immer sind antinukleäre Antikörper (d.h. gegen Bestandteile von Zellkernen gerichtete; von nucleus
Kontron
Die Kontron AG ist einer der weltweit größten Hersteller von Embedded Computer Technologie (ECT). Kontron beliefert OEMs, Systemintegratoren und Anwendungsanbieter in den verschiedensten Marktsegmenten: Daten- und Telekommunikation, Automatisierung, Mobile Computing, Medizintechnik, Aerospace, Mess- und Regeltechnik sowie Militärtechnik. Kontron entwickelt, produziert und vertreibt weltweit. Die Kontron AG mit ihrem Hauptstandort in Eching bei München
Wirtschaftsliberal
Als Neoliberalismus bezeichnet man zusammenfassend ein sozialphilosophisches und wirtschaftspolitisches Konzept, das auf dem klassischen Liberalismus und der neoklassischen Theorie basiert und den Einfluss des Staates auf das Wirtschaftsgeschehen minimieren will, im Unterschied zum Laissez-faire des klassischen Liberalismus all
All Rights Reserved 2005 wikimiki.org