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| Stammtisch |
StammtischStammtisch bezeichnet sowohl eine Gruppe von - oft männlichen - Personen, die sich regelmäßig in einem Gasthaus trifft, als auch den (meist größeren oder runden) Tisch, um den sich die Gruppe versammelt.
Der Tisch wird traditionell durch ein mehr oder weniger aufwändig geformtes Schild gekennzeichnet und ist damit für die Stammtischrunde reserviert, die sich in regelmäßigen Abständen dort trifft. Im Mittelpunkt einer solchen Stammtischrunde stehen das gesellige Zusammensein, Kartenspiel und oft auch sehr emotional geführte politische oder philosophische Diskussionen. Vor allem letzteres wirkt für Außenstehende oft laut, aggressiv und unsachlich. Für die dem Stammtisch unterstellten, vereinfachenden Argumentationen haben sich Begriffe wie Stammtischparole, Stammtischpolitik und Stammtischniveau etabliert, die metaphorisch auch für politische und gesellschaftliche Diskussionen außerhalb realer Stammtische verwendet werden.
metaphorisch
Vergangenheit
Vor allem in ländlichen Regionen und kleinen Gemeinden war die Zugehörigkeit zum Stammtisch an einen höheren Sozialstatus gebunden. So setzte sich ein Dorfstammtisch bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem aus örtlichen Honoratioren wie dem Bürgermeister, Pfarrer oder Pastor, Arzt, Apotheker oder wohlhabenden Bauern zusammen. Die Einladung an einen Ortsfremden, am Stammtisch Platz zu nehmen, galt als nicht selbstverständlicher Wertschätzungsbeweis.
Gegenwärtige Bedeutung
Heute dienen viele Stammtische zum Erhalt der alten Tradition und sind nicht mehr an einen Sozialstatus gebunden. Ein "durchschnittlicher" Stammtisch zählt zwischen zehn und dreißig Mitglieder.
Der Stammtisch in der Stadt
Im städtischen Bereich haben sich seit den späten 90ern auch Stammtischrunden zu speziellen engeren Themenbereichen gebildet, die oft wie lose zusammenhängende Vereine geführt werden und ebenso dem geselligen Beisammensein wie dem Erfahrungsaustausch dienen.
Berühmte Stammtische
- "Die Brille", ein Künstlerstammtisch in einem Berliner Vorstadtlokal, führte 1901 zur Gründung des Kabaretts Schall und Rauch.
- Beim literarischen Stammtisch im Düsseldorfer "Rosenkränzchen" schloß Hermann Harry Schmitz Freundschaft mit Hanns Heinz Ewers und Herbert Eulenberg, die seine Arbeit förderten.
- Der ab 1953 im Rundfunk gesendete "Internationale Frühschoppen" mit Werner Höfer war die erste politische Talkshow im deutschen Fernsehen.
- Stammtische der Wikipedia-Mitglieder sind einsehbar unter Wikipedia: Treffen der Wikipedianer.
Kategorie:Soziologie
GasthausEine Gaststätte (auch: Wirtshaus, in ländlichen Regionen Dorfkrug) ist ein gastronomischer Betrieb, in dem Getränke oder Speisen zum sofortigen Verzehr verkauft werden und der hierzu eine Aufenthaltsmöglichkeit bietet, beispielsweise ein Restaurant oder eine Kneipe.
Rechtslage in Deutschland
Der Begriff "Gaststätte" umfasst nach dem deutschen Gaststättengesetz die "Schankwirtschaft" (d.h. Getränke werden zum Verzehr an Ort und Stelle ausgeschenkt) und die "Speisewirtschaft" (d.h. zubereitete Speisen werden zum Verzehr an Ort und Stelle angeboten).
Der Betrieb einer Gaststätte bedarf nach dem Gaststättengesetz einer Konzession. Diese darf mit Nebenbestimmungen, insbesondere Auflagen verbunden werden, z.B. für lärmschützende Maßnahmen zu sorgen. Die Gaststättenerlaubnis gilt für eine bestimmte Betriebsart (z.B. Diskothek, Schankwirtschaft, Speisewirtschaft), für bestimmte Räumlichkeiten und für eine bestimmte Person (Gastwirt). Die Gaststättenerlaubnis wird nur erteilt, wenn der Betreiber persönlich zuverlässig ist, wenn Räumlichkeiten vorhanden sind, die bestimmten Anforderungen genügen. Diese Anforderungen, z.B. Vorhandensein einer Toilette mit bestimmter Beckenanzahl, ergeben sich aus den jeweiligen landesrechtlichen Gaststättenverordnungen. Weiterhin muss die Gaststätte so gelegen sein, dass von ihr keine unzumutbaren Belästigungen für die Nachbarschaft ausgehen.
Neufassung des Gaststättenrechts ab 1. Juli 2005
Europaweit gilt nun, dass eine Gaststätte nicht mehr erlaubnispflichtig ist, wenn kein Alkohol ausgeschenkt wird. D.h. alle Auflagen wie das Vorhandensein von Toiletten, die persönliche Zuverlässigkeit des Wirtes etc. werden nicht mehr geprüft.
Ältestes Gasthaus Deutschlands
Der Titel ältestes Gasthaus Deutschlands wird von mehreren Gasthäusern beansprucht. Im Streit um diesen prestigeträchtigen Titel stehen die Gasthäuser Zum Riesen in Miltenberg und Zum roten Bären in Freiburg
sowie die Herberge zum Löwen am Schönberg an vorderster Front.
Kategorie:Gastronomiebetrieb
ja:宿泊施設
TischEin Tisch (v. griech.: diskos = flache Wurfscheibe; auch: Tafel) ist ein Möbelstück, welches sich durch eine zugängliche, meist ebene Fläche charakterisieren lässt. Die am häufigsten auftetenden Kategorisierungen sind wahrscheinlich Ablage, Esstisch und Arbeitsfläche (Schreibtisch).
Die Ausführung von Tischen ist äußerst variabel, beispielsweise kann auch ein an der Wand angebrachtes waagerechtes Brett als Tisch dienen. Deshalb ist es schwierig von dem Aufbau eines Tisches auf die Definition zu schließen.
Funktion
Tische können dazu benutzt, Gegenstände, Geräte und zu bedienende Elemente auf eine erhöhte Position zu bringen, um den Zugriff zu ihnen zu erleichtern.
Der Kotatsu-Tisch in Japan dient beispielsweise auch als Wärmequelle.
Ein Tisch kann aber auch als Vermessungsinstrument dienen. So dienten Tische mit verstellbaren Beinen bzw. einer nivellierbaren Platte und einem auf der Platte montierten Fernglas zur präzisen Vermessung und Kartografierung von Landschaften. Dieses Verfahren wird Triangulation genannt.
Das am häufigsten mit dem Tisch in Verbindung gebrachte Möbelstück ist der Stuhl, der meist vor den Tisch gestellt wird um darauf zu sitzen. Es gibt aber auch Tische, die im Stehen benutzt werden (Stehpult) und somit Hinzuziehung eines Stuhles überflüssig machen. In Asien gebräuchlich sind ferner Tische, zu deren Seiten man sich (auch ohne Stuhl) hinsetzt. In der Antike war es üblich sich an Tische zu legen.
Größere Tische, an denen man Speisen verzehrt, nennt man Tafel.
Aufbau
Asien
Die am häufigsten aufretende Variante der Konstuktion ist wahrscheinlich aus vier Tischbeinen und einer darauf liegenden waagrechten Tischplatte bestehend. Es gibt auch Varianten mit drei, zwei oder einem Bein und unterschiedlich gestalteten Tischplatten. Tische mit drei Beinen können nicht wackeln, egal wie uneben der Untergrund ist (solange sie nicht umfallen).
Das Standardmaterial für Tische ist Holz, ein Tisch kann jedoch aus jedem festen bearbeitbarem Material bestehen. Weitere verwendete Materialen können Glas, Metall, Stein, diversen Kunststoffen oder Beton sein. In den allermeisten Fällen werden diese Materialien kombiniert.
Viele Tische haben Schubladen oder Fächer, in denen häufig an diesem Tisch verwendete Gegenstände gelagert werden können. Eine Tischform, die von dieser Überlegung sehr weit getrieben wurde ist der Sekretär. Diese Bauform wird heutzutage immer weniger verwendet, da viele Gegenstände auf Arbeitstischen durch elektronische Medien ersetzt wurde. So heißt nicht zufällig die Oberfläche dieser Medien oft Desktop (engl. Schreibtisch).
Zeichen- und Schreibtische werden oft mit einer Vorrichtung versehen, die den Neigungswinkel und/oder die Höhe der Arbeitsplatte (meist auch Tischhöhe genannt) verstellen lässt.
Soziale Relevanz und der Tisch als Ort
Der Tisch ein Objekt, mit einem relativ festgelegten Ort. Das heißt, das man sich zu einem Tisch begibt. Der Tisch wird oft in Suborte unterteilt, an der jeder seinen spezifischen Platz erhält. So erhält ein Tisch eine Richtung. Hier spielen Symetrie und Blickrichtung eine wichtige Rolle.
Der Ort an dem sich jemand an einem Tisch befindet, lässt unter Umständen Rückschlüsse auf sein Verhältnis zu den anderen anwesenden Personen zu. So gibt es an vielen Tischen ein Kopfende, das dem "Besitzer" eine gewisse soziale Höhung verleiht. Aber auch die Mitte einer Längsseite kann sehr bedeutsam sein. So sitzt dort meist der vorsitzende Richter bei einer Verhandlung.
Die Mahlzeit
Eine klassische Situation die sich durch alle Kulturen und Zeitalter zieht ist sich zu einer Mahlzeit zu treffen. So nimmt zum Beispiel das gemeinsame Familienessen eine sehr wichtige Funktion im Gefüge einer Familie ein. Viele geschäftliche Verbindungen werden mit sog. Geschäftsessen geknüpft oder erhalten. Beliebt ist es auch Freunde zum Essen oder Trinken einzuladen um Freundschaften zu pflegen.
In vielen Sprachen existiert die Redewendung, "die Füße unter einen Tisch" zu stellen. Dieser Satz impliziert auch ein Besitz und Abhängigkeitsverhältnis. Jemand "stiftet" einen Tisch und eine Mahlzeit und schafft einen Ort der Sicherheit, für die eine gewisse Gegenleistung erwartet wird. Diese kann zum Beispiel Respekt (den Familienoberhaupt), Folgschaft (einem Fürsten) oder auch Materieller Natur (Restaurant) sein.
Die Arbeit
Viel wird auch an Tischen gearbeitet. So werden viele freundschaftliche Beziehungen an Arbeitstischen geknüpft. Zum Beispiel in der Schule oder Universität lernt man sehr schnell die Leute kennen, die am gemeinsamen Tisch sitzen. In Büroräumen wird diese soziale Funktion des Tisches dadurch verstärkt, dass ein Tisch eingerichtet und damit als stationär definiert wird. So definiert man sich einen Subraum in dem Zimmer in dem mehrere Menschen arbeiten und setzt sich mit den Leuten auseinander, deren Räume an den eigenen angrenzen.
Die Verhandlung
Viele Verhandlungen werden an Tischen geführt. Je nach Motivation und Verhandlungsziel werden dabei unterschiedliche Tische verwendet und somit unterschiedliche Orte geschaffen.
Um die Ebenbürtigkeit der Verhandlungspartner zu betonen wird oft der sog. runde Tisch verwendet.
Viele Tische haben eine Besitzer- und eine Besucherseite. Das Verhältnis der beiden Seiten ist so maßgeblich für die Verhandlung. Will der Besitzer beispielsweise etwas verkaufen, dann wird die Besucherseite in der Regel komfortabel ausgestattet sein. Kommt der Besucher als Bittsteller, so wird er sich in der Regel auf weniger Komfort einstellen müssen. So ist es in Ämtern oft üblich zu stehen, wärend der Beamte sitzt.
Das Spiel
Viele Spiele finden an Tischen statt. Für viele Spiele wird eigens ein Tisch entworfen (Billard, Roulett) oder ein Tisch ist notwendig um sie zu spielen (Fingerhakeln). Für manche beliebte Spiele wird ein Tisch entworfen, obwohl er eigentlich nicht notwendig ist, um sie zu spielen. So gibt es beispielsweise Schachtische, die ein Spielbrett und eine Aufbewahrungsmöglichkeit für Figuren haben.
Redewendungen
Wie in vielen anderen Sprachen auch, haben sich viele Redewendungen rund um den Tisch entwickelt:
- « Zu Tisch! » : Das Essen ist fertig, Aufforderung zur Versammlung und zum Hinsetzen;
- « Tisch decken » : Besteck und Geschirr nach gesellschaftlichen Normen auf den Tisch legen;
- « unter den Tisch trinken » : Jemanden durch gemeinsamen Konsum von Alkohol dazu bringen, mehr zu trinken, als er/sie verträgt.
- « die Füße unter den Tisch stellen » : bei jemandem wohnen, essen und leben;
- « unter dem Tisch » : heimlicher Verkauf;
- « über den Tisch ziehen » : jemanden betrügen (vgl. auch Fingerhakeln);
- « reinen Tisch machen » : eine Sache klären;
Siehe auch
Tischler, Nierentisch, Tischtennis, Stammtisch, Altar, Schreibtisch, Runder Tisch
Weblink
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/258668.html www.wissenschaft.de: Drehen statt Wackeln] - CERN-Forscher: Jeder vierbeinige Tisch lässt sich durch eine Drehung zum festen Stand bringen
Kategorie:Möbelstück
ja:テーブル
simple:Table
Kartenspiel
Ein Kartenspiel ist ein Spiel, bei dem Spielkarten der wesentliche Bestandteil des Spielmaterials sind.
Traditionelle Spielziele
- Schnellstmögliches Ablegen aller Karten:
- : zum Beispiel Mau-Mau, Tschau Sepp, Rommé, Ligretto, Arschloch, Turak, Kaschlan, Durak, Hund, Gin Rummy, Stress, Zank-Patience, Elfer Raus, UNO
- Sammeln möglichst vieler Stiche:
- : zum Beispiel Bridge, Watten, L'Hombre, Whist, Écarté, Truco, Latinern
- Sammeln möglichst vieler Kartenpunkte:
- : zum Beispiel Skat (beim Farbspiel oder Grand), Doppelkopf, Dulle, Schafkopf, Schnapsen, Tarock, Tarot, Jass, Cego, Blattla, Schwimmen, Russisches Schnapsen
- Sammeln möglichst weniger Stiche oder Kartenpunkte:
- : zum Beispiel Herzeln, Skat (beim Ramsch)
- Sammeln einer angesagten Anzahl von Stichen:
- : zum Beispiel Rage, Whist, Jass, Skat (beim Nullspiel), Wizard
- Sammeln möglichst vieler Karten oder Kartenkombinationen:
- : zum Beispiel Rommé, Canasta, Quartett, Poker, Cames und curtis, Cassino
- Anlegen möglichst vieler Karten nach einem festen Schema:
- : zum Beispiel Patiencen, Herzeln (bei der Legerunde)
- Verschiedene Spielformen bietet:
- : zum Beispiel Binokel, Piquet oder Kadalaxen
Dabei kommen die unterschiedlichsten Zusatzregeln zum Einsatz, die das Ablegen oder Sammeln von bestimmten Ereignissen oder Kartenkombinationen abhängig machen.
Symbolik traditioneller Spielkarten
Zwar nutzt man in Deutschland oft das französische Blatt, trotzdem sind die Karten in Frankreich anders gestaltet, und die Bildkarten sind Persönlichkeiten zugeordnet.
Die Könige
- Kreuzkönig – Alexander der Große
- Pikkönig – König David
- Herzkönig – Karl der Große
- Karokönig – Julius Caesar
Die Königinnen
- Kreuzkönigin – Argine (ein Anagramm von regina, dies oft für Maria aus Nazaret)
- Pikkönigin – Pallas Athene (griechische Göttin der Weisheit)
- Herzkönigin – Judit (biblisches Ideal Frömmigkeit)
- Karokönigin – Rachel (biblische Figur als Ideal der Schönheit)
Die Buben
- Kreuzbube – Lancelot aus der Artussage
- Pikbube – Hogier, ein Vetter Karls des Großen
- Herzbube – La Hire, ein französischer Ritter
- Karobube – Hektor von Troja oder Roland, ein Paladin Karls
Dialekt
Beim bayrischen Schafkopf haben die einzelnen Karten besondere Bezeichnungen, zum Beispiel der Alte für den Eichel-Ober, oder Grün, Gras oder Laub für Blatt.
Spiele mit eigenem Blatt
Schafkopf
Neben den Spielen mit klassischen Blättern gibt es heute auch viele Spiele mit speziellen Karten. Dabei handelt es sich häufig um Autorenspiele mit vielfältigen Spielmechanismen. Gelegentlich überschreiten sie die Grenze zum Brettspiel, wenn die Spielkarten als eine Art Spielbrett benutzt werden. Der à la carte Kartenspielpreis zeichnet das jeweils beste Spiel eines Jahres aus.
Im Gegensatz zu den traditionellen Spielen sind die Karten und Spielregeln von einem Hersteller als Gebrauchsmuster geschützt.
Beispiele
- Autoquartett (verschiedene Hersteller)
- Uno (Mattel)
- Bohnanza (Amigo)
- Hol's der Geier ()
- Ohne Furcht und Adel (Hans im Glück Verlag)
- San Juan (Ravensburger Spieleverlag)
- 6 nimmt (Amigo)
- Mü & Mehr ()
- Siedler-Kartenspiel (Kosmos Spiele-Galerie)
- Verräter (Adlung Spiele)
- 11er Raus ()
Eine völlig eigene Kategorie bilden die Sammelkartenspiele wie etwa Magic.
Auch bei Brettspielen oder Würfelspielen können Spielkarten beteiligt sein. In den meisten Fällen dienen sie hier jedoch zur Beeinflussung des Spielverlaufs - zum Beispiel als Würfelersatz in Form von Ereigniskarten - oder sie repräsentieren Objekte, die im Spielverlauf eingesetzt werden können, etwa Rohstoffe oder Spielgeld.
Glücksspiel
Der Gebrauch von Spielkarten für reines Hazardspiel (Risikospiel/Glücksspiel), der bis ins 18. Jahrhundert verbreitet war (v.a. das Spiel Pharo oder Pharao), ist heute kaum mehr anzutreffen.
Kartenspiele als Lernspiele
Viele herkömmliche Kartenspiele fordern und trainieren Eigenschaften wie Konzentration, Aufmerksamkeit, Kurzzeitgedächtnis und strategisches Denken. Logische Spiele wie Set oder mathematische Spiele wie Elfer Raus können Kindern Logik bzw. Zahlenverständnis nahebringen. Eine weitere Variante sind Quartettspiele und Schwarzer Peter, die in der Regel Wissen vermitteln.
In gewissem Sinne kann man 32 heb auf auch als Lernspiel bezeichnen.
Literatur
- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/15/seite/0143/meyers_b15_s0143.html#Spielkarten Spielkarten], in: Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl. 1888, Bd. 15, S. 143.
Siehe auch
- Portal:Spiele
- Spielkarte
- Mischen
- Kartentrick
Weblinks
- [http://www.spielkartenmuseum.de/ Deutsches Spielkartenmuseum Leinfelden-Echterdingen]
- [http://www.altenburg-tourismus.de/kunst-kultur/m_spielkartenmuseum.php Schloß- und Spielkartenmuseum Altenburg]
- [http://www.uni-marburg.de/spiele-archiv/kartenspiele.html Klassifikation der Kartenspiele]
- [http://www.pagat.com Regeln und Systematik zu Hunderten von Kartenspielen] (englisch)
- [http://www.gametwist.de/ Online Kartenspiele Spielen]
Informationen und Rezensionen:
- [http://www.gespieltes.de Gespieltes.de]
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ja:カードゲーム
Emotional
Eine Emotion (v. lat.: ex = heraus + motio = Bewegung, Erregung) ist ein psychophysiologischer Prozess, der durch die kognitve Bewertung eines Objekts ausgelöst wird und mit physiologischen Veränderungen, spezifischen Kognitionen, subjektivem Gefühlserleben und einer Veränderung der Verhaltensbereitschaft einhergeht. Emotionen treten beim Menschen und bei höheren Tieren auf.
Mit Emotionen beschäftigen sich unter anderem die Soziologie, die Psychologie, die Psychiatrie und die Verhaltensforschung.
Begriffliche Abgrenzungen
Eine Emotion ist ein komplexer Prozess, der auf verschiedenen psychischen Funktionsebenen abläuft. Davon zu unterscheiden ist der Begriff Gefühl, der nur das subjektive Erleben der Emotion bezeichnet.
Im Gegensatz zu Stimmungen sind Emotionen relativ kurz und intensiv. Während Stimmungen und deren Auslöser oft unbemerkt bleiben, sind bei Emotionen das auslösende Objekt und die psychologischen und physiologischen Emotionskomponenten üblicherweise im Fokus der Aufmerksamkeit.
Klassifikation
Genaueres zur Klassifikation von Emotionen ist im Artikel Emotionstheorie zu finden.
Emotionen lassen sich grob in angenehme (euphorische) und unangenehme (disphorische) Gefühle einteilen. Sie haben meist eine Qualität („Welche Art von Emotion?“) und eine Stärke („Wie intensiv ist die Emotion?“).
Nach Auffassung des Psychologen Caroll E. Izard (1994) existieren zehn unterschiedliche Gefühle, die auf der ganzen Welt und in jeder Kultur vorkommen: Interesse, Leid, Widerwillen, Freude, Zorn, Überraschung, Scham, Furcht, Verachtung und Schuldgefühl.
Ältere Theorien teilen die Gefühle in vier Hauptgruppen ein:
- Angst
- Ärger
- Freude und
- Trauer.
Weitere Beispiele für Einzelemotionen sind Enttäuschung, Mitleid, Neid, Stolz und Verliebtheit.
Eine weitere Klassifikation besteht darin, zwischen Gefühlen und Affekten zu unterscheiden. Die Gefühle sind hiernach die Emotionen, die verbinden, während Affekte die Emotionen sind, die trennen. Zu den Gefühlen gehören somit: Liebe, Freundschaft, Mitgefühl, Verbundenheit, Gemeinschaftsgefühl. Zu den Affekten gehören: Neid, Hass, Angst, Eifersucht, Minderwertigkeitsgefühl, Schuldgefühl.
Auslösebedingungen
Emotionen werden, entsprechend der Zwei-Komponenten-Theorie, durch physiologische Reize ausgelöst (wie z.B. Herzrasen, Erröten, usw.), diese werden in der jeweiligen Situation interpretiert und so auf ein bestimmtes Objekt hin ausgerichtet. So würde Herzklopfen beim Sport als Anstrengung wargenommen, beim Flirten jedoch auf den Flirtpartner bezogen und so als Emotion interpretiert. Die Intensität der Emotion wird dabei durch die stärke des physiologischen Reizes determiniert, während die Qualitäts der Emotion von der Interpretation. Dies wurde 1962 durch ein Experiment von Schachter und Singer teilweise nachgewiesen. Im Laufe des Experiments stellt sich jedoch heraus, dass die bloße Subjektive Wahrnehmung eines physiologischens Reizes genügt um eine Emotion auszulösen, obgleich dieser Reiz objektiv überhaupt nicht vorhanden ist. Somit ist es möglich Emotionen hervorzurufen, wenn man bei einer Testperson lediglich physiologische Reize verursacht und dieser dafür einen Interpretationsansatz liefert.
Die Komplexität bei diesem recht einfachen Entstehen von Emotionen entsteht hingegen dadurch, dass eine Vielzahl physiologischer Reize verursacht werden können (z.B. Erregung durch eine attraktive Frau, Adrenalin, usw.) und diese wiederum eine Vielzahl von Interpretationsmöglichkeiten geben.
Komponenten der Emotion
Eine Emotion hat üblicherweise eine kognitive, eine physiologische, eine Gefühls- und eine motivationale Komponente. D.h., Personen, die eine bestimmte Emotion haben,
- haben bewertende Gedanken
- bemerken körperliche Veränderungen
- erleben ein meist definierbares und benennbares Gefühl
- zeigen in der Folge der Emotion häufig ähnliche Verhaltensweisen.
Emotionsregulation
Emotionen können sehr schnell ausgelöst werden oder sich langsam aufbauen. Sie sind nicht direkt beeinflussbar, wohl jedoch der eigene Umgang mit ihnen: man kann sie als Bereicherung oder Störung sehen, man kann sie ignorieren (nicht auf Dauer) oder sie jemandem mitteilen usw.
Da dies gewisse Rückwirkungen auf das Gefühlsleben hat, kann man die eigenen Emotionen durch Gedanken und Tun
- teilweise verstärken, langsam umwandeln oder abklingen lassen. Sie sind aber auch
- körperlich beeinflussbar (z.B. durch Meditation, Schlaf; Hunger, Völlegefühl, Verspannung, Jogging, Yoga …)
- sowie chemisch (z. B. durch Psychopharmaka und Getränke).
- Gerüche lösen oft Erinnerungen an frühere Emotionen aus.
Emotionale Intelligenz
Da Emotionen starke Auswirkungen auf die Leistung einer Person haben können, rückt neben dem Begriff Intelligenz, der bisher nur auf die „technische“ Leistung abzielte, auch die so genannte Emotionale Intelligenz immer mehr in den Mittelpunkt. Die Validität des Konstrukts Emotionale Intelligenz ist in der empirischen Psychologie allerdings umstritten.
Emotionsausdruck im Kulturvergleich
Das Studium verschiedener Kulturen hat gezeigt, dass Gefühle nicht zwangsläufig identisch mit der gezeigten Emotion sind. Die resultierende Unterscheidung betont die „Innerlichkeit“ des Gefühls gegenüber dem beobachtbaren Ausdruck von Emotionen, der von kulturellen Faktoren beeinflusst wird.
Eine Vielzahl an grundlegenden Emotionen existiert in jeder Kultur zu jeder Zeit. Diese Emotionen sind eng mit gleichzeitig auftretenden neuronalen Prozessen gekoppelt. Man geht davon aus, dass die fundamentalen Emotionen einen engen Zusammenhang zum dazugehörigen Gesichtsausdruck aufweisen.
In kulturvergleichenden Studien wurde Wut beispielsweise stets mit einem Senken und Zusammenziehen der Augenbrauen, schlitzförmigen Augen und einem zusammengepreßten Mund ausgedrückt. Man geht also davon aus, dass der mimische Ausdruck der Grundemotionen universal ist.
Emotionen in der Tierwelt
Nur der Mensch kann nach derzeitigen Wissensstand über seine Emotionen reflektieren. Die Signale der Emotionen sind aber auch bei höheren Tieren eindeutig zu beobachten und nur die Fremdheit der Emotionen bei uns ferner stehenden Arten hat uns der Einsicht verschlossen, dass Tiere fast zwanghaft auf ihre Emotionen zu reagieren scheinen. Aber auch beim Menschen deutet sich an, dass die Emotionen als Motivation für gezeigtes Verhalten nichts an Bedeutung verloren haben.
Emotionale Verhaltenssteuerung
Die Emotionen finden ihren Ursprung in phylogenetisch älteren Teilen des Gehirns und haben mit neuralen und neuroendokrinen Prozessen eine Schlüsselstellung für das Verhalten der betroffenen Art inne. Die vermeintliche Alternative einer Verhaltenssteuerung durch Intelligenz steht und fällt mit dem Nachweis der Einflüsse der Emotionen auf diese Intelligenz.
Anwendungen der Emotionsforschung
Emotion spielt in vielen angewandten Bereichen eine herausragende Rolle. Bei psychischen Störungen sind emotionale oder affektive Symptome oft das zentrale Problem. In der Psychotherapie sind Emotionen wichtig für die längerfristige Veränderung von Erleben und Verhalten. Die Werbepsychologie und Verkaufspsychologie versuchen v.a. positive Emotionen im Zusammenhang mit den angepriesenen Produkten zu erzeugen, um eine bessere Bewertung durch den Kunden zu erzeugen. Allgemein ist das gezielte Hervorrufen von Emotionen ein Mittel, das Erleben und Verhalten von Menschen und Tieren zu verändern.
Allerdings sollte man darauf hinwiesen, daß eine Steuerung von Emotionen durch intensives psychisches sowie physisches Training stark beeinflusst, ja sogar unterbunden werden kann.
Siehe auch
- Stimmung, Laune, Affekt, Achtsamkeit, Bedürfnis
- Begegnung, Grundbedürfnis, Handlungsbereitschaft, limbisches System
- Riechhirn, Trieb, Emotionsarbeit, Emotionstheorien
- Kommunikation, Konflikt, Gefühl, Verkaufspsychologie
Emotionstheorie
- James-Lange-Theorie: William James (James 1884, Lange 1887)
- Cannon-Bard-Theorie: Walter Cannon (Cannon 1927, Philip Bard 1934)
- Schachter-Singer-Theorie: Stanley Schachter (15.04.1922-07.06.1997) (Schachter & Singer 1962)
Literatur
- Otto, Jürgen H., Euler, Harald A. & Mandl, Heinz: Emotionspsychologie. Ein Handbuch, Weinheim: Beltz, 2000.
- James, William: What is an emotion? Mind 9 (1884) 185-205.
- Lange, Carl: Über Gemühtsbewegungen. Leipzig: Thomas, 1887.
- Cannon, Walter B: The James-Lange theory of emotions: A critical examination and an alternative. American Journal of Psychology 39 (1927) 106-124.
- Bard, Philip: On emotional expression after decortication with some remarks on certain theoretical views. Part II. Psychol. Rev. 41 (1934) 424-49.
- Schachter, Stanley; Singer, Jerome (1962): Cognitive, social and physiological determinants of emotional state. Psychol. Rev. 69 (1962) 379-407.
Weblinks
- [http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/EMOTION/default.shtml Psychologische Erklärungsmodelle]
- [http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/EMOTION/SchachterSinger.shtml Schachter/Singer]
- [http://www.hochmontafon.net/seminare/emotion/Emotionen11.04.htm Erfassen von Emotionen: Sprache, Physiologie, Körpersprache]
- [http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/Projekte/plex/PLex/Lemmata/E-Lemma/Emotion.htm Emotion und Gebärde]
- [http://www.schulz-von-thun.de/buch/buchimg/abb/reden2.jpg 8 Bilder: Emotion und Kommunikation]
- [http://wiki.kunstadt.de/index.php/Emotionen Sophie: Emotionen (TecNet)]
- [http://www.jahnna.de/jzemo.php Liste benannter innerer Zustände, wie Angst, Ärger, Begeisterung, Bitterkeit etc.] Ansatz zu einer allgemeingültigen Beschreibung
Kategorie:Soziologie
Kategorie:Affekt
Kategorie:Philosophie des Geistes
ja:感情
StammtischparoleDer Begriff Stammtischparole ist eine abwertende Bezeichnung für eine politische Stellungnahme, die der Bezeichner als Ausdruck mangelnder Bildung, mangelnden Intellekts, unhinterfragter Vorurteile oder eines fehlgeleiteten sozialen Gruppenegoismus empfindet oder darstellen möchte. Der Bezeichner macht sich dabei den Umstand zunutze, dass viele Menschen mit dem Wort „Stammtisch“ eine alkoholgeschwängerte, männerbündlerische Zusammenkunft einer Gruppe von Angehörigen bildungs- und einkommensschwacher sozialer Schichten verbinden.
Bedeutung
Das Wort „Stammtisch“ bezeichnet im engeren Sinn einen Tisch in einer Gaststätte, der mehr oder weniger dauerhaft für Stammgäste reserviert ist, im übertragenen Sinn die an diesem Tisch stattfindenden mehr oder weniger ritualisierten Zusammenkünfte oder auch die an diesem Tisch zusammenkommende Gruppe. Der Begriff nimmt damit an sich keine Aussage über den Bildungsgrad, die Interessenlage oder die politischen Ansichten der Beteiligten vor. Gruppen von Kulturschaffenden können sich oder ihre Treffen ebenso als „Künstlerstammtisch“ oder „Literaturstammtisch“ bezeichnen, wie sich Gruppen von Brettspielbegeisterten in Form von „Spielestammtischen“ treffen können. Stammtische können damit ohne Weiteres ein ausgewogenenes Geschlechterverhältnis oder auch Frauenüberschuss aufweisen und in Intellektuellencafés ebenso wie in Szenekneipen anzutreffen sein.
Verbreiteter Ansicht nach sind die meisten Stammtische allerdings kleinbürgerlich-männliche Gegenstücke zum weiblichen Kaffeekränzchen: sie befinden sich in Bierlokalen oder vergleichbar niederschwelligen Etablissements, dienen hauptsächlich dem male bonding vergleichsweise bildungsferner und einkommensschwacher Männer und sind von der intellektuellen Anspruchslosigkeit der Beteiligten sowie von rituellem Alkoholkonsum geprägt. Aufgrund dieser Assoziation kann der Begriff der „Stammtischparole“ dazu benutzt werden, die so bezeichnete politische Positionierung als Ansicht einer Gruppe mehr oder weniger alkoholisierter, schlecht informierter und habituell antiintellektueller Proletarier zu diskreditieren.
Verwendung
Der Begriff der Stammtischparole wird meist metaphorisch gebraucht: eine Aussage muss nicht tatsächlich an einem Stammtisch entstanden sein, um wirkungsvoll als Stammtischparole bezeichnet werden zu können, ihr Herrühren aus einer Stammtischdiskussion muss nur grundsätzlich vorstellbar sein.
Als Stammtischparolen abqualifiziert werden hauptsächlich Stellungnahmen, die nicht nur pauschal aburteilen oder übergeneralisieren, sondern aus der Sicht Andersdenkender auch auf grundsätzliche intellektuelle Bequemlichkeit hindeuten und in eher einfacher Sprache gehalten sind („Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg“). Auf Stellungnahmen, die zwar als übertrieben vereinfachend gesehen werden können, die aber bewusste Auseinandersetzung mit politischen Fragen vermuten lassen („Hinter dem Faschismus steht das Kapital“) und darüber hinaus vielleicht auch noch im Soziolekt gebildeterer Gruppen formuliert sind („Genderdifferenzen sind sozial konstruiert“), wird der Begriff nur äußerst selten angewendet.
Literatur
- Klaus-Peter Hufer: Argumentationstraining gegen Stammtischparolen. Materialien und Anleitungen für Bildungsarbeit und Selbstlernen. 3. Auflage. Wochenschau Verlag, Schwalbach am Taunus 1999, ISBN 3-87920-054-8
Weblinks
- Klaus-Peter Hufer: [http://www.bildungsarbeit.de/argu.html Argumentationstraining gegen Stammtischparolen]
Kategorie: Politisches Schlagwort
Kategorie: Rassismus
MetapherDie Metapher (griechisch μεταφορά - eigentlich die Beförderung, der Übertrag, der Transfer, von metà phérein - "anderswohin tragen") ist eine rhetorische Figur, eine Verdichtung, die der Verdeutlichung und Veranschaulichung dient. In dieser Art des Tropus erfolgt der Ersatz der Bedeutung eines Ausdrucks durch einen versinnbildlichten Ersatzausdruck.
Merksatz
(vereinfachend) Die Metapher ist ein Vergleich ohne Vergleichswörter wie "als" oder "wie".
Geschichte der Metapherntheorie
Aristoteles' Theorie der Metapher
Die erste Theorie der Metapher findet sich in der Poetik und der Rhetorik des Aristoteles. In der Poetik definiert er die Metapher folgendermaßen:
Eine Metapher ist die Übertragung eines Wortes (das somit in uneigentlicher Bedeutung verwendet wird), und zwar entweder von der Gattung auf die Art, oder von der Art auf die Gattung, oder von einer Art auf eine andere oder nach den Regeln der Analogie. (Poetik 21, 1457b7ff. Übersetzung Manfred Fuhrmann).
Aristoteles' Begriff der Metapher ist allerdings einerseits weiter als der heute gebrauchte und andererseits auch anders.
Weiter ist des Aristoteles Metaphernbegriff, weil drei Typen von Metaphern heute nicht mehr "Metaphern" genannt würden. Nur die Metapher "nach den Regeln der Analogie" entspricht etwa unserem heutigen Metaphernbegriff.
Anders ist sein Metaphernbegriff, insofern nach ihm die Metapher die "Übertragung eines Wortes" ist. Eine Metapher wird heute eher als ein mehrgliedriges sprachliches Gebilde aufgefasst, nicht als ein Wort, das für ein anderes gebraucht wird.
Hiermit ist Aristoteles zudem der erste und wichtigste Vertreter der Substitutionstheorie der Metapher.
Theorie der Metapher
Bei der Metapher werden zwei getrennte Sinnbereiche in einen ungewohnten, oft kreativen Zusammenhang gerückt.
Metaphern sind zweideutig. Wenn man sie "wörtlich" (beziehungsweise die Wörter in ihren ursprünglichem, gewohnten Sprachgebrauch) nimmt, sind sie sozusagen falsch.
Der "Fuß des Berges" hat natürlich keine Zehen. Es kommt jedoch auch vor, dass offensichtliche Wahrheiten metaphorisch sein können. "Geld stinkt nicht" würde mit hoher Wahrscheinlichkeit von niemandem wörtlich aufgefasst werden.
Metaphern fordern dazu auf, Ähnlichkeiten zu konstruieren. Man versteht eine Metapher, wenn es gelingt, mindestens zwei Gegenstände miteinander in Assoziation zu bringen. Das heißt, man sieht den einen Gegenstand sozusagen im Lichte des anderen (gleichzeitig verdecken sie einen Teil, das heißt sie haben Blinde Flecken).
Mit einer Metapher wird ein Ausdruck aus seinem ursprünglichen Zusammenhang genommen und in einem anderen Zusammenhang verwendet, das heißt es wird eine Bedeutungsübertragung vorgenommen. Es handelt sich dabei um den Vergleich zweier Bereiche, bei dem die Vergleichspartikel "wie" und die dem Vergleich zugrundeliegende Hinsichtnahme (tertium comparationis) fehlen, beispielsweise Das "Haupt" der Familie.
In der kognitiven Linguistik werden Metaphern als eine der wesentlichen Strukturierungen des Denkens angenommen (Lakoff/Johnson 1980). Diese Strukturen werden als 'konzeptuelle Metaphern' bezeichnet und vereinen einen Quellbereich sowie einen Zielbereich. Als Beispiel könnte DAS LEBEN (Zielbereich) IST EINE REISE (Quellbereich) genannt werden. Dieses Konzept vereint zahlreiche gängige metaphorische Ausdrücke (beispielsweise "Am Beginn des Lebens", "Lebensweg", "Stolpersteine" etc.). Metaphorische Kreativität ist demnach vor allem innerhalb der bestehenden Konzepte möglich. Recht analog ist die Terminologie von Harald Weinrich, der die Regularitäten der Bildlichkeit als 'Bildfelder' kennzeichnet, denen ein gemeinsamer 'Bildspenderbereich' und ein gemeinsamer 'Bildempfängerbereich' zugeordnet ist.
Zu den modernen Metapherntheorien zählen außer der kognitiven Linguistik auch die pragmatische Metapherntheorie und Coenens Theorie zum Analogieverhältnis der Metapher.
Die pragmatische Metapherntheorie ist Teil einer pragmatisch orientierten Grammatik und gibt fünf Merkmale metaphorischen Sprechens an:
# Die Metapher ist Teil einer Äußerung, untersucht wird ihre Stelle und Funktion im Kontext. Erkannt wird sie nicht aufgrund von Regeln, sondern kontextbezogen. Der kommunikative Sinn ergibt sich aus der Äußerungssituation heraus.
# Die Metapher soll nicht auf ihr Wesen hin untersucht, sondern kann nur für den jeweils konkreten Zusammenhang erklärt werden. Über die Betrachtung des Metapherngebrauchs und deren Erklärung kommt man zur jeweiligen kontextbezogenen Bedeutung. Eine umfassende Beschreibung ist daher nicht möglich.
# Die Metapher läßt sich nicht durch einen eigentlichen Ausdruck ersetzen (Mrs. Thatcher is a bulldozer.). Paraphrasen wie z.B. ein Vergleich können genauso unwahr sein.
# Die Verwendung der Metapher liegt zwischen Kreativität und Regelgeleitetheit (Für eigene Fehler sind die Menschen Maulwürfe, für fremde Luchse.). Die Metaphernbildung greift auf konventionelle Verwendungsweisen zurück, die ursprüngliche Bedeutung bleibt im neuen Verwendungszusammenhang erhalten.
# Das metaphorische Sprechen wird als kommunikatives Verfahren bewußt angewendet und enthält eine bewußte Doppeldeutigkeit. Durch den Interpretationsprozeß, der entsteht, weil Inkongruenz zwischen Metapher und Kontext herrscht, findet Interaktion zwischen den Sprechern statt. Der außergewöhnliche Wortgebrauch stellt so eine sinnvolle und aufschlußreiche Abweichung dar.
Einen anderen Ansatz verfolgt Coenen mit seiner These vom Analogieverhältnis der Metapher . Das Bilden von Metaphern wird bei ihm als motivierter Akt verstanden. Ein als Metapher verwendetes sprachliches Zeichen erscheint nicht in seiner Kernbedeutung (Denotation, von Coenen als "Theoretischer Anwendungsbereich" bezeichnet), sondern mittels ihm eigener Konnotation (dem sog. "metaphorischen Theoretischen Anwendungsbereich"). Dabei kommt es zu einem für den Rezipienten meist überraschenden Wechsel des Bildfeldes des sprachlichen Zeichens.
Ein Bildfeld besteht nach Coenen aus einem Bildfeldbereich und dazugehöriger Positionsmenge. Zwei oder mehr voneinander verschiedene Bildfelder können mittels einer gemeinsamen Strukturformel (Analogiewurzel) verbunden werden. Eine Analogiewurzel ist dabei die Menge aller Beschreibungen, die eine Analogie begründen. Mittels dieser Stukturformel ist es möglich, die Elemente der Positionsmengen der teilnehmenden Bildfelder paradigmatisch auszutauschen und zu einer neuen Metapher zusammenzusetzen.
Die Decodierung der Metapher erfolgt (sofern es sich nicht um eine "tote Metapher" = lexikalisierte Metapher handelt) über die Konnotation ihrer sprachlichen Zeichen. Der Empfänger bedarf daher zur erfolgreichen Decodierung nicht nur des Wissens um die Kern-, sondern auch um die Randbedeutung eines sprachlichen Zeichens.
Metaphernarten (Auswahl)
Es gibt:
- Lebendige Metaphern - Der Übertragungseffekt ist offensichtlich, zum Beispiel "Das Konzert war ein Feuerwerk"
- Tote Metaphern - sie sind zum Begriff geworden, man nimmt sie nicht mehr offensichtlich wahr, beispielsweise "Tischbein", "Handschuh"
- Lexikalisierte Metaphern - Tote Metaphern, die als Zweitbedeutung in den Begriffswortschatz eingegangen sind. Beispiel: Schloss (Burg, die eine Tür "abschließt")
- Stehende Metaphern, die sich in vergleichbaren Zusammenhängen immer wieder finden, vgl. Topos.
Eine Metapher ist nicht immer von einer Metonymie klar unterscheidbar: ein Tischbein ist sowohl eine Funktion, als auch aus einem anderen Bereich übertragen.
Oft werden Metaphern verwendet, wenn ein Wort durch ein anderes ersetzt werden soll, weil es tabu ist, oder weil es aus anderen Gründen nicht nennbar ist, (dann verwendet man einen Euphemismus).
Metaphern spielen beim Lernen (Wissensbildung) eine wichtige Rolle. Durch strukturelle, visuelle und funktionale Analogien können neue Inhalte wesentlich schneller erfasst und verstanden werden.
Die Wissenschaft von der Metapher nennt Hans Blumenberg 'Metaphorologie'. Sein Verständnis der Metapher erläutert er in seinem Werk "Paradigmen zu einer Metaphorologie". Es steht im Gegensatz zu der traditionellen Auffassung, Metaphern seien rhetorischer Schmuck ohne eigenen Aussagewert, man könne auch in nicht-bildlicher Sprache ihre Aussage exakt wiedergeben. Blumenberg bezweifelt zwar nicht, dass es solche verzichtbaren Metaphern gibt, ist jedoch davon überzeugt, dass es auch solche geben müsse, die mehr aussagen als in der Objektsprache möglich. Diese bezeichnet er als absolute Metaphern. Fraglich ist jedoch, wo und wie diese absoluten Metaphern zu finden sind. Am vielversprechendsten scheinen Gebiete der Naturwissenschaften zu sein, auf denen noch Forschungsbedarf besteht. Der Begriff des "Schwarzen Loches" beinhaltet immer noch mehr als seine objektsprachlichen Umschreibungen, da noch nicht alle Aspekte dieses Phänomens geklärt sind.
Beispiele für Metaphern
- Rabeneltern - Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen
- jemanden in den Himmel loben - die Schmeichelei übertreiben
- mein eigen Fleisch und Blut - die eigene Verwandtschaft
- leeres Stroh dreschen - inhaltslos reden
- Er hat sich in den Stürmen des Lebens bewährt. - Er hat sein Ziel erreicht.
- Eine Mauer des Schweigens empfing uns - Als wir kamen, blieben alle still, und wir spürten Ablehnung.
- Er baut seine Argumentation auf dem losen Sand überdehnter Begriffe
- Der SV Werder Bremen reitet auf einer Erfolgswelle - Der SV Werder Bremen ist erfolgreich und hat im Moment Glück.
- Die blauen Berge des Todes
- Einen Krieg entfesseln - die menschliche Scheu, die einen Krieg verhindern könnte, außer Kraft setzen, moralische Einwände gegen den Krieg überwinden.
- Auf den Hund kommen - in Armut geraten.
- Die Firma ist eine große Familie - Die Mitarbeiter halten zusammen.
- In der Firma (in der Stadt) herrscht ein lockeres (ein entspanntes) Klima - Das allgemeine Empfinden und Verhalten der Menschen dort ist locker (entspannt).
- Die ganze Atmosphäre war locker - man empfindet keinen Zwang.
- Nun herrscht Ruhe (Sorge) - Ruhe (Sorge) bestimmt das Verhalten Aller.
- Gespannt - man empfindet die widerstrebenden Umstände der Lage.
- Vom Hundertsten ins Tausendste kommen - Zu immer neuen Fragen und Antworten vordringen, auf immer neue Einzelheiten eingehen.
- Jmdm. nicht das Wasser reichen können - jmdm. an Fähigkeiten, Leistungen nicht annähernd gleich kommen.
- Der Apfel fällt nicht weit von Stamm - Jemand ist seinem Vater, seiner Mutter ähnlich oder auch Beiden.
- Kaderschmiede,- aus Kader, Bildungseinrichtung für zukünftige Machteliten
- Das Recht mit Füßen treten. - Das Recht nicht beachten.
- Eine Blechschlange bewegt sich durch die Straßen.
- "It's raining cats and dogs" - "Es schüttet wie aus Eimern" - starker Regenfall
Literatur
- Beckmann, Susanne: Die Grammatik der Metapher. Eine gebrauchstheoretische Untersuchung des metaphorischen Sprechens, Tübingen: Niemeyer, 2001. 241 S. (Die Autorin untersucht, wie das Bilden und Verstehen von Metaphern adäquat beschrieben werden kann.)
- Blumenberg, Hans: Paradigmen zu einer Metaphorologie. Frankfurt a.M. 1998
- Blumenberg, Hans: Beobachtungen an Metaphern. in: Archiv für Begriffsgeschichte XV/2, hrsg. von Karlfried Gründer, Bonn 1971, S. 161-214
- Borges, Jorge Luis und Osvaldo Ferrari: Lesen ist denken mit fremdem Gehirn. Gespräche über Bücher und Borges. Über die Metapher, S. 155 ff.
- Calvert, Kristina: Mit Metaphern philosophieren. Sprachlich-präsentative Symbole beim Philosopieren mit Kindern in der Grundschule, 201 S., kt., München: KoPäd-Verlag 2000
- Caviola, Hugo: In Bildern sprechen: Wie Metaphern unser Denken leiten. Materialien zur fächerübergreifenden Sprachreflexion. Bern: hep 2003
- Fuhrmann, Manfred: Aristoteles. Poetik. Griechisch / Deutsch. Stuttgart 1994.
- Coenen, Hans Georg: Analogie und Metapher. Grundlegung einer Theorie der bildlichen Rede. deGruyter. Berlin, New York 2002
- Drewer, Petra: Die kognitive Metapher als Werkzeug des Denkens. Tübingen: Narr 2003
- Gamm, Gerhard : Die Macht der Metapher. Im Labyrinth der modernen Welt. Stuttgart: Metzler 1992
- Kurz, Gerhard: Metapher, Allegorie, Symbol. Göttingen 1988
- George Lakoff, Mark Johnson: Metaphors We Live By. Amsterdam/Philadelphia. 1980
- Macho, Thomas, H.: Todesmetaphern. Frankfurt am Main 1987
- Metaphorischer Sprachgebrauch. (Reihe: 'Arbeitstexte für den Unterricht'), Stuttgart: Philipp Reclam jun., Universal-Bibliothek Nr. 9570 (2)
- Neswald, E.: Und noch mehr Metaphern? Zur Metaphernforschung der 90er Jahre. in: Allgemeine Zeitschrift für Philosophie 3/1998, Stuttgart: Frommann-Holzboog
- Otto, Detlef: Wendungen der Metapher. Zur Übertragung in poetologischer, rhetorischer und erkenntnistheoretischer Hinsicht bei Aristoteles und Nietzsche. München: Wilhelm Fink Verlag 1998, 503 S., kart., 78 Mark
- Rapp, Christof: Aristoteles, Rhetorik. Übersetzung und Erläuterungen, 2 Bde. Berlin 2002 (Zu Aristoteles' Theorie der Metapher: Bd. 1: III 2, 4, 10, 11. Bd. 2, Kommentare zu den entsprechenden Stellen und S. 921 ff.)
- Söhngen, G.: Analogie und Metapher. Freiburg/München 1962
- Stub, Chr.: Kalkulierte Absurditäten Freiburg: Alber 1991, (Hat die Metapher in der modernen Kommunikation eine Existenzberechtigung? Der Autor entwickelt eine eigene Metapherntheorie, die den 'Skandal der Metapher' gegen gängige Theorien zu bewahren sucht.)
- Teuwsen, Rudolf: Familienähnlichkeit und Analogie. Freiburg/München: Verlag Karl Alber 1988.
- Weinrich, Harald: Sprache in Texten. Stuttgart 1976
- Wetz, Franz Josef: Hans Blumenberg zur Einführung. Hamburg 1993
Siehe auch
- Allegorie
- Analogie
- Anspielung
- Aristoteles
- Poetik (Aristoteles)
- Rhetorik (Aristoteles)
- Bild
- Chiffre
- Erkennen
- Gleichnis
- Rhetorik
- Verstehen
Weblinks
- [http://www.metaphorik.de/ Das online-Journal zur Metaphorik in Sprache, Literatur und Medien]
- Artikel "[http://kommdesign.de/texte/metaphern.htm Über Metaphern]" von Thomas Wirth
- [http://www.rrz.uni-hamburg.de/metaphern/datenbank.html Hamburger Metapherndatenbank]
- [http://www.ruhr-uni-bochum.de/komparatistik/basislexikon/texte/metapher/ Aufsatz] von Monika Schmitz-Emans im Basislexikon Literaturwissenschaft
- [http://www.linse.uni-essen.de/esel/metapher.htm Empirische Untersuchungen zum Metaphernerwerb] von Beatrix Fehse
- [http://sammelpunkt.philo.at:8080/archive/00000077/ Eine sprachanalytische Theorie der Metapher] von Martin H. Eick
- [http://www.teachsam.de/deutsch/d_rhetorik/rhe_mit_1_5.htm Rhetorische Mittel im Detail]
ja:メタファー
simple:Metaphor
Sozialstatus: Sozialer Status
20. Jahrhundert
Das 20. Jahrhundert begann am 1. Januar 1901. Allerdings erließ der damalige Kaiser Wilhelm II. ein Dekret, welches in Deutschland den Beginn des neuen Jahrhundert auf den 1. Januar 1900 legte. Das 20. Jahrhundert zählt zur Epoche der Neuzeit und endete am 31. Dezember 2000.
Ereignisse/Entwicklungen
- Erster Weltkrieg (1914–1918)
- sozialistische und kommunistische Revolutionen in Europa, Asien und Amerika (vergleiche Kommunistische Partei)
- Oktoberrevolution (1917)
- Novemberrevolution (1918)
- Chinesische Revolution (1949)
- infolge: Okkupation Tibets durch die chinesische Volksbefreiungsarmee (1951)
- Kubanische Revolution (1959)
- Zweiter Weltkrieg (1939–1945)
- Holocaust und Shoa
- Kalter Krieg (Beginn um 1945, Ende etwa 1991)
- Koreakrieg (1950–1953)
- Mauerbau (1961)
- Kubakrise (1962)
- Vietnamkrieg (1964-1975)
- Teilung Deutschlands, Gründung der Bundesrepublik und Verkündung des Grundgesetzes (1945–1949)
- Nahostkonflikt
- Palästinakrieg (1948)
- Sechs-Tage-Krieg (1967)
- Jom-Kippur-Krieg (1973)
- Intifada (ab 1987)
- die Generalversammlung der Vereinten Nationen verkündet 1948 in Form einer UNO-Resolution die Gemeinsame Erklärung der Menschenrechte
- Viele ehemaligen Kolonien werden unabhängig.
- Kulturrevolution in der Volksrepublik China (1966-1976)
- Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (26. April 1986)
- Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten im Jahre 1990
Erfindungen und Entdeckungen
- Elektronik (erst mit Röhren, dann mit Transistoren)
- Röhre
- Transistor
- Computerchip
- Funktechnik
- Radio
- Fernseher
- Mobilfunk
- DNA-Struktur
- Gentechnik
- Flugzeug
- Raumfahrt
- Erste Mondlandung
- Kernenergie
- Kernreaktor
- Atombombe
- Internet
Persönlichkeiten
Politik und Adel
- Konrad Adenauer (Bundesrepublik Deutschland)
- Bhimrao Ramji Ambedkar
- Askar Akajew (Kirgisien)
- Salvador Allende (Chile)
- Jassir Arafat (Palästinenser)
- Kemal Atatürk (Türkei)
- Clement Attlee (Großbritannien)
- Menachem Begin (Israel)
- David Ben Gurion (Israel)
- Jean Bedel Bokassa
- Pieter Willem Botha (Südafrika, Apartheid)
- Elizabeth Bowes-Lyon (Großbritannien)
- Willy Brandt (Bundesrepublik Deutschland)
- Leonid Iljitsch Breschnew (UdSSR)
- George Herbert Walker Bush (USA)
- Heinrich Brüning (Weimarer Republik)
- Jimmy Carter (USA)
- Fidel Castro (Kuba)
- Nicolae Ceauşescu (Rumänien)
- Neville Chamberlain (Großbritannien)
- Jacques Chirac (Frankreich)
- Nikita Chruschtschow (UdSSR)
- Winston Churchill (Großbritannien)
- Dalai Lama Tibet
- Frederik Willem de Klerk (Südafrika)
- Deng Xiaoping (Volksrepublik China)
- Alexander Dubček (Tschechoslowakei)
- Friedrich Ebert (Deutschland)
- Dwight D. Eisenhower (USA)
- Ludwig Erhard (Bundesrepublik Deutschland)
- Valéry Giscard d'Estaing (Frankreich)
- Gerald Ford (USA)
- Francisco Franco (Spanien)
- Mahatma Gandhi (Indien)
- Hans-Dietrich Genscher (Deutschland)
- Mao Zedong (Volksrepublik China)
- Charles de Gaulle (Frankreich)
- Michail Gorbatschow (UdSSR)
- Paul von Hindenburg (Weimarer Republik)
- Adolf Hitler (Drittes Reich)
- Ho Chi Minh (Vietnam, Vietcong, Vietnamkrieg)
- Saddam Hussein (Irak)
- Juan Carlos (Spanien)
- John F. Kennedy (USA)
- Ruhollah Khomeni (Iran, Islamische Revolution)
- Martin Luther King (USA, Bürgerrechtsbewegung)
- Helmut Kohl (Bundesrepublik Deutschland)
- Wladimir Iljitsch Lenin (Russland, Oktoberrevolution)
- Karl Liebknecht (Deutschland, Sozialismus)
- Patrice Lumumba (Kongo)
- Rosa Luxemburg (Deutschland, Sozialismus)
- Nelson Mandela (Südafrika, ANC)
- Golda Meïr (Israel)
- François Mitterrand (Frankreich)
- Jean Monnet Frankreich
- Muhammad Husni Mubarak (Ägypten)
- Benito Mussolini (Italien)
- Augusto Pinochet Ugarte (Chile, Militärjunta)
- Pol Pot (Kambodscha)
- Jitzhak Rabin (Israel)
- Fürst Rainier (Monaco)
- Ronald Reagan (USA)
- Franklin D. Roosevelt (USA)
- Anwar as-Sadat (Ägypten)
- Ariel Scharon (Israel)
- Josef W. Stalin (UdSSR)
- Gustav Stresemann (Weimarer Republik)
- Robert Schuman (Frankreich)
- Margaret Thatcher (Großbritannien)
- Lew Dawidowitsch Trotzkij (Russland, Oktoberrevolution, UdSSR)
- Harry S. Truman (USA)
- Balthazar Johannes Vorster (Südafrika, Apartheid)
- Lech Wałęsa (Polen)
- Shimon Peres (Israel)
- Malcolm X (USA)
Naturwissenschaftler, Ärzte und Ingenieure
- Noam Chomsky (Linguistik)
- Francis Crick (Molekularbiologie)
- Niels Bohr (Physik)
- Paul Dirac (Physik)
- Albert Einstein (Physik)
- Enrico Fermi (Physik)
- Alexander Fleming (Medizin)
- Otto Hahn (Physik)
- Stephen Hawking (Physik)
- Werner Heisenberg (Physik)
- Edwin Hubble (Physik)
- Lise Meitner (Physik)
- Max Planck (Physik)
- Erwin Schrödinger (Physik)
- James D. Watson (Biologie)
- Chien-Shiung Wu (Physik)
- Konrad Zuse (Informatik)
Sozialwissenschaftler & Philosophen
- Theodor W. Adorno (Kritische Theorie)
- Kurt Gödel (Philosophie der Mathematik)
- Martin Heidegger (Phänomenologie)
- Claude Lévi-Strauss (Strukturalismus)
- Niklas Luhmann (Soziologische Systemtheorie)
- Karl Popper (Kritischer Rationalismus)
- Willard Van Orman Quine (Philosophische Logik)
- Jean-Paul Sartre (Existenzialismus)
- Ludwig Wittgenstein (Analytische Philosophie)
Künstler
- Ernst Barlach
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- George Braque
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- Giorgio de Chirico
- Le Corbusier
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- Salvador Dalí
- Otto Dix
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- Ernst Ludwig Kirchner
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- Yves Klein
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Schriftsteller
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- Bhisham Sahni
- Jean-Paul Sartre
- Arthur Schnitzler
- Anna Seghers
- Upton Sinclair
- George Bernard Shaw
- Alexander Solschenizyn
- Gertrude Stein
- John Steinbeck
- Amy Tan
- J.R.R. Tolkien
- John Updike
- Virginia Woolf
- W. B. Yeats
Siehe auch: Literaturkalender
Musik
- John Cage, Gustav Mahler, Richard Strauss, Arnold Schönberg, Anton Webern, Alban Berg, Karlheinz Stockhausen, Philip Glass, Béla Bartók
- Beatles, Rolling Stones, Pink Floyd, Ella Fitzgerald, Billie Holiday, Frank Sinatra, Madonna
- Jazz, Rock, Pop, Rap & Hip Hop, Elektronische Musik
Film
- Mario Adorf
- Addi H.
- Hans Albers
- Ingrid Bergman
- Humphrey Bogart
- Marlon Brando
- Luis Buñuel
- Charles Chaplin
- Francis Ford Coppola
- Bette Davis
- James Dean
- Louis de Funes
- Robert de Niro
- Marlene Dietrich
- Cecil B. DeMille
- Clint Eastwood
- Bernd Eichinger
- Sergej Eisenstein
- Rainer Werner Fassbinder
- Federico Fellini
- Victor Fleming
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- David Griffith
- Alec Guinness
- Audrey Hepburn
- Katharine Hepburn
- Alfred Hitchcock
- Dustin Hoffman
- Stanley Kubrick
- Fritz Lang
- Sergio Leone
- George Lucas
- Marilyn Monroe
- Friedrich-Wilhelm Murnau
- Al Pacino
- Gregory Peck
- Sam Pekinpah
- Robert Redford
- Leni Riefenstahl
- Roberto Rossellini
- Heinz Rühmann
- Margaret Rutherford
- Arnold Schwarzenegger
- Peter Sellers
- Steven Spielberg
- Sylvester Stallone
- Erich von Stroheim
- Jacques Tati
- Elizabeth Taylor
- Spencer Tracy
- Sir Peter Ustinov
- Rudolph Valentino
- John Wayne
- Orson Welles
- Wim Wenders
- Billy Wilder
Trends
- Entwicklung von der Industriegesellschaft (Anfang des 20. Jahrhunderts) über die Dienstleistungsgesellschaft (70er Jahre) hin zur Informationsgesellschaft (Ende des 20. Jahrhunderts)
- Globalisierung
- Postmoderne
Siehe auch
- 100 Wörter des 20. Jahrhunderts
- Kurzes 20. Jahrhundert
- Ikonen der Moderne aus der westlichen Kultur
01-20
!
als:20. Jahrhundert
ja:20世紀
ko:20세기
simple:20th century
BürgermeisterEin Bürgermeister ist das Oberhaupt einer Stadt oder Gemeinde. Er wird je nach Land direkt von den Bürgern oder vom Stadt-/Gemeinderat gewählt.
In vielen Regionen und Kommunen wurde in früherer Zeit für die Funktion des Bürgermeisters der Begriff Schulze, Schultes, oder Schultheiß (in Städten gelegentlich auch Stadtschultheiß) verwendet. Mitunter hatten die Städte in früheren Jahrhunderten zeitgleich mehrere Bürgermeister, deren Sprecher sich wortführender Bürgermeister nannte. Als Bürgermeister, die oftmals zugleich das Richteramt bekleideten, wurden jahrhundertelang ausschließlich Volljuristen gewählt.
In Württemberg um 1750 war ein Schultheiß der Ortsvorsteher, den man heute Bürgermeister nennt. Der damalige Bürgermeister hatte die Funktion des heutigen Gemeindepflegers.
Deutschland
In den meisten größeren, vor allem in kreisfreien Städten gibt es in Deutschland einen Oberbürgermeister oder eine Oberbürgermeisterin sowie einen oder mehrere Beigeordnete, die dann gelegentlich die Amtsbezeichnung Bürgermeister tragen.
Oftmals ist "Der Bürgermeister" auch die Bezeichnung für die Behörde (Gemeindeverwaltung), deren Leiter der Bürgermeister ist.
In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen war bis 1994 bzw. 1996 der Bürgermeister ehrenamtlich tätig und übte nur repräsentative Aufgaben aus. Die Funktion eines Hauptgemeindebeamten fiel dem Stadtdirektor / Gemeindedirektor zu (norddeutschen Ratsverfassungen).
In den Stadtstaaten hat der Regierende Bürgermeister (Land Berlin), der Erste Bürgermeister (Freie und Hansestadt Hamburg) und Bürgermeister und Präsident des Senats (Freie Hansestadt Bremen) die Funktionen des Ministerpräsidenten eines Bundeslandes. In Berlin führt der Stellvertreter des Regierenden Bürgermeisters den Titel Bürgermeister.
Der Lübecker Bürgermeister ist von seinem Rang einem Oberbürgermeister vergleichbar, in anderen schleswig-holsteinischen Städten vergleichbarer und kleinerer Größe gibt es diesen Titel auch, in Lübeck wird er aber aus historischen Gründen weiter nur "Bürgermeister" genannt.
In Rheinland-Pfalz wird das Oberhaupt einer Ortsgemeinde als Ortsbürgermeister bezeichnet. Bis zu einer bestimmten Einwohnerzahl üben die Ortsbürgermeister ihr Amt ehrenamtlich aus. Mehrere (verbandsangehörige) Gemeinden bilden eine Verbandsgemeinde. Deren Oberhaupt ist der (hauptamtliche) Bürgermeister. Verbandsfreie aber kreisangehörige Gemeinden sind in der Regel Städte. Das Oberhaupt einer solchen Stadt heißt in Rheinland-Pfalz Stadtbürgermeister und ist (aufgrund der größeren Einwohnerzahl) in der Regel hauptamtlich tätig.
Aufgaben
Der (hauptamtliche) Bürgermeister hat entsprechend der jeweiligen Gemeindeordnung unterschiedliche Aufgaben:
- Er ist der Vorsitzende des Stadtrats und der Stadtverwaltung
- Er bereitet die Beschlüsse der politischen Gremien vor
- Er ist für die Umsetzung der Beschlüsse verantwortlich
- Er ist der gesetzliche Vertreter der Gemeinde
- Er ist der Dienstvorgesetzte der Mitarbeiter der Gemeinde
- Er ist für die sachgerechte Erledigung der Weisungsaufgaben verantwortlich
Österreich
Der Bürgermeister wird je nach Bundesland größtenteils direkt gewählt, in einigen Bundesländern von den Mitgliedern des Gemeinderates. Eine Ausnahme ist Wien, hier wird der Bürgermeister nicht direkt gewählt, da hier der Bürgermeister zugleich auch Landeshauptmann ist, weil das Bundesland Wien aus nur einer Gemeinde besteht.
Wenn der Bürgermeister nicht direkt gewählt wird, stellt meistens die Mehrheitspartei (nicht verpflichtend) den Bürgermeister. Dies ist aber von den jeweiligen Mehrheitsverhältnissen abhängig. In Statutarstädten führt er ebenso die Agenden des Bezirkshauptmannes aus.
Der Bürgermeister ist das ausführende Organ der Gemeinderatsbeschlüsse. Außerdem führt er Bundes- und Landesweisungen aus. Die Gemeindebediensteten sind ihm unterstellt. Er vertritt eine Gemeinde auch nach außen. In Bauangelegenheiten ist er die erste Instanz.
In jeder Gemeinde gibt es als Vertretung einen, zwei oder drei Vizebürgermeister, je nach Wahlergebnis und der Gemeindegröße.
Schweiz
In der Schweiz gibt es die Bezeichnung Bürgermeister nicht. Die analoge Bezeichnung ist je nach Ort Stadtpräsident, Stadtammann, Gemeindepräsident, Syndic, Ammann oder Gemeindeammann.
Kategorie:Kommunalverwaltung
ja:首長
Pfarrer
Pfarrer ist ein in christlichen Kirchen und Gemeinschaften verwendeter Begriff für eine Person, die mit der Leitung von Gottesdiensten, der seelsorglichen Betreuung und in der Regel auch der Leitung einer Gemeinde betraut ist. In der Katholischen Kirche trifft letzteres immer zu - statt der Leitung einer Gemeinde kann ein Pfarrer jedoch auch einen anderen, speziellen Dienst (siehe unten) übernehmen-, da hier gerade dies den Pfarrer vom Nichtpfarrer unterscheidet. Die beiden großen Kirchen in Deutschland regeln die Rechte und Pflichten der Pfarrer und (in der evangelischen Kirche auch) Pfarrerinnen durch Kirchengesetz (Pfarrerdienstrecht), das sich weitgehend am staatlichen Beamtenrecht und an den Laufbahnen von Studienräten orientiert.
Ein Pfarrer bekleidet ein Pfarramt und ist dementsprechend eine Amtsperson.
Weil der (katholische) Pfarrer der Leiter einer Pfarrei ist oder war, bezeichnet der Begriff Pfarrer immer das Amt. Dahingegen ist der Begriff Pastor ein Titel. Ein Pastor ist deshalb nicht immer auch Pfarrer. Ein Pfarrer trägt aber immer auch den Titel Pastor.
Der Begriff Stadtpfarrer ist ein heute seltener verwendeter Titel bzw. eine Anrede für den leitenden Pfarrer einer Pfarre innerhalb einer Stadt. Häufig wird heute in Großstädten ein (leitender) Stadtdechant (römisch-katholisch) bzw. Stadtdekan (evangelisch) ernannt, gelegentlich mit dem Titel Propst.
Seine Stellung und Aufgaben hängen von der Konfession ab: in den evangelischen Kirchen und der altkatholischen Kirche ist der Pfarrer meist von der Gemeinde gewählt, in der römisch-katholischen Kirche wird er vom Bischof ernannt. Allgemein kann man sagen, dass ihm Aufgaben im Bereich des Gottesdienstes, des Bildungsauftrages der Kirche und der Seelsorge sowie in der Praxis meist auch im Bereich der gemeindlichen Bau- und Verwaltungstätigkeit obliegen. In den evangelischen Kirchen ist es stets ein ordinierter Theologe, in der katholischen, anglikanischen und orthodoxen Kirche ein eigens geweihter Priester. (Nach evangelischem Verständnis sind alle Gläubigen qua Taufe Priester, d.h. Menschen mit unmittelbarem Zugang zu Gott und insbesondere der Kompetenz, Sünden zu vergeben, daher erübrigt sich eine eigene Priesterweihe.). Katholische Pfarrer sind als Priester dem Zölibat verpflichtet, müssen also unverheiratet leben.
Neben dem Wirkungsbereich innerhalb einer Ortsgemeinde (Pfarrei; in Österreich: Pfarre) arbeiten Pfarrer auch in anderen Institutionen: Schulpfarrer, Krankenhauspfarrer, Gefängnispfarrer, Leiter karitativer Einrichtungen, Studenten-/Hochschulpfarrer, Studienleiter an Akademien, Wirtschafts- und Sozialpfarrer, Betriebsseelsorger, Militärpfarrer, Polizeipfarrer, Fernsehpfarrer, Medienpfarrer, Zirkuspfarrer oder Schaustellerpfarrer.
Das Wort "Pfarrer" hat seinen Ursprung in der griechischen Bezeichnung "parochia", welches einen Bezirk oder ein Gebiet bedeutet(ursprünglich auch im weltlichen Bereich üblich), so dass der "Pfarrer" den "Pfarr(h)er(r)n" eines Gebietes, einer "Parochie" darstellt.
Siehe auch
Prediger, Kaplan, Vikar, Leutpriester, Pastor, Pfarrverweser
Weblinks
- [http://www.theologie-systematisch.de/ekklesiologie/12staende.htm Aktuelle Literatur zum Beruf],
- [http://www.pfaffenheini.net Website eines katholischen Pfarrers],
Kategorie:Beruf
!
Kategorie:Kirchenrecht
ArztEin Arzt oder eine Ärztin (v. griech.: αρχίατρος archíatros = der Oberarzt, Leibarzt; zu archiater latinisiert) beschäftigt sich mit der Vorbeugung (Prävention), Erkennung (Diagnose), Behandlung (Therapie) und Nachsorge von Krankheiten und Unfällen.
Die germanische Bezeichnung für den Heilberuf (althochdeutsch lâchi) ist beispielsweise im schwedischen läkare, im englischen leech (Blutegel) oder im Familiennamen Lachmann erhalten ([http://www.dike.de/pfr-tischner/22-spr/ht-etym/worter/legis.htm ausführliche Angaben zur Etymologie]).
In vielen fachsprachlichen Komposita taucht das ursprüngliche griechische Wort (γ)ιατρός bzw. die ältere, gelehrtere Form ἰατήρ auf: iatrogen - durch ärztliches Handeln verursacht, der Psychiater - der Seelenarzt etc.
Allgemeines
Die Funktion des »Arztes« bzw. des »Heilers« ist eine der ältesten der Menschheit. Die Berufssoziologie lehrt, dass ein Berufsstand wie der der Ärzte unter solchen Umständen eine eigene Standesmoral entwickelt, deren bekannteste Form der »Eid des Hippokrates« ist. In krassen Fällen (vgl. die »Triage«) steht sie vor fast unlösbaren Aufgaben. Ihre Intaktheit ließe sich z. B. daran ersehen, ob bei lebensgefährlichen Seuchen die Ärzte nicht desertieren.
Ärzte unterliegen dem Arztwerberecht welches weitgehende Einschränkungen in der Publikation und Veröffentlichungen bedeutet. Ärzte haften ihren Patienten zwar nicht auf Erfolg ihres Handelns, können ihnen aber unter dem Gesichtspunkt der Arzthaftung zum Schadenersatz verpflichtet sein.
Ärzte nehmen im Gesundheitswesen eine Schlüsselposition ein und entscheiden durch ihre Verschreibungspraxis maßgeblich über die Umsatzentwicklung von Pharmaunternehmen, von denen sie durch Pharmareferenten nachhaltig umworben werden.
Deutschland
Die freie Ausübung der Heilkunde ist in Deutschland nur approbierten Ärzten erlaubt, mit festgelegten Einschränkungen dürfen auch Heilpraktiker Kranke behandeln. Spezielle Bereiche der Diagnostik und Therapie werden auch (i.d.R. auf Veranlassung von Ärzten) von Angehörigen der Heilhilfsberufe durchgeführt.
Die Approbation als Arzt setzt ein sechsjähriges Studium der Humanmedizin voraus. Die bundesweit einheitliche Approbationsordnung regelt die Ausbildung des Medizinstudenten bezüglich der Dauer und der Inhalte der Ausbildung in den einzelnen Fächern, sowie der Prüfungen. Diese schließt mit dem Staatsexamen ab. Von Oktober 1988 bis Oktober 2004 war zur Erlangung der Vollapprobation zusätzlich eine 18-monatige Tätigkeit als »Arzt im Praktikum« unter Aufsicht eines approbierten Arztes notwendig. Anschließend an das Studium ist es üblich, dass ein Arzt für mehrere Jahre als Assistenzarzt an einer Klinik arbeitet, um sich auf einem oder mehreren Spezialgebieten der Medizin weiterzubilden und evtl. einen Facharzttitel zu erwerben, der die Voraussetzung zur Niederlassung ist. Niedergelassene Ärzte arbeiten in freier Praxis, ggf. auch mit mehreren Ärzten in einer Gemeinschaftspraxis oder Praxisgemeinschaft.
Jeder Arzt ist Pflichtmitglied der Ärztekammer (Landesärztekammer), in deren Gebiet er seine ärztliche Tätigkeit ausübt. In Deutschland sind derzeit (Stand 2004) 394.400 Ärzte gemeldet, davon sind 88.000 ohne ärztliche Tätigkeit. Die Kassenärztliche Zulassung besitzen 59.000 Hausärzte und 58.900 Fachärzte. In den Kliniken sind 146.300 Ärzte beschäftigt.
Österreich
In Österreich ist man mit der Promotion (dem abgeschlossenen Universitätsstudium) zunächst Doktor der gesamten Heilkunde. Selbständig als Arzt tätig werden kann man auch hier nur, wenn für mindestens drei Jahre im Rahmen des »Turnus« verschiedene (definierte) Disziplinen durchlaufen wurden und die Arbeit hier vom jeweiligen Abteilungsvorstand positiv bewertet wurde. Damit hat man sich das »jus practicandi« erworben: Die Berechtigung zur selbständigen Berufsausführung als Arzt für Allgemeinmedizin.
Schweiz
In der Schweiz ist man nach dem mit dem Staatsexamen abgeschlossenen 6-jährigen Studium zunächst eidgenössisch diplomierter Arzt und als solcher zur Arbeit als Assistenzarzt in Krankenhäusern und Arztpraxen befugt.
Die Ausbildung zur selbständigen Berufsausübung befugten Facharzt dauert je nach Fach zwischen zwei (»praktischer Arzt«) und 8 Jahren nach dem Studienabschluss. Für einen Facharzttitel muss zudem eine Facharztprüfung abgelegt werden. Danach darf sich der Arzt »Facharzt für FMH« nennen. Die Erlaubnis zur Praxiseröffnung ist kantonal geregelt, die Zulassung zur Berufsausübung zulasten der Krankenkassen wird vom Krankenkassenzentralverband Santesuisse erteilt, ist aber nur eine Formalität. Aktuell besteht aber ein Praxiseröffnungs-Stopp, welcher die Berufsau | | |