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Stockholm
Stockholm ist die Hauptstadt Schwedens und mit ihren 767.000 Einwohnern (Stand 2005) zugleich größte Stadt Skandinaviens. Sie liegt an der Ostsee und wird zu den schönsten Städten der Welt gezählt. Bekannt ist sie für ihre hohe Lebensqualität.
Stockholm ist Residenz des Königspaares, Sitz des schwedischen Parlamentes und der schwedischen Regierung, Sitz einer Universität und mehrerer Hochschulen. In Stockholm befindet sich der Sitz der katholischen Kirche Schwedens[http://www.sanktaeugenia.se].
Geografie
katholischen Kirche
katholischen Kirche
Das Landschaftsbild Stockholms hat sich in der Geschichte der Stadt aufgrund der skandinavischen Landhebung stark verändert. Teile, die heute zum Festland gehören, waren vor einigen hundert Jahren noch Inseln.
Ein Meerbusen der Ostsee umschließt mit zahlreichen Buchten, Landzungen, etwa 24.000 Schären (kleinen Inseln) und Seen wie ein Labyrinth die Stadt. Dieses Gebiet wird Schärengarten genannt.
Stockholm liegt am Ausfluss des Mälarsees in die Ostsee. Der Mälarsee erstreckt sich 120 km nach Westen ins Landesinnere. Slussen[http://www.stockholm.se/templates/template_121.asp_Q_mainframe_E_template_117.asp_Q_number_E_53211_A_category_E_12677], eine Schleuse mitten in Stockholm, trennt das Süßwasser des westlich liegenden Mälarsees vom Salzwasser der östlich liegenden Ostsee.
Etwa 30 % der Stadtfläche ist mit Wasser bedeckt. Die hohe Wasserqualität erlaubt es, mitten in der Innenstadt Lachse zu angeln. Die Stadt erstreckt sich heute über 14 Inseln, die durch 53 Brücken verbunden sind. Ein großer Teil der Stadt besteht aus Waldregionen.
In nord-südliche Richtung zieht sich eine eiszeitliche Kiesmoräne, die vom Ausfluss durchbrochen worden war. Die Inseln im Strom sind Reste dieses Rückens.
Wegen der Lage im Norden Europas sind die Winter dunkel. Im Sommer hingegen bleibt es auch nachts angenehm hell.
Politik
Stockholm ist bevölkerungsmäßig die größte der 290 schwedischen Kommunen und liegt in der Verwaltungsprovinz Stockholms län. Die kommunale Tätigkeit der Stadt Stockholm ist politisch wie folgt organisiert:
Stadtparlament
Das höchste beschlussfassende politische Organ ist das alle vier Jahre gewählte Stadtparlament (schwed. kommunfullmäktige), das aus 101 Abgeordneten besteht. In der Wahl von 2002 wurden folgende Parteien in das Stadtparlament gewählt: die konservative Moderate Sammlungspartei (27 Mandate), die Liberale Volkspartei (17 Mandate), die Christdemokraten (5 Mandate), die Grünen (6 Mandate), die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Schwedens (35 Mandate) und die Linkspartei (11 Mandate).
Stadtregierung
Linkspartei
Die Stadtregierung (schwed. kommunstyrelse), die aus 13 Mitgliedern besteht (5 Sozialdemokraten, 3 Moderaten, 2 Liberalen, 1 Christdemokraten, 1 Grünen, 1 Vertreter der Linkspartei), wird nach dem Verhältniswahlprinzip gewählt, d.h. dass die im Stadtparlament vertreten Parteien auch in der Stadtregierung repräsentiert sind.
Die Beschlüsse der Stadtregierung werden vorbereitet und durchgeführt von der Stadtratskommission (schwed. borgarrådsberedningen), die aus 12 Stadträten (schwed. borgarråd) besteht, die alle vier Jahre vom Stadtparlament gewählt werden. Dabei unterscheidet man zwischen regierenden Stadträten (schwed. styrande borgarråd) und oppositionellen Stadträten (schwed. oppositionsborgarråd). Die jetzige Stadtratskommission besteht aus 8 regierenden Stadträten (6 Sozialdemokraten, 1 Vertreter der Linkspartei und 1 Grünen), die gleichzeitig Leiter von Abteilungen (schwed. rotel) sind, und 4 oppositionellen Stadträten ohne Portefeuille (3 Moderate und 1 Liberaler). Der Finanzstadtrat ist i. d. R. gleichzeitig Vorsitzender der Stadtratskommission und der Stadtregierung (d. h. Bürgermeister). Dies ist zur Zeit die Sozialdemokratin Annika Billström.
Bezirksausschüsse
Ein großer Teil der Verantwortung für die Wahrnehmung der kommunalen Aufgaben liegt bei den 18 Bezirksausschüssen (schwed. stadsdelsnämnd), die in den 18 Stadtbezirken (schwed. stadsdelsområde) tätig sind. Die Bezirksausschüsse, die je nach Größe des Stadtbezirkes aus 11 oder 13 Mitgliedern bestehen, werden vom Stadtparlament ernannt und sind dem Stadtparlament direkt unterstellt. Es gibt 18 Stadtbezirke.
Siehe auch: Liste der Stadtbezirke in Stockholm
Fachausschüsse
Gewisse übergreifende Tätigkeitsbereiche werden von zentralen Fachausschüssen (schwed. facknämnd) abgedeckt, wie z.B. dem Bildungsausschuss, dem Sportausschuss oder dem Wahlausschuss.
Städtische Unternehmen
Ein Teil der kommunalen Dienstleistungen wurde in Aktiengesellschaften ausgelagert, in denen die Stadt die Aktienmehrheit besitzt. So werden etwa die Gemeindewohnungen, die Wasserversorgung, das Stockholmer Stadttheater u. a. von Aktiengesellschaften verwaltet, die unter einer Konzernleitung, der Stockholms Stadshus AB, zusammengefasst sind.
Geschichte
Die Entstehung der Stadt
Liste der Stadtbezirke in Stockholm]
Es gibt keine historischen Belege für eine Existenz Stockholms vor der Mitte des 13. Jahrhunderts. Eventuell gab es jedoch ältere Verteidigungsanlagen zur Sicherung der Einfahrt in den Mälarsee. Eine Besiedlung kann jedoch nicht nachgewiesen werden. Stockholm (Stock=Stock, Baumstamm; holm=kleine Insel) wurde zum ersten Mal 1252 als Ausstellungsort in zwei Urkunden des Jarls Birger Magnusson erwähnt, der manchmal als Gründer der Stadt erwähnt wird. Aber auch dafür fehlen historische Belege. Doch entwickelte sich Stockholm unter der Regierung Birger Magnussons und des Königs Magnus Ladulås in den folgenden Jahrzehnten zu einer wichtigen Handelsstadt, was vor allem durch Verträge mit der Hansestadt Lübeck gefördert wurde. Um 1270 wurde Stockholm in Dokumenten als Stadt bezeichnet und 1289 wurde die Stadt als die bevölkerungsreichste Stadt Schwedens beschrieben. Die ersten gesicherten Annahmen zur Größe der Stadt beziehen sich auf die Mitte des 15. Jahrhunderts, als Stockholm etwa 1.000 Haushalte, also ungefähr 5.000 bis 6.000 Einwohner hatte. Aus demselben Jahrhundert (1436) stammt auch der erste Privilegienbrief.
Der hauptsächliche Grund für die rasche Entwicklung der Stadt war ihre strategische Lage. Stockholm beherrschte die Zufahrt zum Mälarsee, der seinerseits eine aufgrund der Landwirtschaft und Eisenherstellung wirtschaftlich wichtige Region erschloss. Die Ausdehnung der Stadt war zu dieser Zeit auf die Insel Stadsholmen (heute Gamla stan) beschränkt. Die Insel selbst war um ein Drittel kleiner als heute, und die Ströme wesentlicher weiter.
Die Kalmarer Union
Die strategische und wirtschaftliche Bedeutung der Stadt machte Stockholm zu einem wichtigen Machtfaktor in den Auseinandersetzungen zwischen den dänischen Königen der Kalmarer Union und der nationalen Unabhängigkeitsbewegung im 15. Jahrhundert. So erfocht am 14. Oktober 1471 Schweden unter Sten Sture in der Nähe der Stadt am Brunkeberg (heute ein Teil des Stadtbezirkes Norrmalm) mit Unterstützung der Stockholmer Bürgerschaft einen glänzenden Sieg über den dänischen König Christian I. Dessen Enkel Christian II. belagerte die Stadt 1518 vergebens, nahm sie aber 1520 nach einer neuen Belagerung durch Verrat ein. Am 8. November 1520 kam es in Stockholm im Rahmen der Krönungsfeierlichkeiten zu einer Massenhinrichtung von Oppositionellen, dem Stockholmer Blutbad. Dieses Massaker leitete jenen Aufstand ein, der schließlich zum endgültigen Zusammenbruch der Kalmarer Union führte.
Kalmarer Union
Kalmarer Union]
Die Vasa-Zeit
Mit dem Einzug Gustav Vasas 1523 und dem Aufbau einer starken Königsmacht entwickelte sich Stockholm auch zu einer wichtigen Residenzstadt. Neben dem Bürgertum begann nun auch der königliche Hof, das Stadtbild zu prägen. Die Stadtinsel bot nicht mehr genug Platz, und 1529 wurden Södermalm und Norrmalm unter die Herrschaft der Stadt gestellt. Die Stadt wuchs und erreichte um 1600 eine Einwohnerzahl von 10.000 Einwohnern.
Das 17. Jahrhundert
Das 17. Jahrhundert sieht den Aufstieg Schwedens zur Großmacht. Dies spiegelte sich auch in der Entwicklung der Stadt wieder. Von 1610 bis 1680 versechsfachte sich die Einwohnerzahl. Ladugårdslandet, das heutige Östermalm, und die Insel Kungsholmen wurden eingemeindet. 1634 wurde Stockholm offiziell zur Hauptstadt des schwedischen Reiches. Nach dem politischen Aufstieg folgte diesem Ereignis bald auch der wirtschaftliche Aufstieg der Stadt. Die Stadt erhielt das Stapelrecht und damit das Monopol für den Handel zwischen dem Ausland und Svealand, Norrland und Österbotten (heutiges Finnland).
In dieser Zeit entstanden auch einige der großartigen Bauten und Paläste, die die Macht des Landes und seines Adels symbolisieren sollten, wie z.B. Riddarhuset, Oxenstiernska palatset und Tessinska palatset und die alte Reichsbank. Auf den eingemeindeten Inseln und in Östermalm entstanden Stadtviertel in einem rechtwinkligen Straßennetz.
Das 18. Jahrhundert
In den Jahren 1713–1714 wurde Stockholm von der Pest heimgesucht. Nach dem Ende des Großen Nordischen Krieges und den damit verbundenen Gebietsverlusten im Jahre 1721 stagnierte die Stadt. Die Bevölkerung wuchs kaum mehr und die wirtschaftliche Erholung ging nur sehr langsam vor sich. Doch behielt Stockholm seine Rolle als politisches Zentrum des Landes und unter Gustav III. entwickelte es sich auch zum kulturellen Zentrum. Das Stockholmer Schloss und die Königliche Oper sind architektonischer Ausdruck dieser Epoche.
Das 19. Jahrhundert
kulturellen]
Mit Beginn des 19. Jahrhunderts nahm die wirtschaftliche Bedeutung Stockholms weiterhin ab. Norrköping wurde zur größten Manufakturstadt und Göteborg entwickelte sich aufgrund seiner günstigen Lage an der Nordsee zum wichtigsten Exporthafen Schwedens. Erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts übernahm Stockholm wieder eine führende Rolle in der Wirtschaft des Landes. Einerseits wurde eine Reihe wichtiger Industriebetriebe gegründet, andererseits entwickelte sich Stockholm zu einem wichtigen Handels- und Dienstleistungszentrum sowie zu einem Verkehrsknotenpunkt.
Auch die Bevölkerung wuchs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Zuwanderung stark an. Gegen Ende des Jahrhunderts waren nicht einmal 40% der Einwohner in Stockholm geboren. Die Besiedlung griff über die Stadtgrenzen hinaus und es entstanden eine Reihe von Elendsvierteln, aber auch von Villenvierteln im Grünen und an der Küste.
Stockholm baute auch seine Position als Kulturzentrum weiter aus. Man bemühte sich auch darum, höhere Bildungseinrichtungen nach Stockholm zu bekommen. Im 19. Jahrhundert bekam Stockholm mehrere wissenschaftliche Institute, wie z.B das Karolinische Institut (Karolinska Institutet) und das Technologische Institut, das 1877 eine Technische Hochschule wurde. 1878 wurden auch die ersten Lehrveranstaltungen an der neugegründeten Stockholmer Hochschule abgehalten, aber es sollte beinahe 100 Jahre dauern, bis sie zur Universität erhoben wurde.
Das 20. Jahrhundert
Nach 1910 kam es zur Eingemeindung großer Gebiete, die verkehrstechnisch durch Straßenbahnlinien an die Stadt angeschlossen werden. Im Anschluss daran entstanden Vororte, Gartenstädte und Gebiete mit Freizeithäuschen.
Wirtschaftlich kam es zu einer Umstrukturierung. Arbeitsintensive Unternehmen in Niedriglohnbranchen gingen ein, während kapitalintensive Unternehmen und Unternehmen im Hochtechnologiebereich wuchsen. Ein Beispiel dafür ist der Stadtbezirk Kista, der sich in den 1990er Jahren zum IT-Zentrum Schwedens entwickelt hat. Ab den 1950er Jahren nahm die Beschäftigungsquote der Industrie ab und liegt heute bei ungefähr 10 %. Dagegen wuchs der Dienstleistungsbereich weiter an.
1950 wurde die erste U-Bahnlinie in Stockholm eröffnet. Längs der U-Bahn-Linien und an deren Endpunkten entstanden in den Fünfzigern sogenannte ABC-Vororte, wie Vällingby und Farsta, und seit der Mitte der 1960er bis zur Mitte der 1970er Jahren die im Rahmen des Millionenprogrammes gebauten Großsiedlungen wie Rinkeby, Tensta, Sollentuna u. a. Trotz einem relativ hohen Anteil eingewanderter Mitbürger in diesen Stadtteilen (über 40% der Einwohner in Tensta, Rinkeby oder Sollentuna kommen aus dem außereuropäischen Ausland) kann man nicht von einer Ghettoisierung sprechen, auch wenn die durchaus vorhandenen Segregationstendenzen seit Ende der 1990er Jahren deutlicher merkbar sind.
Sollentuna
Von 1909 an hatten die Sozialdemokraten zusammen mit den Liberalen die Mehrheit im Stockholmer Gemeinderat. In den ersten Kommunalwahlen nach dem allgemeinen Wahlrecht 1919 erreichte die politische Linke eine Mehrheit im Gemeinderat, die sie bis in die 1950er Jahre behielt. Anfang der 1920er Jahre erhielt Stockholm eine neue politische Organisation, die in ihren Grundzügen auch heute noch gilt. 1923 übersiedelte die Stockholmer „Regierung“ in das neugebaute Rathaus (Stockholms stadshus). 1967 wurde Stockholm in die Verwaltungsprovinz Stockholms län eingegliedert.
Im Jahr 1986 wurde Premierminister Olof Palme auf offener Straße erschossen, der Mörder wurde nie gefunden. Im September 2003 wurde Außenministerin Anna Lindh in einem Kaufhaus von einem Messerattentäter tödlich verletzt.
Die Europäische Union machte Stockholm im Jahr 1998 zur Kulturhauptstadt Europas.
Einwohnerentwicklung
Stockholm hatte am 1. Januar 2004 etwas mehr als 761.000 Einwohner. Davon waren 70.584 Ausländer (das entspricht etwa 9 %). Die Stadt verzeichnete in den letzten zehn Jahren ein Bevölkerungswachstum von über 10 %.
Ungefähr 80% der Bevölkerung sind Mitglieder der evangelischen Kirche, die bis vor wenigen Jahren Staatskirche war. Schweden ist ein hochgradig säkularisiertes Land.
Das Ausbildungsniveau der Bevölkerung liegt deutlich über dem Reichsschnitt: Nur 13 % der Bevölkerung zwischen 20 und 64 Jahren haben keinen Gymnasialabschluss (Reichsschnitt 19 %), aber 48 % der Bevölkerung haben eine postgymnasiale Ausbildung (reichsschnitt: 32 %).
Die offene Arbeitslosigkeit in Stockholm betrug Ende 2003 etwa 3,8 %, was deutlich unter dem Reichsschnitt von über 5 % war.
Nachfolgend sind die Einwohnerzahlen der Gemeinde Stockholm nach dem jeweiligen Gebietsstand aufgeführt.
säkularisiertes
Kultur
Theater
In Stockholm gibt es eine Reihe von Theatern, darunter die Königliche Oper, das Königliche Dramatische Theater (Dramaten) und das Stockholmer Stadttheater (Stadsteatern) sowie Privattheater wie die Volksoper (Folkoperan), das Moderne Tanztheater (Moderna dansteatern), das China-, Göta Lejon-, Mosebacke-, Oscar-Theater und viele andere Bühnen.
Museen
säkularisiertes
Unter den zahlreichen Museen in Stockholm gibt es nationale Museen wie das Architekturmuseum[http://www.arkitekturmuseet.se/english/index.xml], das Biologische Museum[http://www.biologiskamuseet.com/], das Ethnografische Museum[http://www.etnografiska.se/smvk/jsp/polopoly.jsp?d=122], das Historische Museum[http://www.historiska.se/info/english.html], das Marinhistorische Museum (Sjöhistoriska museet)[http://www.sjohistoriska.se/Sjohistoriska%20museet/Sjohistoriska.aspx?path=%2fhome%2fsjohistoriska+museet%2fom&layout=], das Museum für Moderne Kunst (Moderna museet)[http://www.modernamuseet.se/v4/templates/template6.asp?lang=Eng&id=1745], das Nationalmuseum[http://www.nationalmuseum.se/Default____2705.aspx], das Naturhistorische Reichsmuseum[http://www.nrm.se/inenglish.4.11e7cc61015dbd72f9800087.html], das Technische Museum[http://www.tekniskamuseet.se/templates/StartPage.aspx?id=13327], das Vasamuseum[http://www.vasamuseet.se/Vasamuseet/Vasamuseet.aspx?path=%2fhome%2fvasamuseet%2fom&layout=] u. a. Die Geschichte und Gegenwart Stockholms wird im Mittelaltermuseum (Medeltidsmuseet)[http://www.medeltidsmuseet.stockholm.se], im Stockholmer Stadtmuseum[http://www.stadsmuseum.stockholm.se] und im Stockholmer Länsmuseum[http://www.lansmuseum.a.se/start/homepage.html] pädagogisch aufbereitet. Im Stockholmer Schloss[http://www.destination-stockholm.se/framesmaster.htm?http://www.destination-stockholm.se/sights/palace.htm] befinden sich mehrere Museen zur Geschichte der Könige.
Sport
Von den sportlichen Einrichtungen ragen das Stockholmer Olympiastadion und die Globen Arena heraus. Beide werden auch für Konzertveranstaltungen genutzt.
Aus Stockholm stammt der Fußballverein Hammarby IF der seit 1998 durchgehend in der höchsten schwedischen Spielklasse spielt. Ein Meistertitel im Jahr 2001 und ein Vizemeistertitel zwei Jahre später sind die größten Erfolge des Klubs. Klubfarben sind Grün-weiß. Die Heimstätte des Vereins ist das Söderstadion mit 16.185 Plätzen.
Sehenswürdigkeiten
Hammarby IF
Das Stockholmer Stadtbild und seine Architektur ist geprägt von der besonderen Lage der Stadt an den Ufern des von Westen nach Osten verlaufenden Ausflusses des Mälarsees, dem in nord-südlicher Richtung verlaufenden Höhenrücken der Gletschermoräne und der zentralen Stadtinsel mitten im Strom.
Im Stadtgebiet gibt es zahlreiche kleine Parks.
Nachfolgend werden einige Inseln der Stadt genauer beleuchtet. Hierbei bleibt die politische Gliederung der Stadt in Stadtbezirke unberücksichtigt.
Stadsholmen/Gamla Stan
Die Altstadt auf der Stadtinsel (Stadsholmen) weist noch immer das mittelalterliche Straßennetz mit den von Nord nach Süd über die Insel verlaufenden Straßen (Öster- und Västerlånggatan) und schmalen, zum Wasser abfallenden Gässchen auf. Mittendrin befindet sich die deutsche Kirche (Tyska kyrkan). Einen anderen Eindruck machen im Norden der Insel die Paläste der Großmachtszeit wie das Ritterhaus und das bondesche Palais im Norden zum Wasser hin gelegen, das oxenstiernasche Palais und das tessinsche Palais in der Nähe der Storkyrkan, dem Stockholmer Dom, und natürlich das Königliche Schloss, dessen mittlere Achse auf die Norrbro (Nordbrücke) weist, die die Altstadt über die Insel Helgeandsholmen mit Norrmalm, dem nördlichen Ufer, verbindet. Ein Großteil der Altstadt ist autofrei.
Helgeandsholmen und Riddarholmen
Die Insel Helgeandsholmen beherbergt nur zwei Gebäude, das Mittelaltermuseum und den schwedischen Reichstag. Die Insel Riddarholmen im Osten der Stadtinsel ist heute Justizzentrum des Landes. Im wrangelschen Palais und den anderen Gebäuden befinden sich verschiedene Gerichte. Daneben befindet sich auch die Riddarholmskirche, Grabkirche vieler schwedischer Könige.
Norrmalm
Riddarholmskirche
Vom Königlichen Schloss aus blickt man über Helgeandsholmen hinweg auf Norrmalm und sieht Rosenbad, den Regierungssitz der schwedischen Regierung, das sagersche Palais, die Dienstwohnung des Premierministers, das Palais des Erbfürsten (Arvfurstens palats), heute Außenministerium, und die Oper mit dem berühmten Restaurant Operakällaren.
Doch dahinter beginnt die Innenstadt, das moderne Stockholm, das in den 1950er bis 1970er Jahren entstand, nachdem man über 400 Gebäude des Viertels Klara abgerissen hatte und durch ein nach damaligem Geschmack modernes Zentrum ersetzte. Achtzehnstöckige Gebäude wurden errichtet. In der Mitte wurde der Sergels Torg (Sergelsplatz) als Symbol des modernen Wohlfahrtsstaates auf zwei Ebenen errichtet. Manchen mag er heute als Schandfleck erscheinen, andere sehen in ihm den Versuch gesellschaftlichen Visionen architektonischen Ausdruck zu verleihen. An seiner Seite befindet sich das Stockholmer Kulturhaus mit dem Stadttheater. Die Drottninggatan ist eine moderne Einkaufsstraße mit modernen Kaufhäusern.
Der Kungsträdgården ist Treffpunkt für junge Leute. Hier finden im Sommer häufig Konzerte statt, im Winter kann man mitten in der Innenstadt in Schlossnähe Schlittschuhlaufen.
Östermalm
Östlich von Norrmalm erstreckt sich Östermalm, geprägt vom rechtwinkeligen Straßennetz der schwedischen Großmachtszeit. Vor allem die Wasserfront, der Strandvägen, war und ist Stockholms repräsentativste Adresse, was die Gründerzeithäuser in historistischem Stil zeigen. Wo der Strandvägen beginnt, liegt das königlich-dramatische Theater Dramaten. Vor dem Theater liegt der Berzelius-Park, in dem sich das Berns, Theater und Restaurant, befindet, dessen rotes Zimmer durch Strindbergs Roman Das rote Zimmer berühmt geworden ist. In Östermalm liegen der Östermalms torg (Östermalmsplatz), an dem die Hedvig-Eleonora-Kirche liegt, und der sternförmige Karlaplan.
Djurgården
Hedvig-Eleonora-Kirche
Hedvig-Eleonora-Kirche
Vom Karlaplan führt der Narvavägen über die Djurgårdsbrücke auf die Halbinsel Djurgården, die auch heute noch vorwiegend ein Naturpark und Ausflugs- und Erholungsgebiet für die Stockholmer ist. Über die Brücke kommt man entlang dem Djurgårdsvägen zu einer Reihe von Museen, wie z.B. dem Vasamuseum, dem Nordischen Museum und Liljevalchs Kunsthalle, Vergnügungsstätten, wie z.B. Gröna Lund und Circus, und Gasthäusern aus dem 19. Jahrhundert, wie das in der Literatur verewigte Hasselbacken. In der Nähe des Hasselbacken befindet sich auch der Haupteingang zu Schwedens erstem und größtem Freilichtmuseum Skansen. Auf der Waldemarsudde liegt die Villa des Prinzen Eugen, die heute Museum ist und Bilder des Prinzen und seiner Zeitgenossen zeigt und damit einen feinen Überblick über die schwedische Malerei der Jahrhundertwende (1900) gibt. Von Djurgården führt eine Fähre zurück auf die Stadtinsel.
Blasieholmen, Skeppsholmen und Kastellholmen
Zwischen der Stadtinsel und Djurgården liegen Blasieholmen, Skeppsholmen und Kastellholmen. Auf Blasieholmen befinden sich das pompöse Grand Hotel, dessen Hauptfassade zur Stadtinsel weist, und das schwedische Nationalmuseum, Skeppsholmen und dessen Anhängsel Kastellholmen beherbergten früher Einrichtungen der Kriegsmarine, die im 20. Jahrhundert von Museen (z. B. Ostasiatisches Museum, Modernes Museum, Architekturmuseum) übernommen worden sind.
Kungsholmen
Wendet man sich auf der Stadtinsel nach Nordwesten, sieht man den östlichen Spitz der Insel Kungsholmen mit dem Stockholmer Rathaus (Stockholms stadshus), in dessen Blauer Halle alljährlich das Nobelfest stattfindet – das Bankett zu Ehren der Nobelpreisträger im Anschluss an die feierliche Verleihung der Nobelpreise im Konzerthaus.
Kungsholmen beherbergt Parks und Badeplätze.
Södermalm
Nobelpreis
Am südlichen Ende der Stadtinsel befindet sich Slussen, die Schleuse, über die man mit dem Boot vom Mälaren in die Ostsee kommt. Slussen verbindet auch Stadsholmen mit der Insel Södermalm (im Volksmund Söder), die sich hier über 50 Meter aus dem Wasser erhebt. Mit dem 52 m hohen Katarinalift kommt man von Slussen zum Mosebacke torg, an dem sich zwei Theater befinden. In der Nähe liegt die Katarinakirche, ein Meisterwerk aus dem 17. Jahrhundert. Im Osten der Insel auf den Hügeln Åsöberget und Vita bergen mit der Sofiakirche gibt es noch kleine Holzhäuser, wie sie für die Besiedlung des 17. und 18. Jahrhunderts typisch waren.
Das Innere der Insel ist mit Wohnblöcken aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und die Jahrhundertwende bebaut, während der südliche Teil Bebauung aus dem 20. Jahrhundert aufweist. Ein völlig neuer und architektonisch interessanter Stadtteil wurde Ende der 1980er Jahre im Gebiet von Stockholm Södra (westlich des Medborgarplatzes) errichtet.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Sofiakirche
Stockholm ist Knotenpunkt des schwedischen Eisenbahnnetzes.
Es hat einen internationalen Flughafen im etwas entfernten Arlanda; daneben gibt es einen Flughafen bei Skavsta und einen Regionalflughafen in Bromma.
Außerdem ist Stockholm eine wichtige Hafenstadt mit Verbindung nach Helsinki, Sankt Petersburg, Turku und Tallinn.
Dem öffentlichen Verkehr dienen die U-Bahn (Tunnelbana), Vorortzüge, verschiedene Buslinien, einzelne Stadtbahnlinien in den Außenbezirken sowie die Straßenbahn zum Djurgården. Die Tunnelbana, die Stadtbahn, die Straßenbahn und die Buslinien werden durch die AB Storstockholms Lokaltrafik[http://www.sl.se] betrieben.
Im Bezug auf den Straßenverkehr kann sich Stockholm mit anderen europäischen Hauptstädten messen. Die Autobahn E4 führt westlich des Stadtzentrums vorbei. Ein großer Teil des Autoverkehrs soll in den nächsten Jahren unter die Erde gelegt werden. So wurde im Oktober 2004 ein 4,5 km langer Tunnel (Södra länken) südlich des Stadtkerns eingeweiht. Ein gleichartiges Projekt ist im Norden geplant. Zur Reduzierung des innerstädtischen Verkehrs wird eine Innenstadtmaut diskutiert.
Sendeeinrichtungen
- Rundfunksender Nacka
- Kaknästurm
Ansässige Unternehmen
Kaknästurm]
Stockholm ist Schwedens Dienstleistungszentrum. 85 % aller Beschäftigten arbeiten im öffentlichen und privaten Dienstleistungsbereich, aber nur 10 % in der Herstellungsindustrie. Dennoch gehört Stockholm zu den größten Industriegebieten Schwedens. Die fehlende Schwerindustrie lässt die Stadt zu einer der saubersten Metropolen der Welt werden.
Die steigende Zahl von Unternehmen im Hochtechnologie-Bereich wog in den letzten Jahrzehnten die Abwanderung traditioneller Industriebetriebe auf. Zu den großen Industrieunternehmen in Stockholm zählen heute Ericsson, IBM Svenska AB und Electrolux, die Arzneimittelhersteller Astra-Zeneca und Pharmacia, graphische Betriebe des Bonnier-Konzerns u.a. Im Norden der Stadt (Kista) entstand im letzten Jahrzehnt eines der größten IT-Zentren Europas.
Stockholm ist auch das Medienzentrum des Landes mit 4 überregionalen Tageszeitungen und einer Reihe kleiner Zeitungen, Verlagen (u.a dem Bonnier-Konzern), Sitz für den staatlichen Rundfunk (SR) und die die öffentlich-rechtliche Fernsehgesellschaft SVT sowie weiterer Medienunternehmen.
Auch die schwedischen Banken (wie z. B. Föreningssparbanken, Handelsbanken und Skandinaviska Enskilda Banken, die zu den 10 größten Unternehmen in Stockholm gehören) haben ihren Hauptsitz in Stockholm, wo sich auch die schwedische Börse befindet. Zusammen mit den Hauptsitzen der Versicherungsgesellschaften (wie z. B. Skandia)und von Investmentunternehmen machen sie Stockholm zum wichtigsten Finanzzentrum Schwedens.
Überhaupt befinden sich die Hauptsitze von über 40 % aller schwedischen Unternehmen mit mehr als 200 Angestellten in Stockholm. Aber nicht nur Unternehmenszentralen sondern auch die Zentralbehörden der staatlichen Verwaltung sowie die nationalen politischen Institutionen (wie Regierung und Reichstag) in Stockholm machen die Stadt zum Machtzentrum des Landes.
In den letzten Jahren ist auch der Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden. Seit 1991 ist die Anzahl der Übernachtungen mit 80 % von 4 auf über 7 Millionen gestiegen. Festivals, wie z. B. Stockholm Waterfestival, und große Sportveranstaltungen, wie z.B. der Stockholm Marathon, sind wichtige Attraktionen.
Damit sich die Wirtschaft präsentieren und weitere Kontakte knüpfen kann, hat Stockholm auch eine Messe (Stockholmsmässan) mit einem dichten Programm.
Bildung
Stockholmsmässan]
In Stockholm gibt es 16 Hochschulen und Universitäten. Von herausragender Bedeutung sind hierbei die Universität Stockholm (Stockholms universitet) mit ihren etwa 35.000 Studierenden (Stand 2004) und die Königliche Technische Hochschule (Kungliga Tekniska Högskolan), die wohl größte technische Hochschule Skandinaviens.
Nachfolgend sind daneben alle weiteren Hochschulen genannt.
- Danshögskolan (Hochschule für Tanz, Choreographie und Tanzpädagogik)
- Dramatiska Institutet (Hochschule für Film, Radio, Fernsehen und Theater)
- Ersta & Sköndal högskola
- Handelshögskolan i Stockholm
- Idrottshögskolan i Stockholm (Hochschule für Sport)
- Karolinska Institutet (Medizinische Universität, liegt in der Nachbarstadt Solna)
- Kungliga Tekniska Högskolan
- Kungliga Konsthögskolan
- Kungliga Musikhögskolan
- Lärarhögskolan i Stockholm (Hochschule für Lehrerausbildung)
- Operahögskolan i Stockholm
- Stockholms Musikpedagogiska Institutet (Hochschule für Musikpädagogik)
- Stockholms universitet
- Södertörns högskola
- Teaterhögskolan i Stockholm
- Teologiska Högskolan
Neben den Forschungseinrichtungen der Hochschulen und Universitäten gibt es eine Reihe weiterer staatlicher und privater Forschungsinstitutionen in Stockholm.
Stockholm ist ebenfalls Sitz der Schwedischen Akademie, der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften, der Königlichen Akademie für Literatur, Geschichte und Antiquitäten, der Nobelstiftung und weiterer kultureller und wissenschaftlicher Institutionen.
Söhne und Töchter der Stadt
Zu den in Stockholm geborenen bekannten Persönlichkeiten gehören unter anderem Benny Andersson (Sänger, Musiker, ABBA Mitglied), Erik Jonsson Dahlberg (schwedischer Feldmarschall), Greta Garbo (schwedische Filmschauspielerin), Barbro Lindgren (schwedische Kinderbuchautorin), Alfred Nobel (Chemiker und Erfinder), Olof Palme (zweimaliger Premierminister Schwedens) Keke Rosberg (Autorennfahrer) sowie Wilhelm Stenhammar (schwedischer Komponist, Pianist und Dirigent).
Siehe auch: Liste der Söhne und Töchter der Stadt Stockholm
Literatur
- Der National Geographic Walker Stockholm. Mairdumont, 2004, ISBN 3936559090 (Reiseführer mit praktischen Karten)
- Gudrun Schulte: Stockholm selbst entdecken. Regenbogen, 2000, ISBN 3858621536 (Beschreibt die Stadt im Fließtext)
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Siehe auch: Liste der Städte in Schweden, Schloss Drottningholm, Schloss Ulriksdal
Weblinks
- [http://www.stockholmtown.com/ stockholmtown.com]: offizielle Webpräsenz für Stockholm-Touristen (mehrsprachig)
- [http://www.swedengate.de/regionen/stockholm/ swedengate.de]: Informationsportal über Schweden und Stockholm (deutsch)
- [http://www.stockholm.se/ stockholm.se]: Webpräsenz der Stadtverwaltung (schwedisch und englisch)
Kategorie:Ort in Schweden
Kategorie:Stockholm
Kategorie:Hauptstadt in Europa
ja:ストックホルム
ko:스톡홀름
simple:Stockholm
zh-min-nan:Stockholm
HauptstadtDie Hauptstadt ist der Sitz der Vertretung des Souveräns eines Staates (Demokratie: Parlament, Monarchie: Residenz).
Normalerweise sind Hauptstädte und Regierungssitze identisch, es gibt aber auch Ausnahmen wie beispielsweise in den Niederlanden (Hauptstadt Amsterdam, Regierungssitz Den Haag).
Meist ist die Hauptstadt gleichzeitig auch die größte Stadt und das wichtigste Wirtschafts-, Verkehrs-, Wissenschafts- und Kulturzentrum sowie geistiges Zentrum eines Staates. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, zum Beispiel in der Türkei: Hauptstadt ist Ankara, größte Stadt jedoch İstanbul; in Marokko: Hauptstadt Rabat, größte Stadt jedoch Casablanca; oder in den USA: Hauptstadt ist Washington, D.C., größte Stadt jedoch New York. Südafrika hat drei "Hauptstädte": Das Parlament tagt in Kapstadt, das Verwaltungs- und Regierungszentrum ist Tshwane (ehem. Pretoria), die obersten judikativen Einrichtungen (Gerichtshöfe) befinden sich in Bloemfontein, größte Stadt jedoch ist Johannesburg.
Einige Länder ließen eine Planhauptstadt errichten, wie z. B. Brasília oder Canberra.
De jure keine Hauptstadt haben folgende Staaten: Monaco, Nauru, Schweiz und Vatikanstadt. Jedoch erfüllt z.B. bei der Schweiz Bern dies de facto (siehe hierzu: Hauptstadtfrage der Schweiz). Bei Monaco und der Vatikanstadt gibt es auf Grund der Tatsache, dass es sich um reine Stadtstaaten handelt, keine Hauptstadt, auch wenn für Monaco häufig fälschlicherweise Monte Carlo als Hauptstadt genannt wird. In Nauru wird der Ort, an dem sich die Regierung befindet (also Yaren), als inoffizielle Hauptstadt aufgefasst.
Auch Teilstaaten (beispielsweise Bundesländer in Deutschland und in Österreich, Kantone in der Schweiz, Bundesstaaten in den USA) haben Landeshauptstädte, die für ihren Landesteil außer den politischen auch die übrigen Hauptstadtfunktionen aufweisen.
Siehe auch
- Bundeshauptstadt
- Bundesstadt (zu Bern und Bonn)
- Hauptstadtfrage der Schweiz
- Liste der Hauptstädte der Welt
Hauptstädte einzelner Staaten
Hierbei handelt es sich um eine historische Aufstellung der Hauptstädte der einzelnen Staaten, ihrer eventuellen Vorgängerstaaten (z. B. Deutscher Bund, Deutsches Reich), obersten Verwaltungseinheiten (Bundesstaaten, Bundesländer, Provinzen) und abhängigen Gebiete.
- Hauptstädte Australiens
- Hauptstädte Brasiliens
- Hauptstädte Deutschlands
- Hauptstädte Kanadas
- Hauptstädte Kasachstans
- Hauptstädte Nigerias
- Hauptstädte Österreichs
- Hauptstädte Polens
- Hauptstädte der Vereinigten Staaten von Amerika
Literatur
- Hauptstadt - Zum Wesen und Wandel eines nationalen Symbols. - 2005: Kirsch, Jens Münster
Weblinks
Kategorie:Politische Geographie
Kategorie:Hauptstadt
als:Hauptstadt
ja:首都
ko:수도
simple:Capital (city)
th:เมืองหลวง
zh-min-nan:Siú-to·
Schweden
Das Königreich Schweden (schwedisch Konungariket Sverige ) ist eine parlamentarische Monarchie in Nordeuropa. Das Staatsgebiet schließt - neben dem östlichen Teil der skandinavischen Halbinsel - die Inseln Gotland und Öland mit ein. Schweden ist Mitglied der EU und des Nordischen Rats.
Geografie
Nordischen Rats
Schweden grenzt an das Kattegatt, die Staaten Norwegen und Finnland, sowie die Ostsee. Zu Schweden gehören zwei große Inseln in der Ostsee: Gotland (ca. 3.000 km²) und Öland (ca. 1.300 km²). Es gibt ca. 221.800 Inseln. Die längste Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 1.572 km, von Osten nach Westen 499 km.
Während weite Teile des Landes flach bis hügelig sind, steigen entlang der norwegischen Grenze die Gebirgsmassive der Skanden bis über 2.000 m Höhe an, sie gipfeln im Kebnekaise, 2.111 m. Über das Land verteilt gibt es 28 Nationalparks die flächenmäßig größten im Nordwesten des Landes.
Regionale Einteilung
Traditionell wird Schweden in die drei Regionen (schwed.: landsdelar) Götaland,
Svealand und Norrland eingeteilt. Die vierte historische Region Schwedens war bis 1809 Österland, das heutige Finnland. Bis zur von Axel Oxenstierna 1634 durchgeführten Verwaltungsreform waren die Regionen weiterhin in folgende 25 Landschaften (landskap) gegliedert:
Die größte Stadt ist die Hauptstadt Stockholm. Andere wichtige Städte sind Göteborg, Malmö, Uppsala, Linköping, Västerås, Örebro und Norrköping. Siehe auch die Liste der Städte in Schweden.
Grob lässt sich Schweden in den stärker entwickelten und besiedelten Süden und den sehr schwach besiedelten Norden einteilen. Der Norden beginnt nördlich einer Linie Mora-Borlänge-Falun-Gävle-Söderhamn. Um 1900 wurde begonnen den Norden zu erschließen. Zwischen 1907 und 1937 wurde die Inlandsbahn zwischen Kristinehamn und Gällivare gebaut, um diese Erschließung voranzutreiben.
Topografie
Gällivare
Süd- und Mittelschweden (Götaland und Svealand), das nur zwei Fünftel von Schweden umfasst, ist von Süden nach Norden in drei Großlandschaften geteilt, Nordschweden, das die restlichen drei Fünftel umfasst, ist von Westen nach Osten in drei Landschaften geteilt.
Der südlichste Teil, die historische Provinz Schonen, ist eine Fortsetzung der Tiefebene Norddeutschlands und Dänemarks. In Schonen liegt auch der tiefste Punkt Schwedens (ausgenommen Seen u. ä.) mit 2,4 Metern unter Meereshöhe. Nördlich davon erstreckt sich das Südschwedische Hochland, eine Hochebene umgeben von einer Hügellandschaft, mit einer großen Anzahl von langgestreckten Seen, die durch eiszeitliche Erosion entstanden sind. Die dritte Großlandschaft ist die Mittelschwedische Senke, eine flache, jedoch zerklüftete Landschaft mit großen Ebenen, Horsten, Tafelbergen, Fjorden und einer Reihe von Seen (darunter die vier größten Seen Schwedens Vänern, Vättern, Mälaren und Hjälmaren).
Hjälmaren ]]
Der Westen Nordschwedens ist durch das Skandinavische Gebirge geprägt, das die Grenze zu Norwegen bildet. Die Gebirgskette weist Höhen zwischen 1.000 und 2.000 Metern über dem Meeresspiegel auf. Im Skandinavischen Gebirge liegt auch Schwedens höchster Berg, der Kebnekaise (2.111 m). Nach Osten hin schließt das Vorland an, Schwedens ausgedehnteste Großlandschaft. Entlang des Gebirges erstrecken sich große Hochlandsebenen auf einer Höhe von 600-700 Metern über dem Meeresspiegel, die in ein welliges Hügelland übergehen, das nach Osten abfällt. In dieser Landschaft befinden sich auch die großen Erzvorkommen (Eisen, Kupfer, Zink, Blei) Schwedens. Die großen Flüsse Schwedens, die ihren Ursprung im Skandinavischen Gebirge haben, fließen beinahe parallel in tiefen Talgängen in Richtung Ostsee. Entlang der Ostseeküste erstreckt sich die ebene Küstenlandschaft, die zwischen Härnösand und Örnsköldsvik von einem bis an die Ostseeküste reichenden Ausläufer des Vorlandes (Höga kusten, Nationalpark) unterbrochen wird.
Die skandinavische Halbinsel war während der letzten Eiszeit von Eis bedeckt. Der Druck und die Bewegung der Eismassen hat die Landschaft in vielen Teilen wesentlich mitgestaltet. Ein auch heute noch wichtiger Faktor ist die Landhebung. Das Abschmelzen der Eismassen, die die Erdkruste niedergedrückt hatten, hat seit der letzten Eiszeit (ungefähr 10.000 v. Chr.) zu einer Landhebung von 800 m geführt. Heutzutage beträgt die Landhebung 10-11 mm jährlich.
Die längsten Flüsse Schwedens sind Klarälven, Torneälv, Dalälven, Umeälv und Ångermanälven.
Die größten Seen sind Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren.
Klima
Schwedens Klima ist für seine geografische Lage ziemlich mild. Es wird vor allem durch die Nähe zum Atlantik mit dem warmen Golfstrom bestimmt. Große Teile Schwedens haben daher ein temperiertes, feuchtes Klima mit reichlichem Niederschlag und relativ geringen Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter. Kontinental beeinflusstes Klima mit geringeren Niederschlägen und höheren Temperaturunterschieden findet man im Inneren des Südschwedischen Hochlandes und in einigen Teilen des Vorlandes des Skandinavischen Gebirges. Polares Klima kommt nur im nördlichen Hochgebirge vor. Die Durchschnittstemperatur für den Januar beträgt 0 °C bis -2 °C im Süden und -12 °C bis -14 °C im Norden (ausgenommen das Hochgebirge), die Durchschnittstemperatur für den Juli beträgt 16 °C bis 18 °C im Süden und 12 °C bis 14 °C im Norden.
Da sich Schweden zwischen dem 55. und 69. Breitengrad erstreckt und ein Teil nördlich des Polarkreises liegt, ist der Unterschied zwischen dem langen Tageslicht im Sommer und der langen Dunkelheit im Winter beträchtlich.
Flora und Fauna
Polarkreis
In Nordschweden prägen die ausgedehnten borealen Nadelwälder das Bild. Je südlicher man jedoch kommt, als markanter Grenzraum für Flora und Fauna gilt der sogenannte "limes norrlandicus", desto häufiger gibt es Mischwälder. In Südschweden mussten die Laubwälder dem Ackerbau Platz machen oder wurden durch Nadelbäume aufgrund der höheren Wachstumsrate ersetzt.
Auf den Inseln Gotland und Öland findet man eine beeindruckende und vielfältige Flora vor. Besonders erwähnenswert sind die zahlreichen Orchideenarten.
Schwarz- und Rotwild gibt es reichlich, wobei das Wildschwein zum Ende des 19. Jahrhunderts in freier Wildbahn ausgerottet war, jedoch nach erfolgreicher Flucht aus Wildgehegen wieder eine lebensfähige Population entwickelte. Raubtiere wie Bären, Wölfe und Luchse sind in den letzten Jahren wieder auf dem Vormarsch dank strenger Umweltbestimmungen. Die vielen Seen und langen Küsten bieten viel Lebensraum für Wassertiere. Süß- und Salzwasserfische gibt es reichlich und auch Robben sind anzutreffen.
Schweden richtete 1910 als erstes Land in Europa Naturschutzgebiete ein und ist auch heute noch stets darauf bedacht, die heimische Natur zu schützen. Die Menschen haben ein starkes Umweltbewusstsein.
Bevölkerung
Rotwild
Schweden hat ca. 9,04 Millionen Einwohner. 90,8 Prozent sind ethnische Schweden, 2,5 Prozent sogenannte einheimische Finnen (Tornedalen). Es wird geschätzt, dass noch etwa 20.000 Sami (Lappen) in Schweden leben, wovon ein Großteil bereits in der übrigen Bevölkerung aufgegangen ist und nur noch wenige sich mit der Rentierzucht beschäftigen.
6,7 Prozent der Bevölkerung sind Ausländer, wovon die Finnen mit 100.000 die größte Gruppe sind. Die neu eingewanderten Finnen, werden zur Unterscheidung der alteingesessenen Tornedalen "Schweden-Finnen" genannt.
Durch die Krise im Irak haben auch viele Iraker den Weg nach Schweden gefunden. Weiterhin gibt es noch Norweger, Dänen, Kroaten, Serben, Bosnier, Deutsche und Polen. Letztere sind im Gesundheitssektor als Gastarbeiter stark verbreitet (Stand 2001).
Die Geburtenrate von 1,6 Kindern pro Frau (2002) ist eine der bisher niedrigsten in der Geschichte Schwedens, obwohl sie damit noch über dem europäischen Durchschnitt liegt.
Sprache
Polen
Die Umgangssprache ist fast überall Schwedisch. Norwegisch wird meist im Norden und an der Grenze verstanden, da es dem Schwedischen sehr ähnlich ist. Dänisch wird im allgemeinen ab Mittelschweden nicht verstanden, da es sich in der Aussprache zu sehr vom Schwedischen unterscheidet. Südschweden war lange Zeit ein Teil des dänischen Königreiches, was sich auch im alltäglichen Idiom Südschwedens widerspiegelt.
In einigen Gebieten werden Finnisch und Samisch gesprochen.
In Schweden haben Finnisch, Meänkieli, Jiddisch, Romani und Samisch den Status anerkannter Minoritätensprachen. Fast 80 % der schwedischen Bevölkerung sprechen Englisch als Fremdsprache, da Englisch zum einen die erste Fremdsprache an den Schulen darstellt und zum anderen im Fernsehen sehr stark vertreten ist. Als zweite Fremdsprache wählt die Mehrheit der Schüler Deutsch und als dritte zu 24 % Französisch, wobei neuerdings Spanisch ebenfalls stark im Kommen ist und an manchen Schulen Deutsch schon überholt hat. Allerdings war Deutsch bis etwa 1950 die erste Fremdsprache in Schweden, wie auch im restlichen Skandinavien.
Schwedisch wird ebenfalls auf der Inselgruppe Åland gesprochen. In Teilen Finnlands wird zudem noch Finnlandschwedisch gesprochen, eine mittlerweile fast eigene schwedische Sprache, die Einflüsse des Finnischen zeigt.
Religion
75 % der schwedischen Bevölkerung gehören der evangelisch-lutherischen Schwedischen Kirche an, die von 1527 bis 1999 Staatskirche war. Die zweitgrößte Gruppe, die der Moslems, lässt sich zahlenmäßig nur schwer einschätzen. Ihre Mitgliederzahl liegt bei ungefähr 250.000. Die römisch-katholische Kirche hat 150.000 Mitglieder und christlich-orthodoxe Kirchen etwa 100.000. Daneben gibt es in Schweden etwa 23.000 Zeugen Jehovas. Etwa 10.000 Menschen gehören zu einer mosaischen Gemeinde.
Soziales Leben
mosaischen Gemeinde
- Hauptartikel: Wohlfahrtsstaat Schweden
- Hauptartikel: Schwedisches Bildungssystem
”Das schwedische Modell”, ein Begriff vor allem der 1970er Jahre, bezieht sich auf den Wohlfahrtsstaat, ein umfassendes System sozialer Sicherheit und sozialer Fürsorge, das das Ergebnis einer einhundertjährigen Entwicklung ist. Zwischen 1890 und 1930 wurden teilweise die Grundlagen für ein Sozialsystem geschaffen, aber erst ab den 1930er Jahren – insbesondere nach der Regierungsübernahme der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei 1932 - wurde der Aufbau des Wohlfahrtsstaates als politisches Projekt vorangetrieben. Das schwedische Sozialsystem erfasste schließlich alle vom Kleinkind (über die kommunale Kinderfürsorge) bis zum Rentner (über die kommunale Altenfürsorge). Erst im letzten Jahrzehnt kam es zu einschneidenden Veränderungen. Eine schwere Wirtschaftskrise am Beginn der 1990er Jahre führte zu einer Kürzung von Sozialleistungen, und die erwartete demographische Entwicklung führte zu einem radikalen Umbau des Rentensystems, das nun an die wirtschaftliche Entwicklung gekoppelt ist. Die letzten Wahlen zeigten aber, dass gerade die Kernbereiche des Wohlfahrtsstaates auch heute dem Staatsbürger am Herzen liegen.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Schwedens
Politik
Hauptartikel siehe Politisches System Schwedens.
Schweden ist eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Staatsoberhaupt ist seit 1973 König Karl XVI. Gustav. Das Einkammern-Parlament, der Reichstag (schwed.: Riksdag) hat 349 Abgeordnete und wird alle vier Jahre neu gewählt. Die sieben im Reichstag vertretenen Parteien sind die konservative Moderate Sammlungspartei (Moderata samlingspartiet, m), die Liberale Partei (Folkpartiet liberalerna, fp), die Zentrumspartei (Centerpartiet, c), die Christdemokraten (Kristdemokraterna, kd), die Grünen (Miljöpartiet de gröna, mp), die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Schwedens(Sveriges socialdemokratiska arbetareparti, s) und die Linkspartei (Vänsterpartiet, v). Der Reichstag ernennt den Premierminister (statsminister), der seinerseits die weiteren Minister (schwed.: statsråd) seiner Regierung ernennt. Zur Zeit wird Schweden von einer sozialdemokratischen Minderheitenregierung mit Unterstützung der Grünen und der Linkspartei regiert.
Das Königreich ist in 21 Provinzen (schwed.: län) gegliedert. Die staatlichen Verwaltungsaufgaben auf regionaler Ebene werden von einem Regierungspräsidenten (schwed.: landshövding) und einer Provinzialregierung (schwed.: länsstyrelse) wahrgenommen.
Die kommunale Selbstverwaltung geschieht auf zwei Ebenen: den 289 Gemeinden (schwed. kommun), die kommunale Aufgaben wie u. a. das Schulwesen, soziale Dienstleistungen, Kinder- und Altenbetreuung sowie die kommunale Infrastruktur wahrnehmen und den Provinziallandtagen (schwed. landsting), die für die Bereiche der kommunalen Selbstverwaltung zuständig sind, die die Kraft einzelner Gemeinden übersteigen, wie das Gesundheitswesen und die Krankenpflege, den Regionalverkehr und die Verkehrsplanung u. a. Die Gemeinden und die Provinziallandtage finanzieren ihre Tätigkeit durch die Erhebung von Einkommenssteuern, mit Abgaben und staatlichen Zuschüssen.
In Schweden gilt das Öffentlichkeitsprinzip, das heißt dass behördliche Schriftstücke mit geringen Ausnahmen der Presse und allen Privatpersonen zugänglich sind. Niemand muss angeben, warum er ein Schriftstsück einsehen möchte, noch muss man sich ausweisen.
Eine weitere skandinavische Besonderheit ist das System der Ombudsmänner (schwed.: ombudsman). Sie sollen die Rechte des Einzelnen beim Kontakt mit den Behörden schützen und die Befolgung wichtiger Gesetze sicherstellen. Bürger, die meinen, ungerecht behandelt worden zu sein, können sich an die Ombudsmänner wenden, die den Fall untersuchen und eventuell als Sonderankläger vor Gericht bringen. Gleichzeitig sollen sie in Zusammenarbeit mit den Behörden die Lage in ihren jeweiligen Bereichen erfassen, Aufklärungsarbeit betreiben und Vorschläge für Gesetzesänderungen machen. Neben den Justizombudsmännern gibt es einen Verbraucherombudsmann, einen Kinderombudsmann, einen Gleichberechtigungsombudsmann sowie Ombudsmänner gegen ethnische Diskriminierung und gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Veranlagung.
Schweden galt lange Zeit als sozialdemokratisches Musterland; es wurde von vielen europäischen Linken als gelungenes Beispiel für einen dritten Weg zwischen Sozialismus und Marktwirtschaft gesehen.
Am 14. September 2003 wurde in Schweden über die Einführung des Euro als Landeswährung abgestimmt. Die Einführung war im Vorfeld kontrovers diskutiert worden, und letztlich setzten sich die Euro-Skeptiker durch (Wahlbeteiligung: 81,2 %, Wahlausgang: 56,1 % dagegen, 41,8 % dafür, 2,1 % Enthaltungen, 0,1 % ungültig). Die Skeptiker sahen in der Euro-Einführung eine Bevormundung der schwedischen Währungspolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB). Vor 2013 soll es nach der Ankündigung der schwedischen Regierung keinen weiteren Volksentscheid zur Einführung des Euro geben. Die Abstimmung wurde durch die Ermordung der schwedischen Außenministerin Anna Lindh schwer überschattet.
Verwaltungsgliederung
Die 21 offiziellen Verwaltungseinheiten, Län genannt, die mit den Landschaften nicht deckungsgleich sind, heißen:
Wirtschaft
Noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Schweden – trotz des Eisenbahnbaues - ein ausgeprägter Agrarstaat, in dem 90 % der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebten. Erst im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts setzte eine umfassende Industrialisierung ein, die bis zur Weltwirtschaftskrise von 1929 die Grundlagen für eine moderne Industriegesellschaft legte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schweden zu einer der führenden Industrienationen der Welt. Die Entwicklung erreichte in der Mitte der 1960er Jahre ihren Höhepunkt, seit den 1970er Jahren geht die Anzahl der Beschäftigten in der Industrie zurück, während der Dienstleistungsbereich wächst. 2002 betrug der Anteil der Landwirtschaft am BIP nur mehr 2 % und der des sekundären Sektors 28 %, während 70 % des BIP durch den tertiären Sektor erwirtschaftet wurden.
Land- und Forstwirtschaft
Die schwedische Landwirtschaft ist durch die geologischen Voraussetzungen und das Klima geprägt. 10 % der Staatsfläche werden landwirtschaftlich genutzt. 90 % der Anbaufläche befinden sich in Süd- und Mittelschweden. Ein Großteil der Landwirtschaftsbetriebe sind in Familienbesitz. Angebaut werden vor allem Getreide, Kartoffeln und Ölpflanzen. Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Einnahmen (58 %) wird aber durch die Tierhaltung erwirtschaftet, hier vor allem die Milchproduktion. Die Landwirtschaftssubventionen der EU belaufen sich auf 24 % der Einnahmen. Drei Viertel der landwirtschaftlichen Betriebe verfügen auch über Wald und verbinden Landwirtschaft mit Forstwirtschaft. Die Forstwirtschaft ist von einiger Bedeutung, da Schweden eines der waldreichsten Länder der Erde ist. Von Wald bedeckt sind 52 % der Staatsfläche.
Bergbau und Industrie
Forstwirtschaft
Schweden ist reich an Bodenschätzen, die schon ab dem Mittelalter abgebaut wurden. Eisenerz wird – nach der Eisen- und Stahlkrise der 1970er Jahre - nur noch in Norrland (Kiruna, Gällivare-Malmberget) abgebaut und exportiert. Kupfer, Blei und Zink übersteigen den Eigenbedarf um das Mehrfache und werden ebenfalls exportiert, während Silber zu 60 % und Gold zu 80 % den Eigenbedarf decken. Größere Erzreserven sind vorhanden, deren Abbau ist aber zur Zeit unwirtschaftlich.
Was die schwedische Industrie auszeichnet, ist der verhältnismäßig hohe Anteil von Großunternehmen. Nach einer Krise am Beginn der 1990er Jahre (mit einem Produktionsrückgang von 10 % innerhalb von zwei Jahren) hat sich die Industrie wieder erholt. Die größten Industriezweige sind Fahrzeugbau (1996: 13 % der industriellen Wertschöpfung) mit Unternehmen wie Volvo, Scania, Saab-Automobile, Saab AB (Flugzeuge und Raumfahrttechnik) u. a., die Holz- und Papierindustrie (ebenfalls 13 % der industriellen Wertschöpfung) mit vier Großunternehmen, der Maschinenbau (12 % der industriellen Wertschöpfung) mit Unternehmen wie Electrolux, SKF, Tetra-Pak, Alfa-Laval und die Elektro- und Elektronikindustrie (10 % der industriellen Wertschöpfung) mit den dominierenden Unternehmen Ericsson und ABB.
Energie
Die in Schweden erzeugte elektrische Energie stammt zu einem Anteil von 50,8 % (2001) aus Wasserkraftwerken an den großen Flüssen (Luleälv, Indalsälv, Umeälv und Ångermanälv) im Norden des Landes und zu ca. 43 % aus Atomkraftwerken. Nur ca. 4 % der Stromproduktion stammt aus fossilen Energieträgern.
Atomausstieg
Nach der partiellen Kernschmelze in Three Mile Island in den USA (1979) wurde in Schweden eine Volksabstimmung gegen Kernenergie erfolgreich durchgeführt. Dies hatte zur Folge, dass das Parlament 1980 entschied, keine weiteren Atomkraftwerke mehr zu bauen und die vier vorhandenen bis 2000 abzuschalten.
Dieser Ausstiegsplan wurde nur teilweise vollzogen. Zwischenzeitlich versuchte eine konservative Regierung den Atomausstieg ganz auszusetzen, dies wurde jedoch durch starke Proteste aus Teilen der Bevölkerung verhindert.
1997 nahm der Schwedische Reichstag die Vorlage über „Eine nachhaltige Energieversorgung“ an. Diese bestimmte u. a., einen der Reaktoren am Standort Barsebäck vor dem 1. Juli 1998 und den zweiten vor dem 1. Juli 2001 stillzulegen, allerdings unter der Voraussetzung, dass deren Stromproduktion kompensiert werden kann. Der frühere Beschluss, alle Reaktoren bis 2010 stillzulegen, wurde aufgehoben. Barsebäck Block 1 wurde schließlich am 30. November 1999 stillgelegt, Barsebäck Block 2 am 1. Juni 2005.
Der Verzicht auf die Nutzung der Kernenergie wird in Schweden kontrovers diskutiert. Die Industrie befürchtet den Verlust einer preiswerten und auch umweltverträglichen Stromerzeugung und damit eine Beeinträchtigung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Ein Verzicht auf die Kernenergienutzung ohne über ausreichende andere und verlässliche Stromerzeugungstechniken zu verfügen, habe erhebliche negative Folgen für die schwedische Volkswirtschaft.
Die Leistung der noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke ist in den letzten Jahren erheblich gesteigert worden. Diese Steigerung ermöglichte die Kompensation des Ausfalls von Barsebäck. Eine Ausnutzung von vorhandenen weiteren großen Wasserkraftpotenzialen ist nicht möglich. Der Schwedische Reichstag beschloss 1998, aus Naturschutzgründen keine weiteren Ausbauten von Gewässern zuzulassen. Per Gesetz geschützt sind die Flüsse Kalixälv, Piteälv, Torneälv und Vindelälv.
Trotz erheblicher Anstrengungen, wirtschaftlich tragfähige Alternativen zur Kernenergienutzung als auch zum Verbrauch fossiler Brennstoffe zu schaffen, ist davon auszugehen, dass Schweden noch weit über das Jahr 2010 hinaus auf die Nutzung der Kernenergie nicht verzichten kann. Die Betreiber von Kernkraftwerken gehen von einer Nutzungszeit der bestehenden Anlagen etwa bis zum Jahr 2050 aus.
Dienstleistungen
Der Dienstleistungsbereich erwirtschaftet heute 70 % des BIP, was sich vor allem darauf zurückführen lässt, dass der öffentliche Sektor in den letzten Jahrzehnten so stark gewachsen ist. Dennoch steht der private Dienstleistungsbereich für mehr als zwei Drittel der Produktion.
Außenhandel
Schwedens Wirtschaft ist stark vom internationalen Handel abhängig. Die wichtigsten Exportländer sind die USA (11,9 % des Exportes im ersten Quartal 2004), Deutschland (10,2 %), Norwegen (8,3 %) und Großbritannien (7,8 %). Die wichtigsten Exportprodukte sind Maschinen (15,5 % des Exportes im ersten Quartal 2004), Elektro- und Elektronikprodukte (14,9 %) und KFZ und KFZ-Bestandteile (14,4 %). Die wichtigsten Importländer sind Deutschland (19 % des Importes im ersten Quartal 2004), Dänemark (8,8 %) und Großbritannien (8 %). Die wichtigsten Importprodukte sind Elektro- und Elektronikprodukte (16,8 % des Importes im ersten Quartal 2004), Maschinen (11,4 %) und KFZ und KFZ-Bestandteile (11,3 %).
Vergleichsmäßig hoch ist der Anteil ausländischer Direktinvestitionen in Schweden. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass die schwedische Wirtschaft von einer kleinen Anzahl international tätiger Konzerne dominiert wird. Etwa 50 Konzerne kommen für zwei Drittel des schwedischen Exportes auf.
Fremdenverkehr
Der Fremdenverkehr trägt mit etwa 3 % (3,3 Mrd. Euro, 2000) zu Schwedens BIP bei. Vier Fünftel der Touristen sind Inländer und nur ein Fünftel kommt aus dem Ausland. Von den Auslandstouristen kamen 1998 23 % aus Deutschland, 19 % aus Dänemark, 10 % aus Norwegen und je 9 % aus Großbritannien und den Niederlanden.
Kultur
Literatur
Hauptartikel: Schwedische Literatur
Überregionale Tageszeitungen sind die beiden in Stockholm erscheinenden Dagens Nyheter und Svenska Dagbladet, sowie Göteborgs Posten.
Film
Hauptartikel: Schwedischer Film
Um 1910 begann man mit der regelmäßigen Produktion von Spielfilmen. Der schwedische Film erreichte bald eine Qualität, die ihn international bekannt machte. Aber mit der Einführung des Tonfilmes und der damit verbundenen Begrenzung auf den kleinen, schwedischsprachigen Markt sank der Film auf ein provinzielles Niveau ohne künstlerischen Anspruch ab. Erst nach dem zweiten Weltkrieg erlebte der schwedische Film einen neuerlichen künstlerischen Aufschwung, zuerst im Dokumentarfilm, z. B. Arne Sucksdorffs 1948 mit dem Oscar ausgezeichneten Film Menschen in der Stadt, und danach als Autorenfilm mit Ingmar Bergman als herausragender Persönlichkeit. Auch die Kinder- und Jugendfilme erlangten internationale Aufmerksamkeit. Die Schaffung des Schwedischen Filminstitutes in den 1960er Jahren trug zu einer Qualitätssicherung bei, die bis heute andauert.
Architektur
Hauptartikel: Schwedische Architektur
Sport
Schweden stand 1958 bei der Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land im Finale gegen Brasilien.
Musik
Listen: Liste schwedischer Musiker
Varia
Ein einmaliges Kulturdenkmal ist die alte Sendeanlage SAQ in der Nähe von Varberg, denn sie verfügt über den einzigen funktionsfähigen Maschinensender der Erde.
Schweden ist international für seine Popmusik bekannt. Bands wie ABBA, Roxette, Ace of Base und Army of Lovers sind weltbekannt. Zu den aktuellen bekannten Bands gehören zum Beispiel Looptroop, The Hives und The Cardigans. Ebenfalls gibt es eine große Anzahl an Metal Bands, wie zum Beispiel Dark Funeral, Hammerfall oder Amon Amarth.
Siehe auch:
Liste schwedischsprachiger Schriftsteller, Liste schwedischer Musiker, Schwedische Küche, Liste historischer Gebäude in Schweden
Typisch schwedische Feste und Bräuche
Liste historischer Gebäude in Schweden
Liste historischer Gebäude in Schweden
Liste historischer Gebäude in Schweden
Am 6. Januar wird Trettondedag jul (dreizehnter Weihnachtstag, auch Trettondag jul) begangen. Dieser Tag entspricht dem deutschen Dreikönigstag und ist im hauptsächlich protestantischen Schweden ein staatlicher Feiertag.
Am Tjugondedag jul (zwanzigster Weihnachtstag, auch Tjugondag jul) oder Knut (13. Januar) ist die Weihnachtszeit vorbei. Es finden gelegentlich Abschlussfeste mit Weihnachtsbaumplünderung statt. Die Kerzen und der Schmuck werden entfernt und der Baum hinausbefördert.
Der Valborgsmässoafton wird am 30. April gefeiert und entspricht der deutschen Walpurgisnacht. Das Volk versammelt sich um große Lagerfeuer. Es werden Reden über den Frühling gehalten und Frühlingslieder gesungen.
Vor allem in Lund und Uppsala ist Valborg am Abend vor dem 1. Mai ein wichtiges Studentenfest. Punkt 15 Uhr setzen alle versammelten ihre weißen Studentenmützen auf und singen Studentenlieder. Die darauffolgende Nacht verbringt man mit übermäßigem Alkoholgenuss und Katerfrühstück.
Der 6. Juni, Svenska flaggans dag, ist der offizielle Nationalfeiertag Schwedens. Ursprünglich als "Flaggentag" 1916 ins Leben gerufen, ist der 6. Juni seit 1983 Nationaltag und seit 2005 auch gesetzlicher Feiertag.
Das Midsommarfest wird an der ersten Nacht zum Samstag nach dem 21. Juni gefeiert. Die Heftigkeit des Feierns dieses Wochenendes ist nur mit Weihnachten vergleichbar. Wenn am Johannisabend Ende Juni das Sonnenlicht im Norden 24 Stunden lang zu sehen ist und im Süden nur wenige Stunden lang in blauen Dämmerschein übergeht, ist Schweden am schönsten. Der Feiertag ist eine uralte Tradition und wurzelt in den vorgeschichtlichen Sommersonnenwendefeiern. Um den mit Birkenreisig und Blumen geschmückte Maibaum, das vielleicht bekannteste schwedische Nationalsymbol, wird überall in Schweden getanzt und gesungen. Überall herrscht ausgelassene Feststimmung.
Im August kamen früher die ersten frischen Krebse auf den Markt. Das dazugehörige Fest wird Kräftskiva genannt und kann zu beliebigem Zeitpunkt stattfinden. Man isst, so viel man schafft, von den in einem kräftigen Dillsud gekochten Krebsen und trinkt dazu Schnäpse. Als Schmuck dienen Girlanden und lustige Hüte.
In Nordschweden gibt es zum Ende des Sommers noch das Surströmmingsfest. Der Verzehr der in einer Dose vorgegorenen Heringe mit Kartoffeln oder tunnbröd (Dünnbrot – eine Vorstufe des Knäckebrot aus Norrland) erfordert aber unempfindliche Geschmacksnerven (s. Sauerströmling).
Das Luciafest beginnt am Morgen des 13. Dezembers und ist in Schweden der Tag der Lichterkönigin. Die älteste Tochter erscheint als Luziabraut in einem weißen Kleid und einem Kranz aus Preiselbeerzweigen und brennenden Kerzen auf dem Kopf. Die „Lussebrud“ weckt die Familie und serviert das Frühstück am Bett. Im ganzen Land werden Schulen und Arbeitsstätten in den frühen Morgenstunden von magisch schimmernden Luciazügen besucht. Junge Mädchen in fußlangen weißen Gewändern mit Kerzen auf dem Kopf und in den Händen werden von weißgekleideten jungen Männern begleitet, den „Sternjungen“, die bei dieser Gelegenheit einen langen, spitzen, mit einem Stern gekrönten Hut tragen. Zusammen singen sie die traditionellen Gesänge, die zur Vorweihnachtszeit und zu Weihnachten gehören. Von diesem Tag an und über die gesamte Weihnachtszeit hinweg isst man ein besonderes, mit Safran gewürztes und gefärbtes, Hefegebäck.
Sonstiges
In der Nähe von Kiruna in Esrange wird ein Raketenstartplatz für den Start von Höhenforschungsraketen betrieben.
Weitere Themen
Portal:Schweden, Portal:Nordeuropa, Liste schwedischsprachiger Schriftsteller, Liste der schwedischen Könige, Schwedische Nationalenzyklopädie, Nationalparks in Schweden, Liste der Städte in Schweden, Liste der Gemeinden in Schweden, Liste schwedischer Sportler, Fußball in Schweden, Schweden (Volk)
Schweden (Volk)
Literatur
- Anemone Schlich: Das Bild der Europäischen Union in der schwedischen Öffentlichkeit. Der Andere Verlag, Osnabrück 2004, ISBN 3-89959-243-3
Weblinks
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=147 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.swedengate.de Informationsportal rund um das Thema Schweden] (deutsch)
- [http://www.sweden.se Das offizielle Portal Schwedens] (deutsch, englisch, französisch, spanisch, ...)
- [http://www.schweden.org Schwedische Botschaft in Deutschland]
- [http://www.riksdagen.se Der schwedische Reichstag] (schwedisch, englisch)
- [http://www.si.se Das Schwedische Institut] (deutsch, englisch, schwedisch, ...)
- [http://www.schwedentor.de Nachrichten und Infos über Schweden] (deutsch)
- [http://www.brunnvalla.ch/schweden Schweden - Land und Leute]
- [http://www.visit-sweden.com/de/frontpage.asp?show=fp Offizielle Seite für Touristeninformationen und Reisen in Schweden]
Kategorie:Staat
Kategorie:Monarchie
Kategorie:Land in der EU
als:Schweden
fiu-vro:Roodsi
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Skandinavien
Skandinavien ist ein Begriff für eine geographische Region. Es umfasst, Dänemark, Norwegen und Schweden, die sich durch ähnliche Sprachen von den benachbarten, durch die Geschichte verbundenen heutigen Staaten Nordeuropas unterscheiden, mit Ausnahme von Island und den Färöern. Deren Sprachen (Isländisch als Landes- wie Amtssprache, Färöisch als Landessprache, aber nicht als Amtssprache) werden ebenfalls zu den skandinavischen Sprachen gezählt.
Die Nordischen Länder umfassen darüberhinaus Finnland, Island, Grönland und die Färöer. In diesen Ländern wird neben den anderen Sprachen auch Schwedisch bzw. Dänisch (Schwedisch in Finnland als zweite Landes- wie Amtssprache und Dänisch in Grönland und auf Färöern als Amtssprache) gesprochen. Alle Nordischen Länder sind Mitglieder des Nordischen Rats.
Manchmal wird im deutschen Sprachgebrauch auch Finnland zu Skandinavien gezählt. Skandinavien und Finnland werden allerdings korrekterweise unter dem Begriff Fennoskandinavien zusammengefasst.
Finnland bildete jahrhundertelang die Osthälfte Schwedens (lat. Ostrobothnia, schwed. Österbotten). Auch gibt es in Finnland eine trotz kleinem Bevölkerungsanteil politisch nicht unbedeutende schwedische Minderheit, und Schwedisch (Finnlandschwedisch) ist zweite Landessprache in Finnland. Die finnische Sprache unterscheidet sich allerdings sehr vom Schwedischen und zählt nicht zu den germanischen, noch nicht einmal zu den indogermanischen Sprachen, sondern zur Familie der finnougrischen Sprachen, zu der auch Ungarisch zählt. Aufgrund der langen gemeinsamen Geschichte hören es manche Finnen nicht gerne, mit den Schweden begrifflich subsumiert zu werden. Genauso wenig wie manche Schweden mit Finnland in Verbindung gebracht werden wollen.
Im Norden Schleswig-Holsteins (Südschleswig) lebt zudem eine dänische Minderheit.
Zusammen mit den britischen Inseln, dem Baltikum und dem Nordwesten Russlands bilden die nordischen Länder Nordeuropa. Skandinavien war in der Antike als Scandza bekannt.
Bekannt für die skandinavischen Länder sind die Kreuzflaggen, die jeder heutige offizielle Staat Skandinaviens hat.
Der Begriff Skandinavien kommt von der latinisierten Form des altschwedischen Begriffes Skathinawjö. Hierbei bedeutet Skathin- "Gefahr" oder "Schaden" und -awjö "Insel" oder "Halbinsel". Der Name Skandinavien bedeutet also etwa die gefährliche Halbinsel, was sich wahrscheinlich auf gefährliche Meeresströme um die schonische Halbinsel bezieht. Der Begriff Skandinavien ist etymologisch verwandt mit Schonen, und Skanör. Andere sehen den Wortursprung bei der germanischen Göttin Skadi.
Weblinks
- [http://www.lysator.liu.se/nordic/ Nordic FAQ] (engl.)
- [http://www.norden.org/ Nordic Council] (engl.)
Kategorie:Europa
als:Skandinavien
ja:スカンディナヴィア
ko:스칸디나비아
simple:Scandinavia
zh-min-nan:Skandinavia
LebensqualitätJeder Mensch hat verschiedene Vorstellungen von dem, was Lebensqualität ausmacht. Diese Bewertung ist abhängig von Lebensalter, Lebensumständen und Erfahrungen eines Menschen. Die meisten Definitionen stellen die persönliche Zufriedenheit ins Zentrum. Es gibt zahlreiche Untersuchungen, die versuchen die Lebensqualität von Menschen zu messen.
Definitionen der Lebensqualität
In der wissenschaftlichen Literatur existieren verschiedenen Definitionen für die Lebensqualität je nach Fachgebiet. Im folgenden sind einige Definitionen wiedergegeben:
Lebensqualität beschreibt die Höhe persönlicher Zufriedenheit. Diese wächst mit der Erfüllung von Wünschen und Bedürfnissen im körperlichen, geistigen, seelischen und materiellen Bereich, ausgehend von der aktuellen Lebenssituation (Stiftung LebensQualität[http://www.stiftung-lebensqualitaet.de]).
Lebensqualität ist das "Maß der Kongruenz zwischen Bedingungen eines bestimmten objektiven Lebensstandards und der subjektiven Bewertung der dadurch gekennzeichneten Bevölkerungsgruppe."
"Lebensqualität ist die individuelle Wahrnehmung der eigenen Lebenssituation im Kontext der jeweiligen Kultur und des jeweiligen Wertesystems und in Bezug auf die eigenen Ziele, Erwartungen, Beurteilungsmaßstäbe und Interessen."
"Lebensqualität beschreibt die Summe aller Möglichkeiten, die sich einem Menschen im Laufe seines Lebens bieten."
"Eine hohe Lebensqualität besteht in der Erfüllung einer intern empfundenen oder extern festgelegten Norm für das innere Erleben, das beobachtbare Verhalten und die Umweltbedingungen in körperlichen, psychischen, sozialen und alltäglichen Lebensbereichen."
"Lebensqualität ist das Ergebnis eines individuellen, multidimensionalen Bewertungsprozesses der Interaktion zwischen Person und Umwelt. Als Bewertungskriterien können sowohl soziale Normen als auch individuelle Wertvorstellungen und affektive Faktoren herangezogen werden."
"Die Funktionsfähigkeit, die krankheits- und behandlungsbedingten Symptome, das psychische Befinden sowie das Maß der sozialen Beziehungen sind wesentliche Determinanten und zum Teil zugleich Bestandteile der Lebensqualität."
"Unter gesundheitsbezogener Lebensqualität ist ein psychologisches Konstrukt zu verstehen, das die körperlichen, psychischen, mentalen, sozialen und funktionalen Aspekte des Befindens und der Funktionsfähigkeit der Patienten aus ihrer Sicht beschreibt."
"Soziales, physiologisches, neutrales, intellektuelles und allgemeines Befinden eines Individuums. Index für die Qualität eines Lebensjahres, der in der Regel einen Nutzwert angibt, der sich zusammensetzt aus der Bewertung mehrerer einzelner, konkreter Fragen zur Lebensqualität."
Da sich bereits die Definitionen der Lebensqualität unterscheiden, ist auch eine metrische Erfassung der Lebensqualität schwierig. In der Medizin existieren über 800 Lebensqualitätsparameter, die sich teilweise im Aufbau deutlich unterscheiden. Auch in anderen Bereichen, wie z.B. in den Sozialwissenschaften haben sich zahlreiche Lebensqualitätsparameter entwickelt. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, daß Lebensqualität nicht metrisch erfasst werden kann, sondern nur über sogenannte Dimensionen.
Lebensqualität wird häufig als hochste Form der Darstellung von Risiken angesehen, da die Lebensqualität durch objektive oder subjektiv empfunden Nachteile beeinträchtigt wird. Diese Annahme ergibt weiterhin sich daraus, daß klassische Risikodefinitionen immer nur einen Teil von Nachteilen oder Verlusten beschreiben können, während Lebensqualitätsparameter die Gesamtheit aller Einflüsse, zumindest theoretisch, erfassen können. (Siehe dazu auch Katalog der Risiken [http://rcswww.urz.tu-dresden.de/~proske/]).
Die Dimensionen der Lebensqualität
Lebensqualität hat vier Dimensionen: körperlich, geistig, seelisch, materiell.
Im folgenden seien Beispiele für diese vier Dimensionen aufgelistet: Gesundheit, Einkommen, Familie, Arbeit, Freizeit, politische Situation, soziale Verhältnisse).
Lebensqualität in den Entwicklungsländern
In den Entwicklungsländern wären das zum Beispiel:
- ausreichende Menge an hygienisch zubereiteten Lebensmitteln und genügend sauberes Trinkwasser
- dem Wetter angepasste Bekleidung und Schuhe
- politische Freiheiten und Bürgerrechte (z.B. Wahlrecht, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit), Einhaltung der Menschenrechte, die Durchsetzung und Verwirklichung dieser Rechte und Freiheiten
- Frieden (als Abwesenheit von Kriegen, Bürgerkriegen und bewaffnetetn Konflikten sowie das Fehlen von Banden- oder Stammeskriegen)
- Schutz vor Kriminalität, Vorhandensein von Polizei, unabhängige Justiz, Schutz vor Folter und Todesstrafe
- ausreichende Infrastruktur (beispielsweise gut ausgebaute Straßen, öffentliches Nahverkehrsnetz, Einkaufsmöglichkeiten, Fernverkehr)
- ein gut funktionierendes Bildungssystem, kostenlose Grundschule, Kindergärten bzw. Kinderkrippe, Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen sowie die Abwesenheit von staatlicher Indoktrinierung und Beeinflussung
- schnelle und gut koordinierte Hilfe und Unterstützung bei Naturkatastrophen und anderen Unglücksfällen, Katastrophenschutz und ggf. Frühwarnsysteme
- (relativ) gesicherte und geordnete Arbeitsverhältnisse, ausreichendes Einkommen, ausreichender Urlaub
- Schutz durch Sozialversicherungen
- saubere Umwelt (beispielsweise Schutz vor Smog, geringe radioaktive Strahlung)
- Öffentliche Hygiene, zum Beispiel Kanalisation und Sanitäranlagen
- ausreichende Erholungsanlagen, z. B. Parks, Sportplätze, Kino, Theater, Oper, Museen, Zoo
- gute ärztliche Versorgung, Allgemeinmediziner, Fachärzte, Apothekendichte, verfügbare Diagnostik, vorhandene Medikamente, Behandlungsmöglichkeiten
Lebensqualität in den Industrieländern
In westlichen und in hochentwickelten Industrieländern versteht man unter Lebensqualität meist Konzepte aus den höheren Stufen der Maslow-Pyramide:
- eine schön eingerichtete Wohnung bzw. Haus mit Balkon oder Terrasse
- Ausreichende Grünanlagen wie z. B. Parks, Vergnügungs- oder Freizeitparks sowie Straßenbegrünung
- ein (relativ) gesicherter Arbeitsplatz mit einem Einkommen, das zur Lebenshaltung sowie Reisen, Auto, Kultur ausreicht
- Versicherungsschutz (Arbeitslosen-, Renten-, Unfall-, Pflege- und Krankenversicherung), Sicherung der Altersrente, ganz allgemein soziale Sicherheit
- körperliche und geistige Gesundheit, Vorbeugung von Zivilisationskrankheiten
- Dauer und Intensität von Belastung, Überarbeitung im Beruf, Überforderung (so genannter Distress), Vorhandensein von Mobbing
- Erholung (ungestörter nächtlicher Schlaf, Ruhepausen während der Arbeit, Freizeit, Urlaub, Reisen etc.)
- ausreichende und wachsende Kaufkraft, geringe Inflationsrate
- Interessen, Hobbys, Freizeitgestaltung müssen vorhanden sein
- genügend Freizeit für Hobbys und Sport
- weitgehend harmonisches Zusammenleben; Vorhandensein von Familie; gute Beziehungen zu Nachbarn, Freunden und Bekannten
Weitere, kleine, informelle Beispiele für Lebensqualität: Jeden Morgen beim Frühstück oder im Büro die Tageszeitung lesen können, mit den Enkeln im Park spazieren gehen, auf dem Balkon in der Sonne frühstücken können.
Siehe auch
- Maslowsche Bedürfnispyramide
- Bedürfnis
- DALY
Literatur
- [http://www.albanknecht.de/publikationen/LitLebensqualitaet.pdf Knecht, Alban: Literaturliste zur Thema Lebensqualität], München, 9 S., 2005
- [http://skylla.wz-berlin.de/pdf/2000/p00-505.pdf Noll, Heinz-Herbert: Konzepte der Wohlfahrtsentwicklung: Lebensqualität und „neue“ Wohlfahrtskonzepte.] Papers Querschnittsgruppe Arbeit & Ökologie P00-505. Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (PDF 563 KB)
- Nussbaum, Martha C./ Sen, Amartya (Hrsg.): The Quality of Life. Oxford: Clarendon Press, 1993
- Rapley, Mark: Quality of Life Research. A Critical Introduction. London, Thousand Oaks, New Delphi: Sage Publications, 2003
- Proske, Dirk: Katalog der Risiken - Risiken und ihre Darstellung ISBN 3-00-014396-3, Dresden 2004
ja:クオリティ・オブ・ライフ
Kategorie:Soziologie
ResidenzUnter einer Residenz (lat. residere, sich setzen, niederlassen, wohnen, englisch: Residence, französisch: Résidence) versteht man in der Regel den festen Wohnsitz eines weltlichen oder kirchlichen Fürsten oder sonstigen Adligen (z.B. im Gegensatz zu einer Kaiserpfalz) oder gar den Regierungssitz. Ein Beispiel hierfür ist die Münchner Residenz. Als pars pro toto steht der Begriff Residenz auch für die Stadt, in der sich dieser Herrschersitz befindet.
Der repräsentative Wohnsitz eines Botschafters wird ebenfalls Residenz genannt.
Heutzutage ist der Begriff auch gebräuchlich in Verbindung mit komfortablen Wohnsitzen für gehoben Ansprüche. Eine Altersresidenz z. B. ist eine hotelähnliche Wohnstätte für (wohlhabende) Betagte (Euphemismus für Altenheim).
Kategorie:Begriff (Adel)
Kategorie:Stadtbaugeschichte
Reichstag (Schweden)Der Reichstag (schwedisch Riksdagen oder Sveriges Riksdag) ist das schwedische Parlament. Der Reichstag ist ein Einkammern-Parlament und hat 349 Abgeordnete.
Einkammern-Parlament
Zusammensetzung des Reichstages
Die Sitzverteilung nach der letzten Wahl 2002 sieht folgendermaßen aus:
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- Moderate Sammlungspartei (Moderata samlingspartiet, m): 55 Sitze
- Liberale Partei (Folkpartiet liberalerna, fp): 48 Sitze
- Zentrumspartei (Centerpartiet, c): 22 Sitze
- Christdemokraten (Kristdemokraterna, kd): 33 Sitze
- Die Grünen (Miljöpartiet de gröna, mp): 17 Sitze
- Sozialdemokratische Arbeiterpartei (Socialdemokratiska arbetarepartiet, s): 144 Sitze
- Linkspartei (Vänsterpartiet, v): 30 Sitze
45,3% Der Abgeordneten sind Frauen.
Wahl des Reichstages
Der Reichstag wird jedes vierte Jahr (am dritten Sonntag im September) gewählt. Zusammen mit den Reichstagswahlen werden auch die Wahlen zum Provinziallandttag und die Gemeinderatswahlen durchgeführt.
Wahlberechtigt und wählbar sind schwedische Staatsbürger, die spätestens am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet haben. Die Wahl erfolgt nach dem Verhältniswahlrecht, wobei eine Sperrklausel gilt: Damit eine Partei Mandate erhält, muss sie vier Prozent der Stimmen im ganzen Reich oder 12 Prozent der Stimmen in einem der 29 Wahlkreise erhalten haben.
Seit 1998 können die Wähler bei der Wahl Vorzugsstimmen für einen Kandidaten der gewählten Partei vergeben. Erreicht ein Wahlkandidat 8% der Stimmen seiner Partei in einem Wahlkreis, wird er bei der Mandatvergabe an die Spitze der Wahlliste seiner Partei gesetzt.
Die Organisation des Reichstages
Der Reichstagspräsident und die Präsidentenkonferenz
An der Spitze des Reichstages steht der Reichstagspräsident, der für eine volle Mandatperiode gewählt wird. Zu seinen Aufgaben zählt die Beauftragung eines Parteivorsitzenden mit der Regierungsbildung bei einem Regierungswechsel, die Entlassung von Regierungsmitgliedern nach einem Misstrauensvotum oder des Premierministers auf eigenen Wunsch, die Übernahme des Amtes des Reichsverwesers, wenn der König und sein Stellvertreter verhindert sind und natürlich die Planung und Organisation der Arbeit des Reichstages. Zu seiner Hilfe hat er die Präsidentenkonferenz, die aus den Vorsitzenden der Parlamentsausschüsse, dem Vorsitzenden der Reichstagsverwaltung und je einem Repräsentaten der im Reichstag vertretenen Parteien besteht.
Reichstagsausschüsse
Der schwedische Reichstag hat 16 Ausschüsse, davon drei ständige Ausschüsse. Abgesehen vom Verfassungsausschuss spiegeln die Ausschüsse die Einteilung der Geschäftsbereiche der Ministerien wider. Darüberhinaus können je nach Bedarf weitere Ausschüsse gebildet werden. Die wichtigste Aufgabe der Ausschüsse ist die Beratung neuer Anträge und von Regierungsvorlagen. Im Zusammenhang damit können Anhörungen abgehalten werden, zu denen Regierungsmitglieder eingeladen werden. Meistens werden auch Ministerialbeamte hinzugezogen.
Reichstagsbehörden
Für gewisse Aufgaben hat der Reichstag Behörden eingerichtet. Zu den wichtigsten zählen die vier Justizombudsmänner, die die Arbeit der staatlichen und kommunalen Behörden beaufsichtigen. Sie können Klagen von Bürgern untersuchen, Behörden inspizieren und als Sonderankläger in Fällen, die die Verletzung der Dienstpflicht im öffentlichen Dienst betreffen, auftreten.
Die Revisoren des Reichstages überprüfen ebenfalls die Staatsverwaltung, insbesondere deren finanzielle Gebarung.
Eine weitere wichtige Behörde unter der Leitung des Reichstages ist die Schwedische Reichsbank, deren „Aufsichtsrat“ (riksbankfullmäktige) vom Reichstag gewählt wird. Dieser wiederum wählt das Direktorium der Reichsbank.
Die EU-Kommission
Nach dem EU-Beitritt Schwedens 1995 wurde eine EU-Kommission (EU-nämnd) geschaffen, die aus 17 Mitgliedern besteht und in der alle im Parlament vertretenen politischen Parteien repräsentiert sind. Die Regierung ist verpflichtet, vor wichtigen Beschlüssen in Brüssel Überlegungen mit der Kommission abzuhalten. Dies gilt vor allem für Minister vor EU-Ministerkonferenzen und den Premierminister vor Konferenzen des Europäischen Rates.
Auflösung des Reichstages
Der Reichstag wird vor Neuwahlen aufgelöst. Die Regierung hat das Recht, Neuwahlen auszuschreiben. In diesem Fall dauert die Legislaturperiode eines durch Neuwahlen hervorgegangenen Reichstages nur bis zum Ende der regulären Wahlperiode.
Weblinks
- http://www.riksdagen.se/
Kategorie:Politik (Schweden)
UniversitätUniversitäten (vom lateinischen Wort universitas, Gesamtheit) sind Hochschulen, die die Wissenschaften in Forschung, Lehre, Studium und Ausbildung vollständig vertreten, in systematischer Ordnung lehren sowie Bildungsinhalte und Berufsqualifikationen mit den jeweils höchsten Ansprüchen ihres Geltungsbereichs vermi | | |