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Spiekeroog

Spiekeroog

Das Nordseeheilbad Spiekeroog ist eine der ostfriesischen Inseln im niedersächsischen Wattenmeer und liegt zwischen Wangerooge und Langeoog. Die Insel hat eine Fläche von 18,25 km². Die geringste Entfernung zum Festland beträgt 5,7 km. Die Insel ist bis auf Feuerwehr-und Rettungsfahrzeuge autofrei (ein Radfahrverbot ist Ende 2003 gescheitert) und über eine Fährverbindung mit dem Sielhafen Neuharlingersiel verbunden. Die Herkunft des Namens Spiekeroog, urkundlich erstmals 1398 als Spickeroch erwähnt, ist umstritten. Die Mehrheit tendiert zu der Annahme, dass es die Übersetzung von Speicherinsel sein könnte.

Geographie, Naturkunde

1398 Spiekeroog ist eine der ostfriesischen Inseln und liegt im ca. 2400 km² großen Nationalpark "Niedersächsisches Wattenmeer" zwischen Langeoog und Wangerooge. Der kleine Ort befindet sich auf der dem Festland zugewandten Seite der Insel. Zwischen dem Strand auf der anderen Seite der Insel und dem Dorf liegen Dünenlandschaften. Für eine Nordseeinsel untypisch besitzt Spiekeroog einen vergleichsweise recht großen Baumbestand. Diese Wäldchen (u. a. aus etwas krüppelwüchsigen Erlen, Zitterpappeln und Ebereschen) stellen eine Besonderheit der Insel dar, sie gaben ihr auch den Beinamen "Grüne Insel". Zu diesem trägt aber auch die besonders üppige Ausprägung von dunkelgrünen Krähenbeerheiden auf alten, sogenannten "Braundünen" im Inneren der Insel bei. Dass Spiekeroog "Grüne Insel" genannt wird, hängt damit zusammen , dass weite Teile der Vegetation geschützt sind. Hier ist vor allem die Ostplate zu nennen, die mehr als die Hälfte der gesamten Fläche ausmacht und das für die Vogelwelt wichtigste Gebiet der ostfriesischen Inseln ist. Doch nicht nur die Ostplate, sondern auch andere Gebiete wie z.B. die Norddünen, sind für die Vogelwelt von enormer Wichtigkeit; und so kommt es, dass hier auch besonders seltene Arten wie Sumpfohreule, Korn- und Rohrweihe brüten.

Tourismus

Krähenbeerheiden Spiekeroog war in der Vergangenheit häufiges Urlaubsziel verschiedener Bundespräsidenten. So verbrachten Gustav Heinemann, Richard von Weizsäcker und Johannes Rau (der hier heiratete) ihren Urlaub hier. Als Nordseeheilbad verfügt die Insel über Kureinrichtungen wie ein Kurmittelhaus, ein Mutter-Kind-Kurheim, eine Kinderklinik und ein Inselbad. Spiekeroog hat mit allen Hotels, Pensionen, Privatzimmer, Ferienwohnungen, Kur- und Freizeitheimen etwa 3.500 Gästebetten. Laut einer Erhebung 2003 besuchen etwa 64.000 Urlauber mit 554.000 Übernachtungen jährliche die Insel, dazu kommen rund 81.000 Tagesgäste. Neben Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen verfügt die Insel auch über einen Campingplatz, der sich im Westteil der Insel befindet und von Mai bis September geöffnet ist. Dort findet man auch die Kultkneipe: Laramie

Sehenswürdigkeiten

Laramie Die alte Inselkirche (ev.-luth.), wurde 1696 erbaut und ist damit die älteste Kirche aller ostfriesischen Inseln. Besonderheiten: Renaissance-Kanzel, Pieta, Apostelbilder. Die Pieta stammt angeblich von einem 1588 vor Spiekeroog gestrandeten Schiff der spanischen Armada. Das Inselmuseum zeigt Exponate zur Geschichte der Insel, der Entwicklung des Seebades Spiekeroog und zur Inselnatur. Das Muschelmuseum im Haus des Gastes "Kogge" zeigt eine humorvolle Ausstellung von etwa 2000 Muscheln aus aller Welt. In der Zeit von April-September (je nach Ferienlage) verkehrt zwischen Bahnhof und Westend eine Museumspferdebahn. Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer lädt zur Beobachtung der Natur ein. Unter der Führung ausgebildeter Wattführer kann man an Wattwanderungen teilnehmen.

Wichtige Hinweisschilder auf Spiekeroog

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Bildungseinrichtungen


- Inselschule (Grundschule, Orientierungsstufe, Hauptschule)
- Hermann-Lietz-Schule (Internatsgymnasium in freier Trägerschaft)

Weblinks


- [http://www.spiekeroog.de Spiekeroog-Portal, Kurverwaltung]
- [http://www.spiekeroog-online.de Spiekeroog Online, H.Gerdes]
- [http://www.tv108.de/spie-bookmarks.htm Spiekeroog Links]
- [http://www.inselbahn.de/index.php?nav=1401116 Spiekerooger Inselbahn, Fotos, Fahrzeuge, Infos]
- [http://www.hl-aktuell.de Hermann Lietz–Schule Spiekeroog,Informationsmagazin] Kategorie:Ort in Niedersachsen Kategorie:Ostfriesland Kategorie:Insel (Deutschland)

Wattenmeer

Als Wattenmeer bezeichnet man das Teilgebiet eines Meeres im Küstenbereich beziehungsweise die dortige Landschaft, die unter einem starken Einfluss der Gezeiten steht. Gezeiten am Mont St. Michel.]] Ein Wattenmeer (sprachlich: "watend begehbares Meer") ist regelmäßig zwei Mal täglich während eines Hochwassers überflutet und fällt während eines Niedrigwassers trocken. Die bei Niedrigwasser trocken fallenden Flächen bezeichnet man als Watt.

Vorkommen

Watt, Sylt.]] Wattenmeere findet man in allen Teilen der Welt in den gemäßigten Zonen. In den tropischen Zonen sind derartige Küstengebiete zumeist mit Mangroven überwachsen und werden nicht Wattenmeer sondern Gezeitenwälder genannt.

Die wichtigsten Wattenmeere


- Das mit etwa 8.000 Quadratkilometern Wasseroberfläche größte Wattenmeer der Erde ist das Wattenmeer der Nordsee. Es verfügt über etwa 60 Prozent der Fläche aller Wattenmeere Europas.
- Das zweitgrößte Wattenmeer der Welt ist mit einer Wasseroberfläche von etwa 400 Quadratkilometern das Wattenmeer Saemangeum in Korea.

Entstehung

Ein Wattenmeer entsteht im Allgemeinen durch einen dauerhaften Anstieg des Meeresspiegels, wodurch ehemalige Landmassen regelmäßig beim Hochwasser der Gezeiten überflutet werden.

Merkmale

Bei einem Wattenmeer verfügt der Meeresboden, also die ehemalige Landmasse, nur über ein geringes Gefälle, wobei der Höhenunterschied im Allgemeinen weniger als einen Meter auf einer Länge von einem Kilometer aufweist. Gleichzeitig beträgt der Unterschied des Wasserstandes zwischen Hochwasser und Niedrigwasser mindestens zwei Meter, damit eine genügend große Fläche trockenfällt. Geringe Höhenunterschiede im Watt verursachen die Bildung von Prielen, natürliche Wasserläufe die unterschiedliche Wasserhöhen ausgleichen. Im Bereich von Flussmündungen werden feinkörniges Material und Schwebstoffe durch Flüsse in das Wattenmeer eingeführt, die zuvor in relativ niederschlagsreichen, flachen Gebieten vom Land in die Flüsse gespült wurden. Auch landseitige Winde führen dem Wattenmeer dieses Material zu, welches dann Bestandteil des Wattsediments wird. Oft bilden vorgelagerte Inseln und Sandbänke einen Schutz vor der Brandung des Meeres.

Flora und Fauna

Ein Wattenmeer bietet einen speziellen, in Teilen auch extremen Lebensraum. Viele Tiere und Pflanzen leben ausschließlich im jeweiligen Wattenmeer, in dem sie angesiedelt sind und haben sich den dort herrschenden Bedingungen angepaßt. Zudem ist ein Wattenmeer oft ein wichtiges Rastgebiet für Zugvögel. Außerdem bietet das Wattenmeer den Lebensraum für Wattwürmer und viele Muschelarten.

Problematik

Der Lebensraum Wattenmeer ist sehr sensibel und empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen, die zum großen Teil menschlichen Ursprungs sind. Daher gibt es weltweit Initiativen zum Schutz der Wattenmeere, die schon heute Ansätze zu einer internationalen Zusammenarbeit zeigen.

Wattenmeere weltweit


- Wattenmeer (Nordamerika)
- Wattenmeer (Frankreich), speziell das Wattenmeer bei Mont St. Michel mit einem auf einem Granitfelsen errichteten Kloster inmitten des Wattenmeeres
- Wattenmeer (Japan)
- Wattenmeer (Irland)
- das wattenmeerähnliche Gezeitenbecken „The Wash“ in Großbritannien.
- Wattenmeer (Australien) Kategorie:Physische Geographie Kategorie:Wattenmeer

Wangerooge

Wangerooge ist eine autofreie Insel im Niedersächsischen Wattenmeer. Sie ist die östlichste der Ostfriesischen Inseln und die einzige, die 1815-1947 zu Oldenburg gehörte. Sie ist vornehmlich lutherisch geprägt und heute ein Zentrum des Fremdenverkehrs. Die gleichnamige Gemeinde Wangerooge auf der Insel gehört zum Landkreis Friesland und hat 1.055 Einwohner (Stand: 30. Juni 2004). Im Sommer steigt diese Zahl durch Feriengäste auf ein Mehrfaches an. So hat die Insel zu Spitzenzeiten bis zu 8000 Übernachtungsgäste sowie weitere 2000 Tagesausflügler. Hauptgeschäftsstraße ist die Zedeliusstraße. Die Insel ist vom Festland aus mit dem Schiff oder Flugzeug erreichbar. Der Festlandshafen, über den ein Großteil des Personen- und Gütervehrkehr zur Insel abgewickelt wird, ist Harlesiel (nähe Carolinensiel). Wangerooge verfügt über ein aktives Seefeuer(neuer Leuchtturm Wangerooge) und zwei historische Seezeichen, den Alten Leuchtturm im Ort sowie den Westturm. Wangerooge bietet eine einmalige Sicht auf zahlreiche Leuchttürme und andere Seezeichen, die den Seeschiffen bei Ein- und Ausfahrten in die Flüsse Jade, Weser und Elbe als Leitsystem dienen (Radarkette Weser). Die markantesten Seezeichen, die nur von Wangerooge mit bloßem Auge zu sehen sind, sind der berühmte Leuchtturm Roter Sand und sein Nachfolger Alte Weser. Andere Leuchttürme, wie das Leuchtfeuer Helgoland, Minsener Oog sowie Mellumplate sind ebenfalls nur von Wangerooge aus zu beobachten.

Geschichte

Helgoland Im Laufe der letzten Jahrhunderte hat sich die Insel durch den Einfluss von Wind und Meeresströmungen immer weiter nach Osten verlagert. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde nach einer Sturmflut das alte Inseldorf verlassen. Zunächst war beabsichtigt, alle Einwohner auf dem Festland in der Nähe von Varel anzusiedeln. Diese Siedlung trägt heute den Namen "Neu-Wangerooge". Einige Wangerooger aber wollten die Insel nicht verlassen und gründeten ein neues Inseldorf im damaligen Osten der Insel, der heutigen Inselmitte. Vom alten Inseldorf blieb der am Strand vom Meer umspülte sog. Westturm (erbaut von 1597 bis 1602) stehen, der zugleich als Kirchturm, Lagerraum für Strandgut und als Schifffahrtszeichen gedient hatte. Am Turm war ein trigonometrischer Punkt angebracht, der als Ortsmarke von Wangerooge auch von 1989 bis 2001 am Rand der 10-DM-Scheine mit dem Bild des Mathematikers und Geodäten Gauß abgebildet war. Der alte Westturm wurde Ende 1914 aus "militärischen" Gründen gesprengt. Die offizielle Version war, man wolle wegen der Gefahr englischer Angriffe ein markantes Seezeichen entfernen. Allerdings wird vermutet, dass die Marine, welche vorher für die kostspielige Erhaltung des Turmes zuständig war, lediglich eine willkommene Gelegenheit zur Beseitigung des Bauwerks nutzte. Das Fundament kann man übrigens noch heute bei Niedrigwasser in der Nähe des neuen Leuchtturmes im Westen der Insel erkennen und begehen. 1914 Schon wenige Jahre nach der Sprengung des alten Turmes entstand die Idee, einen Turm für die Jugend zu errichten. So entschloss man sich 1932, den neuen (heutigen) Westturm an einer anderer Stelle (ca. 900m südlicher) nach dem Vorbild des alten Turmes wieder aufzubauen. Bei der Fertigstellung an Pfingsten 1933 übernahmen sogleich die neuen Machthaber den Turm und nutzen ihn als Herberge für die Hitler-Jugend. Nach 1945 wurde der Turm dann seinem eigentlichen Zweck zugeführt und dient bis heute als Jugendherberge des DJH. Bis ca. 1930 war die Insel eines der beiden letzten Refugien des Dialektes des Wangerooger Friesischen. Letztmals von einer Sturmflut beschädigt wurde das Inseldorf im Februar 1962.

Militärische Vergangenheit

Im Zweiten Weltkrieg war die Insel mit ca. 100 Bunkern stark befestigt worden. Die militärischen Anlagen bestanden aus großkalibrigen Artilleriekanonen, die sich gegen feindliche Seeziele richteten. Außerdem war die Insel Vorposten der Luftverteidigung gegen die auf Deutschland (und den 30 km südlich liegenden Reichskriegshafen Wilhelmshaven) anfliegenden alliierten Bomberverbände. Dafür gab es Funkmessgeräte zur Peilung der gegnerischen Flugzeuge und zahlreiche Flakbatterien zu ihrer Bekämpfung. Diesem Zwecke diente auch der Inselflugplatz mit dort stationierten Abfangjägern der Luftwaffe, der heute als ziviler Flughafen weiterbesteht. In den letzten Kriegstagen erklärte sich die Insel beim Heranrücken alliierter Truppen auf dem Lande noch zur Festung, und ihre etwa 5.000 Mann Besatzung unternahmen alle Anstrengungen (Bau von Panzergräben, Minensperren), um eine Invasion zu verhindern. Am 25. April 1945 wurde die Insel daher Opfer eines verheerenden Angriffs von 480 englischen und kanadischen Bombern. Der Angriff richtete sich gezielt gegen die militärischen Anlagen und nicht gegen die Bevölkerung. In fünfzehn Minuten fielen über 6.000 Bomben. Es starben 131 deutsche Soldaten, 121 Zwangsarbeiter aus Holland, Belgien, Polen, Frankreich und Marokko, 49 alliierte Flieger, 6 Marinehelferinnen und 21 einheimische Frauen und Kinder. Zahlreiche Befestigungsanlagen und über die Hälfte der Häuser wurden zerstört. Die nicht getroffenen Bunker wurden nach dem Krieg gesprengt. In den Dünen sind noch heute Betontrümmer und unzählige Bombentrichter zu sehen. In einigen dieser Bombentrichter haben sich im Lauf der Jahrzehnte ökologisch wertvolle Kleinbiotope entwickelt.

Tourismus

1945 Im Jahr 2004 feierte die Insel Wangerooge ihr 200-jähriges Bestehen als Seeheilbad. Neben dem heute genutzten Yacht- und Fährhafen im Westen hatte Wangerooge früher auch einen Fähranleger an der Ostspitze und einen erst vor kurzem geschlossenen stark tideabhängigen Yachthafen in der Mitte, die "Saline". Achtung Wassersportler: Der Westhafen hat bei Einfahrt steuerbordseitig eine bei Flut nicht sichtbare gefährliche Untiefe. Sie ist zwar gekennzeichnet, doch nur mit schwarzen leicht übersehbaren Gefahr-Markierungen. Die Strecke vom Hafen (Westanleger) zum Dorf wird von einer bekannten Kleinbahn (Schmalspurbahn) befahren, der Wangerooger Inselbahn. Betreiber ist die Deutsche Bahn AG. Die Eisenbahn ist praktisch das einzige motorisierte Verkehrsmittel zu Lande, denn die Insel ist autofrei. Ausnahmen sind einige Feuerwehrwagen und Baumaschinen sowie einzelne Elektrokarren, gewerbliche Transportfahrzeuge mit Elektromotor, die leise und langsam fahren. Der Festlandhafen zu Wangerooge ist Harlesiel bzw. Carolinensiel. Täglich verkehren mehrere Fähren. Der Fahrplan ist tideabhängig, richtet sich also nach Ebbe und Flut. Östlich vom Inseldorf, am Ende der Charlottenstraße, liegt ein Flugplatz, der Verkehrslandeplatz Wangerooge, ICAO Kennung: EDWG; IATA Kennung: AGE, besitzt 2 Start- Landepisten. Die längste der beiden, die Asphaltpiste 10/28, ist 850m lang und zugelassen für Flugzeuge mit einem maximalen Abfluggewicht von 5700 kg. Zur Mittagspause ist der Flugplatz geschlossen: von 12:00 bis 15:00 für Starts und von 13:00 bis 15:00 für Landungen. Betreiber des Flugplatzes ist die Wangerooger Flughafen GmbH, diese feierte im Jahre 2004 ihr 75-jähriges Bestehen.

Kirchen

Wangerooge besitzt zwei Kirchen: die evangelische Pfarrkirche St. Nikolai und die katholische Pfarrkirche St. Willehad. Letztere ist besonders beliebt bei den zahlreichen Touristen während der Ostertage und den Sommerferien. Der Pfarrer von St. Willehad, Kurt Weigel, bietet zusammen mit seinem Urlauberseelsorgeteam ein breit gefächertes Programm für die Einheimischen und die Touristen.
- St.-Nicolai: Das evang. Kirchengebäude steht so wie sie z.Z. besucht werden kann, seit 1910 direkt neben dem alten Leuchtturm. Vor dem Umbau stand an diesem Ort eine 1866 erbaute Kapelle. Der Name der Kirche stammt von dem heiligen Nikolaus von Myra, der zu damaliger Zeit und auch heute noch, der Schutzpatron der Seefahrer ist. Der Name der Kirche taucht zudem noch im Zusammenhang mit dem alten Westdorf auf, wo es auch ein Kirchengebäude mit diesem Namen gegeben hat.
- St.-Willehad: Das seit 1963 bestehende neue kath. Kirchengebäude der Insel ist nach dem Missionsbischof der Friesen benannt. Die vorherige, 1901 an der Schulstraße erbaute Kirche, wurde am 25. April 1945, zusammen mit dem danebenstehenden Willehad-Stift, Opfer eines Fliegerangriffs auf Wangerooge. Willehad, auch ehem. Bischof von Bremen, wurde von Karl dem Großen in der Missionsarbeit eingesetzt.

Naturkunde

Wangerooge gehört zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und verfügt über eine einzigartige Flora und Fauna. Besonders viele Vogelarten wie Tauchente, Rotschenkel, Eiderente, Knutt, Trauerente, Austernfischer, Alpenstrandläufer, Brachvogel, Brandgans, Brandseeschwalbe, Goldregenpfeifer, Hochseevögel, Kiebitz, Lachmöwe oder Silbermöwe sind auf der Insel zu beobachten. Über den Dünen jagen Turmfalken, Eulen lassen sich beobachten und manchmal ist eine Kornweihe zu sehen. In den Dünen leben Feldhasen und Fasane. Wangerooge ist in mehrere Landschaftsarten unterteilt: Salzwiesen, genannt Groden, Deichvorland, Dünen und Strand.

Politik

Sitzverteilung der 11 Sitze [einschl. dem Hauptamtl. Bürgermeister (Holger Kohls, parteilos, 1 Sitz)] seit dem 9. September 2001: Ratsvorsitz: H.H. Deyda, SPD

Siehe auch


- Ostfriesische Inseln

Literatur


- Zeugnisse aus unheilvoller Zeit, 1939-1945, Hans Jürgen Jürgens, ISBN 3-87542-008-X
- Wangerooge-Illustriertes Reisehandbuch, Ed. Temmen, ISBN 3-86108-422-8
- Die Wangerooger, B.E. Siebs, ISBN 3-7963-0038-3
- Unterwegs auf Wangerooge, Naturkundlicher Inselführer, Dr. Isolde Wrazidlo, ISBN 3-930333-19-8
- Die Inselbahn und ihre Geschichte, Malte Werning, ISBN 3-931647-09-9
- Grüsse aus Wangerooge, E. Oldewurtel

Weblinks


- [http://www.wangerooge.de/index_norm.html Wangerooge.de] - Die offizielle Seite der Gemeinde Wangerooge
- [http://www.insel-wangerooge.de Insel-Wangerooge.de] - Der Küstenserver mit vielen Informationen und immer aktuell
- [http://www.inselbahn.de/index.php?nav=1000008 Inselbahn.de - Die Wangerooger Inselbahn] - mit Fotos, Fahrzeugliste und vielen Informationen
- [http://www.wangerooger.leuchttuerme.net Wangerooger Leuchttürme] - Geschichte und Überblick über Wangerooges Seezeichen Kategorie:Insel (Deutschland) Kategorie:Ort in Niedersachsen Kategorie:Friesland

Insel

Eine Insel ist eine Landmasse, die vollständig von Wasser umgeben ist, aber nicht als Kontinent gilt. Auch durch den Menschen künstlich erstellte Bauwerke (Brücken, Fahrdämme) verändern die Inseleigenschaft nicht, wenn die Natur bis dahin für die vollständige Wasserumgebung gesorgt hat. Sylt ist also nach wie vor eine Insel. Der Peloponnes ist dementsprechend eine Halbinsel - obwohl ein Kanal die Landenge und Verbindung zur Attika durchschneidet. Einige Länder haben diese Definition noch erweitert. So darf in Kanada erst dann von einer Insel gesprochen werden, wenn auf einem Stück Land ein Baum wächst. Diese Definition ist dort nötig, da nur auf Inseln gebaut werden darf. Man unterscheidet zwei Arten hinsichtlich der Lage von Inseln: #Ozeanische Inseln, die oft als Bestandteil mittelozeanischer Rücken, frei vom Kontinent aus dem Meer aufragen (meist Vulkane oder Koralleninseln (Atolle)) #Kontinentale Inseln, die auf dem Festlandsockel ruhen. Eine weitere denkbare Unterscheidung wäre die nach der Art des Gewässers in: #Hochseeinsel, wie z.B. Helgoland bzw. See- oder Meeresinsel #Binnenseeinsel #Flussinsel

Große Inseln

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Geowissenschaftlich interessante Inseln in der Wikipedia


- Kachelotplate
- Sable Island
- Surtsey

Verwandte Themen


- Größte Insel
- Schwimmende Insel
- Gefängnisinsel
- Schatzinsel
- Inselkette
- Liste der Inseln
- Liste der Inselstaaten
- Liste britischer Inseln
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- Liste deutscher Inseln
- Liste griechischer Inseln
- Liste niederländischer Inseln
- Liste polnischer Inseln
- Liste russischer Inseln
- Liste unbewohnter Inseln

siehe auch


- Insel (Altmark), Gemeinde im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt
- Kommissionsinsel, Stadtviertel der Stadt Kehl am Rhein
- Insel-Verlag, Insel-Bücherei Kategorie:Physische Geographie ja:島 ko:섬 ms:Pulau simple:Island th:เกาะ zh-min-nan:Tó-sū

Siel

Ein Siel ist ein verschließbarer Durchlass in einem Deich. Deich (Landseite)]] Ein Siel ist Teil eines Entwässerungssystems des hinter dem Deich gelegenen Binnenlandes, besonders in Marschgebieten. Das in Entwässerungsgräben gesammelte Wasser fließt durch den Sielzug (auch: Tief) zum Siel. Die Tore eines Siels sind normalerweise geöffnet, um das Wasser abfließen zu lassen. Bei Flut schließen sich die Tore eines Siels automatisch durch den Druck des auflaufenden Wassers und öffnen sich wieder, wenn bei eintretender Ebbe der Wasserstand des Flusses oder Meeres unter den Binnenwasserstand fällt. Anstelle von Sielen werden auch Schöpfwerke (Pumpstationen) verwendet, die das Wasser aus den Sielzügen außendeichs pumpen. In Hamburg bezeichnet man mit Siel auch die öffentlichen Entsorgungskänale für Schmutz-, Misch- und Regenwasser, da diese nach dem gleichen Prinzip der oben genannten Siel ihre Abwässer in die Vorfluter gegeben haben, als es noch keine Klärwerke gab. Kategorie:Friesland Kategorie:Wasserbau

1398

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Timur Lenk erobert Delhi und richtet unter der Bevölkerung ein Blutbad an.
- Der Deutsche Orden vertreibt die Vitalienbrüder von Gotland.
- Der älteste Kanal Deutschlands wird fertiggestellt, der Stecknitzkanal bei Mölln.

Geboren


- 25. Juli - Francesco Filelfo, italienischer Humanist († 1481)
- Ralph Cromwell, Baron Cromwell of Tattershall († 4. Januar 1454 ebd.)

Gestorben


- 24. Juni - Zhu Yuanzhang (朱元璋), Gründer der Ming-Dynastie (
- 21. September 1328) ko:1398년

Erle

Unter Erle versteht man:
- Laubgehölze, siehe Erlen (Botanik)
- Ortsbezeichnungen
  - Ortsteil von Raesfeld in Nordrhein-Westfalen; siehe Erle (Raesfeld)
  - Ortsteil von Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen; siehe Erle (Gelsenkirchen)

Zitterpappel

Die Espe, Aspe oder Zitterpappel (Populus tremula) ist ein Baum aus der Gattung der Pappeln.

Beschreibung

Je nach Vorkommensgebiet kann sie eine Größe von 20 bis 35 m erreichen. In unserem Breiten wächst kein Baum schneller als Pappeln. Diese Art hat ihr Wachstum bereits mit 60 Jahren abgeschlossen. Sie ist ein Baum, dessen früh im Jahr blühende Blüten, ähnlich die der Weide, männliche und weibliche Kätzchen sind. Die Espe hat rundliche Blätter mit einem relativ langen Blattstiel, der seitlich abgeplattet ist. Deshalb bewegen sich die Blätter schon bei sehr geringem Wind durch das geringe Gewicht und die große Windangriffsfläche charakteristisch (Zittern wie Espenlaub).

Verbreitung

Espen sind in Europa, Westasien und Nordafrika verbreitet. Aufgrund ihrer Lichtbedürftigkeit trifft man sie häufig auf Kahlschlagflächen an. In Deutschland findet man neben der Zitterpappel (Populus tremula) noch zwei weitere Arten: die äußerst seltene Schwarzpappel (Populus nigra) und die Silberpappel (Populus alba).Die Espenfrucht sieht aus wie kleine Kätzchen daher auch der name kätzchen

Verwendung

Die Zitterpappel enthält Verbindungen von Salicylsäure. Deshalb soll sie schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend wirken. Hierfür verwendet man die Rinde, die Blätter und die Triebspitzen. Pappelholz ist ein sehr beliebter Rohstoff. Das Holz findet besonders in preiswerten und leichten Sperrholzplatten, Tischtennisschlägern, Zahnstochern, Streichhölzern und vielen anderen Produkten Verwendung. Des Weiteren wird es zu Papier verarbeitet. Kategorie:Baum Kategorie:Weidengewächse

Krähenbeeren

Die Krähenbeeren (Empetrum) sind eine Pflanzengattung von Zwergsträuchern, die heute zu den Heidekrautgewächsen (Ericaceae) gerechnet werden, in der Vergangenheit aber als selbständige Familie Krähenbeerengewächse (Empetraceae) angesehen wurden. Die Krähenbeeren sind Zwergsträucher mit nadelförmigen Blättern, die 15-60 cm hoch werden. Ihre Früchte sind dunkelblaue, schwarze oder auch rote Beeren.

Lebensraum

Krähenbeeren treten oft dominant in Pflanzenbeständen auf und bilden dann die nach dieser Gattung benannte "Krähenbeerenheide". Die Krähenbeeren bzw. solche Heiden sind in Regionen anzutreffen, wo durch das kalte Klima kein Waldwuchs möglich ist. Großflächige Vorkommen gibt es davon einerseits im Bereich der nördlichen Tundra in Eurasien und Nordamerika, andererseits in der Höhenstufe der Zwergstrauchheiden an und ober der natürlichen Waldgrenze in den Gebirgen der Nordhalbkugel. Kleinflächig kommen Krähenbeeren aber auch in Hochmooren und auf Küstendünen vor, also an waldfeindlichen Sonderstandorten auch unter ansonsten waldfähigen Klimabedingungen. Dem Vorkommen auf der Nordhalbkugel, wo die Schwarze Krähenbeere (Empetrum nigrum) und mit dieser nahe verwandte Arten wachsen, steht ein weiteres kleineres im südlichsten Südamerika gegenüber, wo in Patagonien und auf Feuerland ganz ähnliche Klimabedingungen auftreten. Hier kommt Empetrum rubrum mit roten Beeren vor.
Krähenbeeren bevorzugen saure Böden.

Arten (Auswahl)

Empetrum rubrum]
- Krähenbeeren (Empetrum)
  - Zwittrige Krähenbeere (E. hermaphroditum)
  - Schwarze Krähenbeere (E. nigrum)
  - Empetrum rubrum Kategorie:Heidekrautgewächse

Gustav Heinemann

Gustav Walter Heinemann (
- 23. Juli 1899 in Schwelm; † 7. Juli 1976 in Essen) war ein deutscher Politiker (Erst CDU, dann GVP, dann SPD). Er war von 1949 bis 1950 Bundesminister des Innern, von 1966 bis 1969 Bundesminister der Justiz und von 1969 bis 1974 Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.

Ausbildung und Beruf

Nach dem Notabitur 1917 nahm Heinemann als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. Ab 1918 absolvierte er dann ein Studium der Rechtswissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Geschichte in Münster, Marburg, München, Göttingen und Berlin, welches er 1921 mit dem ersten und 1926 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. 1921 promovierte er zum Dr. rer. pol.. Von 1926 bis 1928 war er dann als Rechtsanwalt in Essen tätig. Von 1928 bis 1936 war er Justitiar der Rheinischen Stahlwerke in Essen. 1929 erfolgte seine Promotion zum Dr. jur.. Von 1933 bis 1939 hatte er einen Lehrauftrag für Berg- und Wirtschaftsrecht an der Universität Köln. Von 1936 bis 1949 war er Bergwerksdirektor bei den Rheinischen Stahlwerken in Essen, ab Oktober 1950 dann wieder als Rechtsanwalt tätig.

Familie

Seit 1926 war er mit Hilda Ordemann (1896-1979) verheiratet. Aus ihrer Ehe gingen vier Kinder hervor. Die katholische Theologin Uta Ranke-Heinemann ist seine Tochter; seine Enkelin Christina Delius ist mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau verheiratet.

Partei

Von 1930 bis 1933 war er Mitglied im Christlich-Sozialen Volksdienst. 1945 gehörte Heinemann zu den Mitbegründern der CDU, die er jedoch 1952 verließ. Er gründete stattdessen die Gesamtdeutsche Volkspartei (GVP), gemeinsam u. a. mit Helene Wessel, Margarete Schneider und Diether Posser. Die GVP konnte jedoch keine große Wirkung entfalten, so erzielte sie z. B. bei der Bundestagswahl 1953 nur 1,2 % der Stimmen. Daher löste sich die GVP im Mai 1957 selbst auf und empfahl gleichzeitig ihren Mitgliedern, in die SPD einzutreten. Auch Heinemann wurde daher 1957 Mitglied der SPD. Von 1958 bis 1969 war Heinemann Mitglied des SPD-Bundesvorstandes.

Abgeordneter

Von 1947 bis 1950 war er Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen. Von 1957 bis 1969 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier gehörte er sogleich dem Vorstand der SPD-Bundestagsfraktion an.

Öffentliche Ämter

Bundestagsfraktion 1945 wurde er von der britischen Besatzungsmacht als Bürgermeister von Essen eingesetzt. 1946 wurde er dann zum Oberbürgermeister von Essen gewählt und behielt dieses Amt bis 1949. Vom 17. Juni 1947 bis zum 24. Mai 1948 war er in der von Ministerpräsident Karl Arnold geführten Landesregierung Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen. Am 20. September 1949 wurde er als Bundesminister des Innern in die von Bundeskanzler Konrad Adenauer geführte Bundesregierung berufen. Aus Protest gegen die geplante Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland trat Heinemann am 11. Oktober 1950 von seinem Amt als Bundesinnenminister zurück. Am 1. Dezember 1966 wurde Heinemann zum Bundesminister der Justiz im von Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger geführten Kabinett der Großen Koalition ernannt. Am 5. März 1969 wurde er dann bei der Wahl zum Bundespräsidenten im dritten Wahlgang mit 6 Stimmen Vorsprung vor seinem Gegenkandidaten Gerhard Schröder zum 3. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Obwohl ihm die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung 1974 eine Wiederwahl ermöglicht hätten, verzichtete er auf die Kandidatur für eine zweite Amtszeit. Auch wollte er zum Abschied aus dem Amt keinen großen Zapfenstreich der Bundeswehr bekommen. Er schied am 1. Juli 1974 aus dem Amt aus.

Gesellschaftliches Engagement

In der Zeit des Nationalsozialismus engagierte sich Heinemann ab 1934 in der Bekennenden Kirche. Von 1936 bis 1950 war er Vorsitzender des Christlichen Vereins Junger Männer (CVJM) in Essen. Von 1945 bis 1967 war er Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD); seine Unterschrift steht unter dem Stuttgarter Schuldbekenntnis. Von 1949 bis 1955 wirkt er als Präses der gesamtdeutschen Synode der EKD.

Ehrungen

Nach seinem Tod im Jahr 1976 wurde eine (inzwischen geschlossene) Kaserne in Essen nach ihm benannt. Auch mehrere Schulen tragen seinen Namen, so eine Behindertenschule in Pforzheim, eine Gesamtschule im Essener Stadtteil Stoppenberg sowie eine in Berlin-Marienfelde und eine in Hofgeismar in Nordhessen. Zum Gedenken wurde 1977 von der SPD der Gustav-Heinemann-Bürgerpreis gestiftet. Auf dem Gelände der ehemaligen Gustav-Heinemann-Kaserne in Essen befinden sich jetzt die Geschäftsräume der Medion AG, welche in den nächsten Jahren komplett auf das Gelände ziehen will.

Vermächtnis

Auf das persönliche Engagement Gustav Heinemanns, dessen Vorfahr Gustav Walter Teilnehmer der Revolution von 1848 und Barrikadenkämpfer in Elberfeld gewesen war, geht die Errichtung der [http://www.erinnerungsstaette-rastatt.de/ "Erinnerungsstätte für die deutschen Freiheitsbewegungen"] in Rastatt zurück. Das politische Erbe Gustav Heinemanns, besonders sein starkes Engagement für Bürger- und Menschenrechte, versucht die [http://www.gustav-heinemann-initiative.de/ "Gustav-Heinemann-Initiative"] zu bewahren, eine private Initiative von engagierten Bürgern, die sich dem Erbe Heinemanns verpflichtet fühlen. Der Nachlass Gustav Heinemanns befindet sich im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Schriften (Auswahl)


- (zusammen mit Helene Wessel und Ludwig Stummel), Aufruf zur Notgemeinschaft für den Frieden Europas. Reden auf einer öffentlichen Kundgebung im Landtagsgebäude Düsseldorf, o.O. 1951
- Im Schnittpunkt der Zeit. Reden und Aufsätze, Darmstadt 1957
- Verfehlte Deutschlandpolitik. Irreführung und Selbsttäuschung. Artikel und Reden, Frankfurt/M 1966
- Glaubensfreiheit - Bürgerfreiheit. Reden und Aufsätze zur Kirche, Staat - Gesellschaft, Frankfurt/M 1976
- Es gibt schwierige Vaterländer... Aufsätze und Reden 1919-1969, München 1988

Literatur


- Joachim Braun: Der unbequeme Präsident, Karlsruhe 1972
- Diether Posser: Erinnerungen an Gustav W. Heinemann, Reihe Gesprächskreis Geschichte, Heft 24, Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung Historisches Forschungszentrum, Bonn 1999
- Diether Koch, [http://www.gustav-heinemann-initiative.de/ Gustav-Heinemann-Initiative] (Hg.): Einspruch - Ermutigung für entschiedene Demokraten, Verlag J.H.W. Dietz Nachf., Bonn, 1999, ISBN 3-8012-0279-8
- Dieter Dowe/Dieter Wunder (Hg.): Verhandlungen über eine Wiedervereinigung statt Aufrüstung! Gustav Heinemann und die Eingliederung der Bundesrepublik in das westliche Militärbündnis, Reihe Gesprächskreis Geschichte, Heft 39, Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung Historisches Forschungszentrum, Bonn 2000, ISBN 3-86077-961-3
- Gustav Heinemann. Christ, Patriot und sozialer Demokrat, Eine Ausstellung des Archivs der sozialen Demokratie, Begleitheft zur Ausstellung, Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn

Weblinks


-
- [http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/HeinemannGustav/ Deutsches Historisches Museum: Kurzbiografie]
- [http://www.gustav-heinemann-initiative.de/ Gustav Heinemann-Initiative (GHI)Bewegung für Bürgerrechte]
Heinemann, Gustav Heinemann, Gustav Heinemann, Gustav Heinemann, Gustav Heinemann, Gustav Heinemann, Gustav Heinemann, Gustav Heinemann, Gustav Heinemann, Gustav Heinemann, Gustav Heinemann, Gustav Heinemann, Gustav Heinemann, Gustav Heinemann, Gustav Heinemann, Gustav Heinemann, Gustav Heinemann, Gustav ja:グスタフ・ハイネマン

Johannes Rau

Johannes Rau (
- 16. Januar 1931 in Wuppertal) ist ein deutscher Politiker (SPD). Er war von 1978 bis 1998 Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und 1999 bis 2004 Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.

Leben

Jugend und Beruf

Rau ist Sohn eines Kaufmanns und nebenberuflichen evangelischen Laienpredigers. Er brach 1948 den Besuch des Carl-Duisberg-Gymnasiums ab und begann 1949 eine Lehre als Verlagsbuchhändler in Wuppertal und Köln. Nebenher war er ab 1949 freier Mitarbeiter der "Westfälischen Rundschau" in Wuppertal. Nach beendeter Lehre arbeitete er zunächst ab 1952 als Verlagsbuchhändler in Wuppertal und wurde dann 1953 Lektor bei einem kleineren Verlag in Witten. Ab 1954 arbeitete er zunächst als Geschäftsführer beim Jugenddienst-Verlag, 1962 wurde er hier Mitglied des Vorstandes und 1965 Direktor dieses Verlages.

Gesamtdeutsche Volkspartei

1952 wird Rau Mitglied in der vom ehemaligen Bundesinnenminister Gustav Heinemann mitbegründeten Gesamtdeutschen Volkspartei (GVP) und sogleich deren Kreisvorsitzender in Wuppertal. Bereits fünf Jahre später, 1957, löst sich die GVP auf und Rau wird Mitglied der SPD.

SPD-Parlamentarier

Von 1958 bis 1962 ist er Vorsitzender der Jungsozialisten in Wuppertal. 1958 wird er erstmalig in den Landtag von Nordrhein-Westfalen gewählt, dem er bis 1999 angehören sollte. 1962 wird er Mitglied im Vorstand der SPD-Fraktion und 1967 deren Vorsitzender. Von 1964 bis 1978 gehört er außerdem dem Stadtrat von Wuppertal an, wo er zwischen 1969 und 1970 auch Oberbürgermeister ist. 1968 wird Rau in den Bundesvorstand der SPD gewählt. Ab 1973 ist er Mitglied des Landesvorstandes in Nordrhein-Westfalen, von 1977 bis 1998 auch deren Vorsitzender. Ab 1978 ist er Mitglied des Präsidiums der SPD und ab 1982 Stellvertretender Bundesvorsitzender.

Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen

1970 beruft Ministerpräsident Heinz Kühn Rau ins Kabinett und überträgt ihm das Ressort Wissenschaft und Forschung. 1978 wird Rau Nachfolger von Heinz Kühn als Ministerpräsident. Unter seiner Führung kann die SPD bei den Landtagswahlen 1980, 1985 und 1990 die absolute Mehrheit der Mandate erreichen, beziehungsweise verteidigen. 1985 erzielte die SPD in NRW unter Rau mit 52,1 % das beste Ergebnis ihrer Geschichte. 1995 verlor die SPD mit 46 % der Stimmen die absolute Mehrheit und bildete eine Koalition mit Bündnis 90/Die Grünen. Vom 1. November 1982 bis zum 31. Oktober 1983 ist Rau erstmals Bundesratspräsident. Er übt das Amt erneut vom 1. November 1994 bis zum 31. Oktober 1995 aus.

SPD-Vorsitzender

Bei der Bundestagswahl 1987 ist er Kanzlerkandidat der SPD, unterliegt aber dem amtierenden Bundeskanzler Helmut Kohl. Nach dem Rücktritt Björn Engholms vom Parteivorsitz der SPD am 3. Mai 1993 übernimmt Rau kommissarisch den SPD-Vorsitz bis zur Wahl Rudolf Scharpings im Juni 1993. 1998 tritt er von seinen Ämtern als Landesvorsitzender der SPD und als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen zurück. Sein Nachfolger im Parteiamt wird Franz Müntefering. Zum Ministerpräsidenten wird der bisherige Wirtschaftsminister Wolfgang Clement gewählt. 1994 ist Rau erstmals Kandidat der SPD für das Amt des Bundespräsidenten (siehe Bundespräsidentenwahl 1994). Er unterliegt aber im dritten Wahlgang dem Kandidaten der CDU Roman Herzog.

Bundespräsident

Am 23. Mai 1999 wird Rau im zweiten Wahlgang zum Bundespräsidenten gewählt (siehe Bundespräsidentenwahl 1999). Seine Gegenkandidaten waren für die CDU die spätere Thüringische Wissenschaftsministerin Dagmar Schipanski und für die PDS die Tante seiner Ehefrau, die parteilose Theologin Uta Ranke-Heinemann. Am 1. Juli 1999 wird Rau als Bundespräsident vereidigt. Raus Amtszeit ist weder von Skandalen noch von herausragenden Appellen begleitet. Kritiker werfen ihm vielmehr unkonkrete Reden vor. Zwar verspotten Kritiker Raus die von ihm stets betonte Nähe zum Christentum mit der Bezeichnung Bruder Johannes, diese Bezeichnung wird aber von Vertrauten auch im positiven Sinn verwendet, um seine mitmenschliche Art zu betonen. Respekt wird ihm von politischen Beobachtern jedweder Couleur für seine, in ihrer Schärfe ungewöhnlichen, Erklärung anlässlich des Parteienspektakels um das Zuwanderungsgesetz bekundet, in welcher er das von den Parteien veranstaltete Gezerre um die Bundesratsabstimmung zum genannten Gesetz als unwürdig bezeichnet. Am 4. September 2003 gab Rau bekannt, bei der nächsten Wahl am 23. Mai 2004 nicht mehr für das Amt des Bundespräsidenten zu kandidieren. Am 23. März 2004 brach Rau seine Afrika-Reise vor dem geplanten Truppenbesuch bei deutschen Soldaten in Dschibuti ab. Laut Geheimdienstberichten sollte ein Mordanschlag auf einen hochrangigen europäischen Repräsentanten, also möglicherweise auf Rau, verübt werden. Am 23. April 2004 kehrte er vom letzten Staatsbesuch seiner Amtszeit aus Ungarn zurück. Insgesamt hat Rau 76 Auslandsreisen als Staatsoberhaupt unternommen. Oft wurde er von Ilse Pfeifer (Protokoll, Auswärtiges Amt) begleitet. In der letzten Rede seiner Amtszeit forderte er Politiker und Unternehmer in Deutschland zu mehr Ehrlichkeit und Verantwortunsgbewusstsein auf (siehe: Berliner Rede). Am 29. Juni 2004 wurde er mit einem Großen Zapfenstreich von der Bundeswehr verabschiedet. Sein Nachfolger wurde Horst Köhler von der CDU.

Ehrenämter

Johannes Rau ist Schirmherr der Initiative Schüler Helfen Leben und Ehrenpate des weltweit millionsten Patenkindes des Kinderhilfswerks Plan International. Er hat die Ehrenpatenschaft von seinem Amtsvorgänger Roman Herzog übernommen.

Privates

Johannes Rau ist seit dem 9. August 1982 mit Christina Delius (geb. 1956) verheiratet, einer Enkelin des früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann. Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor: Anna Christina (geb. 1983), Philip Immanuel (geb. 1985) und Laura Helene (geb. 1986). Im Juli 2004 musste sich Rau einer schweren Herzoperation unterziehen, bei der ihm eine künstliche Herzklappe eingesetzt wurde.

Ehrungen


- 1986 der Universität Haifa, Israel (als erster Deutscher)
- 1997 der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum (RUB)
- 1998 Ehrendoktortitel an der Ben-Gurion-Universität des Negev in Beerscheba, Israel
- 2001 Leo-Baeck-Medaille
- 2004 der Fakultät für Bauwesen der Universität Dortmund

Schriften


- Rau, Johannes: Medien zwischen Anspruch und Realität, in: Axel Balzer, Marvin Geilich, Shamim Rafat (Hg.): [http://www.politik-als-marke.de / Politik als Marke] - Politikvermittlung zwischen Kommunikation und Inszenierung, Lit-Verlag, Münster 2005, S. 42-51.

Siehe auch


- Kabinett Kühn II - Kabinett Kühn III - Kabinett Rau I - Kabinett Rau II - Kabinett Rau III - Kabinett Rau IV - Kabinett Rau V

Weblinks


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- http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/RauJohannes Rau, Johannes Rau, Johannes Rau, Johannes Rau, Johannes Rau, Johannes Rau, Johannes Rau, Johannes Rau, Johannes Rau, Johannes Rau, Johannes Rau, Johannes Rau, Johannes ja:ヨハネス・ラウ

Laramie

Laramie ist der Name
- der Stadt Laramie in Wyoming, siehe Laramie (Wyoming)
- des Counties Laramie, siehe Laramie County (Wyoming)
- eines Flusses, siehe Laramie (Fluss)
- eines Forts, siehe Fort Laramie
- einer Kneipe auf Spiekeroog Laramie (Kneipe) Siehe auch: Lady Laramie.

1696

Ereignisse


- Unter Peter dem Großen erobern die Russen im Kampf gegen die Türken die Asowsche Festung zurück

Kultur


- 25. Februar: Uraufführung des Trauerspiels Mahumet II. von Reinhard Keiser am Theater am Gänsemarkt in Hamburg
- 27. Dezember: Uraufführung der Oper Il trionfo di Camilla regina de Volsci von Giovanni Bononcini am Teatro San Bartolomeo in Neapel
- Universität der Künste Berlin

Geboren


- 6. März: Joseph Anton Feuchtmayer, bedeutender Stuckateur und Bildhauer des Rokoko († 1770)
- 6. Mai: Johann Andreas von Franken-Siersdorf, Generalvikar in Köln († 1754)
- 27. September: Alfonso Maria de Liguori, italienischer Jurist, Bischof und Ordensgründer, der heilig gesprochen und zum Kirchenlehrer erhoben wurde († 1787)
- 17. Oktober: August III., König von Polen und Kurfürst von Sachsen († 1763)
- 28. Oktober: Moritz Graf von Sachsen („Marschall von Sachsen“), französischer Feldherr († 1750)
- 25. November: Georg von Pfronten-Kreuzegg, sel. Kapuziner in Kreuzegg (Pfarrei Pfronten), gest. 7. Oktober 1762 in Frascati
- 21. Dezember: Johann Thomas von Quentel, Priester und Domherr in Köln

Gestorben


- 29. Januar: Iwan V., war zusammen mit seinem jüngeren Bruder Peter I. Zar von Russland (
- 1666)
- 1. Februar: Johann Peter von Burmann, war Politiker und Weihbischof in Köln (
- 1642)
- 8. Februar: Iwan V., Zar von Russland (
- 1666)
- 15. März: Heinrich Casimir von Nassau-Dietz, Vorfahre der Könige der Niederlande (
- 1657)
- 18. April: Marie de Rabutin-Chantal, marquise de Sévigné, wurde durch ihre hinterlassenen Briefe bekannt (
- 1626)
- 17. Juni: Jan III. Sobieski, polnischer König (
- 1629)
- 8. September: Heinrich Anselm von Ziegler und Kliphausen, deutscher Schriftsteller (
- 1663)
- 27. Oktober: Johann Gabriel Löbel, Glashüttenbesitzer und Hammerherr (
- 1635)
- 4. Dezember: Meisho, 109. Kaiserin von Japan (
- 1624)
- 10. Dezember: Johann Christoph Arnschwager, deutscher Kirchenliederdichter (
- 1625)
- 13. Dezember: Georg Matthäus Vischer, war Topograph und Geistlicher (
- 1628) ko:1696년

Renaissance

Das französische Wort Renaissance [] bedeutet Wiedergeburt. Bezogen auf seinen Ursprung meint der Begriff die „kulturelle Wiedergeburt der Antike“. Der Begriff wurde um 1820/30 von den Franzosen zunächst aus dem italienischen rinascimento [] abgeleitet und dann im deutschsprachigen Schrifttum um 1840 aus dem Französischen entlehnt, um eine kulturgeschichtliche Epoche Europas während des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit zu benennen. Die Epoche der Renaissance wird deshalb so bezeichnet, weil die Wiedergeburt der Antike eines der Ideale jener Zeit war. Diese Wiedergeburt des antiken Geistes schlug sich besonders in den Künsten und ihren neuen, als fortschrittlich empfundenen Prinzipien nieder. Der Renaissance voraus ging die kunstgeschichtliche Epoche der Gotik, der Renaissance folgte der Barock. Neben der Epoche der Renaissance, die als geistige Bewegung im 14. Jahrhundert einsetzt und sich seit dem 15. Jahrhundert im europäischen Abendland vor allem in der Kunst manifestiert, unterscheiden manche Experten auch noch die so genannten mittelalterlichen Renaissancen:
- die Karolingische Renaissance des 8. und 9. Jahrhunderts,
- die Ottonische Renaissance des 10. und 11. Jahrhunderts,
- die Protorenaissance in der Toskana und im Südfrankreich des 11. bis 13. Jahrhunderts sowie
- die süditalienischen Renaissancen unter dem Stauferkaiser Friedrich II. in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. 13. Jahrhundert Dies zeigt, dass die antike Tradition auch im Mittelalter noch wenigstens teilweise präsent gewesen und niemals ganz abgerissen ist. Allgemein wird der Begriff Renaissance auch verwendet, um die Wiedergeburt der Werte, Bauwerke usw. eines vergangenen Zeitalters oder einer Werteordnung zu bezeichnen.

Wiedergeburt des antiken Geistes

Die Epoche der Renaissance wird so bezeichnet, weil ihr wesentliches Charakteristikum die Wiedergeburt des antiken Geistes war. Der Humanismus ist die wesentliche Geistesbewegung der Zeit. Diese „Wiedergeburt“ manifestierte sich darin, dass zahlreiche Elemente des Gedankenguts der Antike neu entdeckt und belebt wurden (Schriften, Baudenkmäler, Skulpturen, Philosophen, etc.). Eine Voraussetzung für die neue Geisteshaltung der Renaissance waren die Gedanken selbstbewusster italienischer Dichter des 14. Jahrhunderts wie Francesco Petrarca, der durch seine ausgiebige Beschäftigung mit antiken Schriftstellern und durch seinen Individualismus den Glauben an den Wert humanistischer Bildung förderte und das Studium der Sprachen, der Literatur, der Geschichte und Philosophie außerhalb eines religiösen Zusammenhangs - als Selbstzweck - befürwortete. Das theozentrische Weltbild des Mittelalters wurde abgelöst durch eine stärker anthropozentrische Sicht der Dinge. Auch der Einfluss von Griechisch sprechenden Gelehrten war beachtlich. Manche kamen im 13. und 14. Jahrhundert aus Byzanz nach Italien. Besonders nach der Eroberung Konstantinopels durch die Türken 1453 kamen verstärkt Gelehrte nach Venedig und in andere italienische Städte, die das Wissen über die Kultur der Antike mitbrachten, welches im Byzantinischen Reich nach dem Untergang Westroms nahezu 1000 Jahre lang konserviert worden war. In Byzanz waren noch im Jahre 1400 beispielsweise Homer, Herodot, Platon und Aristoteles in aller Munde. Bereits einige Jahre vor dem Untergang von Byzanz war der Italiener Giovanni Aurispa nach Konstantinopel gegangen und hatte 1423 über 200 Codizes mit Texten antiker profaner Literatur nach Italien gebracht. Im weiteren Sinne nennt man Renaissance daher die Wiedergeburt des klassischen Altertums in seinem Einfluss auf die Wissenschaft, die Literatur, die Gesellschaft, das Leben der vornehmen Kreise und die Entwicklung der Menschen zu individueller Freiheit im Gegensatz zum Ständewesen des Mittelalters. Im engeren Sinne versteht man unter der Renaissance eine kunstgeschichtliche Epoche. Die italienische Bezeichnung rinascita im Sinne eines Epochenbegriffs findet sich bereits bei Giorgio Vasari, der eine der wichtigsten Lebensbeschreibungen von Renaissance-Künstlern verfasst hat. Vasari unterscheidet in der Entwicklung der Kunst drei Zeitalter: # das glanzvolle Zeitalter der griechisch-römischen Antike; # ein Zwischenzeitalter des Verfalls, das etwa mit der Epoche des Mittelalters gleichgesetzt werden kann; # das Zeitalter des Wiederauflebens der Künste und der Wiedergeburt des antiken Geistes im Mittelalter seit etwa 1250. So hätten bereits die italienischen Bildhauer, Architekten und Maler der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, darunter Arnolfo di Cambio, Niccolò Pisano, Cimabue oder Giotto, „in dunkelsten Zeiten den Meistern, die nach ihnen kamen, den Weg gewiesen, der zur Vollkommenheit führt“.

Philosophie

Giotto Die Renaissance-Philosophie wendet sich vom scholastisch verchristlichten aristotelischen Denken ab und ist vor allem dem Platonismus verpflichtet. Sämtliche Schriften Platons wurden ins Lateinische übersetzt. Viele Denker der Renaissance hängen dem Neuplatonismus an, der durch Marsilio Ficino und Giovanni Pico della Mirandola verbreitet wird. Eine weitere große philosophische Richtung der Renaissance war der Humanismus. Vertreter des humanistischen Denkens sind unter anderen:
- Coluccio Salutati (1331-1406)
- Erasmus von Rotterdam (1466–1536)
- Niccolò Machiavelli (1469–1527)
- Thomas Morus (1478–1535)

Kunst

Thomas Morus In der Kunst waren Brunelleschi, Ghiberti und Donatello die Bahnbrecher der neuen Richtung, die schon im 13. und 14. Jahrhundert in den Pisani und in Giotto und anderen Künstlern ihre Vorläufer gehabt hatte (Protorenaissance). Grob kann man sagen: In Italien wird die Zeit etwa von 1420 bis 1600 als Renaissance bezeichnet, im übrigen Europa etwa die Zeit von 1500 bis 1600. Zur Nachahmung der antiken Kunst gesellte sich im 15. Jahrhundert die intensivere Beschäftigung mit der Natur, die einen wichtigen Aspekt in der Entwicklungsgeschichte der Renaissancekunst darstellt. Schon vor Vasari hatten Dichter wie Boccaccio den Maler Giotto dafür gerühmt, dass er die Dinge so naturgetreu wie niemand vor ihm abzubilden verstand. Die Tendenz, Gegenstände und Personen der Natur gemäß zu gestalten, war seitdem ein Hauptanliegen der Künstler. In nahezu perfekter Ausprägung gelang ihnen eine solche naturalistische Darstellungsweise allerdings erst seit dem 15. Jahrhundert. Daher beschränken Kunsthistoriker den Renaissancebegriff meist nur auf die Kunstäußerungen des 15. Jahrhunderts, des Quattrocento, und auf die des 16. Jahrhunderts, des Cinquecento. Eng mit der Forderung nach der Naturwahrheit in der Kunst hängt das Bekenntnis der Künstler zur Antike zusammen. Man bewunderte die antiken Kunstwerke als mustergültige Beispiele naturgemäßer Gestaltung und damit als nachzuahmende Beispiele dafür, wie man selbst die Natur darzustellen hatte. Der italienische Architekturtheoretiker Leon Battista Alberti forderte darüber hinaus, dass sich die Künstler darum bemühen sollten, „den antiken Meistern nicht nur gleichzukommen, sondern sie womöglich noch zu übertreffen“. Das heißt: Gute Kunst sollte das, was einem die Realität bietet, nicht getreu abbilden, sondern versuchen, das Naturvorbild zu verbessern und zu idealisieren. Neben der Neubestimmung des Verhältnisses der Kunst zur Natur und der Verehrung der Antike stellte die Renaissance also auch die Frage nach dem Wesen der Schönheit. Die Künstler versuchen z.B., den idealschönen Menschen darzustellen. Ideale Maße und Proportionen spielen sowohl bei der Darstellung des menschlichen Körpers in der Malerei und Skulptur als auch bei der Konzipierung von Gebäuden eine Rolle. Die Künstler entwickeln mit der Zentralperspektive eine Methode, mit mathematischer Exaktheit Verkürzungen in der Raumtiefe darzustellen. Üblicherweise teilt man die kunstgeschichtliche Epoche der Renaissance, vor allem die italienische Renaissance, in drei Perioden ein: # Frührenaissance # Hochrenaissance # Spätrenaissance oder Manierismus Manierismus Den ersten Abschnitt der Renaissance nennt man Frührenaissance (von etwa 1420 bis 1490/1500). Sie nimmt ihren Ausgangspunkt in Florenz mit den Skulpturen Donatellos, den Bronzereliefs Ghibertis, den Fresken Masaccios und den Bauten Filippo Brunelleschis. Die Zeit von ca. 1490/1500 bis 1520 bezeichnet man als Hochrenaissance. Zentrum dieser Periode, die sich durch das Streben nach höchster Vollkommenheit und Harmonie in der Kunst auszeichnet, ist das päpstliche Rom. In diese Zeit fallen Bramantes Zentralbau-Entwürfe für die neue Peterskirche in Rom, Leonardo da Vincis berühmteste Bilder („Abendmahl“; „Mona Lisa“, „Dame mit Hermelin“), Raffaels Ausmalung der „Stanzen“ (der Gemächer des Papstes) und sein berühmtestes Altarbild, die „Sixtinische Madonna“, Michelangelos Skulpturen („David“, „Moses“) und seine Fresken an der Decke der Sixtinischen Kapelle sowie Dürers Meisterstiche. Es folgt die etwa bis 1590 reichende Periode der Spätrenaissance oder des Manierismus, die durch unterschiedliche künstlerische Tendenzen gekennzeichnet ist. So neigt der Manierismus zu Übertreibungen des Formenrepertoires der Hochrenaissance (z.B. übertriebene Raumfluchten, überlange und verdreht dargestellte menschliche Körper in heftiger Bewegung). Ein Merkmal des Manierismus ist z. B. die Figura serpentinata, wie sie der Bildhauer Giovanni da Bologna in seinem „Raub der Sabinerin“ (1583) dargestellt hat. Menschliche Gestalten werden dabei als sich schlangenartig nach oben windende Körper wiedergegeben. Die letzte Phase der Spätrenaissance geht dann allmählich in den Barockstil über. Doch nicht überall in Europa läuft die Epoche der Renaissance nach einem identischen Muster ab. Während in Italien der Geist der Renaissance am frühesten einsetzte, besonders blühte und gleichermaßen Einfluss auf die Malerei, Bildhauerei und Architektur nahm, begann im Norden die Renaissance erst um oder nach 1500 und konnte sich hier nur bedingt und mit nationalem Einschlag durchsetzen. Auch sind in den Ländern außerhalb Italiens die Architektur und Bildhauerkunst stärker als die Malerei von der Antike beeinflusst worden. In Frankreich und Deutschland vermischte sich der antike Stil mit nationalen Elementen, welche in der ersten Epoche der Renaissance, der Frührenaissance, naturgemäß stärker hervortraten als in der Periode der Spätrenaissance, welche die antiken Formen üppiger und kräftiger ausbildete und so zu den Übertreibungen des Barockstils überleitete. Eine nationale Färbung hat die Renaissance auch in den Niederlanden, in Polen, in England und in Spanien erfahren.

wichtige Renaissancekünstler

Malerei

Spanien Die Mehrzahl der Gemälde der Renaissancekunst sind Altarbilder und Fresken religiösen Inhalts, die für Kirchen gemalt wurden. Die religiöse Gestalt wurde jedoch vermenschlicht, indem sie in einer irdischen Umgebung dargestellt wurde (Alltagskleidung). Außerdem entstanden Bilder mit weltlichen oder heidnisch-mythologischen Themen (z. B. Allegorien, antike Götter- und Heldensagen, antike Geschichte) und individuelle Bildnisse zeitgenössischer Persönlichkeiten. Daneben entwickelten sich auch erste Landschaftsdarstellungen und Sittenbilder, die das zeitgenössische Leben repräsentieren. Die Landschaftdarstellungen sollten jedoch nicht ein genaues Abbild der Wirklichkeit darstellen, vielmehr symbolisierten sie das Grundprinzip der Schönheit. Diese Schönheit wurde als Natur definiert. Die Raumtiefe wird mit den Mitteln der Zentralperspektive, also eines Fluchtliniensystems, geometrisch genau konstruiert. Hinzu kommen die Mittel der Luft- und Farbperspektive. Um eine dreidimensionales Bild auf zweidimensionalem Bildwerk herstellen zu können, musste sich der Künstler an optische und geometrische Regeln halten. Diese legten fest, dass der Horizont wagerecht auf Augenhöhe des Betrachtes liegt. Um eine Räumlichkeit zu erlangen, mussten nun jede verschiedene Linienschar eines Bildes einen Fluchtpunkt vorweisen. Hierbei liegt der Fluchtpunkt von parallel zum Erdboden verlaufenden Linienscharen auf dem Horizont. So wurde es ermöglicht, dem Bild räumliche Tiefe zu verleihen. In der Renaissance wurde immer mehr Wert auf die Anatomie des Menschen gelegt. Die Künstler erforschten Muskelzüge, Bewegungen, Verkürzugen und die Körperproportion an sich. Trotz dieser genauen Studien wurde der Mensch, wie bereits in der Antike, idealisiert. Der Künstler sah seine Aufgabe darin, dass er aus der Fülle der menschlichen Natur das Schöne herausfiltern und so ihre Vollkommenheit ausdrücken sollte. So kommt es auch, dass die Nacktheit als Symbol der Unschuld stand, da sie natürlich war und so Schönheit ausdrückte; dies ist wie andere Dinge aus der Antike übernommen. Die Künstler stellen den nackten menschlichen Körper als Akt in idealen Proportionen dar. Ein symmetrischer, harmonisch ausgewogener Bildaufbau, unterstützt durch innerbildliche Kreis-, Halbkreis- und Dreiecksformen, wird bevorzugt.

Bildhauerei

Akt]] Die Bildhauer der Renaissance schaffen vor allem Standfiguren und Bildnis-Büsten. Auf den Plätzen der Städte werden Monumentalplastiken, beispielsweise in Form von Reiterstandbildern aufgestellt. Die Grabplastik für weltliche und geistliche Würdenträger verbindet - z. B. in Form eines Wandgrabmals - die Skulptur mit der Architektur zu einem Gesamtkunstwerk. Renaissancebildhauer orientieren sich bei ihrer Arbeit an antiken Vorbildern. Skulpturen werden allseitig durchmodelliert, der Mensch in seiner Nacktheit dargestellt, die Beinstellung erfolgt oft im klassischen Kontrapost. Anatomische Vorstudien dienen dazu, den menschlichen Körper wirklichkeitsgetreu wiederzugeben.

Architektur

Prinzipiell kann man in der Architektur der Renaissance zwei Tendenzen ausmachen. Die eine besteht darin, die Formensprache der Antike in voller Strenge wieder zu beleben. In Italien war dieses Ziel mit der Hochrenaissance durch Donato Bramante gegen 1500 erreicht und setzte sich von da an in ganz Italien durch. Italienische Renaissancebauten wurden klar, überschaubar und harmonisch ausgewogen konzipiert. Die Architekten orientierten sich bei den Grundrissen an einfachen idealen geometrischen Formen wie dem Quadrat oder dem Kreis. Man entlehnt Bauelemente wie Säulen, Pilaster, Kapitelle, Dreiecksgiebel etc. direkt der Antike. Daneben kommt es zu eigenen, von antiken Vorbildern abgeleiteten Entwicklungen, etwa der toskanischen Säule. Die einzelnen Bauglieder hatten unter sich und mit dem ganzen Gebäude in Übereinstimmung zu stehen. Man studiert die Architektur-Traktate des römischen Baumeisters Vitruv, um daraus Anhaltspunkte für idealschöne Proportionen zu gewinnen. Bild:Tempietto-1.jpg|Tempietto, Donato Bramante, Rom Bild:La Rotonda.jpg|La Rotonda, Andrea Palladio Bild:FlorenceSantaMariaNovella20020318.JPG|Santa Maria Novella, Florenz Bild:020904_rathaus-augsburg-elias-holl-platz_1-640x480.jpg|Renaissance-Rathaus in Augsburg von Elias Holl Bild:Aschaffenburg Schloss Johannisburg.jpg|Das Schloss Johannisburg (1605-1619) in Aschaffenburg Bild:Mespelbrunn 02.JPG|Schloss Mespelbrunn Image:Ratusz Poznan od Wielkiej.jpg|Giovanni Baptista di Quadro - Poznań Die zweite Tendenz besteht darin, der Antike entlehnte, aber auch neue formensprachliche Elemente im Sinne der mittelalterlichen Baukunst in analogischer Weise zu variieren, ohne eine streng gesetzmäßige Baukunst anzustreben. Auf der Seite der Architekturtheorie findet sich erstere Tendenz im Architekturtraktat wieder, letztere im Musterbuch. Generell kann gesagt werden, dass je stärker eine Kultur im nordisch geprägten Mittelalter verwurzelt war, desto beharrlicher wurde an der analogischen Form der Renaissance festgehalten, d.h. vor allem im mittel- und nordeuropäischen Raum. In Frankreich war die klassische Strenge der Hochrenaissance gegen 1550 eingeholt (vgl. Westflügel des Louvre 1550 - 1558 durch Pierre Lescot). Auf der iberischen Halbinsel bilden beide Tendenzen ein Nebeneinander, dass sich bis in die Barockzeit fortsetzt. Im germanischen Europa und Polen kam es teilweise zu einer Vermischung beider Tendenzen (z.B. Heidelberger Schloss oder Wawel Schloss in Krakau), jedoch blieb die analogische Form der Renaissance bis zum Schluss dominant. Entsprechend diesen beiden Tendenzen muss man auch unterschiedliche Stilkriterien ansetzen:

Antikische Renaissance


- Akademisch korrekte Säulenordnungen nach dem Vorbild Vitruvs.
- Betonung der Horizontalen
- Säulenschäfte nach dem Vorbild der Antike entweder kanneliert oder glatt.
- Arkaden statt Kolonnaden.
- Grundrisse und Fassaden mit Rücksicht auf Symmetrie und Regelmäßigkeit gestaltet.
- Der Architekt versteht sich als Künstler und gehört der gebildeten Oberschicht des Landes.

Analogische Renaissance (Früh- bzw. nordische Renaissance)


- Die Nachahmung antiker Bauelemente wie Gesimse, Kapitelle geschieht nicht in voller Strenge, sondern gemäß der mittelalterlichen Baupraxis nur imitatorisch-variierend.
- Häufig reiche Ornamentierungen durch Maßwerk, Arabesken, später durch Rollwerk, Beschlagwerk, Schweifwerk u.a.
- Vertikale in der Tradition der Gotik nach wie vor stark betont
- Soziologisch der Tradition mittelalterlicher Handwerksbetriebe verpflichtet. Die Baumeister waren in der Regel keine Intellektuellen wie in Italien.
- Säulenschäfte werden oft noch zusätzlich mit Ornament überzogen.
- Kolonnaden statt Arkaden.
- Oft asymmetrische Grundrisse und Fassaden. Zu den ältesten Renaissance-Bauten Deutschlands zählt Schloss Hartenfels in Torgau, hier erfolgten zwischen 1533 und 1544 Um- und Erweiterungsbauten im Stil der Frührenaissance. Der Schönhof in Görlitz wurde ab 1526 erbaut. Ältester Deutscher Sakralbau im Renaissance-Stil ist der Turm der Heilbronner Kilianskirche.

Dichter und Schriftsteller der Renaissance

In der Literatur leiten im 14. Jahrhundert Dante Alighieris „Göttliche Komödie“ (La Divina Commedia, 1307-21), Francesco Petrarcas Briefe, Traktate und Gedichte und Giovanni Boccaccios Il Decamerone (1353) das Zeitalter der Renaissance ein. Graf Baldassare Castiglione beschreibt in Il Cortegiano (1528) den Idealtypus eines Renaissancemenschen. Man darf auch nicht vergessen, dass die Literatur nach der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg in der Renaissancezeit einen ungeheuren Aufschwung nahm. Zu den berühmten Dichtern und Schriftstellern der Renaissance zählen:
- Dante Alighieri (1265–1321)
- Francesco Petrarca (1304–1374)
- Giovanni Boccaccio (1313–1375)
- Angelo Poliziano (1454–1494)
- Ludovico Ariosto (1474–1533)
- Baldassare Castiglione (1478–1529)
- Andrzej Krzycki (1482–1537)
- Pietro Aretino (1492–1556)
- Torquato Tasso (1544–1595)
- François Rabelais (1494–1553)
- Sebastian Brant (1457–1521)
- Erasmus von Rotterdam (ca. 1466–1536)
- Thomas Murner (1475–1537)
- Philipp Melanchthon (1497–1560)
- Sebastian Franck (1500–1543)
- Andrzej Frycz Modrzewski (1503–1572)
- Mikołaj Rej (1505–1569)
- Łukasz Górnicki (1527–1603)
- Jan Kochanowski (1530–1584)

Musik

Die Musik der Renaissance war zunächst durch das Zeitalter der Franko-Flamen bestimmt, ab der Mitte des 16. Jahrhunderts kamen die wesentlichen Impulse dann aus Italien, besonders durch Komponistenströmungen wie die Florentiner Camerata, die Römische Schule und die Venezianische Schule. Auswahl von Komponisten der Renaissance:
- Guillaume Dufay (1400–1474)
- Johannes Ockeghem (1425–1497)
- Josquin Desprez (1440–1505)
- Heinrich Isaac (1450–1517)
- Jacob Obrecht (1450–1505)
- Paul Hofhaimer (1459–1537)
- Mateu Fletxa el Vell (1481-1553)
- Ludwig Senfl (1486–1543)
- Thomas Tallis (1505–1585)
- Hans Neusiedler (1508–1563)
- Giovanni da Palestrina (ca. 1525–1594)
- Orlando di Lasso (1532–1594) Siehe auch: Liste von Komponisten der Renaissance Besondere Eigenschaften und Stilmittel der Musik-Renaissance:
- Gegenüber der mittelalterlichen Musik geändertes Harmonie-Empfinden: Terzen und Sexten werden seit der Renaissance als konsonant empfunden.
- Verwendung des Neapolitaners als Schlusssequenz Instrumente der Renaissance waren Blockflöten, Orgeln,Traversflöte und viele mehr.

Ökonomie/Soziales

Ökonomisch kann die Renaissance charakterisiert werden durch die Durchbrechung des mittelalterlichen Zinsverbots und der Abschaffung der mittelalterlichen Brakteatenwährung. Dies ermöglichte einerseits den Aufstieg der frühneuzeitlichen Bankhäuser wie die der Fugger oder der Medici, andererseits bedeutete das für viele – insbesondere für die Landbevölkerung – einen beträchtlichen sozialen Abstieg. Die sich daraus ergebenden sozialen Spannungen entluden sich u. a. durch die Bauernkriege. Die Einführung der Doppelten Buchführung in Konten (Doppik) erlaubte eine sehr viel stärkere Kontrolle des Erfolges wirtschaftlicher Unternehmungen. Auch dies trug wesentlich zum Aufstieg von Medici und Fugger bei.

Literatur


- Jakob Burckhardt: Die Kultur der Renaissance in Italien (1860). 2. Auflage Leipzig 1869.
- Hubert Janitschek: Die Gesellschaft der Renaissance in Italien und die Kunst. Stuttgart 1879.
- S. Harrison Thomson: Das Zeitalter der Renaissance. Von Petrarca bis Erasmus. Zürich 1969
- Heinrich Wölfflin: Die klassische Kunst. München 1898.
- Johan Huizinga: Das Problem der Renaissance. Tübingen 1953.
- Walter Paatz: Die Kunst der Renaissance in Italien. Stuttgart 1953.
- André Chastel: Italienische Renaissance. München 1965.
- André Chastel: Der Mythos der Renaissance. Genf 1969.
- Georg Kauffmann: Die Kunst des 16. Jahrhunderts. 1970.
- Jan Bialostocki: Spätmittelalter und beginnende Neuzeit. 1972.
- Paul Oskar Kristeller: Humanismus und Renaissance. 2 Bände. München 1976–1980.
- Richard Mackenney: Renaissances: The cultures of Italy, ca. 1300–ca. 1600, Basingstoke: Palgrave Macmillan 2005, 302 S., ISBN 0-333-62905-1 (neueste engl. Monographie)
- Manfred Wundram: Renaissance. München 1978. ISBN 3-423-03173-5
- Erwin Panofsky: Die Renaissancen der europäischen Kunst. Frankfurt am Main 1979. ISBN 3-5182-8483-5
- Leonid M. Batkin: Die historische Gesamtheit der italienischen Renaissance. Dresden 1979.
- Denys Hay: Die Renaissance. Die Rückwendung zur Antike. München 1980.
- Edgar Wind: Heidnische Mysterien in der Renaissance., Suhrkamp Frankfurt am Main 1987; ISBN 3-518-28297-2
- Ludwig H. Heydenreich: Studien zur Architektur der Renaissance. München 1981. ISBN 3-7705-1066-6
- Ernst Hans Gombrich: Die Kunst der Renaissance I–IV. Stuttgart 1985–1988.
- Michael Jäger: Die Theorie des Schönen in der italienischen Renaissance. Köln 1990. ISBN 3-7701-1739-5
- Peter Burke: Die europäische Renaissance. Zentren und Peripherien. München 1998. ISBN 3-406-44200-5
- Boris von Brauchitsch: Renaissance. DuMont Verlag Köln 1999 ISBN 3-7701-4710-3
- Schunicht-Rawe, Anne; Lüpkes, Vera (Hrsg.): Handbuch der Renaissance. Deutschland, Niederlande, Belgien, Österreich. Köln 2002.
- Jeffrey Chipps Smith: The Northern Renaissance. London, New York 2004.

Weblinks


- [http://www.marcheworldwide.org/html/renaissance1.asp?lingua=de Frührenaissance]
- [http://www.marcheworldwide.org/html/renaissance2.asp?lingua=de Hochrenaissance]
- [http://www.ibiblio.org/wm/paint/glo/renaissance/ Webmuseum Paris: La Renaissance] (engl.) Siehe auch:
- Irische Renaissance, Renaissance-Humanismus, Philosophie der Renaissance und des Humanismus, Neorenaissance ! Kategorie:Stilrichtung in der Malerei Kategorie:Kunststil ja:ルネサンス ko:르네상스

Kanzel (Liturgie)

]] Die Kanzel ist ein erhöhter Ort in Kirchen, Synagogen und Moscheen, von dem aus der/die Geistliche die Predigt hält. Das Wort stammt von lat. cancelli "Gitter, Schranken". In der Frühzeit des Christentums war der Predigtort Teil der Schranken zwischen Kirchenschiff und Altarraum. Je größer die Kirchen wurden und je mehr Bedeutung man der Predigt zumaß, desto höher wurden die Kanzeln und desto kunstvoller wurden sie ausgestaltet. Aus akustischen Gründen wurden sie oft in die Mitte des Kirchenschiffs gezogen und mit einem Schalldeckel versehen. In vielen evangelischen Kirchen findet sich ein Kanzelaltar: Die Kanzel ist über dem Altar an der Stirnwand der Kirche angebracht und mit ihm in eine einzige Konstruktion integriert. Dies drückt die Gleichwertigkeit von Wort und Sakrament aus. In katholischen Kirchen werden die alten Kanzeln, soweit noch vorhanden, heute nur noch selten gebraucht. Stattdessen gibt es seitlich vom Altar, meist am vorderen Rand der erhöhten Altarinsel, den Ambo, ein zweckentsprechend gestaltetes Rednerpult für die Schriftlesungen und die Homilie. Kategorie:Kirchenbau

Pieta

Die Pietà (italienisch: Frömmigkeit, Mitleid; auch: Vesperbild) ist in der bildenden Kunst die Darstellung Marias mit dem Leichnam Jesu Christi. Das Motiv wurde seit dem 14. Jahrhundert als Andachtsbild aus der Beweinungsszene herausgelöst und ist heute in zahllosen, auch zeitgenössischen Darstellungen in den meisten katholischen Kirchen zu finden. In der Liturgie ist die Szene die vorletzte Station der Kreuzwegandacht und ein Hauptinhalt des Gedächtnisses der Schmerzen Mariens.

Beispiele

Gedächtnisses der Schmerzen Mariens Gedächtnisses der Schmerzen Mariens Das berühmteste derartige Bildwerk ist die Marmorgruppe im Petersdom in Rom von Michelangelo. In der Malerei wird die Bezeichnung Pietà auch für die Abnahme des Leichnams Jesu vom Kreuz, für die Grablegung und die Beweinung Christi angewandt. Weitere Pietà von Michelangelo sind die (unvollendete) Pietà Rondandini in Mailand und vermutlich die Pietà Palestrina in Florenz. Ein seltene Pietà aus Leder befindet sich in der Hauptpfarrkirche St. Peter und Paul in Eschweiler und in der Wallfahrtskirche in Dieburg. Eine Kopie der Pieta im Petersdom befindet sich in der St. Hedwigskathedrale in Berlin.

Weblinks


- http://www.museum-am-dom.de/hinblick/hinblick02.htm
- http://kirchenundkapellen.de/kirchenko/Maria-pieta.htm
- [http://www.uni-koeln.de/ew-fak/Bildtheologie/diathek/PJ%20XIII%20(Pieta)_1.html uni-koeln.de - Pietà-Liste]
- [http://www.eschweiler.de/914_1234.html Eschweiler Kalbslederpietà] Kategorie:Skulptur Kategorie:Maria Kategorie:Passion Kategorie:Motiv (Bildende Kunst) ja:ピエタ

1588

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 29. Juli: Die englische Flotte besiegt die spanische Armada

Geboren


- 5. April: Thomas Hobbes, englischer Philosoph († 1679)
- 15. April: Claudius Salmasius, franzöischer Altphilologe und Universalgelehrter († 1653)
- 8. September: Marin Mersenne, französischer Mathematiker und Theologe († 1648)
- 14. September: Josua Stegmann, deutscher Theologe und Kirchenliederdichter († 1632)
- 9. November: Bénédict Turrettini, schweizer Theologe († 1631)
- 22. November: Leonhard Kern, deutscher Bildhauer († 1662)
- 26. November: Anton von Ditfurth, Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft († 1650)
- 10. Dezember: Johann Graf von Aldringen, Feldherr der Katholischen Liga († 1634)
- 10. Dezember: Isaac Beeckman, holländischer Universalgelehrter und Naturphilosoph († 1637)
- Heinrich Wolter von Streversdorf, Weihbischof zu Köln und Mainz († <