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Skulptur

Skulptur

Skulptur, Engl. sculpture [http://www.etymonline.com/index.php?l=s&p=9], von Lat. sculptura bzw. dem Verb sculpere, schneiden, daher signierten auch Kupferstecher ihr "hat gestochen" als sculpsit. Die Skulptur ist daher das Werk des Bildhauers, dessen dauerhafte Materialien besondere Arbeitsweisen und Handwerkszeuge bedingen (Steinbildhauer, Holzbildhauer). Das Wort Plastik (Kunst) dagegen ist aus dem Griechischen plastos = geformt abgeleitet und bezeichnet den Bildner. Skulpturen sind dreidimensionale künstlerische Objekte, die durch die Bearbeitung von festem Material geschaffen werden. Die Bearbeitung des Materials zur fertigen Skulptur kann durch Abtragen (z.B. Schnitzen, Meißeln) oder durch einen Guss (z.B. Kunstguss, verlorene Form) erfolgen. Skulpturen können als freistehende Form, als Reliefs (Flachrelief, Hochrelief) oder im Rahmen einer collageartigen Rauminstallation gestaltet werden. All diese Techniken gehören zur Bildhauerei, eines Bereichs der Bildenden Kunst. Eine bedeutende Sammlung klassischer Skulpturen befindet sich z.B. im Louvre in Paris. Paris Paris Klassische Materialen für Skulpturen sind: Stein, Gips, Metall, Holz, Ton und Wachs. Moderne und zeitgenössische Materialien sind z.B.: Kunststoffe, Textilien, Glas, Sand, Eis oder sogar Abfälle. Hervorragende Skulpturen wurden bereits von antiken Bildhauern geschaffen. Berühmte Skulpturen schuf der italienische Bildhauer Michelangelo. Die moderne, zeitgenössische Skulptur wurde insbesondere durch Auguste Rodin begründet. Auch die Erschaffung und Zerstörung einer Skulptur kann Teil eines Kunstwerkes sein. Der Schweizer Künstler Ernst Buchwalder formte aus Eis das Wort "ICH". Die Skulptur wurde auf einem öffentlichen Platz in Luzern ausgestellt und schmolz bei Tauwetter langsam dahin. So visualisierte der Künstler die Vergänglichkeit des Lebens. Ursprünglich waren Skulpturen statische Kunstwerke. Moderne Künstler erschufen Skulpturen, welche sich bewegen oder bewegt werden können. Diese bezeichnet man auch als "kinetische Skulpturen".

Besonders bekannte Skulpturen:


- Doryphoros des Polyklet
- Venus von Milo
- David - Michelangelo
- Höllentor - Auguste Rodin

Siehe auch


- Plastik
- Bildhauerei
- Kunstguss
- Patina
- Liste berühmter Bildhauer
- Glyptothek
- Lapidarium
- Skulptur.Projekte

Weblinks

!Kategorie:Kunst ja:彫刻

Bildhauer

Der Begriff Bildhauer bezeichnet:
- eine Person, die Skulpturen erstellt, siehe Bildhauerei
- ein Sternbild des Südhimmels, siehe Bildhauer (Sternbild)

Plastik (Kunst)

Die Plastik (v. griech. πλαστός „geformt“) ist eine Kunstform der Bildhauerei. Auch geformte Kunststoffe werden als Plastik, engl. plastics bezeichnet. Skulptur dagegen ist Lehnwort aus dem Lateinischen: sculptura von sculpere „schneiden, gravieren“. Im Unterschied zur Skulptur, bei der das Kunstwerk etwa aus Stein herausgehauen wird, wird die Plastik aus bildsamen Massen modelliert, zum Beispiel aus Gips, Ton oder Plastillin, das nicht wie der Ton ständig feucht gehalten werden muss - oder auch gegossen (Gips, Beton, Bronze). Die Übertagung der weichen Modelle durch den dauerhaftenen Gipsabguss übernimmt der Former. Der Plastiker liefert also ein Modell, dessen Form dann der Steinbildhauer in dauerhaftes Material überträgt und wenn notwendig dabei auch vergrößert. Eine Alternative zu diesem Kopierprozess ist die Ausführung eines Modells durch den Abguss mit flüssigem Metall in der spezialisierten Bildgießerei. Deren Nacharbeitung übernimmt der Ziseleur. Der Bildhauer nimmt weg, der Plastiker baut auf. Die Begriffe Skulptur und Plastik werden jedoch aufgund der vom Originalmodell ausgehenden arbeitsteiligen Herstellungsprozesse synonym gebraucht. Eine weitere Form der dauerhaften Ausführung von Modellen ist die Treibarbeit. In der griechischen Antike entstanden erste Plastiken in der Technik des Sphyrelaton. Aus dieser Technik der kalten Verformung von Blechen hat sich die monumentale Treibarbeit entwickelt. Sie ist nicht wie der Bronzeguss selbsttragend, sondern wird von einem inneren geschweißten oder genieteten Metallgerüst stabilisiert (u.a. Firma Georg Ferdinand Howaldt, Braunschweig). Diese Metallgerüste haben sich zu einer selbstständigen Kunstform entwickelt. Bild:ADENAU.jpg |Hubertus von Pilgrim: Konrad Adenauer - Plastik vor dem ehemaligen Bundeskanzleramt in Bonn Bild:LUEP.jpg|Markus Lüpertz: Der Krieger (1993) - Bronzeplastik vor dem Kunstmuseum Bonn Bild:PENCK.jpg|A. R. Penck: Future of the soldiers (1995) - Bronzeplastik vor dem Kunstmuseum Bonn

Siehe auch


- Bildhauerei
- Liste berühmter Bildhauer
- Skulptur
- Statue
- Relief (Kunst) Kategorie:Skulptur

Schnitzen

Schnitzen ist das Bearbeiten von Holz mit Messern und ähnlichen scharfen Werkzeugen. Dabei unterscheidet man die Schnitzkunst, welche die Herstellung von Kunstwerken durch das Bearbeiten von Holz bezeichnet und das handwerkliche Schnitzen, welches das Herstellen von Gebrauchsgegenständen durch Schnitzen meint. siehe auch:Eisschnitzen Kategorie:Holz Kategorie:Kunst Kategorie:Handwerk

Kunstguss

Der Begriff Kunstguss bezeichnet die Herstellung der Kopie eines plastischen, künstlerischen Objektes. Meist handelt es sich dabei um ein von einem Künstler geschaffenes Tonmodell. Vom Modell einer Skulptur oder eines Reliefs aus Ton oder Wachs wird mit einem geeigneten Material eine Negativform erstellt. In diese Negativform wird danach das verflüssigte Material ("Speise") der herzustellenden Kopie gegossen. Nach der Erstarrung des eingegossenen Materials wird die Form von der fertigen Kopie getrennt. Je nach Verfahren erfordert die Herstellung ein mehrmaliges Abformen vom Modell bis zur fertigen Kopie. Außerdem wird die Negativform beim Abguss oft zerstört. In diesem Fall muss für eine weitere Kopie eine neue Form angefertigt werden (Verlorene Form, Bronzeguss). Die Erstellung eines qualitativ hochstehenden Kunstguss ist aufwändig und erfordert ein hohes Maß an Erfahrung des Kunstgießers. Die hohen Kosten entstehen hauptsächlich durch die Arbeit des Künstlers und des Kunstgießers und weniger durch die Materialkosten (Bronze). Vor allem aufgrund des monumentalen Bronzegusses entwickelte sich im 19. Jahrhundert in Europa, besonders in Deutschland und Frankreich eine Industrielandschaft spezialisierter Bildgießereien mit hohem Exportanteil.
Bild:eponas.jpg
Gegossene Bronze Statuette aus dem 2. Jhd. n. Chr.
Innerhalb des Kunstgusses nimmt der Bronzeguss eine besondere Stellung ein. Das Verfahren wurde während der Bronzezeit entwickelt und wird in den Grundzügen noch heute verwendet. Es handelt sich um eines der ältesten Handwerke überhaupt. Über die Jahrtausende wurde die Technik lediglich verfeinert und erweitert. Die Verfahren des Kunstgusses sind vielfältig und umfassen u. a. die Techniken Wachsausschmelzverfahren, Sandformverfahren und Verlorene Form. Gebräuchliche Materialien für das spätere Original sind u. a. Bronze, Kupfer, Eisen, Aluminium, Zinn und Gips. Gebräuchliche Materialien für die Erstellung des Negativs sind u. a. Gips, Latex, Silikon und Keramik (Bronzeguss). Gebräuchliche Materialien für die Erstellung des Modells sind u. a. Ton, Wachs und Gips. Siehe auch:
- Patinieren (Oberflächenbehandlung der gegossenen Skulptur)
- Assemblieren (Zusammensetzen von gegossenen Teilstücken in ein Gesamtkunstwerk)
- Abguss Kategorie:Skulptur

Relief (Kunst)

]] Bei einem Relief handelt es sich um eine Darstellung, die sich plastisch vom Hintergrund abhebt. Je nachdem, wie stark die Figuren aus der Grundfläche herausragen, spricht man von einem Flachrelief (auch Basrelief), Halbrelief oder einem Hochrelief. Das Relief steht als Kunstform zwischen der Plastik und der Malerei. Als Material werden neben Stein auch Holz, Elfenbein und Metall verwendet. Eine Hochblüte erlebte das Relief in der hellenistischen und römischen Kunst als Verzierung auf Tempeln und Grabstelen. Eine Sonderform ist das versenkte Relief, das nur in der altägyptischen Kunst zu finden ist, hier werden die Figuren als „Hohlform“ in die Grundfläche hineingearbeitet. Das Medaillon ist ein Relief in einem runden oder elliptischen Rahmen. Berühmte Reliefe sind unter anderem das Relief von Dendera, der Gigantenfries des Pergamonaltars und der Parthenonfries. Image:Liegende Hetäre.jpg|Aufreizend liegende Hetäre - Römisches Relief (ohne Kopf) Bild:Der Sündenfall über dem Portal des Michel.jpg|Relief vom Sündenfall über dem Portal des Hamburger Michel Bild:NiEBUHA.jpg|Christian Daniel Rauch: Relief des Ehepaars Niebuhr - Ausschnitt des Niebuhr-Wandgrabes auf dem Alten Friedhof in Bonn Bild:SCHWAN.jpg|Adolf von Donndorf: Medaillon Robert Schumanns - Ausschnitt des Schumann - Denkmals auf dem Alten Friedhof in Bonn Kategorie:Ornament Kategorie:Skulptur

Collage

Collage ist eine Technik der Bildenden Kunst, bei der durch Aufkleben (frz. coller = kleben) verschiedener Elemente ein neues Ganzes geschaffen wird. Eine künstlerische Collage kann beispielsweise Zeitungsausschnitte, Bänder, Stücke farbigen Papiers, Fotografien enthalten, die auf einen festen Untergrund oder Leinwand geleimt wurden.
Spezialfälle der Collage sind die Fotomontage und die Fotocollage, die ganz oder zum großen Teil aus Fotografien oder Teilen von Fotografien bestehen. Max Ernst definierte Collage so:
:Collage-Technik ist die systematische Ausbeutung des zufälligen oder künstlich provozierten Zusammentreffens von zwei oder mehr wesensfremden Realitäten auf einer augenscheinlich dazu ungeeigneten Ebene - und der Funke Poesie, welcher bei der Annäherung dieser Realitäten überspringt. Das Prinzip der Collage wurde auch auf andere Kunstgattungen übertragen, etwa auf die Musik/Akustische Kunst (Klang-, Ton- oder Musikcollagen), auf die Literatur und den Film. Eine Übertragung der Collagetechnik auf dreidimensionale Objekte findet in der Assemblage statt.

Bedeutende Collagekünstler und -künstlerinnen und beispielhafte Werke


- Georges Braque
- Pablo Picasso
- Kurt Schwitters
- Hannah Höch (1889?1978), Dada-Pionierin
  - Schnitt mit dem Küchenmesser durch die letzte Weimarer Bierbauchkulturepoche Deutschlands, 1919
  - Die ewigen Schuhplattler, 1933
- Max Ernst (1891-1976)
  - La femme 100 têtes, 1929
- Raoul Hausmann (1886-1971)
- Lee Krasner
- Alexander Rodtschenko
- Laszlo Moholy-Nagy
- Ror Wolf (
- 1932)

Kunstrichtungen, bei denen Collagen und Montagen eine große Rolle spielten

Ror Wolf
- Kubismus (1907-1921/1940), erste vollkommen abstrakte Kunstrichtung.
  - Pablo Picasso (1881-1973)
  - George Braque (1882-1963)
  - Juan Gris (1887-1927). :Erstmals wurden echte Objekte auf die Leinwand geklebt: alte Tapeten, Musiknoten, Glas, Zeitungspapier; die Collage wurde zur Kunsttechnik erhoben (siehe auch: Papier collé).
- Dadaismus (1916-1922/25), eine Protestbewegung gegen Krieg, Stumpfsinn und Bürgertum
  - Marcel Duchamp (1887-1968)
  - Man Ray (1890-1977)
  - Hannah Höch (1889-1975).
:Höch gilt als die Erfinderin der Fotomontage, eine Technik, die sie mit Raoul Hausmann entwickelte und die schnell von Johannes Baader, John Heartfield und George Grosz aufgegriffen wurden.
- Surrealismus (1924-1930), ausgelöst durch die Beschäftigung mit dem Unbewußten, Texten von Sigmund Freud.
  - Max Ernst (1891-1976)
  - Salvador Dalí (1904-1989)
  - Joan Miró (1893-1983)
  - René Magritte (1898-1967)
:Typisch für den Surrealismus war der spielerischen Cadavre Exquis, der auch als Inspirationsquelle für "große" Kunstwerke diente.
- Pop Art (1958-1968), Produkten der Massenindustrie sind Thema, in den Gemälden, Collagen, Skulpturen, Fotomontagen und Happenings tauchen Bier- und Suppendosen, Comicstrips und Werbetafeln auf.
  - Richard Hamilton
  - Jasper Johns
  - Robert Rauschenberg (Collagen aus Decken und Kissen)
- Fluxus (1960-1975/bis heute, Postmoderne), neodadaistische Strömung mit viel Aktionskunst (lat. fluxus = das Fließen).
  - George Maciunas
  - Joseph Beuys
  - Yoko Ono
  - George Brecht
  - Al Hansen
  - Nam June Paik
  - [http://www.pop.ac pop.ac]
  - Niels Köhler
  - Charlotte Moorman
- Situationismus (1951-1972)

Literatur


- Karoline Hille, Raoul Hausmann und Hannah Höch: Eine Berliner Dada-Geschichte, Rowohlt Verlag, Berlin 2000.
- Jula Dech/Ellen Maurer (Hrsg.): Da-da zwischen Reden zu Hannah Höch, Orlanda Frauenverlag, Berlin 1991.
- Collage und Realität. Historische Aspekte zum Thema Collage. In: Aspekte der Collage in Deutschland von Schwitters bis zur Gegenwart, Reutlingen: Hans Thoma-Gesellschaft/Kunstverein 1996, S. 7-24. Kategorie:Technik der Malerei ja:コラージュ

Bildhauerei

Bildhauerei ist # das Werk eines Bildhauers # die Gattungsbezeichnung für dreidimensionale Kunstwerke aus festen Materialien # die Bezeichnung für eine Firma, die derartige dauerhafte Arbeiten ausführt # die Bezeichnung für eine Firma, die monumentale Treibarbeiten ausführt (auch: Metallbildhauerei oder Formschmiede) - oft ein weiterer Erwerbszeig von Bildgießereien.

Bildhauerei als Werk eines Bildhauers

Der Bildhauer ist ein Künstler, der mit dem Hammer, Schlägel, Meißel und Messer, nach einem vorgezeichneten Risse, oder wirklichen Original, und nach einem in Wachs, Thon oder Gyps gemachten Modell, in Steine, Sand, Marmor, Alabaster, Holz, Metall etc. Bilder schnitzet, hauet, gräbt und schneidet.[http://www.kruenitz1.uni-trier.de/home.htm Oeconomische Encyclopädie von Johann Georg Krünitz online, s.v. Bildhauer]

Geschichte

Schon in der Steinzeit gaben Menschen Steinen eine Form. Diese Faustkeile wurden zwar als Werkzeuge geschaffen, waren jedoch streng genommen die ersten Skulpturen der Menschheitsgeschichte. Aus diesen ersten Werkzeugen entstand die Bildhauerei: Im Laufe der Zeit wurden immer schöner verzierte Utensilien gehauen, die zum Teil nicht mehr ihren eigentlichen Zweck erfüllen konnten, sondern nur als Talisman etc. dienten. Nachdem die Kunst der Bildhauerei geboren war, nutzten Cro-Magnon-Bildhauer auch Stichel, um dem Stein noch feinere Strukturen geben zu können. Natürlich wurden auch leichter zu bearbeitende Materialien wie Ton, Holz oder Knochen verwendet; allerdings sind diese Werke heute größtenteils nicht mehr erhalten. Später (8 000 Jahre vor unserer Zeit) spielte auch der Guss von Metallen in der Kunst eine gewisse Rolle. Auch die Pharaonen im alten Ägypten ließen kleinere und größere Skulpturen aus wertvollen Gesteinen wie Lapislazuli und Jaspis fertigen – zum Teil als Beigabe zu den Grabstätten –, obwohl hier die Arbeitsmittel relativ spartanisch waren: Die wichtigsten Werkzeuge waren härtere Steine und Holz, welches vielseitig eingesetzt wurde: als Untersatz zum Rollen oder Ziehen, als Griff an diversen Handwerksmitteln und mit Wasser übergossen zum Absprengen von Steinfragmenten. Die Griechen schufen natürlich auch Statuen; allerdings sehr lebensnahe Meisterwerke aus Marmor und Ton, die leider zu einem Großteil nicht erhalten sind. Im fernen Osten dagegen wurde eher mit Jade, Elfenbein und Bronze hantiert. Das Motiv waren oft Tiere, wie beispielsweise Pferde, Büffel, Bären, Nashörner, Elefanten und Tiger. Bevor Christoph Kolumbus Amerika entdeckte töpferten Indianer dort neben Tiermodellen auch Gegenstände für den täglichen Gebrauch, wie Schalen, und Musikinstrumente aus Ton. Während des europäischen Mittelalters wurden schon unter besseren Arbeitsbedingungen vor allem christliche Figuren geschaffen: Sie sollten Kirchen sowohl von innen als auch von außen schmücken. Michelangelo Buonarotti ist eine Legende: Schon mit 15 Jahren spürte er, dass er für die Bildhauerei geschaffen war, obgleich er auch als Maler, Architekt und Dichter Talent bewies. Sein berühmtestes Werk ist der 4,3 m hohe David – der Sieger über Goliath – aus Marmor. Er begann seine Arbeit daran mit 24 Jahren. Ein ähnliches Talent war Auguste Rodin um die 19. Jahrhundertwende: Er schuf unter anderem ‚den Denker‘ Heute spielt wieder Holz eine große Rolle. Die Figuren sind meist nicht sehr realistisch, erscheinen aber dennoch lebendig; teilweise cartoonartig übertrieben. Es werden manchen Plastiken – vor allem in traditionellen Kulturen – magische Kräfte zugeschrieben und in einigen hausen angeblich Geister. Vor allem in der westlichen Welt erfreuen sich allerdings auch einfache unverzierte Gebilde, die auf den ersten Blick nur wie eine Ansammlung von nicht mehr benötigten Gebrauchsgegenständen aussehen, großer Beliebtheit. Diese verkörpern keine Gottheiten und es bleibt dem Betrachter meist selbst überlassen, was er darin erkennen möchte. Seit einigem Jahren führen hauptsächlich im Bereich Metallskulptur aktuelle Techniken, wie Laserschneiden, CAD und CAM - computerunstütztes Entwerfen und Fertigen - zu neuen zeitgemässen Ausdrucksformen.

Bildhauerei als Gattungsbezeichnung

Die Bildhauerei ist eine der ältesten bildenden Künste der Kulturgeschichte. Der Unterschied von bildhauerischen Arbeiten zur Malerei besteht in der Dreidimensionalität der Kunstwerke. In der Bildhauerei werden Formen und Gebilde unter Verwendung verschiedener Materialien und durch unterschiedliche Bearbeitungstechniken von Bildhauern im Raum erfahrbar gemacht. Die geschaffenen Skulpturen oder Plastiken können realistisch darstellen, die Realität kreativ verändern oder völlig abstrakt sein. Die Bandbreite der verwendeten Materialien reicht von klassischen Stoffen, wie Stein, Holz, Metall, Keramik und Gips, über diverse Kunststoffe bis hin zu Textilien. Im deutschen Sprachgebrauch unterteilt man die Bildhauerei durch Lehnwörter in Skulptur als das substraktive und Plastik als das additive Arbeiten. Je nach räumlicher Ausformung unterscheidet man Vollplastik, Hochrelief und Flachrelief. Diese Formen des Reliefs können mit Architektur und Baukunst verbunden sein. Denkmäler sind sich an antiken Vorbildern orientierende selbständige Plastiken und Architekturen mit städebaulichem Bezug oder in Parklandschaften. Hier schließen moderne Installationen, Rauminstallationen, Land-Art oder auch die Konzeptkunst an.

Bildhauerei als Treibarbeit

Hauen ist die alte Bezeichnung für die dreidimensionale Treibarbeit von Kupferblechen, die bei Monumentalausführungen von tragenden Gerüsten stabilisiert wird. Die Treibtechnik ist mit dem Karosseriebau verwandt.
- Metallbildhauerei Gustav Lind, Berlin
- Metalbildhauerei Otto Faustner, Stuttgart
- Formschmiede und Bildgießerei Howaldt (später Howaldt & Sohn) in Braunschweig, gegründet von Prof. Georg Ferdinand Howaldt und fortgeführt von Hermann Howaldt

Literatur


- Meyers Jugendbibliothek – Die Arbeit des Bildhauers Kategorie:Bildende Kunst Kategorie:Kunst (Beruf) Kategorie:Skulptur ja:彫刻 simple:Sculpting

Sammlung

Der Ausdruck Sammlung bezeichnet #das Zusammenbringen bestimmter (finanzieller) Mittel (Spendensammlung, Fundraising, Altkleidersammlung) #eine politische Vereinigung von Menschen #die Gesamtheit von Sachen als Ergebnis des Sammelns (z. B.: Briefmarken-, Münz-, Gemäldesammlung) #in der Literatur eine Anthologie #den Ort der gesammelten Gegenstände: Kunstsammlung (z. B.: Sammlung Ludwig);
- Eine Institution zur Sammlung bestimmter kultureller Güter: z. B. Sammlung Deutscher Drucke #(mental) die innere Konzentration Siehe auch: Versammlung.


Klassik

Klassik (lat. classis = militärisches Aufgebot, erste gesellschaftliche Klasse) bezeichnet allgemein historische Epochen, denen größte Blüte und Vollkommenheit zugeschrieben wird. Im Speziellen bedeutet Klassik:
- in der Musik die Klassische Musik
- in der deutschen Literatur die Weimarer Klassik (Wende vom 18. Jahrhundert zum 19. Jahrhundert)
- in der französischen Literatur die französische Klassik (17. Jahrhundert - ca. 1715)
- die Zeit der griechisch-römischen Antike
- im engeren Sinn eine Epoche im Antiken Griechenland (ca. 490 - 436)
- in der Wirtschaftstheorie die Klassische Nationalökonomie

Louvre

Die frühere französische Königsresidenz Louvre in Paris ist heute das weltweit größte Museum (frz. Musée du Louvre), dessen Sammlungen neben dem British Museum in London und dem Museumsensemble auf der Museumsinsel in Berlin zu den weltweit bedeutendsten gehören. Das Gebäude liegt im Zentrum von Paris zwischen dem rechten Seineufer und der Rue de Rivoli. Sein Innenhof liegt in einer Linie mit der Champs-Élysées und bildet damit den Ursprung der sogenannten historischen Achse.

Geschichte

Der Louvre war über Jahrhunderte hinweg eine Großbaustelle. Fast jeder Herrscher, König und Kaiser hat den Louvre umgebaut, erweitert oder renoviert. Ursprünglich war der Louvre im 12. Jahrhundert unter Philippe-Auguste ein trutziger Zweckbau (Donjon) zum Schutz des rechten Seineufers. Als die Stadt in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts rasch wuchs und die Stadt außerdem durch einen weiteren inneren Mauerring geschützt war, ließ Karl IV. die Burg zu einer bewohnbaren Residenz umbauen. Als Hauptwohnsitz des französischen Königs dient der Palast aber erst ab dem 16. Jahrhundert unter Heinrich II, jetzt im Stil der italienischen Renaissance. Auch in den folgenden Jahrhunderten wird der Louvre nach den Bedürfnissen der jeweiligen Herrscher umgestaltet und vor allem gewaltig erweitert. Als der Königshof mit Louis XIV. nach Versailles umzog, verwahrloste der Bau allerdings. Die Stadt Paris übernimmt das Gebäude, teils noch im Rohbau und ohne Dach, die Académie française zieht in die Königsgemächer ein, andere Gebäudeteile werden von Künstlern als Behausung und Arbeitsraum genutzt. Auch Cabarets und Verkaufsstände finden sich in dem immer mehr verfallenden Gemäuer. Erst die Revolution bescherte dem Louvre eine neue Bedeutung als das erste öffentliche Museum Frankreichs (Eröffnung 1793). Hier wurden die Kunstschätze des Königs und der Adligen zusammengetragen, sofern sie nicht geplündert und zu Geld gemacht worden waren. Mit Napoleon zieht allerdings wieder ein Herrscher in den Palast ein und sein Neffe, Napoleon III. vollendet den Bau und insbesondere die Fassade weitgehend in seiner heutigen Form. 1873 ist die Karriere des Louvre als Zentrum weltlicher Macht endgültig vorbei, der Präsident der Republik zieht in den Elysée-Palast, ein Flügel, der Tuilerien-Palast fällt 1871 (Kommune-Aufstand) einem Feuer zum Opfer und wird 1882 abgerissen. Der ehemalige Staatspräsident François Mitterrand ließ in den 1980er Jahren den Louvre generalüberholen. Dabei standen nicht so sehr äußere Veränderungen im Vordergrund, als eine Umgestaltung der Ausstellungsräume und der meist unterirdischen Forschungseinrichtungen und Labors. Außerdem beherbergt der Palast seither zwei weitere Museen, das Musée des Arts Décoratifs mit dem Musée de la Mode et du Textile.

Architektur

Musée de la Mode et du Textile Der heutige klassizistische Bau entstand zum Großteil im 17. Jahrhundert. Das Gebäude besteht aus drei Flügeln, die nach Denon, Sully und Richelieu benannt sind. Im 19. Jahrhundert wurde der Louvre mit dem Palais des Tuileries verbunden und zu seiner heutigen Form ausgebaut (Architekten: Louis Tullius Visconti und Hector Lefuel). Im Jahr 1989 baute der Architekt Ieoh Ming Pei, der unter anderem auch für das MIHO-Museum in Japan verantwortlich ist, eine Glaspyramide im Innenhof des Louvre, die heute als Haupteingang zum Musée du Louvre dient. Anfangs als Gewächshaus und Käseglocke verspottet, haben sich die Pariser inzwischen daran gewöhnt. Zur Zeit läuft das „Grand-Louvre“-Projekt, in dessen Rahmen unter anderem die Galerie d'Apollon restauriert wird. Der Abschluss ist für 2006 vorgesehen.

Sammlung

2006 2006 Die Sammlung des Museums umfasst fast 30 000 Exponate in sieben Abteilungen, die auf einer Fläche von über 60 000 m2 präsentiert werden. Damit ist der Louvre das größte Museum der Welt. Jährlich wird das Museum von über 5 Millionen Menschen besucht. Die Kunstsammlungen des Louvre sind aber auch qualitativ einzigartig: Dicht gedrängt werden Höhepunkte von 2500 Jahren europäischer Kulturgeschichte ausgestellt. Heraus ragen die griechische und römische Antikensammlung, die italienische Renaissancemalerei, die niederländische Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts sowie die französische Malerei des 15. bis 19. Jahrhunderts.

Geschichte der Sammlung

Die frühesten Anfänge der Sammlung gehen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Damals häufte der Herzog Jean Duc de Berry (1340 - 1415), ein Bruder Karl V., eine Sammlung von Gemälden, Tapisserien und Buchmalereien an, von denen einige noch in der heutigen Ausstellung zu sehen sind. Der eigentliche Begründer der Sammlung ist aber König Franz I. (1515 - 1547), der als der erste große Sammler und Mäzen auf Frankreichs Thron gilt. Er richtete auch dem greisen Leonardo da Vinci 1517 ein Domizil an der Loire ein. Nach dessen Tod 1519 gelangen dessen Bilder - darunter wahrscheinlich auch die Mona Lisa - in die Sammlung des Königs, die zu dieser Zeit noch im Schloss Fontainebleau aufbewahrt wird. Kardinal Richelieu, der 1624 Minister unter Ludwig XIII. wird, baut auf Staatskosten eine große Privatsammlung auf, die 1636 zum Großteil in den Besitz der Krone übergeht. 1660 zieht die Sammlung dann in den Louvre um. Auch unter Ludwig XIV. werden kostbare Werke, unter anderem von Tizian und Raffael, erworben, während unter Ludwig IV. kaum neue Bilder der Sammlung hinzugefügt werden. Dass die Sammlung der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, führt zu allgemeiner Kritik, worauf 1750 im Palais du Luxembourg die erste Gemäldegalerie Frankreichs eröffnet wird. Bereits 1779 wird sie aber wieder geschlossen, da der Palais als Wohnung des späteren Ludwig XVIII. genutzt wird. Die Bilder wandern zurück ins Depot des Louvre. Im Zuge der Französischen Revolution wird die Sammlung dann 1793 zum ersten Mal im Louvre zugänglich gemacht. Napoléon Bonaparte erhält den ausdrücklichen Befehl, berühmte Kunstwerke im Ausland zu beschlagnahmen. Bald schon kann das Louvre die Kunstwerke aus Rom, Venedig, Berlin, Wien und vielen anderen europäischen Städten nicht mehr fassen. Unter Napoléon entstehen in ganz Frankreich 15 Zweigmuseen, in denen Bilder der Sammlung zu sehen sind. Nach dem Fall des Kaiserreichs 1814 wird die Beutekunst von den Alliierten wieder aus dem Louvre zurückgeholt, wodurch das nationale Element der Sammlung wieder in den Vordergrund tritt. Nach dem Sturz des zweiten Kaiserreichs 1870 wird die Sammlung dann endgültig von der Krone getrennt und verstaatlich. Dienlich für die Sammlung ist, dass seit 1972 die Erbschaftssteuer auch in Form von Kunstwerken verrichtet werden kann.

Berühmte Werke im Louvre (Auswahl)


- Venus von Milo
- Das Floß der Medusa - Théodore Géricault
- Mona Lisa - Leonardo Da Vinci
- Die Sklaven - Michelangelo Buonarotti
- Amor und Psyche - Antonio Canova
- Selbstbildnis mit Distel - Albrecht Dürer
- Nike von Samothrake
- Krypta der Sphinx
- Die Freiheit führt das Volk - Eugène Delacroix
- Der Tod des Sardanapal - Eugène Delacroix
- Die Hochzeit zu Kana - Paolo Veronese
- Tod eines Geizhalses - Hieronymus Bosch
- Das Narrenschiff - Hieronymus Bosch
- Der Blindensturz - Pieter Brueghel der Ältere

Bildergalerie

Bild:Mona Lisa.jpg|Leonardo da Vinci, Mona Lisa Bild:Floss der medusa.jpg|Théodore Gericault, Das Floß der Medusa Bild:Sardanapal.jpg|Eugène Delacroix, Der Tod des Sardanapal Bild:Eugène Delacroix - La liberté guidant le peuple.jpg|Eugène Delacroix, Die Freiheit führt das Volk Bild:Veronese Hochzeit zu Kana.jpg|Veronese, Die Hochzeit zu Kana Bild:Pieter Bruegel d. Ä. 025.jpg|Pieter Brueghel d. Ä., Der Blindensturz Bild:Das Narrenschiff.jpg|Hieronymus Bosch, Das Narrenschiff Bild:Tod eines Geizhalses.jpg|Hieronymus Bosch, Tod eines Geizhalses Image:Khorsabad1.jpg|Geflügelter Stier aus Khorsabad Image:Khorsabad2.jpg|Geflügelter Stier aus Khorsabad

Literatur


- Heinfried Wischermann, "Architekturführer Paris", Gerd Hatje Verlag Ostfildern 1997, ISBN 3-7757-0606-2, S. 35
- art - das Kunstmagazin: 02/1989

Weblinks


- [http://www.louvre.fr Louvre Website] Kategorie:Museum in Paris Kategorie:Kunstmuseum Kategorie:Wahrzeichen ja:ルーヴル美術館 ko:루브르 박물관 simple:Louvre

Gestein

Als Gestein bezeichnet man eine feste, natürlich auftretende, in der Regel mikroskopisch heterogene Vereinigung von Mineralen, Gesteinsbruchstücken, Gläsern oder Rückständen von Organismen mit weitgehend konstantem Mischungsverhältnis dieser Bestandteile zueinander. Der geologische Gesteinsbegriff ist weiter gefasst als der umgangssprachliche und bezieht auch natürlich auftretende Metall-Legierungen, vulkanisches Glas, Eis oder Kohle ein. Die Lehre von den Gesteinen, die Petrologie, ist ein Teilgebiet der Geowissenschaften. Beispiele für verschiedene Gesteinsarten sind in der Liste der Gesteine zu finden. Die Erde und die inneren Planeten des Sonnensystems bauen sich aus Gesteinen auf, die oft sehr große räumlich zusammenhängende Massen bilden. Insbesondere bauen sich aus ihnen die an der Oberfläche der Erdkruste sichtbaren Gesteinsformationen, die Gebirge, auf, die durch die tektonischen Vorgänge der Gebirgsbildung entstehen. Gesteine bilden sich hauptsächlich
- durch Erkalten flüssigen Magmas (Magmatite),
- durch Ablagerung von Feststoffen (Sedimentite), zum Beispiel von Sanden, Tonen oder Rückständen abgestorbener Lebewesen, sowie durch Abscheidung aus Lösungen (Salzgesteine),
- durch Umwandlung (Metamorphose) aus anderen Gesteinen, verursacht durch erhöhten Druck und/oder erhöhte Temperatur (Metamorphite). Eine kleine Anzahl irdischer Gesteine geht auf Meteoriten zurück.

Zusammensetzung und Gefüge

Gesteine bestehen in erster Linie aus Mineralen, von denen aber nur etwa dreißig einen bedeutenden Anteil an der Gesteinsbildung haben. Vor allem sind dies die Silikate wie Olivine, Glimmer, Amphibole, Feldspäte oder Quarz, aber auch Karbonate wie Dolomit oder Kalzit sind wichtige Bestandteile von Gesteinen. Neben diesen Hauptgemengteilen enthalten die meisten Gesteine noch so genannte Nebengemengteile oder Akzessorien. Als Gefüge eines Gesteins bezeichnet man seine Struktur, die sich aus den Eigenschaften und dem Verhältnis der gesteinsbildenden Minerale zueinander ergibt. Insbesondere die Größe und Form der enthaltenen Kristalle, sowie ihre räumliche Lage und Verteilung im Gestein, machen das Gefüge aus.

Klassifikation

Gesteine können auf verschiedene Weise klassifiziert werden; sehr verbreitet ist die Einteilung nach Entstehung und Herkunft. Demnach unterscheidet man vier Gruppen, magmatische Gesteine (Magmatite), metamorphe Gesteine (Metamorphite), Sedimentgesteine (Sedimentite) und als Sonderfall Meteoriten. In der Geotechnik und zahlreichen verwandten Wissenschaften wie der Bodenkunde unterscheidet man Gesteine grundsätzlich in zwei Gruppen, die Festgesteine und die Lockergesteine.

Magmatische Gesteine

Magmatische Gesteine Magmatische Gesteine entstehen durch das Erkalten heißen geschmolzenen Materials aus dem Erdinneren, des so genannten Magmas. Findet das Erkalten unterirdisch statt, spricht man von Plutoniten oder Intrusivgesteinen. Durch die verhältnismäßig gute Wärmeisolation der aufliegenden Gesteine kühlt sich die Magmaschmelze nur langsam ab, so dass große Mineralkristalle entstehen können. Beispiele für plutonische Gesteine sind Granit oder Gabbro. Das Magma kann riesige Gesteinsmassen, die so genannten Plutone bilden, die oft mehrere Tausend Kubikkilometer Gestein umfassen. Magma kann jedoch auch in flüssigem Zustand zu Tage treten. An der Erdoberfläche im Kontakt mit Luft erkaltet es schnell und bildet dann die so genannten vulkanischen oder Extrusivgesteine. Durch die rasche Abkühlung kommt es nur zur Bildung sehr kleiner Kristalle wie etwa beim Basalt oder Andesit; oft existiert sogar überhaupt keine kristalline Ordnung, und es entsteht vulkanisches Glas wie beispielsweise Obsidian.

Metamorphe Gesteine

Metamorphe Gesteine entstehen aus älteren Gesteinen beliebigen Typs durch Metamorphose, das heißt durch Umwandlung unter hohem Druck beziehungsweise hoher Temperatur. Bei der Umwandlung ändert sich die Mineralzusammensetzung des Gesteins, weil neue Minerale und Mineralaggregate gebildet werden; der Gesteinschemismus bleibt aber weitgehend gleich. Daneben wird auch das Gesteinsgefüge transformiert. Beispielsweise entsteht aus Quarzsanden durch Rekristallation und die Ausbildung eines feinen Zements zwischen den Kristallkörnern das metamorphe Gestein Quarzit. Weiträumige Metamorphose von Gesteinen findet meist in großer Tiefe statt, lokale Transformationen können aber auch nahe der Erdoberfläche auftreten, meist in Zusammenhang mit Vulkanismus oder seichten Granitintrusionen. Auch Meteoriteneinschläge führen zu Gesteinsmetamorphosen.
- Regionalmetamorphose steht in Zusammenhang mit Gebirgsbildungen und ist häufig druckbetont. Die damit verbundene Faltung von Gesteinen durch Kompression führt zu Rekristallisation und Einregelung von Mineralen und der Ausbildung einer Schieferung. Ein Beispiel ist die Umwandlung von tonigen Sedimenten in Schiefer.
- Kontaktmetamorphose bezeichnet die Gesteinsumwandlung durch Wärmeeinwirkung aus dem umgebenden Gestein heraus, entweder in lokalem Maßstab durch Aufheizen des Gesteins um kleinere magmatische Gänge herum bis hin zu großen Transformationszonen, sogenannten Aureolen, die sich um große, tiefsitzende plutonische Granit-Intrusionen herum bilden.

Sedimentgesteine

Sedimentgesteine Sedimentgesteine entstehen durch Verwitterung und Erosion von Gesteinen durch Wind (zum Beispiel Löss), Wasser (zum Beispiel Sandstein) oder Eis (zum Beispiel Tillit), die Lösung, den Transport und die nachfolgende Ablagerung ihrer Bestandteile, daneben auch durch biochemisch induzierten Niederschlag (zum Beispiel Kreide) oder durch Verdampfung (zum Beispiel Evaporit). Einzelne Mineralkörner oder Gesteinsfragmente bilden mit der Zeit lose Sedimente. So werden je nach Art der Genese klastische, chemische oder organogene Ablagerunsgesteine unterschieden. Werden diese durch Sedimentation weiteren Materials bedeckt, verdichten sie sich unter zunehmendem Wasserverlust immer mehr, bis durch Neukristallisation und Kompaktifikation aus dem weichen Sediment das harte, spröde Sedimentgestein entstanden ist. Darin werden die einzelnen Mineralkristalle durch eine feinkörnige Grundmasse, die Matrix, zusammengehalten. Diese Veränderungen nach der primären Sedimentation bezeichnet man als Diagenese. Sedimentationsprozesse finden auf der Erdoberfläche seit Milliarden von Jahren statt. Sedimente lagern sich meist kumulativ in einer Abfolge horizontaler Schichten ab; durch die Reihenfolge der Ablagerung sind von Ausnahmefällen abgesehen höherliegende Schichten jünger als tieferliegende, eine Erkenntnis, die als Superpositionsprinzip oder Lagerungsgesetz auf den dänischen Arzt und Geologen Nicolaus Steno zurückgeht. Nach ihrer Entstehung können Sedimentgesteine starken Kräften unterliegen, infolge derer die ehemals flachen Schichten gefaltet und gekippt werden, so dass die Lage des Gesteins im Raum so stark verändert sein kann, dass die ursprüngliche Schichtfolge lokal umgekehrt ist. Sedimente lassen sich grob in die terrestrischen Land- und die marinen Meeressedimente unterteilen. Zu ersteren zählt man auch die Ablagerungen in Süßwasserseen oder Flüssen, die aus Sand oder Schlamm entstanden sind, sowie die organischen Pflanzenreste, aus denen die Kohle hervorgegangen ist. Auch Wüstensedimente sowie Ablagerungen von Gletschern werden dieser Gruppe zugeteilt. Meeressedimente können durch Ablagerung von Erosionsmaterial anderer Gesteine auf dem Meeresgrund, durch von biochemischen Vorgängen verursachte Ausfällung zum Beispiel von Karbonaten und durch Ablagerung anorganischer Skelette von Mikroorganismen wie Kammerlingen (Foraminifa), Coccolithophoriden (Haptophyta), Strahlentierchen (Radiolaria) oder Kieselalgen (Bacillariophyta) entstehen.

Meteorite

Meteorite Einen Sonderfall unter den Gesteinen bilden die Meteorite, Gesteinskörper aus dem Weltraum. Meteorite sind Überreste der ursprünglichen Materie des Sonnensystems und enthalten zahlreiche Minerale, die sich nicht in anderen Gesteinen irdischen Ursprungs finden lassen. Sie lassen sich nach ihrem Mineralgehalt einteilen in Steinmeteorite, die in erster Linie aus Silikaten wie Olivin oder Pyroxen bestehen, Eisenmeteorite, die sich häufig aus den Eisen-Nickel-Mineralen Kamazit und Taenit zusammensetzen und Stein-Eisen-Meteorite, die einen Mischtyp darstellen. Die Größe von Meteoriten liegt zwischen der von Mikrometeoriten und riesigen, tonnenschweren Gesteinskörpern. Aus Schweden sind mehrere hundert Millionen Jahre alte fossile Meteoriten bekannt. Irdischen Ursprungs, aber durch Meteoriteneinschläge gebildet sind die Tektite, zentimetergroße Glasobjekte, die durch einschlagbedingtes Schmelzen irdischen Gesteins und darauf folgendes schnelles Abkühlen an der Luft entstehen, und die Impaktite, die durch die starken mechanischen und thermischen Einwirkungen bei einem Meteoriten-Einschlag aus den am Einschlagsort vorhandenen Gesteinen entstehen wie etwa Suevit.

Gesteinskreislauf

Hauptartikel: Kreislauf der Gesteine Magmatische, metamorphe und Sedimentgesteine werden durch geodynamische Prozesse wie Erosion, Gesteinsmetamorphose oder Sedimentation ineinander umgewandelt. So unterliegen durch Erosion des Deckgesteins freigelegte metamorphe und magmatische Intrusivgesteine ebenso wie die an der Oberfläche gebildeten Sediment- und magmatischen Extrusivgesteine der Verwitterung und Erosion. In erster Linie durch wind- oder wasserbedingten Transport lagern sich die Verwitterungsbestandteile als Sedimente ab und bilden durch Verdichtung schließlich Sedimentgesteine. Diese wandeln sich wie auch magmatische Intrusivgesteine in großer Tiefe unter hohem Druck und hoher Temperatur in metamorphe Gesteine um. Der Kreislauf schließt sich, wenn diese entweder wieder an die Oberfläche gelangen oder durch weitere Absenkung ins Erdinnere aufgeschmolzen werden und damit das Rohmaterial für die Entstehung magmatischer Gesteine bilden. Das folgende Diagramm zeigt diese Prozesse in der Übersicht: center

Bedeutung

Gesteine dienten in der Menschheitsgeschichte als erster Werkstoff zur Herstellung von Werkzeug, den Steingeräten, und sind somit auch der Namensgeber für die älteste kulturhistorische Erdepoche, die Steinzeit. Archäologische Funde aus jener Zeit sind meist Steinartefakte. Steine bilden das älteste feste Baumaterial der menschlichen Kultur und die älteste bekannte überlieferte Schreibunterlage menschlicher Schriftkultur. Sie sind Grundlage bildlicher Darstellungen in der Kunst, besonders in der Lithografie und als Ausgangsmaterial der Bildhauerei. Schmucksteine, Edelsteine und Halbedelsteine sind als Schmuck beliebt. Lesesteinhaufen und Trockensteinmauern dienten früher als Markierung von Äckern und sind heute wertvolle Biotope. Ein Grenzstein wird zur Abgrenzung von Gebieten verwendet. Fossilien in Form von Versteinerungen zeugen von Lebewesen früherer Äonen, Epochen und Perioden und spielen eine große Rolle für das Studium vergangener Lebensformen, der Evolutionsgeschichte sowie für die Datierung von Gesteinsschichten. Siehe auch: Liste der Gesteine, Liste der Gesteine nach Genese

Literatur

Vinx, Roland: Gesteinsbestimmung im Gelände. 2005, 452 S., 7 s/w Abb., 364 farb. Abb., 14 s/w Tab. Spektrum Akademischer Verlag. ISBN 3-8274-1513-6

Weblinks


- [http://www.lgd.de/projekt/gesteine/gesteine/index.html Gesteine - Baumaterial unserer Erde]
- Real Video: [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&g2=1&f=040107.rm Woher weiß man das Alter von Gesteinen?] (Aus der Fernsehsendung Alpha Centauri) Kategorie:Petrologie ! Kategorie:Bergbau ja:岩石 ms:Batu th:หิน

Metall

] Metalle sind die größte Gruppe der chemischen Elemente, etwa 80 % der Elemente sind Metalle. Sie sind im allgemeinen gute elektrische Leiter. Im Periodensystem der Elemente sind sie nicht bestimmten Reihen oder Perioden zugeordnet, vielmehr befinden sie sich links und unterhalb einer Linie vom Bor zum Polonium. Oben rechts befinden sich die Nichtmetalle, dazwischen die Halbmetalle.

Metalle in der Chemie

Grundsätzliches

Metallatome sind durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet:
- Die Zahl der Elektronen in der äußeren Schale ist gering und kleiner als die Koordinationszahl
- Die Ionisierungsenergie ist klein (< etwa 10 eV) Daraus ergibt sich, dass Metallatome sich nicht wie viele Nichtmetalle über Atombindungen zu Molekülen oder Gittern verbinden können. Allenfalls in Metalldämpfen kommen solche Atombindungen vor, z. B. besteht Natriumdampf zu etwa 1 % aus Na2-Molekülen. Metalle ordnen sich vielmehr zu einem Metallgitter, in dem die Valenzelektronen über das ganze Gitter verteilt sind, man spricht auch von einem Elektronengas. In dem Elektronengas ordnen sich die positiv geladenen Atomrümpfe. Eine exaktere Betrachtung unter Berücksichtigung des Orbitalmodells liefert das Energiebändermodell. In Verbindung mit Nichtmetallen treten die Metalle im Allgemeinen als Kationen auf, d. h. die äußeren Elektronen werden vollständig an die Nichtmetallatome abgegeben und es bildet sich eine Ionenverbindung (Salz). In einem Ionengitter werden die Ionen nur durch elektrostatische Kräfte zusammengehalten.

Eigenschaften

Aus der Bindungsart und dem Gitteraufbau resultieren folgende typische Eigenschaften der Metalle:
- Undurchsichtigkeit durch leicht verschiebbare Elektronen (dadurch, dass die Elektronen nicht an bestimmte Energieniveaus (Orbitale) gebunden sind, sondern frei in Form eines Elektronengases vorkommen, können sie viele Wellenlängen absorbieren und haben deshalb eine grau bis schwarze Farbe)
- Glanz, bedingt durch leicht verschiebbare Elektronen an der Oberfläche (dadurch dass die Elektronen nicht an bestimmte Energieniveaus (Orbitale) gebunden sind, sondern frei in Form eines Elektronengases vorkommen, können sie die ganze zuvor aufgenommene Energie wieder emittieren. So entsteht der Glanz)
- Gute Verformbarkeit (Duktilität): Im Metallgitter befinden sich Versetzungen, die sich schon bei einer Spannung unterhalb der Trennspannung bewegen können; je nach Gittertyp verformt sich also ein Metall eher, als dass es bricht
- Hoher Schmelzpunkt durch die allseitig gerichteten Bindungskräfte
- Gute Elektrische Leitfähigkeit durch leicht verschiebbare Elektronen
- Gute Thermische Leitfähigkeit durch leicht verschiebbare Elektronen ----

Schmelz- und Siedetemperaturen

Die folgende Tabelle zeigt die Schmelz- und Siedetemperaturen einiger Metalle (in °C bei Normaldruck):

Wärmeleiteigenschaften

Die für die Wärmeleitung relevaten Eigenschaften wie Dichte, Wärmekapazität, Wärmeleitfähigkeit und Temperaturleitfähigkeit variieren stark. So hat etwa Silber mit 427 W/(m K) eine ca. 20-fach höhere Wärmeleitfähigkeit als Mangan. Weitere Werte.

Einteilung

Traditionell unterteilt man Metalle nach der Dichte in Schwermetalle und Leichtmetalle, nach der Reaktivität in Edelmetalle und unedle Metalle. Daneben ist gerade für das chemische Verhalten die Zugehörigkeit zu Haupt- oder Nebengruppen des Periodensystems entscheidend. Siehe auch: Refraktärmetalle

Für technisch verwendete Metalle

Die technisch verwendete Metalle werden entsprechend ihrem Basismetall und nach dem Verwendungszweck unterteilt:
- Metalle
  - Eisenwerkstoffe
    - Stahl (unlegiert, niedriglegiert, hochlegiert)
    - Gusseisen (Grauguss, Stahlguss, Temperguss)
  - Nichteisenmetalle
    - Reinmetalle
      - Edelmetalle
      - Schwermetalle (ρ ≥ 4,5 g/cm3)
      - Leichtmetalle (ρ < 4,5 g/cm3)
    - Nichteisen-Legierungen
      - Knetlegierungen
      - Gusslegierungen ----

Vorkommen

Der Erdkern besteht zum größten Teil aus Eisen, da es das physikalisch stabilste Element ist. In der Erdkruste dagegen überwiegen die Nichtmetalle, relativ häufige Metalle sind Aluminium, Eisen, Mangan, Titan, Calcium, Magnesium, Natrium und Kalium. Viele seltene Metalle treten aber in ihren Abbaustätten stark angereichert auf, so dass sich ein Abbau lohnt. Gesteine, die klassische Werkmetalle in abbauwürdigen Konzentrationen enthalten, werden Erze genannt. Zu den wichtigsten Erzen gehören:
- Oxide
- Sulfide
- Carbonate Andere Metallverbindungen wie Kochsalz oder Kalk werden dagegen nicht als Erze bezeichnet. Manche Edelmetalle, v. a. Gold, kommen auch gediegen, d. h. in reiner Form und nicht als Verbindung/Erz vor.

Verbindungen

Die Verbindungen oder auch Lösungen von verschiedenen Metallen heißen Legierungen. Diese haben oft völlig andere physikalische und chemische Eigenschaften als die reinen Metalle. Vor allem die Härte ist teilweise um Größenordnungen höher. Ebenso ist vielfach die Korrosionsbeständigkeit deutlich erhöht. Reine Metalle werden praktisch nicht verwendet, außer bei der Herstellung elektrischer Leitungen, da reine Metalle die größte Leitfähigkeit besitzen. Hier werden unlegierte Metalle verwendet, vor allem Kupfer und Aluminium. Mit vielen Nichtmetallen werden Ionenverbindungen eingegangen, wobei aber gerade bei Übergangsmetallen und bei größeren Anionen (wie dem Sulfid-Ion) alle Übergangsstufen zur Atombindung vorkommen. Mit Nichtmetallen wie Wasserstoff, Kohlenstoff und Stickstoff werden auch Einlagerungsverbindungen gebildet, wobei sich die Nichtmetallatome in Lücken des Metallgitters befinden, ohne dieses wesentlich zu verändern. Diese Einlagerungsverbindungen behalten die typischen Metalleigenschaften wie die Elektrische Leitfähigkeit. Metallkationen, v. a. die der Nebengruppenmetalle, bilden mit Basen (Wasser, Ammoniak, Halogeniden, Cyanid u. v. a.) Komplexverbindungen, deren Stabilität nicht allein durch die elektrostatische Anziehung erklärt werden kann. Metalle in höheren Oxidationsstufen bilden auch Komplexanionen, z. B. löst sich Chromtrioxid CrO3 in Kalilauge unter Bildung des Chromat-Anions CrO42-: CrO3 + 2 KOH -> K2CrO4 + H2O

Verwendung

Viele Metalle sind wichtige Werkstoffe. Unsere moderne Welt wäre ohne Metalle unmöglich. Nicht ohne Grund werden Phasen der Menschheitsentwicklung nach den verwendeten Werkstoffen als Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit bezeichnet. Die folgende Tabelle enthält die wichtigsten Metalle und Legierungsbestandteile, keine Verbindungen.
- Aluminium: bedeutendstes Leichtmetall
- Beryllium
- Bismut: Legierungen
- Blei: Legierungen, Bleiakkumulator, Lote, Korrosionsschutz, Gewicht
- Cadmium: Bestandteil von Akkumulatoren
- Chrom: Legierungsbestandteil (Chrom-Vanadium-Stahl, Chrom-Nickel-Stahl), Überzugsmetall
- Eisen: wichtigstes Werkmetall (Gusseisen, Stahl), viele Legierungen
- Gold: Schmuckmetall, Blattgold, Elektrotechnik, Wertanlage, Währungsabsicherung
- Iridium
- Kalium: legiert mit Natrium als Kühlmittel in Kernreaktoren
- Kobalt: Magnete
- Kupfer: Elektrotechnik (zweithöchste Leitfähigkeit nach Silber), Bronze, Messing
- Magnesium: für besonders leichte Werkstücke mit nicht allzuhohen Ansprüchen an die Festigkeit; Einweg-Blitzbirnen bzw. Blitzlichtpulver
- Mangan: Legierungsbestandteil (Manganstahl)
- Molybdän: Legierungsbestandteil (Molybdän-Stahl) zur Erhöhung der Warmfestigkeit
- Natrium: legiert mit Kalium als Kühlmittel in Kernreaktoren
- Nickel: Legierungen (Nickel-Eisen, Nickel-Chrom, Nickel-Kupfer etc.), Legierungsbestandteil (Chrom-Vanadium-Stahl, Chrom-Nickel-Stahl), Magnete
- Osmium: legiert mit Wolfram in Glühlampen
- Palladium: Katalyse, Wasserstoffspeicherung
- Platin: Schmuckmetall, Katalyse, Wertvollstes Metall
- Quecksilber: Thermometer
- Rhodium: Schmuckmetall
- Ruthenium
- Silber: Schmuckmetall, Fotografie
- Tantal: Kondensatoren
- Titan: für Leichtbauweise ohne Rücksicht auf die hohen Kosten, Schmuck
- Uran: Kernreaktoren, Radioaktivität
- Vanadium: Legierungsbestandteil (Chrom-Vanadium-Stahl) für wärmfeste Stähle, Katalysator zur Synthetisierung von Schwefelsäure (Vanadium-V-Oxid)
- Wolfram: Glühlampen (höchster Schmelzpunkt aller Metalle), Spezialstähle, Wolframcarbid
- Zink: Legierungsbestandteil (Messing), Zinkdruckgussteile (Zamak-Legierung), Verzinkung von Stahlteile (Feuerverzinkung, Bandverzinken, ..)
- Zinn: Legierungsbestandteil (Bronze), Lote (Lötzinn), Weißblech, Zinnfiguren
- Zirkonium: Lamdasonde im Auto (Messung des Sauerstoffgehalts im Abgas)

Metalle in der Astronomie

In der Astronomie bezeichnet Metall jedes chemische Element mit einer Ordnungszahl höher als Helium. Diese Unterscheidung ist sinnvoll, da Wasserstoff und Helium zusammen mit einigen Spuren von Lithium die einzigen Elemente sind, welche im Universum auftreten, ohne ein Produkt der Kernfusion innerhalb von Sternen zu sein. Die Metallizität von Objekten des Weltraums kann daher als Indikator für seine stellare Aktivität aufgefasst werden.

Metall in der Chinesischen Philosophie

Metall bezeichnet ein Element der traditionellen Fünf-Elemente-Lehre.

Siehe auch


- Metallurgie
- MetallgitterMetallbindung
- HalbmetallNichtmetall
- Periodensystem
- Festkörper

Weblinks


- Animationen der Atome von Metallen und Nichtmetallen: http://www.physik.rwth-aachen.de/~harm/aixphysik/atom/Periodic/index.html ! Kategorie:Stoffgruppe Kategorie:Metallurgie ja:金属 ko:금속 simple:Metal th:โลหะ

Tonmineral

Als Tonminerale bezeichnet man wasser- und hydroxidhaltige Alumosilikate mit geringen Mengen an Magnesium, Eisen, Natrium, Kalium und Calcium. Sie kommen als feinkörnige Minerale in der Tonfraktion (Korngröße < 2µm) vor. Die meisten Tonminerale gehören zur Gruppe der Schichtsilikate/"Phyllosilikate". Tonminerale entstehen an der Erdoberfläche durch Verwitterung von Silikatmineralen (siehe auch: Modellfall der Silikatverwitterung). Sie bilden sich aber auch während der Diagenese, der Umwandlung eines Locker- in ein Festgestein, wo das Auftreten bestimmter Tonminerale als Anzeiger für den Diagenesefortschritt verwendet werden kann.

Tonminerale im Boden

Tonhaltige Böden zeichnen sich dadurch aus, dass sie leicht Wasser und mineralische wie organische Nährstoffe binden können. Die hohe spezifische Oberfläche der sehr feinkörnigen Minerale und die Polarität der Mineralflächen ermöglicht Stoffadsorption an den Aussenflächen. Einige Tonminerale können Wasser, Kationen und organische Moleküle reversibel in ihre Struktur einlagern. Dieses Verhalten ist besonders bei Smectiten und Montmorillonit-Mineralien zu beobachten, bei denen der Einbau mit einer Quellung des Schichtstapels einhergeht.

Beispiele für Tonminerale


- Kaolinit: Al2[(OH)4|Si2O5]
- Halloysit: Al2[(OH)4|Si2O5]
- n H2O (Wasserverlust ist irreversibel)
- Montmorillonit: (Al,Mg)2[(OH)2|Si4O10](Na,Ca)x
- n H2O durch reversiblen Einbau von Wasser und Mg- und Na-Ionen dehnt sich das Kristallgitter
- Vermiculit: (Mg,Ca)0,31(H2O)n
- Allophan:Al2O3.SiO2.2,5H2O

Verwendung


- Ton wird zu Ziegelsteinen und Dachziegeln gebrannt.
- Ton wird zur Keramik-Fertigung verwendet. Mit Kalkstein und anderen Zusätzen vermischt dient Ton auch zur Zement-Herstellung.
- Ton eignet sich hervorragend zur Herstellung von Tonmodellen in der Industrie, Formenbau und Kunst. Der Bildhauer verwendet Ton sowohl für die Herstellung einer Originalskulptur wie auch für die Herstellung eines Tonmodells für einen späteren Abguss.
- Tonminerale werden wegen ihrer Eigenschaft als Ionentauscher verwendet, z.B. zur Säuberung von Trinkwasser und zum Entfärben von Lösungen.
- Kaolin (Porzellanerde) ist besonders reiner (eisenfreier) Ton, enthält Kaolinit und ist ein wichtiger Grundstoff der Keramikindustrie - es dient zur Porzellanherstellung.
- Kaolinit macht Papieroberflächen glatt und nimmt Tinte auf.
- Blähton (stark porös gebrannter Ton) dient als isolierender Baustoff und für die Hydrokultur.
- Tone dienen als Abdichtung in Deponien
- Tone sind Füll- und Zuschlagstoffe in Farben und pharmazeutischen Produkten
- Tone werden als Katalysatoren eingesetzt

Siehe auch


- Kies
- Lehm
- Mergel
- Sand
- Siderolith
- Silt (Schluff) Kategorie:Geologie Kategorie:Bodenkunde Kategorie:Baustoff ja:粘土 ms:Tanah liat

Wachs

Wachse sind eine Klasse von Stoffen, die durch ihre mechanisch-physikalischen Eigenschaften definiert werden, da die chemische Zusammensetzung verschiedener Wachse sehr unterschiedlich ist. Ein Stoff wird als Wachs bezeichnet, wenn er bei 20 °C knetbar, fest bis brüchig hart ist, eine grobe bis feinkristalline Struktur aufweist, farblich durchscheinend bis opak, aber nicht glasartig ist, über 40 °C ohne Zersetzung schmilzt, wenig oberhalb des Schmelzpunktes leicht flüssig (wenig viskos) ist, eine stark temperaturabhängige Konsistenz und Löslichkeit aufweist sowie unter leichtem Druck polierbar ist. Sind mehr als eine der oben aufgeführten Eigenschaften nicht erfüllt, ist der Stoff kein Wachs. (Deutsche Gesellschaft für Fettwissenschaft)

Eigenschaften

Wachse sind bei Raumtemperatur meist formbar bis knetbar, können aber auch fest und spröde sein. Optisch zeichnet sich das wachsartige Aussehen durch eine stumpfe Durchsichtigkeit bis milchige Trübung aus. Wachse schmelzen meist ab 35 bis 40 °C. Da sie ein Stoffgemisch darstellen, haben sie meist keinen definierten Schmelzpunkt sondern ein gewissen Temperaturbereich, Schmelzintervall oder Erstarrungsintervall genannt. Wachse sind wasserabweisend, reaktionsträge, brennen aber bei höherer Temperatur.

Wachsarten


- Tierische und pflanzliche Wachse (tierisch: Walrat, Bienenwachs; pflanzlich: Carnaubawachs aus der brasilianischen Wachspalme, einer Fächerpalme, Zuckerrohrwachs) bestehen überwiegend aus Estern höherer Fettsäuren (wie z. B. Palmitinsäure) mit höheren Alkoholen (meist Cetylalkohol, Myricylalkohol). Bienenwachs wird für Kerzen verwendet. Blätter und Früchte sind durch Wachsschichten vor Wasserverlust geschützt. Eine besondere Bedeutung hat das Jojobaöl, welches eigentlich kein Öl ist, sondern chemisch betrachtet ein flüssiges Wachs, da es nicht aus Triglyceriden, sondern aus Wachsestern besteht.
- Geologisch vorkommendes Erdwachs (Ozokerit und das daraus hergestellte Ceresin) und das Erdölwachs sind Gemische fester Paraffine und dienen zur Herstellung von Vaseline.
- Künstlich hergestellte so genannten Synthetische Wachse sind zum Teil Ester, oder sie leiten sich von Polyethylen (PE) und chlorierten Kohlenwasserstoffen ab. Diese Wachsarten werden etwa in Kerzen, Schuhcreme und Möbelpolituren sowie wasserabweisende Imprägnierungen angewandt.

Verwendung

Neben den schon genannten Verwendungen für Kerzen, Polituren und Imprägnierungen (z. B. Wachspapier für Verpackungen), werden Wachse in der Gießerei und wegen der guten Formbarkeit für Wachsfiguren gebraucht. Jojobaöl (ein flüssiges Wachs) wird in der Kosmetik eingesetzt. Auch für die Batik-Kleiderfärbung wird Wachs verwendet. Am Bau werden Wachse zur Fußboden- und Holzbeschichtung eingesetzt. Polierte Wachse verleihen Oberflächen ein glänzendes Aussehen (Bohnerwachs), erleichtern aber auch die Gleitfähigkeit (Skiwachs, ferner sind frisch gewachste Böden rutschig). Ägyptische Mumien sind mit Wachsfarben eingefärbt, diese Technik nennt sich Enkaustik. Heutzutage werden gefärbte Wachse als Wachsmalstifte verkauft. Bienenwachs dient den Wachsmotten und dem Honiganzeiger (einer Vogelart) sogar als Nährstoff! Wegen der Ungiftigkeit der Wachse sind sie auch als Lebensmittelzusatzstoff (meist als Trennmittel) zugelassen. Wachsfigurenkabinette wie das von Madame Tussaud's in London erfreuen sich großer Beliebtheit. Siegelwachs wird zum Siegeln von Dokumenten verwendet. Besonders in der Zahntechnik findet Wachs ein grosses Anwendungsgebiet.

Historisches

Wachs war schon im Altertum bekannt, nach der Sage verwendete der Vater des Ikaros Daedalos Wachs um so Federn an beider Armen zu befestigen und so wie ein Vogel zu fliehen. Ikaros kam der Sonne zu nahe, die das Wachs schmelzen ließ; er stürzte ab und ertrank im Meer. Wachstafeln dienten in Griechenland und Rom als Schreibgrundlage für Notizen, da das Geschriebene wieder gelöscht werden konnte. Im Mittelalter war der zuständige Handwerker ein hochangesehener Beruf: der Lebzelter. Er produzierte feine teure Kerzen (Lichtmess), Honig und Lebkuchen.

Siehe auch


- Wachs liefernde Pflanzen unter Nutzpflanzen, Wachszieher, Stearin
- Wachsmalerei Kategorie:Stoffgemisch ja:蝋

Kunststoff

Als Kunststoffe bezeichnet man Stoffe, deren Grundbestandteil synthetisch oder halbsynthetisch erzeugte Polymere sind. Durch die Auswahl des Ausgangsmaterials, das Herstellungsverfahren und die Beimischung von Additiven lassen sich technische Eigenschaften von Kunststoffen wie Formbarkeit, Härte, Elastizität, Bruchfestigkeit, Temperatur- und chemische Beständigkeit in weiten Grenzen variieren. Solche mit Zuschlagsstoffen versehene Formmassen werden dann nach DIN EN ISO 1043 (Thermoplaste) und nach DIN 7708 (Duroplaste) gekennzeichnet. Kunststoffe werden zu Formteilen, Halbzeugen, Fasern oder Folien weiterverarbeitet. Halbsynthetische Kunststoffe entstehen durch die Verarbeitung natürlicher Polymere (zum Beispiel Zellulose zu Zelluloid). Synthetische Kunststoffe werden durch Polymerisation (Polyaddition, Polykondensation usw.) aus einem Monomer erzeugt. Rohstoff ist meist gecracktes Naphta. Umgangssprachlich und abwertend wird Kunststoff oft als Plastik oder Plaste bezeichnet, selbst wenn das Material eigentlich elastisch ist. Daher wird in der Wissenschaft der Begriff Kunststoffe bevorzugt.

Charakterisierung nach Eigenschaften


- Thermoplaste :Kunststoffe, die aus langen, linearen Molekülen bestehen. Durch Energiezufuhr werden diese Materialien formbar bis plastisch und können mit verschiedenen Verfahren verarbeitet werden. Nachdem das jeweilige Werkstück wieder abgekühlt ist, behält es seine Form. Dieser Prozess ist reversibel (wiederholbar). :Die meisten der heute verwendeten Kunststoffe fallen unter diese Gruppe. Für einfache Konsumwaren, Verpackungen etc. werden häufig Polypropylen (PP), Polyethylen (PE), Polyethylenterephthalat (PET) und Polystyrol (PS) eingesetzt. Technische Teile werden meist aus Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer (ABS), Polyacetal (POM), Polyamid (PA), Polybutylentherephthalat (PBT), Polyethersulfon (PES), Polycarbonat (PC), Polyphenylensulfid (PPS), Polytetrafluorethylen (PTFE), Polyetheretherketon (PEEK) oder Polyimid (PI) gefertigt. In der Bauindustrie, insbesondere für Dachbahnen, Fensterprofile und Rohre wird vielfach der Werkstoff Polyvinylchlorid (PVC) verwendet, der aber in der Regel mit Zusatzstoffen in den Eigenschaften (hart oder weich) modifiziert wird. :Um neue bisher noch nicht vorhandene Eigenschaften zu erzeugen, können auch zwei oder mehrere Thermoplaste vermischt werden. Dieser neue Kunststoff ist dann ein Polyblend.
- Duroplaste :Kunststoffe, die bei der Verarbeitung räumlich eng vernetzen. Diese Vernetzung erfolgt chemisch zwischen den Molekülen der Ausgangsmaterialien. Dieser Vorgang ist nicht umkehrbar. Sobald ein derartiges Material vernetzt ist, kann es nur noch mechanisch bearbeitet werden. Duroplaste sind meistens hart und spröde. :Bei Hitzeeinwirkung werden Duroplaste nicht weich. Deshalb werden sie häufig für Elektroinstallationen verwendet. Einer der verbreitetsten und ältesten Kunststoffe dieser Klasse ist Bakelit. In diese Gruppe fallen auch praktisch alle Kunstharze wie beispielsweise Epoxide.
- Elastomere :Zu den Elastomeren gehören alle Arten von vernetztem Kautschuk. Die Vernetzung erfolgt beispielsweise durch Vulkanisation mit Schwefel, mittels Peroxiden, Metalloxiden oder Bestrahlung. :Die Elastomere sind weitmaschig vernetzt und daher flexibel. Elastomere werden beim Erwärmen nicht weich und sind in den meisten Lösemitteln nicht löslich. Daher werden sie für Hygieneartikel oder Chemikalienhandschuhe verwendet. Die Gummimischung von Autoreifen ist ebenfalls ein Elastomer, diese erhält ihre Eigenschaften durch Vulkanisation. :Beispiele für Elastomere sind Naturkautschuk (NR), Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR), Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), Chloropren-Kautschuk (CR), Butadien-Kautschuk (BR) und Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM).

Verarbeitung


- Extrudieren
- Spritzgießen
- Kalandrieren
- Schäumen

Wichtige Massenkunststoffe

Etwa 90% der weltweiten Produktion entfallen in der Reihenfolge ihres Anteils auf die folgenden sechs Kunststoffe:

Sonstige Kunststoffe

Entwicklungsgeschichte der Kunststoffe

Vorläufer von Kunststoffen gab es in allen Kulturen. In Arabien wurden Wasserbecken und Kanäle mit natürlichem Asphalt abgedichtet. Ebenso wurden dort bestimmte Baumharze als Gummi Arabicum eingesetzt und nach Europa exportiert. Aus Osteuropa ist Bernstein als fossiles Harz für die Verwendung bei Pfeilspitzen und Schmuckgegenständen bekannt. Im Mittelalter wurde Tierhorn durch bestimmte Verfahrensschritte in einen plastisch verformbaren Stoff verwandelt. Naturforscher brachten aus Malaysia und Brasilien im 17. und 18. Jahrhundert elastische Massen, gewonnen aus milchigen Baumsäften, mit. Hierfür wurde der Begriff Gummi in Deutschland eingeführt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich eine rasch wachsende Gummi-Industrie. Der Erfinder Charles Goodyear stellte fest, dass sich Gummi durch Zusatz von Schwefel und durch Vulkanisation in einen guten Reifenwerkstoff verwandeln lässt. Ebenso entdeckte er Hartgummi, eine bei Wärme verformbare aber bei Raumtemperatur harte Masse, welche anfangs Ebonit genannt wurde. Daraus wurden zum Beispiel Schmuckstücke, Füllfederhalter, Teile von Musikinstrumenten und Telefonen gemacht. Dieser erste Duroplast startete die Entwicklung der Kunststoffe als Werkstoff im Umfeld des Menschen. Später wurde in England Cellulosenitrat zur Imprägnierung von Textilien und in den USA Schellack entwickelt. Im Jahre 1869 erfand John Wesley Hyatt das Celluloid und 3 Jahre später die erste Spritzgußmaschine. Der Werkstoff Casein (Galalith) wurde 1897 erfunden, und ähnelt stark Horn oder Elfenbein. Hierraus wurden in verschiedenen Farben zum Beispiel Knöpfe, Anstecknadeln, Gehäuse für Radios, Zigarettendosen, Spielzeug, Griffe für Regenschirme u. ä. hergestellt. Der Kunststoffverbrauch lag im Jahre 1930 schon bei ca. 10.000 t. Das von Otto Röhm 1928 angemeldetete Patent zu Polymethylmetacrylat (PMMA) startete eine Ära, die bis heute anhält. Weiterhin kommen in dieser Zeit die Phenolharze zur Geltung, wobei der Erfinder Leo Hendrik Baekeland mit dem Werkstoff Bakelite sehr erfolgreich ist. Durch die guten elektrischen Eigenschaften wird er u. a. rasch in der aufstrebenden Elektroindustrie eingesetzt. Der Münchner Chemiker Dr. Ernst Richard Escales gibt 1910 der Werkstoffgruppe den Namen „Kunststoffe“. Die von ihm gegründete gleichnamige Zeitschrift erscheint erstmals 1911. Fritz Klatte entdeckt 1912 die Hintergründe des Polymerisationsvorganges von PVC welches bereits 1838 erstmals erzeugt wurde. 1926 veröffentlichte Hermann Staudinger wichtige Theorien über den Aufbau von Kunststoff. Hierfür erhielt er 1952 den Nobelpreis. 1930 wird in Ludwigshafen die „PS“-Produktion begonnen. 1931 wird bei ICI in Großbritannien erstmals Polyethylen hergestellt. In Ludwigshafen wird 1934 die Herstellung von Epoxidharzen von Paul Schlack begonnen. In Jahre 1935 wird gleichzeitig von Henkel (Mainkur) und Ciba (Schweiz) die Entwicklung von Melamin-Formaldehydharz und von DuPont die Entwicklung von Polyamid 6 (Nylon) beschrieben. Das von Paul Schlack 1937 hergestellte Polyamid 6 auf Basis von Caprolactam wird dann Perlon getauft. Etwa zeitgleich wird in den Buna-Werken der IG Farben die Fertigung von Buna S und Buna N als synthetischer Gummi-Ersatz begonnen. Otto Bayer entwickelte in diesem Jahr Polyurethan in Ludwigshafen. Bei DuPont wird 1938 der Kunststoff Polytetrafluorethylen (Teflon) entwickelt. 1939 folgen bei ICI Low-Density Polyethylen (PE-LD). Der Werkstoff Polyethylenterephthalat (PET) wurde von J. R. Whinfielt und J. T. Dickson bei Calico Printers im Jahre 1941 erfunden. 1942 entdeckte Harry Coover (USA) bei Eastman Kodak den „SekundenkleberMethylcyanoacrylat. Methylcyanoacrylat Im Zeitraum von 1910 bis 1950 wurde Kunststoff von einem Ersatzstoff mit besonderer Bedeutung zu einem Werkstoff für die industrielle Massenfertigung. Die Weltproduktion überschritt 1949 die Grenze von 1 Mio. t. Die Thermoplaste setzten sich von 1950 bis 1980 durch. In diesen Jahren wurden Werkstoffe wie PS, PE-HD, PP, PC, FEP, PVF, PES, PSU, PPE, PPO und einige andere entwickelt. Im Jahre 1976 lag die Weltproduktion bereits bei 50 Mio. t. Im Jahre 1971 folgten LCP und PPS sowie im Jahre 1972 PBT. Im Jahre 2003 erreichte die Weltproduktion ca. 200 Mio. t. Hierbei ging der Anteil der Duroplaste stetig zurück, und lag im Jahre 2000 nur noch bei ca. 15 %. Der Pro Kopf-Verbrauch an Kunststoffen im Jahr 2000 bei 92 kg in West-Europa, 13 kg in Ost-Europa, 130 kg in NAFTA, 19 kg in Lateinamerika, 86 kg in Japan, 13 kg in Südost-Asien und im mittleren Osten/Afrika bei 8 kg. Die Kunststoffindustrie ist bis heute weiterhin eine Wachstumsbranche, wobei die Herstellkapazitäten in Asien etwa im Jahre 2006-2008 die führenden und etwa gleichstarken Regionen Europa und Nord-/Südamerika überholen werden.

Literatur


- Oberbach et al. (Hrsg.): Saechtling Kunststoff-Taschenbuch. 29. Auflage. Carl Hanser Verlag, München 2004, ISBN 3-446-22670-2
- Otto Schwarz:Kunststoffkunde ISBN 3802319176
- Gottfried W. Ehrenstein: Polymer-Werkstoffe. 2. Auflage. Carl Hanser Verlag, München 1999, ISBN 3-446-21161-6
- Brigitta Huckestein, Thomas Plesnivy: Möglichkeiten und Grenzen des Kunststoffrecyclings. Chemie in unserer Zeit 34(5), S. 276 - 286 (2000), ISSN 0009-2851

Weblinks


- [http://www.peterlutz.ch/lernen/werkstoff/kunststoffe/mkun1a.html Geschichte der Kunststoffe] (von Peter Lutz)
- [http://www.kunoscoolekunststoffkiste.de Experimentierkoffer: Kunststoffe spielerisch kennenlernen]
- [http://www.greenplastics.com/ Green Plastics: Biopolymere] (engl.)
- [http://www.deutsches-kunststoff-museum.de Deutsches Kunststoff Museum, Kunststoff-Museums-Verein e. V. Düsseldorf] Kunststoffdatenbanken:

- [http://www.campusplastics.com/ CAMPUS Werkstoffdaten]
- [http://www.format.mwn.de/ FORMAT Werkstoffdatenbanken und Werkstoff-Informationsvermittlung] Institute und Verbände:

- [http://dki-online.de/ Deutsches Kunststoff-Institut]
- [http://www.gkv.de/ Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V. (GKV)]
- [http://www.plasticseurope.org PlasticsEurope - Der Verband der Kunststofferzeuger in Europa (eng.)]
- [http://www.skz.de/ Süddeutsches Kunststoff Zentrum (SKZ)]
- [http://www.ikv-aachen.de Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV)] Fachinformationen und Branchenmedien für die Kunststoffindustrie:

- [http://www.kiweb.de/ Kunststoff Information, Branchendienst mit Marktinformationen (Rohstoffpreisen) und Unternehmensnachrichten]
- [http://www.kunststoff-magazin.de/ Kunststoff Magazin, Fachmagazin für die Kunststoff-Industrie (Kennziffern-Zeitschrift)]
- [http://www.k-zeitung.de/ Kunststoff-Zeitung, Fachzeitung der Kunststoff- und Kautschukbranche]
- [http://www.kunststoffe.de/ Kunststoffe, Ältestes Fachmagazin für die Kunststoff-Industrie und Organ mehrerer Verbände]
- [http://www.KunststoffWeb.de/ KunststoffWeb, Portal mit Fachinformationen für die Kunststoffbranche]

Siehe auch


- Polymerisation
- Polykondensation
- Polyaddition ! ja:???? simple:Plastic

Textilien

Zu den Textilien (v. lat.: texere = weben, flechten; PPP textum) gehören nach DIN 60000:
- Fasern für textilen Einsatz
- Textile Halb- und Fertigfabrikate (z.B. Garn oder Gewebe)
- Textile Fertigwaren (z.B. Kleidung) Charakteristisch ist für Textilien, dass sie allermeist aus Fasern bestehen und in zwei Dimensi