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Spanisch-Marokko

Spanisch-Marokko

Spanisch-Marokko war die Bezeichnung für einen Landstreifen entlang der marokkanischen Mittelmeerküste (mit den beiden Städten Ceuta und Melilla), der von 1912 bis 1956 spanisches Protektorat war. Die Hauptstadt von Spanisch-Marokko war Tétouan. In Spanisch-Marokko nahm 1936 der Putsch Francisco Francos gegen die spanische Regierung und damit der Spanische Bürgerkrieg seinen Ausgang, der 1939 mit Francos Sieg endete und die in eine von ihm geführte Diktatur mündete, die erst mit seinem Tod 1975 endete. Als Spanisch-Marokko 1956 in die Unabhängigkeit entlassen wurde, wurden einige Teile Marokkos, die Plazas de Soberanía: Ceuta mit der Isla Perejil, Melilla u. d. Inselgruppen Chafarinas, Alhucemas und Vélez de la Gomera , davon ausgenommen.

Weblinks


- [http://home.pages.at/maxifant/Frames/spanien%20in%20afrika.htm Der nördliche Teil von Spanisch-Marokko] Kategorie:Westsahara Kategorie:Spanische Geschichte Kategorie:Geschichte Marokkos Kategorie:Geschichte Mauretaniens Kategorie:Stub/Geografie

Marokko

---Sidenote START---
Das Königreich Marokko (المملكة المغربية ) ist ein Staat in Nordwest-Afrika. Es grenzt an Algerien, Mauretanien, die beiden spanischen Exklaven Ceuta und Melilla, den Atlantik und das Mittelmeer. Marokkos Südgrenze bleibt jedoch wegen des Westsaharakonfliktes bis zum Abhalten eines UNO-Referendums über die zukünftige Zugehörigkeit der Westsahara international umstritten.

Landesname

Während sich das Land in der eigenen offiziellen Staatsbezeichnung "al-Mamlakah al-Maghribiyah" anspruchsvoll und eher allgemein als "Maghrebinisches Königreich" bezeichnet (bis in die 1960er übrigens "Scherifisches Maghrebinisches Königreich") hat sich international die europäische Ableitung des Namens der ehemaligen Hauptstadt Marrakesch für das gesamte Königreich Marokko durchgesetzt.

Geographie

Die wichtigsten Städte sind (Stand Volkszählung 2. September 2004): # Casablanca: 2.933.684 Einwohner # Rabat: 1.622.860 Einwohner # Fès: 946.815 Einwohner # Marrakesch: 823.154 Einwohner # Agadir: 678.596 Einwohner Siehe auch: Liste der Städte in Marokko

Bevölkerung

Rund 60% (Januar 2005) der Bevölkerung leben in Städten. Nordmarokko mit der alten Metropole Fes sind eher arabisch, Südmarokko und dessen Metropole Marrakesch eher berberisch geprägt.

Sprache

Die landesweite Amtssprache ist Arabisch. Von Marokkanern berberischer Abstammung werden auch diverse Berbersprachen (Tachelhit, Tamazight, Ghomara, Tarifit, Senhaja de Srair, und ehemals auch Judeo-Berberisch) gesprochen. Französisch wird im gesamten Land als Geschäfts- und Bildungssprache benutzt, verliert aber langsam an Bedeutung bei der Bevölkerung. Im Norden Marokkos wird zusätzlich Spanisch gebraucht (aber auch andere westliche Sprachen). Im Süden ist Französisch sehr angebracht um sich zu verständigen. Englisch ist kaum verbreitet.

Religion

98% der Bevölkerung sind Muslime, 1,4% Christen und 0,6% Juden. Der Islam in Marokko ist durchaus liberaler als in anderen arabischen Staaten, was vermutlich mit der engen Bindung an Europa zusammenhängt. Nicht mehr alle Frauen tragen ein Kopftuch oder Schleier. Besonders in den Städten kleiden sich immer mehr Frauen nach europäischen Vorbild betont modisch. Auch alleine Ausgehen ist für Frauen zumindest in den Städten kein Problem mehr.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Marokkos Marokko wurde seit Beginn der historischen Überlieferung von Berberstämmen bewohnt, die im 3. Jahrhundert v. Chr. das Königreich Mauretanien bildeten. Nach der römischen Herrschaft mussten sich die Berber am Ende des 7. Jahrhunderts den Muslimen unterwerfen. Schnell wurde der Islam von den Berbern übernommen, doch kam es wegen Diskriminierungen durch die arabischen Muslime bald zu Aufständen. Diese führten schon im 8. Jahrhundert zur Bildung eigenständiger Reiche. Die bedeutendsten Dynastien im Mittelalter waren die Almoraviden, die Almohaden und Meriniden. Den Almoraviden gelang im 12. Jahrhundert sogar die erstmalige Vereinigung des Maghreb unter dem Einschluss von Andalusien. Die folgenden Dynastien blieben in ihrer Herrschaft weitgehend auf Marokko beschränkt. Seit dem 15. Jahrhundert war die Berberbevölkerung auch weitgehend arabisiert. Mit den Alawiden kam im 17. Jahrhundert die bis heute in Marokko regierende Dynastie an die Macht. Sie konnte die Unabhängigkeit des Landes gegenüber den europäischen Kolonialmächten lange behaupten und musste erst 1912 das französische Protektorat anerkennen. Doch schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg war Frankreich gezwungen, Marokko in die Unabhängigkeit zu entlassen (1956). Im selben Jahr gab auch Spanien sein 1912 besetztes an der marokkanischen Mittelmeerküste gelegenes Protektorat Spanisch-Marokko zurück. 1976 annektierte Marokko nach dem Grünen Marsch von 1975, an dem über 350.000 unbewaffnete marokkanische Zivilisten teilnahmen, die benachbarte Westsahara, die bisher als Kolonie von Spanien verwaltet wurde und vorher unter weitgehendem marokkanischem und (gebietsweise) mauretinischem Einfluss stand. Der damalige König Marokkos, Hassan II., bat den internationalen Gerichtshof in Den Haag um ein Urteil, das die historische Zugehörigkeit der Westsahara zu Marokko belegen sollte. Der internationale Gerichtshof in Den Haag sprach Marokko jedoch sämtliche Besitzansprüche auf die besetzten Gebiete ab, worauf Marokko das Urteil schlicht ignorierte. Die UNO forderte Marokko auf, in einer Volksabstimmung die verbliebene und die vertriebene Bevölkerung der Westsahara über Freiheit oder Zugehörigkeit zu Marokko entscheiden zu lassen. Hassan II. stimmte diesem Vorgehen zu, die Abstimmung hat jedoch bis heute nicht stattgefunden. Indes betreibt Marokko eine umfassende Besiedlungspolitik in der Sahara, wohl um den marokkanischen Bevölkerungsanteil bis zur Abstimmung groß genug werden zu lassen. Ein Teil der saharouischen Bevölkerung lebt in Flüchtlingslagern in der algerischen Sahara. Wegen der Aufnahme der Arabischen Demokratischen Republik Sahara in die Afrikanische Union (AU) hat Marokko als einziger afrikanischer Staat es vorgezogen, nicht Mitglied der AU zu sein. Siehe auch: Westsaharakonflikt, Liste der Könige Marokkos, Liste der französischen Generalresidenten für Marokko, Liste der Premierminister von Marokko.

Politik

Marokko ist eine konstitutionelle Monarchie, deren derzeitiges Staatsoberhaupt, seit dem 23. Juli 1999, König Mohammed VI. ist. König Mohammed VI. gehört der Dynastie der Alawiden an, die seit über drei Jahrhunderten über Marokko herrscht. Er ist nicht nur weltliches, sondern als Führer der Gläubigen auch geistiges Oberhaupt der marokkanischen Bevölkerung. Der König ernennt nicht nur den Premierminister, der in der Regel von der stärksten politischen Partei des Parlamentes vorgeschlagen wird, sondern auch das gesamte Kabinett und verfügt daneben über zahlreiche Befugnisse, die seine Position als mächtigste Instanz des Staates untermauern. Im Vergleich zu europäischen Monarchien hat der marokkanische König weitergehendere Kompetenzen, wobei jedoch in der Praxis der Premierminister die politischen Tagesgeschäfte führt. Derzeitiger Premierminister ist seit dem 7. November 2002 der parteilose Driss Jettou. Marokko verfügt seit einer konstitutionellen Reform von 1996 über ein parlamentarisches Zweikammernsystem aus Nationalversammlung und Senat. Darüber hinaus gewährt die Verfassung des Landes eine unabhängige Judikative. Die Richter des Obersten Gerichtshofes werden vom König ernannt. Siehe auch: Politisches System Marokkos

Außenpolitik

Marokko war das erste Land, welches die jungen Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1777 offiziell anerkannte. Der "Moroccan-American Treaty of Friendship" von 1783, welcher von US-amerikanischer Seite von John Adams und Thomas Jefferson unterzeichnet wurde, ist somit auch Amerikas längster ungebrochener Freundschaftsvertrag mit einem anderen Staat. Die US-Marokkanischen Beziehungen sind so gut, dass die Vereinigten Staaten Marokko den Status eines Hauptverbündeten Alliierten außerhalb der NATO (Major Non-Nato Ally) im Juni 2004 zuerkannten (Quelle: [http://www.state.gov/r/pa/ei/bgn/5431.htm background note on Morocco, Oct. 2004] des US-Außenministeriums). Marokkos Politik ist dediziert pro-westlich und pro-europäisch, wobei es starke politische, kulturelle und auch soziale [http://europa.eu.int/comm/external_relations/morocco/intro/ Bindungen zu Europa] unterhält. Mit Spanien existieren noch ungelöste Territorialstreitigkeiten über die Exklaven Ceuta und Melilla, sowie über die küstennahen Inseln Isla Perejil, Chafarinas, Alhucemas und Vélez de la Gomera. Die Souveränität Spaniens über die genannten Gebiete werden von Marokko nicht anerkannt. Der Streit eskalierte 2002, als marokkanische Truppen die Isla del Perejil besetzten. Ein spanisches Armeekommando überwältigte die marokkanischen Soldaten unblutig und repatriierte sie.

Regionen und Provinzen

Im Rahmen eines Dezentralisierungsprogramms wurden 1997 die Provinzen zu Regionen zusammengefasst.
- (Oued Eddahab-Lagouira)
- (Laayoune-Boujdour-Sakia El Hamra)
- Guelmim-Es Smara
  - Tiznit
  - Tata
  - Tan-Tan
- Souss-Massa-Draa
  - Agadir
  - Ouarzazate
  - Zagora
  - Mhamid
- Gharb-Chrarda-Beni Hassan
  - Kenitra
- Chaouia-Ourdigha
  - Ben Slimane
  - Settat
  - Oued Zem
- Marrakech-Tensift-El Haouz
  - Marrakech
  - Essaouira
  - el Kelaa des Sraghna
- Oriental
  - Nador
  - Oujda
  - Bou Arfa
- Casablanca
- Rabat-Salé-Zemmour-Zaar
  - Rabat-Salé
  - Khemisset
- Doukkala-Abda
  - El Jadida
  - Safi
- Tadla-Azilal
  - Beni Mellal
  - Kasba Tadla
  - Azilal
- Meknès-Tafilalt
  - Meknès
  - Khenifra
  - Ksar es Souq
- Fès-Boulmane
  - Fès
  - Boulmane
- Taza-Al Hoceima-Taounate
  - Taza
  - Al Hoceima
  - Taounate
- Tanger-Tétouan
  - Tanger
  - Tétouan
  - Chechaouene Oued Eddahab-Lagouira, der größte Teil von Laayoune-Boujdour-Sakia El Hamra und Teile von Guelmim-Es Smara bilden die Westsahara, deren Zugehörigkeit zu Marokko international nicht anerkannt ist.

Wirtschaft

Marokko ist reich an Phosphat, weshalb ca. 75 % des weltweit geförderten Phosphats aus Marokko stammt. Daneben gibt es Rohstoffvorkommen von Phosphor, Erdöl, Erdgas, Kohle, Salz, Eisenerz, Blei, Kupfer, Zink, Silber, Gold, Mangan, Nickel, Kobalt. Seinen Bedarf an Energie kann Marokko nur zu rund 13 % aus eigenen Mitteln decken. Die Landwirtschaft Marokkos macht 16 % am BIP aus (Stand: 2003), kann jedoch als wichtigster Wirtschaftssektor betrachtet werden, da hier ca. 43 % der erwerbstätigen Bevölkerung beschäftigt sind. Angebaut werden Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Oliven, Zitrusfrüchte, Baumwolle, Wein, Mandeln, Datteln und Tabak. Die Viehzucht in den Steppen der Meseta, im Osten des Landes und in den Gebirgen wird teilweise nomadisch betrieben (Schafe, Ziegen, Rinder, Esel, Kamele, Pferde). Rund 10 % des Waldbestandes sind Korkeichen (Marokko ist der drittgrößte Korkproduzent der Erde). Küsten- und Hochseefischerei an der Atlantikküste sind bedeutend für den Export. Im Industriesektor, dem Bergbau und der Bauwirtschaft werden insgesamt 33 % des Bruttoinlandproduktes erwirtschaftet (Stand: 2003). Die Industrie verarbeitet vor allem die Agrar- und Fischfangerträge. Wichtig ist auch die Textilindustrie, wobei aber auch die traditionelle Verarbeitung von Leder, Textilien und Metall nach wie vor eine Rolle spielt. Des Weiteren sind die Produktion von elektrotechnischen Gütern, die Metallverarbeitung, die Produktion von Autoteilen und die chemische Industrie maßgebend für den marokkanischen Industriesektor. Im Dienstleistungsbereich werden 53 % (Stand: 2003) des BIP Marokkos erwirtschaftet, wobei es sich hierbei hauptsächlich um Dienstleistungen den Tourismus betreffend handelt. Etwa 80 % der Touristen die Marokko besuchen sind Europäer. Außenwirtschaft: Exportiert werden jährlich Güter in einem Gesamtwert von ca. 7,1 Mrd. Euro (Stand: 2003). Hauptexportgüter des Königreiches sind Nahrungsmittel und Tabak, welche ca. 33,6 % des Exportvolumens ausmachen, Konsumgüter (22,1 %), Phosphate und Düngemittel (21,7 %) sowie Fisch und Fischereiprodukte (14,5 %). Hauptabnehmer marokkanischer Güter sind Frankreich (27 %), Spanien (13 %), Großbritannien (8 %) sowie Deutschland und Italien (jeweils 6 %). Importiert werden nach Marokko jährlich Güter im Gesamtwert von ca. 9,6 Mrd. Euro. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um industrielle Vorprodukte und Halbfertigwaren (23,8 %), Maschinen und Transportmittel (20,2 %) sowie Nahrungsmittel (13,5 %). Hauptlieferanten dieser Importgüter sind Frankreich (24,3 %), Spanien (9,8 %) und Großbritannien (6,0 %). Eine der weitaus wichtigsten Einnahmequellen Marokkos sind jedoch vor allem die Geldüberweisungen der im Ausland lebenden und arbeitenden Marokkaner. Allein in Europa leben ca. 1 Million marokkanische Arbeitsemigranten, die durch ihre Überweisungen für eine Devisenzufuhr von etwa 2,2 Milliarden Euro sorgen, eine Summe welche die Einnahmen aus dem Tourismus oder dem Export von Phosphaten übersteigt und somit unerlässlich für Marokko ist. Marokko verfügt über eine marktwirtschaftlich orientierte Wirtschaftsordnung, welche den Schutz des Eigentums, Gewerbe- und Niederlassungsfreiheit und Wettbewerb vorsieht. Zu Zeiten Hassans II. stellte Marokko einen Antrag zur Aufnahme in die EG, welcher jedoch abgelehnt wurde. Marokkos Ziel der EU beizutreten ist mit der Unterzeichnung eines [http://europa.eu.int/comm/external_relations/morocco/intro/ Assoziationsabkommens mit der EU] im Jahr 1996 (in Kraft getreten im Jahr 2000) ein Stück näher gerückt. Seit den 1990ern gilt die marokkanische Wirtschaft als liberalste und offenste Volkswirtschaft des Maghreb. Seit den späten 1980er Jahren bemüht sich das Königreich seine Staatsbetriebe zu privatisieren, wobei bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt weniger als ein Viertel dieser staatlichen Unternehmen diesen Prozess durchlaufen haben. Erst vor Kurzem erlaubte Marokko ausländischen Kreditinstituten den Erwerb von Minderheitenbeteiligungen an marokkanischen Banken. Eine weitere Öffnung des Marktes für ausländische Investoren wurde bereits angekündigt. Mit den Vereinigten Staaten von Amerika wurde eine Freihandelszone vereinbart. Das [http://www.moroccousafta.com/ftafulltext.htm US-marokkanische Freihandelsabkommen] wurde am 22. Juli 2004 vom US-Senat bei einer Stimmenmehrheit von 85 zu 13 ratifiziert und wird, sobald es in Kraft tritt, den Handel für 95 % der Industrie- und Konsumgüter ohne Zölle ermöglichen und den Handel mit Agrargütern für beide Länder erheblich erleichtern. Für das Jahr 2010 ist auch die Verwirklichung einer Freihandelszone mit der EU geplant.

Verkehr

Marokko hat Flughäfen in Casablanca, Tanger, Rabat, Tétouan, Al Hoceima, Fès, Oujda, Marrakesch, Ouarzazate, Essaouira und Nador. Der für den Tourismus wichtigste Flughafen ist Agadir. Ebenfalls vorhanden sind Autobahnen.

Kultur


- Nationalfeiertag ist der 30. Juli (Thronbesteigung des Königs).
- Liste der zum Weltkulturerbe gehördenden Stätten in Marokko

Weblinks


- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=106 Seite des Auswärtigen Amtes Deutschland]
- [http://europa.eu.int/comm/external_relations/morocco/intro/ Beziehungen zwischen Marokko und der EU] (auf Englisch)
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/mo.html Morocco], aus dem CIA World Factbook (auf Englisch).
- [http://imurig.c.la Berberische Musik aus Marokko zum online anhören mit Texten und Biographien]
- [http://wikitravel.org/de/Marokko Reiseinfos zu Marokko] auf Wikitravel Kategorie:Staat Kategorie:Mittelmeer Kategorie:Monarchie ja:モロッコ ko:모로코 ms:Maghribi simple:Morocco zh-min-nan:Morocco

Melilla

Melilla [] ist eine zu Spanien gehörende autonome Stadt an der Mittelmeerküste von Marokko. Wie Ceuta gehört sie politisch zu Spanien, geographisch jedoch zu Afrika. Bis 1995 wurde Melilla als Teil der Provinz Málaga betrachtet. Seitdem verfügt die Exklave über ein Autonomiestatut, ähnlich wie die autonomen Gemeinschaften. In ihr leben rund 68.000 Menschen (Stand: 2004). In ISO 3166-1 ist die Kombination EA für Melilla und Ceuta reserviert.

Lage

Die Stadt liegt auf einer Halbinsel und ist von Wallanlagen umgeben.

Wirtschaft

Die wichtigsten Industriezweige Melillas sind die Fischverarbeitung und der Schiffbau. Vom Freihafen aus werden vor allem Fisch, Obst, Eisen und Blei exportiert. Der grenzübergreifende Handel sowie finanzielle Transfers aus dem spanischen Festland oder der restlichen EU sind weitere wirtschaftliche Stützen der Stadt.

Geschichte

Melilla geht auf eine Gründung der Phönizier zurück (Rusadir). Die Stadt war zunächst Grenzbefestigung des Königreichs von Tlemcen und des Königreichs von Fez. 1497 wurde die Stadt von Spanien erobert. Seit der Staatsgründung im Jahr 1956 beansprucht Marokko Melilla, das benachbarte Ceuta sowie einige kleine spanische Inseln vor der afrikanischen Küste.

Aktuelles

Migranten aus schwarzafrikanischen Ländern versuchen über Algerien und Marokko nach Melilla zu gelangen, um nach Spanien oder in andere Länder der EU einzureisen. Die Stadt ist zum Schutz vor illegaler Einwanderung mit zwei Zäunen (3 m und 8 m hoch), Bewegungsmeldern, Nachtsichtgeräten und Kameras gesichert; die Guardia Civil patrouilliert hier. Die Situation verschärfte sich Ende September 2005, da sich unter den Migranten herumgesprochen haben dürfte, dass Spanien die Zäune verstärken will. Während der Grenzübertritte kam es seit Ende September/Anfang Oktober 2005 vermehrt zu Todesfällen. Marokko schob Flüchtlinge ab, die an den Grenzanlagen von Melilla gescheitert waren. Dabei wurde Marokko von internationalen Hilfsorganisationen beschuldigt, Flüchtlinge in der Wüste ausgesetzt zu haben. Die marokkanische Regierung dementierte diese Vorwürfe. Die Notwendigkeit einer umfassenden politischen Lösung dieser Probleme zeichnet sich zunehmend ab.

Söhne und Töchter der Stadt


- Fernando Arrabal, spanisch-französischer Schriftsteller und Dichter Kategorie:Spanische autonome Gemeinschaft Kategorie:Enklave ja:メリリャ zh-min-nan:Melilla

Protektorat

Ein Protektorat (von lat. protegere, „schützen“, daher auch Schutzgebiet) ist ein teilsouveränes staatliches Territorium, dessen Verwaltung, auswärtige Vertretung und Landesverteidigung einem anderen Staat untersteht. Anders als bei Kolonien besteht eine größere Autonomie, ohne dass von autonomen Gebieten gesprochen werden kann. "Protektorat" kann auch bedeuten: Das Protektorat über eine Organisation und/oder eine Veranstaltung = die Schirmherrschaft. Die innehabende Person heißt Protektor (Schirmherr).

Protektorate nach Staaten und Organisationen

Britische Protektorate

Ägypten war von 1914 bis zur Unabhängigkeit 1922 britisches Protektorat. Brunei wurde 1984 die volle Unabhängigkeit zuerkannt. Botswana war von 1865 bis zur Unabhängigkeit 1966 ebenfalls britisches Protektorat.

Deutsche Protektorate

Deutsche Schutzgebiete zu Anfang des 20. Jahrhunderts waren Deutsch-Südwest-Afrika (heute: Namibia) und Deutsch-Ostafrika (heute: Tansania, Ruanda, Burundi); durchaus strittig ist, ob diese Gebiete nicht eher Kolonien waren und vom Deutschen Reich weniger als Protektorate behandelt wurden. Mit dem Bruch des Münchner Abkommens von 1938 wurde Tschechien (außer den bereits annektierten Gebieten des sogenannten Sudetenlandes) in das Protektorat Böhmen und Mähren umgewandelt.

Französische Protektorate


- Französisch-Polynesien (Polynésie française) seit 1946
- Neukaledonien (Nouvelle-Calédonie) seit 1956
- Wallis und Futuna (Wallis-et-Futuna) seit 1961 (nordöstlich von Fidschi)
- Zu den Französischen Süd- und Antarktisgebieten TAAF Terres australes et antarctiques françaises gehören die Inseln Amsterdam, St. Paul, Crozetinseln und die Kerguelen sowie der international nicht anerkannte Anspruch auf einen Teil der Antarktis (Adélieland).
- St. Pierre und Miquelon hat den Status einer „Gebietskörperschaft der Französischen Republik“ (Collectivité territoriale) und damit eine ähnliche rechtliche Stellung siehe auch: Französische Überseedépartements, Französische Übersee-Territorien

US-Amerikanische Protektorate

Am 16. September 1915 wird Haiti, unter massivem militärischem Druck der Vereinigten Staaten, US-Protektorat. Die USA und Haiti unterzeichneten einen Vertrag, der den USA praktisch die völlige Kontrolle über die Verwaltung und Finanzen des Karibikstaates ermöglicht.

Mandatsgebiete des Völkerbunds

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die meisten früheren deutschen Kolonien und Gebiete des Osmanischen Reichs unter die Kontrolle des Völkerbunds gestellt. Dieser erteilte verschiedenen Mitgliedsstaaten Mandate zur Verwaltung dieser Gebiete. Siehe: Völkerbund.

Treuhandgebiete der Vereinten Nationen

Nach der Gründung der Vereinten Nationen übernahm der UN-Treuhandrat die Verwaltung der verbleibenden Mandatsgebiete des Völkerbunds. 1994 wurde Palau als letztes dieser Gebiete in die Unabhängigkeit entlassen. Siehe: Treuhandgebiet.

Protektorate der NATO

Das Kosovo gilt politisch als sog. „NATO-Protektorat“, weil es nach dem Kosovo-Krieg von der NATO militärisch kontrolliert und von der UNO verwaltet wird (mit dem Euro als Währung); juristisch zählt das Kosovo bis zur endgültigen Klärung des Status des Kosovo zur Republik Serbien, seine Bürger besitzen die serbische Staatsbürgerschaft und wählen Parlament und Präsident der Republik Serbien mit. Kategorie:Politische Geographie Kategorie:Kolonialismus Kategorie:Rechtsgeschichte ja:保護国

Tétouan

Tétouan (arabisch: Titwan, spanisch: Tetuán) ist eine Stadt in Marokko mit 318.800 Einwohnern (Stand 1. Januar 2004), 90 Meter über dem Meeresspiegel, auf einem Plateau, das zum Djebel Dersa gehört, im Norden und Süden von den Rifbergen umgeben, in unmittelbarer Nähe zum Mittelmeer, Handelszentrum für das westliche Rifgebirge mit Tourismus, Fischfang, Textil-, Zigaretten- und Elektroindustrie sowie Olivenanbau in der Umgebung der Stadt.

Geschichte

In Karthago und im Römischen Reich als Tamuda oppidum bekannt und nach dem Niedergang Roms aufgegeben, wird Tétouan in arabischen Quellen erstmals im 11. Jahrhundert als Ansammlung von Niederlassungen der Berber erwähnt. 1307 von dem Meriniden Abu Thabit als Stützpunkt gegen Ceuta gegründet, entwickelte sich die Stadt durch die Nähe zum Meer sehr bald schon zum Schlupfwinkel für Piraten und erlangte rasch wirtschaflichen Aufschwung. Die erste Kasbah wurde vom Sultan Youssef Ibn Yacoub zum Ende des 13. Jahrhundert dort errichtet. Dabei entstand die heutige Medina. Der Name Tétouan bedeutet in der Berbersprache "Die Quellen". Die andauernde Gefährdung der Seewege veranlasste jedoch König Heinrich III. von Kastilien im Jahre 1399 die Stadt anzugreifen und zu zerstören. Teile der Bevölkerung wurden nach Spanien verschleppt. Die spanische Reconquista vertrieb im 16. Jahrhundert zahlreiche Juden und Muslime aus Andalusien, einige von ihnen ließen sich in Tétouan nieder und brachten es mit Hilfe von Piraterie zu neuerlichem Wohlstand. Der Hafen wurde daraufhin unter Philipp II. im Jahre 1565 stillgelegt. Eine neue Besiedlung durch rückkehrene Flüchtlinge aus Spanien und der Ausbau zum Handelszentrum ließen Tétouan expandieren. Ihre Blütezeit erreichte die Stadt, dank ausgedehnter Handelsbeziehungen zu Europa, ähnlich wie die Nachbarstädte Ceuta und Tanger unter der Herrschaft des prunksüchtigen Sultans Moulay Ismail (1672-1727). Die heutigen alten Stadtviertel gehen auf diese Epoche zurück. Im 19. Jahrhundert besetzten die Spanier Tétouan gleich zweimal und machten es 1913 zur Hauptstadt des Protektorats Spanisch-Marokko, das bis 1956 Bestand hatte. Die Stadt gehört erst mit Erlangung der Unabhängigkeit unter Mohammed V. 1956 wieder zu Marokko. Kategorie:Ort in Marokko Kategorie:Weltkulturerbe (Afrika)

Francisco Franco

Francisco Paulino Hermenegildo Teódulo Franco y Bahamonde Salgado Pardo (
- 4. Dezember 1892 in Ferrol, Galicien; † 20. November 1975 in Madrid) war ein Diktator und General. In der Zeit von 1939 bis zu seinem Tod war Franco Staatschef von Spanien. Er regiert das Land nach dem Sieg der Falange im Spanischen Bürgerkrieg bis zu seinem Tod diktatorisch. Franco wurde in Spanien als el Caudillo ("Der Führer") bezeichnet. In Anlehnung an diesen Titel wurde seine Geburtsstadt El Ferrol von 1938 bis 1982 El Ferrol del Caudillo genannt.

Leben

diktator Franco wurde als Sohn des Marineoffiziers Nicolás Franco und dessen Frau María del Pilar Bahamonde y Pardo de Andrade geboren. Im Alter von 15 Jahren trat Franco im Jahr 1907 in die Militärakademie in Toledo ein. Im Jahr 1910 wurde Franco nach Spanisch-Marokko versetzt, um im dortigen Kolonialkrieg eingesetzt zu werden. Franco beteiligte sich unter anderem an der Niederschlagung eines Aufstandes der als Rifkabylen bezeichneten im Rifatlas lebenden Berberstämme. Für seine Leistungen im Marokko-Krieg wurde Franco im Alter von 23 Jahren von König Alfonso XIII. zum jüngsten Major der spanischen Armee ernannt. Dies war der Ausgangspunkt einer steilen Karriere im spanischen Militär. Im Jahr 1922 wurde Franco zum Kommandeur der spanischen Fremdenlegion ernannt. Ein Jahr später heiratete er Carmen Polo Meléndez Valdés, mit der er eine Tochter hatte. 1926 wurde Franco zum jüngsten General einer europäischen Armee und nach dem Ende des Krieges in Spanisch-Marokko im Jahr 1927 zum Leiter der Obersten Militärakademie in Saragossa ernannt. Mit der Zweiten Republik in Spanien im Jahr 1931 kam die Schließung der von Franco geleiteten Militärakademie. Franco wird nacheinander zum Militärgouverneur in La Coruña und auf den Balearen. Im Jahr 1934 schlug er als Kommandeur der Fremdenlegion einen großen Arbeiteraufstand in Asturien nieder, der sich gegen die neue rechtskonservative Regierung Spaniens richtete. Infolge seines kompromisslosen Vorgehens gegen die Aufständischen erhält Franco Anerkennung in rechten politischen Kreisen. In der Folge wurde Franco 1935 zum Oberbefehlshaber der spanischen Armee in Marokko ernannt. Im Juli 1936 kam es in Marokko zu einer Militärrevolte nationalistischer Kräfte, die sofort auf das Mutterland übergriff und zum Spanischen Bürgerkrieg führte. Die Führer des Aufstandes bildeten eine Junta, die Franco am 1. Oktober 1936 zum Chef der nationalspanischen Regierung und des von den Aufständischen kontrollierten Teils des spanischen Staates beriefen und ihn zum Generalissimus (Generalísimo) ernannten. Im November 1936 wurde seine Regierung von Deutschland und Italien anerkannt und von diesen sowohl politisch als auch militärisch unterstützt. Ziel am Anfang seiner Regentschaft war zunächst der Sieg über die Spanische Republik. Mit dem Ende des Spanischen Bürgerkrieges am 1. April 1939 etablierte Franco sukzessive seine Machtbasis und ging gegen seine politischen Gegner mit äußerster Härte vor. Franco bzw. den Führern der von ihm angeführten nationalen Bewegung werden umfangreiche politisch motivierte Verbrechen vorgeworfen (u. a. Folter und Ermordung von politischen Gegnern). Das Regime, das Franco ab 1939 aufbaute, beruhte auf der engen Verbindung von traditionell konservativen Vorstellungen mit faschistischen Prinzipien, letztere wurden v. a. vom wichtigsten Flügel der franquistischen Staatspartei Movimiento Nacional, der Falange, verfochten. Demokratische und regionalistische Tendenzen (v. a. im Baskenland und Katalonien) wurden unterdrückt. Während des Zweiten Weltkrieges hat Franco eine neutrale Position Spaniens gegenüber den Kriegsparteien bezogen. Allerdings hegte er zweifelsohne Sympathien für die Achsenmächte. Franco-Spanien war seit 1939 Mitglied im Antikominternpakt, später auch im Stahlpakt. Die einzige nennenswerte militärische Unterstützung der Achsenmächte Deutschland und Italien bestand in der Bereitstellung der Blauen Division (División Azul) an der Ostfront im Krieg gegen die Sowjetunion bis 1943. Eine militärische Besetzung Gibraltars, die Hitler von Franco bei einem Treffen am 23. Oktober 1940 im französischen Ort Hendaye verlangte und die zum Eintritt Spaniens in den Zweiten Weltkrieg geführt hätte, lehnte Franco ab. Hitler meinte nach dem Treffen, er ließe sich lieber mehrere Zähne ziehen als noch einmal mit Franco zu verhandeln. Franco ließ Deutschland allerdings bis 1944 mit kriegswichtigen Rohstoffen (Wolfram etc.) beliefern. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges sah sich Franco einer insbesondere von den USA und Großbritannien forcierten Isolierung gegenüber. Die wirtschaftlich äußerst prekäre Situation suchte Franco mit seinen guten Beziehungen zum peronistischen Argentinien und zur arabischen Welt – Spanien hatte den neuen Staat Israel nicht anerkannt – zu überbrücken. Die Lage änderte sich erst mit dem Kalten Krieg, der vor allem die USA dazu bewog, intensivere, auch militärische Kontakte zu Spanien zu suchen. Harry S. Truman, der Franco zunächst noch in einer Reihe mit Hitler und Mussolini gesehen hatte, nahm nach Ausbruch des Korea-Krieges eher widerwillig diplomatische Beziehungen mit Spanien auf. Die Verhandlungen über US-Militärbasen auf spanischem Gebiet zogen sich auch dank Francos hartnäckigem Taktieren bis 1953 hin. Präsident Eisenhower kam im Jahr 1959 auf Staatsbesuch. In den 1960er Jahren sah sich Franco sowohl mit einer dynamischen Wirtschaftsentwicklung als auch zunehmenden sozialen und politischen Spannungen konfrontiert. Dank eines stabilen Rückhalts im Militär, aber auch in der bedeutenden katholischen Kirche des Landes und bei den Großgrundbesitzern, gelang es Franco die Situation politisch unbeschadet zu überstehen. Für die Nachfolge Francos war bereits 1947 die Wiedereinführung der Monarchie vorgesehen worden. Franco setzt 1969 fest, dass Juan Carlos de Borbón, der Enkel Alfons XIII., nach seinem Tod der Regierung als König vorsitzen solle. Mit dem Tod Francos am 20. November 1975 war die Restauration der Monarchie in Spanien somit bereits vorgezeichnet. Über das Ende des Diktators schrieb der Franco-Gegner Luis Buñuel: "Ich habe schließlich sogar Franco bemitleidet, den man monatelang unter fürchterlichen Leiden künstlich am Leben hielt." Der spanische "Caudillo" (Führer) war nach einem Herzinfarkt im Oktober 1975 ins Madrider Krankenhaus La Paz eingeliefert worden. Am 20. November wurden die lebenserhaltenden Maschinen auf Wunsch der Familie abgestellt. Unter den behandelnden Ärzten befand sich auch der Schwiegersohn des Diktators, Marquis de Villaverde. Franco ist im Valle de los Caídos in der Sierra de Guadarrama beigesetzt. Von 1940 bis zu seinem Tod lebte Franco im ehemaligen Königspalast El Pardo nordwestlich von Madrid.

Nachleben

Der friedliche Übergang Spaniens vom Franco-Regime zur Demokratie ist weitgehend ohne Aufarbeitung der Franco-Zeit erfolgt. So wurde erst in der Nacht zum 17. März 2005 die sieben Meter hohe Franco-Statue auf der Plaza San Juan de la Cruz in Madrid entfernt. Im Verlaufe der Nacht und des Tages musste die Polizei gegen einige erregte Gegner der Aktion einschreiten. Vertreter des oppositionellen Partido Popular des Ex-Ministerpräsidenten José María Aznar kritisierten diese Politik. Mit der Eliminierung „historischer Symbole auf den Straßen“ würden nur „Wunden geöffnet“. Am 9. Februar 2005 hatte das spanische Parlament (Congreso) die Demontage des noch verbliebenen Reiterstandbilds Francos in der Militärakademie von Saragossa beschlossen. Partido Popular und Coalición Canaria enthielten sich hierbei der Stimme. In verschiedenen Autonomen Regionen und im spanischen Parlament werden parlamentarische Vorlagen (propuestas no de ley) diskutiert, die die Beseitigung aller Symbole der Franco-Diktatur auf öffentlichen Plätzen und an Straßen vorsehen. In zahlreichen spanischen Orten sind noch immer Straßen nach Franco benannt. Die Regierung Zapatero kündigte im März 2005 an, Franco-Opfer zu rehabilitieren, Menschenrechtsverbrechen aufzuklären und Faschismus-Symbole aus der Öffentlichkeit zu verbannen.

Siehe auch


- Geschichte Spaniens
- Franquismus

Literatur


- Juan Pablo Fusi Aizpurúa: Franco. Spanien unter der Diktatur 1936-1975. 1. Auflage. dtv, München 1992, ISBN 3-423-04576-0
- Claude Martin: Franco. Eine Biographie. Stocker, Graz 1995, ISBN 3-7020-0731-8
- Paul Preston: Franco. A Biography. Fontana Press, London 1993, ISBN 0-00-686210-1 (auch in spanisch erhältlich)

Weblinks


- [http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/FrancoFrancisco/ Biografie von Franco bei DHM]
-
- [http://www.3sat.de/kulturzeit/themen/72582/index.html Francos Konzentrationslager]
- [http://www.3sat.de/kulturzeit/themen/48592/index.html Francos langer Schatten]
- Telepolis: [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19948/1.html Die spanische Regierung beginnt mit der Aufarbeitung der Franco-Diktatur]
- [http://www.ksta.de/html/artikel/1109243521859.shtml Letzte Franco-Statue wird entfernt. Kölner Stadt-Anzeiger] Franco, Francisco Franco, Francisco Franco, Francisco Franco, Francisco Franco, Francisco Franco, Francisco ja:フランシスコ・フランコ・バハモンデ

Spanischer Bürgerkrieg

Der Spanische Bürgerkrieg wurde zwischen Juli 1936 und April 1939 zwischen der republikanischen Regierung Spaniens und den Putschisten unter General Francisco Franco ausgetragen. Er endete mit dem Sieg der Anhänger Francos und dessen bis 1975 währender Diktatur.

Ursachen

Die Ursachen für den Ausbruch des Krieges sind in den extremen sozialpolitischen und kulturellen Verwerfungen zu finden. Das Land erlitt seit Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche gewalttätige Konflikte, die ungelöst blieben. Sie häuften und verschärften sich, als nach der Niederlage im Spanisch-Amerikanischen Krieg das Ansehen der alten Institutionen voll und ganz verloren gegangen war. Den Anhängern der Zweiten Republik war es weder gelungen, die gravierenden sozialen Missstände zu verbessern, noch den Verfechtern einer autoritären Staatsordnung etwas entgegen zu setzen. Spanien war von mehreren strukturellen Brüchen betroffen:
- die völlig unterprivilegierte Stellung der Land- und Industriearbeiterschaft, die zum Teil nach radikalen Möglichkeiten suchte
- die Weigerung der katholischen Kirche, ihr kulturelles Monopol aufzugeben
- das auf heftigen Widerstand treffende Bestreben der Basken und Katalanen, sich von Madrid zu emanzipieren
- die Gegnerschaft der ökonomischen Eliten gegenüber sozialen Veränderungen, in denen sie eine Bedrohung ihrer Macht sahen In der neueren spanischen Geschichte hatten friedliche Lösungen kaum eine Tradition. So standen sich katholisch-nationalistische, bürgerlich-liberale und sozialrevolutionäre Gruppierungen in langer Feindschaft gegenüber, die während der verspäteten Wirtschaftskrise erneut kulminierte. Der Putsch der republikfeindlichen Militärs löste auf der anderen Seite eine Revolution aus, die hauptsächlich von den Anarchisten getragen wurde. Der Bürgerkrieg geriet schon rasch in das internationale Beziehungsgeflecht Europas, das den Verlauf der Ereignisse entscheidend beeinflussen sollte.

Anfänge

Initiiert durch eine Militärrevolte in Marokko begann am 17. Juli 1936 der Militäraufstand gegen die Regierung Spaniens. Die Aufständischen stützten sich, neben Teilen des spanischen Militärs auf der iberischen Halbinsel, auf die spanischen Kolonialtruppen in Nordafrika, einem Heer marokkanischer Söldner, und hofften, schnell die Kontrolle über die Hauptstadt Madrid und alle wichtigen Städte zu erlangen. In den darauffolgenden Tagen wurde jeder Soldat vor die Entscheidung gestellt, für welche Seite er kämpfen sollte. 80 % des Offizierscorps, die Mehrheit der Unteroffiziere aber nur 4 Divisionsgeneräle, entschieden sich für den Putsch. Die Regierungstruppen hatten die Mehrheit der Generäle und der Marine auf ihrer Seite, doch konnten sie das Fehlen eines intakten Offiziers- und Unteroffizierscorps in den entscheidenden ersten Monaten nicht kompensieren. Die Aufständischen errangen bald die Kontrolle über die Städte Sevilla, Cádiz, Jerez de la Frontera, Córdoba, Saragossa, Oviedo sowie über Galicien, Mallorca und das carlistische Navarra; sie scheiterten jedoch in den Provinzen Madrid, Valencia und Barcelona, Sitz von 70 % der spanischen Industrie und der Mehrheit der Bevölkerung. Es folgte ein sich bis 1939 hinziehender Bürgerkrieg. Am 28. März 1939 zogen Franco-Truppen in Madrid ein, der Krieg wurde am 01. April 1939 offiziell als beendet erklärt. Anführer des Militärputsches war General Sanjurjo, der bereits 1932 mit einem Putsch gescheitert war und sich deshalb zu der Zeit im Exil in Portugal befand. Auf dem Rückflug aus dem Exil verunglückte der General jedoch tödlich, was zu einem Machtvakuum bei den Nationalspaniern führte. Dieses wurde durch ein Triumvirat der Generäle Franco, Mola und Queipo de Llano gefüllt und schließlich wurde Francisco Franco zum provisorischen Staatsoberhaupt und Oberkommandeur (Generalisimo) der Streitkräfte bestimmt. Queipo de Llano

Kriegsparteien

Den Aufständischen standen die der Regierung loyal gebliebenen Truppen, Sozialdemokraten, Sozialisten, Kommunisten und anarchosyndikalistische Gruppen gegenüber. Die europäischen Mächte wie Großbritannien und Frankreich waren offiziell neutral, verhängten aber trotzdem ein Waffenembargo gegen Spanien. Neben dem faschistischen Italien unter Benito Mussolini und dem nationalsozialistischen Deutschland unter Adolf Hitler, die Truppen und Waffen zur Unterstützung Francos schickten, unterstützen zum Beispiel die USA die Nationalisten Francos durch Lieferung von Lastkraftwagen und den Bau einer Raffinerie. Auch Portugal half Franco. Die Sozialisten erhielten, ebenfalls das Embargo verletzend, in größerem Umfang Unterstützung in Form von Waffen, Ausrüstungen, Piloten, Ausbildern und Geheimdienstpersonal der GPU durch die Sowjetunion sowie von Mexiko und unterschiedlichsten idealistischen Freiwilligen aus vielen Ländern, zusammen als Internationale Brigaden bekannt. Die amerikanischen Freiwilligen bildeten die Abraham-Lincoln-Brigade, die Kanadier das Mackenzie-Papineau Bataillon (die "Mac-Paps"). Die deutschen und österreichischen Freiwilligen kämpften im "Thälmann-Bataillon" und im "Bataillon Edgar André", die schließlich zusammen mit dem polnischen Dombrowski-Bataillon zur 11. Internationalen Brigade zusammengefasst wurden. Die anarcho-syndikalistischen deutschen Kräfte, teilweise organisiert in der FAUD (Freie Arbeiterunion Deutschlands), bestanden vorwiegend aus emigrierten Saarländern. Sie kämpften in "wilden Centurien" vor allem im Ebrotal (Katalonien), weitgehend den spanischen anarchistischen Verbänden der CNT-FAI direkt unterstellt, der auch der legendäre Buenaventura Durruti angehörte, und der marxistischen Arbeitereinheitspartei POUM. Sie wurden im Verlauf des Krieges Opfer der beginnenden stalinistischen Säuberungen, die auf Betreiben der Sowjetunion auch in Spanien gegen "Linksabweichler" und Trotzkisten durchgeführt wurden. Die Liquidierung fast aller anarcho-syndikalistischen Kämpfer aus Deutschland, unter tatkräftiger Mitwirkung der KPD-Exilorganisation und der in der DDR zu antifaschistischen Helden erklärten Interbrigadisten, ist bis heute nicht erforscht und ungesühnt geblieben. Die Tatsache, dass ein großer Teil der Liquidierten oder "Verschwundenen" Saarländer waren, ist heute auch im Saarland weitgehend unbekannt. Unter den bekannteren Ausländern waren Ernest Hemingway und George Orwell, der seine Erfahrungen in Mein Katalonien (Homage to Catalonia) beschrieb. Der Roman Wem die Stunde schlägt (For Whom the Bell Tolls) von Hemingway wurde angeregt durch seine Erlebnisse in Spanien. André Malraux organisierte die ausländischen Luftstreitkräfte der Spanischen Republik, die ihm in erster Linie von der Sowjetunion und in geringem Umfang durch Jean Moulin aus Frankreich zur Verfügung gestellt wurden. Er verarbeitete seine Erlebnisse in Spanien zu dem Roman "Die Hoffnung". Egon Erwin Kisch schrieb eine Reihe von Reportagen; Bertolt Brecht "Die Gewehre der Frau Carrar". Arthur Koestler veröffentlichte seine Aufzeichnungen später unter dem Titel "Ein spanisches Testament". Auch Gustav Regler nahm zeitweilig als Politkommissar der XII. Brigade am spanischen Bürgerkrieg teil, über den er später in dem Roman "Das große Beispiel" schrieb. Alfred Kantorowicz nahm ebenfalls als Offizier am Bürgerkrieg teil und veröffentlichte sein Spanisches Kriegstagebuch zunächst in London und New York. Karl Otten veröffentlichte seine Erlebnisse eines deutschen Exilanten, der vom spanischen Bürgerkrieg auf Mallorca überrascht wurde unter dem Titel "Torquemadas Schatten". Willy Brandt war als Korrespondent norwegischer Zeitungen im Februar 1937 nach Barcelona gekommen und übernahm zeitweilig Aufgaben bei der kleinen linksmarxistischen POUM, dem spanischen Gegenstück zur deutschen SAP, in der Brandt zu dieser Zeit aktiv war. Der Fotograf Robert Capa dokumentierte den Kampf der Antifaschisten gegen die Falange. Norman Bethune erlernte hier die Behandlung von Kriegsverletzungen.

Der internationale Aspekt

Der Spanische Bürgerkrieg besaß einen gewichtigen internationalen Aspekt. Da er die ideologischen Konfliktlinien Europas widerspiegelte und die kontinentale Machtkonstellation in Bewegung brachte, hing der Kriegsverlauf und das Schicksal der Republik entscheidend von der Haltung der anderen europäischen Mächte ab. Auf der einen Seite unterstützten die faschistischen Mächte Italien und Deutschland offen die Putschisten, während die liberalen Demokratien Frankreich und Großbritannien eine Nichteinmischungspolitik praktizierten, die allerdings den Siegeszug der Aufständischen begünstigte. Die Sowjetunion dagegen belieferte die Republik bis 1938 mit Waffen und Beratern, wobei sie nichts unversucht ließ, der Regierung ihren Stempel aufzudrücken, die Stellung der zuvor unbedeutenden spanischen KP auszubauen und die Soziale Revolution abzuwürgen. Letzteres geschah, um die Gunst der liberalen kapitalistischen Mächte zu gewinnen, die Stalin in der zu erwartenden Auseinandersetzung gegen den Faschismus auf seine Seite zu ziehen versuchte. So wurde Spanien zu einem militärischen und politischen Labor für die schwelende Systemkonkurrenz in Europa, die in den Zweiten Weltkrieg mündete. Die legitime spanische Regierung wurde zu einem frühen Opfer der Appeasement-Haltung der führenden Demokratien, die nicht zuletzt einem antikommunistischen Kalkül geschuldet war. Die Putschisten wären ohne das Eingreifen Mussolinis und Hitlers nie so weit gekommen. Und der Krieg, der die Soziale Revolution erst möglich gemacht hatte, sollte ihr Schicksal auch besiegeln.

Die faschistischen Staaten

Für das NS-Regime war der Bürgerkrieg ein neues Schlachtfeld im weltweiten Konflikt gegen den "Bolschewismus". Neben der lautstark vorgetragenen ideologischen Komponente taten sich vor allem strategische und militärische Gründe für das NS-Engagement auf. Spanien sollte von keinem Regime regiert werden, das dem Deutschen Reich feindlich gegenüberstehen würde. Hier spielten schon Hitlers Kriegsvisionen eine Rolle. Dies vor dem Hintergrund, dass im Juli 1936 Frankreich ebenfalls eine Volksfront-Regierung hatte, die erste Annäherungen mit der Sowjetunion vollzogen hatte - was aber bald auf britischem und innenpolitischem Druck ein Ende fand. Außerdem konnten hier erste technische Erfahrungen mit dem Kriegsgerät gemacht werden, das man bald auf dem ganzen Kontinent einsetzen wollte - allen voran die Luftwaffe, die bei der Bombardierung von Guernica eine Generalprobe dafür ablieferte, wie man ganze Städte in Schutt und Asche legte und von 1937 an sämtliche Militäroperationen der Rebellen mit ihren Luftangriffen begleitete. Hinzu kamen wirtschaftliche Motive: Spanien besaß eine Reihe von Rohstoffen, die für die Rüstungsindustrie relevant waren und die man sich per Abkommen mit dem Franco-Regime aneignen wollte. Konkurrent hierbei war Großbritannien. Neben dem Deutschen Reich mischte sich auch Italien ins spanische Kriegsgeschehen ein, und zwar in weit größerem Umfang als die deutsche Seite, womit sich für Mussolini neben dem Abessinienkrieg eine zweite Bühne für militärische Kraftpoben darbot. Das konnte Hitler nur recht sein, hatte er doch hiermit einen größeren Spielraum in Mitteleuropa, vor allem in Österreich. Tatsächlich beschleunigte die sozialpolitische Blockbildung, die den Bürgerkrieg auslöste, das Zusammengehen der beiden faschistischen Staaten. Die Italiener wussten, anders als die Deutschen, schon im Vorfeld über die Absichten der spanischen Generale Bescheid.

Die europäischen Demokratien

Großbritannien spielte schon seit Anfang des 18. Jahrhunderts im Mittelmeerraum eine bedeutende Rolle. Aber wegen der Probleme des Empire und der Reduktion seiner militärischen Potentiale nach dem Ersten Weltkrieg wollte man sich am Kontinent möglichst schadlos halten. Zumal die 1931 gegründete neue Republik bei den britischen (wie auch US-amerikanischen) Eliten nicht sehr angesehen war, da man sie sozialistischer Tendenzen verdächtigte und die Ergebnisse der Sozialen Revolution die Interessen britischer Geschäftsleute unmittelbar berührte. So hegten die konservativen Spitzenpolitiker Sympathien für die Putschisten, da diese die Eigentumsverhältnisse unangetastet ließen. Mit der Nichteinmischungspolitik sollte Spanien quasi "neutralisiert" werden, d.h. der Konflikt sollte auf die Iberische Halbinsel beschränkt und das Land weder "kommunistisch" noch zu einem militärischen Aktivposten der faschistischen Konkurrenten werden. Trotz nicht unbedeutender Spannungen intensivierten sich die Handelsbeziehungen zwischen dem Empire und dem Franco-Regime, vor allem nach der Einnahme des Baskenlandes. 60 % aller spanischen Auslandsinvestitionen kamen aus Frankreich. Hier herrschte im Juli 1936 auch eine ähnlich gestaltete Regierung, sodass das Nachbarland sich als Bündnispartner für Spanien geradezu anbot. Tatsächlich war die Dritte Republik ebenso gespalten wie die spanische und darum arg geschwächt. Weite Teile des bürgerlichen Lagers waren eindeutig auf Seiten der Putschisten, während die Linken mit der legitimen Regierung sympathisierten. Um den Bürgerkrieg nicht im eigenen Land austragen zu müssen, wagte Paris nicht, direkte Hilfe zu senden, zumal man sich außenpolitisch eng an Großbritannien binden musste. Die Kontroverse ging quer durch die Regierung, die Organisationen und die Meinungsbildung und spiegelte - stärker noch als in Großbritannien - die sozialpolitische Polarisierung der westlichen Demokratien wider. Diese Blockade machte es dem Land unmöglich, einer benachbarten Demokratie zu Hilfe zu kommen.

Die Sowjetunion

Die Sowjetunion als damals einziger kommunistischer Staat der Welt hatte 1935 seinen über die Komintern in den Westen importierten Konfrontationskurs völlig aufgegeben und strebte nun, in die geostrategische Defensive überwechselnd, eine Allianz mit den parlamentarischen Demokratien an. Die offene Unterstützung für die Republik kam darum erst dann ins Rollen, als klar wurde, dass die Westmächte sich nicht für die spanische Republik einsetzen würden und die faschistischen Staaten schon längst ihre Mittel ins Spiel gebracht hatten. Auch spätere Vorstöße der Sowjets, London und Paris zu einem Vorgehen gegen Italien und das Deutsche Reich zu bewegen, scheiterten und isolierten Moskau mehr und mehr. Diese Entwicklung ist eine Voraussetzung für das Zustandekommen des Hitler-Stalin-Paktes von 1939. Über Stalins genaue Motive, den Bürgerkrieg nun doch zu einem Stellvertreterkrieg ausufern zu lassen (und 1938 die Hilfe prompt wieder einzustellen), wird noch spekuliert. Fest steht, dass die Sowjetunion der einzige potente Bündnispartner für Madrid blieb und die Republik somit faktisch in die Abhängigkeit von Moskau geriet. Dies hatte gravierende innenpolitische Konsequenzen. Es folgte der Aufstieg der spanischen KP, die der Sozialen Revolution feindlich gesonnen war und vor allem Mitglieder in der Mittelschicht und im Kleinbürgertum gewann. Rechtssozialisten und Liberale fanden in der PCE einen idealen Bündnispartner. Das Militärwesen wurde von den Kommunisten völlig dominiert. Somit verschob sich im Laufe des Krieges das Kräfteverhältnis im republikanische Lager weg von der Revolution hin zu einer autoritären Machtkontrolle, die den Niedergang der Zweiten Republik allerdings nicht aufhalten konnte.

Der Krieg: 1936

Die letzten Hoffnungen auf ein schnelles Ende wurden am 21. Juli, dem fünften Tag des Aufstandes, zerstört, als die Nationalisten die Marinebasis El Ferrol in Nordwestspanien eroberten. Das ermutigte die anderen faschistischen Länder Europas zur Unterstützung Francos, der bereits am Tag zuvor Kontakt zu Deutschland und Italien aufgenommen hatte. Am 26. Juli beschlossen die Achsenmächte den Nationalisten beizustehen. Die Achsenmächte leisteten Franco von Anfang an finanzielle Hilfe. Seine nationalistischen Kräfte errangen mit der Eroberung Toledos am 27. September einen weiteren wichtigen Sieg. Zwei Tage später erklärte sich Franco selbst zum Generalísimo (Generalissimus) und Caudillo (Führer). Die Nationalisten begannen im Oktober eine Großoffensive Richtung Madrid. Der zunehmende Widerstand durch die Regierung und die Ankunft "Freiwilliger" aus der Sowjetunion brachte den Vormarsch aber am 8. November zum Stehen. Inzwischen hatte sich die Regierung am 6. November von Madrid, heraus aus der Kampfzone, nach Valencia zurückgezogen. Die Achsenmächte erkannten das Francoregime nach der Befreiung der in der Festung von Toledo eingeschlossenen nationalspanischen Soldaten am 18. November offiziell an und am 23. Dezember schickte Italien eigene "Freiwillige", um für die Nationalisten zu kämpfen.

Der Krieg: 1937

Mit durch die italienischen Truppen und Kolonialtruppen aus Marokko verstärkten Kräften versuchte Franco im Januar und Februar 1937 nochmals Madrid zu erobern, scheiterte jedoch erneut. Málaga wurde am 8. Februar erobert und am 28. April betraten Francos Truppen Guernica, zwei Tage nach der Bombardierung durch die deutsche Luftwaffe. Danach begann aber die Regierung, sich mit steigender Effizienz zu wehren. Im Mai begann die Regierung eine Kampagne zur Rückeroberung Segovias, um Franco zu zwingen, Truppen von der Madridfront abzuziehen und so deren Vormarsch zu stoppen. Mola, Francos stellvertretender Kommandeur, wurde am 3. Juni bei einem Flugzeugabsturz getötet und Anfang Juli begann die Regierung sogar eine starke Gegenoffensive bei Brunete im Gebiet von Madrid, um die Hauptstadt zu entlasten. Die Nationalspanier konnten diese jedoch mit einigen Schwierigkeiten und unter Einsatz der Legion Condor abweisen. Danach konnte Franco die Initiative zurückerlangen. Er konnte in Aragón eindringen und eroberte die Städte Santander und Gijón, was die Eliminierung der Nordfront bedeutete. Am 28. August erkannte der Heilige Stuhl Franco, unter dem Druck Mussolinis, an, und Ende November ging die Regierung, als die Nationalisten bedrohlich nahe an Valencia herankamen, nach Barcelona.

Der Krieg: 1938

Während des Januar und Februar kämpften die beiden Parteien um den Besitz der Stadt Teruel, wobei die Nationalisten sie ab dem 22. Februar endgültig halten konnten. Am 14. April brachen die Nationalisten zum Mittelmeer durch, und zwar an der selben Stelle wo die spanische Sagengestalt El Cid einst im Kampf gegen die Mauren das Mittelmeer erreicht haben soll. Das republikanische Gebiet wurde somit in zwei Teile geteilt. Im Mai bat die Regierung um Frieden, doch Franco verlangte die bedingungslose Kapitulation und so ging der Krieg weiter. Die Regierung begann jetzt eine Großoffensive, um ihre Gebiete wieder miteinander zu verbinden: Die Ebroschlacht begann am 24. Juli und dauerte bis zum 26. November. Die Offensive war ein Misserfolg und legte den endgültigen Ausgang des Krieges fest. Acht Tage vor Jahresende schlug Franco zurück, indem er starke Kräfte für eine Invasion Kataloniens aufbot.

Der Krieg: 1939

Invasion 1939 das Ende des Bürgerkriegs]] Die Nationalisten eroberten innerhalb kürzester Zeit Katalonien während der ersten zwei Monate des Jahres 1939. Tarragona fiel am 14. Januar Barcelona am 26. Januar und Girona am 5. Februar. Fünf Tage danach wurde der letzte Widerstand in Katalonien gebrochen. Am 27. Februar erkannten die Regierungen von Großbritannien und Frankreich das Francoregime widerstrebend an. Nur noch Madrid und einige andere Hochburgen verblieben den Regierungskräften. Am 28. März fiel Madrid, mit Hilfe von Franco-freundlichen Kräften (die berüchtigte "fünfte Kolonne"), an Franco. Am folgenden Tag gab Valencia ebenfalls auf, das fast zwei Jahre unter dem Beschuss der Nationalisten ausgehalten hatte. Als die letzten republikanischen Kräfte aufgegeben hatten, verkündete Franco am 1. April den Sieg.

Soziale Revolution

Zwei Augenzeugen über ihre Eindrücke der sozialen Revolution:
- „Und dann, als wir um die Ecke in die Ramblas (die Hauptverkehrsader Barcelonas) einbogen, kam eine gewaltige Überraschung: schlagartig breitete sich die Revolution vor unseren Augen aus. Es war überwältigend. Es war, als wären wir auf einem Kontinent gelandet, der sich von allem unterschied, was ich bisher gesehen hatte.“ - Franz Borkenau
- „Man hatte das Gefühl, plötzlich in einer Ära der Gleichheit und Freiheit aufgetaucht zu sein. Menschliche Wesen versuchten, sich wie menschliche Wesen zu benehmen und nicht wie ein Rädchen in der kapitalistischen Maschine.“ - George Orwell In den von zumeist in der CNT organisierten Anarchisten und Anarchistinnen - sowie den 20.000 Frauen der Mujeres Libres, den von trotzkistischen Anhängern der Linken Opposition kontrollierten Gebieten (Aragón, Katalonien) fand, zusätzlich zu den militärischen Erfolgen, eine umfangreiche soziale Revolution statt. Arbeiter und Landarbeiter kollektivierten Landbesitz und Industrie und setzten Räte ein - parallel zur (nicht funktionierenden) Regierung. Sowohl die PCE als auch die demokratischen Parteien waren gegen diese Revolution. Mit dem Fortschreiten des Krieges gelang es der Regierung und der kommunistischen Partei über ihren Zugang zu sowjetischen Waffen die Kontrolle über die kriegswichtige Produktion zurückzuerlangen. Dies geschah sowohl diplomatisch als auch mit Gewalt. Während der berüchtigten Maitage 1937 töteten hunderte oder tausende antifaschistischer Kämpfer einander beim Kampf um die Kontrolle strategischer Punkte in Barcelona. Eine Schlüsselfigur der Anarchisten war der Metallarbeiter Buenaventura Durruti, der schon 1936 erschossen wurde.

Warum Franco?

Vor dem Kriegsausbruch hätte wohl auch im nationalen Lager niemand damit gerechnet, daß General Franco für 39 Jahre dem spanischen Staat vorstehen würde. Die politischen Ansichten von Katholiken, den beiden monarchistischen Strömungen (Alfonsinos, Carlistas), konservativen Republikanern, Falangisten und Kleinbauern waren in der Tat sehr unterschiedlich und deshalb war der Aufstand zunächst auch als rein militärische Erhebung geplant, ohne Einbeziehung politischer Gruppen. Dies ließ sich nicht mehr aufrechterhalten, als der Putsch in den Bürgerkrieg überging. Nach dem Tod von General Sanjurjo bildete sich so unter dem Vorsitz der Generäle Franco, Mola und Queipo de Llano eine aus Militärs bestehende Verteidigungsjunta mit Sitz in Burgos, während Monarchisten und Falange ihre eigenen Kommandostrukturen, Milizeinheiten, Akademien und Propagandaorgane behielten oder neu gründeten. Dies war für die Fortführung des Krieges nicht ungefährlich, denn die konservativen Monarchisten, Katholiken und Agrarier hatten mit der sozialrevolutionären Falange nicht viel gemein und es kam sowohl zu schweren Differenzen in der Führungsebene als auch zu Ausschreitungen gegen die jeweils andere Seite. In dieser Situation entschied sich die Junta, einen provisorischen Staatschef und Oberkammandierenden zu ernennen, General Franco. Um die Gegensätze zu überwinden vereinigte dieser 1937 die Traditionalisten und die Falange zu Falange Espanola Tradicionalista, der spanischen Einheitspartei bis 1975. Wer sich gegen diese Vereinigung aussprach, fand sich nicht selten im Exil oder in einer spanischen Botschaft irgendwo in Lateinamerika wieder. Ab 1937 gab es auch eine technische Junta, eine Art Zivildirektorium, welche sich den nicht-militärischen Aufgaben widmete. Warum nun also Franco? General Franco verstand es anders als die Republikspanier, die verschiedenen Parteien auf sich zu vereinigen. Auch wenn viele enttäuscht waren- die Monarchisten wegen des Ausbleibens der Restauration, die Falange wegen der ausbleibenden sozialen Revolution, die konservativen Republikaner wegen der sich abzeichnenden Diktatur- konnte Franco doch alle auf den kleinsten gemeinsamen Nenner vereinigen: Stellenwert der Kirche, Privateigentum, staatlich gelenkter Ausgleich zwischen Arbeitgebern- und nehmern, autoritär-korporative Strukturen, Traditionsübernahme des Spaniens der katholischen Könige Für dies stand Franco und weitergehende Schritte wären nicht möglich gewesen, ohne eine Gruppe, die das nationale Lager unterstützt hatte, zu verprellen.

Historische Bewertung

Barcelona Die historische Bewertung des spanischen Bürgerkrieges fällt zum Teil sehr unterschiedlich aus. Für die Verteidiger der Spanischen Republik mag ein auf spanisch, englisch und französisch verlesener verzweifelter Hilferuf stehen, den der große Cellist Pau Casals während eines Konzerts in Barcelona am 17. Oktober 1938 über das Radio an die demokratischen Staaten der Welt richtete und dessen Hellsicht durch den weiteren Gang der Geschichte aufs Furchtbarste bestätigt werden sollte: : „Machen Sie sich nicht des Verbrechens schuldig, dem Mord an der Spanischen Republik tatenlos zuzusehen. Wenn Sie es zulassen, dass Hitler in Spanien siegt, werden Sie die nächsten sein, die seinem Wahnsinn zum Opfer fallen werden. Der Krieg wird ganz Europa, wird die ganze Welt erfassen. Kommen Sie unserem Volk zu Hilfe!“ Auf der anderen Seite stehen Bewertungen wie diejenige des amerikanischen Historikers Stanley G. Payne, dessen Buch "The Spanish Civil War, the Soviet Union and Communism" von Antony Beevor wie folgt zusammengefasst wurde (in: "The Times Literary Supplement" vom 11. März 2005, zitiert in der "Welt" vom 15. März 2005): : „[Das Buch liefert eine Neueinschätzung des ...] großen Mythos, nach welchem der spanische Bürgerkrieg ein Kampf zwischen Demokratie und Faschismus gewesen sei. [...] [Der wichtigste Aspekt...] ist die abschreckende Mahnung, daß viele linke Führer die Aussichten auf einen Bürgerkrieg begrüßt haben. Sie glaubten irrtümlich, dass ein Konflikt zu einem wesentlich schnelleren Sieg der Revolution führen würde als der russische Bürgerkrieg, vor allem, weil sie annahmen, daß sie Hilfe von außen bekämen. Waren sie gedankenlos gegenüber dem erwartbaren schrecklichen Leiden, oder war es revolutionäre Besessenheit? Auf jeden Fall war es eine schreckliche Fehleinschätzung, die zu einer fundamentalen Unehrlichkeit führte. Der Krieg in Spanien war nie ein Krieg zwischen liberaler Demokratie und Faschismus... Es gab nur zwei Möglichkeiten: eine stalinistische Diktatur, die all ihre Rivalen innerhalb der Linken zerschmettert hätte, oder das grausame - reaktionäre, militärische und klerikale - Regime mit oberflächlich faschistischem Putz, das der siegreiche Franco zuwege brachte.“ Aus sowjetischer Sicht wurde hier erstmals das Konzept der Volksfront, das die Komintern 1935 beschlossen hatte, angewandt, indem der Faschismus in Europa gestoppt werden sollte durch die Zusammenarbeit kommunistischer, sozialistischer, sowie nicht-faschistischer bürgerlicher Kräfte unter Zurückstellung der sozialen Revolution bei Ausbau reformerischer Politik. Von Seiten der Anhänger des Anarchosyndikalismus, der linksmarxistischen POUM oder trotzkistischer Gruppen lag gerade darin der Fehler, nicht sofort zur sozialen Revolution übergegangen zu sein und stattdessen die partielle Zusammenarbeit mit bürgerlichen Kräften gesucht zu haben. Die Frage, ob eine soziale Revolution angesichts der Realität des Faschismus in Spanien und Europa Erfolg gehabt hätte, bleibt offen. Siehe auch: Guernica, Geschichte Spaniens, Spanien, Liste von ausländischen Teilnehmern am Spanischen Bürgerkrieg, Liste von Kriegen, Liste von Schlachten

Literatur


- Walther L. Bernecker: Krieg in Spanien 1936 - 39, Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1936-39, Darmstadt 1991, ISBN 3-534-08021-1
- Pierre Boué, Émile Témime: Revolution und Krieg in Spanien. Geschichte des spanischen Bürgerkrieges, Suhrkamp, Frankfurt/M. 1987,
- # ISBN 3-518-07718-X
- # ISBN 3-518-27718-9
- Bernd Drücke u.a. (Hrsg.): Abel Paz und die Spanische Revolution. Interviews und Vorträge, Verlag Edition AV, Frankfurt/M. 2004, ISBN 3-936049-33-5
- Hans Magnus Enzensberger: Der kurze Sommer der Anarchie. Buenoventura Durrutis Leben und Tod; Roman, Suhrkamp, Frankfurt/M. 2002, ISBN 3-518-36895-8
- Harry Fisher: Comrades. Bericht eines US-Interbrigadisten im spanischen Bürgerkrieg, Pahl-Rugenstein, Bonn 2001, ISBN 3-89144-284-X
- Patrik von ZurMühlen: Spanien war ihre Hoffnung. Die deutsche Linke im Spanischen Bürgerkrieg, Dietz, Berlin, 1985, ISBN 3-8012-3012-0
- George Orwell: Mein Katalonien. Bericht über den Spanischen Bürgerkrieg, Diogenes-Verl., Zürich 2000, ISBN 3-257-20214-8
- Heleno Saña: Die libertäre Revolution. Die Anarchisten im Spanischen Bürgerkrieg, Edition Nautilus, Hamburg, 2001, ISBN 3-89401-378-8
- Augustin Souchy: Nacht über Spanien. Bürgerkrieg und Revolution in Spanien, Trotzdem-Verl., Grafenau 1992, ISBN 3-922209-51-3
- Hugh Thomas: The Spanish civil war, Penguin Paperback, London, 2003, ISBN 0-14-101161-0
- Pierre Vilar: Der Spanische Bürgerkrieg 1936-1939, Wagenbach, Berlin, 2002, ISBN 3-80312-334-8

Filme


- Land and Freedom (1995) von Ken Loach
- Fünf Patronenhülsen (1960) von Frank Beyer
- The Spanish Earth (1937) von Joris Ivens
- La lengua de las mariposas (1999) von José Luis Cuerda
- El Perro Negro: Stories from the Spanish Civil War (2004) von Péter Forgács

Weblinks


- [http://www.glasnost.de/autoren/behrend/spanien.html "In Spanien stand's um unsre Sache schlecht..."] - Text über die Barrikadenkämpfe in Barcelona und ihre Ursachen
- [http://www.library.brandeis.edu/specialcollections/SpanishCivilWar/posters.html Spanish Civil War Posters] - Sammlung von Plakaten aus dem spanischen Bürgerkrieg
- [http://www.english.uiuc.edu/maps/scw/links.htm Linksammlung] (englisch)
- [http://lacucaracha.info/ La Cucaracha - the spanish civil war 1936 - 1939] - u. a. ein Tagebuch zum Kriegsverlauf, Lieder (englisch, teilweise deutsch)
- [http://mitglied.lycos.de/jpmarat/spanien/index.html Erlebnisse in Spanien] - Eine illegale Broschüre über den spanischen Bürgerkrieg
- [http://webdoc.gwdg.de/edoc/p/fundus/html/heft_3.html 60 Jahre Spanischer Bürgerkrieg] - Beiträge zu einer Vortragsreihe (PDF)
- [http://www.anarchismus.at/spanien.htm Textarchiv zur Sozialen Revolution in Spanien] (aus anarchistischer Sicht)
- [http://www.anarchismus.at/galerien/spanien1.html Buch mit Fotos und erläuternden Text zur Sozialen Revolution und Bürgerkrieg in Spanien]
- [http://www.harryfisher.net Harry Fisher] - Seite zu Ehren des Veteranen der Abraham Lincoln Brigade im Spanischen Bürgerkrieg
- [http://users.erols.com/mwhite28/spain_cw.htm Darstellung der Entwicklung der Frontlinien während des Spanischen Bürgerkriegs]
- [http://www.russadir.net/musica/militares/plantilla.html Lieder des Spanischen Bürgerkriegs] (span.) ! ja:スペイン内戦

Ceuta

Ceuta [] ist eine autonome spanische Exklave an der Mittelmeerküste Marokkos, nahe der Straße von Gibraltar. Wie Melilla gehört Ceuta politisch zu Spanien, geographisch jedoch zu Afrika. Sie ist eine 18,5 km² große Halbinsel, die 21 km von der Küste der spanischen Halbinsel entfernt ist. Die Stadt ist bekannt als Anlaufpunkt für illegale Immigration von Afrikanern in die Europäische Union.

Geschichte

Die abwechslungsreiche Geschichte der Stadt begann mit den Phöniziern. Es ist aber nicht gesichert, ob an der Stelle des heutigen Ceuta dauerhafte Siedlungen existierten. Die Griechen nannten den Ort Επτά Αδελφοί (Heptá Adelphoí - Sieben Brüder). 319 v. Chr. übernahmen die Karthager die Stadt, nach dem Zweiten Punischen Krieg wurde Ceuta als Septem Fratres (Sieben Brüder) römisch, und die Einwohner erhielten das römische Bürgerrecht. Ceutas strategische und wirtschaftliche Bedeutung wuchs, und sie wurde neben dem konkurrierenden Tanger zur bedeutendsten Stadt der römischen Provinz Mauretania Tingitana. 429 eroberten die Vandalen die Stadt, 534 fiel sie wieder an das Byzantinische Reich als Nachfolger des Römischen Reiches, um dann 616 von den Westgoten erobert zu werden. Im Jahr 709 nahmen schließlich die Araber die Stadt ein, zwei Jahre, bevor sie auf die spanische Halbinsel zogen und diese für Jahrhunderte besetzten. 1415 wurde die Stadt von König Johann I. für Portugal während der Reconquista zurückerobert. 1668 wurde Ceuta als Ergebnis des Restaurationskrieges im Frieden von Lissabon von Portugal an Spanien abgetreten. Nach der Unabhängigkeit Marokkos (1956) wurde Ceuta ein Souveräner Ort (Plaza de soberanía), der direkt der spanischen Regierung unterstellt war. Ceuta ist seit 1995 eine Autonome Stadt (spanisch ciudad autónoma) und genießt ähnliche Rechte wie die autonomen Gemeinschaften. Sinngemäß das gleiche gilt für Melilla, während die drei unbewohnten Plazas del Soberanía unmittelbar der spanischen Regierung unterstehen.

Weitere Daten

Bevölkerungsdichte: 4.035 Einw./km²
höchste Erhebung: 345 m

Aktuelles

Migranten aus schwarzafrikanischen Ländern versuchen über Algerien und Marokko nach Melilla und Ceuta zu gelangen, um nach Spanien oder in andere Länder der EU einzureisen. Siehe auch den Artikel zu Melilla.

Weblinks

[http://www.ceuta.es Offizielle Website der Stadt Ceuta] Kategorie:Spanische autonome Gemeinschaft Kategorie:Exklave ja:セウタ zh-min-nan:Ceuta

Melilla

Melilla [] ist eine zu Spanien gehörende autonome Stadt an der Mittelmeerküste von Marokko. Wie Ceuta gehört sie politisch zu Spanien, geographisch jedoch zu Afrika. Bis 1995 wurde Melilla als Teil der Provinz Málaga betrachtet. Seitdem verfügt die Exklave über ein Autonomiestatut, ähnlich wie die autonomen Gemeinschaften. In ihr leben rund 68.000 Menschen (Stand: 2004). In ISO 3166-1 ist die Kombination EA für Melilla und Ceuta reserviert.

Lage

Die Stadt liegt auf einer Halbinsel und ist von Wallanlagen umgeben.

Wirtschaft

Die wichtigsten Industriezweige Melillas sind die Fischverarbeitung und der Schiffbau. Vom Freihafen aus werden vor allem Fisch, Obst, Eisen und Blei exportiert. Der grenzübergreifende Handel sowie finanzielle Transfers aus dem spanischen Festland oder der restlichen EU sind weitere wirtschaftliche Stützen der Stadt.

Geschichte

Melilla geht auf eine Gründung der Phönizier zurück (Rusadir). Die Stadt war zunächst Grenzbefestigung des Königreichs von Tlemcen und des Königreichs von Fez. 1497 wurde die Stadt von Spanien erobert. Seit der Staatsgründung im Jahr 1956 beansprucht Marokko Melilla, das benachbarte Ceuta sowie einige kleine spanische Inseln vor der afrikanischen Küste.

Aktuelles

Migranten aus schwarzafrikanischen Ländern versuchen über Algerien und Marokko nach Melilla zu gelangen, um nach Spanien oder in andere Länder der EU einzureisen. Die Stadt ist zum Schutz vor illegaler Einwanderung mit zwei Zäunen (3 m und 8 m hoch), Bewegungsmeldern, Nachtsichtgeräten und Kameras gesichert; die Guardia Civil patrouilliert hier. Die Situation verschärfte sich Ende September 2005, da sich unter den Migranten herumgesprochen haben dürfte, dass Spanien die Zäune verstärken will. Während der Grenzübertritte kam es seit Ende September/Anfang Oktober 2005 vermehrt zu Todesfällen. Marokko schob Flüchtlinge ab, die an den Grenzanlagen von Melilla gescheitert waren. Dabei wurde Marokko von internationalen Hilfsorganisationen beschuldigt, Flüchtlinge in der Wüste ausgesetzt zu haben. Die marokkanische Regierung dementierte diese Vorwürfe. Die Notwendigkeit einer umfassenden politischen Lösung dieser Probleme zeichnet sich zunehmend ab.

Söhne und Töchter der Stadt


- Fernando Arrabal, spanisch-französischer Schriftsteller und Dichter Kategorie:Spanische autonome Gemeinschaft Kategorie:Enklave ja:メリリャ zh-min-nan:Melilla

Kategorie:Westsahara

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Kategorie:Geschichte Marokkos

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Kategorie:Stub/Geografie

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METAMORPHOSE - METAMORPHOSIS Mask Sound & Dance Theatre

METAMORPHOSE - METAMORPHOSIS Mask Sound & Dance Theatre is an original idea created by Reinhard Kreckel in 1987. Since then, he has produced several nonverbal performances with international artists, working with various elements of body, masks, sound, music and space.

Program and method of work

In the main centre of these performances stands the human being in relation to its environment. The acoustical-visual atmosphere is created through body masks, dance, sound elements and multi-media based projections. Thus the viewer will be inspired to experience and to feel the basic connections of life in a new way. The viewer has the opportunity to broaden his horizon and to understand himself and others better, through a changed view. “METAMORPHOSE – Mask Sound & Dance Theatre“ works consciously without speech. The space of communication increases, natural borders of verbal communication explode. Thoughts, associations, and impressions develop freely and lead the way to new insights. The artistic-creative performance from METAMORPHOSE Mask Sound and Dance Theatre offers new impulses so that the state of consciousness may broaden its awareness and be sensitized to discovering the basic contexts. The visionary symbol called METAMORPHOSE-Mask is made up of a mask that covers the whole head and an all-over covering costume. By the metamorphosis of their appearance the actors succeed in generating especially lively and expressive pictures of emotions and mental processes. A special meaning emerges through the representation of the METAMORPHOSE-Performances. During the dance, the body becomes a medium that expresses emotions and feelings, without falsifying them. The moves of the fi gures and their appearance blend in natural sound compositions, freely improvised by the musicians. The arising sound collages add to an atmospheric, complete composition. By these means the METAMORPHOSE-Performance becomes a truly special experience. The METAMORPHOSE Ensemble is open to change. Every performance arises in a new way. The artists live and work together during the whole production. With the art director Reinhard Kreckel they develop the performance in Germany or abroad. The artistic team establishes an intense understanding of the thematic contents of the project so as to represent them in a genuine way. Every performance is a co-production of a particular team. This special form of teamwork by such an international ensemble creates space for interpersonal meetings and creative inspiration. The non-verbal exchange and the collaborative production of the international projects show to the participants and the audience a new, artistic-creative way for international understanding and peace. The group is located in Germany in Bochum and Essen in the Ruhrarea. METAMORPHOSE cooperates with partners from Denmark, Norway, Poland, Croatia, Austria, Netherlands, France, Spain, Italy, Russia and USA.

Performance

For the year 2005 a new production will be presented, focusing on understanding, healing and peace.

VIAVITA – THE WHEEL OF LIFE

Place of origin: Ruhr Area ViaVita is the current production of METAMORPHOSE. It deepens in the understanding of the cycles of life, the principle of cause and effect and the different states of mind, following the Tibetan picture “The Wheel of Life“.

IL CICLO DE LA LUNA

Place of origin: Tuscany (Italy) Il Ciclo de la Luna tells of “stories of the moon“ incorporating abstract, visual, sculptural and tonal elements. The concepts within the story revolve around superstition and dream, moonfascination and enchantment, moon cycles and rituals. Fabulous creatures and appearences portray the effects of the moonlight and its gravitational pull of the human body and mind.

QUAKE

Place of origin: Sardinia Quake symbolizes the fl ow of human and natural habitats. It also offers the opportunity to encounter and accept changes in a new way. Furthermore, it predicts the future while exemplifying positive opportunities for a new beginning of the human being.

REQUIEM TRINITATIS INDUSTRIAE

Place of origin: Ruhr Area “Requiem Trinitatis Industriae“, or “Requiem of the Industrial Trinity“ is a celebration of one performance. The artists develop a critical review on the gigantic industrial production line of the 20th century. Life in the Ruhr Area is defi ned by the industry of steel, energy and chemicals.

RENDEZ–VOUS–ELEMENTAIRE

Place of origin: France and Germany This production refl ects on our relationship with the elements and the continuousness of being in the dependence of space and time. The base of the story is set by the “Medicine wheel“, that comes from Indian philosophy, and also old European myths. The artists portray the characteristic aspects of the elements of earth, water, fire and air and the different relationships that are established between them.

External links


- [http://www.prokulturgut.net/metamorphose/index.htm Official webpage of theatre] Category:Theatre companies Category:Dance Category:Masks

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