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Statsraad Lehmkuhl

Statsraad Lehmkuhl

Die stählerne Bark STATSRAAD LEHMKUHL wurde 1914 bei Joh. C. Tecklenborg in Geestemünde, der Werft berühmter Schiffe wie PISAGUA, POTOSÍ, PREUSSEN als Schulschiff GROSSHERZOG FRIEDRICH AUGUST unter der Werftnummer 263 für den "Deutschen Schulschiff-Verein" (gegr. 1900) gebaut. Das Schiff zeigte sich bald als guter bis sehr guter Segler bei starkem Wind. Die Bark gelangte als Reparationszahlung 1919 nach England. 1923 wurde sie vom "Norges Rederforbund" (Norwegens Reederverband) für NKR 425.000 auf Initiative ihres späteren Namensgebers Kristofer Didrik Lehmkuhl erworben und nach Bergen überführt. Aus Anerkennung für dessen hervorragende Staatsdienste und den Einsatz für den Ankauf des Schiffs nannte man sie nach ihm STATSRAAD LEHMKUHL. Kristofer D. Lehmkuhl war ein früherer Staatsminister und Direktor von "Det Bergenske Dampskibsselskap" ("Die Bergener Dampfschiff-Gesellschaft", auch als "Die Bergen-Linie" bekannt). Nach Ausrüstung für eine mehrmonatige Fahrt ging das Schiff an die "Bergens Skolskib Stiftelsen" ("Bergener Schulschiffstiftung", die sie bis 1966 als Schulschiff betrieb. Während des Zweiten Weltkriegs hieß sie kurzfristig nach Beschlagnahmung durch deutsche Truppen WESTWÄRTS und wurde als Depotschiff verwendet. 1946 wurde sie nach Rückübereignung an Norwegen und Überholung wieder eingesetzt. Zwanzig Jahre später, 1966, mußte das Schiff trotz finanzieller Hilfe seitens des Staates aufgelegt werden (steigende Unterhaltungskosten, rückläufige Kadettenzahl). Da ein Verkauf ins Ausland drohte, gelang es dem Reeder Hilmar Reksten, das Segelschiff 1967 für Norwegen zu erhalten. Er betrieb das Schulschiff zwischen 1968 und 1972 auf eigene Rechnung. Wegen Kürzung der staatlichen Unterstützung wurde die STATSRAAD LEHMKUHL erneut im Hafen von Bergen stillgelegt. Es wurde die "Stiftelsen Seilskipet STATSRAAD LEHMKUHL" (Stiftung Segelschiff STATSRAAD LEHMKUHL) gegründet, die 1978 das Schiff übernahm und bis heute betreibt. Durch Verchartern an verschiedene interessierte Organisationen und später durch eigenarrangierte Fahrten trägt sich das Schiff. Während des Winters 1997/1998 wurden in der Laksevåg-Werft in Bergen umfangreiche Restaurationsarbeiten einschließlich modernster und notwendiger Schiffssicherheitmaßnahmen durchgeführt, dies unter Beibehaltung des ursprünglichen Erscheinungsbildes. Das 2004 90 Jahre alte Schiff nahm und nimmt an verschiedenen internationalen Segeltreffen mit Erfolg teil (1. Platz Oslo-Ostende (Belgien) 1960, Newcastle upon Tyne-Bergen 1993, Larvik (Norwegen) – Esbjerg (Jütland, Dänemark) 1993, Aberdeen-Trondheim 1997) und gewann die "Bosman Sailors’ Trophy 2004". Einige Platzierungen bei Regatten:
- 1960 - 1. Platz Oslo - Ostende
- 1964 - 6. Platz Lissabon - Bermuda
- 1966 - 3. Platz Falmouth (Cornwall) - Skagen
- 1970 - 2. Platz Plymouth - Teneriffa
- 1993 - 1. Platz Newcastle upon Tyne - Bergen
- 1993 - 1. Platz LarvikEsbjerg
- 1997 - 1. Platz Aberdeen - Trondheim
- 1997 - 3. Platz Stavanger - Göteborg

Schiffsdaten


- Konstruktion: Stahlrumpf als Glattdecker mit großer Back und Poop (Schulschiffaufbau)
- Rigg: Bark mit dopp. Mars- u. einf. Bramsegeln, Royals; Masten m. Mars- und Bramstengen, Besanmast mit Stenge u. einer Gaffel
- Stapellauf: 14. Januar 1914 als Baunummer 263
- Bauwerft: Johann Carl Tecklenborg A. – G., Bremerhaven
- Reederei: Deutscher Schulschiff-Verein
- weitere Reedereien: 1923 Bergens Skolskib Stiftelsen; 1968 Hilmar Reksten; 1978 Stiftelsen Seilskipet STATSRAAD LEHMKUHL
- weitere Namen: 1923 STATSRAAD LEHMKUHL; 1943 WESTWÄRTS; 1945 STATSRAAD LEHMKUHL
- Heimathafen: Oldenburg (Oldb); 1923 Bergen
- Galionsfigur: ja
- Länge Galion-Heck (Rumpflänge): 85,2 m
- Länge in der KWL: 73,5 m
- Breite: 12,60 m
- Tiefgang: 5,20 m
- Vermessung: 1.701 BRT (Bruttoregistertonnen)
- Segelfläche: 2.000 m²; (22 Segel: 10 Rah-, 6 Stag-, 4 Vorsegel, 2 Besane)
- Hilfsantrieb: Dieselmotor von 1.125 PS (11 kn)
- derzeitiger Kapitän: Markus Seidel
- Besatzung: 24 Mann Stamm und bis 180 Auszubildende

Weblinks


- http://werften.fischtown.de/grossherzogfriedrichaugust.html (deutsch)
- http://www.bruzelius.info/Nautica/Ships/Merchant/Sail/G/Grossherzog_Friedrich_August(1914).html (engl.)
- http://www.lehmkuhl.no/eng/index.cfm (engl.)
- http://www.lehmkuhl.no (norwegisch)
- http://www.mil.no/sjo/sksk/start/aktuelt/lehmkuhl_2003/hist/ (norwegisch)
- http://www.vegesack-maritim.de/schulschiff/Die_Geschichte/hauptteil_die_geschichte.html (deutsch) Kategorie:Schulschiff

Bark (Schiff)

Die Bark ist ein Segelschiffstyp mit ursprünglich drei, in Weiterentwicklungen auch vier bis fünf Masten, der an den vorderen Masten Rahsegel trägt, am letzten Mast dagegen Gaffelsegel. Die Bark war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Hochseefrachtschiff weit verbreitet. Der Begriff "Bark" im engeren Sinne benennt einen Dreimaster. Eine Bark mit einer größeren Anzahl an Masten heißt dann Viermastbark beziehungsweise Fünfmastbark. Eine zweimastige Variante bezeichnet man dagegen als Schonerbrigg oder Brigantine. Ein Segelschiff mit Rahsegeln an allen drei Masten nennt man Vollschiff. Bei der Bark heißen die Masten, von vorne nach achtern: Fockmast, Großmast und zuletzt Besanmast. Die Viermastbark hat an dritter Position den Kreuzmast. Bei der Fünfmastbark gibt es verschiedene Systeme: Fockmast, Großmast, Mittelmast, Kreuzmast, Besanmast; (bei der København üblich)
Fockmast, Großmast, Mittelmast, Achtermast, Besanmast; (bei der Potosí üblich)

Manche Marineautoren sagen, bei der "Potosí" sei auch die Bezeichnung LAEISZ-Mast für den vierten Mast in Gebrauch gewesen. Barken mit mehr als fünf Masten gab es nicht, wohl aber Schonerbarken.
Unterscheide: Barke

Bekannte Vertreter des Schiffstyps "Bark"


- Bark
  - Gorch Fock, Segelschulschiff der Deutschen Marine, Heimathafen Kiel, Deutschland
  - Statsraad Lehmkuhl, Heimathafen Bergen, Norwegen
  - Alexander von Humboldt, Heimathafen Bremerhaven, Deutschland, auf dem Rumpf eines sehr alten Feuerschiffes neu aufgebaut
  - Rickmer Rickmers, 1896 als Vollschiff gebaut, 1904 nach Kreuzmastbruch zur Bark umgetakelt, war als Sagres I portugiesisches Segelschulschiff, heute Museumsschiff, Heimathafen Hamburg, Deutschland
  - Seute Deern, Heimathafen Bremerhaven, Deutschland ehemaliges Segelschulschiff, heute Museumsschiff.
- Viermastbark
  - Krusenstern, 1926 als frachtfahrendes Schulschiff "Padua" gebaut, Flying P-Liner, Heimathafen Kaliningrad
  - Pamir, Flying P-Liner, 1957 gekentert
  - Passat, Flying P-Liner, Heimathafen Travemünde
  - Peking, Museumsschiff am South Street Seaport von New York
  - Pommern, Flying P-Liner, Museumsschiff in Mariehamn
  - Sedow, (russ. СЕДОВ), 1921 als "Magdalene Vinnen (II)" gebaut, Heimathafen: 1946 Kaliningrad, seit 1991 Murmansk
  - Kaiwo Maru I, 1930 als Schulschiff gebaut, 1989 durch Kaiwo Maru II ersetzt, Japan
  - Nippon Maru I, 1930 als Schulschiff gebaut, 1984 durch Nippon Maru II ersetzt, Japan
- Fünfmastbark (es gab nur sechs Schiffe dieses Typs)
  - France I, 3.784 BRT, 1890 in Glasgow für A.-D. Bordes & Fils gebaut, erste Fünfmastbark, 1901 gesunken
  - Maria Rickmers, 3.822 BRT, Auxiliarbark, 1891/92 bei Russell & Co., P. Glasgow, gebaut, auf der Jungfernheimreise verschollen
  - Potosí, 4.027 BRT, Flying P-Liner (F. Laeisz), 1895 gebaut, 1925 nach Brand versenkt
  - R. C. Rickmers, 5.548 BRT, Auxiliarbark, 1906 gebaut, 1917 unter brit. Flagge versenkt
  - France II, 5.633 BRT, 1911 gebaut, größtes Segelschiff der Welt, 1922 gestrandet
  - København, 3.901 BRT, 1921 gebaut, dänisches Auxiliarsegelschulschiff, nach dem 22. Dezember 1928 verschollen

Benennung der Takelage einer Bark

(siehe auch [http://en.wikipedia.org/wiki/Standing_rig_of_a_barque englischer Artikel zum Barkrigg]) 1928 Kategorie:Segelschiffstyp


Bremerhaven

Die Seestadt Bremerhaven (umgangssprachlich auch Fishtown genannt) ist eine kreisfreie Stadt im Nordwesten Deutschlands. Sie bildet mit der etwa 53 km südlich liegenden nächst größeren Stadt Bremen das Bundesland (Stadtstaat) Freie Hansestadt Bremen. Weitere Gemeinden gibt es in diesem Bundesland nicht. Als weitere größere Stadt liegt Hamburg etwa 93 km östlich von Bremerhaven. Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1939 die Grenze von 100.000 Einwohner und machte sie zur Großstadt. Damals wurde die Mittelstadt Bremerhaven mit der preußischen Stadt Wesermünde zur Großstadt Wesermünde vereinigt. 1947 wurde sie in Bremerhaven umbenannt.

Geografie

Bremerhaven liegt an der Mündung der Geeste (Fluss) in die Weser, unweit deren Mündung in die Nordsee. Das Stadtgebiet hat eine Gesamtlänge von 15 km und eine Breite von 8 km. Zum Stadtgebiet Bremerhavens gehören alle Grundstücke, Fluss- und Hafenanlagen mit Ausnahme des Überseehafens. Dieser gehört zur Stadt Bremen. Die Stadt Bremerhaven ist jedoch auf Grund eines Vertrages mit der Stadt Bremen gemeindeverwaltungsmäßig auch für das Überseehafengebiet zuständig. Dies wurde auch in der Verfassung für die Stadt Bremerhaven (VerfBrhv) verankert.

Nachbargemeinden

Das Stadtgebiet Bremerhavens ist im Norden, Osten und Süden vollständig von niedersächsischem Staatsgebiet umgeben. Im Westen der Stadt befindet sich das Mündungsgebiet der Weser in die Nordsee. Die Nachbargemeinden, die alle zum Landkreis Cuxhaven gehören, sind im Norden die Stadt Langen, im Osten die Gemeinde Schiffdorf und im Süden die Gemeinde Loxstedt.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet ist in die Stadtbezirke Nord und Süd unterteilt. Diese gliedern sich weiter in 9 Stadtteile. Einige Stadtteile sind noch einmal untergliedert in Ortsteile. Stadtbezirke Bremerhavens sowie deren zugehörige Stadtteile und Ortsteile:

Geschichte

Die älteste schriftliche Überlieferung zur Besiedlung des heutigen Bremerhavener Stadtgebiets reicht bis 1139 zurück. Damals wurden die Kirchdörfer Geestendorf und Wulsdorf urkundlich genannt. Der 1275 erstmals erwähnte Flecken Lehe nördlich der Geeste gewann eine überörtliche Bedeutung als Amtssitz und Marktort mit minderstädtischen Rechten. Politisch stand das Gebiet an der Geestemündung lange im Widerstreit der Interessen des Erzbistums Bremen und der Stadt Bremen, wobei Lehe seine Rechte mehrfach durch Schutzverträge mit dem Bremer Rat zu wahren suchte. 1648/54 kam das Gebiet mit dem gesamten Erzbistum Bremen unter schwedische Hoheit. 1719 ging es nach kurzzeitiger dänischer Besetzung endgültig auf das Kurfürstentum, später Königreich Hannover über. Hoheit
- 1827 wird die Siedlung Bremerhaven wegen der zunehmenden Versandung der Weser als Bremer Außenposten auf einem von Hannover angekauften Grund angelegt (siehe auch Johann Smidt)
- 1837 wird für Bremerhaven eine vorläufige Gemeindeordnung eingeführt
- 1845 Im Süden Bremerhavens gründet der Staat Hannover unweit der alten Siedlung Geestendorf die neue Siedlung Geestemünde und legt einen Hafen als Konkurrenz zu Bremerhaven an.
- 1847 Bremerhaven wird Ausgangspunkt der ersten Dampferlinie von Europa nach Amerika
- 1848-1852 Sitz der Seezeugmeisterei, des Arsenals der deutschen Reichsflotte während des Schleswig-Holsteinischen Krieges
- 1851 Bremerhaven erhält Stadtrechte. Bereits ein Jahr vorher wurde Geestemünde zu einer Landgemeinde erhoben.
- 1861 bis 1905: In mehreren Abschnitten wird das Gebiet Bremerhavens erweitert
- 1880 Bremerhaven erhält einen hauptamtlichen Stadtdirektor und wird damit faktisch von Bremen unabhängig. Gleichzeitig erhält die nördlich von Bremerhaven gelegene Gemeinde Lehe stadtähnliche Rechte
- 1883 wird die Telefonleitung von Bremen nach Bremerhaven eröffnet, damals die längste Telefonleitung Deutschlands.
- 1888 Die Gemeinde Geestendorf wird nach Geestemünde eingegliedert ("Hafenort Geestemünde" mit etwa 15.000 Einwohnern).
- 1912 Die Landgemeinde Geestemünde erhält Stadtrechte (kreisfreie Stadt) und hat etwa 27.000 Einwohner
- 1920 Lehe wird kreisfreie Stadt, Wulsdorf wird ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Geestemünde
- 1924 Die kreisfreie Stadt Lehe (etwa 40.000 Einwohner) und die kreisfreie Stadt Geestemünde (mit Wulsdorf, zusammen etwa 30.000 Einwohner)) werden zur neuen kreisfreien Stadt Wesermünde vereinigt. Die neue Stadt hat etwa 70.000 Einwohner und gehört zur preußischen Provinz Hannover. Damit ist Bremerhaven komplett von einer einzigen Stadt umgeben.
- 1925 fährt die erste Buslinie Bremerhavens nach Schiffdorf
- 1927 Wesermünde wird durch Eingliederung von Weddewarden, Schiffdorferdamm und Speckenbüttel vergrößert.
- 1938 Das Hafengebiet Bremerhavens wird ausgegliedert und der Stadt Bremen angeschlossen
- 1939 Bremerhaven wird mit der preußischen Nachbarstadt Wesermünde zusammen gelegt. Die neue Großstadt trägt den Namen Wesermünde und gehört zur Provinz Hannover.
- Im Zweiten Weltkrieg wird die Stadt stark zerstört und verliert einen Großteil ihrer Bevölkerung
- 1947 wird Wesermünde in "Bremerhaven" umbenannt und durch die britische Militärregierung dem Land Bremen eingegliedert, das 1949 ein Bundesland Deutschlands wird. Die Stadt hat nunmehr wieder mehr als 100.000 Einwohner. In den Folgejahren dient Bremerhaven (innerhalb der mit Ausnahme der Häfen von Bremen und Bremerhaven britisch besetzen "Nordwest-Zone") als Nachschubhafen der USA.
- 1960 Auf der Grundlage des Wirtschaftsplanes Bremerhaven 1958 erteilt der Magistrat im Rahmen des Bundesbaugesetzes 1960 dem Stadtplaner Prof. Ernst May die Aufgabe, einen Flächennutzungsplan (Generalbebauungsplan) für das gesamte Stadtgebiet aufzustellen. Ein Wirtschaftsgutachten von Prof. Isenberg und ein Verkehrsgutachten von Prof. Leibbrandt sollten den Plan ergänzen.

Eingemeindungen

1960

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1870 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. 1960 ¹ Volkszählungsergebnis ² "Stadt Wesermünde" Stadt Wesermünde 1924 bis 1939 ¹ Volkszählungsergebnis

Religionen

Die überwiegend protestantische Bevölkerung der jungen Siedlung Bremerhaven war seit der Gründung zunächst in die nördliche Kirchengemeinde Lehe eingepfarrt. Lehe war eine überwiegend reformierte Siedlung, in der schon ab 1520 die Reformation eingeführt worden war. Während der Schwedenherrschaft war jedoch das lutherische Bekenntnis vorherrschend. Ab 1846 wurde in Bremerhaven eine eigene Kirche gebaut, die Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche. An dieser Kirche entstand eine aus Lutheranern und Reformierten Gemeindegliedern bestehende Unierte Gemeinde, die von Anfang an zur Bremischen Evangelischen Kirche gehörte und bis heute die einzige Kirchengemeinde dieser Landeskirche in Bremerhaven ist. Von dieser spaltete sich 1855 eine lutherische Gemeinde ab. Die später in Bremerhaven neu gegründeten Kirchengemeinden sowie die Kirchengemeinden der mit Bremerhaven seit 1939 vereinigten Stadt Wesermünde beziehungsweise dessen Vorgängergemeinden Geestemünde und Lehe gehören - sofern es sich um lutherische Gemeinden handelt - zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers (Kirchenkreise Bremerhaven, Wesermünde-Nord und Wesermünde-Süd innerhalb des Sprengels Stade) beziehungsweise - sofern es sich um reformierte Gemeinden handelt - zur Evangelisch-reformierten Kirche (Synodalverband VIII). Darüber hinaus gibt es in Bremerhaven auch freikirchliche Gemeinden. Schon bald nach Gründung der Stadt zogen auch Katholiken nach Bremerhaven, die jedoch zahlenmäßig stets in der Minderheit blieben. 1867 wurde die Kirche St. Marien im neugotischen Stil erbaut, die erste katholische Kirche der Stadt. Die zugehörige Gemeinde wurde 1902 eine selbstständige Pfarrei, nachdem sie zuvor als Filialgemeinde zu St. Johann in Bremen (Bistum Osnabrück) gehörte. Später folgten weitere Gemeinden, auch in den Nachbargemeinden Geestemünde und Lehe, wie etwa die Herz-Jesu Kirche in Lehe 1911. Heute gehören die Pfarrgemeinden der Stadt Bremerhaven zum Dekanat Bremerhaven des Bistums Hildesheim. Das Dekanat Bremerhaven umfasst darüber hinaus auch Gemeinden des Landkreises Cuxhaven.

Politik

Bistums Hildesheim Bistums Hildesheim Bistums Hildesheim Mit der Gründung Bremerhavens im Jahre 1827 übernahm zunächst ein Amtmann aus Bremen die Verwaltungsgeschäfte. Eine eigentliche Gemeindeverwaltung gab es zunächst nicht. 1837 erhielt die Siedlung eine vorläufige Gemeindeordnung, war jedoch faktisch weiterhin von Bremen abhängig. Eine eigene Stadtverwaltung gab es weiterhin zunächst nicht. Mit Wirkung vom 18. Oktober 1851 erhielt Bremerhaven die Stadtrechte. Fortan gab es einen 8köpfigen Gemeinderat mit einem Vorsitzenden, der die Stadt de jure vertrat, aber keine Kompetenzen erhielt. Eigentliches Stadtoberhaupt war somit immer noch der bisherige Amtmann aus Bremen. Erst 1880 wurde ein hauptamtlicher Stadtdirektor eingesetzt und die Stadt damit faktisch von Bremen selbständig. Ab 1923 erhielt dieser den Titel Oberbürgermeister. Von da an war Bremerhaven quasi einer kreisfreien Stadt anderer Länder vergleichbar. Ähnlich war es auch in den benachbarten Kommunen Lehe und Geestemünde. Während in Geestemünde zunächst ein Gemeindevorsteher, ab 1889 ein Bürgermeister amtierte, gab es in Lehe bereits ab 1880 einen Bürgermeister. Beide Städte wurden 1919 beziehungsweise 1920 kreisfrei, weshalb das Stadtoberhaupt den Titel Oberbürgermeister führte. Diesen Titel führte auch das Stadtoberhaupt der aus der Vereinigung beider Städte 1924 gebildeten kreisfreien Stadt Wesermünde. Somit gab es auf dem Gebiet der heutigen Stadt Bremerhaven seit den 1920er Jahren zunächst zwei Oberbürgermeister, bis zur Vereinigung beider Städte im Jahre 1939. Heute hat die Stadt Bremerhaven aufgrund der "Verfassung für die Stadt Bremerhaven (VerfBrhv)" als Verwaltungsorgane eine Stadtverordnetenversammlung und einen Magistrat. Die Stadtverordnetenversammlung besteht aus 48 Stadtverordneten, deren Mitglieder von den Bürgern der Stadt auf vier Jahre gewählt werden. Sie ist grundsätzlich für alle Angelegenheiten der Stadt zuständig. Die Stadtverordnetenversammlung wählt in der ersten Sitzung nach der Wahl den Stadtverordnetenvorsteher sowie einen ersten und einen zweiten Beisitzer. Diese bilden den Vorstand. Der Stadtverordnetenvorsteher repräsentiert die Stadtverordnetenversammlung, leitet die Verhandlungen der Stadtverordnetenversammlung und übt das Hausrecht aus. Das zweite Organ, der Magistrat, ist die Verwaltungsbehörde der Stadt. Er besorgt die laufende Verwaltung der Stadt und besteht aus dem Oberbürgermeister, dem Bürgermeister als seinem Vertreter und weiteren hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitgliedern (Stadträte). Die hauptamtlichen Mitglieder, darunter auch der Oberbürgermeister, werden von der Stadtverordnetenversammlung auf sechs Jahre, die ehrenamtlichen Mitglieder für die Dauer ihrer Wahlzeit gewählt. Der Oberbürgermeister leitet die Sitzungen des Magistrats. Der derzeit amtierende Oberbürgermeister wurde 1999 gewählt und 2005 wiedergewählt. In der Stadtverordnetenversammlung regiert eine große Koalition aus SPD und CDU.

Stadtoberhäupter

Geestendorf bis 1888
- 1877 - 1888: August Lenthe, Gemeindevorsteher Lehe bis 1924 Stadtrechtsähnliche Verfassung ab 1880; kreisfreie Stadt ab 1920
- 1880 - 1884: Gustav Fels, Bürgermeister
- 1884 - 1906: Gustav Augspurg, Bürgermeister
- 1906 - 1908: Theodor J. Schmiedel, Bürgermeister
- 1908 - 1915: Eugen Kirschbaum, Bürgermeister
- 1916 - 1924: Dr. Karl Schönewald, Bürgermeister, ab 1920 Oberbürgermeister Geestemünde bis 1924 (Seit 1850 Landgemeinde, ab 1919 kreisfreie Stadt)
- 1850 - 1857: Bröcker, Gemeindevorsteher
- 1857 - 1868: H. Lohse, Gemeindevorsteher
- 1868 - 1880: Christian Ludwig, Gemeindevorsteher
- 1880 - 1889: Heinrich Rabien, Gemeindevorsteher
- 1889 - 1899: Hermann Bleßmann, Bürgermeister
- 1899 - 1917: Wilhelm Klußmann, Bürgermeister
- 1917 - 1924: Dr. Walter Delius, Bürgermeister, ab 1919 Oberbürgermeister Wesermünde 1924 bis 1947
- 1924 - 1945: Dr. Walter Delius, Oberbürgermeister
- 1945 - 1946: Dr. Helmut Koch, Oberbürgermeister
- 1946 - 1947: Gerhard Van Heukelum, Oberbürgermeister Bremerhaven 1880 bis 1939 und seit 1947
- 1880 - 1890: Hermann Gebhard, Stadtdirektor
- 1890 - 1908: Adolf Hagemann, Stadtdirektor
- 1909 - 1913: Erich Koch-Weser, Stadtdirektor
- 1913 - 1933: Waldemar Becké, Stadtdirektor, ab 1923 Oberbürgermeister
- 1933 - 1939: Julius Lorenzen, Oberbürgermeister
- 1939 - 1947: Die Stadt Bremerhaven ist Teil der Stadt Wesermünde
- 1947 - 1948: Gerhard Van Heukelum, Oberbürgermeister
- 1948 - 1957: Hermann Gullasch, Oberbürgermeister
- 1958 - 1978: Bodo Selge, Oberbürgermeister
- 1978 - 1983: Werner Lenz, Oberbürgermeister
- 1983 - 1995: Karl Wilms, Oberbürgermeister
- 1995 - 1999: Manfred Richter (FDP), Oberbürgermeister
- 1999 - heute: Jörg Schulz (SPD), Oberbürgermeister Stadtverordnetenvorsteher seit 1948
- 1948 - 1951: Karl Curdt
- 1951 - 1955: Carl Stelljes
- 1955 - 1959: Karl Eggers
- 1959 - 1971: Willi Kuhn
- 1971 - 1975: Max Bernhardt
- 1975 - 1977: Günter Lemke
- 1977 - 1983: Mathilde Lehmann
- 1983 - 1995: Alfons Tallert
- 1995 - 1999: Hans Joachim Petersen
- 1999 - heute: Artur Beneken, (SPD)

Wappen

Das Wappen der Stadt Bremerhaven zeigt in Silber, über gewelltem blauen Schildfuß mit silbernem Fisch, ein Hanseschiff mit blauem Dach auf dem Achterkastell. Auf den Segeln drei Wappen: 1 in Rot ein silberner Schlüssel, darüber in Silber ein rotes Tatzenkreuz, 2 in Blau ein goldener Anker, 3 in Rot zwei gekreuzte silberne Sensenblätter. Bedeutung: Die Stadt Bremerhaven legte sich dieses Wappen nach der Eingliederung der Stadt Wesermünde in das Bundesland Bremen und deren Umbenennung in Bremerhaven 1947 zu. Offiziell angenommen wurde es am 28. Mai 1947. Schiff und Fisch weisen auf die Bedeutung als Hafen- und Fischereistandort der Stadt Bremerhaven hin. Die Wappen auf den Segeln symbolisieren die drei ehemaligen Städte Bremerhaven (Bremer Schlüssel und Tatzenkreuz), Geestemünde (Anker) und Lehe (Sensenblätter).

Städtepartnerschaften

Bremerhaven unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
- Cherbourg-Octeville, Frankreich seit 1960
- Grimsby/North East Lincolnshire, Großbritannien seit 1963
- Pori, Finnland seit 1969
- Frederikshavn, Dänemark seit 1979
- Stettin, Polen seit 1990
- Kaliningrad, Russland seit 1992
- Compton (Kalifornien), USA

Wirtschaft und Infrastruktur

Bremerhaven ist der wichtigste Fischereihafen Deutschlands, was der Stadt den Spitznamen "Fischtown" eingebracht hat. Hinzu kommt die wichtige Bedeutung als Hafen für den Autoumschlag. Wichtigste Industriezweige: Containerterminal, Werften, Lebensmittelverarbeitung, Tourismus. Die 1877 gegründete Bremer Lagerhaus Gesellschaft, heute BLG Logistics Group, in Bremerhaven ist heute mit 6.800 Mitarbeitern einer der Branchenführer in der Autologistik und im sogenannten Finishing in Europa. Im Autoterminal der BLG, mit einer Gesamtfläche von drei Millionen Quadratmetern, ist Platz für 120.000 Fahrzeuge. Der Gesamtwert beläuft sich bei voller Auslastung auf ca. 3,6 Mrd. Euro. Die meisten der für den deutschen Markt bestimmten Importautos gelangen über Bremerhaven nach Deutschland.

Verkehr

Durch das östliche Stadtgebiet Bremerhavens führt die Bundesautobahn A27 Bremen-Cuxhaven. Ferner führen die B 6 und B 71 durch das Stadtgebiet. Bremerhavens Hauptbahnhof liegt an der Strecke Bremen - Cuxhaven und ist Ausgangspunkt der Strecke nach Hamburg-Neugraben. Auch das Hafengebiet besitzt ein ausgedehntes Schienennetz. Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen Busse der Verkehrsgesellschaft Bremerhaven AG und anderen Unternehmen. Die Verkehrsgesellschaft Bremerhaven wurde 1881 als Bremerhavener Straßenbahn gegründet und wurde ab 1926 als Straßenbahn Bremerhaven-Wesermünde A.-G. beziehungsweise ab 1939 als Straßenbahn Wesermünde A.-G. geführt. 1982 wurde die Straßenbahn stillgelegt. Seither verkehren nur noch Busse im Stadtgebiet. Die Stadt gehört dem Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen an. Demnächst soll Bremerhaven an das Bremer S-Bahn-Netz angeschlossen werden, welches sich noch im Planungsstadium befindet. Bremerhaven hat einen Flugplatz, von dem u.a. Helgoland bedient wird, sowie ein internationales Kreuzfahrt-Terminal (Bremerhaven-Columbuskaje).

Medien

In Bremerhaven erscheint als Tageszeitung die Nordsee-Zeitung. Radio Bremen unterhält im Columbus Center ein Außenstudio. Desweiteren besteht als Fernseh- und Hörfunkprogramm der Bürgerrundfunk Bremerhaven.

Öffentliche Einrichtungen

In Bremerhaven haben folgende Einrichtungen und Institutionen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts ihren Sitz:
- IHK
- Wasser- und Schifffahrtsamt Bremerhaven Bremerhaven ist außerdem traditionell ein größerer Standort der Deutschen Marine. Die jetzt größte Marinedienststelle ist die Marineortungsschule, an der Soldaten in den Bereichen Taktik, Nautik, Elektronik und anderen Spezialgebieten ausgebildet werden.

Bildung

In Bremerhaven befindet sich die Hochschule Bremerhaven, die 1975 gegründet und seither ständig erweitert wurde. Ihre Vorgängereinrichtungen waren Abteilungen der Bremer Hochschule für Technik und Nautik. Ferner befindet sich hier das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung und ein Zentrum für Biotechnologie.

Ansässige Unternehmen


- BLG
- Comet
- Deutsche See
- Eurogate
- Frosta
- Frozen Fish
- Lloyd-Werft
- Nadler Feinkost
- Nordsee
- NTB North Sea Terminal Bremerhaven
- Pitzner Technischer Großhandel

Kultur, Sport und Sehenswürdigkeiten

Pitzner Pitzner] Pitzner Pitzner Pitzner Pitzner Pitzner

Theater


- Stadttheater Bremerhaven, erbaut von Oskar Kaufmann
- Theater im Fischereihafen

Galerien/Ausstellungen


- Kunsthalle Bremerhaven
- Galerie 149
- Galerie Paul

Museen


- Deutsches Schifffahrtsmuseum (mit Museumshafen)
- Museums-U-Boot Wilhelm Bauer (U 2540)
- Erfahrungsfeld PHÄNOMENTA
- Museumsschiff FMS GERA
- Historisches Museum Bremerhaven "Morgenstern Museum", beachtenswert ist hier die Deutsche Auswanderer-Datenbank (DAD)
- Deutsches Auswandererhaus
- Nordsee-Museum
- Volkskundliches Freilichtmuseum Speckenbüttel

Musik


- Rock Cyclus Bremerhaven e. V.

Sport


- Rudern: Bremerhavener Ruderverein von 1889 - Bronze World Rowing U23
- Basketball: Eisbären Bremerhaven - 1. Basketball Bundesliga BBL
- Eishockey: REV Bremerhaven - 2. Eishockey Bundesliga
- Fußball: FC Bremerhaven - Verbandsliga Bremen
- Tanzen: TSG Bremerhaven - 1. Bundesliga Latein Formation
- Tennis: Bremerhavener Tennisverein von 1905 - 2. Tennis Bundesliga Nord

Bauwerke


- Bürgermeister-Smidt-Gedächtnis-Kirche (Architekt Simon Loschen), evangelische Hauptkirche der Stadt. Sie bildet zusammen mit dem Columbus-Center das Wahrzeichen der Stadt
- Großer Leuchtturm ("Loschenturm"), 1854 erbaut von dem Bremer Architekten Simon Loschen im Stil der norddeutschen Backsteingotik
- Comfort Hotel
- Radarturm
- Weidenschloss

Sonstige Sehenswürdigkeiten


- Häfen (Rundfahrt im Hafenbus, Hafenrundfahrten)
- Columbusbahnhof - Columbus Cruise Center (Kreuzfahrt-Terminal)
- Obere Bürger (Fußgängerzone)
- Alte Bürger (Kneipenmeile)
- Schaufenster Fischereihafen mit Atlanticum (Aquarium und Fischereimuseum)
- Zoo am Meer
- Container-Aussichtsturm (Rundblick über den Überseehafen und den Container-Terminal, Eintritt frei)
- Besucherzentrum Lloyd-Werft (Werft-Führung und 360°-Rundgang mit Vortrag auf der Plattform)
- Aussichtsplattform des Radarturms
- Thieles Garten (Park mit altem Baumbestand, exotischen Pflanzen und Skulpturen)
- Die Sail 2005 (das größte Windjammer-Treffen Europas alle 5 Jahre)
- "Seute Deern" Museums und Restaurantschiff mit Trauungsmöglichkeit
- Der Bürgerpark
- Deutsches Auswandererhaus am Neuen Hafen

Kulinarische Spezialitäten


- Fischspezialitäten aus Nordseefisch
- Krabben
- Grünkohl

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Die Stadt Bremerhaven beziehungsweise deren Vorgängergemeinden haben folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen (in der Reihenfolge der Verleihung): Ehrenbürger von Bremerhaven
- 1885: Otto von Bismarck, Reichskanzler
- 1885: Karl Heinrich von Boetticher, Stellvertreter des Reichskanzlers
- 1885: Ernst Heinrich Wilhelm von Stephan, Pionier des Post- und Telegrammverkehrs
- 1885: Hermann Henrich Meier, Unternehmer
- 1920: Heinrich Kuhlmann, Stadtverordneter und Stadtrat
- 1930: Johann Hinrich Schmalfeldt, Wohltäter
- 1960: Adolf Butenandt, Wohltäter und Nobelpreisträger
- 1965: Wilhelm Kaisen, Bürgermeister von Bremen
- 1968: Gerhard van Heukelum
- 1983: Helmut Schmidt, Bundeskanzler Ehrenbürger von Geestemünde
- 1920: Georg Diedrich Seebeck Ehrenbürger von Lehe
- 1924: Johann (Hans) Carl Harries, Mitglied des Magistrats
- 1924: Rudolf Mädger, Mitglied des Magistrats
- 1924: Friedrich Timmermann, Mitglied des Magistrats Ehrenbürger von Wesermünde
- 1931: August Lührs, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Selbstverwaltung

Söhne und Töchter der Stadt

Folgende Personen wurden in Bremerhaven geboren (chronologische Auflistung nach Geburtstag):
- 1875, 26. Februar, Erich Koch-Weser, † 19. Oktober 1944 in Brasilien, Politiker (DDP), MdR, Reichsinnenminister, Reichsjustizminister
- 1898, 17. Juni, Carl Hermann, † 12. September 1961, Kristallograph
- 1903, 24. März im Ortsteil Lehe, Adolf Butenandt, Biochemiker (Isolierung des Östrogen) und Nobelpreisträger.
- 1905 oder 1910, 23. März im Ortsteil Lehe, Lale Andersen alias Liselotte Helena Bunnenberg, † 29. August 1972 in Wien, Sängerin ("Lili Marleen")
- 1910, 30. Januar, Carola Höhn, † 08. November 2005 in München Grünwald, Schauspielerin ("Aus dem Tagebuch eines Junggesellen", "Ferien vom Ich", "Der Mustergatte")
- 1963, 18. August, Heino Ferch, Schauspieler ("Comedian Harmonists", "Der Tunnel", "Das Wunder von Lengede", "Der Untergang")
- 1964, Oliver Fartach-Naini, Gitarrist (CDs "Movement for Two Guitars", "Suite Buenos Aires", "Frutti di Mare", "Tangos Sin Palabras", "Ex Oriente Lux", "Didar - Live in Berlin")
- 1965, Volker Engel, Oscargewinner (1997) für "Independence Day"
- 1965, Jens Kommnick, Gitarrist und Liedermacher ("Iontach")

Literatur


- Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Band III Nordwestdeutschland, 1. Teilband Niedersachsen/Bremen - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1952
- Die jüngere Geschichte der Stadt Bremerhaven. Burchard Scheper, hrsg. vom Magistrat Bremerhaven 1977

Sagen und Legenden

Quelle
„Hake Betken siene Duven“ Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung ISBN 3-931771-16-4 von den Männer vom Morgenstern

Weblinks


- [http://www.bremerhaven.de Stadt Bremerhaven]
- [http://www.bremerhaven-360.de 360-Grad-Panoramen der Seestadt Bremerhaven]
- [http://www.dah-bremerhaven.de Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven]
- [http://www.dsm.de Deutsches Schiffahrtsmuseum Bremerhaven]
- [http://www.historisches-museum-bremerhaven.de Historisches Museum Bremerhaven]
- [http://www.seestadt.net Linkverzeichnis Bremerhaven]
- [http://www.seestadt-bremerhaven.de Tourismus Bremerhaven]
- [http://phaenomenta-bremerhaven.de Phänomenta Bremerhaven]
- [http://www.schaufenster-fischereihafen.de Schaufenster Fischereihafen (Lokale & mehr)]
- [http://werften.fischtown.de Bremerhavens maritime Geschichte] Kategorie:Ort in Bremen ! Kategorie:Ort mit Seehafen Kategorie:Exklave ja:ブレーマーハーフェン ko:브레머하펜

Potosi (Schiff)

Die Potosí war nach der France I und Maria Rickmers der Welt drittes Segelschiff mit der Takelage einer Fünfmastbark. Sie fuhr für die Reederei F. Laeisz (FL), Hamburg, als Frachtsegler in der Salpeterfahrt Deutschland-Chile. Wie alle FL-Segler hatte sie keinen Hilfsantrieb. Benannt wurde sie, wie alle Schiffe von FL seit 1875 mit einem mit "P" beginnenden Namen, nach der bolivianischen Stadt Potosí. Erster Schiffsführer war der berühmte Kapitän Robert Hilgendorf, der wahre Rekorde mit diesem damals größten Segler der Welt (bis 1902) erreichte. Insgesamt absolvierte das große Schiff 27 Rundreisen unter fünf Kapitänen bis zu seiner Internierung in Chile. Noch während der Internierungszeit 1914-1920 wurde sie an die Reederei F. A. Vinnen, Bremen, verkauft und 1920 als Reparationszahlung nach Frankreich ausgeliefert. Von dort wurde sie nach Buenos Aires, Argentinien, kurze Zeit später an die chilenische Reederei González, Soffia & Cía., Valparaíso verkauft. In Flora umbenannt machte sie noch eine Fahrt nach Hamburg in ihren alten Heimathafen unter dem ehemaligen Laeisz-Kapitän August Oetzmann mit einer Ladung Salpeter. Von dort segelte sie 1925 über Cardiff (Übernahme einer Ladung Kohle) nach Mejillones, Chile, zurück und geriet mit der Kohleladung vor der patagonischen Küste in Brand. Nach Aufgrundsetzen, Explosion, Ausbrennen und Tage späterem Wiederaufschwimmen und Abtreiben wurde sie als führerloses, ausgebranntes Wrack vor Comodoro Rivadavia vom argentinischen Kreuzer Patria versenkt. Benennung der Masten:
- Fockmast, Großmast, Mittelmast, Achtermast (auch Laeisz-Mast, Kreuzmast), Besanmast
- fore, main, middle, after (Laeisz, mizzen), spanker (engl. übersetzt); fore, main, mizzen, jigger, spanker (engl. Standardbenennung) Die Potosí war nach der Preussen der größte und schnellste der legendären Flying-P-Liner und eines der schönsten je gebauten Segelschiffe.

Schiffsdaten


- Konstruktion: Siemens-Martin-Stahlrumpf als Dreiinselschiff; Masten aus Stahl, Bramstengen und Royalrahen aus Holz
- Rigg: Fünfmastbark mit doppelten Mars- und Bramrahen und Royals, Besanmast als Pfahlmast mit zwei Gaffeln
- Stapellauf: 8. Juni 1895
- Jungfernfahrt: 26. Juli 1895 nach Iquique, Chile
- Unterscheidungssignal: R K G B; als Flora: Q E P D
- Bauwerft: Joh. C. Tecklenborg AG, Geestemünde (Bremerhaven)
- Konstrukteur: Dr.-Ing h.c. Georg Wilhelm Claussen
- Reederei: F. Laeisz, Hamburg
- weitere Reedereien: 1917 F. A. Vinnen, Bremen; 1923 González, Soffia & Cía., Valparaíso
- weitere Namen: 1923 Flora
- Heimathafen: Hamburg; 1923 Valparaíso
- Galionsfigur: ja, Figur eines Berggeistes, nach anderer Quelle die eines griech. Flußgottes
- Länge über alles: 132,89 m
- Länge Galion-Heck (Rumpflänge): 122,42 m
- Länge zwischen den Loten: 111,63 m
- Breite: 15,15 m
- Raumtiefe: 8,65 m
- Seitenhöhe: 9,19 m
- Tiefgang: 7,77 m
- Vermessung: 4.026 BRT (Bruttoregistertonnen) / 3.858 NRT (Nettoregistertonnen)
- Verdrängung: 8.580 t (Schiffsmasse inkl. Ladung)
- Ladekapazität/Tragfähigkeit: 6.300 tons (1 ton = 1,016 t)
- Segelfläche: 5.250 m² (39 Segel: 24 Rah-, 4 Vor-, 8 Stagsegel (zw. den Masten), 2 Besane + Besantoppsegel)
- Masthöhe: 64,3 m (Masttop – Kiel)
- Baukosten: RM 600.000,00
- Klassifikation: Lloyd's / Bureau Véritas +100A
- Erster Schiffsführer: Kapitän Robert Hilgendorf (8 Rundreisen)
- weitere Kapitäne: Georg Schlüter (2), Jochim Hans Hinrich Nissen (10), Joh. Frömcke (3), Robert Miethe (4); Aug. Oetzmann (FLORA)
- Besatzung: 40 - 44 Mann
- Höchstgeschwindigkeit: 17 kn
- Bestes Etmal: 378 sm

Weblinks


- http://www.jocham-schiffe.de/html/start.htm
- http://www.haus-potosi.de/Pot.htm (deutsch)
- http://www.haus-potosi.de/Potgeschichte.htm (deutsch)
- http://www.esys.org/bigship/potosi.html (deutsch)
- http://www.bruzelius.info/Nautica/Ships/Fivemast_ships/Potosi(1895).html (engl.)
- http://werften.fischtown.de/potosi.htm (deutsch) Kategorie:Segelschiff

Preussen (Schiff)

Preußen war der Name mehrerer Schiffe. Das bekannteste Schiff dieses Namens war das Fünfmastvollschiff der Reederei Laeisz, das größte reine Rah-Segelschiff Deutschlands. Segelschiff Die Preußen, wegen ihrer eleganten Linien trotz der hohen Ladekapazität, ihrer majestätischen Erscheinung unter Vollzeug und ihrer besonderen Segeleigenschaften "Königin der See", auch "Königin der Königinnen der Meere" genannt, war das größte reine Rah-Segelschiff (nie mit einem Hilfsantrieb ausgerüstet) Deutschlands und der Welt in Stahlrumpfbauweise. Größer waren: der Welt größtes Segelschiff (aber anfänglich mit Motoren ausgerüstet), die französische Fünfmastbark FRANCE II, die R. C. RICKMERS, eine Auxiliar-Fünfmastbark, und der us-amerikanische Siebenmastgaffelschoner THOMAS W. LAWSON - größtes je gebautes reines Segelschiff und größter Schoner.

Beschreibung

Das Fünfmastvollschiff wurde 1902 auf der Werft der Joh. C. Tecklenborg AG in Geestemünde (Bremerhaven) aus bestem Siemens-Martin-Stahl gebaut und war das einzige seiner Art in der Welthandelsflotte. Es fuhr unter der Flagge der Hamburger Reederei F. Laeisz (FL) und war der größte, berühmteste und schnellste Segler der Flying-P-Linie (das bis dahin Preußen genannte Vollschiff der Reederei wurde in POSEN (nach der polnischen Stadt Posen) umbenannt). Die Rumpfkonstruktion entsprach dem Dreiinselschiffs-Typ, der von F. Laeisz bevorzugte Schiffstyp bei allen Vier- und Fünfmastrahseglern. Alle Masten und Spieren (außer der Besangaffel) waren aus Stahlrohr gebaut. Preußen fuhr als Fünfmastvollschiff ein modernes Standardrigg mit doppelten Mars- und Bramrahen und Royalsegel, also 30 Rahsegel in sechs Stockwerken an den fünf Masten. Dazu hatte sie "Jarvis"-Brasswinden (benannt nach dem schottischen Kapitän John Charles Barron Jarvis (1857-1935)) an allen Masten, des weiteren andere mechanische Hilfsmittel zur Unterstützung der Arbeit an Deck. Sie war ein starkes Schiff und brauchte keinen Sturm zu scheuen (Tradition der FL-Segler). Selbst bei Windstärke "9" konnte sie wenden! Britische Seeleute ihrer Zeit hielten sie für den schnellsten Segler (nie eingestellte Rekordreise nach Iquique in 57 Tagen 1903, höchste Etmale 392 sm (voll beladen) und 426 sm, "fahrplanmäßige" Reisen, zwei komplette Rundreisen nach Chile) im Jahr. Sie war der Höhepunkt des Segelschiffbaus, absolut ökonomisch und effizient konstruiert als frachtfahrendes Segelschiff nach Maßgabe der Reederei - sie verdiente ihr Geld trotz der überwiegenden Ballastfahrten nach Chile. Denn FL war auch Eigner der Salpeter-Ladungen, die dann entsprechend verkauft wurden. Die Preußen war der Stolz von Mannschaft und Kapitän und erforderte natürlich bestes Personal. Damit war sie wegen ihrer ausgezeichneten Segeleigenschaften problemlos zu manövrieren, auch wenn bei Windstärke 8 und mehr wegen des ungeheuren Drucks auf die Ruderanlage zwei Mann das 2 m hohe Doppelruderrad halten mußten. Ein Vergleich mit dem bekanntesten Klipper: die berühmte CUTTY SARK transportierte circa 1.700 tons mit 35 Mann, Preußen dagegen 7.874 tons (à 1,016 t, = 8.000 t) mit 45 - 49 Mann. Die seltene Auslastung der Schiffskapazität bei der Ausreise lag vor allem am mangelnden Frachtaufkommen für Segler nach Chile (Dampfer - Konkurrenz). Selbst kleinere Segler hatten in dieser Zeit auf Grund des Niedergangs der Segelschifffahrt oft keine Fracht erhalten. Sie machte insgesamt 13 Reisen unter ihren beiden berühmten Schiffsführern, Kapt. Boye Richard Petersen und Kapt. Jochim Hans Hinrich Nissen, davon 12 nach Chile, eine über New York nach Jokohama, Chile und zurück nach Europa. Die Preußen kollidierte am 6. November 1910 mit dem englischen Dampfer BRIGHTON im Ärmelkanal, der vorschriftswidrig vor dem Bug des Seglers kreuzte. Als man ihn in den Hafen von Dover schleppen wollte, rissen die Seile (aufkommender Sturm), und die Preußen strandete nach dem Versuch, sich eigenständig aus der Lage zu befreien, auf den Klippen vor dem rettenden Hafen. Es gelang nicht einmal, mit 12 Schleppern das Vollschiff zu befreien. Das Wrack verfiel mit der Zeit. Derzeit befährt ein zweites Segelschiff mit Rahen an allen fünf Masten als Fünf-Sterne-Luxus-Kreuzfahrtschiff, die 60 Mio. Dollar teure ROYAL CLIPPER der schwedischen Reederei Mikael Krafft, die Weltmeere. Dieses Schiff setzt die Segel mittels Motoren vollautomatisch. Auch das Einholen der Segel geschieht per Knopfdruck.

Schiffsdaten


- Konstruktion: Siemens-Martin-Stahlrumpf als Dreiinselschiff; Masten (Untermasten u. Marsstengen ein Stück) und Spieren aus Stahl; Besangaffel Holz
- Rigg: Fünfmastvollschiff mit doppelten Mars- und Bramrahen und Royals an allen fünf Masten
- Stapellauf: 7. Mai 1902
- Jungfernfahrt: 31. Juli 1902 nach Iquique, Chile (Indienststellung)
- Unterscheidungssignal: R M P T
- Bauwerft: Joh. C. Tecklenborg A.G. , Geestemünde (Bremerhaven)
- Bau-Nr. : 179
- Konstrukteur: Dr.-Ing. h. c. Georg Wilhelm Claussen
- Reederei: F. Laeisz, Hamburg
- Heimathafen: Hamburg
- Galionsfigur: keine; statt dessen: Krulle (Volute)
- Länge über alles: 147 m
- Länge Galion-Heck (Rumpflänge): 134,9 m
- Länge auf Deck: 129,8
- Länge in der KWL: 124,25 m
- Länge zwischen den Loten: 121,92 m
- Breite: 16,4 m
- Raumtiefe: 9,90 m
- Seitenhöhe: 10,24 m
- Tiefgang: 8,26 m
- Vermessung: 5.081 BRT (Bruttoregistertonnen) / 4.788 NRT (Nettoregistertonnen)
- Verdrängung: 11.650 t (8.000 t Ladung + 3.550 t Eigenmasse + 100 t Kesselspeisewasser); plus weitere 450 t Wasserballast: 12.100 t
- Ladekapazität/Tragfähigkeit: 8.000 t bzw, 7.874 tons (1 ton = 1,016 t)
- Segelfläche: 6.800 m² [5.660 m²] (47 Segel: 30 Rah-, 12 Stag-, 4 Vor-Stagsegel, 1 Besan)
- Masthöhe: 68 m (FlaggenknopfKiel, 58 m FlaggenknopfDeck)
- Länge Großrah: 32 m (!); Royalrah: 16 m
- Hilfsmaschinen: Dampfwinden zum Heißen von Rahen, Segel, Ladung; kein Hilfsantrieb
- Baukosten: RM 900.000,00 (Stapellauf); RM 1.200.000,00 gesamt.
- Klassifikation: Lloyd's / Bureau Véritas +100A
- Erster Schiffsführer: Boye Richard Petersen (10 Rundreisen, 1 Weltreise)
- weitere Kapitäne: 1909 Jochim Hans Hinrich Nissen (2 Rundreisen + letzte Fahrt)
- Besatzung: 45 - 49 Mann (offiziell 46 Mann: Kapitän, 3 Steuerleute (Offz.), 6 Uffz., 36 Mann)
- Höchstgeschwindigkeit: 19 kn
- Bestes Etmal: 392 sm (28. Juli 1908, Indischer Ozean, beladen); 426 sm zw. 8. / 9. November 1904 (Südpazifik n. Runden Kap Hoorn)
- Besonderheiten: Passagierdoppelkabine, Vierbett-Hospital, "Jarvis"-Winden

Weblinks


- http://werften.fischtown.de/preussen1.htm (deutsch)
- http://www.bruzelius.info/Nautica/Ships/Fivemast_ships/Preussen(1902).html (engl.)
- http://www.esys.org/bigship/preussen.html (deutsch)
- http://www.janmaat.de/preussen.htm (deutsch)
- http://www.seemotive.de/html/preussen.htm (deutsch)
- http://www.caphorniers.cl/preussen/ships_valpo.htm (engl.)
- http://jean.dahec.free.fr/25oct/preussen.html (franz.)

Preußen (Seedienst Ostpreußen)

Ein weiteres Schiff namens Preußen fuhr im Rahmen des Seedienstes Ostpreußen für die Reederei Bräunlich zwischen 1926 und 1944 von Kiel/Travemünde entlang der südlichen Ostseeküste nach Pillau in Ostpreußen. Kategorie:Segelschiff Kategorie:Schiffswrack

Schulschiff

Schulschiff ist die Bezeichnung für einen Schiffstyp, der zu Ausbildungszwecken für angehende Offiziere der Marine oder Handelsschifffahrt unterhalten wird. Schulschiffe sind in der Regel Segelschiffe (Großsegler), auf denen praktische Seemannschaft erlernt werden soll.

Schulschiffe der Marine

Bei der Marine werden auf einem derartigen Schiff neben einer Stammmannschaft aus Berufs- und Zeitsoldaten eine bestimmte Anzahl von Kadetten zusammengestellt, die dann im Rahmen von Auslandsreisen mit dem Schulschiff zum einen in den üblichen militärischen Fächern ausgebildet werden, zum anderen aber auch zu repräsentativen Zwecken in quasi diplomatischer Mission unterwegs sind. Die Bundesmarine unterhielt bis 1990 zwei derartige Schiffe: Das Segelschulschiff "Gorch Fock", das immer noch aktiv ist und das Schulschiff "Deutschland", das bis 1990 seinen Dienst versah und 1994 in Indien verschrottet wurde.

Segelschulschiffe

Segelschulschiffe sind von Kriegs- und Handelsmarinen, aber auch von Vereinen und Organisationen in Fahrt gehaltene Großsegler zur Ausbildung des seemännischen Nachwuchses. Es handelt sich entweder um speziell für Ausbildungszwecke konzipierte Schiffe (z.B. die “Gorch Fock” (II) der Bundesmarine der BRD) oder um umgebaute Frachtsegler (z.B. die “Krusenstern” der UdSSR). Im Deutschen Reich unterhielt der Deutsche Schulschiff-Verein Bremen von 1900 bis 1925 drei eigene Segelschulschiffe. Zivile Segelschulschiffe wurden bis nach dem Zweiten Weltkrieg meist auch zu Frachtfahrten eingesetzt. Heute nehmen einige zivile Segelschulschiffe auch zahlende Passagiere zur Finanzierung des Unterhalts des Schiffs mit auf Fahrt.

Bekannte deutsche und ausländische Segelschulschiffe


- Admiral von Trotha (Deutsches Reich, Wrack)
- Albert Leo Schlageter (Deutsches Reich)
- Alexander von Humboldt (Deutschland)
- Almirante Saldanha (Argentinien)
- Amerigo Vespucci (Italien)
- Ares (Griechenland)
- Aspirante (Uruguay)
- Assen (Bulgarien
- Cristoforo Colombo (Italien)
- Dar Mlodziezy (Polen)
- Dar Pomorza (Polen)
- Deutschland (Deutsches Reich)
- Don Juan de Austria (Spanien)
- Eagle (USA)
- Esmeralda (Chile)
- Galatea (Spanien)
- Gorch Fock (I) (Deutsches Reich)
- Gorch Fock (II) (BRD)
- Greif (BRD)
- Grossherzog Friedrich August (Deutsches Reich)
- Grossherzogin Elisabeth (Deutsches Reich)
- Guanabara (Brasilien)
- Herbert Norkus (Deutsches Reich)
- Horst Wessel (Deutsches Reich)
- Jadran (Jugoslawien)
- Juan Sebastián de Elcano (Spanien)
- København (Dänemark)
- Krusenstern ex Padua, Kaliningrad (Russland)
- Mircea (Rumänien)
- Niobe (Deutsches Reich)
- Pamir (BRD)
- Passat (BRD) (Portugal)
- Presidente Sarmiento (Argentinien)
- Prinzess Eitel Friedrich (Deutsches Reich)
- Roald Amundsen (D) www.sailtraining.de
- Sagres (I)
- Sagres (II) (Portugal)
- Schulschiff Deutschland (Bremen-Vegesack)
- Sedow (UdSSR/Russland)
- Simeon (Bulgarien)
- Suomen Joutsen (Finnland)
- Urania (Niederlande)
- Venture (Kanada)
- Wilhelm Pieck (DDR)

Schulschiffe der Handelsschifffahrt

Deutsche Schulschiffe

In der Handelsschifffahrt sind Schulschiffe heute nur noch vereinzelt in Gebrauch, da im Alltag an Bord die "praktische" Seemannschaft kaum noch benötigt wird. Die bekanntesten deutschen Segelschulschiffe waren die Pamir und die Passat. Nachdem die Pamir 1957 in einem Sturm im Südatlantik unterging, wurde die Passat nicht mehr für die seemännische Ausbildung eingesetzt. 1959 wurde die Passat vor dem Abwracken gerettet und in Travemünde aufgelegt, wo sie besichtigt werden kann. Das "Schulschiff Deutschland" der Handelsschifffahrt wurde bis vor kurzem als Wohn- und Ausbildungsplatz für die Seemannsschule in Bremen eingestzt. Nachdem sie hierfür nicht mehr benötigt wurde, kann sie heute in Bremen-Vegesack besichtigt werden. Das letzte deutsche Segelschulschiff der Handelsschiffahrt ist die Ketsch "Seute Deern" (nicht zu verwechseln mit dem Museumsschiff Seute Deern in Bremerhaven). Nachdem es für angehende Kapitäne keine Pflicht mehr war, auf einem Segelschiff zu lernen, wird sie seit 1972 vom Verein Clipper DJS für Jugendsegelfahrten eingesetzt.

Schulschiffe anderer Nationen

In vielen Staaten wird in der zivilien und militärischen Seefahrt nach wie vor wird an der Tradition der Segelschulschiffe festgehalten. So wurden in den 80er- und 90er-Jahren des letztes Jahrhunderts auf der Danziger Werft sechs weitestgehend identische Schulschiffe gebaut, die auch heute noch im Einsatz sind. Es handelte sich dabei um die Schiffe Dar Mlodziezy (Polen), Mir, Nadesha und Pallada (alle Russland) sowie Chersones und Druzhba (alle Ukraine) Die in Deutschland bekanntesten Schiff dieser Serie sind die Chersones und die Mir, auf denen auch die Möglichkeit besteht, als Mitsegler (Trainee) an Reisen teizunehmen. Weitere bekannte Segelschulschiffe sind z.B. die russischen Viermastbarken Kruzenshtern und Sedov, welche ebenfalls, wie die meisten von der Handelsmarine betriebenen Segelschulschiffe, Trainees an Bord nehmen. Keine Mitsegelmöglichkeiten bestehen i.d.R. auf allen Segelschulschiffen, die von den Kriegsmarinen ihren jeweiligen Eignerstaaten betrieben werden. Beispiele hierfür sind die protugiesische Sagres oder die für die US Coast Guard fahrende Eagle.

Weblinks


- [http://www.esys.org/gofo/gorch_09.html| Deutsche Segelschulschiffe] !Kategorie: Segelschiffstyp

1900

Ereignisse

Bewegende Ereignisse


- 4. Januar: In der russischen Region um Tiflis zerstört ein Erdbeben zehn Dörfer. Dabei kommen etwa 1.000 Menschen ums Leben
- 8. März: Das 1860 unter Ludwig XIV. gegründete französische Nationaltheater Comédie-Francaise brennt bis auf die Außenmauern nieder. Unter den Todesopfern befindet sich auch die 22-jährige Schauspielerin Jane Henriot. Am 29. Dezember wird das Gebäude neu eröffnet
- 28. Mai: In Portugal, Spanien, Algerien und in Teilen der USA kann eine totale Sonnenfinsternis beobachtet werden
- 8. September: Ein Stufe-4-Hurrikan vernichtet die texanische Küstenstadt Galveston und reißt 8000 Menschen in den Tod
- 29. Oktober: Bei einer Explosion in einer New Yorker Chemiefabrik kommen fast 200 Menschen ums Leben
- 16. Dezember: Das deutsche SchulschiffGneisenau“ sinkt im Hafen von Málaga. 41 Menschen ertrinken

Politik und Wirtschaft


- 1. Januar: Im Deutschen Reich treten das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) und das Handelsgesetzbuch (HGB) in Kraft
- 1. Januar: Walter Hauser löst Eduard Müller als Bundespräsident der Schweiz ab. Hauser wird nach 1892 zum zweiten Mal Bundespräsident
- 1. Januar: In Österreich-Ungarn wird die Österreichische Krone ausschließliches Zahlungsmittel. Die neue Goldwährung ersetzt den Gulden, der seit 1892 langsam aus dem Verkehr gezogen wurde
- 1. Januar: Das Personenstandsgesetz tritt auf Helgoland in Kraft. Ehen müssen ab sofort vor einem Standesbeamten geschlossen werden
- 1. Januar: Das Invalidenversicherungsgesetz tritt im Deutschen Reich in Kraft
- 1. Januar: Italien, König Umberto I. erlässt eine Amnestie
- 1. Januar: Jahrhundertfeier im Zeughaus Berlin, veranstaltet von Kaiser Wilhelm II.
- 2. Januar: In Wien erscheint die Österreichische Kronen-Zeitung. Herausgeber der neuen Tagesgazette ist Gustav Davis
- 3. Januar: Der französische Staatsgerichtshof in Paris verurteilt den Dichter und Politiker Paul Déroulède wegen Hochverrats zu zehn Jahren Verbannung
- 4. Januar: In Böhmen und in Mähren gehen etwa 70000 Bergbauarbeiter in den Streik. Sie verlangen eine Arbeitszeitverkürzung und eine Lohnerhöhung von 20 %. Im Februar schließen sich tausende weitere Bergmänner im ganzen Reich an. Die schlechte Organisation und finanzielle Notlagen lassen den Streik im März ohne Erfolge scheitern
- Zweite Tirpitzsche Flottenvorlage für die Aufrüstung der Deutschen Marine gegen die britische Seeherrschaft
- 7. Februar: Das britische Unterhaus lehnt mit großer Mehrheit einen Antrag der irischen Nationalisten auf Beendigung des Burenkrieges ab
- 12. Februar: Lenin kehrt nach 3 Jahren aus sibirischer Verbannung zurück
- 17. Februar: Kaiser Wilhelm II. erklärt die Samoa-Inseln zu deutschem Schutzgebiet
- 26. Februar: Vor dem Unterhaus gibt der britische Kriegsminister Bodrick bekannt, dass im Burenkrieg auch Frauen und Kinder „zu ihrem Schutz“ in Konzentrationslagern festgehalten wurden. Die Ernährungslage in diesen Lagern wird als „schwierig“ bezeichnet
- 27. Februar: Gründung des Labour Representation Committee als Vorläufer der britischen Labour Party
- 6. März – In Bremen wird Wilhelm II. bei einem Attentat durch den Arbeiter Dietrich Weiland schwer am Kopf verletzt
- 14. März: US-Präsident William McKinley unterzeichnet das Goldstandard-Gesetz. Diese festgeschriebene Deckung der Geldwährung durch Gold wird 71 Jahre später durch Richard Nixon aufgehoben
- 31. März: Tomáš Garrigue Masaryk gründet die Tschechische Volkspartei: als tschechische Unabhängikeitsbewegung und als Absage an den Panslawismus
- 4. April: Auf dem Brüsseler Hauptbahnhof wird auf Albert Eduard, Prince of Wales, ein misslungenes Attentat verübt. Der Täter, ein 16-jähriger Klempner, begründete seine Tat mit der britischen Unterdrückungspolitik im Burenkrieg. Die britische Presse macht am Folgetag die Hetzpolitik der kontinentaleuropäischen Staaten gegen den Burenkrieg für das Attentat verantwortlich. Am 5. Juli wird der Täter wegen Unzurechnungsfähigkeit freigesprochen
- 14. April: Der französische Staatspräsident Emile Loubet eröffnet die Pariser Weltausstellung
- 15. April: Die Deutsche Ostafrika-Linie nimmt den regelmäßigen Schiffsverkehr nach Kapstadt auf
- 5. Mai: Nach schweren Unruhen und Massenkundgebungen in Barcelona, Madrid, Valladolid, Burgos und Saragossa gegen die neuen Steuergesetze verhängt die spanische Regierung den Belagerungszustand über Barcelona. Spanien geriet seit 1898 durch den Kampf gegen den Aufstand in Kuba und den Krieg gegen die USA in eine desolate Haushaltslage
- 22. Mai: Der Deutsche Reichstag nimmt den umstrittenen Gesetzesentwurf über Sittlichkeitsdelikte (Lex Heinze) in seiner Kompromißfassung an
- 12. Juni: Der Reichstag verabschiedet das 2. Flottengesetz, das das Wettrüsten mit Großbritannien zur See vorantreibt (Tirpitzsche Flottenvorlage)
- 14. Juni: Einmarsch der „Boxer“ in Peking
- 14. Juni: Hawaii wird ein von den USA annektiertes Territorium und 1959 zum 50. Bundesstaat
- 19. Juni: Während der Unruhen im Zuge des Boxeraufstands wird der deutsche Gesandte von Ketteler auf offener Strasse erschossen
- 19. Juli: Die erste Pariser Metro-Strecke wird in Betrieb genommen. Der 10,6 km lange Tunnel verbindet die Stationen Porte Maillot und Porte de Vincenne
- 27. Juli: Kaiser Wilhelm II. hält in Bremerhaven die sogenannte „Hunnenrede“ vor den nach Ostasien abkommandierten Truppen. Es folgen internationale Proteste
- 29. Juli: König Umberto I. von Italien wird bei einem Attentat des Anarchisten Gaetano Bresci in Monza getötet, ihm folgt Viktor Emanuel III. auf dem Throne
- 1. August: Lenin verlässt Russland in seine 5 Jahre andauernde Genfer Emigration
- 2. August: In Paris wird auf den Schah von Persien, Muzaffar ad-Din, ein erfolgloses Attentat verübt. Der Schah überraschte den bewaffneten 25-jährigen Attentäter mit einem Schlag auf das Handgelenk
- 6. August: Zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich wird der Fernsprechverkehr eröffnet
- 14. August: Große Teile der Brüsseler Weltausstellung werden durch ein Feuer zerstört
- 15. August: Ein Expeditionscorps der westlichen Mächte erobert Peking (siehe Boxeraufstand)
- 31. August: Aufnahme des direkten Telegraphenverkehrs zwischen Deutschland und den USA mittels Überseekabel. Die Strecke geht von Borkum nach New York City
- 1. September: Großbritannien teilt die Annexion von Transvaal in Südafrika mit
- 19. September: Der britische Feldmarschall Frederick Sleigh Roberts erklärt den Burenkrieg für beendet
- 23. September: Der deutsche Feldmarschall Alfred Graf von Waldersee erhält den Oberbefehl über die alliierten Truppen im Boxerkrieg
- 1. Oktober: Bei einer Brandkatastrophe in Baku werden 97 Bohrtürme und ca. 8.000 t Erdöl vernichtet
- 16. Oktober: Jangtse-Abkommen zwischen Großbritannien und dem Deutschen Reich
- 17. Oktober: Bernhard von Bülow wird neuer deutscher Reichskanzler
- 6. November: William McKinley wird als Präsident der USA wiedergewählt; sein Vizepräsident ist Theodore Roosevelt
- 12. November: Die Weltausstellung in Paris geht zu Ende. Die Veranstalter zählten in den sieben Monaten rund 47 Millionen Besucher
- 13. November: In Frankreich werden Frauen ab sofort als Rechtsanwältinnen zugelassen

Wissenschaft und Technik


- 10. Januar: Auf der Vulkan-Werft in Stettin findet in Gegenwart von Kaiser Wilhelm II. der Stapellauf des Doppelschraubendampfers Deutschland der HAPAG statt. Die Deutschland ist das bis dahin größte, stärkste und schnellste deutsche Schiff und erhält am 5. Juli das Blaue Band für die schnellste Atlantik-Überquerung
- 21. Februar: Der in in Ulm geborene Physiker Albert Einstein wird in Zürich eingebürgert
- 25. März: In Guide Bridge bei Manchester wird der erste Zweitakt-Dieselmotor getestet
- 27. März: Der schwedische Wissenschaftler und Asienforscher Sven Hedin entdeckt in China die Ruinenstadt Loulan
- 2. Juli: Das Starrluftschiff LZ I unternimmt in Friedrichshafen am Bodensee erfolgreich seine erste Versuchsfahrt
- 27. August: Erster regelmäßiger Langstreckenverkehr von Autobussen (London: Leeds)
- 19. Oktober: Max Planck gibt vor der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Berlin seine Entdeckung des Strahlungsgesetzes bekannt
- 14. Dezember: Max Planck trägt die theoretische Deutung des Strahlungsgesetzes vor, wobei er fand, dass die Strahlungsenergie nur in bestimmten Portionen (Energiequanten) abgegeben werden kann (Geburtsstunde der Quantentheorie)

Kultur


- Die Erzählung „Lieutenant Gustl“ von Arthur Schnitzler erscheint
- Der Roman „Im Schlaraffenland“ von Heinrich Mann erscheint
- 6. Januar: Carl Hauptmanns Drama Ephraims Breite in Breslau uraufgeführt
- 14. Januar: Uraufführung der Oper Tosca von Giacomo Puccini am Teatro Costanzi in Rom
- 26. Januar: In Stuttgart wird das Schauspiel Wenn wir Toten erwachen von Henrik Ibsen uraufgeführt
- 9. März: In Frankfurt am Main wird August Strindbergs Passionsdrama Ostern uraufgeführt
- 13. März: Uraufführung der Oper Das stille Dorf von Alexander von Fielitz in Hamburg
- 3. November: Uraufführung der Oper Das Märchen vom Zaren Saltan von Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow an der Solodownikow-Privatoper in Moskau

Sport


- 28. Januar: In Leipzig wird der Deutsche Fußball-Bund gegründet
- 6. Februar: Auf dem Csobaer See (Hohe Tatra) findet erstmals eine Europameisterschaft im Eisschnellauf statt
- 9. Februar: Der 20-jährige US-amerikanische Tennisspieler Dwight F. Davis stiftet den nach ihm benannten Davis Cup. Erster Gewinner des Davis-Cups werden die USA mit einem 3:0 Sieg über Großbritannien
- 10. Februar: Der 23-jährige norwegische Eisschnellläufer Peder Östlund stellt in Davos innerhalb von zwei Tagen fünf neue Weltrekorde auf
- 27. Februar: Gründung des Fußballvereins FC Bayern München
- 18. März: Gründung des Fußballvereins Ajax Amsterdam
- 4. Mai: Gründung des Fußballvereins 1. FC Nürnberg
- 11. Mai: Der US-Amerikaner James J. Jeffries gewinnt in Coney Island gegen seinen Landsmann James J. Corbett die Boxweltmeisterschaft im Schwergewicht
- 14. Mai: Eröffnung der II. Sommerolympiade in Paris: als Beiprogramm der laufenden Weltausstellung Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.