:: wikimiki.org ::
| Sternwarte Gotha |
Sternwarte Gotha
Die Sternwarte Gotha wurde auf Initiative des Herzogs Ernst II. (Sachsen-Gotha-Altenburg) ( - 30. Januar 1745 Gotha; † 20. April 1804 Gotha) eingerichtet. Dieser Ernst war als zweiter Sohn des Herzogs Friedrich III. (Sachsen-Gotha-Altenburg) nicht zur Thronfolge vorgesehen und erhielt eine gründliche wissenschaftliche Ausbildung. Als er dann doch durch den frühzeitigen Tod seines älteren Bruders die Regentschaft 1772 übernehmen musste, blieb er seinen wissenschaftlichen Interessen treu. Seine Vorlieben galten der Physik und der Astronomie.
Die Schlosssternwarte
Neben einem Physikalischen Kabinett, dem der Sekretär Ludwig Christian Lichtenberg aus Göttingen vorstand, ließ er sich auf Schloss Friedenstein in Gotha ein kleines Observatorium errichten. Er begann hier seine astronomischen Beobachtungen, die ihn aber wegen zu geringer wissenschaftlicher Beratung nicht zufrieden stellten. Zwar verfügte Ernst II. bereits über ausgezeichnete astronomische Instrumente. So besaß er vier astronomische Pendeluhren, davon eine mit rostförmiger Kompensationsstange von Klindworth aus Göttingen, einen zweifüßigen Quadrant von Klindworth, zwei Shortsche Spiegelteleskope, zwei achromatische Refraktoren und einen Spiegeloktant von Ramsden aus London.
Er bemühte sich um einen ausgebildeten Astronomen, den er schließlich in Franz Xaver von Zach gewinnen konnte.
Zach traf im Juni 1786 in Gotha ein und wurde als Offizier (Major) und Hofastronom übernommen. Von nun an begann Gothas astronomische Epoche.
Gotha
Im Herbst des Jahres traten das Herzogspaar und Zach eine astronomische Reise nach Südfrankreich an. Dort wurde in Hyères ein zeitweiliges Observatorium eingerichtet und eifrig beobachtet. Nach der Rückkehr im Frühjahr 1787 setzen der Herzog Ernst II. und Zach die Beobachtungen auf der Schlosssternwarte fort. Auch die Herzogin Marie Charlotte Amalie beteiligte sich als astronomische Rechnerin. Die Ergebnisse wurden dann als Sonnentafel Tabulae Motuum Solis und als Sternkatalog Catalogus Novus 1792 veröffentlicht.
Die Sternwarte auf dem Seeberg
Gleich nach der Rückkehr von der Reise nach Frankreich begann die Planung einer neuen Sternwarte. Zach konnte den Herzog überzeugen, dass Türme und hohe Gebäude für die Aufstellung von Fernrohren ungeeignet sind und schlug einen ebenerdigen einstöckigen Sternwartenbau vor. Als günstigen Aufstellungsort empfahl er den Seeberg, eine Viertelfahrstunde vom Schloss entfernt. Zach plante ein massives Sternwartengebäude in Ost-West-Ausrichtung, das Platz für die Aufstellung zweier Mauerquadranten, eines Passageninstruments und der dazu gehörigen Uhren bot. Die Beobachtungen sollten durch Mauerspalten geschehen, die einen freien Blick zum Nord- bzw. Südhorizont ermöglichten. In der Mitte des Gebäudes sollte sich über der Eingangshalle ein kleiner Rundturm mit drehbarem Kuppeldach erheben, in dem ein ganzer Kreis aufgestellt werden sollte. Zwei Seitenflügel waren als Wohnhaus des Astronomen und als Haus für das Personal, die Wache und Stallungen vorgesehen.
Die Einmessung der Fundamente nahmen der Herzog und Zach gemeinsam vor. Die Bauausführung wurde dem Gothaer Baumeister Christoph Besser übertragen. Die Bauphase endete 1789, die Sternwarte wurde 1790 in Betrieb genommen.
1790
Die Lage der Sternwarte:
Die Sternwarte unter Zachs Leitung
Zach bewohnte als Junggeselle das östliche Gebäude, das eine direkte Verbindung zum Meridiansaal hatte. Er verfügte über einen Haushalt von zwei weiblichen und drei männlichen Hausdienern, vier Pferden, einer Ordonanz, einem Sergeanten und drei Wachsoldaten zur Sicherung der Anlage. Ernst II. hatte aus seiner Apanage 38000 Taler für den Bau und 20000 Taler für die Ausrüstung ausgegeben. Diese wissenschaftliche Einrichtung sollte nach seinem Testament das einzige sichtbare Denkmal seines Lebens darstellen und von seinen Nachfolgern entsprechend erhalten werden. Er legte dafür ein Kapital von 40000 Talern an, das mit seinen 4% Zinsen die künftigen Kosten von Bauerhaltung und Gehalt des Astronomen abdecken sollte.
Das westliche Gebäude enthielt die Wirtschaftsräume, die Stallungen. die Wachräume, die Remisen für die Kutschen. Es war relativ leicht gebaut.
Das Hauptgebäude, der Meridiansaal war aus Seeberg-Sandstein fest gefügt und entsprach den ursprünglichen Planungen. In vier Räumen waren die Quadranten, das Passageinstrument von Ramsden mit 2,40 m Brennweite, die astronomischen Uhren, darunter die Sternzeituhr von Arnold und die Hauptuhr von Mudge & Dutton und zahlreiche weitere astronomische und meteorologische Instrumente aufgestellt. In der Kuppel befand sich ein Vertikalkreis von Carry. Der vierte Raum war als einziger heizbar und diente der Aufwärmung der Astronomen.
In dieser Bauweise und dieser Ausrüstung war die Seeberg-Sternwarte die damals modernste Sternwarte Deutschlands.
Es war immer nur ein eigentlicher Astronom angestellt. Mitarbeiter galten als Adjunkten, d. h. Gehilfen ohne eigentliche Beziehung zum Hofe. Aus diesen Adjunkten gingen eine ganze Reihe bedeutender Astronomen hervor. So lebten Johann Friedrich von Bohnenberger (1765 - 1831), der später die Sternwarte Tübingen leitete, Tobias Bürg (1766 - 1834), der später Lehrer am Gymnasium Klagenfurt tätig war, wie auch der ungarische Astronom Johann Pasquich (1734 - 1829) teils mehrere Jahre auf dem Seeberg.
Besonders gründlich arbeitete sich Johann Karl Burckhard (1773 - 1825) in die astronomische Wissenschaft ein. Er wurde später Direktor der Kriegschule und damit auch der Sternwarte in Paris. Johann Kaspar Horner (1774 - 1834) aus Zürich machte später als Astronom die Weltreise des Kapitäns Krusenstern mit, die ab 1803 fünf Jahre dauerte.
Für Gotha war die Ausbildung Bernhard August von Lindenaus (1779 - 1834) besonders wichtig, da dieser dadurch 1804 die Nachfolge Zachs antreten konnte. Zu erwähnen ist auch die kartografische Aus- und Weiterbildung Adolf Stielers (1775 - 1826) an der Seeberg-Sternwarte, die diesen befähigte, die Grundlagen für die Entwicklung der Kartografie in Gotha zu schaffen.
Der Ruhm der Sternwarte verbreitete sich sehr schnell und der rege Briefwechsel Zachs machte sie zu einem gesuchten Besuchsziel der damaligen Astronomen. So konnte es nicht verwundern, dass der berühmte französische Wissenschaftler Joseph Jérome de Lalande den Wunsch äußerte, sich auf dem Seeberg mit ausländichen Fachkollegen, besonders mit Johann Elert Bode aus Berlin zu treffen. Zach erweiterte die Einladungen an mehrere Fachkollegen, von denen aber einige aus Furcht vor revolutionärem französischem Gedankengut die Reise nicht genehmigt bekamen.
Es trafen sich im Jahre 1798 etwa 17 europäische Astronomen in der Seeberg-Sternwarte zum Gedankenaustausch, zur Vorführung neuer Geräte und Methoden, zu Vorschlägen für neue Sternbilder. Eine gemeinsame Exkursion zum Inselsberg machte praktische Übungen möglich.
Während die Vorschläge für Sternbilder keinen Anklang fanden, wurde doch die Nutzung des metrischen Systems in Erwägung gezogen und eine festere Zusammenarbeit vereinbart. Letztere fand dann in der Gründung von Fachzeitschriften, so in der von Zach ab 1800 herausgegebenen Monatlichen Correspondenz zur Beförderung der Erd- und Himmelskunde ihren Ausdruck.
Dieses Treffen ging dann als erster europäischer Astronomenkongress in die Astronomiegeschichte ein.
Weitere wissenschaftliche Leistungen der Seberg-Sternwarte unter Zachs Leitung waren die Wiederentdeckung der Asteroiden Ceres, Pallas und Athene, die Gründung einer Astronomischen Gesellschaft und die Weiterentwicklung der Geodäsie in Vorbereitung der preußischen Landvermessung. Dazu wurde eine auch später mehrfach gebrauchte geodätische Basis, die Meßstrecke Seeberg-Sternwarte - Schwabhausen, genau festgelegt.
Der Tod des Herzogs Ernst II. am 20. April 1804 beendete zunächst diese fruchtbare Arbeit. Zach verließ als Haushofmeister der Herzoginwitwe Gotha und legte 1806 die Oberaufsicht über die Seeberg-Sternwarte nieder.
(D = Direktor, VD = Vizedirektor, A = Adjunkt]
- Franz Xaver von Zach 1798 - 1806 D
- Bernhard von Lindenau 1801 A, 1806 VD, 1808 D
- Friedrich Nicolai 1814 A, 1814 VD
- Franz Encke 1816 A, 1818 VD, 1822 D
- Peter Andreas Hansen 1825 D
Die Nachfolger Zachs als Leiter der Sternwarte
Die Arbeit der Seeberg-Sternwarte wurde zunächst durch Bernhard von Lindenau weitergeführt, der dort schon seit 1801 als Adjunkt tätig war. Lindenau stammte aus Altenburg und war herzoglicher Kammerrat. Dieser wurde nun zum Vizedirektor berufen. 1806 schickte Zach die letzten in seinem Besitz befindlichen Sternwartengegenstände nach Gotha zurück, wo sie, wie auch die anderen Instrumente, wegen der drohenden Kriegsgefahr im Schloss Friedenstein eingelagert wurden.
1808 wurde Lindenau von dem nun regierenden Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg mit der Wiedereinrichtung der Sternwarte beauftragt und zum Direktor der Einrichtung ernannt. Er konnte im Mai 1808 die Betriebsbereitschaft der wissenschaftlichen Einrichtung melden.
1808
Bald machten sich jedoch Bauschäden bemerkbar. 1810 musste der Turm abgetragen werden und 1811 die beiden Seitengebäude. An der Westseite des Meridiansaales erbaute man ein neues Wohngebäude für den Astronomen, einen Adjunkten und den Kastellan. Dieses Gebäude war stilistisch an das Hauptgebäude angeglichen, die Sternwarte hatte ein völlig verändertes Aussehen bekommen.
Lindenau setzte die astronomische Arbeit der Seeberg-Sternwarte erfolgreich fort und veröffentlichte 1810 seine Venustafeln, 1811 seine Marstafeln und 1813 Tafeln der Merkurbahn. 1813 wurde die Sternwarte von den Franzosen besetzt und viele ihrer Papiere verbrannt. Die Geräte wurden zum Glück nicht beschädigt.
Lindenau wurde 1814 zum Generaladjutanten des Großherzogs Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach ernannt und zog mit diesem in Paris ein, wo er in einem Duell verwundet wurde und längere Zeit für die Astronomie ausfiel.
Als Adjunkt der Sternwarte wurde 1814 Friedrich Nicolai berufen und zum Vizedirektor ernannt. Er blieb bis 1816 in Gotha und ging dann als Professor weiter nach Mannheim. An seine Stelle trat der ehemalige Königlich Preußische Artillerieleutnant Franz Encke.
Encke hatte wie Nicolai und Lindenau in Göttingen bei Gauß studiert. So kannten sich die drei Astronomen und arbeiteten gut zusammen.
Als Lindenau wieder nach Gotha zurückkam, verblieb noch ein Jahr gemeinsamer Forschung, ehe Lindenau endgültig in den Verwaltungsdienst zurückkehren musste. Von 1816 bis 1817 gab er noch in Gotha die Zeitschrift für Astronomie und verwandte Wissenschaften heraus. Auch später veröffentlichte er noch astronomische Werke.
Encke führte die wissenschaftlichen Arbeiten weiter. Er wurde 1818 zum Vizedirektor ernannt, während Lindenau als Kurator eingesetzt wurde. Encke berechnete hier die Umlaufzeit des Kometen Pons als kürzeste bekannte Umlaufzeit (Komet Encke) und die Sonnenparallaxe aus den Venusdurchgängen von 1761 und 1763, die lange Zeit Gültigkeit hatte. Trotz der verbesserten materiellen Ausstattung der Sternwarte durch ein Fraunhofersches Heliometer und einen Ertelschen Meridiankreis nahm Encke die Berufung als Professor nach Berlin an. Er betonte, dass das Gehalt in Gotha für den Erhalt einer Familie nicht ausreiche. Er nahm daher 1825 das Angebot zur Übernahme der Sternwarte in Berlin an und verließ Gotha
Mehrere Astronomen empfahlen Peter Andreas Hansen als Nachfolger. Hansen war gelernter Uhrmacher aus Tondern, der aber mehrere Jahre als Gehilfe Schumachers in Altona gewirkt hatte. Im August 1825 traf er in Gotha ein, wo er Encke noch auf der Sternwarte antraf. Daraus entwickelte sich für Jahre eine verständnisvolle Zusammenarbeit. Eine von Hansen zusammengestellte Inventarliste ließ den Umfang an Fernrohren, Messgeräten, Uhren und meteorologischen und geodätischen Instrumenten erkennen, die die Zentralstellung der Seeberg-Sternwarte begründete.
Hansen begann sofort mit umfangreichen Beobachtungen, überprüfte aber auch den Zustand der Geräte und gab dem Konservator die entsprechenden Anweisungen. Hansen Er selbst war aber auch an die Weisungen des Kurators von Hoff gebunden, der 1826 als Nachfolger Lindenaus eingsesetzt worden war. Bald stellte es sich heraus, dass Hansen mehr an theoretischer Arbeit gelegen war und er sich zu einem Meister der Himmelsmechanik entwickelte. Schwerpunkt war die Bewegung des Erdmondes, für die er genaue Formeln entwickelte. So ergaben sich seine instrumententechnischen und himmelsmechanischen Veröffentlichungen dieser Jahre. Erdmond Inzwischen verheiratet und Vater mehrerer Kinder litt er unter dem zunehmenden Verfall der Gebäude auf dem Seeberg und ließ sich ein eigenes Wohnhaus in der Siebleber Vorstadt von Gotha bauen.
Hansens Interimsternwarte
Das Wohnhaus der Familie Hansen wurde durch einen kleinen Anbau für astronomische Geräte zu einer Interimsternwarte erweitert. Hier arbeitete Hansen zwanzig Jahre lang an seinen theoretischen und praktischen Arbeiten. Er brachte die Landesvermessung zuende, wofür er zum Geheimen Hofrat und Regierungsmitglied für Vermessungsfragen ernannt wurde.Hansen Weiterhin verbesserte er seine Mondtheorien, wozu er den im Anbau untergebrachten Meridiankreis und astronomische Uhren benutzte. In enger Zusammenarbeit mit dem englischen Astronomen George Biddell Airy in Greenwich entstand das Fundamentalwerk Tables de la Lune, das 1857 von der englischen Regierung herausgegeben wurde. Hansen wurde mit 1000 Pfund Sterling dafür belohnt. In seiner Sternwarte besuchten ihn auch wieder zahlreiche Astronomen, die zum Teil monatelang da blieben, um zu assistieren und zu lernen. Er erhielt zahlreiche Ehrungen und wurde 1864 zum Präsidenten der Permanenten Kommission der Europäischen Gradmessung ernannt.
Hansen musste wöchentlich die alte Sternwarte auf dem Seeberg kontrollieren. Er stellte dabei den stetigen Zerfall fest und forderte nun den Neubau einer Sternwarte, die dem Vermächtnis Ernst II. entsprach. Er holte dazu Stellungnahmen von Fachkollegen ein, die dieses Vorhaben unterstützten. Selbst Alexander von Humboldt wandte sich deswegen an die Gothaer Regierung.
1856 beschloss der Gothaer Landtag den Neubau der Herzoglichen Sternwarte auf dem Gelände der ehemaligen Hofschmiede unter Verwendung des Materials der Seeberg-Sternwarte.
Sternwarte Jägerstraße
Der Neubau der Sternwarte war 1859 beendet und die Familie Hansen bezog das Gebäude. Die Sternwarte war ganz nach Hansens Vorstellungen für astrometrische Forschungen eines einzelnen Astronomen gebaut, enthielt aber auch Räume zu Lehrzwecken. An eine Erweiterung für die aufkommende Astrophysik war nicht gedacht worden.
Astrophysik An das solide Wohnhaus waren ein Meridiansaal (im Grundriss mit A bezeichnet) mit dem Ertelschen Meridiankreis und einem Reichenbachschen Theodoliten und ein Beobachtungsraum im 1. Quartal (B) angeschlossen, in dem das Passageinstrument Platz fand. So bestanden für alle vorhandenen Instrumente Einsatzmöglichkeiten. Neu angeschafft wurden weitere astronomische Uhren und ein Äquatoreal für absolute Messsungen in allen Richtungen, das im Turm (C) aufgestellt wurde. Das Gerät war eine Neukonstruktion der Firma Repsold in Hamburg. Hamburg Die Uhren verfügten nun über elektrische Kontaktgeber, die persönliche Beobachtungsfehler ausschließen sollten. Der Raum (D) beherbergte die Bibliothek und (E) das Arbeitszimmer des Astronomen.
Lage der Sternwarte:
Diese Sternwarte wurde wieder zu einem Zentrum des wissenschaftlichen Austausches und der gegenseitigen Besuche der Wissenschaftler. Dennoch vermißte Hansen einen ständigen Kontakt mit Fachkollegen. Er leitete die Einrichtung bis zu seinem Tode 1874.
Die Astronomen der Sternwarte Jägertraße
Direktor = D. Assistent = A, Verwalter = V, Observator = O
- Peter Andreas Hansen (1860 - 1874) D
- Adalbert Krueger (1876 - 1880) D
- Leo Anton Carl de Ball (1875 - 1878) A, V
- Hugo von Seeliger (1881 - 1882) D
- Ernst Becker (1883 -1887) D
- Paul Harzer (1887-1896) D
- Carl Rohrbach (1887 -1906) V
- Ernst Jost (1902 - 1904) O
- Ernst Anding (1906 - 1934) D
Die Arbeiten der letzten Gothaer Astronomen
Die schlechte finanzielle Situation machte es sehr schwer, geeignete Astronomen für die Sternwarte Gotha zu gewinnen und zu halten. Fast alle brachen Ihren Aufenthalt wegen zu geringer Entlohnung nach kürzerem oder längerem Aufenthalt ab.
Aus Helsingfors konnte Adalbert Krueger gewonnen werden, der hier seine Zonenbeobachtungen der Sterne zwischen 55 und 65 Grad nörlicher Declination fortsetzte, die er 1883 in Helsingfors veröffentlichte. Ihm standen als Assistenten Andreas Donner und ab 1878 Leo de Ball zur Seite. Letzterer blieb auch nach dem Weggang Kruegers 1880 als Verweser der Sternwarte bis 1882 in Gotha.
Hugo Seeliger aus Leipzig blieb nur ein knappes Jahr in Gotha bis er als Professor nach München weiterzog.
Länger blieb dann Ernst Becker aus Berlin, der hier die Beobachtungen spezieller Sterne fortsetzte. Er ließ das Äquatoreal, das sich als Messgerät nicht bewährt hatte, in einen normalen parallaktischen Refraktor umbauen. Becker legte auch den Katalog der Sternwartenbibliothek an. 1887 wurde er nach Straßburg berufen.
Eine letzte Blütezeit war der Sternwarte Jägerstraße nochmals unter der Leitung von Paul Harzer beschieden. Harzer kam von Pulkowo und war sowohl ein aktiver praktischer als auch theoretischer Astronom. Er wurde schnell in Gotha heimisch, stellte sich mit seinen Beobachtungen am Meridiankreis verschiedenen Problemen, deren Ergebnisse er laufend veröffentlichte. Durch seine Heirat mit einer Tochter Hansens auch familär mit Gotha verbunden, entwickelte er auch eine aktive Öffentlichkeitsarbeit. So gab es Privatseminare, öffentliche Beobachtungsabende und 1894 eine Tagung der Vereinigung der Freunde der Astronomie und kosmischen Physik in Gotha. Seine Berufung 1896 als Professor nach Kiel beendete diese fruchtbare Phase.
Für mehrere Jahre wurde der Gymnasialdirektor Carl Rohrbach mit der Verwaltung der Sternwarte beauftragt. Die Geräte wurden von 1902 - 1904 von Ernst Jost, dem seinerzeitigen 1. Assistenten der Sternwarte Straßburg genutzt.
1906 konnte mit Ernst Anding wieder ein wissenschaftlicher Astronom für Gotha gewonnen werden. Anding hatte erfolgreich in München theoretisch und praktisch gearbeit und es zum außerordentlichen Professor gebracht. In Gotha konnte er nun als Professor und Sternwartendirektor diese Arbeiten abschließen und publizieren. Er modernisierte Teile der Sternwarte, indem er eine Uhrenanlage als Geschenk von Riefler in München einbaute, die auch über Fernleitung zum Rathaus die öffentlichen Uhren in der Stadt steuerte. Er konnte auch noch ein modernes Passageinstrument aufstellen. So war die instrumentelle Ausrüstung nochmals auf einen hohen Stand gebracht worden. Trotzdem wurde 1934 die Sternwarte aus der Herzoglichen Stiftung für Kultur und Wissenschaft ausgegliedert und die Einrichtung geschlossen. Damit wich man vom Testament Ernst II. rücksichtslos ab.
Die moderneren Geräte wurden mit einem Teil der Bibliothek der Sternwarte der Universität Jena übergeben. Die historischen Geräte wurden dem Deutschem Museum in München und dem Regionalmuseum in Gotha zuerkannt, die Bibliothek in die Universitäts- und Forschungsbibliothek Gotha eingegliedert.
An den Standort der Sternwarte Seeberg erinnern noch zwei Gedenksteine mit Gedentafeln für Herzog Ernst II. und Peter Andreas Hansen und der sogenannte Meridianstein.
Das Wohnhaus der Familie Hansen, die Interimsternwarte, wurde bei einem Luftangriff im Februar 1945 völlig zerstört.
Die Gebäude der ehemaligen Sternwarte Jägerstraße entsprechen in ihrem Äußeren noch dieser Einrichtung und stehen unter Denkmalschutz.
Der Rohrbachturm
Sternwarte Jägerstraße
Das Stadtbild von Gotha wird überragt von einem mit einer Kuppel gekrönten Turm, den man allgemein als die Sternwarte Gothas ansieht. Es handelt sich dabei um die Privatsternwarte Carl Rohrbachs, die er 1904 als einen der ersten Stahlbetontürme in Deutschland bauen ließ. Nach dem Tode des Schuldirektors und Amateurastronomen 1932 wurde der Turm unterschiedlich genutzt. Einige Jahre war eine Strahlungsforschungsstelle des Meteorologischen Dienstes darin untergebracht. In den letzten Jahren wurde der Turm restauriert und jetzt nutzt der Bildungsverein URANIA die Beobachtungsmöglichkeiten. Leider ist der Turm jetzt (2005) verkauft worden und soll nun Wohnzwecken dienen.
Auch das Arnoldigymnasium trägt eine Sternwartenkuppel, so dass die Traditionen der Gothaer Astronomie nicht ganz sang- und klanglos untergehen.
Literatur
- Strumpf, M.: Gothas astronomische Epoche, Horb am Neckar 1998, ISBN 3-89570-381-8
Kategorie:Historische Sternwarten und Instrumente
Ernst II. (Sachsen-Gotha-Altenburg)
Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg ( - 30. Januar 1745; † 20. April 1804) war von 1772 bis zu seinem Tode Landesfürst des deutschen Territoriums Sachsen-Gotha-Altenburg.
Ernst war der zweite Sohn des Herzogs Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1699-1722) und der Herzogin Luise Dorothea (1710-1791) aus dem Hause Sachsen-Meiningen. Von den vier Kindern überlebten nur zwei. Nach dem Tode des Erbprinzen Friedrich kümmerte sich die Herzogin sehr intensiv um die Ausbildung der Prinzen Ernst und August (1747-1806). Sie wurden von ausgewählten Hauslehrern in literarischen, wissenschaftlichen und kameralischen Bereichen unterrichtet.
1768-1769 unternahmen beide Prinzen eine Bildungsreise, die sie auch nach den Niederlanden, England und Frankreich führte. Ernst lernte dabei wichtige Persönlichkeiten der Politik, der Wissenschaften und Kunst kennen.
Im März 1769 vermählte sich Ernst mit Charlotte Amalie von Sachsen-Meiningen (1751-1827). Aus dieser Ehe gingen vier Söhne hervor, von den zwei, August (1772-1822) und Friedrich (1774-1825), das Erwachsenenalter erreichten.
Ernst war als liberaler und aufgeklärter Herrscher vielseitig künstlerisch und wissenschaftlich interessiert und entwickelte ein zielstrebiges Regime. Er förderte das Bildungswesen, die Wirtschaft, das Theater, die Kunstsammlungen, die Bibliothek sowie die Naturwissenschaften in seinem Land, das damit die Spitzenstellung der sächsischen Herzogtümer in Thüringen erreichte. Privat interessierte er sich besonders für Astronomie und Physik. Er berief auf all diesen Gebieten kompetente Fachleute.
Für seine speziellen Interessen gewann er den bedeutenden Astronomen Franz Xaver von Zach für Gotha. Mit ihm errichtete er die Sternwarte Gotha, die sich zu einem europäischen Zentrum der Astronomie entwickelte. Nach seinem Testament sollte dieses Institut das einzige sichtbare Zeichen seiner Existenz darstellen.
Es gelang ihm so, Gotha zu einer trotz der geringen Größe weit beachteten Stadt zu machen, die von vielen bedeutenden Vertretern der damaligen Zeit (u.a. von Goethe mehrfach besucht wurde.
Als Freimaurer ließ er sich in ein weißes Tuch gehüllt auf der Parkinsel ohne Grabmahl bestatten.
Kategorie:Mann
Kategorie:Deutscher
Kategorie:Herzog (Sachsen)
Kategorie:Freimaurer
1745
Krieg und Politik
- 22. April: Durch den Frieden von Füssen scheidet Bayern aus dem Österreichischen Erbfolgekrieg aus
- 11. Mai: In der Schlacht bei Fontenoy erkämpfen die Franzosen unter Moritz von Sachsen einen verlustreichen Sieg gegen Österreicher, Briten und Niederländer
- 4. Juni: Schlacht bei Hohenfriedeberg zwischen Preußen und Österreichern in Schlesien
- 21. September: Jakobitische Rebellen unter der Führung von Charles Edward Stuart schlagen in der Schlacht bei Prestonpans britische Regierungstruppen unter General Sir John Cope vernichtend und gewinnen damit zeitweilig die Herrschaft über ganz Schottland
- 30. September: Schlacht bei Soor
- 4. Oktober: Franz I. Stephan aus der Dynastie Habsburg-Lothringen wird in Frankfurt am Main zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt
Kultur
- Das Theaterstück „Der Diener zweier Herren“ von Carlo Goldoni wird uraufgeführt
- 1. Januar: Anthony Wayne, US-amerikanischer General († 1796)
- 4. Januar: Johann Jakob Griesbach, Professor für das Neue Testament in Jena († 1812)
- 6. Januar: Jacques Étienne Montgolfier, französischer Miterfinder des Heißluftballons († 1799)
- 17. Januar: Nicolas Roze, französischer Komponist († 1819)
- 6. Februar: Schack Hermann Ewald, deutscher Hofbeamter und Publizist († 1822)
- 18. Februar: Alessandro Volta, italienischer Physiker († 1827)
- 19. März: Johann Peter Frank, deutscher Mediziner († 1821)
- 21. März: Marianne von der Leyen, von 1775 bis 1793 Regentin in Blieskastel († 1804)
- 1. April: Johann Joseph La Roche, österreichischer Schauspieler († 1806)
- 14. April: Denis Iwanowitsch Fonwisin, Russischer Satiriker und Komödiendichter († 1792)
- 20. April: Philippe Pinel, französischer Psychater
- 7. Mai: Carl Stamitz, deutscher Violinist und Komponist († 1801)
- 10. Mai: Wilhelm Florentin von Salm-Salm, Erzbischof von Prag († 1810)
- 5. Juli: Carl Arnold Kortum, deutscher Arzt und Schriftsteller († 1824)
- 17. Juli: Timothy Pickering, US-amerikanischer Außenminister († 1829)
- 30. August: Johann Hieronymus Schröter, Jurist und hoher Beamter in Lilienthal bei Bremen († 1816)
- 3. September: Karl Viktor von Bonstetten, Schweizer Schriftsteller († 1832)
- 16. Oktober: Maxim Sosontowitsch Beresowski, russischer Komponist († 1777)
- 8. November: Ernst Christian Trapp, Inhaber eines Lehrstuhls für Pädagogik († 1813)
- 3. Dezember: Franz Anton Ernst, böhmischer Komponist († 1805)
- 12. Dezember: John Jay, Politiker der USA († 1829)
- George Atwood, britischer Erfinder und Physiker († 1807)
- 3. Januar: Jan de Bodt, sächsischer General und Architekt ( - 1670)
- 20. Januar: Karl VII., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches ( - 1697)
- 18. Februar: Nicola Fago, italienischer Komponist ( - 1677)
- 18. März: Robert Walpole, britischer Politiker und Regierungschef ( - 1676)
- 9. Mai: Tommaso Antonio Vitali, italienischer Violinist und Komponist ( - 1663)
- 22. Mai: François-Marie de Broglie, Französischer Feldherr, Marschall von Frankreich ( - 1671)
- 14. September: Martino Altomonte, italienischer Maler ( - 1657)
- 19. Oktober: Jonathan Swift, anglo-irischer Schriftsteller ( - 1667)
- 16. November: Johann Lucas von Hildebrandt, italienischer Barockbaumeister ( - 1668)
- 23. Dezember: Jan Dismas Zelenka, Barockkomponist ( - 1679)
- 28. Dezember: Robert Roy MacGregor, schottischer Volksheld (Kurzform: Rob Roy) ( - 1671)
ko:1745년
simple:1745
20. AprilDer 20. April ist der 110. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 111. in Schaltjahren) - somit verbleiben noch 255 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1792 - Beginn des 1. Koalitionskrieges der verbündeten Monarchien Österreich und Preußen gegen das revolutionäre Frankreich.
- 1795 - Im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg beginnen britische Truppen mit der Belagerung von Boston, Massachusetts.
- 1848 - In einem Gefecht bei Kandern im Schwarzwald unterliegt die radikaldemokratische Freischar Friedrich Heckers konterrevolutionären Truppen. Hecker flieht ins Exil (vgl. Badische Revolution und Märzrevolution)
- 1854 - Preußen und Österreich schließen eine Allianz für die Dauer des Krimkrieges.
- 1945 - Alliierte Streitkräfte erobern Nürnberg.
- 1968 - Die Liberalen unter Führung von Pierre Trudeau gewinnen die kanadischen Wahlen.
- 1987 - Italien. Amintore Fanfani wird erneut Ministerpräsident.
- 1989 - Vorsfelde Geburt von Prinzessin Daniela und Anna-Lena von Vorsfelde.
- 1992 - Eröffnung der Weltausstellung in Sevilla.
- 1995 - Bei einem Massaker ruandischer Regierungssoldaten im Flüchtlingslager von Kibeho im Südwesten des Landes werden nach unterschiedlichen Angaben zwischen 2000 und 5000 Hutu-Flüchtlinge getötet.
- 1997 - In Indien wird Inder Kumar Gujral Regierungschef.
- 1998 - Die Rote Armee Fraktion (RAF) erklärt ihre Auflösung.
- 2000 - Auf Nauru wird Bernard Dowiyogo zum Präsidenten gewählt.
- 2001 - Im äthiopischen Addis Abeba fordern schwere Unruhen etwa 40 Todesopfer und hunderte Verletzte.
- 2001 - Im kanadischen Québec beginnt die Gipfelkonferenz aller 34 Staats- und Regierungschefs des amerikanischen Doppelkontinents mit Ausnahme Kubas). Die Konferenz wird durch teils gewalttätige Demonstationen von Globalisierungsgegnern überschattet.
- 2002 - Parlamentswahlen auf Niue
- 2005 - In Ecuador wird Staatspräsident Lucio Gutiérrez vom Parlament abgesetzt. Der bisherige Vizepräsident Alfredo Palacio wird sein Nachfolger.
Wirtschaft
- 1964 - Im italienischen Alba läuft das erste Glas Nutella vom Band.
Wissenschaft und Technik
- 1902 - Marie und Pierre Curie gelingt die Isolierung von Radium.
- 1940 - Das erste Elektronenmikroskop wird in Philadelphia vorgeführt.
- 1972 - Apollo 16 landet auf dem Mond.
Kultur
- 1844 - "Der gestiefelte Kater, ein Kindermärchen in drei Akten mit Zwischenspielen, einem Prologe und Epiloge" von Ludwig Tieck, wird in Berlin uraufgeführt.
- 1854 - Uraufführung der Oper Die Bilderstürmer von Johann Friedrich Kittl
- 1896 - Uraufführung der Operette El Capitan von John Philip Sousa am Tremont-Theatre in Boston.
- 1925 - Das Schauspiel "Juarez und Maximilian" von Franz Werfel gelangt am Magdeburger Stadttheater zur Uraufführung.
- 1938 - Die Filme "Fest der Völker" und "Fest der Schönheit" von Leni Riefenstahl über die Olympischen Spiele von 1936 werden in Berlin uraufgeführt.
Religion
- 798 - Das Bistum Salzburg wird von Karl dem Grossen zum Erzbistum erhoben - dem ältesten noch bestehenden Erzbistum im deutschen Sprachraum. Bischof Arn von Salzburg wird zum 1. Erzbischof und Metropoliten von Salzburg ernannt.
Katastrophen
- 1967 - In Nikosia (Zypern) prallt ein Flugzeug gegen einen Berg. 126 Personen sterben.
- 1968 - In Windhoek (Namibia) stürzt eine südafrikanische Verkehrsmaschine ab. 129 Tote.
- 1986 - Der Damm der Kantale-Talsperre auf Sri Lanka bricht. Die Flutwelle überflutet Dutzende Dörfer; es gibt bis zu 178 Tote.
- 1998 - Eine Boeing 727-200 der Air France prallt nach dem Start in Bogotá gegen einen Berg. 53 Menschen sterben.
- 1999 - Das Schulmassaker von Littleton zwölf Schüler zwischen 14 und 18 sterben.
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1887 - In Paris findet das erste Autorennen der Welt statt.
- 1986 - Basketballstar Michael Jordan von den Chicago Bulls erzielt 63 Punkte im NBA-Playoff-Spiel gegen die Boston Celtics und stellt damit einen neuen Ligarekord auf
Geboren
- 571 - Mohammed, Prophet
- 1492 - Pietro Aretino, italienischer Schriftsteller
- 1499 - Johann Agricola, deutscher Theologe
- 1633 - Go-Komyo, 110. japanische Kaiser
- 1699 - Johann Christoph von Dreyhaupt, deutscher Historiker
- 1739 - William Bartram, amerikanischer Naturforscher
- 1745 - Philippe Pinel, französischer Psychiater
- 1767 - Karl Julius Weber, deutscher Satiriker
- 1808 - Carl Mez, Industrieller, evangelischer Sozialtheologe und Politiker
- 1808 - Napoleon III., französischer Kaiser
- 1818 - Heinrich Göbel, deutsch-amerikanischer Erfinder der Glühlampe
- 1822 - Auguste Jauch, deutsche Philanthropin
- 1839 - Carol I., Fürst und König von Rumänien
- 1841 - Robert Donston Stephenson, Satanist und Jack the Ripper Verdächtiger
- 1846 - Pinto Serpa, portugiesischer Afrikaforscher
- 1848 - Kurd Laßwitz, deutscher Science Fiction-Autor
- 1856 - Richard Buchmayer, deutscher Musikhistoriker
- 1857 - Herman Bang, dänischer Schriftsteller
- 1859 - Vincenzo Cerulli, italienischer Astronom
- 1860 - Jelles Troelstra, niederländischer Politiker und Dichter
- 1873 - Albert Korfanty, polnischer Nationalist
- 1873 - Wojciech Korfanty, Mitglied des deutschen Reichstages, polnischer Ministerpräsident
- 1879 - Hans Heinrich Müller, deutscher Architekt
- 1880 - Johann Knief, deutscher Lehrer, Redakteur und Politiker
- 1888 - Dionys Schönecker, österreichischer Fußballspieler, Trainer und Funktionär
Dionys Schönecker
- 1889 - Adolf Hitler, nationalsozialistischer Diktator, verantwortlich für den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust
- 1889 - Tonny Kessler, niederländischer Fußballspieler
- 1890 - Adolf Schärf, Bundespräsident der Republik Österreich
- 1893 - Harold Lloyd, US-amerikanischer Filmkomiker
- 1893 - Joan Miró, spanischer Künstler ('Surrealismus')
- 1894 - Ernst Wille, Politiker und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
- 1895 - Henry de Montherlant, französischer Schriftsteller
- 1899 - Margaret Harrison, britische Violinistin
- 1900 - John Jahr, deutscher Verleger
- 1900 - Fred Raymond, österreichischer Komponist
- 1903 - Franz Weselik, Fußballspieler († 1962)
- 1908 - Lionel Hampton, Bandleader, Jazzperkussionist und Vibraphonvirtuose
- 1910 - Brigitte Mira, deutsche Schauspielerin, Kabarettistin und Chanson-Sängerin († 2005)
- 1913 - Willi Hennig, deutscher Biologe
- 1918 - Kai Manne Börje Siegbahn, schwedischer Physiker
- 1923 - Tito Puente, US-amerikanischer Musiker
- 1927 - Karl Alex Müller, schweizerischer Physiker, Nobelpreisträger (1987)
- 1929 - Bob Brown, US-amerikanischer Sänger
- 1930 - Kurt Singhuber, Minister für Erzbergbau, Metallurgie und Kali der DDR
- 1935 - Reinhold Würth, deutscher Unternehmer
- 1938 - Betty Cuthbert, australische Leichtathletin
- 1939 - Gro Harlem Brundtland, norwegische Politikerin
- 1939 - Johnny Tillotson, US-amerikanischer Sänger
- 1939 - Peter S. Beagle, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1940 - George Takei, US-amerikanischer Film- und Fernsehschauspieler
- 1941 - Ryan O'Neal, US-amerikanischer Schauspieler
- 1943 - John Eliot Gardiner, britischer Dirigent und Chorleiter
- 1945 - Naftali Temu, kenianischer Leichtathlet und Langstreckenläufer
- 1946 - Irene Ellenberger, deutsche Politikerin
- 1946 - Ricardo Maduro, Politiker, Staats- und Regierungschef in Honduras
- 1946 - Sabine Bergmann-Pohl, Volkskammerpräsidentin und letztes Staatsoberhaupt der DDR
- 1948 - Craig Frost, US-amerikanischer Musiker
- 1949 - Jessica Lange, US-amerikanische Filmschauspielerin
- 1949 - Monika Kühn, deutsche Statistikerin
- 1950 - Alexander Iwanowitsch Lebed, russischer General und Politiker
- 1951 - Luther Vandross, US-amerikanischer Musiker († 2005)
- 1953 - Marie-Luise Dött, deutsche Politikerin
- 1956 - Kacha Bendukidse, georgischer Industrieller und Politiker
- 1960 - Debbie Flintoff-King, australische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 1967 - Ingo Appelt, deutscher Comedian und Kabarettist
- 1967 - Mike Portnoy, Schlagzeuger der Band Dream Theater
- 1969 - Marietta Slomka, deutsche Journalistin, ZDF-Nachrichtenmoderatorin
- 1972 - Stephen Marley, jamaikanischer Musiker
- 1972 - Carmen Electra, US-amerikanisches Playboy-Model und Filmschauspielerin
- 1980 - Jasmin Wagner, deutsche Pop-Sängerin und Moderatorin (Blümchen)
- 1987 - John Patrick Amedori, US-amerikanischer Schauspieler
Gestorben
- 1164 - Octaviano de Montecello, Gegenpapst zu Papst Alexander III.
- 1188 - Hildegunde, Zwillingsschwester der Seeligen Anna und gilt als Heilige
- 1314 - Klemens V. (Papst), als Klemens V. Papst seit 1305
- 1555 - Bartholomäus Bruyn der Ältere, deutscher Maler
- 1558 - Johannes Bugenhagen, deutscher Reformator Pommerns und Dänemarks
- 1584 - John Finch, katholischer Märtyrer aus England
- 1643 - Christoph Demantius, deutscher Komponist
- 1652 - Pietrodelle Valle, italienischer Reisender und Reiseschriftsteller
- 1690 - Maria Anna von Bayern,
- 1693 - Claudio Coello, spanischer Maler
- 1786 - Giovanni Antonio Canal, italienischer Maler
- 1786 - John Goodricke, englischer Astronom
- 1821 - Franz Karl Achard, deutscher Chemiker, Physiker und Unternehmer
- 1837 - Reinhard Woltmann, deutscher Wasserbauingenieur
- 1842 - Bon Adrien Jeannot de Moncey, französischer General und Marschall von Frankreich
- 1869 - Carl Loewe, deutscher Musiker und Komponist
- 1874 - Gustav Blaeser, deutscher Bildhauer
- 1882 - Tuiskon Ziller, deutscher Philosoph und Pädagoge (Herbartianer)
- 1885 - Gustav Nachtigal, deutscher Afrikaforscher
- 1899 - Charles Friedel, französischer Chemiker
- 1912 - Bram Stoker, irischer Schriftsteller
- 1918 - Alexander Girardi, österreichischer Schauspieler
- 1918 - Ferdinand Braun, deutscher Physiker, Nobelpreisträger
- 1918 - Hans Breuer, Wandervogel, Herausgeber des Zupfgeigenhansl
- 1929 - Heinrich von Preußen, preußischer Prinz, Marineoffizier, Admiral
- 1932 - Giuseppe Peano, italienischer Mathematiker
- 1945 - Erwin Bumke, Präsident des Reichsgerichts
- 1946 - Ernesto Buonaiuti, italienischer Theologe
- 1947 - Christian X., König von Dänemark und von Island
- 1953 - Erich Bernhard Gustav Weinert, Schriftsteller
- 1953 - Erich Weinert, deutscher Schriftsteller
- 1958 - Adolf Scheibe, Physiker, Erfinder
- 1964 - August Sander, deutscher Fotograf
- 1970 - Paul Celan, deutschsprachiger Lyriker
- 1971 - Alberto Magnelli, Künstler
- 1973 - Elisabeth Hauptmann, Schriftstellerin und Mitarbeiterin von Bertolt Brecht
- 1974 - Richard Huelsenbeck, deutscher Schriftsteller
- 1981 - Hans Söhnker, deutscher Schauspieler
- 1982 - Friedrich-Wilhelm Goldenbogen, deutscher Politiker
- 1983 - Horst Wolfram Geißler, deutscher Schriftsteller
- 1985 - Charles Francis Richter, US-amerikanischer Seismologe
- 1985 - Rudolf Gnägi, Schweizer Politiker
- 1990 - Horst Sindermann, deutscher Kommunist und Politiker
- 1991 - Don Siegel, Regisseur
- 1991 - Emmanuel Kiwanuka Nsubuga, Erzbischof von Kampala und Kardinal
- 1991 - Rudolf Heberle, deutscher Soziologe
- 1991 - Sean O'Faolain, irischer Schriftsteller
- 1991 - Steve Marriott, britischer Rockmusiker
- 1993 - Evelyne Hall, US-amerikanische Leichtathletin und Olympionikin
- 1993 - Mario Moreno Reyes, Schauspieler, Sänger, Komiker und Produzent.
- 1994 - Jean Carmet, französischer Schauspieler
- 1995 - Milovan Djilas, jugoslawischer Politiker, Schriftsteller und Dissident
- 1997 - Otto Wilhelm von Vacano, deutscher Archäologe
- 1998 - Octavio Paz, mexikanischer Schriftsteller und Diplomat
- 2000 - Willy Harlander, bayerischer Volks- und Fernsehschauspieler
- 2000 - Eugene Hartzell, US-amerikanischer Komponist
- 2001 - Giuseppe Sinopoli, italienischer Dirigent
- 2003 - Bernard Katz, britischer Biophysiker und Nobelpreisträger
- 2003 - Cole Weston, US-amerikanischer Photograph
- 2003 - Rudolf Brunnenmeier, deutscher Fußballspieler
- 2003 - Wolle Kriwanek, deutscher Sänger
Siehe auch
- 19. April - 21. April
- 20. März - 20. Mai
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0420
ja:4月20日
ko:4월 20일
simple:April 20
th:20 เมษายน
Gotha
Gotha ist die mittelthüringische Kreisstadt des Landkreises Gotha im Freistaat Thüringen. In Gotha leben zur Zeit etwa 46.000 Einwohner.
Geographie
Gotha liegt am Nordrand des Thüringer Waldes und an der Autobahn-/Eisenbahnhauptverbindung Leipzig-Frankfurt am Main.
Angrenzende Gemeinden sind im Norden Bufleben, Goldbach und Remstädt, im Osten Friemar, Seebergen und Tüttleben, im Süden Emleben, Günthersleben-Wechmar und Leinatal und im Westen Trügleben, Aspach (Thüringen) und Hörselgau. Sämtliche Gemeinden gehören zum Landkreis Gotha.
Geschichte
Gründung
Gotha wurde erstmalig im Breviarium Lulli als villa gotaha (=gutes Wasser) erwähnt. Aus dieser Urkunde leiten viele Orte des hessisch-thüringschen Raumes ihre Ersterwähnung her. Daher datiert man die Gründung auf 775. Die Beziehungen zur Abtei Hersfeld dürften auch Grund für die Übernahme des Stadtheiligen St. Gothardus (siehe Wappen), eines ehemaligen Abtes von Hersfeld, später Bischof von Hildesheim, gewesen sein. Eine ältere Siedlung ist jedoch anzunehmen. Im Gebiet von Gotha wurde, archäologisch nachgewiesen, bereits seit langem gesiedelt.
Mittelalter
Gotha entwickelte sich als Marktort an der Kreuzung der Via Regia bzw. Hohen Straße (West- Ost-Richtung) und einer Verbindung von Mühlhausen über Bad Langensalza zu einem alten Übergang über den Thüringer Wald in Nord-Süd-Richtung bei Oberhof. Sie lag im Schutz der Burg Grimmenstein, einer Festung der Ludowinger. Über längere Zeit war der Waidhandel Basis eines gewissen Wohlstandes. 1369 wurde unter Landgraf Balthasar von Thüringen der Leina-Kanal angelegt, eine auch heute noch betriebene Wasserversorgung über mehr als 12 km. Die starke Festung Grimmenstein wurde im Ergebnis der Grumbachschen Händel geschleift.
Im 17. Jahrhundert wurde Gotha Residenz des aufgeklärten, protestantischen Herzogtums Sachsen-Gotha (seit 1826 Sachsen-Coburg und Gotha). Die Herzöge schufen einen in Verwaltung, Wirtschaft und Finanzen vorbildlichen Staat. Ergebnisse waren auch eine erste Schulpflicht für Mädchen und Jungen, die Wirkung des Pädagogen Andreas Reyher (Gothaer Schulmethodus als erste Schulordnung) und der Beginn naturwissenschaftlicher Sammlungen. Das Hoftheater (heute Ekhof-Theater, zu Ehren seines Mitbegründers Conrad Ekhof) wurde in einen Ballsaal des Schlosses eingebaut und wirkte als erste Bühne mit fester Truppe noch lange in die Entwicklung der deutschen Theatergeschichte.
18. und 19. Jahrhundert
Die verschiedenen Interessen der Herzöge begründeten den Ruf als eine Stadt der Naturwissenschaften und Künste. So war es möglich, dass namhafte Wissenschaftler und Künstler an den Hof gezogen wurden (siehe Liste Persönlichkeiten). Unter Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg wurde die Schlossbefestigung aufgehoben. Ein Park nach englischem Vorbild entstand. Aus seiner privaten Schatulle wurde eine moderne Sternwarte finanziert, die nach testamentarischem Wunsch als sein einziges Denkmal erhalten werden sollte. 1785 wurde der geographische Verlag Justus Perthes gegründet, in dem auch der Gothaer Adelskalender (Der Gotha) erschien. Ernst-Wilhelm Arnoldi begründete durch die Gothaer Feuerversicherungsbank 1820 (heute: Gothaer Allgemeine Versicherung AG in Köln) und die Lebensversicherungsbank 1827 (heute: Gothaer Lebensversicherung AG in Göttingen) das moderne Versicherungswesen der "Versicherung auf Gegenseitigkeit", aus denen der heutige Konzern Gothaer Versicherungsbank VVaG in Köln entstand. 1847 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz (zunächst die Strecke Leipzig - Frankfurt (Main). Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha vertrat konsequent die preußische Einigungspolitik. Als Fürsprecher bzw. Protektor der Sänger, Turner, Schützen, Jäger und studentischen Burschenschaften erlangte er eine gewisse Popularität. Aus liberaler Überzeugung wurde eine fortschrittliche Verfassung zugelassen und verkündet, die "gesamtdeutsche" Kongresse wie die Gründung des Deutschen Schützenbundes 1861 oder die Vereinigung der Arbeiterparteien von Ferdinand Lassalle und August Bebel zur "Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands", der späteren SPD, ermöglichten. 1878 wurde in Gotha das erste deutsche Krematorium gebaut.
20. Jahrhundert
Begünstigt durch die guten Verkehrsbedingungen entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Standort des Maschinenbaus, der Druckindustrie und der Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe. Schon früh wurde die Fliegerei als sich rasant entwickelnder Zweig erkannt (Fliegerstadt Gotha). 1910 entstand in Gotha am Südhang des Kleinen Seebergs ein Flugplatz mit Luftschiffhallen, ein Militärflugplatz und ein Betrieb begann bereits vor dem 1. Weltkrieg mit der Herstellung von Flugzeugen. Die als GOTHAS bekannten Bombenflugzeuge führten die ersten Luftangriffe auf eine Großstadt (London) aus. Nach der Niederlage im Krieg und der Abdankung des Herzogs im Rahmen der Novemberrevolution kam es zu einer politischen Radikalisierung, die 1920 (Kapp-Putsch) und 1923 (Reichsexekution) zu bewaffneten Kämpfen führte. Mit Beginn der Wiederbewaffnung wurde die Flugzeugproduktion in der Gothaer Waggonfabrik wiederaufgenommen. Außerdem wurde ein Kampfgeschwader der Luftwaffe aufgestellt.
Bei Annäherung amerikanischer Verbände 1945 wurde durch den Stadtkommandanten Ritter v. Gadolla durch ein Kapitulationsangebot eine weitere schwere Zerstörung der Stadt und unnötige Verluste verhindert. Im Juli wurde entsprechend alliierter Vereinbarungen die amerikanische Besatzung durch sowjetische Truppen ersetzt. Gotha wurde Teil der SBZ.
Nach der Verwaltungsreform in der DDR war Gotha Kreisstadt im Bezirk Erfurt. Nach Demontage und Wiederaufbau blieb das Profil der Stadt als Industriestadt (insbesondere Fahrzeugbau, Druckereien (insbes. Kartographie), Gummiindustrie, Lebensmittel) erhalten. An die Tradition als nichtuniversitäres Bildungszentrum von überregionaler Bedeutung (gesamte DDR) konnte angeknüpft werden (Fachschulen für Finanzen, Transport- u. Betriebstechnik, Bauwesen, Ingenieurpädagogen, Kindergärtnerinnen und Krankenschwestern). Außerdem blieben die Museen (Schloss-, Regionalkunde-, Naturkundemuseum), die Landes- und Forschungsbibliothek, Archive und wichtige Sehenswürdigkeiten erhalten, obwohl auch hier teilweise "Auslagerungen" durch die Besatzungstruppen erfolgten. Mit Studenten wurde teilweise eine Bevölkerungszahl von ca. 60.000 Einwohnern erreicht.
Die Wende wurde in Gotha aktiv durch eigene "Montagsdemonstrationen" ausgehend von Friedensgebeten herbeigeführt. Höhepunkt war der Auftritt von Willy Brandt auf dem Hauptmarkt vor Tausenden Zuhörern und die friedliche Besetzung der Kreisdirektion der Staatssicherheit.
Eingemeindungen
Am 1. Juli 1994 wurden Boilstädt und Uelleben eingemeindet.
Einwohnerentwicklung
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):
: Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik
1 29. Oktober
2 31. August
Politik
Stadtrat
Stadtratsvorsitzender ist Johannes Kaschub (CDU), stellv. Stadtratsvorsitzender ist Bernd Fundheller (Die Linke.PDS).
- CDU Fraktion (30,9 % - 12 Sitze)
Karl-Michael Danzer (Fraktionsvorsitzender), Werner Kukulenz (Stellv. Fraktionsvorsitzender), Helga Kukulenz, Olaf Schneider-Rehberg, Martin Heinze, Peter Honnef, Thomas Fröhlich, Sylvia Schäfer, Caroline Lösche, Uwe Schleip, Johannes Kaschub, Sascha John
- Die Linke.PDS Fraktion (24,7 % - 10 Sitze)
Manfred Junge (Fraktionsvorsitzender), Nadja Jereschinski (Stellv. Fraktionsvorsitzende), Heide Linstädter, Vera Fitzke, Doris Wiegand, Carola Liebetrau, Bernd Fundheller, Gerd Stein, Hans-Joachim Jahnke, Adrian Pietsch
- SPD Fraktion (17,3 % - 6 Sitze)
Matthias Hey (Fraktionsvorsitzender), Kathrin Dziallas (Stellv. Fraktionsvorsitzende), Heinz Kupfer, Wolfram Fuchs, Wolfgang Metze, Klaus Rossmeier
- FWG Fraktion (13 % - 5 Sitze)
Dietrich Wohlfarth (Fraktionsvorsitzender), Johannes Brankatschk (Stellv. Fraktionsvorsitzender), Uta Dehmel, Dr. Jochen Dehmel, Eckardt Hoffmann
- BI Fraktion (5,1 % - 2 Sitze)
Christiane Sust, Lutz Kleinsteuber
- Parteiloser
Helmut Rieth (ehemals SPD)
Bürgermeister
Jetziger Oberbürgermeister ist Volker Doenitz (SPD).
Wappen
Der Hauptschild des Wappens besteht aus zwei Feldern, das obere Feld in Gold, das untere Feld ist vierfach von Schwarz und Rot geteilt.
Auf der Herzstelle des Hauptschildes befindet sich der Heilige Gotthard im Bischofsornat, auf der mit Löwenköpfen und -beinen verzierten goldenen Kathedra sitzend. Der Thronsessel ruht auf einem Podest in Weiß.
Über der purpurnen Kasel trägt er das weiße Pallium mit dem über die Brust herabhängenden Streifen, auf dem vier schwarze Kreuze eingewebt sind.
Die auf dem vom Heiligenschein umgebenen Haupte des Bischofs aufgesetzte Mitra ist mit liturgischen Attributen versehen; in der rechten Hand hält er den Krummstab, in der Linken einen Kodex, die Bibel.
Im Oberfeld des Hauptschildes sind dargestellt: Eine über der Gestalt des Heiligen schwebende fünftürmige rote Mauerkrone und der Duktus des Schutzpatrons; in drei Zeilen stehen rechts die Buchstaben S. GOTE, links die Buchstaben HARDVS (S. Gotehardus).
(Auszug aus der Hauptsatzung der Stadt Gotha, §3 Wappen, Flaggen, Dienstsiegel)
Städtepartnerschaften
Kielce (Polen) seit 1997;
Slowo Ludu (Tageszeitung);
Urzad Wojewodzki w Kielcach
Gastonia, NC (USA) seit 1993;
The Gaston Gazette (Tageszeitung)
Martin (Slowakische Republik) seit 1997
Romilly-sur-Seine (Frankreich) seit 1960
Salzgitter, seit 1988
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Unterhaltung
- Hochseilgruppe Geschwister Weisheit
Musik
- Gothaer Kinderchor
- Thüringen Philharmonie Gotha-Suhl
- Fanfaren- und Showorchester Gotha
- Gothaer Live-Bands
Bauwerke
Gothaer Live-Bands
Wahrzeichen von Gotha ist das Schloss Friedenstein mit Schlosspark und begehbarer Kasematte. Im Westflügel des Schlosses befindet sich das Ekhoftheater als ältestes vollständig erhaltenes Schlosstheater der Welt mit originaler barocker Bühnenmaschinerie. Im Schlosspark befindet sich das Naturkundemuseum u. a. mit einer Ausstellung zu Ursauriern.
Direkt vom Schloss aus gelangt man entlang der Wasserkunst in die historische Altstadt und zum Rathaus. Ausgehend vom Hauptmarkt erblickt man schon die Stadtkirche St. Margarethen auf dem Gothaer Neumarkt.
Weitere Sehenswürdigkeiten Gothas sind die Orangerie am Rande des Schlossparkes und die Thüringerwaldbahn, mit der man auch zur Pferderennbahn Boxberg in nur einer viertel Stunde gelangt.
Gotha besitzt außerdem das älteste Krematorium Europas und das Maria-Magdalenenhospital.
Die ehemalige Gaststätte Tivoli Gotha ist das Gründungshaus der SPD (mit Ausstellung). In Gotha ist des weiteren die Gründungsstätte des Deutschen Schützenbundes mit dem denkmalgeschützten Schützenhof erhalten.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Gotha verfügt über Eisenbahnanschluss durch die Deutsche Bahn (Haltepunkt der IC-Linie Düsseldorf - Hamm - Kassel - Halle (Saale) - Berlin. Folgende Eisenbahnlinien des Landes Thüringen verkehren auch in Gotha.
- RE 1: Göttingen - Leinefelde - Mühlhausen (Thüringen) - Gotha - Erfurt - Gößnitz - Zwickau / Chemnitz
- RB 20: (stündlich) Eisenach - Gotha - Erfurt - Naumburg (Saale) - Weißenfels - Halle (Saale)
- RB 49: Gotha - Ohrdruf - Crawinkel - Gräfenroda (Ohratalbahn)
- EIB: Gotha - Bad Langensalza/Kassel-Wilhelmshöhe
Die Stadt und ihr engeres Umland verfügen über ein Straßenbahnsystem, zu dem auch die Thüringerwaldbahn gehört.
- Autobahn A4 (Anschlüsse Gotha- West (41a), Gotha (42))
- Bundesstraße B7, B247
Sonderlandeplatz Gotha-Ost (Flugsportverein Gotha e. V.);
der nächste Flughafen ist der Flughafen Erfurt ca. 35 km entfernt
Ansässige Unternehmen
- Maschinenindustrie
- Fahrzeugbau-Zulieferer
- "Schmitz-Gotha Fahrzeugwerke GmbH", (ehemals Gothaer Waggonfabrik)
- Druckerei (Karten, Folien)
- "LOMO Lorenz Mohr GmbH & Co. KG", Mineralölhandel, Tankkreditkarten, Autogas
- ZF Gotha GmbH
- ZF Achsgetriebe GmbH
- Gothaer Werkzeugbau
- Brauerei Gotha GmbH
- Thüringer Weinkellereien GmbH Gotha
- Thüringer Wurst und Schinken GmbH
- Gothaplast, Verbandpflasterfabrik GmbH
- Gothaer Kerzenfabrik GmbH
- Spanplattenwerk Gotha GmbH
Öffentliche Einrichtungen
Körperschaften des Öffentlichen Rechts
- Verband für Landentwicklung und Flurneuordnung (VLF) Thüringen
Bildung
Durch Herzog Ernst dem Frommen wurde im 17. Jahrhundert die Schulpflicht für Fünf- bis Zwölfjährige eingeführt und das Gothaer Gymnasium gegründet. Heute besitzt Gotha 7 Grundschulen, 4 Regelschulen, 1 Gesamtschule, 4 Gymnasien, eine Fachschule und eine Fachhochschule, außerdem Förderschulen, die Volkshochschule und Musikschulen.
Persönlichkeiten
- Ernst I., der Fromme
- Ernst II. von Sachsen Gotha und Altenburg
- Ernst II. (Sachsen-Coburg und Gotha)
- Lucas Cranach d. Ä.
- Conrad Ekhof Schauspieler
- Justus Perthes Verleger
- Adolf Stieler Kartograf
- Joseph Meyer (1796-1856) Gründer des Bibliographischen Instituts, Herausgeber von 'Meyers Konversationslexikon'
- Karl Friedrich Heinrich Credner (1809-1876) erste geologische Landkarten
- Hermann Credner (1841-1913) Geowissenschaftler
- Ernst-Wilhelm Arnoldi (1778-1841) Kaufmann und Gründer des deutschen Versicherungwesens
- Friedrich Myconius Kirchenreformator
- Andreas Reyher Pädagoge
- Gottfried Heinrich Stölzel Komponist
- Louis Spohr Komponist
- Karl Ernst Adolf von Hoff Geologe und Forschungsreisender
- Ernst Friedrich von Schlotheim Geologe
- Johann Gottfried Geissler Begründer der modernen Paläontologie
- August Friedrich Thienemann Biologe und Limnologe, geboren in Gotha
- Johann Georg August Galletti Historiker und Vater der "Kathederblüte"
- Joachim Marquardt Historiker und Nachfolger Gallettis bezüglich "Kathederblüten"
- Gustav Freytag Historiker und Schriftsteller
- Franz Xaver von Zach Astronom
- Johann Franz Encke Astronom
- Peter Andreas Hansen Astronom
- Kurd Laßwitz Schriftsteller
- Hans Dominik deutscher Schriftsteller (tech. Zukunftsliteratur), Journalist und Ingenieur → besuchte hier das Gymnasium
- Adam Weishaupt Gründer der Illuminaten
- Hannah Höch Künstlerin
- Wilhelm_von_Grumbach 1567 auf dem Marktplatz von Gotha gevierteilt
- Fritz Koch-Gotha Zeichner, Karikaturist, Illustrator und Schriftsteller
- Sylvia Leifheit Schauspielerin
- Eduard von Regel Gärtner und Botaniker
Literatur
- Heiko Stasjulevics, Gotha, die Fliegerstadt 2001. ISBN 3-934748-69-4
- Manfred Strumpf Gothas astronomische Epoche, Horb am Neckar 1998 ISBN 3-89570-381-8
- Gothaischer Genealogischer Hofkalender, Verlag Justus Perthes, Gotha 1913
Siehe auch
"Gotha" wurde auch der nach seinem Erscheinungsort genannte "Gothaische Genealogische Hofkalender" von Justus Perthes bzw. das "Gothaische Genealogische Taschenbuch" bezeichnet; nach dem 2. Weltkrieg ist "Gotha" noch immer der Arbeitsbegriff für das "Genealogische Handbuch des Adels (GHdA) des C. A. Starke Verlags in Limburg (Lahn).
Weblinks
- [http://www.gotha.de/ Informationsangebot der Stadt]
Kategorie:Ort in Thüringen
Kategorie:Ehemalige deutsche Landeshauptstadt
Ernst II. (Sachsen-Gotha-Altenburg)
Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg ( - 30. Januar 1745; † 20. April 1804) war von 1772 bis zu seinem Tode Landesfürst des deutschen Territoriums Sachsen-Gotha-Altenburg.
Ernst war der zweite Sohn des Herzogs Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1699-1722) und der Herzogin Luise Dorothea (1710-1791) aus dem Hause Sachsen-Meiningen. Von den vier Kindern überlebten nur zwei. Nach dem Tode des Erbprinzen Friedrich kümmerte sich die Herzogin sehr intensiv um die Ausbildung der Prinzen Ernst und August (1747-1806). Sie wurden von ausgewählten Hauslehrern in literarischen, wissenschaftlichen und kameralischen Bereichen unterrichtet.
1768-1769 unternahmen beide Prinzen eine Bildungsreise, die sie auch nach den Niederlanden, England und Frankreich führte. Ernst lernte dabei wichtige Persönlichkeiten der Politik, der Wissenschaften und Kunst kennen.
Im März 1769 vermählte sich Ernst mit Charlotte Amalie von Sachsen-Meiningen (1751-1827). Aus dieser Ehe gingen vier Söhne hervor, von den zwei, August (1772-1822) und Friedrich (1774-1825), das Erwachsenenalter erreichten.
Ernst war als liberaler und aufgeklärter Herrscher vielseitig künstlerisch und wissenschaftlich interessiert und entwickelte ein zielstrebiges Regime. Er förderte das Bildungswesen, die Wirtschaft, das Theater, die Kunstsammlungen, die Bibliothek sowie die Naturwissenschaften in seinem Land, das damit die Spitzenstellung der sächsischen Herzogtümer in Thüringen erreichte. Privat interessierte er sich besonders für Astronomie und Physik. Er berief auf all diesen Gebieten kompetente Fachleute.
Für seine speziellen Interessen gewann er den bedeutenden Astronomen Franz Xaver von Zach für Gotha. Mit ihm errichtete er die Sternwarte Gotha, die sich zu einem europäischen Zentrum der Astronomie entwickelte. Nach seinem Testament sollte dieses Institut das einzige sichtbare Zeichen seiner Existenz darstellen.
Es gelang ihm so, Gotha zu einer trotz der geringen Größe weit beachteten Stadt zu machen, die von vielen bedeutenden Vertretern der damaligen Zeit (u.a. von Goethe mehrfach besucht wurde.
Als Freimaurer ließ er sich in ein weißes Tuch gehüllt auf der Parkinsel ohne Grabmahl bestatten.
Kategorie:Mann
Kategorie:Deutscher
Kategorie:Herzog (Sachsen)
Kategorie:Freimaurer
1772
- Erste polnische Teilung (Zweite polnische Teilung 1793, Dritte polnische Teilung 1795)
- James Cook entdeckt die Kerguelen-Inseln
- Johann Heinrich Lambert entwickelt die Lambertsche Farbenpyramide
- Wissenschaftler stellen in einem nach heutigen Maßstäben absurden Experiment fest, dass auch Eunuchen Stromschläge spüren
Kultur
- 29. Januar: Uraufführung der Oper La Fiera di Venezia von Antonio Salieri am Burgtheater in Wien
- 17. August: Uraufführung der komischen Oper Der Krieg von Johann Adam Hiller in Berlin
- 5. November: Uraufführung der Oper Themistokles von Johann Christian Bach in Mannheim
- 4. Januar: Anton Friedrich Justus Thibaut, deutscher Rechtswissenschaftler († 1840)
- 6. Februar: Gerhard von Kügelgen, Maler († 1820)
- 6. Februar: Karl von Kügelgen, Landschafts- und Historienmaler († 1832)
- 16. Februar: Friedrich Gilly, deutscher Architekt und Baumeister († 1800)
- 10. März: Friedrich von Schlegel, deutscher Kulturphilosoph († 1829)
- 7. April: Charles Fourier, französischer Gesellschaftstheoretiker († 1837)
- 18. April: David Ricardo, britischer Nationalökonom († 1823)
- 21. April: Friedrich Christoph Perthes, deutscher Buchhändler und Verleger († 1843)
- 1. Mai: Karl Friedrich von Gärtner, deutscher Botaniker und Arzt († 1850)
- 2. Mai: Novalis, Dichter der Frühromantik († 1801)
- 4. Mai: Friedrich Arnold Brockhaus, deutscher Verleger († 1823)
- 20. Mai: William Congreve, britischer Artillerist, Ingenieur und Raketentechniker († 1828)
- 17. Juni: Martin Schrettinger, deutscher Priester und Bibliothekar († 1851)
- 11. Juli: Pietro Carlo Guglielmi, italienischer Komponist († 1817)
- 2. August: Louis Antoine Henri de Condé, Herzog von Enghien, französischer Herzog († 1804)
- 8. August: Wilhelm August Lampadius, deutscher Chemiker
- 11. August: Eduard Joseph d'Alton
- 15. August: Johann Nepomuk Mälzel, Erfinder und Hochstapler († 1838)
- 24. August: Wilhelm I. (Niederlande), wurde 1815 erster König der Niederlande († 1842)
- 27. August: Novalis, deutscher Dichter der Frühromantik († 1801)
- 6. September: Carl Gottlieb Bellmann, deutscher Musiker († 1862)
- 14. September: Josef Alois Gleich, Österreichischer Beamter und Theaterdichter († 1841)
- 15. September: Friedrich Konrad Hornemann, Forschungsrei | | |