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| Staatsbesuch |
StaatsbesuchEin Staatsbesuch ist der Besuch eines Staatsoberhauptes bei einer anderen Nation in seiner Funktion als Staatsoberhaupt. Beim Staatsbesuch werden alle Ehrungen des diplomatischen Protokolls voll ausgeschöpft. Dies bedeutet insbesondere den Empfang mit militärischen Ehren sowie ein Staatsbankett.
Von Staatsbesuchen abgegrenzt werden offizielle Besuche oder Arbeitsbesuche, bei denen "lediglich" Regierungschefs, Außenminister oder andere vergleichbare Persönlichkeiten empfangen werden.
Ebenfalls vom Staatsbesuch abzugrenzen ist der Begriff des Staatsempfangs, der zu Ehren anderer vom Staat empfangener Personen - beispielsweise auch eigener Bürger - gegeben wird.
Besuchern wird bei Fahrten meist aus Sicherheitsgründen freie Fahrt durch die Polizei gewährt (Gefahrenabwehr).
Kategorie:Diplomatie
Kategorie:Politologie
Kategorie:Polizeieinsatzart
StaatsoberhauptDas Staatsoberhaupt steht an der Spitze der staatlichen Ämterhierarchie. Es repräsentiert den Staat nach innen und außen (Im Sinne des Völkerrechts) und bestätigt formal die Ernennung in Staatsämter und die Ausfertigung von Gesetzen. Die Ausgestaltung des Staatsoberhaupt (Auswahl und Funktion) ist zentrales Merkmal der Staatsform.
In einer Monarchie ist das Staatsoberhaupt der Monarch (beispielsweise ein König wie in Großbritannien oder Thailand). In den meisten Monarchien im Commonwealth (Commonwealth Realms) z.B. Australien, Kanada, oder Jamaika, ist das Staatsoberhaupt der König oder die Königin von Großbritannien (siehe Britische Monarchie). Die Funktionen des Staatsoberhaupts werden dann vom jeweiligen Generalgouverneur ausgeübt. Der Generalgouverneur wird vom Monarchen gemäß dem Vorschlag der jeweiligen Regierung ernannt.
In einer präsidialen Republik wird das Staatsoberhaupt Präsident genannt. Beispiel sind der Präsident der USA, Bundespräsident in Deutschland oder Österreich und der französische Staatspräsident (Präsident der Republik).
Einige wenige moderne Staaten kennen kein Staatsoberhaupt. Dazu zählen Japan, die Schweiz und San Marino. Das Schweizer Parlament wählt zyklisch ein Mitglied des Bundesrates zum "Bundespräsidenten". Allerdings ist dieser nur primus inter pares (erster unter gleichen) - lediglich auf internationaler Ebene wird er als Staatsoberhaupt behandelt. Der Tennō (Kaiser) von Japan ist laut Verfassung nur "Symbol des Volkes", nicht Staatsoberhaupt.
Die Funktion von Staatsoberhaupt und Regierungschef können in einem Amt vereint sein. Die USA als Präsidentielles Regierungssystem oder Südafrika sind hierfür Beispiele. Auch die meisten Autokratien besitzen nur ein Amt für beide Funktionen. Die Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer sind auch zugleich Staatsoberhaupt. Die genauen Befugnisse des jeweiligen Staatsoberhaupts können in den verschieden politischen Systemen stark von einander abweichen.
Siehe auch: Staatsform, Parlamentarisches Regierungssystem, Liste der Staatsoberhäupter nach Amtszeiten
Kategorie:Politischer Begriff
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ja:元首
ko:국가 원수
simple:Head of state
zh-min-nan:Kok-ka ê thâu-lâng
NationDer Begriff Nation (über franz. nation aus lat. natio "Geburt; Herkunft; Volk(sstamm)") bezeichnet eine größere Gruppierung von Personen, die sich aus ihren Traditionen, Sitten und Gebräuchen konstituiert. Sie ist eine vorgestellte Gemeinschaft (vgl. Benedict Anderson), die auf primordialen Bindungen (vgl. Clifford Geertz, Edward Shils) beruht und nur dadurch existiert, dass sich ihre Mitglieder zu ihr bekennen (vgl. Ernest Renan)....( Staatsvolk)...
Allgemeines
Im 18. Jahrhundert, in Folge der Französischen Revolution entstanden und durch zunehmende Mobilität begünstigt, entfaltete die Idee der Nation eine hohe Dynamik, die anfangs gegen Feudalismus und Autokratie (Frankreich, Deutschland), gegen wirtschaftlich und politisch einengende Kleinstaaterei (Deutschland), oder aber gegen imperiale Herrschaft (Russland, Donaumonarchie) gerichtet war. Die Vorstellung vom ethnisch homogenen Nationalstaat gipfelte im 20. Jahrhundert in verschiedenen ethnischen Säuberungen.
Ebenen des Begriffs "Nation"
1. Nation wird als ethnische Homogenität (als "Volk"), aber auch als Stamm (Stammesvolk, früher Völkerstamm) verstanden (vgl. dazu Tribalismus, Reservation).
: Diese Definition der Nation geht von der gemeinsamen Abstammung der Angehörigen der Nation und einer daraus resultierenden Kultur- und Spracheinheit aus. Lange Zeit war diese Auffassung vorherrschend, besonders im Mittel- und Osteuropa des 19. und 20. Jahrhunderts, wo sie zur massenwirksamen Ideologie ausgebaut wurde. Heute wird dieses Konzept vielfach angegriffen und kritisiert, dazu unten mehr.
2. Nation ist Homogenität der Sprache und Tradition (Kulturnation)
: Nation ist dann die durch die Geschichte bewahrte Einheit in Sprache, Kultur und Traditionen (zahlreiche Überlappungen mit dem in der Romantik geprägten "Volks"-Begriff). Sie lässt sich nicht durch territoriale Grenzen definieren. Dies gilt für die Kulturnation Deutschland, ebenso für andere überstaatliche nationale Gemeinschaften.
Noch im 21. Jahrhundert bilden beispielsweise die türkischen Völker eine Kulturnation. Noch heute empfinden sie sich als Staats- und Kulturnation im eurasischen Raum, da sie auf die Staaten Türkei, Aserbaidschan, Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan, Kirgisien und in weiteren Turkrepubliken verteilt leben (dort sind sie „Staatsnation“) und nie das Zusammengehörigkeitsgefühl verloren haben (in diesem Sinne eben „Kulturnation“).
Gegenwärtig ist z.B. ein gewisses Streben nach einer Nation z.B. unter den Kurden beobachtbar. Der Gedanke einer kurdischen Nation wurde erstmals im Vertrag von Sèvres 1919 berücksichtigt, der jedoch mangels Ratifizierung durch die Türkei nicht in Kraft getreten ist. Der Prozess wird von heftigen Auseinandersetzungen von innen und außen begleitet. Dieses Streben nach einer Nation gilt aber auch für andre Völker, z. B. die Iren in Nordirland, die sich von den Briten trennen und sich wieder mit der Republik Irland zu einer Nation zusammen schließen möchten. Dies wird aber vornehmlich von den protestantischen Menschen in Nordirland, eingewanderte Briten, verhindert.
3. Nation ist ein politischer Zusammenschluss als Staat (Staatsnation)
: Nation ist dann die politisch souverän organisierte und geordnete Staatsnation. Territorialer Zusammenhang kann, muss aber nicht sein. Ethnische, religiöse und sprachliche Gegebenheiten sind nachrangig. Ein Musterbeispiel ist die Schweiz. Fehlen territoriale, ethnische oder kulturelle Klammern, sind solcherlei Nationen leicht Angriffen von innen und außen ausgesetzt und können häufig nur durch totalitäre, autokratische oder absolutistisch-bürokratische Regierungsformen existieren. Beispiele in der Geschichte: Jugoslawien, Sowjetunion, verschiedene postkoloniale Nationen in Afrika und Asien.
4. Nation als religiöser Zusammenschluss (Religionsstaat, Staatsreligion)
: Eine in der Geschichte häufiges konstituierendes Element von Nation war und ist bis heute in einigen feudalen Ländern die Staatsreligion. Gab es in der Geschichte viele Nationen, die sich über die Religion definierten (das Spanien der Reconquista, das Frankreich Ludwigs XIV., das England Heinrichs VIII.), so waren in den Staaten des Hl. Römischen Reiches Deutscher Nation nach dem Westfälischen Frieden 1648 regelmäßig die Religion des Fürsten ausschlaggebend (cuius regio eius religio - lateinisch für Wes das Land, des die Konfession). Dass die Bevölkerung einen Glaubenswechsel nicht mitmachen brauchte, gab es allerdings auch (in Preußen war der König kalvinistisch, die Bevölkerung jedoch lutherisch, und in Sachsen der Kurfürst katholisch, die Bevölkerung lutherisch). Beispiele für Religionsstaaten: Israel als jüdischer Staat, der Iran des Ayatollah Chomeini, Afghanistan der Taliban, Saudi Arabien der wahabitischen Saudi-Familie. Eine bedeutende Rolle spielt die Religion im Gegensatz zwischen Kroatien und Serbien (katholisch | christlich-orthodox).
Ideengeschichte
Begründungen von Nation
Die Vorstellungen von Nation beruhen unter anderem auf zwei sehr unterschiedlichen Begründungen der Nation, die bis heute einen großen Einfluss haben:
# Die essentialistische Definition, die Johann Gottlieb Fichte zugeschrieben wird, nach der Nation überzeitlich existent sei und lediglich noch der Artikulation bedürfe. Fichte sieht demnach die Nation als eine von Gott geschaffene, in alle Ewigkeit und unabhängig von der Geschichte bestehende ontologische Einheit. - Die essentialistische Definition der Nation war eine der Grundlagen für den deutschen Nationalismus. An essentialistische Vorstellungen von Volk und Nation knüpft auch Carl Schmitt an, was bis heute vor allem für die Repräsentationslehre von Bedeutung ist und durch den solche Vorstellungen in der deutschen Staatsrechtslehre wirksam sind.
# Die jakobinische Vorstellung von Nation, die in der Nation eine Einheit sieht, die politisch gebildet werden muss. Siehe die klassische Definition einer Staatsnation von Ernest Renan.
Die Nation als "vorgestellte Gemeinschaft"
Nach Benedict Anderson
Seit den 1980er Jahren wird in der Soziologie die Nation verstärkt als Kunst und Funktionsbegriff analysiert. Wesentlich dazu beigetragen hat Benedict Anderson, der den Begriff als vorgestellte politische Gemeinschaft analysierte.
Für die Erschaffung, Festigung oder Verteidigung einer Nation bedarf es einer ideologischen Basis, dem Nationalismus, der von entsprechenden Bewegungen getragen wird. Diese Bewegungen können ökonomische, ideologische, sprachliche, kulturelle u.a. Gemeinsamkeiten haben. Dabei wird die Nation als soziale Organisationsform verstanden, die geschichtlich sehr jung ist. Die Nationalenmythen, die zur Nationenbildung (Nation-Building - s. Karl W. Deutsch) bemüht werden, beziehen sich aus der Vergangenheit und beanspruchen Zeitlosigkeit, werden jedoch je nach Bedarf umgedeutet und neue erfunden. Erzeugt werden dazu kollektive Bilder. "Schließlich wird die Nation als Gemeinschaft vorgestellt, weil sie, unabhängig von realer Ungleichheit und Ausbeutung, als 'kameradschaftlicher' Verbund von gleichen verstanden wird." (Benedict Anderson) Aus diesem Grund bezeichnet Anderson Nationen als „vorgestellte politische Gemeinschaften“. Nation vereinnahme (homogenisiere) Menschen, die nicht ausschließlich über unmittelbare soziale, wirtschaftliche oder familiäre Beziehungen verbunden sind. In der Tat sind alle Gemeinschaften, die größer sind als die dörflichen mit ihren Face-to-face-Kontakten, vorgestellte Gemeinschaften. Gemeinschaften sollten nicht durch ihre Authentizität voneinander unterschieden werden, sondern durch die Art und Weise, in der sie vorgestellt werden.
Für besonders konstituierend für die Nation hält Anderson die Sprache: Die weitaus wichtigste Eigenschaft der Sprache ist (...) ihre Fähigkeit, vorgestellte Gemeinschaften hervorzubringen, indem sie besondere Solidaritäten herstellt und wirksam werden läßt.
Terminologisch mit dem gleichen Problem befasst, hat bereits Ferdinand Tönnies geurteilt, dass eine Nation (anders als z.B. eine Polis) nie zur Hauptsache eine "Gemeinschaft", sondern stets überwiegend eine "Gesellschaft" sei (vgl. dazu "Gemeinschaft und Gesellschaft").
Semantisches Netz (Schlag- und Stichwörter)
- Nation-Building, Vielvölkerstaat, Nationalismus, Uniliteralität, Multiliteralität, Nationalgefühl, Nationalbewusstsein, Willensnation, Sozialismus in einem Land, Nationale Symbole, Nationalepos, Nationaldichter, Nationalhymne
- Volk (Nation), Volk, Liste von Völkern, Volksstamm, Multikultur, Tribalismus, Horde, lingua franca
- Staat, Stadtstaat, Bürgerschaft, Dynastie, Reich, Pax Romana, Staatsrecht, Völkerrecht, Krieg, Dreißigjähriger Krieg,
- Staatengemeinschaft, Föderation, Konföderation, Bundesstaat. Staatenbund, Internationalität, Supranationalität, UNO, Internationale, Minderheiten, Reservation.
- Politische Wissenschaft, Soziologie, Ethnologie, Volkskunde
Literatur
Klassiker
- Johann Gottlieb Fichte (1808), Reden an die deutsche Nation, in: Philosophische Bibliothek, Bd. 204, 5. Aufl., Hamburg: Meiner, 1978
- Friedrich Meinecke (1907), Weltbürgertum und Nationalstaat. Studien zur Genesis des deutschen Nationalstaates, München: Oldenbourg, 1907 (2. Aufl. 1911)
- Ernest Renan (1882), [http://www.dir-info.de/dokumente/def_nation_renan.shtml Qu´est-ce qu´une nation?], Rede vor der Sorbonne, Paris, 1882, dt. Was ist eine Nation
- Carl Schmitt, Der Begriff des Politischen, Berlin: Duncker & Humblodt, 1932, Neuausgabe 1963
neue Literatur
- Benedict Anderson: Imagined Communities: Reflections on the Origin and Spread of Nationalism, 1983, ISBN 0-86091329-5 (dt. zuerst u.d.T. Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts, Frankfurt am Main: Campus 1988) ISBN 3-593-33926-9
- Etienne Balibar: Die Nation-Form: Geschichte und Ideologie, in: ders./Immanuel Wallerstein: Rasse, Klasse, Nation. Ambivalente Identitäten, Hamburg, Berlin: Argument, 1990, ISBN 3-88619-386-1
- Karl W. Deutsch, Nationenbildung, Nationalstaat, Integration, Düsseldorf 1972
- Ernest Gellner: Nations and Nationalism, Oxford 1983, (dt. zuerst u.d.T. Nationalismus und Moderne, Berlin: Rotbuch 1991), ISBN 3-88022-358-0
- Eric Hobsbawm; Nationen und Nationalismus, Mythos und Realität seit 1780, Frankfurt/New York: Campus 1990, ISBN 3-59337498-6
- Otto Dann; Nation und Nationalismus in Deutschland 1770-1990, München 1993, ISBN 3-40-634086-5
- Roger Griffin: Völkischer Nationalismus als Wegbereiter und Fortsetzer des Faschismus: Ein angelsächsischer Blick auf ein nicht nur deutsches Phänomen. In: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie. Münster, 2005. ISBN 3-89771-737-9
Weblinks
- at.indymedia.org: [http://at.indymedia.org/newswire/display/51160/index.php Nation: eine gesellschaftliche Konstruktion]
- Ernest Renans Rede vor der Sorbonne [http://www.dir-info.de/dokumente/def_nation_renan.shtml Was ist eine Nation] (1882).
Andere Wortbedeutung
Nation bezeichnet auch einen Zusammenschluss von Studenten an mittelalterlichen Universitäten nach Herkunftsregionen (nationes). Siehe: Universität
Die Nation war eine antifaschistische Zeitung.
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Kategorie:Politischer Begriff
ja:国民
simple:Nation
zh-cn:民族
RegierungschefDer Regierungschef ist der Leiter der Regierung eines Staates oder Gliedstaates. Meist setzt er einen Großteil der politischen Richtungsentscheidungen.
In Parlamentarischen Regierungssystemen hat das Amt meist ein Ministerpräsident inne, d.h. der Vorsitzende der Regierung. Die Bezeichnung variiert in den verschiedenen Ländern, so heißt der deutsche und der österreichische Regierungschef „Bundeskanzler“, der
britische „Premierminister“ und der spanische „Präsident der Regierung“ (Presidente del Gobierno).
In Präsidientellen Regierungssystemen nimmt die Aufgabe des Regierungschefs der Präsident ein (z.B. der Präsident der USA). In diesem Fall nimmt der Regierungschef auch die Funktion des Staatsoberhauptes ein. Die genauen Befugnisse des Regierungschefs variieren in allen Regierungssystemen und sind in den Verfassung der jeweiligen Länder festgelegt.
Siehe auch: Semipräsidentielles Regierungssystem
Kategorie:Politischer Begriff
GefahrenabwehrDie Gefahrenabwehr handelt von der Vorbereitung und Durchführung von Maßnahmen zum Vermeiden von Gefahren, die durch Personen oder Sachen ausgehen, und zur Reduzierung einer Gefährdung. Die Gefahrenabwehr soll mit Abwehrmaßnahmen Sicherheit erzeugen und labile Lagen stabilisieren, diese wird in Deutschland von den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sichergestellt.
Formen
Innere Sicherheit
Neben der Strafverfolgung ist die Gefahrenabwehr die originäre Aufgabe der Polizei in der Bundesrepublik Deutschland. Während die Strafverfolgung darauf ausgerichtet ist, dass Verstöße gegen die Rechtsordnung sanktioniert werden, ist die Abwehr von Gefahren viel weiter gefasst. Neben der Polizei sind auch andere BOS - Behörden mit der Gefahrenabwehr betraut.
Im Gegensatz zur Strafverfolgung (Legalitätsprinzip) hat die Polizei bei der Gefahrenabwehr einen Ermessensspielraum.
Inhalt der Gefahrenabwehr ist die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und der öffentlichen Ordnung.
Die sachliche Zuständigkeit der Polizei ergibt sich dabei aus dem Polizeigesetz des jeweiligen Bundeslandes. Für die Bundespolizei ergibt sich die sachliche Zuständigkeit aus dem Bundespolizeigesetz (BPolG) (siehe: [http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/bgsg_1994/index.html juris.de - BPolG]).
Technische Sicherheit
Die Gefahrenabwehr zur Gewährleistung der Technischen Sicherheit umfasst alle Maßnahmen die zur Verhinderung der Bedrohung von Menschen, Tieren und Sachgüter durch technische Fehlfunktionen. So ist ein Brand das technische Nichtvorhandensein von lebenswichtigen Voraussetzungen, wie dem ausgeglichenen Sauerstoffhaushalt oder der mit dem Leben vereinbaren Umgebungstemperatur zu sehen.
Die technische Sicherheit wird von in Deutschland von kommunalen Behörden wie den Feuerwehren oder Bundesbehörden wie dem THW und privaten Hilfsorganisationen im Katastrophen- und Zivilschutz sichergestellt.
Abgrenzung
Zwar hat ein System kollektiver Sicherheit auch eine Gefahrenabwehr im wörtlichen Sinne zum Ziel, jedoch umgreift der Begriff Gefahrenabwehr nicht eine solche Sicherheit zwischen Staaten. Auch wird das Wort Gefahrenabwehr nicht auf individuelle oder wirtschaftliche Sicherheit angewendet.
Kategorie:Polizei- und Ordnungsrecht
Kategorie:Katastrophenschutz
Kategorie:Sicherheit
Kategorie:PolitologieKategorie:Politik
Kategorie:Sozialwissenschaft Wiegenlied für eine Leiche
Wiegenlied für eine Leiche ist ein Kriminalfilm des Regisseurs Robert Aldrich aus dem Jahr 1965 mit einer beeindruckenden Haupt- und Nebendarstellerliste. Der Film gilt als Klassiker des Horror-Dramas.
Der Film sollte als Nachfolgefilm von Bette Davis und Joan Crawford nach Was geschah wirklich mit Baby Jane? (1962) erst den Titel der Romanvorlage Whatever Happened to Cousin Charlotte? bekommen. Nachdem Crawford allerdings versuchte, die Oscar-Nominierung von Bette Davis für "Baby Jane" aktiv zu hintertreiben und ihr dies nicht gelang, täuschte Crawford mit Beginn der Dreharbeiten Krankheit vor, um an der Produktion nicht teilnehmen zu müssen. Stattdessen wurde Olivia de Havilland für die für sie vorgesehene Rolle verpflichtet.
Handlung
Charlotte Hollis (Bette Davis) ist eine reiche ältere Südstaaten-Dame, die von der örtlichen Bevölkerung gemieden wird, nachdem vor 40 Jahren ihr Verlobter (Bruce Dern) einem Mordanschlag zum Opfer fiel. Nach der Meinung der Bevölkerung war Charlotte die Mörderin, obwohl ihre Schuld nie bewiesen wurde. Sie lebt allein in ihrem Herrenhaus und wird nur betreut von der Haushälterin Velma (Agnes Moorehead). Kinder des Ortes fürchten das Haus und benutzen es als Mutprobe. Sie haben sogar ein böses Lied gedichtet, das an den Mord anspielt und im Filmvorspann gesungen wird.
Als im Zuge des Baus eines neuen Highways das Herrenhaus abgerissen werden soll, weigert sich Charlotte, es zu verlassen. Sie schießt sogar auf die Bauarbeiter, als der örtliche Sheriff einen Räumungsbefehl überreicht. Charlotte ruft schließlich ihre Cousine Miriam Deering (Olivia de Havilland, deutsche Stimme: Marianne Wischmann) zu Hilfe.
Nun geschehen mysteriöse Vorkommnisse im Herrenhaus. Charlotte hört immer wieder ihr Lieblingslied auf dem Klavier, obwohl sonst niemand im Haus ist und eine unheimliche Stimme ruft ihren Namen. Dr. Drew Bayliss (Joseph Cotten) vermutet, dass sie anfängt verrückt zu werden und Hilfe benötigt.
Nach und nach wird schlussendlich klar, dass diese Vorkommnisse von Miriam und Doktor Bayliss inszeniert wurden, um Charlotte aus dem Haus zu vertreiben und ins Irrenhaus zu bringen, weil Miriam als letzte Erbin das Haus bekommen würde. Auch der wahre Mörder von Charlottes Verlobten, dem der Kopf und eine Hand abgehackt worden war, wird aufgedeckt.
Das Kinderlied
:Chop chop, sweet Charlotte
:Chop chop till he's dead
:Chop chop, sweet Charlotte
:Chop off his hand and head
:To meet your lover you ran - chop chop
:Now everyone understands
:Just why you went to meet your love - chop chop
:To chop off his head and hand
Sonstiges
- Um ihre „verhinderte Kollegin“ Joan Crawford zu ärgern, stellte Bette Davis einen Coca Cola-Automaten auf dem Set auf, wohlwissend, dass der Ehemann der Crawford Präsident von Pepsi Cola war. Andere Quellen berichten jedoch, dies sei zwei Jahre zuvor bei den Dreharbeiten zu Was geschah wirklich mit Baby Jane? geschehen.
- Bevor Olivia de Havilland die Rolle der Miriam annahm, wurde sie auch Katharine Hepburn und Vivien Leigh angeboten. Leigh schlug sie aus mit den Worten: „Nein danke. Ich kann es gerade noch ertragen, Joan Crawfords Gesicht um 6 Uhr morgens zu sehen, aber nicht Bettes Davis Gesicht.“
- Bruce Dern war später der Hauptdarsteller in dem Science-Fiction-Film Lautlos im Weltraum (Silent Running) (1972).
- Victor Buono (der in Filmrückblicken den Vater von Charlotte spielte), hatte zwei Jahre zuvor eine wichtige Rolle als tollpatschiger und gelgieriger Klavierspieler in Was geschah wirklich mit Baby Jane? inne.
Auszeichnungen
- Sieben Oscar-Nominierungen 1965: für Agnes Moorehead als beste Nebendarstellerin, für William Glasgow und Raphael Bretton für die künstlerische Leitung, für Joseph F. Biroc für die Kameraarbeit, für Norma Koch (Kostüme), für Michael Luciano (Filmschnitt), für Frank De Vol für den Score und noch einmal für Frank De Vol (Musik) und Mack David (Text) für das Lied "Hush...Hush, Sweet Charlotte".
- 1965 - Den "Edgar" des "Edgar Allan Poe Awards" für Henry Farrell und Lukas Heller für den besten Film.
- 1965 - Golden Globe für Agnes Moorehead als beste Nebendarstellerin.
- 1965 - den "Golden Laurel" der Laurel Awards für Bette Davis als beste Hauptdarstellerin, für Agnes Moorehead als beste Nebendarstellerin (2. Platz) und für Frank De Vol und Mack David (3. Platz) für das Lied "Hush... Hush, Sweet Charlotte".
Weblinks
-
Kategorie:Filmtitel
Kategorie:Horrorfilm
Kategorie:Thriller
Kategorie:US-amerikanischer Film
Kategorie:Schwarzweißfilm
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