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StandardspracheDie Standardsprache ist diejenige Varietät einer Sprache, die in Grammatiken und Wörterbüchern kodifiziert ist (vgl. Standarddeutsch). Dabei wird in erster Linie die Schriftsprache kodifiziert; zur Standardsprache gehören aber auch Aussprachenormen. Eine Standardsprache ist immer eine geplante Sprache (vgl. Plansprache).
Unter moderner Standardsprache versteht man eine Sprache, die nicht nur alle Kriterien einer Standardsprache aufweist, sondern auch einen so reichen und differenzierten Wortschatz hat, dass sie im täglichen Leben für alle Aspekte der modernen Welt gebraucht werden kann. Meist verfügen moderne Standardsprachen über verschiedene "Register", wie etwa einen gehobenen literarischen Stil, einen eher journalistischen Stil, einen informellen Stil sowie einen oder mehrere fachsprachliche Stile. Darüberhinaus gibt es oft noch eigentlich nicht der Standardsprache zugehörige archaisierende Sprachformen und Jargons wie etwa Szene- und Jugendsprachen und verschiedene Fachsprachen oder Fachjargons, die aber oft als Quelle zur Bereicherung des Wortschatzes und zur Anpassung der Standardsprache an neue Verhältnisse wichtig sind.
Gegenteil: Umgangssprache, Substandard
Teilsynonyme: Ausbausprache, Hochsprache
Geplante Standardsprachen
Zwar hat jede Standardsprache etwas Geplantes, aber einige zeichnen sich dadurch aus, dass sie erst in jüngerer Zeit unter Mitwirkung von Sprachwissenschaftlern ins Leben gerufen wurden:
- die serbokroatische Sprache
- die malaiische und indonesische Sprache
- das Filipino
- die neugriechische Sprache in Form der "Reinsprache" Katharevoussa
Eine Hochsprache als solche gibt es nicht. Es sind in jeder Art von Sprache bestimmte regionale Differenzen enthalten.
Siehe auch
- Variantenwörterbuch des Deutschen
Literatur
- Csaba Földes: Deutsch als Sprache mit mehrfacher Regionalität: Die diatopische Variationsbreite. In: Muttersprache 112 (2002) 3. S. 225-239.
- Alfred Lameli: Standard und Substandard. Stuttgart 2004.
Kategorie:Soziolinguistik
ja:標準語
ko:표준어
Varietät (Linguistik)Eine Varietät (manchmal auch Variante genannt) ist in der Linguistik eine Teilmenge einer Einzelsprache, das heißt ein Zeichensystem, das eine bestehende Einzelsprache ergänzt oder modifiziert, aber nicht unabhängig von der Standardsprache existieren kann.
Das Fachwort Varietät wird den oft synonym verwendeten Begriffen Dialekt und Mundart vorgezogen, da diese vielfach wertend gebraucht werden.
Die Sprachvariante kann durch außersprachliche Kriterien eingegrenzt werden wie zum Beispiel
- geographische Verbreitung (Dialekte, Regiolekte)
- nationale normative Varianten (nationale Varietäten wie zum Beispiel Schweizer Hochdeutsch) vs. (bundes)deutsche Standardsprache vs. österreichische Standardsprache.
- Funktion (Fachsprachen),
- Identität der Sprecher (beispielsweise Jugendsprache, Idiolekt, Frauensprache, Männersprache),
- Zugehörigkeit zu einer Schicht oder Gruppe (Soziolekt, Gruppensprache)
- Sprachsituation (Umgangssprache)
Auch die Standardsprache beziehungsweise Hochsprache selbst ist eine Varietät (und zwar die, die sich durch den Gebrauch als traditionelle Schriftsprache und sich hinsichtlich Grammatik und Aussprache als deskriptive Sprachnorm definiert).
Obwohl Varietäten aufgrund nicht-sprachlicher Kriterien abgegrenzt werden, macht es nur Sinn, von einer Varietät zu sprechen, wenn die untersuchte Gruppe auch wirklich sprachliche Gemeinsamkeiten aufweist.
Weblinks
- http://www.vein.hu/german/Varietat.doc - Deutsch und seine Varietäten
Kategorie:Sprachvarietäten
StandarddeutschUnter Standarddeutsch versteht man die die in Aussprachenormen, grammatischen Normen und Schreibnormen kodifizierte Form des Deutschen.
Deutsch ist eine plurizentrische Sprache; es gibt verschiedene nationale Varietäten des Standarddeutschen.
Das Standarddeutsche steht im Gegensatz zu Dialekten, Umgangssprachen und Soziolekten. Es ist die Sprachform, die zur überregionalen Verständigung verwendet wird und die im Fremdsprachunterricht gelehrt wird.
Da die Entwicklung des Standarddeutschen nicht um ein einziges geografisches oder politisches Zentrum stattgefunden hat, gibt es keine Gegend des deutschen Sprachraums, in der der örtliche oder landschaftliche Dialekt mit dem Standard übereinstimmt. Insofern ist Standarddeutsch eine Ausgleichssprache auf plurizentrischer Grundlage.
Siehe auch
- Standardsprache
- Hochdeutsch
- Teutonismus (Sprache)
- Sprachgebrauch in Österreich
- Schweizer Hochdeutsch
Literatur
- Alfred Lameli: Standard und Substandard. (Stuttgart, 2004)
Kategorie:Deutsche Sprache
Kategorie:Soziolinguistik
Register (Linguistik)Mit dem Begriff Register bezeichnet man in der Sprachwissenschaft eine für einen bestimmten Kommunikationsbereich charakteristische Rede- und Schreibweise.
Im Register werden soziale Hierarchien sprachlich abgebildet. So benutzt ein Angestellter im Gespräch mit seinem Vorgesetzten eine andere Sprechweise als unter Freunden.
Der Begriff ist abzugrenzen vom Jargon, der sich durch einen besonderen gruppen- und fachspezifische Wortschatz auszeichnet, der für Außenstehende
oft nicht verständlich ist.
Kategorie:Linguistik
StilDer Stil bezeichnet eine charakteristisch ausgeprägte Art der Ausführung menschlicher Tätigkeiten. Er bildet sich durch die - nicht immer bewußte, aber stets kohärente - Auswahl, Bewertung und Anwendung bestimmter Ausführungsmerkmale. Anhand solcher stilbildender Merkmale lassen sich beispielsweise in den bildenden Künsten Stilrichtungen feststellen. Außerhalb der bildenden Künste, allgemein, spricht man von Verhaltensstilen, je nach betrachtetem Verhalten also etwa von Wohnstil, Modestil, Denkstil, Programmierstil, Lauf- oder Schwimmstil usw.
Stile können sich ändern; sie sind oft zeitgebunden und differieren zumeist örtlich, nach Gruppen und Individuen außerordentlich stark.
In Kunst und Handwerk bezeichnet der Stil demgemäß die Art und Weise, wie ein (Kunst-) Werk geschaffen ist, wobei es um Merkmale geht, die typisch sind für einen Künstler, eine Epoche, eine Schule oder auch nur ein Werk. Der Stil kann unabhängig sein von Funktion oder Inhalt des Werks; dann hat er sich verselbständigt. In der Kunst wird Stil manchmal von Manier abgegrenzt.
Herkunft und Aussprache
Stil ist seit dem 15. Jahrhundert im Deutschen bezeugt und geht auf lat. stilus = Griffel bzw. ital. stile zurück. Die Verbindung ist folgende: Man konnte an einem Schriftstück erkennen, wie (also zunächst mit welchem Griffel) jemand etwas geschrieben hatte. Danach wurde die Bedeutung von 'Art zu schreiben' auf andere Werke übertragen. Das Wort ist möglicherweise nicht direkt aus dem Lateinischen ins Deutsche gekommen, sondern über das Italienische stile, wo es schon sehr viel länger bezeugt ist.
Stil kann im Anlaut wie Stadt ausgesprochen werden, jedoch sprechen manche Sprecher des Deutschen im Anlaut ein scharfes (stimmloses) s, um das Wort von Stiel zu unterscheiden, mit dem es allerdings von seiner Herkunft her sogar verwandt ist.
Sonderbedeutungen
- Im Sport bezeichnet es die Art und Weise, wie die Bewegungen des Körpers im Rahmen bestimmter Regeln ausgeführt werden. Beispiel: im Hochsprung der Straddle, eine Rollbewegung über die Latte, und der Fosbury-Flop (Flop) als über den Rücken gesprungene Technik.
- In der Sprache handelt es sich bei Stil um diejenigen Merkmale einer Äußerung oder eines Textes, die nicht die Bedeutung betreffen, sondern nur die Art und Weise, wie diese Bedeutung versprachlicht wird. Die gleiche Bedeutung kann auf unterschiedliche Art und Weise, also mit unterschiedlichem Stil versprachlicht sein. In der Rhetorik gibt es eine Reihe von Stilmitteln und Stilfiguren, mit deren Hilfe besondere sprachliche Effekte erzielt werden.
- Jemand besitzt Stil, verfügt also über einen guten Geschmack in Fragen der Ästhetik.
Anglizismus "Style"
Der Anglizismus "Style" wird mittlerweile besonders im Kontext von Jugendkulturen und Mode häufig anstelle des Wortes "Stil" verwendet, allerdings mit etwas anderen Bedeutungsschattierung. Siehe "Style".
Stilkunde
Für die verschiedenen Künste, Handwerke und die Sprache gibt es jeweils eine eigene Stilkunde:
- Architekturstil (Baustil)
- Gesangsstil
- Stilrichtungen in der Kunst
- Modestil
- Musikstil; siehe auch Stilrichtungen der Musik
- Schreibstil
- Sprachstil
- Tanzstil
Literatur
- Ludwig Börne, "Bemerkungen über Sprache und Stil", 1826, Sämtliche Schriften, Bd. II, Düsseldorf 1964.
Siehe auch
- Stilistik
- Stilisierung
- Stilbruch
- Ductus
Kategorie:Kunst
WortschatzAls Wortschatz (auch Vokabular oder Lexik(on)) bezeichnet man
# die Gesamtheit aller Wörter einer Sprache zu einem bestimmten Zeitpunkt.
# die Gesamtheit aller Wörter einer Sprache, die ein einzelner Sprecher kennt oder verwendet. Man unterscheidet in dieser Bedeutung zwischen passivem und aktivem (präziser: produktivem) Wortschatz.
: - Der passive Wortschatz wird vom Sinn her verstanden, wird jedoch nicht aktiv verwendet.
: - Der aktive Wortschatz wird auch beim Sprechen benutzt, seine Einsatzmöglichkeiten sind so weit bekannt, dass sinnvolle verständliche Sätze damit geformt werden können.
Der Wortschatz der deutschen Standardsprache umfasst ca. 75.000 Wörter, die Gesamtgröße des deutschen Wortschatzes wird je nach Quelle und Zählweise auf 300.000 bis 500.000 Wörter bzw. Lexeme geschätzt. Ein durchschnittlicher Sprecher verfügt dagegen über einen aktiven Wortschatz von nur etwa 8.000 bis 10.000 Wörtern. Zum Vergleich: In einem gewöhnlichen Kaufhaus findet man schon etwa 60.000 unterschiedliche Markennamen.
Im Allgemeinen reichen für Alltagsgespräche 400 bis 800 Wörter aus. Um anspruchsvollere Texte zu verstehen (Zeitschriften, Zeitungen, Klassiker) benötigt man 4.000 bis 5.000 Wörter, in Ausnahmefällen wie bei Goethe (ca. 80.000) oder Joyce (ca. 100.000) auch bedeutend mehr. In letzter Zeit wird beobachtet, dass sich neue Kommunikationsbereiche (Chat, SMS, ...) bilden, in denen ein Wortschatz von nur noch 100 bis 200 Worte benutzt werden.
Zum Vergleich: Der Duden enthält ca. 120.000 Stichwörter. Durch Flexion kann in flektierenden Sprachen aus vielen dieser relativ wenigen Grundformen ein mehrfaches an Wortformen entstehen, im Deutschen (ca. Faktor 10) zum Beispiel erheblich mehr als in dem die Flexion langsam verlierenden Englischen (ca. Faktor 4). Die Häufigkeitsverteilung von Wörtern lässt sich mit dem Zipfschen Gesetz beschreiben.
Ein Problem bei dem Messen des Umfangreichtums eines Wortschatzes kann beispielsweise die Frage darstellen, ob zusammengesetzte Wörter mitgezählt werden (z.B. Blumenstrauß — ein neues Wort, oder zwei Wörter?)
In etwa gilt: Je höher der Bildungsstand eines Menschen ist, desto größer ist sein Wortschatz. Ein größerer Wortschatz hilft beim differenzierteren Informationsaustausch. Einfache Boulevardzeitungen nutzen einen Wortschatz von etwa 400 Wörtern, intellektuelle Tageszeitungen dagegen einen Wortschatz von etwa 5.000 Wörtern. Ähnlich kann man Fernsehsendungen kategorisieren. Ein Wortschatz einer Person ist abhängig vom Interessensgebiet dieser Person (u.a. Fachterminologie).
Literatur
- Franz Dornseiff: Der deutsche Wortschatz nach Sachgruppen, Berlin, 1934 (div. Neuauflagen)
- Duden: Das große Wörterbuch der deutschen Sprache, Mannheim, 2000
- Ulrike Haß-Zumkehr: Deutsche Wörterbücher, Berlin, 2001 (bes. Kap. 17: Umfang des Wortschatzes)
Siehe auch
- Lexikologie
- Korpuslinguistik
- Terminologie
- Wörterbuch
- Basiswortschatz
- Basic English
- Kommunikative Kompetenz
Weblinks
- [http://wortschatz.uni-leipzig.de wortschatz.uni-leipzig.de: Automatische Relationsanalyse des Deutschen Wortschatzes mit 9 Mio. Einträgen]
Kategorie:Sprache
Kategorie:Wort
ja:語彙
simple:Vocabulary
UmgangsspracheUmgangssprache (Alltagssprache oder auch Gebrauchssprache) ist die im (all)täglichen Leben verwendete Sprache mit dem breitesten Kommunikationspotenzial. Sie folgt nicht immer den Regeln der normativ (oder präskriptiv) für allgemeinverbindlich erklärten formellen Schriftsprache bzw. normierten Standardsprache, die vor allem in Fachsprachen Verwendung findet oder in der hochstilisierten Form einer Hoch- und Bildungssprache.
Man kann nicht sagen, dass die Umgangssprache dort, wo sie von den präskriptiven Regeln der hochsprachlichen Norm abweicht, falsch ist. Genau genommen stellt sie als Alltagssprache sogar deren eigentliche Grundlage dar; als solche folgt sie zunächst einmal ihren eigenen Regeln. Probleme ergeben sich allein daraus, dass sprachliche Fest-Legungen, wie sie in Gremien von Sprachwissenschaftlern vereinbart, für allgemein verbindlich erklärt und für beispielsweise den staatlich organisierten Unterricht in Schulen vorgeschrieben sowie dann auch in Nachschlagewerken wie z.B. dem Duden gehalten werden, die sprachlichen Regeln im Alltag nicht in ausreichendem Maße berücksichtigen können, zumal diese nicht immer sinnvoll sind und noch dazu dauernder Veränderung unterliegen. Von daher können Eindruck und Meinung aufkommen, Abweichungen der Umgangssprache von der hochsprachlichen Norm seien falsch oder zeugten von Sprachverfall.
Umgangssprache ist nicht mit Mundart (Dialekt) bzw. Regiolekt gleichzusetzen.
Mit Umgangssprache können zwei verschiedene Begriffe bezeichnet werden:
# die Ausgleichsvarietät zwischen Dialekt und Standardsprache, ohne dass diese extreme Dialektismen aufweist.
# die Sprachschicht, die für informellere, private Situationen benutzt wird, als es die auf formelle Sprachsitutationen beschränkte Hochsprache erlaubt.
Allgemeines
Die Abweichungen von der Hochsprache sind gering, so dass die Umgangssprache allgemein verständlich ist.
Umgangssprache redet, wer wie Martin Luther „dem Volk aufs Maul schaut“.
Eine Sprache wird in der Regel nicht von den Sprechern selbst als Umgangssprache bezeichnet.
Umgangssprache unterscheidet sich in dieser Hinsicht von der gehobenen Sprache, von öffentlicher Rede, Drama, Gedicht, aber auch dem Lexikonartikel sowie der Zwischenschicht von populärer gehobener Umgangssprache (Essay, Zeitungsartikel, Rundfunk- oder Fernsehsprache (Fernsehdeutsch)).
Genauso unterscheidet sich die Umgangssprache des Laien von der Fachsprache mit Spezialausdrücken (Termini der Medizinersprache, Technikersprache).
Hier ist nicht die grammatikalische Konstruktion der Sprache, sondern ein ungenaues Benutzen der Fachausdrücke Kennzeichen des Umgangssprachlichen.
(Siehe auch: Jargon). Insofern ist der Begriff Umgangssprache nicht wohldefiniert, sondern hängt vom Zusammenhang ab, in dem er gebraucht wird.
Es handelt sich bei Diskrepanzen zwischen Fachsprache und Umgangssprache aber nicht durchwegs um Ungenauigkeiten oder Kontextabhängigkeiten. Es gibt unzweideutige, klar definierte Unterschiede zwischen Umgangssprache und Fachsprache, die in unterschiedlichen Werten zwischen bestimmten Berufsgruppenangehörigen und Laien begründet sind. Ein solches Auseinanderklaffen von Werten wird abwertend auch als déformation professionnelle bezeichnet.
Beispiele:
Ein medizinischer Befund gilt für die Fachperson als negativ, wenn das Vorliegen einer bestimmten Diagnose aufgrund dieses Befundes nicht zu vermuten ist, und der Befund wird als positiv beurteilt, wenn er das Vorliegen einer bestimmten Diagnose wahrscheinlicher macht oder beweist. Umgangssprachlich ist dagegen das Ergebnis des Vorliegens einer Erkrankung für die betroffene Person zumeist als negativ zu betrachten, während das Fehlen eines Befundes grundsätzlich positiven Charakter hat. Aus dieser Darlegung verständlich nun die Frage des befreundeten Arztes - War der Befund negativ? und die korrekte Antwort - Nein, nein, es ist alles gut!
Im akademischen Sinne gilt eine steile Lernkurve als positiv, wenn eine Lehrerin oder ein Lehrer bei den Schülern einen Erfolg im Unterricht erzielt, oder wenn ein Psychologe bei einem Versuchstier einen Erfolg im Experiment verzeichnen kann. Wird Lernen aber als grundsätzlich störende Aufwandsgröße betrachtet, was insbesondere umgangssprachlich der Fall ist, so gilt eine steile Lernkurve als negativ.
Umgangssprache und Sprachentwicklung
Jede Sprache ist in einem ständigen Wandel begriffen. Die Sprachentwicklung findet heute im alltäglichen Leben beschleunigt statt -
- unter anderem wegen höherer Mobilität, Fremdenverkehr, Massenmedien, EDV und U-Musik,
- aber in anderer Hinsicht verlangsamt durch die normierende Wirkung des Fernsehens und der Auflockerung von Dialektgrenzen.
Andererseits ist die formelle Beschreibung einer Sprache nicht rein abstrakt, sondern an die Umgangssprache angelehnt. Sie nimmt Elemente der Umgangssprache auf (siehe Sprachgebrauch) und verändert sich, nachdem die Umgangssprache eine erkennbare Veränderung durchgemacht hat.
Beiträge zur Umgangssprache
Die Umgangssprache ist immer durch die Sprache unterschiedlicher Teile der Gesellschaft beeinflusst. Insbesondere Jugendsprache und andere Szenesprachen nehmen Einfluss auf die Umgangssprache der folgenden Generation.
Daneben kennt man noch Sprachen, die auf spezielle Gruppen beschränkt sind und somit eine geringere Bedeutung innerhalb der Gesellschaft haben: Soldatensprache, Sportlersprache, Gefängnissprache, Bergmannssprache, Jägersprache, Fachsprachen.
Regionalsprachen, Umgangssprachen, Dialekte und Mundarten
Durch die gegenwärtig Mobilität und die Massenmedien schwindet die Zahl der Mundarten und Dialekte kontinuierlich. Zugleich schwindet der Regionalcharakter umgangssprachlicher Elemente. Gleichzeitig wächst der Wirkungsbereich der Umgangssprache.
Siehe auch
- Abkürzungen
- Anglizismus
- Hochdeutsch
- Kreolsprachen / Kreolisch
- Mundart
- Pidgin
- Regionalsprache
- Sauglattismus
- Slang
- Standardsprache
- Volksmund
Literatur
- Küpper, Heinz: Illustriertes Lexikon der deutschen Umgangssprache. Stuttgart: Klett 1982. 8 Bde. -- ISBN 3-12-570010-8.
- Küpper, Wörterbuch der deutschen Umgangssprache, 1987, 959 S. ISBN 312570300X
- Lameli, Alfred: Standard und Substandard. Stuttgart 2004, 272 S. ISBN 3515085580
Netzlinks
- [http://www.urbandictionary.com/ Urban Dictionary] - umfangreiche Sammlung von Begriffen und Redewendungen [englisch]
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ja:俗語
simple:Slang
AusbauspracheUnter Ausbausprache versteht man in der Linguistik eine Sprachform, die einen gewissen Grad der Normierung in Bezug auf die Grammatik, Orthographie und den Wortschatz aufweist.
Der Ausbau einer Sprache zur Ausbausprache (auch Standardsprache oder Hochsprache genannt) erfordert eine gewisse Zeit und kann in unterschiedlichem Tempo verlaufen.
Meist ist mit dem Ausbau einer Sprache auch eine Erweiterung ihres Wortschatzes verbunden.
Solange der Prozess des Sprachausbaus noch in den Anfängen steckt, ist es oft schwierig zu entscheiden, ob es sich um eine Standardsprache handelt oder nicht.
Auch der umgekehrte Prozess kommt vor, nämlich dass ein Standard nicht gepflegt wird und eine Sprache so wieder zum Dialekt wird. Dieses ist zum Beispiel mit einigen neuindischen Sprachen geschehen, die mit der Expansion des Hindi wieder zu Dialekten des Hindi wurden, obwohl sie einst Ausbausprache waren (beispielsweise Radschastani, Bihari).
Auch viele Gebärdensprachen haben einen Prozess des Ausbaus durchlaufen, wobei natürlich die Schreibung von Gebärdensprachen noch in den Kinderschuhen steckt und man deshalb auch keine Regeln zur Orthographie erwarten kann. Das über den Wortschatz und die Grammatik Gesagte gilt aber auch für Gebärdensprachen.
Im Gegensatz zur Ausbausprache wird eine Sprachform, die so unterschiedlich von der sie überdachenden Ausbausprache ist, dass sie keinesfalls mehr als Dialekt der ersteren angesehen werden kann, Abstandsprache genannt.
Das gilt zum Beispiel für einige dravidische Sprachen, die in kleinen Enklaven in Mittel- und Nordindien gesprochen werden, über keinen Standard verfügen und auch keinem Ausbauprozess unterworfen sind.
In einem Dialektkontinuum können weit auseinanderliegende Dialekte so verschieden sein, dass sie auch als Abstandsprachen angesehen werden könnten (das ist z.B. bei deutschen Basilekten der Fall).
Solange sie aber von einer gemeinsamen Standardsprache überdacht werden (Dachsprache), bezeichnet man sie meist dennoch als Dialekte, deren Sprecher in einem Diglossieverhältnis leben.
Zur Illustration, wie Prozesse des Sprachausbaus verlaufen, siehe "Halsbandsittich in vielen Sprachen".
Siehe auch
Kultursprache ~ Literatursprache ~ Standardsprache
Kategorie:Sprache
HochspracheHochsprache (f.) ist eine allgemeine Bezeichnung für
# eine Standardsprache,
# eine kodifizierte Literatursprache.
# eine mündlich tradierte, von der Alltagsprache verschiedene Dichtersprache.
# eine höhere Programmiersprache
In den ersten beiden Fällen handelt es sich um Schriftsprachen. Ein Beispiel für eine rein mündlich tradierte Hochsprache ist die altarabische Dichtersprache in vorislamischer Zeit.
Gegenteil: Umgangssprache, Substandard
Kategorie:Sprache
Serbokroatische Sprache
Serbokroatisch (auch Kroatoserbisch) ist ein umstrittener und de facto veralteter Oberbegriff für die südslawischen Sprachen Serbisch, Kroatisch, Bosnisch und Montenegrinisch. Alle vier schriftsprachlichen Varietäten dieser Sprachen beruhen auf Formen des štokavischen Dialektes und stimmen im größten Teil der Grammatik und in einem großen Teil des Wortschatzes überein, unterscheiden sich jedoch in anderen Teilen des Wortschatzes, in vielerlei Details der sprachlichen Norm und im Gebrauch unterschiedlicher Alphabete (im Kroatischen und Bosnischen das lateinische, im Serbischen überwiegend das kyrillische Alphabet und im Montenegrinischen beide ausgeglichen). Ob es sich um Varietäten einer einzigen Sprache oder um vier eng verwandte eigenständige Sprachen handelt, ist sowohl in der Sprachwissenschaft als auch unter den Sprechern selbst umstritten.
Geschichte
Die Geschichte der südslawischen Völker und infolgedessen auch der südslawischen Sprachen verlief über Jahrhunderte im Bereich der Literatur und der Sprachentwicklung aufgrund der über 500 Jahre dauernden unterschiedlichen Zugehörigkeit des Großteils der Serben zum Osmanischen Reich und der Mehrheit der Kroaten zu Österreich-Ungarn voneinander größtenteils getrennt.
Sowohl bei den Kroaten als auch bei den Serben entwickelten sich schriftsprachliche Varietäten auf der Grundlage des štokavischen Dialektes, jedoch keine einheitlich nationalitätenübergreifende Norm. Gleichzeitig existierten bei den Kroaten auch schriftsprachliche Formen des Kajkavischen und des Čakavischen, während bei den Serben bis zum Mitelalter das Ur-Kirchenslawische als Schriftsprache verwendet wurde. Im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts setzte sich durch den russischen Einfluss auf die slawischen Völker des osmanischen Reiches die russische Form des Kirchenslawischen durch.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verfolgte die illyrische Bewegung in Kroatien das Ziel, auf der Grundlage des Štokavischen eine einheitliche Schriftsprache für alle Kroaten zu entwickeln, während gleichzeitig bei den Serben Vuk Karadžić und seine Anhänger bestrebt waren, das Kirchenslawische als Schriftsprache durch die štokavische Volkssprache zu ersetzen. 1813 begann Vuk Karadžić mit seiner Reform. Zu diesem Zweck unermüdlich tätig, veröffentlichte er zahlreiche sprachwissenschaftliche Arbeiten u. a. über Volkslieder, serbische Grammatik und er verfasste ein umfangreiches Wörterbuch (gemäß seinem Leitspruch: Schreibe wie Du sprichst!; all seine Bücher wurden im Štokavisch-ijekavischen Dialekt geschrieben). Unter diesen Umständen kam es 1850/1851 zu einer Übernahme der bisherigen erfolgreichen Reformen und weiterführenden Zusammenarbeit von Vuk Karadžić und kroatischer Linguisten bei der Normierung einer gemeinsamen Schriftsprache auf der Grundlage des štokavischen Dialektes, die schließlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einer weitgehend einheitlichen morphologischen Norm und einer Vereinheitlichung der orthographischen Normen des kroatischen lateinischen und des serbischen kyrillischen Alphabetes führte, so dass diese seitdem direkt ineinander transliteriert werden können. In Serbien wird daher Vuk Karadžić als Schöpfer der modernen Serbischen Sprache (teilweise auch Serbokroatischen) angesehen. Beim Ausbau des Wortschatzes kam es hingegen zu keiner systematischen Zusammenarbeit, so dass sich die Unterschiede zwischen der bei den Kroaten und der bei den Serben gebrauchten schriftsprachlichen Form des Štokavischen durch unterschiedliches Vorgehen bei der Bildung von Neologismen und der Übernahme von Fremdwörtern in diesem Zeitraum teilweise noch vergrößerten. Da von der Linguistik der damaligen Zeit im allgemeinen die Morphologie und der aus älteren Sprachformen ererbte Grundwortschatz als entscheidend für die Klassifikation von Sprachen angesehen wurde, setzte sich in der Slawistik der damaligen Zeit die Auffassung durch, dass die in ihrer schriftsprachlichen Form auf diesen Gebieten weitgehend übereinstimmenden Sprachen der Serben und Kroaten als eine einzige Sprache anzusehen seien, für die sich zunächst vor allem in der ausländischen Slawistik die Bezeichnung "Serbokroatisch" einbürgerte.
Nach der Gründung des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen (des späteren Jugoslawien) als gemeinsamen Staates dieser südslawischen Völker wurde die Amtssprache zunächst im Einklang mit der offiziellen Ideologie, wonach Serben, Kroaten und Slowenen ein einziges Volk seien, als "Serbo-kroato-slowenisch" definiert. Da die slowenische Schriftsprache sich jedoch auf allen Gebieten deutlich von derjenigen der Serben und Kroaten unterschied und auch von der damaligen Slawistik allgemein als eigenständige Sprache betrachtet wurde, wurde innerhalb des slowenischen Siedlungsgebietes de facto weiterhin das Slowenische als Amtssprache verwendet, was auch dadurch begünstigt wurde, dass das Siedlungsgebiet der Slowenen geographisch relativ klar von demjenigen der anderen südslawischen Völker abgrenzbar ist. Im übrigen Staatsgebiet wurde jedoch das Serbokroatische zur einheitlichen Amtssprache erklärt, wobei die Unterschiede zwischen den schriftsprachlichen Varietäten keine Berücksichtigung fanden. Da die Institutionen des neuen Staates zum größten Teil von den Politikern, Beamten und Militärs des bisherigen Königreiches Serbien beherrscht wurden, führte dies in der Praxis dazu, dass die serbische Variante der Schriftsprache als Amtssprache verwendet wurde, während die vor allem auf dem Gebiet des Wortschatzes abweichenden Formen der bis dahin in Kroatien verwendeten schriftsprachlichen Varietät von offizieller Seite als nicht-standardgemäße Regionalismen betrachtet wurde. Dies führte wiederum dazu, dass auf kroatischer Seite zunehmend die Forderung aufkam, dass das Kroatische als eigenständige Sprache anerkannt werden müsse, um die Diskriminierung kroatischer Ausdrücke zu beenden.
Im kommunistischen Jugoslawien wurden in den ersten Jahren nach 1945 ebenso wie schon in der Publizistik der Partisanen während des Zweiten Weltkrieges das Serbische und das Kroatische als zwei eigenständige Sprachen anerkannt, so dass der jugoslawische Staat zu dieser Zeit vier Amtssprachen anerkannte (Serbisch, Kroatisch, Slowenisch und Mazedonisch). In den folgenden Jahren änderte sich die offizielle politische Linie jedoch erneut. 1954 wurde im "Abkommen" von Novi Sad festgelegt, dass die Sprache der Kroaten, Bosnier, Herzegowiner, Serben und Montenegriner dieselbe sei, nämlich Serbokroatisch. Lediglich der Unterschied in der Aussprache zwischen Ijekavisch und der Ekavisch und die Verwendung der zwei verschiedenen Alphabete sollten bestehen bleiben. Das Serbische wurde danach gewöhnlich als östliche Variante, das Kroatische als westliche Variante des Serbokroatischen bezeichnet. Das Slowenische und das Mazedonische behielten hingegen ihre Anerkennung als eigenständige Sprachen, und auf regionaler Ebene wurden auch die Sprachen nichtslawischer Minderheiten wie das Ungarische und das Albanische als Amtssprachen anerkannt.
Im Jahre 1974 (nach dem "Kroatischen Frühling") wurde in Kroatien wieder Kroatisch als eigenständige Sprache als Unterrichtsfach in den Schulen eingeführt. In den übrigen Teilrepubliken blieb die Bezeichnung Serbokroatisch jedoch im Gebrauch.
Seit dem Zerfall Jugoslawiens werden das Bosnische, Kroatische und Serbische offiziell als eigenständige Sprachen anerkannt, während der Status der Sprache der Montenegriner nach wie vor umstritten ist. Vor allem in Kroatien werden dabei auch sprachliche Eigenheiten, die seit 1918 verpönt, unterdrückt oder in Vergessenheit geraten waren, wieder verwendet. Das grammatische System und der Grundwortschatz der drei Sprachen sind nach wie vor großteils identisch, jedoch dürfte die nicht mehr gemeinsam erfolgende Sprachpflege zu einer künftigen weiteren Auseinanderentwicklung beitragen.
Das Sprachenkürzel "sh" (nach ISO 639) wird seit dem 18. Februar 2000 als veraltet angesehen (vgl. [http://lcweb.loc.gov/standards/iso639-2/codechanges.html]).
Dialekte
Die von den Serben, Kroaten, Bosniaken und Montenegrinern gesprochenen Dialekte sind Teil eines südslawischen Dialektkontinuums, das über das Serbokroatische hinaus auch das Slowenische, Mazedonische und Bulgarische umfasst. Sie lassen sich in vier Dialektgruppen unterteilen, von denen drei nach der jeweiligen Form des Fragewortes was? benannt sind (und die nicht deckungsgleich mit den Sprecherländern sind): Das Štokavische (nach dem Fragewort für was: što) wird in ganz Bosnien und Herzegowina und Montenegro sowie in einem Teil Serbiens und Kroatiens gesprochen. Das Kajkavische (kajkavski; Fragewort kaj anstatt što) ist im nördlichen Kroatien verbreitet und das Čakavische (čakavski; Fragewort größtenteils ča statt što oder kaj) im nördlichen und mittleren Teil der kroatischen Küste. Die Dialekte des südöstlichen Serbiens, die einen Übergang vom Štokavischen zum Mazedonischen und Bulgarischen bilden, werden als Torlakisch bezeichnet.
Das Štokavische lässt sich wiederum in mehrere Untergruppen einteilen. Der auffälligste Unterschied betrifft die verschiedene Wiedergabe des urslawischen Lautes jat. Nach der Wiedergabe dieses Lautes als ije/je (z.B. svijet - Welt; oder cvijet - Blume), e (svet, cvet; mit einem langen e ausgesprochen) oder i (svit, cvit) werden die štokavischen Dialekte in ijekavische (ijekavica), ekavische (ekavica) und ikavische (ikavica) unterschieden. Ijekavische Dialekte werden in Teilen Kroatiens, dem größten Teil Bosnien und Herzegowina, ganz Montenegro sowie an den Grenzgebieten Westserbiens gesprochen. Ekavische Dialekte werden im größten Teil Serbiens gesprochen. Ikavische Dialekte kommen in Teilen Dalmatiens, im südlichen Istrien, in der westlichen Herzegowina sowie Teilen Westbosniens und des südlichen Slawoniens vor.
Die Schriftsprache aller vier Nationalitäten baut auf dem Štokavischen auf. Die Kroaten, Bosniaken und Montenegriner verwenden dabei nur das Ijekavische, die Serben in Serbien das Ekavische, in Bosnien und Herzegowina hingegen zum größten Teil das Ijekavische. Daneben gibt es einige seltener vorkommende lautliche Unterschiede im Wortschatz slawischer Herkunft. Des weiteren gibt es Unterschiede bei der Übernahme von Fremdwörtern: falsifikovati vs. falsificirati; okean vs. ocean; hemija - kemija. Grundsätzlich werden Fremdwörter im Kroatischen sparsamer eingesetzt als im Serbischen, während das Bosnische viele Turzismen enthält. Es gibt eine große Anzahl von Regionalismen, deren Verbreitungsgebiet jedoch oft nicht den nationalen Grenzen folgt. Die Unterschiede im Grundwortschatz sind dagegen geringer als etwa zwischen vielen deutschen Dialekten.
Politischer Status
Die Diskussion um den Status des Serbokroatischen ist stark von Ideologie geprägt. Während sich Sprecher der Varietäten Serbisch, Kroatisch und Bosnisch gut verständigen können, lehnen es sie gleichzeitig ab, dass dieses Mittel der Verständigung eine gemeinsame Sprache sein soll.
Es gibt grundsätzlich zwei unterschiedliche Sichtweisen:
1. Sichtweise:
Bosnisch, Kroatisch, Montenegrinisch und Serbisch seien keine Einzelsprachen, sondern Sprachvarianten (ähnlich wie österreichisches und deutschländisches Deutsch, oder britisches und amerikanisches Englisch). Die serbische und die kroatische Hochsprache unterscheide sich beispielsweise weniger voneinander als Bairisch und Hochdeutsch. Teilweise (siehe unten: #Dialekte) seien die dialektalen Unterschiede innerhalb Kroatiens größer als die zwischen Kroatien und den anderen beiden serbokroatisch-sprachigen Ländern.
Die Abneigung gegen Serbokroatisch liege vor allem an der historischen Entwicklung im ehemaligen Jugoslawien und der dortigen Ideologisierung des Serbokroatischen. Daher betrachten Politik und die meisten Sprecher die Zugehörigkeit zu einer gemeinsamen Sprache mit den Nachbarn im ehemaligen Jugoslawien in erster Linie als ein Eingeständnis einer Zugehörigkeit zu einer gemeinsamen Kultur, Nation oder Weltanschauung. Aus der gleichen Motivation heraus suchen auch Linguisten aus den betroffenen Ländern nach identitätsstiftenden Besonderheiten ihrer jeweiligen Varietät (siehe #Ideologisierte Linguistik). So habe der Zerfall Jugoslawiens in einzelne Staaten dazu geführt, dass die Regionalvarianten der serbokroatischen Sprache in ihren jeweiligen Sprecherländern in den Status einer eigenen, den Landesnamen tragenden Amtssprache erhoben wurde.
Dennoch mache es für einen Nichtmuttersprachler keinen Sinn, nacheinander Kroatisch, Serbisch und Bosnisch zu lernen, genauso, wie man keine Dolmetscher und Übersetzer zwischen diesen "Sprachen" brauche.
2. Sichtweise:
Der Mythos Serbokroatische Sprache:
Die „Serbokroatische Sprache“ sei ein politisches Konstrukt, dass nie als Standardsprache existiert haben soll.
Die Kroatische und Serbische Sprache seien aufgrund ihrer historischen Entwicklung und Standardisierung als Einzelsprachen zu betrachten und haben sich lediglich einige Jahrzehnte (zur Zeit Jugoslawiens) überlagert.
Der Tatsache, dass sich die drei Standardsprachen Kroatisch, Bosnisch und Serbisch aus dem Neu-Štokavischen entwickelt haben, sei keine allzu große Bedeutung beizumessen:
In der Linguistik gibt es zahlreiche Beispiele für ähnliche, jedoch anerkannte unterschiedliche Standardsprachen wie z. B.
- Hindi und Urdu,
- Bulgarisch und Mazedonisch
- Norwegisch und Dänisch, oder
- Rumänisch und Moldawisch
Die Kroatische und Serbische Standardsprache unterscheiden sich in den Punkten:
- 1. Alphabet (Lateinisch und Kyrillisch)
- 2. Phonetik (Unterschiedliche Akzentuierung)
- 3. Grammatik (zahlreiche Unterschiede)
- 4. Rechtschreibung (z. B. kroatisch New York)
- 5. Morphologie (Zahlreiche unterschiedliche Regelungen)
- 6. Semantik (zahlreiche Unterschiede)
- 7. Wortschatz, näheres hierzu siehe Kroatische Sprache.
Nur von einer "östlichen" und "westlichen Variante" derselben Sprache zu sprechen, sei in diesem Zusammenhang politisch gewollt.
Mit dem Ende Jugoslawiens kam auch das Ende der „Serbokroatischen“ Sprache.
Ideologisierte Linguistik
Die Meinungen der Linguisten im ehemaligen Jugoslawien über Ursprünge und Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der Sprache gehen je nach Herkunftsland auseinander:
- Die Hauptströmung der serbischen Linguisten betrachtet Serbokroatisch noch immer als eine Sprache mit zwei Varianten. Außerdem ist die Mehrheit der serbischen Linguisten überzeugt, dass das Serbokroatische grundlegend auf der serbischen Sprache basiere. Eine Minderheit ist dagegen der Meinung, dass Serbokroatisch existiert habe, aber mittlerweile in Einzelsprachen zerfallen sei. Eine andere Minderheit vertritt den Standpunkt, dass eine solche Sprache niemals existierte, und dass die Serbokroatische Sprache lediglich die Kroatische Variante des Serbischen sei.
- Kroatische Linguisten sind mehrheitlich davon überzeugt, dass etwas wie eine vereinheitlichte serbokroatische Sprache niemals existiert habe und anstelle dieser zwei Einzelsprachen existierten, die sich im Laufe der Geschichte mehrfach überschnitten. Sie sind außerdem überzeugt, dass keine Auflösung stattgefunden habe, da niemals eine serbokroatische Standardsprache existiert habe. Eine Minderheit kroatischer Linguisten streitet auch ab, dass die kroatische Standardsprache auf dem Neu-Štokavischen Dialekt basiere. Wiederum eine andere Minderheit hält dagegen, dass die serbische Sprache ein Ableger des Kroatischen sei, da sie als dialektales System betrachtet eine Untermenge des Systems kroatischer Dialekte darstelle.
- Die Mehrheit der bosnischen Linguisten betrachtet Serbokroatisch als immer noch existierende Sprache, die auf der Bosnischen Nationalsprache basiere. Eine Minderheit geht sogar soweit zu behaupten, dass Kroaten und Serben sich ihrer Sprache historisch bemächtigt hätten, um sie als Mittel zur Erreichung ihrer politischen und kulturellen Zielsetzungen zu verwenden.
Weblinks
- [http://www.taz.de/pt/2005/10/15/a0062.nf/text Amela Osmanović: Heiße Luft, geschlagen, Artikel in der taz vom 15. Oktober 2005 zum sich entwickelnden Sprachseparatismus im serbokroatischen Raum]
- [http://www.taz.de/pt/2005/10/15/a0044.nf/text Begrifflichkeiten, eine kurze Zusammenfassung der Geschichte der serbokroatischen Sprache, taz vom 15. Oktober 2005]
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Jugoslawien
Kategorie:Serbien
Kategorie:Kroatien
Kategorie:Bosnien und Herzegowina
Kategorie:Montenegro
Kategorie:Slawische Sprache
FilipinoFilipino ist die Nationalsprache und eine der offiziellen Sprachen der Philippinen neben dem Englischen. Dazu wird sie durch die Philippinische Verfassung von 1987 bestimmt. Die Sprache ist Mitglied der Austronesischen Sprachfamilie und beruht vornehmlich auf dem Tagalischen. Darüber bezeichnen sich die Einwohner der Philippinen als Filipinos (dt.: Philippiner/in).
Am 13. November 1937 schuf die erste Nationalversammlung der Philippinen das Institut für die Nationalsprache (Surian ng Wikang Pambansa), welche Tagalog zur Grundlage der neuen Nationalsprache bestimmte. Nach Auseinandersetzungen mit den Vertretern der anderen Regionalsprachen vor allem in den 50er Jahren benannte man sie 1961 (andere Quellen sprechen von 1956) in Pilipino um. 1978 schließlich erhielt sie ihre heutige Bezeichnung Filipino und wurde zur Unterrichtssprache an allen öffentlichen Schulen bestimmt. Heute gibt es noch immer Gruppen, die sich weigern Filipino zu sprechen, beispielsweise in der Gegend um Legazpi, in der traditionell Bicol gesprochen wird. Gleichwohl ändert das nichts daran, dass es die am weitesten verbreitete Sprache auf dem Inselstaat ist.
Bei der Entwicklung der auf dem Tagalog beruhenden Nationalsprache schrieb Lope K. Santos das Balarila ng Wikang Pambansa und führte das Abakada mit 20 Buchstaben ein, in denen nur je ein Buchstabe einen Bedeutung tragenden Laut dieser Sprache repräsentiert. Die 20 Buchstaben des Abakada sind a b k d e g h i l m n ng o p r s t u w y. Das Institut für die Nationalsprache der Philippinen weihte die neue Sprache 1973 ein. Als Sprache dazu entwickelt, die lingua franca der Inseln zu sein, hat sie viele Wörter der verschieden Philippinischen Regionalsprachen übernommen, wenn auch die Grammatik das Tagalog zur Grundlage hat. 1976 bestand das Alphabet aus 31 Buchstaben einschließlich der 26 Buchstaben des Englischen Alphabets plus der spanischen Buchstaben ñ, ll,rr und ch und des tagalischen ng. Im tatsächlichen Gebrauch werden die Digraphen allerdings als die beiden Buchstaben angesehen, aus denen sie bestehen. 1987 wurde das Alphabet wiederum überarbeitet, indem man die aus dem Spanischen kommenden rr, ll und ch wieder entfernte, wodurch 28 Buchstaben übrig blieben.
Siehe auch
- Philippinische Sprachen
Weblinks
- [http://www.komfil.gov.ph/ Komisyon sa Wikang Filipino]
- [http://www.germanlipa.de/ Syntax der filipinischen Sprache] Armin Möller
Kategorie:Malayo-Polynesische Sprache
Kategorie:Philippinische Sprache
Griechische Sprache
Griechisch (griechisch ελληνικά) ist eine indogermanische Sprache, die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt. Eine nähere Verwandtschaft scheint nur zur antiken makedonischen Sprache bestanden zu haben. Griechisch wird von ca. 16 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen ca. 10,5 Millionen in Griechenland leben, wo es Amtssprache ist. Die anderen Muttersprachler sind auf 35 andere Staaten verteilt. Auf Zypern ist Griechisch ebenfalls Amtssprache, offiziell neben dem Türkischen. Außerdem ist in einigen südalbanischen und süditalienischen Gemeinden, in denen Angehörige der griechischen Minderheit leben, das Griechische als lokale Amts- und Schulsprache zugelassen.
Siehe: Griko in Italien
Eine Vielzahl von altgriechischen Wörtern werden darüber hinaus auch in diversen Fachsprachen verwendet und haben Eingang in viele moderne Sprachen gefunden.
Die Sprachcodes nach ISO 639 für Neugriechisch (ab 1453) sind el
bzw. ell oder gre und für Altgriechisch (bis
1453) grc.
Geschichte
1453
Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache sind in Linearschrift B geschrieben. Sie begegnen ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. - also in mykenischer Zeit - als sehr kurze Texte auf Transportamphoren, wo sie den Inhalt bezeichnen. Längere Texte auf zahlreichen Tontäfelchen, ebenfalls rein praktischer Natur, wurden in den Archiven einiger mykenischer Paläste gefunden. Sie stammen aus dem Beginn des 12. Jahrhundert v. Chr.. Nach Zerstörung der meisten bisher bekannten mykenischen Paläste im 12. Jh. ging die Linearschrift B und damit die Schriftlichkeit der ägäischen Welt nach herrschender Meinung verloren. Zumindest gibt es bisher keine Schriftfunde aus der Zeit der dunklen Jahrhunderte. Gegen Ende der dunklen Jahrhunderte, vermutlich um 800 v.Chr., übernehmen die Griechen das phönizische Schriftsystem, das sie im Grunde auch heute noch benutzen. Eines der bekanntesten frühen Beispiele der neuen alphabetischen Schrift zeigt der sog. Nestor-Becher. In klassischer Zeit ist eine Vielzahl von Dialekten feststellbar, zu den wichtigsten zählen das (noch heute in den Schulen als Altgriechisch gelehrte) Attische, das Ionische, das Dorisch-Nordwestgriechische, das Aeolische und das Arkadisch-Kyprische. Die am Anfang der schriftlichen Überlieferung stehenden homerischen Epen, die Ilias und die Odyssee, sind zum Beispiel in einer künstlerischen Sprachform verfasst, die Worte aus verschiedenen Dialekten benutzte, oft nach den Anforderungen des Metrums, im ganzen jedoch Ionisch mit äolischer Prägung ist.
Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. machte den dort gesprochenen attischen Dialekt zur Grundlage einer überregionalen Gemeinsprache (Koiné, griechisch κοινή, die Gemeinsame oder Allgemeine), die durch die Eroberungen Alexanders des Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. zur Weltsprache und lingua franca aufstieg. Auch im Römischen Reich blieb Griechisch neben Latein Amtssprache, dies auch aufgrund der kulturellen Abhängigkeit der Römer von den Griechen. In der Osthälfte des Reiches war Griechisch bereits seit dem Hellenismus die dominierende Sprache. Der Einfluss fremder Sprachen und der fortbestehenden Dialekte führte immer wieder, insbesondere im 2. Jahrhundert, zu Bemühungen um eine Reinigung der griechischen Sprache unter Rückgriff auf das klassische Attisch. Eine solche bereinigte Form des Altgriechischen wurde nach der Teilung des Römischen Reiches (395) zur Amts- und Literatursprache des oströmischen Reiches, das nach der Abschaffung der lateinischen Amtssprache um 630 endgültig vom römischen zum byzantinischen Reich wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt versiegt die Produktion literarischer Werke auf Altgriechisch; die Sprache des byzantinischen Reiches weist da schon deutliche Unterschiede in Grammatik und Aussprache auf. Nach der arabischen Eroberung Syriens und Ägyptens blieb Griechisch dort zunächst noch für einige Jahrzehnte Amtssprache, bevor es diese Funktion ab etwa 700 an das Arabische verliert.
Während der Besetzung Griechenlands durch das osmanische Reich war der Unterricht in griechischer Sprache offiziell verboten. Jedoch lebte sie im Alltag der Griechen (und vielfach von Priestern heimlich gelehrt) fort, veränderte sich aber aufgrund geringer Schriftkenntnis und mangelnder Gelehrsamkeit relativ stark. Nach der modernen Staatsgründung wurde die so genannte Katharévousa (griechisch καθαρεύουσα, Reinsprache; die Grundlagen wurden von Korais geschaffen) offizielle Unterrichts- und Amtssprache, eine „künstlich“ geschaffene Standardsprache, die den Wortschatz der am klassischen Attisch orientierten Koiné abermals künstlich konservierte, jedoch innerhalb weitgehend neugriechisch geprägter Aussprache- und Grammatikstrukturen. Erst 1976 wurde die Volkssprache (Dimotikí, griechisch δημοτική) endgültig zur Sprache der staatlichen Verwaltung und der Wissenschaft; allerdings sind viele Katharévousa-Worte im Laufe der Zeit wieder in die Dimotikí zurück übernommen worden.
Im Verlauf der Jahrtausende hat sich die griechische Sprache vielfach in der Aussprache geändert, die Orthographie blieb jedoch dank vielerlei Bemühungen um eine Reinhaltung der Sprache weitgehend konstant. Die in hellenistischer Zeit in die griechische Schriftsprache eingeführten Akzente und Symbole für Hauchlaute wurden noch bis vor kurzem verwendet. Durch Erlass Nr. 297 des griechischen Präsidenten vom 29. April 1982 wurden der Akzent Gravis, der Akzent Zirkumflex sowie die Hauchzeichen Spiritus asper und Spiritus lenis abgeschafft. Es gibt seitdem in der griechischen Schriftsprache nur noch den Akzent Akut, der die betonte Silbe anzeigt.
Die griechische Sprache und Schrift hatte auf die Entwicklung Europas immensen Einfluss: Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet wurde auf der Basis des griechischen Alphabets entwickelt. Die Rückbesinnung auf das im Westen fast vergessene Griechisch, ausgelöst unter anderem durch die Flucht vieler Byzantiner in den Westen nach dem Fall Konstantinopels 1453, war eine der Hauptquellen der Renaissance und des Humanismus (siehe hierzu auch: Philhellenismus).
Noch heute werden wissenschaftliche Fachbegriffe gerne unter Rückgriff auf griechische (und lateinische) Wörter geprägt.
Das Neue Testament wurde ursprünglich in hellenistischem Griechisch geschrieben und das erste Mal von Erasmus von Rotterdam gedruckt.
Grammatik
Altgriechisch
Die ersten Grammatiken des Abendlandes wurden zu hellenistischer Zeit in der philologischen Schule von Alexandria abgefasst. Aristarch von Samotrake schrieb eine tékhne grammatiké des Griechischen. Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die tékhne grammatiké des Dionysios Thrax (2. Jh. v.Ch.), welche die Phonologie und Morphologie einschließlich der Wortarten umfasst. Die Syntax ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers, des Apollonios Dyskolos (2. Jh. n.Ch.). Angeblich im Jahre 169/8 "importierten" die Römer die griechische Grammatik und adaptierten sie.
Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ähnlich zum Lateinischen, was Partizipialkonstruktionen und sonstige grammatische Phänomene (AcI etc.) anbelangt, so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind – und umgekehrt. Gutes Verständnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch; in vielen Fällen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ähnlicher als dem Lateinischen, beispielsweise sind die bestimmten Artikel im Griechischen vorhanden, während sie im Lateinischen fehlen. Es gibt auch Fälle, in denen die Ähnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflächlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft – beispielsweise werden die Zeitformen der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen.
Im Westen und auch in diesem Artikel werden gewöhnlich lateinische Begriffe (wie Substantiv, Dativ, Aktiv, Person … ) zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet, die direkte Übersetzungen der griechischen Definitionen darstellen. In Griechenland werden dagegen bis heute die griechischen Originalbegriffe aus der tékhne grammatiké des Dionysios Thrax verwendet.
Nominale Wörter
Hierzu zählen die Wortarten Substantiv, Adjektiv und Pronomen, die alle dekliniert werden. Auch Partizipien, Verbaladjektive und Infinitive werden dekliniert, sie gelten aber als Zwischenformen (sogenannte Nominalformen des Verbs). Hinsichtlich der Deklination ist folgendes zu benennen:
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
- (allgemeine) Regeln:
- Maskulinum: bei Bezeichnungen für männliche Wesen, Winde, Flüsse und Monate
- Femininum: bei Bezeichnungen für weibliche Wesen, Länder, Inseln und Städte
- Neutrum: dient unter anderem zur Verkleinerung oder Verächtlichmachung von Wörtern männlichen und weiblichen Geschlechts.
- Für den sonstigen Gebrauch lassen sich keine eindeutigen Regeln aufstellen.
- Besonderheit des Neutrums: Bei Neutrum-Subjekten steht das Verb, auch wenn das Subjekt im Plural steht, in der 3. Person Singular. Diese Besonderheit besteht deswegen, weil das Griechische im Fall des Neutrums einen echten Plural nicht gebildet hat. Der Plural des Neutrums ist eigentlich ein aus dem Indogermanischen ererbter "kollektiver Singular", d.h. ein Sammelbegriff, der formal ein Singular ist, von der Funktion her aber einem Plural entspricht (wie im Deutschen: der Busch, das Gebüsch). Ferner haben im Neutrum – wie in allen indogermanischen Sprachen – Akkusativ und Nominativ identische Formen. Im Griechischen tritt noch die Form des Vokativs den beiden anderen Kasus als identisch hinzu.
Kasussystem
Von den acht Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen fünf erhalten: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ und Vokativ. Die Funktionen der nicht erhaltenen Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen auf den Dativ und den Genitiv verteilt. Die Aufteilung ähnelt der der deutschen Sprache.
Grundfunktionen der Kasus:
- Akkusativ
- echter Akkusativ (direktes Objekt)
- adverbial: Lativ (Richtung, Ausdehnung, Dauer)
- Genitiv
- echter Genitiv (Bereich)
- Separativ (Herkunft)
- Dativ
- echter Dativ (indirektes Objekt)
- Soziativ (Gemeinschaft)
- Instrumental (Mittel)
- Lokativ (Ort, Zeit)
Verben
Tempussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Tempusstämme: Präsensstamm, Aoriststamm, Perfektstamm, Futurstamm; wovon die ersten drei ein System bilden. Das Altgriechische besitzt aber kein ausgebildetes Tempussystem. Die Tempusstämme drücken Aspekte aus; – die subjektive Betrachtungsweise, das heißt die Art, wie der Sprechende den Verbalinhalt auffasst. Deswegen ist der Begriff Tempusstamm genaugenommen nicht richtig; besser zu sagen wäre Aspektstamm.
Der Aspekt des Präsensstamms ist durativ (linear, iterativ oder konativ). Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt der Verlauf oder das Andauern einer Handlung ausgedrückt.
Beispiele:
- νοσειν = (krank sein = ) krank darniederliegen
- (απο)θνησκειν = sterben ( = im Sterben liegen)
Der Aspekt des Aoriststamms ist punktuell. Das bedeutet, es wird der bloße Vollzug einer Handlung vermeldet. (Die Bezeichnung punktuell wird benutzt, um den Gegensatz zum linearen Präsensstamm auszudrücken. Der Aoriststamm ist die Normalform und benennt eine Handlung oder ein Ereignis, ohne ausdrücken zu wollen, ob diese Handlung in Wirklichkeit punktuell oder linear war/ist.) Bei diesem Aspekt wird in der Sprachpraxis gern ein bestimmter Punkt des Verbalbegriffs ins Auge gefasst, nämlich der Abschluss (effektiv) oder der Beginn (ingressiv) einer Handlung.
Beispiele:
- ingressiv: νοσησαι = krank werden oder erkranken
- effektiv: (απο)θανειν = sterben (als Moment des Dahinscheidens)
Der Aspekt des Perfektstamms ist resultativ. Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt ein (erreichter) Zustand oder einfach ohne jede nähere Bestimmung die Qualität einer Sache ausgedrückt.
Beispiele:
- τεθνηκεναι (τεθναναι) = (gestorben und nun) tot sein
- πεποιθεναι = vertrauen
Mit der Handhabung dieser drei Aspekte stellt der Griechischsprechende aber die zeitlichen Bezüge her, die von den Aspekten selbst nicht ausgedrückt werden. Die Aspekte gelten nun generell, während es eine direkt zeitliche Bedeutung nur im Indikativ gibt (bis auf das Futur. siehe unten).
Die Vergangenheit wird mit Hilfe der Nebentempora, die nur im Indikativ auftauchen, gebildet. Das sind im Präsensstamm das Imperfekt, im Perfektstamm das Plusquamperfekt und im Aoriststamm der Aorist. (Der Aoriststamm ist der älteste Tempusstamm und hat ein Haupttempus im Indikativ nie ausgebildet.)
Der vierte Tempusstamm des Altgriechischen, der Futurstamm, ist eine jüngere Entwicklung und hat in der Tat in allen Modi zeitliche Bedeutung.
Übersicht über die Tempusformen im Indikativ:
Modussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Modi: Indikativ, Optativ, Konjunktiv, Imperativ. Die Funktionen, die diese Formen syntaktisch erfüllen, sind sehr vielfältig. Hier kann nur eine grundsätzliche Bestimmung ihrer Bedeutung vorgenommen werden.
Der Modus bringt die geistige Einstellung des Sprechenden gegenüber dem Verbalinhalt zu Ausdruck.
Mit dem Indikativ drückt der Sprecher aus, dass ihm ein Vorgang oder Zustand als wirklich (real) erscheint.
In den anderen Modi drückt der Sprecher aus, dass ihm der Vorgang oder Zustand nur als vorgestellt gilt.
Der Imperativ drückt einen Befehl aus.
Der Konjunktiv drückt einen Willen (Voluntativ) oder eine Erwartung (Prospektiv) aus. (Er hat also leicht futurische Bedeutung, was umgekehrt für das Futur in Bezug auf den Konjunktiv auch gilt).
Der Optativ drückt einen Wunsch (Kupitiv) oder eine Möglichkeit (Potentialis) aus.
Genera Verbi (eigentlich und für das Griechische besser: Diathese)
Von den drei Genera Verbi sind zwei (Aktiv und Medium) aus dem Indogermanischen geerbt. Das Passiv ist eine jüngere Entwicklung.
Das Aktiv drückt einfach eine Tätigkeit aus.
Das Medium drückt aus, dass das Subjekt an der Handlung beteiligt ist, oder an ihr interessiert ist, dass also eine nähere Beziehung zwischen Subjekt und Handlung besteht (transitives Medium). Ferner kann es ausdrücken, dass das Subjekt von seiner eigenen Handlung betroffen ist (intransitives Medium). Der Begriff Medium soll in etwa ausdrücken, dass diese Form zwischen Aktiv und Passiv stehe. Das ist jedoch weder sprachgeschichtlich, noch morphologisch richtig. Das Passiv ist im Griechischen der Grenzfall des Mediums, denn:
Das Passiv drückt die Wirkung einer Handlung auf das Subjekt aus, die nicht von ihm ausgeht. Insofern die Handlung nur noch auf das Subjekt wirkt, ohne von ihm auszugehen, bildet es den Grenzfall des Mediums. (Außerhalb des Futur- und Aoriststamms hat das Passiv keine eigenständige Form. Formal übernimmt dort das Medium neben der eigenen Funktion auch die des Passivs, was nur aus dem syntaktischen Zusammenhang, oder bei genauer Kenntnis der Beschaffenheit des entsprechenden Verbums zu unterscheiden ist.)
Beispiele:
Aktiv: er löst (etwas)
transitives Medium: er löst (etwas) für sich
intransitives Medium: er löst sich, er lässt sich lösen
Passiv: er wird gelöst (von jdm.)
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Erste Person (ich / wir), zweite Person (du / ihr), dritte Person (er, sie, es, Substantiv im Singular / sie, Substantiv im Plural).
Die Personalpronomen des Nominativ werden wie in vielen anderen indogermanischen Sprachen meist ausgelassen, wenn sie nicht besonders betont werden sollen. Es muss also nicht zwangsläufig ein das Subjekt ausdrücklich nennendes Bezugswort (Pronomen oder Substantiv) beim Verb stehen – die Endung reicht aus, um die Person und damit das Subjekt zu identifizieren.
Neugriechisch (Dimotiki)
Die neugriechische Sprache hat einen Großteil der altgriechischen Grammatik vereinfacht, ist aber immer noch eine stark flektierende Sprache. Sie ist eine der wenigen indogermanischen Sprachen, die eine synthetische (also nicht mit Hilfsverben konstruierte) Diathese behalten hat. Der Dativ ist bis auf wenige Formen wie εν τάξει (en táxei //) ("in Ordnung") verloren gegangen und wird meist durch die Konstruktion eis (eigentl. in... hinein) + Akkusativ ersetzt. Andere wichtige Änderungen der Grammatik sind der Verlust des Optativs (wird durch den Konjunktiv ersetzt), des Infinitivs (wird durch Nebensätze ersetzt "Ich will kaufen" -> "Ich will, dass ich kaufe") und des Duals (wird durch den Plural ersetzt), die Verkleinerung der Anzahl von Deklinationen und der verschiedenen Formen in jeder Deklinaton, der neue Modalpartikel θα (aus θέλω να ("ich will, dass...") > θε' να > θα) für das Futur und Konditional, die Einführung von Hilfsverben, die Reduzierung der Partizipien auf zwei, ein aktives und ein passives, die Erweiterung des Futurs auf die Aspektunterscheidung zwischen Präsens/Imperfekt und Aorist, der Verlust der dritten Person Imperativ, außer in Archaismen wie ζήτω! ('Lang lebe!'); neue Pronomen für die 2. Person Plural, da die alten wegen der Lautveränderung akustisch nicht mehr von denen der 1. Person Plural zu unterscheiden waren; und der Vereinfachung des Systems der Präfixe, wie bei der Augmentation und Reduplikation.
Das Phonemsystem der neugriechischen Sprache:
Vokale
geschlossen
halbgeschlossen
offen
Alle Vokale werden kurz ausgesprochen.
laut IPA
Konsonanten
p t k
b d g
v δ z γ
f θ s χ
m n
l
r
Siehe auch
- Griechisches Alphabet
- Liste griechischer Präfixe
- Liste griechischer Suffixe
- griechische Präpositionen
- Liste griechischer Magischer Quadrate
- Namenforschung
- Griechische Zahlen
- griechische Zahlwörter
- Griechische Phrasen und Redewendungen
Literatur
- Geschichte:
- Francisco R. Adrados: Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute. Tübingen/Basel 2002
- Hans Eideneier: Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute. Tübingen 1999
- etymologische Wörterbücher (altgriechisch):
- Pierre Chantraine: Dictionnaire étymologique de la langue grecque : histoire des mots. 4 Bände. Paris 1968-80 (Neuauflage 1999)
- Hjalmar Frisk: Griechisches etymologisches Wörterbuch. 3 Bände. Heidelberg 1973
- Alois Vanicek: Griechisch-lateinisches etymologisches Wörterbuch. Leipzig 1877 (Nachdruck 1972)
- Wörterbücher (altgriechisch):
- Wilhelm Gemoll: Griechisch–Deutsches Schul- und Handwörterbuch bei Oldenburg Schulbuchverlag. ISBN 3-486-13401-9
- Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache in 4 Bänden. Braunschweig 1842 ff. (3. Aufl. 1880; Nachdruck 1954)
- Grammatiken (altgriechisch):
- Eduard Bornemann (u. Mitw. v. Ernst Risch): Griechische Grammatik. Frankfurt a.M. 1978
- Adolf Kaegi: Kurzgefasste griechische Schulgrammatik. Berlin 1884 (seither ständig nachgedruckt), ISBN 3-615-70100-3
- Historische Grammatik:
- Helmut Rix: Historische Grammatik des Griechischen. Laut- und Formlehre. Darmstadt 1992
Weblinks
- [http://www.geocities.com/kurogr/ Wörterbuch Mykenisches Griechisch - klassisches Altgriechisch - Englisch (PDF)]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/graeca/Auctores/g_alpha.html griechische Texte in der Bibliotheca Augustana]
- [http://info.uibk.ac.at/c/c6/c604/pdf/Hajnal/Griech.Dial.pdf Die Vorgeschichte der griechischen Dialekte] - Ein Aufsatz über Entstehen und Geschichte der altgriechischen Dialekte.
- [http://kypros.org/LearnGreek/ Online-Kurs vom zypriotischen Rundfunk CyBC, 105 Lektionen à 30 Min., engl., Real Audio]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.chairete.de/ Materialen zum Altgriechischen, Autoren]
- [http://www.altesprachen.de/heureka/heureka.htm Altesprachen.de]
- [http://www.geocities.com/Athens/Agora/6594/inhalt.html Altgriechisch] (Ziemlich umfangreicher Einstiegskurs)
- [http://www.combib.de/infoseiten/griechisch/griechisch.html Aussprachehilfe zum neutestamentlichen Griechisch] (Deutsche Schulaussprache, nicht Originalaussprache!)
- [http://www.gottwein.de/grueb/gr000.htm Altgriechischer Online-Sprachkurs]
- [http://www.gottwein.de/ Navicula Bacchi] (exzellente Seite rund um die Klassische Philologie mit sehr vielen Unterrichtsmaterialien)
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechisch.html Bibliographie - Griechisch]
-
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Einzelsprache
als:Griechische Sprache
ja:ギリシア語
ko:그리스어
ms:Bahasa Greek
simple:Greek language
th:ภาษากรีก
Kategorie:SoziolinguistikKategorie:Spezielle Soziologie
Kategorie:Linguistik
Tours
Tours ist die Hauptstadt (préfecture) des französischen Départements Indre-et-Loire in der Region Centre. Tours liegt an der Loire, zwischen Orléans und der Atlantikküste.
Der Name der Stadt leitet sich von den Turonen - einem alten gallischen Stamm - ab.
Tours ist Partnerstadt der deutschen Stadt Mülheim an der Ruhr.
- Fläche: 3.436 ha.
- Einwohner: ca. 137.000 (Stand 2003)
- Postleitzahl: 37000
Geographie
Die Stadt liegt etwas östlich der Mündung der Cher in die Loire, wobei die beiden Flüsse, die hier in drei Kilometern Entfernung voneinander parallel verlaufen, die Stadt im Norden (Loire) bzw. Süden (Cher) begrenzen.
Geschichte
Cher
In vorrömischer Zeit siedelten hier die keltischen Turonen, denen die Stadt ihre heutige Bezeichnung verdankt. Tours entstand aus der römischen Stadt Caesarodunum bzw. Urbs Turonum. Im 3. Jahrhundert wird der Heilige Gatien als erster Bischof von Tours genannt, der Sankt Martin 372 zum dritten Bischof ernannte. Dessen Grabstätte war seit der Merowingerzeit beliebtes Pilgerziel, was der Stadt Tours als Heimat dieses Nationalheiligen eine besondere symbolische Bedeutung verlieh. Im 6. Jahrhundert schrieb Bischof Gregor von Tours die Geschichte Frankreichs in seinem Historia Francorum. 732 schlug Karl Martell die Mauren bei Tours und Poitiers, so dass der Islam sich nicht weiter in Europa ausbreiten konnte. Am Ende des 8. Jahrhunderts hielt Alkuin, Abt von Saint-Martin de Tours erste Theologie- und Philosophievorlesungen. Während der Zeit karolingischer Herrschaft von 751 bis 987 war Tours eine Grafschaft, die bis ins 10. Jh. im Besitz der Kapetinger war. 853 und 903 fiel sie plündernden Wikingern zum Opfer. 1044 fiel die Touraine an die Grafen von Anjou. Als 1154 die Plantagenets Könige von England wurden, wurde auch die Touraine Teil des Angevinischen Reiches, 1203 konnte König Philipp August von Frankreich das Gebiet aber für Frankreich zurückgewinnen. König Ludwig XI. errichtete im unmittelbar westlich von Tours gelegenen La Riche eine Burg, sodass Tours zur königlichen Nebenresidenz aufstieg. Bis ins 16. Jh. hinein hielten sich König und Hof regelmäßig hier auf. Von der Bedeutung der Stadt in dieser Zeit zeugt auch der Bau der mächtigen gotischen Kathedrale. In der Renaissance erhielt wurden in der Stadt prächtige Stadtpalais erbaut. Tours erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung, nicht zuletzt durch die Förderung der Seidenwarenherstellung seit König Franz I.. Als sich später der Hof nach Paris bzw. Versailles zurückzog, ging die Bedeutung der Stadt etwas zurück. 1845 erhielt die Stadt einen Eisenbahnanschluss, was die industrielle Entwicklung der Stadt beschleunigte. 1920 wurde auf dem Kongress von Tours die Kommunistische Partei Frankreichs gegründet. 1940 wurde die Stadt von den Deutschen besetzt. Sie wurde bei den alliierten Bombardements 1944, die gegen den strategisch wichtigen Loire-Übergang gerichtet waren, schwer getroffen. Unter Bürgermeister Jean Royer, der 36 Jahre lang amtierte, gelang aber ein behutsamer Wiederaufbau der historischen Innenstadt. Zugleich entstand im Süden am Ufer der Cher ein umfangreiches Industriegebiet, während im Jahr 1970 die François-Rabelais-Universität gegründet wurde, deren Campus nicht, wie sonst üblich, am Stadtrand, sondern relativ zentral am Loireufer errichtet wurde. 1964 wurden mehrere Nachbarorte eingemeindet.
Politik
Bürgermeister der Stadt Tours und in diesem Amt Nachfolger von Jean Royer ist 2005 Jean Germain von der PS. Er war früher Rektor der Universität Paris und Vizepräsident der Region Centre.
Sehenswürdigkeiten
Bedeutendste Sehenswürdigkeiten der Stadt sind:
- Kathedrale Saint-Gatien
- Basilika Saint-Martin
- Kirche Saint-Julien
- Erzbischöfliches Palais, heute Sitz des Museums der Schönen Künste von Tours
- Hôtel Gouin
Wirtschaft
Die Touraine, die Region um Tours, ist bekannt für ihre Weine. Das bekannteste Weinanbaugebiet in der Touraine ist Vouvray, welches direkt vor den Toren der Stadt Tours liegt.
Verkehr
Tours hat als Loireübergang schon immer eine große verkehrstechnische Bedeutung gehabt. Es besteht eine Autobahnanbindung über die A10 (Paris-Bordeaux), die A85 (Tours-Angers) und die A28 (Tours-Le Mans). Seit 1990 besteht Anschluss an das TGV-Netz (nach Paris, Bordeaux und Nantes), daneben bestehen Verbindungen nach Le Mans und Bourges. Nördlich der Loire befindet sich der Flughafen der Stadt.
Bildung und Kultur
Die Universität von Tour heißt Université François-Rabelais.
Tours besitzt außerdem eine Oper und ein Symphonieorchester. Das Internationale Congresscentrum Vinci hat Platz für 2.000 Besucher.
Persönlichkeiten
- Liste der Erzbischöfe von Tours
Söhne und Töchter der Stadt
- Berengar von Tours, Theologe
- Guillaume Briçonnet (Kardinal), Kardinal und Erzbischof von Narbonne
- Honoré de Balzac, französischer Schriftsteller
- François Clouet
- Georges Courteline, französischer Romancier und Dramaturg
- René Descartes, Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler aus der Touraine
- Louis Dutens, französischer Schriftsteller
- Jean Fouquet, Maler
- Xavier Gravelaine, französischer Fußballnationalspieler
- Victor Alexandre Frédéric Laloux, französischer Architekt
- Gabriel Lamé, Mathematiker und Physiker
- Jean-Baptiste Meusnier de la Place, französischer Mathematiker und General
- Paul Nizan, französischer Schriftsteller
Weblinks
- [http://www.ville-tours.fr/index.php3 Homepage der Stadt Tours]
Kategorie:Ort in Centre
ja:トゥール
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