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Solingen
Solingen ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen. Sie ist nach dem nordöstlich angrenzenden Wuppertal und vor Remscheid die zweitgrößte Stadt der drei bergischen Großstädte und ein Mittelzentrum des Landes.
Die Einwohnerzahl Solingens überschritt 1929 nach einer kommunalen Gebietsreform und der damit einhergehenden Neustrukturierung und Erweiterung des Stadtgebietes die Grenze von 100.000 Einwohnern, wodurch sie zur Großstadt wurde.
Geografie
Solingen liegt südwestlich von Wuppertal im Bergischen Land. Das Stadtgebiet hat eine Größe von 89,45 Quadratkilometer, davon rund 50 % landwirtschaftlich, gärtnerisch oder forstwirtschaftlich genutzt. Die Länge der Stadtgrenze beträgt 62 Kilometer, die größte Ost-West-Ausdehnung 15,6 Kilometer und die größte Nord-Süd-Ausdehnung 11,7 Kilometer. Die Länge des Hauptflusses Wupper im Stadtgebiet beträgt 26 km. Mit 276 m über NN liegt der höchste Punkt im Stadtgebiet am ehemaligen Gräfrather Wasserturm, dem heutigen Lichtturm. Der tiefste Punkt befindet sich westlich von Götsche und südlich von Verlach und liegt 53 m über NN.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Solingen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt:
Wuppertal und Remscheid (beides kreisfreie Städte), Wermelskirchen und Leichlingen (Rheinland) (beide Rheinisch-Bergischer Kreis) sowie Langenfeld (Rheinland), Hilden und Haan (alle Kreis Mettmann).
Stadtgliederung
Kreis Mettmann
Das Stadtgebiet Solingens besteht heute aus fünf Stadtbezirken. Jeder Stadtbezirk hat eine eigene Bezirksvertretung, die aus 15 beziehungsweise 13 Mitgliedern besteht. Die Mitglieder dieser Vertretung nennt man Bezirksvertreter. Sie werden von der Bevölkerung des Stadtbezirks auf fünf Jahre gewählt. Der Vorsitzende der Bezirksvertretung ist der Bezirksvorsteher. Die Bezirksvertretungen sind für bestimmte Aufgaben des Bezirks zuständig beziehungsweise sind zu allen wichtigen Angelegenheiten des Stadtbezirks zu hören.
Die 5 Stadtbezirke:
- Gräfrath
- Wald
- (Solingen-)Mitte
- Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid
- Höhscheid/Burg
In den einzelnen Stadtbezirken gibt es teilweise noch Stadtteile, Wohnplätze oder Wohngebiete (so genannte Hofschaften) mit eigenem Namen, deren Grenzen aber oftmals nicht genau festgelegt sind. Hierzu gehören beispielsweise: Balkhausen, Brabant, Broßhaus, Central, Dahl, Demmeltrath, Dorperhof, Flachsberg, Fürk, Fürkeltrath, Fuhr, Glüder, Gosse, Hackhausen, Hasenmühle, Hasseldelle, Hästen, Ittertal, Kannenhof, Katternberg, Ketzberg, Kohlfurth, Kotzert, Krahenhöhe, Landwehr, Mangenberg, Mankhaus,Maubes, Meigen, Müngsten, Nümmen, Papiermühle, Piepersberg, Rüden, Schaberg, Schieten, Schnittert, Theegarten, Unterland, Weyer, Widdert,Wilzhaus, Zum Holz.
Geschichte
Siehe Hauptartikel Geschichte Solingens
Der Name der zukünftigen Stadt soll angeblich erstmals 1067 von einem westfälischen Schreiber in Form von Solonchon benutzt worden sein.
Ab diesem Zeitpunkt sollen zwei Abwandlungen belegt sein:
- Solonchon - Solengen (1168, 1172) - Soileggen (1363, 1366, 1377) oder Soleggen (1365) - Solingen (1174)
- (Solungun) - Solonchon (1067) - Solungen (1356, 1382) - Solingen.
Seit dem Mittelalter ist sie Zentrum der deutschen Klingen-, Messer- und Schneidwarenindustrie und verfügt über einen heute noch geltenden Ruf für Markenqualität. Durch die Solingenverordnung aus dem Jahr 1994 wird der Name gesetzlich geschützt.
Weltweit in die Schlagzeilen geriet Solingen 1993 durch einen von Neonazis verübten Brandanschlag, bei dem fünf türkische Mädchen und Frauen getötet wurden; siehe Mordanschlag von Solingen.
Religionen
Mordanschlag von Solingen
Die Stadt Solingen gehörte schon von Anfang an zum Gebiet des Erzbistums Köln beziehungsweise zu dessen Archidiakonat des Propstes von St. Kunibert, Dekanat Deutz. Obwohl in Solingen unter den Grafen von Berg nach und nach die Reformation Einzug hielt, gab es in der Stadt auch weiterhin Katholiken, deren Gemeinde ab 1658 vom Landesherrn neu dotiert wurde. 1701 erhielten Sie auch wieder eine eigene Kirche. 1827 wurde Solingen Sitz eines eigenen Dekanats (heute Stadtdekanat Solingen) innerhalb des neu umschriebenen Erzbistums Köln, zu dem heute alle Pfarrgemeinden der Stadt gehören.
Wie bereits gesagt, fasste die Reformation in Solingen nur Zug um Zug Fuß. 1590 entstand eine reformierte Gemeinde, die der Bergischen Synode angeschlossen wurde. Erst 1649 wurde die Pfarrkirche der Stadt den Reformierten übergeben. Lutherische Gemeindeglieder gab es seit Anfang des 17. Jahrhunderts, 1635 wurde eine lutherische Gemeinde gegründet. 1672 wurden die religiösen Verhältnisse in einem Religionsvergleich geregelt. In Gräfrath wurde 1590 ebenfalls die Reformation eingeführt. 1629 ist dort ein Konsistorium nachgewiesen und ab 1716 gab es auch einige Lutheraner. Beide Konfessionen vereinigten sich ab 1838 zu einer unierten Gemeinde. In ganz Preußen war bereits 1817 die Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden eingeführt worden.
Gehörten die protestantischen Gemeindeglieder Solingens anfangs zur Kreissynode Lennep (heute ein Stadtteil von Remscheid), so wurde in Solingen 1843 eine eigene Synode eingerichtet und die Stadt Sitz eines eigenen Superintendenten. Hieraus entstand der heutige Kirchenkreis Solingen innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland, zu dem die meisten Gemeinden Solingens gehören, sofern es sich nicht um Freikirchen handelt. Lediglich die Gemeinde Burg an der Wupper gehört zum Kirchenkreis Lennep.
Heute gehören etwa 34% der Bevölkerung der Stadt Solingen zur evangelischen Kirche und etwa 26% zur römisch-katholischen Kirche. Außerdem gibt es in Solingen aber auch eine griechisch-orthodoxe Kirche.
Ferner sind verschiedene Freikirchen in Solingen ansässig, darunter mehrere Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden), eine Evangelisch-methodistische Kirche, die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, eine Gemeinde der Christen Ecclesia, mehrere Freie evangelische Gemeinden (FeG) und die Heilsarmee.
Weitere Religionsgemeinschaften in Solingen sind die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, die Jehovas Zeugen und die Neuapostolische Kirche.
Eingemeindungen
Das Stadtgebiet Solingens hat sich wie folgt entwickelt:
1889 wurde die Stadt Dorp (Stadtrechte seit 1856) eingegliedert und 1896 wurde Solingen eine kreisfreie Stadt, blieb aber weiterhin Sitz des Kreises Solingen.
Auf Grund des "Gesetzes über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes", das am 1. August 1929 in Kraft trat, wurde die Stadt Solingen mit den Städten Gräfrath, Höhscheid, Ohligs (bis 1891 Merscheid) und Wald, die alle seit 1856 die Stadtrechte besaßen und zum Kreis Solingen gehörten, zu einer (neuen) kreisfreien Stadt mit dem Namen Solingen vereinigt. Schließlich erfolgte am 1. Januar 1975 die Eingliederung der Stadt Burg an der Wupper und des Ortsteils Höhrath, der bis dahin zur Stadt Wermelskirchen gehörte. Beide Orte gehörten bis dahin zum Rhein-Wupper-Kreis.
Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1870 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.
Rhein-Wupper-Kreis
Politik
Die Bürger der Stadt Solingen konnten bereits seit 1374 einen Rat und einen Bürgermeister wählen. Der Bürgermeister wechselte jährlich am 24. Juni. Nach dem Übergang an Preußen wurde Solingen 1816 Sitz eines Kreises, der sich im Laufe der Zeit mehrmals veränderte und schließlich im Rhein-Wupper-Kreis aufging. 1856 wurde in Solingen die preußische Städteordnung eingeführt und 1896 wurde Solingen kreisfrei. An der Spitze der Stadt stand nun ein Oberbürgermeister, der während der Zeit der Nationalsozialisten von der NSDAP eingesetzt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten "Rat der Stadt", dessen Mitglieder man als "Stadtverordnete" bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1997 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird seither direkt vom Volk gewählt.
Der Rat der Stadt Solingen hat gegenwärtig (Stand: Oktober 2005) 68 Sitze, die sich auf die einzelnen Parteien wie folgt verteilen:
Oberbürgermeister seit 1894
Oberstadtdirektoren 1946-1997
- 1946-1963: Gerhard Berting
- 1964-1976: Dr. Willi Fischer
- 1976-1981: Dr. Friedhelm Schmitz-Herscheid
- 1981-1991: Dr. Peter Hölz
- 1991-1997: Dr. Ingolf Deubel
Jugendstadtrat
Zusätzlich zu dem Stadtrat besitzt die Stadt ein Gremium für Jugendliche. Der Jugendstadtrat wird alle zwei Jahre von den Jugendlichen selber gewählt und besteht aus 21 Jugendstadträten. Er soll die Probleme der Jugend ansprechen und für die Lösung eintreten. Mit Hilfe des Stadtrates gelang es dem Jugendstadtrat z.B. die Skaterhalle "Rollhaus" zu verwirklichen oder die Nachtexpresse zur Diskothek "GetAway" einzurichten.
- [http://www.jugendstadtrat.de/ Die Internet Präsenz des Jugendstadtrats]
Wappen
1997
1997
Das Wappen der Stadt Solingen zeigt in Blau zwei silberne, schräg gekreuzte, gestürzte Schwerter mit goldenen Griffen, mit denen ein goldener Anker verschränkt ist. Dabei steht der Anker als Symbol für den Schutzheiligen der Stadt, Clemens, der den Märtyrertod durch Ertränken fand. Über dem Schild ist eine goldene Mauerkrone mit fünf Zinnentürmen, je mit Durchlass und zwei Zinnen. Die fünf Türmchen symbolisieren nicht - wie oft fälschlicherweise angenommen - die fünf Städte aus denen 1929 Solingen gebildet wurde, sondern geben nur an, dass Solingen mehr als 10.000 Einwohner hat. Am 17. Juli 1935 erhielt die Stadt Solingen das Recht zum Führen dieses Wappens. Der Entwurf des Wappens stammt vom Kunstmaler und Heraldiker Wolfgang Pagenstecher.
Städtepartnerschaften
Solingen unterhält eine Städtepartnerschaft mit folgenden Städten:
- 25px Złotoryja (Goldberg) in Polen, seit 1955
- 25px Gouda in den Niederlanden, seit 1957
- 25px Chalon-sur-Saône in Frankreich, seit 1960
- 25px Blyth in Großbritannien, seit 1962
- 25px Jinotega in Nicaragua, seit 1985
- 25px Ness Ziona in Israel, seit 1986
- 25px Thiès im Senegal, seit 1990
- 25pxAue in Sachsen, seit 1990
Wirtschaft und Infrastruktur
Historisch betrachtet, besagt schon der Beiname "Klingenstadt", dass hier das Herz der deutschen Schneidwarenindustrie sitzt. Auch heute noch dominiert die Schneidwarenindustrie die Wirtschaft in Solingen. Allerdings sind im Laufe der Jahrzehnte weitere Zweige der metall- und kunststoffverarbeitenden Industrie hinzugekommen. So haben in Solingen auch viele Zulieferer der Automobilindustrie ihren Firmensitz.
Verkehr
- Auto: Solingen ist erreichbar über die Autobahnen A 3 Köln-Oberhausen (Ausfahrt Solingen), A 46 Düsseldorf-Wuppertal (Ausfahrt Haan-Ost) und A 1 Köln-Dortmund (Ausfahrt Wermelskirchen-Burg)
All diese Autobahnen und Anschlussstellen liegen aber außerhalb des Stadtgebiets, was Solingen unter den deutschen Großstädten einzigartig macht. Die in den 1970ern geplante Autobahn A 54 durch das Stadtgebiet wurde nur als vierspurige Schnellstraße L141 zwischen Schlagbaum und der Ohligser Heide realisiert und besitzt keinen direkten Anschluss an das übrige Fernstraßennetz. Eine Weiterführung der Autobahn A54/Landesstraße L141 nach Westen zur Autobahn A 542 und nach Osten über Remscheid, Radevormwald und Halver nach Lüdenscheid ist derzeit nicht mehr geplant. Die Planung aus dem gleichen Zeitraum für den südlichen Abschnitt der Autobahn A 31 über Gräfrath, Oberketzberg, Stöcken, Hassedelle und Müngsten weiter zur Autobahn A 1 ist ebenfalls verworfen worden.
- Bahn: Dreh- und Angelpunkt ist der ICE-Halt Solingen-Ohligs; kurioserweise fährt nur die RegionalBahn Ohligs - Remscheid - Wuppertal-Oberbarmen (Linie RB47, der 'Müngstener' genannt) über Solingen Hbf; eine Umbenennung des Fernzug-Bahnhofs Solingen-Ohligs in Solingen Hbf ist jedoch geplant, wobei Solingen Hbf gleichzeitig durch den neuen Haltepunkt Solingen-Grünewald und den neuen Bahnhof Solingen-Mitte ersetzt werden soll. Ferner gibt es den Halt Solingen-Schaberg in unmittelbarer Nähe zur Müngstener Brücke und Solingen-Vogelpark im Westen der Stadt.
- O-Bus: Neben Esslingen (bei Stuttgart) und Eberswalde (bei Berlin) verfügt Solingen als dritte deutsche Stadt über ein umfangreiches O-Bus-Netz, das hauptsächlich den innerstädtischen, öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bestreitet. Einzigartig hingegen ist die Drehscheibe für Busse bei der Endhaltestelle 'Burg an der Wupper', welche jedoch Verkehrslogistischbedingt abgerissen werden soll. Aus Platzmangel wurde diese, eher aus dem Bahnbetrieb bekannte Lösung auf Kraftfahrzeuge übertragen und verwirklicht.
Den öffentlichen Personennahverkehr bedienen neben den O-Buslinien mehrere normale Buslinien der Stadtwerke Solingen GmbH. Solingen ist darüber hinaus auch an das S-Bahn-Netz Rhein-Ruhr (siehe S-Bahn Rhein-Ruhr) angeschlossen. Von Solingen-Ohligs verkehrt die Linie S7 über Düsseldorf zum Flughafen Düsseldorf. Alle Verkehrsmittel in Solingen sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) zu benutzen. Bei Fahrten in Richtung Süden (Leichlingen, Wermelskirchen, Köln) gilt seit 1. Februar 2005 einheitlich der Tarif des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg.
Medien
In Solingen erscheint als Tageszeitung das Solinger Tageblatt, die Solinger Morgenpost sowie als kostenlose "Anzeigenblätter" Das Solinger und die WOCHENPOST.
Aktuelle Nachrichten für Solingen (und die Nachbarstadt Remscheid) sendet der Lokalsender Radio_RSG auf den Frequenzen 94,3 und 107,9 MHz.
Die größten Arbeitgeber (alphabetisch)
- Evertz Gruppe (Dienstleister für die Stahlindustrie)
- General Electric Healthcare (Medizintechnische Geräte)
- C. Rob. Hammerstein (Automobilzulieferer)
- Johann Kretzer GmbH & Co. KG (Scheren)
- Kronprinz (Aluräder/Stahlräder)
- Rasspe Systemtechnik GmbH & Co KG (Produkte für die Landmaschinenindustrie und Spezialmaschinenmesser für Papierschneidemaschinen)
- Richartz GmbH (Taschenmesser, Sommeliermesser, Maniküreprodukte)
- Stadt-Sparkasse Solingen
- Walbusch Walter Busch GmbH & Co KG (Versandhandel)
- Wilkinson Sword (Nassrasierer)
- Wüsthof Dreizackwerk (Kochmesser)
- Zwilling J.A.Henckels (Kochmesser, Maniküreprodukte, Bestecke)
Öffentliche Einrichtungen
Solingen ist Standort eines Amtsgerichtes, darüberhinaus ist ein Arbeitsgericht hier angesiedelt.
Außerdem verfügt die Stadt über eine eigene Polizeiinspektion.
Bildungseinrichtungen
Neben Schulen aller Schulformen (24 Grundschulen, 5 Hauptschulen, 3 Realschulen, 3 Gesamtschulen und 4 Gymnasien) finden sich in Solingen auch 6 Sonderschulen und 3 Berufskollegs.
Darüber hinaus sind in Solingen die Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft und das Walter-Bremer-Institut beheimatet.
Hinzu kommt noch das Bergische Institut für Produktdesign und Innovationsmanagement, das als An-Institut der Universität Wuppertal im Sommer 2006 auf dem Gelände des alten Hauptbahnhofes eröffnet werden soll.
Gymnasium August-Dicke-Schule
Die August-Dicke-Schule ist ein städtisches Gymnasium mit knapp 1.000 Schülerinnen und Schülern.
Das Gebäude liegt mitten im Stadtkern von Solingen.
Die Genehmigung der Regierung für die Gründung der heutigen August - Dicke - Schule wurde am 15. August 1873 erteilt. Den Namen verdankt die Schule dem Oberbürgermeister der Stadt Solingen in den Jahren 1896 - 1928, Herrn August Dicke, einem Ehrenbürger der Stadt Solingen, der die Entwicklung Solingens am Beginn dieses Jahrhunderts entscheidend geprägt hat.
Schon anläßlich der Einweihung des Schulgebäudes schrieben die Zeitungen, dies sei die schönste Schule Westdeutschlands. Die Architektur ist in bestem Sinne Ausdruck ihrer Zeit: Massiv, viergeschossig im symmetrischen und gesteigerten Aufbau mit horizontaler und rhythmischer Gliederung. Das Haus ist einfach, sachlich, funktional, aber mit einer imposanten Wirkung, im Geist einer neuen Sachlichkeit und Formgebung erbaut.
1984 wurde das Schulgebäude unter Denkmalschutz gestellt, und 1998 wurde das Ziegelmauerwerk der Fassade umfangreich restauriert.
Mit Beginn des Schuljahres 2003 / 2004 ist an der August-Dicke-Schule eine Klasse mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Profil eingerichtet worden. Zusätzlich zum Unterricht erhalten die Schülerinnen und Schüler dieser Klasse ein natur-wissenschaftliches Unterrichtsangebot in Form einer Arbeitsgemeinschaft, die für die Klassen 5 bis 8 verpflichtend, aber nicht versetzungsentscheidend ist. Diese Arbeitsgemeinschaft endet nach der Klasse 8, da in den Klassen 9 und 10 im Wahlpflichtbereich die Möglichkeit der naturwissenschaftlichen Schwerpunktbildung besteht.
Friedrich-Albert-Lange-Schule
Die Friedrich-Albert-Lange-Schule ist eine städtische Gesamtschule in Solingen Wald.
Die nach Friedrich Albert Lange benannte Schule wurde 1990 gegründet und bekam vier Jahre später ihr erstes Erweiterungsgebäude. Ein weiteres Nebengebäude entstand 1995/96, um die Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf und sechs unterzubringen. Ende 2001 wurde zudem noch eine zweite (größere) Turnhalle eingeweiht, da vorher Schüler gezwungen waren, in anderen Schulen den Sportunterricht zu absolvieren.
Schulzentrum Vogelsang
Im Schulzentrum Vogelsang sind das Gymnasium Vogelsang und die Realschule Vogelsang untergebracht. Es liegt im Norden Solingens an der Grenze der Bezirke Gräfrath und Wald. Das 1979 fertiggestellte Gebäude ist mit ca. 1700 Schülern (ca. 1000 am Gymnasium, ca. 700 an der Realschule) der größte Schulkomplex Solingens. 1982 setzte sich der Verbund aus Realschule und Gymnasium mittels einer breiten Bürgerbewegung erfolgreich gegen die Umwandlung in eine Gesamtschule zur Wehr.
Gymnasium Vogelsang
Das Gymnasium Vogelsang wurde 1972 gegründet und ist damit das jüngste der vier Solinger Gymnasien. Zunächst im so genannten „Roten Esel“, dem Gebäude einer ehemaligen Volksschule aus roten Ziegelsteinen im Stadtteil Wald, und einigen anderen Dependancen untergebracht, zog die Schule 1979/80 an ihren heutigen Standort, das neugebaute Schulzentrum Vogelsang auf der namengebenden Anhöhe.
Als einziges Solinger Gymnasium bietet es seit Mitte der 80er Jahre in Klasse 5-7 einen Montessori-Zweig mit mehreren Wochenstunden Freiarbeit an. Ein weiterer pädagogischer Schwerpunkt ist der musisch-künstlerische Bereich mit Musik, Theater und bildender Kunst, zum Beispiel Streicherklassenunterricht (Erlernen eines Streichinstruments im Musikunterricht) in Klasse 5 und 6 und Leistungskurse im Fach Kunst in der gymnasialen Oberstufe.
Realschule Vogelsang
Die Realschule Vogelsang bietet ebenfalls, als einzige Realschule in Solingen, einen Montessori-Zweig (Klasse 5-10) an.
Humboldtgymnasium
Das Humboldtgmnasium besitzt eine 5-zügige Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 10) und
ein differenzierte Sekundarstufe II (Jahrgänge 11 bis 13). Es existiert seit 1903 und hat über 1.200 Schüler. Das Schulgebäude kann in drei Teile gegliedert werden: in den Neubau (fertiggestellt im Jahr 2002), den 2003 sanierten Klassentrakt und in den Oberstufentrakt (beide 1978 eingeweiht). Im Namen der Schule sind die beiden Brüder Alexander von Humboldt und Wilhelm von Humboldt verankert.
Gymnasium Schwertstraße
Das städtische Gymnasium Schwertstraße (GSS), liegt im Zentrum Solingens. Es wurde am 15. Oktober 1841 unter dem Namen „Höhere Handelsschule“ gegründet, und ist somit bereits über 150 Jahre alt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde es komplett zerstört, und später wieder aufgebaut. Heute hat das Gymnasium etwa 1.000 Schüler. Seit einigen Jahren bietet die Schule mehrere spezielle Schulzweige an, beispielsweise einen bilingualen Zweig für Englisch und seit neustem eine "Streicherklasse" in der die Schüler in Kooperation mit der Solinger Musikschule, Unterricht in Geige, Violine etc. erhalten. Bekannte Personen, die in der Schule an der Schwertstraße waren, sind unter anderem Rudolf Cronau, Walter Scheel, Michael Lesch und Veronica Ferres.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater/Clubs/Diskotheken
- Theater- und Konzerthaus mit Theater, Kammermusik- und Konzertsaal.
- Getaway, Veranstaltungshalle und Diskothek.
- Cobra, Kulturzentrum mit Veranstaltungshalle, Kneipe und Kino.
- Rollhaus, Halle für BMX, Skateboarding und Inline-Skating (Ein Projekt des Jugendstadtrats).
- Libelle, eine Club-Diskothek.
Museen
- Das Klingenmuseum zeigt neben Blankwaffen aus Solinger Produktion eine der weltweit größten Bestecksammlungen.
- Bergisches Museum in der Burg (siehe auch Bauwerk Schloss Burg) - Es führt durch das mittelalterliche Leben der Ritter und Adligen. So sind unter anderem Ritterrüstungen und Schwerter ausgestellt.
- Museum Baden - Kunstmuseum, Städtische Kunstsammlung, Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, Sammlung Gerhard Schneider (Verfemte Kunst)
- Gesenkschmiede Hendrichs - Rheinisches Industriemuseum - eine hundert Jahre alte Scherenschlägerei und Gesenkschmiede, in ursprünglicher Form erhalten.
- Laurel & Hardy- Museum - Dick und Doof im Walder Kotten
- Loos'n Maschinn - Als die Solinger Schleifer von der Wasserkraft auf Dampf umstellten, nannten sie ihre neuen Kotten "Maschinnen". 1895 gab es 107 davon. Einer dieser Bauten wurde mustergültig erneuert. Ein Raum und ein Treppenhaus sind erhalten und werden vom "Förderverein Industriemuseum Solingen e.V." als Ausstellungsraum betrieben.
Bauwerke
Kotten
Die St. Clemenskirche mit ihren beiden Türmen ist ein markantes Wahrzeichen der Solinger Innenstadt. Die sonstigen bedeutenden Bauwerke liegen jedoch außerhalb der City. So ist das Schloss Burg, eine wieder aufgebaute mittelalterliche Burganlage aus dem 12. Jahrhundert, die ihre historische Gründung den Grafen von Berg verdankt und lange Zeit deren Residenz war, bevor diese nach Düsseldorf übersiedelten. Seit der Zugehörigkeit zu Solingen 1975 ist sie das meist besuchte Wahrzeichen der heutigen Stadt Solingen. Überregional bekannt ist auch die Müngstener Brücke. Mit einer Höhe von 107 Metern ist sie Deutschlands höchste Stahleisenbahnbrücke. Sie verbindet Solingen mit Remscheid und überspannt dabei das Tal der Wupper. Ein weiteres Wahrzeichen der Gesamtstadt ist der historische Marktplatz des Stadtteils Gräfrath.
Wupper
Sonstige Sehenswürdigkeiten sind der Wipperkotten, der letzte original erhaltene (Doppel-)Schleifkotten an der Wupper (Schleiferei, Museum, Denkmal und Designerwerkstätte), der Balkhauser Kotten, ein altes Zeugnis der handwerklichen Geschichte Solingens (heute ein so genanntes Arbeitsdenkmal) und die Sengbachtalsperre, eine Trinkwassertalsperre im Südosten von Solingen. Die Sternwarte Solingen bietet regelmäßig öffentliche Führungen und Vorträge an.
Regelmäßige Veranstaltungen
- Mai: Messer-Macher-Messe im Deutschen Klingenmuseum
- Mai: Dürpelfest, Straßenfest in Solingen-Ohligs
- Mai: Marktfest, Straßenfest auf dem historischen Marktplatz in Solingen-Gräfrath
- Juni: Jugendkulturfestival
- Juli: Bergische Kunstausstellung im Museum Baden
- September: Zöppkesmarkt, traditioneller Trödelmarkt (am zweiten Wochenende des Monats) im Innenstadtbereich
- September: Solingen Messe, Leistungsschau der Solinger Industrie auf dem Gelände des Gründer- und Technologiezentrums (zweijährlich)
- September: 'Fete am Denkmol', Stadtteile-Straßenfest auf dem Peter-Höfer-Platz (am Denkmal) in Solingen-Höhscheid
- September: Schleiferfest am Wipperkotten
- Oktober: Brückenfest, festliche Aktivitäten um die Müngstener Brücke und darüber hinaus.
Ungenannt die zahlreichen, teilweise seit Jahrzehnten regelmäßig stattfinden Veranstaltungen diverser Vereine aus den Bereichen Hahnenköpper, Stadtteile, Hofschaften, Siedler, Heimat und Kleingarten sowie lebendes Getier.
Sport
Sportvereine
- Baseball: Solingen Alligators, 1. Bundesliga
- Schach: Solinger SG 1868, 1. Bundesliga
- Tennis: STC '02, 2. Bundesliga
- Handball: SG Solingen, 2. Bundesliga
- Fußball: Union Solingen, Oberliga
- Eishockey: EHC Solingen, Regionalliga
Liste der Solinger Sportvereine: [http://www.solingen.de/freizeit/vereine/v_000019.htm]
Sport-Events
Am 26. Februar 2005 fand auf einer Kunstschneerampe am historischen Marktplatz in Solingen-Gräfrath die erste Snowboard- und Mountainbike-Meisterschaft statt.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Die Stadt Solingen hat seit der Städtevereinigung im Jahre 1929 bislang nur einer weiteren Persönlichkeit die Ehrenbürgerwürde verliehen. Es handelt sich um den ehemaligen Bundespräsidenten und gebürtigen Solinger Walter Scheel, dem diese Auszeichnung 1976 zuteil wurde.
Die Stadt Solingen vergibt jedoch weitere Auszeichnungen an Persönlichkeiten, die sich um das Wohl der Stadt verdient gemacht haben. Dabei handelt es sich um den Kulturpreis der Bürgerstiftung Solingen 600, den Ehrenring der Stadt Solingen und den Ehrenpreis der Stadt Solingen "Die schärfste Klinge". Diese Auszeichnungen werden in unregelmäßigen Abständen vergeben.
Söhne und Töchter der Stadt
Folgende Personen sind in Solingen geboren, unabhängig von ihrem späteren Wirkungskreis (die Auflistung erfolgt chronologisch nach Geburtsjahr):
- 1764, 3. Mai, Johann Wilhelm Meigen, † 11. Juli 1845, Insektenkundler, Spezialist für Zweiflügler
- 1828, 28. September in Wald (heute Solingen-Wald), Friedrich Albert Lange, † 21.November 1875 in Marburg, Philosoph, Theologe, Ökonom
- 1830, 7. Januar, Albert Bierstadt, † 18. Februar 1902 in New York, US-amerikanischer Landschaftsmaler
- 1853, 4. Juli, Ernst Otto Beckmann, Chemiker
- 1855, 21. Januar, Rudolf Cronau, † 27. Oktober 1939 in New York; Maler, Schriftsteller, Kunst- und Kulturhistoriker
- 1858, 16. Januar im Stadtteil Gräfrath, Walter Schulte vom Brühl; † 4. Juni 1921 in Neckarsteinach, Schriftsteller
- 1899, 24. Mai, Heinrich Fassbender; † 22. Juni 1971, deutscher Politiker (DNVP, NDP, FDP, DP, NPD), MdB, MdL (Hessen)
- 1900, 19. Juni im Stadtteil Gräfrath, Hermann Gräbe; † 17. April 1986 in Los Angeles (USA), Ingenieur und leitender Angestellter, rettete von 1942 bis 1944 mehreren hundert Juden das Leben vor dem NS-Mord
- 1903, 3. November im Stadtteil Ohligs, Joseph Pütz; † 9. September 1982 in Solingen, Politiker, Landesminister
- 1906, Walter Henkels, † 8. Juni 1987, Journalist und Buchautor
- 1906, 19. März, Adolf Eichmann, † 1. Juni 1962 in Ramleh bei Tel Aviv (Israel), SS-Obersturmbannführer und als Leiter des Referats Auswanderung und Räumung eine zentrale Figur für die Deportation von mehr als vier Millionen Juden
- 1907, Ludwig Hoelscher, † 1996, Cellist mit internationalem Ruf, Rang und Namen. Er debütierte 1936 in den Berliner Philharmonikern unter Furtwaengler.
- 1910, Samuel Rothenberg, Pfarrer, Dichter und Komponist ("Ja ich will euch tragen", "Abend ward bald kommt die Nacht")
- 1910, 17. Dezember, Kurt Henkels, † 12. Juli 1986 in Hamburg, Orchesterleiter, Komponist
- 1911, 16. Juni, Georg Meistermann, † 12. Juni 1990 in Köln; Maler zahlreicher sakraler und profaner Glasfenster
- 1916, Jürgen Thorwald (Pseudonym für: Heinz Bongartz), international renommierter Autor populärwissenschaftlicher Darstellungen
- 1919, 8. Juli, Walter Scheel, deutscher Politiker (FDP), MdB, MdL (Nordrhein-Westfalen), Bundespräsident (1974-79), Bundesaußenminister, Bundesentwicklungshilfeminister, FDP-Bundesvorsitzender.
- 1922, 23. Februar, Ilse Hollweg, international renommierte Sopranistin
- 1922, 26. Mai, Herbert Schade, † 1. März 1994, deutscher Sportler (Leichtathlet), Bronzemedaillengewinner bei Olympia 1952 über 5.000 Meter, achtmaliger Deutscher Meister über 5.000 und 10.000 Meter, stellte zahlreiche Deutsche Rekorde auf.
- 1936, 13. September, Werner Hollweg, international renommierter Operntenor
- 1939, 9. März, Jochen Pützenbacher, ehem. Radio Luxemburg Moderator
- 1940, 24. Mai, Christoph Wolff, Musikwissenschaftler (Bach-Forscher und Direktor des Bach-Archivs Leipzig), Autor und Ordinarius für Musikwissenschaft an der Harvard University
- 1940, 27. Juli, Pina Bausch, deutsche Tänzerin, Choreographin und Leiterin des gleichnamigen Tanztheaters in Wuppertal
- 1956, 18. Oktober, Michael Lesch, deutscher Schauspieler
- 1964, Jörg Schönenborn, deutscher Journalist und Chefredakteur des WDR-Fernsehens
- 1965, 10. April, Bernd Schneider, deutscher Schachmeister (Einzelmeister 1988, mehrfacher deutscher Mannschaftsmeister und Europapokalsieger 1991 mit der Solinger SG 1868)
- 1965, 10. Juni, Veronica Ferres, deutsche Schauspielerin
Literatur
- Preußens Städte - Denkschrift zum 100jährigen Jubiläum der Städteordnung vom 19. November 1808; hrsg. im Auftrag des Vorstandes des Preußischen Städtetages von Prof. Dr. Heinrich Silbergleit, Berlin, 1908
- Rheinisches Städtebuch; Band III 3. Teilband aus "Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte" - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1956
- Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815 – 1945, hrsg. von Walther Hubatsch, Band 7: Rheinland. Marburg an der Lahn, 1978
Weblinks
- http://www.solingen.de/
- http://www.solinger-tageblatt.de/
- http://www.solinger-stadtteile.de/
- http://www.tetti.de/SOLINGEN/index.html
Kategorie:Ort in Nordrhein-Westfalen
Kategorie:Rheinland
Kategorie:Solingen
ja:ゾーリンゲン
Kreisfreie StadtDie kreisfreie Stadt (in Baden-Württemberg als Stadtkreis bezeichnet) ist eine kommunale Gebietskörperschaft, die nach dem Kommunalrecht Deutschlands ihre Aufgaben in eigener Zuständigkeit erledigt. In der Regel handelt es sich dabei um Großstädte, also Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern oder größere Mittelstädte.
Allerdings gibt es in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auch Großstädte, die nicht kreisfrei sind, z.B. Hildesheim, Moers, Neuss, Recklinghausen, Reutlingen oder Witten und im Gegensatz dazu in Bayern und Rheinland-Pfalz Stadtkreise bzw. kreisfreie Städte, die weniger als 50.000 Einwohner haben.
Die kleinste kreisfreie Stadt in Deutschland ist Zweibrücken in Rheinland-Pfalz mit rund 38.000 Einwohnern (2004), der größte Stadtkreis die bayerische Landeshauptstadt München mit 1,3 Millionen Einwohnern. Berlin und Hamburg sind zwar größer, aber nicht kreisfreie Städte, sondern Stadtstaaten. Der Stadtstaat Bremen besteht sogar aus 2 Stadtkreisen, nämlich der Stadt Bremen und der ca. 60 km nördlich gelegenen Seestadt Bremerhaven.
Derzeit wird im Landkreis Lüchow-Dannenberg diskutiert, sich in eine kreisfreie Gemeinde umzuwandeln. Dies wäre in der Bundesrepublik einmalig.
Historische Entwicklung
Preußen
Bei der 1816 erfolgten Gliederung Preußens in Landkreise wurden die Provinzhauptstädte Aachen, Breslau, Danzig, Düsseldorf, Erfurt, Halle, Königsberg, Magdeburg, Minden, Münster, Posen, Potsdam und Stettin als Stadtkreise der unmittelbaren Kontrolle der Provinzregierung unterstellt.
Seine Kreisfreiheit verlor Minden bereits 1817 schon wieder, ebenso 1820 auch Düsseldorf und Erfurt, die wieder in die jeweiligen Landkreise eingegliedert wurden.
Nach der Annexion des Königsreiches Hannover, des Kurfürstentums Hessen-Kassel und des Herzogtums Nassau im Jahre 1866 wurden die ehemaligen Hauptstädte dieser Staaten, Hannover, Kassel und Wiesbaden, als Stadtkreise übernommen.
Durch das starke Wachstum der Städte infolge der Industrialisierung wurde die Forderung an die Adresse der preußischen Regierung nach einer Neugliederung der Landkreise und der Bildung von Stadtkreisen immer lauter. Waren Barmen und Elberfeld, die 1861 Stadtkreise wurden, noch als Ausnahmefall charakterisiert worden, so musste die Regierung 1872 offiziell der Neugliederung von Stadtkreisen zustimmen. Düsseldorf, Erfurt, Köln und Krefeld waren die ersten Städte, die von dieser neuen Regelung profitierten. 1873 wurden auch Duisburg, Elbing, Görlitz, Liegnitz und Stralsund neue Stadtkreise.
Ab 1875 war generell eine Einwohnerzahl von mehr als 30.000 Voraussetzung für die Bildung von Stadtkreisen. In einigen Fällen, wie z.B. Hamborn wurde 1911 aus einem rasant auf 100.000 Einwohner gewachsenen Dorf direkt ein Stadtkreis. Dieser wurde 18 Jahre später im Jahre 1929 mit Duisburg zum Stadtkreis Duisburg-Hamborn vereinigt.
Sachsen
Ursprünglich wurden nur die drei Bezirkshauptstädte Dresden, Leipzig und Chemnitz als Unmittelbare Städte von der Einteilung in Amtshauptmannschaften ausgenommen. Als die Stadt Plauen jedoch um 1904 zu einer Großstadt mit über 100.000 Einwohnern herangewachsen war, musste die sächsische Regierung reagieren und gewährte 1907 auch der viertgrößten sächsischen Stadt Plauen und der fünftgrößten sächsischen Stadt Zwickau das Privileg der Kreisfreiheit.
Die seit 1919 amtierende sozialdemokratische Regierung stand dem Wunsch der Städte nach Kreisfreiheit deutlich offener gegenüber und gewährte 1922 zunächst den Städten Bautzen, Freiberg, Meißen und Zittau, im Jahre 1924 dann auch vielen weiteren Städten (unter anderem Döbeln, Freital, Mittweida, Pirna und Riesa) das Privileg der Kreisfreiheit. Die Stadt Radebeul wurde 1935 als letzte sächsische Stadt zum Stadtkreis erhoben, nachdem sie durch den Zusammenschluss mit der Stadt Kötzschenbroda die geforderte Einwohnerzahl von 30.000 Einwohnern erreicht hatte.
Die Städte Görlitz (Stadtkreis seit 1873) und Hoyerswerda (Stadtkreis seit 1996) gehörten bis 1945 zur preußischen Provinz Niederschlesien.
Übrige deutsche Staaten
Das Großherzogtum Oldenburg gewährte außer der Landeshauptstadt Oldenburg (Oldb.) auch den Städten Jever (1855), Varel (1858), Delmenhorst (1903) und Rüstringen (1911), das 1937 mit Wilhelmshaven vereinigt wurde, das Privileg der Kreisfreiheit.
Die Freistaaten Mecklenburg-Schwerin und Thüringen führten bei ihrer staatlichen Neugliederung in den Jahren 1920 bis 1922 das in Preußen übliche System mit Stadt- und Landkreisen ein. Nach der Vereinigung der beiden mecklenburgischen Freistaaten Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz im Jahre 1934 wurden die beiden Strelitzer Städte Neubrandenburg und Neustrelitz als Stadtkreise übernommen, die übrigen Strelitzer Städte jedoch dem Landkreis Stargard eingegliedert.
Baden, Braunschweig, Hessen-Darmstadt und Württemberg kannten bis zur Verwaltungsreform 1938 mit Ausnahme der württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart keine Stadtkreise.
Die Deutsche Gemeindeordnung von 1935
Die Deutsche Gemeindeordnung von 1935 führte den Begriff "Stadtkreis" neu ein. In der "Ersten Verordnung zur Durchführung der Deutschen Gemeindeordnung" vom 23. März 1935 wurden alle Stadtkreise, geordnet nach Bundesstaaten aufgezählt. 1942 gab es hierzu eine Ergänzung. Dabei muss berücksichtigt werden, dass es sich bei diesen Stadtkreisen mit Ausnahme der im Staat Preußen nicht um Stadtkreise im heutigen Sinne handelte. Sie waren eher zu vergleichen mit "kreisangehörigen Städten mit Sonderstatus", also etwa Großen Kreisstädten.
Siehe hierzu: Liste der kreisangehörigen Städte mit Sonderstatus in Deutschland.
Bundesrepublik Deutschland
In der Bundesrepublik Deutschland wurden anfangs nur zwei kreisfreie Städte neu errichtet: Wolfsburg am 1. Oktober 1951 und Leverkusen am 1. April 1955. Andererseits wurden im Zuge der Gebietsreformen der 1970er Jahre viele kreisfreie Städte entweder in die benachbarten Landkreise eingegliedert, z.B. Cuxhaven, Fulda, Gladbeck, Hildesheim, Neu-Ulm, Siegen und Witten oder aber mit einer Nachbarstadt vereinigt, z.B. Rheydt, Wanne-Eickel und Wattenscheid.
Deutsche Demokratische Republik
Während in den ersten Jahren der sowjetischen Besatzung noch Stadtkreise eingerichtet wurden (z.B. Schönebeck (Elbe) im Jahre 1946), beseitigte die 1950 bis 1952 durchgeführte Verwaltungsreform die Mehrzahl der historisch gewachsenen Stadtkreise.
Allerdings wurden in der DDR-Regierung auch neue Stadtkreise gebildet. So war z.B. Johanngeorgenstadt von 1951 bis 1957 Stadtkreis; denn durch den Uranabbau war die Zahl der Einwohner auf über 40.000 gewachen. Nach 1957 sank sie wieder ab. Auch die neu errichtete Stalinstadt (heute Eisenhüttenstadt) wurde 1953 von der DDR-Regierung zum Stadtkreis erhoben. Schwedt(Oder) (1961) und Suhl (1967) gehörten ebenfalls zu den Städten, die wegen ihrer politischen und wirtschaftlichen Bedeutung Stadtkreise wurden. Die erst 1967 gegründete und wegen fehlender Infrastruktur oft als "Schlafstadt" verspottete Großsiedlung Halle-Neustadt wurde 1971 zur kreisfreien Stadt erklärt, 1990 aber wieder der Stadt Halle (Saale) eingliedert.
Österreich
In Österreich wird eine kreisfreie Stadt als Statutarstadt bezeichnet. Lediglich zwischen 1938 und 1945 wurden diese Statutarstädte wie im übrigen Deutschen Reich als Stadtkreise bezeichnet. Diese verfügen im Gegensatz
zu kreisfreien Städten über eine eigene Kommunalverfassung, das Statut.
Eine Statutarstadt übernimmt zugleich die Aufgaben der Bezirkshauptmannschaft.
Polen
Auch Polen gehört zu den Ländern, in denen zwischen Landkreisen und Stadtkreisen unterschieden wird. Einige Städte wurden bereits im Deutschen Kaiserreich zum Stadtkreis (Bromberg 1875, Graudenz und Thorn 1900) bzw. im KuK-Reich zur Statutarstadt erhoben (z.B. Bielitz). Andere Städte wurden erst nach 1918 von der neugegründeten polnischen Republik zu Stadtkreisen erklärt, z.B. Gniezno (1925), Inowrocław (1925) und Kalisz (1929).
Vereinigtes Königreich
Im Vereinigten Königreich wurden County Boroughs 1889 eingeführt, 1974 aber wieder abgeschafft. Die Voraussetzung für die Gewährung des Status war eine gewisse Mindestzahl von Einwohnern, die von zuerst 50.000 über 75.000 (1926) auf zuletzt 100.000 erhöht wurde. 1992 wurden wieder so genannte Unitary Authority eingeführt, die weitgehend den alten "County boroughs" entsprechen.
USA
In den USA gibt es ebenfalls das Konzept einer kreisfreien Stadt unter dem Namen independent city (auf englisch). Seit dem Jahre 1871 sind in Virginia alle Städte per Gesetz kreisfrei, aber auch in anderen Bundesstaaten gibt es "independent cities", z.B. Baltimore in Maryland oder Saint Louis in Missouri.
Siehe auch
- Kommune
- Stadt
- Kreisstadt
- Stadtstaat
- Gemeinde
- Gemeindearten
- Kommunalwahl
- Liste der kreisfreien Städte in Deutschland
- Statutarstadt in Österreich
Kategorie:Politische Geographie
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Kategorie:Kommunalverwaltung
Kategorie:Körperschaft des öffentlichen Rechts
ja:独立市
ko:독립시
Regierungsbezirk Düsseldorf
Der Regierungsbezirk Düsseldorf ist einer von fünf Regierungsbezirken im Land Nordrhein-Westfalen.
Geografie
Der Regierungsbezirk Düsseldorf liegt im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen. Er ist der bevölkerungsreichste und am dichtesten besiedelte in ganz Deutschland. Die Struktur des Bezirks ist überwiegend städtisch geprägt. Allein zehn kreisfreie Städte, davon vier im westlichen (Rheinischen) Ruhrgebiet gehören zu seinem Gebiet. Nichts desto trotz werden circa 52 % der Fläche landwirtschaftlich genutzt und ein Siebtel der Fläche ist bewaldet.
Nachbarbezirke bzw. -länder
Der Regierungsbezirk Düsseldorf grenzt im Norden an den Regierungsbezirk Münster, im Osten an den Regierungsbezirk Arnsberg und im Süden an den Regierungsbezirk Köln sowie im Westen an die Niederlande.
Geschichte
Die Geschichte des Regierungsbezirks geht auf die "Preußische Verordnung über die verbesserte Einrichtung der Provinzialbehörden" vom 30. April 1815 zurück. Damals wurde Preußens Regierung und Verwaltung nach dem Wiener Kongress neu geordnet und die Provinzen in insgesamt 28 Regierungsbezirke eingeteilt, einer davon der Regierungsbezirk Düsseldorf. Wie die übrigen, so nahm auch die Regierung in Düsseldorf mit dem 22. April 1816 ihre Tätigkeit auf. Schon nach knapp sechs Jahren zum 22. Juni 1822 wurde der Klever Bezirk mit dem Düsseldorfer vereinigt. Gleichzeitig wurden die ursprünglich 18 Landkreise auf 13 reduziert.
Verwaltungsgliederung
Stand 1822
Stand Ende 1974 (vor der Neugliederung)
Aktueller Stand
Die Neugliederung der Gemeinden und Kreise zum 1. Januar 1975 war derart komplex, dass sie an dieser Stelle nicht beschrieben werden kann. Sie wird jeweils in den Artikeln über die neuen Gebietskörperschaften (Gemeinden, Kreise und kreisfreien Städte) beschrieben. Stellvertretend sei hier nur erwähnt, dass die ehemals kreisfreien Städte Neuss und Viersen mit den neugebildeten umliegenden Kreisen und die Kreisfreie Stadt Rheydt mit der Kreisfreien Stadt Mönchengladbach vereinigt wurden.
Seit dem 1. Januar 1975 gliedert sich der Regierungsbezirk Düsseldorf in fünf Kreise mit insgesamt 56 kreisangehörigen Gemeinden und zehn Kreisfreie Städte.
Weblinks
- [http://www.bezreg-duesseldorf.nrw.de/ Website des Regierungsbezirks Düsseldorf]
- [http://www.nrw.de/ Website des Landes Nordrhein-Westfalen]
- [http://www.datenreise.de/index_westfalen.html Internet-Sperrverfügungen durch die Bezirksregierung Düsseldorf - Chronologie]
Dusseldorf
Kategorie:Politik (Nordrhein-Westfalen)
Kategorie:Rheinland
Kategorie:Düsseldorf
Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen liegt im Westen Deutschlands und ist mit über 18 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Bundesrepublik Deutschland, flächenbezogen mit 34.080 km² das viertgrößte. Die Landeshauptstadt ist Düsseldorf, die größte Stadt ist Köln.
Geografie
Räumliche Lage
Nordrhein-Westfalen ist im Norden geprägt durch das Westfälische Tiefland. Sauerland, Bergisches Land und Siegerland im Süden sind dicht bewaldet mit beachtlichen Höhenzügen von 500 bis über 800 Metern. Im Westen schließen sich die Eifel und der Niederrhein daran an. Im Zentrum Nordrhein-Westfalens liegt das Ruhrgebiet mit den Städten Bottrop, Gelsenkirchen und Herne am Nordrand, Dortmund, Hamm und Hagen im östlichen Teil, Bochum, Essen und Mülheim an der Ruhr an der Südseite sowie Duisburg und Oberhausen im Westen. Weitere große Städte sind im Norden Münster, im Osten Bielefeld und Paderborn, im Süden Siegen und im (Süd-)Westen Bonn, Köln, Aachen, Mönchengladbach und Krefeld und die bergischen Städte Wuppertal, Remscheid und Solingen sowie die von Köln rheinabwärts, südlich des Ruhrgebiets liegende Landeshauptstadt Düsseldorf.
Nachbarländer
Nordrhein-Westfalen grenzt im Norden an das Land Niedersachsen, im Osten an Hessen und im Süden an Rheinland-Pfalz sowie im Westen an Belgien und an die Niederlande.
Regionen
Im Gegensatz zu anderen Bundesländern (z.B. Baden-Württemberg) gibt es in Nordrhein-Westfalen keine einheitlichen Verwaltungsstrukturen mit der Bezeichnung "Region". Das Land ist als politisches Kunstgebilde durch die Britische Militätverwaltung 1946 zur Verhinderung einer Viermächteaufteilung des Ruhrgebiets ähnlich Berlins gebildet worden. Nordrhein-Westfalen unterteilt sich grob in die drei Landesteile: Nordrhein, steht für das nördliche Rheinland, dazu kommen Westfalen und Lippe (seit 1947). Darunter wird naturräumlich und sozio-kulturell in weitere Regionen mit landschaftlichen Bezügen unterteilt.
Landschaften
siehe: Liste der Landschaften in Nordrhein-Westfalen
Berge
Höchster Berg ist der Langenberg (843,1 m)
:Weitere Berge siehe: Liste der Berge und Erhebungen in Nordrhein-Westfalen
Verwaltungsgliederung
Liste der Berge und Erhebungen in Nordrhein-Westfalen]
Landesverwaltung
In Nordrhein-Westfalen besteht die Landesverwaltung aus den
- Landesministerien
- Landesoberbehörden
- Landesmittelbehörden und den
- Unteren Landesbehörden.
Bezirksregierungen
Landesministerien
Schon seit einiger Zeit wird diskutiert, die Zahl der Regierungsbezirke auf drei zu reduzieren. Alle Kommunen im Ruhrgebiet, die im Regionalverband Ruhr organisiert sind, sollen danach in einem Regierungsbezirk zusammengefasst werden. Die übrigen Teile des Landes sollen dann den Regierungsbezirken Rheinland und Westfalen zugeteilt sein. Die Landschaftsverbände sollen hierbei aufgelöst werden.
Die Umsetzung dieser Idee ist von der 2005 gebildeten CDU / FDP-Landesregierung bis 2012 angekündigt worden. Danach soll es künftig drei Regionalpräsidien Rheinland, Ruhrgebiet und Westfalen geben, die die noch aus preußischer Zeit übernommenen Regierungsbezirke anpassen sollen.
Diese Planungen berühren allerdings auch historische und staatsrechtliche Fragen, da sowohl der betroffene Regierungsbezirk Detmold als auch der bisherige Landschaftverband Westfalen-Lippe im Rahmen des Beitrittes des ehemaligen Freistaates Lippe nach Nordrhein-Westfalen 1947 in den [http://de.wikisource.org/wiki/Lippische_Punktationen Lippischen Punktationen] - 1) mit klaren Zusagen an Lippe geregelt wurden. Daneben gibt es regionale Widerstände, welche die angesprochenen Verwaltungseinheiten als zu groß und zentralistisch kritisieren.
- 1) über die staatsrechtliche Bedeutung gibt es gegenläufige Rechtsauffassungen
Kommunale Selbstverwaltung
Die Kommunale Selbstverwaltung wird in Nordrhein-Westfalen wahrgenommen von den Kreisen, den kreisangehörigen Gemeinden und Städten, den kreisfreien Städten, den verschiedenen Zweckverbänden, z.B. dem Regionalverband Ruhr, dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg sowie den beiden Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe.
Kreise
Das Land Nordrhein-Westfalen gliedert sich in 31 Kreise. Nicht zu den Kreisen gehören die kreisfreien Städte.
Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe
(Kfz-Kennzeichen)
Städte und Gemeinden
Das Land Nordrhein-Westfalen ist in 396 Städte und Gemeinden gegliedert. Davon sind 23 kreisfreie Städte und 373 kreisangehörige Städte und Gemeinden.
Größte Städte
siehe
- Liste der Orte in Nordrhein-Westfalen
Kreisfreie Städte
(Kfz-Kennzeichen)
Landschaftsverbände
In Nordrhein-Westfalen gibt es im Rahmen der Kommunalen Selbstverwaltung auf der staatlichen Mittelinstanz die Landschaftsverbände Rheinland in Köln und Westfalen-Lippe in Münster.
Bevölkerungsentwicklung
(jeweils am 31. Dezember d.J.)
Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen
Gründung
Nach dem Zweiten Weltkrieg erhält Nordrhein-Westfalen seine rechtlichen Grundlagen mit der Verordnung Nr. 46 der britischen Militärregierung vom 23. August 1946 „Betreffend die Auflösung der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen in der Britischen Zone und ihre Neubildung als selbständige Länder“. Aus dem nördlichen Teil der preußischen Rheinprovinz und der preußischen Provinz Westfalen wird das neue Land Nordrhein-Westfalen gebildet. 1947 muss der bisherige Freistaat Lippe auf Betreiben der Briten seine Selbstständig aufgeben und entscheidet sich nach Verhandlungen mit beiden benachbarten Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen (beide britische Verwaltungszone) für den Anschluss nach Nordrhein-Westfalen. Am 21. Januar 1947 tritt durch die britische Militärverordnung Nr. 77 die Vereinigung in Kraft.
Nordrhein-Westfalen hatte seinerzeit 11,8 Millionen Einwohner.
Historische Eckdaten
- 8. Mai 1949: Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland wird verabschiedet. Nordrhein-Westfalen wird Bundesland.
- 10. Mai 1949: Der Parlamentarische Rat bestimmt Bonn zur vorläufigen Bundeshauptstadt.
- 18. Juni 1950: Annahme der Verfassung durch Volksentscheid.
- 10. März 1953: Das Landesgesetz über die Landesfarben, -flagge und wappen wird verabschiedet.
- 12. Mai 1953: Die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe werden gegründet.
- 11. Mai 1954: Die Gründung des Westdeutschen Rundfunks wird beschlossen.
- 30. Juni 1965: Die Landesregierung eröffnet die Ruhr-Universität in Bochum.
- 12. Dezember 1968: Die Landesregierung eröffnet die Universität Dortmund.
- 1. Juli 1969: Die erste Stufe der Neugliederung der Gemeinden und Kreise tritt in Kraft. Hierdurch wird zunächst die Zahl der Gemeinden im Land reduziert.
- 1. August 1971: Das Bildungsangebot in Nordrhein-Westfalen wird um 15 Fachhochschulen in Aachen, Bielefeld, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Hagen, Köln, Krefeld, Lemgo, Münster, Paderborn, Siegen und Wuppertal erweitert.
- 16. Mai 1972: Es folgen die Gesamthochschulen in Duisburg, Essen, Paderborn, Siegen und Wuppertal sowie
- 1975 die einzige deutsche Fernuniversität in Hagen.
- 1. Januar 1975: Die zweite Stufe der Neugliederung der Gemeinden und Kreise tritt in Kraft. Hierdurch wird nochmals die Zahl der Gemeinden reduziert und alle Kreise im Lande neugeordnet.
- 17. Oktober 1994: Die neue Kreisordnung und die neue Gemeindeordnung treten in Kraft, nach der die kommunale Doppelspitze abgeschafft wird. Gleichzeitig wird die Direktwahl der Landräte und der Oberbürgermeister bzw. Bürgermeister eingeführt.
- 6. Juli 1999: Der Verfassungsgerichtshof des Landes Nordrhein-Westfalen erklärt die Fünf-Prozent-Hürde bei Kommunalwahlen für verfassungswidrig. Die Klausel wird daraufhin im Kommunalwahlgesetz gestrichen.
- 1. Januar 2003: Alle Gesamthochschulen werden in ausschließliche Universitäten überführt.
- 22. Mai 2005 Die SPD verliert bei der Wahl des 14. Landtages nach 25 Jahren den Status als stärkste Fraktion und wird nach 39-jähriger Regierung (seit 1995 mit den Grünen) von den Wählern in die Oppositon geschickt. Die bisherige Opposition aus CDU und FDP tritt in Koalitionsverhandlungen ein.
- 22. Juni 2005 Knapp 39 Jahre nach dem Sturz von Franz Meyers durch ein konstruktives Misstrauensvotum am 8. Dezember 1966 wird mit Jürgen Rüttgers erstmals wieder ein CDU-Politiker zum Ministerpräsidenten gewählt.
Politik
Siehe Hauptarikel: Politisches System Nordrhein-Westfalens
Ministerpräsidenten
Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen ist Jürgen Rüttgers. Er wurde am 22. Juni 2005 der Nachfolger von Peer Steinbrück, nachdem die CDU am 22. Mai 2005 die Landtagswahl gewonnen hatte.
Wahlergebnis am 22. Mai 2005
Das amtliche Endergebnis der Wahl ist:
Siehe auch Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2005
Siehe auch Landtagswahlergebnisse aus Nordrhein-Westfalen seit 1947
Weitergehende Informationen beim [http://www.im.nrw.de/bue/75.htm Landeswahlleiter NRW]
Wappen und Flagge
Das Landeswappen spiegelt die räumliche Zusammensetzung des Landes wider. Es besteht auf der linken Seite aus dem Symbol für den Rhein, auf der rechten Seite aus dem Pferd, dem Symbol für die Region Westfalen, und im unteren Winkelfeld aus der Lippischen Rose für das Lipperland.
Wegen häufiger Anfragen hat das Land ein Wappenzeichen entwerfen lassen, das dem Wappen ähnelt aber im Gegensatz zu ihm von jedermann genehmigungsfrei verwendet werden kann. Die Benutzung des Landeswappens hingegen ist genehmigungspflichtig und grundsätzlich nur den Behörden gestattet.
Die Landesflagge ist den Farben des Wappens entsprechend grün-weiß-rot; die Landesdienstflagge trägt zusätzlich das Landeswappen.
Sprache
- Dialekte in Nordrhein-Westfalen.
Kulinarisches
- Nordrheinische Küche
- Westfälische Küche
Literatur
Hartmann, Jürgen (Hrsg.): Handbuch der deutschen Bundesländer. Bonn 1997
Siehe auch
- Portal:Nordrhein-Westfalen
Weblinks
- [http://www.nrw.de Website des Landes Nordrhein-Westfalen]
- [http://www.nrw-tourismus.de Nordrhein-Westfalen Tourismus e.V.]
- [http://www2.stadtplandienst.de/nordrheinwestfalen.asp Nordrhein-Westfalen im Deutschen Stadtplandienst]
- [http://www.im.nrw.de/bue/75.htm# Wahlergebnisse (Innenministerium)]
-
als:Nordrhein-Westfalen
ja:ノルトライン=ヴェストファーレン州
ko:노르트라인베스트팔렌 주
simple:North Rhine-Westphalia
Remscheid
Remscheid ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen. Sie ist nach Wuppertal und Solingen die drittgrößte Stadt des so genannten Bergischen Städtedreiecks und mit derzeit rund 116.000 Einwohnern die viertkleinste Großstadt sowie ein Mittelzentrum des Landes.
Die Einwohnerzahl Remscheids überschritt 1929 mit der Bildung der "neuen" Stadt Remscheid die Grenze von 100.000 Einwohnern, wodurch sie zur Großstadt wurde.
Geografie
Remscheid liegt auf den Höhen des Bergischen Landes im Innern des großen Wupperbogens über den tief eingeschnittenen Tälern des Eschbachs, des Morsbaches und der Wupper und ihre Seitentäler östlich von Solingen und südlich von Wuppertal, welches zugleich die beiden nächstgrößeren Städte sind.
Die höchste Stelle des Stadtgebiets von Remscheid befindet sich in Hohenhagen und beträgt 378,86 m über NN, die tiefste Stelle befindet sich an der Wupper bei Wiesenkotten und beträgt 96,00 m über NN. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt 9,4 km, die größte West-Ost-Ausdehnung 12,4 km. Der Temperaturunterschied innerhalb des Stadtgebietes beläuft sich auf 5°C.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Remscheid, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt:
Radevormwald und Hückeswagen (beide Oberbergischer Kreis), Wermelskirchen (Rheinisch-Bergischer Kreis) sowie Solingen und Wuppertal (beides kreisfreie Städte).
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Remscheids besteht heute aus 4 Stadtbezirken: Alt-Remscheid, Süd, Lennep und Lüttringhausen. Früher war der Stadtbezirk Alt-Remscheid unterteilt in die Stadtbezirke Innenstadt, Nord/Hasten und West so dass es damals insgesamt 6 Stadtbezirke gab. Jeder Stadtbezirk hat seine eigene Bezirksvertretung, deren Vorsitzender der jeweilige Bezirksvorsteher ist.
Die Stadtbezirke sind in Stadtteile mit eigenem Namen und diese weiter in Wohnplätze mit eigenem Namen unterteilt. Dabei handelt es sich entweder um historisch überlieferte Bezeichnungen von alten Siedlungen oder um Neubaugebiete. Die Grenzen dieser Stadtteile und Wohnplätze sind meist nicht genau festgelegt. Zu den Stadtteilen gehören z.B. Reinshagen, Westhausen, Bliedinghausen, Ehringhausen, Morsbach, Vieringhausen, Güldenwerth, Kremenholl, Honsberg, Hasten, Haddenbach, Klausen, Hackenberg, Hasenberg und Bergisch Born. Zu den zahlreichen Wohnplätzen mit eigenem Namen gehören z.B. Westen, Grund, Oelingrath, Halbach, Nüdelshalbach, Goldenberg, Hohenhagen, Hasenclev, Papenberg, Berghausen, Clarenbach, Engelsburg, Küppelstein, Kranenholl, Farrenbracken, Birgden, Garschagen, Platz, Aue, Hütz, Büchel, Blume, Endringhausen, Dörpmühle, Langenhaus und Forsten.
Geschichte
Remscheid stammt vermutlich aus altfränkischer Zeit, wurde im 12. Jahrhundert gegründet und gehörte zur Grafschaft bzw. zum Herzogtum Berg. Die erste Schreibweise remissgeid (1217) wurde abgelöst durch Rymscheyd (1351), Reymscheyd (1487) und Rembscheid (1639). Ursprünglich war von einem "Hohen Wald" zwischen Eschbach und Morsbach die Rede. Die Endsilbe "scheid" bezeichnet jedenfalls einen Höhenkamm oder eine Wasserscheide. Die Siedlung erhielt jedoch erst 1808 das Stadtrecht, als das wirtschaftliche Wachstum der gesamten Rhein-Ruhr-Region zu einem Bevölkerungszuwachs in Remscheid führte. Maschinenbau und die Werkzeugproduktion sind bis heute die Hauptindustriezweige der Stadt. Nach dem Übergang an Preußen 1815 gehörte die junge Stadt zum Landkreis Lennep. Die Kreisstadt Lennep hingegen hatte schon 1230 das Stadtrecht erhalten und wurde zur gleichen Zeit befestigt. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich Lennep zu einer bedeutenden Handelsstadt, trat sogar der Hanse bei und erlangte damit höhere Bedeutung als das benachbarte Remscheid. Nach dem Übergang an Preußen 1815 wurde Lennep Sitz eines Landkreises.
Die Industrialisierung verschaffte Remscheid einen entscheidenden Entwicklungsschub, so dass die Stadt bald ihre ältere Nachbarstadt Lennep überflügelte. Am 1. Januar 1888 schied sie aus dem Landkreis Lennep aus und wurde eine kreisfreie Stadt. 1893 erhielt Remscheid eine Straßenbahn, die ab 1930 bis nach Wermelskirchen und nach Burg an der Wupper führte. Lennep verlor immer mehr an Bedeutung.
Am 1. August 1929 erfolgte schließlich eine Neugliederung des gesamten rheinisch-westfälischen Industriegebiets. Infolgedessen wurde die kreisfreie Stadt Remscheid mit den Städten Lennep und Lüttringhausen zu einer neuen kreisfreien Stadt mit dem Namen Remscheid vereinigt. Die neue Kommune überschritt die 100.000-Einwohnergrenze und wurde damit Großstadt. Aus dem Kreis Lennep wurde der Kreis Solingen-Lennep der 1931 in Rhein-Wupper-Kreis umbenannt wurde und bis 1975 bestand.
Im 2. Weltkrieg wurde Remscheid am 31. Juli 1943 durch einen Luftangriff stark zerstört, danach jedoch wieder modern aufgebaut.
Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform erfolgte 1975 eine weitere Vergrößerung des Stadtgebiets, als die Ortschaft Bergisch Born im Südosten der Stadt (damals zu relativ gleichen Teilen zum Stadtbezirk Lennep und den Städten Hückeswagen und Wermelskirchen im Rhein-Wupper-Kreis gehörig) eingegliedert wurde. Der Rhein-Wupper-Kreis wurde aufgelöst. Das Umland Remscheids gehört seither zum Rheinisch-Bergischen-Kreis und zum Oberbergischen Kreis bzw. den kreisfreien Städten Solingen und Wuppertal.
Religionen
Die Siedlung Remscheid, die Stadt Lennep und die Gemeinde Lüttringhausen gehören seit dessen Bestehen zum Gebiet des Erzbistums Köln bzw. zu dessen Archidiakonat des Propstes von St. Kunibert, Dekanat Deutz. Obwohl in der gesamten Gegend unter den Grafen von Berg die Reformation Einzug hielt, gab es auch weiterhin einige Katholiken, die sich nach Burg an der Wupper, Lennep, Wermelskirchen oder Cronenberg orientierten. 1641 gab es in Lennep ein Minoritenkloster. St. Katharina blieb als Familienstiftung katholisch und wurde ab 1663 von den Minoriten bedient. Doch erhielten die Katholiken Lenneps erst 1844 eine eigene Pfarrei und Kirche. In Remscheid erhielten die Gemeindeglieder 1847 wieder eine eigene Gemeinde. In der Folgezeit wurde Remscheid Sitz eines eigenen Dekanats (heute Stadtdekanat Remscheid) innerhalb des neu umschriebenen Erzbistums Köln, zu dem heute alle Pfarrgemeinden der Stadt gehören. Die Pfarrgemeinden Remscheids heißen St. Andreas, St. Bonaventura, St. Engelbert, St. Josef, St. Marien, St. Suitbertus und Heilig Kreuz. Daneben gibt es auch ein Italienisches Pfarramt am Johanneshaus.
Die Reformation fasste in Lennep ab 1527, in Remscheid ab 1550 und in Lüttringhausen wohl erst ab 1560 Fuß. Doch dauerte es noch einige Jahrzehnte, bis das lutherische Bekenntnis die ganzen Gemeinden erfasste. 1589 las der Pfarrer in Lennep noch Messen nach römischen Ritus. Ab 1609 erhielt Lennep eine lutherische Kirchenordnung. Doch gab es später in der Gegend auch einige reformierte Gemeindeglieder. Beide Konfessionen vereinigten sich ab 1839 sowohl in Lennep als auch in Remscheid zu einer unierten Gemeinde. In ganz Preußen war bereits 1817 die Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden eingeführt worden. Die Gemeindeglieder gehörten zur Kreissynode Lennep, wo ein Superintendent seinen Sitz hatte. Hieraus entstand der heutige Evangelische Kirchenkreis Lennepinnerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland, zu dem heute alle evangelischen Gemeinden Remscheids gehören, sofern es sich nicht um Freikirchen handelt. Der Evangelische Kirchenkreis Lennep umfasst insgesamt zwanzig evangelische Kirchengemeinden, auch einige Gemeinden außerhalb der heutigen Stadt Remscheid, etwa in Radevormwald, Hückeswagen und Wermelskirchen.
In Remscheid sind ferner verschiedene Freikirchen ansässig, darunter zwei Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Evangelisch-Methodistische Kirche (Methodisten), eine Selbstständige evangelisch-lutherische Kirche (die Martini Gemeinde), die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, eine Freie Evangelische Gemeinde (FeG) und die Jesus Freaks Remscheid e. V.
Eingemeindungen
Die Stadt Remscheid entstand im Laufe der Geschichte aus einer Vielzahl von Wohnplätzen, die teilweise sehr verstreut im Bergischen Land lagen. 1871 wurden die Siedlungen Großhausen, Neuhausen und Wüstberghausen sowie Struck, Neuenhof und vier Einzelhäuser eingegliedert. Um das Jahr 1880 umfasste das Stadtgebiet Remscheids ca. 80 Wohnplätze. 1893 wurden Neuenkamp und das zur Gemeinde Lennep gehörige Hohenhagen eingegliedert. Bereits am 1. Januar 1888 war Remscheid aus dem Kreis Lennep ausgeschieden und eine kreisfreie Stadt geworden. Auch die ältere Kreis- und Nachbarstadt Lennep bestand um das Jahr 1870 aus über 100 Wohnplätzen. 1906 wurden die Orte Rotzkotten und Fünfzehnhöfe eingegliedert. Die alte Siedlung Lüttringhausen, die schon sehr früh als Freidorf bezeichnet wurde, doch erst 1856 die Bezeichnung "Stadt" erhielt und zu der seit 1808 auch die Freiheit Beyenburg gehörte, hatte ebenfalls über 100 Wohnplätze.
Auf Grund des "Gesetzes über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes", das am 1. August 1929 in Kraft trat, wurden die drei Städte Remscheid, Lennep und Lüttringhausen (ohne Beyenburg, das zu Barmen-Elberfeld bzw. Wuppertal kam) zu einer (neuen) kreisfreien Stadt mit dem Namen Remscheid vereinigt. Schließlich erfolgte am 1. Januar 1975 die Eingliederung des Ortsteils Bergisch Born, der bis dahin teilweise zur Stadt Hückeswagen und Wermelskirchen im Rhein-Wupper-Kreis gehörte.
Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1870 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter bzw. der Stadtverwaltung selbst.
Rhein-Wupper-Kreis
¹ Volkszählungsergebnis
Politik
Das Kirchspiel Remscheid hatte zunächst keine eigene Verwaltung. Lediglich gewisse Aufgaben der Schöffen des Landgerichts wurden vorort erledigt. Im 17. Jahrhundert ist ein "Vorsteher" genannt, der aber nur geringe Befugnisse hatte. Im Jahre 1808 wurde Remscheid zur Stadt erhoben und erhielt eine Munizipalverfassung mit einem Maire und zwei Beigeordneten an der Spitze. Ihnen standen 20 Munizipalräte zur Seite. Nach dem Übergang an Preußen 1815 wurde die Bürgermeisterverfassung eingeführt. Danach stand ein Bürgermeister, ab 1873 ein Oberbürgermeister an der Spitze der Stadtverwaltung.
In Lennep gab es bereits seit 1350 einen Bürgermeister und einen Rat. Der Rat wurde im Laufe der Geschichte mehrmals in seiner Zusammensetzung verändert. Anfangs gehörten ihm auch Schöffen an. Die jährlichen Neuwahlen zum Rat erfolgten am 27. Dezember. Der Bürgermeister wurden aus der Reihe der Schöffen gewählt. Auch in Lennep wurde 1807 zunächst die Munizipalverfassung, 1815 die preußische Verwaltung und 1856 schließlich die preußische Städteordnung eingeführt. An der Spitze der Stadt stand weiterhin ein Bürgermeister.
In Lüttringhausen wurde 1807 zusammen mit Beyenburg die Munizipalverfassung eingeführt. 1808 erhielt die von Napoleon beherrschte Stadt einen Maire. Zunächst hatte sich kein Bürger dafür zur Verfügung gestellt, unter der französischen Herrschaft dieses Amt auszuüben. Erst 1856 wurde Lüttringhausen durch preußische Kabinettsordre zur Stadt erhoben. Auch hier leitete ein Bürgermeister die Stadtverwaltung. Namhaftester Bürgermeister war Richard Gertenbach, der in seiner 35jährigen Amtszeit die Infrastruktur Lüttringhausens deutlich verbesserte. 1929 erfolgte durch Landtagsbeschluss die umstrittene Eingemeindung nach Remscheid.
Nach Bildung der neuen Großstadt Remscheid 1929 wurde diese vom Rat und von einem Oberbürgermeister geleitet, der während der Zeit der Nationalsozialisten von der NSDAP eingesetzt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten "Rat der Stadt", dessen Mitglieder man als "Stadtverordnete" bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1995 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird seither direkt vom Volk gewählt.
Der Rat der Stadt Remscheid hat gegenwärtig (Stand: Oktober 2004) 58 Sitze, die sich auf die einzelnen Parteien wie folgt verteilen:
- CDU = 24 Sitze
- SPD = 19 Sitze
- Bündnis 90/Die Grünen = 6 Sitze
- FDP = 5 Sitze
- Wählergemeinschaft in Remscheid (W.i.R.) = 4 Sitze
Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister seit 1808
- 1808 - 1811: Johann Gottlieb Diederichs, Bürgermeister
- 1811 - 1814: Georg Heinrich Sonntag, Bürgermeister
- 1814 - 1851: Abraham Hering, Bürgermeister
- 1851 - 1859: Bertram Pfeiffer, Bürgermeister
- 1859 - 1876: Otto Hoffmeister, ab 1873 Oberbürgermeister
- 1876 - 1899: Ludwig von Bohlen, ab 1888 Oberbürgermeister
- 1899 - 1910: Otto Nollau, ab 1902 Oberbürgermeister
- 1910 - 1914: Dr. Karl Jarres, ab 1911 Oberbürgermeister
- 1914 - 1937: Dr. Walter Hartmann, ab 1915 Oberbürgermeister (wie alle späteren)
- 1937 - 1945: Ludwig Kraft
- 1945 - 1946: Georg zur Hellen
- 1946: Gustav Flohr
- 1946 - 1948: Dr. August Scholz
- 1948: Richard Gierk
- 1948 - 1961: Walter Frey
- 1961 - 1963: Gerd Lemmer
- 1963 - 1964: Peter Wolf
- 1964 - 1968: Heinz Heinrichs
- 1968: Karl-Heinz Bona
- 1968 - 1989: Wilhelm Hartkopf
- 1989 - 1999: Reinhard Ulbrich (ab 1995 hauptamtlich)
- 1999 - 2004: Fred Schulz, CDU
- seit 2004: Beate Wilding, SPD
Oberstadtdirektoren von Remscheid 1946 - 1995
- 1946 - 1951: Arthur Mebus
- 1951 - 1957: Dr. Paul Braeß
- 1958 - 1961: Dr. Wolfgang Lorke
- 1962 - 1965: Dr. Konrad Eisholz
- 1965 - 1989: Dr. Günter Krug
- 1989 - 1994: Wilhelm Ellerbrake
- 1994 - 1995: Dr. Burghard Lehmann
Bürgermeister von Lennep
- 1808 - 1824: Franz Hasselkus
- 1825 - 1832: Peter Carl Moll
- 1832 - 1845: Carl Wille
- 1846 - 1872: Rudolf Trip
- 1872 - 1897: Ferdinand Sauerbronn
- 1897 - 1921: Rudolf Stosberg
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