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| Sonolumineszenz |
SonolumineszenzUnter Sonolumineszenz (lat. sono „tönen“, luminis „leuchten“) versteht man das Phänomen, dass eine Flüssigkeit unter starkem Schalldruck ultrakurze, hochenergetische Lichtblitze aussenden kann. Der Effekt wurde zuerst 1934 von Frenzel und Schultes an der Universität zu Köln beobachtet. Sonolumineszenz ist eine spezielle Art der Lumineszenz.
Auslöser des Phänomens sind Kavitationen (winzige Blasen / Hohlräume), die unter Ultraschall geeigneter Stärke und Frequenz in Flüssigkeiten entstehen können. Es bilden sich in einem andauernden Prozess neue Hohlräume, die sich zuerst schnell ausdehnen, um anschließend zu implodieren. Beim Kollaps dieser Hohlräume kann aus bisher nicht vollständig geklärten Gründen ein kurzer Lichtblitz entstehen. An der Oberfläche kollabierender Hohlräume wurden Temperaturen von über 10.000 °C gemessen.
Kollaps
Von der Wissenschaft werden noch nicht alle Details der Sonolumineszenz vollständig verstanden, es gibt bislang nur Theorien:
Zwei spektakuläre Erklärungsversuche sind zum einen quantenfeldtheorische Überlegungen, es handele sich um einen Effekt der Vakuumenergie, zum anderen Kernfusion als Energiequelle, die sogenannte Bläschen-Fusion. Beide Erklärungen stoßen auf starke Skepsis der Fachwissenschaft. Seit 2002 in einem Experiment die Bläschen-Fusion geglückt sein soll, steht insbesondere diese Variante im Blickfeld der Diskussion, wobei sich die Kritik allerdings hauptsächlich auf die Messgenauigkeit und damit die Gültigkeit des Beweises konzentriert; die reine Möglichkeit einer Kernfusion wird auch von Kritikern nicht ausgeschlossen.
Single-Bubble-Sonolumineszenz
In den letzten Jahren ist nun eine neuentdeckte Form der Sonolumineszenz in das Interesse der Forschung gerückt, die Single Bubble Sonoluminescence (SBSL). Die Besonderheit liegt hier in der Tatsache, dass eine einzige leuchtende Kavitationsblase über längere Zeit stabil gehalten und untersucht werden kann.
Siehe auch
Kernfusion | Plasmaphysik | Kalte Fusion | Bläschen-Fusion
Literatur
- H. Frenzel and H. Schultes, Z. Phys. Chem. B27, 421 (1934)
- R. P. Taleyarkhan, C. D. West, J. S. Cho, R. T. Lahey, Jr. R. Nigmatulin, and R. C. Block, "Evidence for Nuclear Emissions During Acoustic Cavitation," Science 295, 1868 (2002).
- D. Shapira and M. Saltmarsh, Nuclear Fusion in Collapsing Bubbles—Is It There? An Attempt to Repeat the Observation of Nuclear Emissions from Sonoluminescence, Phys. Rev. Lett. 89, 104302 (2002)
- Y. Didenko and K. Suslick, Nature 418, 394 (2002)
- R. P. Taleyarkhan et al., Additional Evidence of Nuclear Emissions During Acoustic Cavitation, Physical Review E 69, 036109, 22 March 2004.
Kategorie:Physik
Lateinisch
Als Latein bzw. Lateinisch (lat. lingua Latina: „lateinische Sprache“) bezeichnet man die Sprache, die ursprünglich vom Volksstamm der Latiner gesprochen wurde, der Bewohner von Latium mit Rom als Zentrum.
Innerhalb der indogermanischen Sprachen gehört Latein zur Gruppe der italischen Sprachen. Es bildete die Grundlage für alle heutigen romanischen Sprachen.
Entwicklung
romanischen Sprachen
Ursprünglich in Rom und dem umliegenden Gebiet (Latium) gesprochen, wurde Latein später an humanistischen Gymnasien unterrichtet. Neben Griechisch war Latein die Amtssprache des römischen Reiches. Wegen der kulturellen Überlegenheit des Ostens verlor es dabei zeitweise in Nordafrika und selbst in Rom seine Vorrangstellung. So war die Liturgiesprache der römischen Christen bis um 300 das Griechische. In dieser Zeit drangen viele griechische Lehnwörter ins Lateinische ein.
Während der Spätantike begannen sich verschiedene Volkssprachen, aus denen im Mittelalter die romanischen Sprachen entstehen sollten, phonetisch und grammatikalisch von der lateinischen Hochsprache wegzuentwickeln. Doch noch im 6. Jahrhundert entstanden hochsprachliche lateinische Werke. Im Oströmischen Reich war Latein bis ins frühe 7. Jahrhundert neben Griechisch eine der beiden Amtssprachen.
Im Westen übernahmen die Germanen mit den Grundelementen der spätrömischen Verwaltung auch die lateinische Sprache, die in der Administration bis in die frühe Neuzeit vorherrschend blieb. Seit der Völkerwanderung und der Christianisierung der (zunächst zumeist arianischen) Germanenvölker wurde Latein im Westen des früheren Römischen Reiches und in den römisch-katholischen Folgestaaten die Sprache des Klerus (Kirchenlatein), der Rechtswissenschaft (Glossatoren) und der sich bildenden Hochschulen (studia generalia). Es bildete somit die Schriftsprache, vor allem für das kirchliche und weltliche Urkundenwesen (Diplomatik) im frühen Europa.
In völkerrechtlichen Verträgen (z. B. im Westfälischen Frieden von 1648) dominierte Latein bis in das 17. Jahrhundert hinein. Es bildet noch bis ins 20. Jahrhundert den Affixvorrat für die Fachterminologie in den Wissenschaften und verliert durch die fortschreitende Absorption in die englische und andere Sprachen lediglich an direkter, nicht jedoch an indirekter Bedeutung. Es wird noch an vielen Schulen unterrichtet.
Antike
Antike Schreibweise
Die lateinische Sprache wurde ursprünglich als scriptio continua, d. h. als zusammenhängender Fluss von Zeichen ohne Zwischenräume geschrieben. Auch Satzzeichen und Kleinbuchstaben wurden in der Antike nicht verwendet. Auf Wachstafeln war nämlich wenig Platz zum Schreiben, und Papyrus war teuer. Die antiken lateinischen Texte sind für uns heute daher schwer zu lesen.
Vergleiche folgendes Beispiel:
Alte Schreibweise:
AVREAPRIMASATAESTAETASQVAEVINDICENVLLO
SPONTESVASINELEGEFIDEMRECTVMQVECOLEBAT
POENAMETVSQVEABERANTNECVERBAMINANTIAFIXO
AERELEGEBANTVRNECSVPPLEXTVRBATIMEBAT
IVDICISORASVISEDERANTSINEVINDICETVTI
NONDVMCAESASVISPEREGRINVMVTVISERETORBEM
MONTIBVSINLIQVIDASPINVSDESCENDERATVNDAS
NVLLAQVEMORTALESPRAETERSVALITORANORANT
NONDVMPRAECIPITESCINGEBANTOPPIDAFOSSAE
NONTVBADIRECTINONAERISCORNVAFLEXI
NONGALEAENONENSISERANTSINEMILITISVSV
MOLLIASECVRAEPERAGEBANTOTIAGENTES
Heutige Schreibweise:
Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo,
sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat.
poena metusque aberant nec verba minantia fixo
aere legebantur, nec supplex turba timebat
iudicis ora sui, sed erant sine vindice tuti.
nondum caesa suis, peregrinum ut viseret orbem,
montibus in liquidas pinus descenderat undas,
nullaque mortales praeter sua litora norant.
nondum praecipites cingebant oppida fossae,
non tuba directi, non aeris cornua flexi,
non galeae, non ensis erant: sine militis usu
mollia securae peragebant otia gentes.
Auszug aus Ovids Metamorphosen: Die Schöpfung (Das goldene Zeitalter)
Details zu den verwendeten Buchstaben finden sich in dem Artikel Lateinisches Alphabet. Siehe zu diesem Thema auch: Paläografie (dort Lateinische Paläografie), Capitalis, Versalschrift und Majuskel.
Antike Aussprache
Auf die antike Aussprache der lateinischen Sprache wird im Artikel Lateinische Aussprache eingegangen.
Literatur
Mit Antiker Literatur des Lateinischen beschäftigt sich u. a. der Artikel Lateinische Literatur.
Gegenwart
Auch heute ist Latein noch an vielen Gymnasien aller Fachrichtungen zu finden. Etwa ein Drittel aller Gymnasiasten im deutschen Sprachraum lernt Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache. An humanistischen Gymnasien wird dem Lateinischen, neben dem Griechischen, noch eine herausgehobene Bedeutung zugemessen, was früher auf eine aktive Beherrschung des Lateinischen zielte.
Tatsächlich werden auch heute noch für zahlreiche Studiengänge das Latinum oder Lateinkenntnisse gefordert, insbesondere in zahlreichen geisteswissenschaftlichen Fächern. Das Latinum ist als Studienvoraussetzung für die Fächer Medizin und Jura weitestgehend abgeschafft, häufig aber nicht in Fächern wie Anglistik, Philosophie oder sogar Musikwissenschaften.
Unabhängig von den Studienanforderungen wird von Befürwortern des Lateins betont, dass das Erlernen der lateinischen Sprache weiterhin Basis für die korrekte Verwendung von Fremdwörtern sei, das Erlernen anderer romanischer Sprachen wesentlich erleichtere und erhebliche Transfer-Effekte für die Denkschulung aufträten. Das Übersetzen lateinischer Texte fördere auf Grund der erheblichen Komplexität vieler lateinischer Sätze auch das logische Denken. Von den Gegnern ist hingegen zu hören, dass die Auseinandersetzung mit jeder Art von Grammatik, egal welcher Sprache, das strukturierte Denken fördere, und dass das Erlernen moderner romanischer Sprachen, welche im Gegensatz zu Latein noch gebraucht werden, mindestens ebenso gut dazu geeignet sei, die zahlreichen lateinischen Lehnwörter im Deutschen korrekt zu verwenden und andere romanische Sprachen zu erlernen. In der Tat sind viele gesamtromanische, also in allen romanischen Sprachen auftretende Wörter nicht im klassischen Latein vorhanden und müssen dann neu gelernt werden: guerra „Krieg“, testa „Kopf“, cavallo „Pferd“, mangiare/manger „essen“, andare - „gehen“ , boc(c)a/bouche „Mund“, blanco/blanc „weiß“, die Himmelsrichtungen etc. Viele dieser Wörter erklären sich nämlich aus dem umgangssprachlichen oder dem späten Latein oder stammen aus der Soldatensprache, also aus Varietäten, die nicht in der Schule gelehrt werden.
Aus deutschen und US-amerikanischen Untersuchungen geht hervor, dass zwischen absolviertem Lateinunterricht und der Beherrschung der englischen Sprache in Schrift und vor allem Wort eine signifikante Korrelation besteht. Ein kausaler Zusammenhang ist allerdings nicht nachgewiesen worden – möglicherweise macht eine hohe sprachliche Begabung eines Kindes die Wahl des als schwierig geltenden Latein wahrscheinlicher.
Da auch im modernen Lateinunterricht die Sprachproduktion eindeutig der Rezeption (Leseverstehen) untergeordnet ist, glauben viele, Latein falle Menschen mit ausgeprägter Begabung für Mathematik und formelle Denkvorgänge generell leichter als andere Fremdsprachen, wohingegen Menschen mit ausgeprägter Begabung für intuitives Erlernen von Sprachen andere Fremdsprachen leichter fänden. Dieser Zusammenhang lässt sich allerdings nicht häufig verifizieren: Die Erfahrung zeigt, dass die Schülerleistungen in Latein überwiegend Hand in Hand mit denen in der Muttersprache und anderen Fremdsprachen gehen.
Modernes Latein
Auch heute werden deutsch-lateinische Lexika aufgrund neulateinischen Wortgutes herausgegeben, z. B. das „lexicon auxiliare“ oder das vom Vatikan herausgegebene „lexicon recentis latinitatis“, welches erst im Jahre 2004 eine Neubearbeitung erfuhr.
Der finnische Rundfunksender YLE (Yleisradio) verbreitet Wochennachrichten in neulateinischer Sprache. Radio Bremen veröffentlicht regelmäßig die Nuntii Latini in schriftlicher und gesprochener Version. Seit April 2004 veröffentlicht auch die deutschsprachige Redaktion bei Radio Vatikan Nachrichten auf Lateinisch. Dabei handelt es sich um ursprünglich deutsche Meldungen. Gero P. Weishaupt übersetzt sie für die Redaktion ins Lateinische. Sehr beliebt ist auch die lateinische Fassung der Asterix-Comics, die der deutsche Altphilologe Graf v. Rothenburg (Rubricastellanus) verfasst hat.
Der Autor Nikolaus Groß, beruflich seit zehn Jahren Deutsch-Lektor in der südkoreanischen Hauptstadt, hat 2004 eine komplett latinisierte Übertragung von Patrick Süskinds Das Parfum im Brüsseler Verlag der Fundatio Melissa, einem überregionalen Verein zur Pflege des gesprochenen Lateins, veröffentlicht. Dem Buch ist mit dem „Glossarium Fragrantiae“ eine größere Liste aktualisierter Neuschöpfungen beigegeben. Vom selben Wortartisten existiert des weiteren ein Buch über den Baron Mynchusanus (Münchhausen). 2003 erschien bereits der erste Teil der Harry Potter-Bücher von J. K. Rowling auf Latein (Harrius Potter et Philosophi Lapis). Daneben gibt es noch viele weitere Übersetzungen „klassischer“ Werke ins Lateinische, so zum Beispiel Karl Mays Winnetou III, oder Der kleine Prinz (Regulus) von St. Exupéry.
Durch das Internet ist die Verfügbarkeit alter lateinischer Texte sowie das Entstehen neuer lateinischer Texte erheblich begünstigt worden. Inzwischen gibt es sogar lateinische Fassungen von Popsongs. Daneben entstehen auch neue Popsongs in lateinischer Sprache, etwa Cursum Perficio, gesungen von Enya, Liberatio, eines von vielen lateinischen Musikstücken der Gruppe „Krypteria“, oder bei Gruppen der Dark Wave bzw. Gothic (Jugendkultur). Roma Ryan hat neben Cursum Perficio für Enya noch weitere Songs in lateinischer Sprache verfasst. In Internetforen wie Grex Latine Loquentium kommunizieren Teilnehmer aus vielen Ländern ausschließlich in Latein.
In der klassischen beziehungsweise neoklassischen Musik findet Latein ebenfalls Verwendung. So hat etwa der niederländische Komponist Nicholas Lens auf seinem Werk Flamma Flamma ein lateinisches Libretto vertont, für sein Werk Terra Terra hat Lens selbst ein Libretto in lateinischer Sprache verfasst. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Vertonungen lateinischer Gedichte wie z. B. von Jan Novák. Carl Orff unterlegte mehreren seiner Vokal-Kompositionen Texte in Latein oder Griechisch. Igor Strawinski ließ das nach Sophokles von Jean Cocteau in französischen Versen verfasste Libretto zu „Ödipus Rex“ von Jean Daniélou ins Lateinische übersetzen.
Das Lehrbuch Lingua Latina per se illustrata des dänischen Autors Hans H. Ørberg hat die bisher hauptsächlich für den Unterricht in modernen Sprachen eingesetzte einsprachige Lehrmethode auf den altsprachlichen Unterricht übertragen. Das Lehrbuch erfreut sich in verschiedenen Ländern einer steigenden Beliebtheit.
Latein in den Wissenschaften
In der Biologie erfolgt die Namensbildung der wissenschaftlichen Namen lateinisch und griechisch, wobei neuere Vorschläge vorsehen, die Regeln nur aus der lateinischen Sprache zu entnehmen. In der Medizin sind die anatomischen Fachbegriffe lateinisch, für die einzelnen Organe wird zusätzlich auch latinisiertes Griechisch verwendet. Die Krankheitsbezeichnungen leiten sich aus dem Griechischen ab. Zahlreiche Sprichwörter haben einen lateinischen Ursprung und sind teilweise auch in der deutschen Übersetzung zu geflügelten Worten geworden. In den Rechtswissenschaften existieren verschiedene lateinische Lehrsätze und Fachbegriffe (Latein im Recht). Auch in der Geschichtswissenschaft spielt vor allem Latein weiterhin eine große Rolle. In der Meteorologie werden lateinische Begriffe in der Wolkenklassifikation eingesetzt.
Latein in der katholischen Kirche
Latein ist neben Italienisch die Amtssprache des Vatikanstaats. Die katholische Kirche veröffentlicht alle amtlichen Texte von weltkirchlicher Bedeutung in Latein. Das gilt für die liturgischen Bücher, den Katechismus, den Codex des kanonischen Rechts sowie die päpstlichen Rechtsvorschriften (canones, decretales) und Rundschreiben (Enzykliken).
Bis zum zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) war Latein die offizielle Gottesdienstsprache und ist dies (laut Sacrosanctum Concilium) offiziell noch heute, wobei andere Sprachen jedoch gleichfalls erlaubt sind. Tatsächlich werden nur noch sehr wenige Gottesdienste in Latein gehalten. Der gegenwärtig amtierende Papst Benedikt XVI. bevorzugt bei seinen Messen aber das Lateinische vor dem Italienischen.
Siehe auch: Lateinische Kirche
Referenzlisten
- Lateinische Präpositionen
- Liste lateinischer Ortsnamen
- Liste lateinischer Präfixe
- Liste lateinischer Redewendungen
- Liste lateinischer Suffixe
- Liste von lateinischen Palindromen
- Lateinische Zahlwörter
Siehe auch
- Grammatik des Lateinischen
- Lateinische Aussprache
- Lateinische Sprichwörter
- Küchenlatein
- Vulgärlatein
- Mittellatein
- Lateinische Literatur
- Sprachen im Römischen Reich
- Jägerlatein
- Panlatinismus
Weblinks
- [http://www.commtec.de/wb/ Wörterbuch Latein-Deutsch-Latein auxilium online (mit Download-Möglichkeit)]
- [http://www.latein-pagina.de/iexplorer/stil.htm Lateinische Stilblüten]
- [http://www.thelatinlibrary.com/ The Latin Library – klassische Texte im Original]
- [http://www.albertmartin.de/latein/ Latein-Deutsch-, Deutsch-Latein-Wörterbuch mit hilfreichen Extras]
- [http://www.radiobremen.de/online/latein/ Nuntii latini bei Radio Bremen]
- [http://www.latein-pagina.de/ Latein-Pagina]
- [http://www.antikeundeuropa.de/Alte_Sprachen_heute/alte_sprachen_heute.html Alte Sprachen heute]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/a_chron.html Sammlung lateinischer Texte/bibliotheca Augustana]
- [http://www.music.indiana.edu/tml/ Lateinische Musiktraktate im Original]
- [http://www.lateinservice.de/index.htm Die deutsche Latein-Seite]
- [http://www.alcuinus.net/GLL/ Grex Latine Loquentium (Internetforum in lateinischer Sprache)]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.latein24.de/ Übersetzungen vieler klassischer lateinischer Texte bei Latein24.de]
Kategorie:Einzelsprache
-
als:Latein
ja:ラテン語
ko:라틴어
simple:Latin language
th:ภาษาละติน
zh-min-nan:Latin-gí
Universität zu Köln
Die Universität zu Köln zählt zu den ältesten Universitäten in Europa und ist mit über 45.000 Studierenden eine der größten Hochschulen Deutschlands.
Geschichte
Die Alte Universität
Die Universität zu Köln wurde im Jahr 1388 als vierte Universität im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation nach der Karls-Universität Prag (1348), der Universität Wien (1365) und der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg (1386) gegründet. Die Gründungsurkunde wurde von Papst Urban VI. unterzeichnet. Am 6. Januar 1389 wurde der Vorlesungsbetrieb aufgenommen. Im Jahr 1798 wurde die Universität von den 1794 in Köln eingerückten Franzosen geschlossen.
Die Neue Universität
Franzosen
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts waren Bestrebungen der Stadt und ihrer Bürger, eine neue Universität zu gründen, gescheitert. Erst 1919 gelang es, die preußische Staatsregierung zu überzeugen. Durch einen Beschluss des Rates der Stadt Köln wurde die städtische Universität neu gegründet. Am 29. Mai 1919 unterzeichnete der damalige Oberbürgermeister der Stadt, Konrad Adenauer, die Gründungsurkunde. Die Universität ging aus der ehemaligen Kölner Handelshochschule, der Hochschule für kommunale und soziale Verwaltung sowie der Akademie für Medizin hervor, die in die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät bzw. die Medizinische Fakultät übergingen. Als erster Rektor wurde Christian Eckert gewählt. Bereits 1925 war die Universität zu Köln nach der Universität unter den Linden in Berlin die zweitgrößte preußische Universität.1920 kamen die Rechtswissenschaftliche und die Philosophische Fakultät hinzu, von der sich 1955 die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät abspaltete.1980 wurden die beiden Kölner Abteilungen der Pädagogischen Hochschule Rheinland als Erziehungswissenschaftliche und Heilpädagogische Fakultät der Universität zu Köln angegliedert.
Die Universität heute
1980]
Die Kölner Universität ist heute eine der führenden deutschen Hochschulen. Sie zählt regelmäßig zu den TOP 5 in Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und den Rechtswissenschaften und unterhält Forschungskooperationen zu mehreren Großforschungseinrichtungen. Im Ranking "Masters in Management" (2005) der Financial Times belegte die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät den 10. Platz unter den europäischen Managementausbildungsstätten; die Community of European Management Schools CEMS, dem die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät als Gründungsmitglied angehört, belegte den 3. Platz.
Organisation und Fakultäten
CEMS
CEMS
Der Träger der Universität zu Köln ist das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Die Universität gliedert sich derzeit in die folgenden sieben Fakultäten (zur Zeit wird ein Konzept zur Neuordnung der Fakultäten diskutiert, das die Auflösung der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät und der Heilpädagogischen Fakultät sowie die Neugründung einer "sechsten Fakultät" vorsieht; die Umsetzung des Konzepts ist für den 01.01.2007 geplant):
1)WS 2005/06, ohne Gasthörerstudium und Studienkolleg
Weitere statistische Angaben sind im Internetangebot der Universität sowie im jährlich erscheinden
Rechenschaftsbericht des Rektorats verfügbar.
Forschung
DFG:
- 8 DFG-Sonderforschungsbereiche
- 5 DFG-Graduiertenkollegs
EU:
- Functional Genomics in Embryonic Stem Cells (FunGenEs)
- Diagnostische molekulare Bildgebung für Neurologie und Herzgefäßerkrankungen (DIMI)
Postgraduiertenprogramme:
- International Graduate School in Genetics and Functional Genomics (NRW Graduate School)
- Cologne University Bioinformatics Center (CUBIC)
Kooperation mit Großforschungseinrichtungen:
- Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
- Forschungszentrum Jülich in der Helmholtz-Gemeinschaft
- Fraunhofer Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen (SCAI)
- Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (MPIFG)
- Max-Planck-Institut für neurologische Forschung (MPIN)
- Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung (MPI)
Nobelpreisträger:
- Prof. Dr. Kurt Alder (1950)
Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträgerinnen und -Preisträger:
- Prof. Dr. Axel Ockenfels (2005)
- Prof. Dr. Martin Krönke (2001)
- Prof. Dr. Andreas Kablitz (1997)
- Prof. Dr. Ulf-Ingo Flügge (1996)
- Prof. Dr. Thomas Schweizer (1995)
- Prof. Dr. Peter Schneider (1992)
Sofja Kovalevskaja-Preisträgerinnen und -Preisträger:
- Prof. Dr. Mark Depauw (2004)
- Prof. Dr. Manuel Koch (2002)
- Prof. Dr. Joachim Schultze (2002)
Drittmittelvolumen:
Joachim Schultze
Das Drittmittelvolumen (Drittmitteleinnahmen) lag im Jahr 2004 bei 73,4 Mio. €. Der mit Abstand größte Drittmittelgeber war mit 27,6 Mio. € bzw. 37,4 % die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Von diesem Betrag entfielen 12,4 Mio. € bzw. 44,8 % auf das Förderinstrument Sonderforschungsbereiche. Die übrigen Drittmitteleinnahmen stammen ebenfalls zu einem Großteil von kompetitiven Drittmittelgebern (insb. EU, BMBF, Stiftungen).
Umfangreiche Informationen über das Gesamtspektrum der Forschungsprojekte enthält der Forschungsbericht der Universität.
Haushalt und Finanzen
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Die Haushaltsausgaben der Universität zu Köln betrugen im Jahr 2004 302,6 Mio. € (ohne Universitätsklinikum und Landeszentralmittel). Davon entfielen 205,2 Mio. € auf die Personalausgaben, 89,2 Mio. € auf die Sachausgaben (incl. 23,9 Mio. € Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW) und 8,2 Mio. € auf den Bereich der Investitionen.
Internationalisierung
Anzahl und Anteil ausländischer Studierender; Bildungsausländer
Die Anzahl der ausländischen Studierenden lag im Wintersemester 2005/06 bei 5.501 (ohne Studienkolleg und Gasthörerstudium). Dies entspricht einem Anteil von 11,6 %. Der Anteil der Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer lag im Wintersemester 2004/05 (Daten für das WS 2005/06 folgen in Kürze) bei ca. 60 %; dabei stammten die Studierenden aus insgesamt 123 Nationen. Die größten Herkunftsländer waren Bulgarien (10,5 %), Russland (8,8 %), Polen (7,4 %), China (6,2 %) und die Ukraine (5,7 %).
Offizielle Hochschulpartnerschaften und Netzwerke
Die Universität zu Köln unterhält auf Universitätsebene 16 offizielle Hochschulpartnerschaften. Neben den offiziellen Hochschulpartnerschaften bestehen auf Ebene der einzelnen Fakultäten mehr als 260 Kooperationen und Austauschbeziehungen mit renommierten Universitäten auf der ganzen Welt; erst kürzlich wurden von der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät Austauschbeziehungen zu den 5 führenden chinesischen Wirtschaftshochschulen abgeschlossen. Darüber hinaus ist die Universität über ihre Fakultäten in zahlreichen renommierten internationalen Netzwerken vertreten, wie der Community of European Management Schools (CEMS) oder dem Program in International Management (PIM).
Auszeichnung für die Betreuung ausländischer Studierender
Die Universität zu Köln wurde 2004 für ihr nach dem Vorbild des Zentrums für Internationale Beziehungen an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät an der Universität etabliertes zentral-dezentrales Organisationskonzept mit dem Preis des Auswärtigen Amtes für besondere Verdienste um die Betreuung ausländischer Studierender ausgezeichnet.
Humboldt Forschungspreis / Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler
Im Jahr 2004 waren an der Universität zu Köln insgesamt 10 mit dem Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tätig. Darüber hinaus gingen insgesamt 32 Forschungsstipendiatinnen und -stipendiaten ihren Forschungsarbeiten nach.
Gleichstellung
Die Universität wurde 2004 für ihre erfolgreiche Gleichstellungspolitik mit dem Total E-Quality-Prädikat ausgezeichnet. Mit dem Prädikat werden sowohl Unternehmen aus der Wirtschaft als auch Hochschulen und Forschungseinrichtungen ausgezeichnet, die sich mit personal- und institutionspolitischen Maßnahmen um die Durchsetzung von Chancengleichheit in ihren Einrichtungen bemühen und dabei auch Erfolge erzielen.
Personen
Rektor
Am 24. November 2004 wurde Axel Freimuth zum Rektor der Universität gewählt. Seine vierjährige Amtszeit begann am 1. April 2005. Damit löste er als 49. Rektor seit 1919 seinen Vorgänger Tassilo Küpper ab. Axel Freimuth war seit April 2003 Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.
Ehrenbürgerinnen und Ehrenbürger
Seit 1925 ernennt die Universität Persönlichkeiten, die sich um sie oder um die Forschung besonders verdient gemacht haben, zu Ehrenbürgern der Universität.
Ehrenbürger seit 1925 sind:
- Konrad Adenauer (1925)
- Schwester Ignatia (geb. Gräfin Spee) (1925)
- Paul von Hindenburg (1926)
- Christian Eckert (1926)
- Friedrich Moritz (1935)
- Balbino Giuliano (1938)
- Anton Waldmann (1938)
- Viktor Rolff (1938)
- Heinrich Ritter von Srbik (1938)
- Karl Haus (1950)
- Robert Pferdmenges (1955)
- Josef Kroll (1956)
- Christine Teusch (1963)
- Leopold von Wiese und Kaiserswaldau (1965)
- Theo Burauen (1969)
- Karl Carstens (1984)
- Hermann Jahrreiß (1984)
- Kurt Hansen (1988)
Ehrensenatoren
Neben den Ehrenbürgern ernennt die Universität seit 1933 auch Ehrensenatoren.
Bisher kam 44 Personen diese Ehre zuteil, darunter:
- Eugen Schmalenbach (1953)
- Ernst Schwering (1956)
- Max Adenauer (1965)
- Heinrich Brüning (1965)
- Hermann Pünder (1967)
- Friedrich Carl Freiherr von Oppenheim (1975)
- John van Nes Ziegler (1980)
- Alfred Freiherr von Oppenheim (2004)
Bekannte Professorinnen und Professoren
Die Hochschule beschäftigt über 500 Professoren (davon über 60 Professorinnen).
- Kurt Alder (Chemie)
- Roland Bulirsch (Mathematik)
- Karl Carstens (Rechtswissenschaften)
- Karl Otto Conrady (Germanistik)
- Juergen B. Donges (Volkswirtschaftslehre)
- Johann Eekhoff (Volkswirtschaftslehre)
- Gustav Heinemann (Rechtswissenschaften)
- Hermann Jahrreiß (Rechtswissenschaften)
- Gerhard Kegel (Rechtswissenschaften)
- René König (Soziologie)
- Hans Kelsen (Rechtswissenschaft)
- Nikolaus von Kues (Kanonisches Recht)
- Joachim Lang (Steuerrecht)
- Karl Lauterbach (Gesundheitsökonomie)
- Karl-Heinz Lauterjung (Physik)
- Peter Mittelstaedt (Physik)
- Alfred Müller-Armack (Volkswirtschaftslehre)
- Hans Carl Nipperdey (Rechtswissenschaften)
- Axel Ockenfels (Volkswirtschaftslehre)
- Ion N. Petrovici (Medizin)
- Veronika Petrovici (Medizin)
- Helmuth Plessner (Philosophie)
- Theodor Riphan (Theologie)
- Wilhelm Salber (Psychologie)
- Werner Scheid (Neurologie)
- Eugen Schmalenbach (Betriebswirtschaftslehre)
- Josef Schrudde (Medizin)
- Klaus Tipke (Steuerrecht)
- Axel A. Weber (Volkswirtschaftslehre)
Berühmte Einrichtungen
- Institut für Arbeits- und Wirtschaftsrecht
- Institut für intenationales und ausländisches Privatrecht
- Universitätsklinikum
- Seminar für Allg. BWL und Wirtschaftsprüfung
Gründer
Institut für Arbeits- und Wirtschaftsrecht
- Albertus Magnus
- Friedrich III. von Saarwerden
Siehe auch
Liste deutscher Hochschulen, Hochschulen in Nordrhein-Westfalen
Literatur
Universitätsgeschichte
- Erich Meuthen: Kölner Universitätsgeschichte, Band I: Die alte Universität,1988, ISBN 3-412-06287-1
- Bernd Heimbüchel und Klaus Pabst: Kölner Universitätsgeschichte, Band II: Das 19. und 20. Jahrhundert, 1988, ISBN 3-412-01588-1
- Erich Meuthen (Hrsg.): Kölner Universitätsgeschichte, Band III: Die neue Universität - Daten und Fakten, 1988, ISBN 3-412-01688-8
Weblinks
- [http://www.uni-koeln.de/ Website der Universität zu Köln]
- [http://www.uni-koeln.de/uni/ueberblick_geschichte_kurz.html Erik Meuthen: Kleine Kölner Universitätsgeschichte]
- [http://www.koelnalumni.de/ KölnAlumni e.V. - Absolventennetzwerk der Universität zu Köln]
Köln, Universität zu
Kategorie:Köln
LumineszenzLumineszenz ist die optische Strahlung eines physikalischen Systems, die beim Übergang von einem angeregten Zustand zum Grundzustand entsteht. (Strahlende Desaktivierung) Je nach Art der Anregung unterscheidet man verschiedene Arten der Lumineszenz:
- Elektrolumineszenz: Die Anregung des Systems durch elektrischen Strom (Beispiel: Leuchtdioden oder EL Folien).
- Kathodolumineszenz: Die Anregung des Systems erfolgt durch Beschuss mit Elektronen (Beispiel: Fernsehbildschirm).
- Photolumineszenz: Die Anregung des Systems erfolgt durch Photonen. Dabei unterscheidet man je nach Zeitdauer zwischen Anregung und Emission des Lichtes zwischen Phosphoreszenz und Fluoreszenz.
- Chemilumineszenz: Die Anregung des Systems erfolgt durch eine chemische Reaktion (Beispiel: Luminol zum Nachweis von Blut).
- Biolumineszenz: Die Anregung des Systems erfolgt durch eine chemische Reaktion in lebenden Organismen (Beispiel: Oxidation von Luciferin im Leuchtkäfer).
- Tribolumineszenz: Die Anregung des Systems erfolgt durch Reibung oder Auseinanderreißen; z.B. bei Zuckerkristallen oder beim Öffnen von selbst klebenden Briefumschlägen.
- Thermolumineszenz: Die Anregung des Systems erfolgt durch Wärmezufuhr.
- Sonolumineszenz, die Anregung des Systems erfolgt durch Schallwellen (in Flüssigkeiten).
Lumineszenz tritt immer zusätzlich zur thermischen Schwarzkörperstrahlung auf, die jeder Körper der Temperatur emittiert.
Die verschiedenen Arten der Lumineszenz können auch nach der Dauer des Leuchtens nach der
Erregung eingeteilt werden.
Ein Nachleuchten als unmittelbare Folge und Begleiterscheinung der Anregung bezeichnet
man mit dem Begriff der Fluoreszenz, wohingegen Phosphoreszenz ein Nachleuchten von
wenigstens 1/1000 Sekunde nach der Anregung beschreibt.
Die Erklärung für beide Vorgänge liefert das Bändermodell: Durch die Anregung des Stoffes gelangen die Elektronen vom Valenzband in das
Leitungsband. Im Falle der Fluoreszenz rekombinieren diese Leitungselektronen unter Emission von elektromagnetischer Strahlung direkt wieder mit einer Elektronenleerstelle im Valenzband. Die Lichtintensität ist dabei direkt von der aktuellen Anregungsenergie abhängig.
Bei der Phosphoreszenz hingegen werden, durch in das Material eingebrachte Störstellen, metastabile Zwischenniveaus in der verbotenen Zone erzeugt, die so genannten Haft- bzw. Aktivatorterme. Im Grundzustand sind die Aktivatorterme mit Elektronen besetzt, die Haftstellen bleiben leer. Nachdem die Elektronen durch die Anregung vom Valenzband in das Leitungsband gehoben wurden, werden die entstandenen Defektelektronen mit Elektronen aus
den Aktivatortermen aufgefüllt. Die freien Elektronen sind bestrebt mit den Defektelektronen aus dem Aktivatorterm zu rekombinieren. Dabei werden sie von den Haftstellen eingefangen. Es ist auch möglich, dass die Elektronen vom Valenzband direkt in die Haftstelle gehoben werden (direkte Anregung). Durch erneute Energieeinwirkung können diese Elektronen wieder in das Leitungsband gehoben werden und von dort aus unter Emission von Licht der Energie
mit Defektelektronen aus dem Aktivatorterm rekombinieren.
Die Untersuchung der Lumineszenz beispielsweise bei Kristallen wird mittels des Phosphoroskops nach Becquerel durchgeführt.
Weblinks
- [http://www.wundersamessammelsurium.de/Optisches/Lumi/ Lumineszenzen]
Kategorie:Optischer Effekt
Kategorie:Mineralogie
Kategorie:Spektroskopie
ja:ルミネセンス
KavitationDie Kavitation ist die Bildung von Dampfblasen in Flüssigkeiten bei niedrigem Druck.
Der Siedepunkt einer Flüssigkeit hängt vom Druck ab. Je höher der Druck, desto höher der Siedepunkt (siehe Schnellkochtopf) und umgekehrt. Bei entsprechend niedrigem Druck kann der Siedepunkt zum Beispiel von Wasser auch soweit absinken, dass er unterhalb der Wassertemperatur liegt. Dann entstehen spontan Dampfblasen. Steigt der Druck wieder an, so implodieren (zerfallen) diese Blasen wieder, wobei ein leiser Knall entsteht.
Ursachen
Die häufigste Ursache für Kavitation sind schnell bewegte Objekte im Wasser wie zum Beispiel Laufräder von Kreiselpumpen, Wasserturbinen oder Propeller. Nach dem Gesetz von Bernoulli ist der Druck in einer Flüssigkeit umso geringer, je höher die Geschwindigkeit ist. Falls die Geschwindigkeit so hoch ist, dass der Druck unter den Verdampfungsdruck der Flüssigkeit fällt, geht diese in den gasförmigen Zustand über, und es entsteht Kavitation.
Starke Druckschwankungen, die Kavitation auslösen, können auch durch Ultraschall erzeugt werden. Bei entsprechend starker Anregung entstehen durch die Kavitation Lichtblitze. Dieser Effekt wird Sonolumineszenz genannt und ist bislang von der Wissenschaft noch nicht vollkommen verstanden.
Wirkungen der Kavitation
Kavitationsschäden
Kollabiert die Kavitationsblase an der Oberfläche fester Körper (wie zum Beispiel eines Schiffspropellers), wird durch die extreme Energiedichte punktförmig Material geschmolzen und gleichzeitig ausgewaschen. Kleine Krater entstehen; man spricht von Kavitationsschäden.
Bei Geräten wie Propellern und Pumpen ist Kavitation ein schädlicher Effekt. Zum einen reduziert sie den Wirkungsgrad, zum anderen führt sie zu Beschädigungen, denn beim Implodieren der Hohlräume treten kurzzeitig enorm hohe Beschleunigungen, Temperaturen und Drücke auf, denen bisher kein Material gewachsen ist. Damit Kavitation in Pumpen verhindert wird, muss darauf geachtet werden, dass die Temperatur des Mediums in der Pumpe nicht zu hoch wird bzw. der Ansaugdruck der Pumpe nicht zu niedrig wird. Hohe Temperaturen entstehen dann, wenn die Pumpe läuft, ohne dass Flüssigkeit entnommen wird. In so einem Fall sollte die Flüssigkeit im Kreis gepumpt (z.B. in einer Rückspülleitung) oder die Pumpe abgeschaltet werden. Kavitationsschäden treten z. B. bei Feuerwehrkreiselpumpen auf, wenn die Pumpe eingeschaltet ist, um den Druck in der Leitung aufrechtzuerhalten und trotzdem kein Löschwasser entnommen wird. Bei Flüssigkeitsringvakuumpumpen darf das Verhältnis von Druck und Temperatur im Pumpenraum einen bauartabhängigen Wert nicht unterschreiten um Schäden zu vermeiden.
Drücke
Das beim Implodieren auftretende Geräusch (Knall, Knattern) zerstörte früher die Tarnung von U-Booten; zum Orten wurde passives Sonar verwendet. Seit kavitationsfreie Propeller entwickelt wurden, spielt die Kavitation für die U-Boot-Ortung bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit der U-Boote keine Rolle mehr. Man erkennt kavitationsfreie Propeller an den langgezogenen Enden; sie gleiten sanfter und wesentlich leiser durchs Wasser.
Bei hohen Geschwindigkeiten der U-Boote sind (sonst) kavitationsfreie Propeller wirkungslos.
Kavitationsgeräusche an Pumpen oder in Rohrleitungen, zum Beispiel in Heizungssystemen, werden oft als störender Lärm empfunden. Viel häufiger als durch Kavitation, werden diese Geräusche jedoch durch schlechte Entlüftung oder das strömende Medium selbst verursacht.
Das weltweit wohl bekannteste Kavitationsgeräusch ist das knackende Blubbern, welches eine Kafeemaschine von sich gibt, kurz bevor der Kaffee fertig ist.
Entstehung und Implosion der Kavitationsblasen
Wasser verdampft bei einem Luftdruck von 1013,25 hPa bei 100 °C. Bei einem höheren Luftdruck ist die Verdampfungstemperatur höher, bei einem geringeren Luftdruck niedriger. So verdampft Wasser bei einem Druck von nur 23,37 hPa bereits bei einer Temperatur von 20 °C.
Beim Verdampfen entstehen im Wasser Blasen, da der Wasserdampf bei 20 °C einen um das 1300-fache größeren Raum als das flüssige Wasser benötigt. Sofern der Wasserdruck wieder ansteigt, hört der Verdampfungsvorgang wieder auf, der in der Kavitationsblase entstandene Wasserdampf kondensiert an der Außenwand der Dampfblase und die bereits gebildeten Dampfblasen fallen schlagartig in sich zusammen. Der vorher eingenommene Raum wird wieder um das 1300-fache verkleinert. Das Wasser muss diesen Raum wieder ausfüllen und strömt implosionsartig mit einer enormen Gewalt zurück, wodurch im Wasser stärkste - wenn auch kurzzeitige - Druckstöße entstehen, die Größenordnungen von mehreren tausend bar annehmen können. Bei diesem Vorgang entstehen Druckwellen mit hohen Druckspitzen. Befinden sich die Dampfblasen in der Nähe oder direkt an einer festen Wand, z.B. den Laufradschaufeln, so entsteht bei der Implosion ein Flüssigkeitsstrahl ("Mikrojet") der mit hoher Geschwindigkeit auf die Wand bzw. Laufradschaufel auftrifft und diese durch die schlagartige Druckbelastung hoch beansprucht. Dies erklärt die kraterförmigen Materialabtragungen bei voll ausgebildeter Kavitation.
Die Ursache von Kavitation sind insbesondere bei Kreiselpumpen die örtlichen Druckabsenkungen im Schaufelkanaleintritt des Laufrades, die unvermeidlich mit der Umströmung der Schaufeleintrittskanten und der Energieübertragung von den Laufradschaufeln auf die Förderflüssigkeit verbunden sind. Kavitation kann aber auch an anderen Stellen der Pumpe, an denen der Druck örtlich absinkt wie z.B. an den Eintrittskanten von Leitradschaufeln, Gehäusezungen, Spaltringen usw. auftreten.
Weitere Ursachen sind entweder das Ansteigen der Temperatur der Förderflüssigkeit, das Absinken des Druckes auf der Eintrittsseite der Pumpe, die Vergrößerung der geodätischen Saughöhe oder die Verkleinerung der Zulaufhöhe.
Anwendungen
Der an sich zerstörerische Prozess kann auch nutzbringend eingesetzt werden, beispielsweise zur Reinigung von Gegenständen in so genannten Ultraschallbädern, bei der durch Kavitation Oberflächenschmutz zerstört und abgetragen wird. Die Kavitation wird meist, wie der Name der Geräte schon sagt, durch Ultraschall erzeugt, wobei der Ultraschall durch hohe Beschleunigungen schon allein Schmutzteilchen ablöst, ohne das Wasser selbst erst zerreißen zu müssen.
In der medizinischen Diagnostik werden so genannte Ultraschall-Kontrastmittel eingesetzt, ihr kontrastverstärkender Effekt wird durch gasgefüllte Bläschen erzielt.
Im militärischen Bereich werden Torpedos eingesetzt, die sich mit sehr hoher Geschwindigkeit unter Wasser in einer künstlich erzeugten Kavität bewegen. Das Phänomen wurde zuerst von der Russischen Marine zur Anwendungsreife entwickelt und ist unter dem Begriff Superkavitation bekannt geworden.
Kavitation und Kalte Fusion
Kontrovers diskutiert wird, ob die bei Kavitation freigesetzte Energie bis in den atomaren Bereich hineinwirken kann, um eine Kernfusion, in diesem Fall die sogenannte Bläschen-Fusion, auszulösen. Lichtblitze, die bereits 1934 beobachtete Sonolumineszenz, sind ein Indiz dafür, dass Elektronen angeregt wurden. An der Oberfläche kollabierender Bläschen wurden weiterhin Temperaturen von über 10.000 °C gemessen. In den Jahren 2002, 2004 und 2005 soll eine Bläschen-Fusion experimentell nachgewiesen worden sein, andere Wissenschaftler sind, hauptsächlich auf Grund von messtechnischen Fragen, jedoch weiterhin skeptisch.
Weblinks
- [http://www.samson.de/pdf_de/l351de.pdf Theoretischer Hintergrund zu "Kavitation in Stellventilen"] (PDF)
- [http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/cgi-bin/psview?document=2001/maschinenbau/10&search=%2f2001%2fmaschinenbau%2f10&format=1&page=1 Numerische Untersuchung kavitierender Strömungen in einer Modellkreiselpumpe]
Kategorie:Strömungslehre
Kategorie:Schiffbau
ja:キャビテーション
Ultraschall
Definition
Mit Ultraschall bezeichnet man Schall oberhalb der menschlichen Hörschwelle, mit Frequenzen zwischen 20 kHz und 1 GHz. (Töne noch höherer Frequenz werden als Hyperschall bezeichnet, unterhalb des für Menschen hörbaren Schalls spricht man dagegen von Infraschall). Ultraschallwellen sind elastische, harmonische, dreidimensionale, laufende Longitudinalwellen.
Sie können sich in Gasen, Flüssigkeiten und Festkörpern ausbreiten. Festkörper besitzen neben der Volumenelastizität zusätzlich Formelastizität. Dadurch können in Festkörpern weitere Wellenarten auftreten: die Transversalwellen und die Torsionswellen.
Der Übergang von Luftschall in Festkörper oder Flüssigkeiten erfolgt nur, wenn die Schallwellen in unmittelbarer Nähe abgestrahlt werden oder ein Koppelmedium ähnlicher akustischer Eigenschaften dazwischen ist. Luft-Ultraschall wird je nach Material eines Hindernisses an diesem reflektiert oder absorbiert (gedämmt, verschluckt).
Erzeugung
Zur Erzeugung eignen sich Schwingquarze, die durch Umkehr des Piezo-Effekts zu Schwingungen angeregt werden. An einen Quarz wird eine Wechselspannung mit der gewünschten Schwingfrequenz angelegt. Die Schwingungen werden dann z.B. an den Boden eines Reinigungsgefäßes übertragen.
Weiterhin gibt es Ultraschallschwinger auf Basis weichmagnetischer Werkstoffe. Diese basieren auf dem Effekt der Magnetostriktion. Dieser Effekt bewirkt eine merkliche Änderung der Ausdehnung (Längsmagnetostriktion) bei Änderung des äußeren magnetischen Feldes. Der magnetostriktive Wandlerwerkstoff wird durch das magnetische Wechselfeld zu mechanischen Schwingungen angeregt. (Ein im Bereich der induktiven Bauteile unerwünschter Effekt--"Trafobrummen")
Anwendungen
Ultraschall findet in der Technik und Medizin diverse Anwendungen:
- Echolot, Sonar: Tiefenmessung und Meeresbodenuntersuchung aus Wasserfahrzeugen heraus
- Ultraschallschweißen
- zur kontinuierlichen, berührungslosen Füllstandmessung bei flüssigen und festen Medien unterschiedlichster Konsistenz und Oberflächenbeschaffenheit
- Ultraschallmikroskop
- Informationsübertragung; heute allerdings mit geringer technischer Bedeutung, z.B. in Fernbedienungen (1970er Jahre) für Fernsehgeräte oder Entfernungsmessgeräten.
- Kommunikation mit U-Booten und Unterwassergeräten
- Werkstoffprüfungen mit Ultraschallprüfgeräten; über die Laufzeit des Signals können unbeabsichtigte Einschlüsse, Lunker oder Risse entdeckt werden
- Sonografie zur Untersuchung von Mensch und Tier
- M-Mode ("motion mode"), beispielsweise zur Darstellung von fetalen Herzrhythmusstörungen
- B-Mode ("brightness mode") um zweidimensionale Schnittbilder zu erhalten
- Doppler: Messung der Blutstromgeschwindigkeit mittels Dopplereffekt
- Farbdoppler: Farbig codierte flächige Darstellung der Blutstromgeschwindigkeit in Gefäßen,
- Industrielle Teilereinigung bis hin zum Auflösen, Herauslösen und Zerstören von Material in Ultraschall-Reinigungsgeräten
- Ultraschall-Schneiden (biologische Gewebe)
- Ultraschall-Motoren in Autofokus-Objektiven
- Zerstäuben, Vernebeln, Emulgieren und Mischen von Flüssigkeiten (beispielsweise bei Luftbefeuchtern, Nebelmaschinen)
- Geräte zur Abschreckung von Mardern (Marderabwehr) und anderen Tieren, die vor Ultraschall flüchten sollen; eine Wirkung konnte wissenschaftlich bisher nicht nachgewiesen werden, dennoch scheinen Geräte mit einer sehr kräftigen Schallkeule die Tiere erfolgreich fernzuhalten.
- Hundepfeifen
- Anwendungen bei Fledermaus- und Delphinforschung, da diese mit sich mit Ultraschall orientieren beziehungsweise kommunizieren
- Die Aufzeichnung der Ultraschallvokalisation von Ratte und Maus (ultrasonic vocalization) wird in der psychopharmakologischen Forschung wie auch in der neurowissenschaftlichen Verhaltensforschung genutzt [http://www.avisoft-saslab.com/rats.htm].
- Auch die Nierensteinzertrümmerung (Lithotripsie) basiert auf der Wirkung von kurzen Ultraschallimpulsen, sog. akustischen Stoßwellen.
- Ultraschallreinigung
Siehe auch
- Akustik
- Dezibel
- Dopplereffekt
- Hörfläche
- Infraschall
- Piezoeffekt
- Schall
- Sonografie
Weblinks
- [http://www.physik.uni-kl.de/blau/teaching.html WegWinkelSensoren (3)- Erläuterungen zum Prinzip Ultraschall (Empfänger & Sender)]
- [http://www.enm.com/training/siemensstepcourses.asp#Basics%20of%20Sensors (Part 3) - Erläuterungen zum Prinzip Ultraschall (Empfänger & Sender)]
- [http://www.sonographiebilder.de/html/start.php Ultraschall-Atlas mit über 600 Bilder der internistischen Sonografie]
- [http://www.notfallmedizintechnik.de www.Notfallmedizintechnik.de Anwendung mobiler Ultraschalltechnik im Rettungsdienst: Präklinische Sonographie]
- [http://www.avisoft-saslab.com/rats.htm Aktuelle Übersicht über die Bedeutung der Ultraschallvokalisation der Ratte in der psychopharmakologischen und in der neurowissenschaftlichen Forschung]
Kategorie:Akustik
ja:超音波
KollapsKollaps von lateinisch con (=zusammen) und labi (=fallen, gleiten) assimiliert zu: collabi. Daher das zugehörige Verb: "kollabieren". PPP:collapsus = Zusammenbrechen/Zusammenbruch.
Bezeichnet allgemein den Vorgang eines Zusammenbrechens wie in
#Herz- und/oder Kreislaufkollaps
#Kollaps der Energieversorgung (Stromausfall)
#Kollaps der Schutzschilde oder der Hülle (Space-Science-Ficton)
# Kollaps der Wellenfunktion
Der Kollaps wurde volkstümlich zum "Koller" verballhornt und bezeichnet
hier aber einen pathologischen Zustand kurz bevor der wirkliche Kollaps eintritt.
Da jener Zustand einem Anfall ähnelt, werden Koller und Anfall
volkstümlich oft synonym verwendet.
(Höhenkoller, Lagerkoller, Lachkoller)
Eine Implosion kann einen strukturellen Kollaps verursachen.
Darauf findet eventuell als Reaktion nochmals eine Explosion statt.
So bei kollabierenden Sternen, die dann zuletzt als Supernovae
explodieren.
QuantenfeldtheorieEine Quantenfeldtheorie (QFT) beschreibt Wechselwirkungen zwischen Elementarteilchen.
Sie kombiniert Prinzipien klassischer Feldtheorien (zum Beispiel der Elektrodynamik) und der Quantenmechanik zur Bildung einer erweiterten Theorie.
In der Regel berücksichtigen Quantenfeldtheorien die spezielle Relativitätstheorie.
Man spricht deshalb auch von relativistischer Quantenfeldtheorie.
Quantenfeldtheorien gehen über die (nichtrelativistische wie relativistische) Quantenmechanik hinaus, indem sie nicht nur eine Quantisierung von Observablen wie Energie oder Impuls beschreiben, sondern die die Wechselwirkung vermittelnden Felder selbst quantisieren. Die Quantisierung der Felder bezeichnet man auch als Zweite Quantisierung. Diese berücksichtigt explizit die Entstehung und Vernichtung von Elementarteilchen (Paarerzeugung, Annihilation). Alle die Wirklichkeit beschreibenden Quantenfeldtheorien sind Eichfeldtheorien.
Die störungstheoretische Behandlung von Quantenfeldtheorien erfolgt in der Regel mit Hilfe von Feynmandiagrammen.
Konkrete Quantenfeldtheorien
Quantenelektrodynamik
Das Paradebeispiel einer Quantenfeldtheorie ist die Quantenelektrodynamik (QED).
Sie entsteht aus der Elektrodynamik durch Quantisierung der Maxwellschen Gleichungen, und war die erste erfolgreiche QFT.
Die Quantenelektrodynamik erklärt mit hoher Genauigkeit die elektromagnetische Wechselwirkung zwischen geladenen Teilchen (zum Beispiel Elektronen, Myonen, Quarks) mittels Austausch von virtuellen Photonen sowie die Eigenschaften von elektromagnetischer Strahlung.
Dadurch lassen sich etwa die chemischen Elemente, ihre Eigenschaften und Bindungen und das Periodensystem der Elemente verstehen.
Auch die Festkörperphysik mit der wirtschaftlich bedeutsamen Halbleiterphysik leiten sich letztendlich von der QED ab.
Konkrete Rechnungen werden allerdings in der Regel im vereinfachten, aber ausreichenden Formalismus der Quantenmechanik durchgeführt.
Schwache Wechselwirkung
Die schwache Wechselwirkung, deren bekanntester Effekt der Betazerfall ist, nimmt eine physikalisch geschlossene Formulierung nach Vereinheitlichung mit der QED im elektroschwachen Standardmodell an.
Die Wechselwirkung wird hier durch Photonen, W- und Z-Bosonen vermittelt.
In dieser Theorie tritt auch das bislang noch nicht bestätigte Higgsteilchen auf.
Quantenchromodynamik
Ein anderes Beispiel einer QFT ist die Quantenchromodynamik (QCD), welche die Starke Wechselwirkung beschreibt.
In ihr wird ein Teil der im Atomkern auftretenden Wechselwirkungen
zwischen Protonen und Neutronen auf die subnukleare Wechselwirkung
zwischen Quarks und Gluonen reduziert.
Interessant ist in der QCD, dass die Gluonen, welche die Wechselwirkung vermitteln, selbst miteinander wechselwirken. (Das wäre etwa so, als ob sich zwei durchdringende Lichtstrahlen direkt beeinflussen würden.) Eine Konsequenz dieser gluonischen Selbstwechselwirkung ist, dass die elementaren Quarks nicht einzeln beobachtet werden können, sondern immer in Form von Quark-Antiquark-Zuständen oder Zuständen dreier Quarks (oder Antiquarks) auftreten (Confinement).
Quantengravitation
Versuche, diese Quantenfeldtheorien mit der allgemeinen Relativitätstheorie (Gravitation) zur Quantengravitation zu vereinen, sind bisher ohne Erfolg geblieben.
Nach Ansicht vieler Forscher erfordert die Quantisierung der Gravitation neue, über das Konzept der Quantenfeldtheorie hinausgehende Konzepte.
Beispiele aus der aktuellen Forschung sind Supersymmetrie, Stringtheorie oder M-Theorie, sowie Loop-Quantengravitation.
Standardmodell
Durch Kombination des elektroschwachen Modells mit der Quantenchromodynamik entsteht eine vereinte Quantenfeldtheorie, das so genannte Standardmodell der Elementarteilchenphysik.
Es enthält alle bekannten Teilchen und kann alle bekannten Vorgänge erklären.
Gleichzeitig ist aber bekannt, dass das Standardmodell nicht die letztendliche Theorie sein kann. Zum einen ist die Gravitation nicht enthalten, zum anderen gibt es eine Reihe von Beobachtungen (Neutrinooszillationen, Dunkle Materie), nach denen eine Erweiterung des Standardmodells notwendig scheint.
Axiomatische Quantenfeldtheorie
Bei der axiomatischen Quantenfeldtheorie handelt es sich um eine relativistische Quantenfeldtheorie, die ausgehend von einem Satz möglichst weniger, als mathematisch oder physikalisch unumgänglich angesehener Axiome, eine konsistente Beschreibung der Quantenmechanik versucht und dabei gleichzeitig die in der konventionellen Quantenfeldtheorie auftretenden Schwierigkeiten (Erfordernis der Renormierung etc.) zu vermeiden trachtet. Zu diesem Zweck wird eine relativistische Quantentheorie ohne Benutzung von Feldgleichungen konstruiert.
Die axiomatische Quantenfeldtheorie wurde u.a. aus den Wightman-Axiomen, entstanden im Jahr 1956 (allgemeine Quantenfeldtheorie), begründet. Andere wichtige Marksteine waren die 1955 von Lehmann, Symanzik und Zimmermann begründete axiomatische S-Matrix oder LSZ-Thorie, die Osterwalder-Schrader-Axiome und die Haag-Kastler-Axiome. Außerdem existiert ein von Bogolubov, Medvedev und Polianov begründeter funktionalanalytischer Zugang zur S-Matrix-Theorie (auch BMP-Theorie genannt), sowie schließlich die von Haag und Araki 1962 formulierte algebraische Quantenfeldtheorie (Haag-Araki-Felder).
Etliche konkrete Ergebnisse konnten mit dieser Herangehensweise erzielt werden, zum Beispiel die Herleitung des Spin-Statistik-Theorems und des CPT-Theorems alleine aus den Axiomen, d.h. unabhängig von einer speziellen Quantenfeldtheorie.
Weitere Anwendungen im Bereich der klassischen Statistik und der Quantenstatistik sind schon sehr weit fortgeschritten. Sie reichen von der allgemeinen Ableitung der Existenz thermodynamischer Größen, Satz von Gibbs, Zustandsgrößen wie Druck, innerer Energie und Entropie bis zum Beweis der Existenz von Phasenübergängen und der exakten Behandlung wichtiger Vielteilchensysteme:
- des Bardeen-Cooper-Schrieffer-Modells der Supraleitfähigkeit
- des Heisenbergschen Ferromagneten
- des idealen Bose-Gases.
Kategorie:Quantenphysik
ja:場の量子論
ko:양자 마당 이론
Vakuumenergie
Vakuumenergie ist die Energie des "leeren Raumes" bei vollständiger Abwesenheit von Materie.
Sie wird manchmal auch mit der Nullpunktenergie verwechselt - das ist die Bewegung von Quanten (Teilchen) bei Null Kelvin, hervorgerufen durch Effekte der Heisenbergsche Unschärferelation. Als ein experimenteller Nachweis der Vakuumenergie und die daraus hervorgehenden Vakuumfluktuationen gilt der Casimir-Effekt oder die Lambverschiebung. Die Vakuumenergie gilt als einer der möglichen Verursacher der Dunklen Materie und der Dunklen Energie.
Die Quantenfeldtheorie betrachtet ein Vakuum nicht als völlig leer. Selbst im Grundzustand, dem niedrigst möglichen Energieniveau, ermöglicht die Heisenbergsche Unschärferelation die Bildung von Virtuellen Teilchen und Feldern. Es gibt daher die Vorstellung eines Schaums von Teilchen und Feldern, die entstehen und sich wieder vernichten.
Die Vakuumenergie kann also Teilchen "aus dem Nichts" entstehen lassen, doch ist die schnell erfolgende Annihilation, von aus ihr spontan entstehenden Teilchen und Antiteilchen, und die somit erfolgte Rückführung in den Grundzustand durch die Unschärfe des Systems keine Verletzung des Energieerhaltungssatzes.
Der Physiker Stephen Hawking hat dabei seine Gedanken über die Vakuumenergie wie folgt geschildert:
Man nehme ein quantisiertes Objekt, in diesem Gedankenexperiment ein unglaublich winziges Pendel und man sage es ist in einem Zustand vollkommener Ruhe.
Dies setzt voraus, dass Ort und Impuls gleichzeitig bekannt sind, nämlich 0, doch dies wäre eine Verletzung der Unschärferelation.
Also postuliert man, dass Ort oder Geschwindigkeit unscharf sind, was bei näherer Betrachtung dazu führt, dass das Pendel entweder minimal vom senkrechten Winkel abweicht, wenn der Impuls 0 ist oder dass es minimale Schwingungen trotz allem ausführt bei senkrechter Ausrichtung nach "unten".
Wir sehen also: Nichts kann gemäß der Quantentheorie in vollkommener Ruhe sein. Da das Pendel nun aber durch seine Schwingung/Abweichung vom Lot durch Sätze der klassischen Physik Energie besitzt, schließen wir daraus, dass nichts absolut in Ruhe sein kann und somit auch nie Energie von = 0 hat.
Eine minimale Unschärfe von ~0 ist immer vorhanden, doch diese reicht als Vakuumenergie, der Theorie nach aus, um virtuelle Teilchen entstehen zu lassen.
(Um physikalische Korrektheit zu gewährleisten sei noch ", und um sie wieder zu vernichten.", dazugefügt.)
Stephen Hawking hat die Teilchenerzeugung der Vakuumenergie beschrieben als Mechanismus für die "Verdampfung" von Schwarze Löchern (Hawking-Strahlung).
Einige vermuten auch, dass die Vakuumenergie die in der Kosmologie diskutierte Dunkle Energie ist, die wesentliche Einfluss auf die Kosmologische Konstante und damit auf die zeitliche Entwicklung des Universums hat. Es gibt hierfür aber noch keine überzeugende Theorie. Ein Problem dabei ist, dass Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie zur Konsequenz hat, dass die Gesamtenergie des Universums gleich Null sein muss.
John Wheeler errechnete, daß, wenn die Quantengesetze bis in die Plancksche Länge von 10 hoch -33 cm gelten, die Energiedichte des Vakuums 10 hoch 94 g/cm3 betragen sollte. Die Höhe dieses Ergebnisses stellt ein Problem dar. Nach Einsteins Gleichung E = m×c² (Äquivalenz von Masse und Energie) wäre dann die Gravitationskraft des Vakuums sehr viel größer als die Gravitationskraft der gesamten Materie des Universums. Dann ist es ein Rätsel, wie sich das Universum ausdehnen konnte. Wenn es sich jedoch erst einmal ausgedehnt hat, wäre diese hohe Gravitationskraft des Vakuums nicht mehr einfach messbar, da sie ja gleichverteilt ist und sich für gewöhnlich in der Waage hält.
Es wird mitunter vermutetet, dass die Vakuumenergie zur Energiegewinnung genutzt werden kann. Siehe dazu Freie Energie (Pseudowissenschaft).
Kategorie:Quantenphysik
Bläschen-FusionDie Bläschenfusion (auch Sonolumineszenz-Fusion/Sonofusion, englisch bubble fusion) ist der Popularname für Experimente des Erzeugens einer kontrollierten Kernfusion mit Hilfe einer extremen Form von durch Schallwellen ausgelöster Kavitation. Die dabei entstehenden hohen Temperaturen, Drücke, Strahlungs- und Neutronendichten erhöhen die Chance, eine technisch nutzbare Kernfusion zu erzeugen.
Rusi P. Taleyarkhan vom Oak Ridge National Laboratory und Kollegen meldeten in der am 8. März 2001 erschienen Ausgabe des Magazins Science, dass eine akustische Kavitation im Experiment mit deuteriertem Aceton, d. h. Aceton, bei dem ein oder mehrere Wasserstoffatome durch das Wasserstoffisotop Deuterium ersetzt wurden, zur Produktion von Tritium und Neutronen geführt habe, was sie auf eine Fusion zurückführten.
Bei dem Versuch hatten sich in der durch starke Ultraschallwellen angeregeten Aceton-Mischung sowie Bestrahlung mit Neutronen sehr viele kleine Gasbläschen in der Größe von etwa 50 nm gebildet, die sich auf etwa 1 bis 6 mm ausdehnten und innerhalb von Nanosekunden sofort wieder zusammenfielen (Kavitation).
Obwohl bei jeder dieser Implosionen nur eine geringe Energiemenge frei wird, ist die Energiedichte sehr hoch, was zum Effekt der Sonolumineszenz führt: Kleine Lichtblitze werden ausgesendet und an der Oberfläche der Bläschen können Temperaturen über 10.000 °C gemessen werden. Die Vermutung ist, dass die Temperaturen im Inneren der Bläschen bei weit über 1 Milliarde Kelvin liegen und ein extrem hoher Druck entsteht, so dass Deuterium-Kerne zu Tritium verschmelzen können.
Seit den Berichten über eine kalte Fusion von Stanley Pons und Martin Fleischmann im Jahr 1989, die eine anfängliche Euphorie auslösten, letztlich aber nicht wiederholt werden konnten, steht die wissenschaftliche Welt Meldungen über dieser Art einfach herbeigeführte Kernfusionen sehr skeptisch gegenüber – entsprechend waren auch die Reaktionen auf den Bericht von Taleyarkhan. Um seinen Kritikern zu entsprechen wurde das Experiment 2004 mit leicht geändertem Versuchsaufbau von einer anderen Forschergruppe, aber wieder unter Beteiligung Taleyarkhans, wiederholt. Die im Januar 2005 vorgelegten Ergebnisse übertrafen sogar diejenigen des ersten Experiments, so dass Taleyarkhan seine Theorie bestätigt sah.
Anderen Labors war eine Wiederholung bis dato jedoch noch nicht gelungen. Die Kritik an Taleyarkhans Experiment (insbesondere von den ebenfalls im Oak Ridge National Laboratory arbeitenden Kernphysikern Dan Shapira und Michael J. Saltmarsh) entzündet sich in erster Linie allerdings nicht an der theoretischen Möglichkeit einer Kernfusion – dies ist weitgehend unbestritten – sondern an der Messgenauigkeit. Der Beweis einer Kernfusion ist durch den Nachweis von neu entstandenen Neutronen gegeben. Da eine Neutronen aussendende Quelle jedoch Bestandteil des Versuchsaufbaus ist, erfordert der Nachweis zusätzlicher, durch eine Fusion entstandener Neutronen höchste Präzision. Kritiker verlangen, dass ein Neutron innerhalb der Nanosekunde gemessen wird, in der auch der Lichtblitz auftritt, da sonst die Wahrscheinlichkeit zu hoch ist, dass es sich um von der Neutronenquelle stammende Neutronen handelt. Taleyarkhan konnte dies jedoch bislang nur innerhalb eines Zeitraums von einer Mikrosekunde erfüllen.
Eine zweite Bestätigung des Taleyarkhan-Experimentes durch eine unabhängige Gruppe um Yiban Xu und Adam Butt mit deutlich vereinfachtem Versuchsaufbau wurde im Juli 2005 gemeldet. Die Gruppe benutzte eine kontinuierliche anstelle der gepulsten Neutronenquelle, welche von Taleyarkhans Teams benutzt wurde. Zweifel konnten zwar noch nicht ausgeräumt werden, nichtsdestotrotz wird von allen Wissenschaftlern, auch Kritikern, eine weitere Erforschung befürwortet.
Literatur
- R. P. Taleyarkhan et al., Evidence for nuclear emissions during acoustic cavitation, Science 295, 1868-1873 (2002)
- D. Shapira and M. Saltmarsh, Nuclear Fusion in Collapsing Bubbles — Is It There? An Attempt to Repeat the Observation of Nuclear Emissions from Sonoluminescence, Phys. Rev. Lett. 89, 104302 (2002)
- Y. Didenko and K. Suslick, Nature 418, 394 (2002)
- R. P. Taleyarkhan et al., Additional Evidence of Nuclear Emissions During Acoustic Cavitation, Physical Review E 69, 036109, 22 March 2004.
Weblinks
- [http://www.sciencenews.org/articles/20020309/fob1.asp Star in a Jar? Hints of nuclear fusion found — maybe]; Peter Weiss; Science News Online; 9. März 2002
- [http://www.rpi.edu/~laheyr/SciencePaper.pdf Comments on the Shapira and Saltmarsh Report]; R. P. Taleyarkhana, R.C. Blockb, C.D. Westa and R. T. Lahey, Jr.; Rensselaer Polytechnic Institute; 2. März 2002
- [http://www.spectrum.ieee.org/may05/1119 Bubble Power]; Richard T. Lahey Jr., Rusi P. Taleyarkhan & Robert I. Nigmatulin; IEEE Spectrum Online
- [http://news.uns.purdue.edu/UNS/html4ever/2005/050712.Xu.fusion.html Purdue findings support earlier nuclear fusion experiments]; Yiban Xu und Adam Butt; Purdue University; 12. Juli 2005
- [http://www.pro-physik.de/Phy/External/PhyH/1,,2-0-177-0-1-display_in_frame-0-0-,00.html?recordId=763&table=NEWS&newsPageId=18299 Kontrovers diskutiert: Kernfusion durch implodierende Blasen]; Pro Physik; 6. März 2002
- [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20541/1.html Bläschen-Fusion nimmt weitere Hürde]; Haiko Lietz; Telepolis; 18. Juli 2005
- [http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/396673/ Neues von der Bläschen-Fusion]; Deutschlandfunk; 15. Juli 2005
Siehe auch
Kernfusion, kalte Fusion, Plasmaphysik
Kategorie:Kernphysik
2002
Jahreswidmungen
- 2002 ist „Jahr des Kulturerbes“ (UNESCO)
- 2002 ist „Internationales Jahr des Ökotourismus“ (UNO)
- 2002 ist „Internationales Jahr der Berge“ (UNO)
- Der Orangefuchsige Rauhkopf (Cortinarius orellanus) ist Pilz des Jahres (Deutsche Gesellschaft für Mykologie)
- Der Haussperling (Passer domesticus) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- Der Wacholder (Juniperus communis) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Die Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis) ist Orchidee des Jahres (Arbeitskreis Heimische Orchideen/Deutschland)
- Der Rothirsch (Cervus elaphus) ist Tier des Jahres (Schutzgemeinschaft Deutsches Wild)
- Die Aster (Aster) ist Staude des Jahres (Bund deutscher Staudengärtner)
Politik
Januar
- 1. Januar: Kaspar Villiger wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Afghanistan. Hamid Karzai übernimmt die Übergangsregierung
- 1. Januar: Deutscher Botschafter in Kabul, Afghanistan, akkreditiert
- 1. Januar: Abkommen über Zollerleichterungen im Textilbereich zwischen Pakistan und der EU
- 1. Januar: Die EU hebt die Visapflicht für Rumänien auf
- 1. Januar: Inkrafttreten des bilateralen Abkommens zwischen der EU und der Schweiz
- 2. Januar: Levy Mwanawasa wird Staatspräsident von Sambia
- 2. Januar: Argentinien. Eduardo Duhalde wird neuer Staatspräsident
- 11. Januar: Argentinien beendete die Konvertibilität seiner Währung gegenüber dem US-Dollar
- 12. Januar: Pakistan. In einer Grundsatzrede verurteilt Präsident Pervez Musharraf Terror und Intoleranz
Februar
- 10. Februar: Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Staatsbesuch in Mexiko
- 11. Februar: Parlamentswahlen in Liechtenstein
- 13. Februar: Deutschland übernimmt führende Rolle beim Aufbau der Polizei in Afghanistan
- 14. Februar: Bundeskanzler Gerhard Schröder besuchte Argentinien
- 14. Februar: Bahrain wird Königreich. Erster König ist Scheich Hamad ibn Isa al-Khalifa
- 22. Februar: Angola. Tod von UNITA-Führer Jonas Savimbi
- 24. Februar: Laos. Parlamentswahlen
März
- 1. März: Neues Kindschaftsrecht in Kenia
- 3. März: Volksabstimmung in der Schweiz über Zugehörigkeit zu den Vereinten Nationen
- 10. März: Parlamentswahlen in Kolumbien
- 15. März: Erneute Waffenstillstandsverhandlungen in Angola
- 17. März: Parlamentswahlen in Portugal
- 19. März: Bundespräsident Johannes Rau besucht Rumänien
- 19. März: Der italienische Regierungsberater Marco Biagi wird in Bologna von einer Splittergruppe der Roten Brigaden ermordet
- 21. März: In Liaoyang in Nordchina protestieren Tausende von entlassenen Arbeitern und fordern die Freilassung eines inhaftierten Arbeiterführers
- 21. März: Eine Autobombe in der Nähe der USA-Botschaft in Lima tötet neun Menschen und verletzt mindestens 25 weitere. Der Anschlag erfolgt wenige Tage vor dem Eintreffen des US-amerikanischen Präsidenten George W. Bush
- 22. März: Bei der Bundesratsabstimmung über das Zuwanderungsgesetz kam es im Bundesrat zum Eklat, als das Bundesland Brandenburg uneinheitlich abstimmte und der Bundesratspräsident dieses Votum dann als Ja Stimme wertete. Mit seiner Entscheidung vom 18. Dezember 2002 hob das Bundesverfassungsgericht diese Entscheidung auf
- 25. März: Abdullah Tarmugi wird Parlamentspräsident in Singapur
April
- 4. April: Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommen zwischen der militärischen UNITA und Regierungsstreitkräften in Angola
- 6. April: Dr. José Manuel Durão Barroso wird Ministerpräsident in Portugal
- 8. April: Der Staatspräsident der Volksrepublik China, Jiang Zemin, stattet Deutschland einen Staatsbesuch ab
- 11. April: Tunesien. Anschlag auf die Synagoge „Al Ghriba“ auf Djerba
- 12. April: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Oman
- 14. April: Das Investitionsförderungs- und -schutzabkommen zwischen Deutschland und Kambodscha tritt in Kraft
- 14. April: Komoren. Präsidentschaftswahlen
- 20. April: Parlamentswahlen auf Niue
- 22. April: Algerien. Assoziierungsabkommen mit der EU
- 30. April: Algerien und Deutschland treffen Rahmenabkommen zur technischen Zusammenarbeit
- 30. April: Parlamentswahlen in Albanien. Präsident wurde Servet Pellumbi
Mai
- 1. Mai: Das Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Jordanien tritt in Kraft
- 2. Mai: Bahamas. Perry Christie wird Premierminister
- 2. Mai: Young Vivian wird Premierminister von Niue
- 5. Mai: Frankreich. Jacques Chirac wird als Staatspräsident wiedergewählt
- 6. Mai: Frankreich. Staatspräsident Jacques Chirac ernennt Jean-Pierre Raffarin zum Ministerpräsidenten
- 6. Mai: Marc Ravalomanana wird Staatspräsident in Madagaskar
- 6. Mai: Niederlande. Ermordung des Politikers Pim Fortuyn
- 8. Mai: Dr. Abel Pacheco de la Espriella wird Staatspräsident in Costa Rica
- 12. Mai: Amadou Toumani Touré wird Staatspräsident von Mali
- 14. Mai: Dr. Ahmad Tejan Kabbah wird als Staatspräsident in Sierra Leone in seinem Amt bestätigt
- 14. Mai: Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Sierra Leone
- 16. Mai: Dominikanische Republik. Parlamentswahlen
- 20. Mai: Timor-Leste wird unabhängig
- 21. Mai: Der zweite Rundbrief der ISO erscheint
- 22. Mai: Das Unterhaus in Nepal wird aufgelöst
- 24. Mai: Vertrag zur Reduzierung strategischer Offensivwaffen wird von Russland und den USA unterzeichnet
- 25. Mai: Lesotho. Parlamentswahlen
- 29. Mai: Bundespräsident Dr. Johannes Rau besucht Slowenien
- 30. Mai: Parlamentswahlen in Algerien
Juni
- 13. Juni: Die USA treten einseitig vom ABM-Vertrag zurück
- 13. Juni: Erste Ratsversammlung aller afghanischen Stammesführer in Kabul, Afghanistan
- 14. Juni: Regierungsabkommen über filmwirtschaftliche Beziehungen zwischen Luxemburg und Deutschland
- 17. Juni: Das Assoziierungsabkommen zwischen der EU und dem Libanon wird unterzeichnet
- 24. Juni: Albanien. Das Parlament wählt den ehemaligen Verteidigungsminister Dr. Alfred Moisiu zum Präsidenten
- 24. Juni: Neuer Investitionsförderungs und -schutzvertrag zwischen Deutschland und Thailand
- 30. Juni: Parlamentswahlen in Kamerun
- 30. Juni: Das „Obere Mittelrheintal“ zwischen Bingen/Rüdesheim und Koblenz wird von der UNESCO zum „Weltkulturerbe der Menschheit“ erklärt
Juli
- 5. Juli: Angola ratifiziert das Ottawa-Abkommen über die Ächtung von Anti-Personen-Minen
- 7. Juli: Algerien lässt 101 marokkanischen Kriegsgefangene nach über 20 Jahren Gefangenschaft frei
- 16. Juli: Die republikanische Untergrundorganisation Nordirlands IRA, entschuldigt sich erstmals für die zivilen Opfer der eigenen Terroraktionen
- 22. Juli: Das Kulturabkommen zwischen Deutschland und Kirgisistan tritt in Kraft
- 23. Juli: Taiwan bricht die diplomatischen Beziehungen zu Nauru ab
- 25. Juli: Avul Pakir Jainulabdeen Abdul Kalam wird Staatspräsident in Indien
- 27. Juli: Fatos Nano wird Regierungschef in Albanien
- 30. Juli: Demokratische Republik Kongo. Unterzeichnung des Friedensabkommens in Pretoria, Südafrika mit Ruanda
- 30. Juli: 5. Besuch von Papst Johannes Paul II. in Mexiko
August
- 1. August: Erbach (Donau) erhält das Stadtrecht
- 3. August: Bolivien. Sánchez de Lozada wurde zum Präsidenten gewählt
- 7. August: Álvaro Uribe Vélez wird Staatspräsident in Kolumbien
- 15. August: Michael Somare wird Regierungschef in Papua-Neuguinea
- 22. August: Einweihung der Polizeiakademie in Kabul, Afghanistan durch Präsident Hamid Karsai und Innenminister Taj Mohammad Wardak
- 23. August: Angola. Übereinkommen zwischen Regierung und UNITA, das Lusaka-Protokoll innerhalb von 45 Tagen umzusetzen
- 23. August: Der erste deutsche Botschafter in Timor-Leste ist Dr. Fulda
- 24. August: Regierungsneubildung in Kamerun
September
- 5. September: Eröffnung der deutsch-rumänischen Handelskammer in Bukarest, Rumänien
- 6. September: Prof. Iajuddin Ahmed wird Präsident von Bangladesch
- 10. September: Schweiz wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 12. September: UNO, Der US-Präsident George W. Bush erklärt vor der UNO, dass die USA gegebenenfalls auch im Alleingang militärisch gegen den Irak vorgehen werden
- 15. September: Parlamentswahlen in Mazedonien
- 15. September: Regierungsumbildung in Mazedonien
- 16. September: Ibrahim Boubacar Keita wird Ministerpräsident von Mali
- 19. September: Erneuter Putschversuch in Côte d'Ivoire
- 20. September: Lettland. 67 % der Wahlberechtigten sprechen sich für einen Beitritt zur EU aus
- 22. September: Bundestagswahl 2002. SPD und Grüne können ihre Regierungsmehrheit knapp behaupten, SPD = 251 Mandate, CDU/CSU = 248, Grüne = 55, FDP = 48. Die PDS scheitert an der 5%-Klausel, kann aber in Berlin zwei Direktmandate erringen
- 24. September: In Bahrain wird ein Gesetz zur Gründung von freien Gewerkschaften erlassen
- 27. September: Parlamentswahlen in Marokko
- 27. September: Entlassung der Regierung durch den Staatspräsidenten in São Tomé und Príncipe
Oktober
- 4. Oktober: Maria das Neves Ceita a Baista de Sousa wird Staatsoberhaupt in São Tomé und Príncipe
- 5. Oktober: Parlamentswahlen in Lettland
- 5. Oktober: Ruanda. Alle militärischen Truppen aus dem Kongo sind zurück
- 6. Oktober: Niederlande. Tod von Prinz Claus von Amsberg, Prinz der Niederlande
- 8. Oktober: Senatswahlen in Kasachstan
- 8. Oktober: Der Außenminister von Israel besucht Mauretanien
- 10. Oktober: Kommunalwahlen in Algerien, aus denen die FLN erneut siegreich hervorging
- 10. Oktober: Parlamentswahlen in Pakistan
- 11. Oktober: Lokendra Bahadur Chand wird neuer Premierminister in Nepal
- 16. Oktober: Eröffnung der „Bibliotheca Alexandrina“ in Kairo, Ägypten
- 21. Oktober: König Abdullah II. von Jordanien auf Staatsbesuch in Deutschland
- 21. Oktober: In Mexiko beginnt des Asia-Pacific Economic Cooperation-Gipfels APEC
- 24. Oktober: Bahrain. Erster Wahlgang für Parlamentswahlen seit fast 30 Jahren. 2. Gang: 31. Oktober
November
- 1. November: Branco Crvenkovski wird Ministerpräsident in Mazedonien
- 1. November: (bis 15. November. Volkszählung in Mazedonien
- 7. November: Idrissa Seck wird Premierminister von Senegal
- 11. November: Bundespräsident Johannes Rau zum Staatsbesuch in Spanien
- 12. November: Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Brandenburg
- 15. November: Ruanda. Kabinettsumbildung
- 17. November: Kommunalwahlen in Peru
- 18. November: Chile unterzeichnet das Assoziationsabkommen mit der | | |