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Sowjetunion
Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (kurz UdSSR oder Sowjetunion, bzw. russisch Союз Советских Социалистических Республик (СССР), Sojus Sowjetskich Sozialistitscheskich Respublik (SSSR) ) war ein Staat in Osteuropa und Nordasien. Sie bestand vom 30. Dezember 1922 – nach der russischen Oktoberrevolution - bis zur offiziellen Auflösung am 8. Dezember 1991 – auf dem Gebiet des ehemaligen russischen Reiches. Später dehnte sie sich auf die von den Nachbarstaaten Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Deutschland, Rumänien und Polen eroberten Gebiete aus.
Die Sowjetunion war damit der geographisch grösste Staat in der neueren Geschichte der Menschheit. Ihr Rechtsnachfolger (mit 78% der früheren Fläche) ist seit 1991/92 die Russische Föderation.
Formal war die Sowjetunion ein Staatenbund von Teilstaaten (Unionsrepubliken); de facto war sie ein zentralistisch regierter und von Russland dominierter Staat. Nominell wurde sie demokratisch durch Räte (Sowjets) bzw. ein Parlament regiert. Die tatsächliche Macht lag aber stets bei der Führung der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, die das Land besonders unter Stalin totalitär, später eher diktatorisch regierte. Gegen Ende der UdSSR unternahm Michail Gorbatschow unter dem Stichwort Perestroika Anstrengungen, tatsächlich demokratische Institutionen einzuführen.
Politik
Die Regierung der Sowjetunion war nicht nur für die Gesetzgebung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit des Landes zuständig, sondern verwaltete auch die Wirtschaft. Die grundlegenden politischen Entscheidungen wurden von der wichtigsten politischen Institution des Landes, der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) getroffen.
In den späten 1980ern war der Aufbau des Staates in der Theorie ähnlich wie bei westlichen politischen Systemen organisiert. So setzte eine Verfassung alle Staatsorgane ein und garantierte den Bürgern eine Reihe von politischen Rechten und Bürgerrechten. Eine legislative Gewalt, der Kongress der Volksbeauftragten und ein ständiger legislativer Rat, der Oberste Sowjet, als Volksvertretung repräsentierten die Souveränität des Volkes. Der Oberste Sowjet wählte das Präsidium, dessen Vorsitzender auch als Staatsoberhaupt fungierte und überwachte den Rat der Volkskommissare, später der Ministerrat, der als die exekutive Gewalt agierte. Der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, dessen Wahl von der Legislative bestätigt werden musste, war der Regierungschef. Eine verfassungsbasierte Judikative wurde durch ein System von Gerichtshöfen, dessen oberster der Oberste Gerichtshof war, repräsentiert. Der Oberste Gerichtshof war verantwortlich für die Überwachung der Gesetzmäßigkeit der Regierungsinstitutionen. Nach der Verfassung von 1977 hatte das Land eine föderale Struktur, die den einzelnen Teilrepubliken bestimmte souveräne Rechte (z. B. die Entscheidung über Minderheitenpolitik) zusprach.
In der Praxis jedoch wurden viele der Aufgaben der einzelnen Regierungsinstitutionen von der einzigen erlaubten Partei, der KPdSU, wahrgenommen. Die eigentlichen Grundlagen- und Richtlinienentscheidungen wurden von der Partei getroffen und von der Regierung übernommen, die eher die Entscheidungen der Partei ratifizierte als selbst Gesetze zu beschließen. Eine Reihe verschiedener Mechanismen sorgte dafür, dass die Regierung die Entscheidungen der Partei mit trug. Zwar konnten die Bürger der Sowjetunion sich bei allen Wahlen entscheiden, welchen Kandidaten sie wählten, aber da alle Kandidaten der KPdSU angehören mussten und von der Partei aufgestellt wurden, konnte die Kommunistische Partei alle wichtigen Positionen in der Regierung mit Personen setzen, die der Parteiführung gegenüber loyal waren. Die Personen in Regierungsämtern wurden strikt von der KPdSU überwacht, um zu verhindern, dass sie von der offiziellen Linie abwichen.
Die Hauptaufgabe der Exekutive, des Ministerrats, war die Verwaltung der Wirtschaft. Der Ministerrat war über die gesamte Zeit seines Bestehens mit der Kommunistischen Partei gegenüber loyalen Politikern besetzt, der Vorsitzende des Ministerrats war immer auch ein Mitglied des Politbüros, der zentralen Entscheidungsinstanz der KPdSU. Oft war es auch der Generalsekretär der Partei selbst. Der Vorsitzende hatte eine dominante Stellung gegenüber den anderen Ministern.
Nach der Verfassung von 1988 war das höchste legislative Gremium der Sowjetunion der Kongress der Volksbeauftragten. Die wichtigste Aufgabe des Kongresses war die Wahl einer kleineren, ständigen legislativen Versammlung, dem Obersten Sowjet mit seinem Vorsitzenden, der gleichzeitig Staatsoberhaupt war. Obwohl der Kongress der Volksbeauftragten theoretisch allein das Recht hatte, Gesetze zu beschließen, trat er nur selten zusammen, um Gesetzesentwürfen der Partei, des Ministerrats und des Obersten Sowjets zuzustimmen. Der Oberste Sowjet hatte das Recht, das geltende Recht der Sowjetunion zu interpretieren und zusammen mit dem Ministerrat Dekrete zu beschließen, falls es in den bestehenden Gesetzen Unklarheiten gab.
Das Rechtssystem unterschied sich von dem in westlichen Staaten gepflegten. Statt dass ein Verteidiger und ein Staatsanwalt für bzw. gegen den Angeklagten argumentierten, arbeitete der Richter mit den Staatsanwalt und dem Verteidiger zusammen, um sicherzustellen, dass die Prozesse die Wahrheit zu Tage förderten, was auch zu Missbrauch führte.
Die Sowjetunion war offiziell ein föderaler Staat, der aus 15 Republiken gebildet wurde, die theoretisch auch das Recht hatten, wieder aus der Union auszutreten. Die Republiken hatten ihre eigenen Verfassungen, die, wie die Verfassung der gesamten Union, theoretisch die Gewaltenteilung in der Sowjetunion garantieren sollten. In der Praxis hatte die zentrale Regierung jedoch alle wichtigen Befugnisse an sich gezogen und traf Entscheidungen, die von den regionalen Behörden nur ausgeführt wurden.
Fläche und Bevölkerung
Die Sowjetunion grenzte nach 1945 im Westen an Rumänien, Ungarn, die Tschechoslowakei, Polen, die Ostsee, Finnland und Norwegen; im Norden an die Barentssee, die Karasee, die Laptewsee sowie an die Ostsibirische See; im Osten an das Ochotskische Meer, das Beringmeer sowie an den Pazifischen Ozean; im Süden an Nordkorea, die Volksrepublik China, die Mongolei, Afghanistan, den Iran und die Türkei.
Das Territorium der UdSSR umfasste mit 22,4 Millionen Quadratkilometern fast ein Sechstel des Festlandes der Erde. In West-Ost-Richtung erstreckte es sich vom Schwarzen Meer und der Ostsee bis zum Pazifischen Ozean über fast 10.000 Kilometer. Von Norden nach Süden hatte es eine Ausdehnung von fast 5.000 Kilometern. Die Sowjetunion berührte 11 der 24 Zeitzonen der Erde.
Nach Stand der Volkszählung von 1988 hatte die Sowjetunion in 15 Unionsrepubliken 286,717 Mio. Einwohner. Die RSFSR (Russische Sozialistische Föderalistische Sowjetrepublik) war sowohl flächen- als auch bevölkerungsmäßig die bei weitem größte Unionsrepublik und auch in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht dominierend.
Religion in der Sowjetunion
In dieser Zeit wurde die Religionsausübung verboten,
waren um 1920 noch etwa 90 % der Russen in der Orthodoxe Kirche organisiert, so sank die Zahl bis 1940 auf unter 30 %.
Tausende Priester wurden hingerichtet oder in Arbeitslager deportiert.
Ebenso in Zentralasiatischen Republiken wo mehrheitlich Muslime lebten, wurden die meisten Moscheen geschlossen und die Religiosausübung ebenfalls verboten.
Viele Gläubige waren Repressalien ausgesetzt.
Mehr dazu in der englischen wikipedia.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Sowjetunion
Das damalige Zarenreich Russland wurde mit der Oktoberrevolution, benannt nach den - allerdings schnell entmachteten - Räten (russ. Sowjets), zur Sowjetunion. Die frühe Sowjetregierung, in der die Revolutionsführer Wladimir Iljitsch Lenin und Leo Trotzki als Regierungs- bzw. Armeechefs, als Vorsitzender des Rates der Volkskommissare fungierten, versuchten eine zentralwirtschaftliche nachholende Industrialisierung des Landes durchzuführen. Ein vorher in sämtlichen Bereichen rückständiges Bauernland, in dem zum Teil mittelalterliche, präziser ausgedrückt feudal-asiatische Produktionsverhältnisse herrschten, sollte innerhalb von 20 Jahren zur Industriemacht und zum militärischen Ausgangspunkt der Weltrevolution umgestaltet werden. Dies geschah durch den forcierten, in seiner Ausführung berserkerartigen Aufbau der Schwerindustrie von 1928 an. Die ideologische Macht der Partei sollte durch umfassende Alphabetisierungskampagnen unter der unwissenden Bevölkerung gefestigt werden.
Da durch den während der Revolution, der Bekämpfung ihrer vorgeblichen Gegner ("Konterrevolutionäre") und während des nachfolgenden Bürgerkrieges (1917-1921) praktizierten Kriegskommunismus eine katastrophale wirtschaftliche Lage entstanden war, wurde 1921 die so genannte Neue Ökonomische Politik (NEP) eingeführt, die eine Reihe marktwirtschaftlicher Zugeständnisse enthielt. Die herrschende Kaste der Bürokratie, die ihren Führer in Josef Stalin gefunden hatte, ging nach jahrelangem Zögern und einer den Kleinbürgern und russischen Großbauern (Kulaken) entgegenkommenden Politik zu einer willkürlichen und fehlerhaften Planwirtschaft über. Die Landwirtschaft wurde in Sowchosen und Kolchosen in einer Weise zwangskollektiviert, dass es die Union wirtschaftlich wiederum in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand versetzte.
Außenpolitik
Ein wichtiger Schritt aus der selbst gewählten Isolierung bildete der Ausgleich mit Deutschland im Vertrag von Rapallo von 1922, das die UdSSR als erster ausländischer Staat diplomatisch anerkannte. Am 18. September 1934 trat die Sowjetunion dem Völkerbund bei.
Das Verhältnis zum nationalsozialistischen Regime in Deutschland war von Anfang an sehr gespannt. Hitlers aggressive Außenpolitik und seine Herabwürdigung der slawischen Völker als "Untermenschen", ebenso wie seine extreme Feindschaft zum Kommunismus, beeinträchtigten die deutsch-sowjetischen Beziehungen sehr stark. Dennoch schlossen die Sowjetunion und Deutschland am 23. August 1939 einen Nichtangriffspakt, den so genannten Hitler-Stalin-Pakt. In einem geheimen Zusatzprotokoll legten die Sowjetunion und Deutschland ihre Interessensphären in Osteuropa fest.
Nachdem Deutschland am 1. September 1939 Polen überfallen und dessen westlichen Teil bis zur vereinbarten Interessengrenze besetzt hatte, marschierte die Rote Armee am 17. September 1939 im östlichen Teil Polens ein. Stalin begründete diesen Schritt offiziell damit, dass er die verwandten Völker der Weißrussen und Ukrainer gegen die deutsche Bedrohung schützen wolle. Am 28. September, einen Tag nach der Kapitulation der Stadt Warschau, schloss die Sowjetunion mit Deutschland einen Grenz- und Freundschaftsvertrag ab. Am 10. Februar 1940 folgte ein Wirtschaftabkommen zwischen den beiden Staaten. Die Gründe für den Hitler-Stalin-Pakt sind in der modernen Geschichtsforschung umstritten. Eine gewisse Rolle spielte sicherlich, dass beide Staaten ihren Einfluss in Osteuropa vergrößern wollten und Stalin hoffte, mit einem Nichtangriffspakt dies ohne einen Krieg bewerkstelligen zu können. Das Handeln der Sowjetunion wird von einigen auch unter Hinweis auf die z. T. antisowjetische Stoßrichtung der britischen Appeasement-Politik als eine notwendige Absicherung der Sowjetunion gegen einen Angriff aus dem Westen (sei es nun von Deutschland oder von den westeuropäischen Staaten und den USA) verteidigt.
Am 30. November 1939 begann die Sowjetunion den so genannten Winterkrieg mit Finnland. Wegen dieses Angriffs wurde die Sowjetunion aus dem Völkerbund ausgeschlossen. Infolge des Krieges musste Finnland Teile seines Staatsgebietes in Karelien an die Sowjetunion abtreten, die dort die Karelo-Finnische Sozialistische Sowjetrepublik errichtete.
Im Juni 1940 annektierte und okkupierte die Sowjetunion die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie im Juli 1940 Bessarabien (das spätere Moldawien) sowie die Bukowina.
Am 22. Juni 1941 wurde die Sowjetunion von Deutschland angegriffen. Im sowjetischen bzw. russischen Geschichtsbewusstsein beginnt hier (nicht 1939) der Zweite Weltkrieg als der Große Vaterländische Krieg. Die Sowjetunion versuchte nach dem deutschen Angriff eine Allianz mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika zu schließen. Hauptanliegen der Sowjetunion war dabei die Errichtung einer Zweiten Front.
Zwar war vor allem das Verhältnis zu Großbritannien von wechselseitigem Misstrauen geprägt, jedoch unterstützten die von der Sowjetunion zuvor als Imperialisten angesehenen Alliierten sie nach Kräften. In den großen Konferenzen von Teheran und Jalta gelang es schließlich, eine Antihitlerkoalition zu schmieden und den Kampf gegen Deutschland abzustimmen. Die Sowjetunion trug in dem Kampf gegen Deutschland, nach Ansicht der meisten Historiker, die Hauptlast. Davon zeugt auch, dass über 80% der deutschen Verluste an der Ostfront zustande kamen.
Die kriegsverwüstete Sowjetunion ging 1945 aus dem Zweiten Weltkrieg innerlich geschwächt, jedoch auch als Siegermacht in Europa hervor. Mehrere Staaten in Mittel- und Osteuropa gerieten unter sowjetische Kontrolle. Die Sowjetunion war Besatzungsmacht im mittleren Teil Deutschlands (u. a. in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)) und darüber hinaus auch in ganz Osteuropa.
In der Konferenz von Potsdam versuchten sich die drei Siegermächte des Krieges in Europa auf eine Nachkriegsordnung zu einigen, was jedoch nur zum Teil gelang. Die Antihitlerkoalition, die gegen den gemeinsamen Feind Deutschland mühsam zustande gekommen war, zerbrach nach dem Sieg über Hitler am gegenseitigen Misstrauen. Aus den unterschiedlichen Vorstellungen über die europäische Nachkriegsordnung entwickelte sich schließlich der Ost-West-Konflikt.
Innere Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg
Michail Sergejewitsch Gorbatschow
Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte die Sowjetunion, den gewonnenen territorialen Machtbereich abzusichern. Das im Hitler-Stalin-Pakt vereinbarte sowjetische Interessengebiet in Ostpolen sowie das gesamte Baltikum schloss die UdSSR dauerhaft ihrem Staatsgebiet an; darüber hinaus bildete sie zahlreiche Satellitenstaaten, in denen sie, vor allem in Osteuropa, so genannte Volksdemokratien errichtete.
Der XX. Parteitag der KPdSU 1956 proklamierte die Abkehr vom Stalinismus, Nikita Chruschtschow rief eine grundlegende Wende in der sowjetischen Politik aus. Trotz der vorsichtigen Liberalisierung im Inneren ("Tauwetter") kann von einer grundlegenden Wende in der sowjet. Politik nicht gesprochen werden. Die Reformbewegung in Ungarn 1956 wurde blutig niedergeschlagen. Trotz nun intensiverer diplomatischer Kontakte zu den USA, ging der Kalte Krieg weiter und brachte die Welt 1962 in der Kubakrise an den Rand eines Atomkrieges. Auf Druck der USA zog Chrutschschow im letzten Moment die geplanten Raketen ab und verhinderte die drohende Eskalation.
Erfolge verbuchte der Staat bei der prestigeträchtigen "Eroberung" des Weltalls. Mit dem Hund Leica entsandte man das erste Lebewesen und mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All.(1961)
1964 wurde Chruschtschow durch den konservativen Leonid Breschnew als Generalsekretär ersetzt (bis 1983. Reformversuchen in anderen sich selbst als kommunistisch bezeichnenden Staaten widersetzte sich das Regime vehement. Die Freiheitsbewegung des "Prager Frühling" in der Tschechoslowakei (1968) wurde mit Panzern des Warschauer Pakts niedergeschlagen. Auch die Verhängung des Kriegsrechts in Polen 1980 (Niederschlagung der Reformbewegung der Gewerkschaft) Solidarität, geschah unter dem Druck Moskaus.
1979 marschierten sowjetische Truppen in Afghanistan ein. Nach hohen Verlusten musste man die Truppen jedoch 1985 wieder abziehen.
Die von Michail Gorbatschow ab 1985 eingeleiteten Programme von Perestrojka (Umbau) und Glasnost (Offenheit) sollten den Realsozialismus reformieren, führten aber letztendlich zum Untergang des Staates.
In Jahren 1990 - 1991 erklärten die baltischen Republiken Litauen, Lettland und Estland als erste ihre Unabhängigkeit. Die zentralasiatischen und kaukasischen Republiken sowie Moldawien folgten ihrem Beispiel. Am 8. Dezember 1991 beschlossen die Staatsoberhäupter der drei letzten in der Union verbliebenen Republiken – der russischen, ukrainischen und weißrussischen – die offizielle Auflösung der Sowjetunion und gründeten gleichzeitig die Gemeinschaft unabhängiger Staaten GUS.
Die Mitglieder im Überblick
- 20px Armenien
- 20px Aserbaidschan
- 20px Estland ( - ) ( - )
- 20px Georgien
- 20px Kasachstan
- 20px Kirgisien
- 20px Lettland ( - ) ( - )
- 20px Litauen ( - ) ( - )
- 20px Moldawien
- 20px Russland
- 20px Tadschikistan
- 20px Turkmenistan ( - )
- 20px Ukraine
- 20px Usbekistan
- 20px Weißrussland
Die mit ( - ) gekennzeichneten Staaten sind seit 2004 Mitglieder der EU und der NATO.
Die mit ( - ) gekennzeichneten Staaten waren Teilrepubliken der UdSSR, sind jedoch nicht Mitglied der GUS.
Führungsspitze der Sowjetunion
Parteichefs der Bolschewiki (1903–1918), der Kommunistischen Partei Russlands (1918–1925) bzw. der Kommunistischen Partei der Sowjetunion/ KPdSU (1925–1991), und somit eigentliche Machthaber, waren:
#1903–1924: Wladimir Lenin (eigentlich: Uljanow)
#1922–1953: Josef Stalin (eigentlich: Dschugaschwili) (Generalsekretär)
#1953–1964: Nikita Chruschtschow (Erster Sekretär)
#1964–1982: Leonid Breschnew (ab 1966 Generalsekretär)
#1982–1984: Juri Andropow (Generalsekretär)
#1984–1985: Konstantin Tschernenko
#1985–1991: Michail Gorbatschow
Regierungschefs der Sowjetunion: (1917–1946: Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, 1946–1991: Vorsitzende des Ministerrates, 28.8.1991–25.12.1991: Ministerpräsident der UdSSR und Vorsitzender des Interrepublikanischen Wirtschaftskomitees)
#1917–1924: Wladimir Lenin (eigentlich: Uljanow) Begründer der Bolschewistischen Partei
#1924–1930: Alexei Rykow
#1930–1941: Wjatscheslaw Molotow
#1941–1953: Josef Stalin (eigentlich: Dschugaschwili)
#1953–1955: Georgi Malenkow
#1955–1958: Nikolai Bulganin
#1958–1964: Nikita Chruschtschow
#1964–1980: Alexei Kossygin
#1980–1985: Nikolai Tichonow
#1985–1991: Nikolai Ryschkow
#1991: Walentin Pawlow (Januar bis August)
#1991: Iwan Silajew (August bis September)
#1991: Oleg Lobow (September bis November)
Staatsoberhäupter der Sowjetunion (1922–1938: Vorsitzender des Zentralen Exekutivkomitees, 1938–1989: Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets, 1989–1990: Vorsitzender des Obersten Sowjets, 1990–1991: Staatspräsident)
1991
#1919–1946: Michail Kalinin
#1946–1953: Nikolai Schwernik
#1953–1960: Kliment Woroschilow
#1960–1964: Leonid Breschnew
#1964–1965: Anastas Mikojan
#1965–1977: Nikolai Podgorny
#1977–1982: Leonid Breschnew
#1983–1984: Juri Andropow
#1984–1985: Konstantin Tschernenko
#1985–1988: Andrei Gromyko
#1988–1991: Michail Gorbatschow (ab 1990 Präsident der Sowjetunion)
Nationalhymne
Bis 1944 war die Internationale die Nationalhymne der Sowjetunion. Im Jahre 1943 komponierte Alexander Wassiljewitsch Alexandrow ( - 1883; † 1946) eine eigens für die Sowjetunion bestimmte Hymne (siehe Hymne der Sowjetunion) und Sergei Wladimirowitsch Michalkow ( - 1913) schrieb den Text. Diese Hymne wurde erstmals am 1. Januar 1944 der Öffentlichkeit präsentiert. Dreieinhalb Monate später, am 15. März 1944, wurde dieses Lied zur offiziellen Nationalhymne der Sowjetunion erklärt.
Von 1955 (nach Stalins Tod) bis 1977 wurde die Hymne stets ohne Text interpretiert.
Diese Hymne erfuhr 1977 als Folge der Entstalinisierung ihre einzige Änderung, bei der unter anderem Stalins Name aus dem Text entfernt wurde.
Nach dem Zusammenbruch der UdSSR warf das neue Russland das Sowjeterbe ab und gab sich eine komplett neue Hymne. Da sich diese nie großer Beliebtheit erfreute, wurde im Jahr 2000 die alte Sowjethymne mit neuem Text wieder zur Nationalhymne Russlands.
Text
Vgl. hierzu den Artikel Hymne der Sowjetunion
Literatur
- Leonid Luks: Geschichte Russlands und der Sowjetunion: von Lenin bis Jelzin. Pustet, Regensburg 2000, ISBN 3-7917-1687-5
- Helmut Altrichter: Kleine Geschichte der Sowjetunion 1917-1991. München 2001 ISBN 3406459706
- Manfred Hildermeier: Die Sowjetunion 1917 – 1991. Oldenbourg, München 2001, ISBN 3-486-56497-8
- Thomas M. Bohn (Hrsg.): Geschichte des russischen Reiches und der Sowjetunion. Böhlau, Köln 2002, ISBN 3-412-14098-8
- Karl Held (Hrsg.): Das Lebenswerk des Michail Gorbatschow: Von der Reform des realen Sozialismus zur Zerstörung der Sowjetunion. Gegenstandpunkt Verlag, München 1992. ISBN 3-929211-00-9
- Mark R. Beissinger: Nationalist Mobilization and the Collapse of the Soviet State. Cambridge University Press, Cambridge 2002, ISBN 052100148X
Siehe auch
- Russland
- GUS
- Geschichte der Sowjetunion
- Oktoberrevolution
- Wissenschaft in der Sowjetunion
- Zweiter Weltkrieg
- Ostblock
- Liste der Vertreter der UdSSR im Ausland
Weblinks
- [http://www.ib.hu-berlin.de/~pbruhn/russgus.htm Datenbank des deutschsprachigen Schrifttums über Russland/UdSSR]
- [http://mdz.bib-bvb.de/digbib/sowjetunion/@Generic__CollectionView;cs=default;ts=default;pt=reichstag;lang=de Helmut Altrichter: Die Sowjetunion. Von der Oktoberrevolution bis zu Stalins Tod. München 1986 – Online Ausgabe]
- [http://www.linksnet.de/artikel.php?id=865 Domenico Losurdo: Scheitern - Verrat - Lernprozess. Drei Ansätze zur Interpretation der Geschichte der kommunistischen Bewegung]
- [http://www.tinius.org/mp3/musik/Hymne_der_Sowjetunion.mp3 Nationalhymne der UdSSR als MP3]
- [http://noise-over-ip.de/music/gimn_sowjetskowo_sojusa.mp3 Melodie der Nationalhymne der UdSSR als MP3]
- [http://herbert-thiess.de/Sowjetunion/ Die Sowjetunion - erlebt von einem deutschen Kriegsgefangenen (1945-1949)]
!Sowjetunion
Kategorie:Staat (historisch) Kategorie:Osteuropa
ja:ソビエト連邦
ko:소비에트 연방
simple:Soviet Union
th:สหภาพโซเวียต
Staat
Max Weber definiert in seiner Herrschaftssoziologie Staat als einen solchen politischen Anstaltsbetrieb, dessen Verwaltungsstab erfolgreich das Monopol legitimen physischen Zwanges (also das Gewaltmonopol) für die Durchführung der Ordnungen in Anspruch nimmt (Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, [http://www.textlog.de/7321.html Kap. 1, § 17]). In der Ökonomie wird der Staat oftmals als Summe aller Zwangsverbände betrachtet. Zur Unterscheidung oder Kongruenz von Staat und Gesellschaft siehe Staat und Gesellschaft.
Ein Staat (aus lat. status Zustand, Verfassung) ist ein ein Gebilde, das laut der Konvention von Montevideo folgende Eigenschaften aufweist:
- eine mehr oder weniger stabile Kernbevölkerung (Staatsvolk);
- einen klar abgegrenzten oder definierten Landbesitz (Staatsgebiet, Territorium);
- eine Regierung, die eine Staatsgewalt ausüben kann;
- die Fähigkeit, mit anderen Staaten in politischen Kontakt zu treten, d. h., ein Völkerrechtssubjekt zu sein.
Die klassische Staatsrechtslehre nennt nur die ersten drei Merkmale (Drei-Elemente-Lehre Jellineks). In diesem Sinne sind die Glieder eines Bundesstaates, wie die deutschen Länder auch "Staaten" (übrigens auch beschränkt Völkerrechtssubjekte, da sie auf Grund ihrer "Kulturhoheit" z. B. mit dem Heiligen Stuhl unabhängig von der Bundesrepublik Deutschland Konkordate abschließen können). Der klassische Ausnahmefall eines Staates ohne Staatsgebiet ist - seit der Annexion Maltas durch Napoleon I. - der "Souveräne Malteserorden".
Die Souveränität ist kein definierendes Merkmal des Staates. Staaten können rechtlich auch dann fortbestehen, wenn sie unter Besatzung stehen (okkupiert sind); oder (in der älteren Staatsrechtslehre), wenn sie nur "souverän" sind (z. B. Samos im Osmanischen Reich). Jedoch muss faktisch eine Teilsouveränität gegeben sein.
Wie denn überhaupt das Völkerrecht mangels einer Welt-Legislative von Entscheidungen von Fall zu Fall abhängt (case law) und mithin ein sehr nachgiebiges Recht ist, wenn Völkerrechtssubjekte "Fakten setzen".
Völkerrechtliche Anerkennung
Ein Staat bedarf zu seiner Gründung keiner juristischen Legitimation (er wird 'ausgerufen', vgl. den Rütli-Schwur bei der Begründung der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Mittelalter - die neuzeitliche Schweizerische Konföderation besteht aber durchaus aus einzelnen Staaten, den Kantonen). International hat es sich eingebürgert, einen Staat anzuerkennen, sobald mehrere andere Staaten seine Existenz anerkannt haben.
Einige Gebiete wie Taiwan oder Nordzypern auf Zypern, die zwar die Merkmale eines Staates aufweisen, wurden dennoch, meist aus politischen Gründen, nicht allgemein anerkannt; diese werden als Stabilisierte De-Facto-Regime bezeichnet.
Die Konvention von Montevideo regt häufig zu Diskussionen an, ob es möglich ist, durch Kauf einer staatenlosen Insel oder Bohrinsel quasi eine Mikronation zu gründen. Die Anerkennung durch andere Staaten ist das Hauptproblem solcher Vorhaben.
Anzahl
Insgesamt gibt es 192 vollständig anerkannte souveräne Staaten. Darunter fallen die 191 Mitglieder der UNO sowie die Vatikanstadt. Weitere Staaten sind nur von einer Minderheit der weltweiten Staaten anerkannt, dies sind u. a. Taiwan, Westsahara (DARS), die Cookinseln und Niue.
Literatur
- Michail Bakunin, Gott und der Staat, Berlin: Karin Kramer 1995
- Karl Held (Hrsg.): [http://www.gegenstandpunkt.com/vlg/staat/staat_i.htm Der bürgerliche Staat]. Die Staatsableitung. München, 1999. 138 Seiten ISBN 3-929211-03-3
- Stefan Breuer: Der Staat. Entstehung, Typen und Organisationsstadien, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1998.
- Heide Gerstenberger, Die subjektlose Gewalt. Theorie der Entstehung buergerlicher Staatsgewalt, Münster: Westfälisches Dampfboot 2005
- Wolfgang Reinhard, Geschichte der Staatsgewalt. Eine vergleichende Verfassungsgeschichte Europas von den Anfängen bis zur Gegenwart, Sonderausgabe, München: C.H. Beck 2002
- Franz Oppenheimer: [http://www.opp.uni-wuppertal.de/oppenheimer/st/staat0.htm Der Staat], 3. überarbeitete Auflage von 1929
- OVG Münster, Urteil vom 14.02.1989, Az. 18 A 858/87, in: NVwZ 1989, S. 790.
Siehe auch
- Staatstheorie
- Liste unabhängiger Staaten
- Liste der Staatsformen souveräner Staaten
- Staatliche Souveränität
- Territoriale Integrität
Kategorie:Politische Geographie
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ja:国家 simple:State
Asien
Asien ist der zentrale-südliche und östliche Teil Eurasiens.
Begriff
Das Wort Asien (Asia) stammt aus dem Assyrischen und bedeutet Sonnenaufgang. Es entspricht also dem lateinischen Wort Orient oder dem deutschen Morgenland. Der vor dem Zweiten Weltkrieg gebräuchliche Begriff Fernost wird heute selten verwendet, da er eine eurozentristische Weltsicht widerspiegelt.
Das chinesische Zeichen 亞 (Kurzzeichen 亚, Pinyin yà) ist eine klangliche Adaption und bedeutet ursprünglich das Zweite, subordiniert.
Innereurasische Grenze
Aus historischen Gründen werden Europa und Asien in Europa (teilweise nicht jedoch in Asien!) als verschiedene Kontinente betrachtet. Das Ural-Gebirge, der Ural-Fluss, das Kaspische Meer, der Kaukasus, das Schwarze Meer sowie Bosporus, Marmarameer und Dardanellen bilden u.a. die Grenze von Europa und Asien (siehe Eurasien).
Lage und Küstengliederung
Eurasien
Asien liegt mit seiner kontinentalen Landmasse bis auf die Tschuktschen-Halbinsel in Ostsibirien ganz in der östlichen Hemisphäre, nördlich des Äquators. Nur die südöstlichsten Inseln (Teile Indonesiens) befinden sich auf der Südhalbkugel der Erde.
Der nördlichste Punkt der Landmasse ist das Kap Tscheljuskin auf der Taimyr-Halbinsel (Sibirien) 77° 40' n. Br., der südlichste Punkt der Landmasse ist die Spitze der Malaiischen Halbinsel (Kap Buru) 1° 16' n. Br. Westlichster Punkt ist das Kap Baba in Kleinasien 26° 4' westl. L., der östlichste Punkt ist auf Kap Deschnjow (an der Nordostspitze von Sibirien) 169° 44' westl. L.
Die Küstenlänge Asiens beträgt etwa 82.300 km, davon entfallen auf den Arktischen Ozean 15.900 km, auf den Pazifischen Ozean 27.300 km, auf den Indischen Ozean 33.600 km und auf das Mittelmeer einschließlich Schwarzes Meer 5.500 km.
Die Küsten verlaufen im Norden, Osten und Süden. Im Westen bildet das Mittelmeer nur teilweise die Landbegrenzung. Mit Afrika verbindet sich Asien nördlich des Roten Meeres über die Halbinsel Sinai (Landenge von Sues, 145 km breit) und mit Europa bildet die Strecke zwischen dem Karischen Golf und dem Kaspischen Meer eine 2.700 km lange Grenze.
Ganz im Osten bildet die Beringstraße mit einer Breite von etwas mehr als 80 km eine Grenze zu Amerika. Im Südosten bildet die Inselwelt des Indonesischen Archipels eine Verbindung zu Australien.
Der riesigen Landmasse sind zahlreiche größere Halbinseln vorgelagert. Im Westen Kleinasien (Anatolien) (früher wurde auch die Insel Zypern hinzugerechnet), im Süden die Arabische Halbinsel zwischen dem Roten Meer und dem Persischen Golf, Indien zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Bengalen (mit der vorgelagerten Insel Sri Lanka) und im Südosten Hinterindien zwischen dem Golf von Bengalen und dem Chinesischen Meer. An der Ostküste Asiens zeigen sich mehrere südwärts gerichtete Halbinseln mit vorgelagerten Inselreihen. Dies sind Korea und Kamtschatka mit den Kurilen, Sachalin und den Inseln Japans: Hokkaidō, Honshū, Shikoku und Kyūshū. Im Norden ist die sibirischen Küste mehr durch die Mündungen mächtiger Ströme geprägt.
Einwohner und Größe
Asien ist mit etwas mehr als 44 Mio. km² der flächenmäßig größte Erdteil, der von mehr als der Hälfte der Erdbevölkerung (etwa 3,5 Milliarden Menschen) bewohnt wird. In der [http://www.datenbank-asien.de Datenbank Asien] sind Informationen zu vielen Ländern Asiens zu finden.
Geschichte
Asien ist die Wiege zahlreicher Kulturen, beispielsweise in China, in Indien sowie Babylonien und Assyrien in Vorderasien. Alle großen Weltreligionen (auch das Christentum, das Judentum und der Islam) sind in Asien entstanden.
Asien und Europa verbindet eine Lange Tradition an Kriegen (beispielsweise Alexander der Große, die Perserkriege, die Kreuzzüge, die Einfälle der Hunnen und der Türken) und an Entdeckungsreisen (beispielsweise Sven Hedin).
Asien ist seit jeher von Großreichen geprägt und nicht so zersplittert wie Europa. Die chinesische Kultur hat in der Welt, vor allem jedoch in Ostasien, ihre Spuren hinterlassen (Papier, Buchdruck, Kompass, Seide, Porzellan uvm.). Aus Indien hat sich der Buddhismus verbreitet. Nordasien (insbesondere Sibirien) blieb lange Zeit nahezu unbesiedelt, erst als sich das Russische Reich weiter ausdehnte, wurden dort größere Städte gegründet. Zentralasien war traditionell die Heimat von Steppenvölkern (Reitervölker), (beispielsweise den Mongolen), die in früheren Zeiten eine Bedrohung für Europa darstellten. Der Nahe Osten ist seit dem 7. Jahrhundert vom Islam geprägt und hat einen stark prägenden Einfluss auf Nordafrika gehabt.
Politische Einteilung nach Regionen
Nordafrika
- Afghanistan
- Kasachstan
- Kirgisistan
- Mongolei
- Tadschikistan
- Turkmenistan
- Usbekistan
siehe auch: Turkstaaten
- Russland (Sibirien)
- Volksrepublik China
- Hongkong (Sonderverwaltungszone)
- Macao (Sonderverwaltungszone)
- Japan
- Korea
- Nordkorea
- Südkorea
- Taiwan (Republik China)
- Brunei
- Indonesien
- Kambodscha
- Laos
- Malaysia
- Myanmar (früher Burma)
- Philippinen
- Singapur
- Thailand (früher Siam)
- Timor-Leste
- Vietnam
:Siehe auch: Tigerstaaten
- Bangladesch
- Bhutan
- Indien
- Malediven
- Nepal
- Pakistan
- Sri Lanka (früher Ceylon)
- Armenien
- Aserbaidschan
- Bahrain
- Georgien
- Irak
- Iran
- Israel
- Jemen
- Jordanien
- Katar
- Kuwait
- Libanon
- Oman
- Palästinensische Autonomiegebiete
- Saudi-Arabien
- Syrien
- Türkei
- Vereinigte Arabische Emirate
- Zypern
Regionale Organisationen
- ASEAN
- ASEM
- ADB - Asia Development Bank
- AHRC - [http://www.ahrchk.net Asiatische Menschenrechtskommission]
Siehe auch
- Portal Asien
- Kleinasien
- Naher Osten
- Liste asiatischer TV-Programme in Europa
Weblinks
- [http://www.inasien.de Magazin „in Asien!“]
- [http://www.Kultur-in-Asien.de Kultur in Asien: Kunst, Religion, Kult, Feste, Kalender, Architektur, Geschichte (von Dr. Bernhard Peter)] (ein breit angelegtes Informationsforum über verschiedene asiatische Länder, das Essays, Photogalerien und Reiseberichte vereint)
- [http://www.zmag.org/asiawatch/asiawatch.cfm ZNet's Resource on Asia (engl.)]
- [http://www.weltkarten-landkarten.de/landkarten/asien/d_default.asp Umfangreiche Landkartensammlung von Asien]
- [http://www.askasia.org/ a resource of the Asia Society (engl.)]
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Kategorie:Kontinent
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30. DezemberDer 30. Dezember ist der 364. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 365. in Schaltjahren) - und somit der vorletzte Tag des Jahres.
Ereignisse
- 1812 - Konvention von Tauroggen. Der preuß. General York schließt einen lokalen Waffenstillstand mit Russland.
- 1853 - Die USA kaufen mit dem "Gadsden-Kauf" von Mexiko für 10 Millionen US-Dollar die südlichen Teile von Arizona und New Mexico.
- 1918 - Die Gründung der Kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands (Spartakusbund) wird in Berlin beschlossen.
- 1922 - Gründung der Sowjetunion.
- 1947 - König Michael I. von Rumänien dankt ab, Rumänien wird eine kommunistische Volksrepublik.
- 1964 - Die UN-Generalversammlung ruft die Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) ins Leben.
- 1965 - Ferdinand Marcos wird Präsident der Philippinen.
- 1975 - Beginn der Lauschaffäre Traube: Unter der Bezeichnung "Operation Müll" startet der deutsche Bundesverfassungsschutz durch Installieren von Abhörwanzen in der Wohnung des Atomphysikers Klaus Traube einen umfassenden und durch die damalige Gesetzeslage nicht gedeckten Lauschangriff gegen Traube, gegen den nach Ansicht des BfV der Verdacht des Kontaktes zu gesuchten Terroristen der RAF bestand.
- 1992 - Bulgarien. Bildung der Regierung unter Ljuben Berov
- 2002 - Mwai Kibaki wird Staatspräsident in Kenia.
Wirtschaft
- 1921 - Nachdem schon Kaiser Karl der Große die Idee einer schiffbaren Verbindung zwischen Schwäbischer Rezat und Altmühl zu verwirklichen suchte, wird die "Rhein-Main-Donau AG" von Bayern und dem Deutschen Reich in München gegründet.
Wissenschaft, Technik
- 1995 - Start der Satelliten Rossi X-ray Timing Explorer.
Kultur
- 1817 - Uraufführung der Oper Adelaide e Comingo von Giovanni Pacini am Teatro Regio Ducale in Mailand.
- 1905 - "Die lustige Witwe" von Franz Lehár, eine Operette in drei Akten, wird im Theater an der Wien in Wien uraufgeführt.
- 1906 - Uraufführung des melodramatischen Krippenspiels Bübchens Weihnachtstraum von Engelbert Humperdinck im Zirkus Busch in Berlin.
- 1921 - Uraufführung der Oper Die Liebe zu den drei Orangen (Orig.: L'Amour des trois oranges) von Sergei Sergejewitsch Prokofjew in Chicago.
- 1927 - Die Oper "Sly" von Ermanno Wolf-Ferrari wird an der Mailänder Scala uraufgeführt.
Religion
- 1967 - In Großbritannien wird von den katholischen Bischöfen das Verbot des Fleischverzehrs am Freitag aufgehoben.
- 1993 - Israel und der Heilige Stuhl beschließen die Aufnahme diplomatischer Beziehungen.
Katastrophen
- 1903 - Bei einem Feuer im Iroquois Theater in Chicago sterben 600 Menschen.
- 1915 - Der Panzerkreuzer "Natal" (Großbritannien) sinkt im Cromarty Firth nach einem Brand und der Explosion der Munitionskammern. 405 Tote unter der 704 Mann starken Besatzung.
Sport
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
Geboren
- 39 - Titus, römischer Kaiser
- 1575 - Georg von Nismitz, Kursächsischer Hofmeister und Verwaltungsbeamter
- 1587 - Gómez Suárez de Figueroa, duque de Feria, Spanischer Staatsmann und General
- 1747 - Friedrich Heinrich Karl Prinz von Preußen, Sohn von August Wilhelm Prinz von Preußen und Luise Amalie von Braunschweig-Wolfenbüttel
- 1773 - Karl Heinrich von Borstell, preußischer General der Kavallerie
- 1788 - Otto von Kotzebue, deutschbaltischer Entdecker und Offizier der Russischen Marine
- 1790 - Antonie Adamberger, österreichische Schauspielerin, Verlobte Theodor Körners
- 1796 - Nikolaus Wesselényi, ungarischer Politiker, Großgrundbesitzer, Mitglied der ungarischen Akademie der Wissenschaften
- 1804 - Carl Adam Kaltenbrunner, österreichischer Schriftsteller
- 1814 - Betty Paoli, deutsche Schriftstellerin
- 1819 - Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller
- 1847 - John Peter Altgeld, Gouverneur von Illinois
- 1856 - Conradine Stinde, Deutsche Autorin
- 1859 - Josef Bohuslav Foerster, tschechischer Komponist
- 1865 - Rudyard Kipling, britischer Schriftsteller und Nobelpreisträger
- 1870 - Josef Müller, Schweizer Spitalpfarrer und Sammler von Volkssagen
- 1872 - William Larned, US-amerikanischer Tennisspieler
- 1874 - Alfred Nissle, deutscher Arzt und Wissenschaftler
- 1877 - Heinrich Hermelink, evangelischer Kirchenhistoriker
- 1878 - Erwin Guido Kolbenheyer, österreichischer Romanautor, Dramatiker und Lyriker
- 1879 - Ramana Maharshi, indischer Spiritueller und Yogi
- 1880 - Alfred Einstein, deutscher Musikwissenschaftler und Musikkritiker
- 1883 - Maurice Bedel, französischer Schriftsteller
- 1884 - Hideki Tojo, 40. japanischer Premierminister und General
- 1886 - Austin Osman Spare, britischer Grafiker, Maler und Magier
- 1887 - Charlie Dunbar Broad, englischer Philosoph
- 1888 - Ilse Fromm-Michaels, Komponistin
- 1889 - Georg von der Vring, Deutscher Schriftsteller
- 1890 - Lanoe Hawker, britischer Militärpilot im Ersten Weltkrieg
- 1898 - Carl Hesberg, deutscher Politiker
- 1904 - Dmitri Borissowitsch Kabalewski, Russischer Komponist
- 1905 - Daniil Charms, russischer Schriftsteller
- 1906 - Carol Reed, britischer Filmregisseur
- 1906 - Walter Wiora, deutscher Musikwissenschaftler
- 1906 - Johann Adolf Graf von Kielmansegg, deutscher General
- 1908 - Herbert Küchler, deutscher Problemkomponist
- 1910 - Paul Bowles, US-amerikanischer Schriftsteller und Komponist
- 1912 - Arthur Sarnoff, US-amerikanischer Zeichner von Coverillustrationen
- 1918 - W. Eugene Smith, US-amerikanischer Fotograf
- 1923 - Sara Lidman, schwedische Schriftstellerin
- 1927 - Robert Hossein, französischer Schauspieler und Regisseur
- 1928 - Bo Diddley, Musiker
- 1932 - Skeeter Davis, US-amerikanische Sängerin
- 1934 - Del Shannon, US-amerikanischer Rock 'n' Roll-Sänger
- 1934 - Russ Tamblyn, US-amerikanischer Schauspieler
- 1934 - John N. Bahcall, US-amerikanischer Astrophysiker
- 1935 - Omar Bongo, Präsident von Gabun
- 1935 - Wolfgang Dauner, Keyboarder, Jazzpianist
- 1937 - Gordon Banks, englischer Torwart
- 1937 - John Hartford, US-amerikanischer Songwriter
- 1940 - Renate Jaeger, Deutsche Richterin
- 1940 - Richard Groß, deutscher Politiker
- 1942 - Robert Quine, US-amerikanischer Musiker und Gitarrist
- 1942 - Fred Ward, US-amerikanischer Schauspieler
- 1945 - Paola Cacchi, italienische Leichtathletin und Olympionikin
- 1946 - Berti Vogts, deutscher Fußballspieler und ehemaliger Bundestrainer
- 1946 - Patti Smith, amerikanische Rockmusikerin und Rockpoetin
- 1946 - Marc Forné Molné, Regierungschef von Andorra (1994-2005), Politiker, Jurist
- 1947 - Jeff Lynne, britischer Musiker und Musikproduzent
- 1952 - Gerd Schädlich, deutscher Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler
- 1954 - Wolfgang Pohl, ehemaliger deutscher Fußballspieler
- 1956 - Suzy Bogguss, US-amerikanische Country-Sängerin
- 1960 - Rick Amann, ehemaliger deutscher Eishockeyspieler
- 1961 - Douglas Coupland, kanadischer Schriftsteller und Künstler
- 1961 - Benjamin Sinclair Johnson, Leichtathlet
- 1962 - Alessandra Mussolini, italienische Schauspielerin und faschistische Politikerin
- 1965 - Tima die Göttliche, Schauspieler und Tunte
- 1968 - Thomas Dürr, deutscher Musiker
- 1969 - Jay Kay, Sänger der Popmusik-Gruppe Jamiroquai
- 1970 - Michael Mucha, deutscher Maler unf Grafiker
- 1972 - Stefan Liebich, Deutscher Politiker
- 1973 - Ato Boldon, Leichtathlet aus Trinidad und Tobago
- 1973 - Maureen Flannigan, US-amerikanische Schauspielerin
- 1974 - Joshua Harris, US-amerikanischer Autor und Theologe
- 1974 - Alex Alves, brsilianischer Fußballspieler
- 1975 - Tiger Woods, Profigolfer
- 1977 - Glory Alozie, spanische Leichtathletin und Olympionikin
- 1977 - Marco Reich, Fußballspieler
- 1980 - Eliza Dushku, US-amerikanische Schauspielerin
- 1982 - Kristin Kreuk, kanadische Schauspielerin und Model
- 1983 - Noley Thornton, Schauspielerin, die vor allem durch ihre Rolle als Heidi bekannt wurde
- 1984 - LeBron James, US-amerikanischer Basketballspieler
Gestorben
- 268 - Dionysius, Papst seit 259
- 274 - Papst Felix I., in Rom; Papst seit 269, Märtyrer, Opfer der Christenverfolgung unter Kaiser Decius
- 904 - Harun, Herrscher der Tuluniden in Ägypten
- 1436 - Ludwig III., Kurfürst von der Pfalz
- 1460 - Richard, Herzog von York, Adliger
- 1552 - Francisco de Enzinas, spanischer Humanist
- 1568 - Roger Ascham, britischer Pädagoge
- 1591 - Innozenz IX., Papst
- 1630 - Matthias Martinius, lutherisch, dann Calvinist
- 1641 - Kaspar Ernst von Knoch, Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft
- 1644 - Johan Baptista van Helmont, Universalwissenschafter, Arzt, Naturforscher und Chemiker
- 1662 - Ferdinand Karl, Landesfürst von Tirol
- 1691 - Robert Boyle, Physiker, Chemiker
- 1777 - Maximilian III. Joseph, Kurfürst von Bayern von 1745 bis 1777
- 1796 - Jean-Baptiste Lemoyne, Französischer Komponist des 18. Jahrhunderts
- 1832 - Ludwig Devrient, deutscher Schauspieler
- 1848 - Peter Leopold Kaiser, Bischof von Mainz
- 1855 - Heinrich Kümmel, deutscher Bildhauer
- 1870 - Juan Prim, spanischer General und Staatsmann
- 1874 - Ludwig Dessoir, berühmter Schauspieler
- 1882 - Justus Wilhelm Lyra, deutscher Pastor und Lieddichter
- 1893 - Samuel White Baker, englischer Afrikaforscher
- 1894 - Amelia Bloomer, US-amerikanische Frauenrechtlerin
- 1899 - James Paget, Englischer Chirurg und Pathologe
- 1916 - Grigori Jefimowitsch Rasputin, russischer Mönch und Wanderprophet
- 1919 - Karl von Wedel, deutscher General und Diplomat
- 1924 - Waldemar Mueller, Bankier, Politiker
- 1924 - Oreste Giorgi, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1928 - Johannes von Kries, deutscher Psychologe, Physiologe und Philosoph
- 1933 - Georg Asmussen, deutscher Schriftsteller
- 1935 - Hunter Liggett, US-amerikanischer General
- 1938 - Aleksander Kakowski, Erzbischof von Warschau und Kardinal
- 1940 - Gjergj Fishta, albanischer Frankziskaner und Dichter
- 1941 - El Lissitzky, russischer Maler, Grafikdesigner, Architekt, Typograph, Fotograf
- 1944 - Romain Rolland, französischer Schriftsteller
- 1946 - Charles Wakefield Cadman, US-amerikanischer Komponist
- 1947 - Alfred North Whitehead, britischer Philosoph und Mathematiker
- 1947 - Henricus Antonius van Meegeren, niederländischer Maler und Kunstfälscher
- 1949 - Franz Ziegler, deutscher Politiker
- 1950 - William Burch, ehem. US-amerikanischer Eishockeyspieler
- 1952 - Willie Brown, US-amerikanischer Blues-Musiker
- 1954 - Günther Quandt, deutscher Industrieller
- 1954 - Erzherzog Eugen von Österreich, österreichischer Feldmarschall, Hochmeister des Deutschen Ordens
- 1955 - Frieda Gallati, schweizerische Historikerin
- 1956 - Heinrich Scholz, evangelischer Theologe und Philosoph
- 1962 - Arthur O. Lovejoy, Historiker und Begründer der Ideengeschichte
- 1964 - Hans-Gerhard Creutzfeldt, deutscher Neurologe
- 1966 - Pietro Ciriaci, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1967 - Paul Gibbert, deutscher Politiker
- 1968 - Trygve Lie, norwegischer Politiker, Generalsekretär der UNO
- 1970 - Sonny Liston, US-amerikanischer Boxer
- 1971 - Vikram Sarabhai, indischer Physiker und Begründer des indischen Raumfahrtprogramms
- 1972 - Arsenio Rodríguez, kubanischer Musiker deund Komponist
- 1973 - Henri Busser, französischer Komponist
- 1975 - Hermann Paul Müller, deutscher Rennfahrer
- 1976 - Rudolf Fischer, Schweizer Formel-1-Rennfahrer
- 1978 - Hans Friede, deutscher Politiker des GB/BHE
- 1979 - Richard Rodgers, US-amerikanischer Musical-Komponist
- 1980 - Volker von Törne, deutscher Lyriker und Schriftsteller
- 1980 - Guus de Serière, niederländischer Fußballspieler
- 1981 - Franjo Šeper, Erzbischof von Zagreb und Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1981 - Joseph Platz, deutscher Schachspieler
- 1987 - Helmut Hermann Wittler, Bischof von Osnabrück
- 1988 - Isamu Noguchi, US-amerikanischer Bildhauer
- 1989 - Gerhard Altenbourg, deutscher Maler und Grafiker
- 1993 - Giuseppe Occhialini, italienischer Physiker
- 1995 - Heiner Müller, deutscher Dramatiker, Schriftsteller, Regisseur und Intendant
- 1995 - Alexej Matschawariani, georgischer Komponist
- 1996 - Jack Nance, US-amerikanischer Schauspieler
- 1996 - Lew Ayres, US-amerikanischer Schauspieler
- 1998 - Michaela Geiger, deutsche Politikerin
- 1999 - Fritz Leonhardt, deutscher Bauingenieur von Brücken und Fernsehtürmen
- 1999 - Peter Caesar, deutscher Politiker
- 2001 - Ernst Leisi, Schweizer Anglistikprofessor und Autor bedeutender Bücher über die englische Sprache
- 2001 - Hans Hermsdorf, deutscher Politiker
- 2003 - Anita Mui, chin. Musikerin und Schauspielerin
- 2003 - John Gregory Dunne, US-amerikanischer Schriftsteller, Journalist und Drehbuchautor
- 2004 - Artie Shaw, US-amerikanischer Jazzmusiker
Feier- und Gedenktage
- Dionysius: Papst Dionysius Papst 259-268
- Felix: Papst Felix I., Papst 269-274
- Germar: Germar von Fly, erster Abt in Fly; † 660 im heutigen Saint Germer de Fly
- Richard: Richard von Arnsberg, Prämonstratenser, † um 1190 in Wedinghausen
- Sabinus: Sabinus von Spoleto, Märtyrer, † um 300
Siehe auch
- 29. Dezember - 31. Dezember
- 30. November - 30. Januar
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
1230
ja:12月30日
ko:12월 30일
simple:December 30
th:30 ธันวาคม
Oktoberrevolution
Unter Oktoberrevolution versteht man die Machtübernahme der russischen kommunistischen Bolschewiki im Jahre 1917 gegen die aus der Februarrevolution hervorgegangene Übergangsregierung der sozialdemokratischen Menschewiki unter Kerenski. Die Machtübernahme bildete den Ausgangspunkt auf dem Weg Russlands zum Versuch einen sozialistischen Staat (RSFSR/Sowjetunion) aufzubauen. Die Oktoberrevolution war keine klassische Revolution im eigentlichen Sinn, da sie nicht direkt vom Volk ausging, weshalb man eher von einer politischen Revolution spricht.
Ursachen
Die Februarrevolution von 1917 hatte in Russland zwar die Zarenherrschaft beendet, aber keine Lösung der wichtigsten sozialen und politischen Probleme des Landes gebracht. Die wichtigste Frage war dabei die Kriegsfrage. Russland war seit 1914 kriegsführende Partei im Ersten Weltkrieg. Die Anforderungen dieses „modernen“ Krieges, der vom Industriezeitalter geprägt war, überstiegen die Kräfte des weitgehend von der Agrarwirtschaft geprägten Landes bei weitem und führten zu einer Zuspitzung der ohnehin gravierenden sozialen Probleme in Russland.
Nach der Februarrevolution herrschte in Russland ein Nebeneinander von Parlament (Duma) mit seiner Provisorischen Regierung unter Kerenskij und den Arbeiter- und Soldatenräten (den Sowjets) mit ihren Exekutivkomitees. Über die endgültige Verfassung sollte eine verfassungsgebende Versammlung entscheiden, die (zunächst) am 25. November gewählt werden sollte. Die Provisorische Regierung unter Kerenskij konnte sich nicht dazu durchringen, in Friedensverhandlungen mit dem Deutschen Reich und den übrigen Mittelmächten zu treten.
Die Deutsche Heeresleitung sah dagegen in Lenin, der sich im Exil in der Schweiz aufhielt, das ideale Werkzeug, die innenpolitische Lage in Russland auf eine Weise zu destabilisieren, die den Deutschen einen Siegfrieden im Osten einbringen konnte. Darum erlaubte sie Lenin Anfang April die Durchreise durch Deutschland in einem plombierten Eisenbahnwaggon.
Am 17. April veröffentlichte Lenin seine Aprilthesen, in denen er seine Ansichten zur weiteren Entwicklung der Revolution darlegte.
Verlauf
Zusammenfassung
In der Führung der Partei der Bolschewiki war umstritten, ob sie sich an den Wahlen zur verfassungsgebenden Versammlung beteiligen oder statt dessen auf einen gewaltsamen Aufstand setzen sollte. Nach hitzigen Debatten setzten sich schließlich Lenin und Trotzki durch. Lenin, der am 10. Oktober heimlich nach Petrograd zurückgekehrt war, versammelte 12 der 21 Mitglieder des Zentralkomitees der bolschewistischen Partei um sich.
Nach zehnstündiger Diskussion wurde mit 10 gegen 2 Stimmen für die gewaltsame Machtübernahme zum frühestmöglichen Zeitpunkt abgestimmt. Am 16. Oktober stellte Trotzki eine militärische Organisation auf, welche die militärische Machtergreifung übernehmen sollte - das militärrevolutionäre Komitee von Petrograd (MRKP). Die Truppen beschränkten sich auf wenige tausend Soldaten der Petrograder Garnison, der Kronstädter Marine, der dem MRKP beigetretenen Roten Garden sowie wenige Hundertschaften aus den Arbeiterkomitees stammender militanter Bolschewiki.
In der Nacht zum 25. Oktober begann schließlich der Aufstand in Petrograd mit dem berühmten Schuss des Panzerkreuzers Aurora auf den Winterpalast. Aufständische Truppen besetzten strategisch wichtige Stellen in der Stadt sowie den Winterpalast, den Sitz des Zaren, der immer noch in seinem Palast lebte. In der Nacht zum 26. Oktober kapitulierte die Regierung Kerenskij und wurde durch ein kommunistisches Gewaltregime unter Lenin ersetzt.
Am 26. Oktober tagte in Petersburg auch der „II. Allrussische Sowjetkongress“. Die Bolschewiki besaßen in diesem zentralen Arbeiter- und Soldatenrat zunächst keine Mehrheit. Aus Protest gegen den gewaltsamen Putsch der Bolschewiki verließen jedoch viele Abgeordnete, darunter die Menschewiki, den Sitzungssaal und überließen den Bolschewiki das Feld.
Der Machtzuwachs der Bolschewiki
Die politische Unentschlossenheit der Menschewiki und der Sozialrevolutionäre (August/September 1917) führte zu einer Polarisierung in den Arbeiter- und Soldatenräten. Es kam erneut zu einem Linksrutsch in Teilen der Bevölkerung. Die Bolschewiki beherrschte nun die wichtigsten Sowjets in Petrograd (Sankt Petersburg) und Moskau. Darüberhinaus bewaffneten sich die Parteianhänger der Bolschewiki. Als Vorwand galt der Schutz des Staates. Die Politikverdrossenheit des Volkes stärkte diejenigen Kräfte, die unter dem Berufsrevolutionär Vladimir Illjitsch Lenin zielstrebig an die Macht drängten. Leo Trotzki wurde Vorsitzender des Petrograder Sowjets und Organisator der Machtübernahme. Im Oktober kehrte Lenin aus seinem finnischen Versteck nach Russland zurück. Er drängte die Partei zur alleinigen totalen Regierungsmacht, da er die Zeit für günstig hielt, die schwache Position der Regierung auszunutzen.
Die Sozialistische Revolution
Am 22. Oktober 1917 übernahm das „Militärrevolutionäre Komitee“ des Petrograder Sowjets unter Führung Trotzkis die Befehlsgewalt über die Garnison der Hauptstadt. In der Nacht vom 25. Oktober 1917 nahmen Truppenteile strategische Punkte der Stadt ein. Es kam zur Erstürmung des Winterpalastes, der als Regierungssitz gedient hatte. Alle Regierungsmitglieder, außer Ministerpräsident Kerenskij, wurden verhaftet. Die Machtübernahme der Bolschewiki erfolgte derart reibungslos und unauffällig, dass viele Bürger über die Geschehnisse erst durch die Zeitung erfuhren.
Der 2. Allrussische Sowjetkongress wurde eingerufen, die Mehrheit hatten die Bolschewiki und linke Sozialrevolutionäre inne. Dieser Kongress bestätigte am 25. Oktober 1917 offiziell die Machtübernahme. Die Menschewiki und rechte Sozialrevolutionäre, die den bolschewistischen Staatsstreich nicht anerkannten, verließen den Kongress oder nahmen nicht daran teil.
Der Rat der Volkskommissare
Die neue Regierung nannte sich Rat der Volkskommissare. Lenin übernahm den Vorsitz. Die Regierung bestand nur aus Bolschewiki. Trotzki wurde Chef des Ressorts für Verteidigung. Tschitscherin für Außenpolitik. Stalin war zuständig für die Nationalitätenfrage. Die Machtübername gestaltete sich relativ einfach, die Erhaltung der Macht hingegen als ungleich schwerer, da die bolschewistische Machtübernahme nicht zu der erhofften Weltrevolution führte. Am 26. Oktober 1917 wurde das Dekret über den Frieden erlassen. Sofortige Verhandlungen über einen gerechten Frieden wurden von Russland angeboten. Die europäischen Regierungen lehnten das Friedensangebot jedoch ab. Der Krieg setzte sich fort. Der neue nun „revolutionäre“ Krieg war geprägt durch die mangelnde Kampfbereitschaft russischer Soldaten. Lenin war fest entschlossen, Teile des Landes den Deutschen zu opfern um eine militärische Atempause herbeizuführen.
Der Frieden von Brest-Litowsk
Russland akzeptierte den Diktatfrieden von Brest-Litowsk, dessen Auswirkungen den Verlust der Ukraine, des Baltikums, Finnlands und Georgiens bedeutete, sowie hohe Reparationszahlungen beinhaltete. Damit wurde der Hauptpunkt der Aprilthesen erfüllt, nämlich Beendigung des Krieges.
Die Lenkung des Staates hingegen wurde der Partei der Bolschewiki übertragen und nicht wie angekündigt den Räten. Die Räteidee sah eine sozialistische Politik unter der Führung von Räten ohne die Festlegung auf eine bestimmte Parteilinie vor. Die Partei hielt jedoch an einer rigorosen Durchsetzung ihres Machtmonopols fest.
Die Wahlen zur Konstituante (Verfassungsgebende Versammlung)
Am 11. November 1917 fanden die Wahlen zur Verfassungsgebenden Versammlung (Konstituante) statt. Die Bolschewiki trugen eine schwere Niederlage davon, sie erhielten nur 25 % der Stimmen.
Lenin beschloss, dass es ein Missverhältnis zwischen dem Wahlresultat und dem inzwischen fortgeschrittenen Volkswillen gäbe. Er löste die Konstituante am 5. Januar 1918 kurzer Hand durch Waffengewalt auf. Der Aufstand der Massen blieb jedoch aus. Grund hierfür sind erste positive Reformmaßnahmen der Partei und Kampfmaßnahmen gegen die politische Opposition.
Die Umsturzdekrete
Ziel dieser Dekrete war primär eine Verbesserung der misslichen Lage des Staates sowie die Sicherung der Macht der Partei:
Dekret über Grund und Boden (26. Oktober 1917):
Der private Grundbesitz ging in die Verwaltung von Dorfagrarkomitees und Kreisbauernsowjets über; jeder Landbewohner hatte das Recht auf einen Anteil am Boden;
Entstehung kleiner Privatwirtschaften; Befriedigung des Landhungers der Bauern
Dekret über Arbeiterkontrolle (14. November 1917):
keine sofortige Verstaatlichung der Industriebetriebe, sondern Kontrolle der Unternehmen durch die Arbeiter. Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Arbeitern funktionierte jedoch nicht; Folge: Verstaatlichung der Industrie, Prozess war bereits Mitte 1918 abgeschlossen.
Die Tscheka
Am 7. Dezember 1917 wurde die „Außerordentliche Kommission für den Kampf gegen die Kontarrevolutionäre und Sabotage“ (Abkürzung: Tscheka) gegründet, die in den folgenden zwei bis drei Jahren etwa 6.000 - 7.000 vermutete Feinde der Revolution tötete. Ihr Ziel war die Ausschaltung der politischen Opposition durch Gewalt. Durch die Tscheka erlangte die Partei auch auf dem Lande das Machtmonopol, obwohl sie dort selbst nach der Oktoberrevolution nur schwach vertreten war. Trotzki schuf die „Rote Armee“ als Schutz gegen äußere Feinde. Das Selbstverständnis der Partei war die Vorstellung, dass die Sowjetmacht eine Vorreiterrolle in der Welt einnimmt und sich politische und gesellschaftliche Strukturen international am Beispiel Russland orientieren.
Folgen
Die Oktoberrevolution sicherte den Bolschewiki um Lenin und Trotzki zunächst nur die Macht in Petersburg und bildet deshalb nur einen Schritt auf dem langen Weg der Kommunisten zur Herrschaft in ganz Russland. Immerhin war der wichtigste Gegner, die Regierung Kerenski, gestürzt.
Was nun folgte, waren lange und grausame Jahre des Bürgerkrieges und des Kriegskommunismus. Der Bürgerkrieg wurde durch den Aufstand von Teilen der russischen, (zaristischen - „tschechische Kompagnie“) Armee ausgelöst, dem sich so gut wie die gesamte westliche Welt anschloss mit regulären und freiwilligen Truppen, so daß sich von Anbeginn eine notwendige Militärmacht herausbildete und vielleicht auch (neben d. marxschen „Diktatur des Proletariats“) die Entmachtung der Räte mit begünstigte.
Die sozialen Probleme des Landes wurden in dieser Zeit, bedingt durch die internationale Isolierung und den Bürgerkrieg gegen die „Weißen“ nur unzureichend gelöst. Allerdings erfüllte sich sehr schnell eine der Hauptforderungen der Revolutionäre, es gelang dem neuen Regime unter dem Volkskommissar für äußere Angelegenheiten Trotzki, Frieden mit Deutschland zu schließen. Während der Zeit des Bürgerkrieges führte die neue Regierung jedoch auch Kriege gegen Polen, Finnland und Lettland.
Durch den „Kriegskommunismus“ wurde auch die Macht der Sowjets, Räte oft geschmälert und einige „Führungspersönlichleiten“ sicherten sich Privilegien. Was an einem Punkt sich zu dem Aufstand der Kronstädter Matrosen (die „Elite-Truppe“ der Revolution u. d. Bürgerkrieges) zuspitzte, welche wieder die früheren Rätebeschlüße etablieren wollten, und ihre Führung aus Kronstadt verjagten. Doch durch die übermächtige „rote Armee“ wurde dieser Versuch, die Werte der Revolution zu retten, niedergeschlagen und es etablierte sich die Machstruktur eines Kriegskommunismus.
Siehe auch
- Revolutionsexport
Literatur
- In der bibliographischen Datenbank [http://www.ib.hu-berlin.de/~pbruhn/russgus.htm RussGUS] werden zu den Themen Oktoberrevolution und Bürgerkrieg mehr als 1000 Publikationen nachgewiesen (Suchen unter Formularsuche / Sachnotationen: 12.3.4.2 - )
- Karl Held, Das Lebenswerk des Michail Gorbatschow - Die Zerstörung der Sowjetunion (Von der Oktoberrevolution zur Perestroika), München 1992, ISBN 3929211009
- John Reed, Ten days that shook the World, USA 1919; dt. Zehn Tage, die die Welt erschütterten, Berlin 1957
- Maurice Brinton: Die Bolschewiki und die Arbeiterkontrolle. Der Staat und die Konterrevolution. Verlag Association, Hamburg 1976. ISBN 3-88032-045-4
- Alexander Berkman: Der bolschewistische Mythos. Tagebuch aus der russischen Revolution. Edition AV, Frankfurt 2004. ISBN 3-936049-31-9
- Rudolf Naef: "Russische Revolution und Bolschewismus 1917/18 in anarchistischer Sicht". Verlag Edition AV, Lich/Hessen 2005. ISBN 3-936049-54-8.
- Manfred Hildermeier, Russische Revolution. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 2004, ISBN 3-596-15352-2
- George Orwell: Farm der Tiere: Ein Märchen. Diogenes Verlag, Januar 2002, ISBN 3257201184 behandelt als Fabel die Oktoberrevolution und die weitere Geschichte Russlands bis in den Zweiten Weltkrieg hinein
Kategorie:Revolution
Kategorie:Russische Revolution 1917
Kategorie:Sowjetische Geschichte
Kategorie:1917
ja:ロシア革命
1991
Jahreswidmungen
- Das Rebhuhn (Perdix perdix) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- Die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Das Kleine Knabenkraut (Orchis morio) ist Orchidee des Jahres (Arbeitskreis Heimische Orchideen/Deutschland)
Januar bis Dezember
- 1. Januar: Flavio Cotti wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Das westdeutsche Steuerrecht wird von den neuen Bundesländern übernonmmen
- 1. Januar: In Salzburg wird im Festspielhaus durch das Mozarteum-Orchester das Mozartjahr 1991 eröffnet
- 1. Januar: Das Stromeinspeisungsgesetz für Erneuerbare Energien (StrEG) tritt in Kraft und fördert entscheidend die Stromerzeugung durch regenerative Energien in Deutschland
- 2. Januar: Israel eröffnet nach langer Pause wieder ein Konsulat in Moskau
- 12. Januar: Präsident Arnold Rüütel, Estland, und Präsident Boris Jelzin, Russland, unterzeichnen in Moskau einen Grundlagenvertrag zwischen den beiden Ländern
- 16. Januar: Beginn der Luftangriffe auf den Irak
- 17. Januar: Beginn der militärischen Befreiung Kuwaits
- 17. Januar: Helmut Kohl wird vom ersten gesamtdeutschen Bundestag als Bundeskanzler wiedergewählt
- 17. Januar: König Harald V. wird Staatsoberhaupt in Norwegen
- 20. Januar: Erste freie und demokratische Wahlen in São Tomé und Príncipe
- 23. Januar: Anerkennung Litauens durch Island
- 28. Februar: Waffenstillstand mit dem Irak nach dem zweiten Golfkrieg
- Februar: Visegrád-Abkommen zur engeren Kooperation zwischen Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei. Damit begründen sie das ostmitteleuropäische Pendant zur Benelux
- 3. März: Fast 78 % der Bürger Estlands sind für die Wiederherstellung der Unabhängigkeit
- 3. März: Lettland. Volksabstimmung über Unabhängigkeit von der Sowjetunion
- 3. März: Miguel Trovoada wird Staatspräsident in São Tomé und Príncipe
- 25. März: Beginn des Ersten internationalen Treffens von süd- und zentralamerikanischen Indiofrauen in Lima
- 26. März: Gabun gibt sich eine neue Verfassung. Schwerpunkt: Mehrheitsdemokratie
- 31. März: In Albanien finden die ersten freien Wahlen statt
- 31. März: Auflösung des Warschauer Pakts (militärische Strukturen)
- 1. April: Der Vorsitzende der Treuhandsanstalt Detlev Karsten Rohwedder wird in seiner Wohnung ermordet
- 3. April: Waffenstillstandresolution. Enthält die Verpflichtung zur Beseitigung sämtlicher Massenvernichtungswaffen sowie Raketen über 150 km Reichweite im Irak
- 9. April: Georgien. Zweite Unabhängigkeitserklärung
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