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Steineibengewächse

Steineibengewächse

Die Steineibengewächse (Podocarpaceae) sind eine von Nadelholzgewächsen (Pinophyta). Es sind Nacktsamer (Gymnospermen).

Verbreitung

Die Familie hat ihre Verbreitung hauptsächlich in tropischen und subtropischen Gebirgswäldern der Südhalbkugel. Ihr disjunktes Areal deckt sich weitgehend mit dem Urkontinent Pangäa. Die Zentren der Artenvielfalt liegen in Australien, Neukaledonien, Tasmanien und Neuseeland. Daneben gibt es Taxa in Malaysia und Südamerika (die südamerikanischen Arten kommen hauptsächlich in den Anden vor). Einige en reichen auch nördlich des Äquators bis nach Südostasien oder auf die Philippinen. Die Areale der Gattung der Steineiben (Podocarpus) reichen bis zum südlichen Japan und südlichen China innerhalb Asiens oder bis Mexiko innerhalb der Neuen Welt, und Nageia gibt es auch bis ins südliche China und südliche Indien. Zwei Gattung gibt es auch in Afrika, die weitverbreiteten Podocarpus und die Endemiten Afrikasteineiben (Afrocarpus). Zwei Arten gibt es auf Kuba. Etwas besonderes ist Parasitaxus usta, es ist die einzige bekannte parasitische Konifere. Diese neukaledonische Art lebt parasitisch auf einer anderen Art aus den Podocarpaceae: Falcatifolium taxoides.

Beschreibung

Es sind immergrüne Bäume und Sträucher. Die Blätter sind nicht nadelförmig wie die bekannteren Taxa der Pinophyta, es ist eine deutliche Spreite vorhanden.

Systematik

Zur Familie der Steineibengewächse (Podocarpaceae) gehören 18 bis 19 Gattungen mit 170 bis 200 Arten:
- Acmopyle: Mit nur zwei endemischen Arten: eine auf Fidschi, die andere in Neukaledonien.
- Afrocarpus: Mit sechs in Afrika und Madagaskar endemischen Arten.
- Dacrycarpus: Mit neun Arten.
- Dacrydium: Mit 16 Arten.
- Falcatifolium: Mit fünf Arten.
- Halocarpus: Mit drei Arten.
- Lagarostrobos: Ist eine monotypische Gattung.
- Lepidothamnus: Mit drei Arten.
- Manoao: Ist eine monotypische Gattung.
- Microcachrys: Ist eine monotypische Gattung.
- Microstrobos: Mit nur zwei Arten.
- Nageia: Mit sechs Arten.
- Parasitaxus: Ist eine monotypische Gattung: eine parasitische Art.
- Phyllocladus: Mit fünf Arten.
- Steineiben (Podocarpus) : Mit 105 Arten.
- Prumnopitys: Mit neun Arten.
- Retrophyllum: Mit fünf Arten.
- Patagonische Eibe (Saxegothaea): Ist eine monotypische Gattung.
- Sundacarpus: Ist eine monotypische Gattung. Hier ist auch die Gattung Phyllocladus bei den Podocarpaceae enthalten, nach molekularbiologischen Untersuchungen gehört sie hier hin, manche Botaniker sehen sie als eigene Familie Phyllocladaceae an. Die Abweichung zu anderen Gattungen ist hauptsächlich die Blattanatomie, sie haben Phyllokladien.

Literatur


- Quinn, C.J. & Price, R.A., Phylogeny of the Southern Hemisphere Conifers, Proc. Fourth International Conifer Conference, 129-136 (2003).

Weblinks


- [http://www.conifers.org/po/index.htm Infos zu Podocarpaceae] (engl.) Kategorie:Nacktsamer

Nadelholzgewächse

Die Nadelholzgewächse (Pinophyta) oder auch Koniferen genannt, von lateinisch conifera = "Zapfenträger", bilden eine monophyletische Abteilung von Samenpflanzen (Spermatophyta). Sie wurden früher zusammen mit den Palmfarnen (Cycadophyta), den Ginkgopflanzen (Ginkgophyta) und den Gnetophyta zu den Nacktsamigen Pflanzen gezählt, und sind von den Bedecktsamigen Blütenpflanzen (Magnoliophyta), deren Samenanlagen besser geschützt sind, deutlich abgegrenzt.

Verbreitung

Nadelholzgewächse gibt es fast überall auf der Welt. In ihren Habitaten sind sie oft die dominierenden Pflanzen, zum Beispiel in der Taiga, dem borealen Nadelwaldgürtel.

Beschreibung

Die heute lebenden Pinophyta sind mehrjährige holzige Pflanzen, die meisten Arten sind Bäume. Die Mehrzahl der Taxa hat einen monopodialen Wuchs, also einen Hauptstamm mit Seitenzweigen. Die Wuchshöhe von ausgewachsenen Koniferen reicht von weniger als einem Meter bis über einhundert Meter. Die am höchsten wachsende Art ist der Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens), mit einer maximalen Höhe von 112,34 Metern. Das größte Volumen hat ein Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum), mit 1486,9 Kubikmetern. Der dickste Nadelbaum ist die Montezuma-Zypresse (Taxodium mucronatum), mit einem Durchmesser von 11,42 Metern. Der älteste Baum ist eine Grannen-Kiefer (Pinus longaeva), sie ist 4700 Jahre alt.

Blätter

Grannen-Kiefer (Pseudotsuga menziesii)]] Grannen-Kiefer (Chamaecyparis pisifera)]] Die Blätter der meisten Nadelbäume sind lang, dünn und nadelförmig. Aber es gibt auch Taxa mit anderen Blattformen, dazu gehören die meisten Zypressengewächse (Cupressaceae) und einige der Steineibengewächse (Podocarpaceae), sie haben flache Blätter. Einige Taxa, besonders die Kauri Agathis innerhalb der Araukariengewächse (Araucariaceae) und Nageia innerhalb der Podocarpaceae, haben breite flache Blätter . Bei der Mehrzahl der Nadelholzgewächse sind die Blätter spiralig um die Zweige angeordnet, Ausnahmen hierbei sind die Cupressaceae und eine bei Podocarpaceae, bei denen sie in gegenständigen Paaren oder in zu drei bis vier in Wirteln angeordnet sind. Es gibt Blattgrößen von 2 mm bis zu 400 mm Länge (sehr lange Nadeln hat zum Beispiel Pinus engelmannii). Die Stomata sind in Linien oder Haufen auf den Blättern angeordnet. Sie können bei kalter oder sehr trockener Witterung geschlossen werden. Bei der Mehrzahl der Gattungen sind die Blätter immergrün und bleiben an den Pflanzen für mehrere (2 bis 40) Jahre bis sie abfallen. Aber drei Gattungen: Lärchen (Larix), Sumpfzypressen (Taxodium) und Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) sind laubabwerfend, sie verlieren ihr Laub im Herbst und sind während des Winters blattlos. Die Keimlinge der meisten Nadelgehölze, dazu gehören die meisten Cupressaceae, und die Kiefern (Pinus), haben Jugendblätter die stark verschieden sind zu den Blättern älterer Pflanzen. Kiefern

Samen und Zapfen

Die meisten Nadelbäume sind monözisch, einige sind diözisch. Alle Pinophyta sind windbestäubt (anemophil). Die Koniferen-Samen entwickeln sich in einem sie schützenden Zapfen. Die Zapfen brauchen bis zur Reife vier Monate bis drei Jahre. Sie werden 2 mm bis 600 mm lang. Bei den Pinaceae, Araucariaceae, Sciadopityaceae und den meisten Cupressaceae, sind die Zapfen holzig. Wenn die Zapfen reif sind öffnen sich normalerweise die Schuppen und ermöglichen, dass die Samen herausfallen können um vom Wind verbreitet zu werden. Windn, Beispiel Eibe (Taxus baccata), in unterschiedlichen Reifestadien.]] Bei den Familien der Podocarpaceae, Cephalotaxaceae, Taxaceae und der Gattung Wacholder (Juniperus) der Cupressaceae sind die Schuppen weich, fleischig, süß und leuchtend gefärbt. Sie werden von Vögeln gefressen, die Samen werden unbeschädigt wieder ausgeschieden. Diese fleischigen Schuppen werden Arillus genannt (außer bei Juniperus).

Systematik

In der Abteilung Nadelholzgewächse (Pinophyta) gibt es nur die eine Ordnung Pinales mit nur der einen Klasse Pinopsida: darin gibt es insgesamt sieben Familien mit über 600 Arten: Familien
- Zypressengewächse (Cupressaceae)
- Kopfeibengewächse (Cephalotaxaceae)
- Eibengewächse (Taxaceae)
- Schirmtannengewächse (Sciadopityaceae)
- Steineibengewächse (Podocarpaceae)
- Araukariengewächse (Araucariaceae)
- Kieferngewächse (Pinaceae) Kieferngewächse

Weblinks


- [http://www.markuswelz.de/pflanzen/index.html Koniferen in Deutschland] - Übersicht über die in Deutschland heimischen und eingeführten Nadelholzgewächse mit vielen detailreichen Bildern.
- [http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Coniferophyta Fossile Coniferophyta im Mineralienatlas WiKi]
- [http://www.conifers.org/taxa.htm Pinophyta: viele Infos zur Systematik.]
- [http://tolweb.org/tree?group=Conifers&contgroup=Spermatopsida Pinophyta: Infos zur Systematik.] (engl.) Kategorie:Nacktsamer ja:針葉樹

Nacktsamer

Die Nacktsamigen Pflanzen (Gymnospermae), kurz Nacktsamer, sind Samenpflanzen (Spermatophyta), deren Samenanlagen nicht wie bei den bedecktsamigen Pflanzen in einem Fruchtknoten eingeschlossen sind. Die Fruchtblätter sind, anders als bei Bedecktsamern, nicht ganz geschlossen. Dies stellt innerhalb der Samenpflanzen den ursprünglichen Zustand dar. Seit dem Oberperm, vor 270 Millionen Jahren (Ma), entwickelten sich die Gruppen von Nacktsamern. Aus einer dieser Gruppen entwickelten sich in der mittleren Kreide, vor 120 Millionen Jahren, die Bedecktsamer (Angiospermen). Alle nacktsamigen Taxa stellen heute Reliktgruppen dar. Gegenüber ehemals hunderttausenden von Arten gibt es heute nur noch wenige hundert Arten. Selbst die höheren Taxa wie Klassen enthalten oft nur wenige Arten. Die Areale sind oft disjunkt, das zeigt auch, das diese Gruppen nur noch Relikte sind. Den Höhepunkt ihrer Entwicklung mit den meisten Arten hatten die Nacktsamer im Jura, sie waren Futter der Saurier. Heute artenreich und weitverbreitet sind alleine die Nadelholzgewächse (Pinophyta) mit über 350 Arten. Fossilfunde geben einen kleinen Überblick über den früheren Artenreichtum der nacktsamigen Taxa und der Ökosysteme, die sie damals bildeten. Die Blüten sind in der Regel getrenntgeschlechtlich und bestehen nur aus Staubblättern oder Fruchtblättern. Häufig sind viele Blüten eines Geschlechtes in Zapfen zusammengefasst, Gymnospermen sind also zweihäusig. Die Verbreitung des Pollens erfolgt meistens mit Hilfe des Windes. Dann gelangt der Pollen direkt auf die ungeschützte Mikropyle, die Empfängnisstelle. Bei Ginkgopflanzen (Gingkophyta) und Palmfarnen (Cycadophyta) gibt es ähnlich wie bei vielen Algen begeißelte Spermazellen (Spermatozoide); bei den anderen Gruppen wächst der Pollenschlauch zur Eizelle und entlässt dort einen Gametenkern, der die Eizelle befruchtet. Zwischen Bestäubung und Befruchtung liegt nur ein kurzer Weg ohne Barrieren. Alle heutigen Nacktsamer sind Holzpflanzen mit sekundären Dickenwachstum. Von den Bedecktsamern unterscheiden sich die Nacktsamigen Pflanzen in der Anordnung ihrer Leitungsbahnen.

Systematik

Die Nacktsamer bilden ein paraphyletisches Taxon, das heißt, sie umfassen nicht alle Nachkommen ihres letzten gemeinsamen Vorfahrens, da die Bedecktsamer sehr wahrscheinlich aus nacktsamigen Pflanzen hervorgegangen sind. Sie gelten heute also nicht mehr als natürliche Gruppe. So sind z. B. die Gnetophyta enger mit den Blütenpflanzen (Magnoliophyta) verwandt als mit den anderen Nacktsamern. Die Nacktsamer sind allerdings konvergent ähnlich.Pflanzen der Gruppe sind nicht angeortnet. Zu den Nacktsamern werden traditionell die
- Palmfarne (Cycadophyta), mit ca. 123 Arten
- Ginkgopflanzen (Ginkgophyta), mit nur einer Art.
- Nadelholzgewächse (Pinophyta), mit ca. 365 Arten und
- Gnetophyta, mit ca. 69 Arten, gezählt. Siehe auch: Systematik des Pflanzenreiches; Generationswechsel

Weblinks


- [http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d47/47.htm Gymnospermen]
- [http://home.earthlink.net/~earlecj/ Gymnosperm database (engl.)]
- [http://www.conifers.org Informationen zu allen Taxa innerhalb der Gymnospermen.] (engl.) Bild:Cycas circinalis.jpg|Cycas circinalis, Cycadaceae, Palmfarne (Cycadophyta), mit fiedrigen Blattwedeln und männlichen Blütenstand. Bild:Encephalartos lebomboensis - Lebombo cycad - desc-fruiting stalk.jpg|Encephalartos lebomboensis, Zamiaceae, Palmfarne (Cycadophyta), mit reifen Samen. Bild:800px-Welwitschia.jpg|Welwitschia mirabilis, Gnetophyta. Bild:Ephedra distachya.jpg|Ephedra distachya, Gnetophyta. Bild:Gingko biloba1.jpg|Gingko biloba, Ginkgopflanzen (Ginkgophyta), Zweig mit Blättern. Kategorie:Nacktsamer ja:裸子植物 ko:겉씨식물

Areal

Ein Areal ist
- eine begrenzte Fläche, der Flächenraum oder auch der Flächeninhalt, besonders von Grund und Boden (siehe Flächenberechnung).
- das Siedlungsgebiet oder der Wohnbereich von Menschen.
- im biologischen Sinne das Verbreitungsgebiet einer Tier- oder Pflanzenart. Man unterscheidet dabei geschlossene und disjunkte Areale. Außerdem gibt es Relikte und Vorposten. Areale verändern ihre Größe und Gestalt im Verlauf der Floren- und Vegetationsgeschichte, in neuerer Zeit auch unter dem Einfluss menschlicher Tätigkeit (Bebauung, Begradigung etc.). Die Chorologie (Arealkunde) ist Teilgebiet der Biogeographie.
- eine in der Hirnforschung übliche Bezeichnung für unterteilbare Regionen der Grosshirnrinde (siehe Hirnareal)
- ein Merkwort der lateinischen Grammatik für die Neutra der i-Deklination: Substantive, die auf -ar, -e oder -al enden. Beispiele: exempl-ar - Beispiel, mar-e - Meer, anim-al - Lebewesen.

Pangäa

Pangäa oder Pangaea (griech. alles Land) ist der Name, mit dem Alfred Wegener den Superkontinent bezeichnete, der während des Mesozoikums bestand, bevor die Plattentektonik die Teilkontinente trennte. Als die Kontinente im Unterperm vor rund 300 Millionen Jahren kollidierten und Pangäa formten, hatten sich entlang der Kollisionszonen Gebirge aufgefaltet, von denen einige noch immer bestehen, wie etwa die Appalachen und der Ural oder der Harz und das rheinische Schiefergebirge in Europa (siehe Variszische Orogenese). Diese frühen Auffaltungen sind erheblich älter als junge Gebirgszüge wie die Alpen in Europa, die Rocky Mountains in Nordamerika, die Anden in Südamerika oder der Himalaja in Asien. Auf Grund der jahrmillionenalten Abtragung sind die Appalachen und der Ural heute nur noch abgerundete Rumpfgebirge. Der riesige Ozean, der Pangäa umgab, hat den Namen Panthalassa erhalten. Darüber hinaus existierte noch das Tethysmeer. Der Erdmantel unter Pangäas ehemaliger Position ist noch immer heiß und versucht, aufwärts zu steigen. Infolgedessen liegt Afrika einige zehn Meter höher als die anderen Kontinente. Pangäa zerbrach vor 220-150 Millionen Jahren im Mesozoikum (Erdmittelalter) in zwei Superkontinente auseinander, und zwar in den Nordkontinent Laurasia, der sich wiederum in Nordamerika und Eurasien spaltete, und den Südkontinent Gondwana, aus dem Südamerika, Afrika, Indien, Australien und Antarktika hervor gegangen sind. Geologen gehen davon aus, daß noch bis vor etwa 130 Millionen Jahren eine Landverbindung zwischen Amerika und Nordafrika bestand, das so genannte Archatlantis.

Weblinks


- [http://www.nepal-dia.de/LL_Ubersicht_Nepal_Land_/LL_Plattentektonik_in_Nepal/LLP_12_Links_PLattentektonik/llp_12_links_plattentektonik.html Kartenanimationen zu Pangäa und der Kontinentalverschiebung]
- [http://www.ucmp.berkeley.edu/geology/anim2.html Kartenanimation zur Plattentektonik] (engl.) Kategorie:Kontinent Kategorie:Historische Geologie
ja:パンゲア大陸 ko:판게아

Neukaledonien

Neukaledonien (französisch Nouvelle-Calédonie) ist seit der Änderung der französischen Verfassung vom 28. März 2003 eine Überseegemeinschaft mit besonderem Status (collectivité sui generis). Zwei Vertreter sitzen in der Pariser Nationalversammlung. Hauptstadt ist Nouméa (76.300 Einwohner). Dort befindet sich auch ein deutsches Honorarkonsulat.

Geografie

Die Inselgruppe liegt vor der australischen Nordostküste. Um die Hauptinsel herum wächst ein Korallenriff. Die Temperaturen auf den Inseln sind dauerhaft - das ganze Jahr über - zwischen 20°C und 30°C. Der Wirbelsturm Erica hat im März 2003 große Schäden auf der ganzen Insel angerichtet. Das Dengue-Fieber ist je nach Jahreszeit auf Neukaledonien mehr oder weniger verbreitet. Im Januar 2003 zum Beispiel sollen zwischen 4.500 (offizielle Zahl) und 9.000 Menschen erkrankt sein. Siehe auch: Diahot

Geschichte

Die Inseln wurden sowohl von Großbritannien als auch durch Frankreich während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts besiedelt; die Hauptinsel geriet 1853 in französischen Besitz. Die Nutzung als Strafkolonie dauerte von 1864 an über 40 Jahre. Zwischen 1956 und 1998 war es abhängiges Überseeterritorium. Die Unabhängigkeitsbewegung der Kanak in den 1980er Jahren führte zu einer größeren Autonomie durch die Matignon-Abkommen 1988 und dem Abkommen von Nouméa vom 5. Mai 1998. Von 1946 bis 2003 war Neukaledonien Französisches Übersee-Territorium (territoire d'outre-mer, TOM) Ein Referendum im Jahr 2014 soll über die Unabhängigkeit der Inseln oder den Verbleib bei Frankreich entscheiden.

Bevölkerung

Die Urbevölkerung der Melanesier oder Kanak stellen mit einem Anteil von 44% der Bevölkerung eine relative Merheit dar. Es gibt viele Mischlinge aller Art. Amtssprache ist Französisch und wird von weitgehend allen Bewohnern des Landes gesprochen. Es gibt viele Menschen unterschiedlichster Herkunft, die aber oftmals schon seit Generationen in Neukaledonien leben und größtenteils französische Staatsbürger sind. Diese sprechen unter sich manchmal noch ihre ursprünglichen Sprachen, so Polynesisch, Tahitianisch, Vietnamesisch, Wallisisch, Indonesisch und Englisch. Viele Kanak pflegen in ihren Stämmen weiterhin ihre eigenen Sprachen und Gebräuche. Auch heute werden noch ca. 25 dieser Kanak-Sprachen in den verschiedenen Stammesgebieten benutzt. Allerdings spielen sie im Erziehungswesen des Landes nur eine sehr untergeordnete Rolle. Auf dem Gebiet der Erforschung der Sprachen in Neukaledonien hat sich besonders der französische Ethnologe Maurice Leenhardt (1878-1954) hervorgetan (siehe auch DO KAMO).
Die Mehrheit der Bevölkerung (60%) sind Katholiken; Protestanten mit 30% und Muslime stellen den Rest dar.

Flora und Fauna

Die Flora Neukaledoniens weist einen sehr hohen Grad an Endemismus auf. Viele Arten sind bedroht. Die nicht wirksam genug bekämpften Buschfeuer spielen dabei eine wichtige Rolle. Eine nur auf diesen Inseln vorkommende Vogelart ist der Kagu. Außerdem ist auf Neukaledonien einer der größten Geckos der Welt endemisch, der Neukaledonische Riesengecko.

Völkerrechtliche Streitigkeiten

Die Matthew- und Hunter-Inseln werden sowohl von Frankreich als auch von Vanuatu beansprucht.

Wirtschaft

Die Wirtschaft besteht vorwiegend aus Tourismus. Jedoch sind auch gewaltige Nickel-Vorkommen zu finden. Neukaledonien verwendet den französischen Pazifik-Franc, der an den Euro gebunden ist.

Weblinks


- [http://www.gouv.nc/ Regierung Neukaledoniens]
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/nc.html CIA World Factbook]
- [http://www.willgoto.com/340/3/categories.aspx WillGoTo Neukaledonien] Reiseführer und Reiseverzeichnis
- http://www.meteo.nc Das Wetteramt Neukaledoniens
- [http://annu.opt.nc Das Telefonbuch Neukaledoniens]
- http://www.endemia.nc Über die Flora und Fauna Neukaledoniens (Sprache: Französisch)
- http://www.122-australien.s-cool.org/?action=ctr Statistische Daten über Neukaledonien
Kategorie:Inselgruppe Kategorie:Ehemalige Kolonie ja:ニューカレドニア zh-min-nan:Sin Calédonie

Tasmanien

Tasmanien (früher Vandiemensland) ist eine dem Kontinent Australien südöstlich vorgelagerte Insel. Sie ist Teil des Australischen Bundes. Die Hauptstadt ist Hobart, die zweitgrößte Stadt Launceston.

Geographie

Tasmanien als größte Insel Australiens umfasst mit 68.401 km² (ohne Inseln 64.519 km², 296 km Nord-Süd-Ausdehnung und 315 km von Ost nach West) 0,88 Prozent der Gesamtfläche Australiens. Die Bass-Straße, welche die Insel vom australischen Festland trennt, wird im Nordwesten durch King Island, an der Nordostspitze von Flinders Island flankiert. Landschaftlich dominieren Gebirge und Hochebenen bis cirka 1.600 m Höhe die Insel. Die höchste Erhebung ist der Mount Ossa (1.617 m). Die Südostaustralien vorgelagerte Insel Tasmanien liegt zwischen 40° - 44° (Süd) geographischer Breite und 144° - 149° (Ost) geographischer Länge (Abb. 1). Die auf dem australischen Kontinentalschelf gelegene Insel ist annähernd so groß wie Irland. Sie ist die weitaus größte der über hundert Inseln des Bass-Archipels. Es gibt noch relativ viele natürliche Landschaftstypen. Etwa ein Viertel der Insel sind als UNESCO-Weltnaturerbe ausgewiesen, zu 40 Prozent besteht die Insel aus Nationalparks. Besonders eindrucksvoll sind die Landschaft am Cradle Mountain sowie die unberührte und teilweise schwer zugängliche Wildnis des Südwestens.

Geologie

Cradle Mountain Geologisch betrachtet bildet Tasmanien den südlichsten Ausläufer des ostaustralischen Randgebirges. Im Zuge der rückläufigen Eiszeit und dem damit verbundenen Anstieg des Meeresspiegels wurde Tasmanien vor 8.000 bis 12.000 Jahren vom Festland abgetrennt. Die durch diesen Prozess entstandene 250 Kilometer breite und meist sehr stürmische Meeresstraße (Bass-Straße) isolierte Tasmanien vollständig von Australien. Als Rudimente dieser ehemaligen Verbindung blieben nur die Inseln der Bass-Straße erhalten. Tasmanien ist von zahlreichen, stark zerklüfteten Gebirgen durchzogen, die teilweise bis auf über 1.500 Höhenmeter ansteigen. Die Gebirgsketten verlaufen in der Regel von Nordwesten nach Südosten und enden häufig am Rand der Insel als Steilküste. Überhaupt liegt der Großteil der Landmasse im Gegensatz zum australischen Festland weit über Meeresniveau. Die geologisch älteren Gebirge des Westteils der Insel sind an ihren steilen Hängen und Graten stark zerklüftet, während die Gebirge Mittel- und Osttasmaniens leichter zugänglich sind und oft in Hochebenen (Plateaus) gipfeln. Abgesehen von diesen Plateaus sind Ebenen selten. Die Unzugänglichkeit der Landschaft wird durch zahlreiche ausgedehnte Fluss-Systeme und eine Vielzahl von Seen verstärkt. Allein im Nordosten einer im Zentrum der Insel gelegenen Hochebene gibt es über 4.000 Seen. Gleichzeitig ist diese größte Ebene der Insel von den drei bedeutendsten Fluss-Systemen (Gordon, Tamar, Derwent) umschlossen, die nach allen Himmelsrichtungen hin entwässern. Das Hauptgestein Tasmaniens ist ein grobkörniger Basalt (Dolerit). Häufig anzutreffen sind sehr alte Sandsteinformationen aus dem Ordovizium, sowie Formationen aus Kalkstein, Quarzit oder Konglomeraten, die im Silur entstanden. Während des Tertiärs kam es zu starker vulkanischer Tätigkeit.

Klima

Das tasmanische Klima ist ozeanisch. Die Winter fallen dadurch relativ milde aus. Andererseits ist die Insel eine der wenigen Landmassen im Bereich der so genannten "Donnernden Vierziger" (Roaring Forties). Daher ist das Klima meist windig bis stürmisch, regnerisch und unbeständig. Alle Jahreszeiten lassen sich, besonders auf den Hochebenen, an einem Tag durchleben. Obwohl Tasmanien auf dem selben Breitengrad liegt wie Istanbul, Rom und Barcelona auf der Nordhalbkugel, ist das Klima kühler als auf dem Festland. Barcelona Bezüglich seiner geographischen Breite fände Tasmanien seine Entsprechung auf der Nordhalbkugel in einem Gebiet, das zwischen Südfrankreich (Nizza) und Zentralspanien (Madrid) anzusiedeln wäre. Häufig wird Tasmaniens warm-gemäßigtes Klima in der Literatur mit dem Klima Südfrankreichs in Verbindung gebracht. Dennoch gibt es einige bedeutende Unterschiede zum europäischen Klima der Nordhalbkugel. Als Insel steht Tasmanien unter maritimem Einfluss, daher ist das Kleinklima regional stärker ausdifferenziert. Die um sechs Monate verschobenen Jahreszeiten sind weit weniger ausgeprägt. Die Winter sind mit Durchschnittstemperaturen von 0,5 °C - 10,5 °C mild und die Sommer mit 9 °C - 19 °C eher kühl. Dennoch kann es fast überall auf der Insel im Winter zu Nachtfrösten kommen und zu jeder Jahreszeit in den Höhenlagen Schnee fallen. Selbst im Sommer können die Bergkuppen oberhalb 1.200 Meter, im Winter oberhalb 600 Meter schneebedeckt sein. In solchen Hochlagen kann die Temperatur auf Extremwerte bis -10 °C und im Januar bis -1 °C absinken. Das relativ milde Klima wird jedoch geprägt durch abrupte Wetterwechsel, den häufig starken Wind und die hohe Luftfeuchtigkeit. Auch die Niederschlagsverteilung Tasmaniens ist weniger von jahreszeitlichen Schwankungen als durch die vorherrschende Windrichtung geprägt. Im Gegensatz zum australischen Festland, wo der Südostpassat seinen Einfluss geltend macht, ist die Insel ganzjährig zum Teil heftigen Westwinden ausgesetzt. Diese Donnernden Vierziger herrschen auf diesem Breitengrad auf der gesamten südlichen Erdhalbkugel und treffen hier ungebremst von Landmassen (die nächste ist Patagonien) auf Tasmanien. So ist der Westteil der Insel sowohl feuchter als auch kühler und hat darüber hinaus weniger Sonnenstunden pro Jahr als der Osten. Diese Temperaturunterschiede werden verstärkt durch den Einfluss einer warmen Meeresströmung im Osten und einer kalten, von der Antarktis kommenden, im Westen Tasmaniens. Der feuchte Wind sorgt im Westen für jährliche Niederschläge von über 1.500 mm mit Spitzenwerten bis zu 3.800 mm. Im Osten sind Werte um 1.500 mm jährlich die Ausnahme, zum Teil werden hier nur Werte um 400 mm erreicht. Vereinfacht dargestellt kann man sagen, dass die jährlichen Niederschläge Tasmaniens in West - Ostrichtung kontinuierlich abnehmen. Verglichen mit dem aridesten Kontinent der Erde - Australien - sind selbst diese Werte im Osten der Insel noch hoch.

Pflanzen- und Tierwelt

Die Flora und Fauna Tasmaniens ähnelt der Australiens. Die Vegetation wird im Nordwesten von Regenwäldern bestimmt. Im Südwesten und Norden finden sich aber auch Buttongras- und Moorlandschaften. Auf den weitläufigen Hochebenen begegnen uns alpine Moose und Blumen. Durch die isolierte Lage vom Festland sind etwa 20 Prozent von den gut 1500 vorkommenden höheren Pflanzenarten endemisch. Es gibt allerdings auch einen erheblichen Anteil an landwirtschaftlichen Nutzflächen. Der Granny-Smith-Apfel wurde in Tasmanien gezüchtet. Beuteltiere sind die dominanten Landlebewesen, von denen der Beutelwolf (oder Beuteltiger, Tasmanischer Tiger, Tylacine) ein bekanntes ausgestorbenes Beispiel ist. Der Wombat (ein Beutelbär), ist ebenso vertreten wie zahlreiche Känguru-Arten. Da viele der nach Australien eingeschleppten europäischen Tierarten (hauptsächliche der Fuchs) und auch der selbst eingewanderte Dingo es aber nie bis nach Tasmanien geschafft haben, sind hier viele Tierarten erhalten geblieben, die auf dem Festland ausgestorben sind: Beuteldachse oder kleine Wallaby-Arten. Ein ebenfalls sehr bekanntes Beispiel einer für Tasmanien endemischen Tierart ist der Tasmanische Teufel. Die tasmanische Pflanzen- und Tierwelt ist eng mit der geologischen Vergangenheit Australiens verknüpft. Erdgeschichtlich betrachtet nimmt der australische Kontinent, bedingt durch seine frühzeitige und lang andauernde Isolierung, eine Sonderstellung ein, die sich nachhaltig auf seine Biozönose ausgewirkt hat. Diese Abtrennung ist verantwortlich für die Vielzahl der endemischen Arten, die häufig ein hohes stammesgeschichtliches Alter aufweisen. In Tasmanien wird dieser Aspekt durch die lange Isolierung vom australischen Festland noch potenziert. Die Zeitspanne dieser Isolierung war zwar für eine grundlegend eigenständige evolutionäre Anpassung zu kurz, jedoch kamen außeraustralische Einflüsse hier noch seltener zum Tragen. Die Flora und Fauna Tasmaniens geht in ihren Grundzügen auf den Superkontinent Gondwana zurück. Gondwana erreichte zu Beginn des Perm seine größte Ausdehnung und begann im Jura in die gegenwärtigen Kontinente der Südhalbkugel zu zerbrechen. Gerade die Reihenfolge dieser Teilung hat die Stellung der Biosphäre Australiens im ökologischen Weltgefüge maßgeblich geprägt. Nacheinander wurde die australische Landmasse vom späteren Afrika, Indien, Neuseeland, aber erst im Eozän von Antarktika getrennt. Darin liegt der Umstand begründet, dass die australische Biosphäre am ehesten Ähnlichkeit mit Teilen der neuseeländischen und südamerikanischen aufweist. Denn während des Eozäns waren Südamerika und Australien noch durch die Landmasse Antarktika verbunden. Diese Theorie wird sowohl durch Untersuchungen an der rezenten Pflanzen- und Tierwelt als auch durch fossile Befunde gestützt. Seit der Trennung von Antarktika war Australien mehr als 50 Millionen Jahren von den anderen Kontinenten isoliert. Selbstverständlich hat sich auch die australische Biosphäre seither den ökologischen Bedingungen und Veränderungen im Laufe der Jahrmillionen angepasst und dennoch ähnelt sie noch deutlich der ehemaligen Flora und Fauna Gondwanas. Wie auf dem Australischen Festland sind auch hier verschiedene Arten von Kletter-, Ring- und Gleitbeutlern zu finden. Diese sind wie Koalas oder Kängurus Beuteltiere und gehören seit eh und je zur Ur-Fauna Australiens. Sie wurden aber unter anderem von Siedlern nach Neuseeland geschleppt und sind dort für die Ausrottung mehrerer endemischer Vogelarten verantwortlich.

Flora

Aufgrund der unterschiedlichen klimatischen und geographischen Verhältnisse differiert auch in Bezug auf die Flora die Westhälfte der Insel stark vom Osten. Im Westteil finden sich vorwiegend Regenwälder und Vegetationsformen, die in Teilen jener von Südamerika und Neuseeland ähneln. Im Osten Tasmaniens herrschen trockene und lichte Wälder australischer Prägung vor. Letztere sind gekennzeichnet durch hunderte verschiedener Akazien- und Eukalyptusarten, die wie in Teilen Australiens die gesamte Restfauna dominieren. Wie die gesamte australische Flora weisen auch sie eine Vielzahl unterschiedlicher evolutionärer Anpassungen auf. Der Wald australischer Prägung lichtet in den Höhenlagen zunehmend aus. Oberhalb 900 Meter im Norden und 600 Meter im Süden gehen die Wälder häufig in ausgedehnte Moorlandschaften über. Im kühl temperierten feuchten Regenwald Westtasmaniens bestimmt die Südbuche (Nothofagus), - eine der vielen endemischen Pflanzen - die bis zu 40 Meter Höhe erreichen kann, das Bild. Wie annähernd alle Baumarten Tasmaniens ist auch sie immergrün. Der ausgeprägte Stockwerkbau dieses Waldes und sein dichtes Unterholz machen ihn häufig undurchdringlich. In den ausgedehnten Dünenlandschaften der Sandstrände herrschen hitze- und trockenheitsresistente Büsche, Sträucher und Gräser vor. Bereits vor der Ankunft der Europäer waren weite Landstriche Tasmaniens durch die Einwirkung der einheimischen Inselbevölkerung geprägt. Auf diese Weise entstanden beispielsweise die feuchten Riedlandschaften mit ihrem Schilf-, Gras- und Heckenbewuchs, die den Regenwald durchsetzen und der zum Teil parkähnliche Charakter mancher Eukalyptus- und Akazienwälder.

Fauna

Die Tierwelt Tasmaniens ist in noch stärkerem Ausmaß mit der australischen verwandt. Letztere ist, ebenso wie die Vegetation, geprägt von Endemismen. Die vorherrschenden Beuteltiere gehen ebenfalls auf Gondwana zurück. So hat sich beispielsweise die Beutelratte seit 65 Millionen Jahren kaum verändert. Auch der australische flugunfähige Straußenvogel, der Große Emu, stammt aus dieser Epoche. Die Hauptvertreter der Tierwelt Australiens, die Beuteltiere, haben, mit Ausnahme des Ökosystems Wasser, alle ökologischen Nischen besetzt. Aquatische Beuteltiere wurden bis auf eine südamerikanische Spezies weltweit aus diesem Lebensraum verdrängt. So unterscheidet sich die Meeresfauna Tasmaniens nur unwesentlich von der anderer Regionen dieses Breitengrades. Auf dem Land blieben die Beuteltiere (Marsupiala) jedoch von außeraustralischen Einflüssen weitestgehend verschont. Selbst die extrem artenreiche Vogelfauna - obwohl weniger an Grenzen gebunden - setzt sich aus Gattungen zusammen, die zu 90 Prozent endemisch sind. Betrachtet man nur die Vogelarten, sind dies sogar 95 Prozent. Die Auswahl an höheren Säugetieren (Plazentatieren) beschränkte sich in voreuropäischer Zeit in Australien auf Nage- und Flattertiere (Fledermäuse und fliegende Hunde). Sie kamen vermutlich während des Miozäns aus dem Norden. Die Fauna Tasmaniens ist noch um einiges artenärmer als die australische. So kommen dort nur etwa ein Fünftel der Beuteltier-, ein Zehntel der Nager- und ein Siebtel der Fledermausarten Australiens vor. Flughunde und Gleitbeutler sind ebenfalls nicht bis nach Tasmanien vorgedrungen. Diese Artenarmut darf jedoch nicht über die hohe Populationsdichte der Landtiere in Tasmanien hinwegtäuschen, die durch die vielseitige Küsten- und Meeresfauna noch ergänzt wird. Die Beutelraubtiere, der tasmanische Teufel und der tasmanische Beutelwolf konnten - vermutlich bedingt durch das Fehlen des Dingos in Tasmanien - bis heute überleben. Der tasmanische Beutelwolf (Thylacinus cynocephalus) wird häufig auf Grund seines dunkelbraun-gelblich gestreiften Felles tasmanischer Tiger genannt. Sein lateinischer Name bedeutet ‘Beutelhund mit Wolfskopf’, was seinem Aussehen schon ziemlich nahe kommt. Mit einer Rückenlänge von zirka 1,20 Metern hatte er in etwa die gleiche Größe wie unser europäischer Wolf und war in der Lage, auch größere Beutetiere zu reißen. Er jagte meist im Dunkeln oder zumindest in der Dämmerung und galt als langsam und etwas unbeholfen. Wahrscheinlich wurden ihm die ausgewilderten Hunde der frühen Kolonialzeit zum Verhängnis. Aber auch die Schafhirten stellten ihm nach, so dass er schon in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts sehr selten war. Im ausgehenden 19. Jahrhundert war er bereits eine außerordentlich begehrte Jagdtrophäe. Wann genau er ausgestorben ist, ist unsicher und in regelmäßigen Abständen tauchen immer wieder Augenzeugen auf, die einzelne Exemplare gesehen haben wollen. Obwohl gegenwärtig Tasmaniens Wildhüter mit der Suche nach Spuren betraut sind, blieben diese Gerüchte bislang unbestätigt.

Tasmanischer Teufel

Beutelwolf Der Tasmanische Teufel hingegen ist auch heute noch recht zahlreich vertreten. Er hat ein schwarzes Fell und ist nur etwa fünfundzwanzig Zentimeter hoch. Sein im Vergleich zum Körper viel zu großer Kopf weist gewaltige Kiefer mit beachtlichen Zähnen auf. Seinen Namen trägt er, weil er ebenso bissig wie gefräßig ist. In voreuropäischer Zeit jagte er kleinere Beuteltiere und Jungtiere oder begnügte sich mit dem, was der Beutelwolf übrig ließ. Heute fängt er unter anderem Hühner und kleine Haustiere oder sucht seine Nahrung im Müll. In Victoria wurde eine Grabbeigabe in Form einer Halskette bestehend aus Sarcophilus-Zähnen gefunden, die auf 3.000 Jahre datiert ist (Wopfner 1997 : 179). Ein Grab in Neusüdwales enthielt 178 gelochte Zähne mit einem Alter von 7.000 Jahren (Blainley 1976 : 64; vgl. Flood 1995 : 61f).

Schnabeltier und Ameisenigel

Victoria Victoria Das Schnabeltier (Platypus) und der Ameisenigel (Echidna) aus der Unterklasse der Prototheria, deren phylogenetische Stellung noch bis heute unklar ist, zählen zu den skurrilsten Vertretern der australischen beziehungsweise tasmanischen Fauna. Beide, wenngleich Säugetiere, zählen aufgrund fehlender spezifischer Geschlechtsorgane genau wie etwa die Vögel oder Reptilien zu den Kloakentieren. Das bis zu sechzig Zentimeter lange Schnabeltier (Ornithorhynchus anatinus) lebt in an Süßwasser angrenzenden Höhlen. Mit Schwimmhäuten ausgestattet, jagt es unter Wasser Weichtiere, Insekten und Krebse. Obwohl Säugetier, legt das Weibchen pro Saison zwei bis drei Eier. Die frisch geschlüpften Jungen sind kaum zwei Zentimeter groß und lecken bei der Mutter die Milch mangels Zitzen direkt vom Fell, die aus darunter liegenden Hautdrüsen abgesondert wird. Der etwa fünfzig Zentimeter lange, stachelbewehrte Ameisenigel ist in Neuguinea und Australien sowie auf Tasmanien beheimatet. Dieses ebenfalls Eier legende Säugetier ernährt sich von Ameisen. Die geschlüpften Jungen wachsen hier jedoch im Brutbeutel heran und werden auch dort gesäugt.

Känguru und Wombat

Das wichtigste Jagdwild der voreuropäischen Bevölkerung waren das Känguru, der Wombat und der Fuchskusu. Von den im Vergleich zu Australien wenigen Känguruarten war das graubraune Waldkänguru (Macropus major) die beliebteste Jagdbeute. Es wird bis zu eineinhalb Meter groß und trat in großen Herden auf. Bei den kleineren Känguruarten war vor allem das ‘Wallaby’ als Beute von Bedeutung. Der Wombat (Vombatidae), der auf Tasmanien mit mehreren Arten vertreten ist, lebt in unterirdischen Höhlensystemen und wurde als ergiebiger Fleischlieferant genutzt. Das schwere, aufgrund seiner kurzen Beine plump wirkende Beuteltier, erreicht eine Länge von 1,20 Metern und ein Gewicht von 30 Kilogramm. Die Jagd nach dem Fuchskusu (Trichosurus vulpecula) war weit verbreitet aber sehr beschwerlich, da er sich meist in hohen Baumwipfeln aufhält. In Statur und Größe ähnelt dieser geschickte Kletterer am ehesten einem Marder.

Weitere Tiere

Neben dem Emu wurde ein weiterer flugunfähiger Laufvogel gejagt. Der Tribonyx mostierii entspricht in seiner Gestalt unserem Rebhuhn. Ansonsten war die äußerst vielfältige Vogelfauna des tasmanischen Inlandes als Beute nicht von Bedeutung. Von den Reptilien, die in Australien neben den Beuteltieren die erfolgreichste Tiergruppe stellen, wurden in Tasmanien nur die größeren Arten verzehrt. Nur drei der 140 australischen Schlangenarten sind auf der Insel heimisch. Alle drei gehören zur Gruppe der Elapiden und sind ausnahmslos giftig. Die Aborigines begegneten ihnen mit großem Respekt (Robinson 1966 : 852). Die australischen Spinnen, Skorpione, Termiten und Schnecken sind ebenso wie die Süßwassermollusken und Süßwasserfische endemisch und haben ihre nächsten Verwandten in Südamerika. In Tasmanien spielen Schnecken und Egel eine größere Rolle als auf dem trockenen Kontinent. Von entscheidender Bedeutung war in Tasmanien die Küsten- und Meeresfauna. Wie bereits angedeutet, unterscheidet sie sich nicht wesentlich von der Fauna anderer Erdteile. In dem fischreichen Meer gab es auch eine Vielzahl Meeressäuger: Delfine, Wale, See-Elefanten, Robben und Seehunde. Die große Anzahl von Muscheln, Krebsen, Krabben und Hummer waren ein begehrtes Nahrungsmittel. An den Küsten nisteten Seevögel in großer Zahl, die jedoch teilweise als Zugvögel nur saisonal anzutreffen waren: Kormorane, Enten, Gänse, Schwarze Schwäne, verschiedene Wasserhuhnarten, Albatrosse, Reiher, Tölpel und der ‘mutton bird’ (Puffinus tenuirostris), ein Sturmvogel, der eine zentrale Rolle in der Nahrungsversorgung der Küstenbevölkerung spielte. In diesem Zusammenhang noch von Interesse ist die am Ende der Eiszeit vor ca. 25.000 bis 15.000 Jahren (Flood 1995 : 192; vgl. Scarre 1990 : 68) ausgestorbene Megafauna (Abb. 5). Diese beinhaltete auch größere Formen der rezenten Tierarten. Andere Gattungen sind mit ihrem Aussterben für immer verschwunden; so etwa das Diprotodon, das die Größe eines Nashorns erreichte. Die damaligen Formen des Tasmanischen Teufels und des Emus waren beträchtlich größer. Manche Känguruarten erreichten eine Höhe von drei Metern und auch Wombats von der Größe eines Esels sind belegt. Die Gründe des Aussterbens sind noch nicht eindeutig geklärt; dennoch deutet einiges darauf hin, dass die voreuropäische Bevölkerung daran nicht unbeteiligt war (Flood 1995 : 136f, 281; Lourandos 1997 : 98-111; Wilpert 1987 : 21). Entgegen anders lautender Behauptungen haben auch die Aborigines in ihrem Lebensraum Spuren hinterlassen. Ein Phänomen, das - lange verleugnet - auch bei Wildbeuterpopulationen anderer Erdteile zunehmend Bestätigung findet. Geringe Naturbeherrschung darf in diesem Zusammenhang nicht gleichgesetzt werden mit nicht vorhandener nachhaltiger Beeinflussung. Natürlich war ihnen bewusst, dass der Raubbau an der Natur sie ihrer Lebensgrundlage entzieht. Diese Zusammenhänge hatten sie täglich vor Augen. Deshalb waren sie bemüht, ihre Ressourcen nicht über die Maßen zu strapazieren, was ihnen jedoch nicht immer gelang. Ein anderes Beispiel hierfür könnte die Ausrottung einer See-Elefantenart (Mirounga leonina) auf Tasmanien sein, für die Rhys Jones die prähistorische Bevölkerung verantwortlich macht (Jones 1966/67; vgl. Mulvaney und Golson 1987 : 90).

Bevölkerung

Die indigene Bevölkerung Tasmaniens, die Tasmanier, verfügten nicht über die Technik der Ozean-Schifffahrt und entwickelten sich daher selbstständig von den Aborigines auf dem Festland. Man schätzt, dass nie mehr als 5.000 bis 20.000 Ureinwohner hier lebten. Die Tasmanier wurden bis 1865 von Europäern völlig ausgerottet. 2001 lebten auf Tasmanien laut amtlicher Statistik 472.931 Einwohner. Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 6,9 Einwohnern pro km².

Geschichte

1642 entdeckte der niederländische Seefahrer Abel Tasman die Insel für die Europäer. Er segelte im Auftrag des Generalgouverneurs von Niederländisch-Ostindien Anton van Diemen, weshalb er die Insel auch Van-Diemens-Land nannte. 1798 umrundete Kapitän Matthew Flinders das Eiland und belegte damit Tasmaniens Inselcharakter, während Tasman noch von einer Halbinsel ausgegangen war. Kurz nach Gründung der Kolonie New South Wales auf dem australischen Festland 1788 landet 1792 eine französische Expedition auf Tasmanien, um das Land zu erkunden. Daraufhin entscheiden sich die Briten, auch hier möglichst schnell eine Kolonie einzurichten. 1803 errichten sie Risdon Cove am Derwent River, ein Jahr später Hobart Town, ebenfalls am Derwent, und George Town am Tamar River. Tasmanien war anfangs vor allem Strafkolonie. Es wurden die schwereren Fälle nach Tasmanien gebracht, da die Insel durch ihre geringere Größe leichter zu überwachen war als die Kolonien des Festlands. 1825 wird das damalige Van-Diemen's-Land zu einer eigenständigen Kolonie erklärt. Der berühmte britische Seefahrer und Nordpolarforscher Sir John Franklin war 1836-1843 Gouverneur der Insel. 1853 erhielt die Insel ihren heutigen Namen zu Ehren des Entdeckers. 1856 erlangte Tasmanien eine eigene Verfassung und Regierung. Seit 1901 gehört die Insel zum Australischen Bund. 1917 stiftete der englische König Georg V. das Staatswappen mit zwei Beutelwölfen als Schildhalter. siehe auch: Geschichte Tasmaniens

Universitäten


- University of Tasmania (UTAS), Hobart [http://www.utas.edu.au/]
- Australian Maritime College (AMC), Launceston [http://www.amc.edu.au/]

Literatur


- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/15/seite/0528/meyers_b15_s0528.html#Tasmania Tasmanien], in: Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl. 1888, Bd. 15, S. 0528

Weblinks


- http://www.tas.gov.au/tasmaniaonline/ - die Seite der tasmanischen Landesregierung mit vielen Links zu Seiten aus und über Tasmanien
- http://www.eneabba.net/Tasmania/index.htm Webseite mit vielen Fotos
- http://www.discovertasmania.org - Reiseplaner und viele Inselinformationen Kategorie:Australischer Bundesstaat bzw. Bundesterritorium Kategorie:Insel (Australien) ja:タスマニア州 ko:태즈메이니아 simple:Tasmania th:เกาะแทสเมเนีย

Neuseeland

Neuseeland (englisch New Zealand, maori Aotearoa) ist ein Inselstaat im Pazifischen Ozean. Er liegt etwa 2.000 km südöstlich von Australien und wird dem australischen Kontinent zugerechnet. Geografisch gehört Neuseeland aber nicht zum australischen Kontinent, da sich zwischen beiden Landmassen eine Tiefseezone befindet. Gesellschaftlich zählt sich Neuseeland selbst zum Gebiet (aber nicht zum Kontinent) Ozeanien. Neuseeland umfasst neben vielen kleineren im wesentlichen die zwei Hauptinseln: Die Nord- und die Südinsel.

Geographie

Hauptartikel: Geographie Neuseelands Neuseeland (auf Maori: Aotearoa — Land der langen weißen Wolke) ist derjenige Staat, der am weitesten von Deutschland entfernt ist (Teile des Landes liegen auf der Erde exakt gegenüber von Nord-Spanien.) Es ist ein Land mit gemäßigtem Klima. Neuseeland besteht aus zwei Hauptinseln, die durch die Cookstraße voneinander getrennt werden, und einer Anzahl kleinerer Inseln in der Südsee und im sub-antarktischen Gebiet, von denen einige recht weit entfernt liegen, wie beispielsweise die Chatham-Inseln. Unmittelbar südlich der Südinsel liegt Stewart Island. Das Land erstreckt sich entlang der nord-nordöstlichen Hauptachse über mehr als 1.600 km. Die gesamte Landfläche Neuseelands, 270.500 km², ist etwas kleiner als die Japans oder der britischen Inseln. Japan Die Südinsel ist zwar die größere der beiden ungleichen Inseln, aber auch von weniger Menschen bewohnt. Ihr Gesicht wird von den Neuseeländischen Alpen geprägt, die sich über fast die gesamte Länge der Insel erstrecken. Ihr höchster Gipfel ist der Mount Cook mit einer Höhe von 3.754 m. Insgesamt sind achtzehn Gipfel höher als 3.000 m. Westlich dieser Wolkenbarriere erstreckt sich ein schmaler Streifen Land, im Süden mit zahlreichen Fjorden, Westcoast genannt. Auf dieser Seite wächst eindrucksvoller Regenwald, während die Ostseite mit ihren weiten Ebenen insbesondere Ackerbau und Viehzucht dient. Die größte Stadt der Südinsel ist Christchurch an der Ostküste. Die Nordinsel steht ganz im Zeichen der Vulkane. Das Hochland im Zentrum der Insel wird von den Bergen des Tongariro National Park beherrscht, der westliche Ausleger vom Taranaki. Der höchste Berg der Nordinsel ist der Ruapehu (2.797 m), ein aktiver Stratovulkan. In Richtung der Bay of Plenty nördlich des Zentrums ist die Erdkruste dünn wie kaum anderswo auf der Welt, so dass hier geothermische Aktivitäten jeglicher Art anzutreffen sind. Siehe auch: Nationalparks in Neuseeland, Liste der Wanderwege in Neuseeland

Klima

Neuseeland liegt in den gemäßigten Breiten der Südhalbkugel, so dass das Klima mild ist. Dennoch unterscheidet sich das Klima auf den beiden Hauptinseln: auf der North Island herrscht subtropisches Klima mit geringen Temperaturunterschieden, auf der South Island gemäßigtes Klima mit kalten Wintern. Dank der großen das Land umgebenden Wassermassen halten sich die Temperaturschwankungen in Grenzen. Im Flachland schwanken die durchschnittlichen Temperaturen im Norden zwischen etwa 15 °C im Winter und 25 °C im Sommer. Auf der Südinsel liegen die Temperaturen etwa 5 bis 10 °C darunter. Insgesamt sind westliche Winde vorherrschend, Neuseeland liegt in einer Zone starker westlicher Winde, der Roaring Forties. Dadurch bedingt regnen sich die über dem Tasman-Meer angesammelten Wassermassen an den Bergen der Südinsel ab. Die Durchschnittswerte liegen an der Westküste der Südinsel bei 7.000 mm pro Jahr, auf der Ostseite der Berge ist es erheblich trockener.

Fauna

Roaring Forties Aufgrund der verhältnismäßigen Isolation hat sich in Neuseeland ein einzigartiges Ökosystem entwickelt, dessen herausragendstes Merkmal vor der polynesischen Kolonisation das Fehlen jeglicher Art von Landsäugetieren war, ausgenommen von drei Fledermausarten (die zwei Arten der Neuseelandfledermäuse und Chalinolobus tuberculatus). Viele der Nischen, die normalerweise von Säugetieren besetzt würden, sind von Vögeln belegt worden. Zu den flugunfähigen Vögeln gehören Kakapo, Kiwi, Takahe, Weka und der ausgestorbene Moa. Einige dieser Arten kommen nur noch auf raubtierfreien Inseln vor der Küste Neuseelands vor. Weniger Probleme haben die kräftigen Papageienarten Kea und Kaka. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Vögel, die über die riesigen Weiten des Pazifiks fliegen, um Teile des Jahres in Neuseeland zu verbringen, wie der Westlandsturmvogel. Auch Königsalbatrosse und Australtölpel nisten hier. Die Küsten teilen sich verschiedene Pinguin-Arten wie der Dickschnabelpinguin, der Gelbaugenpinguin und der Zwergpinguin mit Neuseeländischen Pelzrobben, Elephantenrobben und Neuseeländischen Seelöwen. Vor den Küsten schließlich sind Delfine und Wale anzutreffen. Vor der neuseeländischen Küste gibt es eine seltene Kleindelfinart, die Hector-Delfin genannt wird. In etwa zehn Generationen wird sie wahrscheinlich ausgestorben sein. Des Weiteren ist Neuseeland die Heimat des Tuatara (auch Tuatera genannt), einer uralten Reptilienart, und des Weta, eines Insekts, das bis zu 8 cm oder länger werden kann. Neuseeland ist eins der wenigen Länder dieser Erde, in dem es keine Schlangen gibt. Die Ankunft erst der Maori und später auch der Europäer hat aufgrund der Eingriffe des Menschen in die Natur und wegen absichtlich und unabsichtlich mitgebrachter Tiere (Neozoen) zu zwei spektakulären Aussterbewellen geführt.

Flora

Aussterbewellen Aussterbewellen Als die Europäer ins Land kamen, waren etwa 70 % der Landesfläche bewaldet. Mittlerweile sind noch etwa 15 % des Landes von einheimischen Wäldern bedeckt, dazu kommen weitere etwa 5 % Fläche mit schnellwachsenden importierten Bäumen wie Monterey Pine (Pinus radiata) und Redwood für die neuseeländische Forstwirtschaft. Wesentliche Teile der ursprünglichen Wälder stehen unter Naturschutz, zu guten Teilen in Nationalparks und so genannten Forest Parks. Zu den bemerkenswertesten Bäumen gehören im Norden der Kauri. Sie sind wie die meisten anderen Bäume immergrün, wie beispielsweise die Südbuchenarten, die hauptsächlich auf der Südinsel anzutreffen sind. Ebenfalls zu den größeren Bäumen gehören die Podocarpaceen, die in tieferen Lagen beider Inseln vorkommen, sowie die Nikau-Palme. Besonders auffällig sind schließlich noch der Pohutukawa und der Cabbage Tree. In den niederschlagsreichen Gebieten insbesondere im Westen der Südinsel prägen Regenwälder das Bild. Die dort vorherrschenden Rimu und Südbuchen sind in vielen Fällen von Epiphyten wie dem Rata umschlungen. Unterhalb des dichten Walddaches machen sich zahlreiche, meist endemische Farne breit. Am imposantesten sind zweifellos die Baumfarne, die bis über 10 Meter hoch werden. Der bekannteste unter den Farnen ist der Ponga oder Silberfarn.

Bevölkerung

Nach den Daten der letzten Volkszählung besteht die Bevölkerung Neuseelands zu ungefähr 75 % aus Nachfahren europäischer (vor allem britischer, ferner irischer und polnischer) Einwanderer. Die zweitgrößte Gruppe bilden die indigenen Maori zu denen sich rund 15 % der Einwohner zählen. Weitere größere ethnische Gruppen von Einwanderern stammen aus Asien (ca. 6,6 %) und von den polynesichen Inseln (ca. 6,5 %). Bei diesen Zahlen ist zu beachten, dass es in Neuseeland einer Person möglich ist sich mehreren ethnischen Gruppen zuzuordnen. Größte Städte sind Auckland (rund 1.200.000 Einwohner), Hamilton (100.000 Einwohner) und die Hauptstadt Wellington (rund 300.000 Einwohner) auf der Nordinsel, sowie Christchurch (300.000) und Dunedin (100.000) auf der Südinsel. Insgesamt hat Neuseeland etwa 4 Mio. Einwohner (drei auf der Nord- und eine Mio. Einwohner auf der Südinsel) oder 15 Einwohner pro km² im Vergleich zu etwa 82,5 Mio. Einwohnern beziehungsweise 231 Einwohnern pro km² in Deutschland. Siehe auch: Liste der Städte in Neuseeland

Sprache

Amts- und Umgangssprache ist Englisch (siehe auch Neuseeländisches Englisch). Zweite Amtssprache ist Maori, das allerdings nur noch von einer kleinen Minderheit der Neuseeländer maorischer Abstammung gesprochen wird. Weiters ist es geplant ab dem 1. Januar 2006 bzw. 1. März 2006 die Neuseeländische Gebärdensprache als dritte Amtssprache einzuführen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Neuseelands Neuseeland wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts von Polynesiern entdeckt und besiedelt. Die ersten Europäer, die Neuseeland erblickten, war die Mannschaft einer Expedition unter Leitung des Holländers Abel Tasman (1642). Zum ersten Mal neuseeländischen Boden betraten Europäer 1769 während einer Expedition unter James Cook. 1840 erkannten die Maori-Häuptlinge die Souveränität der britischen Krone an (Vertrag von Waitangi). Als erstes Land der Welt führte Neuseeland 1893 das Frauenwahlrecht ein. 1907 wurde aus der Kolonie ein Dominion. Im ersten Weltkrieg wurde die Kolonie Samoa von neuseeländischen Truppen besetzt (1914). Seit 1948 ist Neuseeland ein eigenständiger Staat. 1967 wurde der Neuseeländische Dollar (NZD) als Landeswährung im Dezimalsystem eingeführt. Wegen Differenzen über Neuseelands Anti-Atompolitik erfolgte die Suspendierung des ANZUS-Sicherheitspakts durch die USA im Jahr 1984. Das Greenpeace-Flaggschiff „Rainbow Warrior“ wurde 1985 im Hafen von Auckland von französischen Geheimagenten versenkt, zwei Jahre später erklärte sich Neuseeland zur atomfreien Zone. 1996 erfolgten erste Parlamentswahlen nach einem neuen, gemischten Verhältniswahlrecht nach deutschem Muster. 1999 endeten die Parlamentswahlen mit einem Sieg der Arbeiterpartei. Die neue Premierministerin Helen Clark bildete eine Minderheitsregierung, die bei den Parlamentswahlen von 2002 im Amt bestätigt wurde.

Politik

Hauptartikel: Politisches System Neuseelands Neuseeland ist eine unabhängige parlamentarische Monarchie, die sich am britischen Vorbild orientiert, wobei es jedoch nur eine Kammer (also kein Oberhaus) gibt. Das Parlament besteht aus 120 Abgeordneten, die alle drei Jahre gewählt werden. Eine kleine Anzahl von Sitzen im Parlament ist dabei für Maori-Abgeordnete reserviert. Seit 1996 wird nach dem Verhältniswahlrecht gewählt, das das zuvor angewandte Mehrheitswahlrecht nach englischem Vorbild ablöste. Die Exekutive in Form eines zwanzigköpfigen Kabinetts wird von dem Premierminister geführt. Derzeit ist dies Helen Elizabeth Clark, die von einer Koalition aus Labour Party und Alliance Party unterstützt wird. Als dieser Artikel verfasst wurde, befanden sich im Parlament Neuseelands fünf weitere Parteien. Die britische Monarchin, Königin Elizabeth II. ist Staatsoberhaupt in ihrer Funktion als Königin von Neuseeland, die vom Generalgouverneur, Dame Silvia Cartwright, repräsentiert wird. Außenpolitisch hat sich Neuseeland einerseits durch seine regelmäßige Beteiligung an Kriegen auf Seiten Großbritanniens profiliert. Das militärische Verteidigungsbündnis ANZUS mit den USA und Australien war zwischenzeitlich wegen der strikten Anti-Atom-Politik Neuseelands, in deren Rahmen sich das Land auch gegen die französischen Atomtests im Südpazifik stark machte, ausgesetzt.

Verwaltungsgliederung

Unterhalb der nationalen Ebene wird die Verwaltung in Neuseeland durch zwölf Regionen und fünf so genannte "unitary authorities" geregelt. Die lokale Ebene des Staatsaufbaus stellen 16 Stadt- und 57 Bezirksverwaltungen sowie die Verwaltung der Chathaminseln dar. Bei fünf Verwaltungen sind regionale und lokale Verwaltung zu einer Behörde zusammengelegt. Dies sind die schon erwähnten "unitary authorities".
siehe auch: Regionen Neuseelands

Infrastruktur

Neuseeland ist verkehrsmäßig (im Hinblick auf die dünne Besiedelung) sehr gut erschlossen. In Neuseeland gilt der Linksverkehr. Eine besondere Bedeutung aufgrund der Insellage besitzt der Küstenschiffsverkehr und der Luftverkehr. Zwischen der Nord- und der Südinsel verkehren Auto- und Eisenbahnfähren.

Wirtschaft

Seit Beginn der europäischen Besiedlung ist die Landwirtschaft in Form der Schafzucht ein wichtiges Standbein der neuseeländischen Gesellschaft. Zunächst dienten Schafe ausschließlich als Wolllieferant, seit den 1880er Jahren, als der Export per Kühlschiff möglich wurde, zusätzlich als Fleischlieferant. Zwischenzeitlich hatte Neuseeland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen Goldrausch auf der Südinsel und eine Wirtschaftskrise wegen einbrechender Wollpreise miterlebt. Dennoch blieb die Landwirtschaft über lange Zeit der bedeutendste Wirtschaftszweig. Wichtigster Handelspartner auch für Molkereiprodukte, Obst und Früchte war trotz der großen Entfernungen Großbritannien, bis dessen EG-Beitritt Neuseeland in den 1970er Jahren in eine Wirtschaftskrise stürzte. In den folgenden Jahren wurde der Wohlfahrtsstaat verschlankt, so dass Neuseeland mittlerweile ein nach neoliberaler Vorstellung modernes industrialisiertes Land ist, das zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt zählt. Subventionen wurden radikal gestrichen, die Sozialsysteme stark zurückgebaut. Außerdem wurden zahlreiche staatliche Einrichtungen wie die Eisenbahngesellschaft privatisiert. Die Arbeitslosenquote stieg aufgrund dieser Maßnahmen kurzfristig zwar bis auf 15 %, Ende 2004 betrug die Arbeitslosenquote allerdings nur noch 3,6%, der niedrigste Wert innerhalb der OECD. Die Inflationsrate lag bei 2,4% , das Wirtschaftswachstum betrug von Juli 2003 bis Juni 2004 4,4 %. Letztlich führten die Reformen zu einem ungeahnten Wirtschaftsboom im Land, der bei den Wahlen 2005 Amtinhaberin Helen Clark zu einer zweiten Amtszeit verhalf, Neuseeland zu dem Industrieland mit der niedrigsten Arbeitslosenquote machte und Kritiker der Deregulierung im Land verstummen ließ. Mittlerweile sind Australien, Japan, die USA sowie die ostasiatischen Tigerstaaten die wichtigsten Handelspartner. Die Wirtschaftskrise in Ostasien 1998/1999 hat daher auch Neuseeland einigermaßen schwer getroffen. Die bedeutendsten Haupt-Exportindustrien sind derzeit Agrarwirtschaft, Gartenbau, Fischerei, Forstwirtschaft. Weiterhin besitzt Neuseeland nennenswerte produzierende Tourismus- und Dienstleistungsindustrien. Seit 1983 besteht zwischen Neuseeland und seinem Nachbarland Australien unter dem Namen Closer Economic Relations eine Freihandelszone. Die Stromerzeugung in Neuseeland findet überwiegend durch Wasserkraft und geothermische Kraftwerke statt. Neuseeland hat keine Atomkraftwerke.
Siehe auch: Weinbau in Neuseeland

Kultur

Nationalfeiertag ist seit 1960 der 6. Februar (
Waitangi Day), der an den Vertrag von Waitangi erinnert. In Neuseeland gilt das metrische System.

Film

Auf den Inseln Neuseelands wurde die mit fünfzehn Oscars prämierte Trilogie "Der Herr der Ringe" (Lord of the Rings) vom einheimischen Regisseur Peter Jackson gedreht. Neuseeland hat aber auch eine eigene Filmindustrie: Bekannt sind beispielsweise der Science-Fiction-Film Quiet Earth und die neuseeländisch-deutsche Co-Produktion Whale Rider sowie das mit 3 Oscars und der Goldenen Palme preisgekrönte Drama Das Piano der Regisseurin Jane Campion. Heavenly Creatures, auch von Jackson, ist ebenfalls zu einiger Bekanntheit gelangt.

Literatur

Hauptartikel: Neuseeländische Literatur Neuseeland nimmt für sich in Anspruch, viele Autoren zu haben. Darin werden selbst Einwanderer, die im Ausland geboren wurden und Staatsbürger, die ausgewandert sind, miteingerechnet. Ein Großteil der neuseeländischen Literatur ist in englisch geschrieben, aber Veröffentlichungen in der Sprache Maori nehmen ständig zu.

Sport

Das Rugby-Nationalteam von Neuseeland wird "All Blacks" genannt, in Anlehnung an die schwarzen Nationaltrikots. Die "All Blacks" sind für den "Haka" bekannt, einen auf die Ureinwohner Neuseelands zurückgehenden (Maori) Kriegstanz, der vor jeder Partie zelebriert wird.

Literatur


- Tom Brooking (Hrsg.):
The history of New Zealand. Westport, Conn.: Greenwood Press 2004, ISBN 0-313-32356-9
- Paul Smitz, Martin Robinson, Nina Rousseau, Richard Watkins und andere:
New Zealand. Lonely Planet Publications, Footscray (Victoria), Australien 2004, ISBN 1-740-59766-4 - englischsprachiger Reiseführer, der oftmals als der Standard für Neuseeland beurteilt wird

Siehe auch


- Portal:Neuseeland

Weblinks


- [http://www.govt.nz Neuseeländisches Regierungsportal (englisch)]
- [http://www.nzembassy.com/home.cfm?&l=36&c=1 Neuseeländische Botschaft in Berlin]
- [http://www.neuseeland.de/ Fakten und Daten zu Neuseeland (Deutsch)]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=121 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.newzealand.com Offizielles Wirtschafts- und Tourismusportal (englisch, Tourismus auch deutsch)]
- [http://wikitravel.org/de/Neuseeland Reiseinfos zu Neuseeland] auf Wikitravel
-
Kategorie:Monarchie Kategorie:Staat Kategorie:Polynesien Kategorie:Australien und Ozeanien als:Neuseeland ja:ニュージーランド ko:뉴질랜드 ms:New Zealand simple:New Zealand th:ประเทศนิวซีแลนด์ zh-min-nan:Aotearoa


Taxa

Als Taxon (Plural Taxa) bezeichnet man in der Biologie eine systematisch benannte Gruppe von Lebewesen. Die wissenschaftliche Benennung von Taxa ist Aufgabe der Taxonomie, die sich wiederum auf die Ergebnisse der biologischen Systematik stützt. Unterschiedliche systematische Vorstellungen führen zu unterschiedlichen taxonomischen Ansätzen und damit zu alternativen Ergebnissen bei der wissenschaftlichen Benennung von Taxa. Aus traditionellen Gründen erhalten diese bis heute an die lateinische oder griechische Sprache angelehnte Namen. Der Name Taxon selbst leitet sich aus dem Griechischen τάσσειν (tassein) für „ordnen“ ab.

Formtaxa

Grundsätzlich lassen sich Formtaxa und echte Taxa unterscheiden. Erstere sind Gruppen von Lebewesen, die von der zugrunde liegenden Systematik zwar als nicht zusammengehörig erkannt worden sind, aber aus praktischen Gründen dennoch mit eigenem Namen beibehalten werden. Beispiele für solche Formtaxa sind:
- die Wirbellosen (Invertebrata), die sich dadurch auszeichnen, dass sie keine Knochen besitzen. Zu dieser von Jean-Baptiste de Lamarck benannten Gruppe gehört der weitaus größte Teil aller Tierarten. Wirbellose Tiere sind jedoch wie Schwämme (Porifera), Insekten (Insecta) oder Seesterne (Asteroidea) nur sehr entfernt miteinander verwandt und bilden keine natürliche Verwandtschaftsgruppe.
- die Flechten (Mycophycophyta), die als symbiotische Lebensgemeinschaften von Pilzen und Algen keine selbständigen Lebewesen sind, sondern aus zwei fundamental verschiedenen Partnern bestehen. Dennoch werden sie teils bis heute als eigenes Taxon mit dazugehörigen Untergruppierungen wie Gattungen und Arten geführt.
- die Fungi imperfecti (Deuteromycota), die eine Sammelgruppe für all diejenigen Pilze darstellen, die entweder über keine sexuellen Fortpflanzungsstrukturen verfügen oder deren Fortpflanzungswege noch unverstanden sind. Teilweise werden sogar ungeschlechtliche Stadien von Pilzen aufgenommen, die ansonsten durchaus zur sexuellen Vermehrung im Stande sind. Stammesgeschichtlich gehören viele Organismen dieser Gruppe zu anderen Gruppen der Pilze wie den Schlauch- (Ascomycota) oder Basidienpilzen (Basidiomycota).
- die Protisten (Protista), eine Gruppe von Lebewesen, die sich negativ als Gesamtheit aller Organismen mit echtem Zellkern (Eucaryota), die keine Tiere (Animalia), Pilze (Fungi) oder Pflanzen (Plantae) sind, definieren lässt. Sie werden oft auch Einzeller genannt, obwohl sich in dieser Gruppe auch zahlreiche mehrzellige Organismen finden, die wie beispielsweise die Braunalgen (Phaeophyta) zu den größten Lebewesen unseres Planeten zählen. Bei fossilen Formen ist oft aufgrund der unvollständigen Erhaltung eine genaue Artbeschreibung im traditionellen Sinne nicht möglich. In einem solchen Fall stellt man bei der Erstbeschreibung stattdessen Parataxa auf: Das sind formelle Taxa, die nur anhand von Resten eines Organismus beschrieben werden, welche keine nähere Zuordnung zu einem bestimmten Taxon erlauben. Sie werden in der Paläobotanik und Paläozoologie mit eigenen Form- oder Organarten und -gattungen (Partialnamen) bezeichnet; diese Vorgehensweise bezeichnet man als Parataxonomie. Ein Beispiel sind die zahnförmigen Fossilien der Conodonten, die aufgrund ihrer weiten Verbreitung und ihres Formenreichtums sehr bedeutende Leitfossilien im Paläozoikum (Erdaltertum) sind, obwohl man die zugehörigen Tiere erst 1981 entdeckte. Während es heute weitgehend unumstritten ist, dass es sich bei den vorstehenden Beispielen um Formtaxa handelt, ist die Frage, was als echtes Taxon anzusehen ist, wesentlich problematischer und hängt von grundsätzlichen systematischen Überlegungen ab: Was aus Sicht der einen Systematik ein gültiges Taxon ist, kann aus der Perspektive einer anderen lediglich eine formelle Gruppe sein.

Synonyme

Am einfachsten aufzulösen sind Unstimmigkeiten, die lediglich aufgrund synonymer Benennungen entstehen. So können zum Beispiel zwei Biologen, die in unterschiedlichen Regionen derselben Art begegnen, dieser zunächst unterschiedliche Namen zuordnen oder es können zwei ursprünglich als getrennt angesehene Arten als Teilpopulationen einer einzigen erkannt werden. Auf diese Weise hat zum Beispiel der Feldhase (Lepus europaeus) im Laufe der Zeit dreiundvierzig verschiedene wissenschaftliche Bezeichnungen (Synonyme) erhalten. Eine andere Möglichkeit ist, dass aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse eine veraltet geglaubte Gruppierung doch wieder als echtes Taxon angesehen wird, aber in Unkenntnis einer vielleicht Jahrhunderte zurückliegenden Benennung zunächst einen neuen Namen erhält. In beiden Fällen wird der Konflikt dadurch gelöst, dass allein die Erstbenennung, das so genannte Basionym zählt; alle anderen Namen gelten als ungültige Synonyme. Der umgekehrte Fall, dass zwei verschiedenen Taxa derselbe Name zugeordnet wird, kann ebenfalls auftreten. Auch hier gilt dann der Name für das zuerst benannte Taxon, für die andere(n) Gruppe(n) muss ein neuer Name gefunden werden. Bis dies geschehen ist, hat es sich zumindest in der Botanik eingebürgert, den Namen des Entdeckers als Kürzel der Artbezeichnung hinzuzufügen. Von größerer theoretischer Bedeutung für die Gültigkeit eines Taxons sind aber tiefergehende systematische Überlegungen zu der Frage, nach welchen Kriterien bestimmt wird, welche Gruppe von Lebewesen ein echtes Taxon bildet und welche nicht. Als bedeutendste Systeme gelten zu Beginn des 21. Jahrhunderts die klassische und die kladistische Taxonomie. Ihre folgende Gegenüberstellung ist zur Herausarbeitung der Unterschiede idealisiert; in der biologischen Praxis werden oft beide Systeme nebeneinander oder in Kombination verwendet.

Taxa in der klassischen Taxonomie

Die klassische Taxonomie geht auf ein durch den schwedischen Naturforscher Carl von Linné eingeführtes Klassifikationssystem zurück. Danach werden nicht nur alle Lebewesen in eine Hierarchie ineinander verschachtelter Taxa gruppiert, sondern diesen Gruppen wird auch je eine Kategoriestufe zugeordnet. Die unterste Kategorie bildet die Art, die nach den unterschiedlichsten Gesichtspunkten definiert sein kann, bei sich geschlechtlich fortpflanzenden Organismen aber oft durch das Kriterium der Interfertilität festgelegt ist, was bedeutet, dass Mitglieder einer Art unter natürlichen Bedingungen gemeinsame fruchtbare Nachkommen zeugen können. Diese Definition des Artbegriffs ist wie auch ihre Alternativen nicht unproblematisch, eine weitergehende Erläuterung findet sich im Artikel zur Art.

Namensregeln für klassische Taxa

Benannt wird die Art nach einer auf Carl von Linné zurückgehenden Konvention durch einen zweiteiligen (binären) Namen, der aus dem Namen der nächsthöheren Kategorie, der Gattung und dem so genannten Artepithet besteht, das für jeden Gattungsnamen nur einmal, sonst aber durchaus mehrfach auftreten darf. Im Druck werden sowohl der groß geschriebene Gattungsname als auch das klein geschriebene Artepithet kursiv gesetzt. Dies gilt nicht für die übergeordneten Kategorien: So führte Linnaeus neben der Gattung noch Ordnung, Klasse und Reich ein, später wurde dieses System um die zwischen Gattung und Ordnung gelegene Familie und den zwischen Klasse und Reich gelegenen Stamm (in der Zoologie) beziehungsweise die Abteilung (in der Botanik) erweitert. In neuester Zeit wurden noch weitere Rangstufen wie Domäne, Reihe, Kohorte, Legion oder Tribus eingeführt; alle Kategorien können noch durch die Vorsätze Über- beziehungsweise Unter- feiner untergliedert werden. Bei manchen Taxa lässt sich schon durch den Namen feststellen, zu welcher Kategorie sie nach klassischer Auffassung gehören: So bezeichnet zum Beispiel die Endung -aceae in der Botanik eine Familie von Pflanzen, während eine Familie von Tieren in der Zoologie oft die Endung -idae trägt. Die genauen Benennungsregeln sind in der Biologischen Nomenklatur festgeschrieben.

Abgrenzung klassischer Taxa

Die Abgrenzung der Taxa erfolgte bei Linnaeus noch nach rein formellen Kriterien, den so genannten essentiellen Merkmalen. So unterteilte er zum Beispiel die Blütenpflanzen nach der Zahl und Anordnung der Staub- und Fruchtblätter der Blüte, also nach ihren Fortpflanzungsstrukturen. Schon sein Zeitgenosse, der französische Naturforscher Georges Louis Leclerc Graf von Buffon wies jedoch auf die Willkürlichkeit dieses Kriteriums hin. Seit den bahnbrechenden Arbeiten des britischen Geologen und Naturforschers Charles Darwin hat sich stattdessen die Vorstellung durchgesetzt, dass die Einteilung der Lebewesen in Taxa ihre natürlichen Verwandtschaftsverhältnisse berücksichtigen sollte. Allerdings versuchen klassische Systematiken, wie die von dem deutsch-amerikanischen Evolutionsbiologen Ernst Mayr und dem amerikanischen Paläontologen George Gaylord Simpson formulierte so genannte evolutionäre Systematik nicht nur die stammesgeschichtlichen Verzweigungen in die Definition von Taxa einfließen zu lassen, sondern auch weitere Kriterien zur Klassifikation heranzuziehen, um wesentliche evolutionsgeschichtliche Neuerungen abzubilden.
- So stellt Ernst Mayr zum Beispiel in seiner 1990 vorgestellten Klassifikation die einzelligen Protisten (Protista) in einer eigenen Unterdomäne den Mehrzellern (Metabionta) gegenüber, zu denen er Tiere (Animalia), Pflanzen (Plantae) und Pilze (Fungi) zählt, obwohl das Kriterium der Mehrzelligkeit im Laufe der Evolutionsgeschichte sehr wahrscheinlich mehrfach unabhängig voneinander entstanden ist. Entscheidend ist nach Mayr hier aber nicht der nur molekulargenetisch feststellbare Verwandtschaftsgrad, sondern eben auch die äußere Erscheinungsform (Morphologie).
- Das System der bedeutenden Evolutionsbiologin Lynn Margulis (1988, 1996) fasst bewusst entgegen den (wahrscheinlichen) Verwandtschaftsverhältnissen die beiden Gruppen der Archaebakterien (dann Archaebacteria) und echten Bakterien (dann Eubacteria) zu dem Taxon der Prokaryoten (Procaryota) zusammen, weil sie als Organismen, deren Zellen keinen Zellkern besitzen, eine andere Organisationsform haben als die Eukaryoten (Eucaryota), in deren Zellen sich ein solcher befindet. Der Strukturunterschied der mit der „Erfindung“ des Zellkerns einherging, wird damit als bedeutender eingeschätzt als eine möglichst genaue Abbildung des evolutionären Stammbaums.
- Ein weiteres Beispiel lässt sich an den beiden Gruppen der Vögel (Aves) und Reptilien (Reptilia) erkennen. Sie werden in der klassischen Taxonomie als gleichrangige Klassen geführt, obwohl heute unumstritten ist, dass erstere entwicklungsgeschichtlich aus letzteren hervorgegangen sind, was sich auch darin äußert, dass eine Kriechtiergruppe, die Krokodile (Crocodylia), stammesgeschichtlich enger mit den Vögeln verwandt ist als mit anderen Kriechtieren wie zum Beispiel den Schlangen (Serpentes). Die Abtrennung der Vögel als separate Klasse wird jedoch von traditionellen Taxonomen wie Mayr oder Simpson nicht nur mit Verweis auf die bedeutenden Unterschiede in Anatomie und Physiologie, die Vögel heute von den Reptilien trennen, sondern auch in Hinsicht auf den bedeutenden ökologischen Rollenwechsel, der mit der Eroberung des Luftraums verbunden war, als gerechtfertigt angesehen. Die Robben (Pinnipedia), die stammesgeschichtlich von landlebenden Raubtieren (Carnivora) abstammen, aber wegen des extremen Wandels ihres Lebensraumes oft als selbständige Ordnung (Biologie) im gleichen Rang wie die Raubtiere geführt werden, sind ein vergleichbarer Fall. Ordnung (Biologie) Charakteristisch ist in jedem Fall, dass nicht nur das Kriterium der stammesgeschichtlichen Verwandtheit, sondern darüber hinaus auch deutliche morphologische Unterschiede (Diskontinuitäten), ökologische Nischenwechsel, die Komplexität des anatomischen Bauplans oder die Artenvielfalt einer Gruppe zur Abgrenzung eines Taxons herangezogen werden. Daraus folgt, dass Mitglieder eines Taxons durch ihre weitere evolutionäre Entwicklung in ein anderes, gleichrangiges Taxon übertreten können, wie dies zum Beispiel bei den Vögeln geschehen ist, die wie bereits erwähnt nach klassischer Sicht eine gleichrangige Gruppe neben den Kriechtieren bilden. Umgekehrt werden nach rein stammesgeschichtlichen Kriterien gebildete Gruppen, die morphologisch stark voneinander abweichende Untertaxa enthalten, aus klassischer Sicht oft abgelehnt; so wird zum Beispiel die Zusammenfassung der Schwestergruppen der Vögel und Krokodile zu den Archosauriern (Archosauria) als absurd verworfen. Während heutige Anhänger der klassischen Systematik polyphyletische Taxa, also Gruppen, die nicht einmal ihren letzten gemeinsamen Vorfahren einschließen, dennoch meist ablehnen, besteht weitgehende Einigkeit, dass paraphyletische Taxa, Gruppen, die nicht alle Nachkommen ihres letzten gemeinsamen Vorfahrens enthalten, nicht nur erlaubt, sondern durch die trotz neu eingeführter Stufen wie Kohorte oder Legion begrenzte Zahl an Kategorien nahezu umumgänglich sind. Als Vorteil der klassischen Taxon-Definition gilt ihre vergleichsweise Stabilität: Da sich wissenschaftliche Ansichten über die genauen Verwandtschaftsverhältnisse von Lebewesen weitaus schneller wandeln können als Ansichten über die äußere Erscheinungsform, ist eine solche Klassifikation insbesondere für nicht-biologische Anwendungsgebiete wie zum Beispiel in der Land- und Forstwirtschaft von größerer Praxisrelevanz. Als Nachteil gilt jedoch heute die relative Willkürlichkeit bei der Abgrenzung der Taxa: So ist in einem gegebenen Fall ohne genaue Angaben des Taxonomen für Außenstehende oft nicht zu erkennen, welches Kriterium - Diversität, ökologischer Nischenwechsel oder stammesgeschichtliche Verwandtschaft - gerade zur Abgrenzung des Taxons herangezogen wurde. Kritiker der klassischen Taxonomie haben daher in Anlehnung an den englischen Biologen Thomas Henry Huxley ironisch die Einführung eines eigenen Reiches „Psychozoa“ für den Menschen gefordert, das gleichrangig neben den Reichen der Tiere, Pflanzen und Pilze stehen soll, um den bedeutenden ökologischen Nischenwechsel des Menschen beim Verlassen der afrikanischen Savanne auch taxonomisch zur Geltung zu bringen.

Taxa in der kladistischen Taxonomie

Einen gänzlich anderen Weg bei der Abgrenzung von Taxa geht die auf den deutschen Systematiker und Insektenforscher Willi Hennig zurückgehende so genannte kladistische Taxonomie, die sich auf die Ergebnisse der kladistischen Systematik stützt. Ihr Grundprinzip ist, dass nur natürliche Gruppen von Lebewesen benannt werden sollten. Als solche werden nur Fortpflanzungs- und Abstammungsgemeinschaften akzeptiert, also Gruppen von Lebewesen, die einen gemeinsamen Genpool bilden (Arten) oder alle Nachkommen eines gemeinsamen Vorfahren enthalten (monophyletische Taxa, auch Kladen oder Monophyla genannt). Kriterien wie morphologische Diskontinuitäten, Artenvielfalt, etc. werden bewusst nicht zur Abgrenzung eines Taxons herangezogen, die Klassifikation soll damit ausschließlich die natürlichen Verwandtschaftsverhältnisse der Lebewesen getreu abbilden. Unter kladistisch orientierten Taxonomen wird mitunter der Begriff Taxon dann als Synonym für Klade gebraucht, da andere Taxa nicht als gültig akzeptiert werden. Mit der Zurückweisung paraphyletischer Gruppen einher geht die Ablehnung der als Überbleibsel der typologisch orientierten Klassifikation des 18. und 19. Jahrhunderts angesehenen Kategorien. Sie gelten der kladistischen Taxonomie mit Ausnahme der allerdings etwas anders definierten Art als biologisch bedeutungslos, weil in der Natur zwar mitunter eine vertikale, aber keine horizontale Ordnung der Taxa existiert: So ergibt es zwar Sinn, etwa davon zu sprechen, dass die Raubtiere (Carnivora) eine Untergruppe der Säugetiere (Mammalia) sind, die wiederum eine Untergruppe der Wirbeltiere (Vertebrata) bilden. Dagegen wird die Aussage, dass den Entenvögeln (Anatidae) dieselbe Rangstufe zukommt wie den Korbblütengewächsen (Asteraceae) als wissenschaftlich leer betrachtet, die Vergleichbarkeit aus klassischer Sicht gleichrangiger Taxa also bestritten. Um die Tradierung biologischer Informationen nicht zu gefährden, werden die alten Taxonnamen allerdings fast immer beibehalten - ohne die teilweise in diesen Namen enthaltenen Rangstufen zu berücksichtigen. Die Bedeutung der traditionellen Ränge geht in einem kladistischen System auf die so genannten Schwestergruppen (Adelphotaxa) über, darunter versteht man zwei Taxa, die einst durch den Prozess der Artbildung (Speziation) aus einer Stammart hervorgegangen sind, welche nach der Aufspaltung dann gemäß strenger kladistischer Anschauung als erloschen, also nicht mehr existent gilt. Durch weitere Aufspaltungsprozesse (Kladogenese) können sich aus den beiden ursprünglichen Schwesterarten mit der Zeit zwei nun zahlreiche Arten umfassende Gruppen von Lebewesen entwickeln, die aber zu jedem Zeitpunkt im selben Verwandtschaftsverhältnis - eben als Adelphotaxa - zueinander stehen. Phänomene wie horizontale Genübertragung oder insbesondere bei Pflanzen Hybridbildung können dieses Bild komplizieren, von grundsätzlicherer Bedeutung sind diese Prozesse auf lange Sicht zumindest für Organismen mit echtem Zellkern (Eucaryota) jedoch nicht. Beispiele für Schwestertaxa sind zum Beispiel:
- die Krokodile (Crocodylia) und Vögel (Aves), die als Archosaurier (Archosauria) zusammengefasst werden. Nur moderne Lebewesen sind hierbei berücksichtigt, der Begriff Schwestertaxon ändert sich also, je nachdem, ob auch fossile Arten hinzugezogen werden oder nicht.
- die Strahlenflosser (Actinopterygii) und Muskelflosser (Sarcopterygii), allerdings nur, wenn letztere Gruppe auch die Landwirbeltiere (Tetrapoda) umfasst.
- die Gefäßpflanzen (Tracheobionta) und die echten Moose (Bryophyta), allerdings nur, wenn letztere Gruppe nicht die Lebermoose (Marchantiomorpha) und Hornmoose (Anthocerotomorpha) umfasst. Hornmoose Nicht verwechselt werden darf der Begriff der Schwestertaxa mit den ursprünglichen Unterarten, aus denen diese hervorgegangen sind. Während sich zwei Schwestertaxa im idealen Fall allein aus der Merkmalsanalyse heute existierender Lebewesen ableiten lassen, ist ihre Stammart beziehungsweise die beiden Schwesterarten, in die diese sich aufgeteilt hat, heute auch bei bester fossiler Überlieferung in nahezu keinem Fall mehr rekonstruierbar. Ausnahmen bestehen nach strenger Ansicht nur bei einer wissenschaftlich beobachteten Artbildung - ein äußerst seltenes Phänomen. Aus diesem Grunde werden in kladistischen Taxonomien auch niemals Vorfahren beziehungsweise Nachkommen eines Taxons identifiziert: Alle existierenden (monophyletischen) Taxa einer gegebenen Gruppe, die auch fossile Gruppen umschließen kann, werden in ein System aus Schwestertaxa eingeordnet, von denen jedes zwar als logische Zusammenfassung oder Teilmenge, niemals aber als historischer Vorgänger oder Nachfolger anderer Taxa gelten kann. Dargestellt wird dieses System in diagrammatischer Weise in einem so genannten Kladogramm, einem Baumdiagramm, in dem sich jeder Ast idealerweise jeweils in zwei Unteräste aufspaltet. Am Ende der feinsten Verästelung sitzen die (fossilen oder modernen) Arten; die Knotenpunkte werden dagegen nicht benannt, sie stehen für die virtuellen, das heißt nie festgelegten Stammarten. Bei der Benennung von Taxa nach kladistischer Systematik ergeben sich gewisse Schwierigkeiten: Wie bereits erwähnt, führen klassische Taxa oft ihre Rangstufe im Namen mit, daneben ist durch die binäre Nomenklatur für Arten festgeschrieben, dass ein Artname Informationen über seine Gattung enthält. Damit ist es erstens problematisch, zwischen Gattung und Art gelegene Taxa zu benennen, zweitens zieht ein Wechsel in der systematischen Stellung einer Art zugleich auch immer eine Umbenennung nach sich. Deshalb gibt es heute Bestrebungen, die bisherige Nomenklatur zugunsten von neuen auf die kladistische Taxonomie zugeschnittenen Namensregeln zu überwinden. Vom 6. bis zum 9. Juli 2004 fand dazu eine Konferenz in Paris statt, auf der die Internationale Gesellschaft für phylogenetische Nomenklatur (International Society for Phylogenetic Nomenclature (ISPN)) begründet wurde, welche die in internationaler Zusammenarbeit erarbeiteten Regeln des so genannten Phylocode überwachen wird, der nach der Vorstellung seiner Verfasser langfristig alle bisherigen Nomenklatur-Regelwerke wie den botanischen (ICBN) oder zoologischen Nomenklatur-Code (ICZN) ablösen soll. Das Erstpublikationsdatum der Konferenzberichte wird als Startdatum des Phylocode angegeben. Ihren Befürwortern gilt die nach kladistischen Kriterien errichtete Taxonomie als einzige wirklich wissenschaftliche Methode zur Beschreibung, Einteilung und Benennung von Taxa, die im Gegensatz zur traditionellen Klassifikation, die als reines Schubladensystem angesehen wird, echte biologische Information widerspiegelt. Kritikern wie den oben erwähnten Ernst Mayr oder Gaylord Simpson gilt die kladistische Taxonomie dagegen als zu instabil und daher nicht praxistauglich. Wie bereits zu Beginn angesprochen muss die obenstehende Gegenüberstellung der beiden Taxonomien als idealisiert angesehen werden. Während es sich auch in der klassischen Taxonomie zunehmend durchsetzt, nach Möglichkeit monophyletische Taxa zu bilden und nur in Ausnahmefällen auf paraphyletische Gruppen auszuweichen, sind bei kladistisch arbeitenden Taxonomen zumindest auf Art- und Gattungsebene oft noch die klassischen binären Namen in Gebrauch. Ob sich die Phylocode genannte Nomenklatur durchsetzen wird, bleibt zu Beginn des 21. Jahrhunderts abzuwarten. Auch bei höheren Taxa werden paraphyletische Gruppen zumindest informell noch weiterverwendet.

Literatur


- W. Hennig, Grundzüge einer Theorie der Phylogenetischen Systematik, Deutscher Zentralverlag, 1950
- W. Hennig, Phylogenetic Systematics, Univ. of Illinois Press, 1966
- L. Margulis, K. V. Schwartz, Five Kingdoms: an Illustrated Guide to the Phyla of Life on Earth, 3rd Ed., WH Freeman & Co, 1998
- E. Mayr, Cladistic Analysis or Cladistic Classification in E. Mayr, Selected Essays: Evolution and the Diversity of Life, 5th Ed., Harvard Univ. Press, 1997, ISBN 067427105-X
- E. Mayr, Two empires or three?, PNAS, 1998, 95, S. 9720
- K. de Queiroz, J. Gauthier, Phylogeny as a central principle in taxonomy: phylogenetic definitions of taxon names, Systematic Zoology, 1990, 39, S. 307
- G. G. Simpson, Principles of Animal Taxonomy, Columbia University Press, 1961
- C. Woese, Default taxonomy: Ernst Mayr's view of the microbial world, PNAS, 1998, 95, S. 11043

Weblinks


- [http://www.nearctica.com/evolve/simptax.htm Einführung in die biologische Systematik mit Kurzübersicht der verschiedenen Ansätze] (auf Englisch)
- [http://www.emc.maricopa.edu/faculty/farabee/BIOBK/BioBookDivers_class.html Übersicht der beiden wichtigsten Taxonomie-Ansätze] (auf Englisch)
- [http://www.cco.caltech.edu/~brokawc/Bi11/Speciation.html anspruchsvoller Essay über Artbildung, Phylogenie und Taxonomie] (auf Englisch)
- [http://www.pnas.org/cgi/content/full/95/17/9720 Ausführliche Kritik Ernst Mayrs an kladistischer Taxonomie am Beispiel des Drei-Domänen-System der Lebewesen] (auf Englisch)
- [http://www.pnas.org/cgi/content/full/95/19/11043 Ausführliche Antwort Carl Woeses, des Initiators des Drei-Domänen-Systems]