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Stein Von Rosetta

Stein von Rosetta

Der Stein von Rosetta oder Stein von Rosette oder auch Rosettastein (frz.: la pierre de Rosette) ist eine Stele aus schwarzem Granit mit einem in drei Sprachen eingemeißeltem Text, der maßgeblich zur Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen beitrug. Der Stein befindet sich seit 1802 im Britischen Museum in London. Als Napoléon in Ägypten einmarschierte, wurde der Stein am 15. Juli 1799 von einem französischen Offizier namens Pierre François Xavier Bouchard bei Rosette im Niltal gefunden. Der Stein stammt aus dem Jahr 196 v. Chr. Darin eingemeißelt ist ein Dekret des Rates der ägyptischen Priester. Das Besondere daran ist, dass dieser Text in drei verschiedenen Schriften geschrieben wurde, in Hieroglyphen, in demotisch und in griechisch. Jean-François Champollion gelang 1822 anhand des Steines die Entzifferung der demotischen Schrift, damit die Entschlüsselung der hieratischen Schrift und die der Hieroglyphen. Nach der Veröffentlichung seiner Entdeckung gelang die Entzifferung weiterer Hieroglyphen relativ schnell. Dadurch wurde es Archäologen möglich, viele weitere ägyptische hieroglyphische Inschriften zu entziffern. Der Stein von Rosette war einer der Anstöße für die moderne Ägyptologie. Tatsächlich wird sein realer Wert für Champollions Arbeit überbewertet, der die Übersetzung nie veröffentlichte.

Inhalt des Textes

Ägyptologie Der leicht lesbare griechische Text endete mit der Anweisung, das Dekret in drei Schriften einzumeißeln. Daher mussten die drei Texte identisch sein. Der Text mit den Hieroglyphen war der am meisten beschädigte. Hier einige Auszüge: 1. Unter der Regierung des Jünglings, der seinem Vater in der Königswürde nachfolgte, Gebieter über die Diademe, der ruhmvollste, der Ägypten errichtet hat und fromm 2. gegenüber den Göttern ist, der über seine Feinde triumphiert, der das gesittete Leben der Menschen wiederhergestellt hat, Herr der Dreißig-Jahr-Feiern, gerecht wie Hephaistos der Große, ein König der Sonne gleich, Ägyptologie 3. großer König der Oberen und der Unteren Länder, Abkömmling der Götter Philopatores, der von Hephaistos anerkannt ist, dem die Sonne Sieg gegeben hat, das lebende Ebenbild des Zeus, Sohn der Sonne, PTOLEMAIOS, ... 53. damit es allen zur Kenntnis gelange, dass das Volk Ägyptens den GOTT EPIPHANES EUCHARISTOS, den König, verherrlicht und ehrt, wie das Gesetz es verlangt. Dieses Dekret soll in eine Stele aus 54. hartem Stein in heiligen und einheimischen und griechischen Buchstaben eingemeißelt und in jedem Tempel der ersten, zweiten und dritten [Ordnung] neben dem Standbild des ewig lebenden Königs aufgestellt werden.

Namenspatenschaften

Die Assoziation von Rosetta mit Übersetzungshilfe hat zu einer Reihe von angelehnten Namensgebungen geführt, siehe Rosetta.

Weblinks


- [http://www.thebritishmuseum.ac.uk/compass/ixbin/hixclient.exe?%7BUPPER%7D%3Av2_free_text_tindex=History+uncovered+in+conserving+the+Rosetta+Stone&_IXDB_=compass&_IXSPFX_=graphical%2Fsummary%2F&_IXFPFX_=graphical%2Ffull%2F&_IXNOMATCHES_=graphical%2Fno_matches.html&%24+%28with+v2_searchable_index%29+sort=.&_IXsearchterm=History%2520uncovered%2520in%2520conserving%2520the%2520Rosetta%2520Stone&_IXspage=search&submit-button=summary Datenbank des British Museum] Bilder, Informationen, etc. (englisch)
- [http://www.stein-von-rosette.de Der vollständige Text in deutsch und englisch] Kategorie:Ägyptologie Kategorie:Archäologischer Fund Kategorie:Inschrift ja:ロゼッタ・ストーン ko:로제타석

Granit

Granite (von lat. granum: „Korn“) sind massige, grobkristalline Tiefengesteine, die aus etwa gleichen Teilen Quarz, Alkalifeldspat und Plagioklas bestehen. Daneben enthalten sie etwa 20–40 % mafische Minerale (Biotit, Muskovit, seltener Amphibole). Als Akzessorien führen sie Zirkon, Apatit, Titanit, auch Magnetit, Rutil, Ilmenit. Der Merksatz Feldspat, Quarz und Glimmer, die vergess' ich nimmer“ gibt die Zusammensetzung von Granit etwas vereinfacht wieder. Granite gehören zu den häufigsten Gesteinen innerhalb der kontinentalen Erdkruste. Sie entstehen primär an Subduktionszonen: die abtauchende (ozeanische) Platte erwärmt sich, der hohe Wassergehalt lässt Sedimente aufschmelzen, dabei entsteht saures, granitisches Magma. Bei orogenen (gebirgsbildenden) Prozessen entsteht ebenfalls Granit. Granite sind meist schwach radioaktiv, da sie Spuren von Uran, Rubidium und anderen radioaktiven Elementen enthalten. Ein weiterer Träger der Radioaktivität ist das in den Feldspäten und Glimmern enthaltene Kalium. Im Allgemeinen ist Granit mittel- bis grobkörnig. Frischer Granit ist hart und widerstandsfähig, außerdem hat er eine schwach angedeutete Klüftigkeit. Durch die so genannte Wollsack-Verwitterung bilden sich, von den Klüften ausgehend, matratzenförmige Gesteinsblöcke.

Farbe

Die Farbe des Granits wird vom Charakter der gröberen Feldspatkörner bestimmt. Granit ist meist von hellgrauer, gelblicher oder rötlicher, seltener von bläulicher Farbe.

Granittypen

Man unterscheidet vier verschiedene Typen von Graniten:
- I-Typ Granite sind Restdifferentiate von Mantelschmelzen.
- S-Typ Granite sind das Ergebnis einer Auffschmelzung von Sedimentgesteinen.
- A-Typ Granite treten oft bei beginnendem Aufreißen kontinentaler Kruste in Erscheinung (z. B. auch im Oberrheingraben).
- M-Typ Granite entstehen an ozeanischen Inselbögen.

Bedeutung im Bauwesen

ozeanischen Inselbögen Granite haben wegen ihrer hohen Widerstandskraft, Härte und Wetterfestigkeit und wegen ihrer guten Schleifbarkeit und Polierbarkeit eine wirtschaftliche Bedeutung im Bauwesen. Sie finden sich:
- im Straßenbau als Pflasterstein, Bordstein, Schotter,
- im Bahnbau als Schotter,
- im Hochbau als Außenwandverkleidung, Bodenbelag,
- im Innenausbau als Wandverkleidung, Treppenbelag, Innenverkleidung, Tischplatte,
- im Gartenbau als Pflasterstein, Rabattenstein, Brunnen,

Vorkommen von Granit

Brunnen
- Fichtelgebirge
- Oberpfälzer Wald
- Bayerischer Wald
- Schwarzwald
- Odenwald
- Lausitz
- Zentralalpen
- Waldviertel, Böhmische Masse, Österreich
- Mühlviertel, Böhmische Masse, Österreich

Europäische Granit-Landschaften

Die größten von Graniten geprägten Landschaften des deutschen Sprachraums oder seiner Ränder sind unter anderem (in alphabetischer Reihenfolge): Bayerischer Wald, Böhmerwald und Böhmische Masse, Engadin, Erzgebirge, Fichtelgebirge, Hohe Tauern, Lausitz, Mühlviertel, Oberpfälzer Wald, Odenwald, Ränder des Oberrheingrabens, Schwarzwald, Waldviertel, Zentralalpen (Bergell), Adamello und große Teile der Westalpen (Zentraler Aaregranit, Innertkirchner-Lauterbrunner Kristallin, Rotondo-Gruppe, Mont-Blanc-Granit).

Granite als geologischer Überbegriff

Häufiger wird das Wort aber als Überbegriff jener vielen Gesteine verwendet, die in Struktur, Körnung und Entstehung Ähnlichkeiten mit „dem Granit“ haben. Granit schlechthin gibt es allerdings nicht, sondern nur in verschiedenen Ausprägungen, Alter, Festigkeiten und Farben. Letztere können praktisch alle gedämpften Farbtöne der Natur annehmen, aber auch fast schwarz bis fast weiß. Die diversen Granite haben außer sehr unterschiedlicher Färbung und chemischer Zusammensetzung auch wechselnden Wassergehalt (meist einige Prozent). Als weitest verbreitete Gesteinsfamilie der oberen Erdkruste finden wir sie in praktisch allen Ländern, teilweise aber auch durch die Eiszeit als Findlinge in „fremde“ Landschaften transportiert, wo sie als frei liegende Blöcke die Landschaften um einen geheimnisvollen Charakter bereichern. Besonderheiten sind auch die „polsterartige“ Verwitterung und die damit zusammenhängende moosüberwachsene Struktur, der bodenbildende Gries, die Entstehung von Blockheiden und Hochmooren, die touristische Vermarktung von granitischen Landschaften in „mystischen Projekten“ und Seminaren, frühere Hexengeschichten und viele Wackelsteine, an denen man seine Kräfte messen kann. Im Folgenden wird anhand einiger „alter“ Gebirge die Vielfalt dieser Gesteinsgruppe dargelegt.
Als Musterbeispiele dienen vor allem zwei Regionen Mitteleuropas, die neben dem Fremdenverkehr auch für Bergbau und Industrie wichtig sind: der alte Gebirgszug vom Erzgebirge zum fränkischen Fichtelgebirge im Norden Bayerns und der zentraleuropäische Rumpf der uralten „Böhmischen Masse“ in Tschechien und dem nordöstlichen Österreich.
Bild:Granite azul noce.jpg|
Azul Noce (Spanien)
Bild:Granite giallo.jpg|
Giallo Veneziano (Brasilien)
Bild:Granite_gran_violet.jpg|
Gran Violet (Brasilien)
Bild:Granite lavanda blue.jpg|
Lavanda Blue (Brasilien)

Tiefengestein in wechselnder Zusammensetzung

Das Wort Granit kommt von (lat.) granum für Körnung oder Korn. Das Gestein bildet große Teile des Erdinneren und dringt seit vielen Jahrmillionen periodisch an die Erdoberfläche – sei es durch Vulkanismus, bei Phasen der Gebirgsbildung oder auch als Deckengestein. Granite sind grob-, aber auch feinkristalline Tiefengesteine, die im wesentlichen aus Feldspaten bestehen, durchmischt mit Quarz (SiO2) und etwas weniger Glimmer, (heller Muskovit, dunkler Biotit). Auch andere Gesteine mischen sich bei – etwa Amphibole – was ebenfalls zur Vielfalt der Erscheinungsformen beiträgt. Spurenminerale wie Magnetit, Titanit, Gesteine mit Gehalt an Zirkon oder Ilmenit machen ihre große wirtschaftliche Bedeutung in manchen Regionen und für den Bergbau aus. Siehe auch: Liste der Gesteine

Weblinks


- [http://www.graniteland.de Granit-Datenbank mit Bildern]
- [http://www.steine-portal.de/ Verschiedene Granite im Bild] Kategorie:Gestein ja:花崗岩 ko:화강암

Hieroglyphen

Als (Alt-)Ägyptische Hieroglyphen (altgr. ιερός, hieros: „heilig“; γλύφω, glyphō: „(in Stein) gravieren/ritzen“; davon abgeleitet ιερογλυφικα γράμματα, hieroglyphika grammata: „die heiligen Schriftzeichen“) wird eines der altägyptischen Schriftsysteme bezeichnet. Ägyptische Hieroglyphen sind eine Bilderschrift, die etwa im Zeitraum von 3200 v. Chr. bis 300 n. Chr. in Ägypten benutzt wurde. Sie setzt sich aus Lautzeichen, Sinnzusammenhangszeichen und Bildzeichen zusammen. Eine Abwandlung dieser Schrift ist heute noch in koptischen religiösen Texten in Gebrauch, die Hinweise auf Übersetzung und Aussprache geben.

Geschichte und Entwicklung

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Frühzeit und Entstehung

Die Anfänge dieser Schrift lassen sich bis in die Vordynastische Zeit zurück verfolgen. Nach altägyptischen Sagen soll der Gott Thot die Hieroglyphen geschaffen haben. Die Hieroglyphenschrift begann in frühgeschichtlicher Zeit als Notationssystem zur Abrechnung von Steuerzahlungen und wurde mit steigendem Bedürfnis an die zu kommunizierenden Inhalte weiterentwickelt und um Lautzeichen erweitert. Durch die Verbindung von Lautbildern konnte man so eine grobe Form jedes Wortes herstellen. Das System erwies sich auch ohne den Versuch, Vokale zu symbolisieren als erfolgreich. Die ägyptische Schrift ist eine Lautschrift.

Verbreitung

Die ägyptischen Hieroglyphen wurden zunächst wohl nur am Königshof benutzt. Im Laufe des Alten Reiches findet man sie aber in ganz Ägypten. außerhalb Ägyptens wurde die Schrift im größeren Rahmen jedoch nur im nubischen Raum verwendet, zunächst unter ägyptischer Herrschaft und dann auch, als dieses Gebiet einen eigenen Staat bildete. Um 300 v. Chr. wurden die ägyptischen Hieroglyphen hier von einer eigenen Schrift der Nubier meroitisch abgelöst, deren einzelne Zeichen jedoch ihren Urspung in den Hieroglyphen haben. Zu einer unter stark ägyptischem Einfluss stehenden Stadt gehört Byblos im heutigen Libanon, die im phönizischen Herrschaftsgebiet lag und sich schnell zur Handelsmetropole zwischen den einheimischen Stämmen und dem reichen Ägypten entwickelte. Die dortige Verwaltung nutzte auch hier Hieroglyphen, wohl aber auch die Keilschrift. Im Neuen Reich fanden die Hieroglyphen auch in Vorderasien Verwendung, nämlich in den dortigen ägyptischen Herrschaftsgebieten. Sie spielten dort jedoch nie so eine große Rolle wie die Keilschrift. Mit dem Wegfall der Hieroglyphen aus dem allgemeinen Gebrauch in römischer Zeit ging auch das Wissen um ihre Lesbarkeit verloren.

Ptolemäische Zeit

Von 323 bis 30 v. Chr. herrschten die Ptolemäer (makedonische Griechen) über das Land, und die Verwaltungssprache war griechisch. Trotzdem blieb die Hieroglyphenschrift für sakrale Texte in Verwendung. Dabei entwickelte man enorm viele neue Zeichen; der etwa 600 Zeichen umfassende Zeichensatz des Mittelägyptischen wurde auf mehrere tausend Zeichen erweitert. Für Verträge wurde unter anderem das Demotische verwendet. Es galt das Recht, in dessen Sprache der Vertrag verfasst war; so gibt es Verträge, die bilingual verfasst sind. Dieser Umstand ist wichtig, da zum Beispiel Frauen nach ägyptischem Recht Verträge abschließen konnten, nach griechischem jedoch nicht. Ein in beiden Sprachen oder Schriften verfasster Vertrag konnte so in der demotischen Fassung von einer Frau gezeichnet sein, in der griechischen musste ein nah verwandtes männliches Familienmitglied (Ehemann, Vater, Bruder, …) unterschreiben.

Schrift

Schriftsysteme

Im alten Ägypten wurden Schriften in Hieroglyphen, Hieratisch, später Demotisch und Koptisch verfasst. [http://imap.protege.de/rohleder/entwickl.html Ein Überblick über die Entwicklung der verschiedenen Schriften]

Hieroglyphen

Hieroglyphen sind eine Monumentalschrift. Das Schriftsystem hinter den Hieroglyphen ist auf die Verwendung an Tempel- oder Grabwänden ausgerichtet. Es beinhaltet neben orthografischen Aspekten sehr viele Eigenheiten die sich ausschließlich mit der Schönheit der angebrachten Schrift oder Erfordernissen wie Platzausnutzung erklären lassen. So ist die Schreibung ägyptischer Worte auch innerhalb eines Textes durchaus variabel. Bei der Hieroglyphenschrift handelt es sich trotz der starken Bildhaftigkeit (derer sich die Ägypter bewusst waren), kaum um eine Bilderschrift. Man kann die Hieroglyphen als Schönschrift zur hieratischen Schrift verstehen.

Hieratische Schrift

Hieratische Schrift Die hieratische Schrift oder die Priesterschrift ist ebenso alt wie die Hieroglyphenschrift. Herodot überliefert, dass sie vorwiegend von Priestern verwendet wurde. Sie ist eine kursive Variante der Hieroglyphenschrift, die zum Schreiben mit einer Binse auf Papyrus oder ähnlich geeignetem Material (wie Ostraka aus Kalkstein oder Ton) gedacht war. Außer für religiöse Zwecke wurde sie auch für weltliche Angelegenheiten genutzt. Die Schrift bildet die gleichen Elemente wie die Hieroglyphen ab. Dadurch, dass sie schnell geschrieben wurde, flossen die Zeichen aber häufiger ineinander und abstrahierten im Laufe der Zeit immer stärker von den bildhaften Hieroglyphen. Hieratisch wird ursprünglich in Kolumnen, später in Zeilen und von rechts nach links geschrieben.

Demotisch

Um 650 v. Chr. wurde eine noch flüssigere und stärker von den Hieroglyphen abstrahierende Kursivschrift, das Demotische, auch Volksschrift genannt, entwickelt. Sie entstand als Kanzleischrift. Ihre Zeichen hängen zusammen und sie wurde zur Gebrauchsschrift in Ägypten. Der Stein von Rosetta ist das Schlüsseldokument, anhand dessen Champollion die Hieroglyphen entziffern konnte (siehe unten), denn der Text darauf ist in drei Schriften abgefasst: in Hieroglyphen, in Demotisch und Griechisch.

Koptische Schrift

Champollion Die koptische Sprache hat sich aus dem Altägyptischen entwickelt, enthält aber auch viele griechische Wortstämme. Die koptische Schrift benutzt das griechische Alphabet mit einigen aus dem Demotischen übernommenen Sonderzeichen. Es gibt mehrere typisch koptische Schriftarten. Koptisch als Schrift und als Sprache ist heute noch in der Koptischen Kirche für Liturgie-Zwecke in Verwendung, wird jedoch zunehmend von Arabisch verdrängt.

Schriftrichtung

Die Schriftzeichen können von rechts nach links oder links nach rechts und immer nur von oben nach unten angeordnet werden. Die Zeichen können in Zeilen (horizontal) oder Kolumnen (vertikal) aneinander gereiht werden. Innerhalb einer Zeile oder Kolumne ändert sich die Richtung der Hieroglyphen normalerweise nicht. Die genaue Anordnung unterliegt dabei ästhetischen Regeln. Die Schriftrichtung ist sehr leicht festzustellen, da die Zeichen immer in Richtung Textanfang gewandt sind, also dem Leser „entgegenblicken“. Am deutlichsten sieht man es bei der Darstellung von Tierformen oder Menschen. Die Texte setzen sich aus Substantiven, Verben und anderen Wortarten zusammen, die nach strengen Wortstellungsregeln angeordnet sind. Leerzeichen gibt es nicht. Man erkennt das Ende eines Wortes häufig an dem darauffolgenden Deutzeichen. Die Ägypter versuchten darüber hinaus, immer in optisch schönen Rechtecken zu schreiben. Beispiel: Das Wort 'Ptolemäus': p:t-wA-l:M-i-i-s In modernen Buchstaben:

Funktion der Hieroglyphen

Ägyptische Hieroglyphen können die Funktion von Ideogrammen, Fonogrammen oder Determinativen übernehmen. Ein Hieroglyphenzeichen kann dabei je nach Kontext in jede dieser Funktionen treten. Aufschluss darüber, ob und wie ein Zeichen gelesen werden kann, gibt im Zweifelsfall die Zeichenliste der Gardiner-Grammatik.

Fonogramme

Fonogramme sind Lautzeichen (Ein-, Zwei-, Drei- oder Mehrkonsonantenzeichen; z.B. R, A, mn, dsch). Sie werden ausschließlich wegen ihres Lautwertes benutzt und haben keinen Bezug zu dem Wort, das sie darstellen. Grundsätzlich gibt es wie im modernen Arabisch keine besonderen Zeichen für Vokale. Dagegen gibt es Zeichen für Konsonanten (Einlautzeichen), auch Zeichen für Silben wie für wu oder wun oder neb (Zwei- oder Mehrlautzeichen). Da die Vokale weggelassen werden, stehen in einem Hieroglyphenwort meist nur Konsonanten. Es gibt auch Zeichen für zwei nebeneinander stehende Konsonanten, egal ob nun ein Vokal oder nicht dazwischen auszusprechen war, zum Beispiel: mama-mm. Eine Hieroglyphe kann mehrere verschiedene Lautbestände darstellen. Der konkrete Lautbestand, der durch eine Hieroglyphe dargestellt wird, ergibt sich aus dem Kontext (z.B. dem Determinativ) oder durch eine fonetische Komplementierung.
Einkonsonantenzeichen – „Alphabet“
Oft findet man moderne Vornamen in Hieroglyphen geschrieben. Dazu benötigt man natürlich ein Alphabet mit etwa 25 Hieroglyphen (siehe auch Hieroglyphen-ABC). Aber niemand weiß genau, wie die Hieroglyphen auszusprechen waren. Da selbst Ägypter nicht immer die gleichen Hieroglyphen benutzten, verbreiteten sich viele verschiedene Schreibweisen in USA, Europa und der ganzen Welt.
Mehrkonsonantenzeichen
Die kleinen e sind die nach internationaler Konvention hinzugefügten Laute, um die Aussprache (siehe ebenda) zu erleichtern. HeR D2 TeP D1 IR D4 KA D28

Semogramme, Logogramme, Ideogramme (Bilderschriftzeichen)

(Bezeichnung eines Lautwerts (Wortes) etwa: Himmel, Haus) Ideogramme (Begriffszeichen) stellen ein spezifisches Objekt oder etwas nahe Verwandtes dar. So könnte das Zeichen für Sonne Sonne oder Tag bedeuten. Sie stehen für ganze Worte, wie etwa für Kind oder Tier. Die ägyptischen Götter hatten auch noch spezielle Zeichen. Manche Wörter kamen so häufig vor, dass man für diese Wörter ein einziges Zeichen benutzte und es immer wieder verwendete. Haus (PR) O1:Z1 Sonne, Gott Re (RA) N5:Z1

Determinative

(Deutzeichen, Kennzeichen sprachlicher Einheiten, wie aus Holz, weiblich, etwas Himmlisches) Wenn man zum Beispiel ein Junge ist, muss man einen Jungen hinter dem Wort Ich malen, und ein Mädchen muss dann natürlich hinter dem Ich ein Mädchen malen. Wörter die sich auf den König oder die Götter bezogen, wurden meist durch eine Schleife um das Wort hervorgehoben (Kartusche). Das Bild eines Objektes kann nicht nur für das Wort selbst stehen, sondern auch für ein Wort gleicher Lautung aber unterschiedlicher Bedeutung – so hat beispielsweise der Grundriss eines Hauses die Bedeutung Haus, in Verbindung laufender Beine bedeutet es jedoch ausgehen. Dieses Prinzip machte es möglich, Eigennamen, abstrakte Vorstellungen und grammatische Elemente zu schreiben. Am Ende eines Wortes stand meist eine Determinativa, die anzeigte, welcher Kategorie dieses Wort angehörte (z. B. zeigte die Papyrusrolle eine abstrakte Bedeutung für das Wort an). Sachen die etwas zu tun haben mit: Namen wurden beispielsweise in der Hieroglyphenschrift mit den Determinativen A1 für Mann bzw. B1 für Frau abgeschlossen.

Zahlen

Das Zahlensystem ist relativ einfach vom heutigen Standpunkt. Die Ägypter benutzten wie wir das Zehnersystem. Für Einer, Zehner, Hunderter und so weiter gab es immer ein bestimmtes Zeichen. So musste man nur die jeweiligen Zeichen zählen und zusammen rechnen.

Brüche

Die Stammbrüche (1:x), speziell die Zweierpotenzen (2,4,8,16…) haben die Ägypter als Elemente des Udjat-Auges geschrieben. Das Udjat-Auge ist das von Thot geheilte, wiederhergestellte Auge des Horus (Mondauge). Die einzelnen Teile des Udjat-Auges dienen als Bruchteile des Hohlmaßes hekat (1 Hekat = 4,8 Liter). Die Summe der Bruchzahlen ergibt 63:64; 1:64 hat Thot angeblich verschwinden lassen. [http://www.pernefer.de/symbol.htm Stammbrüche]

Übersetzung

Die Entzifferung der Hieroglyphen gelang 1822 Jean-François Champollion, nachdem ihre Bedeutung 1500 Jahre zuvor verloren gegangen war, mit Hilfe des Steins von Rosetta. Bis heute sind rund 6.000 Symbole bekannt. Der Stein von Rosetta wurde während Napoleons Ägyptenexpedition bei Schanzarbeiten (Bauen einer Militärschanze) nahe der Stadt Rosetta gefunden. Die durch Athanasius Kircher veröffentlichte koptische Grammatik und die damit verbundene Kenntnis des Koptischen bildete eine Grundlage zur Wiedergewinnung des altägyptischen Wortschatzes. [http://www.bbaw.de/bbaw/Forschung/Forschungsprojekte/altaegyptwb/de/Startseite Wörterbuchprojekt der BBAW]

Transkription

Bei der Übersetzung hieroglyphischer Texte wird immer erst eine Transkription in ägyptologische Umschrift angefertigt. Dieser Vorgang ist nur in die eine Richtung eindeutig, sprich hieroglyphische Repräsentationen lassen sich aus einem Text in Umschrift nicht mehr rückgewinnen. Für Umschrift werden verschiedene Systeme verwendet, die allerdings alle mehr oder weniger die gleichen Laute darstellen. Im Internet und z. B. für Zeichenbelegungen von Fonts ist die Kodierung der Umschrift nach [http://perso.wanadoo.fr/thotweb/encyclopedie/codage.htm Manuel de Codage] üblich. Sinn der Umsetzung in Umschrift ist die Verdeutlichung der Lesung der Hieroglyphen. Hieratische Texte werden vor der Transkription in Umschrift häufig erst in Hieroglyphen überführt (Transliteration) und so auch veröffentlicht, damit die Identifizierung der Schriftzeichen mit entsprechenden Hieroglyphen verdeutlicht werden kann. Die Identifizierung der kursiven Schriftzeichen ist zum Teil nur durch Experten durchführbar, und nicht von allen mit der Hieroglyphenschrift Vertrauten einfach nachzuvollziehen. Demotische Texte hingegen werden üblicherweise nicht erst transliteriert, sondern direkt in Umschrift transkribiert. Die Demotistik ist ein spezieller Zweig der Ägyptologie und das Lesen dieser Schrift bedarf einer gesonderten Ausbildung.

Aussprache

Da die Hieroglyphenschrift zu einer Sprache gehört, die seit spätestens dem 17. Jahrhundert mit Verdrängung des Koptischen als Verkehrssprache vom Arabischen tot ist und darin auch keine Vokale notiert werden, hat man Schwierigkeiten beim Transkribieren der hieroglyphischen Texte in moderne Alphabete. So kommen die recht verschiedenen Schreibweisen des gleichen Namens zustande, wie zum Beispiel: Nofretete im Deutschen und Nefertiti im Englischen. Die altägyptische Sprache spricht keiner mehr, so weiß man leider auch nicht, wie das Altägyptische auszusprechen ist. Einen Anhaltspunkt bilden die Kopten, die ca. 8 Millionen ägyptisch-orthodoxen Christen, die ihre religiösen Texte zum Teil immer noch in koptischer Schrift verfassen und Koptisch zu Liturgie-Zwecken sprechen. Allerdings resultiert das modern gesprochene Koptisch aus einer Aussprache-Reform und gibt damit trotz altägyptischer Wurzeln nur wenig Auskunft über die Aussprache des Altägyptischen. Anmerkung: Heute spricht man in Ägypten im Alltag Arabisch. Auch in der Koptischen Kirche verdrängt Arabisch zunehmend Koptisch als Liturgie-Sprache. Rekonstruktionsversuche der Aussprache des Altägyptischen gibt und gab es immer wieder – unter anderem auch für den Film Die Mumie. Ägyptologen behelfen sich bei der Aussprache der ägyptischen Vokabeln dadurch, dass zwischen Konsonanten ein e eingefügt wird. Das ist die Regel, aber nicht ohne Ausnahme: so werden zum Beispiel Königsnamen auch nach überlieferten griechischen Schreibungen ausgesprochen und für einige Vokabeln haben sich auch Sprechweisen eingebürgert, die sich dann je nach Ägyptologen-Schule auch unterscheiden können.

Grammatik

Siehe Altägyptisch.

Altägyptische Literatur

Die Literatur dieser Zeit beschäftigte sich vor allem mit folgenden Bereichen:
- der wissenschaftlichen Literatur: Sie umfasste vor allem die Medizin, Astronomie und die Mathematik;
- der schönen Literatur mit einer Fülle von Erzählungen und Märchen;
- religiöse Texte. Recht selten sind (quasi-)alltägliche Texte überliefert, die einen besseren Einblick in die damalige Lebensweise geben. Umfassendster Lieferant an Quellen dieser Art ist der Brunnen von Deir el-Medina, dem Arbeiterdorf des Tales der Könige, der nach gescheiterten Versuchen auf Wasser zu treffen, mit Ostraka verfüllt wurde. Bei der Bewertung der Quellen aus Deir el-Medina darf nicht vergessen werden, dass dessen Bewohnerschaft verhältnismäßig privilegiert war. Sonst überliefert sind beispielsweise Übungstexte aus Schreibschulen, die zum einen das Pensum der Schüler und ihr Verhältnis zu den Lehrern zeigen und zum anderen inhaltlich oft die besondere Stellung der Schreiber in der Gesellschaft herausstellen. Die Fähigkeit zum Schreiben besaß nicht jeder im Lande. So gab es hohe Stellen an Königshäusern als Schreiber. Die Grundfarben des Schreibers waren Schwarz und Rot. Hieroglyphen werden von den Ägyptern selbst als ein Geschenk der Götter und als heilig betrachtet. Hieroglyphen (nicht deren Kursive) wurden primär zum Anbringen von Texten an z. B. Tempelwänden, Heiligtümern oder in Gräbern verwendet. Daher rührt vermutlich auch ihr Name, griechisch hieros, heilig, und glyphein, einmeißeln. Aber auch die eigene Geschichte wird aufgezeichnet, Königslisten, Hochzeiten und Schlachten werden niedergeschrieben. Verkaufs- und Eheverträge werden erstellt und eine Fülle an literarischen Werken angefertigt – diese allerdings üblicherweise in kursiven Schriften. Das bekannteste Literaturdenkmal ist das Totenbuch der 19. Dynastie aus dem 13. Jahrhundert v. Chr.. Gleichfalls entstehen geographische und naturwissenschaftliche Dokumente, Schriften über Pharmazie, Medizin, Weissagekunst, Magie, Küche, Astronomie und Zeitmessung. Bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. wird statt des Mondkalenders der Sonnenkalender mit 365 1/4 Tagen pro Jahr eingeführt.

Der Beruf des Schreibers

Die Schreiber bilden zunehmend eine privilegierte Kaste. Sie kontrollieren die Steuereinnahmen und die Ausbildung, die durch die Vielfalt der Zeichen sehr schwierig ist. Nur die begabtesten Schüler studieren bis in das Erwachsenenalter hinein. Diktate und Abschreibübungen sind an der Tagesordnung. Faule Schüler werden durch Züchtigungen und sogar Gefängnisstrafen diszipliniert. Die Ausbildung zum Schreiber begann mit einer der Kursivschriften (Hieratisch oder Demotisch). Die Hieroglyphen wurden später gelernt und wurden nicht von jedem Schreiber beherrscht. Heute lernt man erst die Hieroglyphen und dann die Kursivschriften.

Schriftmedien

Die Ägypter verwandten als Schriftmedien Stein, Ton, aber auch Rollen aus Papyrus, Leder und Leinen, die sie kunstvoll mit kolorierten Bildern versehen. Die Werkzeuge des Schreibers sind
- ein meist hölzernes Etui mit mehreren Schreibrohren, die am Ende entweder flachgehämmert oder schräg geschnitten sind,
- eine Platte als Unterlage und zum Glätten des Papyrus,
- ein Vorrat an schwarzer Tinte (aus Rußpulver, als Bindemittel wird Gummi arabicum verwendet),
- und einer mit roter Tinte für Titel, Überschriften und Kapitelanfänge (siehe Rubrum) nicht jedoch für Götternamen (aus Zinnoberpulver, einer Quecksilber-Schwefel-Verbindung oder aus Bleioxid),
- ein Fässchen für Wasser, mit dem die Tinte angerührt wird
- und ein Messer zum Schneiden des Papyrus. Der längste erhaltene Papyrus misst 40 Meter. Leder wird vorwiegend für Texte von großer Bedeutung verwendet.

Siehe auch


- Hieroglyphen in der Wikipedia
- Luwische Hieroglyphen
- arabische Schrift
- aramäische Schrift
- Byblos-Schrift
- Gardiner-Liste
- Hieroglyphen-ABC
- Keilschrift
- phönizische Schrift
- sumerische Schrift
- luwisch
- Hieratisch
- Demotisch
- Koptisch, Kopten

Weblinks


- [http://www.hieroglyphen-info.de/ Informationen zu den Schriftzeichen]
- [http://www.hieroglyphen.de/ Alphabete, Beispielnamen und Hintergrundinformationen zu ägyptischen Schriftzeichen]
- [http://www.meritneith.de/erforscher_hieros.htm Erforscher der Hieroglyphen] Agyptische Hieroglyphen Agyptische Hieroglyphen ja:ヒエログリフ ko:이집트 상형문자 th:เฮียโรกลิฟ

1802

Ereignisse


- 19. Mai: Napoleon Bonaparte ruft die Ehrenlegion ins Leben
- 31. Mai: Uraufführung der Oper Le concert interrompu von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris
- 14. Juni: Schinderhannes steht vor dem Untersuchungsgericht in Frankfurt am Main
- 2. August: Napoleon wird Konsul auf Lebenszeit
- 11. September: Die italienische Region Piemont wird Teil des napoleonischen Frankreichs
- Großbritannien: Die Insel Ceylon (später Sri Lanka) wird britische Kronkolonie
- Joseph Louis Gay-Lussac veröffentlicht sein Gesetz über vollkommene Gase
- William Hyde Wollaston entdeckt unabhängig von Joseph von Fraunhofer die Absorptionslinien (Fraunhoferlinien) im Sonnenspektrum

Katastrophen


- 30. April: Die Talsperre von Puentes in Spanien bricht und verursacht das größte Desaster der spanischen Wasserbau-Geschichte mit 608 Toten

Geboren


- 4. Januar: Paul de Noailles, französischer Staatsmann und Historiker († 1885)
- 6. Januar: Paul Émile Botta, italienischer Arzt, Konsul und Archäologe († 1870)
- 10. Januar: Carl Ritter von Ghega, italienischer Eisenbahningenieur († 1860)
- 13. Januar: Eduard von Bauernfeld, österreichischer Lustspieldichter († 1890)
- 21. Januar: Adolphe Monod, Schweizer reformierter Erweckungsprediger († 1856)
- 6. Februar: Charles Wheatstone, britischer Physiker († 1875)
- 7. Februar: Georg Egestorff, deutscher Industrieller († 1868)
- 7. Februar: Werner VIII. von Alvensleben, († 1877)
- 9. Februar: Josef František Hunke, böhmischer Komponist († 1883)
- 10. Februar: Ernst Helbig, Harzmaler und Wernigeröder Hofmaler († 1866)
- 19. Februar: Wilhelm Matthias Naeff, Schweizer Politiker († 1881)
- 20. Februar: Charles Auguste de Bériot, belgischer Musiker und Komponist († 1870)
- 26. Februar: Victor Hugo, französischer Schriftsteller († 1885)
- 28. Februar: Ernst Friedrich Zwirner, deutscher Dombaumeister und Architekt († 1861)
- 13. März: Friedrich Georg von Bunge, Rechtshistoriker († 1897)
- 24. März: Jacob van Lennep, niederländischer Schriftsteller († 1868)
- 30. März: Rudolf Fürst Kinsky, böhmischer Adliger († 1836)
- 1. April: Hubert Ries, Violinspieler und Komponist († 1886)
- 3. April: Ysaac Brons, Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung († 1885)
- 8. April: Georg Howaldt, Goldschmied, Bildhauer und Erzgießer († 1883)
- 9. April: Elias Lönnrot, finnischer Mediziner († 1884)
- 10. April: Johann Peter Lange, deutscher protestantischer Theologe
- 14. April: Hermann Franck, deutscher Schriftsteller, Ästhetiker und Kritiker († 1855)
- 16. April: François-Christophe-Edouard Kellermann, französischer Staatsmann und Diplomat († 1868)
- 2. Mai: Heinrich Gustav Magnus, deutscher Physiker und Chemiker († 1870)
- 8. Mai: Heinrich Friedrich Wilhelm Perizonius, deutscher Theologe († 1895)
- 12. Mai: Jean Baptiste Henri Lacordaire, französischer Dominikaner, Prediger und Theologe († 1861)
- 20. Mai: Friedrich Wilhelm I., letzter Kurfürst und Landgraf von Hessen-Kassel († 1875)
- 17. Juni: Hermann Mayer Salomon Goldschmidt, deutsch-französischer Astronom und Maler († 1866)
- 4. Juli: Joseph Labitzky, Komponist von Tanzmusik († 1881)
- 24. Juli: Alexandre Dumas (Vater), französischer Schriftsteller († 1870)
- 1. August: Karl Uschner, Übersetzer antiker Dichtungen († 1876)
- 5. August: Niels Henrik Abel, norwegischer Mathematiker († 1829)
- 13. August: Nikolaus Lenau, österreichischer Schriftsteller († 1850)
- 16. August: Moritz Wilhelm Drobisch, deutscher Mathematiker und Philosoph († 1896)
- 26. August: Ludwig Schwanthaler, deutscher Bildhauer († 1848)
- 28. August: Karl Joseph Simrock, deutscher Dichter und Schriftsteller († 1876)
- 31. August: Karl Freiherr von Urban, österreichischer Feldmarschallleutnant († 1877)
- 13. September: Arnold Ruge, deutscher Schriftsteller († 1880)
- 19. September: Lajos Kossuth, ungarischer Rechtsanwalt, Politiker und Freiheitskämpfer († 1894)
- 23. September: Georg Carl Adolph Hasenpflug, Maler († 1858)
- 4. Oktober: Adolphe Niel, französischer General, Marschall von Frankreich († 1869)
- 15. Oktober: Louis Eugène Cavaignac, Premierminister der zweiten französischen Republik († 1857)
- 20. Oktober: Ernst Wilhelm Hengstenberg, deutscher protestantischer Theologe († 1869)
- 25. Oktober: Richard Bonington, britischer Maler († 1828
- 26. Oktober: Michael I. (Portugal), König von Portugal († 1866)
- 20. November: Wilhelm von Kügelgen, Schriftsteller († 1867)
- 29. November: Franz Stelzhamer, österreichischer Dichter und Novellist († 1874)
- 29. November: Wilhelm Hauff, deutscher Schriftsteller und Märchenerzähler († 1827)
- 3. Dezember: Michael Seymour, britischer Marineoffizier und Admiral
- 15. Dezember: János Bolyai, ungarischer Mathematiker († 1860)
- 18. Dezember: Karl Eduard Vehse, deutscher Geschichtsschreiber († 1870)
- 28. Dezember: Henry Grey, 3. Earl Grey, britischer Kolonialpolitiker und Staatsmann († 1894)

Gestorben


- 27. Januar: Johann Rudolf Zumsteeg, deutscher Komponist und Kapellmeister (
- 1760)
- 18. April: Erasmus Darwin, britischer Dichter, Wissenschaftler und Arzt (
- 1731)
- 5. Juni: Johann Christian Gottlieb Ernesti, deutscher klassischer Gelehrter (
- 1756)
- 22. Juni: Susette Gontard, große Liebe des Dichters Friedrich Hölderlin (
- 1769)
- 20. Juli: Francis Kareu, Ordensgeneral
- 25. Juli: Friedrich Karl Joseph von Erthal, Erzbischof von Mainz (
- 1719)
- 3. August: Heinrich Prinz von Preußen, Sohn Königs Friedrich Wilhelm I. in Preußen (
- 1726)
- 10. August: Antonio Lolli, italienischer Violinvirtuose und Komponist (
- um 1730)
- 23. August: Corona Schröter, Sängerin und Schauspielerin (
- 1751)
- 26. September: Jurij Vega, slowenischer Mathematiker der kaiserlichen Armee (
- 1754)
- 12. Oktober: Samuel Arnold, englischer Komponist (
- 1740)
- 30. Oktober: Charles Alexandre de Calonne, war französischer Staatsmann (
- 1734)
- 15. November: George Romney britischer Maler (
- 1734)
- 16. November: André Michaux, französischer Botaniker und Forschungsreisender (
- 1746) ko:1802년

Napoléon Bonaparte

Napoléon Bonaparte (
- 15. August 1769 in Ajaccio, Korsika; † 5. Mai 1821 in Longwood House, St. Helena, Süd-Atlantik) war General in der französischen Revolutionsarmee. Von 1799 bis 1804 Erster Konsul der Französischen Republik (durch Selbsternennung), von 1804-1815 (ebenfalls durch Selbsternennung) mit kurzer Unterbrechung Kaiser der Franzosen, 1805 König von Italien, 1806 Protektor des Rheinbundes. französischen Revolution

Bedeutung

Napoléon Bonaparte gilt als einer der fähigsten militärischen Führer aller Zeiten. Es gelang ihm in kurzer Zeit, fast ganz Europa unter seine direkte oder indirekte Kontrolle zu bringen. Er selbst machte sich zum Kaiser von Frankreich und Verwandte und Vertraute zu Königen und Fürsten der eroberten Länder. Er hat vermutlich als erster europäischer Feldherr die Lehren Sunzis studiert und befolgt, dessen Buch Die Kunst des Krieges erst im Jahre 1782 in die französische Sprache übersetzt worden war. Nicht minder bedeutsam ist Napoléons staatsmännische Aufbauleistung in der Zeit nach der Französischen Revolution. Sein Gesetzbuch Code Civil gilt in Frankreich bis heute und hatte seit seiner Veröffentlichung im Jahre 1804 einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung des bürgerlichen Rechts. Die von Napoléon erzwungene Abdankung des deutschen Kaisers Franz II. und die Beendigung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, die Neuordnung deutscher Fürstentümer zu größeren Territorien wie auch der spätere Befreiungskampf gegen Napoléon förderten das deutsche Nationalgefühl und den Aufstieg Preußens bis hin zum Deutschen Reich.

Leben

„Ein Korse von Geburt“ – Kindheit

Napoléon wurde als Napoleone Buonaparte bzw. korsisch Nabulione in Ajaccio auf der Mittelmeer-Insel Korsika geboren, die nach einem langen Unabhängigkeitskrieg gegen Genua im Jahre 1768 an Frankreich verkauft worden war. Er war der zweite Sohn von Carlo di Buonaparte und Letizia Ramolino, die gemeinsam 13 Kinder hatten, von denen jedoch nur acht die frühen Kindheitsjahre überlebten. Die Familie gehörte dem korsischen Kleinadel an und war seit dem frühen 16. Jahrhundert auf der Insel präsent. Ihre Wurzeln liegen in der italienischen Toskana. Napoléons Vater war der Sekretär von Pascal Paoli, einem großen korsischen Führer, gewesen und hatte mit diesem für die Unabhängigkeit Korsikas gekämpft. Als studierter Jurist hatte er an einer korsischen Verfassung mitgearbeitet, beugte sich aber 1769 der französischen Oberhoheit. Er arbeitete fortan als Advokat bzw. Richter und als Winzer und Landwirt auf seinen Gütern. Darüber hinaus war er gewählter Adelsvertreter im korsischen Standesparlament und in Paris. Aufgrund seiner umfangreichen Bibliothek und dem Einfluss des Vaters interessierten sich seine älteren Söhne, darunter Napoléon, früh für Geschichte, Literatur und Jura. Außerdem war Napoléon Linkshänder, was zu der damalige Zeit recht ungewöhnlich war. Paoli war Napoléons Jugend-Vorbild.

Jugend und militärische Ausbildung

Dank eines königlichen Stipendiums, welches Ludwig XVI. für verarmte aber verdiente französische Adlige ins Leben gerufen hatte, zog der zehnjährige Napoleone - Napoléon, wie er nun genannt wurde - 1779 zusammen mit seinem Bruder Joseph nach Frankreich in ein Internat in Autun wo er - erst jetzt - Französisch lernte. Danach ging er an die Kadettenschule von Brienne, um eine erste militärische Ausbildung zu erhalten, wo er als Stipendiat und einziger Korse als Außenseiter, aber auch als guter Schüler, galt. Ein besonderes Talent entwickelte er in der Mathematik, außerdem interessierte er sich für die großen Helden der Geschichte wie Alexander den Großen und Julius Caesar. Seine Lieblingslektüre waren - ähnlich wie bei Friedrich dem Großen - die Parallel-Biographien von Plutarch, in denen je ein bedeutender Grieche und Römer gegenübergestellt und in ihrem Wert als Vorbilder sittlich-heroischer Lebensführung abgewogen werden. Mit zwölf Jahren hegte er den Wunsch, zur See zu gehen. Als 1783 England und Frankreich ihren Seekrieg beendeten, versuchte er sogar, in die englische Marine aufgenommen zu werden. 1784 wurde er in der École royale militaire in Paris angenommen und erreichte die Stadt am 21. Oktober. Da er weiterhin zur Marine wollte, kam er in die Artillerie-Klasse, wo er u.a. Hydrostatik, Differential- und Integralrechnung studierte. Am 24. Februar 1785 starb sein Vater Carlo an Magenkrebs und Napoléon übernahm die Rolle des Familienoberhauptes, die eigentlich seinem älteren Bruder Joseph Bonaparte zustand. Im gleichen Jahr war Napoléon bei den Prüfungen so gut, dass er sein Studium schon nach einem Jahr, statt nach zweien, abschließen konnte und erhielt kaum 16 Jahre alt sein Offizierspatent. Da die französische Marine in diesem Jahr keine Offiziere suchte, entschied er sich für das Regiment La Fère in Valence, der Korsika am nächsten gelegenen Garnisonsstadt. Dort nahm er als Unterleutnant im Januar 1786 seinen Dienst auf bis er im Juni 1788 nach Auxonne versetzt wurde. Um seine Mutter zu entlasten, nahm er seinen elfjährigen Bruder Louis zu sich und kümmerte sich um seine Erziehung.

Literatur und Reformvorstellungen

In der Freizeit seines militärischen Dienstes widmete er sich der Literatur und der Schriftstellerei. Er las in dieser Zeit sehr viel und sehr umfangreich: von Romanen bis zu Lehrbüchern, von antiken Werken wie die Platos bis hin zu neuzeitlichen Werken, wie z.B. von Voltaire, Corneille und Lavater, oder naturwissenschaftliche Werke wie Rollins Geschichte des Altertums, Buffons Histoire Naturelle oder Marignys Geschichte der Araber. Als Autodidakt brachte er sich hier ein umfangreiches Wissen bei. Als er sich auch zunehmend für Politik und Ungerechtigkeiten im Staat interessierte, wurde Jean-Jacques Rousseau sein großes Vorbild und eine konstitutionelle Monarchie wie die Englands, die im Interesse des Volkes regierte, schien ihm vorbildlich; Patriotismus, bzw. im Dienste des Volkes zu handeln, wurde sein Ideal. Zu dieser Zeit fing er auch selber an zu schreiben. Unter anderem schrieb er einen Gruselroman mit politischem Hintergrund, den Versuch einer Geschichte Korsikas - wegen der ablehnenden Haltung Paolis, den er um Unterstützung bat, gab er dies enttäuscht auf -, und einen philosophischen Essay über menschliches Glück, den er für eine Preisausschreibung der Akademie von Lyon schrieb - kein Essay wurde für würdig gefunden, den Preis zu erhalten. Er vertritt hier die Auffassung, dass der Mensch geboren wird, um glücklich zu sein und "Sittlichkeit wird es geben, wenn die Regierungen frei sind."

Ein Soldat der Revolution

Patriotismus Als im Frühjahr des Jahres 1789 die Französische Revolution ausbrach, emigrierte Napoléon nicht, wie viele andere Offiziere, sondern wurde trotz seiner eigenen Adelsabstammung glühender Befürworter der Republik und deswegen bald zum Hauptmann befördert, anders als die vielen adligen Offiziere, die geflohen waren. Bonaparte versah zunächst nur einige unbedeutende Ordnungsaufgaben in der französischen Provinz und hielt sich zumeist in seiner Heimat Korsika auf, wo die Nationalbewegung einen neuen Aufschwung erlebte und die Unabhängigkeit von Frankreich anstrebte. Im Jahre 1792/93 erhielt Napoléon sein erstes militärisches Kommando und wurde mit der Befehlsgewalt über ein Freiwilligen-Bataillon der korsischen Nationalgarde für die Invasion nach Sardinien betraut, mit dem sich die Französische Republik seit 1792 im Krieg befand. Der Landungsversuch scheiterte jedoch, wofür Bonaparte vor allem die französischen Truppenteile verantwortlich machte. Die undurchsichtige Verwicklung seiner Brüder in einen Staatsstreich gegen den Führer der korsischen Unabhängigkeitsbewegung Pasquale Paoli zwang die Familie im Sommer 1793 Korsika fluchtartig zu verlassen und völlig verarmt nach Frankreich zu gehen. Napoléon unterstützte die Revolution und machte schnell Karriere. 1793 befreite er Toulon von den mit den Engländern kooperierenden königstreuen Royalisten. Zum Glück für den Sieger befand sich neben Saliceti im Lager von Toulon ein noch viel einflussreicherer Mann: Augustin Robespierre, der Bruder von Maximilién. Er war bei der Einnahme von Toulon zugegen und meldete das Ereignis in einem Bericht nach Paris. Das Resultat stellte sich sofort ein: Mit Verfügung vom 14. Januar 1794 erhielt Napoléon Bonaparte den Rang eines Brigadegenerals.

Der Italienfeldzug und die Expedition nach Ägypten

Nach der Entmachtung und Hinrichtung Robespierres fiel Napoléon in Ungnade und wurde kurzfristig als Robespierreianer in Haft genommen. Wenig später wurde er Kommandeur der Westarmee gegen die Royalisten in der Normandie, wieder zurück in Paris schlug er im Auftrag des Direktoriums einen Aufstand der Royalisten in Paris nieder. Dabei setzte er zum ersten Mal Geschütze in der Stadt ein. Dieser Sieg brachte ihm das Vertrauen des Direktoriums und den Oberbefehl über die Italienarmee ein, welchen er am 27. März 1796 erhielt. Zuvor lernte er bei Paris Joséphine de Beauharnais kennen und lieben, die er am 9. März 1796 heiratete. Joséphine de Beauharnais Als Kommandierender General der schlecht ausgerüsteten französischen Truppen gelang es ihm mehrfach, die österreichischen Truppen zu besiegen. Österreich, unter der Führung von Erzherzog Karl, musste einen ungünstigen Vertrag hinnehmen. Zur gleichen Zeit organisierte Napoléon einen Coup, der mehrere Royalisten in Paris entmachtete. 1798 marschierte Napoléon in Ägypten (siehe Die Ägyptische Expedition Napoleons) ein, um Großbritanniens Zugang nach Indien zu stören. Napoléon war den Prinzipien der Aufklärung zugetan, deshalb nahm er Gelehrte auf seine Expedition mit. Die Übersetzung des Steins von Rosetta ist ein Ergebnis davon.

Bürger Napoléon Bonaparte – Erster Konsul der Französischen Republik (1799–1804)

Steins von Rosetta Napoléons Expeditionsflotte wurde in der Seeschlacht von Abukir von der britischen Flotte unter Horatio Nelson fast völlig zerstört. Daher war Napoléon auf den Landweg angewiesen. In Europa formierte sich eine Koalition gegen Frankreich, die Royalisten wurden wieder mächtiger und Napoléon kehrte im Oktober 1799 ohne seine Truppen nach Paris zurück. In den darauf folgenden Wochen planten Abbé Sieyès und Roger Ducos, Direktoren der französischen Regierung, einen Staatsstreich. Dafür benötigten sie aber militärische Hilfe und Napoléon war ihr Mann um die Truppen zu führen. Am 9. November 1799, marschierte Napoléon mit seiner Armee in Paris ein und wurde durch diesen Staatsstreich des 18. Brumaire VIII zum Ersten Konsul und Alleinherrscher. Er vollzog mehrere dauerhafte Reformen im Bildungswesen, in der Verwaltung sowie im Rechts- und Finanzwesen. Seine Gesetzessammlung, der Code Civil oder Code Napoleon, wie sie nach Napoléon auch genannt wurde, hat bis zum heutigen Tag in vielen Ländern Bedeutung. Im Jahre 1800 griff Napoléon Österreich an und besiegte es erneut, vor allem in der Schlacht bei Marengo am 14. Juni 1800. In der Schlacht fiel sein enger Mitstreiter General Desaix. Danach unterschrieben auch die Briten einen Friedensvertrag. 1802 war Thomas Jefferson bereit, New Orleans von Napoléon zu kaufen, der kurz zuvor der unumstrittene Herrscher von Frankreich geworden war und Louisiana von Spanien erworben hatte. Jefferson sandte James Monroe nach Paris, um die Verhandlungen beim Verkauf von Louisiana zu unterstützen. Das Wiederaufflammen des Krieges zwischen Großbritannien und Frankreich war unausweichlich. Napoléon hatte gerade einen schweren militärischen Rückschlag erlitten, als seine Armee, die Santo Domingo erobern und eine Basis errichten sollte, durch Gelbfieber und erbitterten Widerstand, angeführt von Toussaint l'Ouverture, zerschlagen wurde. Napoléon wusste, dass er mit seinen geschwächten westlichen Streitkräften Louisiana nicht verteidigen können würde und beschloss, das gesamte Gebiet an die Vereinigten Staaten zu verkaufen. Die amerikanischen Unterhändler waren bereit, 2 Millionen Dollar für New Orleans auszugeben. Sie waren verblüfft, als ihnen das gesamte Gebiet vom Golf von Mexiko bis Kanada und vom Mississippi bis zu den Rocky Mountains - eine Fläche so groß wie die damaligen Vereinigten Staaten - für weniger als 20 Millionen Dollar angeboten wurde. Der Verkauf kam zustande und wird als Louisiana Purchase oder Louisiana-Landkauf bezeichnet. Nach einer aufgedeckten Verschwörung im August 1803 um Georges Cadoudal, Pichegru und General Moreau, die ein Attentat im Malmaison auf den Korsen planten, suchte Bonaparte mit Hilfe seines Polizeiministers Joseph Fouché nach einem Bourbonen, den man als Signal in seine Gewalt bringen kann. Der politisch eher unbedeutende Herzog von Enghien war das am leichtesten zu erreichende "Ziel", um das Exempel zu statuieren. Durch ein Kommandounternehmen von drei Gendarmeriebrigaden und 300 Dragonern am 14./15. März ließ ihn Bonaparte von Ettenheim in Baden nach Frankreich entführen, um ihm dort einen politischen Schauprozess aufgrund Hochverrats machen zu können. Bei der Verhaftung leistete der Herzog keinen Widerstand. Bereits während der Fahrt nach Vincennes erklärte er, dass er Napoléon unversöhnlichen Hass geschworen habe und jede Gelegenheit nutzen würde, um ihn zu bekämpfen. Die konfiszierten Papiere bewiesen, dass die Bourbonen Verschwörer gegen Napoléon anwarben. Daraufhin reagierte der Erste Konsul heftig: "Warum führen sie nicht Waffen gegen mich? (...) Stattdessen senden sie Straßenräuber aus, sprengen Paris in die Luft, töten Unschuldige. Dafür sollen sie mir blutige Tränen weinen." Nach der zu erwartenden Verurteilung als "Emigrant, der vom Ausland bezahlt wird, um eine Invasion Frankreichs zu erleichtern" durch ein Tribunal von sieben Obristen, vor denen sich Enghien stolz als Feind Bonapartes und des revolutionären Frankreich bezeichnete, erschoss man den Herzog von Enghien im Garten des Schlosses von Vincennes. Dies schadete Napoléon aussenpolitisch insbesondere in Deutschland und Preußen, da man die eigenen Souveränitätsrechte bedroht sah. Ein von Joséphine überbrachtes Gnadengesuch hatte Napoléon zuvor schon abgelehnt, da er einen Bourbonen als Signal hingerichtet sehen wollte. Innenpolitisch hatte Bonaparte jedoch mit dieser "terroristischen Hinrichtung" (Louis Bergeron) alle weiteren royalistischen Komplotte erstickt und die Zustimmung der breiten Bevölkerung hinter sich. Bezeichnenderweise meinte Napoléon selbst als Reaktion auf die Empörung des Auslandes nur knapp: "Ich bin die Französische Revolution". Doch sein Außenminister Talleyrand, der zuvor die Aktion unterstützt hatte, urteilte später, dass dies nicht nur ein Verbrechen, sondern ein Fehler gewesen sei.

Napoléon I. – Kaiser der Franzosen (1804–1815)

Talleyrand Nachdem Napoléon seinen Einfluss auf die Schweiz und Deutschland vergrößert hatte, gab eine Meinungsverschiedenheit über Malta den Briten einen Vorwand, um Frankreich 1803 den Krieg zu erklären und die französische royalistische Opposition zu unterstützen (Beginn der Napoleonischen Kriege). Nachdem ihm in einer Volksabstimmung die Kaiserwürde angetragen wurde, krönte sich Napoléon am 2. Dezember 1804 in der Zeremonie selbst zum Kaiser. Es war eine ungewöhnliche Szene, als er die Krone Pius VII. aus den Händen nahm und sich selbst aufs Haupt setzte. Diese Szene war allerdings abgesprochen und keineswegs wie später dargestellt, die Handlung eines Diktators. Das Gemälde zu dieser Zeremonie stammt vom Maler Jacques-Louis David, der nachträglich die Mutter Napoléons I. auf einer Empore sitzend darstellte. Nachträglich, weil sie sich geweigert hatte, bei der Krönung anwesend zu sein. Der Kaiser bestand aber auf deren Anwesenheit, wenigstens im Bild dargestellt. Da die Zeremonie sich über Stunden hinzog, konnte der Kaiser von Zeit zu Zeit ein Gähnen nicht unterdrücken. Er hielt das Zepter in der Hand wie ein Kinderspielzeug und flüsterte seinem Bruder Joseph zu: „Wenn uns jetzt unser Vater sehen könnte!“ Die Kaiserin Joséphine war von der Krönung so beeindruckt, dass man sie spät abends dazu überreden musste, ihre Krone zum Schlafengehen abzulegen. Am 26. Mai 1805 wurde Napoléon im Mailänder Dom mit der Eisernen Krone der Langobarden zum König von Italien gekrönt. Der französische Plan, zusammen mit den Spaniern die Briten zur See zu schlagen, schlug bei Trafalgar fehl und die Briten erlangten die dauerhafte Herrschaft über die Weltmeere. Ökonomisch missachtete Napoléon aus kriegstaktischen Gründen an Adam Smith orientierte Vorstellungen von Ökonomen wie Jean-Baptiste Say, der durch seine abweichenden wirtschaftspolitischen Vorschläge sogar von der Zensur betroffen war und seine Anstellung verlor. Jean-Baptiste Say In Europa hatte sich eine weitere Koalition gegen Napoléon formiert. Napoléon griff an, überschritt am 25. September mit seinen Truppen den Rhein und sicherte sich am 3. Dez. 1805 einen großen Sieg gegen Österreich und Russland in der Schlacht bei Austerlitz, auch Dreikaiserschlacht genannt. Als Ergebnis wurde Napoléon praktisch Herrscher über die meisten Gebiete Europas. Im Oktober 1806 kam es zu der Schlacht bei Jena und Auerstedt, in der die preußischen Truppen vernichtet wurden. Die französischen Truppen marschierten in Berlin ein; Preußen blieb für Jahre besetzt und musste hohe Kontributionen bezahlen. Napoléon marschierte durch Polen und unterzeichnete ein Abkommen mit dem russischen Zar Alexander I., das Europa zwischen den beiden Mächten aufteilte. Napoléon setzte einen europaweiten Handelsboykott (die sog. Kontinentalsperre) gegen Großbritannien durch und setzte einen neuen König in Spanien ein. Die Spanier erhoben sich und es gelang Napoléon nicht, den Aufstand niederzuschlagen. Kontinentalsperre Während sich Frankreich mit Spanien beschäftigte, griff Österreich 1809 unter Erzherzog Karl in der Schlacht von Aspern Napoléons Armeen an und war siegreich. Der Nimbus der Unbesiegbarkeit Napoléons war das erste Mal gebrochen worden. Allerdings konnte dieser Erfolg bei der Schlacht bei Wagram im Juli 1809 nicht wiederholt werden. In diesem Jahr (1809) ließ sich Napoléon auch von Josephine de Beauharnais scheiden, da sie ihm keine Kinder gebären konnte. Sie hatte dies schon länger geahnt, aber aus Angst vor einer Scheidung die Behauptung aufgestellt, er könne ihr keine Kinder zeugen, schließlich hätte sie ja schon zwei Kinder aus ihrer ersten Ehe. Die Generäle und Politiker Napoléons bedrängten ihn Marie-Louise von Habsburg zu heiraten. Aufgrund politischer Vorzüge durch diese Heirat, nämlich der Stärkung des österreich-französischem Bündnisses und der Legitimation des Kaiserreichs, wurde die Heirat im Jahr 1810 geschlossen. Die Leidtragende dabei war letztendlich sie selbst, denn seit ihrer Kindheit war ihr Napoléon zuwider, aber schließlich musste sie doch der Staatsräson geopfert werden. Marie Louise war die älteste Tochter des österreichischen Kaisers Franz I. Außerdem brauchte Napoléon ja einen Nachfolger, den ihm Marie Louise 1811 schenkte. Sie gebar Napoléon II. Napoléon versuchte zweimal, ihn als Erben einzusetzen, aber regiert hat er nie. Zar Alexander I. war Napoléon gegenüber misstrauisch geworden und lehnte es ab, mit ihm gegen die Briten zu kooperieren. Napoléon marschierte deshalb am 24. Juni 1812 in Russland ein und begann damit den Vaterländischen Krieg. Sein Plan war, wie bei den bisherigen typisch napoleonischen „Blitzfeldzügen“ gewohnt, eine schnelle spektakuläre Entscheidungsschlacht herbeizuführen, die den Krieg bald beenden und Friedensverhandlungen einleiten sollte. An eine Besetzung Russlands war nicht gedacht. Für den Fall, dass eine Entscheidungsschlacht vor dem Winter 1812/13 nicht möglich gewesen wäre, sollte ein Winterlager im Baltikum bezogen werden, um den Feldzug im Frühjahr 1813 fortzusetzen. Vaterländischen Krieg Doch mit folgender Taktik der Russen hatte Napoléon nicht gerechnet: Die russischen Truppen zogen sich immer weiter in die Weite des Landes zurück und verweigerten wohlweislich eine frühe Austragung einer offenen Feldschlacht. Dieser Rückzug in die Tiefe des Raumes entfaltete auf den französischen Kaiser und seine Truppen eine gewisse Sogwirkung, die, auf Napoléons Ungeduld berechnet, den ursprünglichen Plan eines zwischenzeitlichen Winterlagers zunichte machte und die „Grande Armée“ den stetig zurückweichenden russischen Korps nachsetzen ließ. Erst bei Borodino stellten sich die Russen unter dem 'Cunctator' Kutusow einer Abwehrschlacht, die für beide Seiten äußerst blutig und verlustreich verlief und letztlich unentschieden endete. Doch durch diesen Pyrrhussieg gelang es Napoléon zunächst, ohne weiteren Kampf Moskau einzunehmen. Von 250.000 Einwohnern waren 15.000 geblieben, Bettler, Sträflinge und Ausländer. Es waren inhaftierte Sträflinge angeheuert worden, die mit dem Versprechen der Amnestierung die Stadt an verschiedenen Stellen in Brand setzten. Es gelang nicht, die Feuer zu löschen, da selbst die Löschgeräte zum größten Teil zerstört waren. Der deutschstämmige Gouverneur Rostoptschin hatte ebenso Pumpen und Schläuche wegschaffen lassen. Die aus Holz gebauten Häuser brannten in kürzester Zeit nieder, dazu kam der Wind, der alle Versuche zunichte machte. In vier Tagen wurden 8500 Häuser zerstört, vier Fünftel der Stadt. Und immer noch wartete Napoléon zwei Wochen lang auf Antwort von Zar Alexander, erhielt jedoch keine Nachricht. Alexander, von seinen Beratern (unter anderem dem Freiherrn vom Stein und preußischer Exil-Offiziere sowie der Schwedische Kronprinz Jean-Baptiste Bernadotte) nachhaltig zur Unnachgiebigkeit gedrängt, wollte keinen Frieden (entgegen anders lautenden früheren Versicherungen seinerseits). Der Marsch nach Moskau hatte zwölf Wochen gedauert, ebensoviel brauchte man für den Rückmarsch. Aber anstatt loszumarschieren, wartete er immer noch auf ein Wort von Alexander. Er studierte russische Almanache und stellte fest, dass der strenge Winter auf der Breite von Moskau gewöhnlich Ende November einsetzte. Aber nun fielen am 15. Oktober ungewöhnliche sieben Zentimeter Schnee, und immer noch wartete Napoléon auf eine Nachricht von Alexander. Dann aber, als am 18. Oktober Marschall Joachim Murat von Kutusow vor Moskau angegriffen wurde und 2500 Mann verlor, erwachte Napoléon aus seiner optimistischen Stimmung und gab den Befehl zum Abmarsch. Joachim Murat Am 19. Oktober 1812 um 14 Uhr verließen die ersten Einheiten Moskau. Napoléons Fehler (von ihm selbst zugegeben) war der immer wieder aufgeschobene Rückzug sowie die Wahl der Hinmarschroute mit ihrer "verbrannten Erde", anstatt einen weiter südlich verlaufenden Bogen zu beschreiben .Wesentlich für die hohen Verluste war die sehr schlecht vorbereitete Logistik der Versorgung der Truppen. Es gab Nächte, in denen mehrere tausend Pferde starben. Die Armee wurde immer wieder von marodierenden Kosaken angegriffen. Napoléon verlor bei diesem Feldzug die meisten seiner Soldaten. Trotz schwerer Verluste war der Übergang über den Fluss Beresina eine Leistung ohnegleichen. Er marschierte mit etwa 612.000 Soldaten, 50.000 Pferden und einigen Frauen aus dem Dienstleistungsgewerbe los und kam mit weniger als 40.000 Mann zurück, wobei die meisten der restlichen Soldaten in Vilnius an Krankheiten und Übersättigung durch den langen Hunger-Zeitraum starben; die Bevölkerung der Stadt starb dadurch fast komplett aus. Zusätzlich hatten die meisten Verluste die verbündeten bzw. gepressten Truppen der Vasallenstaaten zu tragen. Durch diese schwere Niederlage Frankreichs ermutigt, griffen mehrere Nationen in Europa gegen Frankreich zu den Waffen. Die endgültige Niederlage der Franzosen kam 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig. 1814 bildete sich ein Bündnis aus Großbritannien, Russland, Preußen und Österreich gegen Napoléon. Der Feldzug von 1814 auf französischem Boden gilt auch heute noch militärgeschichtlich betrachtet strategisch wie taktisch als Napoléons „Meisterstück“ und Illustrierung napoleonischer Taktik überhaupt: Mit deutlich unterlegenen Kräften durch geschicktes und temporeiches Manövrieren den zahlenmäßig drückend überlegenen, aber getrennt marschierenden Feind jeweils einzeln zu schlagen.

Elba, Herrschaft der Hundert Tage, Waterloo und das Ende auf St. Helena

1814 1814 1814 Nachdem Napoléon geschlagen war, dankte er zum ersten Mal am 11. April 1814 in Fontainebleau ab; er musste nun ins Exil nach Elba, einer kleinen Mittelmeerinsel. Er kehrte jedoch am 1. März 1815 aufs Festland zurück, wo ihn die Armeen, die ihn aufhalten sollten, als ihren Führer empfingen. Er erreichte Paris und regierte weitere 136 Tage, doch seine Regierung wurde aufgrund von gewaltsamen Taten nicht mehr akzeptiert. So stellte er zum Beispiel ein Heer auf, das aus 40.000 14-jährigen Jungen bestand. Teile der gegnerischen Allianz stellten ihn als den Antichristen dar, dem gegenüber sich die Vertraute des Zaren Juliane von Krüdener als das erlösende Sonnenweib stilisierte. Diese Zeit wird auch als die Herrschaft der Hundert Tage bezeichnet. Am 18. Juni 1815 griff Napoléon die Engländer unter dem Herzog von Wellington nahe dem belgischen Ort Waterloo an. Als die preußischen Truppen unter Marschall Blücher den Engländern noch zu Hilfe kamen und somit die Schlacht verloren war, floh er mit seiner Kaiserlichen Garde nach Paris. Das Ende dieser Schlacht markiert gleichzeitig das Ende der Napoleonischen Kriege. Napoléon musste am 22. Juni abdanken und wurde auf die englische Insel St. Helena im Südatlantik verbannt. Dort schrieb er seine Memoiren und starb am 5. Mai 1821. Sein Leichnam wurde noch am selben Tag obduziert und am 9. Mai in einem vierfachen Sarg beigesetzt. Die Vermutung, Napoléon könnte sukzessiv durch Arsen vergiftet worden sein, ist widerlegt. In der medizinischen Fachliteratur ist überzeugend dargelegt, dass er wie sein Vater und Großvater an Magenkrebs verstarb. Arsen wurde damals als Medikament gegen Appetitmangel eingesetzt (Fowlersche Lösung). Es gibt eine Theorie, wonach General Montholon ihm regelmäßig Arsen in den Wein gegeben haben soll, um so seine Rückkehr nach Frankreich zu ermöglichen (Quelle: Vincent Croussier, L'Express, 06. Dezember 2004). Es gibt allerdings auch noch die Theorie, dass Napoléon 'von' seiner Tapete vergiftet worden ist. Die Pigmente der Tapete enthielten nämlich einige Arsenverbindungen, die damals häufig benutzt wurden und eine schöne grüne Farbe hatten. In trockenem Klima waren diese Pigmente ungefährlich, doch in dem feuchten Klima auf St. Helena bildeten sich Schimmelpilze auf der Tapete, die aus den Pigmenten das gasförmige Trimethylarsen freisetzten, welches Napoléon dann eingeatmet hätte. Die meisten der durch die Eroberungskriege Napoléons verursachten Veränderungen auf der politischen Landkarte wurden beim Wiener Kongress wieder rückgängig gemacht. Fast zwanzig Jahre nach seinem Tod wurde Napoléon Bonapartes Leichnam exhumiert (15. Oktober 1840) und in den Pariser Invalidendom überführt.

Napoléon und die Frauen

Invalidendom Trotz seiner eher geringen Körperlänge von rund 164 cm gab es in Napoléons Leben zahlreiche „Frauengeschichten“, größtenteils heimliche Affairen, die man einerseits auf sein Charisma und andererseits auf eine ihm nachgesagte ausgeprägte Libido zurückführen könnte. Die erste wichtige Frau war Désirée Clary (1777-1860), die Schwägerin von Joseph Bonaparte und später Königin von Schweden und Norwegen wurde. Beide waren seit 1794 ein Paar, zwischen 1795 und 1796 verlobt, als Napoléon noch ein politisch unbedeutender General war, aber die Familie Désirées stellte sich gegen einen zweiten Bonaparte, und Napoléon lernte 1796 seine zukünftige Frau kennen. Désirée heiratete General Jean-Baptiste Bernadotte, den späteren schwedisch-norwegischen König, von dem sie am 4. Juli 1799 einen Sohn Oscar bekam. Auf ihre Bitte hin wurde Napoléon Pate dieses Kindes. Ausgerechnet Bernadotte ist zu diesem Zeitpunkt als Kriegsminister Vorgesetzter Napoléons. Später tritt er als einer der Marschälle von Frankreich Kämpfer für, als Kronprinz von Schweden - Oberbefehlshaber der Nordarmee u.a. in der Völkerschlacht bei Leipzig - ein Gegner von Napoléon auf. Napoléon war zweimal verheiratet: seine erste Frau war Joséphine de Beauharnais, geboren als Marie Josèphe Rose Tascher de la Pagerie (1763-1814) und Witwe des Vicomte de Beauharnais, welche er zur Kaiserin Joséphine von Frankreich krönte und deren Kinder Eugène und Hortense er adoptierte. Da die Ehe kinderlos blieb, ließ sich Napoléon von Joséphine am 5. Dezember 1809 aus politischen Erwägungen und in beiderseitigem Einvernehmen scheiden. Joséphine durfte ihren Kaiserin-Titel und den gemeinsamen Wohnsitz Schloss Malmaison behalten. Seine zweite Frau war die Erzherzogin Marie-Louise von Habsburg (1791-1847), auch sie wurde zur Kaiserin gekrönt. Aus der Ehe mit Marie-Louise ging ein Kind hervor, Napoléon-François-Charles-Joseph Bonaparte (1811-1832), Franz Herzog von Reichstadt, der am Tag seiner Geburt zum König von Rom ausgerufen wurde, jedoch nie regierte. Napoléon hatte schon während seiner Ehe mit Joséphine die folgenden zwei illegitimen Kinder von Mätressen: Aus der Verbindung mit Eleonore Denuelle de la Plaigne (1787-1868):
- Graf Charles Léon (1806-1881) Aus einer sieben Jahre währenden Liebesbeziehung mit Gräfin Maria Walewska (1789-1817), seiner "polnischen Frau":
- Graf Alexandre Colonna Walewski (1810-1868) Beide Söhne hatten ihrerseits Nachkommen. Weitere Kinder:
- Émilie Louise Marie Françoise Joséphine Pellapra von Françoise-Marie LeRoy
- Karl Eugin von Mühlfeld von Victoria Kraus
- Hélène Napoleone Bonaparte von Gräfin Montholon (1816-1910)
- Barthélemy St Hilaire (19. August 1805 - 24. November 1895) Zu Napoléons weiteren Geliebten gehörten u.a. die Schauspielerinnen Marguerite Josephine George, genannt Georgina, und Cathérine Josephine Duchesnois; Madame Duchâtel, Frau eines älteren Staatsrates; Carlotta Gazzani, eine genuesische Tänzerin, die von Napoléon zur Vorleserin von Joséphine ernannt wird, und teilweise Frauen seiner Offiziere.

Napoléons literarischer Nachlass

Seine wohl erste literarische Arbeit "Die Geschichte Korsikas", verfasste Napoléon im Alter von nur 16 Jahren. Später schrieb er vor allem über seine Feldzüge, oder er verfasste Abhandlungen mit besonderer militärischer Bedeutung (wie etwa über die Versorgung belagerter Städte mit Mehl). Mit dem Werk "Übersicht der Kriege Cäsars" legte er eine militärhistorische Arbeit vor, die auch eine Biographie Cäsars beinhaltet. Weniger bekannt ist, dass Napoléon der wohl einzige Kaiser ist, der einen Liebesroman schrieb: Schon während der Revolutionszeit verfasste er "Clisson et Eugénie", ein Werk, das seine Leidenschaft für Désirée Clary, die zukünftige Königin von Schweden, widerspiegelt.

Literatur

Schweden Napoléon – Sein Leben und seine Zeit
- Thiers, Adolphe : Histoire de la Revolution française, 10 Bände + Atlas, Paris 1823-27 (Standardwerk auch in deutscher Übersetzung)
- Ders. : Histoire du Consulat et de l'Émpire, 20 Bände + Atlas, Paris 1845-62, (dt.: Geschichte des Konsulats und des Kaiserreichs, Reprint Hamburg, VRZ-Verlag, ISBN 3-931482-22-7)
- Fournier, August : Napoleon I. - Eine Biographie, 3 Bände, Wien 1886
- Kircheisen, Friedrich : Napoleon I. - Seine Leben und seine Zeit, 9 Bände, Leipzig/München 1911-34
- Wencker-Wildberg, Friedrich/Kircheisen, Friedrich (Hrsg.) : Napoleon - Die Memoiren seines Lebens, 14 Bände, Wien/Hamburg/Zürich o. J. (ca. 1930), Reprint Hamburg, VRZ-Verlag, ISBN 3-931482-14-6
- Markov, Walter : Napoléon und seine Zeit - Geschichte und Kultur des Grand Empire, Leipzig 1996
- Tulard, Jean : Napoléon, ou Le mythe de sauveur, Paris 1977 (die modernste Biographie, deutsche Übersetzung : Napoleon, oder der Mythos des Retters, 2. durchges. Aufl., Tübingen 1979, ISBN 3-8052-0306-3)
- Tulard, Jean (Hrsg.): Dictionnaire Napoléon, Nouv. éd., rev. et augm., Paris 1989, ISBN 2-213-02286-0
- Herre, Franz : Napoleon Bonaparte - Eine Biographie, Regensburg 2003
- Ders. : Marie Louise - Napoleon war ihr Schicksal, Köln 1996
- Willms, Johannes : Napoleon - Eine Biographie, München 2005
- Cronin, Vincent: Napoleon - Stratege und Staatsmann, Heyne Biographien, engl. Originalausgabe 1971, Deutsch 1973, Heyne-Verlag 1983, ISBN 3-453-55101 Die Napoleonischen Kriege
- Broers, Michael: The Napoleonic empire in Italy, 1796 - 1814, 1. Aufl., Basingstoke : Palgrave Macmillan 2005, ISBN 1-4039-0565-7
- Stephen Pope: The Cassell dictionary of the Napoleonic Wars, London 1999, ISBN 0-304-35229-2
- Muir, Rory: Tactics and the experience of battle in the age of Napoleon, New Haven [u.a.] 1998, ISBN 0-300-07385-2
- Clausewitz, Carl von : Hinterlassene Werke des Generals Carl von Clausewitz über Krieg und Kriegführung, 10 Bände, Berlin 1832-37 (beinhaltet das militärisch-philosophische Hauptwerk Vom Kriege und verschiedene Feldzugsstudien zu den Napoleonischen Kriegen)
- Napoleon I./Boie, Bernhard (Komm.) : Militärische Schriften, 3 Bände, Berlin 1881
- Rothenberg, Gunther : Die Napoleonischen Kriege, Berlin 2000
- Wenzlik, Detlef: Die napoleonischen Kriege, Buchreihe (18 Bände), VRZ-Verlag, ISBN 3-931482-01-4 Napoleon und die Frauen
- Gläser, Stefan: "Frauen um Napoleon", Regensburg 2001
- Herre, Franz: "Joséphine - Kaiserin an Napoleons Seite", Regensburg 2003, ISBN 3-7917-1829-0
- Masson, Frédéric: "Napoleon I. und die Frauen", Reprint Hamburg, VRZ-Verlag, ISBN 3-931482-09-X

Weblinks


-
- [http://www.napoleon-online.de/ Napoleon-online.de]
- [http://www.napoleonguide.com/ Napoleonguide.com]
- [http://www.napoleon.org/ Die Napoleon-Stiftung]
- [http://www.musees-nationaux-napoleoniens.org/ Die nationale Vereinigung der Napoléon-Museen in Frankreich] Kategorie:Mann Kategorie:Französische Geschichte Kategorie:Kaiser (Frankreich) Bonaparte, Napoleon Bonaparte, Napoleon Bonaparte, Napoleon Bonaparte, Napoleon Bonaparte, Napoleon Bonaparte, Napoleon Napoleon Bonaparte ja:ナポレオン・ボナパルト ko:나폴레옹 보나파르트 simple:Napoleon th:นโปเลียน โบนาปาร์ต

15. Juli

Der 15. Juli ist der 196. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 197. in Schaltjahren) - somit bleiben noch 169 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1099 - Jerusalem wird während des Ersten Kreuzzugs durch ein Kreuzfahrerheer erobert.
- 1410 - Die Niederlage der Kreuzritter des Deutschen Ordens unter Hochmeister Ulrich von Jungingen gegen das polnisch-litauische Heer unter König Wladyslaws II. in der am 14. Juli begonnenen Schlacht bei Tannenberg in Masuren stellt das vorläufiges Ende der deutschen Ostexpansion dar.
- 1799 - Der Stein von Rosetta wird im Niltal bei Rosetta von einem Offizier Napoleons entdeckt.
- 1927 - Nach einem Skandalurteil wird in Wien der Justizpalast gestürmt und in Brand gesteckt.
- 1933 - Deutschland. Unterzeichnung des Viererpakts in Rom.
- 1955 - In Kassel wir die erste "documenta" eröffnet.
- 1955 - Im kalifornischen Anaheim wird das Disneyland Resort eröffnet.
- 1962 - Algerien erhält seine Unabhängigkeit.
- 1973 - Der 17jährige Paul Getty III. wird in Rom entführt.
- 1974 - Militärputsch auf Zypern
- 1982 - Antigua und Barbuda wird Mitglied in der UNESCO.
- 1992 - Kasachstan wird Mitglied im IWF (Internationaler Währungsfonds).
- 1999 - China erklärt, dass es über die notwendige Technik zum Bau einer Neutronenbombe verfügt.
- 1999 - Großbritannien nimmt den mit dem Falklandkrieg unterbrochenen Linienluftverkehr mit Argentinien wieder auf.
- 1999 - In Belgien wird der mit dem Fall Marc Dutroux betraute Staatsanwalt Hubert Massa tot aufgefunden.
- 2002 - Kasachstan. Ein neues Parteiengesetz tritt in Kraft. Jede Partei muss sich neu registrieren lassen und braucht dazu mindestens 50.000 Unterschriften.
- 2003 - Kuwait. Erstmals Trennung des Amtes des Kronprinzen und des Regierungschefs
- 2003 - Revolte in São Tomé und Príncipe durch unzufriedene Söldner.

Politik


- 1963 - Egon Bahr hält in der Evangelischen Akademie Tutzing seine berühmte Rede "Wandel durch Annäherung" (Link zur Rede: http://www.fes.de/archiv/_stichwort/tutzinger_rede.pdf ).

Wirtschaft


- 1869 - Der französische Chemiker Hippolyte Mège-Mouriés erhält ein Patent für Butterersatz: Margarine.
- 2000 - Japan. Der 170 Jahre alte Konzern Sogo muss mit etwa 20 Milliarden Schulden Konkurs anmelden.

Wissenschaft und Technik


- 1975 - Das erstes gemeinsame Raumfahrtunternehmen der USA und der Sowjetunion wird gestartet.

Kultur


- 1735 - Uraufführung der Oper The Honest Yorkshireman von Henry Carey in London.

Religion

Katastrophen


- 1957 - Indonesien. Eine Lockheed L-1049C stürzt ins Meer. 58 der 68 Passagieren sterben bei diesem Unfall.
- 1982 - Der Lawn-Lake-Staudamm in den Rocky Mountains in Colorado, USA versagt. Durch die Flutwelle sterben 3 Menschen und es gibt einen Sachschaden von 21 bis 31 Mio. US $.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1997 - Jan Ullrich gewinnt bei der Tour de France die Pyrenäen-Etappe nach Andorra-Arcalis und übernimmt die Führung in der Gesamtwertung. Damit legt er den Grundstein für den ersten Toursieg eines Deutschen.
- 2000 - Wladimir Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Monte Barrett in der London Arena in London, durch technischen KO.
- 2000 - Bei derselben Veranstaltung verteidigt Lennox Lewis seinen Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Francois Botha durch technischen KO.

Geboren


- 980 - Ichijō, 66. Kaiser von Japan
- 1606 - Rembrandt van Rijn, niederländischer Maler (Rembrandt)
- 1573 - Inigo Jones, englischer Architekt
- 1638 - Giovanni Buonaventura Viviani, italienischer Komponist
- 1750 - Franz (Sachsen-Coburg-Saalfeld), Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld
- 1812 - Benno Adam, deutscher Tiermaler
- 1817 - Sir John Fowler, britischer Ingenieur und Erfinder
- 1823 - Alexander von Hessen-Darmstadt, Begründer des neuzeitlichen Hauses Battenberg
- 1831 - Reinhold Begas, deutscher Bildhauer und Maler
- 1848 - Vilfredo Pareto, italienischer Nationalökonom und Soziologe
- 1862 - Ludwig Fulda, deutscher Germanist, Philosoph und Autor
- 1865 - Alfred Harmsworth, britischer Verleger
- 1874 - Wilhelm von Scholz, deutscher Schriftsteller und Dramatiker
- 1876 - Carl Sonnenschein, deutscher Theologe
- 1884 -